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Shakespeare-Spiele Ludwigsstadt 2012

www.kronicher.de Ausgabe 15 September 2012

- Zum Mitnehmen -

Vorhang auf!

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Partner des Kronacher Landkreismagazins


Inhalt Brauchtum & Tradition 800 Jahre Tradition: 25. Deutscher Flößertag in Wallenfels

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Ratgeber Beauty & Wellness Sauna und Burnout Unter der Schere sind alle Menschen gleich

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Porträt Siegbert Rubel: Eine Kronacher Schiedsrichter-Legende

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Gesellschaft Tabu Homosexualität: »Ein Thema wie eine heiße Kartoffel!«

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KRONICHER. Gemeinden: Ludwigsstadt Nicht fränkisch, nicht bayrisch... Eisenbahnunglück 1924 Von Geistern und Versuchungen 600 Jahre Ebersdorf Start der FOS am Rennsteig Shakespeare-Spiele 2012

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Sport Nico Karger: Ein Kronacher geht auf Reisen

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KRONICHER. Das Magazin für den Landkreis Kronach

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Vereine Kleinkaliber-Schützenverein Förtschendorf: Hightech Modernisierung

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Rubriken Editorial Nachgefragt Auf den zweiten Blick Aus den Gemeinden Mein Rezept für den Landkreis Das allerletzte Interview

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Herausgeber: Verlag Carlo Fehn Matthias-Kaiser-Str. 1 96317 Kronach

Telefon: 09261-9100148 Telefax: 09261-9100149 E-Mail: redaktion@kronicher.de Internet: www.kronicher.de Redaktion/Texte: Carlo Fehn (V.i.S.d.P.) Corinna Tübel, Björn Stumpf, Katja Endres, Stadt Ludwigsstadt, Gerd Fleischmann Satz/ Layout: Carlo Fehn Anzeigen: Rainer Renk, Katja Endres, Carlo Fehn Fotos: Carlo Fehn, fotolia.de, Andreas Bischof, Hans Franz, Gerd Fleischmann, Stadt Ludwigsstadt, Stefan Weiss, Rainer Renk Druck: Schneider Printmedien GmbH, Weidhausen Erscheinungsweise: Monatlich in ausgewählten Vertriebsstellen Druckauflage: 5.000 Stück

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Editorial Liebe Leserinnen und Leser, liebe »Kronicher«!

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euer finden die S h a ke s p e a re Spiele bereits zum zweiten Mal statt. Nach der überwältigenden Akzeptanz und dem durchweg positiven Feedback für die »Zwaa Bärschle von Verona« im letzten Jahr, fiebern alle schon wieder der neuen Festspiel-Saison entgegen. Vom 27. September an wird dann insgesamt neun Mal »’s Unwaddar« oder wie Shakespeare es formuliert hätte: »Der Sturm« über »Ludscht« hinwegfegen. Ohne bereits zuviel zu wissen, darf man sicherlich wieder mit mehr als unterhaltsamen Darbietungen rechnen. Auch Wallenfels feiert und steht vom 13. bis 16. September ganz im Zei­ chen des 25. Deutschen Flößertags.

Ausrichter ist die Flößergemeinschaft Wallenfels e.V. in Verbindung mit der Stadtverwaltung. Unter der Federführung von Manfred Ziereis ist ein attraktives Programm ausgearbeitet worden. Fachvorträge, Exkursionen zum Floßteich im Lamitztal, zum Kohlenmeiler im Thiemitztal sowie­ zur Hammermühle sorgen für Abwechslung. Heimatabend, Kirchen­ parade sowie Flößergottesdienst ergänzen das Angebot. Der ehemalige Bundesliga-Schieds­ richter Siegbert Rubel ist immer noch Woche für Woche auf den Fußballplätzen im ganzen Land unterwegs. KRONICHER. hat sich beim Ehrenmitglied des TSV Neukenroth umgehört. Mit einer aufwendigen Mo­der­ nisierungsmaßnahme möchte der Kleinkaliber-Schützenverein Förtschendorf seine Attraktivität für

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bestehende und potenzielle Mitglieder weiter steigern. KRONICHER. durf­te auf dem neuen elektronischen­ Luftgewehrschießstand sogar ein paar Probeschüsse abgeben. Und damit wünsche ich Ihnen allen wieder gute Unterhaltung mit Ihrem Landkreismagazin. Mit besten Grüßen Carlo Fehn

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Nachgefragt ANZEIGE

Mit einem vielfältigen Mix aus Altbewährtem und neuen Ideen wollte Kronach mit dem diesjährigen Stadtfest bewegen. KRONICHER. hat beim ersten Vorstand, Dietrich Denzner sowie Michaela Weiss vom Werbebeirat der Aktionsgemeinschaft nachgefragt. Frau Weiss, Herr Denzner, das Kronacher Stadtfest 2012 ist Geschichte. War es eine Geschichte mit positivem Verlauf? Michaela Weiss: Ich bin wirklich mehr als zufrieden. Ich kann nur für den Samstag sprechen, da ich dort auch hauptsächlich mit der Organisation des Kinderfestes - der Stadtralley - zu tun hatte. Das hat tatsächlich einiges bewegt und wir haben hier nur positives Feedback bekommen. Ich glaube, dass wir trotz des nicht ganz optimalen Wetters auch spürbar mehr Besucher des Stadtfestes am Samstag hatten als in den Vorjahren. Dietrich Denzner: Ich kann das nur unterstreichen. Die Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache und das hat sich dann natürlich auch auf die Eltern übertragen. Aber wir haben im Vorfeld auch gesagt, dass wir uns mit allen Punkten im Nachhinein noch einmal kritisch auseinandersetzen werden. Die Anzahl der Sta-

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tionen dieser Stadtralley im nächsten Jahr um ein paar zu reduzieren, ist in diesem Fall schon ein Feedback, das wir bekommen haben und wohl auch entsprechend umsetzen werden. Es kommt ja auch immer wieder die Diskussion auf, ob das Stadtfest an beiden Tagen stattfinden sollte oder nur an einem der beiden Tage. Haben Sie diesbezüglich neue Erkenntnisse gewonnen? Dietrich Denzner: Da gehen die Meinungen über alle denkbaren Optionen auseinander. Wenn man sich aber dieses Stadtfest noch einmal anschaut, kann eigentlich nur die Samstag-Sonntag-Option richtig sein. Mit dem Kinderfest am Samstag haben wir - so denke ich - einen Treffer gelandet und auf dieser Basis können wir den Samstag weiter ausbauen. Und am Sonntag kommen traditio­ nell einfach die Besuchermassen, vor allem auch aus den benachbarten

Landkreisen, in die Stadt. Und das ist doch unter dem Strich auch das Wichtigste. Wir haben gesagt, wir wollen bewegen, die Leute sollen zu uns in die Stadt kommen. Nicht das Geschäft an diesen zwei Tagen steht absolut im Vordergrund. Es ist doch viel wichtiger, dass die Menschen auch während des Jahres immer wieder mal nach Kronach kommen. Mit dem Motto »Kronach bewegt« sind Sie angetreten. Glauben Sie, die Besucher wurden bewegt? Dietrich Denzner: Ja. Wie ich bereits sagte, gibt es ganz sicher noch einige Stellschrauben, an denen wir drehen müssen, aber es ist mehr als ein Anfang gemacht, das Stadtfest in Zukunft attraktiv zu gestalten und das Niveau auch Jahr für Jahr hoch zu halten. Michaela Weiss: Ich bin mir sicher, dass wir viel Werbung in eigener Sache machen konnten und die Besu­cher des Stadtfestes ihre Zufriedenheit auch weitererzählen werden. Und deswegen hat Kronach tatsächlich bewegt. Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Carlo Fehn

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Brauchtum & Tradition

D

as etwa 3.000 Einwohner zählende Städtchen Wallenfels steht vom 13. bis 16. September ganz im Zeichen des 25. Deutschen Flößertags. Ausrichter ist die Flößergemeinschaft Wallenfels e.V. in Verbindung mit der Stadtverwaltung. Unter der Federführung von Manfred Ziereis ist ein attraktives Programm ausgearbeitet worden. Fachvorträge, Exkursionen zum Floßteich im Lamitztal, zum Kohlenmeiler im Thiemitztal sowie zur Hammermühle sorgen für Abwechslung. Heimatabend, Kirchenparade sowie Flößergottesdienst ergänzen das Angebot. An die 800 Jahre prägte die Flößerei den Frankenwald. Sie ist schon längst Geschichte geworden und doch spricht man heute noch voller Achtung von den unglaublichen Leistungen der Altvorderen, deren Leben geprägt war von einem Kräfte zehrenden Überlebenskampf. Die Flößerei war ihre Arbeit, ihr Brot, ihr Schicksal. Und sie formte den Charakter der Menschen. Abgehärtet durch die schwere und gefährliche Arbeit, mutig und kühn, rau nach außen, aber mit einem köstlichen Humor ausgestattet - das war der Frankenwaldflößer. Er stand mit Gevatter

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25. DEUTSCHER F LÖSSERTAG IN WAL F LÖSSEREI PRÄGTE AN DIE 800 JAHRE DEN FRANKENWALD

Tod und mit dem Herrgott auf gutem Fuß, und wenn er einmal kräftig sein »Feuedunnekeil« fluchte, so war dies nicht so gemeint. Mit Gottvertrauen, Genügsamkeit und Zufriedenheit überstand man oft schwierige Zeiten. Unerbittlich war das Gesetz, nach dem die Flößer lebten: Wer arm war, blieb es sein Leben lang. Nur wenige schafften den Aufstieg und hatten es bis zum Floßherrn gebracht, der Wald und Äcker besaß. Die meisten waren Knechte, die magere Ziegen großzogen und ein Schwein, die jahraus, jahrein ihre Kartoffelklöße mit Milchsuppe oder Zwetschgenmuß aßen und wenn Feiertag war, mit einem Brocken Fleisch.

die Flößer nicht allzu üppig ausfiel, an der Verpflegung - der Floßherr war dafür zuständig - wurde nicht gespart. Fünf Maß Bier und ein Pfund Fleisch betrug die rechtlich verankerte Tagesration auf Rodach und Main. Die erste schriftliche Erwähnung der Flößerei im Frankenwald datiert aus dem Jahre 1386. Dabei ging es um eine Streitigkeit »wegen Flozzens uff der Radach«. Doch schon lange vorher versorgten die Frankenwaldflößer die Bamberger beim Bau ihrer Gotteshäuser mit mächtigen Stämmen. ANZEIGE

Kein Wunschberuf Trotz aller romantischer Darstellungen: Flößer war kein Wunschberuf. Flößer wurde man, weil es in der Familie Tradition war. Und schließlich gab es im Frankenwald kaum Alternativen. Stetig waren die Männer auf ihren mächtigen Holzverbänden Wind und Wetter ausgesetzt. Nach der schweren Arbeit kroch der Flößer in die Schutzhütte auf dem Floß, um dort auf Stroh auszuruhen. Die Kost bestand morgens aus Kaffee und Brot, abends aus Suppe und einem Pfund Fleisch nebst genügend Bier pro Tag und Mann. Auch wenn der Lohn für 6

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Brauchtum & Tradition

3. bis 16. Septemb

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LLENFELS

Einst spielte das Holz vor allem als Energiequelle eine sehr große Rolle. Der Holztransport auf dem Landweg, auf schlechten Straßen mit Pferdeund Ochsenfuhrwerken war kaum zu bewerkstelligen. Als Alternative blieb der Wasserweg. Jahrhunderte lang versorgten die Frankenwaldflößer stets zuverlässig die Menschen am Main und Rhein mit Bauholz, Brennholz und Brettern. Und da kamen schon gewaltige Mengen zusammen! An der Hauptzollstelle des Frankenwaldes, auf der Rodach bei Neuses (Zollschere) - wurden bereits im Jahre 1500 an die 5.000 Flöße abgefertigt. Chronisten schreiben 1825, dass »ungeheuer viel Geld auf dem Wasser herunter schwimme«, bis zu 550.000 Gulden brächte der Floßholzhandel alljährlich in das Amt Kronach.

»H�l�erner« Main 10.213 Böden, das sind Langholzflöße aus vier bis zehn Stämmen, 502 Doppelböden und 4.508 Bretterflöße (»Stümmel« genannt) passierten im Jahre 1821 den am Obermain gelegenen Ort Hausen. Ganz Mainfranken wurde auf diese Weise mit Langund Schnittholz versorgt, sogar das Ruhrgebiet ließ sich mit Grubenholz beliefern, und in den niederländischen Hafenstädten bildet Floßholz zum Teil noch heute das notwendige KRONICHER. | Ausgabe September 2012

Fundament. Für die Errichtung der Rathäuser in Bamberg und Kitzingen, der Residenz in Würzburg und unzähliger Häuser wurde geflößtes Holz ve r we n d et . Der Main war einst ganz »hölzern«. Die große Floßreise, die so genannte »Raas«, begann im Frühling. Sorgsam wurden die Truhen mit dem Proviant, den Werkzeugen und dem übrigen Gepäck zwischen den Brettern verstaut, aus denen die Floßhütte als Unterkunft errichtet wurde. Je breiter und tiefer der Wasserlauf wurde, umso mehr einzelne »Böden« oder »Kuppeln« konnten aneinandergehängt oder aufeinander geladen werden. aus dem »Zwiespänner« wurde ab Schwürbitz das »Hallstadter Stück«. Es erreichte bereits eine Länge von bis zu 75 Metern. Ein solches Floß konnten die Menschen am Obermain nochmals als Schauobjekt zum Tag des offenen Denkmals im Jahre 2008 bewundern. Das Riesen-

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floß, bestehend aus acht »Böden« und mit 30 Flößern aus Wallenfels, Unterrodach, Friesen und Neuses besetzt, war die Attraktion zwischen Kemmern, Hallstadt und Bischberg. Als Floßmeister fungierte Andreas Müller aus Wallenfels. Die nächste größere Floßeinheit von einst, das »Würzburger Stück« wuchs auf 120 bis 130 Meter Länge und etwa neun Meter Breite an. Ein solches Monstrum, bis zu 160 Tonnen schwer, wurde lediglich mit dem bis zu neun Meter langen Floßbaum gesteuert. Zu regelrechten Superla-

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Brauchtum & Tradition

Alljährlich lockt die touristische Flößerei Tausende von Besuchern nach Wallenfels.

Foto: Gerd Fleischmann

tiven kam es dann auf dem Rhein. Die bis zu 300 Meter langen, mächtigen Rheinfloße mit einem Team von bis zu 400 Flößern brachten es auf bis zu 12.000 Kubikmeter Holz.

Konkurren� �u stark Das Ende des hölzernen Zeitalters brachte für die Flößergemeinden an Kronach und Rodach tief greifende soziale Veränderungen, denn die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Wasser war enorm. Alleine in Unterrodach standen zeitweise an die 200 Männer bei der Flößerei in Lohn und Brot. Es gab mehrere Gründe für den Niedergang. Neben der Mainkanalisierung erwuchsen in Eisenbahn und Auto enorme Konkurrenten. Nach

dem Ersten Weltkrieg brach eine neue Zeit an, mit der die Flößer nicht mehr mithalten konnten. Die letzte gewerbliche Fahrt fand im Frühjahr 1958 auf der Kronach statt. Erfreulicherweise lebt die einst so bedeutende Flößerei in der Erinnerung der Menschen weiter. Rund 600 Mitglieder zählen die Flößervereine in Unterrodach, Wallenfels, Friesen und Neuses. Seit 1969 treffen sie sich alljährlich unter der Leitung des jeweiligen Landrats zum Kreisflößertreffen. Sehr beliebt sind die touristischen Floßaktivitäten in Wallenfels und Neuses sowie das Kirchweihflößen in Unterrodach und Friesen. Im Jahre 1986 legten die heimischen Flößer nochmals mächtig Hand an und organisierten vom 13. bis

17. Juni eine Traditionsfloßfahrt von Bamberg nach Karlstadt. Tausende jubelten den Männern bei dieser Gedenkfahrt zu. Zwei Jahre später begeisterten die Frankenwäldler bei der eindrucksvollen Schiffsparade auf dem Rhein bei Düsseldorf vor über 15.000 Zuschauern mit einem 110 Meter langen und 20 Meter breiten Rheinfloß. Deutschlandweit nimmt das Flößereifachmuseum in Unterrodach mit bisher rund 110.000 Besuchern einen hohen Stellenwert ein. Aber auch die heute noch existierenden Floßteiche, die attraktiven Floßherrenhäuser - insbesondere in Unterrodach - die weiteren musealen Einrichtungen in Friesen und Neuses, die Flößerkapelle Neuses sowie der Volks- und Gebirgstrachtenverein »Die Rosenbergler« aus Kronach erinnern an diesen Berufsstand, der einst 800 Jahre den Frankenwald prägte und vielen Menschen in guten wie in schlechten Tagen das Überleben sicherte. Text und Fotos: Gerd Fleischmann

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Sauna und Burnout

akz-o Medizinische Studien belegen schon lange die gesundheitsfördernde Wirkung der Sauna auf Körper und Geist. Die Gütegemeinschaft Sauna­ bau und Dampfbad e.V., die sich aus den namhaften deutschen Saunaherstellern zusammensetzt, rät gerade chronisch gestressten Menschen zu regelmäßigen Saunagängen. In Zeiten der steigenden Anzahl an Burnout-Patienten trägt sie nicht nur zur Entspannung bei, sondern verbessert zudem die Verarbeitung von Stressreizen. Burnout als Vorstufe der Depression wird gerne als Epidemie der Neuzeit bezeichnet. Jeder Neunte leidet in Deutschland darunter, schätzen die Betriebskrankenkassen. Im strikten Sinn handelt es sich beim Burnout-Syndrom um keine Krankheit, sondern um einen »Zustand körperlicher, psychi­ scher und geistiger Erschöpfung, der durch normale Erholungszeiten nicht mehr kompensiert werden kann«, wie der Frankfurter Psychoanalytiker Hans­ jörg Becker erklärt. Diesem Zustand kann Vorsorge getroffen werden. Das Grundthema hierbei ist Rhythmus. Was vielen Menschen im stressigen Alltag verloren geht, ist der gesunde Rhythmus zwischen Spannung und Entspannung. Beim Saunabaden setzt man den Körper durch den Wechselreiz zwi­ schen heißer Luft und kaltem Wasser unter positiven Stress und trainiert durch anschließende Erholungsphasen, die erlebten Wechselreize zu ver­ arbeiten – man trainiert folglich den KRONICHER. | Ausgabe September 2012

Beauty & Wellness

Stressabbau. Ein gesunder Rhythmus zwischen Spannung und Entspannung entsteht. Dr. Brenke, Chefarzt der Hufelandklinik Bad Ems, bestätigt: »Langjährige Saunagänger können dank der blutdrucksenkenden und gefäßerweiternden Wirkung der Sauna besser mit Stresssituationen im Alltag umgehen.« Besonders wichtig ist dabei jedoch das Einhalten von ausreichenden Ruhepausen während und vor allem nach dem Saunabaden. Denn nur so gibt man dem Körper genug Zeit, die erlebten Wechselreize zu verarbeiten. Langfristig mindern also regelmäßige Saunagänge die Stressbelastung des Körpers, hemmen psychische Missstimmungen, sorgen für einen besseren Schlaf und wirken vorbeugend gegen den Seeleninfarkt Burnout. Einen Psychologen ersetzen sie aber nicht. Weitere Informationen erhalten Sie jederzeit gerne unter www.sauna-ral.de

KRONICHER. Ratgeber

selbst für empfindliche Hauttypen. Nach dem Sonnenbad oder der Rasur wirkt die Kombination der natürlichen Inhaltsstoffe auf die strapazierte Haut beruhigend und regenerierend. Das schützende Öl der Oliven überzeugt dabei mit seinem antibakteriellen Effekt und dem natürlichen UV-Schutz. Gleichzeitig beugen die milden Olivencremes frühzeitiger Hautalterung und Fältchenbildung vor. Das Ergebnis ist ein straffes, glattes Hautgefühl und ein natürliches Aussehen. Ob als Gesichts- oder Körperlotion - Pflegeprodukte auf Oli­ venölbasis passen sich den individuellen Bedürfnissen an und sind daher für feinfühlige Haut ein ideales Pflegeprogramm.

Wellness für Sie und Ihn

rbr. Wohltuende Gesichts- und Körperpflege genießen längst nicht nur Frauen. Auch moderne Männer kommen nicht mehr allein mit Wasser und Seife aus. Sie verwöhnen ihre Haut gern mit pflegenden Cremes und Ölen. Bei Männern und Frauen gleicher­ maßen beliebt sind Pflegeprodukte auf hautberuhigender Olivenölbasis. Traditionell steht das Öl für Güte und Reinheit und wird sogar bei Insektenstichen oder Verbrennungen eingesetzt. Daher eignet sich beispielsweise die Egoline Oliven-Pflegeserie for Men 9


KRONICHER. Ratgeber

Nationale und internationale Fachverbände des Friseurhandwerks: Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) vertritt die Gesamtinteressen des deutschen Friseurhandwerks. In ihm sind 15 Landesinnungsverbände zusammengeschlossen, deren Mitgliederbasis wiederum rund 290 Friseur-Innungen bilden. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es rund 80.000 Friseursalons mit rund 260.000 Beschäftigten. Als Berufsorganisation vertritt der ZV die wirtschaftlichen und politischen Interessen des Friseurhandwerks in Deutschland und Europa. Zu den klassischen Aufgabenfeldern gehören die Wirtschafts- und Handwerkspolitik sowie die Gestaltung der Berufsbildung. Fachspezifische Schwerpunkte sind die Veranstaltung von Modepremieren, Messen und Meisterschaften. Zur Förderung der Leistungsstandards des Berufsstandes tragen nicht zuletzt die friseurhandwerklichen und kosmetischen Fachwettbewerbe auf nationaler und internationaler Ebene bei. Präsident des Zentralverbandes ist Andreas Popp, Hauptgeschäftsführer ist Rainer Röhr. Sitz der ZV-Geschäftsstelle ist Köln. Der ZV ist Mitglied in den internationalen Fachorganisationen Organisation Mondiale Coiffure und Coiffure EU. Die Organisation Mondiale Coiffure (OMC) wurde 1946 unter der Bezeichnung »Confédération Internationale de la Coiffure« gegründet. Als internationale Dachorganisation mit Sitz in Paris gehören ihr die nationalen Friseurver10

Beauty & Wellness

bände aus mehr als 60 Staaten an. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der nationalen Verbände global zu koordinieren. Schwerpunkte der Verbandsarbeit hier: die fachlichen Leistungsstandards und Modeaktivitäten zu fördern sowie der internationale Erfahrungsaustausch. Alle zwei Jahre führt die OMC einen Weltkongress der Friseure durch. Dieser findet entweder im Rahmen von Weltmeisterschaften oder anderen Fachwettbewerben von internationaler Bedeutung statt. Um im unterschiedlichen Weltregionen die spezifischen Belange des Friseurhandwerks effektiv fördern zu können, wurden 1998 geographische Sektionen in der OMC eingerichtet. Darunter auch die europäische Sektion. Präsident der OMC ist Salvatore Fodera (USA). Nähere Informationen: Organisation Mondiale Coiffure, 36 Rue du Sentier, 75082 Paris Cedex 02/France, Tel: 0033 142 61 5909, Internet: www. omchairworld.com, E-Mail: info@omchairworld.com. Die Coiffure EU ist der Zusammenschluss der nationalen Fachverbände in der Europäischen Union. Sie befasst sich dort mit den spezifischen Fragestellungen, die für die Friseurbranche wirtschaftlich und berufspolitisch relevant sind. Zentrale Themen sind die Harmonisierung der Berufsbildung, die Niederlassungsfreiheit und der grenzüberschreitende Gesundheitsschutz. Die Coiffure EU hat ihren Sitz derzeit beim niederländischen Friseurverband. Kontakt: Coiffure EU, Gooierserf 400, NL-1276 KT Huizen (Niederlande), Tel.: 0031 (0) 355 / 280 280, Fax: 0031 (0) 355 / 263 786, Internet: www.coiffure.

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eu, E-Mail: info@coiffure.eu.

Unter der Schere sind alle Menschen gleich Extreme Unterschiede bei den Preisen für einzelne Friseurdienstleistungen bei Frauen und Männern lassen sich statistisch nicht belegen. Die jüngsten Marktdaten der Erfolgs-VergleichsAnalyse (EVA) von Wella weisen als Durchschnittspreise in 2011 für einen Nass-Haarschnitt im Herrensalon 17,40 Euro und für einen Nass-Haarschnitt im Damensalon 20,30 Euro aus. Auch bei anderen hochwertigen Haarbehandlungen lassen sich außergewöhnliche Preisunterschiede nicht feststellen: So kostete eine Farbdienstleistung im Herrensalon durchschnittlich 22,40 Euro, im Damensalon hingegen 26,70 Euro. So gesehen sind unter der Schere alle Menschen (fast) gleich. Der zeitliche Aufwand für eine Herrenfrisur ist in der Regel weniger aufwendig Effektive Preisdifferenzen ergeben sich daraus, dass beim Haarschnitt im Damensalon die zusätzlichen Dienstleistungen, die separat nachgefragt werden oder auch im Komplettpreis enthalten sind, eine größere Rolle spielen als bei der reinen Männerdienstleistung. So hat zum Beispiel das Erstellen einer Damenfrisur durch Föhnen (bzw. Wickler) unter Verwendung festigender Substanzen und spezieller Fertigkeiten (z. B. Föhnen mit kleiner Bürste) eine ganz andere Bedeutung als beim Männerangebot. Trotz modischer Annäherungen weiKRONICHER. | Ausgabe September 2012


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chen die Frisurentrends und die damit verbundenen Verbrauchererwartungen im Hinblick auf Frauen und Männer deutlich voneinander ab. Dies führt in der überwiegenden Zahl der Fälle zu unterschiedlichen Haarkreationen mit unterschiedlichen Schneidetechniken und unterschiedlichen Frisurenfinishtechniken. Der zeitliche Aufwand eines Herrenhaarschnitts ist im Regelfall geringer als bei Frauen. Verweildauer der Kundinnen durchschnittlich höher als bei Männern Die meisten Frauen sind heutzutage immer noch modebewusster als Männer. Das zeigt sich auch im Friseursalon. Sie sind wesentlich anspruchsvoller bei der Verwirklichung ihrer Frisurenwünsche. Dieses Verhalten schlägt sich natürlich auch im Aufwand nieder. Im Vergleich zum männlichen Kunden muss der Friseurunternehmer erheblich mehr in fachliche Schulungen, modische Fortbildungen und Werbeveranstaltungen investieren, um die Modewünsche der Frauen erfüllen zu können. Hinzu kommt, dass die Verweildauer der Kundinnen im Durchschnitt wesentlich höher liegt als beim Mann. Der modische Anspruch von Frauen kann in der Regel nur durch aufwendige Beratungsgespräche und Anwendungen angemessen erfüllt werden, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, als es von männlichen Kunden gewünscht und praktiziert wird. Preisgestaltung spiegelt den durchschnittlichen Aufwand einer Leistungskategorie KRONICHER. | Ausgabe September 2012

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Bei der Preisfindung wird ein Friseurbetrieb in der Regel den durchschnittlichen Aufwand für eine Dienstleistungskategorie erfassen. Dann ist es oft nicht möglich, jeden Kunden in einem gesonderten Kalkulationsverfahren zu berücksichtigen, zumal der Friseur aufgrund der Preisangabenverordnung prinzipiell feste Preise auszeichnen muss. Selbstverständlich ist es in einer freien und sozialen Marktwirtschaft allein Sache des Unternehmers, wie er seine Preise gestaltet, solange er sich an die gesetzlichen Bestimmungen hält. In Deutschland gibt es mittlerweile immer mehr Friseurunternehmen, deren Preisbildung nicht nach Damen- und Herrengeschäft getrennt wird. Aber natürlich liegt auch deren Preispolitik eine Kalkulation zugrunde, die alle anfallenden Kosten berücksichtigt. Diese werden dann ohne die genannte Differenzierung auf die Preise für die einzelnen Friseurleistungen umgelegt. Die hohe Mehrwertsteuer belastet die Verbraucherpreise maßgeblich Die Preisentwicklung für Friseurdienstleistungen war in den letzten Jahren insgesamt moderat und lag jeweils unter der allgemeinen Teuerungsrate. Allerdings wird das deutsche Friseurhandwerk durch einen besonderen Missstand benachteiligt. Die Mehrwertsteuer auf Friseurdienstlei-

KRONICHER. Ratgeber

stungen liegt bei 19 Prozent, obwohl ein Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent europarechtlich längst möglich wäre. Deshalb kämpft der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) für eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen, wie sie auf europäischer Ebene erfolgreich in Modellversuchen erprobt wurde und seit 2009 als Option allen EU-Mitgliedsstaaten offen steht. Der Zentralverband vertritt dabei eine volkswirtschaftlich vernünftige Argumentation: Die Mehrwertsteuersenkung macht Preissenkungen möglich, wird Nachfragesteigerungen motivieren, erzeugt dadurch kräftige Beschäftigungsimpulse und dämmt gleichzeitig die Schwarzarbeit ein. Von den Vorteilen würden alle profitieren: die Verbraucher, die Friseure und der Fiskus.

(Copyright Texte : Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks)

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Porträt

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in Termin bei Siegbert Rubel ist keine Selbstverständlichkeit, obwohl der Mann Rentner ist und als Hobby die Pflege von Haus und Garten angibt. »Die meisten Wochenenden bin ich tatsächlich im ganzen Land unterwegs als Schiedsrichterbeobachter. Da muss man während der Woche schon schauen, dass alles gemacht wird, was so anfällt.« Rubel hat zwischen 1986 und 1992 als erster Schiedsrichter aus dem Landkreis Kronach in der zweiten Liga als höchste Liga gepfiffen. In der Saison 1989/90 rückte er auf dem so genannten Überhangplatz sogar in die Bundesliga nach und durfte dort insgesamt vier Partien leiten. International war er bei zahlreichen Begegnungen als Linienrichter im Team von Aaron Schmidhuber unterwegs. Aktuell ist Rubel in der Schiedsrichtergruppe Kronach Betreuer für die Jungschiedsrichter und Beobachter in der Regional- und Bayernliga sowie der A-Junioren- und Damen-Bundesliga. Durch eine Meniskusverletzung im Alter von 33 Jahren hat er sich entschieden, als Spieler aufzuhören und mit dem »Pfeifen« anzufangen.

S�e���� Ru��l »Ich würde alles noch einmal genau so machen!«

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Siegbert Rubel ist immer noch Woche für Woche auf den Fußballplätzen im ganzen Land unterwegs. KRONICHER. hat sich beim Ehrenmitglied des TSV Neukenroth umgehört.

Kein Vergleich �u Heute Eine Entscheidung, die er nie bereut hat und er sagt, dass er alles noch einmal ganz genau so machen würde. Da lohnt sich schon einmal ein Vergleich mit den heutigen Rahmenbe-

dingungen. Rubel zollt den Referees und ihren Assistenten höchstes Lob, weil auch er natürlich die rasante Entwicklung von Regelwerk, Schnelligkeit des Spiels und vor allem der

medialen Präsenz mitbekommt. »Wir haben damals ungefähr 100 Mark pro Spiel bekommen und die Fahrt- und Übernachtungskosten. Für alle Spiele mussten wir bei Partien während der Woche Urlaub nehmen. Der war damit bei ungünstigen Ansetzungen über das ganze Jahr gesehen schon weg. Im Stadion gab es eine, maximal zwei Fernsehkameras, das war es dann auch schon. Wenn man sich anschaut, wie sich alle diese Punkte mittlerweile entwickelt haben, das ist schon erstaunlich.«

Wie die Jungfrau �um Kind

Interessante Erinnerungen: Siegbert Rubel beim Schmökern in alten Zeitungsartikeln 12

Der Neukenrother kann mit Fug und Recht behaupten, sein Leben dem Fußball und der Pfeiferei verschrieben zu haben. Wenn er die vier dicken gebundenen Bücher mit all seinen Erinnerungen in Form von ZeitungsKRONICHER. | Ausgabe September 2012


Porträt ANZEIGE

wird zum Leidwesen der Schiedsrichter vielleicht auch ein bisschen mehr getrickst und - was noch erschwerend hinzukommt - das mediale Drumherum ist natürlich immens gestiegen und hat mittlerweile auch einen enormen Einfluss auf die ganzen Abläufe. All das spielt auch in die Arbeit der Schiedsrichter mit hinein und macht die Aufgabe deutlich schwerer, als das in meiner Zeit noch der Fall war.« Auch er hat zum Thema der elektronischen Hilfsmittel eine Meinung: »Ich bin auf jeden Fall dafür, dort, wo es sinnvoll und machbar ist, die Assistenten an den Linien zu entlasten, denn die haben in der heutigen Zeit die schwierigste Aufgabe.« berichten und Fotos durchblättert, ist der Stolz in seinem Gesichtsausdruck nicht zu übersehen. Der 67-Jährige hatte eine Blitzkarriere hingelegt. »Nach meiner Verletzung 1979 wurde ich von damaligen Schiedsrichtern immer so ein bisschen aufgezogen. Ich war zu meiner aktiven Spielerzeit nicht unbedingt ein Freund der Unparteiischen. Deshalb legte man mir nahe, es doch jetzt selbst mal zu probieren. Das tat ich dann auch.« Innerhalb von sieben Jahren hatte er es geschafft. Ein Werdegang, der so heute wohl kaum noch möglich sei, ergänzt er. Kontakt zu früheren Kollegen bestehe durchaus noch. Man treffe sich hier und da schon mal auf Lehrgängen des Verbandes. Wenn Rubel auf die heutigen Anforderungen blickt, die an seine Nachfolger gestellt werden, kommt es ihm im Nachhinein wohl ein bisschen so vor, als ob er damals einen Hort der Glückseligkeit vorgefunden hatte. »Der Fußball ist generell raffinierter geworden. Alles passiert schneller, es KRONICHER. | Ausgabe September 2012

»Tiger« geb�ndigt Schwierig war es für Rubel in seinen insgesamt 50 Zweit- und vier Erstligapartien nicht in dem Sinne, dass er negativ im Licht der Öffentlichkeit stand. Er hätte durchwegs immer positive Beurteilungen bekommen, sei aber dann der Altersregelung zum Opfer gefallen. Er habe viel gesehen, gerade bei den Spielen im internationalen Wettbe-

werb und die eine oder andere Anekdote hat natürlich auch er im Köcher. »Es war die Saison 87/88, relativ früh in der Saison. Die Stuttgarter Kickers empfingen Fortuna Köln. Bereits nach einer Viertelstund musste ich auf den Elfmeterpunkt für Stuttgart zeigen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als plötzlich der damalige Fortuna-Präsident Jean Löring und sein Trainer Hannes Linßen neben mir auf dem Platz standen und sich wild beschwerten. Heute ist so etwas undenkbar.« Auch »Tiger« Effenberg musste sich seine Krallen schon vom Neukenrother stutzen und sich in einem Vorbereitungspiel gegen die Münchner Löwen vom Platz stellen lassen. »Da gab es aber keine Diskussion und der hat das auch eingesehen«, so Rubel heute. Die alten Erinnerungen sind ihm viel Wert, ab und zu schaut er sich auch mal wieder ein Spiel an, das er gepfiffen hat - allerdings nur, wenn ihm die Zeit dazu bleibt. von Carlo Fehn

Erstes Bundesligaspiel: Siegbert Rubel leitet die Partie Borussia Dortmund gegen den FC Homburg im September 1989.

Foto: Hans Franz

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Gesellschaft

Auch im Landkreis Kronach gibt es homosexuelle Menschen. Schon rein statistisch muss das so sein. Wo aber leben die? Kennt man die? KRONICHER. hat mit Marius* gesprochen. Er sagt: »Ich fühle mich keineswegs als Mitglied einer Randgruppe.«

(*Name von der Redaktion geändert)

»Ein Thema wie eine heiße Kartoffel!« E

s ist eine Aussage, die den einen oder die andere womöglich etwas überraschen wird. »Ich kenne mittlerweile in nahezu jeder Ortschaft im Landkreis Homosexuelle«, sagt Marius. Alleine bei sich im Dorf schon sechs. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung - so die Schätzungen - ist homosexuell. Bei einer Einwohnerzahl von fast 70.000 im Landkreis scheint das also gar nicht so abwegig zu sein. Dass dieses Thema in der heutigen Zeit bei immer mehr Menschen keines mehr ist, über das hinter vorgehaltener Hand gesprochen werden muss, liegt sicherlich auch daran, dass zum Beispiel Politiker oder Prominente in der Öffentlichkeit keinen Hehl aus ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung machen.

Heikles Thema Dennoch: Wie bei vielen anderen Dingen auch, sieht die Welt da draußen, v o r 14

allem in den großen Städten und Ballungsgebieten ein bisschen anders aus als in einer Ein-, Zwei- oder Dreitausend-Seelen-Gemeinde im Landkreis Kronach. »Ich denke, auf den Dörfern ist das schon noch so, dass das Thema ›Homosexualität‹ wie eine heiße Kartoffel behandelt wird. Selbst Leute, die damit überhaupt keine Berührungsängste haben, fühlen sich oft nicht wohl, wenn sie darüber reden. Da ist schon eine gewisse Hemmschwelle, alleine die Wörter ›schwul‹ oder ›lesbisch‹ auszusprechen.« Aber für Marius ist dies überhaupt kein Problem. Er selbst hatte das Glück, dass bei seinem Outing Familie und Freunde nicht nur kein Problem damit hatten, sondern in der Anfangszeit auch moralische Unterstützung gegeben haben, wenn diese notwendig war. Marius ist ein Spätzünder. Dass er schwul ist, wusste er - das sagt er heute - seit seiner Geburt. »Allerdings war ich bis fast Ende dreißig sexuell überhaupt nicht aktiv. Bis ich mich dann Knall auf Fall verliebt habe - in einen Mann.« Ich konnte erst damit nicht umgehen, habe mehr als 10 Kilo abgenommen. Das Rätselraten in der Familie war natürlich groß. Meine Mutter fragte mich dann auch einmal, ob »sie« - also eine Frau etwa, in die ich mich wohl verliebt

hätte - denn verheiratet sei. Eine Freundin von mir hat es dann herausgefunden. Dann habe ich es zuerst meiner Schwester erzählt, danach meiner Mutter.« Weitere Freunde und Bekannte wussten es dann auch nach und nach. Heute weiß es auch die Nachbarschaft und Marius sagt: »Ich kann behaupten, ich fühle mich nicht so, als wäre ich Mitglied einer Randgruppe, auf die man mit den Fingern zeigt.« Warum auch, möchte man hinzufügen. Tatsächlich weiß er aber auch aus Gesprächen oder aus einem Internetchat von anderen Schwulen im Landkreis, die große Angst davor haben, dass »es« an die Öffentlichkeit kommt. »Ein Bekannter hat mir gesagt, wenn seine Familie das wüsste, würde man ihn wie eine Sau durch das Dorf treiben.«

Outing schwierig Marius ist schon davon überzeugt, dass es im südlichen Landkreis und vor allem in Stadtnähe Kronach leichter ist, sich zu outen als im oberen Frankenwald. Woran genau das liegt, weiß er nicht, seine Gespräche mit anderen Homosexuellen lassen aber den Schluss zu. »Es ist ja auch so, dass es im Landkreis eigentlich nur in der Stadt Kronach eine Art Szene gibt oder sagen wir besser eine LoKRONICHER. | Ausgabe September 2012


Gesellschaft cation, wo sich Homosexuelle bevorzugt treffen. »Das weiß man eigentlich, dass das im Café Mephistro ist, somit ist es auch kein Geheimnis.« Marius hat kein Problem damit, wenn andere Leute wissen, dass er schwul ist. Aber auch für ihn ist das Thema noch längst nicht so akzeptiert in der Gesellschaft, dass er auch komplett öffentlich damit umgehen möchte. Er arbeite bei einem kirchlichen Arbeitgeber und ganz ehrlich gesagt, wisse er nicht, wie man da reagieren würde, wenn er mit richtigem Namen und Foto abgelichtet wäre. »Es gab schon Fälle - gerade in Bayern -, dass Homosexuelle nach ihrem Outing den Job verloren haben.« Und auch Marius musste schon einen Fall von Diskriminierung erleben. »Es ging um einen Kreditantrag bei einer Bank. Der Kundenberater wollte irgendwann auch wissen, wann ich denn plane zu heiraten. Als ich ihm dann sagte, dass das in meinem Leben

nicht vorgesehen sei, gab er mir den unmissverständlichen Rat, mir doch erst einmal eine Frau zu suchen und Kinder in die Welt zu setzen. Dann könne man weiterschauen.« Die Bank hat sich auf Marius’ Beschwerde hin nachdrücklich entschuldigt.

Aufmerksamkeit sch�rfen Er hätte für die Zukunft einen Wunsch: Das Thema Homosexualität, gerade bei den Schwulen, hat zwar in der öffentlichen Diskussion immer mehr Resonanz erfahren und das sei auch grundsätzlich gut so. Allerdings sei gerade in der Schwulenszene, die sich doch stark durch den Fokus auf Sex mit möglichst vielen wechselnden Partnern definiere, das Thema AIDS seit geraumer Zeit bedrohlich in den Hintergrund gerückt. »Da müssen unbedingt wieder Werbekampagnen gemacht werden. Da herrschen wirklich gefährliche Zustände und gerade Männer, die hier ihre ersten

Erfahrungen machen wollen, könnten ihr blaues Wunder erleben.« Seit einigen Wochen ist Marius in einer neuen Beziehung. Alle aus seinem Umfeld, die es wissen sollen und wissen wollen, wissen es. »Einladungen zu Festen oder Feiern gehen nie an mich alleine, es heißt dann ganz explizit, ob ich Stefan* auch mitbringe.« Und hier kommt Marius abschließend auf den für ihn sehr wichtigen Punkt, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften in der ländlichen Region gerade in Bayern zwar noch sehr mit Akzeptanz zu kämpfen haben, »aber wenn du von deinem Umfeld akzeptiert bist, geht es dir hier deutlich besser als in der Einsamkeit einer Großstadt, wo zwischenmenschliche Bindungen auch zu Heteros auf der Suche nach dem schnellen Sex nur selten eine Chance haben.« von Carlo Fehn

(*Name von der Redaktion geändert)

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ludWigsstadt

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www.ludwigsstadt.de

Nicht fränkisch, nicht bayrisch, ...

... LUDWIGSSTADT EBEN!

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ie Stadt Ludwigsstadt liegt im Tal der Loquitz, einem linken Nebenfluß der Saale. Ihre südliche Gemarkungsgrenze überspringt teilweise den Kamm des Gebirges, der hier die Wasserscheide zwischen Main/Rhein und Saale/ Elbe bildet. Geographisch liegt die

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Großgemeinde Ludwigsstadt im Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge, touristisch im Naturpark Frankenwald in einer Höhenlage von 350m (Falkenstein) bis ca. 730m (bei Lauenhain). Ludwigsstadt wurde erstmals am 24. Juni 1269 urkundlich als »Lude-

wichsdorf« erwähnt. Die in lateinischer Sprache verfasste Urkunde belegt unter anderem auch, dass ein Vogt »Ludwig, Vogt von Ludewichsdorf« seinen Sitz hier hatte. Historiker vermuten, dass der Ort seinen Namen eben diesem Vogt »Ludwig« verdankt; sicher ist dies

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aber nicht. Die Gründung der heutigen Stadt Ludwigsstadt und ihrer Ortsteile Ebersdorf, Lauenstein, Lauenhain, Ottendorf und Steinbach an der Haide fällt in die Zeit des ausgehenden 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts. Inklusive aller Orts­teile hat Ludwigsstadt heute ca. 3.500 Einwohner. Ludwigsstadt und seine Ortsteile werden von einem dichten Netz an markierten Wanderwegen umspannt. Neben dem bedeutenden Rennsteig, der das Ludwigsstädter Gebiet durchquert, sind noch einige Rundwanderwege und der Schieferlehrpfad erwähnenswert. Wintersportfreunde kommen in Ludwigsstadt voll auf ihre Kosten. Im Skigebiet von Ludwigsstadt werden mit zwei Schleppliften mit Schlepplängen von 650 und 860 Metern Abfahrten von insgesamt 5 Kilometern Länge erschlossen. Die längste Abfahrt misst 1,2 Kilometer. Im Wintersportgebiet Lauenhain, das für Anfänger besonders gut geeignet ist, befördert ein 300 Meter langer Schlepplift die Skifahrer den Berg hoch. Historie: Eisenbahnunglück Der Bau der Eisenbahnbrücke begann im Jahre 1883 und zog sich bis zum Frühsommer 1885 hin. Das Bauwerk ist insgesamt 200 Meter lang, wobei auf die drei Teile der eisernen Kastenkonstruktion 96 Meter entfallen. Die größte Höhe beträgt 26 Meter. Die Brücke wurde für den doppelgleisigen Verkehr ausgebaut, jedoch verlegte man vorerst nur ein Gleis. Der Einbau des zweiten Glei­ses erfolgte bis zum 22. November 1890. Die Aufnahme des durchgehenden Verkehrs erfolgte am 1. Oktober 1885. Die GesamtKRONICHER. | Ausgabe September 2012

Ludwigsstadt baukosten der Tr o g e n b a c h brücke schlugen mit 309 000 Mark zu Buche (Stand 1885). Von Anfang 1923 bis zum 12. Mai 1924 fanden wiederum Brücken­ arbeiten statt. Man tauschte die drei Teile der eisernen Kastenkonstruktion gegen sogenannte Fischb a u c h t rä g e r aus. Während dieser Umbauarbeiten war nur ein eingleisiger Verkehr möglich. Dabei kam es am 18. Februar 1924 zu einem schwe­ ren Unglück. Wegen eines t e c h n i ­s c h e n Defektes an der Luftdruckbremse fuhr ein Eilgü­terzug zu schnell­ in die vor der Brücke befindliche Bauwei­che ein. Von dem aus insgesamt 27 Wagen bestehenden Zug stürzten 21 davon zusammen mit der Lokomotive von der Brücke und fingen Feuer. Der Lokführer und ein Fahrgast im Packwagen kamen ums Leben.

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Texte und Fotos: Stadt Ludwigsstadt / www.rennsteigregion-im-frankenwald.de

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Burg Lauenstein Von Geistern und Versuchungen

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anz im Norden unseres Landkreises, eingebettet in die tiefen Wälder des Frankenwaldes und des Thüringer Waldes, thront ein wahres Märchenschloss - Burg Lauenstein. Es wird angenommen, dass die ältesten Bausubstanzen auf das 12. Jahrhundert zurück gehen, als die Herren von Könitz hoch über dem Loquitztal diese Höhenburg errichteten. Das Geschlecht der Grafen von Orlamünde war, vom 13. bis weit in das 15. Jahrhundert hinein, im Besitz von Burg und Herrschaft Lauenstein. Unter den zahlreichen Legenden, die sich um die Burg ranken, ist die der Katharina von Orlamünde wohl die bekannteste. Sie tötete der Sage nach ihre eigenen Kinder und ihr Geist soll deshalb noch heute keine Ruhe finden und als »Weiße Frau« durch die Gänge und Gewölbe der Burg ziehen. Die Anlage ist seit 1962 im Besitz des Freistaates Bayern und heute ein Museum mit über 20 Schauräumen, die im Rahmen einer Führung - bei welcher die Geschichte der »Weißen Frau« natürlich nicht fehlen darf - besichtigt werden können. Die gut erhaltene Einrich18

tung mit Kachelöfen, Decken- und Wandmalereien sowie Gemälden, vermitteln ein Bild des mittelalterlichen Burglebens. Hinzu kommen Spezialsammlungen von Lampen, Schlössern oder Musikinstrumenten. Mancher Gast will die traurig seufzende Katharina bei diesen Führungen schon erblickt haben. Süsse Versuchung inen Schauer der Verzückung kann man indes bei den köstlichen Versuchungen der regionalen Pralinenkreationen erleben. Wer indes für Gruselgeschichten und Süßigkeiten weniger übrig hat, kann weitere Sehenswürdig-

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keiten in und um Ludwigsstadt entdecken - beispielsweise das Schiefermuseum. Es wurde 1981 in der ehemaligen Dorfschule von Steinbach an der Haide gegründet. Seit 1993 stehen seine Türen in Ludwigsstadt in einem ehemaligen Fabrikgebäude für Interessierte offen. Das »Schiefermuseum - Das Museum zum Anfassen« befasst sich mit Themen wie der Geologie im Raum Ludwigsstadt und dem angrenzenden Thüringen, der Arbeit im Schieferbruch und in den Spalthütten, der Schiefertafel- und Schiefergriffelherstellung oder dem Schieferdeckhandwerk.

Sehenswert und sagenumwoben: Burg Lauenstein KRONICHER. | Ausgabe September 2012


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ereits dreimal war Steinbach an der Haide im Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« auf Bundesebene erfolgreich. Seit dem Gewinn der Silbermedaille 2010 ist der Ort gar der erfolgreichste in diesem Wettbewerb. Steinbach an der Haide erhält durch den Pflanzgarten in der Mitte des Dorfes seine besondere Prägung. Der große Garten auf dem »Anger« wurde bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Früher wie heute, besitzt nahezu jede Familie des Dorfes eine Parzelle in der Anlage und so hegt und pflegt der ganze Ort dieses Schmuckstück neben der evangelischen Pfarrkirche St. Elisabeth. Diese wurde vermutlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und beherbergt ein kunsthistorisches Kleinod. Bei Renovierungsarbeiten wurden spätmittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit um 1450 gefunden und freigelegt. Sie zeigen neben einer Abbildung der damaligen Burg Lauenstein auch biblische Szenen und Erzbischof Anno von Köln, den Gründer des Klosters Saalfeld.

Steinbach an der Haide

Die Weisse Frau �on Orlamünde ie Legende der »Weißen Frau« wird in zahlreichen Versionen erzählt, der Kern der Geschichte ist aber in allen Ausführungen ähnlich. Eine dieser Geschichten soll hier erzählt werden - ob man sie glaubt oder nicht, sei jedem

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ludWigsstadt selbst überlassen. Katharina von Orlamünde verlebte im 15. Jahrhundert ihre Jugend auf Burg Lauenstein. Wie es damals üblich war, heiratete sie sehr jung und zog zu ihrem Gatten, dem Grafen Otto von Orlamünde, auf die Plassenburg nach Kulmbach. Sie schenkte ihm bald zwei Kinder. Doch ihr Glück war nur von kurzer Dauer und der Graf fiel auf dem Schlachtfeld. Nach der Zeit der Trauer verliebte sie sich leidenschaftlich in Albrecht von Nürnberg, der auch »Albert der Schöne« genannt wurde und ein Abkömmling derer von Hohenzollern war. Doch es wollte so recht keine Beziehung daraus werden und er ließ ihr übermitteln, dass »zwei Augenpaare« zwischen der Verbindung stünden. Nicht ahnend, dass er damit seine Eltern meinte, bezog sie die Aussage auf ihre beiden Kinder und so entstand eine der bekanntesten Spukgeschichten. In der Nacht schlich sie sich an die Betten ihrer Kinder und tötete sie mit einer goldenen Nadel, welche sie ihnen in die Schläfen stach. Es sollte so aussehen, als seien die Beiden an einer Krankheit gestorben. Der hinterhältige Doppelmord kam dennoch ans Licht und die Ehe mit Albert nicht zu Stande. Katharina selbst konnte der

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Todesstrafe entrinnen, indem sie nach Rom pilgerte und zur Absolution ein Kloster in der Nähe von Nürnberg gründen musste. Dieses sollte Himmelsthron heißen und sie sollte den Rest ihres Lebens dort verbringen. Vor ihrem Tod im Kloster verfluchte sie noch die Hohenzollern und kündigte an, durch ihr Erscheinen dem Adelsgeschlecht Unheil anzuzeigen. Erstmals erschien sie im Jahre 1486 auf der Plassenburg. In der Heidecksburg in Thüringen soll sie dem Prinzen Louis Ferdinand von Preußen, auch er ein Hohenzoller, erschienen sein, wie sein Adjutant Karl von Nostitz-Jänkendorf berichtet. Am nächsten Tag, dem 10. Oktober 1806, fiel der Prinz bei Saalfeld im Gefecht. Text: Björn Stumpf Fotos: Carlo Fehn, Stadt Ludwigsstadt

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600 Jahre Ebersdorf as Angerdorf Ebersdorf im Tal der Taugwitz liegt an der Thüringisch-fränkischen Schieferstraße. Das Ortsbild wird auch heute noch von einer außergewöhnlichen Vielfalt handwerklich und kulturhistorisch interes­santer Schieferfassaden geprägt. Ebersdorf wurde erstmals in einer Urkunde des Grafen Sigmund von Orlamünde im Jahre 1412 erwähnt. In älterer Literatur wird ein 1222 erwähntes »Ebersbach« mit Ebersdorf in Verbindung gebracht. Die­ses »Ebersbach« hat mit Ebersdorf nichts zu tun. Es handelt sich dabei um eine bei Steinbach am Wald gelegene Wüstung. Ebersdorf gehörte ursprünglich zum Sprengel der Pfarrei Ludwigsstadt. 1548 wurde es von Christoph von Thüna aus diesem Pfarrverband herausgelöst und als »Filialdorf« zur Pfarrei Lauenstein geschlagen, bei der es bis 1868 blieb. Ab diesem Jahr war Ebersdorf selbstständiges Vikariat bis es 1909 zur Pfarrei erhoben wurde. Vom 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts spielte die Schiefergewinnung und Verarbeitung in Ebersdorf eine große Rolle. Nach Lauenstein und Ludwigsstadt war es im 19. Jahrhundert einer der großen Tafelmacherorte. Die Produktion von technischen Schiefern (Elektroschiefer) wurde bis 1945 betrieben. Schiefergriffel wurden noch bis in die Mitte der 1950er Jahre herge­ stellt.

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+++ 600 Jahre Ebersdorf vom 5. bis 7. Oktober 2012 in der Kulturhalle Ebersdorf +++

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ie Itting Elektro GmbH ist seit Ende Juni 2012 neuer Stützpunktpartner von E.ON Bayern Vertrieb in Ludwigsstadt. Der alteingesessene Handwerksbetrieb übernimmt damit einen Teil der Vor-Ort-Serviceleistungen des bayerischen Energie­ versorgers. »Wir freuen uns, mit Itting Elektro ein erfahrenes Unternehmen hier in Ludwigsstadt als Partner gewonnen zu haben«, sagte Georg Hastrei­ ter, Bereichsleiter der E.ON Bayern Vertrieb GmbH, beim offiziellen Start der neuen Kooperation. »In Form dieser Zusammenarbeit wollen wir noch näher bei unseren Kunden sein. Mit Itting Elektro haben wir ab sofort einen kompetenten Ansprechpartnern vor Ort, der alle Fragen rund um das Thema Energie und zu unseren Leistungen beantworten kann.« Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8:30 Uhr bis 12 Uhr und 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr, mitt­ wochs und samstags von 8:30 Uhr bis 12 Uhr gibt Itting Elektro Auskunft über die Produkte von E.ON Bayern Vertrieb, informiert über aktuelle Bonus- und Förderprogramme, nimmt Lieferaufträge für Strom 20

sowie Umzugsmeldungen entgegen. Zudem steht Itting Elektro als Stützpunktpartner der E.ON Bayern Vertrieb bei Rechnungsfragen zur Seite und infor­ miert über Sonderaktionen des Energieversorgers. Alfred Donner, Geschäftsführer der Itting Elektro GmbH erklärte: »Das Kooperationsangebot haben wir gerne angenommen, weil wir damit das Serviceanebot für unsere Kunden erweitern können.«

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Startschuss ist erfolgt! Seit dem 3. September besuchen 23 junge Schülerinnen und Schüler die neue FOS am Rennsteig in Ludwigsstadt. In kurzer Zeit hat ein engagiertes Projektteam aus Politik und Wirtschaft eine Einrichtung geschaffen, in der junge potenzielle Fachkräfte aus der Region eine Chance zur qualifizierten Ausbildung bekommen.

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ädchen und Jungen stehen vor dem Gebäude der Grundschule in Ludwigsstadt und warten auf Einlass - und das Anfang September. Ein klarer Fall von »Schulbeginn«. Denkste! Die Jugendlichen, die am 3. September dort warteten, hatten zwar auch ihren ersten Schultag, allerdings waren sie die neuen »Erstklässler« der FOS am Rennsteig, die nun an den Start gegangen ist. Es war und ist ein ehrgeiziges und vor allem sehr wichtiges Projekt mit Vorzeigecharakter. Die Anstrengungen, die Vertreter aus Wirtschaft und Politik in organisatorischer und finanzieller Hinsicht bisher gestemmt haben, sollen sich nun im Alltag bewähren und den gesetzten Zielen dienen. »Dass wir nun mit 23 hoch motivierten Schülerinnen und Schülern und dem erfolgreichen Genehmigungsverfahren durch das Kultusministerium die FOS am Rennsteig auf den Weg bringen, ist das erste Ergebnis einer wirklich tollen Leistung einer sehr engagierten Projektgruppe. Das ist eine einzigartige Chance für die Region am Rennsteig und wir hoffen nun natürlich, dass unsere Schüler diese Chance auch beim Schopfe packen«, zeigt sich Timo Ehrhardt erleichtert und optimistisch zugleich. Der Ludwigsstädter Bürgermeister weiß, dass aller Anfang schwer sein

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Die bei zahlreichen Informationsveranstaltungen zu Jahresbeginn verbreitete Zuversicht war berechtigt. Von links: Projektleiter Timo Ehrhardt, Wolfgang Letsch (stv. Schulleiter der Saalfelder Sabel-Schule), Elke Zipfel (Personalleiterin Heinz Glas), Wolf-Dietrich Pfaelzer (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sabel München), Dr. Thomas Kneitz (Hauptabteilungsleiter Personal und IT Heinz Holding GmbH), Michael Wilde (Geschäftsführer Sabel Saalfeld)

kann und dass hier und da noch ein bisschen was getan werden muss, allerdings sagt er auch: »Die Rahmenbedingungen sind geschaffen, jetzt heißt es, das Beste daraus zu machen. Für die Schüler bedeutet das, auch mit ihrem Feedback noch vorhandene Schwachstellen aufzudecken und auszumerzen, in erster Linie aber mit ihrem Ehrgeiz und guten Abschlüssen dafür zu sorgen, dass die FOS am Rennsteig nicht nur ein ehrgeiziges Projekt gewesen sein soll, sondern dass sich die Institution langfristig etabliert. Je erfolgreicher die Schüler, desto erfolgreicher wird also die Fachoberschule.

von Carlo Fehn

www.fos-ar.de

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Vorhang auf!

Shakespeare-Spiele Ludwigsstadt 2012

Nach dem überwältigenden Erfolg im vergangenen Jahr, »besucht« William Shakespeare nun schon wieder die kleinste Festspielstadt der Welt.

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ie größten Stücke der Weltliteratur in einer der kleinsten Städte der Welt! Shakespeare und Ludwigsstadt - zwei, die nun wirklich überhaupt nichts miteinander zu tun haben, stehen Seite an Seite im Kampf zur Erhaltung des Ludschter Dialekts. Da Shakespeare aber dummerweise schon seit mehreren Jahrhunderten tot ist, kann er leider nicht persönlich nach Ludwigsstadt kommen, deshalb überlässt er Daniel Leistner, dem Intendanten der Faust-Festspiele Kronach, die Inszenierungen seiner Meisterwerke. Heuer finden die Shakespeare-Spiele bereits zum zweiten Mal statt. Nach der überwältigenden Akzeptanz und dem durchweg positiven Feedback für die »Zwaa Bärschle von Verona«, fiebern alle schon wieder der neuen Festspiel-Saison entgegen. Vom 27. September an wird dann insgesamt neun Mal »’s Unwaddar« oder wie Shakespeare es formuliert hätte: »Der Sturm« über »Ludscht« hinwegfegen. Ohne

Schauspieler der ersten Shakespeare-Spiele in Ludwigsstadt 2011 22

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Ludwigsstadt

bereits zuviel zu wissen, darf man sicherlich wieder mit mehr als unterhaltsamen Darbietungen rechnen. Eine der Laienschauspielerinnen, die bereits im Premierenjahr dabei war, ist Manja Hünlein, die gleich­ zeitig auch die Ludwigsstädter Touristinformation leitet. KRONICHER. hat sie in der heißen Phase der Vorbereitung befragt. Frau Hünlein, seit wann laufen denn die Vorbereitungen auf »‘s Unwaddar«? Manja Hünlein: Anfang des Jahres haben wir die Texte bekommen, die es natürlich bis zum Beginn der Proben zu beherrschen gilt. Hier wird auch festgelegt, wer welche Rolle übernimmt. Die Proben selbst beginnen dann immer am ersten Septemberwochenende. Wir treffen uns dann jede Woche Frei­ tag bis Sonntag. Wie viele Akteure werden in diesem Jahr dabei sein? Manja Hünlein: Mit Daniel Leistner haben wir 13 Sprechrollen und sechs oder sieben Statisten. Im letzten jahr hatten wir ein paar Sprechrollen mehr, KRONICHER. | Ausgabe September 2012

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das hat aber weniger mit fehlendem Interesse zu tun. Der eine oder andere hat auch noch Verpflichtungen in anderen Vereine und wollte deswegen mal eine Pause. Zwei Schauspieler sind neu. Wie kamen Sie zum Ensemble dazu? Manja Hünlein: Mich hat die Idee von Daniel Leistner mit dem Dialekttheater sehr begeistert. Ich war sehr gespannt, wie sich das auf der Bühne würde umsetzen lassen. Einen gewissen Hang, mal was mit Schauspielerei zu machen, habe ich darüberhinaus auch. Das erste Jahr Shakespeare in Ludwigsstadt hat die Messlatte schon ein bisschen hoch gelegt. Was darf man dieses Jahr erwarten? Manja Hünlein: Auf jeden Fall wieder ein sehr amüsantes, spannendes und interessantes Stück, über das ich im Vorfeld natürlich noch nicht so viel erzählen möchte. Man merkt auch schon wieder, dass die Leute nun langsam darauf warten, dass es losgeht. Texte: Carlo Fehn / www.shakespeare-spiele-ludwigsstadt.de

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Shakespeare-Spiele Ludwigsstadt 2012

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Sport

EIN KRONACHER GEHT AUF REISEN

Vor zehn Jahren stand da in Kronacher Poesiealben: »Es war schon immer mein Traum, Fußballprofi zu werden.« Heute ist Nico Karger, 19-jähriger gebürtiger Kronacher, seinem Ziel sehr nahe: Er läuft bereits bei der U21 des Zweitligisten TSV 1860 München auf und ist bei seinen »Löwen« eine feste Kraft. KRONICHER. traf ihn zum Gespräch.

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err Karger, bei einem Traditionsverein wie dem TSV 1860 München Fußball zu spielen, ist sicherlich ein Traum für viele junge Kicker. Wie verlief der Weg bei Ihnen? Nico Karger: Ich habe mit vier Jahren beim FC Kronach 08 das Fußballspielen begonnen. Zehn Jahre habe ich dort gespielt. Dann kam das Angebot von der Spielvereinigung Bayreuth. Dort spielte ich zwei erfolgreiche Jahre und daraufhin kam der TSV 1860 München auf mich zu. Ich absolvierte zwei Probetrainingseinheiten und danach war alles perfekt. Mittlerweile ist das mein viertes Jahr in München. 24

Wie war das, von Kronach weggehen zu müssen? Nico Karger: Seitdem ich in München bin, habe ich gemerkt, was wirklich wahre Freunde sind. Ich hatte sehr gute Freunde, die das Hobby im selben Verein mit mir teilten, aber mit dem Wechsel sind einige nicht klar gekommen. Ich glaube, jeder hatte das große Ziel, mal bei einem Bundesligaclub spielen zu können. Eifersucht spielte eine große Rolle. Mittlerweile habe ich aber gemerkt, wer meine echten Freunde sind und ich bin froh, dass das so ist. Meine Eltern und meine Schwester, die beim Verein arbeitet, sind ja auch in München.

Foto: TSV 1860 München

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Es ist schön, meine Schwester häufig am Trainingsgelände zu treffen. Ab und an reden wir über viele Dinge. Fußball, Kronach und Freunde sind oft Gesprächsthemen. Was gefällt Ihnen besonders gut in München? Nico Karger: Vor allem das Wetter gefällt mir hier besonders gut. In Kronach ist es oft schlechter als hier in München. Die Stadt hat natürlich auch mehr zu bieten als in der Heimat. Wir alle haben uns gut eingelebt und meine Eltern wohnen auch schon zwei Jahre hier. Trotzdem fahren wir bei fast jeder Gelegenheit wieder zurück in die Heimat, um Familie, meine Freundin und Freunde wieder zu sehen. Haben Sie eigentlich ein Fußballidol? Nico Karger: Als kleiner Junge bewunderte ich immer wieder die Schusstechnik von David Beckham. Auch heute ist das noch so. In vielen­ Trainingseinheiten versuche ich, genau die Freistöße zu schießen, die er auch immer schießt. Wie wurden Sie in München aufgenommen? Nico Karger: Anfangs war es sehr schwierig im Jugendinternat. Die Spieler, die schon eine längere Zeit dort lebten, haben einen nicht gleich­ freundlich angenommen. Damit hatte ich noch meine Probleme. In den Trainingseinheiten musste ich beweisen, was ich drauf habe.

War es schon von klein auf Ihr Wunsch,­Fußball-Profi zu werden? Nico Karger: Schon als kleiner Junge war es immer mein Traum. In diesen Poesiealben, die viele in der Grundschule hatten, habe ich bereits den Traum, einmal Fußballer zu werden, geäußert. Eine andere Richtung wollte ich nie einschlagen.

Wie ist es, zu den heranwachsenden Profis zu gehören? Nico Karger: In Kronach habe ich viele Skeptiker, die teilweise nur darauf warten, dass ich versage und es möglicherweise nicht schaffe. Umso mehr bin ich stolz darauf, dass ich es bis hierhin aus eigener Kraft geschafft habe und nie aufgegeben habe. Unterstützung bekomme ich von meiner Familie, die versucht, jedes Spiel, ob Heim- oder Auswärtsspiel, live mit anschauen zu können.

Gibt es Mannchaften, gegen die Sie im weiteren Verlauf Ihrer Karriere auf jeden Fall gerne einmal spielen möchten? Nico Karger: Wunschgegner gibt es viele, das kann ich nicht genau sagen. Eine Challenge beispielsweise gegen Real Madrid, Barcelona oder auch LA Galaxy würde eine Herausforderung darstellen. Tore versuche ich bei jedem Spiel zu machen, zum einen um einen Sieg zu erreichen und zum anderen weil es ein unbeschreibliches

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Gefühl ist. Wo sehen Sie sich in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren? Nico Karger: In zehn Jahren hoffe ich, dass ich es nach ganz Oben geschafft habe. In zwanzig Jahren, wenn die Profikarriere sich dem Ende neigt, will ich wieder bei meinem ersten Verein, dem FC Kronach 08 spielen. Natürlich will ich eine eigene Familie gegründet haben, vielleicht zwei Kinder und ein eigenes Haus haben. In dreißig Jahren - soweit denke ich noch nicht in die Zukunft. Erst einmal lebe ich im Hier und Jetzt und versuche meinen Weg zu gehen. Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Katja Endres

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Vereine

Hightech im Visier

Der neue, elektronische Luftgewehrschießstand mit zehn Ständen.

Mit einer aufwendigen Moder nisierungsmaßnahme möchte der KleinkaliberSchützenverein Förtschendorf seine Attraktivität für bestehende und potenzielle Mitglieder weiter steigern.

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Infos zum KK-Schützenverein Förtschendorf und zur Mitgliedschaft unter: kksv.foertschendorf@vr-web.de

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ie Geschichte des KleinkaliberSchützenvereins Förtschendorf beginnt am 7.Februar 1903, als im Ort ein »Zimmerstutzenverein« gegründet wird. Der Verein errichtete im Jahre 1975 ein neues Schützenhaus mit zehn Luftgewehrschießständen, die der damaligen Zeit entsprachen. 1982 wurde die Schießanlage um vier Kleinkaliberstände 50 Meter und 1991 um zehn Pistolenstände 25 Meter erweitert. 2008 wurden die vier Kleinkaliberstände umgebaut und auf computergestützte Trefferanzeige optimiert. Der Kleinkaliber-Schützenverein e.V. 1903 Förtschendorf ist der einzige Verein im Kreis Kronach, auf dessen Schießanlage alle vom Deutschen Schützenbund zugelassenen Kaliber geschossen werden dürfen. Aufgrund der in den letzten Jahrzehnten erbrachten Leistungen der Schützen des Vereins wurde im Jahre 2004 die höchste Auszeichnung, die ein Verein in der BundesrepuKRONICHER. | Ausgabe September 2012


Vereine ANZEIGE

blik Deutschland erhalten kann - die »Sportplakette des Bundespräsidenten« - verliehen. Die Leistungsdichte im Verein ist sehr hoch. Dies zeigt sich bei den diversen Meisterschaften. Jährlich erreichen die Jugend- und Seniorenschützen durch ihre Teilnahme an den Gau-, Bezirks-, Bayerischen- und Deutschen Meisterschaften ihre Erfolge. Die Standards für ein erfolgreiches Leistungsschießen, sowohl im Bezirk als auch bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften werden immer höher. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde ein elektronischer Luftgewehrschießstand mit zehn Ständen errichtet. Ein elektronischer Schießstand besteht aus einem Messrahmen und PC mit Monitor. Der Messrahmen umgibt das Zielbild. PC und Monitor bilden das Informationszentrum beim Schützen. Geschossen wird auf eine weiße Abdeckung mit einem Loch in der Mitte, das dem Schützen als schwarze Zielscheibe erscheint. Das Messsystem vermisst die Schüsse mit unerreichter Präzision. Die Schüsse werden von zwei Highspeed-Optiken erkannt und erfasst. Ihre Feuertaufe hat die Anlage zum Schützenfest mit Bravur bestanden. Alle Schützen wa-

ren davon begeistert. Sie ist eine der modernsten in ganz Oberfranken. Jährlich führt der Verein feste Schießveranstaltungen im Schützenhaus durch. An Hl. Dreikönig das Dreikönigsschießen für Vereine, Verbände und Privatpersonen. Am letzten Wochenende im Juni findet das traditionelle Schützenfest statt, am dritten Septemberwochenende das Bartlschießen zur Kirchweih für jedermann. Für die Personen, die in den Monaten September und Oktober in den Verein eintreten, entfällt die Aufnahmegebühr. Schüler und Jugendliche, die sich dem Verein anschließen, brauchen im Jahr 2012 keinen Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Der KK-Schützenverein e.V. 1903 Förtschendorf hat zurzeit 279 Mitglieder und aus dem Verein sind bereits mehrmals Gau-, Bezirks-, Bayerische- und Norddeutsche Meister hervorgegangen. Schatzmeister und Schütze Norbert Jungkunz hat sich auch in diesem Jahr wieder als einziger Schütze aus dem Landkreis Kronach in der Disziplin »Luftgewehr Auflage A m« für die Deutsche Meisterschaft in Dortmund am 21.10.2012 qualifiziert. von Carlo Fehn

Die Deutsche Meisterschaft fest im Blick: Schatzmeister Norbert Jungkunz KRONICHER. | Ausgabe September 2012

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Aus den Gemeinden

Küpser Schlösser-Kultur

Das »Obere Schloss« - Haus Schemenau

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ieser schlossähnliche, hochgieb­ lige Herrensitz wurde zwi­schen dem 14. und 15. Jahrhundert von einem der zahlreichen kirchlichen Würdenträger der Familie von Red­ witz erbaut. Darauf weisen die ehe­

malige Schlosskapelle im Erd­geschoss und ein in die Wand eingelas­senes Bild hin, das einen Domherren darstellt. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Schloss erheblich beschädigt, die Besitzer waren damals die Domher­

ren Ernst und Wolf von Redwitz. Um 1540 soll sich Fürstbischof Weigand von Redwitz dort aufgehalten haben. Anfang des 17. Jahrhunderts erhielt das Schloss sein heutiges Ausseh­ en mit dem schönen Fachwerk. Es zeigt allerlei seltene Schnitzereien und besondere Sehenswürdigkeiten und hier vor allem das in Sandstein gehauene Renaissance-Portal. Der Wohnhausanbau an der nördlichen Giebelseite wurde um 1720 gemacht. Anfang des 18. Jahrhunderts begann der Verkauf des Schlosses und nach mehrmaligem Besitzerwechsel wurde es dann um 1885 von der Firma Ga­ gel und Schemenau erworben, die einen Korbwarenhandel betrieb. Vor einigen Wochen verstarb mit Rolf Schemenau der letzte Besitzer dieses stattlichen Gebäudes, das mit den kirchlichen Würdenträgern der Fami­ lien von Redwitz und in der Küpser Geschichte über Jahrhunderte hin­ weg eine bedeutende Rolle gespielt hat. Dieses Haus der Geschichte ist für die Marktgemeinde Küps ein symbolisches Wahrzeichen und sollte für die Zukunft gepflegt und erhalten werden. Text: Helmut Kirsch

Das nächste KRONICHER. Magazin gibt es ab 10./11. Oktober in Ihrer Vertriebsstelle. 28

KRONICHER. | Ausgabe September 2012


Mein Rezept für den Landkreis

Thunfisch-Spaghetti �on Georg Sesselmann ��� S��������

Sie hier? Ganz einfach! Schicken Sie uns Ihren RezeptTipp an: redaktion@kronicher.de Betreff: Mein Rezept Ein aktuelles Foto (Auflösung 300 dpi) sollte ebenfalls dabei sein.

Zutaten (4 Personen): •

500g Spaghetti

2 rote Paprikaschoten

2 Dosen Thunfisch

2-3 Zehen Knoblauch

Salz, Pfeffer, Öl

evtl. Peperoni

Parmesan

zugeben und das Ganze vermi-

Es ist ein schnelles und preis-

schen. Mit den gekochten Spa-

wertes Gericht, das jedem

ghettis vermischen.

schmeckt.

Kurz ziehen lassen und mit Par-

Guten Appetit!

mesan servieren.

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Zubereitung: Spaghetti kochen. Knoblauch gewürfelt anrösten. Thunfisch

gewürfelte Paprika und Peperoni untermischen. Salz und Pfeffer

Ausschneiden und sammeln!

in heißem Öl mit andünsten,

KRONICHER. | Ausgabe September 2012

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Das allerletzte Interview

Mal ehrlich, Herr Daum! Josef Daum (CSU) ist seit 1996 Bürgermeister der Gemeinde Nordhalben. Der 62-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Vor seiner Amtszeit war er Geschäftsleitender Beamter.

Was steht auf Ihrem Frühstückstisch? Nichts. Ein Tag beginnt für Sie richtig gut, wenn... ...die Sonne scheint. Wann waren Sie das letzte Mal im Kino? Vor ca. zehn bis 15 Jahren. Welcher Film? Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Welches politische Projekt möchten Sie umgesetzt wissen? Chancengleichheit der Kommunen in Bayern. Ihre Lieblingsfarbe? Blau. Die beeindruckendste Leistung, die ein Mensch vollbracht hat? Deren gibt es viele, eine der beeindruckendsten war für mich die erste Herztransplantation.

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Welchen Traum würden Sie sich gerne erfüllen? Das Neiddenken der Menschen untereinander zu minimieren. Wen würden Sie gerne einmal für einen ausführlichen Meinungsaustausch treffen und warum? Ich möchte noch einmal meinen vor fünf Jahren verstorbenen Sohn treffen, er hat uns so schnell verlassen und wir hätten uns noch so viel zu sagen. Wie würden Sie in einer Pilsbar in Hamburg einem Nordlicht die »Kronicher« beschreiben! Ein etwas rauhes, zunächst eher zurückhaltendes Individuum, dessen höchstes Kompliment ein »Es giet scho« ist.

ich mich jeden Morgen noch im Spiegel betrachten kann. Das letzte Buch, das Sie gelesen haben? »Deutschland schafft sich ab« von Sarrazin. Sie dürften einen Werbeprospekt für den Landkreis Kronach mitgestalten. Welcher Slogan würde die Titelseite zieren? Der Frankenwald: Hinkommen - Ankommen - Bleiben! Was wäre Ihre Henkersmahlzeit? Thüringer Klöße und Rouladen. Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Carlo Fehn ANZEIGE

Ein Grund, warum die Bürger Ihrer Gemeinde mit ihrem Bürgermeister zufrieden sind? Kann ich nicht beurteilen, nach 16 Jahren politischer Verantwortung bleibt es nicht aus, dass es auch andere gibt. Das Wichtigste für mich ist, meine Arbeit so zu gestalten, dass KRONICHER. | Ausgabe September 2012


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