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www.kronicher.de Ausgabe 08 Februar 2012

- Zum Mitnehmen -

Neuer FOkuS am Rennsteig Sport RVC Steinwiesen

Menschen & Geschichten Delphintherapie

Portr채t Uwe Herrmann


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Partner des Kronacher Landkreismagazins


Inhalt Titelthema FOS am Rennsteig: Chance für die Region und den Landkreis

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Porträt Uwe Herrmann: Aus einer Notlösung das Beste gemacht

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Menschen & Geschichten Delphintheraphie: Die Geschichte der Familie Zwosta Alle vier Jahre wieder: Geboren am 29. Februar

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Sport

Titelthema |6

Radball: RVC Steinwiesen Tanzen: Formationstänzerin Sabrina Kolb aus Seibelsdorf

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Aus den Gemeinden Urgestein im »Tettauer Winkel«: Seit fast 40 Jahren am Lift dabei

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Ratgeber Porträt |10

Menschen & Geschichten |14

Hochzeit Ausbildung & Beruf Schöner Wohnen

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Rubriken Schule & Bildung |16

Sport

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Aus den gemeinden |24

Editorial Termine: Fasching 2012 Bilderrätsel: Auf den zweiten Blick Daten & Fakten Mein Rezept für den Landkreis Das allerletze Interview

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IMPRESSUM KRONICHER. Das Magazin für den Landkreis Kronach

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Herausgeber: Verlag Carlo Fehn Rodacher Str. 26d 96317 Kronach

Telefon: 09261-9100148 Telefax: 09261-9100149 E-Mail: redaktion@kronicher.de Internet: www.kronicher.de Redaktion/Texte: Carlo Fehn (V.i.S.d.P.) Corinna Tübel Satz/ Layout: Carlo Fehn Anzeigen: Rainer Renk, Carlo Fehn Fotos: Carlo Fehn, fotolia.de, Dieter Zwosta, Heiner Jesse, Stadt Ludwigsstadt, Hans Franz Druck: Schneider Printmedien GmbH, Weidhausen Erscheinungsweise: Monatlich in ausgewählten Vertriebsstellen Druckauflage: 5.000 Stück

KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012

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Editorial Liebe Leserinnen und Leser, liebe »Kronicher«!

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m September die­ ses Jahres wird in Ludwigsstadt die Fach­oberschule kurz: FOS - am Rennsteig einer ­Gruppe von Schüle­ rinnen und Schülern erstmals die Möglichkeit bieten, die Fachhochschulreife an einer privaten Schule im Landkreis Kronach zu erlangen. Es ist ein wichtiges Projekt mit Signalwirkung - nicht nur für die Rennsteigregion. Zahlreiche Unterneh­men als Förderer dieses Vorhabens haben es sich zum Ziel gemacht, gemeinsam dem Fachkräftemangel der Zukunft mit einem ersten, wichtigen Schritt entgegenzutreten. Junge Menschen sollen nicht nur an die Region gebunden werden. Mit der FOS am

Rennsteig schafft man auch einen Anreiz, in die Region zu kommen. Es ist eine Floskel, wenn man tragi­ sche Ereignisse, von denen man erfährt, mit den Worten kommentiert: »Das kann uns morgen genau so passieren.« Täglich lesen wir von erschütternden Meldungen, die uns nahe gehen, obwohl wir die Betroffenen vielleicht gar nicht kennen. Familie Zwosta aus Reichenbach wurde im Jahr 2001 durch einen verheerenden Verkehrsunfall auseinander gerissen. Mit den Spätfolgen haben noch heute die beiden Töchter, besonders die 16jährige Maria zu kämpfen. Um sie auf dem mühsamen Weg zurück zu einem normalen Leben wieder ein bisschen weiterzubringen, machte die Familie im vergangenen Sommer eine Delphintherapie, die nicht nur bleibende Eindrücke hinterließ. Randsportarten - ein Begriff, der nicht besonders positiv klingt und in

erster Linie ausdrücken will, dass es sich um Sportarten handelt, die nicht so im Licht der Öffentlichkeit stehen wie andere. Dennoch ist gerade bei diesen Sportarten die Leidenschaft, mit der sie betrieben werden und die Identifikation mit dem, was man tut, oft höher als bei anderen Betätigungen. Nehmen wir zum Beipiel einmal Formationstanzen und Radball. KRONICHER. hat zwei Beispiele aus dem Landkresi unter die Lupe genommen. Ich wünsche Ihnen auch im neuen Jahr viel Spaß und gute Unterhaltung mit Ihrem Landkreismagazin. Mit besten Grüßen

Carlo Fehn

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Nachgefragt bei...

Dr. Thomas Kneitz Der 53-Jährige Dr. Thomas Kneitz ist seit Dezember 2011 Hauptabteilungsleiter Personal und IT bei der Heinz Holding GmbH und war bis November 2011 Geschäftsführer Vertrieb HeinzGlas GmbH. Er ist seit fast drei Jahren bei der Heinz-Gruppe beschäftigt. Bei der Umsetzung des Projekts »FOS am Rennsteig« ist er innerhalb des Verbundes der beteiligten Unternehmen schwerpunktmäßig für das Thema Vermarktung/Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Herr Dr. Kneitz, was war letztendlich die Initialzündung für das Projekt »FOS am Rennsteig«? Herr Carl­August Heinz und ein Kreis von Unternehmern aus der Region in Verbindung mit weiteren Beteiligten haben vor mehr als fünf Jahren diese Idee geboren. Sie ent­ stand aus der gespürten Vernachläs­ sigung des nördlichen Landkreises Kronach im Hinblick auf schulische und verkehrsmäßige Infrastruktur. Uns fehlen hier die weiterführen­ den Schulen, die wohnortnah liegen. Uns fehlen auch die leistungsfähigen Verkehrsanbindungen zu den heraus­ ragenden Unternehmen der Region. Die Heinz­Glas Gruppe ist seit kurzem Weltmarktführer in ihrer Branche, aber der Verkehrsweg nach Kleintet­ tau hat Regionalliganiveau.

zügig ihre Bereitschaft erklärt, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Den meisten war klar, dass langfristig ein Wettbewerb zwischen Standorten auch die Überlebenschancen des eigenen Unternehmens bestimmt. Wir müssen den nördlichen Land­ kreis Kronach und den südthüringi­ schen Raum in allen Belangen at­ traktiv machen, sonst sterben wir hier buchstäblich aus. Und wir wollen nicht ein Besucherpark für gestresste Großstädter werden. Kann diese erste FOS-Klasse - symbolisch und positiv interpretiert vom Schneeball zur Lawine werden?

Die FOS am Rennsteig gleicht zunächst einmal einen jahrzehntelan­ gen Standortnachteil aus. Von ihr geht aber ein symbolträchtiger Ruf aus, nämlich dass sich die Menschen in dieser Region nicht in ihr Schicksal fügen, sondern gegen die Vernachläs­ sigung in Infrastrukturfragen ­ Schule, Strasse, Schiene ­ kämpfen. Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die »FOS am Rennsteig«? Viele Schüler. Und jedes Jahr mehr. Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Carlo Fehn

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Alle stehen nun in den Startlöchern. Gibt es noch offene Baustellen? Offene Baustellen im Sinne un­ geklärter Fragen haben wir nicht mehr. Wir freuen uns darauf, dass es endlich losgeht.

»Höllische Tage«

Wie einfach oder schwierig war es, die beteiligten Unternehmen zu überzeugen? Die Unternehmen der Region haben

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Hauptkommissar Pytliks dritter Fall

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FOS am Rennsteig

Eine Chance für die Region und den Landkreis »Sie werden es in ganz Deutschland nicht erleben, dass eine Schule so eng mit den Unternehmen kooperiert«, sagt Wolf-Dietrich Pfälzer, Vorstandsvorsitzender von Sabel, dem Träger der neuen FOS am Rennsteig. Mit Beginn des Schuljahres 2012/13 startet in Ludwigsstadt die erste FOS-Klasse - eine Chance für die Region und den Landkreis. 6

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A

lparslan Günes ist ein Paradebeispiel dafür, wie die im September startende neue Fachoberschule am Rennsteig in Ludwigsstadt funktio­nieren kann. Er ist auch ein Beispiel dafür, wie sie verstanden und in Zukunft angenommen werden soll. Mit erfolgreichem Realschulab­schluss macht er zurzeit eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker Glastechnik bei seinem Arbeitgeber, Heinz Glas in Kleintettau. Nachdem ihn seine Personalleiterin,­ Elke Zipfel, auf die Möglichkeit der zweijährigen Ausbildung angesprochen hatte, sei er spontan von dem Gedanken begeistert gewesen. Außerdem kann er sich der Unterstützung der Firma auch nach erfolgreich absolviertem Fachabitur gewiss sein. »Meinen Arbeitgeber freut es, dass ich mich für die FOS am Rennsteig entschieden habe und er unterstützt mein Vorhaben. Ich kann meine Prak-

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tika und Ferienjobs in der Firma Heinz Glas machen und außerdem habe ich von meinem Arbeitgeber eine Zusage für ein duales Studium bekommen. Das duale Studium beginne ich nach erfolgreichem Abschluss an der FOS.« Das Beispiel Günes zeigt bereits einen ganz entscheidenden Kernpunkt des neuen Projekts in der Rennsteigregion: Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen, die, so wie sie für dieses Vorhaben geplant ist, deutschlandweit einzigartig ist. Das sagt zumindest Wolf-Dietrich Pfaelzer. Er ist Vorstandsvorsitzender der Sabelschule, die als Träger die theoretische Ausbildung sowohl im kaufmännischen als auch technischen­ Zweig durchführen wird. »Diese Bereitschaft, gemeinsam an der Zukunft­ für die Region zu arbeiten, hat mich sehr beeindruckt«, sagt der Münchner, der mit seinem Institut auch hervorragende Möglichkeiten für

die zukünftigen Schüler der FOS am Rennsteig bietet, wenn es um das Thema Auslandserfahrungen geht. Mit einem breiten internationa­len Netzwerk sei man sehr gut aufgestellt, so dass den Schülern hier auch exzellente Angebote für Austauschprogramme gemacht werden könnten. Die Rahmenbedingungen für die neue Schule, die - so ist die Planung und das Ziel - im September 2012 mit einer Schulklasse im Gebäude der Volksschule Ludwigsstadt untergebracht sein wird, passen also. 20 Schüler, so das Ziel der Projektgruppe, sollen mindestens an den Start gehen, wenn es dann 30 wären auch kein Problem. Zumindest keines, das dann an den Kosten scheitern sollte. Die Kalkulation für die ersten drei Jahre FOS am Rennsteig steht, auch die Kostendeckung sei soweit gegeben. Die insgesamt 800.000 Euro speisen sich zur Hälfte aus Spon7


Titelthema sorengeldern von Privatleuten und Unternehmen, 300.000 Euro kommen vom Landkreis Kronach, der Rest wird zur Hälfte durch das monatliche Schulgeld von 90 Euro sowie die Kommunen am Rennsteig gedeckt.Eine wichtige Hürde in diesem Punkt für die Zukunft ist, dass mindestens zwei Drittel des ersten Jahrgangs in zwei Jahren die Allgemeine Hochschulreife erreichen. Dann gibt es für das dritte Jahr bereits staatliche Zuschüsse. Dies bedingt natürlich auch, dass die private FOS sich bei den Prüfungen nicht nur an die staatlichen Anforderungen halten muss, sondern die Examen auch unter staatlicher Aufsicht durchgeführt werden müssen. Logisch und verständlich und auch dem Anspruch der Macher genügend. Timo Ehrhardt sagt entschlossen: »Wir wollen und werden unsere Schüler zum Erfolg führen.« Vor allem die Firmen Heinz Glas und Wiegand mit ihren Geschäftsführern haben sich im Partnerverbund der mittlerweile 20 Unternehmen aus der fränkisch-thüringischen Rennsteigregion initiativ hervorgetan. Dr. Thomas Kneitz, Hauptabteilungsleiter Personal und IT bei Heinz Glas macht deutlich, dass es sich hier nicht um ein Prestige-Projekt handelt, das sich ein einzelnes Unternehmen auf die Fahne schreiben will, sondern dass die Unternehmen der Region die Zeichen der Zeit erkannt haben und »gemeinsam den Kampf um qualifizierte Talente annehmen und diesen auch offensiv führen wollen.« Er hat in anderer Funktion bereits 1998 in Bremen eine Schule mitgegründet, in der man heute Abitur machen kann und sagt: »Es ist zu einem gewissen Maß auch der Abschied vom Glauben an die universelle Leistungsfähigkeit des staatlichen Schulsystems, auch in Bayern.« Stand Ende Januar hatten sich bereits zehn Schüler für die erste FOS-Klasse in Ludwigsstadt angemeldet. von Carlo Fehn

 Mehr Infos: www.fos-ar.de

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Blicken zuversichtlich dem neuen Projekt »FOS am Rennsteig« entgegen (von links): Projektleiter Timo Ehrhardt, Wolfgang Letsch (stv. Schulleiter der Saalfelder Sabel-Schule), Elke Zipfel (Personalleiterin Heinz Glas), Wolf-Dietrich Pfaelzer (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sabel München), Dr. Thomas Kneitz (Hauptabteilungsleiter Personal und IT Heinz Holding GmbH), Michael Wilde (Geschäftsführer Sabel Saalfeld)

Fragen zur neuen FOS am Rennsteig  Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler der fränkisch-thüringischen Rennsteigregion. Grundsätzlich gibt es aber natürlich keine regionale Beschränkung. Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt: »Wir wollen einerseits junge Menschen in der Region halten, aber auf der anderen Seite auch einen Anreiz schaffen, dass junge Menschen zu uns kommen.«

 Ziel

Es soll eine gezielte Vorbereitung auf den Berufsweg oder ein Studium ermöglicht werden. Ziel ist das Erlangen der Fachhochschulreife in den Bereichen Wirtschaft und Technik.

 Zugangs�oraussetzungen

Voraussetzung zum Besuch der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule ist die mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss (M-10-Abschluss, Wirtschaftsabschluss, Realschulabschluss/Fachoberschulreife) mit einem Notenschnitt von unter 3,5 sowie ein persönliches Aufnahmegespräch.

 Finanzierung

Die insgesamt 800.000 Euro für die ersten drei Jahre speisen sich zur Hälfte aus Sponsorengeldern von Privatleuten und Unternehmen, 300.000 Euro kommen vom Landkreis Kronach, der Rest wird zur Hälfte durch das monatliche Schulgeld von 90 Euro sowie die Kommunen am Rennsteig gedeckt. Eine wichtige Hürde in diesem Punkt für die Zukunft ist, dass mindestens zwei Drittel der SchülerInnen des ersten Jahrgangs in zwei Jahren die Allgemeine Hochschulreife erreicht. Dann gibt es für das dritte Jahr bereits staatliche Zuschüsse.

 Information und Anmeldung

Alle wichtigen Informationen zur neuen FOS am Rennsteig und zum Träger Sabel können auf der FOS-Homepage unter www.fos-ar.de abgerufen werden. Anmeldungen sind dort ebenfalls direkt möglich. Außerdem können bei der Stadt Ludwigsstadt unter 09263-94949 ebenso Auskünfte eingeholt werden. Nächste Info-Veranstaltung: Freitag, 24. Februar, 19 Uhr, Rathaussaal Ludwigsstadt.

 Vorkurse

Werden nach Absprache mit den Schülerinnen und Schülern hinsichtlich Inhalt und Zeitraum angeboten. KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


Termine

Fasching 2012 Freitag, 10. Februar:

Freitag, 17. Februar:

Rothenkirchen, Büttenabend, 19.30 Uhr Effelter, Büttenabend, 19.30 Uhr, alte Schule

Steinberg, Büttenabend, 19 Uhr, Kronachtalhalle

Samstag, 11. Februar:

Steinberg, Büttenabend, 19 Uhr, Kronachtalhalle Hirschfeld, FC-Fasching, 19.49 Uhr, Sportheim

Rothenkirchen, Büttenabend, 19.30 Uhr Effelter, Büttenabend, 19.30 Uhr, alte Schule Teuschnitz, Umzug, 15.01 Uhr Tettau, Faschingsparty mit »Fristlos«, 20 Uhr, Festhalle Weißenbrunn, Prinzenball, 20 Uhr, Gasthof Frankenwald Ludwigsstadt, Büttenabend, 19.31 Uhr, Hermann-Söllner-Halle Kronach, Büttenabend, 19.30 Uhr

Sonntag, 12. Februar: Marktrodach, Turnerfasching, 19.30 Uhr, Rodachtalhalle Wallenfels, Kinderfasching, 14.30 Uhr, Jugendheim Kronach, Büttenabend, 17 Uhr

Samstag, 18. Februar: Sonntag, 19. Februar: Marktrodach, Kinderfasching, 13.30 Uhr Neukenroth, Umzug, 13.30 Uhr Rothenkirchen, Umzug, 13.30 Uhr Steinberg, Kinderfasching, 14 Uhr Steinwiesen, Umzug, 13.30 Uhr Weißenbrunn, Umzug, 13.31 Uhr

Montag, 20. Februar: Ludwigsstadt, Büttenabend, 19.31 Uhr, Hermann-Söllner-Halle

Dienstag, 21. Februar: Wallenfels, Umzug, 13.30 Uhr Hirschfeld, Kinderfasching, 14 Uhr, Sportheim Wilhelmsthal, TSV-Kinderfasching, 14 Uhr Effelter, Kinderfasching, 14 Uhr Auf den zweiten Blick

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Schicken Sie Ihre Lösung per E-Mail an: redaktion@kronicher.de Betreff: “Bilderrätsel” Freuen Sie sich monatlich auf Ihr persönliches Magazin für den Landkreis Kronach. Der unter den Einsendern der richtigen Lösung ermittelte Gewinner bekommt von uns die nächsten zwölf Ausgaben von KRONICHER. nach Hause geliefert - gratis natürlich! Lösung Dezember 2011: Ebersdorf Gewinner Dezember 2011: Stefan Schenk aus Hagnau/ Bodensee

Zwei Zahnstocher machen sich auf den Weg zum Gipfel des Berges. Nach zwei Stunden sind sie total erschöpft. Plötzlich läuft ein Igel zügig an ihnen vorbei. Sagt der eine Zahnstocher zum anderen: »Wenn ich gewusst hätte, dass hier ein Bus fährt...«

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Porträt

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Aus einer Notlösung das Beste gemacht! 10

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Porträt

Wussten Sie eigentlich, dass der oberste Polizist im Landkreis gar kein Kronacher ist? Oder sagen wir besser: kein gebürtiger Kronacher. Uwe Herrmann, geboren und ansässig in Hof und seit 2002 Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Kronach, sagt nämlich, dass es ihm »saugut« in Kronach gefällt. Dabei war auch hier, wie so oft im Leben, aller Anfang zumindest ein bisschen schwierig.

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enn Uwe Herrmann zu Beginn des Jahres 2012 auf seinen beruflichen Werdegang zurückblickt, fällt er ein nicht unerwartetes Urteil und sagt: »Bisher ist alles optimal verlaufen, ich bin glücklich und höchst zufrieden in und mit meinem Beruf. Im Nachhinein war das auf der beruflichen Seite die beste Entscheidung meines Lebens, zur Polizei zu gehen.« Der heute 53-jährige gebürtige Hofer hatte sich 1978 aufgrund seines Abiturs direkt für den gehobenen Dienst beworben und absolvierte in den darauffolgenden drei Jahren ein Studium an der Beamtenfachhochschule in Fürstenfeldbruck. Danach, von 1981 bis 1983, war er als Zugführer der Bereitschaftspolizei in Eichstätt im Einsatz, bevor es ihn wieder in seine alte Heimat zog. Dort war er zunächst fünf Jahre Dienstgruppenleiter der Verkehrspolizeiinspektion und tat dann von 1988 bis 1995 in

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der Einsatzzentrale Dienst. Nach fast zwanzigjähriger Arbeit in seiner Geburtsstadt und zuletzt als Sachbearbeiter Verkehr, bewarb sich der zweifache Familienvater schließlich 2002 auf den Posten des Dienstellenleiters in der Cranach-Stadt. »Das ist auch ein Punkt, warum ich diesen Beruf so gerne mag. Die Vielfalt der Aufgaben, aber auch die vielen Möglichkeiten, sich innerhalb der Polizei je nach Angebot auf unterschiedliche Stellen bewerben zu können«, resümiert Herrmann mit einem gewissen Stolz.

Notlösung wird Glücksgriff Und doch kommt man nicht umhin, dem ganzen eine gewisse Ironie abzugewinnen, wenn er kurz vorher auch davon spricht, dass die Wahl des Berufes irgendwie und zunächst eigentlich »eine Notlösung« war. »Ich hatte damals nach dem Abitur einfach den Wunsch, möglichst bald Geld zu verdienen, war aber auch ANZEIGE

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Porträt

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Neue Besen kehren gut, aber man muss nicht gleich alles hinauskehren. (Ein Beamter der PI Kronach in einer anonymen Umfrage, die Uwe Herrmann einmal durchgeführt hat, um Feedback zu seiner Arbeit zu bekommen.)

noch ziemlich unentschlossen. Die Chance eines Studiums bei der Bundeswehr schien mir hierfür wie gemacht«, erzählt Herrmann. Allerdings war der Entschluss, sich zunächst für zwei Jahre zu verpflichten, »um einfach mal reinzuschnuppern und zu schauen, wie mir das schmeckt«, wohl kein wirklich zukunftsträchtiger. Es schmeckte ihm nicht besonders, an seinem Wunsch hatte sich aber nichts geändert und die Polizei war nicht nur ein nächster Versuch, sondern ein persönlicher Glücksgriff. Herrmann ist auch der Meinung, dass der Beruf des Polizisten, gerade in ländlichen Regionen durch das Aufgabenprofil und die Vergütung nicht an Attraktivität verloren hat. Das zeigen die Bewerbungszahlen - gerade im nordbayerischen Raum - immer wieder. Dass sich mit dem gesellschaftlichen und politischen Wandel sowie dem technischen Fortschritt natürlich die Anforderungen an den Polizisten geändert haben, sei zwangsläufig. Die Zufriedenheit in seinem Job - Dienstgrad: Erster Polizeihauptkommissar - hat für Uwe Herrmann, ähnlich wie in anderen Berufen, natürlich auch etwas mit dem Arbeitsumfeld zu tun.

Anfang schwierig Er gesteht offen und ehrlich, dass es anfangs ein bisschen problematisch war, »die etwas andere Art des Kronachers« zu verstehen und sie zu verinnerlichen. Man darf wohl davon ausgehen, dass auch ein Kronacher in Hof diesbezüglich erst ein paar Eingewöhnungstage brauchen würde. Herrmann beschreibt es aus seiner Sicht: »Ich denke, im Durchschnitt unterscheidet sich der Hofer vom Kronacher dadurch, dass er allgemein ein bisschen gelassener wirkt. Wenn man es negativ formulieren wollte, könnte man

sagen, der Hofer ist vielleicht im Vergleich ein bisschen mundfaul und hat eine etwas höhere Frustrationstoleranz, was womöglich mit dem schlechteren Wetter dort zusammenhängt.« Und wie ist aus seiner mittlerweile fundierten und erprobten Sicht der Kronacher? »Ich denke, den Kronacher zeichnet eine harte Schale aus, unter der sich aber in vielen Fällen ein weicher Kern versteckt.« Herrmann erzählt von der Anfangszeit, als er - und hier geht er auch selbstkritisch mit sich ins Gericht - vielleicht zu schnell zu viel wollte. Er hätte einmal eine anonyme Umfrage gemacht, einfach um ein bisschen Feedback zu bekommen, wie man seine Arbeit einschätzt und was er vielleicht ändern könnte. „Ein Kollege schrieb dann sinngemäß, dass neue Besen zwar gut kehren würden, man aber nicht gleich alles hinauskehren sollte.« Rückblickend für Herrmann auch ein Punkt, der ihm für die weitere Zeit geholfen hat. »Diesen Ehrgeiz, zu viel zu schnell und manchmal auch ohne Rücksicht auf Verluste zu wollen, das würde ich tatsächlich nicht mehr so machen. Aber - und das ist ja auch wichtig man hat eben einen gewissen Charakter, den man nicht einfach so ändern kann.« Um noch einmal auf die »Spezies Kronacher« zurückzukommen. Gerade am Anfang musste sich der neue

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Ich schätze am etwas Neues m

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Porträt Chef an einen - wie er sagt - doch etwas rauheren Umgangston gewöhnen. Diskussionen gäbe es überall, auch bei der Polizei, »aber die rustikale Art, mit der hier teilweise verbal um sich geschlagen wurde, war für mich sehr gewöhnungsbedürf­ tig.« Aber dies hat nicht nachhaltig geschadet. Denn wenn ein Hofer mit einem ehrlichen Schmunzeln im Gesicht behauptet, dass es ihm in Kronach »saugut« gefällt, dann darf man eine gewisse Rustikalität getrost als Weiterbildungsmaßnahme für die Persönlichkeit betrachten. Und da war ja immer noch der weiche Kern, von dem Herrmann spricht. »Es gibt natürlich auch mal Probleme und dann sieht man, dass es ohne eine funktionierende zwischenmenschliche Basis nicht ginge und berufliche Inhalte, die man kurz vorher vielleicht noch kontrovers diskutiert hat, dann in den Hintergrund rücken.«

Beharrlichkeit und klare Linie Der Chef der Kronacher Polizei am Kaulanger glaubt, dass das Verfolgen einer kla­ren Linie und seine Hartnäckigkeit bei gesteckten Zielen zwei seiner wichtigsten Wesenszüge sind. Auch wenn es einem dann mal nicht passe, wisse man zumindest immer, wie man dran sei, sagt Herrmann. „Manchmal bin ich aber auch ein sturer Hund.« Der brutale Angriff von Kronacher Punks auf zwei Beamte vor einigen Jahren hatte letztendlich dazu geführt,­ dass Herrmann beharrlich und mit entsprechender Wirkung in der Öffentlichkeit die politischen Gremien dazu bewegen konnte, ein für die Polizei durchsetzbares Verbot von Alkoholkonsum am Bahnhofsvorplatz zu verabschieden. »Da konnte und wollte ich nicht locker lassen. Seit 2008 haben wir damit kein Problem

mehr und der Landrat und ich verstehen uns immer noch sehr gut.« Ereignisse wie dieser Angriff auf die Kollegen, aber auch schwere Unfälle mit Toten und Verletzten brennen sich unweigerlich ins Gedächtnis ein. Das »Gute« - wenn man es so nennen mag - an solchen Ereignissen ist, so Herrmann, dass man dann sieht, wie so etwas die gesamte Kollegenschaft vereint und zusammenschweißt. »Ich habe noch nie in meiner gesamten Laufbahn erlebt, dass eine Dienst­ stelle so schnell von allen verfügbaren Beamten verlassen wurde, wie damals, als die Meldung hereinkam, zwei unserer Kollegen seien überfal­ len und schwer verletzt worden.« Zeit, um solche, aber auch andere Dinge aus dem Polizeialltag zu verarbeiten, hat der Hofer täglich auf der Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort. »Ja, ganz klar. Sachen, die mich tagsüber beschäftigt haben, nehme ich mit ins Auto. Es ist nicht immer leicht, weil die volle Konzentration natürlich der Straße gelten soll.« Wenn er dann zuhause ist, präsen­tiert sich Uwe Herrmann eher als moder­ ner Ehemann. Der Staubsauger ist für ihn kein technisches Gerät, dessen Bedienung ausschließlich Frauen vorbehalten ist. Auch mit einem Bügelei­ sen weiß er gekonnt umzugehen. In Zeiten von Partnerschaften mit doppelter Berufstätigkeit sei das einfach was ganz Normales, sagt Herr­mann, der bei einer Sache allerdings seiner Frau das »alleinige Sorgerecht« überlässt: »Ich habe mich auch ein paar mal beim Kochen versucht, aber da lasse ich dann doch lieber die Finger davon.« Die legt er besser an seinen Heimtrainer, wenn er sich auf dem Fahrrad fit hält oder auf seine Tastatur, wenn er am Schreibtisch im Büro seinen überwiegend admini­ strativen Aufgaben nachgeht. »Bei

größeren Einsätzen, wie zum Beispiel kürzlich dem Ausbruch aus der JVA, bin ich natürlich an vorderster Front mit dabei. Wichtig ist dann, dass ich alle Fäden in der Hand habe und alle notwendigen kommunikativen Maßnahmen durchführen kann. Das kann auch vom Schreibtisch aus passieren.«

Zukunft offen Wenn man den für eine Beförderung anstehenden Ersten Polizeihauptkommissar vor seinem PC in einer für den Besucher augenscheinlichen Wohlfühl-Atmosphäre sitzen sieht, stellt sich natürlich die Frage, ob die damalige »Notlösung« für den Hofer möglicherweise mit der Pensionie­ rung in acht Jahren auch in Kronach zu Ende gehen wird. Uwe Herrmann gibt sich diplomatisch geschickt, aber ehrlich, als er sagt: »Nach einer für mich doch etwas schwierigen Anfangszeit fühle mich mittlerweile seit Jahren hier sehr wohl, was den Job und die Menschen angeht. Sollte - da gehört auch immer ein bisschen Glück dazu - irgendwann eine inte­ressante Stelle zu besetzen sein, die auch noch ein bisschen heimatnäher läge, wäre wohl niemand überrascht, wenn ich mir das zumindest mal anschauen würde.« Sollte es ihn also irgendwann tatsächlich wieder nach Hof verschlagen, stünde ihm wohl wieder eine herausfordernde Anfangszeit bevor. Schließlich müsste er mit seiner dann mittlerweile rustikalen Art sehr schnell­ beweisen, dass er eigentlich ja doch eher etwas gelassener und vielleicht auch etwas mundfaul ist und eine etwas höhere Frustrations­ grenze hat. Der weiche Kern unter der rauen Schale dürfte schnell zum Vorschein kommen. von Carlo Fehn

m Polizeiberuf diese Möglichkeit, immer wieder machen zu können. (Uwe Herrmann, Dienststellenleiter Polizeiinspektion Kronach)

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Menschen & Geschichten

Mit »Papito« dem Glück wieder ein bisschen näher Das Curacao Dolphin Therapy Center ist eines von weltweit mittlerweile über 100 Instituten, das Delphintherapie für behinderte Menschen anbietet. Für die sechzehn­ jährige Maria Zwosta aus Reichenbach war der erste Besuch auf der Karibikinsel ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zurück in ein normales Leben.

A

uf den ersten Blick ist bei den Zwostas alles so normal wie in anderen Familien auch. Die örtliche Bäcker-Familie ist ein Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft. Weil viele Reichenbacher täglich dort zum Einkauf hinkommen, aber auch, weil vielen die tragischen Ereignisse vom Spätsommer 2001 immer noch in Erinnerung sind. Ereignisse, die die ganze Bevölkerung auch außerhalb Reichenbachs erschüttert haben. Auf den ersten Blick ist bei den Zwostas auch

von den seelischen Narben und bei Tochter Claudia auch äußerlich nichts zu sehen von dem Unfall, der das Leben der Familie komplett verändert hat.

Unfall mit fatalen Folgen

Auf dem Weg zu einer Familienfeier in der Nähe von Schweinfurt verunglückte das Fahrzeug, das Martina Zwostas Schwiegervater steuerte und in dem neben ihm ihr Sohn Daniel und auf dem Rücksitz Claudia und deren damals sechsjährige Schwester Maria saßen, schwer. Die Folgen waren katastrophal. it ie Arbe d r a Mit lebensw .) (2. v. re ia d u la gefährlichen C g hter ere Toc htige Erfahrun lt ä ie d r 14Auch fü eine wic  lphinen e D n e mit d

Verletzungen wurden alle Vier unter schwierigen Bedingungen in Krankenhäuser gebracht. Daniel erliegt vier Tage nach dem Unfall seinen schweren Verletzungen, drei Tage später gibt es auch für den Großvater keine Rettung mehr. Wenn Martina Zwosta, die mit ihrem Mann Dieter nur einige Augenblicke später im eigenen Auto an die Unfallstelle kam, heute davon erzählt, wirkt sie gefasst. Über den Schmerz und den Verlust hinwegzukommen, dabei habe ihr und ihrer Familie auch der Glaube geholfen, sagt sie. Für die beiden Töchter beginnt nach zahlreichen und teilweise sehr komplizierten und gefährlichen Operationen eine lange Leidenszeit mit Reha-Maßnahmen. Immer wieder gibt es Rückschläge, Hoffnungen und Schmerzen. Claudia und ihre jüngere Schwester Maria haben schwere Schädel-Hirn-Traumata davongetragen, im Falle der heute KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


Menschen & Geschichten verheirateten Bäcker-Meisterin sind es aber vor allem die unzähligen Brüche im Kopf- und Oberkörperbereich, die zunächst jeden Tag zu einem Kampf mit dem Tod machen. Sie erinnert sich: »Im Nachhinein muss ich heute sagen, dieses Ereignis war für uns alle wie der Beginn eines neuen Lebens. Ohne unseren starken Glauben hätten wir das wahrscheinlich nicht geschafft.« Täglich bringt ein Fahrdienst Maria Zwosta von ihrer Schule für Körperbehinderte in Coburg nach Hause - dann ist sie gegen 17 Uhr zurück, nachdem sie morgens um halb sieben abgeholt wurde. Mittlerweile kann sie bereits so gut laufen, dass sie nur noch selten gestützt werden muss. »Die Maria kann man ganz normal behandeln, das wollen wir auch so«, sagt Mutter Martina. Man kann die Fortschritte, die die heute 16-Jährige Maria seit damals gemacht hat, wohl nur richtig bewerten, wenn man den Gesundheitszustand nach dem Unfall kennt und die lebensbedrohliche Zeit im Koma miterlebt hat. Claudia sagt, dass sie ihrer kleinen Schwester richtig viel verdanke. »Wir lagen ja auch lange Zeit im Krankenhaus nebeneinander. Und obwohl Maria anfangs gar nichts machen konnte, weder reden noch sich bewegen oder sonst irgendetwas äußern, hat mir das unheimlich viel Kraft gegeben, nur zu wissen, dass sie da ist. Und auch später, als mir dann bewusst war, dass sie viel schlimmer dran war als ich, hat sie mit ihrer positiven und zuversichtlichen Art uns allen auch Mut gemacht.« Bei Maria wurde ein Schädel-HirnTrauma der Kategorie 3 diagnostiziert mit den für solche Fälle typischen Auswirkungen wie Lähmung, Sprachverlust und dem Verlust motorischer Fähigkeiten. »Es gibt auch Tage, da schafft sie schon ganze Sätze«, zeigt sich die Mutter stolz. Hören und Verstehen sei nicht das Problem. Sie bekomme alles mit, nur das Sprechen müsse noch besser werden. KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012

Schritt für Schritt Ein großer Schritt in Richtung weiterer Verbesserung der sprachlichen und motorischen Fähigkeiten ihrer jüngsten Tochter war im vergangenen August ein zweiwöchiger Therapieaufenthalt im Dolphin Therapy Center auf der Karibikinsel Curacao. Noch heute zehrt die ganze Familie von dieser Reise und alle sind sich einig, dass es nicht die letzte dorthin gewesen war - vor allem wegen Maria. Dieter Zwosta erzählt: »Wir dürfen natürlich nicht vergessen, warum wir diese Reise gemacht haben. Es war darüberhinaus aber auch wirklich unser erster richtiger Urlaub. Wichtig war neben der Erholung, die wir dadurch auch hatten, dass Maria wieder einen nächsten Schritt gemacht hat. Uns wurde gesagt, dass wir uns nach der Therapie wundern würden, wie sich das auf sie auswirken würde. Und so war es dann auch. Es kommt mir so vor, als hätte sie dort alles, was man mit ihr gemacht hat, abgespeichert und ruft es nun nach und nach ab.« Schaut man sich die Fotos an, die die Zwostas während der Therapie auf Curacao gemacht haben, kann man erahnen, wie die Arbeit mit den M e e re s s ä u ge r n ,

aber auch »Trockenübungen« mit den Therapeuten außerhalb des Wassers Motivation für die Zukunft gegeben haben. Mutter Martina möchte spätestens 2013 zur nächsten Therapie mit der Familie nach Curacao fliegen. »Wenn es finanziell passt, dann wollen wir es vielleicht sogar jedes Jahr machen. Für Maria wäre es unheimlich wichtig. Aber das müssen wir einmal abwarten.« Martina Zwosta weist in diesem Zusammenhang auf die wirklich tolle Unterstützung hin, die ihre Familie damals wie heute persönlich und auch in der Abwicklung finanzieller Dinge durch die Versicherung erfahren hat. Es habe am Anfang kleinere Hürden gegeben, aber unter dem Strich wurde und wird bis heute alles getan, um ihren beiden Töchtern die notwendigen Maßnahmen zu ermöglichen. Auch wenn es ihrer Jüngsten momentan noch schwer fällt, sich mitzuteilen und das, was sie fühlt, auch zu äußern - beim Betrachten der Fotos auf Curacao merkt man Maria an, dass sie sich bereits wieder in freudiger Erwartung nach ihrem Delphin »Papito« sehnt. von Carlo Fehn

Maria Zwos ta bei einer »v ertrauensbilden nahme mit ihre den« Maßm Delphin »Pap ito« und ihrer Therapeutin

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Sport

Ra(n)dsport mit Geschick und Power!

Über 100 Jahre alt ist der RVC Steinwiesen. Die Radball­Teams aus der Bayernliga sind die Aushängeschilder des Vereins. Michael Schmittdorsch ist Aktiver und be­ herrscht seit seinem neunten Lebensjahr das Spezialfahrrad mit dem auffälligen Lenker und dem ungewöhnlich platzierten Sattel.

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ichael Schmittdorsch ist seit seinem neunten Lebensjahr Radballer beim RVC Steinwiesen. Dass der Verein aus dem oberen Rodachtal der einzige seiner Sportart im Landkreis ist, wissen nur Wenige. Genau so, wie nur Wenige sich einigermaßen mit dieser Sportart auskennen. »Es ist schon so, dass wir ein gewisses Schattendasein führen«, sagt der 36-Jährige, der in dieser Saison zusammen mit Fabian Rehmet das Duo Steinwiesen 1 bildet. Auch die anderen RVC-Duos mit Markus Michel und Sebastian Rehmet (Stein16

wiesen 2) sowie Andreas und Dennis Klinger (Steinwiesen 3) spielen in der Bayernliga. Dort ist aktuell die Vorrunde beendet und obwohl es sich um eine Hallensportart handelt, ruhen Räder und Ball zurzeit. Michael Schmittdorsch kam über das Radfahren zum Radball. Den Steinwiesener Verein gibt es bereits seit 1910. Einige Male haben es Teams des Vereins auch schon in die zweite Bundesliga geschafft. Auf internationaler Ebene können deutsche Nationalmannschaften bereits zahlreiche Weltmeisterschaften verbu-

Fabian Rehm (rech KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


Sport chen. »Man darf sich das natürlich alles nicht so wie etwa beim Fußball vorstellen«, erzählt Schmittdorsch. Nationalmannschaft zum Beispiel bedeutet nicht, dass hier aus verschiedenen Teams die besten Spieler miteinander spielen - das wäre nicht sinnvoll. Da es sich in diesem Fall ja sowieso um Zweierteams handelt, gibt es nach Abschluss der Saison eine Ausscheidung der besten nationalen Duos, die dann die deutschen Farben bei den darauffolgenden Welttitelkämpfen vertreten. Die Wege zu den einzelnen Kontrahenten in der Bayernliga - mal abgesehen von der Konkurrenz im eigenen Haus - sind weit und die Teams gut verstreut im Freistaat. Bei einer Spielzeit von zweimal sieben Minuten treffen sich mehrere Teams zu den festgelegten Terminen an einem vereinbarten Spielort und tragen dort ihre Begegnungen untereinander aus. Was ist an der Sportart aus Sicht des Athleten eigentlich das Faszinierende? Für Michael Schmittdorsch sind es mehrere Dinge. »Zunächst mal diese Kombination aus Ballsportart und Radfahren. Das ist schon eine ganz besondere Herausforderung. Außerdem ist es eine Sportart, in der man wirklich von

met (links) und Michael Schmittdorsch hts)vom Team Steinwiesen 1 in Aktion.

Beginn an kontinuierlich Fortschritte machen und sich verbessern muss.« Bei anderen, vor allem Ballsportarten, könne man mit einem gewissen Talent zunächst mal »einfach so mitspielen«, erklärt Schmittdorsch. Wenn man beim Radball einfach mitspielen will, muss man das Gefühl für das Rad und den Umgang mit dem bis zu 600 Gramm schweren Ball nahezu perfekt beherrschen. Apropos Ball: So aggressiv das Spiel von außen auch wirken mag, schwere und häufige Verletzungen bleiben eher die Ausnahme. Der Ball, der mit seinem Durchmesser von 17 bis 18 Zentimetern auch Geschwindigkeiten von 70 Stundenkilometern und mehr erreichen kann, ist aber oftmals für blaue Flecken gut. Beim Thema Verletzungen fragt man sich natürlich, wie das denn eigentlich mit »Ersatzspielern« ist.

Nachwuchs willkommen Michael Schmittdorsch erklärt: »Das ist - gerade auch bei uns - ein Problem. Wir haben im Moment einen Ersatzmann. Wenn es da also mal größere Verletzungsprobleme geben sollte, könnte man dann halt mit einer Mannschaft nicht antreten.« Auch die Tatsache, dass man kaum Spieler in der Hinterhand hat, macht das Werben und die Suche nach Talenten bzw. Interessierten für die Sportart zu einer Herausforderung. Die Akzeptanz in Steinwiesen , so Schmittdorsch, sei mit 30 bis 40 Zuschauern an den Heimspieltagen nicht einmal schlecht. »Wenn ich bedenke, dass wir zum Beispiel in Straubing komplett unter uns Aktiven sind, ist das schon wirklich toll.« Vielleicht, so seine Hoffnung könne man ja in Zukunft den einen oder anderen Jugendlichen für seine Sportart begeistern, denn obwohl man im Radball auch deutlich jenseits der 30erMarke noch gut mitspielen kann, wäre er froh, wenn er und auch seine jetzigen Mitstreiter das Nachwuchsfeld bestellt wüssten.

 Info Radball Das Spielfeld ist wie beim Kunstrad­ sport international genormt: 14 Meter lang und 11 Meter breit. Es ist von einer 30 cm hohen Schräg­ bande eingefasst. Die Mannschaft besteht aus zwei Spielern: Torwart und Feldspieler, wobei auch der Torhüter im Feld spielen darf und umgekehrt. Die Spielzeit beträgt zweimal sieben Minuten. Halbzeit­ pause bei Seitenwechsel max. 2 Mi­ nuten. Junioren spielen zweimal 6 Minuten ­ Jugend/Schüler zweimal 5 Minuten. Der Ball hat Kugelform, ist aus Stoff gefertigt und hat einen Durchmesser von 17 ­ 18 cm und muss ein Gewicht zwischen 500 und 600 Gramm haben. Seine Geschwin­ digkeit erreicht bei Freischlägen bis zu 70 km/h. Das Tor ist 2 Meter hoch und ebenso breit. Gespielt wird der Ball durch Schläge mit dem Rad und dem Körper, allerdings ohne Benutzung von Händen und Füßen ­ es sei denn, die Hände bleiben am Lenker und die Füße auf den Peda­ len. Kopfbälle sind gestattet. Im Strafraum, dem mit einer durchzo­ genen Linie von 2 Meter Radius ge­ kennzeichneten Halbkreis vor dem Tor, darf sich jeweils nur ein Spieler der verteidigenden und angreifen­ den Mannschaft befinden. Der Tor­ wart darf in seinem Strafraum auch die Hände zur Ballabwehr benutzen. Ein 4­Meter­Strafstoß wird verhängt bei Vergehen im eigenen Strafraum bzw. bei groben Regelverstößen außerhalb des Strafraums. Andere Regelübertretungen außerhalb des Strafraums werden mit Freischlägen geahndet. Bei Ausball wird das Spiel nach Unterbrechung einen Meter von der »Ausstelle« und der Bande entfernt mit einem »Anschlag« fort­ gesetzt. »Ecken« ­ verursacht wie im Fußball durch den Verteidiger ­ werden von einem fixierten Punkt geschlagen. Bei Bodenberührung während des Spiels mit Fuß oder Körper, ist der betreffende Sportler erst wieder spielberechtigt, wenn er die Toraußenlinie des eigenen Ge­ häuses überquert hat. (Quelle: www.radball.at)

von Carlo Fehn

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KRONICHER. Ratgeber

HocHzeit

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Romantisch-feminin: Die Braut 2012 Stickerei in den Farben Schwarz oder Bordeaux. Farbige Tail­ lengürtel, je nach Farbwunsch, werden als modischer Hingu­ cker zum ivoryfarbenen Kleid gewählt. Große Broschen oder Applikationen sind ein weiterer Blickfang. Traumhafte Abendkleider für jeden Anlass Die Abendkleider flattern in luftigen Stoffen um den weibli­ chen Körper und setzen auf ei­ nen verführerischen Stil. Meist werden für die Verarbeitung in der aktuellen Saison Stoffe wie Chiffon, Satin oder Taft verwen­ det. Farbenfrohe Drucke aus Chiffon mit edlen Perlensticke­ reien verwandeln sich auch gerne zum duftigen Sommer­ partykleid. Vielseitige Designs und Schnittlösungen ermögli­ chen jeder Zielgruppe einen atemberaubenden Auftritt. Für die junge Abendkleidträgerin

Foto: Kleemeier/spp­o

akz-o Einen der schönsten Tage ihres Lebens begehen viele Pärchen in diesem Jahr am 12.12.. Aber nicht nur an diesem Tag, auch im Frühjahr, Sommer und Herbst wird geheiratet und gefeiert. Die neuen Brauttrends und Abendmode für das Jahr 2012 stehen fest und wurden auch im Haus Kleemeier sehr gut umgesetzt. Das One­Shoulder­Brautkleid wird zum modischen Hingucker in dieser Saison. Blüten sowie Blütenapplikationen in allen Größen und Formen auf auf­ wendigen Röcken als auch als Trägerlösung sind voll im Trend. Romantische Brautkleider mit raffinierten Rocklösun­ gen in duftigen Organza­ und Taftqualitäten verleiten zum Träumen. Filigrane Spitzen mit Tüll oder Organza kombiniert sind stark im Kommen. Wer es ganz modisch mag, wählt ein Kleid mit kontrastfarbener

sind asymetrische Trägerlösun­ gen in dieser Saison en vogue. Auch Bandeau­Kleider sorgen für eine glamouröse Ausstrah­ lung. Taftdrucke werden mit Unis kombiniert und durch formschöne Drapierungen und Raffungen trendgerecht um­ gesetzt. Braun­ und Grüntöne sowie Pastellfarben sind enorm beliebt. Auch ein neues edles Stone­Grau setzt sich ne­ ben dem klassischen Schwarz durch.

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Ilse Fößel ist seit Jahren eine kompetente Ansprechpartnerin, wenn es im Kaufhaus WEKA um das Thema Hochzeit geht. Frau Fößel, gibt es einen ganz typi­ schen »Hochzeitstisch« oder sind die Wünsche und Ideen doch sehr unterschiedlich und individuell? Es gibt eigentlich nur noch ganz selten den typischen Hochzeitstisch, so wie wir ihn von früher kennen. Früher wa­ ren zum Beispiel auf jedem Tisch hoch­ wertiges Porzellan, Besteck und natür­ lich sehr gute Töpfe und Pfannen. Heute finden wir auch Gesellschaftsspiele, Bekleidung, Parfüms und immer mehr Dekorationsartikel für die Wohnung auf den Tischen. Wo sehen Sie denn die Vorteile eines Geschenktisches beim Kaufhaus WEKA? Wir nehmen uns die Zeit, jedes Brautpaar individuell zu beraten und auf die einzelnen Wünsche einzugehen. KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012

Hochzeit

Vom Kochlöffel bis zum Ehering finden Sie bei WEKA alles im Sortiment. Auch Verwandte und Freunde können aus der Vielfalt das passende Geschenk auswählen und sind sich sicher, das Richtige zu verschenken. Auch WEKA Geschenkgutscheine werden gerne genommen. Und als besonderes Ge­ schenk von WEKA erhält das Brautpaar einen Gutschein über 10% des Wertes der gekauften Geschenke von seinem Hochzeitstisch. Dies gilt natürlich nicht nur für Brautpaare, sondern für alle Geschenktische, z.B. für die Taufe, Ge­ burtstage, Jubiläen, Kommunion oder Konfirmation. Es werden also nicht nur Hochzeitstische bei Ihnen gewünscht? Nein, bei uns können Sie für jeden An­ lass einen Geschenktisch aussuchen. Große Beliebtheit haben auch die Ge­ schenktische zur Kommunion und Kon­ firmation. Hier können sich die Kinder und Jugendlichen nach Herzenslust ihre Geschenke aussuchen. Besonders

KRONICHER. Ratgeber

be­liebt ist dabei die Spielwaren- und Sportabteilung. Auch zu anderen An­ lässen werden Geschenktische ausge­ sucht. Wie kann ich mir den Ablauf vorstellen, wenn man einen Geschenktisch bei Ihnen zusammenstellen will? Damit wir uns die nötige Zeit für die Paare nehmen können, wird ein Ter­ min vereinbart. An diesem Termin geht eine Mitarbeiterin mit dem Kunden durch das gesamte Haus und berät beim Aussuchen der Geschenke. Den Geschenktisch bauen wir ca. 4 Wochen vor dem Termin auf. Sie können auch schon anhand der Geschenkliste vorher Geschenke kaufen. Auch das Versenden von Geschenken an weiter entfernte Be­ sucher übernehmen wir gerne für Sie. Nach der Trauung hat das Brautpaar die Möglichkeit, die restlichen Geschen­ ke mit den Gutscheinen zu kaufen. Das ist natürlich keine Verpflichtung. Alle nicht gekauften Artikel bleiben einfach bei uns. 19


Ausbildung & Beruf

KRONICHER. Ratgeber

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spp-o Die Wahl des richtigen Berufs ist schwer genug, es geht immerhin um eure eigene Zu­ kunft. Gut, wenn dann wenig­ stens die Lehrstellensuche leicht­gemacht wird, so wie mit der »Azubi-Börse« auf der un­ ten genannten Home­page. Mit ihr hat die Branche Technischer Handel das Portal in eine at­ traktive berufliche Zukunft weit geöffnet. Techni­scher Handel? Was machen die eigentlich? Hier kaufen nicht Herr Mül­ ler und Frau Meyer aus der Nachbarschaft ein, sondern die Profi-Einkäufer aus Industrie und Gewerbe, vom hochspe­ zialisierten Klein­unternehmen bis hin zu den großen Indus­ triekonzernen. In dieser Liga ist der Technische Handel bekannt­

und wird als der Spezialist für die Beschaffung von allem ge­ schätzt, was die Wirtschaft braucht, um zu funktionieren - ob Arbeits­schutz, Wälzlager oder Schlauch- und Arma­ turentechnik, um nur einige Beispiele zu nennen. Für diese Aufgaben braucht der Tech­ nische Handel gut ausgebil­ dete Groß- und Außenhan­ delskaufleute, Industrie- und Bürokaufleute oder Fachkräfte für Lagerlogistik. Das sind at­ traktive Ausbildungs­plätze für zukunfts­hungrige Schulabgän­ ger und junge Menschen, die auch schnell­ Verantwortung übernehmen wollen. Die »Azu­ bi-Börse« ist die AusbildungsSuchmaschine für technisch interessierte Jugendliche. Hier

Foto: HS/VTH/spp-o

Technik-Handel ist angesagt!

findet ihr Unternehmen des Technischen Handels, die freie Ausbildungsplätze in eurer Re­ gion anbieten. Weitere Infos unter www.tectop-vth.de

Karriere im Handwerk spp-o Kreativ, vielfältig und voller Hightech - das Handwerk bie­tet Karrieremöglichkeiten, die sich vom ersten Tag an auszahlen. Wer gern Raum­ schiffe baut oder beim Film eine wichtige Rolle spielen möchte, ist im Handwerk genau richtig. So stellen Feinwerkmechani­ ker zum Beispiel Präzisionsteile für die Raumfahrt her. Ohne Maskenbildner wären Kinofilme undenkbar. Und das sind nur zwei von über 130 handwerkli­ chen Ausbildungsberufen. Tech­ nikbegeisterte, Feinschmecker, Musiker oder Mode-Fans - im Handwerk kann jeder sein Ta­ 20

lent ausleben. Egal, welcher Traumberuf es sein soll, die Verwirklichung des beruflichen Traums startet immer mit einer zwei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung, die teils im Be­ trieb, teils in der Berufsschule absolviert wird. Wer auf der Suche nach dem Traumjob im Handwerk ist, dem hilft der Berufe-Checker auf der Website Aktion Modernes Handwerk. Mit fünf Fragen zu persönli­ chen Stärken und Vorlieben liefert das Tool eine Auswahl passender Jobs. Handfeste In­ formationen zu allen Berufen, den Karrieremöglichkeiten im

Handwerk und Ansprechpart­ nern vor Ort bietet die Interne­ tseite www.handwerk.de. Und wer lieber nachschlägt statt­ klickt, der findet alle Infos zur Ausbildung im Handwerk auch in der Broschüre »Nimm deine Zukunft in die Hände - Willkom­ men bei den Profis«, zu bestel­ len über die »Aktion Modernes Handwerk«, Mohrenstraße 20/21, 10117 Berlin. E-Mail: info@amh-online.de

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Schöner Wohnen

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Die Treppe harmonisch integriert Mediterranes Ambiente zu Hause

Foto: Treppenmeister/akz-o

akz-o Wer vom südlichen Lebens­gefühl in den eigenen vier Wänden träumt, vom Land­ haus in der Toskana oder einem Bauernhaus in der Schweiz, will vor allem eines: Ein gemütli­ ches Zuhause. Hier soll man sich wohl fühlen können, genügend Platz zum Leben und Ausruhen haben und gerne Freunde ein­ laden. Designer sprechen bei diesem Ambiente von mediter­ ranem Flair oder modernem Landhaus-Stil. Ein Bestandteil der fest eingebauten Elemente im Haus, der sich diesen Trends besonders gut anzupassen ver­ steht, ist die Holztreppe. Holz als Werkstoff kann nicht nur auf eine lange Tradition zurückblicken, sondern auch auf Beständigkeit in Zukunft zählen. Holz verschafft Räumen einfach eine gemütliche und warme At­ mosphäre, die sich mit keinem anderen Baustoff so exzellent erfüllen lässt. Bei der Wahl des Holzes vermelden führende Treppenhersteller einen starken

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Durchbruch bei Eiche - und zwar in allen Varianten: geölt, gebeizt, geräuchert, gebürstet oder mit Weißpigmenten lasi­ ert. Nach wie vor zählen aber auch Buche (mit oder ohne Ker­ nanteil), Nussbaum oder Akazie (gedämpft oder geölt) zu den Favoriten. Bei sehr luxuriösen Treppen wird gerne Kirschbaum verwendet. Ausgezeichnete Voraussetzun­ gen also für gefühlvoll ab­ gestimmte Kombinationen. Ein wesentliches Gestaltungs­ element bei Treppen ist die Ausstattung des Geländers. Während der Landhausstil eine angemessene Zurück­ haltung fordert, dürfen bei designbetonten Ein­ richtungsstilen durch­ aus Kontraste vari­ ieren. Pfosten, Stäbe und Handläufe zeigen daher ein breites Spek­ trum an Möglichkeiten – Relinggeländer, Glas­

einsätze, Edelstahlstäbe sind die wesentlichen Elemente, die zu einer Vielfalt an Möglich­ keiten führen. Jede Treppen­ planung ist erst dann perfekt, wenn auch die Gestaltung rund um die Treppe mit einbezogen wird. Das bedeutet zum Beispiel Dekormalerei an den Wänden sowie entsprechend passende Auswahl des Fußbodens, der Vorhänge bis hin zu Möbeln und zur Beleuchtung. Alles soll eine harmonische Einheit darstellen. Jede Menge Ideen und Anre­ gungen dazu und natürlich zur Treppenplanung selbst enthält der Ratgeber »Treppen-ABC«, der kostenlos angefordert werden kann über die Treppen­ meister Partnergemeinschaft, Abteilung 7125, Emminger Str. 38, 71131 Jettingen. www.trep­ penmeister.com

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Sport

Investition in Leidenschaft

„Ich will die Musik mit all ihren Emotionen ausdrücken.“ Das bildet den Kern des Tan­ zens für die Seibelsdorferin Sabrina Kolb. Mit ihrem Team aus Neuss gehört sie zu den Besten im Formationstanz.

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underte von Zuschauern, ein offenes Parkett und ganz viel Körperspannung: Die Atmosphäre in Bremen ist rießig: Gegen sieben weitere Mannschaften aus ganz Deutschland hat sich Sabrina Kolb mit Team ins Finale getanzt und hat dann einen herausragenden vierten Platz erreicht. »Ich bin wahnsinnig stolz darauf, was wir geschafft haben«, schwärmt sie. »Das Besondere einer Formation ist, zusammen in der Gemeinschaft etwas auf die Beine zu stellen, und zu wissen, dass man auf die anderen angewiesen ist. Alle haben ein Ziel im Blick und jeder gibt 22

sein Bestes. Das gibt Sicherheit.« Beinahe zeitgleich, seitdem die 22Jährige aus dem Frankenwald studiumbedingt in Düsseldorf wohnt, hat für sie die Saisonvorbereitung begonnen: sowohl für die Saison in der 1. Bundesliga des Formationstanzens, als auch für die vergangenen Nationalen Deutschen Meisterschaften, das wichtigste Turnier innerhalb unserer Grenzen dieser Sportart. Das bedeutet für sie: drei WerkLinks: Sabrina Kolb nach der Siegerehrung bei den Deutschen Meisterschaften mit ihrem Tanzpartner Stefan Korfmacher. KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


Sport tage pro Woche, sowie in den letzten Wochen sechs Trainingslager oder Trainingstage am Wochenende vollstes Körpergefühl an verschiedenen Orten zu beweisen. Und dazu gehört nicht nur das pausenlose Lauschen auf die Klänge der bearbeiteten Musik zum mitreißenden Song »I am Yours« von Popsängerin Beyonce. Eine mehrtägige Vorbereitung beispielsweise beginnt um neun Uhr morgens mit Aufwärm- und Dehnübungen. Anschließend werden diverse Durchgänge getanzt, jedes Mal mit besonderem Blick auf ein Detail: auf die Synchronität von Armen und Körperfronten in etwa, beim Bildtraining dagegen auf die stimmige Rotation der Bilder oder auf die Ausstrahlung der einzelnen Partien. „Danach werden die speziellen Highlights trainiert, wie Roundabouts oder Pirouetten. Schließlich drehen wir uns einmal zwölf Mal am Stück.“ Gegen 19 Uhr gehen die Tänzer dann aus der Halle und fallen - nach Mehrheitsmeinung - »wie ein Stein ins Bett«. Dennoch sei es ein wunderbares Gefühl, wenn man merkt, dass man mit der Zeit gezielt Muskeln aufbaut und sich auch konditionell verbessert, erklärt Sabrina Kolb. »Ganz nach dem Motto: Wieder etwas geschafft heute. Ich fühle mich gut vorbereitet.«

Langer, kontinuierlicher Weg Schon die Kinderschuhe wurden des Öfteren gegen feine Ballettschuhe getauscht: in der Ballettschule Evelyn Kohl wurde damals vielleicht der zarte Grundstein dieser sportlichen Laufbahn gelegt. Im Alter von vierzehn Jahren bekamen die Füße der Tänzerin erneut ein neues Gewand: Auf Absätzen wurde nun Standardtanz von der Grundstufe bis hin zum Goldabzeichen der Stufe 1 getanzt. Dies spielte sich in der örtlichen Tanzschule »Weinberg« ab. Der Blick weitete sich und sie fand zwei Jahre später durch Bekannte den Weg zur TSG Fürth e.V.. Hier war zum ersten Mal nicht die künstlerische Eigenleistung gefordert, denn fortan tanzKRONICHER. | Ausgabe Februar 2012

die besten vier-, aber vor allem auch das Publikum unterhalten und die Leute mitreißen.« Denn man erlebe so ein Highlight immer als Team, nicht als Einzelkämpfer, und das wolle man den Leuten mitgeben.

»E�otensport«

Sabrina Kolb bei der Vorstellung einer Choreografie

te sie in einer Lateinformation, bei der es um gemeinsame Koordination und Synchronität geht. Ein hohes Tempo ist dabei nur eine der Herausforderungen, die die Choreografien zu bekannten Soundtracks wie Tanz der Vampire oder Rocky Balboa in der tänzerischen Regionalliga mit sich brachten. Mit ihrem Tanzpartner startete sie zudem auch bald im lateinamerikanischen Einzeltanzen durch: Der »Bayerische Vizemeister der D-Klasse 2007« ist nur einer der Titel, die sich im weiteren Verlauf durch ihre sportliche Laufbahn ziehen. Der Umzug nach Düsseldorf, um dort Psychologie zu studieren, war ein nächster, großer Schritt für die Seibelsdorferin. Da sie die dortige Formationsmannschaft, TSG Quirinius Neuss e.V. schon live bei diversen Auftritten gesehen hatte, war für sie klar, dass sie dort einsteigen wollte. Wiederum durch einen ehemaligen Tanzpartner, der schon früher dort vor Ort war, kam sie in Kontakt mit dem Team. »Ich wurde super aufgenommen dort. Alle waren sehr offen und ich fühle mich sehr wohl dort. Wir sind als Mannschaft sehr zusammengewachsen.« So fand sie neben ihrem studentischen Alltag auch gleich sportlichen Anschluss. So wurde auch innerhalb des Teams das Ziel für die Deutsche Meisterschaft formuliert: »Wir wollen auf jeden Fall ins Finale kommen - vielleicht unter

Apropos Publikum: Die Ränge der Hallen von Tanzturnieren seien zwar gut besucht, aber immer noch finde der Tanzsport allgemein wenig Beachtung in der Bevölkerung. »In Bayern kennt man Formationstanzen so gut wie gar nicht. Die Tendenz ist zwar steigend, aber es muss noch Vieles passieren, dass unsere Sportart weiter bestehen kann.« Dabei spiele auch das Finanzielle eine Rolle: Zwar gibt es Zuschüsse der jeweiligen Landesverbände, jedoch blieben noch genug Kosten für Trainingslager, die Bestrassung der Kleider oder Ähnliches übrig. Zu diesem Sport gehört neben einem gehörigen Maß an Disziplin also auch die Bereitschaft zur Eigeninitiative, »sowie die Bereitschaft, beim Training immer da zu sein und andere Sachen in den Hintergrund zu stellen. Freude, sich zur Musik zu bewegen, Durchsetzungswillen und ein bisschen Talent gehören aber auch dazu.« Ihr persönlicher Lieblingstanz sei die Rumba, weil er unglaublich viel Gefühl ausdrücke. Die Deutsche Meisterschaft gilt als Highlight ihrer Laufbahn. Nun richtet sich das Augenmerk auf die bald beginnende Bundesligasaison: »Man weiß ja nie, wie es weitergeht. Ich könnte mir schon vorstellen, noch einmal so viel zu investieren, aber ich muss sehen, wie das mit meinem restlichen Leben noch vereinbar ist.« Dieses bestehe eben auch noch aus ihrem Studium der Psychologie, gemeinsamen Abenden mit Freunden und dem Kontakt zu ihrer Familie, ohne deren Unterstützung sie in ihrer sportlichen Laufbahn auch nie so weit gekommen wäre, wie sie betont. von Corinna Tübel

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Hinter den Kulissen

Ein

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Aus den Gemeinden

Urgestein vom Wildberg Heinz Daum ist einer der Mitbegründer der Tettauer Skiliftbetriebe GmbH. Seit nunmehr 39 Jahren ist der Pensionär jeden Winter an seinem Hausberg anzutref­ fen. In dieser Zeit hat er nicht nur den Ausbau der Tettauer Lifte mit vorangetrieben, sondern auch Trends und Modeerscheinungen miterlebt.

E

s ist ein eisig-kalter Nachmittag am Kiesellift in Tettau. Die Außentemperatur von Minus 13 Grad kommt durch den starken Ostwind deutlich kälter im Gesicht an. Heinz Daum scheint davon unbeeindruckt und dabei ist er nicht einmal sonderlich verpackt. Er schiebt - wie so oft - Dienst am Schlepplift und locht die Karten der Skifahrer und Snowboarder, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, ihre Spuren in den einladenden Schneehang zu zeichnen. Der unerwartete Wintereinbruch sorgt gerade auf den höchsten Lagen des Landkreises für gute Stimmung. Heinz Daum erinnert sich an die Anfänge: »Damals kam immer ein Kronacher Unternehmer hier hoch zum Skifahren. Der hatte eine Art Automotor dabei, über den er ein Seil laufen ließ, an dem Bügel befestigt werden konnten. Dieser tragbare Lift - so um die 150 Meter lang - war sozusagen Ansporn dafür, dass sich einige Tettauer dann zusammengetan und die GmbH gegründet haben.« 1973 war das und Heinz Daum ist - wie andere Kollegen auch - immer noch dabei. Als ein »Urgestein des Wildbergs« bezeichnet zu werden, ist nicht nur naheliegend, es zeigt auch, dass er einer von denen ist, die dem Skitourismus im »Tettauer Winkel« nachhaltig zum Leben verholfen haben. Nach dem Tod des langjährigen Geschäftsführers, Dieter Haase, im November des vergangenen Jahres, sei nun eine gewisse Neuordnung nötig, die Lücke wird schwer zu schließen sein. Der

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70-Jährige ist nach eigener Aussage ein eher mittelprächtiger Skiläufer und es ist natürlich kein Hochverrat, wenn er alljährlich möglichst zweimal in die Alpen und Dolomiten fährt, um das Skifahren auch mal anderswo genießen zu können. Dafür steht er dann aber gerne auch wieder parat, hält ein kurzes Pläuschchen mit den einheimischen oder von auswärts angereisten Gästen, die den flächenmäßig größten Liftbetrieb im Landkreis besuchen. In den vergangenen fast 40 Jahren haben sich natürlich nicht nur Wildberg- und Kiesellift stetig verändert, auch Skier, Mode sowie Fahrstile und -geräte unterlagen einem Wandel. Für Heinz Daum alles kein Problem, denn er weiß auch, dass man mit der Zeit gehen muss, wenn man weiterhin für die Anhänger der weißen Pracht attraktiv bleiben will. Und dabei steht über allem immer das Damoklesschwert der Wirtschaftlichkeit. Daum sagt nur, dass in guten Wintern - und

die seien mittlerweile rar gesät - zumindest die Möglichkeit bestehe, ein paar Rücklagen für notwendige Reparaturen und sonstige Kosten zu machen. Verletzungen - erst kürzlich wieder - gehören natürlich auch dazu, auch wenn sie nicht angenehm sind. An eine Geschichte der ganz besonderen Art erinnert sich der Pensionär zurück. »Irgendwann ein paar Jahre nach der Grenzöffnung kamen ein paar Jugendliche aus Thüringen oben mit einem alten Trabi-Dach zur Abfahrt des Wildbergliftes und sind mit diesem Gefährt den Steilhang hinab gefahren und in der Halle gelandet.« Dabei hatte mindestens eine Person schwere Verletzungen erlitten. Und obwohl Heinz Daum offen für neue Trends ist, war das dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Den vielen Besuchern, die auch weiterhin in Tettau das Skivergnügen suchen, wünscht er eine gute und unfallfreie Fahrt. von Carlo Fehn

Kontrolle muss sein! 25


Daten & Fakten

DER

IS LANDKRE

IN

ZAHLEN

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Bundesstraßen im Landkreis Kronach Anzahl der Kreisrätinnen und -räte im Kreistag angemeldete Eheschließungen im Rathaus Kronach am 29. Februar 2012

(Quellen: Wikipedia, Rathaus Kronach)

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Amtszeit in Jahren des dienstältesten amtierenden Bürgermeisters im Landkreis, Hans-Peter Laschka (Mitwitz)

KRONICHER. finden Sie auch im Internet

www.kronicher.de 26

KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


Mein Rezept für den Landkreis

Geschnetzeltes a la »Thomas« �on Thomas schulz aus Stein�ach am Wald

Sie hier? Ganz einfach! Schicken Sie uns Ihren RezeptTipp an: redaktion@kronicher.de Betreff: Mein Rezept Ein aktuelles Foto (Auflösung 300 dpi) sollte ebenfalls dabei sein.

Zutaten für 3-4 Personen: • • • • • •

500 g Schweinelende 3 große Zwiebeln 200 g frische Champignons etwas Öl 2 süße Sahne 150 ml lieblichen Weißwein

Zubereitung:

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Als Beilagen: Kroketten oder Reis und Chinakohl (Marinade: Paprikakräuter von Knorr)

Ausschneiden und sammeln!

Fleisch waschen, trocken tupfen, in kleine Stücke schneiden, mit Salz und Pfeffer gut würzen. Zwiebeln fein würfeln, die Champignons putzen und in dünne Scheiben schneiden

Öl in Topf erhitzen, Fleisch portionsweise leicht bräunlich anbraten. Zwiebeln zum Fleisch geben, ebenso anbraten, bis diese leicht bräunlich sind. Nun die in Scheiben geschnittenen Champignons auch in den Topf geben, zwei bis drei Minuten mit andünsten. Bratensatz mit etwas Wein ablöschen, danach eineinhalb Sahne dazugeben und dann ca. 30 Minuten leicht köcheln lassen. Immer mal wieder etwas Wein und Sahne nachgießen. Die Soße sollte angenehm und leicht nach Wein schmecken.

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Menschen & Geschichten

Alle vier Jahre wieder! 35 Menschen im Landkreis Kronach feiern 2012 einen ganz besonderen Tag: Sie wurden an einem 29. Februar geboren. Hubert Martin ist eines dieser »Glückskinder«. KRONICHER. unterhielt sich mit ihm. 28

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Z

ahlen und Daten bestimmen unseren Alltag. So wie Produkte einen Preis und ein Gewicht haben, wir bei jedem Blick auf die Uhr mit einer digitalen Zahlenkombination befriedigt werden oder analog auf dem Ziffernblatt nachlesen können, wie spät es ist, genauso wissen wir im Regelfall, welchen Tag in welchem Monat in welchem Jahr wir gerade haben. Während es bei Einkäufen aber eher als witziger Zufall angesehen wird, wenn der zu zahlende Preis beim Metzger 9 Euro und 99 Cent beträgt, kann man beim Thema »Datum«

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schon von einem gewissen »SchnapsZahlen-Tourismus« sprechen - zumindest dort, wo man es aktiv auch steuern kann. Sie kennen doch sicherlich auch ein Ehepaar, das sich am 11.11.11 hat trauen lassen. Oder Eltern, die - zufällig oder geplant - ein Weihnachts- oder Silvesterkind auf die Welt gebracht haben. In wenigen Tagen ist es nun wieder soweit, der Countdown läuft. 2012 hat wieder einen. Die Rede ist vom 29. Februar. Ein Datum, das - so der Irrglaube nur alle vier Jahre auf dem Kalender zu finden ist. Tatsächlich gibt es aber auch Konstellationen, in denen MenKRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


Menschen & Geschichten

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schen, die an einem 29. Februar geboren wurden, acht Jahre auf ihren Jubeltag warten müssen. Die Regel ist eigentlich einfach, hat allerdings zwei Ausnahmen: Grundsätzlich gilt, dass ein Schaltjahr ohne Rest durch vier teilbar sein muss. Ausnahme: Ist die Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilbar, handelt es sich nicht um ein Schaltjahr. Ausnahme der Ausnahme: Ist die Jahreszahl durch 400 ohne Rest teilbar, handelt es sich wiederum doch um ein Schaltjahr, wie zum Beispiel im Jahr 2000. Hubert Martin, gebürtiger Welitscher, feiert 2012 endlich mal wieder richtig Geburtstag. Bei ihm war es besonders knapp und rückblickend betrachtet, ist er seiner Hebamme, die 1956 Geburtshelferin war, nicht böse ob ihrer Standhaftigkeit und Korrektheit. Er erzählt: »Ich bin kurz nach Mitternacht, so gegen 0.30 Uhr zur Welt gekommen. Es war eine Hausgeburt und meine Mutter hat wohl gefragt,

»

 Warum gibt es den 29. Februar? Verein�acht �ann man sagen: Da das gregorianische Kalender�ahr eine durchschnittliche Länge �on 365,2425 Tagen hat, muss hier alle �ier Jahre ein Ausgleich statt�inden, um sich dem Sonnen�alender wieder an�upassen, da sonst die Jahres�eiten sich irgendwann �erschie�en w�rden. Da es sich a�er nicht genau um einen Vierteltag handelt, gi�t es auch Ausnahmen: Ist die Jahres�ahl ohne Rest durch 100 teil�ar, handelt es sich nicht um ein Schalt�ahr. Ausnahme der Ausnahme: Ist die Jahres�ahl durch 400 ohne Rest teil�ar, handelt es sich wiederum doch um ein Schalt�ahr, wie �um Beispiel im Jahr 2000. als lustigen und geselligen Menschen und somit passe das ja irgendwie auch ganz gut. Als er beruflich noch im Schichtdienst tätig war, war ihm die Qual der Wahl, wann er denn nun in den jeweiligen Nicht-Schaltjahren feiern sollte, ganz recht. »Ich habe das

Die Hebamme hat sich nicht beeinflussen lassen. (Hubert Martin, geboren am 29. Februar 1956)

ob es nicht machbar wäre, den Geburtszeitpunkt ein wenig vorzuverlegen, also auf den 28. Februar. Die Hebamme hat sich allerdings nicht beeinflussen lassen.« Hubert Martin, der in Hirschfeld wohnt sagt, dass er mit diesem außergewöhnlichen Datum nie ein Problem hatte. Als kleiner Junge hätte er sich darum nicht weiter gekümmert. Später dann hätte er sich auch mit dem Kalendersystem beschäftigt, einfach um auch zu wissen, warum es diesen Tag gibt - oder nicht. »Man hat mit so einem Geburtsdatum natürlich schon eine gewisse Aufmerksamkeit, aber es ist für mich jetzt nichts Besonderes und wenn ich damals selbst hätte wählen können, hätte ich den Tag natürlich auch behalten. Das ist nun mal so, wie es ist.« Außerdem bezeichnet er sich selbst

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dann einfach entschieden, wie es bei Wechseldiensten am besten passte.« Danach wurde immer am letzten Februartag gefeiert. Der 29. Februar wird halt ein bisschen mehr gefeiert, so wie 2012 eben. Besondere Wünsche wegen des besonderen Geburtstages hat er nicht. Er sei glücklich und zufrieden, vor allem gesund und das sei das Wichtigste. Und über eine Sache freut er sich alle vier Jahre wieder: »Man hat irgendwie die Gewissheit, dass man auf jeden Fall das Interesse der Zeitungen auf sich zieht.« von Carlo Fehn

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Das allerletzte Interview

Mal ehrlich, Herr Laschka! Hans-Peter Laschka (CSU) ist seit 1990 Bürgermeister des Marktes Mitwitz. Der 57-Jährige ist verheiratet und hat fünf Söhne. Vor seiner Amtszeit war er Angestellter und Beamter in der Verwaltungsgemeinschaft.

Was steht auf Ihrem Frühstückstisch? Tee, oft ein Frühstücksei von eigenen Hühnern, Brot mit Wurst, Käse oder Marmelade, ab und zu Müsli. Ein Tag beginnt für Sie richtig gut, wenn... ...ich auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Badezimmer im Flur den Spruch von Don Bosco lese: »Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!« Wann waren Sie das letzte Mal im Kino? Schon länger her. Welcher Film? Das Wunder von Bern. Welches politische Projekt möchten Sie umgesetzt wissen? Das Pilotprojekt »Ort schafft Mitte - Mitwitz auf den Punkt gebracht«. Ihre Lieblingsfarbe? Keine.

Die beeindruckendste Leistung, die ein Mensch vollbracht hat? Die umfassende Abschaffung der Apartheid in Südafrika durch Nelson Mandela. Welcher Traum sollte für Sie in Erfüllung gehen? Unsere fünf Söhne sind glücklich verheiratet und Opa Peter kann sich um viele Enkel kümmern. Wen würden Sie gerne einmal für einen ausführlichen Meinungsaustausch treffen und warum? Den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, um ihm die Stärken und Nöte des ländlichen Raumes am Beispiel Mitwitz authentisch zu erläutern. Wie würden Sie in einer Pilsbar in Hamburg einem Nordlicht die »Kronicher« beschreiben! Fremde werden von den meisten »Kronichern« erst einmal vorweg mit entsprechendem Abstand taxiert, später mit Vorbehalt akzeptiert und nach längerer Zeit eventuell integriert. Doch die

jüngeren Generationen haben sich von diesem Verhalten zum Glück gelöst. Ein Grund, warum die Bürger Ihrer Gemeinde mit ihrem Bürgermeister zufrieden sind? Ein Grund könnte meine Aufgeschlossenheit sein. Das letzte Buch, das Sie gelesen haben? »Haariges Spektakel«, ein Regionalkrimi von Marion Nemmert. Sie dürften einen Werbeprospekt für den Landkreis Kronach mitgestalten. Welcher Slogan würde die Titelseite zieren und warum? »Wer wesentliche Lebensqualitäten schätzt, findet sie hier!« Was wäre Ihre Henkersmahlzeit? 25 verschiedene Lauensteiner Pralinen, insbesondere mit weißer Schokolade umhüllt. Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Carlo Fehn

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KRONICHER. | Ausgabe Februar 2012


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