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Die Jugendsozialarbeit hat in den letzten Jahren erheblich an Boden und Fördervolumen verloren – mit dem Ergebnis, dass es keine flächendeckenden und vor allem verlässlichen Hilfsangebote für die jungen Menschen gibt, die am meisten auf eine solche Unterstützung angewiesen sind. Dieser Beitrag will darlegen und begründen, warum Jugendsozialarbeit als Teil der Jugendhilfe stärker abzusichern ist, warum sie erkennbarer und damit bedarfsgerechter werden muss, um gerade auch die Jugendlichen zu erreichen, die mehr und mehr ausgegrenzt werden. Nur aus einer solchen Position heraus kann die Jugendsozialarbeit steuern und rechtskreisübergreifend kooperieren. Peter Schruth

Zu viele junge Menschen leben in materieller Armut und sind täglich aufs Neue mit den Auswirkungen ihrer miserablen finanziellen Situation auf nahezu alle Lebensbereiche konfrontiert. Sie sind deshalb auf Regelleistungen der Grundsicherung des SGB II angewiesen, dürfen als Volljährige jedoch nicht von zu Hause ausziehen, bis sie 25 Jahre alt sind, wenn sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben, und werden dreimal häufiger und deutlich umfassender sanktioniert. Viele junge Menschen haben die Regelschule oftmals ohne Abschlusszeugnis verlassen und sehen für sich nicht, wie sie eine berufliche Ausbildung absolvieren sollen, insbesondere wenn ein Migrationshintergrund oder ein ungesicherter Aufenthaltsstatus

Die Analyse

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dreizehn Heft 4 2011

dreizehn, Ausgabe 4  

Zeitschrift für Jugendsozialarbeit I Herausgegeben vom Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

dreizehn, Ausgabe 4  

Zeitschrift für Jugendsozialarbeit I Herausgegeben vom Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

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