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WAS DENKT MEIN HUND?


Welpenverhalten

Groß & Klein Junge Hunde müssen noch viel lernen, und ihre Menschen können ihnen allerhand beibringen und gute Lernvoraussetzungen schaffen. Doch ohne das Vorbild und die Anleitung von erwachsenen Vierbeinern geht es nicht, denn das ist unerlässlich für das Erlernen der Regeln des sozialen Miteinanders.

Du bekommst nicht alles, was du haben willst

Souveräne erwachsene Hunde sind die besten Erzieher für das Jungvolk und geben regelrecht Unterricht. Hier kaut der erwachsene Weiße Schweizer Schäferhund demonstrativ an einem Stöckchen und vermittelt dem Welpen durch

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die vorgestellten Ohren und die gekräuselte Nase, dass er es nicht wagen soll, es sich zu nehmen. So lernt der Kleine, dass er keine Narrenfreiheit hat und mit Frustration umzugehen.


Bei fremden Hunden gibt es keinen Welpenschutz. Wie tolerant ein Fremder auf einen Welpen reagiert, hängt von seiner Sozialisierung und seiner Persönlichkeit ab – nicht alle Hunde mögen Welpen und ­zeigen dies auch. Passen Sie daher auf, wenn Sie fremden Hunden begegnen.

Schau, wie viel Spaß das macht!

Welpen lassen sich mutiger auf neue Herausforderungen ein, wenn die Großen vormachen, wie es geht und zeigen, dass es ungefährlich ist. Noch zögernd, aber angespornt durch seine erwachsenen Freunde, traut sich auch der junge Hovawart ins unbekannte nasse Element.

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Mythos „Alpha“

Der Wolf im Hund Behauptet wird … … alle anderen machen immer, was der Alpha will. Fakt ist … … eine Wolfsfamilie ist eine soziale Gruppe, in der jeder Einzelne entsprechend seiner Fähigkeiten Aufgaben übernimmt. So gibt es die Babysitter, die Fährtensucher, die Spurenleser oder die Treiber bei der Jagd. Sie bekommen ihre Aufgabe nicht von den Leitwölfen zugewiesen, sondern sie greifen

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automatisch dort ein, wo sie gebraucht werden. Dabei orientieren sich die einzelnen Familienmitglieder am Vorbild der Leittiere, die sie entspannt schalten und walten lassen. Dieses Bild ändert sich jedoch, wenn eine Situation gefährlich oder ungewiss wird und ein Entscheidungsträger gebraucht wird. Dann sind die Leittiere diejenigen, die wissen, wo es langgeht, und die anderen folgen im Vertrauen auf die Erfahrung der Eltern.


Das bedeutet für den Hundehalter

Sie haben es grundsätzlich nicht nötig, ständig mit Ihrem Hund zu kommunizieren und ihn zu bespaßen, und Bello muss auch nicht immer alles machen, was Sie, der Elternteil, wollen. Gerade Junghunde, die eine natürliche Erkundungsfreude haben, müssen auch manchmal etwas selbstständig erforschen dürfen. Dabei müssen Sie nicht den Boss herauskehren. Vielmehr können die Kleinen eigenständig ihre Umwelt erkunden und dabei auch aus ihren Fehlern lernen. Ein Beispiel: Bei einem gemein­ samen Spaziergang entfernt sich Ihr Hund ein paar Meter und findet im Gras eine Kröte, die er sich schnappen will. Die Kröte sondert einen

ekligen Schleim ab, und Ihr Hund stellt schnell fest, dass man Kröten in Zukunft besser in Ruhe lässt. Sie gehen entspannt weiter und Bello macht beim nächsten Mal um Kröten einen großen Bogen. Er hat seine eigene Erfahrung gemacht, ohne dass Sie zu ihm gerannt sind und ihm ver­boten haben, nach dem Tier zu schnappen. Eigenständiges Lernen am Objekt führt letztlich zu einer Art „technischer“ Intelligenz, jegliches Begreifen spezifischer Umweltreize zu emotionaler Intelligenz.

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Körpersprache

Verstehen wir uns?

Kopfhaltung Die Haltung des Kopfes korrespondiert meist mit der allgemeinen Körperhaltung: Bei Aufmerksamkeit und zur Orientierung wird er hoch getragen, bei Unsicherheit oder Angst eher tief. Im Zusammenhang mit Demutsverhalten kann der Hals lang gestreckt werden und der Kopf nach vorne und tief gehalten werden. Diese Haltung sieht man u. U. auch beim Lauern, also beim Spiel- oder Jagdverhalten. Zur korrekten Einschätzung des gezeigten Verhaltens müssen immer alle Körpersignale berücksichtigt werden.

Rute Die Rutenhaltung ist – sozusagen als „Gegenpol“ zur Kopfhaltung – mitbestimmend an der Silhouette des Hundes und schon aus größerer Entfernung erkennbar. Bei der Beurteilung der Stellung bzw. der Haltung der Rute muss zwischen verschiedenen Formen unterschieden werden. Bei Aufmerksamkeit, Imponierverhalten oder sicherem Drohen wird die Rute eher höher getragen, bei Unsicherheit, Demutsverhalten oder unsicherem Drohen eher tiefer. Bei intensiver Demut oder sehr starker Angst kann die Rute zwischen den Hinterbeinen eingeklemmt werden. Wedeln Langsames Wedeln ist eher ein Zeichen für leichte Erregung im positiven Kontext oder Gelassenheit, während schnelles hektisches Wedeln eher mit grundsätzlicher Anspannung und Erregung in Zusammenhang steht – wobei die Erregung sowohl positiver (Freude) als auch negativer (Unsicherheit) Natur sein kann.


Gliedmaßen Sind sie voll gestreckt, macht er sich größer – das kommt besonders im Zusammenhang mit Imponieren oder bestimmten Formen des Drohverhaltens vor. Sind die Gliedmaßen an den Gelenken eher gebeugt, wirkt der Hund kleiner – Dieses „Sich-kleiner-Machen“ beobachtet man besonders bei Demutsverhalten oder Angst. Fell Das Haaresträuben kommt im Zusammenhang mit Erregung, Unsicherheit und Stress vor. Die Haare werden durch einen Muskel aufgerichtet, der unwillkürlich innerviert ist, d.h. das Haaresträuben ist keine willentliche oder bewusste Reaktion des Hundes. Durch gesträubtes Nackenfell bis hin zu gesträubten Haaren

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über der ganzen Rückenlinie kann ein Hund größer wirken. Je stärker die Unsicherheit eines drohenden Hundes ist, desto intensiver kann das Haaresträuben ausfallen.

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Dominanz

Wer ist hier der Boss? Behauptet wird … … Wölfe kontrollieren durch permanentes Dominanzverhalten alle Mitglieder des Rudels sowie alle Ressourcen. Fakt ist … … Dominanz ist keine Eigenschaft, sondern kennzeichnet die Art und Weise einer Beziehung, die Haltung zu einem Gegenüber. Wir unterscheiden zwischen formaler und situativer Dominanz; meist werden

Aus Bloch, Radinger: Wölfisch für Hundehalter

diese Begriffe verwechselt oder gleichgesetzt. „Formal dominant“ sind Tiere, die in erster Linie soziale Geborgenheit vermitteln, aber auch der jeweiligen Gegebenheit angepasst nach eigenem Willen handeln. Dazu gehört zum Beispiel das Recht, einem anderen Gruppenmitglied gegebenenfalls den Weg zu versperren, es in die Ecke zu drängen oder es runterzudrücken. Hier geht die Beziehung also nur in eine Richtung. Die meisten Menschen


verbinden diesen Begriff mit Aggression oder Gewalt und sehen ihn negativ. Aber das Gegenteil ist der Fall. Denn so werden Konflikte im eigenen Interesse gelöst – und zwar ohne offen aggressive Handlungen wie zum Beispiel Ernstkämpfe. Grundsätzlich bedeutet die Umsetzung von formaler Dominanz etwas viel Wichtigeres, nämlich die Vermittlung von Schutz! „Situative Dominanz“ dagegen ist in einer aktuellen, momentanen Situation gegeben, bei der auch der Ranghöhere auf sein Recht verzichten kann. Hier geht es grundsätzlich um Ressourcen, wenn der Rangniedere etwas besitzt, was der Ranghöhere gerne hätte, zum Beispiel einen Knochen. Derjenige, der sich in einer Dominanzbeziehung am meisten durchsetzt, ist in dieser Situation das dominante Tier. Dominanz wird immer in einer Zweierbeziehung getestet und erarbeitet und momentane Dominanz wird unabhängig von Geschlecht, Rang oder Alter gezeigt.

Bedeutung für den Hundehalter

Im Miteinander von Mensch und Hund spielt die situative Dominanz eine wichtige Rolle. Es gibt Konfliktsituationen, die gelöst werden müssen, wenn dem Hund klargemacht werden muss, was der Mensch gutheißt und was nicht. Man hat die Verpflichtung, den Hund zu schützen, wenn er in eine schwierige Lage oder eine Gefahrensituation gerät. Damit sich Ihr Hund gut bei Ihnen aufgehoben fühlt, muss er an Ihrem Leben teilhaben. Nehmen Sie ihn also ruhig mit in die Stadt zum Einkaufen oder zum Essen in ein Restaurant. Artgerecht für den Hund ist, mit dem Menschen eng zusammenzuleben! Allerdings sollten wir unserem Hund regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen erlauben. Kein Mensch ist nämlich in der Lage, so nuanciert zu spielen, wie Hunde miteinander.

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Spielverhalten

Hunde wollen spielen Wichtige Merkmale von Spiel sind der Rollentausch und das Selbsthandicap sowie bestimmte Signale, die Weise des Rollenwechsels spiegelt vor und im Spiel auftreten und eine die Individualität der Spieler und ihre Handlung eindeutig als Spiel soziale Beziehung zueinander. kennzeichnen. Rollenwechsel, Deshalb variiert der Rollenwechsel Selbsthandicap und Spielsignale zwischen Dyaden (Zweierbeziehunhaben auch die Funktion, dem gen) enorm, kann in einer Dyade selSpielpartner zu signalisieren, dass ten vorkommen, bei einer anderen man gern weiter­spielen möchte. dagegen die Regel sein. Rollenwechsel Selbsthandicap Im echten Spiel gibt es weder Im Spiel zwischen ungleichen Gewinner noch Verlierer. Im SoSpielpartnern (ungleich in Größe, zialspiel findet deshalb häufig ein Kraft, Alter, Spielbereitschaft) gibt es Rollenwechsel z. B. „Jäger“ und das freiwillige Selbsthandicap. Als „Gejagter“ und „Angreifer“ und „VerSelbsthandicap bezeichnet man das teidiger“ statt, damit alle beteiligten Verhalten, mit dem ein Hund sich Spielpartner in Spiellaune bleiben. freiwillig in eine ungünstige Position Ein Rollenwechsel wird ebenfalls durchgeführt, wenn ein außerhalb des Spiels status­hohes oder körperlich überlegenes Tier im Spiel den „Unterlegenen“ spielt und sich besiegen lässt. Die Art und


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begibt oder die ihm verfügbaren Fähigkeiten nicht vollständig einsetzt. Erwachsene, ranghohe, starke oder große Hunde legen sich z. B. auf den Rücken und laden aus einer ungünstigen Position heraus zum Spiel ein. Dies ist häufig beim Spiel von erwachsenen Hunden mit Welpen und generell häufiger beim Spiel vertrauter Spielpartner zu beobachten, da das Einnehmen einer solchen Position Vertrauen in den Spielpartner voraussetzt. Spielsignale Um Spielverhalten von der nichtspielerischen Verhaltensvariante – z. B. eine Spielattacke von einem echten Angriff – zu unterscheiden, haben Hunde Spielsignale wie die Spielverbeugung (play bow/Vorderkörpertiefstellung) oder das Spielgesicht (open-mouth-display) entwickelt.


Beschwichtigungsgesten

Ich tu dir nix ... Signale zur Konfliktvermeidung Blick abwenden In manchen spannungsgeladenen Situationen kann schon die kleinste Kopfbewegung zu viel sein und bei einem anderen Hund einen Angriff auslösen. In solchen Momenten beschwichtigen Hunde nur mit ihren Augen oder mit ihrem Blick. Anstatt seinem Gegenüber direkt in die Augen zu starren, wendet der Hund seinen Blick ab, lässt ihn vielleicht von links nach rechts wandern oder er beginnt mit den

Augenlidern zu zwinkern. Möglich ist auch, dass der Hund seine Augen nur kurz schließt und wieder öffnet oder sie auch nur leicht senkt und seinen Blick dadurch weicher, für den anderen Hund angenehmer macht. Nase lecken Das Lecken der Nase geschieht oft so schnell und so versteckt, dass man es als Mensch häufig gar nicht wahrnimmt. Die Hunde zeigen es, wenn sie anderen Hunden begegnen und sie sich ihnen nähern oder wenn sich jemand über den Hund


beugt. Das Naselecken ist ein typisches Stresssymptom, das sowohl Vorstufe von aggressivem Verhalten als auch ein Zeichen von Unterwürfigkeit sein kann. Hierzu gilt es wie so oft, die Gesamtsituation zu betrachten. Beschwichtigungsbogen Hätten Hunde die Wahl, würden sie es häufig vermeiden, frontal aufeinander zuzugehen, denn frontale Begegnungen bedeuten in aller Regel Provokation. Zu beobachten ist dies normalerweise nur, wenn sich die Tiere gut kennen oder anhand von zuvor gezeigten Beschwichtigungsgesten Vertrauen gewonnen haben. Ansonsten schlagen sie aber immer einen mehr oder weniger großen Bogen,

um sich dann seitlich näher zu kommen. Aus diesem Grund ist es für viele Hunde stressig, wenn sie an der Leine vom Menschen frontal auf einen anderen Hund zugeführt werden. Sie werden praktisch in eine Konfrontation gezwungen, der sie sich normalerweise gar nicht stellen würden. Daher sollte man auf einem Spaziergang an manchen Hunden in einem Bogen vorbeigehen. Pfote anheben In vielen ängstlichen, unsicheren oder gestressten Momenten hebt der Hund unterwürfig die Pfote, um sich selbst zu beruhigen oder andere zu beschwichtigen.

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Sicherheit

Bei dir bin ich sicher Der Job des Zweibeiners Menschen sind für Hunde attraktiv, wenn sie ihnen etwas bieten können, dazu gehören auch Gefahrenerkennung und Gefahrenabwehr. Es ist nicht primär Aufgabe des Hundes, seinen Menschen zu beschützen, sondern als Teamleiter ist es der Job des Zweibeiners, in entscheidenden Momenten für seinen Hund da zu sein. Er muss sich dort für seinen Vierbeiner

Aus Heike Schmidt-Röger: Was denkt mein Hund

einsetzen, wo dieser Erfahrungslücken hat beziehungsweise unsicher ist und darf ihn auch in scheinbar harmlosen Situationen nicht ins offene Messer laufen lassen.


regelt. Um in diesen Momenten nicht hektisch zu reagieren, sollte diese Situation möglichst oft geübt werden, damit Hund und Halter wissen, was zu tun ist. Die beste Strategie ist es, die fremden Hunde erst gar nicht nah herankommen zu lassen, sondern sie durch körpersprachlichen Einsatz mit nach vorne gerichteter Handfläche auf Distanz zu halten und dann wegzuschicken.

Das tut ja gar nichts Diese Hündin gruselt sich vor dem großen, weißen Blechkasten. Deswegen geht Frauchen zuerst hin, schaut sich das Ding genauer an, fasst es an, spricht ihre Eindrücke laut und fröhlich aus und geht nach einer Weile weiter. Am besten ist es, den Hund während der Inspektion weder anzuschauen, noch ihn heranzurufen oder heranzuzerren, denn all das baut Druck auf. Durch Übertragung der entspannten Stimmung des Frauchens hat diese Hündin den Mut gewonnen, sich näher heranzutrauen. Frauchen macht das schon Gerade für Halter kleiner Hunde entstehen oft kritische Momente, wenn sich große ungestüm nähern. Der Dackel fühlt sich trotzdem sicher, da der Mensch sich vor ihn gestellt hat und die Sache

Wussten Sie das schon?

Der Erfolg des gemeinsamen­ Bewältigens gruseliger oder schwieriger Situationen schweißt das Mensch-HundTeam enger zusammen und stärkt das gegenseitige Vertrauen. Jeder Hund ist anders – das wird vielen Menschen erst dann richtig bewusst, wenn wieder ein neuer Hund ins Haus kommt, der in vielen Situationen uner­wartet reagiert.

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Akustische Signale

Also hör mal ... Winseln Winsellaute treten auf, wenn Welpen schon einige Wochen alt sind, und werden anschließend ein ganzes Hundeleben hindurch gezeigt. Bei psychischem Unwohlsein (z.B. bei Unsicherheit, aktiver Demut, Isolation) wird mehr oder weniger lautes Winseln geäußert. Winselnde Welpen bewirken in ihrem Rudel Unruhe und erreichen eine sofortige freundliche Kontaktaufnahme aller Rudelmitglieder mit ihnen.

Knurren Zu Beginn bzw. kurz vor Beginn der Sozialisationsphase fangen Welpen an, Knurrlaute zu äußern. Sie werden anfangs sehr undifferenziert im Sozialspiel gezeigt und scheinen mehr ein Ausdruck für eine gene­relle Erregung als eine differen­zierte Form der Kommunikation zu sein. Erst im Laufe der Sozialisation wird Knurren zu einem Signal, das Drohund Warnfunktion im entsprechenden sozialen Kontext hat, aber auch weiterhin durchaus als Zeichen der Erregung im Spiel oder bei der Jagd eingesetzt wird.


Bellen Bellen stellt eine stoßhafte Lautäußerung bei mehr oder weniger geöffnetem Maul dar. Welpen zeigen ein infantiles Bellen als Einzellaut. Im Spiel zeigen Hunde ein Spielbellen, das tonal und atonal auftreten kann. Besonders das atonale Spielbellen wird geäußert, wenn aus Spiel Ernst zu werden droht, z. B. bei Überschreiten der Schmerzgrenze bei Beißspielen von Welpen. Bellen kann sich darüber hinaus zu einem Drohsignal entwickeln. Es ist eines der wenigen Signale, die auch in räumlich engeren sozialen Situationen unfokussiert, also nicht konkret gegen einen Sozialpartner gerichtet sind (Hunde bellen einfach in den Raum).

Echtes Drohbellen ist ein sehr tiefer Laut, der häufig in einer schnellen Folge von drei Einzellauten geäußert wird. Das häufig beschriebene „Wuffen“ stellt ein gedämpftes Warnbellen dar.

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Kontaktaufnahme

Begrüßung unter Hunden Wer bist du? Hundebegegnungen laufen am friedlichsten ab, wenn die Tiere – sofern sie gut sozialisiert sind – sich ohne Leine treffen. Diese Binsenweisheit darf jedoch nicht zum Freifahrtschein für un­kontrollierten Freilauf werden. Jede Regel hat ihre Ausnahme, und die Fairness sollte immer gewahrt werden.

Hey du! So sieht eine lässige Hundebegegnung aus: Die Vierbeiner nähern sich freundlich und relaxed an, sind nicht sonderlich angespannt, halten höflichen Abstand, wedeln dezent und riechen unaufdringlich anein­ ander. Nach dem ersten Beschnuppern ging der Afghane weiter seines

Weges und der Dackel nutzte die Gelegenheit, um mit der Urlaubsbekanntschaft eine Runde über den Strand zu toben. Na Süße? Beschnuppern gehört zum Kennen­lernen dazu. Besonders bei der Ano-Genital-Kontrolle, dem Riechen an Anal- und Genitalbereich, erfahren die Hunde viel über ihr Gegenüber. Die Hündin duldet das aufdring­ liche Beschnuppern des OldeEnglish-Bulldogge-Rüden. Ihr demonstratives Desinte­resse kann eine Strategie sein, um den Verehrer nicht noch mehr zu animieren.


Wussten Sie das schon? Damit die Begegnung ohne Leine friedlich verlaufen kann, brauchen Hunde Platz, sodass jeder die Chance hat, dem anderen aus dem Weg zu gehen. Kritisch wird es oft bei Hundetreffen auf eingezäuntem Gelände, wie manchen Freilaufflächen. Dort gibt es immer Platzhirsche, die alles für sich beanspruchen und Neuankömm­linge oder Schwächere schikanieren. Für Beobachter sieht das dann oft aus wie ein lustiges Spiel.

Hau doch nicht ab! Höfliche Hunde preschen nicht direkt auf andere zu, sondern nähern sich in einem leichten Bogen an. Die Hündin links hat diese Regeln in ihrem Ungestüm und ihrer Auf­regung vergessen.

Die kleine Hündin findet das gar nicht lustig und flüchtet. Schafft ein Hund es nicht, sich der Aufdringlichkeit eines anderen zu entziehen, sollte sein Mensch ihm dabei helfen.

Aus Heike Schmidt-Röger: Was denkt mein Hund

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Verhalten an der Leine

Komm doch her Nicht jeder Hund kann immer oder jederzeit abgeleint werden. Doch Hundebegegnungen an der Leine sind oft kritische Momente, denn angeleint reagiert ein Hund häufig anders als frei laufend. Die Vierbeiner sind gehemmt bei der Ausführung ihrer normalen Begrüßungs­rituale, und so kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Aus Heike Schmidt-Röger: Was denkt mein Hund

Wenn ich könnte, würd’ ich dich … Pöbelei zweier potenter Rüden an der Leine: Der Rhodesian Ridgeback provoziert mit seiner Körperhaltung und dem fixierenden Blick, der Schäferhund hängt sich voll in die Leine. Durch die Enge kommen die Hunde sich sehr nah. Besser ist es, wenn jeder Halter seinen Hund auf der Außenseite führt. Mit dem Menschen dazwischen entsteht Raum für entspannteres Verhalten. Viele Hunde würden sich dann wohler fühlen, da sie sich nicht gezwungen sehen, in Aktion zu treten.


Wussten Sie das schon? Warum es an der Leine Stress geben kann: Die Hunde sind in ihrem Spielraum eingeschränkt und können nicht ausweichen. Die Spannung der Leine kann sich auf den Hund übertragen, was seine Erregung steigert.

Kenn ich dich? Anders als diese beiden Hunde hält es nicht jeder Vierbeiner aus, wenn ihm ein Artgenosse so nah auf die Pelle rückt und er keine Ausweichmöglichkeit hat. Es ist wichtig, dass der Mensch ein Gefühl für seinen Hund entwickelt und erkennt, ob ihm dies behagt. Ist das nicht der Fall, sollte er das Beschnuppern an der Leine künftig verhindern, um seinen Vierbeiner nicht zu stressen. Wie komm ich hier wieder raus? Hier haben sich die Leinen nach einer be­wegungsreichen Kontaktaufnahme um die Hunde gewickelt und der Whippet ist darüber gar nicht amüsiert. In solchen Momenten können Hunde panisch reagieren, was zu heiklen Situationen führen kann. Deswegen sollte man es erst gar nicht soweit kommen lassen.

Der Hund verteidigt seinen Menschen oder die von diesem mitgeführten Leckerchen oder Spiel­zeuge als ihm wichtige Ressource. Der Mensch verschlimmert die Situation durch eine falsche Reaktion. Nicht alle Hunde können einen fremden Art­­­genossen auf geringer Distanz ertragen. Manche Hunde fühlen sich mit ihrem Menschen als Rückhalt besonders stark.


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