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Lesererfahrung

Überall finden sich in den Tälern malerische Dörfer – guten Kaffee gibt es ebenfalls überall. Espresso für einen Euro, wer trinkt da was anderes? Nur den Wein zum Essen verkneife ich mir. Eigentlich wollte ich abnehmen und viel Salat essen. Klappt aber nicht, die Pasta schmeckt perfekt! Ich bin so jeden zweiten Tag zwischen 100 und 250 Kilometer unterwegs und abends ziemlich kaputt. Ist ganz schön anstrengend, das Schwingen durch die herrliche Landschaft. Tolle Orte sind Rezzo, Pieve di Teco, Triora oder Calizzano. Der Verkehr auf der Küstenstraße nervt extrem, man steht mehr, als dass man fährt. Deshalb benutze ich auch schon mal die Autobahn, um schnell zwei, drei Täler weiter weg zu kommen. Und die Caponord: Außer der Geschichte mit der Temperatur läuft sie problemlos. Jetzt sind wir wirklich eins. Der Motor begeistert mich, ausreichend Schub in jeder Lage. Bequem für stundenlange Touren, egal ob allein oder zu zweit. Die Bremse hinten werde ich im Winter bestimmt auch noch in den Griff bekommen. Für einen fetteren Sound will ich an zwei gebrauchten Schalldämpfern von eBay etwas herumexperimentieren. Man muss ja was für den Winter zu basteln haben. Mein Fazit: Die gebe ich nicht mehr her. Wenn sie jetzt nur noch technisch so zuverlässig wird, wie die Transalp. Doch da arbeite ich dran. Jetzt verstehe ich so langsam, warum Liebhaber italienischer Motorräder immer am Schrauben sind. Neben der Optimierung der Schätzchen kann man da nebenbei auch wunderbar vom Job abschalten.

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Noch ein Wort zum Navi: Ich hab mein Pkw-Navi Fabrikat Navigon 40 mit dem Saughalter einfach am Windschild befestigt. Das hat immer gehalten, selbst auf den Schotterwegen. Mein Navi stellt dem Nutzer ein voreingestelltes Motorradroutenprofil zur Verfügung. Genutzt werden dann hauptsächlich landschaftlich schöne Strecken – klasse. Bei der Eingabe einer Route empfiehlt es sich, als Wegpunkte kleine Dörfer zu programmieren. Denn dort führt die Hauptstraße meistens mitten durch. So wird die Anfahrt des Stadtzentrums bei größeren Städten gleich vermieden. Die Karte lasse ich mir mit Fahrtrichtung oben anzeigen und nicht genordet. So kann ich auf den kleinen Strecken in den Bergen erkennen, wie es nach der Kurve weitergeht: fast wie ein Roadbook bei einer Rallye. Für Abenteurer kann ich die Einstellung „kürzeste Strecke“ empfehlen. Gerade in Italien wird man so in den Bergen über einfachste Sträßchen oder auch mal über eine (nicht gesperrte) Offroad-Strecke geschickt. Nicht bewährt hat sich, das Navi im Tankrucksack unterzubringen. Es spiegelt, und man muss den Kopf zu tief senken, um etwas zu erkennen. Der Blick wird zu sehr von der Straße abgelenkt. Nach vier Stunden war der Akku leer, das Navi muss in den Bergen mit den vielen Kurven viel rechnen. An der Capo gibt es eine 12 V-Steckdose. Der Betrieb mit Ladekabel funktioniert auch während der Fahrt problemlos. Aber zur groben Orientierung oder Routenplanung habe ich immer wieder auf die gute, alte Karte zurückgegriffen. Thomas Meyer

Es müssen nicht immer GS & Co. sein wenn man auf der Suche nach einer Reiseenduro ist!

Für diesen Artikel geht unser Dank an die Motalia, in der er bereits erschienen ist: www.motalia.de

Kradblatt Ausgabe 01 2015  

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