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Gerbing Heizhandschuhe

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elemente und Temperaturregler. Das Paar Handschuhe kostet inkl. Anschlusskabel und Regler 189 Euro, der Akkusatz B12V1400 inkl. Ladegerät weitere 100 Euro. Die Handschuhe sind dank Hipora-Membran atmungsaktiv, wasser- und winddicht. Thinsulate-Futter sorgt für gute Isolation, das weiche Leder fühlt sich angenehm an und ist an den typischen Sturzstellen gepolstert. Der linke Daumen hat einen „Scheibenwischer“ integriert. Die patentierten Microwire-Heizdrähte, die bis in die Finger reichen, sind absolut nicht zu spüren oder von außen zu ertasten! Oben auf der Stulpe befinden sich Taschen für die Akkus. Die 1,4 Amperestunden-Blöcke lassen sich leicht einsetzen und über ein Sichtfenster steuern und ablesen. Eine LED je Akku informiert in rot, gelb, grün oder aus (= 99, 66, 33, 0%, wo das eine Prozent zu den Hundert bleibt, wissen wir nicht) über die eingestellte Heizleistung. Etwas nervig: Im Betrieb rutscht der Akku leicht nach oben, ein wenig aus dem Sichtfenster heraus. Mit z.B. einem eingerollten Papiertaschentuch lässt sich das aber verhindern und der Taster für die Heizleistung bleibt gut erreichbar. Die Akkulaufzeit wird von Gerbing mit einer, zwei bzw. drei Stunden je nach gewählter Heizleistung angegeben. Im Test wurden alle Angaben übertroffen, wobei die Außentemperatur die Akkuleistung natürlich beeinflusst. Gefahren haben wir die Handschuhe auf unverkleideten Motorrädern, eines mit und eines ohne Handprotektoren bei Temperaturen bis minus 3 °C. Mehr bzw. weniger gab der Winter bisher leider noch nicht her – wir ergänzen den Artikel dann auf unserer Website, wo ihr auch gerne eure eigenen Erfahrungen hinzufügen könnt. Grundsätzlich sind Handprotektoren im Winter schon eine empfehlenswerte Hilfe, da der Fahrtwind viel ausmacht (Stichwort: Windchill-Effekt). Aber nicht jeder möchte sich diese Plastikschaufeln ans Bike schrauben.

❄❄ Bei 5 °C Außentemperatur ist die höchste Akku-Heizstufe (rot) selbst ohne Handprotektoren zu warm. Gelb reicht da auch auf längeren Strecken um die Finger geschmeidig zu halten. Grün empfand ich generell eher als überflüssig da ja auch die Handschuhe selbst isoliert sind, aber das persönliche Kälteempfinden ist bekanntlich sehr unterschiedlich. Leichtes Zuheizen schadet sicher nicht. Bei Minusgraden habe ich die volle Leistung der Akkus genutzt, was die Länge von Ausfahrten natürlich arg beschränkt. Hier empfiehlt sich nun der Einsatz des Kabels samt Controllers und der Betrieb am Bordnetz. Die Montage ist einfach, da nur zwei Kabel direkt an der Fahrzeugbatterie angeklemmt werden müssen. Eine Sicherung ist in die Zuleitung integriert. Wer nur eine Jacke im Winter trägt, verlegt die Zuleitungen zu den Handschuhen am besten unter dem Innenfutter. Dadurch erspart man sich die fliegende Kabellage am Lenker. Über den Controller können vier, statt drei Heizstufen bei Akkubetrieb, abgerufen werden. Funktioniert klasse.

Fazit: Die Gerbing Heizhandschuhe sind auch in der aktuellen Version wieder eine Empfehlung. Unser Test bei richtig eisigen Temperaturen steht zwar noch aus, bei weniger als minus 10 °C lassen die meisten von uns ihre Maschine aber ja doch stehen oder rüsten bekleidungsmäßig weiter auf. Ein weiteres Plus bei Gerbing ist das sehr umfangreiche Heizkleidungund Zubehörprogramm. Beheizte Handschuhe in verschiedenen Varianten (auch mit kurzer Stulpe ohne Akku und speziell für Damen), beheizte Hosen, beheizte Jacken, beheizte Socken und Einlegesohlen findet man im Sortiment. Neben der 12 Volt Serie gibt es für Freizeitsportler auch etwas leistungsschwächere 7 Volt Heizkleidung. Wer will, kann also voll verkabelt der Kälte trotzen, sollte dann aber die Leistung seiner Lichtmaschine im Auge behalten! Mehr Infos gibt es im Fachhandel und unter www.gerbing.eu, den Gerbing-Onlineshop findet man direkt unter www. beheizbarehandschuhe.de. Marcus Lacroix

Kradblatt Ausgabe 01 2015  

Fahrberichte KTM RC 390, Yamaha MT-09 Tracer; Lesererfahrung Aprilia Caponord; Umbau Honda CB 750 four F2; Reise Russland; Ausprobiert: Gerb...