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Russland holmessung. Gut, dass wir den Abend nicht zu lange ausgedehnt hatten. Die folgende Passkontrolle ging ruckzuck und ich war zum ersten Mal in meinem Leben in Finnland. Die Fahrt über Land verlief völlig problemlos. Auf gut ausgebauten und gut beschilderten Straßen ging es bei wenig Verkehrsaufkommen Richtung Helsinki. Die permanenten Geschwindigkeitsbeschränkungen (40, 60, 80, 100 km/h) auf den breiten, gut ausgebauten und meistens schnurgeraden Straßen fingen langsam an zu nerven. Die Fahrerei war recht eintönig und die auf den vielen Schildern versprochenen Elche haben sich auch nicht blicken lassen. Mich hatte eine seltsame Unruhe gepackt. Und dieVor der Einreise nach Russland: In Dreierreihen aufstellen, NO FOTOS und… warten

ses erzwungene, lahme Dahindüddeln passte mir absolut nicht. Je weiter ich gen Osten fuhr, umso stärker wurde die Unruhe. Helsinki wurde deswegen auch schnell auf der äußeren Umgehungsautobahn umfahren und weiter ging es nach Kotka, ca. 60 Kilometer vor der russischen Grenze gelegen. Nach einem kurzen Aufenthalt in dieser finnischen Stadt ging es am Sonntagmorgen im Konvoi mit 27 Gold Wings aus aller Herren Länder zur finnisch/russischen Grenze. Schon sieben Kilometer vor der eigentlichen Grenze ließ der LKW-Stau Schlimmes ahnen. Aber unser Leader, der russische Interrep des GWCR (Gold Wing Club Russia), Mikhail Soldadenkov, fuhr unbeirrt an der langen Warteschlange vorbei. Die Ausreise aus Finnland ging blitzschnell über die Bühne. Aber leider sollte es so nicht weitergehen. Einige hundert Meter später der erste Halt. Mikhail zeigte den beiden netten Damen irgendwelche Formulare und schon ging es weiter zur eigentlichen Grenze. Hier wurde es militärisch. In Dreierreihen aufstellen, NO FOTOS, und dann eine ganze Zeit nichts. Mikhail verschwand nach und nach in verschiedenen Welturaufführung: Büros und stieß nach geraumer Zeit wieder zu uns und Der erste Burnout verteilte die wichtigsten Formulare in doppelter Ausführung. einer Gold Wing aus Die Texte auf Englisch waren schnell vergriffen, übrig blieben Deutschland auf Formulare in kyrillischer Schrift und russischer Sprache. russischem Boden. Aber das war im Prinzip egal, denn Russisch sprach von uns sowieso niemand. Also wurden die Ziffern und Buchstaben überall an gleicher Stelle auf beiden Zetteln gemacht. Keine Ahnung, was ich hier ausgefüllt habe. Danach ging es mit alle Mann in ein kleines Büro. Für unseren geplanten Aufenthalt mussten wir 104 Rubel (ca. 3,50 €) pro Person zahlen. Der Einfachheit halber war dieses

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Kradblatt Ausgabe 01 2015  

Fahrberichte KTM RC 390, Yamaha MT-09 Tracer; Lesererfahrung Aprilia Caponord; Umbau Honda CB 750 four F2; Reise Russland; Ausprobiert: Gerb...

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