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KOSMOS

NATUR n i z a g a M ENTDECKEN: Die Vielfalt der Natur

ERLEBEN: Tipps, Mitmachideen & Rezepte

© Carlos Hernandez / STOCK4B

SCHÜTZEN: Insektenhotel & Co.

Zum Mitnehmen

Eine große Tradition: 111 Jahre Natur bei KOSMOS


© adimas / fotolia

111 Jahre Natur bei KOSMOS

In der Natur setzt sich Bewährtes durch, wächst, entwickelt sich weiter und behauptet sich durch Anpassung an Umweltbedingungen erfolgreich gegen Konkurrenz. Das nennt man Evolution. Kaum zu glauben, aber wahr: Die Erfolgsgeschichte des KOSMOSVerlages begann schon vor 111 Jahren. 1900 entstehen auf Schneekoppe und Zugspitze die ersten Wetterstationen, 1901 funkt Marconi erstmals über den Atlantik, 1902 entwickelt Hugo Junkers den Gasbadeofen, 1903 gründen die Verleger der Franckh’schen Verlagshandlung W. Keller & Co. „KOSMOS – die Gesellschaft der Naturfreunde“, ein Jahr später erscheint die erste Ausgabe des gleichnamigen naturwissenschaftlichen Literaturblatts und bald schon die ersten Bändchen, die der Zeitschrift kostenlos beigelegt werden.

1908 – Handweiser für Naturfreunde Die KOSMOS-Idee Die KOSMOS-Idee ist geboren und wird begeistert aufgenommen. Die bildungs- und aufklärungshungrigen Menschen haben endlich ein Medium, das die rasante Entwicklung der Naturwissenschaft fundiert und doch verständlich zugänglich macht. Die jährlich steigende Zahl der Abonnenten bestellt bei KOSMOS bald auch naturwissenschaftliche Bücher und Geräte. Und damit entsteht die erste Buchgemeinschaft Europas.

1914 1940 1914 © gradt / fotolia

1950

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1997

1973

Blühender Erfolg Aus der KOSMOS-Idee entwickelt sich ein Programm, das allen Fragen und Wünschen naturwissenschaftlich Interessierter nachgeht. Der KOSMOS wird zu einer Institution. Bereits 1907 kommt die Zeitschrift „Mikrokosmos“ hinzu. Weitere Zeitschriften folgen: 1909 „Mußestunden“, 1910 die „Technischen Monatshefte“. Vor allem jedoch Bücher über Technik, Menschen und Natur. Der erfolgreichste Titel: „Was blüht denn da?“ Dass dieses Buch inzwischen das populärste Standardwerk der Pflanzenbestimmung geworden ist, hat wohl selbst Alois Kosch nicht zu träumen gewagt, als er 1935 die Urfassung entwickelte. Der KOSMOSFarbcode, jenes so einfache wie geniale Bestimmungsprinzip nach Blütenfarbe, ist sicherlich ein Grund für den Erfolg. Ein anderer das Motto: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“ Mit der 31. Auflage setzt Dietmar Aichele 1965 das Werk Koschs fort. 1973 erscheint die erste farbige Ausgabe des Buchs mit den nach der Natur gefertigten Illustrationen von Marianne Golte-Bechtle. Ab 1991 ist ein Fotoband lieferbar und seit 1997 folgen regelmäßig neue Auflagen. Aktuell liegt das Werk in der 58. Auflage erweitert und vergrößert im Format in völliger Neubearbeitung vor. Insgesamt wurden inzwischen über 4 Millionen Exemplare davon verkauft.

1983

Das ganze Spektrum der Natur An den Erfolg der klassischen Frage „Was blüht denn da?“ knüpft sich ein ganzes Programm von beliebten Naturführern. Die Titelformulierung „Was ...?“ wird zum KOSMOS-Markenzeichen. „Was fliegt denn da?“ ist seit seinem Erscheinen 1936 ein Longseller. „Die Vögel Europas“ wurden von der Zeitschrift British Birds zum besten Vogelbestimmungsbuch gekürt. Rund 300 lieferbare Titel rund um die Natur bietet der Verlag heute an. Von klassischen Naturführern und Sachbüchern über Titel zur Kraft der Natur und Naturerlebnisbücher bis zu opulenten Bildbänden und inspirierenden Geschenktiteln.

Was blüht denn da? € (D) 17,95 | € (A) 18,50 Auch als e-Book

© hakoar / fotolia

1965

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Die neue

Lust auf Natur

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© Frank Hecker

Spannende Begegnungen mit der Natur „Raus aus dem Haus, rein in die Natur“ – das ist nicht irgendein neuer Trend, das ist ein Lebensgefühl. Wie gut frische Luft, saftiges Grün und Vogelzwitschern tun, weiß jeder. Quer durch alle Jahreszeiten gibt es für alle viel zu entdecken: spannende Beobachtungen in der Tier- und Pflanzenwelt, kreative Spiel- und Bastelideen und ungeahnte Bereicherungen für den Speiseplan.

© Annette Timmermann

Was viele intuitiv schon lange wissen, bestätigen immer mehr wissenschaftliche Studien. Naturerlebnisse leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung eines reifen, verantwortungsvollen und glücklichen Menschen. Zu wenig Natur macht krank. Gönnen Sie sich und Ihrer Familie mehr Natur, mehr Bewegung an der frischen Luft, mehr draußen sein. Sich in der Natur zu bewegen und sich auf die Natur einzulassen, gehört zur menschlichen Gesundheit wie Wasser und Vitamine.

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Rund ums Haus

© Eric Isselée / fotolia

Natur erleben

Natur tut gut – und sie beginnt direkt vor der Haustür, auf dem kleinsten Balkon, auf der Terrasse, in Garten und Park und auf angrenzenden Wiesen und Wäldern – überall lassen sich Pflanzen und Tiere beobachten.

© fokus natur / Frank Leo

Mein Nachbar, der Igel Eigentlich hört man ihn mehr, als dass man ihn sieht. Er faucht und grunzt und das kann sich in der Dämmerung richtig unheimlich anhören. Wird er entdeckt, braucht er nicht zu fliehen. Er rollt sich zusammen, stellt seine Stacheln auf und wartet ab. Er kann sich das leisten. Schließlich trägt er ein wehrhaftes Stachelkleid. Je nach Körpergröße besteht diese „Rüstung“ aus 5000 – 7000 Stacheln. Bei Gefahr rollt er sich mit Hilfe eines dicken Muskelringes zu einer Stachelkugel ein und ist

Gefährliche Streifzüge Igel sind Einzelgänger und ihre Reviere sind groß. Auf ihren nächtlichen Wanderungen überqueren sie häufig Straßen oder suchen dort in feuchtwarmen, regenreichen Nächten auf der Teerdecke kriechende Regenwürmer. Die Schattenseite: Igel gehören neben Katzen zu den häufigsten Opfern des Straßenverkehrs. Etwa eine Viertelmillion Igel lassen alljährlich auf unseren Straßen ihr Leben. Von April bis August wird bei den Igeln lautstark Hochzeit gefeiert. Nach 5–6 Wochen Tragzeit kommen dann ein- bis zweimal pro Jahr 3–10 Junge zur Welt, die bereits ein Stachelkleid tragen. Für die Mutter ist die Geburt gefahrlos, denn die Stacheln sind noch weich und in die Haut versenkt. Mit 14–18 Tagen öffnen die Kleinen die Augen, und mit frühestens drei Wochen verlassen sie – unter Aufsicht der Mutter – erstmals das Nest zu gemeinsamen Streifzügen.

Immer der Nase nach

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so rundherum uneinnehmbar wie eine Festung. In den ersten lauen Aprilnächten verlässt der Igel sein Winterquartier und streift wieder durch die Lande. Er hat es vor allem auf Regenwürmer, Insekten und Schnecken abgesehen. Aber auch kleine Wirbeltiere wie junge Mäuse, Jungvögel, Eidechsen, Frösche und selbst Schlangen schmecken ihm.

Klaus Richarz: Natur erleben rund ums Haus € (D) 16,99 | € (A) 17,50


© Carola Vahldiek / fotolia

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Ein überraschender Besuch Kolibris in Mitteleuropa? Wenn wir´s nicht selber gesehen hätten, würden wir‘s nicht glauben! An unserem Balkonkasten steht ein winziger Vogel im Schwirrflug in der Luft, um mit seinem überlangen Schnabel aus einer tiefen Geranienblüte Nektar zu trinken. Seine Ähnlichkeit mit den amerikanischen Kolibris ist einfach verblüffend. Allerdings handelt es sich bei diesem zauberhaften Blütenbesucher nicht um einen Kolibri, sondern um das Taubenschwänzchen, einen Schmetterling.

eine Feder ein junges Eichenblatt ein Dorn oder Stachel genau 10 Exemplare eines Gegenstandes etwas Kugelrundes etwas Rotes, Gelbes und Grünes etwas, das Geräusche macht etwas, das Sie an Sie selbst erinnert Aus Bärbel Oftring: Ab in den Wald! / KOSMOS

© Marek Kosmal / fotolia

Das Taubenschwänzchen gehört zur „Großfamilie“ der Schwärmer. Schwärmer fliegen äußerst schnell und wendig. Aber nicht nur das – sie fliegen auch sehr weit. Selbst Hochgebirgspässe stellen für sie keine unüberwindlichen Hindernisse dar. So landen manche der bunten Arten aus Südeuropa im Sommer bei uns, so auch unser Taubenschwänzchen. Jedes Jahr überqueren die Tiere der ersten Generation die Alpen und erscheinen plötzlich in unseren Gärten und auf unseren Balkonen. Sonnige, geschützte Flächen sind ihre bevorzugten Aufenthaltsorte. Taubenschwänzchen sind tagaktiv und stehen selbst in größter Hitze im Schwirrflug vor den Blüten – in der freien Natur sind es Flockenblumen, Seifenkraut und Natternkopf, im Garten vor allem Geranien, Petunien, Phlox oder Schmetterlingsflieder.

Das könnte zum Beispiel auf einer Suchliste stehen …

© dule964 / fotolia

Exotischer Gast: das Taubenschwänzchen

Dieses spannende Spiel können Sie mit der ganzen Familie, mit Freunden und Bekannten und sogar auf einem Kindergeburtstag spielen. Gemeinsam erstellen Sie eine Suchliste. Dann muss jeder alle Gegenstände auf der Liste in einem vorher vereinbarten Zeitraum finden. Wenn die Zeit herum ist, treffen sich alle und zeigen ihre Funde. Dabei können Sie sich auch kleine Geschichten zu den Funden erzählen.

© MNStudio / fotolia

© fokus natur / Frank Leo

Suchspiel „Augen auf!“

Den Wald mit anderen Augen sehen

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Mit dem Naturführer © Andrea Wilhelm / fotolia

unterwegs

Meist passiert es im Alltag und ganz nebenbei. Ein Ohrenkneifer krabbelt über unseren Arm: Kneift er nun oder nicht und was hat er eigentlich mit unseren Ohren zu tun? Ein Greifvogel segelt majestätisch über die Wiese neben der Straße: Ein Bussard? Oder gibt es hier Adler – und wie sieht ein Falke aus? Was ist das für ein rosafarbener Blütenteppich, der plötzlich die Wiesen überzieht?

© Kautz15 / fotolia

Zwei in einem: Buch inklusive e-Book – jetzt auch für E-Reader und Tablets. Einfach online den Download-Code einlösen.

© auremar / fotolia

Überall gibt es etwas zu entdecken

Abenteuer Natur: Tiere und Pflanzen entdecken Wie ist das mit der Gefährlichkeit von Libellen: Stechen sie nun oder nicht – oder vielleicht nur einige? Und was ist mit Hornissen und anderem suspektem Kleingetier? 1000 Fragen, die fast niemand so richtig befriedigend beantwortet ... Die neuen KOSMOS-Naturführer helfen Ihnen bei diesen und vielen weiteren Fragen. Für unterwegs gibt es jetzt die erfolgreichste NaturführerReihe in einzigartiger Verbindung von Print- und DigitalAusgabe: Zusätzlich zum Naturführer erhalten Sie eine Gutscheinkarte, mit der Sie das e-Book von der KOSMOSWebsite herunterladen können.

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Margot u.Roland Spohn: Welcher Baum ist das?

Volker Dierschke: Welcher Vogel ist das?

Heiko Bellmann: Welches Insekt ist das?

Margot u. Roland Spohn: Welche Blume ist das?

Rupert Hochleitner: Welcher Stein ist das?


Welcher Baum ist das? © AVTG / iStock.

Gewöhnliche Rosskastanie Blätter: handförmig geteilt, dicht wollig behaart Knospen: besonders am Ende des Winters stark klebrig Frucht: kugelige, bis 6 cm große Kapselfrucht in stacheliger Hülle Samen dunkelbraun, glänzend Vorkommen: Wild auf dem Balkan. In Mittel- und Westeuropa, gepflanzt an Straßen, Plätzen, in Parks. Die Samen fallen im September und Oktober.

In Deutschland pflanzen Gärtner den Baum seit 1646. Anfangs wuchs er nur in höfischen Parks und Alleen. Heute ist er mit seiner Schatten spendenden Krone Kastanie: Bietet Nahrung und Heilung der typische „Biergartenbaum“. In Notzeiten entbitterte man die Samen und gewann Bratöl und Mehl daraus. Bereits die Türken verfütterten die Samen an ihre Pferde (daher der Name!). Heute dienen sie für die Wildfütterung. Auch Arzneimittel gegen Venenschwäche und „schwere Beine“ enthalten Auszüge daraus. © Dietmar Nill

Welcher Vogel ist das? Bartmeise Vorkommen: Lebt in Schilfbeständen an Gewässern verschiedener Art. Länge: 13 cm Spannweite: 16–18 cm Standvogel/Kurzstreckenzieher

Geselliger Schilfbewohner: die Bartmeise

Wolfgang Hensel: Welche Heilpflanze ist das?

Gminder, Böhning: Welcher Pilz ist das?

Michael Vogel: Welcher Stern ist das?

Die Bartmeise mag es gerne gesellig: Im Herbst und Winter lebt sie in Trupps, selbst beim Brüten bildet sie oft lockere Kolonien. Kurz vor der Eiablage bewacht das Männchen sein Weibchen jedoch auf Schritt und Tritt, um Befruchtungen durch andere Männchen zu vermeiden. Ganz verhindern lässt sich dies im unübersichtlichen Schilf aber nicht, so dass Fremdvaterschaften in vielen Bruten vorkommen. Im Sommer besteht die Nahrung aus Insekten, im Winter zumeist aus Schilfsamen. Mit Hilfe von verschluckten Steinchen werden diese im Magen zerkleinert. Schon im Alter von wenigen Wochen können sich Bartmeisen-Paare zu einer „Dauerehe“ zusammenfinden, die ihr ganzes Leben lang hält. Gelegentlich verpaaren sich auf diese Weise auch Halbgeschwister, die aus unterschiedlichen Bruten ihrer Eltern stammen.

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Die Natur

im Fokus

© Frank Hecker

Der 1963 in Höxter geborene Naturfotograf Frank Hecker lebt und arbeitet gemeinsam mit seiner Familie auf einem ausgedehnten, urwüchsigen Grundstück im schleswig-holsteinischen Panten. Mit der Bebilderung unzähliger Naturführer aus seinem über 300.000 Fotos umfassenden Archiv sowie zahlreichen eigens verfassten Naturführern hat er sich einen Namen gemacht. KOSMOS Natur hat beim renommierten Fotografen Hecker nachgefragt:

© Frank Hecker

Wie sind Sie Naturfotograf geworden? Das war eigentlich ein ganz natürlicher Weg, der sich wie von selbst ergeben hat. Schon als kleiner Bursche habe ich am liebsten im halbwilden Garten meiner Eltern herumgestöbert und von da aus

Geduld wird belohnt: der Grasfrosch

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meinen Aktionsradius allmählich vergrößert. Zum Glück hatte ich sehr tolerante Eltern, die gut Tür an Tür mit Eidechsen, Schlangen und Kröten leben konnten und denen schmutzige Hosen nichts ausmachten. Während der Schulzeit begann ich dann, Tiere und Pflanzen auch zu fotografieren. Und weil alles, was da kreucht, fleucht und wächst, mich so fasziniert hat, lag ein Studium der Biologie nahe. Nach Abschluss des Studiums hatte ich bereits ein kleines Naturfoto-Archiv aufgebaut und meine Liebe zur Natur und zur Fotografie ließ eigentlich nichts anderes zu, als hauptberuflicher Naturfotograf zu werden. Sind Sie ein Abenteurer? Nein, ich bin fasziniert davon, mich Tieren zu nähern, sie zu beobachten und nach Möglichkeit auch zu fotografieren. Doch vollbringe ich dabei keine Heldentaten, sondern sehe mich eher als Besucher, als stiller Beobachter, der möglichst wenig stört. Am liebsten fotografiere ich die Natur direkt vor unserer Haustür – hier lebe ich und ich liebe meine Heimat. So finden sich in meinem Archiv auch keine Löwen und Orang-Utans, sondern Tiere und Pflanzen des europäischen Kontinents.

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Langes Warten für den perfekten Moment Was macht für Sie die Faszination der Naturfotografie aus? Ganz klar: Die unendliche Vielfalt des Lebens! Das ist auch der Grund, warum ich mich nie auf einen bestimmten Bereich der Naturfotografie spezialisieren wollte: So sind eine Flechte oder ein Fisch für mich nicht weniger faszinierend als ein Wolf. Ganz persönlich ist es eine sehr gute Erfahrung, auch mal allein mit sich und der Natur zu sein, ganz abzutauchen, die Stille zu hören und das Gefühl zu bekommen, ein Teil des Ganzen zu sein. © Frank Hecker

Wie schaffen Sie es, Tiere so nah vor die Kamera zu bekommen? Bei scheuen Tieren muss man schon mal ein paar Stunden im Tarnzelt ausharren, ansonsten gehört natürlich das Wissen um die Verhaltensgewohnheiten der Tiere dazu, viel Erfahrung und ein Quentchen Glück. Großartige Möglichkeiten bieten sich einem Naturfotografen natürlich dort, wo Wildtiere handzahm sind. So zeigen meine WaschbärenAufnahmen ein Findelkind aus einer Wildtier-Auffangstation, das wir selber mit der Flasche großgezogen haben. Die Fotos zeigen Waschbär „Frodo“ auf seinen von uns begleiteten Streifzügen durch die freie Natur – er ist uns überall hin gefolgt wie ein kleiner Hund und die Kinder haben ihm das Klettern und Schwimmen beigebracht. Heute lebt „Frodo“ gemeinsam mit Artgenossen in einem großen Freigehege im nah gelegenen Wildpark.

© Frank Hecker

Wie lassen sich Familie und der Beruf als Naturfotograf vereinbaren? Ich habe das große Glück, eine naturbegeisterte Familie zu haben. Meine Frau ist ebenfalls Biologin und unsere Kinder sind einfach in und mit der Natur groß geworden, das war immer ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Auch auf unseren Reisen vom Polarkreis bis in den Süden Europas spielt das Entdecken und Erleben der Natur immer eine zentrale Rolle.

Gestatten: Frodo, der Waschbär

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Tolle Ideen

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für draußen

© thongsee / fotolia

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Wildkräuter und Blüten: Frühlingsseife machen Ein Sonntagnachmittag im Frühling. Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern und das Grün sprießt. Also nichts wie raus!

© Annette Timmermann

Was können wir draußen machen oder basteln? Wie wäre es mit selbstgemachtem Schmuck aus Blumen, Gräsern und Zweigen? Oder wir holen uns die Farben der Natur aufs Papier: Schon vor Jahrtausenden gewannen Menschen Naturfarben aus all den Pflanzen, die wir auch heute noch im Garten und auf Wiesen finden. Oder wir sammeln Blüten und Kräuter und stellen selbst duftende Seife her …

Dort eine feinduftende Frühlingsseife selbst zu formen, ist ein großer Spaß. Sofie, Michel und Charlotte wollen ihre Mamas zum Muttertag mit einer selbstgemachten Seife überraschen. Dazu brauchen sie nicht viel. Ihre Papas haben etwas Rohseife besorgt (siehe rechts), den Rest erledigen sie selbst.

WildblütenFrühlingsseife © Annette Timmermann

Sie brauchen je Kind:

Die Seifenraspel mit den Blüten mischen

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1 Stück durchsichtige oder milchige Roh- oder Glycerinseife, in gleichgroße Teile geschnitten. eine Handvoll frisch gepflückte Wildkräuter eine Handvoll Gänseblümchen oder andere Blüten eine Küchenreibe eine Schüssel ein Brettchen einen Mörser ein Teesieb einige Plätzchenausstecher oder Eiswürfelschalen nach Geschmack etwas Duftöl, Zitrone oder Kräutertee

© wolfenheimer / fotolia

Die weiche Glycerinseife lässt sich leicht reiben


1. Grüner Beutezug Es beginnt mit einem Streifzug im Grünen. Die Kinder pflücken wildwachsende Kräuter wie Frauenmantel, Johanniskraut, Gundermann oder Brennnessel. Auch die süßen kleinen Gänseblümchen kommen ins Körbchen.

© Annette Timmermann

Anleitung:

2. Auf die Plätze, reiben! Die Papas waren lieb und haben schon alles für die Seifenmacher im Freien bereitgestellt. Da kann es ja gleich ans Werk gehen. Die Rohseife wird fein in eine Schüssel gerieben. Vorsicht beim Rest; die Finger ganz lassen! 3. Kneten des Seifenteigs Damit die Seife gelingt, muss die Masse wie ein Hefeteig ordentlich durchgeknetet werden, bis die Reibestückchen gut verklebt sind. 4. Die Seifendesigner Jeder kann jetzt seine eigene Seife kreieren. Wir machen hier drei unterschiedliche Seifen. In die erste Schüssel geben wir viele getrocknete Blütenblätter z.B. von Ringelblumen, Rosen oder Lavendel vom letzten Sommer. In die zweite Schüssel geben wir zwei bis drei Tropfen Duftöl oder etwas Zitronensaft. Für die dritte Mischung zerstampfen wir die gesuchten Wildkräuter gründlich in einem Mörser.

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Basisseife schmelzen, Kräuter dazu

5. Ausstecher oder Eiswürfelform? Der Seifenteig kann nun entweder direkt in einige Plätzchenausstecher gedrückt werden oder in der Mikrowelle etwa 4 Minuten bei 600 W erwärmt und dann in Eiswürfelformen gefüllt werden. Nach Geschmack kann man noch ganze Blüten oder Blättchen beifügen. 6. Trockenzeit Nun werden die Seifen vorsichtig aus den jeweiligen Formen auf ein Brett gedrückt. Dort sollten sie einige Tage trocknen. Zum Verschenken können sie auf einigen frisch gepflückten Blättern oder kleinen Papierförmchen (z.B. für Muffins oder Pralinen) drapiert werden. Was Eltern wissen sollten: Seifen können auch vollständig selbst hergestellt werden. Beim sog. Seifensieden werden verschiedene pflanzliche oder tierische Fette mit einer Lauge aufgekocht. Da die Lauge ätzend ist und Dämpfe entweichen, ist größte Vorsicht geboten. Diesen Arbeitsschritt überlassen wir daher lieber Profis und verwenden als Basis ein Fertigprodukt. Die verschiedenen erhältlichen Seifentypen sind auf Grund ihrer jeweiligen Eigenschaften unterschiedlich gut zum Basteln geeignet. Besonders gut lässt sich als Basisseife die sogenannte Glycerinseife verarbeiten, da sie leicht form- und schmelzbar ist und zudem Duftstoffe gut bindet. Es gibt sie in durchsichtiger oder milchiger Form. Man findet sie in Bastelläden, Drogerien oder Apotheken auch unter dem Namen Transparent-, Bastel- oder Rohseife.

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© Conny Marx aus: Naturlust / KOSMOS

Ein Garten

© johann35micronature / fotolia

für Tiere

Wir bauen ein Insektenhotel! Wie reich unsere heimische Natur an Insekten ist, zeigen uns viele Vögel: Schnäpper, Grasmücke und Pieper fliegen jedes Jahr viele Tausend Kilometer aus dem Süden zu uns, weil es bei uns so viel mehr Nahrung für die Brut (und weniger Konkurrenz) gibt als am Mittelmeer oder in Afrika. Auch Igel, Fledermäuse, Eidechsen, Libellen, Spechte und viele andere Tiere ernähren sich von Insekten. Grund genug, alles zu tun, damit die Vielfalt an Insekten erhalten bleibt!

Wohnraum für Wildbienen In einen Holzrahmen kommen: einige Lochund Gitterziegel, Bündel aus bleistiftlangen Schilf-, Stroh- und Bambushalmen, Hartholzblöcke mit zwei bis zehn Millimeter starken Löchern, ein altes Tonrohr mit einem Gemisch aus Ton und gehäckseltem Stroh, eingerollte Schilfmatten, alte Äste und Holzscheite, trockene Holunder-, Brombeer- und Himbeerzweige, Blumentöpfe mit Holzwolle oder Ton (Löcher reinbohren, dann trocknen lassen). Wenn Sie nun noch ein schmales Sandbeet am Sockel Ihres Haus anlegen und Nistkästen für Marienkäfer, Hornissen und Florfliegen aufstellen, haben Sie Wohnraum für viele Insekten geschaffen.

Ihr Beitrag dazu ist einfach: Sie verzichten auf Insektizide, erhalten „wilde“ Pflanzenecken, pflanzen viele verschiedene heimische Gewächse (Blumen, Sträucher, Bäume) und: Sie bauen ein wunderschönes Insektenhotel. Ein Hotel ist leicht gebaut, schon die Jüngsten helfen beim Bau mit.

© Frank Hecker

Wildbienen ernähren sich von Pollen und Nektar und versorgen damit ihre Nachkommen. Die Länge des Saugrüssels entscheidet darüber, welche Blüten angeflogen werden. Ist der Rüssel kurz, fällt die Wahl auf Blüten, deren Nektarquelle leicht zugänglich ist. Auch was das Sammeln von Pollen anbelangt, ist das Blütenspektrum der Wildbienen begrenzt. Manche tragen „ihre“ Pollenquelle sogar im Namen, wie z. B. die Zaunrüben-Sandbiene oder die Natternkopf-Mauerbiene. Die Wildbienen schließen mit ihren vielfältigen Sammelmechanismen die Lücken, die die Honigbienen und andere Insekten bei der Bestäubung vieler Wildund Kulturpflanzen offenlassen.

© dule964 / fotolia

Wilde Blütengäste

Eine Mauerbiene erkundet ein Loch im Holz: Ob es wohl für die Brut geeignet ist?

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Bärbel Oftring: Ein Garten für Tiere € (D) 7,99 € (A) 8,30

Was können wir tun, um die Artenvielfalt zu erhalten?

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In diesem mehrstöckigen Hotel, das Sie aus Hartholzstücken, Tontöpfen, Lehm, Ziegelsteinen und verschiedenen Halmen selbst bauen können, gibt es ganz viel Wohnraum für Wildbienen. Sie legen ihre Eier zusammen mit einem nahrhaften Pollenbrei hintereinander in die dünnen Schilfhalme, Ziegel- und Holzbohrlöcher. Zuerst schließt aber nicht die Larve im hintersten Ei, das zuerst gelegt wurde, ihre Entwicklung ab, sondern die Vorderste.

© Conny Marx aus: Naturlust / KOSMOS

Auszug aus Bärbel Oftring: Naturlust / KOSMOS

Insektenfreunde

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Was fliegt denn da?

Barthel, Dougalis: Welcher Gartenvogel ist das? € (D) 12,99 | € (A) 13,40 Mit TING Auch als e-Book

© Frank Hecker

© K.-U. Häßler / fotolia

Barthel, Dougalis: Was fliegt denn da? Der Fotoband € (D) 12,95 | € (A) 13,40 Mit TING Ab März auch als e-Book

Kohlmeise, Spatz und Amsel sind die häufigsten Vögel in unseren Gärten. Doch wussten Sie, dass sich auch die Sumpfmeise gern am Futterhaus bedient? Und hätten Sie gedacht, dass sich der Zilpzalp mit gepflanzten Weiden anlocken lässt? Ca. 100 Vogelarten können wir als regelmäßige Gartenbesucher beobachten. KOSMOS Natur stellt drei der Besucher vor.

© Frank Hecker

Sumpfmeise Die kleine, graubraune Meise mit dem typischen schwarzen Kopfmuster liebt Laub- und Mischwälder mit viel Altholz. Ihrem Revier und ihrem Partner bleibt sie ein Leben lang treu. Im Frühling und Sommer frisst die Sumpfmeise zwar Insekten, Larven und Spinnen, lebt aber sonst lieber vegetarisch. GARTENTIPP: Sie brütet gerne in Baumhöhlen und alten Astlöchern mit engem Einflugloch, um der Konkurrenz mit anderen Höhlenbrütern zu entgehen.

Sumpfmeise

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Die Sumpfmeise ist vor allem im Winter im Garten anzutreffen. Vorkommen: Sie kommt vorwiegend in feuchten Laubund Mischwäldern mit Eichen und Buchen vor. Schon gewusst? Obwohl sie Sumpfmeise heißt, findet man sie nicht im Sumpf.

Zilpzalp Zilpzalp Der Zilpzalp zwitschert seinen eigenen Namen. Unverwechselbar und etwas monoton ruft er bis zu hundert Mal nacheinander „zilp zalp zilp zalp“. Optisch ist der Zilpzalp von anderen Laubsängern nicht so einfach zu unterscheiden. Das graubraune Federkleid, die kurzen Flügel und die dunklen Beine sind wichtige Anhaltspunkte. GARTENTIPP: Pflanzen Sie Weiden. Der Zilpzalp, auch Weidenlaubsänger genannt, dankt es Ihnen. Besonders im Frühjahr sammelt er von diesen Bäumen Insekten ab. Vorkommen: Häufig in Misch- und Laubwäldern, oft in höherem Gebüsch, in Parks und vielen Gärten. Überwintert hauptsächlich im Mittelmeerraum. Schon gewusst? Obwohl der Zilpzalp meist in den Baumkronen unterwegs ist, brütet er sehr nah am Boden. Der Bau des kugelförmigen Nestes ist Frauensache.


© Manfred Höfer

Buchfink

Buchfink „Bin ich nicht ein schöner Bräutigam?“, schallt es ab März durch Wälder, Parks und Gärten. Das ist eine lautmalerische Umschreibung des Buchfinkengesangs. Und es stimmt: In seinem rostroten und grauen Kleid sieht er prächtig aus. Das Weibchen ist blasser gefärbt, aber auch gut an den zwei weißen Flügelbinden zu erkennen.Das dickwandige, sehr kunstvolle Nest aus Moos und Flechten baut das Weibchen. GARTENTIPP: Buchfinken suchen ihre Nahrung gern am Boden. So hüpfen sie im Winter unter die Futterhäuschen und schauen, was an Körnern runtergefallen ist. Vorkommen: In Wäldern aller Art bis zur Baumgrenze, ferner in Hecken und Baumgruppen und auch mitten in Städten. Schon gewusst? Der Buchfink ist die häufigste Brutvogelart Europas. Auch wenn er nicht so auffällig wie manch andere Vogelart ist.

Wer singt denn da? Die Vogeluhr

Alle mal herhören! Hier finden Sie die wichtigsten Vogelstimmen.

Wer ein echter Frühaufsteher ist, kann sich als Vogelstimmendetektiv betätigen. Denn die verschiedenen Vogelarten singen im Sommer jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang in einer bestimmten Reihenfolge ihr Tirili.

© dule964 / fotolia

Als Vogeldetektive sollten wir uns vor allem ruhig verhalten und uns am besten nicht oder nur langsam bewegen. Hilfreich sind ein Notizblock mit Stift, ein Fernglas und ein Aufnahmegerät für die Vogelgesänge. Später können wir die aufgenommenen Gesänge dann mit einer Bestimmungs-CD oder -DVD für Vögel vergleichen. Am Vortag sollten sich die kleinen oder großen Detektive z. B. per Internet noch über die genaue Zeit des Sonnenaufgangs am Standort erkundigen. Denn die variiert nach geografischer Lage und Datum gewaltig. Die folgenden angegebenen Zeiten der Vogelgesänge beziehen sich auf einen Sonnenaufgang um 5:30 Uhr. Dies entspricht in Deutschland etwa einem Kalenderdatum von Mitte Mai:

4: 00 Gartenrotschwanz („hüit- oder hüit-teck-teck“) 4: 10 Rotkehlchen („zick“ – scharf und oft in schneller Folge) 4: 15 Amsel (schnelle „tix-tix-tix“- „oder duk-duk-duk“-Folgen) 4: 20 Zaunkönig („teck-teckteck“ oder „tserrrr“) 4: 30 Kuckuck (klar: „Kuckuck“) 4: 40 Kohlmeise (singt sehr variabel, beispielsweise „zipe-zipe-zipe“ 4: 50 Zilpzalp (singt ständig seinen Namen: „zilp zalp zelp zilp zalp“ 5: 00 Buchfink („pink, wrütt“ oder „djüp-djüp“ – je nach Aktion) 5: 20 Haussperling (ruft ständig „tschip“, im Flug „tschuip“) 5: 30 Sonnenaufgang 5: 40 Star (der abwechslungsreiche Gesang enthält raue, knackende schnarrende, kreischende und pfeifende Tonfolgen. Stare können aber auch andere Vögel imitieren ...) Auszug aus Holger Haag: Unsere Gartenvögel / KOSMOS

Holger Haag : Mein erstes ... Was fliegt denn da? € (D) 7,95 | € (A) 8,20 Auch als e-Book Mit TING

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Der Vogel des Jahres © NABU / P. Kühn

Seiner Stimme verdankt der Grünspecht den Titel „lachender Specht“. Tatsächlich gibt es Grund zur Freude für den Vogel des Jahres 2014, denn er hat im Bestand zugenommen – als einziger von den häufigeren Vogelarten in Deutschland. Dabei spielen seine Lebensräume eine große Rolle: Er lebt in lichten Wäldern, auf Streuobstwiesen, Brachflächen und in Gärten und Parks. KOSMOS stellt den Vogel des Jahres vor, der seit 1971 jährlich vom NABU gekürt wird. Wo kann man den Grünspecht sehen? Am besten beobachten lässt sich der Grünspecht auf der Suche nach Ameisen. Mit seinem kantigen Schnabel bohrt er Löcher in Wiesenflächen und

Vogel des Jahres 2014: der Grünspecht

© Friedhelm Adam

holt seine Leibspeise mit seiner 10 Zentimeter langen Zunge aus dem Boden. Er ist ein echter Hingucker: Eine feuerrote Kappe und eine schwarze Gesichtsmaske schmücken seinen Kopf und bescherten ihm schon Beinamen wie „Zorro“ oder „der Specht mit der Räubermaske.“

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Der Grünspecht als Baumeister In alten Bäumen legt der Grünspecht seine Höhlen an. Grünspechte beginnen oft mehrere Höhlen, die in späteren Jahren fertig gebaut werden. Der Höhlenbau ist ein Ritual, das Männchen und Weibchen aneinander bindet. Grünspechte hinterlassen in ihrem Revier viele Höhlen, die von anderen höhlenbewohnenden Arten zur Brut genutzt werden: von Meisenarten, Staren, Kleibern, Halsband- und Trauerschnäppern oder Gartenrotschwänzchen. Aber auch Fledermausarten, Siebenschläfer und Hornissen profitieren von den Grünspechthöhlen. Ameisen sind sein Leben Zwischen Morgengrauen und Dämmerung ist der Grünspecht aktiv und bleibt seinem Revier treu. Täglich fliegt er die gleichen Routen und besucht dieselben Plätze, um Ameisen zu finden. Unter allen Spechten ist er am stärksten auf sie spezialisiert. Auch seine Jungvögel füttert der Grünspecht ausschließlich mit Ameisen. Während andere Spechte ihre Nahrung an Bäumen finden, sucht er gezielt auf lockeren Böden mit Störstellen ohne oder mit wenig Vegetation.


Was ist wichtig für den Erhalt seines Lebensraums? Der Einsatz von Pestiziden beeinträchtigt die Nahrungsgrundlagen des Grünspechts und vieler anderer Vogelarten. Sie finden nicht mehr ausreichend Insekten. Deswegen ist der Verzicht auf Pestizide in Hausgärten, auf Streuobstwiesen und städtischen Grünanlagen besonders wichtig. Ähnliches gilt für das Totholz: Wenn es in Wäldern, auf Streuobstwiesen, in Parks und Gärten bestehen bleiben darf, profitieren viele Tierarten davon.

Vögel in der Nähe beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen, dabei tolle Preise gewinnen und die Kenntnisse über unsere Vogelwelt steigern – all das vereint die Aktion „Stunde der Gartenvögel“. Dabei sind Vogelfreunde quer durch die Republik aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel zu notieren und dem NABU zu melden. Mitmachen können Sie in jedem Garten, auf jedem Balkon oder auch im Park. www.stundedergartenvoegel.de

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Stunde der Gartenvögel

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Machen Sie mit! Alle Infos zur Aktion finden Sie online. Die „Stunde der Gartenvögel“ 2014 findet vom 9. bis 11. Mai statt.

Leibspeise: Ameisen! Jetzt als App: Welcher Vogel ist das? Bestimmen Sie 450 Vogelarten Europas: • Bestimmungsfunktion • Sichtungsfunktion Sichtungen notieren und übertragen • Detailiertes Wissen Infos zu allen Vögeln mit über 1500 Fotos und Zeichnungen sowie aktuellen Verbreitungskarten. Dazu die Rufe und Gesänge zu jeder Vogelart. Bei über 100 Arten mit kurzem Film.

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im Frühling erwartet uns ein unbeschreibliches, feines Duftpotpourri von abertausend zarten Obstbaumblüten und vielstimmiger Vogelgesang. Im Sommer gaukelnde Schmetterlinge, das Zirpen der Heuschrecken, nach Futter bettelnde Jungvögel und kühlender Sommerschatten zwischen Juni und August. Im Herbst zuckersüße Pflaumen und Mirabellen, knackige Äpfel, im Mund dahin schmelzende Birnen und aromatische Walnüsse. Und wo das alles? Auf unseren Obstwiesen. Zudem bieten unsere Obstwiesen, die Kombination aus Wiesenland und Obstkulturen, faszinierende Naturerlebnisse, eine pulsierende Kulturlandschaft und reiche Ernten. Ernten, was Eltern und Großeltern oder gar man selbst gepflanzt hat, pflanzen, was man heute selbst, und später Kinder, Enkel

Die zweite Erfindung des Paradieses: die Obstbaumwiese

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und vielleicht auch Urenkel, ernten werden. Wer heute eine Obstwiese betreut, leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines unersetzlichen Natur-Kultur-Guts. Zugleich trägt er auch zur Bewahrung der Biodiversität und zum Schutz von Klima, Boden © Claus-Peter Hutter

Auf Obstwiesen erleben wir Natur auf kleinstem Raum:

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Lebensraum Obstwiesen

Der Kleiber als dankbarer Bewohner


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Umwelt hautnah erleben Die Rinde einer Eiche ertasten, die Wasserqualität eines Baches prüfen und am PC auswerten, einen Trickfilm über Müll drehen ...

Es gibt rund 2000 verschiedene Apfelsorten und Grundwasser bei. Wer keinen Obstgarten besitzt, aber die Produkte daraus kauft – etwa die leckeren Säfte – hilft ebenfalls mit, ein einmaliges Landschaftselement zu erhalten.

Seit 25 Jahren bieten Jugendherbergen Programme für Umwelterfahrung. Auf Grund ihrer naturnahen Lage, ihrer kompetenten Mitarbeiter und der speziellen Ausstattung sind viele Häuser ideal für neue, spannende Erfahrungen. Die große Resonanz der Schulklassen zeigt, dass nachhaltige Bildung – verbunden mit erlebnispädagogischen Elementen – auch viel Spaß macht. Die Angebote der Umwelt | Jugendherbergen richten sich an alle Altersgruppen, die „Graslöwen“-Angebote an Grundschulklassen.

Landliebe ist „in“, und in Zeitschriften und Magazinen sieht man Familien durch malerische Streuobstwiesen streifen, um Obst für Marmeladen und Blechkuchen zu ernten. Tatsächlich aber ist dieser wichtige Naturraum im Begriff zu verschwinden. Die Obstwiesen – unzweifelhaft ein wertvolles Natur- und Kulturerbe – sind ernsthaft in Gefahr.

Akademie für Natur- und Umweltschutz

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Im Rahmen einer breit angelegten Initiative engagiert sich die Akademie für Natur- und Umweltschutz BadenWürttemberg gemeinsam mit dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft und vielen anderen Akteuren für die Themenfelder Obstwiesen und Landschaft. Schulungen, Seminare und Ausstellungen werben für ein neues Image dieses wertvollen Naturraumes.

Infos unter: erberge.de www.jugendh

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Sammeln

& genießen

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Lange Zeit interessierte sich kaum jemand für die wilde Kost aus Wald und Wiese. Das hat sich in den letzten Jahren gründlich geändert: Selbst in der Kochliteratur traten Wildkräuter plötzlich als exklusive Zutaten auf, die eine Fülle neuer Geschmacksnuancen eröffneten. Auch die Sternegastronomie hat inzwischen das eine oder andere Pflänzchen für exquisite Kreationen wiederentdeckt. Die Wildkräuterküche erlebt momentan eine unglaubliche Renaissance.

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Urnahrung der Menschheit Nur wenigen ist bewusst, dass Wildpflanzen einst der maßgebliche Rohstoff für Heil- wie Nahrungsmittel waren. Sie lieferten fast die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch die Grundlage der Ernährung. Hunderttausende Jahre lang sammelten Steinzeitmenschen Kräuter, Gräsersamen, Wurzeln, Pilze und Wildfrüchte. Sie deckten damit den Großteil ihrer Ernährung ab, weshalb man die Wildkräuter als Urnahrung der Menschen bezeichnen kann. Diese Kulturstufe der„Sammler und Jäger“ machte etwa 99 % (!) der Menschheitsgeschichte aus. Reiche Beute für eifrige Sammler

„Deine Nahrung sei deine Medizin.“

Viel mehr als „Unkraut“ ...

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Sammeln macht glücklich Längst hängt unser Überleben nicht mehr von gesammelten Wildpflanzen ab. Aber der enorm lange Zeitraum des „Sammler- und Jägertums“ steckt uns noch in den Genen. Deshalb sind Wildpflanzen für den menschlichen Organismus so verträglich und gesund. Das Sammeln in der Natur verknüpft uns mit den alten Strukturen unseres Stoffwechsels. Dementsprechend erfreut es die meisten Menschen, draußen in der Natur zu sein, essbare Pflanzen zu entdecken und zu ernten. Es macht Spaß, sein Essen selbst zu sammeln, und gleichzeitig tut man etwas für seine Gesundheit.

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(Hippokrates)


Im Durchschnitt sind darin etwa 4 x soviel Vitamin C, 4 x soviel Eiweiß und 4 x soviel Eisen zu finden. Manche Wildgemüse stechen dabei besonders hervor: Brennnessel enthält beispielsweise 25 x soviel Vitamin C, 7 x soviel Eisen und 6 x soviel Vitamin A wie Kopfsalat. Gänse-Fingerkraut beherbergt 11 x soviel Vitamin C wie Chinakohl, Giersch hat den 13-fachen Eiweißgehalt von Endiviensalat und das Franzosenkraut hat mehr als 3 x soviel Eisen wie Spinat. Bei solchen Gesundheitspaketen können Nahrungsergänzungsmittel getrost im Regal stehen bleiben. Und das Faszinierende dabei ist: Wildkräuter gibt es sozusagen gratis vor der Haustür. Sie fördern die Gesunderhaltung, indem sie beispielsweise den Körper entsäuern und entgiften.

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Die Kraft der Wildkräuter Wildgemüse ist nicht nur eine geschmackliche Bereicherung unseres Speiseplans, sondern auch eine gesundheitliche: Es enthält wesentlich mehr Vitamine und Mineralien als unser Kulturgemüse.

Wiesen-Schaumkraut: Vitamin C satt

Wilde Köstlichkeiten Feines Wildkräuterpesto Das Wildkräuterpesto orientiert sich an der Basilikum-Spezialität aus Ligurien. Man nutzt es zum Würzen von Salatsoßen oder für Nudelgerichte. 100 g Wildkräuter werden mit 150 ml Olivenöl, dem Saft einer ½ Zitrone, 15 g Knoblauch, 30 g geriebenem Parmesan, 30 g gemahlenen Nüssen und 10 g Salz gemischt. Es eignen sich dazu z.B. Brennnesseln (wegen der Brennhaare blanchiert), Brunnenkresse, junger Giersch, Knoblauchsrauke, Löwenzahn, Spitz-Wegerich, Vogelmiere. Wenn Sie Nüsse und Käse weglassen, hält sich das in Gläser gefüllte Pesto bis zu 8 Monate.

Frische Wildkräuter-Smoothies Etwa 100–150 g Wildkräuter zusammen mit einer Banane, einem Apfel und 300 ml Orangensaft in einem Mixer pürieren. Man kann nach Belieben mit etwas Honig süßen. Ist der Drink zu dickflüssig, verdünnt man mit Apfelsaft oder auch mit Kefir, Buttermilch oder Trinkjoghurt. Geeignete Kräuter sind beispielsweise Brunnenkresse, Brennnessel, Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere und Schaumkraut. Rezepte aus: Rudi Beiser: Unsere essbaren Wildpflanzen € (D) 14,99 | € (A) 15,50 Auch als e-Book

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Köstlichkeiten aus der Natur

Reiche Beute für eifrige Sammler Wildbeeren sammeln: vitaminreich und oft dornenbewehrt Was uns von Sträuchern, Hecken und Bäumen fruchtig und bunt entgegenleuchtet, entpuppt sich oft als unbekömmlich oder sogar giftig. Beim Sammeln herber Wildbeeren gilt die eine eherne Regel: Nur das kommt in den Korb, was ganz sicher bestimmt werden konnte. Wer mit dem Körbchen oder Eimerchen loszieht, sollte feste Handschuhe und gutes Schuhwerk tragen. Viele begehrte Früchte wie Berberitze oder Sanddorn wehren sich mit ihren Stacheln gegen Leckermäuler.

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Holunder Leicht zu erkennen ist der Schwarze Holunder. Schon im Mai öffnet er seine intensiv duftenden Blütendolden, die gern in Pfannkuchenteig ausgebacken werden. Die Beeren können ab August gesammelt werden. Aber nicht roh essen, besonders die unreifen Früchte können Übelkeit und Magenbeschwerden verursachen. Gekocht eignen sich die kugeligen dunklen Beeren dann hervorragend für Kompotte und pikante Saucen.

Eberesche und Berberitze Auch die Früchte der Eberesche, die Vogelbeeren, enthalten roh einen höchst unbekömmlichen Stoff. Durch Kochen wird der aber vollständig unschädlich gemacht. Die sehr herben Beeren schmecken am besten, wenn sie die ersten Fröste abbekommen haben. Allerdings kann es dann vorkommen, dass die Vögel (daher der Name) schon schneller waren als wir. Aus den Beeren lässt sich der beliebte Vogelbeerschnaps brennen, doch auch herb-pikante Saucen zu Wild und Geflügel können aus ihnen gekocht werden. Die herb-säuerlichen Beeren der Berberitze (Sauerdorn!) hängen dagegen oft noch im Januar an den Sträuchern und sind dann auch am einfachsten zu ernten. Auch diese Frucht eignet sich hervorragend für pikante Saucen zu Fisch und Fleisch, zudem schmeckt sie getrocknet genascht sehr gut.

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Ein herbstlicher Sonntagsspaziergang durch Wald und Flur macht mit einem Körbchen in der Hand noch viel mehr Spaß. Fast immer gibt es etwas zu entdecken und zu sammeln, woraus sich zu Hause herzhafte Gerichte oder feine Desserts zubereiten lassen. Nach Wildbeeren Ausschau zu halten, macht nicht nur Kindern große Freude. Es lässt uns alle Jahreszeiten intensiver erleben. Es öffnet die Augen für das, was sich gerade in der Natur tut, und bereichert den Speisezettel um aromatische, naturbelassene Zutaten. KOSMOS Natur stellt einige leckere Wildbeeren vor:

Nicht nur für Vögel: Eberesche


Wildbeeren auf Ricotta Zutaten für 4 Portionen: 250 g gemischte Wildbeeren (Walderdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren)| 2 Eier | 2 EL Zucker | 1 Pckg. Vanillezucker | 250 g Ricotta oder Sahne-Quark | 2 EL gehackte Walnusskerne | 1 EL Amaretto (Mandellikör) oder Mandelsirup | Butter für die Förmchen Besonderes Werkzeug: 4 Gratinierförmchen (à 250 ml) Zeitbedarf: 25 Min. + 20 Min. backen

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Das gibt ein besonders dekoratives warmes Dessert: Beim Überbacken versinken die Beeren ein wenig in der Eier-Ricotta-Creme.

1. Die Beeren verlesen, kurz in stehendem Wasser waschen, sehr gut abtropfen lassen. Den Backofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen.

Sanddorn Etwas mühsam ist sie schon – die Ernte der gelben bis orangefarbenen Sanddornbeeren. Sie sitzen zwar dicht gedrängt an den Zweigen, lassen sich aber nur schwer ablösen. Einmal sind da die Dornen im Weg, zum anderen platzen die Beeren leicht, wenn sie mit den Fingern abgezupft werden. Ernten Sie den Sanddorn unbedingt vor dem ersten Frost. Am besten schneiden Sie dazu kurze Zweigstücke ab (was den Sträuchern ohnehin guttut) und frieren diese ein. Mit einer Gabel lassen sich die hart gefrorenen Beeren dann gut abstreifen. Die Vitamin-C-reichen Beerenfrüchte können zu Gelee und Konfitüren verarbeitet werden, ergeben einen gesunden Saft und schmecken kurz gedünstet in Desserts und Fruchtquark.

3. Die Gratinierförmchen mit Butter befetten, die Ricotta-Masse einfüllen. Die Beeren darüber verteilen. Im Ofen etwa 20 Minuten überbacken, bis die RicottaMasse gebräunt ist. Warm servieren.

Preiselbeeren, Moosbeeren Um die kleinen, scharlachrot glänzenden Preiselbeeren und die helleren Moosbeeren zu sammeln, muss man sich bücken. Wir finden sie auf nassen, moorigen Böden und in der Heide. Als Konfitüre gekocht passt ihr leicht bitterer Geschmack gut zu Wildgerichten, aber auch zu Pfannkuchen oder in Quarkdesserts.

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2. Die Eier trennen. Die Eigelbe mit 1 EL Zucker und dem Vanillezucker weißschaumig schlagen. Ricotta oder Quark, Walnusskerne und Amaretto untermischen. Die Eiweiße mit 1 EL Zucker zu schnittfestem Schnee schlagen und unter die Ricotta-Masse heben.

Vitaminbombe Sanddorn

Gut verlesen Bei allen herben Beeren ist es ganz wichtig, die kleinen Zweige und alle Stielreste zu entfernen. Diese schmecken besonders bitter und würden bei der Verarbeitung für einen unangenehmen Geschmack sorgen. Diese Arbeit dauert oft länger als die eigentliche Ernte der Früchte. Aus Reinhard Hess: Pilze & Waldbeeren € (D) 14,95 | € (A) 15,40


Welcher Pilz ist das? Markus Flück: Welcher Pilz ist das? € (D) 4,95 € (A) 5,10 Auch als e-Book

Pilze lieben es feucht. Ein gutes oder schlechtes Pilzjahr kann schon im zeitigen Frühjahr vorhergesagt werden. Wenn die Schneeglöckchen blühen und die ersten Vögel morgens zu singen anfangen, sollte es genügend regnen. Denn die jungen Pilze entwickeln sich schon früh im Jahr als stecknadelkopfgroße Knubbel unter der Erde. Bleibt der Regen im Frühjahr aus, so fehlen im Herbst auch die Pilze. War das Frühjahr mit ausreichend Niederschlag gesegnet, so können Sie oft schon ab Juni mit einer guten Ernte rechnen. KOSMOS Natur verrät die besten Tipps zum Finden von leckeren Pilzen: Ideal für Pilze Besonders vielversprechend im Buchenwald sind Stellen mit viel abgestorbenem Holz am Waldboden, möglichst wenig Grasbewuchs und Lücken im Kronendach, wo wärmende Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen können. Besonders Steinpilze lieben solche lichten Stellen. Nicht selten finden sich solche günstigen Plätze direkt neben Waldwegen, die am Hang entlangführen, sodass Sie gar nicht über Stock und Stein zu gehen brauchen.

Unser typischer Wald Die Rotbuche ist der häufigste Baum unserer Laubwälder. Sie schirmt mit ihrem dichten Blätterdach das Licht sehr stark ab, sodass es am Waldboden ganz schön dunkel sein kann. Dem Laubwald sind meist auch noch andere Baumarten beigemischt wie die Stieleiche oder die Hainbuche. Sehr wichtig für die Pilzsuche sind die Beschaffenheit des Bodens und die Lichtverhältnisse inmitten der Waldbäume.

Pilzesuchen macht Spaß – Finden noch mehr!

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Birken und Pilze Birken siedeln sich überall, wo es Sonne gibt, schnell an – so auch auf Waldlichtungen und an Waldrändern. Dann lassen auch die Birkenpilze nicht lange auf sich warten. Angepflanzte Birken in Parks sind ebenfalls ein gutes Pilzrevier. Die Espe wird häufig in Hainen angepflanzt oder steht zusammen mit Birken am Waldrand. Hier wächst die Espen-Rotkappe.

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Hier wird gesuch

t Steinpilze können Sie im Wald an dr ei charakteristischen Orten fin den. Suchen Sie de n Fichtensteinpilz am best en in dunklen, feuc ht -moosigen Fichtenwäldern. De n Sommersteinpilz finden Sie vor allem im Buch enmischwald an so nn enbeschienenen Stellen. De r Kiefernsteinpilz findet sich, wie der Name schon ve rrät, in Kiefernwäl dern.


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STECKBRIEF Der Steinpilz

Steinpilz – ein richtiger Pfundskerl mit Netzstrümpfen Er ist bei allen Pilzsammlern hoch begehrt, in manchen Jahren aber eher selten zu finden. Der schwedische König Karl-Johann XIV. liebte Steinpilze über alles und machte sie in ganz Schweden bekannt. So heißt der Steinpilz in Schweden auch heute noch „Karljohanssvamp“.

© Ewald Langer

Bäche und Flussauen Entlang von Gewässern wachsen oft Erlen und Eschen. Der fruchtbare und feuchte Boden ist von einem dichten Pflanzenteppich bedeckt. Im Frühjahr blühen hier noch vor dem Laubausschlag Bärlauch, Aronstab und Buschwindröschen. Das ist der richtige Ort für Speise-Morcheln.

Hut: Jung halbkugelig, 2-10 cm, hell- bis dunkelbraun; alt ausgebreitet bis 25 cm, weich; immer dickfleischig Röhren: Jung weiß, dann gelblich und im Alter olivgrün; die Röhren lassen sich vom Hut abtrennen Stiel: Jung dick und bauchig; manchmal auch lang ausgestreckt, wenn der Steinpilz aus tiefem Laub herauswächst; oben mit charakteristischem weißem Netz Fleisch: Weiß, jung fest, alt weich; verfärbt sich beim Anschneiden nicht; Geruch angenehm pilzig, Geschmack mild und etwas nussig

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ger: der Gallenröhrli

Steinpilz-Doppelgän

Netz weiß oder braun? Obwohl Steinpilze leicht zu erkennen sind, gibt es einen unangenehmen Doppelgänger, den Gallen-Röhrling. Der Steinpilz hat besonders oben am Stiel ein weißliches Netz, der Gallen-Röhrling ein braunes.

Auszug aus Ewald Langer: Ab in die Pilze! / Kosmos

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Hans E. Laux: Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger € (D) 9,99 | € (A) 10,30 Auch als e-Book

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Geschenke

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aus der Natur

Gibt es etwas Schöneres, als durch die Natur zu streifen und dabei kleine und große Schätze zu entdecken? Die lassen sich nämlich mit wenig Mühe in liebevolle Geschenke verwandeln.

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Rund ums Jahr Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Natur beschenkt uns zu jeder Jahreszeit in Hülle und Fülle. Im Frühling mit frischem Grün, im Sommer mit Blüten, im Herbst mit Samen und Früchten und im Winter mit Hölzern. Was für ein reichhaltiger Kreislauf. Ein paar gute Ideen helfen, die Schätze der Natur zu verarbeiten. Es kann gesucht und gesammelt werden, gekocht, eingemacht, verarbeitet und getrocknet.

Dekorativ: Holz-Kleiderhaken

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Geschenke, die von Herzen kommen Wie schön ist es, wenn man eingeladen wird und etwas Selbstgemachtes als Geschenk mitbringen kann! Für die Gartenbesitzerin ein kleines Insektenhotel und für den Feinschmecker ein selbstgemachtes Wildkräutersalz. Im Winter freuen sich alle Badewannenbesitzer über einen Badezusatz mit natürlichem Waldduft und im Frühling wird die Bärlauchsaison mit einer Risottomischung verlängert. Fast noch schöner als das Verarbeiten der gesammelten Naturschätze ist die Suche selber. Sie verändert die Sicht auf die Natur. Man beobachtet aufmerksamer, sieht plötzlich überall Essbares und wird immer wieder überrascht. Seien Sie gespannt darauf, was Sie auf Ihren Streifzügen alles entdecken werden.

Deko-Tipp

Sie brauchen (für 5 Haken): Fundholz mit 5 ausgeprägten Astgabeln (ca. 3 – 4 cm), Holzsäge, Schleifpapier, Bohrmaschine, 8 mm-Holzbohrer (Zeitbedarf: 1 Stunde) 1. Suchen Sie sich die fünf schönsten Astgabeln aus. Etwa 7–10 cm oberhalb und unterhalb der Astgabel am Ast abmessen und das Holz dort mit der Säge absägen. Die Astgabel selber, die später zum Haken wird, mit der Holzsäge auf etwa 4-5 cm kürzen. 2. Die zugesägten Stücke auf eine feste Unterlage legen und mit der Holzsäge von dem Hauptast das hintere Drittel absägen. So entsteht an der Rückseite eine flache Auflagefläche und der Haken kann später besser an der Wand verschraubt werden. 3. Nun die Schnittflächen – Ober- und Unterseite des Hakens sowie die gekürzte Astgabel – mit dem Schleifpapier glätten. 4. Ganz zum Schluss mit dem Holzbohrer noch die Befestigungslöcher etwa 0,5–1 cm unterhalb von Ober- und Unterkante markieren und vorbohren.


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Gänseblümchenöl

feine Pflege für den Körper

Gänseblümchen blühen von Februar bis November. Hier bereichern sie ein beruhigendes Pflegeöl für die Haut. Zutaten für 200 ml: 1 gehäufte Handvoll Gänseblümchen 200 ml Jojobaöl Besonderes Werkzeug: Glasflasche | Kaffeefilter Zeitbedarf: 15 Minuten | 8 Wochen Zeit zum Ziehen So geht’s 1. Die Gänseblümchen sollten am besten an einem sonnigen Tag um die Mittagszeit gesammelt werden. Gänseblümchen brauchen die Sonne, um zu blühen. An regnerischen Tagen und nachts sind die Blüten geschlossen. 2. Blütenköpfe der Gänseblümchen direkt am Stielansatz abpflücken. 3. Die Blüten nicht waschen, sondern im frischen, aber trockenen Zustand in das Jojobaöl geben. An einem warmen, hellen Ort etwa 8 Wochen durchziehen lassen. 4. Anschließend das Öl durch einen Kaffeefilter abgießen und in eine saubere, trockene Flasche umfüllen. Das Öl kann auch mit den Blüten verschenkt werden, es sollte dann nur vor dem ersten Gebrauch gefiltert werden.

Heilkraft Gänseblümchen gelten traditionell als wichtigstes Naturheilmittel bei Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen, Verstauchungen und Muskelschmerzen. Nach kleinen Sportverletzungen oder einer anstrengenden Wanderung tut dieses Öl besonders gut. © thongsee / fotolia

Die Variante: Johanniskrautöl 1 gehäufte Handvoll Johanniskraut-Blüten an einem trockenen, sonnigen Tag ernten. Die ungewaschenen Blüten mit 200 ml Jojobaöl übergießen und an einem sonnigen, warmen Platz 2 Monate ziehen lassen. Das rote Öl abfiltern und dunkel lagern. Johanniskraut-Öl ist ideal für die Pflege nach dem Sport. Da es die Lichtempfindlichkeit steigert, die Haut nach der Anwendung jedoch nicht mehr der Sonne aussetzen.

Pflegt und heilt: Gänseblümchenöl

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Was lebt in

Tümpel, Bach & Weiher?

© Herbert Frei

Ob plätschernder Bach, reißender Fluss, spiegelglatter See oder idyllischer Teich: Wasser, das ursprünglichste aller Elemente auf unserer Erde, hat auf uns Menschen eine starke Anziehungskraft. Dabei ist kaum ein Lebensraum so geheimnisvoll: Der Großteil des Lebens spielt sich hier vor unseren Augen verborgen ab.

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Die Regenbogenforelle wird bis zu 60 cm lang

Wenn Sie aber wissen, wonach Sie suchen müssen, werden Sie hier mehr Tiere und Pflanzen entdecken, als in jedem anderen Lebensraum: Gewässer zählen zu den artenreichsten Lebensräumen. Dabei ist das Leben, das sich unter der Wasseroberfläche abspielt, alles andere als „gewöhnlich“. Was später ein Frosch werden will, das schwimmt zunächst wie ein kleiner Fisch im Wasser, der Libellen-Nachwuchs kauert mit ausklappbarer Fangmaske am Gewässergrund und immer hungrige Hechte lauern im Gewirr der Wasserpflanzen unvorsichtigen Küken und Fischen auf. Hier können Sie auch eigenartige Gestalten wie Wasserspinne, Süßwasserpolyp und Wasserskorpion entdecken. KOSMOS Natur stellt diese interessanten „Typen“ vor.

Frank Hecker: Tiere und Pflanzen unserer Gewässer € (D) 7,99 | € (A) 8,30

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© Frank Hecker

Die Wasserspinne ist ca. 1–2 cm lang und bräunlich gefärbt, erscheint aber durch die zwischen ihren feinen Härchen festgehaltene Atemluft oft silbrig glänzend. Sie lebt in pflanzenreichen, stehenden Gewässern. Als einzige ständig unter Wasser lebende Spinne hat sie sich eine ganz besondere Lebensweise angeeignet: Sie baut eine Taucherglocke, indem sie Atemluft von der Wasseroberfläche unterhalb eines Spinnnetzes transportiert. Hier frisst sie, häutet sich, paart sich und legt ihre Eier ab. Die Wasserspinne ernährt sich von Insektenlarven und kleinen Krebsen.

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In flachen Kleingewässern findet man den Wasserskorpion. Die etwa 2 cm große, breite und flache Wasserwanze hat ihren Namen dank ihrer großen, skorpionähnlichen Fangarme. Am Hinterleib befindet sich ein ca. 1 cm langes Atemrohr, das sie wie einen Schnorchel aus dem Wasser heben kann, während sie gleichzeitig unter Wasser auf Beute lauert: Sie packt schwimmende Insekten, Kaulquappen und Jungfische mit ihren Fangarmen und saugt sie aus. Vorsicht! Sie kann stechen – aber nicht mit dem „Schnorchel“ am Hinterleib, sondern mit dem am Bauch versteckten Rüssel.

Giftiger Greifer: der Süßwasserpolyp

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Leben in der Taucherglocke: die Wasserspinne

Jäger mit Schnorchel: der Wasserskorpion

Der Süßwasserpolyp ist ein festsitzendes „Raubtier“. Sein schlauchförmiger, gräulicher oder weißlicher Körper ist bis 2 cm lang und besteht aus einem ausgeprägten Fußstiel und bis zu zwölf filigranen Tentakeln. Man findet ihn in stehenden und langsam fließenden Gewässern. Auf der Jagd nach Wasserflöhen, Insektenlarven und frisch geschlüpften Fischchen packt er seine Beute mit seinen Tentakeln, um diese dann mit Gift aus herausschnellenden Stacheln zu lähmen. Er zeichnet sich durch besonders hohe Regenerationsfähigkeit aus: Kleinste Teilstücke wachsen zu ganzen Tieren heran.

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Heilkraft

aus der Natur

Gesundheit fördern und Beschwerden heilen: Gerade in den vergangenen Jahren hat sich in der Heilpflanzenkunde viel getan. Das Thema fand mehr und mehr Eingang in den Alltag. Viele Menschen wollen sich auf der Basis bewährter Heilpflanzen eine eigene Hausapotheke aufbauen.

Immer mehr Therapeuten und Laien nehmen heute Impulse aus alternativen Medizinrichtungen auf wie aus der Aromakunde oder der Arbeit mit feinstofflichen Essenzen wie den BachBlüten. Auch die Homöopathie spielt eine große Rolle für unsere Gesundheit. Die europäische Heilpflanzenkunde bietet ein großes Repertoire an Zugängen zur Kraft der Kräuter. Es geht dabei nicht nur darum, ein bereits bestehendes körperliches Leiden zu kurieren – das ist natürlich auch ein zentrales Anliegen. Doch Gesundheit beginnt bereits viel eher: in einer gesunden Lebensführung, die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im Umgang mit dem eigenen Körper und der eigenen Seele beinhaltet.

In „Heilpflanzen für die Gesundheit“ werden 333 Pflanzen und ihre Verwendung in den drei ganzheitlichen Heilweisen Homöopathie, Aromatherapie und Pflanzenheilkunde dargestellt. KOSMOS Natur stellt daraus eine bekannte und wichtige Heilpflanze und ihre Anwendungsarten vor: den Salbei.

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Jede Sekunde unseres Lebens wirken unzählige Faktoren in uns, die unser Gesundsein und Wohlbefinden ausmachen. Die wenigsten von ihnen kennen wir – auch wenn uns die Haltung der modernen Medizin oftmals etwas anderes vorgaukelt. Diese seelischen wie physiologischen

Faktoren erhalten die Harmonie in unserem Gesamtorganismus. In der Regel nehmen wir diese Situation erst dann wahr, wenn sie gestört wird oder gar zerbricht. Das ist wie bei einer schönen Musik oder Melodie: Wir gehen mit, tauchen in sie ein, sie begleitet uns ganz selbstverständlich. Doch wenn ein Instrument verstimmt ist oder ein Spieler nicht den richtigen Ton trifft, schrecken wir auf. So ist es mit dem, was im Allgemeinen Krankheit heißt. Wir merken: Hier stimmt etwas nicht mehr. Gerade die Kräfte der Natur bieten uns eine vielfältige Auswahl an Pflanzen, die helfen können, die Harmonie wieder herzustellen.

Die Natur ist unsere grüne Apotheke

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Trott-Tschepe, Puhle, Möller: Heilpflanzen für die Gesundheit € (D) 39,99 € (A) 41,20


Myriam Veit: Heilkosmetik aus der Natur € (D) 19,99 € (A) 20,60

Es führen so viele Pflanzenwege zur Gesundheit, wie es Menschen und Situationen im Leben gibt.

Michael Gienger: Heilsteine € (D) 17,99 | € (A) 18,50

Echter Salbei

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Sammeln und Anbauen Wer ihn anbauen möchte, kann im März, sobald der Frost vorüber ist, mit der Aussaat auf trockenem Boden an einem sonnigen Ort beginnen. Die Blätter und Blüten am besten in der Mittagssonne pflücken, wenn sie viel Aroma haben. An einem dunklen, aber warmen Ort trocknen.

PHYTOTHERAPIE Tee: 2–3 × täglich 1 Tasse für bessere Konzentration und Erinnerungsvermögen trinken Badezusatz: Aufguss von 500–1000 g Salbei in 3–4 l Wasser pro Vollbad; wohltuende Wirkung auf die Nerven AROMAKUNDE Lavendel-Salbei zur Harmonisierung von Verstand und Gefühl HOMÖOPATHIE Salvia D6: bei starkem Schwitzen in Erschöpfungszuständen 1–2 × 3 Globuli

Salbei ist eine altbewährte Heilpflanze Gesundheit unterstützen Die Heilpflanze hilft mit ihrem intensiven, lieblichen bis herben Duft dabei, die Konzentration zu steigern und das Gedächtnis zu verbessern. Sie ist ein traditionelles Wachhaltemittel, gerade für Wanderer. Mit ihrer Unterstützung lässt sich Stress zwar nicht aus der Welt schaffen, jedoch viel besser bewältigen und verkraften. Salbei – sei es als Medizin, in Speis’ oder Trank – kann die Lebensqualität spürbar erhöhen. Beschwerden heilen Salbei ist von warmer und trockener Natur und hilft als wesentliche Heilgabe, Überflüssiges und Krankmachendes trockenzulegen. Bei Angst, Zittern, Übelkeit, Erschöpfung, Herzschwäche und Entzündungen im Mund- und Rachenraum ist er ein stärkender Heiler.

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Räuchern:

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Wohltat für Sinne & Seele

Eine fast vergessene Tradition wird heute wieder lebendig! Was früher in allen Hochkulturen täglich und auch zu besonderen Anlässen praktiziert wurde, ist wieder modern und liegt ganz im Trend: das Räuchern. Räuchern – eine uralte Tradition Räuchern begleitet die Menschheit seit Urzeiten. Ganz pragmatisch betrachtet handelt es sich schlichtweg um das Verglimmen getrockneten Pflanzenmaterials wie Blätter, Blüten, Samen, Holzstückchen, Rinden und Wurzeln oder Harze auf einer Wärmequelle. Dabei lösen sich die eingeschlossenen ätherischen Öle und steigen mit dem Rauch auf. Sie gelangen durch die Atmung in Form von Duftmolekülen sehr schnell in den Teil unseres Gehirns, der limbisches System genannt wird. Das ist das Zentrum unserer Emotionen.

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Räuchermischung „Hier dah

Wenn wir von dieser etwas arg nüchternen und wissenschaftlichen Sichtweise weggehen und uns tiefer mit dem Räuchern beschäftigen, wird aber schnell klar: Die unterschiedlichen Facetten und Dimensionen des Räucherns sind unglaublich vielfältig und gehen weit über die reine Geruchsempfindung oder Wirkung im Gehirn hinaus.

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Wohlbefinden für Sinne & Seele Nicht nur in unserer mitteleuropäischen Kultur, sondern in allen alten Kulturen setzten die Menschen aromatischen Duft und Wohlgerüche ein: aus religiös-rituellen Gründen, um zu erfreuen, eine gute Stimmung zu erzeugen, eine gesellige Unterhaltung zu begleiten oder um Sinnlichkeit und Lust anzuregen. Dank der modernen Erforschung der Inhaltsstoffe – auch im Rahmen der Aromatherapie – können wir heute bestimmte Kräuter und Harze viel gezielter und bewusster verwenden, als das früher möglich war. Auf diese Weise können wir unser Empfinden wirkungsvoll beeinflussen.

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© Roberto Bulgrin

Düfte wirken immer, haben dadurch eigentlich auch immer eine spirituelle Dimension. Wir können uns ihnen nicht entziehen – wir können ihre seelische Wirkung aber durch Konzentration mehr oder weniger bewusst wahrnehmen. Das, was ein bestimmter Duft auf der seelischen Ebene auslöst, gefällt uns nun nicht immer. Doch eine solche Wahrnehmung kann ein ganz wesentlicher Schritt für die eigene Weiterentwicklung sein: Gerade Düfte können die Seele dynamisieren und verborgene Wunden sichtbar machen – letztlich mit dem Zweck der Heilung und des konstruktiven Lösens oder Voranbringens von Themen und Problemen. Voraussetzung ist dabei immer, dass wir uns auf die Düfte und auf das, was sie innerlich auslösen, einlassen wollen. Die spirituelle Dimension des Räucherns stellt den Königsweg zur eigenen Seele dar. Es gibt keinen

Traditionell: Räuchern auf Kohle


Modern: Räuchern mit einem

Stövchen

Außenstehenden, der interpretiert und durch seine Sichtweise verfremdet oder uns das eigene Innenleben verzerrt widerspiegelt. Unsere innere Befindlichkeit geht vielmehr in eine direkte und ehrliche Resonanz mit den Düften. Die jeweiligen emotionalen Botschaften können dann der Beginn sein, innerlich zu reifen und sich mit der eigenen Seele auseinanderzusetzen. Wahrnehmung über den Geruchssinn Die wissenschaftliche Forschung der letzten Jahrzehnte hat verstärkt den Weg gewiesen zu jenem Sinn, der uns meist am tiefsten bewegt und beeindruckt: Das ist der Riechsinn. Spannend, was alles herausgefunden wurde über die Nase, dieses lange vernachlässigte Sinnesorgan. Sie ist es, die „entscheidet“ über den Geschlechtspartner, den wir wählen. Sie zeigt an, welches Gegenüber wir sympathisch oder unsympathisch finden. Der Duft von Zitrone verbessert unsere Konzentration. Kinder sind weniger aggressiv und viel entspannter, wenn es im Klassenzimmer nach Orange riecht. Unglaublich ...

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• beruhigt und entspannt • erdet und zentriert • anregt und vitalisiert • reinigt und klärt • die Konzentration, Kreativität und Fantasie fördert • den Schlaf verbessert und das Traumbewusstsein stimuliert • sich zur Begleitung von Jahreskreisfesten eignet • Meditationen und Gebete unterstützt

und unterstützen kann. Wir können uns mit feinen Düften erfreuen und entspannen, wenn uns der Stress wieder einmal zu viel wurde. Oder wir wählen eine Mischung, die belebt und fit macht, wenn wir uns müde und abgearbeitet fühlen. Für jede Situation und für jede Lebensphase finden Sie Anregungen für Räucherstoffe und -mischungen, die Sie leicht ausprobieren und in Ihr Leben integrieren können.

Mehr zum Thema

von der Räucherspezial istin Christine Fuchs un ter www.labdanum.de. Üb er die von ihr gegründete Räuchermanufaktur ve rkauft sie auch eigens hergestellte Räucherkräuter und -utensilien.

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Es gibt ganz spezielles Räucherwerk, das …

... und doch wieder nicht, wenn wir uns die Evolution ansehen. In den Anfängen der Menschwerdung hat das Riechen über Leben und Tod entschieden. Die Nase nahm den Geruch von Raubtieren wahr, noch bevor etwas zu sehen war – und das bedeutete dann „Nichts wie weg!“. Essbares wurde erschnüffelt und auch Giftiges von Ungiftigem durch das Riechen unterschieden. Wie Räucherdüfte wirken Mit dem Räuchern können wir unsere äußeren Lebensumstände zwar nicht verändern. Wir können aber unsere innere Haltung und Einstellung verändern. In unserem modernen Alltag gibt es jede Menge Gelegenheiten, in denen uns das Räuchern begleiten Christine Fuchs: Räuchern in Winterzeit und Raunächten € (D) 17,99 | € (A) 18,50

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Bienen

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schützen und unterstützen

Die Gefährdung der Bienen ist in aller Munde und anders als bei vielen anderen gefährdeten Tierarten scheint das die Menschen weit mehr zu berühren. Warum? Bienen sind sympathisch, sehen mit ihrem braungelben Pelz putzig aus, jeder kennt die freche Biene Maja, und sie liefern uns den herrlich süßen Honig. Was können wir tun, damit das so bleibt? Und warum sind Bienen für uns so wertvoll?

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Bienen sind wichtig! Und zwar nicht in erster Linie deshalb, damit wir morgens Honig auf unser Brötchen streichen können. Viel wichtiger für uns alle ist die Bestäubungsarbeit der Bienen. Sie fliegen von Pflanze zu Pflanze, transportieren den Pollen, bestäuben die Blüten und sorgen so dafür, dass viele unserer Obst- und Gemüsesorten überhaupt erst Früchte tragen. Ohne Bienen keine Äpfel, Birnen oder Erdbeeren. Aber auch all die vielen blühenden Blumen gäbe es bald nicht mehr. Wir tun was für Bienen Wenn die Bienen so viel für uns tun, was können wir dann für die Bienen tun, damit das auch weiterhin so bleibt? Jeder denkt bei Honigbienen natürlich sofort ans Imkern. Doch so weit muss keiner gehen, der Bienen unterstützen möchte. In unserer immer stärker durch Monokulturen geprägten Landschaft ist es für Bienen manchmal sehr schwer, das ganze Jahr hindurch ausreichend Nahrung zu finden. Ist das große Rapsfeld abgeblüht, ist Hungern angesagt.

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Die Mission: Bestäubung von Pflanzen

Bienen sammeln nicht nur Nektar

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Und jetzt sind Sie dran: Pflanzen Sie Pflanzen, die Bienen mögen, an denen sie Nektar und Pollen finden. Natürlich sehen Geranien und großblütige Rosen wunderschön aus – doch für Bienen sind sie ziemlich wertlos, hier finden sie keine Nahrung. Dabei gibt es so viele schön blühende Pflanzen, an denen die Bienen jede Menge Nahrung finden und die auch für uns Menschen ein Genuss sind. Wie wäre es z.B. mal mit Hängeerdbeeren im Balkonkasten? Die Blüten sind zwar weniger spektakulär als die von Geranien, hübsch sehen die kleinen weißen Blüten aber dennoch aus. Sie locken Bienen an und ein paar Wochen später werden Sie für Ihre bienenfreundliche Aktion mit leckeren süßen Erdbeeren belohnt. Und machen Sie den Test: Stellen sie eine Erdbeerpflanze in die Wohnung. Sie wird zwar auch blühen, aber nur wenige kleine, unscheinbare Früchte tragen. Nur wenn die Bienen die Erdbeeren bestäuben, entwickeln sich auch schöne große Früchte.


Hemmer, Hölzer: Wir tun was für Bienen € (D) 16,99 | € (A) 17,50

ut schla

Hier fühlt sich Biene Maja wohl ...

it! Summen Sie mhla vor allem nd summt!“ setzt sich

Die Initiative „Deutsc möglichst Honig- und Wildbienen in Städten dafür ein, für denen Akhie zu schaffen. Mit versc vielfältige Lebensräume re“ Bienen „ih für nschen dazu, etwas tionen motiviert sie Me rden, wird we zu tiv hat, selbst ak ran da sse ere Int er W . zu tun t unterstützt. t“ gerne mit Rat und Ta mm su nd hla tsc eu „D von er mehr bald auch Ihre Stadt? W on sch t mm su t ich lle Vie it, für Kinderchte, hat die Möglichke erfahren und erleben mö stellen, der eine n „Bienenkoffer“ zu be und Jugendgruppen de er“ enthält. eressierte „Bienenforsch mt.de Grundausstattung für int um d-s auf www.deutschlan Weitere Infos finden Sie

© picsfive / fotolia

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s ummt!

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• Kräuter für eine Kräuterspirale: Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Salbei, Thymian, Lavendel – die Pflanzen nicht zu früh abschneiden, sondern unbedingt blühen lassen. • Beerensträucher und Obstbäume: Himbeere, Brombeere, Schlehe, Apfel, Birne, Kirsche, Quitte – alle diese Pflanzen tragen nur dann schöne Früchte, wenn sie von Bienen besucht und bestäubt wurden. • Gemüsepflanzen: Kürbis, Gurke, Zucchini, Erbse, Bohne, Paprika, Tomate – sie werden auch gerne von Wildbienen besucht.

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Bienenfreundliche Pflanzen, die auch uns Menschen schmecken:

Georg Petrausch: Imkern in der Stadt € (D) 14,95 | € (A) 15,40

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100 % Genuss!

Ob Sie sich die Biokiste nach Hause liefern lassen oder selbst auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen einkaufen gehen, eins ist sonnenklar: Langeweile kommt hier nicht auf, denn Abwechslung im Gleichklang mit den Jahreszeiten ist mit Gemüse von Natur aus garantiert.

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Nachhaltig, regional, gesund und lecker: Die Biokiste ist ein Synonym für den derzeitigen Boom von Bio-Lebensmitteln. Und so funktioniert’s: Regionale Anbieter versorgen den Verbraucher in einem zuvor festgelegten Rhythmus mit einer Kiste, die frische und saisonale Obst- und Gemüsesorten aus dem Bio-Anbau enthält. Die mit der Jahreszeit wechselnde große Auswahl und die Abwechslung durch die Vielfalt der Gemüsesorten machen die Biokiste dabei nicht nur für Vegetarier attraktiv.

Knackig frische Hochgenüsse

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Denn eine ausgewogene Ernährung lebt in erster Linie von der Vielfalt. Je mehr unterschiedliche Gemüsesorten Sie zubereiten, desto besser sind Sie mit allen Nährstoffen – allen voran Vitaminen und Mineralstoffen – versorgt.

Hildegard Möller: Restlos! € (D) 14,99 | € (A) 15,50

Rezept aus Cornelia Schinharl: Biokiste vegetarisch € (D) 14,95 | € (A) 15,40

© asl / iStockphoto

Biokiste:

Frische bis zum letzten Tag Die Biokiste wird meist nur einmal in der Woche geliefert. Darum ist wichtig, dass das Gemüse auch am Ende der Woche noch schön frisch ist und während der Lagerung möglichst wenig Vitamine verliert. Das ist immer garantiert, wenn Sie ein paar einfache Dinge beachten: Empfindliche Gemüsesorten wie Blattsalate und Spinat bewahren Sie am besten in einer Plastiktüte im Gemüsefach des Kühlschranks auf. Kräuter halten in einer gut verschlossenen Kunststoffdose im Kühlschrank viel länger als im Wasserglas. Salate und Kräuter außerdem möglichst innerhalb von 1 – 3 Tagen verbrauchen. Die meisten anderen Gemüsesorten fühlen sich ebenfalls im Gemüsefach am wohlsten. Dort halten sie sich gut eine Woche lang. Eine Ausnahme von dieser Regel sind Tomaten: Sie reifen bei Zimmertemperatur nach und bekommen noch mehr Aroma, in der Kälte des Kühlschranks verlieren sie es hingegen. In einem kühlen und eher dunklen Keller können Sie Kartoffeln und Zwiebeln einige Wochen, Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, aber auch ganze Kohlköpfe und Lauch bis zu einer Woche aufbewahren. Trotz genauer Planung kann es vorkommen, dass Gemüse übrig bleibt oder nicht rechtzeitig verarbeitet werden kann. Kein Problem! Denn das meiste Gemüse lässt sich problemlos und ohne Geschmacksverlust einfrieren: Blattgemüse wie Spinat, aber auch Grünkohl, dazu vorher blanchieren, abschrecken und auskühlen lassen. Ebenfalls kurz vorgekocht werden Bohnen, Brokkoli und Blumenkohl, Kohlrabi, Lauch und Rosenkohl. Fruchtgemüse wie Paprika und Tomaten, aber auch


Blattspinat mit

Ricotta-Pecorino-Haube

© Rogge & Jankovic Fotografen

Zutaten für 4 Portionen: Salz, 1 kg Blattspinat, 1 Bund Frühlingszwiebeln, 2 EL Olivenöl, 1 EL Zitronensaft, Pfeffer aus der Mühle, 125 g mittelalter Pecorino (am Stück), 2 Eier (Größe M) 250 g Ricotta Zeitbedarf: ca. 30 Minuten + 15 Minuten backen

Blattspinat: Saison von April bis August Erbsen, Dicke Bohnen und Spargel können nach dem Putzen direkt roh eingefroren werden, schmecken nach dem Auftauen allerdings gegart besser. Aber auch fein eingemacht verwöhnen viele Gemüsesorten noch mit viel Aroma und sind tolle Helfer für die schnelle Küche. Ob Spargel und Radieschen im Frühling, Paprika, Auberginen und Tomaten im Sommer, Kürbis und Maroni im Herbst oder Schwarzwurzeln und Grünkohl im Winter – jede Gemüsesaison hat ihren Reiz und ihre ganz eigenen Besonderheiten.

1. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen. Währenddessen den Spinat verlesen und mit einem Messer grobe Stiele abknipsen. Spinatblätter in stehend kaltem Wasser mehrmals gründlich waschen, dann im sprudelnd kochenden Wasser 1–2 Minuten blanchieren, bis sie zusammenfallen. Spinat in ein Sieb abgießen, abschrecken und abtropfen lassen. 2. Den Backofen auf 220°C (Ober- & Unterhitze; Umluft 200°C) vorheizen. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden. Spinat und Zwiebelringe mit Öl und Zitronensaft in einer feuerfesten Form mischen, salzen und pfeffern. 3. Den Käse von der Rinde befreien und fein reiben. Die Eier trennen. Die Eigelbe mit dem Ricotta gründlich verrühren. Den Käse untermischen und die Masse mit Salz und Pfeffer würzen. Mit den Quirlen des Handrührgeräts die Eiweiße mit 1 Prise Salz zu steifem Schnee schlagen, unter die Käsemasse heben. Die Masse als Haube auf dem Spinat verteilen. 4. Den Spinat im heißen Ofen (Mitte) etwa 15 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist. Die Form aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen, dann den Spinat heiß servieren.

© Rogge & Jankovic Fotografen

Dazu schmecken neue Kartoffeln besonders gut.

Saisonkalender Scan nen QR-Code ein und Sie er Sie den halten die praktische Übersicht der Gemüsesaison auch auf Ihr Ta blet oder Smartphone. Oder de n Kalender unter www.m.kosmos.de/13 399/d1 mit wenigen Klicks downloa den und speichern, ausdrucken und in de r Küche aufhängen.

Abwechslungsreich und lecker: Gemüse der Saison

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Mit Liebe

zum Detail

Vögel die Motive, die sein Werk dominieren. 1995 illustrierte er eine Buchserie über bedrohte Tierarten in Griechenland, die in mehreren Auflagen erschienen ist und ihn als Buchillustrator etablierte. 1997 zog er nach München, wo er bis heute lebt und arbeitet. Sein Ziel ist es, nicht einfach ein durchschnittliches Exemplar eines Tiers oder Vogels darzustellen, sondern den Charakter des Individuums wiederzugeben.

© Julián Rovagnati / fotolia

Paschalis Dougalis im Internet: www.dougalis-wildlifeart.blogspot.de

Paschalis Dougalis wurde 1970 in Kozani, Griechenland geboren. Mit vier Jahren zeigte er zum ersten Mal zeichnerisches Talent, als er einen Hahn detailgetreu nachzeichnete. Zahlreiche Studien und Porträtzeichnungen folgten, meist von Haustieren und Menschen. Da er in einer ländlichen Gegend aufwuchs, hatte er die Gelegenheit, die Natur hautnah zu erleben und zu studieren. Während des Studiums der Theologie begann er parallel eine Ausbildung als Ikonenmaler. Seit der „Entdeckung“ eines englischsprachigen Vogelführers im Jahr 1992 sind die Natur und insbesondere

© P. Dougalis

Wie entstehen die Zeichnungen für den Klassiker unter den Vogelführern „Was fliegt denn da?“ Dies verrät Ihnen Paschalis Dougalis, einer der besten Natur-Illustratoren Europas.

Von der Skizze ... ... über den Entwurf ...

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KOSMOS Natur hat bei ihm nachgefragt. Herr Dougalis, wie arbeiten Sie mit Motiven, die sich schnell fortbewegen, z.B. Vögel? Ob man es glaubt oder nicht, Vögel zu zeichnen finde ich viel einfacher als Säugetiere, weil ihre Körperform unkompliziert ist. Wenn ich draußen unterwegs in der Natur bin, suche ich mir sorgfältig meine Motive aus, und zwar diejenigen Vögel, die sich ausruhen oder ihre Bewegungen wiederholen, und hoffe, dass sie länger an einer Stelle bleiben. Durch jahrelange Erfahrung habe ich das Gespür entwickelt, ziemlich schnell geeignete Motive auszusuchen und sie zeichnerisch zu erfassen.

© P. Dougalis

Arbeiten Sie mit einem Fernglas oder machen Sie auch Fotos, die Sie abzeichnen? Seit mehr als zehn Jahren fotografiere ich nicht mehr. Zu der Zeit habe ich mein Spektiv (Beobachtungsfernrohr) erworben. Falls mir ein paar Details entgangen sind, oder ich etwas abchecken will, gibt es genug Aufnahmen in Büchern oder im Internet.

Kork-Eiche

Rotwangengans

Wie lange dauert die Studie einer speziellen oder seltenen Vogelart? Das ist immer unterschiedlich. Es liegt an den Vögeln, an der Wetterlage, wie gut ich den Vogel bereits kenne usw. Die erste Skizze wird unter „normalen Umständen“ innerhalb von ein paar Minuten, wenn nicht Sekunden, entworfen. Es gibt Vögel, Eulen zum Beispiel, die tagsüber länger an einer Stelle ausharren, dies sind ideale Modelle. Da kann ich länger vor Ort und auch mit Farben arbeiten. Eine detaillierte Studie kann 3-4 Stunden dauern.

... bis hin zur fertigen Illustration

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Mit Illustrationen von Paschalis Dougalis

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Welcher Stern ist das? Hahn, Weiland: Sternkarte für Einsteiger € (D) 9,95 € (A) 10,30

Sternbild Stier Woher haben die Sternbilder ihre Namen? Es gibt 88 Sternbilder am Himmel. Zwölf davon kennt man als Tierkreiszeichen, vom Schützen bis zum Skorpion. Die meisten Namen der Sternbilder sind uralt und entstammen der griechischen Sagenwelt. Wir sehen den Herkules mit seiner Keule, die Königin Kassiopeia oder den Himmelsjäger Orion, der vom Skorpion gestochen wurde. Die Sternbilder am Südhimmel wurden hingegen erst in der Neuzeit benannt und stellen meistens technische Geräte wie einen Kompass, ein Teleskop oder einen Zirkel dar. Am Südhimmel findet man aber auch exotische Tiere wie den Pfau oder den Schwertfisch. Wohin fährt der Große Wagen? Der Große Wagen ist eigentlich kein richtiges Sternbild. Seine sieben Sterne gehören zum viel größeren Sternbild Großer Bär. Der Wagenkasten stellt den Körper des Bären dar, die Wagendeichsel den (viel zu langen) Bärenschwanz. Alle Sternbilder drehen sich um die Himmelspole, da sich die Erde dreht. Der nördliche Himmelspol wird vom Polarstern markiert. Der Große Wagen steht nicht weit vom Himmelspol entfernt, daher ist er in jeder klaren Nacht zu sehen und fährt ständig im Kreis rund um den Polarstern.

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Warum nimmt der Mond zu und ab? Unser Mond kreist um die Erde und wird von der Sonne angeleuchtet. Mal sehen wir ihn von vorne – dann ist Vollmond –, mal sehen wir ihn von der Seite, dann ist Halbmond. Bei Neumond blicken wir direkt von hinten auf den Mond, seine helle Seite ist nicht zu sehen. Von einem Vollmond zum nächsten dauert es rund 29 Tage. Übrigens dreht sich der Mond in genau der gleichen Zeit um seine eigene Achse wie er für einen Lauf um die Erde braucht. Daher zeigt er uns immer nur eine Seite, die Rückseite des Mondes ist von der Erde aus nicht zu sehen. Warum leuchten Sterne? Der hellste Stern am Himmel ist unsere Sonne. Auch alle anderen Sterne sind Sonnen, aber so unvorstellbar weit entfernt, dass man sie nur als kleine Lichtpünktchen am dunklen Nachthimmel sehen kann. Unsere Sonne ist eigentlich ein kleiner Stern. Es gibt auch Riesensterne, wie Antares im Sternbild Skorpion oder Deneb im Sternbild Schwan. Alle Sterne leuchten, da sie tief in ihrem Inneren aus dem Element Wasserstoff das Element Helium erzeugen. Dabei wird Energie frei, die wir als Licht sehen können.

© Gunther Schulz

© Bodes Strenatlas

Der Weltraum – unendliche Weiten ... Gibt es etwas Faszinierenderes als einen funkelnden Sternenhimmel? Dabei gibt es so viele Fragen wie Sterne ...

Der Große Wagen


© Digitized Sky Survey

Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Zu viel Gewicht ist ungesund, das gilt auch für Sterne. Richtig dicke Sterne haben ein kurzes Leben, sie leuchten nur Millionen statt Milliarden von Jahren wie unsere Sonne. Und am Ende folgt der große Knall: dem dicken Stern geht der Treibstoff aus, das Kernfeuer in seinem Inneren erlischt, alles stürzt zusammen. Dabei kommt es zu einer unvorstellbaren Explosion, der Supernova. Am Ende bleibt ein kleiner Rest, meist ein Neutronenstern, von dessen Materie ein Teelöffel auf der Erde viele Tonnen wiegen würde. Im Extremfall ballt sich der Rest so stark zusammen, dass ein kompaktes Objekt entsteht, dem noch nicht einmal das Licht entkommen kann – ein Schwarzes Loch.

Was tut sich am Himmel 2014?

Funkelnder Sternhaufen: die Plejaden Sind wir allein im Universum? Kein Mensch hat bisher einen Außerirdischen gesehen, auch UFOs gibt es nicht. Aber im All befinden sich Milliarden von Sternen und viele von ihnen haben Planeten wie in unserem Sonnensystem. Man hat sogar schon Planeten bei anderen Sternen gefunden, die unserer Erde recht ähnlich sind. Ganz sicher wird es auch auf anderen Planeten Leben geben, doch ob dort so etwas wie „intelligente Aliens“ leben, werden wir wahrscheinlich niemals erfahren – dafür sind die fernen Sterne mit ihren Planeten einfach zu weit weg.

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Sternenwissen:

immel: 3.000 Sterne am Nachth Galaxis: Sterne in unserer 0 00 0. 100.000.00 ensystem: 8 Planeten im Sonn Sonnensystem: Kleinplaneten im 500.000 r Erde zur Entfernung von de 0 km 00 Sonne: 150.000. von der ts ch Reisezeit des Li inuten M 3 8, : de Sonne zur Er

Januar bis April: der Riesenplanet Jupiter im Sternbild Zwillinge April/Mai: der rote Planet Mars im Sternbild Jungfrau 5. April: Astronomietag in Deutschland Mai/Juni: der Ringplanet Saturn im Sternbild Waage 10. August: der Supervollmond des Jahres 12. auf 13. August: die lange Nacht der Sternschnuppen Mitte August: Jupiter und Venus strahlen am Morgenhimmel 25. Oktober: unser Mond bedeckt den Ringplaneten Saturn

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Das große

Gruseliges Ungeziefer oder faszinierende Wunderwesen? Die Welt der Insekten birgt noch immer viele Geheimnisse. Ein Auszug aus dem Buch Insekten von Gregor Faller beweist es:

© Gregor Faller

Unsere Welt ist voller Insekten. Sämtliche Lebensräume, außer dem Meer, werden von Insekten bevölkert. Dabei ist ihre Artenzahl und erst recht die Anzahl der Individuen unermesslich. Weltweit gibt es sicherlich 1 Million Insektenarten, seriöse Schätzungen gehen noch von weit höheren Zahlen aus, wobei allerdings die meisten davon in den Tropen vorkommen. In Europa, dessen Fauna recht gut erforscht ist, wird die Artenzahl etwas überschaubarer. In Mitteleuropa gibt es etwa 30.000 Arten. Viele davon kann jedoch nur ein Spezialist bestimmen. Bei den etwa 200 mitteleuropäischen Tagfalter- und etwa 80 Libellenarten wird dies schon einfacher und die meisten dieser Arten können, bis auf einige Ausnahmen, auch von naturinteressierten Laien mit Hilfe eines guten Bestimmungsbuches bestimmt werden.

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Schau mir in die Augen, Kleines ... (Hufeisen-Azurjungfer)

Gregor Faller: Insekten € (D) 16,99 | € (A) 17,50

Es lohnt, sich intensiv mit Insekten zu beschäftigen, sich auf die Welt des Mikrokosmos einzulassen. Für viele Menschen sind Insekten Ungeziefer, lästige Mitbewohner dieser Welt, die uns plagen und stechen. Menschen fürchten sich vor zahlreichen Insekten, vor vielen absolut grundlos. So ist immer noch das Vorurteil verbreitet, Libellen könnten stechen, obwohl diese gar keinen Stachel besitzen. Allenfalls Schmetterlinge oder die Honigbiene haben einen guten Ruf. Rundumblick – die Augen der Jäger Bei vielen räuberisch lebenden Insekten sind die Augen gut ausgebildet. Insekten haben Facettenaugen, die aus sehr vielen Einzelaugen (bei Libellen sind dies mehrere Tausend) zusammengesetzt sind. Durch diesen Aufbau aus vielen Einzelaugen erhält das halbkugelige Komplexauge eine kristalline Struktur. Betrachtet man manche Insekten mit hellen Augen, so scheint es, als ob diese Pupillen hätten und den Beobachter genau fixieren würden. Der dunkle „Pupillenfleck“ ist jedoch der Augenhintergrund, den man nur in senkrechter Blickrichtung durch das Auge hindurch erkennen kann und der scheinbar dem Blick des Betrachters folgt. Das Auflösungsvermögen der Facettenaugen ist zwar nicht sehr hoch, aber sie sind besonders geeignet, Veränderungen im Gesichtsfeld wahrzunehmen. Aus diesem Grund und wegen der kurzen Nervenverbindungen sind Insekten in der Lage, äußerst rasch zu reagieren.

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Krabbeln

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© Holger Haag

Partnerfindung – Verlockende Pheromone Insektenarten, bei denen die Tiere weit verstreut leben, haben besondere Verhaltensstrategien zur Partnerfindung entwickelt. Bei vielen Arten finden sich die Paare darüber, dass ein Partner – Männchen oder Weibchen – Duftstoffe aussendet, die der andere Partner manchmal über mehrere Kilometer Entfernung hinweg wahrnehmen kann. Nicht nur bei den Nachtfaltern, auch bei den Käfern und Hautflüglern und vielen anderen Arten finden sich die Paare auf diese Weise.

Treetopping: Wo ich bin, ist oben! (Segelfalter)

Hilltopping?

Rekordmeister: Waldameisen Waldameisen sind wichtige Mitglieder der Lebensgemeinschaft Wald: Sie vertilgen zahlreiche Schadinsekten, verbreiten Pflanzensamen, geben anderen Tierarten Wohnraum in ihren Nestern, erneuern den Boden und sind wichtige Nahrung für verschiedene Waldtiere. Diese Rekorde und noch viele mehr halten die Waldameisen: sie

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© Gregor Faller

Hilltopping und Treetopping Viele gut sehende Insektenarten finden sich über den Gesichtssinn. Arten mit hoher Populationsdichte begegnen sich immer wieder von alleine, Arten, bei denen die Tiere weit verstreut leben, mussten besondere Verhaltensstrategien zur Partnerfindung entwickeln. Manche Libellenmännchen besetzen Reviere an Gewässerufern, einige Tagfalter patrouillieren entlang von Waldrändern, andere treffen sich an auffallenden Landmarken und verschiedene Käfer benutzen Blüten als Treffpunkt. Schwalbenschwanzmännchen besetzen gerne kahle, weithin sichtbare Bergkuppen. Oft streiten sich mehrere Männchen um den exponiertesten Platz. Hier warten sie auf Weibchen, die Bergkuppe ist ihr Rendezvousplatz. Verhaltensforscher sprechen von Hilltopping. Auch Segelfalter besetzen gerne Kuppen und Felsnasen. Sie bevorzugen jedoch Geländemarken mit Büschen oder Bäumen, auf denen sie ruhen, während Schwalbenschwänze eher auf dem Boden oder im Gras ausharren. Auch Schillerfalter haben Rendezvousplätze. Sie besetzen auffallende, exponierte Äste oder Bäume – das nennt der Fachmann Treetopping.

• sind eine der größten heimischen Ameisen; • haben Staaten (Netzwerke aus mehreren Nestern) mit bis zu 1.000 Königinnen und über einer Million Tieren; • leben in bis zu 1,5 m hohen und ebenso tief in die Erde reichenden Nestern; • verzehren täglich bis zu 100.000 Beutetiere (wohlgemerkt EIN Volk); • können das 40-fache ihres Körpergewichts tragen; • gewinnen bis zu 200 Liter Honigtau durch Läusemelken (wiederum EIN Volk); • sind Lüftungsgenies, die rund ums Jahr gleichmäßige Temperaturen im Bau schaffen. • Und dabei wiegen eine Million Tiere gerade sieben Kilogramm! Gründe genug, einmal die Waldameisen kennenzulernen. Das geht einfach, denn sie leben fast überall in unseren Wäldern und sind von Frühling bis Herbst aktiv. Auszug aus Bärbel Oftring: Ab in den Wald! / KOSMOS

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Nachttiere

Wie kommt es dazu, dass manche Tiere den Tag verschlafen und erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv werden? Welche Vorteile bietet ein Leben in der Dunkelheit und wie finden sich diese Tiere zurecht? Die Antwort auf diese Fragen ist von Art zu Art unterschiedlich, viele Arten haben sich erst im Laufe der Evolution an die nächtliche Lebensweise angepasst. Beutetiere, die am Tage von zu vielen Feinden verfolgt wurden, wichen mit der Zeit auf die Nacht aus. Der Schutz der Dunkelheit ermöglicht ihnen eine ungestörtere Lebensweise – vorausgesetzt, die Tiere sind auch nachts in der Lage, genügend Nahrung zu finden. Viele nachtaktive Beutetiere rufen jedoch auch die Jäger auf den Plan, die ebenfalls unter diesen Bedingungen unterwegs sind. Denn wenn ein Beutegreifer in der Lage ist, nachts erfolgreich zu jagen, wird er seine Aktivität umstellen, sobald der Jagderfolg in der Nacht größer ist als am Tage.

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Sie sind geheimnisvoll und unheimlich, wir hören sie manchmal und sehen sie nie – doch die Tiere der Nacht üben eine unglaubliche Faszination aus. Der Gesang der Nachtigall, das Zirpen der Zikaden und die unheimlichen Rufe der Eulen und Käuze finden in unserer nächsten Nähe statt und wir können sie nur sehr schwer beobachten. Welche Eigenschaften befähigen diese Geschöpfe der Dunkelheit dazu, ein Leben ohne Licht zu führen? Dietmar Nill nimmt uns in seinem Buch „Tiere der Nacht“ mit auf seine Streifzüge:

Die Augen eines Nachtjägers: Der Uhu

In völliger Dunkelheit sind auch die besten Augen wirkungslos. Wer sehen möchte, benötigt Licht. Manchen Tieren reicht schon der Schein des Mondes und des Sternenhimmels aus, um genügend sehen zu können – vorausgesetzt, die Augen sind groß genug, um das wenige Licht bündeln zu können. Kein Wunder also, dass die Augen unserer nachtaktiven Eulen riesig groß sind. Beim Uhu machen die starr nach vorn gerichteten Augäpfel sogar ein Drittel des gesamten Kopfvolumens aus. Dadurch kann der Uhu auch dann noch Beute machen, wenn wir längst nichts mehr erkennen können.

Tipp: Der NABU veranstaltet jedes Jahr im Au-

gust bundesweit die „Batnight“ mit Exkursionen und Aktionen rund um die Fledermäuse. (www.nabu.de/batnight) Klaus Richarz: Fledermäuse € (D) 9,99 | € (A) 10,30

Nill, Ziegler: Tiere der Nacht € (D) 29,99 | € (A) 30,90


© Dietmar Nill

Rendezvous mit Fledermäusen Naturfotograf Dietmar Nill zeigt in fantastischen Fotos die verborgene Welt der Nachttiere. Er nimmt uns mit auf einen Streifzug durch die Dunkelheit.

Nachts auf der Jagd, tagsüber kuscheln

Am See höre ich über den Bat-Detektor Ortungsrufe mehrerer Wasserfledermäuse. Tick, … tick, … tick, … tick, tick, tick, tick, tick, tönt es aus dem Gerät. Auf der dunklen Wasserfläche sind die Tiere aber nicht zu sehen. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie geschickt Fledermäuse in stockdunkler Nacht auf der Jagd nach Insekten dicht über die Wasserfläche flitzen. Ich kann die Tiere nur durch das Nachtsichtgerät sehen. Es verstärkt das schwache Restlicht und macht dadurch Dinge sichtbar, die wir in der Dunkelheit mit bloßem Auge nicht mehr erkennen können. Um die Tiere genauer zu beobachten, schalte ich die Taschenlampe ein. Wasserfledermäuse fliegen meist dicht über der Wasserfläche. Deshalb lässt sich ihre Flugbahn im Lichtkegel der Taschenlampe leichter verfolgen als im freien Luftraum. Wie hell eine Lampe strahlen darf, ist Erfahrungssache. Je stärker die Taschenlampe ist, desto besser sind die Fledermäuse zu sehen. Ist das Licht aber zu hell, ziehen sich die Fledermäuse zurück, denn sie sind nicht blind und nehmen das helle Licht durchaus wahr. Allmählich gewöhnen sich die Tiere an das Licht meiner Lampe und kommen bis auf einen Meter heran. Jetzt kann ich erkennen, wie die Tiere im Flug immer wieder die Wasseroberfläche berühren. Offensichtlich fangen sie die ins Wasser gefallenen Insekten. Wie sie das machen, können wir aber mit bloßem Auge nicht sehen. Dafür geht alles viel zu schnell. Erst anhand meiner Fotos und Highspeed-Filmaufnahmen, die an diesen und

anderen Plätzen in mühevoller Arbeit entstanden sind, habe ich entdeckt, wie sie dabei vorgehen: Sie fischen die ins Wasser gefallenen Insekten mit ihrer Schwanzflughaut aus dem Wasser. Das Fotografieren von Fledermäusen in der freien Natur ist für den Naturfotografen eine besondere Herausforderung. Selbst wenn man die vielfältigen technischen Probleme gelöst hat, benötigt man noch unendlich viel Geduld, bis sich das Resultat auch wirklich sehen lassen kann. Heute aber bin ich nur zum Beobachten hier. Und dafür ist der Tag günstig. Die Fledermäuse jagen unermüdlich nach Insekten. Hat eine Fledermaus ein Insekt geortet, werden die Intervalle zwischen den Rufen immer kürzer und wenn sie es glücklich im Maul hat, verstummen die Laute so lange, bis sie es geschluckt hat. In dieser Zeit fliegt die Fledermaus also „blind“. Fledermäuse fliegen oft die ganze Nacht hindurch. Dabei nehmen sie bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes an Insekten auf. Sie brauchen eine gewisse Energiereserve, denn Fledermäuse können nur bei schönem Wetter jagen. Bei Regen versagt ihr Radar.

© Dietmar Nill

Die laue Sommernacht ist wie geschaffen für die Beobachtung von Fledermäusen. Kurz entschlossen packe ich meine Ausrüstung ein und fahre zur Fledermausbeobachtung an einen kleinen See. Eine Fledermaus stößt zur Orientierung in regelmäßigen Abständen Ultraschalllaute aus. Treffen diese auf ein Objekt, werden sie reflektiert. An diesem Echo hört die Fledermaus, in welcher Richtung und in welcher Entfernung sich dieses Objekt befindet und wie groß es ist. Je häufiger eine Fledermaus ruft, desto deutlicher wird ihr Bild der Umgebung. Will sie also fliegende Insekten orten, muss sie entsprechend häufiger rufen. Für uns Menschen sind die Ortungsrufe der Fledermäuse meist nicht hörbar. Mit Hilfe des Bat-Detektors können die Rufe jedoch hörbar gemacht werden. Solch ein Gerät transformiert Ultraschalllaute in eine für uns hörbare Frequenz.

Jagd per Echoortung

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Einfach folgende Fragen beantworten: (Die Antworten findet man auch in diesem Magazin) 1.) Wie schwer sind 1 Million Ameisen? A) ca. 700 kg B) ca. 70 kg C) ca. 7 kg 2.) Wie heißt der ungenießbare Doppelgänger des Steinpilzes? A) Gallenröhrling B) Knollenblätterpilz C) Hallimasch 3.) Wie viele Stacheln hat ein Igel? A) 500 - 2.500 B) 5.000 - 7.000 C) 18.000 - 20.000

Gewinnspiel

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