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Juni 2021

Vorwort

Wir stehen am Ende einer Saison, die Dramatik pur geboten hat. Nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt haben, denn die dramatischen Wendungen spielten sich immer wieder auch jenseits der Bühne ab: Auf einen zuversichtlichen Start folgte die erste und einzige Vorstellung vor vollen Rängen im UM!BAU. Beschränkung der Besucherzahl, Programmänderungen, erneute Schliessung der Theater und Konzerthäuser, Ausweg über Streams und andere Onlineformate, Rückkehr zu Vorstellungen vor einem Mini-Publikum. Nun, zum Abschluss der Saison, stehen

die Zeichen wieder auf Zuversicht. Ende Mai hat der Bundesrat weitgehende Lockerungen beschlossen, die unsere letzten Vorstellungen und Konzerte wieder einem grösseren Publikum zugänglich machen. Und die Vorbereitungen für die 16. St. Galler Festspiele laufen auf Hochtouren. Das ist der Moment, nach innen und aussen Dank auszusprechen. Die Mitglieder von Konzert und Theater St.Gallen haben eine herausfordernde, Flexibilität abverlangende Zeit mit beeindruckendem Engagement gemeistert. Sie, unsere treuen Gäste, haben Programmänderungen und Absagen mit grossem Verständnis hingenommen. Abonnentinnen und Abonnenten haben uns mit dem Verzicht auf eine Rückerstattung der Abokosten ideell und materiell unterstützt. Und unsere Sponsoren und Gönner haben uns auch in dieser schwierigen Zeit den Rücken gestärkt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Ende der Saison ist auch der Moment, um Abschied zu nehmen. Nach 13 bereichernden und fruchtbaren Jahren verlässt uns Peter Heilker, der nicht nur Operndirektor

war, sondern auch inspirierender Freund und begeisternder Vermittler. Ihm verdanken wir das Wiedersehen mit zahlreichen Opernklassikern, vor allem aber auch die Entdeckung von Opernraritäten, die ihm ein Herzensanliegen waren – wie nun zum Abschluss die Festspieloper Notre Dame von Franz Schmidt. Danke für alles, lieber Peter, und jetzt schon ein grosses Toitoitoi für den Start am Theater an der Wien. In dieser letzten UM!SCHAU der Saison blicken wir zurück auf die Musiktheater-Ära unter Peter Heilker, wir schauen voraus auf die kommenden 16. St.Galler Festspiele, und wir präsentieren Ihnen eine Übersicht über das, was Sie in der kommenden Spielzeit im UM!BAU, in der Lokremise und in der Tonhalle erwartet. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind.

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Anna Gabler: Unsere Esmeralda im Gespräch

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Der Notre-DameKomponist Franz Schmidt

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Gotik trifft Barock

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Wie der Orchestersound auf den Klosterhof kommt

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Die Stiftskirche mit allen Sinnen erforschen

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Kathedralenmusik

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Peter Heilker zum Abschied

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Die neue Spielzeit

Werner Signer Geschäftsführender Direktor

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Herzlichen Dank!

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Veranstaltungskalender


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NOTRE DAME

«Man muss seine eigene Geschichte und Idee entwickeln.» Die Sopranistin Anna Gabler kehrt als Esmeralda in der Festspieloper Notre Dame nach St.Gallen zurück. Wir haben uns mit der Künstlerin über ihre Karriere, Franz Schmidts Opernerstling und das Frauenbild in der Oper unterhalten.

Sie haben in St.Gallen 2013 als Senta in Richard Wagners Oper Der fliegende Holländer debütiert, international sind sie mit Wagner-Partien wie Gutrune (Götterdämmerung), Freia (Das Rheingold), Ortlinde (Die Walküre), Elsa (Lohengrin) und Eva (Die Meistersinger von Nürnberg) an der Bayerischen Staatsoper in München, den Bayreuther und Salzburger Festspielen, der Wiener Staatsoper sowie beim Glyndebourne Festival und an der Pariser Oper tätig. Ausserdem gehören einige grosse Partien von Richard Strauss zu Ihrem Repertoire, so die Titelpartien von Salome und Arabella, die Gräfin (Capriccio) und Chrysothemis (Elektra). Eine gebürtige Münchnerin im deutschen Repertoire – hat sich das quasi zwangsläufig so ergeben? Meine Mutter war in Karl Richters Münchener Bach-Chor; ich bin mit Barock- und Renaissancemusik aufgewachsen. Mit zwölf habe ich mich gegen Klavierspielen entschieden und wollte lieber singen, und so begann meine Gesangsausbildung. Nach dem Studium kam ich ins Opernstudio der Bayerischen Staatsoper; dabei war ich eigentlich Bach- und Händelfan und hatte auch dieses barocke Klangideal der geraden Stimme. Wagner interessierte mich zunächst gar nicht, und meine Mutter hatte auch Vorbehalte, weil seine Musik so missbraucht worden war. Bei meinem ersten Festengagement an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf war ich dann aber für das deutsche Fach engagiert:

Anna Gabler

Meine erste Rolle war Freia, bald darauf Gutrune. Wagner hat meine Stimme verändert und geöffnet. Ich war dann relativ früh in Bayreuth, und so kommt man in dieses Fach. Aber ich singe nach wie vor auch gerne anderes, Johann Strauss oder Mozart etwa, und finde es interessant, wie sich die Stimme entwickelt und reift. Das ist heute oft ein Problem, dass man jungen Künstlern nicht die Zeit gibt, sich zu entwickeln. Als Muttersprachlerin habe ich im deutschen Fach natürlich einen Vorteil, ich möchte aber auch mehr italienisches und tschechisches Repertoire singen. Inwieweit lässt sich eine Repertoireentwicklung überhaupt planen, und wie entscheiden Sie, ob Sie eine neue Partie annehmen wollen? Es gibt bestimmte Nischen, für die mich Leute gerne engagieren, und ich habe eine Agentur. Manches ist steinig, manches fügt sich, und so bin ich ins deutsche Fach gewachsen. Als Peter Heilker mir die Partie der Esmeralda angeboten hat, habe ich mir zunächst die Noten und den Roman von Victor Hugo besorgt. Ob man etwas singen kann, sieht man am Notenbild. Ich hatte auch eine ältere Aufnahme, aber die habe ich schnell weggelegt, weil es gar nicht mein Stil war. Die Musik von Franz Schmidt ist recht sperrig, gerade weil sie für die Gesangsstimmen simplifiziert ist, mehr instrumental gedacht. Ich habe dann den Zugang über den Roman gefunden, den ich als Hörbuch habe. Was die Partie

selbst betrifft, so lerne ich teils allein mit Noten und Klavier, teils mit einem Korrepetitor. Im Lockdown war es von grossem Vorteil, dass mir ein Korrepetitor die Begleitung und die anderen Stimmen eingespielt hat, sodass ich niemanden treffen musste. Im jugendlich-dramatischen Fach sind die Figuren, die Sie gestalten müssen, regelmässig sehr stark durch das Frauenbild der Entstehungszeit und der Autoren geprägt. Frauen leiden und opfern sich auf, sie sind Heilige oder Hure – wenn nicht sogar, wie im Falle von Notre Dame, die Handlung so konstruiert ist, dass Esmeralda Heilige und Hure zugleich ist. Wie gehen Sie damit um? Auch zum Leiden gehört eine gewisse Stärke; für mich lässt sich die Hingabe durchaus mit einem modernen Frauenbild vereinbaren. Dies bedeutet immer Extraarbeit, aber es lohnt sich, weil man dadurch viel mehr Aspekte beleuchten kann, als offensichtlich sind. Eine Figur wie Elsa in Wagners Lohengrin muss man vom Weltbild ihres Autors befreien: Elsa ist für mich eine starke Frau. Ihre Frage, wer er sei, ist ein Akt der Emanzipation und nicht einfach weibliche Neugier. Auch Senta im Fliegenden Holländer ist eine sehr proaktive Figur. Man kann ihre Mission infrage stellen, muss es aber nicht. Mit Esmeralda in Notre Dame war ich zunächst auf dem Holzweg: Im Roman ist sie wirklich sehr rein und sehr naiv. Das soll sie bei uns in der Oper nicht sein. Esmeralda ist Projektionsfigur der Männer im Stück und der Männer, die den Roman und die Oper geschrieben haben. Man muss da seine eigene Geschichte und Idee entwickeln, und das macht Regisseur Carlos Wagner mit uns. Es ist sehr hilfreich, dass wir den Text der Oper jetzt zu Beginn der Probenzeit erst einmal durchlesen. Man muss an diesem Text wirklich arbeiten, weil er auch nicht immer sehr klar ist. Und so entwickeln wir eine etwas autarkere Figur. Im Rollenverzeichnis der Oper wird Esmeralda als Zigeunermädchen bezeichnet – wir

nehmen das ernst, dass sie zu einer ausgegrenzten Minderheit gehört. Das Opernlibretto und seine Handlung sind nicht nur sehr viel kürzer und einfacher, sondern in vielem auch bewusst anders als der Roman. Im Roman sind Quasimodo und Esmeralda als Kinder vertauscht worden, Gringoire und Phoebus verschwinden nicht einfach aus der Handlung, sondern lassen Esmeralda mehr oder weniger im Stich. Im Roman ersticht der Archidiaconus seinen Nebenbuhler Phoebus, in der Oper tut Gringoire dies – vermutlich wäre das Stück mit einem aus Eifersucht einen Offizier erdolchenden Priester nicht hofopernfähig gewesen. Spielt der Roman für die Erarbeitung der Partie eine Rolle? Das ist bei uns hier in St.Gallen ganz unterschiedlich. Normalerweise lese ich keine Sekundärliteratur oder Vorlagen, aber in diesem Fall schien es mir eine Herangehensweise zu sein. Der Regisseur hat es anders gemacht und den Roman bewusst nicht gelesen, um unvoreingenommener zu sein. Über das Buch zu gehen ist vielleicht ein Umweg, weil in der Oper vieles anders ist, aber diese Beschäftigung lohnt sich für mich. Im Roman wird beispielsweise deutlicher als im Libretto, dass Esmeralda sich auch bewusst für den Tod entscheidet und das unmoralische Angebot des Archidiaconus ablehnt. Das Buch ist allerdings sehr konstruiert und enthält sehr viele Details. Und viele Klischees: Alle Männer sind Prototypen. Quasimodo ist der einzige Menschliche, aber das ist natürlich auch ein Klischee. In der Oper, wo Musik hinzukommt und die Strukturen einfacher sein müssen, funktionieren solche Typen sehr gut. Die Oper ist allerdings schwer zugänglich, vielleicht weil wir sie und ihren Komponisten nicht so gewohnt sind wie beispielweise Wagner. Und es ist ein Erstlingswerk. Dass es weder feste Aufführungskonvention noch eine Liste etablierter Regie­ theateransätze gibt, kann vielleicht auch befreiend sein? Ich mag es sehr, solche Figuren zu entdecken, bei denen ich nicht durch bestehende Vorstellungen und Interpre-


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FESTSPIEL Franz Schmidt OPER

tationen gehemmt bin, und dann auf den Proben Menschen zu entwickeln. So war es auch mit der Partie der Carlotta in Die Gezeichneten von Franz Schreker. Hier kommt hinzu, dass Handlung und Figuren bei Franz Schmidt weniger ausgefeilt sind als beispielsweise bei einem Hugo von Hofmannsthal, wodurch man sehr viel Freiheit hat. An manchen Stellen wirkt der Text zunächst etwas verschwurbelt, aber man kann etwas daraus machen. Haben Sie schon einmal eine Open-AirProduktion gemacht? Letzten Sommer habe ich Der fliegende Holländer bei den Weinviertler Festspielen in Mikulov/Tschechien gemacht. Ich bin auch schon in einem Zirkuszelt aufgetreten und bei Open-Air-Konzerten. Die Distanz zum Publikum ist auf dem Klosterhof gar nicht so riesig, aber mit Mikroport zu singen und den Dirigenten nur über Monitore zu sehen, ist eine Herausforderung. Ich schätze normalerweise den direkten Kontakt zum Dirigenten, aber wir haben hier viele Bühnenproben und können alles ausprobieren. Zu Ihrem Beruf als freiberufliche Sängerin gehört, dass Sie viel reisen und selten zu Hause sind. Ich bin eigentlich kein Reisetyp und gerne daheim und versuche immer, mich da, wo ich bin, zu Hause zu fühlen. Ich habe immer ein paar Sachen dabei, um mich wohlzufühlen: eine Wärmflasche, eine bestimmte Decke und aktuell sogar eine Kaffeemühle und ein Faltfahrrad, mit dem ich zur Probenbühne fahre. Ich fühle mich immer dort wohl, wo ich die Landessprache spreche, aber Tokio hat mich auch sehr fasziniert. Wenn man länger und häufiger in einer Stadt ist und dort arbeitet, lernt man sehr schön das Lebensgefühl der Menschen und den Rhythmus der Stadt kennen. Immerhin kann ich jetzt auf Japanisch nach Messer und Gabel fragen. Und an meinem ersten Tag wieder in St.Gallen habe ich mir natürlich eine OLMA-Bratwurst gekauft. Ohne Senf.

Notre Dame Oper von Franz Schmidt Premiere Freitag, 25. Juni 2021 21 Uhr, Klosterhof Leitung Musikalische Leitung: Michael Balke Inszenierung: Carlos Wagner Bühne: Rifail Ajdarpasic Kostüm: Christophe Ouvrard Licht: Guido Petzold Ton: Benjamin Schultz, Stephan Linde Choreografie: Alberto Franceschini Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Marius Bolten Besetzung Esmeralda: Anna Gabler / Sofija Petrovic Der Archidiaconus: Simon Neal /  Jens Søndergaard Quasimodus: David Steffens /  Sam Taskinen Phoebus: Clay Hilley / Roman Payer Gringoire: Cameron Becker /  Nik Kevin Koch Ein Offizier: Shea Owens / David Maze Chor des Theaters St.Gallen Opernchor St.Gallen Prager Philharmonischer Chor Tanzkompanie des Theaters St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Weitere Vorstellungen Sa 26. Juni 2021, 21 Uhr Di 29. Juni 2021, 21 Uhr Fr 2. Juli 2021, 21Uhr Sa 3. Juli 2021, 21 Uhr Mi 7. Juli 2021, 21 Uhr Fr 9. Juli 2021, 21 Uhr

Beim Titel Notre Dame denkt wohl jeder an die Schauergeschichte vom buckligen Glöckner von Notre Dame, bekannt aus Film und Musical. Tatsächlich ist Quasimodo (benannt nach dem Sonntag im Kirchenjahr, an dem sein Ziehvater, der Archidiaconus von Notre Dame, ihn fand) nur einer der Protagonisten in Victor Hugos 1831 erschienenem Roman Notre-Dame de Paris. 1482. Das eigentliche Zentrum des Romans ist die titelgebende Kathedrale, die von Hugo ausführlich und emphatisch beschrieben wird. In ihr, auf ihr und vor ihr spielen viele wichtige Szenen des Romans, wobei das fiktive Porträt der Stadt Paris im Spätmittelalter (nämlich im Jahr 1482) ebenso viel Gewicht hat wie die Handlung. Franz Schmidt und sein Co-Librettist Leopold Wilk haben die Handlung verdichtet und eigene Akzente gesetzt. Im Zentrum von Libretto und Musik steht Esmeralda. Das Esmeralda-Motiv ist das musikalische Hauptthema der Oper und dominiert auch das berühmte Zwischenspiel aus dem ersten Akt, Franz Schmidts populärste Komposition überhaupt. Die unschuldig-verspielte, gutherzige Tänzerin übt auf alle vier männlichen Akteure einen unwiderstehlichen Reiz aus, was für fast alle zu einem tragischen Ende führt: Der Philosoph Gringoire, mit dem Esmeralda aus Dankbarkeit eine – nicht vollzogene – Ehe eingegangen war, erdolcht aus Eifersucht den Hauptmann Phoebus, in den sie sich verliebt hat, und ertrinkt dann in der Seine. Der Archidiaconus, der sie nicht bekommen kann, lässt sie als Hexe hinrichten, um seine Versuchung zu beseitigen, und wird dafür von Quasimodo, der ebenfalls zärtliche Gefühle für Esmeralda hegt, von der Plattform zwischen den Türmen der Kathedrale gestürzt.

In Charakteren und Psychologie spiegelt sich die Entstehungszeit, gut 70 Jahre nach Erscheinen des Romans. So ist Schmidts Esmeralda als unschuldige Schwester des Kindsweibs Lulu bezeichnet worden, das Frank Wedekind kurz zuvor in seinen Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora erschaffen hatte. Der Komponist Franz Schmidt, 1874 im damals ungarischen Pressburg geboren, hatte am Wiener Konservatorium Komposition und Violoncello studiert und war von 1896 bis 1914 Cellist im Hofopernorchester (und bis 1911 Mitglied der Wiener Philharmoniker). Sein Opernerstling Notre Dame entstand um 1904, das erwähnte Zwischenspiel wurde jedoch bereits 1903 uraufgeführt. Schmidts spätromantische Musik ist symphonisch geprägt und verwendet Formen der Instrumentalmusik, so beispielsweise die Sonatensatz-Form für die erste Szene der Oper. Er orientierte sich an so unterschiedlichen Vorgängern wie Johannes Brahms und Anton Bruckner und gilt als einer der letzten Vertreter des sogenannten Style hongrois. Hofoperndirektor Gustav Mahler erkannte zwar Schmidts Fähigkeiten, nahm die Oper aber nicht zur Aufführung an der Hofoper an. Erst Hans Gregor, Hofoperndirektor von 1911 bis 1918, der das Werk bereits an der Berliner Komischen Oper hatte uraufführen wollen, setzte schliesslich die Uraufführung in der Wiener Hofoper am 1. April 1914 an. Die Kritiken waren geteilt, das Publikum war begeistert. (mb)

Interview: Marius Bolten Franz Schmidt als Cellist nach einer Radierung von Anton Karlinsky (Wien Museum)


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DAS BÜHNEN BILD

Gotik trifft Barock Eine den berühmten Fenstern der Pariser Notre-Dame nachgebaute Rosette ist das zentrale Element auf der Bühne der Festspieloper. Dafür brauchte es aber einen Geistesblitz des Regisseurs und des Bühnenbildners – sowie vier Tonnen Holz und mehrere Tausend Schrauben.

Gotische Fensterrosette vor barocker Fassade: Aufbauarbeiten für das Bühnenbild Anfang Juni.

Der Stiftsbezirk St.Gallen mit der doppel­türmigen Fassade der Kathedrale ist einer der eindrücklichsten barocken Kraftorte der Schweiz. Nun aber weht für einige Wochen ein Hauch Gotik durch den Klosterhof. Denn das zentrale Bühnenbildelement der Festspieloper ist die berühm­te Westrosette der Notre-Dame in Paris, die um 1260 entstanden ist und die schöpferische Ordnung verkörpert. Gotik und Barock, das

geht für Regisseur Carlos Wagner und seinen Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic durchaus miteinander – mehr noch, es wird sogar zur Botschaft. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, als Victor Hugo den der Oper zugrunde liegenden Roman Notre-Dame de Paris schrieb, habe der gotische Baustil als veraltet und verpönt gegolten, erklärte Carlos Wagner bei der Vorstellung seines Konzepts zum Probenstart von

Notre Dame. In Frankreich sei sogar erwogen worden, gotische Bauwerke niederzureissen und an ihrer Stelle Neubauten zu errichten. Victor Hugo aber habe sich dagegen gewehrt und das Bewusstsein für die Vergangenheit stärken wollen. «Wir fanden daher», sagte Carlos Wagner im Gespräch mit dem Opernglas, «dass es eine gute Idee wäre, vor der barocken Kathedrale ein gotisches Element zu platzieren, um

damit auf die Geschichte zu verweisen. Kirchen haben in ihrer Bauweise durch die Jahrhunderte oftmals verschiedene Stile vereint, bauten auf einem romanischen Fundament nachher ein gotisches Mittelstück auf und beheimateten am Ende barocke Altäre und Dekorationen.» Die barocke Kathedrale, der Stolz der St.Galler, als Schauplatz einer Oper über eine der berühmtesten Sakralbauten


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Von der Tonhalle zum Klosterplatz

FESTSPIEL SOUND Die Rosette wurde auf der Klosterhofwiese zusammengebaut und dann mit einem Kran auf die Bühne gehievt.

Erstmals werden das Sinfonieorchester St.Gallen und der Prager Philharmonische Chor in diesem Jahr von der Tonhalle auf den Klosterplatz übertragen. Doch wie gelingt es, den Ton über eine Distanz von einem Kilometer verzögerungsfrei auf den Klosterplatz zu bringen? Wir haben mit Andreas Baumann von der Tingo GmbH gesprochen, die uns seit vielen Jahren bei der Planung und Umsetzung der Tontechnik bei den St.Galler Festspielen unterstützt. Herr Baumann, wie genau funktioniert die Zusammenarbeit bei der Festspieloper? Wir erstellen aufgrund der jeweiligen Anzahl der Sänger*innen und Orchesterbesetzung einen tontechnischen Plan für die OpenairBühne. Unsere Aufgabe ist es, die technische Infrastruktur zu planen, aufzubauen und zu betreuen, sodass die Tonmeister vom Theater St. Gallen dem Publikum ein authentisches Hör- und Klangerlebnis bieten können.

Teile der Rosette aus Holz im Malsaal der Theaterwerkstätten.

der Welt, das war für Carlos Wagner anfänglich «praktisch ein unüberwindbares Hindernis», wie er im Opernglas-Interview gesteht. Als Erstes habe er deshalb zu seinem Bühnenbildner gesagt: «Wie lösen wir das?» Doch dann spielte den beiden die traurige Realität in die Hände, der verheerende Brand der Notre-Dame im April 2019. Für Carlos Wagner und Rifail Ajdarpasic setzte das Ereignis einen Prozess in Gang. «Wir haben uns Bilder der Trümmer von Notre-Dame mit dem teilweise eingestürzten Dach und anderer Kirchenruinen angeschaut und sind auf die Idee für unser Bühnenbild gekommen, die Fensterrose, ein zentrales Element gotischer Kirchen, für unsere Inszenierung zu verwenden, so als wäre sie herausgekracht und auf den Boden vor der St. Galler Kathedrale gestürzt. Auf diese Weise setzen wir ihr ein ebenso grosses, aus einem anderen Kontext stammendes Element gegenüber, das aber zahlreiche inhaltliche Querverweise zulässt.» In der Theaterrealität freilich ist die berühmte Fensterrosette weder herausgekracht noch punktgenau einfach so in den St.Galler Klosterhof gestürzt. Sondern sie musste von Grund auf neu geplant und zusammengebaut werden. Aus vier Tonnen Holz (für die äusseren Teile Sperrholz, für die inneren Fichtenholz in drei Schichten) wurden Bauteile für zwanzig äussere und zwanzig innere Segmente gefräst. Diese Elemente wurden auswärts gefertigt. Mitte April kamen sie in die Werkstätten des Theaters, wo sie in der Schreinerei zu einzelnen Segmenten zusammenge­f ügt

wurden. Dafür wurden Holzlatten von zusammengerechnet einem ganzen Kilometer Länge verwendet. Im Malsaal wurden die Teile gestrichen, sodass aus dem Holz optisch Sandstein wurde. Nach der Zwischenlagerung im TheaterLager in Wittenbach (im Malsaal musste Platz frei werden für weitere Elemente), kamen die Rosettenteile Anfang Juni auf den Klosterhof. Dort wurden sie auf dem Boden zusammengefügt, dann wurde die fertige Rosette aufgerichtet. Mehrere Tausend Schrauben halten sie zusammen, 17 Meter hoch ragt sie über den Bühnenboden in den St.Galler Himmel – ein Stück Gotik im Dialog mit der barocken Fassade der Kathedrale. (bh)

Unsere Hauptsponsoren:

Susanne und Martin Knechtli Kradolfer-Stiftung

Inwiefern beeinflussen das Material und die Form des Bühnenbildes die Installation der Tontechnik? Das Material des Bühnenbildes spielt keine grosse Rolle, die Bauten auf der Bühne sind aber entscheidend. Wir arbeiten mit einem zweischichtigen Tonsystem. Ein Lautsprechersystem ist für die Orchesterübertragung zuständig, dieses wird in der Regel im hinteren Bereich der Bühne installiert. Weil wir bei der Openair-Bühne keinen Orchestergraben haben, werden die Lautsprecher in der Regel im hinteren Bereich der Bühne positioniert. So wird das Orchester auf der Bühne und Zuschauertribüne aus den gleichen Lautsprechern hörbar. Das zweite Tonsystem ist für die Gesangsverstärkung der Solist*innen zuständig, es wird vorne in der Bühnenkante installiert. Wir arbeiten hier mit einem automatischen Ortungssystem. Es kommt auch noch eine dritte Ebene an Lautsprechern hinzu, diese sorgen für die virtuelle Akustik. In einem Opernhaus machen die verschiedenen Wand- und Reflexionsflächen den Raumklang aus. Auf dem Klosterhof fehlen diese. Die Wände vom Regierungsgebäude haben zwar auch eine gewisse akustische Eigenschaft, aber sie sind zu weit weg. Die bei der Tribüne installierten Lautsprecher geben stattdessen die Reflektionen zum Publikum zurück. In diesem Jahr war die Standortbestimmung des Systems für die Orchesterübertragung ein relativ langer Prozess. Worin lag die Herausforderung bei Notre Dame? Das grosse Rad, welches vorne auf der Bühne steht, war die Herausforderung. Ursprünglich hatten wir die Lautsprecher ganz hinten positioniert. So hätte die riesige Kirchenrosette aber die Lautsprecher

abgeschattet. Mit den Lautsprechern ist es genau gleich wie mit einem Scheinwerfer - wenn ich ihn sehe, höre ich ihn auch und wenn er verdeckt ist durch ein Objekt, dann ist auch die Schallwelle entsprechend abgeschattet. Folglich hätte man im mittleren Zuschauersektor zum Teil nur eine Seite der Lautsprecher gehört. Nun haben wir eine Lösung gefunden und sind mit der Position der Lautsprecher nach vorne gewandert. Nun spielt das Sinfonieorchester St.Gallen in diesem Jahr zum ersten Mal aus der Tonhalle, und auch der Prager Philharmonische Chor wird von dort auf den Klosterhof übertragen. Ist es ein grosser Unterschied für die Übertragung, wenn das Orchester einen Kilometer oder fünfzig Meter Fluglinie vom Klosterplatz entfernt ist? Nein, es ist identisch. Wir haben bis dato eine 300 Meter lange Glasfaserleitung gehabt von unserer Technikzentrale im Orchesterpavillon zum Klosterplatz und jetzt ist sie drei Kilometer lang. Der Ton ist aber nicht die einzige Verbindung, die wir haben. Und von dem her ist es schon eine technische Herausforderung. Wir haben zusätzlich noch die Kommunikation zwischen der Bühne und dem Dirigenten in der Tonhalle. Dann wird das Bild des Dirigenten auf der Bühne benötigt und der Dirigent muss wiederum sehen können, was auf der Bühne passiert. Und dann gibt es noch verschiedene Steuerbefehle via Lichtzeichen. Alle diese Signale müssen zusätzlich zu den rund 80 Mikrofonen über gerade mal vier einzelne Glasfasern übertragen werden. Wir können bei den Glasfaserleitungen auf 95 Prozent der Bestände der Stadt zurückgreifen. Vom Spelteriniplatz gibt es eine direkte Leitung zum Pfalzkeller, die Leitung von der Tonhalle zum Spelteriniplatz haben wir über die verfügbaren Standardinternetanschlüsse abdecken können. Vom Pfalzkeller bis zum Klosterhof wird jetzt noch eine Leitung installiert. Schlussendlich haben wir dann eine durchgehende Glasfaserleitung. Das finde ich so faszinierend daran, dass die Übertragung nicht über ein Signal läuft, welches noch verstärkt oder umgerechnet werden muss, sondern wir wirklich eine optische Verbindung von A nach B haben. Wir übertragen damit insgesamt 128 Audiokanäle, drei verschiedene Kommunikationsschnittstellen, die Lichtzeichen, das Dirigentenbild und zwei Bilder von der Openair-Bühne mit einer Technologie, die nahezu verzögerungsfrei ist. Interview: Susi Reinhardt


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ECHO

Erforschung der Stiftskirche mit allen Sinnen Bei den 16. St.Galler Festspielen ist die Tanzkompanie wieder mit einer Choreografie in der Stiftskirche zu erleben. Mit Echo kreiert Kinsun Chan zum ersten Mal ein Werk für diesen aussergewöhnlichen Raum. Der Schlagzeuger Fritz Hauser erhielt hierfür einen Kompositionsauftrag. Gemeinsam werden die beiden Künstler den Raum der Stiftskirche durch Klang und Tanz erforschen.

Du choreografierst zum ersten Mal in der Stiftskirche. Was reizt dich daran, in diesem für ein Tanzstück aussergewöhnlichen Raum zu choreografieren? Dass man es darf! Es ist ein wunderschöner Raum, der eine lange Geschichte hat. Der Stiftsbezirk ist in die Liste der Weltkulturgüter als UNESCO-Welterbe aufgenommen worden, und es ist ein Privileg, hier ein Werk zu kreieren. In deiner ersten Saison am Theater St.Gallen hast du das Gebäude der Stiftskirche in seiner Struktur mit den Dachbalken, der Fassade und der Innenausstattung mit dem Instrument der Tänzer*innen der Tanzkompanie, ihren Körpern, verglichen: In beiden Fällen kommen die Einzelelemente zusammen und erzählen eine Geschichte. Und nun dürfen wir in diesem Gebäude tanzen! Ich liebe es, Menschen und ihre Bewegung mit Architektur in Verbindung zu bringen. Der Raum der Stiftskirche erzählt seinen Besuchern beim ersten Eintreten sofort etwas. Mit der Geschichte, dem Inhalt eines solchen Raumes muss ich in meiner Arbeit entweder mitgehen oder einen Kontrast dazu setzen. Mit Echo versuchen wir kontrastierend zu arbeiten und trotzdem einen Moment des Einklangs zu finden. Was war deine erste Idee für Echo? Die Stiftskirche ist sehr gross. Ich musste sofort daran denken, wie man als Kind mit aller Kraft in die Hände geklatscht hätte und wie das Geräusch, das dabei entsteht, den Raum erfüllt hätte und wieder zu einem zurückgekommen wäre. Mein erster Gedanke war also der Klang eines Echos. Aber inzwischen bin ich auch total fasziniert von der griechischen mythologischen Erzählung der Nymphe Echo, die dem Klangphänomen seinen Namen gegeben hat. Hast du bei dem Gedanken an das Echo auch gleich an Fritz Hauser als den perfekten Musiker für dieses Werk gedacht? Mit einer Kirche verbindet man Streicher, Stimmen und Kirchenmusik, Bach. Aber

ich wollte etwas wählen, was für den Raum eher untypisch ist, und eine neue Interpretation finden. Daher habe ich an Fritz Hauser gedacht, denn Perkussion verbindet man nicht unbedingt mit Musik in einer Kirche. So wollte ich den Kontrast zum Raum unterstreichen. Ein weiterer wichtiger Grund für mich war, dass man den Raum gut einschätzen kann, wenn man ihn sieht. Aber wie geht es uns, wenn wir die Augen schliessen? Wie kann man diese Grösse wahrnehmen? Fritz hat nun ein Stück geschrieben für neun Schlagzeuger*innen, die im Kirchenraum verteilt spielen werden und eine musikalische Auslotung des Kirchenraumes vornehmen werden. So kann man den Raum über den Klang erforschen und wahrnehmen. Fritz arbeitet mit sehr dynamischen Momenten, aber auch mit ganz feinen, poetischen Klängen in seiner Komposition und setzt dabei eine Vielzahl von Perkussionsinstrumenten ein. Da die Hälfte der Tanzkompanie auf dem Klosterhof in Notre Dame auftreten wird, arbeitest du bei Echo nur mit sieben Tänzer*innen. In den Proben kommt uns dies sehr zugute, da wir nach den Regeln zum Schutz vor Corona mit Abstand proben und spielen müssen. Wie schon bei Cinderella haben wir auch bei Echo das Glück, mit Tänzer*innen zu arbeiten, die sich einen Haushalt teilen und daher auf der Bühne näher kommen können. Was ist der Fokus deiner Choreografie? Der griechische Mythos mit der Liebesgeschichte zwischen Echo und Narziss war eine wichtige Inspiration für die Choreografie. Es ist kein Handlungsballett, doch die Erzählung ist ein Ausgangspunkt für meine Überlegungen. Hera hatte Echo dafür bestraft, Zeus‘ amouröse Abenteuer zu decken, und Echo dazu verdammt, nur noch die letzten an sie gerichteten Worte wiederholen zu können. Vor allem habe ich mir Gedanken dazu gemacht, wie Echo mit Narziss kommuniziert, in den sie sich verliebt hat – sie muss versucht haben, mit dem ganzen Körper zu kommunizieren.

Daher habe ich mich bei der Choreografie von der Gebärdensprache inspirieren lassen und die Bewegungen des Oberkörpers den Zeichen dieser nonverbalen Sprache nachempfunden. Zum anderen habe ich versucht, in der Choreografie und auch bei der Bühne, besser gesagt der Platzierung der Tänzer*innen im Raum der Stiftskirche, das Klangphänomen Echo zu visualisieren und in die Aktionen und Reaktionen der Tänzer*innen zu übertragen. Interview: Caroline Damaschke

Echo Tanzstück von Kinsun Chan Uraufführung Mittwoch, 30. Juni 2021 21 Uhr, Kathedrale Leitung Choreografie und Kostüm: Kinsun Chan Musik: Fritz Hauser Licht: Andreas Enzler Dramaturgie: Caroline Damaschke Tanz: Pamela Campos, Guang-Xuan Chen, Swane Küpper, Mei-Yun Lu, Naiara Silva de Matos, Piran Scott, Minghao Zhao Orgel: Willibald Guggenmos Schlagzeug: Fritz Hauser Weitere Vorstellungen Mo 5. Juli 2021, 21 Uhr Do 8. Juli 2021, 21 Uhr

Probenarbeit für Echo mit Kinsun Chan (r.) und Minghao Zhao


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FRITZ Eine HAUSER Komposition für die Kathedrale Der Ausgangspunkt für die Produktion Echo ist der Klangraum, der durch die Musik entsteht. Fritz Hauser, Komponist und Schlagzeuger, hat für den Tanz in der Kathedrale ein Werk ge­schrie­ben, das den Raum der Stifts­ kirche klanglich auslotet. Seine neue Komposition wird von neun Schlagzeugern gespielt, die im Kirchenraum verteilt agieren. Er selbst tritt zusätzlich als Solist in Erscheinung. Fritz Hauser entwickelt Soloprogramme für Schlagzeug und Perkussion, komponiert für Schlagzeugensembles und -solisten, Kammerorchester und Chor. Seine Programme und Kompositionen werden in der ganzen Welt auf­geführt. Zudem sind in der Schweiz mehrere Klanginstallationen von ihm zu erleben, und auch bei Radiohörspie-

Der Komponist und Schlagzeuger Fritz Hauser

len, Filmen und Lesungen agiert er als Musiker und Komponist. Spartenübergreifende Arbeiten in den Bereichen Architektur, Theater und Tanz verbinden ihn mit Künstler*innen wie Barbara Frey, Brigitte Dubach (Licht) und Boa Baumann (Architektur). Fritz Hauser und Kinsun Chan arbeiten schon seit Jahren zusammen und entwickelten auch für Echo gemeinsam das Konzept. Am Theater St.Gallen ist der Komponist kein Unbekannter, er schrieb und spielte die Musik für den mittleren Teil, Ashes, des Tanzabends Coal, Ashes and Light. (cd)


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KONZERT

Kathedralenmusik Die Festspieloper Notre Dame von Franz Schmidt serviert den thematischen Anknüpfungspunkt des Konzertprogramms mit Alter Musik sozusagen auf dem Silbertablett. Denn die Pariser Kathedrale Notre-Dame, Schauplatz von Schmidts Oper, war für die Musikgeschichte ein überaus bedeutungsvoller Ort, an dem eine Entwicklung angestossen wurde, ohne die die abendländische Musik nicht denkbar wäre: die Entwicklung hin zur Mehrstimmigkeit. Ein zweiter thematischer Faden führt zu einem faszinierenden Komponisten und dem wohl grössten deutschsprachigen Violinvirtuosen des 17. Jahrhunderts.

Mit Domorganist Willibald Guggenmos öffnet sich zu Beginn des Konzertpro­ gramms der diesjährigen St.Galler Fest­spiele aber erst einmal das mächtige, reich verzierte Portal der auf der Pariser Île de la Cité thronenden Kathedrale Notre-Dame. Hinein tritt man in einen prächtigen, in gedämpftes Licht getauch­ ten Kirchenraum, steigt hinauf auf die Orgelempore – im Rücken die grosse Westrosette, vor sich freie Sicht auf das Mittelschiff – und findet sich unversehens Seite an Seite mit den berühmtesten Organisten wieder, die hier in Notre-Dame wirkten und diesen unvergleichlichen Raum mit Tönen fluteten. Nach diesem fulminanten Auftakt geht es in der Kirche St.Laurenzen weiter mit «Kathedralenmusik» im wahrsten Sinne des Wortes, ja mehr noch, es erklingt echte Notre-Dame-Musik. Von Paris aus beginnen Mitte des 12. Jahrhunderts musikalische Vorgänge, die für die abendländische Musik von unübertroffener Bedeutung sind. Die Pariser Domschule Notre-Dame mit der dazugehörigen, zwischen dem 12. und frühen 14. Jahrhundert im frühgotischen Stil erbauten Kathedrale, war ein wichtiges geistiges Zentrum, in dem sich die frühe Mehrstimmigkeit ausbildet und erstmals so etwas wie «komponierte» Musik entsteht. Die Voraussetzung ist in beiden Fällen die Entwicklung einer Notenschrift, die genaue Tonhöhen und die rhythmischen Verhältnisse der Noten zueinander abbilden kann. Auf den Spuren der Notre-DameMeister In jener Zeit tauchen in schriftlichen Traktaten auch erstmals Namen von Komponisten auf. Magister Leoninus und der etwas jüngere Magister Perotinus Magnus, der drei- und vierstimmige Choralbearbeitungen, sogenannte Organa, hinterliess, gehören zu den meistgenannten. Das auf frühe Vokalpolyphonie spezialisierte Ensemble Vox Clamantis aus Estland lässt unter ihrem künstlerischen Leiter Jaan-Eik Tulve diese hochspannende Zeit Klang werden und lädt ein zu einem Programm mit Vokalmusik

aus der gregorianischen Tradition, von Perotin und Guillaume de Machaut sowie von den estnischen Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts Cyrillus Kreek und Arvo Pärt. Ars nova – die neue Kunst In der ausgezeichnet klingenden Kirche St.Laurenzen findet auch die dritte «Kathedralenmusik» dieser Festspiele statt, gestaltet vom spanischen Spezialensemble für Alte Musik Tasto Solo. Das Ensemble widmet sich in diesem Programm einer «neuen Kunst», der Ars nova, die sich im 14. Jahrhundert entwickelt. Nicht einmal hundert Jahre nach der Hochblüte der Pariser Notre-DameSchule und nach einem regelrechten Fieber für die neu entwickelte Gattung der Motette ist diese Kunst nun tonangebend. Immer mehr entfernt sich die, nun mehrstimmige, Musik damit weg von ihrem einstigen liturgischen Zweck hin zu einem – die Epochenbezeichnung kommt nicht von ungefähr – autonomen Kunstwerk. Begründer und wichtigster Vertreter der Epoche der Ars nova ist der französische Universalgelehrte, Bischof und Musiker Philippe de Vitry. Auf die Spuren dieser aussergewöhnlichen Persönlichkeit macht sich das neunköpfige Vokal- und Instrumentalensemble unter der Leitung des spanischen Dirigenten, Musikwissenschaftlers und Spezialisten für historische Tasteninstrumente Guillermo Pérez. Die komplexen Motteten de Vitrys werden im Konzert umrahmt mit Motetten aus dem berühmten Codex Montpellier, der eine der wichtigsten Quellen für die frühen Beispiele dieser Gattung darstellt, sowie mit Instrumentalstücken aus der Zeit. Klingende Mysterien Wie der in Pressburg, heute Bratislava, geborene Franz Schmidt stammte auch Heinrich Ignaz Franz Biber aus dem österreichischen Raum. Biber war von 1670 bis zu seinem Tod 1704 am Erzbischöflichen Hof in Salzburg engagiert, wo er zuletzt das höchste Amt als Hofkapellmeister bekleidete (am gleichen Ort wird etwas mehr als sechzig Jahre später Wolfgang

Amadeus Mozart wirken). Aus Bibers Feder stammt eines der bemerkenswertesten Werke der Violinliteratur, die Rosenkranz- oder Mysteriensonaten für Solovioline und Basso continuo. Die um 1670 fertiggestellte Sammlung umfasst vierzehn Sonaten und eine abschliessende Passacaglia, die jeweils verschiedene Violinstimmungen verlangen, sogenannte Skordaturen, was dem Werk einen unvergleichlichen Farbenreichtum verleiht. Gewidmet ist es dem Salzburger Fürsterzbischof Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg. Jeder Sonate in der prachtvollen Widmungshandschrift geht eine Abbildung eines Kupferstichs voraus, der Szenen aus dem Leben Marias zeigt. Diese einzelnen Stationen zeichnet Biber geradezu plastisch nach und beweist ein überwältigendes Gespür für den spirituellen Gehalt des Rosenkranzes. Leila Schayegh, Schweizer Barockgeigerin und Professorin an der Basler Scola Cantorum, präsentiert dieses aussergewöhnliche Werk gemeinsam mit Sebastian Wienand in der intimen Atmosphäre der Schutzengelkapelle.

Hans von Bülow starben im Abstand von nur wenigen Monaten. Die Lieder sind Vertonungen aus dem Psalmenbuch und reichen von trauervoll bis hin zu tröstlich. Als Solistin kehrt Ieva Prudnikovaite nach St.Gallen zurück. Die weiteren Werke des Programms von Charles Ives, Ralph Vaughan Williams und Arvo Pärt verbindet, dass sie alle ganz aus der Vorstellung des Klangs heraus entstanden sind was in der überwältigenden Akustik der St.Galler Kathedrale bestens zur Geltung kommen wird. (ff)

«Würzige» Barockmusik Dass Biber, ein legendärer Virtuose auf der Geige, auch Furioses zu Papier brachte, zeigt das Berner Barockensemble Les Passions de l’Ame in seinem Auftritt in der Stiftsbibliothek. Unter dem Motto «Spicy» setzt es scharf gewürzte virtuose Feuerwerke wie Bibers Zyklus Harmonia Artificiosa-Ariosa sowie einige barocke Kuriositäten aufs Programm. In der Sonata representativa etwa stellte Biber Tierstimmen instrumental nach, und die Suite Turcaria des Wiener Hofkomponisten Johann Joseph Fux beschreibt mit einiger Ironie bildstark die Belagerung Wiens im Jahr 1683 durch die Türken. Biblische Lieder Im Zentrum des grossen Festkonzerts des Sinfonieorchesters in der Kathedrale stehen in diesem Jahr Antonín Dvořáks Biblische Lieder. Das Werk entstand als Reaktion auf den Tod gleich mehrerer Dvořák nahestehender Menschen: sein eigener Vater, Pjotr I. Tschaikowsky und

Die Schweizer Barockgeigerin Leila Schayegh


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S T.GA L L ER F E S T S P I E L E

Festgottesdienst Sonntag, 27. Juni 2021 10.30 Uhr, Kathedrale Vokalensembles Cappella Vocale Raphael Holenstein, Leitung

L’Orgue de Notre-Dame – Kathedralenmusik I Orgelmusik berühmter Notre-Dame-Organisten Sonntag, 27. Juni 2021 17 Uhr, Kathedrale Willibald Guggenmos, Orgel

Festkonzert Biblische Lieder Vox Clamantis aus Estland ist spezialisiert auf die frühe mehrstimmige Musik

Donnerstag, 1. Juli 2021 20 Uhr, Kathedrale Modestas Pitrenas, Leitung Ieva Prudnikovaite, Mezzosopran Sinfonieorchester St.Gallen Arvo Pärt, Fratres Charles Ives, The Unanswered Question Antonín Dvořák, Biblische Lieder op. 99 Ralph Vaughan Williams, Fantasia on a Theme by Thomas Tallis

Notre-Dame – Kathedralenmusik II 13. Jahrhundert – die Geburt der Mehrstimmigkeit Freitag, 2. Juli 2021 19 Uhr, Kirche St.Laurenzen Vox Clamantis

Das Barockensemble Les Passions de l’Ame aus Bern bringt «Würziges» in die Stiftsbibliothek

Rosenkranzsonaten Die geistlichen Mysterien des Heinrich Ignaz Franz Biber Sonntag, 4. Juli 2021 19.30 Uhr, Schutzengelkapelle Leyla Schayegh, Barockvioline Sebastian Wienand, Orgel

Spicy – Biber, Schmelzer, Fux Die weltlichen Freuden des Heinrich Franz Ignaz Biber Dienstag, 6. Juli 2021 19.30 Uhr, Stiftsbibliothek Les Passions de l’Ame

Ars-Nova – Kathedralenmusik III 14. Jahrhundert – Neue Kunst für Notre-Dame Donnerstag, 8. Juli 2021 19 Uhr, Kirche St.Laurenzen Guillermo Pérez, Kopf und Leiter des spanischen Ensembles Tasto Solo, mit einem Portativ

Tasto Solo


HE RZ L I CH EN DA N K , P E T E R !

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ADIEU

Der Opern-Enthusiast zieht weiter Operndirektor Peter Heilker verlässt das Theater St.Gallen und wechselt auf den kommenden Herbst als Programm- und Casting-Direktor an das Theater an der Wien in Wien. Ein Rückblick auf 13 bereichernde Jahre, in denen er das St.Galler Publikum immer wieder darüber staunen liess, wie reich die Opernliteratur auch jenseits von Aida, Bohème und Carmen ist.

Als der flämische Regisseur Guy Joosten im Herbst 2012 in St.Gallen Station machte, um die Oper La Wally von Alfredo Catalani zu inszenieren, sprach er im Interview mit dem St.Galler Tagblatt nicht nur über die Symbolik der Berge, das Streben nach Höherem und seine Interpretation des fast vergessenen Alpendramas aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Er erzählte auch, wie er zu diesem Auftrag gekommen war. «Ich bin noch nie einem Intendanten begegnet, der mir mit so viel Überzeugung und Enthusiasmus einen Vorschlag auf den Tisch geworfen hat», sagte Joosten, der schon damals an renommierten Bühnen von Barcelona bis New York tätig war. Wie treffend seine Feststellung war, haben in den vergangenen 13 Jahren Tausende von St.Galler Opern- und Matineebesucherinnen und -besuchern, aber auch Journalisten und Sponsoren immer wieder selber erlebt. Peter Heilker hat nie einfach nur Spielpläne zusammengestellt und präsentiert. Er versteht es, mit Herzblut Begeisterung zu wecken für bekannte und vor allem auch weniger bekannte Werke. Als begnadetem Vermittler ist es ihm immer wieder gelungen, auch nicht unbedingt opernaffine Teile des Publikums für die Einmaligkeit des Genres zu begeistern. Seine Zeit als St.Galler Operndirektor begann mit der Spielzeit 2008/2009, da standen Il mondo della luna, La Traviata, Pique Dame, Arabella, Die lustige Witwe, die Musicals Der Graf von Monte Christo und Hairspray und als Festspieloper Samson et Dalila auf dem Spielplan. Im Gepäck aber hatte Peter Heilker schon bei seiner Ankunft in St.Gallen ein Werk, das im Herbst 2009 zum grossen Coup werden sollte: Dank einer neuen Inszenierung mitsamt CD-Einspielung von Medea in Corinto des zu Lebzeiten hochberühmten und später vergessenen Bayern Giovanni Simone Mayr (17631845) blickte die europäische Opernwelt damals nach St.Gallen. «Die Musik- und Opernfreunde können dem Theater St.Gallen nicht dankbar genug sein für diese Ausgrabung», jubelte die internationale Kritik, oder sie konstatierte ganz einfach: «Das Theater St.Gallen schreibt Musikgeschichte.» «So viele Theaterträume verwirklicht» Über neunzig Opern und Operetten hat Peter Heilker in seiner Zeit in St.Gallen präsentiert, mit den Musicals und Tanz-

produktionen waren es weit über 130 Premieren. Er hat mit Neuinszenierungen von Klassikern wie Tosca, La bohème, Norma, Nabucco, Don Giovanni, Faust, Zauberflöte, Carmen oder Fidelio das grosse Opernrepertoire gepflegt. Ein Herzensanliegen aber war ihm, «den gängigen Kanon immer wieder zu durchbrechen», wie es Musik & Theater formulierte. «Man muss das Repertoire immer wieder erweitern. Man kann nicht immer die gleichen ABC-Opern – Aida, Bohème, Carmen – bringen. Das macht weder für das Publikum noch für die Machenden selber Sinn», sagte er jüngst im Interview mit dem Schweizer Fachmagazin. So reihten sich im Lauf der Jahre die Entdeckungen und Ausgrabungen aneinander, und das St.Galler Publikum kam neben den bereits erwähnten Medea in Corinto und La Wally in den Genuss von vergessenen oder in St.Gallen oder gar in der Schweiz noch nie gespielten Opernperlen wie Georg Friedrich Händels Giulio Cesare in Egitto, Giuseppe Verdis Alzira, Erich W. Korngolds Die tote Stadt, Gaetano Donizettis Lucrezia Borgia, Franz Schrekers Die Gezeichneten, George Benjamins Written on Skin, Vincenzo Bellinis Il pirata oder – zum reizvollen russischen Doppelabend kombiniert – den Kurzopern Der unsterbliche Kaschtschei von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky Die Nachtigall. Und nicht zu vergessen die zahlreichen Festspielperlen wie Il diluvio universale von Gaetano Donizetti, La damnation de Faust von Hector Berlioz, Le Cid von Jules Massenet, Loreley von Alfredo Catalani oder Edgar von Giacomo Puccini. Als Uraufführungen gar setzte Peter Heilker mit Der Tod und das Mädchen von Alfons K. Zwicker und Annas Maske von David Philip Hefti zwei Opern von St.Galler Komponisten auf den Spielplan. Aber er verstand diese Programmierung nie einfach als professionelle Pflicht um des anderen willen. Der Begriff «Herzensanliegen» zieht sich durch seine St.Galler Jahre, wie er auch im Vorwort der Mai-Ausgabe der UM!SCHAU deutlich machte. Er sei unendlich froh, schrieb er da, «dass ich hier so viele meiner Theaterträume mit ungewöhnlichen Werken und Ausgrabungen verwirklichen konnte». Froh sei er auch, dass das Publikum nicht selten seine Begeisterung geteilt habe, fügte er mit leicht ironischem Unterton

an. Manchmal hat sich der enthusiastische Münchner an der sprichwörtlichen Brötigkeit der St.Galler Bevölkerung aufgerieben. Man habe sich miteinander gefreut – «und auch durchaus mal aneinander geärgert», blickte er in der UM!SCHAU zurück. «Aber im Laufe der Jahre hat sich eine von gegenseitigem Respekt und grosser Neugier auf die Reaktion des Anderen geprägte Beziehung entwickelt, die mich nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge Abschied nehmen lässt.» «Auch ein wenig den Scout machen» Aber Peter Heilker hat nicht nur mit seinem Nebeneinander von klassischem Repertoire und Entdeckungen ein gutes Händchen gehabt. Sowohl bei der Besetzung der Leitungsteams wie beim Engagement von Solistinnen und Solisten hat er noch und noch seinen Riecher für Talente unter Beweis gestellt. Etwa indem er mit der Inszenierung der Festspieloper Edgar den Regisseur Tobias Kratzer betraute, bevor dieser an den Bayreuther Festspielen für Furore sorgte. Indem er den heute weltweit tätigen sizilianischen Dirigenten Antonio Fogliani mehrfach als musikalischen Leiter der Festspieloper engagierte. Oder indem er die italienische Sopranistin Katia Pellegrino mit mehreren Rollen als regelmässig und gerne wiederkehrenden Gast an das Haus band. Peter Heilker empfand es als essentiell, «auch ein wenig den Scout zu machen», wie er im Musik-&-TheaterInterview sagte. Für diese Aufgabe fand er es enorm wichtig, sehr viel zu reisen, sich umzuhorchen und umzuschauen, so viel zu sehen und zu hören, wie es nur gehe. Selbstredend entstand so auch ein enormes Netz von Kontakten mit Künstlerinnen und Künstlern, aber auch mit anderen Häusern. Das ermöglichte immer wieder wertvolle Koproduktionen, etwa mit der Scottish Opera Glasgow, der Welsh National Opera Cardiff, der Opéra de Rennes, der Ópera de Oviedo, dem Teatro Regio di Parma, dem Staatstheater am Gärtnerplatz München oder der Volksoper Wien. Die Zusammenarbeit suchte Peter Heilker aber auch im engeren geografischen Rahmen durch die Einbindung benachbarter Kulturinstitutionen wie dem Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch, das für mehrere Produktionen Musikerinnen und Musiker nach St.Gallen entsandte.

Und selbstverständlich gehört in einen Rückblick auf die St.Galler Jahre von Peter Heilker noch etwas, was das Interesse des Operndirektors an allen Formen des Musiktheaters unterstreicht: die Pflege des Musicals. Dank Uraufführungen wie Moses – die 10 Gebote, Artus Excalibur, Don Camillo & Peppone oder Wüstenblume, mit Neuinszenierungen von Welthits wie Rebecca, Tanz der Vampire oder Priscilla – Königin der Wüste rückte das Theater St.Gallen in den letzten Jahren in den Fokus der europäischen Musicalszene. Peter Heilkers Ära am Theater St.Gallen endet so, wie es für ihn typisch ist: Er verabschiedet sich mit zwei Opern, die selbst für manche erfahrene Opernkritiker so sehr Neuland sind, dass sie bei der Medienstelle des Theaters um das Libretto gebeten haben. Mit Florencia en el Amazonas und der Festspieloper Notre Dame zeigt Peter Heilker nochmals, dass er ein höchst fachkundiger Opernexperte, darüber hinaus aber eben auch ein grosser Vermittler und enthusiastischer Anwalt vernachlässigter Komponisten ist. Danke für alles, lieber Peter, und alles Gute in Wien! Werner Signer Geschäftsführender Direktor Konzert und Theater St.Gallen

Peter Heilker


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2020/2021: Florencia en el Amazonas mit Katia Pellegrino in der Titelrolle; Regie: Krystian Lada.

2012/2013: La Wally mit Mary Elisabeth Williams in der Titelrolle; Regie: Guy Joosten.

2014/2015: Written on Skin mit Evelyn Pollock und Benno Schachtner; Regie: Nicola Raab.

2009/2010: Medea in Corinto mit Wojtek Gierlach und Evelyn Pollock; Regie: David Alden.


NE U E S P I EL Z EI T

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THEATER

Willkommen in der Theater-Saison 2021/2022

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Schauspiel

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Oper

HotSpotOst Sankt Irgendwo im Nirgendwo

Breaking the Waves

UA Schauspielprojekt Ab 15.9.2021 Lokremise

EE Missy Mazzoli Ab 18.9.2021 UM!BAU

Die Zauberflöte

Julia und Romeo

Wolfgang Amadeus Mozart Ab 23.10.2021 UM!BAU

Tanz

La traviata

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William Shakespeare, Mirja Biel Ab 25.9.2021 UM!BAU

She / He

Radikal allein

UA Alba Carbonell, Giovanni Insaudo, Muhammed Kaltuk Ab 20.10.2021 Lokremise

Monologreihe Ab Herbst 2021 Kunstmuseum St.Gallen und andere Spielorte

Giuseppe Verdi Ab 19.3.2022 UM!BAU

María de Buenos Aires SGE Astor Piazzolla Ab 7.5.2022 UM!BAU

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Musical

Wüstenblume WA Uwe Fahrenkrog-Petersen, Gil Mehmert Ab 27.10.2021 UM!BAU

Lady Bess UA Michael Kunze, Sylvester Levay Ab 19.2.2022 UM!BAU

Jesus Christ Superstar WA Tim Rice, Andrew Lloyd Webber Ab 2.3.2022 UM!BAU

The Banquet UA Kinsun Chan Ab 15.1.2022 UM!BAU

RAW

Frau Müller muss weg SGE Lutz Hübner Ab 9.12.2021 Lokremise

Die lächerliche Finsternis

UA Junge Choreograf*innen Ab 9.3.2022 Lokremise

WA Wolfram Lotz Ab 18.12.2021 Lokremise

Wonderful World

Die Mitte der Welt

UA Martin Zimmermann, Kinsun Chan Ab 28.4.2022 Lokremise

SGE Andreas Steinhöfel, Martin Pfaff Ab 26.1.2022 Lokremise

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17. St.Galler Festspiele

Die Jungfrau von Orléans SGE Pjotr I. Tschaikowsky Ab 24.6.2022 Klosterhof

Gegen den Strom UA Dimo Kirilov Milev Ab 29.6.2022 Kathedrale

Spielarten der Liebe Konzerte Ab 26.6.2022 Stiftsbezirk

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Kinder- und Jugendtheater

Die kleine Hexe Otfried Preussler, John von Düffel Ab 13.11.2021 UM!BAU

Zwei Monster WA Gertrud Pigor Ab Herbst 2021 Lokremise / Theater mobil

Kuno kann alles

M

WA Henry Mason Ab Herbst 2021 Theater mobil

SGE Fritz Lang, Thea von Harbou, Christina Rast Ab 8.4.2022 UM!BAU

Theaterfestival für junges Publikum 17. bis 26.2.2022 Lokremise und FigurenTheater

Die nicht geregnet werden (AT) UA Maria Ursprung Ab 25.5.2022 Lokremise

jungspund

SANDKoRN UA Theatertanzschule St.Gallen Mai  / Juni 2022 UM!BAU


NE U E S P I EL Z EI T

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KONZERT

Willkommen in der Konzert-Saison 2021/2022

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Orchesterkonzerte

Sommerkonzert In der Natur 27.8.2021

Auftakt

Midsummer Song 23. und 24.9.2021

Lebensstürme

Beethoven Brahms Schostakowitsch 31.10.2021

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Gastspiele

Sommerkonzert In der Natur

31.8.2021, Mels

Neujahrskonzert 2.1.2022, Mels

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Meisterzyklus

Pastorale

Gesang der Natur 11. und 12.11.2021

Arpeggione

Schubert Bruckner 28.11.2021

Musikkollegium Winterthur Gastkonzert 9.12.2021

Weihnachtskonzert Handel Reloaded 17. und 19.12.2021

Neujahrskonzert 1.1.2022

Nostalgie

Rachmaninow Fedorova 7. und 9.1.2022

Fantasie

Schubert Weinberg 27.1.2022

Mahler IX

Andante Burleske Adagio 24. und 25.2.2022

L’Oiseau de feu

Ravel Saint-Saëns Strawinski 24.3.2022

Porgy and Bess

Gershwin and Marshall 18./ 20./ 22.5.2022

Festkonzert St.Galler Festspiele 30.6.2022

Felix Klieser Trio Horntrios 1.10.2021

Quatuor Ébène Kreutzersonate 3.12.2021

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Sonntags um 5

Nachtzug

Phantasy Quartet

Der Fall Erinnerung

5.12.2021

13.11.2021

Street Song

Saudades do Brasil II

16.1.2022

5.2.2022

Trio élégiaque

More Ballads and More

20.2.2022

6.5.2022

Streichquartette 1781 – 1949

Octango 18.6.2022

20.3.2022

Arcadi Volodos Schubert Debussy 13.2.2022

Grenzenlos!

Klassische Musik aus Indien 11.3.2022

Oistrakh Quartett

Beethoven Dvořák Schostakowitsch 1.4.2022

Bach

Sonaten und Partiten 1.5.2022

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jugend@tonhalle

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Abenteuer Orchester

26.9.2021

Erschallet, Trompeten!

Brunch-Konzerte

West Side meets East Side

5. und 7.11.2021

10. /12. /23.12.2021

Salut d’amour 23.1.2022

Unterwegs mit Antonín 20.1.2022

Tiergeschichten 13.3.2022

Tiergeschichten 13.3.2022

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Mittagskonzerte

Gran Duetto 15.5.2022

Auf dem Wasser – Die Moldau 1. und 3.4.2022

Tastenrausch 19.11.2021

Fantasie 28.1.2022

Feuervogel 25.3.2022 UA : Uraufführung EE : Europäische Erstaufführung SGE : St.Galler Erstaufführung WA : Wiederaufnahme AT: Arbeitstitel


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AU S S ER D EM

VIELEN HERZLICHEN Dank des Theaters Kanton St.­Gallen Stadt St.­Gallen, Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau Partnergemeinden Stadt Gossau, Gemeinde Eggersriet, Gemeinde Gaiserwald, Gemeinde Lutzenberg, Gemeinde Mörschwil, Gemeinde Muolen, Gemeinde Speicher, Gemeinde Teufen, Gemeinde Tübach, Gemeinde Untereggen, Gemeinde Wittenbach Produktionsunterstützungen acrevis Bank AG, St.Gallen Bank Julius Bär & Co. AG, St.Gallen Helvetia Versicherungen, St.Gallen Hirslanden Klinik Stephanshorn, St.Gallen Jutta Marxer Stiftung, St.Gallen Martel AG, St.Gallen Migros Kulturprozent, Gossau Müller-Lehmann-Fonds, St.Gallen Ortsbürgergemeinde St.Gallen Ostschweizer Stiftung für Musik und ­Theater, St.Gallen Pierino Ambrosoli Foundation, Zürich Radisson Blu Hotel, St.Gallen Sophie und Karl Binding Stiftung, Basel St.Galler Kantonalbank, St.Gallen UBS Switzerland AG, St.Gallen Walter und Verena Spühl-Stiftung, St.Gallen Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Zürich Medienpartner St. Galler Tagblatt FM1

SonntagsBlick

Theater-Club acrevis Bank, St.Gallen Brauerei Schützengarten AG, St.Gallen Blumer Lehmann AG, Gossau City-Garage AG, Porsche Zentrum St.Gallen CityParking AG, St.Gallen Credit Suisse (Schweiz) AG, ­St.­Gallen Fischer Papier AG, St.Gallen Genossenschaft Olma Messen S ­ t.­Gallen Goba AG, Gontenbad Helvetia Versicherungen, St.Gallen Hohl Druck AG, St.Gallen Martel AG, St.Gallen Metrohm AG, Herisau MS Marketing Strategien AG, St.Gallen Ostschweiz Druck AG, Wittenbach SECURITAS AG

St.Galler Kantonalbank, St.Gallen St.Galler Tagblatt AG, St.Gallen TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen UBS Switzerland AG, St.Gallen Förderer Appenzeller Kantonalbank, Appenzell Bildungszentrum BVS, St.Gallen Felix Buschor, Appenzell Cavelti AG, Druck und Media, Gossau Geberit Verwaltungs AG, Jona Germann + Frei AG, St.Gallen Ortsbürgergemeinde St.Gallen Pfister & Co., Gärtnerei und Blumen­geschäft, St.Gallen Max Pfister Baubüro AG, St.Gallen SN Energie AG, St.Gallen TISCA / TIARA-Stiftung, Bühler

Gönner APG / SGA Allgemeine Plakat­gesellschaft AG, St.Gallen Assicura, Ihre Versicherungs­t reuhand, St.Gallen Bank Cler, St.Gallen Regula u. Dr. Gian J. Baumann, St.Gallen Baumgartner + Co. AG, ­Kaffeerösterei, St.Gallen Heinrich Blattner, Rorschacherberg Blumer Techno Fenster AG, Waldstatt Cellere Verwaltungs AG, St.Gallen E-Druck AG, PrePress & Print, St.Gallen Elektro Kuster St.Gallen GmbH, St.Gallen Feuerschaugemeinde Appenzell, ­Appenzell FILTEX AG St.Gallen, St.Gallen Hörler Tiefbau AG, Niederteufen Peter Forster, St.Gallen Gähler Flühler Architekten AG, St.Gallen Gebhardt Müller AG, Steinach Grob AG Gebäudehülle, St.Gallen Jakob Schlaepfer AG, St.Gallen KPMG AG, St.Gallen K & L Architekten AG, St.Gallen M. Stadelmann & Co., St.Gallen Markwalder & Co. AG, St.Gallen OBT AG, Zürich Präsident Club 86, Balgach PricewaterhouseCoopers AG, St.Gallen Revidas Treuhand AG, Goldach RWD Schlatter AG, Roggwil Scherrer Schaltanlagen AG, St.Gallen Schläpfer Altmetall AG, St.Gallen Steinegg Stiftung, Herisau Felix und Margrith Stürm, St.Gallen Taxi Herold AG, St.Gallen Textilreinigung Koch AG, Teufen Typotron AG, St.Gallen UBS Switzerland AG, St.Gallen Dr. med. Richard Urscheler, Flawil VMP St.Gallen Investment Management GmbH, St.Gallen Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Regionalsitz ­Ostschweiz, St.Gallen und über 600 Freunde des Theaters St.Gallen Stand: Mai 2021


AU S S ER D EM

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IMPRESSUM

DANK Dank des Sinfonieorchesters Kanton St.­Gallen Stadt St.­Gallen Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau Partnergemeinden Stadt Gossau, Gemeinde Eggersriet Gemeinde Gaiserwald, Gemeinde Lutzenberg Gemeinde Mörschwil, Gemeinde Muolen Gemeinde Speicher, Gemeinde Teufen Gemeinde Tübach, Gemeinde Untereggen Gemeinde Wittenbach

Herausgeber Theater St.Gallen  Sinfonie­orchester St.Gallen

Produktion Ostschweiz Druck AG, 9300 Wittenbach

Redaktion Beda Hanimann (bh)

Auflage 3500 Stück / 28. Jahrgang ISSN 2673-5989 (Print) ISSN 2673-5997 (online)

Texte Marius Bolten (mb) Caroline Damaschke (cd) Franziska Frey (ff) Beda Hanimann (bh) Susi Reinhardt (sr) Werner Signer Fotos Seite 1: Jos Schmid Seite 2: Schlösser/Arsis Seite 4: Norbert Wobring Marlies Pfeifer Seite 6: Mikaël Champs Seite 7: Andreas Zimmermann Seite 8: Marco Borggreve Seite 9: Kitfox Valentin / ECM Records Alexander Ess Robin H. Davies Seite 10: Andoni Lopez Seite 11: Toni Suter T+T Fotografie Iko Freese Hans Jörg Michel Tanja Dorendorf T+T Fotografie Illustration Seite 1: Chantal Maag Konzept Chantal Maag

Bitte richten Sie Ihre Adress­ änderungen an info@theatersg.ch oder 071 242 05 05 Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse@theatersg.ch / 071 242 06 06 Billettkasse Montag - Freitag 10-19 Uhr Samstag 10-14 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Vorverkauf am VBSG-Schalter im Rathaus St. Gallen, Montag bis Freitag 8–18.30 Uhr

Hotline Ticketportal 0900 325 325 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz) Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210.

Gastspielunterstützungen Dr. Fred Styger Stiftung Hans und Wilma Stutz Stiftung Metrohm Stiftung Pro Helvetia Steinegg Stiftung Stand: Mai 2021

© UBS 2020. Alle Rechte vorbehalten.

Konzertunterstützungen acrevis Bank AG, St.Gallen Brauerei Schützengarten AG, St.Gallen Edmund-Moosherr-Sand-Fonds, St.­Gallen Freundeskreis Sinfonieorchester St.­Gallen, St.­Gallen jugend@ tonhalle Jutta Marxer Stiftung, St.Gallen Martel AG, St.Gallen Migros Kulturprozent, Gossau Müller-Lehmann-Fonds, St.Gallen Ortsbürgergemeinde St.Gallen, St.Gallen Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, St.­Gallen Max Pfister Baubüro AG, St.­Gallen Raiffeisenbank St.­Gallen, St.­Gallen St.Galler Kantonalbank, St.­Gallen St.Galler Tagblatt AG, St.­Gallen UBS Switzerland AG, St.Gallen

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VE RA N S TA LTU N G S K A L E N D E R

SPIELPLAN Juni

Sa 05 Zwei Monster Kinderstück von Gertrud Pigor [4+] 14 – 15 Uhr, UM!BAU-Foyer

König Lear Schauspiel nach William Shakespeare in einer Fassung von Thomas Melle 19 – 21.30 Uhr, UM!BAU

So 06 Cinderella Tanzstück von Sergei Prokofjew und Kinsun Chan 19 – 21 Uhr, UM!BAU Mo 07 Cinderella Tanzstück von Sergei Prokofjew und Kinsun Chan 19.30 – 21.30 Uhr, UM!BAU Di 08 Cinderella Tanzstück von Sergei Prokofjew und Kinsun Chan 19.30 – 21.30 Uhr, UM!BAU Mi 09 Zwei Monster Kinderstück von Gertrud Pigor [4+] 14 -15 Uhr, UM!BAU-Foyer

Jesus Christ Superstar Rockoper von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber 19.30 – 21 Uhr, UM!BAU

Do 10 Jesus Christ Superstar Rockoper von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber 19.30 – 21 Uhr, UM!BAU TraumAlpTraum Zwei Tanzstücke von Dimo Kirilov und Ihsan Rustem 20 – 21 Uhr, LOK Fr 11

Jesus Christ Superstar Rockoper von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber 19.30 – 21 Uhr, UM!BAU

Sa 12 Zwei Monster Kinderstück von Gertrud Pigor [4+] 14 – 15 Uhr, UM!BAU-Foyer

Jesus Christ Superstar Rockoper von Time Rice und Andrew Lloyd Webber 19 – 20.30 Uhr, UM!BAU

Juli

So 13 KONZERT Carnaval de Venise Sonntags um 5 17 Uhr, LOK

Do 01 KONZERT Festkonzert Biblische Lieder 20 Uhr, Kathedrale

Fr 02 KONZERT Notre-Dame – Kathedralenmusik II 13. Jahrhundert – die Geburt der Mehrstimmigkeit 19 Uhr, Kirche St.Laurenzen

Jesus Christ Superstar Rockoper von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber 19 – 20.30 Uhr, UM!BAU

TraumAlpTraum Zwei Tanzstücke von Dimo Kirilov und Ihsan Rustem 20 – 21 Uhr, LOK

St.Galler Festspiele

Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof

Sa 03 Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof

Fr 25 PREMIERE Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof

So 04 KONZERT Rosenkranzsonaten Die geistlichen Mysterien des Heinrich Ignaz Biber 19.30 Uhr, Schutzengelkapelle

Sa 26 Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof

Mo 05 Echo Tanzstück von Kinsun Chan 21 Uhr, Kathedrale

So 27 Festgottesdienst Festgottesdienst zu den St.Galler Festspielen 10.30 Uhr, Kathedrale

Di 06 KONZERT Spicy – Biber, Schmeler, Fux Die weltlichen Freuden des Heinrich Ignaz Biber 19.30 Uhr, Stiftsbibliothek

KONZERT L’Orgue de Notre Dame – Kathedralenmusik I Orgelmusik berühmter Notre-Dame-Organisten 17 Uhr, Kathedrale

Di 29 Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof Mi 30 URAUFFÜHRUNG Echo Tanzstück von Kinsun Chan 21 Uhr, Kathedrale

Mi 07 Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof Do 08 KONZERT Ars Nova – Kathedralenmusik III 14. Jahrhundert – neue Kunst für Notre-Dame 19 Uhr, Kirche St.Laurenzen Echo Tanzstück von Kinsun Chan 21 Uhr, Kathedrale Fr 09 Notre Dame Oper von Franz Schmidt 21 Uhr, Klosterhof

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UM!SCHAU Juni 2021  

Monatszeitung von Konzert und Theater St.Gallen

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