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www.kronicher.de Ausgabe 22 April 2013

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- Zum Mitnehmen -

Sport Lucas-CranachLau� wird 20

Für Mensch und Tier beginnt nun wieder eine gefährliche Zeit - Vorsicht ist geboten!

Historisches Dokumentation 800 Jahre Fl�sserei

Events Kronach leuchtet 2013


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Partner des Kronacher Landkreismagazins


Inhalt

Event »Kronach leuchtet« 2013: Magie der blauen Stunde

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Natur & Umwelt Vorsicht, Wild: Gefährliche Zeiten für Mensch und Tier

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Ratgeber Mode: Sportiv und elegant Dies & Das: Friseurinnen und Friseure / Gartenfrühling

Event |6

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Historisches Dokumentation: 800 Jahre Flößerei im Frankenwald

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Sport Natur & Umwelt |10

Jubiläum: Lucas-Cranach-Lauf wird 20

Historisches

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Bauwerke Generalsanierung von-Welsch-Haus: 20 Vom Schandfleck zum Schmuckstück

Schule & Bildung |16

Sport

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Rubriken Editorial Auf den zweiten Blick Mein Rezept für den Landkreis Das allerletzte Interview

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Interview Bauwerke|22 |20

IMPRESSUM

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KRONICHER. Das Magazin für den Landkreis Kronach Herausgeber: Verlag Carlo Fehn Matthias-Kaiser-Str. 1 96317 Kronach

Telefon: 09261-9100148 Telefax: 09261-9100149 E-Mail: redaktion@kronicher.de Internet: www.kronicher.de Redaktion/Texte: Carlo Fehn (V.i.S.d.P.) Gerd Fleischmann, Heike Schülein Satz/ Layout: Carlo Fehn Anzeigen: Rainer Renk, Carlo Fehn Fotos: Carlo Fehn, Gerd Fleischmann, Heike Schülein, Frank Wunderatsch, Rainer Glissnik Druck: Schneider Printmedien GmbH, Weidhausen Erscheinungsweise: Monatlich in ausgewählten Vertriebsstellen Druckauflage: 5.000 Stück

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Editorial ANZEIGE

Liebe Leserinnen und Leser, liebe »Kronicher«!

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un hat es der Frühling also doch geschafft. Zwar kann man in den schattigen Lagen des oberen Frankenwaldes immer noch vereinzelte Schnee- und Eisreste vorfinden, aber der Winter scheint sich nun wohl tatsächlich verabschiedet zu haben. Jetzt »geht ‘s nauswärts«, wie man so schön sagt. Ein Motto, das aber nicht nur für uns Menschen gilt, sondern auch für die Tierwelt. Deswegen heißt es ganz besonders in den nächsten Wochen und Monaten wieder, vorsichtig zu sein, wenn man als Verkehrsteilnehmer mit dem Auto unterwegs ist. Das Projekt »Wild und Straße« befasst sich seit bereits mehr als zwei Jahrzehnten mit der Problematik der Wildunfälle

und den geeigneten Maßnahmen, diese zu verhindern und einzudämmen. Über die Erfolge der letzten 20 Jahre, aber auch über die alarmierenden Zahlen aus der jüngsten Vergangenheit informieren wir Sie in dieser Ausgabe. Und natürlich möchten wir auch, dass Sie sich einen Termin im Kalender schon einmal dick anstreichen: bereits am 3. Mai beginnt dieses Jahr Kronach leuchtet. Alles

Wissenswerte finden Sie ebenfalls in diesem Heft. Und nun wünsche ich Ihnen wieder gute Unterhaltung mit Ihrem Landkreismagazin. Mit besten Grüßen Carlo Fehn

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Ayurveda · Massage · Traditionelle Thai-Massage

Einladung zum Wohlfühlen Mit ihrer privaten Praxis für ganzheitliche Therapie hat sich die Kronacherin Susanne Volk, die seit 2001 staatlich geprüfte Physiotherapeutin ist, einen schon länger gehegten Traum erfüllt. Neben Massagen und Physiotherapie konzentriert sie sich auch auf das Angebot alternativer Therapien wie z.B. Ayurveda. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ulrich Geiger hat sie im April 2012 die Praxis eröffnet und mit der Shen-Shiatsu-Praktikerin Beate Fößel Anfang des Jahres ihr kleines Team erweitert. »Es ist in gewisser Weise unsere Vision, im Bereich alternativer Therapien gemeinsam mit Anderen zu handeln, Netzwerke zu schaffen«, sagt Susanne Volk. Es sei für sie vor allem wichtig, in unserer heutigen, hauptsächlich visuell geprägten Welt einen Aus-

gleich zu schaffen und Menschen wieder ins Fühlen zu bringen. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers im Innen und Außen steht dabei für sie im Vordergrund, aber auch die Verbindung MenschUmwelt ist ein Schwerpunkt in der Gemeinschaftspraxis. Deswegen werden dort auch Workshops zu Themen wie Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und sinnerfülltem Dasein angeboten. Auf Ihr Interesse freuen sich Susanne Volk, Ulrich Geiger und Beate Fößel.

Susanne Volk & Ulrich Geiger

Ruppen 49 96317 Kronach Telefon: 09261 63188 Mobil: 0172 8539535 E-Mail: susi.volk@kabelmail.de

Um zu sein, wer Du bist, brauchst Du nicht viel... ...aber Du musst eine Menge loslassen

www.ganzheitliche-therapie-kc.de Das eigene Leben verstehen, es gestalten & annehmen zu können, sinnvoll zu erleben Das ist Gesundsein, Gesundheit Shiatsu - bewegt & berührt

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Magie der blauen Stunde Elektrische Teelichter zur Beleuchtung von Hauseingängen oder Fenstern können noch bis 20. April unter 0171-4855606 oder per E-Mail an kronachleuchtet@lumen-group.com zum Preis von 29,90 Euro bestellt werden. In einer Packung sind zwölf elektrische Teelichter sowie die Ladestation und die Gläser für die Teelichter enthalten.


Event

B

ereits zum achten Mal findet in diesem Jahr das Lichtfest »Kronach leuchtet« statt. Der gebürtige Kronacher Klaus Metzler ist dabei zum dritten Mal der verantwortliche Projektleiter, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Momentan steckt er in der heißen Phase der Vorbereitungen, da in diesem Jahr erschwerend hinzukommt, dass »Kronach leuchtet« – nicht wie in den vergangenen Jahren erst im Juli – diesmal bereits Anfang Mai stattfinden wird. »Man hat den Juli immer noch irgendwie im Kopf«, sagt Klaus Metzler. »Aber egal, ob Juli, wie bisher oder nun im Mai, so wie bei vielen Projekten, wird es auch hier wieder knapp werden, aber wir sind natürlich sehr zuversichtlich, dass alles wie geplant hinhauen wird.« Mit mehr als 80.000 Besuchern hatte das Leuchtturmprojekt von Kronach Creativ im vergangenen Jahr trotz des nicht idealen Wetters eine weitere Steigerung erfahren können. Und natürlich möchten die Organisatoren – Klaus Metzler kann sich hier auf viele helfende Hände wie schon in den letzten Jahren verlassen – auch 2013 dafür sorgen, dass das Event noch mehr an Bekanntheit und Beliebtheit erlangt. Aber auch das bisher Erreichte kann sich schon sehen und hören lassen. »Kronach«, sagt Klaus Metzler, »ist mittlerweile wirklich ein Begriff, vor allem an Hochschulen und in Lichtkreisen. Wir hatten ja im letzten Jahr zum ersten Mal den Studentenworkshop initiiert, bei dem sich Studenten eine Woche vor Eröffnung von ›Kronach leuchtet‹ an verschiedenen Objekten in der oberen Stadt versuchen durften. Da waren zum Beispiel auch Studenten aus Italien dabei und ich habe mich dann sehr gefreut, als ich von der Hochschule in Turin angeschrieben wurde, weil die Studenten voller Lob und Begeisterung von ›Kronach leuchtet‹ erzählt hatten.« So ist es nur eine logische Konsequenz, dass auch in diesem Jahr der Studentenworkshop wieder stattfinden wird und Klaus Metz-

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ler sagt, dass er sich vor Anfragen eigentlich gar nicht mehr retten kann und regelrecht zugeschüttet wird. Am Ende werden es wohl 30 Studenten aus verschiedenen europäischen Ländern und aus Deutschland sein, die in der oberen Stadt insgesamt drei Areale in Szene setzen und zwei Lichtobjekte gestalten werden. Die Studenten sollen hier die Möglichkeit bekommen, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Nachdem Kronach leuchtet ja eigentlich als Hochschulprojekt gestartet ist, ist diese Chance, die man den Studenten gibt, für Metzler nur konsequent.

Vorverlegung Und die Studenten sind auch ein bisschen mit dafür verantwortlich, dass Kronach jetzt schon eher leuchtet, nämlich ab dem 3. Mai. Dazu erklärt Klaus Metzler: »Die Studenten sind ein ganz wichtiger Faktor bei diesem Lichtfest, da sie auch mit ihren Einzelprojekten in der Woche vor dem eigentlichen Start einen großen Beitrag zur gesamten Veranstaltung leisten. Es ist nun mal so, dass Mitte

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Juli europaweit Prüfungen an den Hochschulen stattfinden oder das Semester bereits beendet ist. Da hat man natürlich kaum eine Chance, die jungen Leute zu uns zu bekommen. Ein weiterer Grund liegt auch darin, dass Anfang Mai die Dunkelheit noch eher einsetzt und somit die Lichteffekte besser zur Geltung kommen.« Apropos Dunkelheit und Licht: Unter dem Motto »Magie der blauen Stunde« soll Kronach 2013 leuchten. Aber was ist eigentlich diese blaue Stunde? Klaus Metzler weiß: »Das ist mehr oder weniger ein poetischer Begriff für den Zeitraum zwischen Sonnenuntergang und dem Einsetzen der Dunkelheit. Durch die Brechung ANZEIGE

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des Lichts in der Ozonschicht färbt sich in dieser Zeit der Himmel tiefblau. Gerade als Hintergrund für die beleuchteten Gebäude ist das natürlich für Fotografen eine einzigartige Möglichkeit, tolle Fotos zu machen. Da darf man einen Fotografen eigentlich auch gar nicht stören oder ansprechen, die möchten diese relativ kurze Zeit, die ihnen bleibt, einfach auch nutzen, um schöne Bilder zu machen.«

Mitmachen Klaus Metzler und sein Team versprechen auch für dieses Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm rund um Kronach leuchtet. Dabei wird die Besucher nicht nur das Lichtprogramm wieder begeistern, sondern auch musikalisch wird viel geboten sein und Metzler hofft, dass die Besucher noch mehr als in den letzten Jahren auch die vielen versteckten Winkel, Gassen, Hinterhöfe und unterirdische Gewölbe oder Keller finden werden, da man auch und gerade dort wunderschöne Lichtinstallationen und Effekte bewundern kann. Auch einen weiteren Schritt hin zu noch mehr

Popularität und Bekanntheit möchte Klaus Metzler in diesem Jahr mit seinem Team schaffen. Zusammen mit seinem Kollegen Sebastian Jung hat er eine Idee entworfen, wie man die Kronacher noch mehr in das Fest mit einbinden kann. »Bei vielen Festen in unserer Region«, sagt Klaus Metzler, »ist es ja so, dass die Menschen an ihren Häusern zum Beispiel kleine Fähnchen anbringen und somit auch ein Gesamtbild entsteht, was dem festlichen Anlass entspricht. Und so wie ich mich daran erinnern kann, machen da in einer Ortschaft auch immer alle mit. Das war eigentlich der Anstoß für unsere Idee zu versuchen, etwas Ähnliches wie die Fähnchen zu finden, um hier einen noch höheren Identifikationsfaktor zu schaffen.« Natürlich musste es etwas sein, das mit Licht zu tun hat, das ist ja ganz klar. Die Idee von Teelichtern in schönen mattierten Gläsern, die dann alle Hausbesitzer zum Beispiel auf ihre Fensterbänke stellen können, war grundsätzlich die Lösung, wegen der theoretisch bestehenden Brandgefahr musste

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man sich jedoch etwas einfallen lassen. Und so wie Flammen auch anderweitig schon durch Strom ersetzt werden, gibt es auch in diesem Fall akkubetriebene Teelichter, die immer wieder aufgeladen werden können. Komplettes Neuland sind diese Teelichter für Klaus Metzler und sein Team allerdings nicht, denn bereits in den vergangenen beiden Jahren waren sie in der Fränkischen Galerie auf der Festung Rosenberg als Beleuchtung der Treppe im Einsatz. »Wir würden uns wünschen«, sagt Sebastian Jung, »dass wir die Teelichter an möglichst vielen Häusern in der Stadt sehen, weil dadurch der Veranstaltung auch noch eine besondere Note verliehen wird. Und außerdem ist es ja auch so, dass die Lichter nicht speziell für ›Kronach leuchtet‹ gemacht wurden, sondern das ganze Jahr über auch in den Wohnungen verwendet werden können.« D i e heiße ANZEIGE

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Phase läuft und Klaus Metz­ler und sein Team haben noch eine Menge Arbeit vor sich. Aber die Vorfreude darauf, was den Besuchern ab dem 3. Mai und natürlich auch schon in der Woche vorher beim Studen­ tenworkshop geboten werden wird, lässt manche Anstrengung leichter erscheinen. Fest davon überzeugt, dass organisatorisch alles wieder so funktionieren wird wie in den Vorjahren, hat Klaus Metzler abschließend auch nur noch einen Wunsch, dessen Erfüllung er aber selbst leider nicht beeinflussen kann: »Das Wetter! Dass wir für die Woche in dem der Studentenworkshop stattfindet und dann natürlich in der Woche des eigentlichen Festes so schönes Wetter haben, das wir viele Besucher begrüßen dürfen, die dann wieder mit vielen tollen Eindrü­ cken und Erlebnissen von ›Kronach leuchtet‹ berichten können.« von Carlo Fehn

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Auch Rosenau und Bahnhofstraße lassen Kronach leuchten Unter dem Motto »Die Weiten des Kosmos« möchten die Unternehmer in der Rosenau und der Bahnhofstraße uch in diesem Jahr wieder ihren Teil dazu beitragen, dass »Kronach leuchtet« ein voller Erfolg wird. Während der gesamten zehn Tage werden die Straßen mit Laserleuchten mit wechselnden Effekten ähnlich einer Galaxie ausgeleuchtet sein. Ein besonderes Highlight wird allen Besuchern am Freitag, dem 3. Mai geboten. An diesem XXL-Abend können sich die Gäste in der Rosenau und der Bahnhofstraße von kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen und bei dezenter kosmischer Musik im Hintergrund chillen und relaxen. Und wer bei so viel Ent­ spannung und Verwöhnung Lust zum Shoppen bekommt, kann sich bis 24 Uhr seine Einkaufswünsche erfüllen.

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Natur & Umwelt

Vorsicht, wild!

Gefährliche Zeiten für Mensch & Tier

K

laus Riedel ist seit 40 Jahren passionierter Jäger und war bis zu seinem Ausscheiden IT Manager bei der Firma Loewe in Kronach. Neben seiner Leidenschaft für die Jagd und die Natur war es wohl gerade seine Erfahrung im Projektmanagement, die ihn dafür prädestinierte, das 1990 bayernweit ins Leben gerufene Projekt »Wild und Straße« nicht nur im Landkreis Kronach zu etablieren, sondern für ganz Oberfranken zu betreuen. Das Projekt, das durch eine Initiative des ADAC und des Bayerischen Jagdverbandes vor mittlerweile fast 22 Jahren entstand, hat schwerpunktmäßig das Ziel, die Wildunfälle auf unseren Straßen so gut wie möglich zu verhindern und zu reduzieren. Die Entwicklung seit der Installation des Projektes im Landkreis Kronach kann man ohne Zweifel als großen Erfolg bezeichnen, dennoch gilt es, sich mit dem Erreichten nicht zufrieden zu geben und immer weiter nach Verbesserungsmöglichkeiten zu schauen. Gerade vor dem Hintergrund, dass im Landkreis Kronach im Jahr 2012 391 Wildunfälle gemeldet wurden, was einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 100 Fällen entspricht, zeigt sich Klaus Riedel alarmiert. »So viele 10

Unfälle - also knapp 400 - wurden damals, vor 20 Jahren registriert, als das Projekt startete und seitdem konnte die jährliche Anzahl auf dieser Basis in den besten Jahren nahezu halbiert werden. Das Thema Wildunfall wird uns immer mehr und immer intensiver beschäftigen«, sagt er.

Rasanter Anstieg Die Gründe dafür liegen seiner Meinung nach auf der Hand und sind auch nachvollziehbar. Nun gelte es, mit entsprechenden Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Wild und Autofahrer sich möglichst wenig in die Quere kommen. Klaus Riedel erklärt: »Bei den meisten Wildunfällen haben wir es mit Rehwild oder Wildschweinen zu tun. Was die Wildschweine angeht, haben wir eigentlich seit der Grenzöffnung einen kontinuierlichen Anstieg. Da sind wir als Jäger wirklich bis zum Äußersten gefordert, den rasanten Anstieg so gut wie möglich einzudämmen.« Die Möglichkeiten hierfür sind durch-

aus vielfältig und werden oder wurden auch und ganz besonders im Landkreis Kronach schon zum Einsatz gebracht. Riedel erinnert sich an die Anfänge des Projektes: »Es war ja damals – also vor 1990 – so, dass Wildunfälle zwar irgendwie gemeldet wurden, aber das stand dann auf irgendeiner Karte eines Jägers, ohne dass man wusste, wo genau das passiert war. Eine Firma in Süddeutschland hat dann relativ schnell nach Initiierung dieses Projektes einen Duftzaun entwickelt, mit dessen Hilfe es verhindert werden sollte, dass das Wild an bestimmten Stellen die Straße überquert. Wir waren davon alle sehr begeistert, und nachFoto unten: Klaus Riedel ist vom Einsatz des Duftzaunes zur Wildunfall-Preväntion überzeugt.

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Natur & Umwelt dem ich dann mit den entsprechen­ den Behörden im Landkreis alles abgesprochen und somit auch alle verantwortlichen Ämter und Perso­nen mit ins Boot genommen hatte, haben wir begonnen, zunächst einmal für einen Zeitraum alle Wildunfälle aufzunehmen um danach die Schwerpunktstrecken mit diesem Duftzaun auszustatten.«

Duftzaun Der Erfolg, der sich einstellte, war für Klaus Riedel einfach nur grandios. Mehr als 50 % konnten die Wildunfälle an den Schwerpunktstrecken eingedämmt werden. Aber was ist dieser Duftzaun eigentlich? Wie funktionierte er? Zunächst einmal kann man sich den Duftzaun nicht wirklich als Zaun, wie wir alle ihn kennen, vorstellen. Es handelt sich dabei um eine Geruchsmischung aus Bär, Wolf, Luchs und Menschenschweiß, die mit einem Trägermaterial – vergleichbar mit dem handelsüblichen Bauschaum aus dem Baumarkt – in Abständen von fünf bis zehn Metern an Bäumen nahe dem Straßenrand angebracht wird. Wenn das Wild, das sich im Nahbe­ reich des Duftzauns befindet und die Straße überqueren will, diesen Duft wahrnimmt, erhöht sich dessen Aufmerksamkeit und wenn zur gleichen Zeit ein Auto mit Lärm und Licht für zusätzliche Unsicherheit sorgt, bedeutet das für die Tiere: Vorsicht, Feind! Der Duftzaun ist toxikologisch völlig unbedenklich und die Wirkung in Verbindung mit den vorbeifahrenden Autos verursacht auch keine pani­schen Reaktionen, sondern signalisiert den Tieren eben nur, dass es besser wäre, hier nicht weiterzugehen. »Mit dem Einsatz des Duftzauns haben wir im Landkreis Kronach wirklich sehr gute Erfolge verzeichnen können«, sagt Klaus Riedel.

Blaue reflektoren Aber es gibt natürlich auch Strecken, wo man rechts und links der Straße KRONICHER. | Ausgabe April 2013

Foto rechts: Sieht aus wie Bauschaum und wirkt abschreckend auf Wild: der Duftzaun.

keinen Wald hat, wo aber dennoch regelmäßiger Wildwechsel stattfin­ det. Die Strecke zwischen Mitwitz und Leutendorf ist da ein gutes Beispiel. Dort wird gerade jetzt eine neue, modifizierte Art einer Vorsichts- und Warnmaßnahme getestet. Es handelt sich dabei um blaue Reflektoren an den Straßenpfosten. Diese sind eine Weiterentwicklung der bisherigen weißen Reflektoren, die dafür sorgen, dass auftreffendes Licht von Fahrzeugen in den Straßenrandbereich abgelenkt wird und somit das Wild vom Überqueren der Straße abgehalten werden soll. Von Blau als Schreckfarbe für Tiere, die in der Natur nur sehr selten vorkommt, versprach man sich eine Verstärkung dieses Effektes. Klaus Riedel, der unter anderem Aus­ schussmitglied Revier und Wildschutz im Bayerischen Jagdverband ist und andere Jäger waren bei diesem Ansatz jedoch eher skeptisch. Er selbst­ hat dann die Erfahrung gemacht, dass diese blauen Reflektoren zwar eine sehr hohe Wirkung auf den Autofahrer haben, da dieser durch die starke Reflexion zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert wird, aber eine Ablenkung des Lichts in den Wald hinein nur begrenzt stattfindet. »Ich sehe diese Reflektoren in erster Linie als Warnung für die Autofahrer. Und da haben sie meiner Meinung nach einen sehr starken Effekt. An einem Wildunfall sind immer Kraftfahrer und Wild beteiligt. Wir versuchen bei den meisten Maßnahmen überwie­ gend auf das Wild einzuwirken. Hier ist aber der Kraftfahrer gefordert, bei den deutlich erkennbaren blauen Reflektoren mit mehr Aufmerksamkeit zu fahren und am Straßenrandbe­ reich auf möglich anwechselndes Wild zu achten«, appelliert Klaus Riedel an alle Autofahrer. Er weiß, dass das Projekt »Wild und Straße« auch in Zukunft noch vieler Anstrengungen bedarf. Die zunehmenden Bestände gerade bei den Wildschweinen, aber

auch das vermehrte Verkehrsaufkommen und die immer stärkere Störung durch Freizeitnutzung in den überwiegenden Waldgebieten lassen gar keinen anderen Schluss zu, als dass sich die bisherigen Zahlen eher noch erhöhen werden anstatt zurückzugehen. »Und gerade jetzt, im Frühjahr«, sagt Klaus Riedel, »kann ich nur alle Verkehrsteilnehmer eindringlich darauf hinweisen, gerade auf den Schwerpunktstrecken für Wildunfälle aufmerksam zu sein und die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen. Das kann in vielen Fällen helfen, den Unfall, der für das Wild meist tödlich endet, aber auch für den Autofahrer schlimme Folgen haben kann, zu verhindern.« von Carlo Fehn

Aktuelle Wildunfallschwerpunkte Schwerpunkt Raum Mitwitz B 303 Mitwitz - Burgstall (6 Wildunfälle) St 2708 Mitwitz - Haig (7) Schwerpunkt Kronach Süd B 85 Weißenbrunn - Kronach (20) St 2200 Theisenort - Beikheim (12) B 173 Kronach - Marktrodach (9) B 173 Kronach - Küps (6) KC 13 Küps – Hummendorf (7) Schwerpunkt Kronach Nord St 2200 Steinberg - Wilhelmsthal (10) KC 25 Friesen - Birkach (12) Schwerpunkt Raum Nordhalben ST 2207 Mauthaus - Nordhalben (6) ST 2702 Mauthaus - Stoffelsmühle (5) St 2198 Nordhalben – Stoffelsmühle (10) Schwerpunkt Nördlicher Landkreis/Raum Rennsteig B 89 Haßlach - Burggrub (6) B 85 Pressig - Rothenkirchen (6) St 2209 Steinbach/W. – Kleintettau (16) KC 03 Posseck - Eila (8) KC 04 Posseck - Marienroth (7) KC 09 Rothenkirchen – Buchbach (11) KC 24 Reichenbach - Lauenhain (6)

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Mode

KRONICHER. Ratgeber

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Sportiv und elegant

Individualität für SIE Einfachheit, Funktionalität und Nachhaltigkeit: Die hajo Dame zeigt sich in der kommenden Saison chicer und smarter – ohne dabei an Lässigkeit und Komfort zu verlieren. Die sporti­ ve Note bleibt weiterhin wichtiges Element. Die Farbpalette des Sommers reicht von knallig bis pastellig – in Kombination mit Neutrals wird der Look besonders lässig. Die Produkt­ vorteile der Stay Fresh Materialien – trocknerbeständig, atmungsaktiv, hautsympathisch, bügelfrei und maschinenwaschbar – sorgen für Authentizität. Neu im Stricksektor: seidig glänzende Baumwollen. Der Shirtbereich zeigt sich abwechslungsreich und detailverliebt. Allover-Animalprints, Ringel und Tupfen beherrschen die Dessins. Modisches Highlight der

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Saison: eine leicht wattierte Steppwendeweste in Blockstreifenoptik. Sportlichkeit für IHN Die hajo Herrenkollektion zeigt sich im Frühjahr-Sommer 2013 sportiv und ele­ gant. Mix & Match spielt eine wichtige Rolle. Colourblocking in innovativen Schnittführungen sorgt für neue Optiken, authentische Stickereien und Aufnäher vermitteln Individualität. Die Farbpalette erstreckt sich von Schwarz, Rot, Ora­ n­­ge­ und Königsblau über Grün und Gelb bis hin zu kräftigen Pastelltönen. Im Strickbereich stehen Baumwoll-Pullover im Zentrum der Aufmerksamkeit; Poloshirts aus Tactel Funktionsfasern garantieren hohen Tragekomfort. Darüber hinaus machen Sweater, Rugger und ärmellose Westen die Kollektion zum AllroundErlebnis für den modernen Mann. Sportiv und elegant – mit der neuen Kollektion von hajo den Sommer genießen!

Foto: hajo/spp-o

akz-o Monaco – das Fürstentum an der französischen Mittelmeerküste ist das Mekka der Reichen und Schönen. Mediterranes Lebensgefühl, Eleganz, Weltoffenheit und Sportivität zeichnen Monaco aus – und dienten hajo als Inspirationsquellen für die »Edition Monaco« Frühjahr-Sommer 2013 Polo- und Sportswear-Kollektion.

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Dies & das

KRONICHER. Ratgeber

260.825 Friseurinnen und Friseure... ...sind in den Salons der Republik ins­ gesamt beschäftigt. Damit gehört das Friseurhandwerk zu den personal­ intensiven Branchen im Handwerk. Natürlich spielen auch Technologien eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Marktes. Im Zentrum steht jedoch die hochwertige »Handar­beit« der Beautyprofis, sie kann durch nichts­ ersetzt werden. Qualifizierte Fachkräfte sind eine unentbehrliche Ressource für die positive Entwicklung im Salon. Erst die Qualitätslei­stungen der Friseurinnen und Friseure lassen den unternehmerischen Erfolg Realität werden. Denn anders als in den meisten Dienst­leistungsberufen werden hier

keine standardisierten Produkte angeboten, sondern kundengerecht individualisierte Dienstleistungen. Dennoch ist die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in den letzten Jahren rückläufig. Das hat konjunkturelle, aber auch strukturelle Gründe. Immer mehr sozialversiche­ rungspflichtige Beschäftigung wird in berufliche Kleinst-Selbstständigkeiten umgewandelt. Im Klartext: In zunehmendem Maße suchen Be­schäftigte ihr Glück in der selbstständigen Ausübung des Friseurberufs und gründen sogenannte »Ein-Personen-Unternehmen«. Im Resultat kommt dies einer Ato­ misierung der Branche gleich - mit negativen Folgen für den Preiswett­

bewerb, die Qualitätsstandards und die Fachkräfteentwicklung. (Text: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks)

Auftakt der Draußen-Saison

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entdeckung der Außenwohnräume ein. Die Primel ist ein Spitzenkandidat, um die heimischen Outdoorbereiche frühlingsfit zu machen. Mit breiten Blättern und runden Blüten in Weinrot, Königsblau oder sonnigem Gelb ist die auch als Schlüsselblume bekann­te Pflanze bereits ab Anfang März ein Highlight auf jeder Terrasse. Farbenfrohe Garten-Stiefmütterchen, die wohl bekanntesten Vertreter der Veilchen, sind ebenfalls Frühlingsboten der ersten Stunde. In lehmige Humuserde gepflanzt, stehen ihre großflächigen, meist mehrfarbigen Blüten ab März in voller Pracht und strahlen mit der ersten Frühlingssonne in fast allen Variationen der Farbpalette um die Wette. Die halbkugelige Wuchsform des Stiefmütterchens eignet

sich ideal, um runde Töpfe, große Kübel und auch dekorative Tischschalen mit mehreren Pflanzen zu beleben.

Foto:Blumenbüro/spp-o

spp-o Robuste Frühblüher erstrah­ len bereits im März auf Balkon und Terrasse und helfen dem Frühlings­ erwachen rund um die eigenen vier Wände auf die Sprünge. Strahlende Primeln und bunte Veilchen punkten durch ihre große Blütenleuchtkraft in sonnigem Gelb, warmem Rot und kräftigem Blau. Ob in Monokultur oder bunt gemischt gepflanzt – die Balkon-Saison 2013 ist eröffnet. Farbenfrohe Frühblüher starten in die neue Jahreszeit und heißen den Lenz mit ihrer Blütenpracht willkommen (www.pflanzenfreude.de). Kältebeständige Gartenblüher wie Primeln und Veilchen sind kurzerhand ganz unkompliziert gepflanzt und laden mit ihren farbenfrohen Blüten und saftig grünen Blättern zur Wieder-

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Historisches

VON ENORMER WIRTSCHAFTLICHER BEDEUTUNG

An die 800 Jahre Flößerei im Frankenwald – umfassende Dokumentation wird im Oktober vorgestellt

Ü

ber Jahrhunderte hinweg stellte die Flößerei in Verbindung mit den zahlreichen Schneidmühlen bis Ende des 19. Jahrhunderts die entscheidende wirtschaftliche Grundlage für den Frankenwald dar. Schließlich hatte die Landwirtschaft auf Grund der klimatischen Verhältnisse seit eh und je eine untergeordnete Rolle eingenommen. Neben den Bergknappen aus Stockheim und Reitsch sowie den Schieferbergleuten und Glasmachern am Rennsteig spielte die Holzwirtschaft - dazu zählen auch die zahlreichen Köhler – hinsichtlich der Beschäftigungsmöglichkeiten in unserer Region eine zentrale Rolle. Bei Auswertung des vorliegenden Zahlenmaterials kommt man zu dem Ergebnis, dass zeitweilig Tausende mit der Flößerei ihr tägliches Brot verdienten. Im Verbund mit den Flößern schufteten auch die Waldbauern und Holzknechte. Millionen Stämme sind über die Jahrhunderte hinweg rodach- und mainabwärts geschwommen. Und es gab Jahre, da wurden an die 100.000 Bäume abgeholzt und verflößt. Eindrucksvoll ist die Statistik 14

von 1872. Damals schwammen an der Stadt Schweinfurt 2086 »ganze Flöße« vorbei. Ein großer Teil davon waren Bretterflöße. Ein Holzverband hatte eine Länge von mindestens 120 Metern Länge. Daraus ergeben sich cirka 250 Kilometer geflößten Holzes ab Schweinfurt auf dem Main. Gewaltige Anstrengungen waren dafür erforderlich. Schon alleine das Fällen der Fichten mit der Ziehsäge, das Ausästen mit dem Beil sowie der mühsame Transport der Stämme von den Berghängen zu den Bächen der oberen Talgründe waren zeitraubend und kräftezehrend. Der Transport auf den größtenteils ausgebauten Bächen – 44 Floßteiche sorgten für Wassernachschub – zu den Schneidmühlen und Flößerorten insbesondere in den wasserreichen, sehr kalten Monaten, war die

nächste große Herausforderung. Tag und Nacht wurden dann bei entsprechender Wasserkraft in den Mühlen die Stämme vor allem zu Brettern verarbeitet. Die Bretterflöße – Stümmel genannt – dominierten zumindest bis zum Jahre 1868 auf Rodach und Main. Mit der Eisenbahn, die ab Dezember 1860 bis Kronach verlegt wurde, nutzten die Floßherren verstärkt dieses neuartige Transportsystem. Nachdem im Jahre 1900 der Schienenstrang Foto unten: Floßhütte auf dem Mainfloß bot Schutz vor Witterungsunbilden.

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Historisches Nordhalben erschloss, verschwanden die Bretterflöße gänzlich. Mit der Flößerei und den veredelten Produkten – wie beispielsweise Weinbergpfähle, Felgen, Speichen – gingen jährlich beachtliche Geldmengen in den Frankenwald. Allerdings war man extrem krisenanfällig. Hinzu kam im 19. Jahrhundert eine verstärkte Abhängigkeit von einem Kartell mittelrheinischer Holzhändler. Sie hatten mit den heimischen Floßherren leichtes Spiel, denn die Frankenwaldflößer waren nur zeitweilig organisiert. Und das hatte oft fatale Folgen bis hin zum bitteren Konkurs und der Verelen­ dung vieler Floßknechte.

Beeindruckende Zahlen Nachdem ja zu allen Zeiten die Bürokratie immer sehr gut klappte – insbesondere durch die Zolleinnehmer - liegen interessante Zahlen vor, die recht eindrucksvoll auf die Bedeutung der Flößerei hinweisen. Bereits ein Jahr nach der ersten urkundlichen Erwähnung der Zollschere bei Neuses werden 1486 rund 6.000 Flöße verzollt. Den Wert der verzollten Hölzer und Waren bezifferte man zwischen 1779 und 1789 auf etwa jährlich 285.000 Gulden. Interessante Informationen kann man dem Geographischen Statistisch-Topographischen Lexikon von Franken (Bundschuh) ent­ nehmen. So lebten im Amt Kronach im Jahre 1760 bereits 145 Floßherren, davon 24 in Kronach, 7 in Friesen, 13 in Steinberg, neun in Höfles, fünf in Vogtendorf, 18 in Unterrodach, zehn in Oberrodach, zwölf in Zeyern, 19 in Steinwiesen, acht in Wallenfels, 14 in Neuses, zwei in Küps und einer in Neu­fang. Fünf Jahre später registrier­ te Bundschuh sogar 171 Floßherren. Für den Zeitraum 1779 bis 1789 wurde die Menge der durchschnittlich im Jahr geflößten Holzwaren errech-

net: 51.863 Schock Bretter (rund 3,1 Millionen), 8.781 Böden, 128.660 Bürden Pfähle, 43.240 Schindeln. Das »Fränkische Addreß-Buch« für das Jahr 1795 erwähnt gar 340.000 bis 350.00 Gulden, »die aus den oberen Hochstiftsgegenden auf den Flüssen Haslach, Cronach und Rodach herbeygeschwemmt und auf dem Mayn nach Frankfurt geflößt werden.« Um 1821, so schreibt der ehemalige Kreisheimatpfleger Willi Schreiber aus Vogtendorf, betrug die Jahressumme des Floßholzes insgesamt 746.000 Gulden (1,3 Millionen Goldmark). Eine Aufstellung von 1821 zählt auf: 10.213 Böden, 502 doppelte Böden, 4508 Stümmel (Bretterflöße) und 524 Riegen Bretter. Kronachs ehemaliger Stadtarchivar Hans Kremer erwähnt in seinem Überblick zur Zollschere Neuses, dass 1858 durchgelassen wurden: 2.993 Hallstadterstümmel, 5.867 sonstige Stümmel, 506 Doppelflügel, 357 einfache Flügel sowie 16.900 verschiedene Holzböden im Gesamtwert von 1.464.613 Gulden. Bei diesen Angaben ist die Bedeutung der einstigen Bretterflöße sehr deutlich erkennbar. Die ersten Stockungen in der Flößerei zeigten sich insbesondere Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts.

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Schließlich ging dann wenig später die Floßholzausfuhr an den Rhein von 1906 bis 1936 um rund 90 Prozent zurück (Gerhard Wich-Heiter).

Dokumentation über die Flösserei Beim Kreisflößertreffen am 19. Oktober in Unterrodach stellt der Stockheimer Kreisheimatpfleger Gerd Fleischmann seine umfassende Dokumentation »Die Frankenwaldflößer zwischen gestern und heute« der Öffentlichkeit vor. Das etwa 180 Sei­ ten starke Buch beinhaltet 174 Fotos und Reinzeichnungen. Erstmals wird das Thema »Flößerei« von Tettau bis Oberlangenstadt, von Stockheim bis Wallenfels in vierzig Kapiteln beschrieben. Besondere Schwerpunkte sind unter anderem die soziale Situation sowie die Nachkriegsaktivitäten der Flößervereine und Mühleninteressengemeinschaften. Text und Repros: Gerd Fleischmann

Foto rechts: Wichtigste Zollstation des Frankenwaldes war die Zollschere bei Neuses. Seit 1485 erstmals urkundlich erwähnt, wurden bis 1870 von den Flößern Zölle erhoben. Danach erfolgte lediglich die Schutzgeldabgabe. KRONICHER. | Ausgabe April 2013

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Sport

D L-C-L  

5.708 Teilnehmer, die über 44.000 Kilometer zurückgelegt haben und damit mehr als einmal um die ganze Welt gelaufen sind. Es sind beeindruckende Zahlen, mit denen der Lucas-CranachLauf in sein Jubiläums-Jahr geht. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Atmosphäre und der landschaftlich reizvollen Strecke genießt er bei Startern und Zuschauern einen hervorragenden Ruf. Am Himmelfahrtstag ist es wieder soweit. Dann lädt das sportliche Highlight schon zum 20. Mal in die Lucas-Cranach-Stadt ein.

»

Das war beim allerersten LucasCranach-Lauf.« Uli Zeuß zeigt alte Bilder von der Siegerehrung des 1994 erstmals ausgetragenen Events. Zeuß, der damals seitens der Turnerschaft Kronach den Lauf ins Leben rief und 15 Jahre lang dessen Motor und Hauptverantwortlicher war, kennt jeden der siegreichen Läufer beim Namen. Auch so manche Anekdote weiß er zu erzählen. Auf dem Tisch stapelt sich ein Berg sorgfältig sortierter Unterlagen: Einladungen, Teilnehmerund Ergebnislisten, Zeitungsberichte, Schnappschüsse und weitere Andenken. Keine Frage: Nach so langer Zeit kommt einiges zusammen – nicht nur Daten und Fakten, sondern auch viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse. Laut Zeuß habe es schon vor 1994 Überlegungen gegeben, einen LucasCranach-Lauf zu initiieren. Er sei damals regelmäßig mit Dietmar Kühntopf gejoggt und eines Tages habe

man sich entschlossen, das Vorhaben zu konkretisieren. Neu war die Idee eines Laufes entlang der Wallanlagen nicht. »Bereits Mitte der 1960er Jahre gab es mehrere Läufe oben bei der Festung«, erinnert sich Zeuß. Der erste Lucas-Cranach-Lauf war 1994 mit 150 Teilnehmern gleich ein guter Erfolg. Bis auf den zweiten Lauf fanden alle Läufe bei der Festung statt. »1995 initiierten die Turnerschaft und die Leichtathletikgemeinschaft im Landkreis Kronach

den Lauf zusammen mit der Aktionsgemeinschaft Kronach. Es war ein Stadtlauf durch Kronach mit Start am Marienplatz und von dort durch das erweiterte Stadtzentrum. Beim Hauptlauf mussten vier Runden mit einer Gesamtlänge von 8.280 Meter zurückgelegt werden. Ziel war vor dem Rathaus«, blickt Zeuß zurück. Der Lauf war am Pfingstsamstag, dem 3. Juni 1995 – dem Tag, als in Kronach die mit 77 Metern kleinste Fußgängerzone Deutschlands einge-

Foto rechts: Franz Mairoser, Uli Zeuß, Dieter Witterauf und Jörg Krank (von links) schmökern in alten Unterlagen des LucasCranach-Laufs. 16

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Sport weiht wurde. »In der Rosenau, vor dem Fotostudio Dölling, stand eine Hüpfburg. Man ließ gerade einmal zwei Meter Platz. Da mussten mehr als 220 Läufer durch«, erzählt Zeuß. Und noch eine weitere Anekdote weiß er von dem Tag zu berichten. So habe er früh um sechs Uhr mit einem»Streuwägela« die Laufstrecke markiert. Durch den Lärm habe er die Chefin vom Spielzeug-Bauer auf den Plan gerufen. Diese habe von ihrem Fenster aus heruntergerufen, was er um diese Zeit mache.

Organisation weitergegeben In der Anfangszeit konnte man sich für den Lauf noch nicht online anmelden. »In der Woche vor dem Lauf klingelte ständig das Telefon. Selbst meine Ehefrau Anita trug immer ein mobiles Telefon, Block und Stift mit sich«, so Zeuß. 1998 konnte man sich - bislang einmalig - für den Lauf nicht voranmelden. Man könne sich vorstellen, was an dem Morgen los gewesen sei. Ziel sei es von Anfang an gewesen, den Teilnehmern einen sportlichen Anreiz zu bieten. Aus gesundheitlichen Gründen gab Zeuß schließlich die Organisation auf. 2009 richtete er ihn noch einmal seitens der Tur­ nerschaft – erstmals zusammen mit dem ASC Marktrodach – aus, um den Übergang leichter zu gestalten. Seit 2010 zeichnet der ASC Marktrodach dafür alleine verantwortlich. Zweiter Vorsitzender Dieter Witterauf betont: »Uns gefiel das Gesamtkonzept des Laufs. Ort und Ambiente passten. Wir wollten den Charakter beibehalten, aber ihm auch unseren eigenen Stempel aufdrücken.« Geändert hat man beispielsweise, dass der Startschuss für den Hobby- und Schülerlauf aus Sicherheitsgründen nicht mehr gleich­zeitig erfolgt. In den Anfangs­ jahren waren sogar alle drei Läufe gleichzeitig gestartet worden, was jetzt undenkbar sei. Überhaupt sei man mit rund 400 Startern an der Festung schon fast am Limit. »Viel mehr Teilnehmer würden wir nicht annehmen. Da tut man den Läufern keinen KRONICHER. | Ausgabe April 2013

Gefallen damit. Schließlich wollen wir ihnen ein positives Erlebnis schenken und ihnen für ihr Startgeld etwas bieten«, betont Witterauf. Es gehe keineswegs um den großen Reibach. Im Gegenteil: Die Urkunden und Prei­ se wie die T-Shirts überstiegen im Wert die Teilnahmegebühr. Dies wäre ohne Sponsoren nicht möglich. »Allen voran ist hier die RaiffeisenbankVolksbank Kronach-Ludwigsstadt zu nennen, die von Anfang an mit im Boot war, und hier insbesondere Ka­ rin Elsel. Der Lauf ist schon so etwas wie ihr Kind geworden«, zeigt sich Witterauf dankbar. Aber auch ohne die weiteren Sponsoren und die rund 30 benötigten Helfer sei der Lauf nicht realisierbar. Bereits die Vorarbeiten seien immens. Am Tag selbst beginnt man um sechs Uhr mit den letzten Vorbereitungen oben bei der Festung. »Die Atmosphäre unter den Teilnehmern ist freundschaftlich«, sind sich Witterauf, erster Vorsitzender Jörg Krank sowie Franz Mairoser vom Organisationsteam des ASC einig. »Natürlich läuft man gegen sich selbst und man möchte eine gute Zeit erreichen. Aber es geht auch um das sportliche Miteinander«, ist sich

Krank sicher. Dass der Lucas-CranachLauf längst Kult sei, liege auch an der Kontinuität und dem Fixtermin am Vatertag. Die Verantwortlichen würden sich eine höhere Anzahl an teilnehmenden Betriebsmannschaften wünschen, was leider nachgelassen habe. »Das kleine Jubiläum ist für uns Anlass, den diesjährigen Lauf zu einem ganz besonderen Ereignis werden zu lassen. Neben den eigentlichen Läufen wollen wir den Besuchern noch mehr Unterhaltung, vor allem aber auch Informationen zu der Jubiläums-Veranstaltung, den Sportlern und den Menschen hinter den Kulissen bieten«, so die Verantwortlichen. Auf einer eigens eingereichten TalkBühne wird man Prominente und Athleten zu Wort kommen lassen, um außergewöhnliche Einblicke und einmalige Eindrücke zu vermitteln. Bereits jetzt freuen sie sich auf ein unvergessliches Erlebnis mit vielen Teilnehmern und Zuschauern, die für prächtige Stimmung sorgen. Lesen Sie bitte auf der nächsten Seite weiter

Foto unten: Rekordteilnehmer und Seriensieger ist Ulrich Queck (SV Langenau). Das Bild stammt aus dem Jahre 2011, als er mit einer Zeit von 36:04 Minuten auf Rang 3 landete.

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Sport

Der 20. Lucas-Cranach-Lauf: Erneut stehen drei reizvolle Strecken zur Auswahl. Der Schülerlauf führt über 2.050 Meter. Er wird separat um 9.45 Uhr gestartet. Für Laufeinsteiger wird eine Strecke über 4.890 Meter angeboten. Der Start des Hobbylaufes ist für 10 Uhr geplant. Der Startschuss für den Hauptlauf über 9.780 Meter fällt um 10.30 Uhr. Die Strecke führt zweimal um die Wallanlagen der Festung Rosenberg und ist eine echte Herausforderung für ambitionierte Sportler. Start- und Zielbereich für alle Läufe ist der Parkplatz unterhalb der Festungsmauer. Die Online-Anmeldung ist bis Montag, 6. Mai 2013 um 24.00 Uhr möglich. Schriftliche Anmeldungen müssen bis 3. Mai beim Veranstalter eingegangen sein. Nachmeldungen werden am Veranstaltungstag bis eine Stunde vor

dem Start des ersten Laufes und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Plätze gegen eine Zusatzgebühr von drei Euro entgegengenommen. Die Teilnahme am Schülerlauf kostet zwei Euro. Alle Teilnehmer erhalten Medaillen, Urkunden und die ersten 100 Teilnehmer ein Jubiläums-T-Shirt. Die Teilnahmegebühr für den Hauptund Hobbylauf beträgt zehn Euro. Für jeden Finisher des Haupt- und Hobbylaufes gibt es als Erinnerung ein Funktions-T-Shirt. Zusätzlich stehen für die drei zeitschnellsten Damen und Herren des Hobbylaufes Pokale und für die drei Schnellsten jeder Altersklasse des Hauptlaufes weitere Preise zur Verfügung. Einen Ehrenpreis gibt es für die teilnehmerstärkste Mannschaft. Text und Fotos: Heike Schülein

Aus der Statistik Bei den bisherigen 19 Läufen legten die 5.708 Teilnehmer circa 44.000 Kilometer zurück. Rekordteilnehmer und Seriensieger ist Ulrich Queck aus Langenau, der elf Mal gewann. Fast immer dabei war auch Dieter Sünkel aus Wallenfels. Die bisher besten Lauf-Ergebnisse wurden 1997 erzielt, als mit Rico Hohenberger (32,32 Min.), Josef Reier (32,40 Min.) und Ulrich Queck (32,50 Min., seine beste Laufzeit überhaupt) drei Läufer unter 33 Minuten blieben und Elke Lorenz (41,50 Min.) ein sehr gutes Ergebnis bei den Damen erreichte. Den bisherigen Rekord bei den Frauen hält Anke Härtl aus Rödental mit 39,10 Min. aus 2002. Bester Teilnehmer des Schülerlaufs war Jonas Geiger im Jahr 2010 mit einer Zeit von 7,03 Min.. Das teilnehmerstärkste Jahr war 2004 mit 30 Teilnehmern.

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Mein Rezept für den Landkreis

Jambala�a von Janine Jungkunz aus Stein�ach am Wald

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Zutaten (6 Personen): • 400 g Chorizo • 250 g Putenbrust • 1 große Zwiebel • 2 Stangen Sellerie • 1 grüne Paprikaschote • 2 ½ TL Cajun Gewürzmischung (ich verwende Spiceworld, erhältlich bei www.spiceworld.at) • ca. ½ TL Salz • 1 kl. Dose gehackte Tomaten • 300 g Reis • 800 ml Gemüsebrühe • 500 g Riesengarnelen (geschält) • 2-3 Zehen Knoblauch

Zubereitung: Chorizo würfeln, Putenbrust in ca. 2 cm große Würfel schneiden, Zwiebel, Stangensellerie und Paprikaschote ebenfalls würfeln, Knoblauch ganz fein hacken. Die Chorizo in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anbraten (auslassen), aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die Putenbrust in dem ausgebratenen Fett scharf anbraten und ebenfalls beiseite stellen. Das Gemüse jetzt ebenfalls in dem Wurstfett andünsten, mit dem Cajun-Gewürz und Salz würzen. Chorizo, Putenbrust und Gemüsemischung zusammen mit

der Dose Tomaten in einen Topf geben und ca. 10 Min. unter Rühren köcheln lassen. Den rohen Reis und die Gemüsebrühe dazugeben und zugedeckt ca. 20 Min. köcheln lassen, dann die Garnelen unterheben und weitere 15 Min. zugedeckt köcheln. Wenn der Reis weich gekocht ist, sollte die Flüssigkeit auch fast vollständig vom Reis aufgesogen sein. Guten Appetit!

Ausschneiden und sammeln!

Ein aktuelles Foto (Auflösung 300 dpi) sollte ebenfalls dabei sein.

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Vom Schandfleck zum Schmuckstück – Das Geburtshaus von Maximilian von Welsch erfuhr eine Generalsanierung

Drei Jahre lang verbrachten Stephan Höllein und seine Freunde ihre ganze Freizeit mit Arbeiten auf der Baustelle. Die unzähligen Arbeitsstunden haben sich gelohnt. Aus dem fast verfallenen Haus in der Kronacher Innenstadt ist nach umfassender Kernsanierung ein kleines Schmuckstück geworden. Die drei Geschosse in der Strauer Straße 9 stehen in Zukunft für Besucher Kronachs, Geschäftsfreunde und Verwandtenbesuche als Ferienhaus offen.

B

etritt man das Haus durch seine rotbraune Eingangstür, eröffnet sich im Innern eine Welt wie aus Anno Dazumal. Das im 17. Jahrhundert erbaute Gebäude – ein Mansarddachbau, im Kern Fachwerk – erscheint wie ein Relikt aus alten Zeiten. Zahlreiche Ideen wurden umgesetzt und viel Zeit wurde investiert, um das Geburtshaus von Maximilian von Welsch vor dem Verfall zu bewahren und unter Beteiligung des Landesamtes für Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung nach ökologischen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu sanieren. Raumhöhen unter

zwei Meter, ein undichtes Dach, bis auf die sechs Quadratmeter große Ausstellungsfläche im Erdgeschoss nicht nutzbare Räumlichkeiten, der Befall mit Schimmelpilzen und Algen sowie eine praktisch kaum noch vorhandene Bausubstanz, ließen das Haus für eine zeitgemäße Wohnnutzung zunächst ungeeignet erscheinen. Im Frühjahr 2010 sollte das rund 4,80 Meter breite und etwa 13 Meter lange Wohn- und Geschäftshaus, das 20 Jahre ohne Nutzung war, verkauft werden. Aufgrund seines desolaten Zustands wollte sich erst kein neuer Eigentümer finden, bis sich Stephan

Höllein ein Herz fasste. Als langjähriger Mieter der sechs Quadratmeter wollte er die attraktive Ausstellungsfläche im Erdgeschoss zur Straßenseite nicht verlieren.

Wunsch keimte auf Er wollte dem Gebäude aber zunächst nur eine neue Dacheindeckung zukommen lassen, damit es nicht mehr hindurchregnete. Doch dann wuchs in ihm der Wunsch, den Kern des Gebäudes zu erhalten, zu sanieren und auch zu nutzen. »Je öfter ich durch das Haus ging, desto mehr kam in mir der Wunsch auf, daraus wieder ein


Bauwerke attraktives Wohnhaus zu machen«, erinnert sich Stephan Höllein. Beim Landratsamt und der Stadtverwaltung Kronach, dem Landesamt für Denkmalpflege sowie den verständnisvollen Nachbarn, bei denen sich der Bauherr herzlich für die gewährte Unterstützung bedankt, stieß er auf offene Ohren. »Mir ging es darum, dem historischen Gebäude sein altes ›Ich‹ wieder zu geben. Ich bin der Meinung, dass man solche historischen Gebäude erhalten sollte«, betont der gelernte Installateur. Und das Geburtshaus von Maximilian von Welsch (1671 bis 1745) ist in der Tat geschichtsträchtig. Der berühmte Sohn der Stadt Kronach war als Architekt der Schönbornbischöfe und als Festungsbaumeister berühmt. Sein Name wird mit den bedeutendsten Bauten des Barocks in Verbindung gebracht – so der Westfassade der Basilika Vierzehnheiligen, dem Umbau der Feste Rosenberg 1706, der Festungen Mainz und Forchheim, der Schlösser Pommersfelden und Fulda, der Würzburger Residenz und kirchlicher Einrichtungen in Erfurt, Worms, Amorbach und Ellwangen. Größten Wert legte Stephan Höllein bei seinem ehrgeizigen Vorhaben auf Wohngesundheit und Wohlfühlquali­ tät. Seine Freunde und Familie, ohne die das Projekt nicht hätte realisiert werden können und er schafften das Kunststück einer »wohngesunden« Sanierung in Einklang mit der Denkmalpflege und der Erhaltung wertvoller Bausubstanz. Letzten Endes wurde nur eine einzige Leichtbauwand entfernt, die in den siebziger Jahren er­ richtet worden war. Das mittelalterliche Hauptgebäude wurde auf seine Ursprungsgröße, erkennbar am Mansarddachgeschoss, zurückgebaut. Nach dem Kauf des Gebäudes machte eine Kronacher Restauratorin eine

umfassende denkmalpflegerische Befunduntersuchung. Eine umfangrei­ che Salzanalyse ergab, dass weder im Altputz, noch im Natursteinmörtel substanzschädliche Salze gefunden werden konnten. In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Landesamts für Denkmalpflege wurde das Haus vom Dach bis zum Erdgeschoss unter größtmöglicher Erhaltung alter Bausubstanz saniert. Die nach den Weltkriegen entstande­ nen eingeschossigen Anbauten wurden entfernt, so dass der ehemalige Innenhof wieder entstand. Vorrangig wurde das bestehende Mansarddach neu gedeckt und gedämmt. Nachdem das Dach wieder dicht war, ging es an den Rest des Gebäudes, das jetzt auf die Größe von 4,80 x 12,50 Meter zurückgebaut war.

Flair der vergangeheit Die Handwerker entfernten mürbe Putze an Innenwänden und bauten die Sanitär- und Elektroinstallatio­ nen aus. Doch nicht nur die Baumaßnahmen waren sorgfältig bedacht, sondern auch die Innenausstattung. So spiegelt sich das Flair der Vergangenheit auch in der Farbgebung und dem Einrichtungsstil wider. Liebe­ voll ausgesuchte alte Möbelstücke, Anti­quitäten, Accessoires und Erinnerungstücke kombiniert mit moder­ nem Wohnflair – wie hochwertige Sanitäreinrichtungen, eine topausges-

tattete Küche, ein kuschelig-warmer Kaminofen, TV, Satellitenanschlüsse sowie eine kostenlose WLAN Nutzung – ergeben eine stimmige Symbiose von Alt und Neu. Das Haus unterteilt sich in zwei – separat oder auch zusammen buchbare – von Grund­auf kernsanierte und renovierte Wohn­ einheiten. Entstanden sind dabei auf einer Wohnfläche von insgesamt rund 100 Quadratmetern eine Wohnung mit Platz für bis zu sechs Gäste im Ober- beziehungsweise Dachgeschoss sowie ein Ein-Zimmer-Appartement im Erdgeschoss. In einem in dieser Form einmaligen Ambiente warten sie nun als Unterkünfte auf Besucher und Feriengäste.Bei zwei »Tagen der offenen Tür« nutzten viele Interessierte die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von dem kleinen Juwel zu machen, mit dem ein wertvolles Stück Kronacher Geschichte wieder lebendig wurde. Bei der offiziellen Einweihung gratulierte auch Kronachs 1. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein der Familie Höllein zu den gelungenen Sanierungsmaßnahmen. Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber und Pfarrer Martin Gundermann nahmen die Segnung der Räumlichkeiten vor. Sie alle freuten sich, dass man auf das Geburtshaus von Maximilian von Welsch nun wieder stolz sein kann. von Heike Schülein (Quelle: „bauhandwerk“, Artikel „Reduzierung aufs Wesentliche“, Ausgabe 4.2012)

Fotostrecke rechts: Mit viel Liebe zum Detail und großen Anstrengungen wurde das Haus umgebaut, das Anfang des 20. Jahrhunderts noch einen Fahrrad- und Nähmaschinenladen mit einer Reparaturwerkstätte im Erdgeschoss beherbergte. KRONICHER. | Ausgabe April 2013

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Das allerletzte Interview ANZEIGE

Mal ehrlich, Frau Kestel! Birgit Kestel ist 43 Jahre, Notariatsgehilfin und Erzieherin. Seit 1997 leitet sie den Rosenberg-Kindergarten in Kronach. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Was steht auf Ihrem Frühstückstisch? Das Frühstück meiner Kinder - für mich und meinen Mann eine Tasse Kaffee. Ein Tag beginnt für Sie richtig gut, wenn... ... die Sonne scheint. Wann waren Sie das letzte Mal im Kino? Ich weiß es nicht mehr so genau. Welcher Film? Es war ein 3-D Film, mit meiner Tochter. Welches Thema in der Öffentlichkeit interessiert Sie im Moment am meisten und warum? Natürlich arbeitsbedingt alles um das Thema »Kinderbetreuung und -erziehung«. Ihre Lieblingsfarbe? Maigrün.

die sich ehrenamtlich engagieren, die für andere Menschen da sind. Welchen Traum würden Sie sich gerne erfüllen? Eine Reise nach Israel – wird dieses Jahr erfüllt! Wen würden Sie gerne einmal für einen ausführlichen Meinungsaustausch treffen und warum? Da ich ein recht kommunikativer Mensch bin und mit vielen Menschen zusammenkomme, fällt mir keine bestimmte Person ein. Wie würden Sie in einer Pilsbar in Hamburg einem Nordlicht die »Kronicher« beschreiben! Wir haben manchmal eine raue Schale, aber wer uns näher kennengelernt hat, der merkt, dass wir auch liebenswürdig sind. Das letzte Buch, das Sie gelesen haben? »Warum Männer nicht zuhören und

Frauen schlecht einparken« von Allan & Barbara Pease. Sie dürften einen Werbeprospekt für den Landkreis Kronach mitgestalten. Welcher Slogan würde die Titelseite zieren und warum? »Kronach – eine Heimat, in der man sich wohl fühlt!« Ich lebe gerne in Kronach, oft wird es gar nicht hoch genug geschätzt, wie schön es bei uns ist. Was wäre Ihre Henkersmahlzeit? Was es gibt, wäre nicht so wichtig. Hauptsache meine Familie und meine Freunde sind mit dabei. Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Carlo Fehn ANZEIGE

Die beeindruckendste Leistung, die ein Mensch vollbracht hat? Mich beeindrucken alle Menschen, die nicht nur an sich selbst denken, die sich für andere Menschen einsetzen, 22

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