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September 2021

Vorwort

Mit dem Sommerkonzert in der bis auf den letzten Platz gefüllten Tonhalle und einem gefeierten Gastspiel unseres Sinfonieorchesters in Mels hat die neue Saison 2021/2022 Ende August fulminant gestartet. Und es geht Schlag auf Schlag weiter: Nach der Uraufführung unseres Schauspielprojekts HotSpotOst – Sankt Irgendwo im Nirgendwo in der Lokremise erlebt im UM!BAU die US-amerikanische Oper Breaking the Waves ihre europäische Erstaufführung, eine Woche später hat eine Shakespeare-Adaption unter dem Titel Julia und Romeo Premiere.

Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage: Es herrscht Aufbruchstimmung. Zum einen, weil wir einen neuen Operndirektor willkommen heissen dürfen. Ich begrüsse Jan Henric Bogen in St.Gallen und freue mich auf eine tolle Zusammenarbeit! Auf den ersten Seiten dieser UM!SCHAU erläutert er seine Vorstellungen von Theater und sein Saisonmotto «Herstory». Im Interview sprechen Missy Mazzoli und Royce Vavrek, die Komponistin und der Librettist von Breaking the Waves, über ihr Werk. Und das neu formierte Musiktheaterensemble verrät berufliche und private Geheimnisse (die neuen Ensemblemitglieder der anderen Sparten stellen wir Ihnen in der Oktober-Ausgabe vor). In Aufbruchstimmung sind wir aber auch, weil nach den Monaten der geschlossenen Säle und der Ungewissheit nun wieder Theater gespielt und Konzerte gegeben werden können – fast wie vor Corona. Möglich ist das, weil wir uns für die 3G-Regelung entschlossen haben. Unsere Aufführungen und Konzerte

sind offen für alle Menschen, die genesen, getestet oder geimpft sind. Das bedeutet, dass Sie wieder in den Genuss echter kultureller Gemeinschaftserlebnisse kommen, weil mit dem Zertifikat die Kapazitätsbeschränkungen entfallen. Wir sind überzeugt, mit dieser Regelung einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten – und wir sind glücklich, dass sie ein grosser Schritt in Richtung Normalität darstellt. Detailinformationen zur 3G-Regelung und zu unserem Schutzkonzept finden Sie auf unserer Webseite (theatersg.ch) und auf Seite 14 dieser UM!SCHAU. Freuen wir uns auf die Rückkehr ins echte und unmittelbare Theater- und Musikleben. Willkommen im UM!BAU, in der Tonhalle und in der Lokremise!

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Der neue Operndirektor und sein Saisonmotto

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Missy Mazzoli und Royce Vavrek über ihre Oper Breaking the Waves

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Unser neu formiertes Musiktheaterensemble

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Die Gallusstadt auf der Bühne: Jonas Knecht über HotSpotOst

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Shakespeares Liebes­ klassiker aus Julias Sicht

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Sommernachklang im ersten Tonhallekonzert

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Musik und Brunch: ein neues Format

10 Werner Signer Geschäftsführender Direktor

Neustart der Monologreihe Radikal allein

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Adieu nach 38 Jahren beim Theater

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Die Kolumne unseres neuen Hausautoren

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Tanz und Theater zum Mitmachen

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Die Monster sind zurück

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Dank an unsere Sponsoren

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Veranstaltungskalender


M U S I K TH E ATER

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HERSTORY

Verehrtes, liebes Publikum, ich freue mich auf Sie! So schlicht der Gedanke hinter unserer Kampagne zur neuen Saison auch erscheinen mag – so notwendig empfinde ich ihn derzeit. Denn die Freude ist in den letzten Monaten vielleicht etwas zu kurz gekommen. Ganz persönlich hege ich diese Vorfreude schon seit Langem: Seit November 2019 weiss ich, dass ich den Traumjob des Operndirektors bei Konzert und Theater St.Gallen übernehmen darf – und jetzt geht es endlich richtig los.

Jan Henric Bogen, Operndirektor

Ich freue mich wahnsinnig, dass die ersten Produktionen in den Startlöchern stehen und dass die Zeichen gutstehen, dass wir, Sie und ich, uns bald im UM!BAU und unseren anderen Spielstätten begegnen werden. Denn die zurückliegenden Monate haben uns gezeigt, dass diese Art des Zusammenkommens nicht selbstverständlich ist. Vieles war es nicht mehr, auch nicht unsere Arbeit am Theater. Für alle Kulturschaffenden war es schmerzhaft, auf einmal als «nicht essen­ziell» zu gelten. Denn wir (und ich glaube, ich darf für beinahe alle Mitarbeitenden von Konzert und Theater St.Gallen sprechen) haben unseren Werdegang

eingeschlagen, genau weil die Kunst für uns essenzielles Lebenselixier ist. Aber dennoch – in der Güterabwägung hat in den letzten, langen Monaten der kollektive und individuelle Gesundheitsschutz beinahe jedes andere Gut ausgestochen. Das war natürlich notwendig, aber viele von uns hat das irgendwann einmal zumindest deprimiert. Während wir jedoch hierzulande, mit funktionierenden Gesundheits- und Sozialsystemen, noch vergleichsweise sanft durch die Krise kommen, hat Corona andernorts vorhandene gesellschaftliche Ungleichheiten noch verschärft. So ist es eine logische Konsequenz, dass während der letzten Monate Frauenpro-

teste, «Black lives matter» und Bewegungen für mehr Klimaschutz enormen Zuwachs erfahren haben. So wird aus der Pandemie mehr als nur ein gesundheitspolitisches Thema: Sie wird zur kollektiven Erfahrung aller, die sie durchleben. Auf einmal fühlt es sich so an – und das ist vielleicht der Silberstreif am Horizont –, dass gewisse, meist schon lange schwelende Zustände neu verhandelt werden dürfen und müssen. Genau hier kommen wir Kulturschaffenden im wahrsten Sinne des Wortes wieder «ins Spiel». Denn unsere Kunst ist viel mehr als nur ästhetischer Selbstzweck. Theater und auch Konzerthäuser waren immer Orte des Verhandelns, Erörterns und Erforschens. Deswegen bin ich überzeugt davon, dass wir – in der jetzigen Phase der Pandemie – nun «höchst essenziell» sein werden und durch unsere Inszenierungen hoffentlich viele Impulse zu den Debatten liefern können, die es nun dringend zu führen gilt. Ich glaube fest daran, dass wir mit unserem spannenden, vielfältigen Spielplan und den vielfältigen Leitungsteams dieser Saison dafür bereit sind! Das Motto der Saison 2020/2021 ist «Herstory». Es geht also um Geschichten, die von Frauen handeln – das alleine ist wohl noch keine Seltenheit, waren Frauen doch in der Kunst immer schon «Objekt». Worum es mir aber speziell auch geht, ist, dass diese Geschichten auch von Frauen komponiert, dirigiert, inszeniert und dargestellt werden – sie also an vielen entscheidenden Stellen das Heft in die Hand bekommen, um ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Hier hat gerade das Musiktheater – und noch spezieller die Oper – einen enormen Nachholbedarf. Mir ist bewusst: Diesen Nachholbedarf löst man nicht mit einer einzelnen «Frauenspielzeit», in der man zum Beispiel gar keine männlichen Regisseure engagiert und danach zur Tagesordnung übergeht. Darum kann es nicht gehen. Es ist vielmehr notwendig, dass Kulturschaffende in der Zukunft stets auch Fragen der Teilhabe und Intersektionalität bei der Programm­ +gestaltung mitdenken.

Liebes Publikum, ein Programm zu planen, gehört zu den schönsten, aber auch heikelsten Herausforderungen eines jeden Kulturschaffenden. Ich persönlich habe lange den Wunsch gehegt, den Spielplan eines Musiktheaterbetriebs nicht nur mitzugestalten, sondern ihn zu verantworten. Warum? Weil ich die Bühne, die Musik, den Tanz und die magische Verbindung aus diesen Elementen liebe, weil ich an die Notwendigkeit von kultureller Sinnstiftung in unserer Gesellschaft glaube und weil ich fest überzeugt bin, dass wir dauerhaft mehr Gleichberechtigung und Pluralität in diesem Bereich dringend brauchen. Ich fühle mich dazu verpflichtet und ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen zu entdecken, was das für Folgen für unsere Seh- und Hörgewohnheiten hat. Ebenfalls freue ich mich ausserordentlich, Ihnen das neu zusammengestellte Ensemble auf den folgenden Seiten vorzustellen. Jede/r Einzelne von ihnen ist herausragend und ich bin davon überzeugt, dass die Kombination all dieser Talente ein Feuerwerk in St.Gallen entfachen wird, das man noch weit über den Säntis hinaus leuchten sehen wird. Zu guter Letzt freue ich mich auf den persönlichen Austausch mit Ihnen. Sprechen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir per Post oder Mail (info@theatersg.ch) oder auf unseren Social-MediaKanälen. Eine persönliche Antwort ist Ihnen sicher! Ich wünsche Ihnen und uns eine spannende, lust- und freudvolle Spielzeit 2021/2022! Ihr, Jan Henric Bogen, Operndirektor


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BREAKING THE WAVES

«Der Film war so perfekt. Warum sollten wir ihn adaptieren?» Eine der «besten amerikanischen Opern des 21. Jahrhunderts» (Opera News) – Mit Breaking the Waves eröffnet das Theater St.Gallen mit einem ungewöhnlichen Werk die erste Spielzeit des neuen Operndirektors Jan Henric Bogen. Im Interview erzählen die mit einem Grammy ausgezeichnete Komponistin Missy Mazzoli und Librettist Royce Vavrek davon, wie 2016 aus Lars von Triers furiosem Film ihre Oper entstand.

Royce, du hattest die Idee, aus Lars van Triers Film Breaking the Waves eine Oper zu machen … Royce Vavrek: Ich habe den Film als Teenager gesehen und er hat mein Leben verändert. Ich bin in einer kanadischen Kleinstadt aufgewachsen und konnte nicht glauben, dass auf diese Weise Geschichten erzählt werden können. Als Missy als Composer in Residence an der Opera Philadelphia die Gelegenheit nutzen wollte, zum ersten Mal ein grosses Opern­ projekt zu verwirklichen, habe ich ihr in einer New Yorker Bar Breaking the Waves als Stoff vorgeschlagen. Aber sie war nicht sofort überzeugt. Missy Mazzoli: Ich habe gezögert, der Film war so perfekt. Warum sollten wir ihn adaptieren? Aber mir wurde klar, dass die Handlung psychologisch so vielschichtig ist, dass der Film die Komplexität gar nicht vollständig erforschen kann. Und in einer Oper wäre es möglich, andere Aspekte der Geschichte zu beleuchten. Ehrlich gesagt, war ich nervös. Ich hatte zuvor nur eine kleinere Mono-Oper (Song from the Uproar über die Schweizer Abenteurerin Isabelle Eberhardt) geschrieben, und dann soll ich so einen emotionalen und intensiven Stoff anpacken! Aber Oper ist ein Ort für grosse Konzepte und intensive Dramatik. Deshalb habe ich irgendwann ja und zu Royce gesagt: «Wenn ich untergehe, dann gehst du mit mir unter.» Aber alles ist gut gegangen. Ihr seid zur Recherche nach Schottland gereist. Wie hat diese Reise eure Arbeit beeinflusst? M. M.: Der Einfluss war noch grösser als ich zuvor dachte. Im Mai 2014 verbrachten wir zehn Tage in Schottland, die meiste Zeit davon auf der Isle of Skye, wo wir die Oper spielen lassen wollten. Im Film wird der Handlungsort nie genau definiert, aber ein grosser Teil wurde auf Skye gefilmt. Ich war davor noch nie in Schottland und beeindruckt vom Kontrast der Land­ schaft und ihrer Gewaltigkeit. Der erste Akkord der Oper mit gewaltigen tiefen Blechbläsern und Streichern fiel mir auf Skye ein. Wir standen auf den Klippen neben Schafen und ich sagte zu Royce:

«Ich weiss, wie die Oper beginnen wird.» Ausserdem unterhielten wir uns mit den Einheimischen, um den Dialekt kennenzu­ lernen. Ich wollte in meiner Komposition nicht den Eindruck vermitteln, dass eine Amerikanerin darin ihre eigene Auffassung eines schottischen Akzents umsetzt. Die Oper erzählt von Bess, einer tiefreligiösen, traumatisierten jungen Frau, die sich in den Bohrinselarbeiter Jan verliebt. Nachdem er nach der Hochzeit bei einem Arbeitsunfall schwer verunglückt ist, fordert Jan seine Frau auf, sich mit anderen Männern sexuell auszuleben. Durch den Druck von Jan, Familie, Kirche und Gesellschaft gerät Bess in eine unmögliche Situation … M. M.: Jeder sagt Bess, was sie tun soll: Gott, ihr Mann, ihre Mutter, ihre Schwä­ gerin, die Kirchenältesten, jeder hat eine Meinung darüber, wie sie sich verhalten soll. Und sie wählt ihren eigenen sehr kon­ troversen Weg. Während meiner Komposi­ tionsarbeit hatte ich stets die Erfahrungen im Hinterkopf, die ich als Frau mit Be- und Verurteilungen gemacht habe und die wahrscheinlich jeder Frau – durch die Geschichte hinweg – widerfahren sind. In der Musik gibt es diesen Kontrast von Solostimme und anderen hereinbrechen­ den Elementen. Bess wird ständig vom Chor unterbrochen, ihre Mutter kommt hinzu, singt in einer tieferen Lage – ein Einschnitt in Bess’ unbeschwerte Ver­ träumtheit. Es geht auch musikalisch um eine Frau, die ständig mit allen Meinungen der Gesellschaft konfrontiert wird. Was war deine Intention bezüglich der Orchestrierung? Sie erzeugt einerseits eine intime Atmosphäre, andererseits auch einen gewaltigen Klang … M. M.: Das Orchester besteht aus beinahe dreissig Musiker*innen. Die Grösse ist für mich ideal. So kann ich einen gros­ sen, ziemlich lauten orchestralen Klang erzeugen, aber gleichzeitig auch intime Solomomente schaffen. Für mich sind die Instrumentalist*innen wie Figuren, die mit den Sänger*innen in einen Dialog treten. Daher gibt es z. B. Momente, in denen es scheint, als würde die Violine mit Bess ein Duett singen.

Wie kam es zum Einsatz der E-Gitarre? M. M.: Mir war früh klar, dass ein Instru­ ment die Stimme Gottes repräsentieren sollte, wenn Bess mit ihm spricht. Die konservativ-calvinistische Gesellschaft auf der Insel hält Musik mit ihrer Emo­ tionalität für gefährlich und skandalös, aber Bess ist die Musik wichtig. Auf die Frage, was die Fremden Wertvolles auf die Insel mitgebracht haben, antwortet sie mit «Ihre wunderbare Musik.» Und da die Handlung in den 1970er-Jahren spielt, ist die Musik, die Bess gefällt, die der E-Gitarre, die von Elton John und David Bowie. Mir gefiel die Idee, dass Bess eine E-Gitarre hört, wenn sie Gott hört. Sie hört Rockmusik, die für sie eine andere Welt symbolisiert. Was ist für euch die Botschaft eures Stücks? M. M.: Ich denke, es gibt viele Möglich­ keiten, die Geschichte zu interpretieren. Jeder, der aus der Vorstellung kommt, wird eine eigenen Deutung und ein individuel­ les Urteil über die Figuren gefällt haben. Ich mag es, wenn die Zuschauer aus dem Theater kommen und darüber diskutieren, wer gut und wer böse ist. R. V.: Die Aussage der Oper liegt in der Idee, dass eine Frau in einer unmöglichen Situation versucht, ihren eigenen Weg zu finden, obwohl jede äussere Kraft ihr etwas anderes sagt. Bess und ihr Handeln symbolisieren eine Art Selbstverwirkli­ chung. Es geht um Individualität, darum, mit seiner Spiritualität im Einklang zu sein, und um die Liebe zu einem Partner. Zu Be­ ginn seines Drehbuchs schreibt Lars von Trier, dass er einen Film über Güte machen möchte, dass Jan gute Absichten gegen­ über seiner Frau hat. Es gibt niemanden im Stück, der bösartig ist und versucht, Bess dazu zu bringen, etwas Falsches zu tun. Aber wenn jeder eine andere Auffas­ sung davon hat, was der Moralkompass ist, woran kann man sich dann mit seiner ganz persönlichen Erfahrung orientieren? Interview: Christina Schmidl

Breaking the Waves Oper von Missy Mazzoli und Royce Vavrek Europäische Erstaufführung Premiere Samstag, 18. September 2021 19 Uhr, UM!BAU Leitung Musikalische Leitung: Modestas Pitrenas Inszenierung: Melly Still Ausstattung: Ana Inés Jabares-Pita Licht: Malcolm Rippeth Choreinstudierung: Franz Obermair Dramaturgie: Christina Schmidl Besetzung Bess McNeill: Vuvu Mpofu Jan Nyman: Robin Adams Dodo McNeill: Jennifer Panara Terry: Justin Hopkins Dr. Richardson: Christopher Sokolowski Mother: Claude Eichenberger Sadistic Sailor: Kristján Jóhanneson Council Man: David Maze Young Sailor: Cristian Joita Tänzerinnen: Swane Küpper, Emily Pak, Elenita Queiroz Weitere Vorstellungen 26./29. September 2021 24. Oktober 2021 5. November 2021


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MUSIK THEATER

Das neu formierte Ensemble Was, wenn nicht Sängerin? Die liebste Oper? Was verbinden wir mit Heimat? Und was macht St.Gallen aus? Die Sängerinnen und Sänger und alle neuen Ensemblemitglieder stellen sich vor.

Vuvu Mpofu Sopran Gqeberha (Port Elizabeth), Ostkap, Südafrika Was verbindest du mit deiner Heimat? Essen und Musik Was hast du immer in deinem Koffer? Etwas von zu Hause, das mich an meine Familie erinnert. Jetzt nehme ich immer ein Spielzeug meines Babys mit.

Wilden Westen spielt (auf Italienisch, natürlich) und die Hauptfigur ist eine starke, intelligente Frau. Grossartig.

Was gefällt dir an St.Gallen? Ich bin neu hier, daher sage ich Ihnen das in ein paar Monaten!

Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? Lew Tolstoj, Charlotte Brontë

Riccardo Botta Tenor Triest, Friaul-Julisch Venetien, Italien

Was ist dein guilty pleasure? In jeder neuen Stadt gehe ich auf jeden Fall ins Thermalbad oder in die Sauna – in ein Spa zu gehen, ist definitiv mein guilty pleasure.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Sängerin geworden wärst? Stewardess

Was verbindest du mit deiner Heimat? Ohne Frage das Meer. Wie es klingt und wie es riecht.

Was gefällt dir an St.Gallen? Die schöne Natur, Ruhe Was ist dein guilty pleasure? Brasilianische Soap-Operas

Jennifer Panara Mezzo-Sopran Medford, New Jersey, USA Was verbindest du mit deiner Heimat? Ob New York City, San Francisco, Köln, Berlin oder jetzt St.Gallen – jedem Ort, wo ich gewohnt habe, gehört ein Teil meiner Persönlichkeit (sowie meines Herzens).

Was gefällt dir an St.Gallen? Die Landschaft Was ist dein guilty pleasure? Netflix-binging Erzähle von einem besonderen Bühnenereignis. Da ich sehr aufgeregt war, vergass ich die Worte zu einer Arie, die ich sonst im Schlaf singen kann. Ausserdem hatte ich meine Kontaktlinsen vergessen und konnte nicht sehen, was der Dirigent vorgegeben hatte. Ich muss immer noch lachen, wenn ich an diese Vorstellung denke.

Was gefällt dir an St.Gallen? Besonders gefällt mir die Nähe zur Natur bzw. zur Flora und Fauna. Ich besuche die Kühe und Ziegen auf den benachbarten Bauernhöfen so oft wie möglich. Was ist dein guilty pleasure? Videospiele: in meiner Freizeit bin ich ein echtes Gamer-Girl.

Was ist dein Lieblingsessen? Schwierig. Pasta bringt mich immer zum Lächeln. Das muss in meiner DNA liegen. Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? Giuseppe Taddei, ein berühmter italienischer Bariton. Durch ihn habe ich gelernt, dass Oper und Gesang unglaublich kraftvolle Wege der Kommunikation sein können. Es gibt sicherlich Sänger, die eleganter singen, aber er hatte etwas ganz Besonderes.

Tatjana Schneider Sopran Omsk, Sibirien, Russland Was verbindest du mit deiner Heimat? Leckere Torten, Kälte im Winter

Was gefällt dir an St.Gallen? Die Menschen! Nun bin ich froh, selbst ein St.Galler zu sein. Die Stadt ist wunderschön und hat genau die richtige Grösse. Nicht zu gross und nicht zu klein. Ich liebe sie. Wenn es hier noch das Meer gäbe, wäre es perfekt.

Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? Eine meiner Lieblingskünstler*innen ist Sasha Velour, eine Drag-Künstlerin, die übrigens ein riesiger Opernfan ist. Sie hat bereits mit Opera Philadelphia in den Vereinigten Staaten zusammengearbeitet und ich finde, wir sollten sie nach St.Gallen holen. Was ist deine Lieblingsoper? Schwierige Frage! Ich wähle einfach eine meiner Lieblingsopern aus: Puccinis La fanciulla del West: eine Geschichte von Liebe und Intrigen, die im

Erzähle von einem besonderen Bühnenereignis: An der Staatsoper Stuttgart sang ich Herr Herz in Mozarts Der Schauspieldirektor. Am Tag vor einer Vorstellung, die ich nicht singen sollte, erhielt ich einen Anruf mit der Information, dass die Sopranistin, die Frau Herz sang, krank war und dass man rechtzeitig keinen Ersatz finden könne. Man hat sich aber daran erinnert, dass ich, als die Kollegin einmal während der Proben krank gewesen war, spasseshalber ihre Partie übernommen hatte. Deswegen hat man mich gefragt, ob ich innerhalb von 24 Stunden die Rolle richtig lernen könne, um für sie einzuspringen! In den Proben sang ich im Falsett, aber in der Vorstellung traute ich mich nicht und sang mit meiner Tenorstimme. «Frau und Herr Herz» wurden zu «Herr und Herr Herz». Das Publikum liebte das Chaos und die Chemie!

Was ist deine Lieblingsoper? Ich würde sagen Le Nozze di Figaro. Ich finde, es ist ein Meisterwerk. Man kann immer wieder etwas Neues in diesem Werk entdecken.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Sänger geworden wärst? Ich arrangiere gerne Musik. Auch wenn ich in erster Linie Sänger bin, verfolge ich diese «zweite» Karriere als Musik­ editor für diverse Verlage.

Christopher Sokolowski Tenor Hudson Valley, New York, USA

Kristján Jóhannesson Bariton Reykjavík, Höfuðborgarsvæðið, Island

Was verbindest du mit deiner Heimat? Den wunderschönen Herbst.

Was verbindest du mit deiner Heimat? Die Berge, das Meer und den Fisch.


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Was gefällt dir an St.Gallen? Die schöne Natur, die Klosterkapelle Notkersegg, der Dom, Velo fahren, wandern, Thurgauer Früchte (Ja, ich weiss, Thurgau ist nicht St. Gallen.)

Was wärst du geworden, wenn du nicht Sänger geworden wärst? Wahrscheinlich wäre ich Psychologe wie mein Vater oder Lehrer wie meine Mutter geworden.

Jan Henric Bogen Operndirektor Ludwigshafen am Rhein, Rheinland-Pfalz, Deutschland Was verbindest du mit deiner Heimat? Saumagen Was gefällt dir an St.Gallen? Die Nähe zur Natur und die Freundlichkeit der Menschen. Was ist dein Lieblingsessen? Lammfleisch Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? Mein grösstes Vorbild ist sicherlich Birgit Nilsson. Was wärst du geworden, wenn du nicht Sänger geworden wärst? Eher unglücklich, kann ich mir vorstellen.

Leon Košavić Bariton Ozalj, Karlovac, Kroatien Was verbindest du mit deiner Heimat? Wer einmal in Kroatien war, kommt wieder, denn Kroatien hat eine wunderschöne Natur, die einem viel Energie verleiht, um alle Vorhaben im Leben anzugehen.

Guta Rau Spielleitung Musiktheater / Regieassistenz Lallinger Winkel, Bayern, Deutschland Was verbindest du mit deiner Heimat? Heimat ist dort, wo Familie bzw. Freunde zusammenkommen und man sich so akzeptiert, wie man ist.

Was gefällt dir an St.Gallen? Die grossartige kulturelle Infrastruktur, kurze Wege und die perfekte Lage zwischen See, Bergen und Zivilisation. Was ist deine Lieblingsoper? Pelléas et Mélisande

Was ist dein guilty pleasure? Instagram

Erzähle von einem besonderen Bühnenereignis: Eine Eröffnungsparty in Palermo, gesponsert von einem der Mafia-Bosse in Palermo. Er sass allein in einer Ecke. Er war sehr gross – wie Marlon Brando. Hatte ein grosses Gesicht und Wangen – wie Marlon Brando. Sein Kopf bewegte sich nie, nur seine Augen – wie Marlon Brando. Die Generalprobe wurde wegen einer Bombendrohung abgesagt. Es gab auch ein Erdbeben. Der Regisseur: Werner Herzog. Was wärst du geworden, wenn du nicht Sänger geworden wärst? Es wurden Fragebogen am Ende der High School verteilt, um die Berufswahl zu bestimmen. Dabei kam heraus, dass ich Leiter eines Bestattungsunternehmens werden sollte. Ich hätte etwas im Bankwesen gewählt.

Justin Hopkins Bass-Bariton Philadelphia, Pennsylvania, USA Was verbindest du mit deiner Heimat? Mit Philadelphia verbinde ich Bäume und Natur. Für ihre Grösse ist die Stadt sehr grün, mit zwei grossen Flüssen, vielen Parks und Waldgebieten. Was gefällt dir an St.Gallen? St.Gallen ist nicht zu gross, man verliert sich nicht in der Masse, die Stadt hat eine tolle und reiche Geschichte, wunderschöne Architektur und ist sehr schön gelegen, umgeben von der Natur.

Was ist deine Lieblingsoper? Richard Wagners Lohengrin

Was gefällt dir an St.Gallen? Der Baum in meinem Hinterhof und die vielen alten Gebäude in der Stadt. Was ist dein Lieblingsessen? In der Schweiz Älplermagronen. In Bayern der Schweinebraten von meinem Papa. Wenn ich selber koche: Lasagne. Erzähle von einem besonderen Bühnenereignis. Als der Nabucco vor einer Vorstellung von Verdis Nabucco 10 Minuten vor Vorstellungsbeginn eine SMS schrieb, dass er gut am Vorstellungsort gelandet sei, kam ich schon etwas ins Schwitzen … Was wärst du geworden, wenn du nicht Operndirektor geworden wärst? Wahrscheinlich Schönheitschirurg, Anwalt oder Politiker

Franz Obermair Chorleiter Neuhofen an der Krems, Oberösterreich, Österreich

Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? Autor: Terry Pratchett; Sänger: wechselt oft, aktuell die Band Måneskin; Lebenskünstler: sind wir das nicht alle? Was wärst du geworden, wenn du nicht Spielleiterin geworden wärst? Tierärztin, Schreiner oder Paläontologe.

Christina Schmidl Dramaturgin Regensburg, Bayern, Deutschland Was verbindest du mit deiner Heimat? Familie sowie bayrisch-mediterranes Lebensgefühl an der Donau.

Was gefällt dir an St.Gallen? St.Gallen hat eine ideale Grösse. Es ist nicht zu klein und nicht zu gross. Fast alles ist zu Fuss zu erreichen. Die Menschen sind sehr höflich und gastfreundlich.

Was ist dein Lieblingsessen? Wenn ich nicht in Kroatien bin, vermisse ich Buzara, eine Art Eintopf mit Meeresfrüchten oder Fisch. Was ist dein guilty pleasure? Vieles, aber sagen wir Pizza. Ich selbst hab eine sehr hohe Meinung von ihr, mein Magen eher nicht …

Was verbindest du mit deiner Heimat? Mit meiner Heimat verbinde ich die Kultur und die alpenländische Volksmusik.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Sänger geworden wärst? Ist nichts dergleichen, also bitte nicht lachen: Maschinenbauingenieur.

David Maze Bariton Boaz, Alabama, USA Was verbindest du mit deiner Heimat? Im Moment: Chaos. Früher unbegrenzte Möglichkeiten

Was gefällt dir an St.Gallen? Die schöne Lage mit viel Natur im Umkreis und das kulturelle Angebot. Was ist dein Lieblingsessen? Mein liebstes Essen ist Brot in Olivenöl getunkt, mit dickflüssigem, gereiftem Balsamico. Was ist deine Lieblingsoper? Parsifal

Was ist dein Lieblingsessen? Bistecca alla Fiorentina Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? J. S. Bach

Was gefällt dir an St.Gallen? Die Nähe zu den Alpen, die schöne Altstadt. Was ist dein guilty pleasure? Kitschromane Wer ist dein*e Lieblingskünstler*in? Carl Jonas Love Almqvist, Frank Sinatra Was wärst du geworden, wenn du nicht Dramaturgin geworden wärst? Wissenschaftlerin oder Skirennläuferin


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HOTSPOT­ OST

«Theater ist immer auch lokal verankert» 100 000 Einwohner*innen, Tendenz steigend. St.Gallen als international bedeutende Grossstadt – seit langer Zeit treibt dieses Begehren die Stadt­ politik an. Was aber, wenn Wachstum existenziell würde? Wenn wenige auserwählte Metropolen alle mittelgrossen Schweizer Städte verdrängen und zu bedeutungslosen Kuhdörfern verkommen liessen? Diese dysto­ pische Vision droht unserer Stadt im Schauspielprojekt HotSpotOst – Sankt Irgendwo im Nirgendwo.

Im Sinne eines Urbanisierungsschubs ent­ wickelt der Bundesrat eine Wachstums­ strategie, die landesweit acht florierende, zielgerichtet geförderte Vorzeige-Metro­ polen schafft. Sieben Plätze sind bereits vergeben, genau einer ist noch frei – Be­ dingung für die Bewerbung sind jedoch 100 000 Einwohner*innen. St.Gallen muss sofort zulegen. Aber woher bekommt man auf die Schnelle 20 000 Personen? Darf jahrelange Tradition zugunsten einer florierenden Wirtschaft vernachlässigt werden, und eignet sich dieses enge, feuchte Täli überhaupt für ein Wachstum im erforderten Ausmass? Mit einer Urauf­ führung, die unsere Stadt, die Menschen von hier, deren Mentalität und Lebensge­ fühl thematisiert, eröffnet das Schauspiel die neue Spielzeit. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit St.Galler*in­ nen, Regie führt Schauspieldirektor Jonas Knecht. Jonas, was bewog dich dazu, ein Stück über St.Gallen in Angriff zu nehmen? Das war für mich naheliegend. Ich bin hier aufgewachsen, lebte viele Jahre in Berlin und bin zurückgekehrt. Dadurch habe ich einen Aussenblick gewonnen auf diese Stadt, die mich entscheidend mit­ geprägt hat. Theater ist immer auch lokal verankert, als Angebot für die Menschen vor Ort. Das bedingt für mich eine direkte Auseinandersetzung mit St.Gallen. Wie entstand das Schauspielprojekt, und wie kam es zum inhaltlichen Plot? Meine ursprüngliche Idee war eine St.Gal­ ler Revue. Nach zahlreichen Gesprächen mit dem Team drängte sich dann aber doch eine ernsthaftere Auseinanderset­ zung auf, eine Revue schien nicht mehr die geeignete Form. Daraufhin bildete sich eine kleine Gruppe aus St.Galler Expert*innen, die sich wiederholt zum Brainstorming traf und inhaltliche Themen sammelte. Rolf Bossart entwarf einen Plot, der ein Stigma beleuchtet, mit dem sich wohl viele St.Galler*innen identifizieren können: Die Randstellung innerhalb des Landes in einer (zu Unrecht!) wenig beach­ teten Region und die Reduktion St.Gallens

auf wenige Klischees wie die Bratwurst, die Olma oder den unpopulären Dialekt. Die St.Galler Autorin Brigitte Schmid-Gug­ ler schrieb in der Folge Dialoge, die uns als Basis für das Stück dienten. Entstanden ist ein lustvolles, satirisch-musikalisches Stück, das mit nötigem Ernst und gleich­ zeitig augenzwinkernd einen liebevoll-kri­ tischen Blick auf unsere Kantonshaupt­ stadt wirft. Was würdest du bei einer Stückentwicklung als grösste Herausforderung bezeichnen? Das ist wohl die Balance, zum einen voran­ zukommen in der Entwicklung, sich jedoch gleichzeitig nicht zu früh festzulegen, sondern offen zu bleiben für Inputs von allen Beteiligten. Das Risiko ist bei einer Stückentwicklung naturgemäss grösser, weil man keinen fertigen Text in der Hand hält. Man muss aushalten können, dass man lange Zeit nicht weiss, wohin es führt. Wir haben im Team immer wieder viel hinterfragt, kritisch betrachtet und neu ausgelegt. Der Untertitel Sankt Irgendwo im Nirgendwo lässt aufhorchen. Wird das eine Abrechnung mit der Provinz St.Gallen? Nein. Dafür haben wir, die das Stück ent­ wickelt haben, die Stadt zu gern. Aber wir sind der Überzeugung, dass sich hier Dinge verändern könnten und sollten. Wir beobachten eine gewisse Stagnation, was wir bedauern, denn wir glauben daran, dass St.Gallen das Potenzial für eine prosperierende Stadt hat. Es geht uns da­ rum, die Kräfte, die etwas verändern oder vorantreiben wollen, zu unterstützen. Wird es ein rein fiktives Stück? Es gibt eine klare fiktionale Ebene. Uns war aber immer klar, dass wir auch St.Gal­ ler*innen zu Wort kommen lassen wollen. Aus diesem Grund haben wir eine doku­ mentarische Ebene geschaffen, indem wir Interviews mit Menschen von hier geführt haben. Wir haben sie zu möglichem Ent­ wicklungspotenzial der Stadt, Kritik, aber auch den Vorteilen, hier zu leben, befragt. Das Publikum wird sich also über einige

bekannte Gesichter aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien und deren State­ ments erfreuen können. Das Wort «Hotspot» ist seit einem guten Jahr eher negativ konnotiert. Spielt der Titel etwa auf die Pandemie an? Mitnichten. Corona kam uns lediglich bei der Realisierung des Stücks in die Quere. Ursprünglich sollte es bereits letzte Spiel­ zeit auf die Bühne kommen. Diverse Ein­ schränkungen zwangen uns jedoch dazu, die Uraufführung zu verschieben. Das Wort HotSpot meint bei uns Grossstadt, Metro­ pole, ein Ort, wo man unbedingt leben möchte. Was bräuchte St.Gallen für dich, um als Grossstadt bestehen zu können? Mehr Selbstbewusstsein. Es ist unglaub­ lich schön hier. Die Randlage sollte nicht als Nachteil, sondern als Einzigartigkeit wahrgenommen werden. Wir wären prä­ destiniert für ein schweizweites Kompe­ tenzzentrum für Textildesign und -indus­ trie. Die Quartiere, die das bunte Leben in einer grossen Stadt bedeutend mitprägen, könnten gestärkt und attraktiver gestaltet werden. Eine Kunsthochschule würde ich mir wünschen, eine Uni mit geisteswis­ senschaftlichen Fakultäten, die kreative Menschen anzieht, die wiederum ihre Ideen in die Stadt hinaustragen. Damit verbunden ist der Mut zu ungewöhnlichen Projekten. Vielleicht gibt es ja dereinst tat­ sächlich einen See in St.Fiden? Das wäre doch eine tolle Ausgangslage für einen neuen Schweizer Hotspot! Interview: Stefan Späti

HotSpotOst – Sankt Irgendwo im Nirgendwo Schauspielprojekt mit Texten von Brigitte Schmid-Gugler nach einer Idee von Rolf Bossart Uraufführung Mittwoch, 15. September 2021 20 Uhr, Lokremise Einführung und Probeneinblick Samstag, 11. September 2021 13.15 Uhr, Lokremise Im Rahmen des Neustart-Festivals Einführungsmatinee Sonntag, 12. September 2021 11 Uhr, Lokremise, Eintritt frei, Zählkarten erforderlich Leitung Inszenierung: Jonas Knecht Bühne: Michael Köpke Kostüm: Heidi Walter Live-Musik: Andi Peter Videobeiträge: Kristian Breitenbach Dramaturgie: Stefan Späti Besetzung Stadtpräsident: Marcus Schäfer Assistentin: Anja Tobler Siedlungsbeauftragte: Pascale Pfeuti Kauz / Helvetia: Diana Dengler Gallus / Hausmeister: Oliver Losehand Winterthurer: Bruno Riedl Journalistin: Lea Marie Jacobsen Praktikant: Jonathan Ferrari Weitere Vorstellungen 21./24. September 2021 23./28. Oktober 2021

1./5./10./15./18. November 2021


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JULIA UND ROMEO

God knows when we shall meet again Es ist die bekannteste Liebesgeschichte der Weltliteratur: Die Kinder zweier seit ewigen Zeiten verfeindeter Familien, der Capulets und der Montagus, verlieben sich unsterblich ineinander, trotzen allen Widerständen, geniessen ihre Liebe und planen die Hochzeit – doch die Welt ist gegen sie. Nach nur wenigen Tagen des höchsten Glücks holt sie die alte Familienfehde ein und durchkreuzt ihre Pläne. Der einzige Ausweg scheint der Tod. Für eine heutige Inszenierung stellt sich die Frage: Was für eine Liebe ist das zwischen Julia und Romeo? Und ist es nicht längst Zeit, Julias Sicht in den Mittelpunkt zu rücken?

Bühnenbildmodell von Matthias Nebel .

Neben Hamlet ist Romeo und Julia das bekannteste und beliebteste Drama aus der Feder von William Shakespeare. Unzählige Versionen, Verfilmungen, Opernfassungen gibt es von diesem Stoff – eine der bekanntesten Bearbeitungen ist das Musical West Side Story von Leonard Bernstein. Shakespeare selbst hatte die Story einer zu seiner Zeit bekannten Verserzählung entnommen, The tragical History of Romeus and Juliet von Arthur Brooke. Typisch Shakespeare: Er nahm den Stoff, verdichtete ihn und würzte ihn mit seiner Sprache. So machte er aus mehreren Monaten der Handlung vier Tage und Nächte und liess vor allem die Gang um den dichtenden Melancholiker Romeo ausgesprochen frivol, Romeo selbst allerdings einen zärtlichen Liebeslyriker werden. Zudem hat kaum ein Dramatiker so viele Neologismen in die englische Sprache eingeführt. Natürlich machten diese Wortspiele, Anspielungen und Anzüglichkeiten neben den Bühnengefechten einen guten Teil der Show im Globe-Theatre aus, wo das

Stück um die beiden «star-crossed lovers» 1595 seine Uraufführung erlebte. «Es war die Nachtigall und nicht die Lerche» In den folgenden Jahrhunderten versuchten sich die Übersetzer*innen immer wieder an der Sprachkunst Shakespeares. Zudem gab es zahlreiche Bearbeitungen, so z. B. eine des Schauspielers David Garrick mit einem langen Liebesdialog am Ende, nach dem dann Romeo und Julia gleichzeitig sterben. Baz Luhrmanns Verfilmung von 1996 mit Leonardo di Caprio und Clare Danes schliesslich prägte mit Musikvideo-Ästhetik, Markenklamotten und Höchstgeschwindigkeits-Schnitten lange die Rezeption, auch weil Luhrmann es schaffte, den originalen ShakespeareText mafiaähnlichen Figuren in den Mund zu legen. Der durchschlagende Erfolg des Stückes ist neben der lyrischen Sprache vor allem der Liebesgeschichte geschuldet: einer Liebe, die alle Grenzen überwinden kann. Julia Capulet und Romeo

Montagu sind über die Jahrhunderte zu Archetypen geworden, zu den Idealbildern zweier uneingeschränkt Liebender. Was sie durchmachen, ist geradezu die Blaupause für die romantische Liebe; was sie schliesslich – unglücklich, tragisch, ein bisschen ungeschickt – sterben lässt, die Unbedingtheit der Entscheidung füreinander. Sie erleben die erste richtig heftige Liebe, einen Knall, einen Blitz – jenseits von DatingApps. Die Liebesgeschichte der beiden ist «the greatest story ever told», doch zugleich befindet sie sich ein bisschen im Ungleichgewicht: Ist Romeo derjenige, der sich immer wieder verliebt, dessen Gefühle aber nicht auf Gegenliebe stossen, bis er Julia trifft, so ist Julia bei Shakespeare vor allem jung. Den Grossteil des Textes haben Männer, und auch die Lacher und frivolen Spässe räumen der dichtende Romeo und seine testosterongeladenen und degenschwingenden Freunde ab. Regisseurin Mirja Biel, die sich mit ihrer Inszenierung in St. Gallen vorstellt, rückt dagegen in ihrer Bearbeitung Julia ins Zentrum. Darum heisst das Stück auch Julia und Romeo. Biel macht mit ihrem Team die Figur Julia stärker, als sie es bei Shakespeare ist, erforscht ihre Gedankenwelt und ihre Gefühle, denn: «Die Zeiten haben sich geändert», wie sie ihrer Mutter entgegenschleudert. Die zeitgenössische Julia stellt sich Fragen wie: Wie sieht eine ideale Beziehung für mich aus? Welche Bedürfnisse stehen im Vordergrund, welche Konzepte sind nicht mehr zeitgemäss? Wie verliere ich nicht meine Autonomie, wenn ich mich für einen anderen Menschen entscheide? Julia sucht einen Partner auf Augenhöhe, will sich nicht anbeten lassen, sondern ein Leben teilen. In ihrer auf wenige Charaktere reduzierten

Julia und Romeo Schauspiel von William Shakespeare in einer Fassung von Mirja Biel Premiere Samstag, 25. September 2021 19 Uhr, UM!BAU Einführung und Probeneinblick Samstag, 11. September 2021 17.45 Uhr, UM!BAU im Rahmen des Neustart-Festivals Einführungsmatinee Sonntag, 19. September 2021 11 Uhr, Lokremise, Eintritt frei, Zählkarten erforderlich Leitung Inszenierung: Mirja Biel Bühne: Matthias Nebel Kostüm: Katrin Wolfermann Licht: Andreas Enzler Live-Musik: Réka Csiszér Dramaturgie: Armin Breidenbach Besetzung Julia: Tabea Buser Romeo: Julius Schröder Amme: Christian Hettkamp Lady Capulet: Birgit Bücker Paris: Tobias Graupner Mercutio: Fabian Müller Weitere Vorstellungen 1./3./25./31. Oktober 2021 6./18./23./26. November 2021 1./2./15./16./17./21. Dezember 2021 2./16. Januar 2022

Fassung lässt Biel zudem das englische Original immer wieder erklingen und arbeitet mit Live-Musik, Film und LiveVideo. Und über allem schwebt der Tod, «The End» ist immer gegenwärtig. Das neue Ensemblemitglied Julius Schröder spielt Romeo, Tabea Buser die Julia. (ab)


KONZER T

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AUFTAKT

Midsummer Song

Nach der schwierigen vergangenen Spielzeit freuen wir uns ganz besonders darauf, die neue Konzertsaison gemeinsam mit unserem Publikum in der Tonhalle eröffnen zu können. Das Sinfonieorchester spielt in diesem Auftaktkonzert baltische, mährische und russische Orchesterwerke, die von einer nordischen Sommernacht über einen verhängnisvollen russischen Sturm zu einem bedeutenden Schicksalsmotiv der romantischen Sinfonik führen.

Auftakt Midsummer Song | 1. Tonhallekonzert Donnerstag, 23. September 2021 Freitag, 24. September 2021 19.30 Uhr, Tonhalle Einführung jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn Arvo Volmer, Leitung Raminta Šerkšnytė, Midsummer Song Leoš Janáček, Suite aus Katja Kabanowa (arr. J. Smolka) Pjotr I. Tschaikowski, Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

Midsummer Song der litauischen Komponistin Raminta Šerkšnytė erklingt im 1. Tonhallekonzert ebenso wie Werke von Janáček und Tschaikowski.

Ebenso vielseitig und abwechslungsreich, wie das gesamte Programm dieser Konzertsaison 2021/2022 sein wird, ist bereits das Eröffnungskonzert. Zunächst gibt es mit der litauischen Komponistin Raminta Šerkšnytė eine neue Stimme zu entdecken. Šerkšnytė ist eine der bekanntesten Komponistinnen ihres Landes, ihre Werke werden regelmässig aufgeführt, etwa von der Kremerata Baltica unter Gidon Kremer, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Mirga Gražinytė-Tyla, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter seinem 2019 verstorbenen Chefdirigenten Mariss Jansons und natürlich auch dem Nationalen Symphonieorchester ihres Heimatlandes unter seinem – und gleichzeitig unserem – Chefdirigenten Modestas Pitrenas. Ausgewählt haben wir für das

Debüt der Litauerin hier in St.Gallen das feingewobene Orchesterwerk Midsummer Song. Mit ihm lassen kaleidoskopische Klangflächen die Sehnsucht nach den hellen nordischen Sommernächten aufleben. Operndrama im Konzertsaal Nach der Sommerwärme der Sturm: Ein solcher steht im Mittelpunkt des gleichnamigen Dramas von Alexander Ostrowski, das der tschechische Komponist Leoš Janáček, ein Liebhaber der russischen Kultur, für seine Erfolgsoper Katja Kabanowa adaptierte. Die 1921 in Brünn uraufgeführte Oper spielt in einer kleinen Stadt an der Wolga, in die sich die Protagonistin Katja am Ende voller Verzweiflung wirft. Zuvor hat die unglücklich Verheiratete und unter der tyrannischen Schwiegermutter Leiden-

de während eines heftigen Gewitters öffentlich ihren Ehebruch gestanden. Ein gesellschaftlicher Skandal – ähnliches Potenzial barg Janáčeks Liebe zur fast vierzig Jahre jüngeren, wie Janáček ebenfalls verheirateten Kamila Stösslová, was Janáčeks Faszination für Ostrowskis literarische Vorlage sicherlich noch befeuert hatte. Neben dem gesellschaftlichen Zündstoff ist Katja Kabanowa dank Janáčeks bemerkenswerter Charakterzeichnung aber vor allem ein ausserordentlich fesselndes, ergreifendes Seelendrama und eines der bedeutenden Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts. Russische Schicksalssinfonie 21. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, 19. Jahrhundert: Nach Musik aus der Gegenwart und einer russischen Vor-

lage in tschechischer Umsetzung aus dem 20. Jahrhundert wird der zweite Konzertteil mit der 5. Sinfonie e-moll op. 64 von Pjotr I. Tschaikowski nun von russischer Romantik geprägt. Mit den sie umgebenden Sinfonien vier und sechs gehört Tschaikowskis 5. Sinfonie zu den meistgespielten unter seinen sechs Sinfonien. Es umgibt sie ein ganz einzigartiger Nimbus, der von einer Beschreibung im Tagebuch Tschaikowskis rührt; sie bezieht sich auf das gleich zu Beginn der Einleitung vorgestellte und, wie sich im Verlauf der Sinfonie herausstellen wird, äusserst bedeutsame Motiv: «Introduction: Völlige Ergebung in das Schicksal, oder, was dasselbe ist, in den unergründlichen Ratschlag der Vorsehung.» Diese Notiz nahm man natürlich noch so gerne auf, erhielt man damit doch nach Beethovens 5. Sinfonie eine weitere «Schicksalssinfonie», nun eine russisch-romantische. Ungeachtet dieser mehr oder weniger zufälligen Gemeinsamkeit dürfte Tschaikowskis Fünfte allerdings mit der Beethoven’schen Fünften verbinden, dass sie weit oben steht auf der Wunschliste so manch eines Sinfonieorchesters. Und so wird dieses erste Tonhallekonzert der Saison nicht nur für das Publikum, sondern auch für das Orchester unter der Leitung des «Rückkehrers» Arvo Volmer aus Estland ein ganz spezieller Auftakt werden. (ff)


KONZER T

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Musik und Brunch Horntrios im UM!BAU

NEUES FORMAT

Ende September kann erstmals unser neues Format über die Bühne gehen, mit dem die beliebten Kammermusikreihen des Sinfonieorchesters St.Gallen «Sonntags um 5» und «Nachtzug» erweitert werden: Musik und Brunch im Foyer des UM!BAUs. Eigentlich hätten die Brunch-Konzerte bereits in der vergangenen Saison stattfinden sollen, doch die Pandemie und die entsprechenden Schutzmassnahmen liessen diese sonntägliche Verbindung von Musik und Genuss noch nicht zu. In dieser Saison starten wir einen neuen Versuch und bieten vier solche Konzerte mit kulinarischer Umrahmung an. Das Brunch-Angebot im UM!BAU-Foyer, wo die Konzerte stattfinden, wird vom Team des Restaurants Concerto kreiert. Das Frühstück beginnt um 10 Uhr, eine Stunde später haben die Kaffeelöffel und Brotmesser dann zu ruhen; denn dann folgt der grosse Auftritt der Musikerinnen und Musiker und ihrer eigens auf dieses Format zugeschnittenen, unterhaltsamen Programme von ca. einer Stunde Dauer. Danach folgt ein gemütlicher Ausklang des kulinarischen Teils. Den Auftakt der neuen Reihe macht ein Duo aus Violine und Klavier. Elena Zhunke, die stellvertretende Stimmführerin der 2. Violinen im Sinfonieorchester St.Gallen, gestaltet zusammen mit ihrer Schwester, der Pianistin Raissa Zhunke, ein Programm, das mit Igor Frolovs Konzertfantasie auf Themen von Porgy and Bess und Leonard Bernsteins Suite aus West Side Story unter anderem an den Broadway führt. Die weiteren Brunch-Konzerte der Saison umfassen mit Salut d’amour ein musikalisches Potpourri zum Thema Liebe und mit Gran passione contrabbasso eine aussergewöhnliche musikalische Begegnung zweier Kontrabässe. Auch ein speziell auf Kinder und Familien zugeschnittenes Brunch-Programm findet sich in dieser Saison mit Tiergeschichten. (ff)

ROMAN­ TISCH

West Side meets East Side Brunch-Konzert Sonntag, 26. September 2021 11 Uhr, UM!BAU-Foyer Brunch ab 10 Uhr Elena Neff Zhunke, Violine Raissa Zhunke, Klavier Igor Frolov, Konzertfantasie auf Themen von Gershwins Porgy and Bess Isaac Albéniz, Tango Maurice Ravel, Blues aus der Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 Leonard Bernstein, Suite aus West Side Story Weitere Brunch-Konzerte dieser Saison Salut d’Amour Sonntag, 23. Januar 2022 11 Uhr, UM!BAU-Foyer Yuko Ishikawa, Violine Isabel Bösch, Klavier Momoko Berthold, Rezitation Ein musikalisches Potpourri zum Thema Liebe mit Musik von Ludwig van Beetho­ ven, Edward Elgar, Gabriel Fauré, Wolf­ gang Amadeus Mozart, Pjotr I. Tschai­ kowski und weiteren Tiergschichten [4+] Brunch-Konzert für Familien Sonntag, 13. März 2022 11 Uhr, UM!BAU-Foyer Ilaria Sieber-Pedrotti, Violine Maria-Christina Flüge, Violoncello Joséphine François, Erzählerin Gran passione contrabbasso Sonntag, 15. Mai 2022 11 Uhr, UM!BAU-Foyer Simon Hartmann, Kontrabass Grigori Katz, Kontrabass Mizuka Kano, Klavier Govanni Bottesini, Gran Duetto Giovanni Bottesini, Elegie, Reverie, Passione amorosa Dazwischen barocke Intermezzi für zwei Kontrabässe

Felix Klieser, Namensgeber des Horntrios, das unsere Meisterzyklus-Reihe in dieser Saison eröffnet.

Die St.Galler Meisterzyklus-Konzerte sind auch in dieser Saison wieder hochkarätig besetzt. Mit dem Quatuor Ébène und dem Oistrakh Quartett kommen zwei namhafte Streichquartette mit internationalem Renommee in die Tonhalle, Pianist Arcadi Volodos und Geigerin Tianwa Yang gestalten Solorezitale, und mit dem Programm von Meisterzyklus grenzenlos gibt es einen faszinierenden Einblick in die indische Musiktradition. Den Anfang der Meisterzyklus-Konzerte macht am 1. Oktober mit dem Felix Klieser Trio eine Formation aus Horn, Violine und Klavier – und damit ein Programm mit Werken, die zu den eher seltenen Genüssen im Konzertsaal gehören. Schon das Trio Es-Dur op. 40 von Johannes Brahms ist etwas Besonderes. Allein die Besetzung aus Waldhorn, Violine und Klavier ist nicht allzu oft zu erleben, doch Brahms gelang mit diesem Trio ein Kammermusikwerk von ganz besonderem Klangreiz. Natürlich spielt es auch im Repertoire des Trios mit Hornist Felix Klieser, Geiger Andrej Bielow und Pianistin Martina Filjak eine besondere Rolle. Darüber hinaus hat sich das Trio aber noch auf weitere Werke für diese rare Besetzung spezialisiert: Da gibt es etwa das Trio Nr. 1 c-Moll des 1765 in geborenen Franzosen Frédéric Duvernoy, der Hornist der Pariser Oper war, und die Quatre petites pièces op. 32 des ebenfalls aus dem Nachbarland Frankreich stammenden Charles Koechlin zu entdecken.

Ausgezeichneter Hornist Felix Klieser hat bereits als junger Musiker verschiedene Preise für seine Arbeit erhalten, so 2014 den ECHO Klassik und den Musikpreis des Verbands der Deutschen Konzertdirektionen. Im selben Jahr erschien seine Biografie Fussnoten – Ein Hornist ohne Arme erobert die Welt. 2016 wurde ihm der Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festival verliehen. Auch Felix Kliesers bisherige CD-Aufnahmen stiessen auf grosses Echo, darunter die im März 2019 erschienene Einspielung aller Hornkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart mit der Camerata Salzburg. Aber auch das 2017 erschienene Album mit u. a. den Horntrios von Brahms, Duvernoy und Koechlin erntete viel positive Kritik. (ff)

Felix Klieser Trio Horntrios | 1. Meisterzyklus-Konzert Freitag, 1. Oktober 2021 19.30 Uhr, Tonhalle «Auf einen Drink mit dem Felix Klieser Trio» im Anschluss an das Konzert

Felix Klieser Trio Felix Klieser, Horn Andrej Bielow, Violine Martina Filjak, Klavier Charles Koechlin, Quatre petites pièces für Horn, Violine und Klavier op. 32 Johannes Brahms, Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 d-Moll op. 108 Robert Schumann, Adagio und Allegro für Horn und Klavier As-Dur op. 70 Frédéric Duvernoy, Trio für Horn, Violine und Klavier Nr. 1 c-Moll Johannes Brahms, Trio für Horn, Violine und Klavier Es-Dur op. 40


TANZ / S CH AUS P I EL

Öffentliche Probe

SHE/HE/ WE

Am 28. September gibt es in der Lokremise erstmals in dieser Spielzeit die Gelegenheit, bei der öffentlichen Probe zur neuen Tanzproduktion SHE/HE/ WE das Ensemble unmittelbar bei der Probenarbeit mit den drei preisgekrönten Gastchoreograf*innen des Abends zu erleben. Mit ihren jeweils ganz unterschiedlichen Bewegungssprachen setzen sich Alba Castillo, Giovanni Insaudo und Muhammed Kaltuk in ihren Kreationen mit dem Thema Geschlecht auseinander – von der isolierten Betrachtung des Frau- bzw. Mann-Seins bis hin zum gemeinsamen Zusammenspiel. Giovanni Insaudo, Gründer des Tanzkollektivs i vespri, tanzte u. a. beim Balletto dell’Esperia in Turin, beim Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München sowie beim Tanz Luzerner Theater. Bereits während seiner Zeit als aktiver Tänzer begann er auch für die Kompanien, bei denen er engagiert war, zu choreografieren. Für SHE/HE/WE fokussiert sich Giovanni Insaudo auf die Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen der St.Galler Kompanie. Muhammed Kaltuk erarbeitet hingegen seine Choreografie mit den männlichen Ensemblemitgliedern. Kaltuks tänzerische Wurzeln liegen im Hip-Hop, und so verschmelzen in seinen Kreationen urbane Tanzstile wie Breakdance oder Popping mit Tanztradition und diversen zeitgenössischen Tanztechniken. Zu sehen waren seine Arbeiten bisher u. a. am Theater Basel, am Tanzhaus Zürich, am Theater Luzern oder bei der Gauthier Dance Company. Aufeinandertreffen werden beide Geschlechter schliesslich in Alba Castillos Duett-Kreation. Nach

einer Karriere als Bühnentänzerin bei der Kompanie Teatres de la Generalitat Valenciana, der Compañia Nacional de Danza 2 und am Ballett Theater Basel begann Alba Castillo 2012 ihre choreografische Karriere. Seitdem kreierte sie Werke u. a. für das Scapino Ballet Rotterdam, die Opéra National du Rhin oder San Francisco Danceworks und ist Mitbegründerin der jungen Tanzkompanie Snorkel Rabbit in Basel. Zwei Wochen vor der Premiere stellen die drei Choreograf*innen ihre Arbeiten im Gespräch und in tänzerischen Ausschnitten bei der Einführungsmatinee vom 9. Oktober dann noch einmal detaillierter vor. (cs)

SHE/HE/WE Tanzstück von Alba Castillo, Giovanni Insaudo und Muhammed Kaltuk Uraufführung Mittwoch, 20. Oktober 2021 20 Uhr, Lokremise Öffentliche Probe Dienstag, 28. September 2021 18 Uhr, Lokremise, Eintritt frei, Zählkarten erforderlich

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Neustart zur Monologreihe

RADIKAL ALLEIN

Er ist die Königsdisziplin für alle Schauspieler*innen: der Monolog. Er ist Sprache und Schauspielkunst in Reinkultur, unmittelbar, reduziert auf das Maximum an Ausdruck. Fokussiert auf Text und Figur. In der vergangenen Spielzeit haben wir unter dem Titel Radikal allein eine Reihe gestartet, die ihm gewidmet ist. Die Idee war, dass verschiedene Regisseurinnen und Regisseure diese mal intimen, mal explosiven Begegnungen mit einzelnen Schauspielerinnen und Schauspielern in minimalistischen Settings inszenieren, und zwar an wechselnden Schauplätzen. Die ersten beiden Monologe zeigte das Theater St.Gallen im Herbst 2020 im Kunstmuseum. Wojtek Klemm inszenierte mit Anna Blumer Jennifer Clements Gun Love und mit Marcus Schäfer David Foster Wallaces Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich. Publikum und Kritik waren entzückt vom neuen Format, das St.Galler Tagblatt schrieb: «Marcus Schäfer spricht nicht nur das Publikum erfrischend direkt an, sondern auch die Bilder, die um ihn herum hängen. Als würden auch die Heiligen Drei Könige anstehen, um endlich

Verwöhnung zu finden. Ein kleiner (45 Minuten), kluger Theaterabend über die Dissonanz zwischen Sein und Schein, zwischen Lebenssinn und Übertünchung der Leere. Schrecklich amüsant und erschreckend zu gleich. […] Anna Blumer spielt inmitten der Kunstwerke, spielt mit ihnen, um sie herum, wird einmal gar Teil einer Videoinstallation. Regisseur Wojtek Klemm und Anna Blumer gelingen skulpturale Bilder, und die himmeltraurige Geschichte von Pearl wirkt nicht hineingedrückt in diese artifizielle Umgebung, sie erhält vielmehr einen doppelten Boden: Pearl schlängelt, hüpft, singt und tanzt sich durch diese Welt, zu der sie nicht dazu gehört.» Bald nach dem Start der Monologreihe mischte sich jedoch Corona mit lauter Stimme wieder ein. Anna Blumer und Marcus Schäfer blieben mit ihren Texten zwangsläufig radikal allein. Nun aber steht der Neustart bevor. Ab Oktober setzen wir die zwei Produktionen des letzten Jahres im Kunstmuseum in zwei neuen Ausstellungen fort, im Lauf der Saison sollen weitere Monologe an anderen Schauplätzen dazukommen. (bh)

Radikal allein

Einführungsmatinee Samstag, 9. Oktober 2021 12 Uhr, Lokremise, Eintritt frei, Zählkarten erforderlich

Monologreihe Ab 2. Oktober 2021 im Kunstmuseum Leitung Inszenierung: Wojtek Klemm Musik: Martin Gantenbein Kostüm: Claudio Pohle Dramaturgie: Armin Breidenbach Besetzung #1 Anna Blumer (Gun Love) #2 Marcus Schäfer (Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich) Termine Gun Love 2./9./16. Oktober 2021 Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich 7./14./21. Oktober 2021 Weitere Termine im November

Anna Blumer in Gun Love


AU S S ER D EM

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6mal nominiert

WÜSTEN­ BLUME

Die erfolgreiche Weltpremiere unseres Musicals Wüstenblume im Februar 2020 wird immer mehr zu einem historischen Ereignis. Es war, wie sich bald zeigen sollte, die letzte Premiere im Theater vor der grossen Pandemie und damit auch die letzte im Paillard-Bau vor dessen Sanierung. Nun kommt ein erfreulicher historischer Aspekt dazu. Die wenigen Aufführungen reichten dem Musical von Uwe Fahrenkrog-­ Petersen und Gil Mehmert, um mehrfach für den von der Deutschen Musical Akademie ausgerichteten Deutschen Musical Theater Preis 2021 nominiert zu werden. Nominationen gab es in den Kategorien «Bestes Musical», «Beste Komposition» (Uwe Fahrenkrog-­ Petersen), «Bestes musikalisches Arrangement» (Koen Schoots), «Beste Regie» (Gil Mehmert), «Beste Choreografie» (Jonathan Huor) und «Beste Darstellerin in einer Hauptrolle» (Naomi Simmonds

als junge Waris Dirie). Wir freuen uns sehr und sehen gespannt der Preisverleihung vom 4. Oktober entgegen. Und ebenso freuen wir uns natürlich darauf, Wüstenblume endlich wieder spielen zu können. Ab 27. Oktober ist es so weit. (bh)

Wüstenblume Musical von Uwe FahrenkrogPetersen und Gil Mehmert Wiederaufnahme Mittwoch, 27. Oktober 2021 19.30 Uhr, UM!BAU Weitere Termine 28./30. Oktober 2021 16./27./28./29. November 2021 4./5./10./19./30. Dezember 2021 6./7. Januar 2022

Zwei Monster

NEU BESETZT

Es wirkt beinahe, als wäre das Stück Zwei Monster gezielt für die Coronazeit und das Gebot des Abstandhaltens geschrieben und auf den Spielplan gesetzt worden: Zwei Monster wohnen auf zwei Seiten eines riesigen Berges, sie können sich weder sehen noch berühren. Was sie aber nicht davon abhält, zusammen Musik zu machen und immer wieder zu streiten. Sie sind sich nicht einig darüber, ob ein Sonnenuntergang jetzt bedeutet, dass der Tag geht – oder ob die Nacht kommt. Und sie streiten sich ständig darüber, wer stärker, gefährlicher, sportlicher und überhaupt das hässigere Monster ist. Die Zürcher Regisseurin Sophia Bodamer hat die Theaterversion des Bilderbuchs Two Monsters von David McKee vor einem Jahr in der Lokremise mit Oliver Losehand und Frederik Rauscher inszeniert. Die Kritik sprach nach der Premiere von einem «Wettstreit zweier urkomischer Giganten», von liebenswürdigen Ungetümen und erbitterten Streithähnen, die als Zweimonsterband ein köstli-

ches Duo abgäben. Später tourten die beiden Monster durch die Region und stritten im Mai und Juni im UM!BAUFoyer weiter. Nun sind sie zurück in der Lokremise – allerdings in neuer Zusammensetzung. Oliver Losehand gibt weiterhin das rote Monster, weil Frederik Rauscher aber das Theater St.Gallen verlassen hat, schlüpft Matthias Albold in die Figur bzw. das Kostüm des blauen Monsters. (bh)

Zwei Monster Kinderstück von Gertrud Pigor [4+] Wiederaufnahme Mittwoch, 6. Oktober 2021, 14 Uhr, Lokremise Diese Inszenierung kann mobil für das Schulhaus oder den Gemeinde­ saal gebucht werden. Auskünfte unter 071 242 05 11 oder kbb@theatersg.ch

Die Kultur gibt Vollgas

NEUSTART NACHT Nachtgestalten ZUG Nach langer Coronazwangspause wird mit dem Neustart-Festival das Wiederaufleben der lokalen und regionalen Kultur in St.Gallen gefeiert. Am 11.  September von 11 Uhr bis spät in die Nacht wird über 300 freischaffenden Künstler*innen an 45 Orten der Stadt die Möglichkeit gegeben, ihr kulturelles Schaffen zu präsentieren. Statt der ursprünglich geplanten Museumsnacht soll dieser solidarische Grossanlass ein Zeichen für den Neustart der Kultur setzen und den lang ersehnten Kontakt zum Publikum mit lustvollen Begegnungen fördern. (neustartfestival.ch) Auch das Theater St.Gallen und die Tonhalle werden am 11. September für Sie ihre Türen öffnen und Sie mit kleinen Darbietungen aus dem Schauspiel, dem Musiktheater oder dem Tanz unterhalten. Festivalpässe à CHF 20 können am Freitag, 10. September, sowie am Festival-Tag an diversen Vorverkaufsstellen gekauft werden. (ah) Lokremise HotSpot­O st- Sankt Irgendwo im Nirgendwo 13.15 Uhr: Kurzeinführung 13.30–14 Uhr: Erleben Sie kurz vor der Premiere Ausschnitte aus der Spielzeiteröffnungsproduktion HotSpotOst - Sankt Irgendwo im Nirgendwo.

UM!BAU Julia und Romeo 17.45 Uhr: Kurzeinführung 18–18.30 Uhr: Erhalten Sie in einer öffentlichen Probe Einblik in die Entstehung der Produktion Julia und Romeo.

Tonhalle Öffentliches Training der Tanzkompanie 11–11.30 und 12–12.30 Uhr: Blicken Sie hinter die Kulissen und erleben Sie den Tanzalltag der Tanzkompanie mit dem Leiter Kinsun Chan. Chorkonzert zum Saisonauftakt 19–19.20 und 21–21.20 Uhr: Geniessen Sie musikalische Perlen des Chorrepertoires unter der Leitung des neuen Chordirektors Franz Obermair. Das Musiktheater-Ensemble stellt sich vor 20–20.45 Uhr und 22–22.45 Uhr: Lernen Sie das neue Musiktheater­ ensemble kennen, das sich mit mitreissenden musikalischen Highlights von Oper bis Musical präsentiert. Operndirektor Jan Henric Bogen führt durch das unterhaltsame Programm und stellt die Künstler*innen vor, mit denen er in seine erste Spielzeit am Theater St.Gallen startet.

Eine Stadt und zwei Freunde, die wissen, dass es nichts Grösseres gibt als die Wahrheit des Moments, in dem die Kneipe schliesst. Von Bier zu Bier und von Geschichte zu Geschichte treibend, erzählen die beiden Nachtgestalten scharfsinnig und aberwitzig von der Tragik der Liebe, dem Wahnsinn des Lebens sowie den Spuren der Geschichte, die allem zugrunde liegt und nie ganz verschwindet. Die Graphic Novel «Nachtgestalten» ist das Resultat der ersten Zusammenarbeit des Schriftstellers Jaroslav Rudiš und dem mehrfach preisgekrönten Wiener Illustrator und Comic-Zeichner Nicolas Mahler. Erzählt wird eine prächtige, melancholisch-süffige Nachtgeschichte, die im Februar dieses Jahres erschienen ist. Schauspieler Marcus Schäfer und Oliver Losehand beleben das Zwiegespräch der Nachtgestalten anschaulich für die Bühne, die E-Gitarristen Peter Lutz und Marcel Elsener geben ihr einen nachttrunken ausufernden Sound, und Grafiker Jurek Edel animiert die Zeichnungen von Nicolas Mahler vom blutigen Vollmond bis zum toten Hund.

- Ich glaube nicht an das Ende der Geschichte. - D as musst du nicht. Wir sind schon da. Seit Langem. Es gibt kein Entkommen. - Vielleicht. - Und deshalb: Party. Lass uns Party machen. - Party, ja? Du und Party. - O der ein Bier. Lass uns irgendwo noch ein Bier trinken. Wir schweigen. Wir rauchen. Wir gehen.

Nachtgestalten Nachtzug Schauspiel Lesung mit Stromgitarren und bewegten Bildern nach der Graphic Novel von Jaroslav Rudiš und Nicolas Mahler Spiel: Oliver Losehand, Marcus Schäfer Gitarren: Peter Lutz, Marcel Elsener Animation: Jurek Edel Donnerstag, 30. September 2021 21 Uhr, Lokremise


AU S S ER D EM

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Runde Zwei für den Musical Campus

HOCH HINAUS

Vom 12. bis 17. Juli ging der Musical Campus 3303 in die zweite Runde. Es ist der einzige Meisterkurs im deutschsprachigen Raum, der sich auf das Musicalfach spezialisiert. 16 junge Musicaldarstellerinnen und Musicaldarsteller aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz konnten sich einen der begehrten Plätze sichern. Der Austragungsort verleiht dem einwöchigen Campus seinen Namen. 3303 Meter hoch ist der Hausberg Corvatsch der Gemeinde Silvaplana, der umrahmt von mächtigen Gipfeln und dem Silvaplanersee eine einmalige Naturkulisse bietet. Silvaplana ist begehrt bei Spitzensportlern, die für ihr Höhentraining in die hochalpine Gegend kommen. Auch das Singen und szenische Agieren auf der Bühne erfordert Kraft und Ausdauer. In Silvaplana kann der Musicalnachwuchs seit letztem Jahr nicht nur seine Kondition verbessern, sondern sich fernab von alltäglichen Einflüssen auf den Körper, Geist und die künstlerische Arbeit fokussieren. Hinter dem Musical Campus 3303 steht ein hochkarätiges Leitungsteam. Dazu gehört der deutsche Autor und Regisseur Gil Mehmert, der für das Theater St.Gallen zuletzt das Buch zum Musical Wüstenblume schrieb und auch für die Regie verantwortlich zeichnete. In dieser Saison wird er die Uraufführung der Neufassung von Lady Bess inszenieren. Der international erfolgreiche Dirigent, Arrangeur und Supervisor

Koen Schoots ist dem St.Galler Musicalpublikum ebenfalls bestens bekannt durch Produktionen wie Dracula, Der Graf von Monte Christo, Don Camillo & Peppone oder Matterhorn. Für den Gesang konnten die niederländischen Dozenten der Universität Tilburg Edward Hoepelman, Katrien Verheijden und Ingrid Zeegers gewonnen werden. Die Dirigenten Christoph Bönecker und Michael Römer komplettieren das Leitungsteam. Die Schwerpunktfächer Gesangstechnik und Schauspiel/Songinterpretation wurden durch morgendliche Yogalektionen und Fachreferate abgerundet. Der St. Galler Psychiater Dr. Ruedi Osterwalder referierte über Bühnenangst und führte mit den Teilnehmer*innen ein autogenes Training durch. Einen spannenden Vortrag bot auch der Sänger, Logopäde und Gesangspädagoge Oliver Frischknecht zum Thema Stimmstörungen und deren Rehabilitation. Schon fast zur Tradition geworden ist das Openair-Abschlusskonzert auf der Plazza dal Güglia, bei dem die jungen Darstellerinnen und Darsteller mit einer sechsköpfigen Liveband die erarbeiteten Duette und Solostücke präsentierten. Dem Theater St.Gallen liegt die Nachwuchsförderung und Entdeckung von neuen Talenten am Herzen, deswegen steht es dem Musical Campus 3303 seit der ersten Stunde als Partner zur Seite. Und wer weiss, vielleicht kann man ja den einen oder anderen bald auf der St.Galler Bühne entdecken? (sr)

Gute Stimmung an der abschliessenden Openair-Gala auf dem Dorfplatz - trotz Regen.

GE.S,UCH(T)EN

UM!STUTZ sprecherstimme darauf hingewiesen, «dass man hier nur in Begleitung von Jüngeren hineinkommt». Erwachsen werden ist gegen die Regeln. Und die eine Form, die will ja nicht verändert werden. Wäre ja schrecklich, wenn wir uns nun auch noch an andere Erwachsene gewöhnen müssten.

Alexander Stutz

Play nicely, I’m watching you! – die Anderen.

Und irgendwo dazwischen, wir. Zwischen dir und mir, euch und uns, den Ersten und den Letzten. Eine Strasse. Auf dieser liegt Nebel. Um uns herum das Quaken. Das Quaken unzähliger Frösche und Kröten, die im Lauwarmen ihren Laichplatz suchen und diesen womöglich nie finden werden. Je mehr sie suchen, desto lauter wird es hier, in dieser lauwarmen, testosterongeladenen, erotisch knisternden Nacht. Auch sonst war es nie ruhig. Da wo ich wohne, ist es nie still. Hier existiert er. Der Alltag. Hier ein Handy, das klingelt, dort ein Zischen einer Bierdose, da ein Gelächter und irgendwo anders ein Streit. Ganz zu schweigen vom Klimpern und Knallen fallen gelassener Dinge, die wie Bomben die Erde unter uns aufsprengen.

Ja, heute gibt es womöglich einen Dialog. Genau so wie derjenige, der da draussen vor dem Zaun verlangt wird. Ein Dialog mit möglichst wenig Emotionen und ohne Platz für andere. Denn diese Komponenten könnten unerwünschte Reaktionen, anaphylaktische Schocks hervorrufen. Daher monologisieren wir lieber. Werden somit zu ratternden, quietschenden, dröhnenden Maschinen, die jegliche Dialoge im Keim ersticken. So ist es uns lieber: Das Menschliche, was uns ausmacht, ähnlich wie ein zur Hälfte gegessenes Sandwich auf dem Gleis zu verlieren und zwischen all dem Lärm, der Pisse von Partygängern und der Taubenkacke, vergammeln zu lassen.

Nein, das ist kein Dialog. Auch kein Monolog.

Winterthur. Ich sollte aus meinem Gedankenstrom aussteigen. Den Ort wechseln. Meinen aufgeklappten Laptop – der auch schon einige Jahre auf dem Gehäuse hat, jedoch noch meine Masterthesis für den Regie-Abschluss an der Zürcher Hochschule der Künste schaffen sollte – zuklappen. Auf dass wir uns gemeinsam auf eine Suche begeben, Zäune sprengen, nach dem Stillen greifen, dass wir das Sandwich komplett essen und lauter denkende Dialoge führen denn je.

Das sind einfach Gedanken. Die Gedanken. Die, die wir uns zusammen malen. Die, die ein eins werden. Das Eins was sich einst reiben wird. Und dieses Jahr wird sich womöglich ein Alexander, auch Alex genannt, oder Axel…, wie auch immer, die Buchstaben in ihrer liquiden Form über die Lippen streifen, sich daran die Zähne ausbeissen und dieses Reiben provozieren. Während diesem ganzen Beissen, Reiben und Provozieren finden wir uns mittlerweile irgendwo zwischen Rösti oder Röschti, Disteln, silbernen Uhren, dem VoGEL und dem Jagdurlaub. Parallel dazu wird gemütlich Bier, Wein oder Prosecco geschlürft, dazu ein Selecta-Automat, der mit einem 1 FrankenKunststück die volle Aufmerksamkeit der Anwesenden geniesst. Und im Herzen dieser schlürfenden, Selecta-Automat bewundernden Gesichter plumpst plötzlich eine besonders fette Kröte mit einem riesen Knall auf den Boden. Eine Mutterkröte scheint dieses Ungetüm zu sein. Da liegt die Mutter also nun, die mit jeglichen Beschreibungen, Umschreibungen und Anleitungen des anders Tuns – nein! – des besser Tuns der Gesellschaft konfrontiert ist. Die Konfrontation gegen welche ich erfolgreich versuche in mir anzukämpfen und der ich trotzdem immer erliege. Denn ein hoher Metallzaun sperrt «die Mutter» ein. Videokameras überwachen den Eingang und wer dennoch am Tor rüttelt, wird von der Laut-

Von einem A. P.S. Auf die Grammatik des Raumes!

Alexanster Stutz ist in dieser Spielzeit Hausautor des Theaters St.Gallen. In der UM!SCHAU schreibt er seine monatliche Kolumne UM!STUTZ. Der Zürcher Alexander Stutz war in Deutschland Mitglied des Spielzeitteams, Grafiker des freien Theater Tempus fugit und als Theaterpädagoge tätig. Er arbeitet mit verschiedensten Amateur-Theatervereinen in der Umgebung von Zürich und ist Mitbegründer und Mitglied des Kollektivs 3700°. 2019 beendete er an der Zürcher Hochschule der Künste den Bachelor of Arts in Theater, Praxisfeld Regie. Zurzeit erweitert und schärft er seine künstlerische Position im Master of Arts an der Zürcher Hochschule der Künste, ebenfalls im Praxisfeld Regie.


AU S S ER D EM

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Theatertanz­ schule und Theaterkurse

MIT­ MACHEN

Genug vom Stubenhocken, von virtuellen Kontakten und digitaler Freizeitgestaltung? Kribbelt es dich in den Zehen und kannst du kaum mehr stillsitzen? Du willst raus, unter die Leute, dich zeigen und andere sehen. In unseren Theater- und Tanzkursen steht die Freude am gemeinsamen Ausprobieren und Tun im Vordergrund – live und vor Ort. Bei den ersten Versuchen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, spielen alle eine wichtige Rolle! Die Theatertanzschule bietet für jedes Alter und Niveau wöchentliche Kurse an. Das Besondere ist der direkte Bezug zum Theater St.Gallen: Viele Dozierende sind oder waren Mitglieder der Tanzkompanie, und die Schüler*innen zeigen einmal jährlich ihr Können auf einer Bühne des Theaters. 2021/2022 steht die Tanzproduktion SANDKoRN auf dem Programm. Bevorzugst du trotzdem die Publikumsperspektive und willst noch öfter ins Theater? – Dann übe dich im Schreiben von Theaterkritiken oder erkunde mit den Voyeur*innen die regionale Tanz- und Theaterlandschaft. Nach den Vorstellungen tauscht ihr euch kritisch über das Gesehene aus und trefft regelmässig Theaterprofis. Was auch immer dich interessiert: Hole jetzt Infos ein und melde dich an! (mf)

Theatertanzschule [4-104] Ballett, Breakdance, Contemporary, Fu­ sion, Hip-Hop, Jazz, Jazz Styles, Lyrical, Stretching, Workout, Tanztheater, Tanz & Spiel, Yoga. Schnupperlektion nach Vereinbarung

Theaterkurse für Kinder [8-12] jeweils ein Wochenende, Termine unter theatersg.ch/kids

Jugendtheaterclub I [13-15] 27. Oktober bis Mitte Dezember, Mittwoch­ nachmittag

Jugendtheaterclub II [16-20] Dezember bis Mai

Die Voyeur*innen [15-30] Zusammen ins Theater gehen und kritisch darüber diskutieren, Mittwoch­ abend, Einstieg jederzeit möglich

Junge Theaterkritiker*innen [16+] Premieren besuchen und schriftlich kriti­ sieren, Einstieg jederzeit möglich

Statisterie und Opernchor [18+]

Schultheater­ tage Ostschweiz

ANMEL­ DEN

Die achte Ausgabe der Schultheatertage Ostschweiz wartet mit einigen Neuerungen auf. Neben Klassen [3. bis 9. Schuljahr] aus den Kantonen AI, AR, TG und SG sind neu auch solche aus dem Glarnerland herzlich willkommen. Die 24 Klassen werden bei der Stückentwicklung während 10 Lektionen von Theaterschaffenden begleitet. Diese und die Lehrpersonen starten im Januar neu mit einem gemeinsamen Einführungsworkshop in das Projekt. Und neu werden die 24 Theaterstücke, diesmal zum Thema PLAN C, erst im Mai uraufgeführt. Wie bisher ist jede Klasse an einem Tag im Theater, zeigt ihr Stück drei anderen Klassen und kommt mit ihnen und Theaterfachleuten in den Austausch. Auch die achten Schultheatertage sind ein Kooperationsprojekt von Theater St.Gallen, Theater Bilitz und der Pädagogischen Hochschule St.Gallen – Kulturvermittlung, die auch 2022 Augen, Mund und Ohren öffnen und mitten ins Herz gehen soll! (mf)

Veranstaltungstage 2022 12./13. Mai, Theaterhaus Thurgau Weinfelden 19./20. Mai, Stuhlfabrik Herisau 23./24. Mai, Fabrigglil Buchs Infos und Anmeldung kklick.ch

Den Probenprozess miterleben und mit Profis auf der Bühne stehen, Einstieg nach Absprache

Infos und Anmeldung Gina Besio, g.besio@theatersg.ch 071 242 05 25 theatersg.ch > Mitmachen

Dabei sein auf der Bühne: Angebote für verschiedene Altersklassen machen es möglich.

Schultheatertage Ostschweiz 2021 in der Lokremise.


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AU S S ER D EM

Adieu und Danke nach 38 Jahren

EDITH REDING

Keine Theaterbesucherin zwischen Bodensee und Säntis, die ihre Stimme nicht kennt, kein Konzertbesucher, dem ihr Gesicht nicht vertraut ist: Edith Reding hat während 38 Jahren die Auftritte des Theaters St.Gallen mitgeprägt – nicht von der Bühne herab, sondern hinter dem Glas der Billettkasse. 1982 ist sie beim damaligen Stadttheater eingestiegen, 1987 bis 2019 war sie Leiterin der Billettkasse, in den letzten beiden Spielzeiten blieb sie als Stellvertreterin mit einem 50-Prozent-Pensum weiter im Einsatz. Nun muss das St.Galler Theater- und Konzertpublikum, müssen Sie ohne sie auskommen. Und wir haben eine liebe Kollegin weiterziehen lassen müssen. Edith Reding ist auf das Ende der letzten Spielzeit in den Ruhestand getreten. Wo Menschen aufeinandertreffen Als oberste Kassenfrau kann es Edith Reding selbstverständlich mit Zahlen. Aber diese waren ihr nicht Hauptmotivation bei der Arbeit. Das belegt auch die Episode, die sie gerne erzählt: Als sie 1986 nach den ersten vier Jahren Theater bei einem Naturarzt anheuerte (weil sie fand, sie müsse ja nicht das Leben lang beim Theater bleiben), da zog sie schon vor dem Ende der Probezeit die Reissleine. Der Chef habe am Morgen stets als Erstes nach dem Kassenstand gefragt, das Geld habe ihn mehr interessiert als die Menschen. Das ertrug Edith Reding nicht. Ihr ging es um die Kontakte, um die Anliegen der Menschen, sie fühlt sich wohl an Schnittstellen, wo Menschen aufeinandertreffen. Geäussert hat sich diese Vorliebe schon früh: Ihr ganzes Berufsleben drehte sich um Veranstaltungsangebote und die Betreuung von Kunden an Publikumsanlässen. Bevor sie 1982 zum Stadttheater kam, arbeitete sie vier Jahre auf der Geschäftsstelle des Tennisclubs Wittenbach. Ihre KV-Lehre hatte sie in Sursee absolviert in einem Unternehmen, zu dem eine Konzertagentur, eine Tanzschule und eine Diskothek gehörten, später arbeitete sie in Zürich bei Jürg Marquards Magazin Pop. Nach dem Intermezzo beim Naturarzt war kurzzeitig das Sekretariat der Migros Klubschule ihre Wirkungsstätte. Anfang 1987 klopfte das Stadttheater mit einem Angebot an: Edith sollte die Umstellung des Kassawesens auf Computer realisieren und später von der altershalber ausscheidenden Rosmarie Stöckli die Leitung der Billettkasse übernehmen. So sass sie am 15. April 1987, auf den Tag genau ein Jahr nach

ihrem Austritt, wieder an der Theaterkasse. Es wurde eine anspruchsvolle Zeit, aber sie habe dabei vieles gelernt, sagt sie heute. Eine eigentliche IT-Abteilung gab es noch nicht, sie musste alles selber ausprobieren. Ein zweites grosses Projekt war die Lancierung der St.Galler Festspiele. Nicht nur künstlerisch war das Neuland, sondern auch technisch. Es gab am Anfang keine Verknüpfungen, bei Absagen mussten sämtliche Umbuchungen manuell erledigt werden. Ausstieg in Raten Die Umstellung auf den Computer hat auch die Menschen verändert. Im Zeitalter der schnellen Klicks hätten viele Leute weniger Zeit und Geduld als früher, findet Edith Reding. Anderseits schätzen trotz Online-Möglichkeiten viele Besucherinnen und Besucher nach wie vor den direkten Kontakt am Schalter oder am Telefon. Um zu buchen, aber auch um zu reden. Vor zwei Jahren hat Edith Reding die Leitung der Kasse an Katja Garofalo abgegeben und mit einem reduzierten Pensum weitergearbeitet. «Der abgestufte Ausstieg war gut für mich, auch wenn diese Zeit wegen Corona anders war, als ich es erwartet habe», sagt Edith Reding. Nun freut sie sich auf mehr Zeit für die Natur, für das Wandern und den Garten, vor allem aber auch für ihre geistig beeinträchtigte Schwester und den 93-jährigen Vater. Sie hat sich das GA erster Klasse gekauft, wird wieder häufiger in ihrer Heimat im Luzernischen sein, aber auch in unbekannten Ecken der Schweiz. Alles Gute, liebe Edith. Und danke für alles. (bh)

Edith Reding

Genesen, geimpft, getestet

KULTUR­ BETRIEB

Für einen sicheren und unbeschwerten Theater- und Konzertbesuch haben wir ein Schutzkonzept für Sie erarbeitet, das sich an den Beschlüssen des BAG und der kantonalen Behörden orientiert und laufend geprüft und angepasst wird. Mit Einführung der 3G-Regel können wir die Sicherheit des Publikums bestmöglich gewährleisten und gleichzeitig einen grossen Schritt in Richtung Normalität des Kulturbetriebs gehen. Es entfallen damit die Kapazitätsbeschränkungen in den Theaterräumen und in der Tonhalle. Wir bitten Sie, bei Ihrem Konzert- und Theaterbesuch folgendes zu beachten: Einlass Der Einlass in unsere Veranstaltungsgebäude (UM!BAU, Tonhalle, Lokremise) ist für Personen ab 16 Jahren nur mit Vorzeigen eines gültigen Covid-19-Zertifikats (genesen/geimpft/getestet) in Papierform oder auf der Covid Cert App möglich. Zur Identifikation muss zudem ein amtlicher Ausweis (ID, Pass, Führerausweis) vorgezeigt werden. Die Türöffnung erfolgt im UM!BAU und in der Tonhalle 45 Minuten vor Beginn der Veranstaltungen, in der Lokremise 15 Minuten vor Beginn der Vorstellungen. Bitte erscheinen Sie rechtzeitig, um Warteschlangen aufgrund der erhöhten Kontrollmassnahmen zu vermeiden. Besucher*innen mit Krankheitssymptomen bitten wir vom Besuch einer Veranstaltung abzusehen.

Schutzmasken Grundsätzlich gilt keine Maskenpflicht in unseren Räumlichkeiten. Wir empfehlen aber nach wie vor, eine solche zu tragen. Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren müssen eine FFP2-Maske tragen, wenn sie über kein Covid-Zertifikat verfügen. In der Lokremise gilt ausserhalb unserer Veranstaltungssäle weiterhin eine Maskenpflicht. Ticketkauf Wir empfehlen, Tickets online zu beziehen, zur Unterstützung des Onlinekaufes verzichten wir bis auf Weiteres auf die Servicegebühr von CHF 5.–. Beim Ticketkauf an der Billettkasse bitten wir, aus Hygienegründen mit Karte zu bezahlen. Testen im Arzthaus Für eine unkomplizierte Abwicklung von Tests arbeiten wir wie schon bei den St.Galler Festspielen mit dem Arzthaus St.Gallen zusammen. Es befindet sich beim Spisertor an der Zeughausgasse 22, also in unmittelbarer Nähe zum Theater und zur Tonhalle. Über arzthausonline.ch oder Telefon 071 221 10 00 können Sie einen Termin buchen. Bitte erwähnen Sie dabei, dass Sie für einen Besuch im Theater St.Gallen oder in der Tonhalle zum Testen kommen. Grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit von spontanen Tests (Öffnungszeiten des Arzthauses: Mo–Fr 7–20 Uhr, Sa 9–18 Uhr); wir empfehlen jedoch, sich anzumelden.


DANK

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Produktionsunterstützungen

DANKE Breaking the Waves

Julia und Romeo

She/He/We

Jutta Marxer Stiftung

Auftakt

Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Radikal allein

Zwei Monster

Jutta Marxer Stiftung

Brunch-Konzert

Felix Klieser Trio

Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Jutta Marxer Stiftung

Mit grosszügiger Unterstützung von

I M P RE S S U M

Redaktion Beda Hanimann (bh) Texte Jan Henric Bogen (jhb) Armin Breidenbach (ab) Caroline Damaschke (cd) Mario Franchi (mf) Franziska Frey (ff) Anja Horst (ah) Susi Reinhardt (sr) Christina Schmidl (cs) Stefan Späti (sts) Fotos Seite 1: Jos Schmid Seite 2: Filip van Roe Seiten 4/5: Jos Schmid Seite 8: Modestas Ezerskis Seite 9: Julia Wesely Seite 10: Tanja Dorendorf, T+T Fotografie Seite 11: Marc Bregenzer Seite 12: Susi Reinhardt Seite 13: Tine Edel Illustration Seite 1: Chantal Maag Konzept Chantal Maag Produktion Ostschweiz Druck AG, 9300 Wittenbach

Auflage 6000 Stück / 29. Jahrgang ISSN 2673-5989 (Print) ISSN 2673-5997 (online) Bitte richten Sie Ihre Adress­ änderungen an info@theatersg.ch oder 071 242 05 05 Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse@theatersg.ch / 071 242 06 06

© UBS 2020. Alle Rechte vorbehalten.

Herausgeber Theater St.Gallen  Sinfonie­orchester St.Gallen

Billettkasse Montag - Freitag 10-19 Uhr Samstag 10-14 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Vorverkauf am VBSG-Schalter im Rathaus St. Gallen, Montag bis Freitag 8–18.30 Uhr

Hotline Ticketportal 0900 325 325 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz) Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210.

Meisterklasse Wir sind dabei, wenn die Kultur unser Leben bereichert. Auch bei Konzert und Theater St. Gallen. Geniessen Sie mit uns unvergessliche Momente.

UBS Switzerland AG St. Leonhardstrasse 33 9000 St. Gallen ubs.com/schweiz

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VE RA N S TA LTU N G S K A L E N D E R

SPIELPLAN September

Sa 11

Neustart-Festival 11 – 22.45 Uhr, UM!BAU, Tonhalle, LOK

So 12 Matinee: HotSpotOst – Sankt Irgendwo im Nirgendwo Einführung in das Schauspielprojekt mit Texten von Brigitte Schmid-Gugler nach einer Idee von Rolf Bossart 11 Uhr, LOK, Eintritt frei | Zählkarten erforderlich Mi 15 URAUFFÜHRUNG HotSpotOst - Sankt Irgendwo im Nirgendwo Schauspielprojekt mit Texten von Brigitte Schmid-Gugler nach einer Idee von Rolf Bossart 20 Uhr, LOK Sa 18 PREMIERE Breaking the Waves Oper von Missy Mazzoli und Royce Vavrek 19 Uhr, UM!BAU So 19 Matinee: Julia und Romeo Einführung in das Schauspiel von William Shakespeare in einer Fassung von Mirja Biel 11 Uhr, LOK, Eintritt frei | Zählkarten erforderlich Di 21

HotSpotOst – Sankt Irgendwo im Nirgendwo Schauspielprojekt mit Texten von Brigitte Schmid-Gugler nach einer Idee von Rolf Bossart 20 Uhr, LOK

Do 23 KONZERT Auftakt Midsummer Song | 1. Tonhallekonzert 19.30 Uhr, Tonhalle Fr 24 KONZERT Auftakt Midsummer Song | 1. Tonhallekonzert 19.30 Uhr, Tonhalle

HotSpotOst – Sankt Irgendwo im Nirgendwo Schauspielprojekt mit Texten von Brigitte Schmid-Gugler nach einer Idee von Rolf Bossart 20 Uhr, LOK

Oktober

Sa 25 PREMIERE Julia und Romeo Schauspiel von William Shakespeare in einer Fassung von Mirja Biel 19 Uhr, UM!BAU So 26 KONZERT West Side meets East Side Brunch-Konzert 11 Uhr, UM!BAU-Foyer (Brunch ab 10 Uhr)

Breaking the Waves Oper von Missy Mazzoli und Royce Vavrek 19 Uhr, UM!BAU

Di 28 Öffentliche Probe: SHE/HE/WE Tanzstück von Alba Castillo, Giovanni Insaudo und Muhammed Kaltuk 18 Uhr, LOK, Eintritt frei | Zählkarten erforderlich Mi 29 Breaking the Waves Oper von Missy Mazzoli und Royce Vavrek 19.30 Uhr, UM!BAU Do 30 Nachtzug Schauspiel – Nachtgestalten 21 Uhr, LOK

Fr 01 Julia und Romeo Schauspiel von William Shakespeare in einer Fassung von Mirja Biel 19.30 Uhr, UM!BAU

KONZERT Felix Klieser Trio Horntrios | 1. Meisterzyklus-Konzert 19.30 Uhr, Tonhalle

Sa 02 Radikal allein Monologreihe #1 Gun Love 20 Uhr, Kunstmuseum So 03 Julia und Romeo  Schauspiel von William Shakespeare in einer Fassung von Mirja Biel 14 Uhr, UM!BAU Mi 06 WIEDERAUFNAHME Zwei Monster Kinderstück von Gertrud Pigor [4+] 14 - 15 Uhr, LOK Do 07 Radikal allein Monologreihe #2 Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich 20 Uhr, Kunstmuseum Sa 09 Matinee: SHE/HE/WE Einführung in das Tanzstück von Alba Castillo, Giovanni Insaudo und Muhammed Kaltuk 12 Uhr, LOK, Eintritt frei | Zählkarten erforderlich

Radikal allein Monologreihe #1 Gun Love 20 Uhr, Kunstmuseum

So 10 Matinee: Die Zauberflöte Einführung in die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart 11 Uhr, UM!BAU-Foyer, Eintritt frei | Zählkarten erforderlich Do 14 Radikal allein Monologreihe #2 Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich 20 Uhr, Kunstmuseum Sa 16 Radikal allein Monologreihe #1 Gun Love 20 Uhr, Kunstmuseum

ss für de n Bit te be ac hte n Sie, da ng en , hru ffü Au rer Be su ch un se n ein Co vid -19 Ko nz ert e un d Ma tin ee ist . Ze rti fik at erf ord erl ich

Mi 20 Zwei Monster Kinderstück von Gertrud Pigor [4+] 14 - 15 Uhr, LOK

URAUFFÜHRUNG She/He/We Tanzstück von Alba Castillo, Giovanni Insaudo und Muhammed Kaltuk 20 Uhr, LOK

Profile for Konzert und Theater St.Gallen

UM!SCHAU September 2021  

Monatszeitung von Konzert und Theater St.Gallen

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