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In der Schweiz erkranken jedes Jahr etwa 270 Menschen neu an Kehlkopfkrebs. Unter allen Krebserkrankungen ist diese Art von Krebs mit rund 1% eine seltene Erkrankung. Sie tritt vorwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf, kann aber auch bei deutlich jüngeren Menschen vorkommen. Entsteht im Kehlkopf ein Tumor, kann dieser die Atmung und die Nahrungsaufnahme behindern. Ohne Behandlung kann ein Kehlkopfkrebs zudem in anderen Körperregionen Ableger bilden. Solche Ableger werden Metastasen genannt. Wird ein Kehlkopfkrebs frühzeitig erkannt, kann der Kehlkopf meistens erhalten werden, selbst wenn der Tumor chirurgisch entfernt werden muss. Anstelle einer Operation wird manchmal eine Strahlentherapie durchgeführt. Ist der Tumor bereits fortgeschritten oder tritt er nach einer Strahlentherapie erneut auf, wird die Entfernung des Kehlkopfs oft unumgänglich.

Neben einer Erkrankung an Kehlkopfkrebs können auch Krebs im Mund- und Rachenraum, sehr selten auch Speiseröhren- oder Schilddrüsenkrebs eine Kehlkopfentfernung notwendig machen. Selten sind Unfälle oder schwere Schluckstörungen Grund für eine Kehlkopfentfernung.

Was geschieht bei der Entfernung des Kehlkopfs? Der Kehlkopf erfüllt wichtige Aufgaben. Wird er entfernt, müssen diese Aufgaben auf eine neue Art und  Weise ausgeführt werden. Der Kehlkopf stellt die Verbindung dar zwischen den oberen Atemwegen (Nase) und den unteren Atemwegen (Luftröhre, Bronchien, Lunge). Nach einer chirurgischen Entfernung des Kehlkopfs endet die Luftröhre in einer neuen Öffnung am Hals. Diese Öffnung wird Tracheostoma (oder kurz Stoma) genannt. Menschen ohne Kehl-

Das Stoma Das  Wort Stoma stammt aus dem Griechischen und heisst so viel wie Mund oder Öffnung. Wir verwenden im Volksmund das  Wort Stoma als Sammelbegriff für «künstlicher Ausgang». Beim künstlichen Luftröhrenausgang sprechen wir von einem T   racheostoma oder einfach vom Stoma.

Leben ohne Kehlkopf

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