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Aprilia ETV 1000 Caponord Auch auf Schotterpisten bewährt sich die Aprilia Caponord im Urlaub gut.

Selbst kleine Offroad-Einlagen, wie die Strecke zwischen Triora und Mendatica über den Colle Garezzo, klappen super. Stehend bin ich zu vorderradlastig, also fahre ich im Sitzen. Leider geht, wie auf der Küstenstraße im Stop-and-go-Verkehr, die Kühlwassertemperatur hoch. Auf Passhöhe zeigt das umfangreiche Display ungelogen 98 Grad an. Kein Ventilator läuft. Ohne Anzuhalten fahre ich weiter, um ja den Motor abzukühlen. Auf der anderen Seite des Passes bin ich in den Wolken: zehn Meter Sicht. Schweißnass und in Sorge um den Motor freue ich mich über fallende Temperaturen, Wind und nach sechs Kilometern auch wieder über Asphalt. Alles geht gut. Am nächsten Tag erstehe ich im örtlichen Baumarkt einen Lichtschalter mit Kabel für 3,30 Euro und klemme den Ventilator direkt an der Batte-

rie an. Zum Testen muss ich mich nun ja nochmal über den Schotterpass „quälen“. Tolle Sicht bis an die Küste, moderate Wassertemperaturen um 80 Grad und grenzenlose Einsamkeit belohnen mich. Zurück zum Offroad: Natürlich ist die Capo keine Enduro, aber Schotter oder befestigte Feldwege gehen schon. Die Federung hat alles im Griff, nix schlägt durch, auch setzt nix auf. Ich hab’ mir nur Gedanken gemacht, wie ich sie wieder in die Senkrechte bekomme, bei einem Umfaller. Mir ist nix eingefallen … Die Gegend ist die Wucht: Rauf, runter, links, rechts, enge Gebirgstäler, schmale Küstenlandschaft, Palmen, Laubwald, Nadelwälder oder baumlos – alles da. Die Sträßchen sind in einem guten Zustand – ab April auch ohne Schneeketten befahrbar. Die längste Gerade ist maximal 100 Meter lang. Immer wieder mal ein Tunnel zur Soundprobe. In manchen Ecken künden Bremsspuren vor Kurven von Autos, die sportlich bewegt wurden. So komme ich bei meinen Touren durch die Berge an eine Strecke, die von 14 bis 18 Uhr gesperrt ist. Und zwar für ein Training von ganzen zwei (2) kleinen Rallyeteams! Einfach ein Gesperrt-Schild und ein DIN A4-Flyer in italienisch – fertig! Unfassbar! Die Jungs meinen aber, ich könne fahren, weil sie gerade am Schrauben sind. Und so nebenbei: Mitten in der gesperrten Talabfahrt steht dann ein Minibagger, verengt die Fahrbahn und baggert seelenruhig Abwasserkanäle frei. Auf einmal tauchen bei Carpasio Strohballen zwischen Felsen und Straße auf. Das Aufbauteam erzählt mir von einem Bergrennen am Sonntag: Vom Scooter bis zum Superbike fährt da alles. Eine Klasse für schwere Reiseenduros haben sie aber nicht. Das ist schon eine andere Welt. Geht aber auch…

Kradblatt Ausgabe 01 2015  

Fahrberichte KTM RC 390, Yamaha MT-09 Tracer; Lesererfahrung Aprilia Caponord; Umbau Honda CB 750 four F2; Reise Russland; Ausprobiert: Gerb...

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