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Ausgabe Sommer 201 0 路 offizielle Sch眉lerzeitung des ev. Kreuzgymnasiums Dresden 路 kreuz&quer


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OM EN TAU FN AH M EN

Liebe Leser von kreuz&quer,

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ieso ist eigentlich der Artikel noch nicht da? Wer hatte denn den übernommen?“ „Wir brauchen noch ein Foto von den Oberstufenkursen! “ – „ Was, die Enten sind weg?“ - „Werbekunden – her damit! “ - „Wollten wir nicht eine neue Druckerei suchen?“ – „WIE WEIT SEID IHR???“ – Das sind einige Eindrücke vom Redaktionsleben von kreuz&quer in den letzten Tagen vor dem neuen Erscheinungstermin: Der Ton im gemeinsamen Forum wird rauer, mehr oder weniger versteckte Beleidigungen und Schuldzuweisungen gehen hin und her und immer wieder ist festzustellen, dass Kommunikation nicht einfach ist… Da geht vielleicht manch einem durch den Kopf: Warum habe ich mir das eigentlich angetan? Und doch… Ich selbst lerne sehr viel in diesen Momenten: Erkenne, wo meine und die Grenzen der anderen liegen und sehe dabei doch oft, wie diese Grenzen freiwillig überschritten werden. Ich sehe, wie viele Belastungen Schüler in der Woche haben – und staune dann, was alles entstehen kann, wenn Spaß und Motivation einen immer wieder antreiben. Vor allem aber auch – welche Lösungen sich gemeinsam finden lassen, wenn die Sache schon aussichtslos erscheint! Und so ist die Antwort auf die oben gestellte Frage: Weil es trotz allem Spaß macht. Das fertige Heft in den Händen zu halten, später dann viele positive Kommentare zu hören und den Eindruck zu bekommen, dass wir mit unserer Arbeit ernst genommen werden – das ist der Moment, in dem sich zeigt, dass sich die anstrengende Teamarbeit wieder gelohnt hat. Und dass unsere Arbeit

ankommt, zeigen uns auch die geäußerten Wünsche nach Mitarbeit. Teamarbeit – das ist auch im Fußball nötig, um zu gewinnen, zu guten Ergebnissen zu kommen. Was aber haben Fußball, Teamarbeit und Schule miteinander zu tun, könnte man fragen?! Sehr viel, wie wir meinen: Beide Themen binden die Beiträge unserer letzten Ausgabe in diesem Schuljahr zusammen, am deutlichsten in unserem Leitartikel auf S.2. Weiterhin werdet ihr viele unterhaltsame Beiträge finden, z.B. ein Interview mit Olaf Schubert oder auch die Lehrermannschaft des Monats… Berichte aus dem 1 1 . Jahrgang und zum diesjährigen Abitur öffnen den Blick auf die Geheimnisse der Oberstufe. Eine besondere Neuheit in dieser Ausgabe ist der Essay am Ende unserer Zeitung : Hier sollen sich in Zukunft Arbeiten von euch finden, die besonders gut gelungen sind: Aufsätze, Essays, Gedanken zu einem politischen Thema oder anderes mehr. Nur hier besteht die Möglichkeit, eure Texte aus dem Unterricht, die sonst vielleicht nur euer Deutsch-, Geschichts- oder Lateinlehrer liest, zu veröffentlichen. Vielleicht – und dies wäre wünschenswert – entstehen dadurch auch Diskussionen, die wir ebenfalls gern abdrucken. Lasst euch also noch einmal überraschen vom Inhalt der dritten Ausgabe von kreuz&quer in diesem Jahr, lest und gebt uns Rückmeldungen! Und dann wünschen wir euch: SCHÖNE FERIEN! Euer Team kreuz&quer

von

P.S. Viel Erfolg bei unserem Gewinnspiel!

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N H A L T S V E R Z E I C H N I S 5-6 7-8 8-9 1 0-1 2 12 1 3-1 4 14 15 16 17 1 8-1 9 20 20 21 22-24 25 26-28 31

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Elf Freunde sollt ihr sein Der erfolgreichste Weg, im Abitur zu spicken Ich, der intellektuelle Stachel im Fleisch der Bourgeoisie Ein Jahr Oberstufe Lehrerwitz Ein Jahr jenseits des großen Teiches ??? Eine klasse Idee ??? Freud & Leid - ein Jahr in Striesen Mist! Hausaufgaben vergessen! Lost in Description Sagen Sie jetzt nichts Neues vom Überziehen Auflösung des Fotorätsels der letzten Ausgabe Manchmal muss man fragen Mannschaft des Monats Quack, Quack ... endlich haben wir 'nen Namen! Leben und Geschichte Gewinnspiel: Zeigt her eure Füße!

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Ausgabe Sommer 201 0 · offizielle Schülerzeitung des ev. Kreuzgymnasiums Dresden · kreuz&quer


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FREU

N D E

S O LLT

a s b ra u ch t ei n e Fu ßb a l l m a n n sch a ft, wel ch e d i e WM g ewi n n en wi l l ? G u te Spi el er u n d ei n en g u ten Tra i n er, d a zu n atü rl i ch M i ch a el B a l l a ck, Au sd a u er u n d sch l i eßl i ch Erfa h ru n g . Aber a u ch sol ch e i d eel l en Werte wi e Rü cksi ch t a u fei n a n d er u n d Verstä n d n i s fü rei n a n d er, Tea m g ei st, Zu sa m m en h a l t, Ka m era dsch a ft u n d Fa i rn ess. - D a s wa ren d i e An tworten , d i e m i r von D resd n ern g eg eben wu rd en , a l s i ch i h n en d i ese Fra g e stel l te.

Bei i h ren Worten m u sste i ch u n wi l l kü rl i ch a n u n sere Sch u l e d en ken . An g en om m en , wi r wä ren ei n e ri esi g e Fu ßba l l m a n n sch a ft: Wä ren wi r wel tm ei sterta u g l i ch ?

Wi r h ä tten i m m erh i n etwa 8 0 0 g u te Sp i el er - i ch g eh e b ei m ei n er Ü b erl eg u n g d a vo n a u s, d a ss a l l e d i e sp o rtl i ch en Fä h i g kei ten u n serer N a ti o n a l -E l f h a b en - u n d u n ter u n seren 6 0 ko m p eten ten Leh rern wü rd e si ch m i t Si ch erh ei t a u ch ei n g eei g n eter Tra i n er fi n d en . E s g ä b e n a tü rl i ch kei n en B a l l a ck. Ab er d a s ä n d ert n i ch ts a n u n serer g ru n d l eg en d en Q u a l i tä t, sch l i eßl i ch m u ss u n sere N a ti o n a l m a n n sch a ft j a i n zwi sch en a u ch o h n e i h n a u sko m m en . So wei t, so g u t! Bi s d a h i n …

Den n wa s i st m i t d en i d eel l en Werten ?

N a ch ei n i g em Ü b erl eg en m u sste i ch m i r ei n g esteh en : N ei n . D i e wü rd en n o ch n i ch t zu m WM -Si eg rei ch en … I ch wei ß, i h r d en kt eu ch “ Wen n h i er j em a n d G ewi n n erp o ten ti a l h a t, d a n n si n d d a s d o ch wo h l wi r. D i e Kreu zsch ü l er! ” D o ch en tsch ei d et sel b st, n a ch d em i ch E u ch vo n u n seren “ vi rtu el l en M i tsch ü l ern ” U l f, G a b i u n d G ü n ter erzä h l t h a b e:

Der Ka m pf i n d er M en sa

U l f, ei n rech tsch a ffen er Sch ü l er, b etri tt d en Sp ei sesa a l , u m si ch a u f vö l l i g “ l eg a l em ” Weg ei n en Tel l er Rei s m i t Letsch o g em ü se zu ka u fen . E s i st n a ch d er 6 . Stu n d e u n d es h a t si ch b erei ts ei n e kl ei n e Sch l a n g e g eb i l d et. Stö h n en d n i m m t u n ser

I H R

!

S EI N

Kreu zsch ü l er d a s Wa rten a u f si ch u n d stel l t si ch h i n ten a n . Al l es fü r sei n en Letsch o -Tel l er! B a l d j ed o ch b em erkt er, d a ss er tro tz 5 -m i n ü ti g em An steh en kei n en M i l l i m eter wei ter g eko m m en i st. Wa ru m ? Wei l si ch m i ttl erwei l e zwa n zi g sch u b s e n d e , d rä n g e l n d e u n d l ä rm e n d e J u n g s i n d i e Sch l a n g e g eq u etsch t h a b en , d i e a l l e kei n e Lu st h a b en si ch a n zu stel l en . Au f U l f wi rd kei n e Rü cksi ch t g en o m m en . Al s si ch zwei Fü n ft-, h ö ch sten s Sech stkl ä ssl eri n n en d i rekt vo r i h n stel l en , wi rd es U l f zu b u n t. “ Kö n n t i h r eu ch n i ch t h i n ten a n stel l en ?” , fra g t er. “ Sch l i eßl i ch h a b e i ch m i ch a u ch a n g estel l t! I ch wa rte m i ttl erwei l e sch o n ei n e vi ertel Stu n d e! ” “ Tj a , Pech ! ” , en tg eg n et ei n e d er b ei d en frech . Al s U l f d a n n n a ch ei n er h a l b en Stu n d e en d l i ch a n d er Rei h e i st, g i b t es kei n en Rei s m eh r. D a s E i n zi g e, wa s i h m b l ei b t, i st ei n e h a l b e Kel l e ka l ter N u d el n . D a s i st a l so Fa i rn ess u n d Tea m g ei st! ?

G a b i s H e i m we g

G a b i , ei n M ä d ch en vo n vi el l ei ch t zwö l f J a h ren i st a u f d em Weg zu r B u sh a l testel l e, u m d en H ei m weg a n zu treten . I m Pa vi l l o n verb ri n g en ei n p a a r ä l tere Sch ü l er i h re Frei stu n d e. Vo r d em To r wa rten zwei etwa sech zeh n j ä h ri g e J u n g en , vi el l ei ch t Kreu zsch ü l er, vi el l ei ch t a u ch n i ch t, a u f i h re Freu n d i n n en , d i e i n u n sere Sch u l e g eh en . I h n en i st l a n g wei l i g u n d si e ü b erl eg en sch o n ei n e g a n ze Wei l e, wa s si e tu n kö n n ten . G a b i ko m m t i h n en g era d e rech t. E i n er vo n b ei d en b esch i m p ft si e a l s “ h ä ssl i ch ” , “ d u m m ” u n d “ b eh i n d ert” . D er An d ere zerrt i h r d i e Sp o rtta sch e a u s d er H a n d u n d sch wen kt si e ü b er sei n em Ko p f h i n u n d h er. B ei d e l a ch en . G a b i sch rei t, fo rd ert d i e G ro ßen m eh rm a l s a u f, si e i n Ru h e zu l a ssen . N a tü rl i ch i g n o ri eren d i ese d a s Fl eh en . E s i st fü r si e n u r ei n n eu er G ru n d , wei terzu m a ch en . D i e Sch ü l er i m Pa vi l l o n si n d d u rch d en Lä rm a u fm erksa m g ewo rd en . Al l e zeh n l a u fen zu m To r, u m zu seh en , wa s si ch d a a b sp i el t. E i n i g e si n d en tsetzt, a n d ere l a ch en , si e ken n en d i e Zwö l fj ä h ri g e u n d kö n n en

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si e n i ch t l ei d en o d er si e fi n d en es ei n fa ch n u r l u sti g . Ab er d er Pu n kt i st: KE I N E R g rei ft ei n . G em ei n sa m wä re es fü r si e kei n Pro b l em , d i e M o b b er zu sto p p en . Ab er si e tu n es n i ch t. Wo i st d er Zu sa m m en h a l t? D i e Ka m era d sch a ft? G a b i erzä h l t zu H a u se n i ch ts vo n d em Vo rfa l l - si e wi rd o ft g eä rg ert, wen d et si ch a b er n i e m i t d i esen Pro b l em en a n E l tern o d er Leh rer, a u s An g st, d a fü r vo n d en G ro ßen n o ch m eh r H ä n sel ei en zu ern ten u n d a m E n d e n i ch t n u r d er “ Streb er” o d er d er “ Q u a si m o d o ” , so n d ern a u ch n o ch d i e “ Petze” zu s e i n . D i ej en i g en , d i e es m i tb eko m m en , tu n n i ch ts d a g eg en . Wa ru m ? Si n d si e zu fei g e? H a b en si e ei n fa ch kei n e Lu st o d er fi n d en si e es sel b st a u ch l u sti g ? Vo n d en “ Tä tern ” wi l l i ch g a r n i ch t erst a n fa n g en . J etzt werd en ei n p a a r Leser vi el l ei ch t sa g en : “ J a , i ch b eko m m e so etwa s g a r n i ch t m i t, d a ka n n i ch a u ch n i ch t h el fen ! ” Aber Au g en versch l i eßen i st a u ch ei n e M ög l i ch kei t, d i e Probl em e a n d erer zu i g n ori eren .

Gü n ter, d er Au ßen sei ter

Wä h ren d d i e a n d eren m i t i h ren Freu n d en l a ch en , Steh -G eh u n d Fa n g esp i el e sp i el en o d er si ch , i n kl ei n en G ru p p en steh en d , u n terh a l ten , i st G ü n ter i n d en Pa u sen a l l ei n . E r h a t kei n e Freu n d e. Vo r d rei M o n a ten h a t sei n Va ter sei n en Arb ei tsp l a tz verl o ren u n d sei td em g a b es zwi sch en sei n en E l tern n u r Strei t. J etzt red en si e d a vo n , si ch sch ei d en zu l a ssen . I n d er Sch u l e ka n n er si ch weg en d i eser stä n d i g en So rg e, sei n e Fa m i l i e kö n n te zerb rech en , n i ch t m eh r a u f d i e Au fg a b en ko n zen tri eren u n d b eko m m t sch l ech te N o ten . Weg en sei n er Pro b l em e h a t si ch G ü n ter i m m er m eh r zu rü ckg ezo g e n . D a zu ko m m t, d a ss er a n d ere I n teressen , Vo rstel l u n g en u n d Wü n sch e h a t a l s sei n e Kl a ssen ka m era d en . Si e a l l e kö n n en i h n seh en , wi e er Ta g fü r Ta g ei n sa m u n d tra u ri g i n sei n er E cke steh t, a b er u m si ch m i t i h m a b zu g eb en o d er si ch u m i h n zu b em ü h en – d a fü r i st er i h n en zu “ so n d erl i ch ” . Kei n er versu ch t, i h m Verstä n d n i s en tg eg en zu b ri n g en . U l fs u n d G ü n th ers G esch i ch te spi el t si ch j ed en Ta g i n u n serer Sch u l e a b. U n d a u ch d i e von G a -

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bi i st n i ch t frei erfu n d en , son d ern h a t si ch , i n ä h n l i ch er Form , wi rkl i ch zu g etra g en . D i e D rei g eh en ( u n ter a n d erem N a m en ) wi rkl i ch a u f u n sere Sch u l e u n d si ch er si n d si e n i ch t d i e Ei n zi g en , d i e Probl em e h a ben . Vi el Kri ti k. U n d es sch ei n t l ei ch t zu sei n , Kri ti k zu ü b en . D o ch i ch m u ss zu g eb en : I ch b i n o ft n i ch t b esser a l s d i e u n tä ti g en Zeu g en o d er d i e “ I g n o ri eren d en ” . Ab er zu m G l ü ck g i b t es a n u n serer Sch u l e b erei ts ei n i g e, d i e i h r Po ten ti a l n u tzen , d i e Rü cksi ch t a u f M i tsch ü l er n eh m en , ei n p a a r M i n u ten Wa rten i n d er E ssen sch l a n g e i n Ka u f n eh m en u n d si ch o rd en tl i ch a n stel l en , d a m i t d i e An d eren kei n en N a ch tei l h a b en , d i e ei n g rei fen u n d d en so g en a n n ten “ O p fern ” h el fen , sta tt weg zu sch a u en , d i e a u ch Au ßen sei tern u n d so l ch en , d i e ei n fa ch a n d ere I n teressen h a b en , ei n e Ch a n ce g eb en . Si e si n d kei n e “ B a l l a cks” , a ber si e h a ben d a s Zeu g zu m WM -Spi el er. La ssen wi r u n s vo n i h n en a n stecken ! Wen n wi r u n s wi rkl i ch a l s Tea m verh a l ten - d a m i t m ei n e i ch n i ch t n u r ei n g u tes Verh ä l tn i s zwi sch en d en Sch ü l ern u n terei n a n d er, so n d ern a u ch zwi sch en Sch ü l ern u n d Leh rern - kö n n ten wi r n o ch vi el m eh r sch a ffen . Vi el l ei ch t n i ch t u n b ed i n g t d i e Fu ßb a l l wel tm ei stersch a ft - a b er d a n n n u r a u s d em G ru n d , d a ss ei n e “ 1 1 ” n i ch t 8 0 0 Sp i el er h a t… Wen n j ed er n u r ei n b i ssch en a u f si ch sel b st u n d d en M i t- a b er a u ch d en G eg en sp i el er, d en Tra i n er u n d d en Sch i ed sri ch ter a ch tet, d a n n wä ren wi r ei n e g u te, sta rke M a n n sch a ft, zu d er a u ch U l f, G a b i u n d G ü n ter wi rkl i ch d a zu g eh ö ren . L a u ra B lo m e

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E R I M

E R F O L G R E I C H S T E W E G AB I TU R Z U S P I CKE N

Ei n I n tervi ew m i t Fra u M i etzsch , d er O berstufen bera teri n

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rgendwann ist es soweit – die Abiturprüfungen stehen vor der Tür. Ein Ziel, auf das man die meiste Zeit seiner Schullaufbahn hingearbeitet hat. Was ist dabei zu beachten? Was muss man wissen? Wie sind die Erfahrungen in diesem Jahr? Einige Fragen dazu hat uns Frau Mietzsch beantwortet.

1 . Al s Oberstu fen bera teri n si n d Si e fü r d i e Oberstu fe zu stä n d i g . Wa s bed eu tet d i e Abi tu rzei t fü r Si e? Stress? Od er ü berwi eg t d och d er Stol z, ei n e wei tere Gen era ti on von Sch ü l ern si ch er i n s Leben n a ch d er Sch u l e beg l ei tet zu h a ben ?

3 . U n d wa s i st I h re spezi el l e Au fg a be wä hren d d er Abi tu rzei t? Vieles. (lacht) Alle Pläne erstellen, alles koordinieren, in Zusammenarbeit mit Frau Britz. Also eigentlich die gesamte Planung.

4. Wi e steh t es m i t Betru g sversu ch en ?

Haben wir nicht. Das macht keiner. Da steht das Bestehen des Abiturs auf dem Spiel.

5 . Kl ei n er Ti pp a n d i e El fer, wel ch e Spi cka rt h a t d i e g rößte Au ssi ch t a u f Erfol g ? Keine, außer Lernen!

6. Wi e ka n n m a n si ch a u f d a s Abi tu r vorberei ten ? Gi bt es beson d ere M ög l i ch keiten , d i e Si e em pfeh l en kön n en ? Das ist individuell. In den zwei Jahren muss man herausfinden, wie man lernt. Alleine oder in der Gruppe. Das ist unterschiedlich.

Stress. Aber ich mache auch eine ganze Menge vorher. Ich habe schon im Oktober angefangen, den mündlichen Prüfungsplan zu erstellen, weil der neu war und alles koordiniert werden musste. Aber auch Stolz, weil uns die 1 2. Klassen verlassen und jetzt erwachsen sind. Wir haben sie ja auch viele Jahre lang begleitet. Und manchmal wissen sie schon mehr als ich. Da ist man auch stolz.

  

Der Umfang. Es sind fünf Prüfungsfächer, in welchen der Stoff von zwei Jahren geprüft wird. Man muss komplexe Zusammenhänge herstellen, was in den Klausuren nicht immer der Fall ist. Auch der zeitliche Umfang ist größer.

8. Da s Abi tu r wa r, n a ch d er g ä n g i g en M ein u n g , eh er l ei ch t. Wora n l i eg t d a s?

2 . Wa s u n tersch ei d et d a s Abi tu r von ei n er n orm a l en Kl a u su r?

7 . Der J a h rg a n g von 2 01 0 i st d er erste, d er von d er n eu en Oberstu fen reform betroffen i st. I nwi efern m a ch en si ch d i e Än d eru n g e n b e i d e n d i e s j ä h ri g e n Z e u g n i s s e n bem erkba r?

Vom Schnitt gar nicht. Wir haben den gleichen Schnitt, wie all die Jahre zuvor. 2,2 bis 2,3. Das ist allerdings auch ein besonderer Jahrgang, es sind sehr gute Schüler dabei. Wir haben zwei Schüler mit dem Ergebnis von 1 ,0.

Das ist das erste Abi nach den neuen Lehrplänen mit einer neuen Aufgabenkultur. Da reizt man nicht gleich alle Schwierigkeiten und Fein-

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heiten aus. Meiner Meinung nach war allerdings 1 0. Wel ch e Fä ch er h a ben , wa s d i e N oten nur die Matheprüfung leichter als die Jahre zu- a n g eh t, d i e g rößten Verä n d eru n g en ervor. Die anderen waren wie die vorherigen. l ebt? Wo wu rd en d i e besten Erg ebn i sse er-

9 . M a n spri ch t oft von ei n em Zwei -, m a n chm a l a u ch von ei n em Drei j a h resrh yth m u s (a u f ei n l ei ch tes Abi tu r fol g t ei n sch weres i m n ä ch sten J a h r) . Wi e wi rd si ch d a s i n d en n ä ch sten J a h ren ä n d ern ? M u ss d er n ä ch ste Zwöl ferj a h rg a n g zi ttern ? Wenn ich das voraus sehen könnte, würde ich nicht hier arbeiten, sondern Lotto spielen. Ich hoffe, dass es ein ähnlich schönes Abi wie dieses wird. Der Eindruck ist aber auch immer subjektiv.

zi el t?

Die besten Ergebnisse wurden im Physikleistungskurs und im Matheleistungskurs erzielt. In Geschichte war es weniger zufrieden stellend. Ansonsten war es wie immer. Vi el en D a n k fü r d a s i n form a ti ve I n tervi ew u n d I h re Zei t! Louisa Hutzler und Thekla Liebmann

I CH -

DER I N TELLEKTUELLE STACH EL IM FLEISCH DER BOURGEOISIE

- O l a f Sch u bert i m I n tervi ewer ihn nicht kennt... Olaf Schubert ist einer der bekanntesten ostdeutschen Comedians. Er erblickte am 7. November 1 967 in Plauen (im Vogtland) das Licht der Welt und betätigte sich schon früh künstlerisch, malte und spielte Flöte. Später studierte er Architektur und Musik und reist seit Ende 1 994 mit verschiedenen kabarettistischen Programmen durch ganz Deutschland. Außerdem nimmt er Hördialoge auf und ist bisweilen auch in verschiedenen Comedy-Runden im Fernsehen zu erleben. Auch spielt er in der Dresdner Gruppe DEKAdance als Schlagzeugerin Gabi. Unter vielen anderen Auszeichnungen erhielt der heute Zweiundvierzigjährige den Deutschen Comedy Preis als „Bester Newcomer 2008“ und 201 0 den Deutschen Kleinkunstpreis.

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K&Q: H err Sch u bert, n a ch d em Ren é Ad l er u n d M i ch a el Ba l l a ck n u n a u sg esch i ed en si n d , i st kei n Sa ch se m eh r i n J og i s M a n n sch a ft. Wora n ka n n es g el eg en h a ben ?

Die sind ja beide verletzt. Der Sachse war schon immer sehr sensibel und eben auch nicht sonderlich belastbar.

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K&Q: Wi e wi r wi ssen , erwa rten Si e vol l er S pa n n u n g d a s S pi el H ol l a n d g eg en N i ed erl a n d e. . . Aber wer g l a u ben Si e, wi rd Wel tm ei ster?

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Das ist eine sehr schwierige Frage. Eine Prognose kann ich deshalb erst nach der WM abgeben.

K&Q: Ki cken Si e sel bst? U n d wo? Wa ren Si e sch on i m n eu en Sta d i on von Dyn a m o D re s d e n ?

Vorbilder brauche ich keine. Mir ist es wichtiger dass andere Menschen mir nacheifern. Paar Abziehbilder hab' ich aber.

K&Q: Wa s trei ben Si e son st fü r Sport?

K&Q: Si e si n d j a ei g en tl i ch g el ern ter Sch l a g zeu g er. H a ben Si e d a d u rch d a s Gefü h l fü r d a s perfekte Ti m i n g d er Poi n te en twi ckel t? Od er a n d ers g esa g t: Wa s h a ben Ga bi u n d Ca rol a g em ei n sa m ?

K&Q: Wi e h a ben Si e si ch a u f d i e WM vorberei tet?

K&Q: Wa s fä l l t I h n en spon ta n zu u n serer Sch u l e ei n ?

Zweimal nein.

Ich war mal sächsischer Vizemeister im Frühsport.

Wichtig ist eine ausreichende Erwärmung bevor man sich ein Spiel im TV anschaut. Augenmuskel dehnen und Pupille weiten, sonst kann es zu gefährlichen Stauchungen an der Sehwurzel kommen.

Nicht viel. Es sind beides Frauen - das reicht ja auch.

. . . u n d n u n zu m B etroffen h ei tsl yri ker . . .

Unweit von dort wuchs ich auf und war mal verliebt in eine ehemalige Kreuzschülerin. Sie hieß Solveig Hänschel und wurde später eine erfolgreiche Gewichtheberin. Ich hab auch mal im Kreuzchor vorgesungen. Aber mit dem Klang meiner Stimme war ich den Hörgewohnheiten der damaligen Zeit um Jahre voraus.

Schon als kleiner Olaf wusste ich - ja ich habe viel und vor allem Wichtiges zu sagen.

Unbedingt. Eine Oper schreiben. Ein Tandem bauen. Noch viele Auftritte haben und Solveig Hänschel noch rumkriegen.

Möglichst spät aufstehen und möglichst spät in's Bett. Die Zeit dazwischen wird dann irgendwie verfüllt.

Flora Halbert und Frida Stein

K&Q: Wa ren Si e sch on i m m er ei n Wi tzbol d ? U n d sei t wa n n g en a u fü h l en Si e si ch zu m Wel tverbesserer beru fen ? K&Q: Wi e si eh t I h r Ta g esa bl a u f a u s?

K&Q: Wel ch e Vorbi l d er h a ben Si e (a u ßer Bert Steph a n u n d Gu i d o Westerwel l e) ?

K&Q: H a ben Si e n och g roße Zi el e, n a ch a l l em , wa s Si e errei ch t h a ben ? K&Q: H erzl i ch en Da n k, d a ss Si e si ch d i e Z e i t g e n o m m e n h a b e n , u n s e re Fra g e n z u bea n tworten !

Olaf Schubert-Fans - aufgepasst! Diesen Fußball, handsigniert von Olaf Schubert, gibt es zu gewinnen! Blättert einfach auf Seite 31 und löst unser Schuhrätsel!

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B E R S T U F E

Erfa h ru n g en , Erl ebn i sse u n d G ed a n ken ei n es 1 1 -Kl ä ssl ers or ein paar Wochen kam Benedikt, der Chef- Lehrer von einem allgemeinen Leistungsstand redakteur unserer Schülerzeitung, zu mir ausgeht, den man selbst vielleicht noch nicht erund meinte, ich könne ja mal einen Artikel über reicht hat, sodass es folgerichtig heißt: „Sie müsdie Oberstufe schreiben. Ich sagte zu und als ich sen da mal selbstständig nacharbeiten.“ dann voller Engagement anfing, kam ich recht schnell ins Stocken: Was gehört in solch einen Artikel hinein? Sollte ich auf gehobener Sachtextebene oder lieber in Alltagssprache schreiben, wie man das im Deutsch-Leistungskurs nennt? Und wie verfasst man überhaupt einen Zeitungsartikel? Dazu kommt eine weitere Erfahrung, die nur unIch war entsetzt: Müsste ich dies nach 1 1 Jahren ser Jahrgang bislang gemacht hat: Unsere KlasSchule nicht eigentlich wissen? Zwar kann ich ei- sen sind nach der siebten Jahrgangstufe nicht ne textgebundende Erörterung inklusive Analyse gemischt worden. Die Klassenverbände waren und Auseinandersetzung mit dem Thema schrei- von der fünften bis zur zehnten Klasse identisch ben, weiß, was ein barockes Gedicht ausmacht und lösten sich erst in der Oberstufe auf. Das und kenne ungefähr 22 verschiedene Bücher, die Aufeinandertreffen verschiedener Leistungsnivealle im Lehrplan als „literarisch hochwertig“ be- aus und Kenntnisstände in einem Kurs ist also zeichnet werden, doch das Grundwissen, wie weitgehend neu für uns. eben das Schreiben eines Zeitungsartikels, muss man sich auch in der Oberstufe neu aneignen Eine weitere Neuheit ist der Schulstress, der sich oder wiederholen. Erste Erfahrung also: In der in der Oberstufe vervielfacht. Immer wieder be-

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Oberstufe wird keineswegs viel von dem wiederholt, was schon in den vergangen Jahren gelernt wurde oder hätte gelernt werden sollen, sondern die Lehrer bauen auf dem bereits erworbenen Wissen auf. Natürlich ist der Deutsch-Leistungskurs nur ein Beispiel, denn auch in allen anderen Fächern bildet das in den vorangegangenen Jahren Gelernte die Grundlage des Unterrichts. Aber, wäre einzuwenden, ist dies denn etwas gänzlich Neues? Schließlich wird ja auch schon in der siebten Klasse auf dem Wissen aus der fünften Klasse aufgebaut. Nun, der große Umbruch hat durch die Vermischung der Jahrgänge stattgefunden, da nun Schüler zusammen Unterricht haben, die sich vorher nie gemeinsam in einem Klassenzimmer aufhielten. Da fragt dann schon mal der ein oder andere Lehrer: „Sie können Französisch nicht so gut, waren Sie denn in der Klasse 1 0/4?“ Es kann also leicht passieren, dass der

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kommt man zu hören: Hausaufgabe hier, Klausur da, „In einem Jahr ist Abitur - da müssen Sie topfit sein.“ Dazu kommt noch,

dass das von den Lehrern angestrebte Niveau höher ist und viele Schüler ihre persönlichen Einbrüche erleben, was die Noten betrifft: Wer in Deutsch sonst immer locker eine Zwei geschafft hat, der muss jetzt dafür arbeiten, dass die Noten weiterhin im Zweierbereich (also 1 0-1 2 Punkte) bleiben und nicht plötzlich eine schöne runde „8“ unter der Klausur steht. Und weil in jedem Fach mindestens eine Klausur geschrieben wird, in Deutsch, Mathe und im zweiten Leistungskurs sogar zwei, bedeutet das: Mehr Hausaufgaben, viel mehr lernen und viel mehr Zeit investieren, z.B. in eine mehrstündige Theaterprobe im Darstellenden Spiel an genau dem Samstag, der eigentlich für ganz andere Dinge vorgesehen war, oder für den Englisch-Leistungskurs ein Wochenende in Schellerhau.

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Doch eben dies hat auch seine Vorteile, denn für Leute, die bisher mit anderen Schülern aus dem gleichen Jahrgang nichts zu tun hatten, ergibt sich hier ein neues soziales Umfeld nach dem

Motto: Vor der Oberstufe kannte ich nur meine Klasse, jetzt kenne ich den ganzen Jahrgang. Ich kann euch versprechen: Drei Tage

hintereinander Probe für das Projekt im Darstellenden Spiel schweißen eine Gruppe unheimlich zusammen. Schnell geht das Miteinander über die Schulzeit hinaus und man unternimmt auch gerne mal was zusammen in seiner Freizeit. Aber nicht nur zum Rest der Jahrgangsstufe entwickelt man ein gutes Verhältnis, auch das Miteinander zwischen Schülern und Lehrern ist sehr viel respektvoller geworden. Das Siezen ist dafür ein Grund, aber auch im Unterrichtsgespräch und in Unterhaltungen nach dem Unterricht mit den Lehrern bekommt man als Schüler das Gefühl vermittelt, dass man jetzt erwachsener geworden ist und eine gewisse Position im Schulleben inne hat. Man gestaltet das Schulleben aktiver

ge nach einer beruflichen Orientierung. Auf der Agenda eines Oberstuflers stehen Punkte wie „Berufsberatung“, „Termin im Arbeitsamt“ oder „Berufsinformationstest“. Wer sich bisher noch nicht überlegt hat, was er später mal beruflich machen will, der sollte langsam in eine interessenabhängige fachliche Richtung tendieren. Reichlich Beratung also wird denjenigen Schülern angeboten, die noch keinen Schimmer davon haben, was sie nach erfolgreichen zwölf Jahren pädagogischer Zucht und Ausbildung mit sich anfangen sollen. Die Standardantwort auf die Frage: „Was machste nach’m Abi?“ – „Erst ma chillen“, ist zwar eine Variante, aber die Oberstufe dient natürlich trotzdem der Entscheidungsfindung für einen beruflichen Werdegang, der nicht nur zwölf, sondern um die vierzig bis fünfzig Jahre dauert - auch wenn das für den ein oder anderen, der zwölf Jahre Schule mit Ach und Krach überlebt hat, schwer vorstellbar ist.

mit, z.B. in der SV, mit der Organisation eines Bandabends, mit dem Schreiben eines Artikels für die Schülerzeitung oder indem man versucht ein Schulradio auf die Beine Aus meiner Sicht also stellt die Oberstufe zu stellen. All diese Aktivitäten verlangen dem auf alle Fälle eine Bereicherung dar, sicherOberstufler einiges ab. Kritisch wird es dann, lich für den einen mehr, den anderen weniwenn man selbst viel Zeit und Ideen in solche Pro- ger. Natürlich gibt es auch vor der 1 1 . Klasse jekte investiert und diese dann nur in Maßen von der Schulleitung unterstützt und teilweise sogar unmöglich gemacht werden. Alles in allem wird man in der Oberstufe wohl nicht zu wenig gefordert und lernt spätestens jetzt sich zu verausgaben, woraufhin man schnell vor zeitlichen Engpässen steht. Zupass kommen da immer wieder Freistunden, denn: In der Ober-

stufe gibt es keine Vertretungsstunden mehr. Wenn ein Lehrer nicht da ist, dann fällt sein Unterricht erst einmal aus.

Neben dem Schulstress, den viele Mittelstufler sicherlich auch jetzt schon haben, stellt sich die Fra-

schon viele, die die Leute aus ihrer Parallelklasse besser kennen als die eigenen Klassenkameraden. Dies wirkt sich nun aber stärker aus: Durch die in jeder neuen Stunde geforderte Zusammenarbeit mit je anderen Mitschülern und Lehrern wird man in seiner Mitarbeit sehr viel flexibler. Außerdem ist das Notensystem der Oberstufe sehr viel anpassungsfähiger, da es nicht mehr die allgegenwärtigen 1 -6 gibt, sondern durch die Bewertung von 1 5-0 Punkten die Notenvergabe der Lehrer freiheitlicher geschehen kann. Als Oberstufler entdeckt man aber auch seine Grenzen neu - oder überhaupt zum ersten Mal. Es gibt zwar immer Leute, die ein sehr gutes Abi auf

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der Couch hinlegen, ohne vom Leistungsdruck herausgefordert zu werden, doch das ist nicht der Normalfall. Ich denke, dass ich für einen Großteil der Sekundarstufe II sprechen kann, wenn ich sage, dass die Oberstufe eine Herausforderung bedeutet, der man zwar gewachsen ist, sich aber trotzdem an sie gewöhnen muss.

Meine persönlichen Erfahrungen sind dabei vor allem, dass ich durch das Kurssystem und größere Möglichkeiten im Schulalltag eine verantwortungsvolle gestalterische Rolle zu spielen, reichlich an Selbstbewusstsein gewonnen habe.

Ähnlich wie in einem Auslandsjahr, macht man sehr viele neue Erfahrungen, da man einerseits unter Leistungsdruck steht und anderseits seine soziale Kompetenz ausbaut. Ich kann nur sagen, dass mich die letzten

Schuljahre vor der Oberstufe so genervt haben, dass ich keine Lust mehr auf Unterricht hatte, doch jetzt in der Oberstufe ist das wieder anders Natürlich kann sich jeder selber aussuchen, ob er geworden. Sie bietet eine gelungene Abwechslieber viel oder eher wenig Zeit in ein gutes schu- lung im früher monotonen Schulalltag. In diesem lisches Abschneiden investieren will. Am Ende Sinne wünsche ich dem neuen elften Jahrgang zählen eben nicht nur ein gutes Abitur, sondern zwei schöne Jahre in der Oberstufe. auch die individuellen Erkenntnisse, die man in Martin Reichardt der Oberstufe gemacht hat. Frau Höhnel am Anschluss Paloma: „Auf Deutsch?“ an das Frau Just: Schellerhauwochenende im „No, in German, please.“ Bus: „Es war ein Fest.“ Jara: „Könnten sie dazu zur Barbara: „Dürfen wir uns in der Abwechslung mal lächeln?“ Kirche oben hinsetzen?“ Frau Höhnel: „Das würde Herr Lüders: Frau Meschke: die Wirkung ruinieren.“ „Klar, aber wenn ihr Mist macht, „Wir haben zehn neue Lehrer. spring ich hoch.“ Da gibt es blonde, dunkle und Tim zieht eine alte Socke Frauen.“ aus seiner Tasche: „Oh, ne Herr Bieneck bei der alte Socke.“ Frage danach, wie man Frau Habermann: seine Persönlichkeit „Aber Aromastoffe hatten verändern könnte: „Ich wir doch schon.“ könnte aufhören, „sozusagen“ zu sagen – Herr Smid: das schaff ich sowieso „Ihr seid jetzt richtig gut, bis auf nicht – […]“. fast alle.“ H err H ü rten : Herr Lüders guckt Nico an. Nico macht ein „Wer ist mit dem Termin einverstanden?“ Er zweideutiges Hechelgeräusch. überblickt die Meldungen. „Robert, Sie sind Herr Lüders: „Normalerweise führen meine Blicke nicht zu irgendwie immer einverstanden. Ham sie solchen Zuständen, aber es erfreut mich sehr.“ keine Freunde oder was?“ Frau Mietzsch: “Ihr bekommt am Schuljahresbeginn euren Tutor gesagt und vom Tutor dann euren Stundenplan und dann könnt ihr den Nachmittag dafür nutzen, in die Elbe zu springen!

Herr Bieneck: „Ich will euch noch ein Tafelbild geben, das das Ganze noch ein bisschen unklarer macht.“

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A H R J E N S E I T S D E S G R Oß E N T E I C H E S

m 23.4.201 0 führten wir ein Interview mit den zwei amerikanischen Austauschschülern unserer Schule. Tim Marzik und Chris Latham sind für ein Jahr hier und kommen beide aus dem Nordosten der USA (Connecticut bzw. Massachusetts).

schwer zu sein, alle müssen sich total viel Stress deswegen machen. In Amerika haben wir 4 Jahre Zeit um die Noten zusammenzutragen. Chris: Ja … alles konzentriert sich nur auf die eine Note, sie entscheidet über das ganze Leben.

K&Q: Wi e wa r eu er erster Ei n d ru ck von D re s d e n ?

Tim: Sehr angenehm. Besonders gefällt mir, dass es hier viele öffentliche Verkehrsmittel gibt, so kann man schnell von einem Ort zum anderen gelangen. Chris: Dresden ist sehr sauber.

K&Q: Wa ru m sei d i h r n a ch Deu tsch l a n d g ekom m en ? Chris: Ich wollte einfach mal noch ein Spaßjahr vor dem College haben und mein Deutsch verbessern. Tim: Meine Mutter hat in Deutschland studiert, also konnte ich schon ziemlich viel Deutsch. Außerdem will ich in Amerika Deutsch und Musik studieren, was auch ein Grund ist, dass ich das Kreuzgymnasium besuchen wollte.

K&Q: Wel ch e U n tersch i ed e g i bt es i m Sch u lsystem u n d wa s h a l tet i h r d a von ? K&Q: Wa s i st eu rer M ei n u n g n a ch d er Tim: Auf unserer High School gibt es kein Leis- H a u ptu n tersch i ed zwi sch en Deu tsch l a n d tungskurssystem, was ich schade finde, da die u n d Am eri ka ? deutschen Schüler gleich lernen sich auf bestimmte Themen festzulegen, während man bei uns erst im College diese Entscheidung treffen kann. Chris: Blöd ist in Deutschland, dass Freizeitangebote wie Marching Band, Sportteam, Theater etc. keine große Rolle im Schulalltag spielen. Bei uns gibt es gerade was das angeht viel mehr Zusammenhalt, was man auch an unseren Schuljacken sieht. (zeigt auf seine High School Jacke) Tim: Außerdem scheint das deutsche Abitur sehr

Chris: In Deutschland regen sich die Leute über viel mehr Kleinigkeiten auf und meckern dann. Tim: In Amerika werden Kleinigkeiten einfach hingenommen und es ist ein bisschen entspannter. Außerdem würde bei uns niemand auf der Straße Alkohol trinken.

K&Q: Wa s verm i sst i h r von Am eri ka ?

Chris: Meine Freunde und das Autofahren. Tim: Ja, das Autofahren fehlt mir auch und der

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Sport, also dass man einfach nachmittags mal Fußball spielen geht oder so.

K&Q: Sei d i h r Oba m a - Fa n s?

K&Q: Wi e fi n d et i h r d a s d eu tsch e Essen ?

K&Q: Wa n n fa h rt i h r wi ed er?

Tim: Super lecker, nur leider sind die Mahlzeiten zu klein. Chris: Ja, und es gibt immer zu viele Kohlenhydrate. Tim: Ich werde fast nie satt. Chris: Es ist immer so: Gemüse, Fleisch, KARTOFFELN! ! !

Tim & Chris: JA !

Chris: Am 1 0. Juli. Tim: Ich fahr am 8. Juli.

K&Q: Werd et i h r i n Kon ta kt m i t eu ren d eu tsch en Freu n d en bl ei ben ? Chris: Auf jeden Fall. Tim: Wir haben uns schon ausgemacht, dass sie mich in den Sommerferien besuchen.

K&Q: Wa s i st eu er d eu tsch es Li ebl i n g swort? K&Q: Da n ke fü r d a s I n tervi ew u n d g u ten Tim: Übelst geil. H ei m fl u g ! Chris: (nach langem Überlegen) Genau.

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Josephine Garitz und Hanna Lother

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K L A S S E

m 28. Mai ist im obersten Stock des Verbinderbaus eine Spenden-Sammelbox „Für Canaletto“ von der Staffelei verschwunden. Sie wurde mittags für das Spargelessen in der Leselandschaft am selben Abend hingestellt. Ein einzelner 5-Euro-Schein verlockte wohl nach wenigen Minuten zum Diebstahl, denn nachmittags wurden Trümmerteile der Box auf einem Fußweg am Schillerplatz entdeckt.

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Ich stelle mir vor, wie der/diejenige die Box aufbricht, den Schein nimmt (ab dem Moment sieht man ihm nicht mehr an, dass er gestohlen wurde) und sich ein Eis kaufen geht - ein Eis mit bitterem Nachgeschmack? Annett Röder

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Ei n J a h r i n Stri esen

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„Was uns in diesem Schuljahr gefreut hat“ • dass wir endlich im neuen Schulgebäude angekommen sind und nun von neuen technischen Errungenschaften profitieren können (die neuen Vertretungspläne) • dass unsere grüne Wiese, sofern nicht abgesperrt, ideal zum Seele-Baumeln-Lassen in den Pausen geeignet ist • dass die Kreuz-Uni auch in diesem Jahr durchgeführt wurde • dass endlich im "neuen alten" Gebäude Laptops zu Recherchezwecken in der Bibliothek zu finden sind • dass die diesjährige Schülervertretung - neben vielen anderen interessanten und unterhaltsamen Veranstaltungen - Mottotage durchgeführt hat, die für viel Spaß gesorgt haben • dass der Kunsttag 201 0 wieder ein einmaliges Erlebnis war, künstlerisch, musikalisch, kulinarisch, organisatorisch ... herrlich • dass wir einen abwechslungsreichen kleinen Theaterbetrieb an der Schule haben: Robert-

Schumann-Abend, Karl Valentin, Shakespeare u.ä. zum Kunsttag, „Der Besuch der alten Dame“ etc. pp. • dass sich ein edler Spender (danke noch mal an Herrn Pape) des KreuzSchulOrchesters erbarmt hat und die verbogenen, katastrophalen Notenpulte durch 50 neue, stabile und professionelle Orchesternotenpulte ersetzt hat • dass wir als Schulgemeinschaft wieder mehr zusammenrücken und - passend zum Thema dieser Ausgabe - uns mehr als ein Team verstehen • dass trotz hoher Erwartungen der neue Essensdienst unsere Anforderungen mehr als erfüllt hat • dass das Deutschlandspiel um 1 3:30 in der Aula geguckt werden durfte, selbst von denen, die dort eigentlich Unterricht gehabt hätten • dass nach langem Hin & Her die Hausordnung letztlich doch so beschlossen wurde (wir berichteten in der letzten Ausgabe)

„Was uns in diesem Schuljahr geärgert hat“ • dass in der Cafeteria geklaut wurde • dass die Kunstartikel des Kunsttages schon 3 Tage nach Ausstellung wieder weggeräumt wurden • dass leider das Schulradio immer noch nicht läuft, dabei wäre ein wenig Pausenmusik doch ganz nett • dass unser Bandabend am 24.06. ganz ohne Grillen und After-Show-Party auskommen muss ... dann gehen wir eben an die Elbe chillen :-) • dass nicht alle Schüler am "GenialSozial"-Pro-

jekt teilnehmen durften • dass die Einrichtung des Schulkellers noch nicht vollendet werden konnte • dass nicht genug Spenden eingingen, um die Leselandschaft zu vervollständigen • dass sich das Schulklima in eine Richtung verändert hat, die nicht unbedingt positiv zu sehen ist • dass es leider kein frei zugängliches, funktionierendes Internet im Schulgebäude gibt, da die Infokabinette geschlossen und die Laptops in der Bibliothek nicht internetfähig sind

Und worüber habt ihr euch geärgert oder gefreut? Meldet euch bei uns! kreuz&quer · offizielle Schülerzeitung des ev. Kreuzgymnasiums Dresden · Ausgabe Sommer 201 0

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MIST! H AUSAUFGABEN

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er kennt das nicht: In aller Eile hat man vergessen, sich die Hausaufgaben aufzuschreiben und es ist nicht mehr genug Zeit, um von der besten Freundin oder vom Kumpel abzuschreiben… Die/der LehrerIn wird wohl ganz schön sauer sein. Was tun? Naja, eine fehlende Hausaufgabe wird nicht zu verhindern sein, aber vielleicht sieht die/der LehrerIn ja darüber hinweg, wenn man…

· …von der vergessenen Hausaufgabe ablenkt: Sie haben aber einen tollen neuen Haarschnitt! Welchem Künstler haben sie den denn zu verdanken? Oder: Na, haben Sie heute früh auch das Schlafzimmerfenster geschlossen? Wer weiß, was da alles passieren könnte… Oder: Iih, ich glaube Sie haben da ein Stück Spinat zwischen den Zähnen!

VERGESSEN

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gemacht? Oder: Ach ja, wir hatten doch diese Hausaufgabe auf. Wissen Sie, seit letzter Woche habe ich zwei Meerschweinchen, die alles zum Hausbau nutzen, was auf ihrem Käfig liegt. Das weiß ich leider erst seit gestern. Dreimal dürfen Sie raten, woher… Oder: Meine kleine Schwester hat gestern in unserem gemeinsamen Zimmer aufgeräumt und alles weggeschmissen, was ihr zwischen die Finger kam. Tja, als sie dann beim Schreibtisch und ich beim Klavierunterricht war, hat sie einfach meine Hausaufgaben entsorgt.

· …man sich (auf die klassische Art) so nett wie möglich entschuldigt: Es tut mir wirklich leid, aber ich habe die Hausaufgabe vergessen, da ich so viel um die Ohren hatte… Kann ich das bitte auch noch bis morgen nachholen? · …eine fantasievolle Ausrede hat: Oder: Wissen sie, ich war schon so sehr ins üben Tja, ich hatte leider keine Zeit für die für die Klassenarbeit vertieft, dass ich gar nicht Hausaufgabe, da ich den ganzen Nachmittag mehr an die Hausaufgaben dachte. Ich mache investiert habe, um heute so wunderschön wie das noch bis morgen und lege es in ihr Fach. Sie in der Schule zu erscheinen! Finden Sie nicht auch, dass so etwas viel wichtiger ist? Wir Kinder Was man lieber nicht erwähnen sollte: müssen doch die Zukunft sichern! · dass man eigentlich genug Zeit für die Oder: Haben Sie schon von diesem mysteriösen Hausaufgaben hatte und Computer gespielt hat Dieb gehört, der den Schülern dieser Schule ihre · dass man noch gar nicht für die morgige Arbeitsmittel stielt? Sie müssen nämlich wissen, Klassenarbeit geübt hat, weil man auch die ganz dass mein Deutschbuch seit einer Woche vergessen hat unauffindbar ist… Lisa Marie Pigulla und Kalina Hauser Oder: Was hätten Sie gemacht: Einen Alien ins All begleitet oder die Mathehausaufgabe Lynn zeigt Maya in Französisch ihre Kette. H err Zöl l n er: H err Lü d ers: „Lasst die richtigen „Ich hab auch Schmuckstücke, die kannst du dir später Töne weg – spielt angucken.“ nur die falschen! “ „Kann ich jetzt dem Richard in den Kopf schießen, weil ich das aus Tradition so mache?“ Herr Hürten: H err B i en eck: „Man muss sich nicht schämen, wenn man „Ja, hat mein Großvater auch immer so gemacht.“ die Hausaufgaben gemacht hat.“

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„Ich möchte nicht weiter ausholen, aber ...“

ächerverbindender Unterricht ist gar nicht so schwer, wie sich das mancher Lehrer vielleicht vorstellt. Schon der Profilunterricht ist ja im Grunde nichts anderes als das Zusammenspiel mehrerer Fachbereiche. Damit vielfältige Aspekte zum Zuge kommen, sind - im Idealfall - Lehrer aus unterschiedlichen Fächern vertreten; Teamarbeit ist also angesagt.Dass dieses Prinzip auch ohne multiple Lehrer, also quasi in Personalunion, funktionieren kann, demonstriert Herr Großer jede Stunde aufs Neue; sein Unterricht ist eine Mischung aus Gemeinschaftskunde, Geschichte (oft auch seine private Historie, nicht, dass das weniger interessant wäre als der normale Stoff…) und Deutsch, da man sich immer den ein oder anderen rhetorischen Kniff abgucken kann.

tan, der Gebirgszug des Himalaya, Tibet, eine höchst interessante Provinz mitsamt ihrer Hauptstadt (deren Name leider infolge der redaktionellen Arbeit der Zensur zum Opfer fiel), eine wichtige Verkehrsader der Region, eine weitere Stadt, die erreicht werden sollte und deren Name leider ebenfalls zu fehlen scheint und der Frontverlauf einiger Kampfhandlungen zu sehen.

D i ese g ren zen l ose Versch m el zu n g m eh rerer Fäch er, d i e d en Sch ü l er pa ckt u n d a u ch ü ber d en Stoff h i n a u s zu beg ei stern verm a g , i st ei n B eispi el eben j en er Ta l en te, d i e si ch d er wi ssen sd u rsti g e Stu d en t i n sei n em M en tor u n d g ei sti g em Va ter, d em Leh rer, wü n sch t. Das Thema der Stunde war übrigens ein ernstes: Krieg in den Medien.

N eu erd i n g s h a t er si ch a u f wei teres N eu l a n d vorg ewa g t: I n d i e G eog ra ph i e. Im Gemeinschaftskunde-Unterricht schilderte er mithilfe großer rednerischer Künste einen Abschnitt seines Lebens und unterlegte dies mit einer präzisen von Hand erstellten Karte, die wir für euch abfotografieren konnten (unlizensierte Verwendung, Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion) und die ihr nun hier vor euch seht. Auf diesem Meisterwerk sind Herrn Großers Studienheimat Indien, das Nachbarland Pakis-

Benedikt Hackenbroich

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m Frühjahr war noch seine Klasse dran, jetzt wird der Spieß umgedreht – Herr Ackermann muss zum Interview ohne Worte. Noch kurz die Spielregeln: Das Interview orientiert sich an der gleichnamigen Reihe des SZ-Magazins und ist eigentlich ein ganz normales Interview, nur dass die Fragen pantomimisch gegeben werden müssen. Damit auch ihr etwas davon habt war bei dem Interview ein Fotograf dabei, der die schönsten, kreativsten und verrücktesten Antworten für euch festgehalten hat. Die professionelle Variante findet ihr übrigens unter sz-magazin.sueddeutsche.de. Das Interview verlief recht effizient - nach kurzer Einarbeitungszeit für den Fotografen kann es schon losgehen. Herr Ackermann ist gut

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vorbereitet und schöpft auch die Möglichkeiten des Theaterkellers voll aus. Die Frage nach der Klausur am nächsten Tag beantwortet er leider nicht, aber für die nächste Ausgabe hat er einen Wunsch: Wenn es möglich ist würde er gerne Frau Röder als nächste bei "Sagen Sie jetzt nichts" sehen.

Name: Christoph Ackermann Fachschaft: Deutsch und Geschichte Status: Mit diesem Lehrer kann man sich nicht in die Haare kriegen! Fragen: Benedikt Hackenbroich Fotos: Dominik Kau und Clara Gerhardt

Zum Anfang etwas Leichtes. Sind sie eher schön oder klug?

Mit welchem Gesichtsausdruck finden Sie sich unwiderstehlich?

Bei spickmich.de haben Sie mit einem Wert von 2,1 die drittbeste Bewertung der Schule (nach 1 ,9: Enke, Großer, Körner; 2,0: Felber, Illmer, Möschner; Stand: 21 . April). Hätten Sie das erwartet?

Sie sind Mittelstufenberater. Wen unterrichten Sie am liebsten; Unter-, Mittel- oder Oberstufe?

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Wem drücken Sie bei der Fußballweltmeisterschaft im Sommer die Daumen?

Apropos Fußball, wie gut können Sie spielen?

A b e r g u c k e n t u n S i e ?

Was halten Sie eigentlich von Avatar (James Camerons neuestem Film)?

Eine kleine Zusatzaufgabe. Sie besitzen keinen einzigen Schlips. Versuchen Sie bitte einmal einen zu binden!

Etwas Privates. Welche Stadt ist schöner, Chemnitz (ihre Geburtsstadt) oder Dresden?

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NEUES

VOM

uch in dieser Ausgabe haben wir wieder ganz genau auf die Uhr geschaut und jede überzogene Minute der Lehrer notiert. Wenn du Lust hast, auch Ähs oder überzogene Minuten zu

.. UBERZIEHEN zählen, mach es für unseren 3-Wochen-Trend wird neu eingeführt - und stecke deine Liste in unseren Briefkasten in der Mensa bei der SV Tafel. Viel Spaß!

AU F L Ö S U N G D E S F O T O R Ä T S E L S D E R L E T Z T E N AU S G A B E

Schließfächer im Keller Litfasssäule vor dem Relizimmer

20

Uhr aus der 436

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MANCHMAL

MUSS MAN FRAGEN

...

... und deswegen haben wir wieder einen Schüler und einen Lehrer befragt. Diesmal ging es um Musik und Shopping... Denn schließlich muss man manchmal fragen!

Frau Schütze (Sportlehrerin), was ist Ihr Musiktipp? Ich höre gerne klassische Musik, zum Beispiel Lieder von Schubert oder Stücke von Schumann. Ich habe auch schöne CDs von Mozart, aber eigentlich bin ich eher ein Radiohörer. Wo gehen Sie am liebsten einkaufen? Ich gehe eigentlich gar nicht so gerne einkaufen. Aber wenn, dann am liebsten in der Neustadt. Allerdings sind die Läden da ziemlich teuer. Was sagen Sie zu den aktuellen Veranstaltungen an unserer Schule? Von der Sache her finde ich das gut, wenn was los ist, aber leider haben die Schüler ja wenig Zeit und können, obwohl sie sich dafür interessieren, nicht teilnehmen. Aber ich finde die Idee gut und hoffe, dass das Angebot angenommen wird.

Christine Mogwitz (9/3), was ist dein aktueller Musiktipp? Jump. Das Lied "Smile" macht einfach gute Laune und hat eine schöne Melodie. Wo gehst du am liebsten einkaufen? Auf der Prager Straße. H&M zum Beispiel. Was sagst du zu den aktuellen Angeboten an unserer Schule (Kurt Biedenkopf, Vorstellung des Arztberufs) ? Also eigentlich finde ich das ziemlich gut. Gerade das mit den Ärzten finde ich sehr interessant. Thekla Liebmann und Louisa Hutzler

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n Fortsetzung des „Paar des Monats“ haben heit. Auf ihn ist immer Verlass, weswegen er wir diesmal für euch eine unschlagbare kürzlich wieder einmal zum Kapitän gewählt „Mannschaft des Monats“ zusammengestellt. wurde. Die Diskussion, ob Spielerfrauen Zutritt zum Hotel haben sollten oder nicht, sieht er geTor: lassen. Ob das daran liegt, dass er immer cool Hürten (Kapitän) - Der 1 ,90-Mann im Tor ist die bleibt oder an der Tatsache, dass er seine Frau Grundlage des Teams, denn er vermittelt Sicher- als Stürmerin im gleichen Verein hat und damit

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nicht ausgeschlossen werden kann, ist umstritten. Hürten ist aber nicht nur sozial versiert, auch als Torwart überzeugt er, verbale Angriffe prallen von ihm ab oder werden mit einer Gegenattacke beantwortet, ansonsten bringt ihn nichts aus der Ruhe.

Abwehr:

Keil - Der rechte Außenverteidiger ist wohl die

am öftesten diskutierte Personalie. Zwar bietet sein Spiel keinen Grund zum Klagen, aber seine Disziplin hat das größte Potenzial nach oben. Nicht selten kommt es vor, dass er zu spät aus der Kabine kommt und sich erst im Laufen das Trikot überstreift - was der weibliche Teil der Fans durchaus mit Wohlwollen bewertet. Keils Vorliebe für starken französischen Käse ist nicht unbekannt. Tatsächlich führen viele Experten sein Können auf den Verzehr der Milchprodukte zurück. Sie behaupten, den Gegenspielern bliebe gar nichts anderes übrig als umzufallen. In seiner Freizeit kümmert sich Keil um die Fangesänge. Felber - Der rechte Innenverteidiger stoppt die meisten Angriffe schon allein dadurch, dass er sich den gegnerischen Stürmern in den Weg stellt, denn an ihm muss man erst einmal vorbei kommen. Wenn es doch mal jemand schaffen sollte, wird er durch den dezenten Einsatz von Judogriffen immobil gemacht. Offensiv überzeugt Felber bei Kopfbällen. Liepelt - Die ungewöhnlich kleine Verteidigerin gewinnt Zweikämpfe nicht allein durch körperliche Überlegenheit, sondern vor allem durch ihren Ruf. Der lässt jeden noch so tapferen Stürmer verzweifeln und bewegungsloser erstarren, als wenn er eingeschlossen wäre. Ihr gutes Verständnis für das Innenleben des Balles sorgt für Ballbeherrschung trotz Stöckelschuhen. Auch außerhalb des Platzes sorgt sie als Platzwart für Disziplin. Küfner - Der lange Kerl erfüllt im Team gleich mehrere Aufgaben. Er stellt den linken Außenverteidiger dar, auf den sich die Mannschaft immer verlassen kann. Sein Wissen um die Schwerkraft und ähnliche Dinge versetzt ihn in die Lage, herrliche lange Pässe in die Spitze zu spielen, aber

auch defensiv kann er für jede Situation etwas aus dem Bart zaubern. Die Bank unterstützt er außerdem durch detaillierte, aber leider manchmal etwas komplizierte taktische Skizzen, die mehr oder weniger verständliche Spielzüge darstellen sowie durch die Aufrechterhaltung der Moral mittels gelungener Witze.

Mittelfeld:

Illmer - Im rechten Mittelfeld scheint er sich pu-

delwohl zu fühlen, und sein ganz privater Fanclub macht für ihn jedes Spiel zu einem Heimspiel. Dieser technisch hochversierte Dribbler - sein brasilianischer Teint entspricht seiner Spielweise - ist trotz ausgeprägten Tabakkonsums noch topfit. Auf Nachfrage versichert er, dies sei mit rechten Mitteln zugegangen, seine Jugend sei auf einen täglichen Donut und einen Schuss spritziger Säure zurückzuführen. Illmer beherrscht den tödlichen Pass in die Spitze, der seine Kollegen Magvas oder Berger perfekt in Szene setzt. Großer - Der junge Mittelfeldspieler, der weithin als Publikumsliebling gilt, wechselte erst vor kurzem zum FC Kreuzschule, hat sich jedoch bereits einen Platz in der Startelf erkämpft. Seine Karriere führte ihn an die entlegensten Orte; er spielte unter anderem in Afrika und Indien. Als Vertrauensspieler vermittelt er zwischen Verein und Fans, während er auf dem Platz als Bälleverteiler glänzt. Diese Führungsrolle macht ihn zu einem der meistgefoulten Spieler auf dem Platz. Habermann - Diese eher unscheinbare Dame wirkt auf dem Platz wie neu. Während sie außerhalb des Stadions eine vorbildliche Mutter mimt, ist sie drinnen gefürchtet und respektiert im Nahkampf. Auch wenn Gerüchte über chemische Nahkampfwaffen zu bezweifeln sind, scheint sie im Duell überall zu sein. Ihre Beine, Arme und Haare verwandeln sich in einen undurchdringlichen Wirbelwind, dem sie den Spitznamen „Tornado“ verdankt. Ein kleiner Makel ist, dass sie und Illmer sich immer wieder auf kollegiale Auseinandersetzungen einlassen, die den Spielfluss geringfügig stören.

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Zöllner - Der Mittelfelddirigent legt Wert auf har-

monische Spielweise. Mit seinem unvergleichlichen Flügelspiel setzt er Akzente nach vorne, schlägt einen Bogen und spielt den Pass in die Spitze, der das Tor einleitet. Dieses taktische Verständnis kommt für viele Gegner wie ein Paukenschlag, denn sein körperliches Erscheinungsbild lässt auf ein eher ruhiges Gemüt schließen.

Sturm:

Doktor „Colonel“ Magvas - Nie war der Satz

„klein, aber oho“ passender als bei ihm. Unter seiner Halbglatze müssen sich die kompliziertesten Vorgänge abspielen, denn der promovierte Sportler sprüht nur so vor Ideen und gilt als sehr torgefährlich. Auch wenn er nicht alles selber umsetzen kann, so leitet er doch das gesamte Offensivspiel. Wenn die traditionelle Vorgehensweise nicht zum Erfolg führt, ist Magvas immer wieder für eine dramatische und ausdrucksstark vollendete Schwalbe gut. Berger - Der erst vor kurzem im Zuge einer Verjüngung der Mannschaft geholte Berger ist dank übernatürlichem Beistand sehr erfolgreich im 1 6Meter-Raum. Oft taucht er für längere Episoden ab, nur um dann überraschend aufzutauchen und das Spiel zu drehen. Neider spotten, er habe mehr Tore mit seiner ausgeprägten Nase erzielt als andere mit dem Fuß, doch seine Fans sehen ihn nur in der Tradition Gerd Müllers. Nichtsdestotrotz ist Berger beidfüßig, sein linker Wumms ist sehr gefürchtet.

Späher:

Lüders - Dem Chefspäher des Teams ist es gelun-

gen, sich sprachlich so fortzubilden, dass er auf feindlichem Territorium nicht auffällt. Diese Tarnung nutzt er, um jede Finesse eines Gegners auszukundschaften. Kritiker bemängeln, er würde auch außer Dienst seine Augen schweifen lassen, aber das zeichnet nun mal einen echten Profi aus.

Co-Coach:

Britz - Verliert nie den Überblick und begleitet je-

des Match vom Spielfeldrand aus mit großer Emotionalität, daher schon oft auf die Tribüne verwiesen. Fanbeauftragte; kümmert sich vor allem um die musikalisch begabteren Fans und choreographiert schon mal Fangesänge. Ist mit der Physis der Spieler bestens vertraut, organisiert in angespannten Zeiten entomologische oder andere Exkursionen für die Mannschaft zur Harmonisierung von Leib, Seele und Geist. Die Wahl der Farbe der Spielertrikots ist auf ihre Vorliebe für Pinguine zurück zu führen.

Coach:

Füllkrug - Hat das Team über mehrere Jahre hin-

weg sorgfältig aufgebaut und hält auch bei eventueller Kritik an strategischen Entscheidungen fest. Achtet auf regelmäßiges, intensives Training. Unvermutet angesetzte Krafttrainingseinheiten und Taktikseminare sorgen für allgemeine Begeisterung und erhöhen die Durchschlagskraft. Schwer zu durchschauen, immer für Überraschungen gut und vielleicht geraKonditionstrainer: Schütze - Die von ihren Schützlingen liebevoll „Ei- de deswegen unschlagbar. serne Lady“ genannte Fitnessexpertin war früher selbst aktive Sportlerin und hat ihr Leben der Auf- - Spätestens jetzt dürfte jedem klar sein: Auch gabe gewidmet, das Team in guter Form zu hal- bei dieser WM muss man mit dieser Mannten. Sie ist die Erfahrenste im Stab. Beim Training schaft rechnen! anderer legt sie die gleichen hohen Maßstäbe an Benedikt Hackenbroich, Guntram Bieneck, wie bei sich selbst. Wie hoch diese sind, wurde Christopher Schmidt, Richard Koch mehr als einem Spieler mit Hula-Hoop und Medizinbällen beigebracht.

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Q UACK, QUACK! E NDLICH HABEN WIR EINEN N AMEN !

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er aufmerksam durch unsere Schule geht, der hat sicherlich schon einen „Teich“ entdeckt. Und wer noch aufmerksamer ist, der hat garantiert auch schon ein Liebespärchen bemerkt, welches den „Teich„ besiedelt. „Hi, wir sind die Enten aus Entenhausen. Als es uns dort zu blöd wurde, haben wir einfach die Koffer gepackt und sind in das Biotop eurer Schule gezogen. Hier geht's uns eigentlich auch gar nicht mal so schlecht, denn täglich werden wir mit Pausenbrot & Co. gefüttert!“ Durch eure Hilfe und ein simples Abstimmungsverfahren (siehe unten) können wir das ergänzen, was den Enten noch fehlt: Die Namen! „Echt? Ist ja cool! Rückt raus mit der Sprache.“ Obwohl wir sehr viele Abstimmzettel an alle Klassenleiter verteilt haben, erreichten uns nur wenige Stimmen. Wir haben uns deshalb entschlossen, unter den eingesandten Namensvorschlägen sechs Paare auszuwählen und diese werdet ihr gleich lesen. Aber zuerst eine Erklärung wie wir jetzt endlich zu den Namen kommen.

Die pünktlich eingesandten Meinungen werden gezählt und die Namen, die die meisten Stimmen kriegen, sind unsere Entennamen! Die Top 6 der Losungen sind folgende: 1 . „Donald und Jaquceline“ 2. „Anton und Elsa“ 3. „Eckbert und Agatha“ 4. „Gabi und Gustav“ 5. „Muddi und Hubert“ 6. „Dolli und Klaus“

Welches Paar gefällt euch am besten? Stimmt mit ab und entscheidet, wie unsere Gäste heißen sollen! Die Entennamen werden am letzten Schultag auf Plakaten in der ganzen Schule verkündet! Die zwölften Klassen konnten nicht an der Abstimmung teilnehmen, da sie sich jetzt nach Beendung des Abi´s eine ordentliche Auszeit verdient haben und nicht in der Schule sind. Allerdings haben die Zwölftklässler schon eigene „inoffizielle“ Namen: „Regina Falanci und Eberhard“

Ihr selbst wählt persönlich euren Favoriten der 6 NamensPÄRCHEN und steckt diese vor den Sommerferien in den SCHÜLERZEITUNGSBRIEFKASTEN in der Caféteria neben der SVPinnwand. Wer nicht pünktlich abgibt, hat Pech und die Vorschläge werden nicht mitgewertet. Danke an alle vom Schülerzeitungsteam, an Joana und Marie aus der 1 2. Klasse für eure Mithilfe! Constanze Albrecht und Paula König

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E B E N

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E S C H I C H T E

Ist es sowohl persönlich als auch g esellschaftlich sinnvoll, geschichtliche Ziele aufzustellen und aktiv handelnd zu verfolgen? Ein Essay von Jonas Golde (Grundkurs Philosophie 12)

Der Historiker Reinhart Koselleck (geb. 1923) äußert sich kritisch zu der These von einer Machbarkeit der Geschichte: „Die [... ] Rückbindung der Geschichte an die eigene Planung verkennt jenes Überschuss- und Überraschungspotenzial, das alle Geschichte auszeichnet. [... ] Geschichte zeichnet sich dadurch aus, dass menschliche Voraussicht, menschliche Pläne und ihre Durchführungen im Ablauf der Zeit immer auseinandertreten. [...] „Geschichte an und für sich” vollzieht sich immer im Vorgriff auf Unvollkommenheit und hat deshalb eine offene Zukunft. Das jedenfalls lehrt die bisherige Geschichte [...].” (Reinhart Koselleck: Über die Verfügbarkeit in der Geschichte [1977]. In: Ders.: Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten. Zit. nach: Willi Oelmüller: Diskurs Geschichte. Philosophische Arbeitsbücher Band 4. Schöningh: Paderborn 1980, S. 323,325/326)

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ie Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt drauf an, sie zu verändern.“ So sah es Karl Marx und lag mit seiner Aussage, sich distanzierend bis abhebend von dem, was er unter den Philosophen verstand, gar nicht so falsch – immerhin hatte seine Geschichtsphilosophie im 19. und 20. Jahrhundert eine mehr oder minder erfolgreiche Umsetzung gefunden. Auch wenn dies nicht unbedingt auf die von ihm angedachte Weise geschah, kann am Beispiel Marx gezeigt werden, dass es durchaus Sinn hat, sich mit dem Lauf der Geschichte, ihren Gesetzmäßigkeiten und ihren Zielen auseinanderzusetzen, um sie dadurch zu verändern. Ob dies allerdings immer erfolgreich geschieht und ob von einer Machbarkeit der Geschichte gesprochen werden kann, soll im Folgenden mithilfe verschiedener Geschichtsphilosophen und -philosophien erörtert werden. Reinhart Koselleck wiederum, der der These von einer Machbarkeit der Geschichte grundsätzlich kritisch gegenüberstand, verwies in „Über die Verfügbarkeit der Geschichte“ (1977) auf das „Überschuss- und Überraschungspotenzial, das alle Geschichte auszeichnet“ und das seiner Meinung nach notwendigerweise „eine offene Zukunft“ nach sich ziehe, frei von jeder Vorhersagbarkeit und gänzlich unvollkommen. Es bleibt also die Frage am Scheideweg zwischen diesen beiden konträren Aussagen: Ist es sinnvoll, geschichtliche Ziele aufzustellen und aktiv handelnd zu verfolgen – und dies bezogen auf meine eigene Lebensgeschichte, aber auch auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung?

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Wähle ich meinen persönlichen bisherigen Lebenslauf, so wird beim ersten groben Überblicken der Verläufe schnell Marx der Vorzug gegeben, der alle geschichtlichen Entwicklungen als Ergebnis eines vorherigen Ereignisses oder Zustandes deutete und daraus eine notwendige Zukunft ableitete – für ihn die klassenlose Gesellschaft. Ebendiese scheinbaren Zusammenhänge finden sich nun auch in dem wieder, was in meinem Leben, wenn auch im kleineren Rahmen als bei Marx, geschah. So ist mein Wohnort und mein familiäres Umfeld schon vor mir dagewesen und nur der Rahmen, in den ich hinein geboren wurde – ohne, dass ich mich den Dingen entziehen konnte, geschweige denn, dass hier ein Zufall eingetreten wäre, der jedoch neben Tausenden von anderen Lebensmöglichkeiten – alle mit gleicher Wahrscheinlichkeit - vollkommen gleichgültig erscheint. Vielmehr ist es die mit Abstand denkbarste und wahrscheinlichste Tatsache, dass ich im Wohnort meiner Eltern lebe und in eine Familie gehöre, die ich mir nicht ausgesucht habe, und die notwendig durch Verwandtschaftsbeziehungen immer bleiben wird. Schreite ich voran in meinem Lebenslauf, so komme ich zur Schule, und zwar nicht in irgendeine von den Dutzenden Schulen in meinem Wohnort, sondern in genau jene, die am nächsten liegt. Kein Zufall, sondern geplante Zukunft. Und das will so schnell nicht aufhören, denn kurz darauf folgt eine klar strukturierte Kausalkette, an deren Ende ich Kruzianer geworden bin, und plötzlich scheint der Waggon meines Lebens auf den Gleisen zu rollen, ohne das weit und breit eine Weiche in Sicht ist, nicht mal eine Bremsmöglichkeit. Der Rest meines

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Lebens bis zum heutigen Tag ist dann wohl ein ziemlich typischer Ablauf dessen, was von einem Kruzianerdasein zu erwarten ist: Ich ziehe zu Hause aus und ins Alumnat ein, werde Kreuzschüler, verbringe den Großteil meiner Freizeit in Probensälen oder Kirchen, um dort darauf zu warten, dass ich in den Stimmbruch komme, um schließlich – wie ist es anders zu erwarten – den Stimmbruch zu überwinden und wieder zu singen, bis heute. „Ja“, sagen da Marx und im Übrigen auch Hegel, der ebenso den Zufall aus dem geschichtlichen Treiben zu verbannen suchte, zu der Situation, „genauso musste es kommen. Und weil du nun schon so viel gesungen hast, wirst du Sänger.“ Hier ist der Punkt, an dem ich stutzig werde, denn das liegt nicht in meiner Absicht, ja nicht einmal tendenziell. Wohl wahr: Musik begeistert und ich werde ihr mit Sicherheit noch mehr Zeit in meinem Leben schenken, aber deshalb genau diese Richtung einschlagen? Nicht unbedingt Gesang, aber vielleicht Musik in anderer Hinsicht studieren? - All das werde ich tunlichst bleiben lassen, und mich der Physik und am liebsten noch den vielen anderen interessanten Dingen zuwenden, die die Welt so zu bieten hat.

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a steht sie nun, die Theorie vom notwendigen Ablauf der Geschichte, Reinhart Koselleck neben ihr, während er tröstend zu ihr spricht: „Hätte ja keiner voraussagen können, dass dir die Zukunft das bringen würde.“ Für mich und meinen persönlichen Bezug ist klar geworden: Der Glaube an eine planbare Geschichte ist bezweifelbar, und das nicht nur, weil die logische Theorie nicht mit meinen tatsächlichen Absichten zusammenpasst – was mir die Zukunft bringen wird, vermag ich nicht vorherzusagen –, sondern weil auch die vorherige Darstellung vereinfacht und auf das zu Beweisende beschränkt ist. In Wirklichkeit erscheint mir der Zufall, der hinter den Dingen steckt, oder das „Überraschungspotenzial“, wie es Koselleck nennt, viel größer und gewichtiger. Denn wer hätte schon, als ich mit drei Jahren in den Kindergarten kam, vorhersehen können, dass ich heute mit 18 mein Abitur nicht als „ganz normaler“ Schüler ablege, sondern als Kruzianer, dass ich daneben ein seltsames Interesse für tote Sprachen entwickelt habe, Geige und Klavier spiele und außerdem jede Woche tanzen gehe, alles in allem eine von verschiedenen Zufällen geprägte Individualität darstelle, so

zufällig kombiniert, dass es schon der Widerlegung der Chaostheorie bedürfte, um jede Bifurkation im Rückschritt erkunden zu können. Nun war aber die von Hegel und Marx so betonte Kontinuität der Geschichte nicht auf einen persönlichen, individuellen Rahmen bezogen, wie ich es gerade getan habe, sondern befasste sich mit dem gesamtgesellschaftlichen Verlauf und dessen Zukunft. Da eine Übertragung des persönlichen geschichtlichen Geschehens meiner Meinung nach ungeeignet erscheint – hierzu sind die Problem- und Zielstellungen zu unterschiedlich –, schließt sich eine Betrachtung der Frage an, ob es sinnvoll ist, geschichtliche Ziele aufzustellen und aktiv handelnd zu verfolgen. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der ebenso wie Karl Marx einen die Vollendung anstrebenden Lauf der Geschichte zu erkennen glaubte, beschrieb die Problematik folgendermaßen: „Den Glauben und Gedanken muss man zur Geschichte bringen, dass die Welt des Wollens nicht dem Zufall anheimgegeben ist.“ In dem, was unter der „Welt des Wollens“ zu verstehen ist, unterschied er sich aber von Marx. Während dieser die klassenlose Gesellschaft als Ergebnis der Revolution des Proletariats und damit als geschichtliche Zielstellung sah, hatte Hegel, geprägt durch die in seine Lebenszeit fallende französische Revolution, die Vernunft und damit die Freiheit des Geistes im Sinn. „Die Weltgeschichte ist ein Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit – ein Fortschritt, den wir in seiner Notwendigkeit zu erkennen haben.“, ist eine Aussage, die auch seit Hegels Tod 1831 immer noch vertreten werden kann, denn nie war wohl die scheinbare Freiheit und damit die Vielfalt an Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten, für einen Angehörigen der westlichen Welt größer. Zwar treten immer wieder Bestrebungen zutage, die um unserer Sicherheit willen die Freiheit beschränken wollen – ein Fachgebiet, das unser letzter Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble besonders gut beherrschte –, aber dennoch steht fest, dass unsere Freiheit schon im Vergleich zur DDR vor 50 Jahren unermesslich groß ist: Wir haben die Möglichkeit, zu reisen, wohin wir wollen, unser Geld in genau den Wohlstand zu investieren, den wir uns wünschen, Autos zu kaufen, für die (neuerdings ironischer Weise) der Slogan „Nichts ist unmöglich!“ gilt, unsere Zeit weitestgehend frei

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zu gestalten – aber vor allem unsere Meinung frei zu äußern. Gerade im Bereich der freien Meinungsäußerung zeigt sich meiner Meinung nach der von Hegel beschriebene „Fortschritt […] in seiner Notwendigkeit“ besonders gut, wie das Internet in seiner zweiten Instanz, auch gerne Web 2.0 genannt, belegt. Nun ist jeder, der im Besitz eines Internetzuganges ist, in der Lage, seine Meinung an die Welt kund zu tun; ganz unabhängig davon, ob es jemanden interessiert oder nicht. Und selbst in Ländern, die Meinungsfreiheit und damit die Vernunft des Menschen zu unterbinden versuchen, bietet das Internet vorher nicht dagewesene Möglichkeiten der Verbreitung von Inhalten. So waren beispielsweise bei den letzten Unruhen im Iran zwar alle ausländischen Journalisten entweder des Landes verwiesen worden oder isoliert, aber nichtsdestotrotz gelangten über das Internet Videos der Verfolgung von Oppositionsanhängern an die Öffentlichkeit. Und auch in China, einem Land, in dem nicht ungewünschte Inhalte unterbunden, sondern einfach nur erwünschte zugelassen werden, bietet das Internet die größte Plattform und Publikationsmöglichkeit für Menschenrechtsvertreter und andere politische Aktive. Demnach kann das Internet als immer noch mit enormer Geschwindigkeit expandierendes Beispiel für Hegels Ansatz der ständig zunehmenden Freiheit gewertet werden und bestätigt im zweiten Schritt die These, dass das Aufstellen geschichtlicher Ziele doch sinnvoll ist. Kritisch wäre hierbei nur anzumerken, dass Hegel glaubte, der historische Prozess sei zu bereits seiner Vollendung gelangt, was uns darauf stößt, ob es nur der Schein ist, der uns trügt, dass wir frei sind – immerhin sind seit Hegel 200 Jahre vergangen, die definitiv nicht vor vollendeter Freiheit strotzten – was aber das Ergebnis, geschichtliche Ziele als sinnvoll zu erachten, keinesfalls einschränken soll. Mit Marx begonnen komme ich nun auch am Ende auf Marx zurück, der, wie anfangs angedeutet, gleich Zweierlei darstellt: Zum einen, wie es funktionieren kann, dass man geschichtliche Ziele aktiv handelnd verfolgt und umsetzt, und zum anderen, dass eine Theorie genauso tief stürzen kann, wie sie emporgehoben wurde. Mit Letzterem soll Marx mir als Beispiel dienen, dass die Aufstellung geschichtlicher Ziele doch ihre Tücken hat: Vor dem Untergang der Sowjetunion und damit der DDR sah es für den real existierenden Kommunismus und Sozialismus gar nicht so schlecht aus. Die Prophezeiung, das Proleta-

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riat werde sich zur Revolution erheben und die Klassengesellschaft abschaffen, hatte sich wenigstens auf einer Hälfte der Erde zwar teils mangelhaft, aber immerhin weitestgehend erfüllt und entgegen aller von Koselleck postulierten Unvollkommenheit hatten die Bauern und Arbeiter scheinbar gesiegt. Allerdings stellte sich die von Marx und Lenin entworfene Theorie als in der Praxis nicht mit dem Menschen vereinbar heraus und ging schließlich hauptsächlich an sich selbst zugrunde – womit Koselleck wieder bestätigt wäre: Geschichte ist nicht planbar.

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lles in allem glaube ich, dass Reinhart Koselleck zwar nicht ohne Einschränkungen, aber im Großen und Ganzen dennoch richtig liegt. Die Suche nach den geschichtlichen Zielen verhält sich ein wenig wie die, nach der prima causa oder dem primum movens. Wir sind uns bewusst, dass wir unter den gegebenen Möglichkeiten keine vollständig korrekte, sondern nur eine eingeschränkt gültige Vorhersage treffen können; glauben aber, dass wir mit der Erkenntnis des Ursprungs aller Dinge und damit aller daraus folgender Zusammenhänger exakte Vorhersagen treffen können. Dass dies aber nicht der Fall sein kann, darin liegt der Kern der Problematik. Nur die Akzeptanz, dass wir den Zufall nicht verhindern können, führt hier weiter. Denn auch für den historischen Fall gilt: „Geschichte an und für sich vollzieht sich immer im Vorgriff auf Unvollkommenheit und hat deshalb eine offene Zukunft“. Jonas Golde

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G ZEIGT

E W I

HER EURE

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ür Fußballer zählen auf dem Platz nicht nur der perfekte Ball, die perfekte Frisur UND – Der perfekte SCHUH. Auch für andere Sportler sind Schuhe das A und O: Was wäre ein Tennisspieler ohne Schuhe? Was wäre ein Eishockey-Spieler ohne die obligatorischen (Schlitt) - Schuhe?? Doch mit welchen Schuhen bewegen sich unsere Lehrer durchs Leben?? Stöckeln sie mit Gabor durch die Welt, watscheln sie mit Birkenstock durch die Gegend oder trampeln sie mit Meindel

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FÜßE, ZEIGT

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HER EURE

durch die Schulgangprärie? Jeder Lehrerschuh ist einzigartig und kreuz&quer hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese besondere Spezies Schuh zu erforschen. Nun seid ihr gefragt: Seid ihr Schuhprofis und könnt den Mythos der Lehrerschuhe entschlüsseln und damit die Identität der Träger an's Licht bringen? Denn vielleicht gilt ja: Wie der Schuh, so auch sein Träger... Viel Spaß beim Rätseln!

SCHUH'

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Luise Lotte Lerm

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O U P O N

Tragt hier ein, welcher Schuh zu welchem Lehrer gehört und werft diesen Coupon in den Briefkasten der Schülerzeitung in der Cafétaria! Mit etwas Glück könnt ihr einen von Olaf Schubert persönlich signierten Fußball gewinnen! Name: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Klasse/Kurs: _ _ _ _ _ Bild 1 : _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Bild 2: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Bild 3: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Bild 4: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Bild 5: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ kreuz&quer · offizielle Schülerzeitung des ev. Kreuzgymnasiums Dresden · Ausgabe Sommer 201 0

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M P R E S S U M

H era u sg eber: Evangelisches Kreuzgymnasium c/o Schülerzeitung kreuz&quer Dornblüthstraße 4 01 277 Dresden Ch efred a kti on : Clara Gerhardt | Benedikt Hackenbroich | Guntram Bieneck Fi n a n zi eru n g : Elsa Gehrisch | Tilman Sager | Till Große La you t: Hannah Siedel | Lea Grahn | Christopher Schmidt Coverg esta l tu n g : Benedikt Hackenbroich | Josephine Garitz | Hanna Lother Tech n i sch e B era tu n g : Christopher Schmidt

D ru ckerei : Printpoint Digital, Dresden Au fl a g en za h l : 230 Stück H eftprei s: 1 ,00 € Red a kti on ssch l u ss d i eser Au sg a be: 1 6.06.201 0 Leserbri efe: Lob, Kritik und Anregungen sowie neue Mitarbeiter (auch auf sporadischer Basis) sind uns jederzeit willkommen. Eine Mitteilung in unserem Briefkasten in der Caféteria genügt ! Die nächste Ausgabe erscheint nächstes Schuljahr.

B i l d rech te: Abbildungen von pixelio.de (redaktionelle Lizenzen liegen vor) Bildrechte verbleiben bei kreuz&quer. Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung. An zei g en : Ostsächsische Sparkasse Dresden (S. 2) | Burger King (S. 4) | Blattwerk-Floristik (S. 1 4) | Licon Reisen (S. 29) | Café Tortuga (S. 30) Wir bitten um freundliche Beachtung. kreu z&q u er · h i g g l ed y-pi g g l ed y · en d ésord re · a l l ' a ri a · h ech o u n l ío · d oor el ka a r · em d esord em · h u l l er om bu l l er · d u rch ei n a n d er · i n a j u m bl e · pêl e-m êl e · a l l a ri n fu sa · h ech o u n revol ti j o · d ooreen n a m a i s com pl eta ba g u n ça · i en en d a röra · ku n terbu n t · i n a m ess · i n d i sord i n e · kri s-kra s · i en röra · h i n u n d h er · j u m bl ed u p · sottosopra · on d ersteboven · i ett en d a vi rrva rr · u n m eth od i sch · overh oop · i ett vi rrva rr · ri ch tu n g sl os · rom m el i g · a u f' s Gera tewoh l · sch ots en sch eef · kreu z&q u er · h i g g l ed y-pi g g l ed y · en d ésord re · a l l ' a ri a · h ech o u n l ío · d oor el ka a r · em d esord em · h u l l er om bu l l er · d u rch ei n a n d er · i n a j u m bl e · pêl e-m êl e · a l l a ri n fu sa · h ech o u n revol ti j o · d ooreen n a m a i s com pl eta ba g u n ça · i en en d a röra · ku n terbu n t · i n a m ess · sen s d essu s d essou s · i n d i sord i n e · kri s-kra s · i en röra · h i n u n d h er · j u m bl ed u p · sottosopra · on d ersteboven · i ett en d a vi rrva rr · u n m eth od i sch · overh oop · i ett vi rrva rr · ri ch tu n g sl os · rom m el i g · a u f' s Gera tewoh l · sch ots en sch eef · kreu z&q u er · h i g g l ed y-pi g g l ed y · en d ésord re · a l l ' a ri a · h ech o u n l ío · d oor el ka a r · em d esord em · h u l l er om bu l l er · d u rch ei n a n d er · i n a j u m bl e · pêl e-m êl e · a l l a ri n fu sa · h ech o u n revol ti j o · d ooreen n a m a i s com pl eta ba g u n ça · i en en d a röra · ku n terbu n t · i n a m ess · sen s d essu s d essou s · i n d i sord i n e · kri s-kra s · i en röra · h i n u n d h er · j u m bl ed u p · sottosopra · on d ersteboven · i ett en d a vi rrva rr · u n m eth od i sch · overh oop · i ett vi rrva rr · ri ch tu n g sl os · rom m el i g · a u f' s Gera tewoh l · sch ots en sch eef · kreu z&q u er · h i g g l ed y-pi g g l ed y · en d ésord re · a l l ' a ri a · h ech o u n l ío · d oor el ka a r · em d esord em · h u l l er om bu l l er · d u rch ei n a n d er · i n a j u m bl e · pêl e-m êl e · a l l a ri n fu sa · h ech o u n revol ti j o · d ooreen n a m a i s com pl eta ba g u n ça · i en en d a röra · ku n terbu n t · i n a m ess · sen s d essu s d essou s · i n d i sord i n e · kri s-kra s · i en röra · h i n u n d h er · j u m bl ed u p · sottosopra · on d ersteboven · u n m eth od i sch · overh oop · i ett vi rrva rr · ri ch tu n g sl os · rom m el i g · a u f' s Gera tewoh l · kreu z&q u er · h i g g l ed ypi g g l ed y · en d ésord re · a l l ' a ri a · h ech o u n l ío · d oor el ka a r · em d esord em · h u l l er om bu l l er · d u rch ei n a n d er · i n a j u m bl e · pêl e-m êl e · a l l a ri n fu sa · h ech o u n revol ti j o · d ooreen n a m a i s com pl eta ba g u n ça · i en en d a röra · ku n terbu n t · i n a m ess · sen s d essu s d essou s · i n d i sord i n e · kri s-kra s · i en röra · h i n u n d h er · j u m bl ed u p · sottosopra · on d ersteboven · i ett en d a vi rrva rr · u n m eth od i sch · overh oop · i ett vi rrva rr · ri ch tu n g sl os · rom m el i g · a u f' s Gera tewoh l


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