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TIBOR GYENIS geb. 1970 in Pécs, bildender Künstler und Fotograf

Er studierte Kunst an der Janus Pannonius Universität in Pécs Malerei bei István Bencsik und Bildhauerei bei Gyula Konkoly, begann sich aber schon früh mit der Fotografie zu beschäftigen. Anstatt Ereignisse zu dokumentieren, setzt er Geschehnisse, Situationen oder gebaute Landschaften in Szene, die er manuell herstellt und welche oft mit grotesken, manchmal sogar mit fast erschreckenden Elementen versehen sind. Wenn sie fertig sind, fotografiert er sie, und dann wird nur der fertige Gegenstand wichtig – das Ereignis verschwindet spurlos. Auf seinen Bildern sind die den physischen Gesetzen widersprechenden, irrationalen, absurden Einstellungen, Szenen und Körper alle manuell hergestellt. Als Grundlage seiner künstlerischen Vision dienen reale Situationen. Er kreiert, verschränkt, wandelt um. Seine Fotos entstehen meistens analog, ohne digitalen Eingriff und Manipulation.

BARNA ILLE'S geb. 1964 in Budapest, Fotograf, Universitätsdozent

Studierte verschiedene Bereiche der Fotografie u.a. bis 2005 an der Budapester Szellemkép Szabadiskola und der ehem. ungarischen Hochschule für Kunst und Design. Obwohl ihn sein Professor, Miklós Gulyás, anfangs beeinflusste, entfernte er sich von der durch ihn vertretenen subjektiv dokumentarischen Richtung und interessiert sich heutzutage für die Untersuchung von existierenden und nicht existierenden Realitäten aus fotografischer Sicht. Der Weg von Barna Illés als Fotograf wird von seiner künstlerischen Sichtweise bestimmt, deren Hauptmerkmal die Reflexion auf das Medium ist. Ihn interessiert die Verwischung der Grenzen zwischen Illusion und Realität. Er hinterfragt den dokumentarischen Charakter des Fotos, ihn interessiert eher die Infragestellung der konventionellen und direkten Sichtweise. Die beiden Künstler schaffen in ihrer Fotoserie In unbekannten Landschaften entsprechend ihrer eigenen Arbeitsmethoden Landschaften, die jedoch nur durch Zufall realen Landschaften gleichen. Die 8 Fotos der Serie zeigen Modelle, die in ihrer wirklichen Größe in einer Wohnung Platz hätten. Die Werke zeigen, wie man sogar in unserer gewohnten städtischen Umgebung mit Hilfe vergrößerter, eventuell hier und da manipulierter Details die exotischsten und wildesten Reisewelten heraufbeschwören kann. Die geschaffenen visuellen Situationen regen zum Nachdenken an, indem sie Absichten der durch die Tourismusindustrie genutzten Bilder mit Realität und Fiktion gemäß ihrer besonderen Manier miteinander vermischen.

Über das Reisen  

Fotoaustellung

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