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...in den Osten Einkaufen im russischen Tante-Emma-Laden

Lenin neben Clinton, Bush neben Harry Potter, im Sankt Petersburg von heute kein Problem. aus aller Welt. Neben diesen teilweise von der UNESCO unter Schutz gestellten Kulturgütern gibt es aber auch ganz anderes zu entdecken. Stille Winkel, in denen der interessierte Besucher auf den Spuren Puschkins oder Dostojewskis wandeln kann. Unzählige, seelenlose, riesige, marode Plattenbauten stehen neben gewaltigen, modernen Wohnsilos und bieten Wohnraum für die mehr als sechs Millionen Einwohner zählende Stadt. Die heimliche Hauptstadt Russlands. Die Märchenwelt der Zarenfamilie Stroganoff. Das so oft als Venedig des Nordens bezeichnete Juwel, ist eine faszinierende Stadt voller Gegensätze. Unvorstellbarer Reichtum lebt neben brutaler Armut und Perspektivlosigkeit. Arme, offensichtlich hungernde Menschen im Dostojewski Viertel (Heumarkt) suchen verschämt nach Lebensmittelresten in Mülltonnen. Neureiche Angeber in riesigen Stretchlimousinen am Newskij Prospekt protzen ungehemmt mit ihrem Reichtum. Der geschniegelte Yuppi im gepimpten Porsche Cayenne, der geschäftig Laptop und Handy gleichzeitig bedient, verkörpert rücksichtslos das Glaubensbekenntnis dieser Stadt: Schaut alle her, ich bin reich, ich bin toll, ich bin der Größte. Es ist unglaublich, wie lebendig und animierend diese Stadt dabei auf den Besucher wirkt. Schon nach zwei Tagen Sankt Petersburg bewegen wir uns völlig normal in diesem Menschenstrom. Auch die anfänglichen Bedenken vor dem Ver-

kehrschaos sind nicht mehr da. Wir fahren mit unseren Wings mitten durch und in Sankt Petersburg herum, wie in jeder anderen europäischen Großstadt auch. Und eine Fahrt mit der U-Bahn gelingt dank eines einfachen Bedienungssystems problemlos. Beeindruckend die Fahrt auf Rolltreppen in den teilweise 100 Meter tiefen Untergrund. Die U-Bahn-Stationen sind ausgesprochen sauber. Keine Graffitis, keine Zigarettenstummel, Kaugummis, Trink- und Essbecher. Alles ist picobello sauber. Unvorstellbar die nackten Zahlen der Sehenswürdigkeiten dieser Stadt: Mehr als dreihundert Museen, Theater, Konzertsäle, Kirchen, Paläste, Parks und berühmte Brücken warten auf Besucher. Einzigartig auf der ganzen Welt die gewaltige Kunstsammlung der Eremitage mit über drei Millionen Ausstellungsstücken in den Prachtsälen des Winterpalastes. Großartig und imposant der vor dem Winterpalast gelegene Schlossplatz mit der Alexander-Säule. Unvergleichlich die herrlichen Ausblicke von der Kuppel der

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Kradblatt Ausgabe 01 2015  

Fahrberichte KTM RC 390, Yamaha MT-09 Tracer; Lesererfahrung Aprilia Caponord; Umbau Honda CB 750 four F2; Reise Russland; Ausprobiert: Gerb...

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