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Oktober 2017


Man

glaubt,

hofft man

und

alles

scheint so

schÜn. Marcello (Giacomo Puccini: La bohème)


Caroline Damaschke Musiktheaterdramaturgin

Worauf hoffen Sie, woran glauben Sie, vor was verschliessen Sie Ihre Augen, um sich den schönen Schein zu bewahren? Rodolfo, der Dichter aus Puccinis Oper La bohème, glaubt an die Kunst, das Leben und die Liebe. Frei und unbefangen, voll Vergnügen und Romantik scheint sein Leben unter den jungen Künstlern in Paris. Doch das der Kunst gewidmete Leben der Bohémiens erscheint nur vordergründig leicht: Stets wird um Ruhm und Anerkennung gerungen, was jedoch nur die wenigsten erreichen, die meisten leiden unter Hunger, Krankheiten und Armut. Dieses Werk verschränkt Romantik und Realismus auf schönste Weise. Eine Familie hofft in Tracy Letts’ gleichnamiger Dramödie beim plötzlichen Verschwinden des Vaters auf das Beste. Doch als sein Tod bekannt wird, kommt seine Familie zusammen und es eskalieren Konflikte und Lebenslügen, gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. In Eine Familie wird zwischen drei Generationen eine Psychoschlacht ausgetragen, die mit bedrückender Komik versetzt ist. Wojtek Klemm hat diese Familientragödie umgesetzt. Als Caligula an die Macht kommt, glaubt das Volk Roms an eine bessere Zeit nach der tyrannischen Herrschaft des Tiberius. Zunächst scheint sich tatsächlich alles zum Besseren zu wenden. Doch nach einem Jahr wandelt sich der Kaiser und übertrifft seinen Vorgänger an Grausamkeit und Willkür. Ronald Savkovic spürt in Caligula mit der Tanzkompanie dem Leben und Sterben des für seine Exzesse bekannten Herrschers nach, der schliesslich als erster Kaiser Roms infolge einer Verschwörung ermordet wurde. Um Exzesse geht es auch bei den sieben Todsünden. Acht Teilnehmer unseres Choreografenwettbewerbs haben an sich geglaubt, auf eine Chance gehofft und gewonnen. Die Gewinner verkünden wir Ihnen in dieser Terzettausgabe.

4 Die Poesie der kleinen Dinge 8 Caligulas letzte Stunde 11 Schlachtfeld Familie 12 Die Reise geht weiter 13 Sieben Gewinner 14 Kurz notiert 15 Benefiz-Galaabend mit der Oper «La bohème» 16 Farbenreiche Klangund persönliche Seelengemälde 19 Peter und der Wolf 20 Mise en Scène 24 Im Requisitenfundus 25 Veranstaltungskalender

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Die Poesie der kleinen Dinge Giacomo Puccinis La bohème in einer Koproduktion mit der Scottish Opera Glasgow

La bohème Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini Premiere Samstag, 21. Oktober 2017 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 8. Oktober 2017 11 Uhr, Theaterfoyer Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Hermes Helfricht | Stéphane Fromageot Inszenierung: Renaud Doucet Ausstattung: André Barbe Szenische Einstudierung: Peter Lorenz Licht: Guy Simard Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Caroline Damaschke Besetzung Mimì: Sophia Brommer | Polina Pastirchak Musetta: Jeanine De Bique Rodolfo: Leonardo Capalbo | Kyungho Kim Marcello: David Stout | Shea Owens Schaunard: David Maze Colline: Tomislav Lucic | Martin Summer Benoit, Alcindoro: Paulo S. Medeiros Parpignol: Barna Kovács Sergente dei Doganieri: Robert Virabyan Doganiere: Andrzej Hutnik Chor des Theaters St.Gallen Opernchor St.Gallen Kinderchor des Theaters St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Weitere Vorstellungen Samstag, 28. Oktober 2017, 19.30 Uhr Mittwoch, 1. November 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 5. November 2017, 14.30 Uhr Montag, 6. November 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 19. November 2017, 14.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung

Walter und Verena Spühl-Stiftung

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«Ich kenne niemanden, der das Paris dieser Zeit so gut beschrieben hat wie Puccini in La bohème», so der französische Komponist Claude Debussy. Die tragische Geschichte vom harten Leben junger Künstler in Paris und ihrem oft jahrelangen Kampf um Anerkennung und Erfolg lebt von dem ständigen Wechsel zwischen den gewöhnlichen, alltäglichen Dingen und einer Verklärung dieses Alltags. 1893 ist Giacomo Puccini 35 Jahre alt. Er ist ein junger, mit seiner Oper Manon Lescaut über Nacht zu Ruhm gekommener Komponist. Zwei Jahre zuvor war er mit seiner Familie nach Torre del Lago umgesiedelt, wo er in seiner Freizeit Jagdpartien genoss und seine Leidenschaft für Motorboote und das neu aufkommende Automobil auslebte. Er genoss seinen Erfolg und das Leben in dem italienischen Städtchen. Dennoch stürzte er sich sofort nach dem grossen Erfolg, den er mit der Uraufführung von Manon Lescaut im Februar 1893 errungen hatte, wieder in die Arbeit. Gleich von mehreren Projekten ist in seinen Briefen zu lesen. Seinem Bruder berichtet er von dem Vorhaben, eine Oper über Buddha zu schreiben – ein Plan, den er allerdings nicht weiterverfolgte. Bei der Arbeit an einer Oper mit dem Titel La lupa nach einer Erzählung von Giovanni Verga war Puccini erfolgreicher: Musikalisches Material, das für La lupa entstand, verwendete er schliesslich in La bohème. Puccini verbrachte viel Zeit mit der Arbeit an La lupa, war sich jedoch nicht sicher, ob eine Oper, die die Themen Lust und Verbrechen mit Religion verbindet, Erfolg haben könnte. Schliesslich verwarf er das Vorhaben, mit dem er seiner Meinung nach zu viel Zeit verbracht hatte, und wandte sich einem Projekt zu, über das er bereits mit dem Verleger Giulio Ricordi im Ge-

spräch war: La bohème, nach den grossteils autobiografischen Erzählungen von Henri Murger. Murgers La Vie de bohème war zunächst von 1845 bis 1848 als Serie in der Zeitung Le Corsaire erschienen und wurde später zusammengefasst als Roman mit dem Titel Scènes de la vie de bohème. Er erzählt von einer Gruppe junger Künstler in Paris, die vom Erfolg träumen und ums tägliche Überleben zu kämpfen haben. Für die Figuren in Murgers Erzählung hatten Künstler aus seinem Freundeskreis Modell gestanden. Von den zahlreichen direkten Anspielungen sind nur wenige in Puccinis Oper wiederzufinden: Das Gemälde Die Durchquerung des Roten Meeres, das die beiden Männer zu Beginn der Geschichte zu verbrennen erwägen, hat es tatsächlich gegeben; es war die Kreation François Tabars, der dem Charakter Marcel(lo) Pate stand. Auch der alte Mantel, den Colline im letzten Bild versetzt, entstammt dem wahren Leben. Er war Markenzeichen eines besonders grossen Freundes Murgers und schon so alt, dass er nicht mehr schwarz, sondern schon leicht grün schimmerte und so dem Träger den Spitznamen «der grüne Riese» einbrachte. Vorbild für Schaunard war Alexander Schanne, der der Künstlerszene nicht lange treu blieb, sondern einen Spielzeugladen eröffnete. Mimì setzt sich aus mindestens vier von Murgers Geliebten zusammen – die kleinen weissen Hände sind von seiner ersten grossen Liebe inspiriert, die Tuberkuloseerkrankung von gleich zwei späteren Freundinnen, die früh verstarben. Und Musetta erhielt ihren Namen (eine Ableitung von Musette de cour, einem Dudelsack) von Marie Roux, der Geliebten des Dichters Champfleury, die eine aussergewöhnlich durchdringende Stimme hatte. In dem Vorhaben, Murgers Roman zu vertonen, war Puccini nicht allein: Auch Ruggero Leoncavallo hatte diese Erzählung als Vorlage seines nächsten Werkes gewählt. Ähnlich wie Puccini, der mit Manon Lescaut über Nacht berühmt geworden war, war Leoncavallos Karriere explodiert, als er mit Pagliacci einen Publikumserfolg geschaffen hatte. Puccini gewann schliesslich den Wettlauf gegen die Zeit. Seine Oper wurde im Februar 1896, 15 Monate vor Leoncavallos Oper, uraufgeführt, und als dieser seine Bohème aufführte, hatte jedermann bereits Puccinis Musik im Ohr.


Giacomo Puccini, 1908

Adolfo Hohenstein, Werbeplakat, 1896

Dennoch wurde Puccinis Oper zunächst verhalten aufgenommen, und die Kritiken waren eher ablehnend. Erst eine Aufführung in Palermo, zwei Monate nach der Uraufführung, rief grosse Begeisterung hervor und katapultierte das Werk an die grossen Häuser Europas und Amerikas. Heute ist es eine der meistgespielten Opern der Welt und Puccinis grösster Erfolg. Dieser Erfolg war den gemeinsamen Bemühungen der Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica sowie dem wachsamen Blick und umsichtigen Eingreifen des Verlegers Ricordi zu verdanken. Mit Giacosa und Illica hatte Puccini bereits das Libretto

zu Manon Lescaut gestaltet, und in den nächsten Jahren sollten weitere Opern folgen: Tosca und Madama Butterfly. Die Zusammenarbeit des Dreiergespanns aus Librettisten und Komponist erwies sich als schwierig, aber äusserst fruchtbar. Während Illica mit einem sicheren Gespür für Bühnenhandlungen und mit einem gewissen Pragmatismus für die Handlung und das Szenarium zuständig war, verwandelte der angesehene Literat und Dramatiker Giacosa den Text in Verse und verhalf den Dialogen zu Poesie. Puccini trieb seine Mitarbeiter fast in den Wahnsinn mit immer wieder neuen Änderungswünschen. Der

Wettbewerb mit Leoncavallo – eine Situation, die von Ricordi zudem noch angestachelt wurde – machte ihn nervös und ungeduldig. Sämtliche Streitigkeiten und Zerwürfnisse wurden über den Umweg Ricordi geführt, der es verstand, zwischen den dreien zu vermitteln und zu schlichten und ihnen die gelegentlichen Rücktrittsgesuche auszureden. Nach drei Jahren und neun Monaten war das Werk über die Pariser Bohème vollendet. Die Oper fasst eine Auswahl von Episoden im Leben der Bohémiens zusammen und gliedert sich in vier Bilder – quadri –, die durch die Liebesgeschichte von Mimì und Rodolfo zusammengehalten werden. Das erste Bild stellt uns vier Freunde vor, die alle erfolglose Künstler sind. Rodolfo ist Dichter, aber als Journalist tätig, Marcello ist Maler, Schaunard versucht sich als Musiker, und Colline ist Philosoph. Rodolfo trifft auf seine Nachbarin Mimì, eine Stickerin, als ihre Kerze auf dem Weg zu ihrem Zimmer erlischt. Die beiden verlieben sich. Als im zweiten Bild Mimì im Café Momus den Freunden vorgestellt wird, verschiebt sich der Fokus auf ein anderes Paar. Der Maler Marcello führt eine stürmische und unstete Beziehung mit Musetta, die gerade einen älteren, reichen Liebhaber verlässt, um sich

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Gustave Caillebotte: Verschneite Dächer, 1878 / 79

wieder Marcello zuzuwenden. Die Bohémiens können die Rechnung des Cafés nicht bezahlen und stehlen sich im Trubel der Stadt davon, während Musetta die Summe bei ihrem eben verlassenen Liebhaber anschreiben lässt. Nach einem Zeitsprung begegnen wir im dritten Bild wieder Mimì, die Marcello aufsucht, um ihm ihr Leid zu klagen: Ihre Beziehung zu Rodolfo ist von dessen Eifersucht und Launen überschattet. Als sie ein Gespräch zwischen Marcello und Rodolfo belauscht, erfährt sie, dass sie an ihrer Krankheit sterben wird. Es ist nicht die Eifersucht, die Rodolfo belastet, sondern seine Angst, sie für immer zu verlieren und sie aufgrund seiner Armut nicht besser unterstützen zu können. Mimì und Rodolfo trennen sich im Guten, Marcello und Musetta im Streit. Im letzten Bild finden wir die Künstler wieder in ihrem kalten Atelier, Rodolfo und Marcello trauern ihren Geliebten nach, und als die Freunde Colline und Schaunard hinzukommen, fantasieren die Hungernden ein üppiges Bankett und unterhalten sich mit einem gespielten Duell. 6

Jäh bricht die Realität über die Künstler herein, als Musetta mit der sterbenden Mimì vor der Tür steht. Mimì und Rodolfo erinnern sich an ihre erste Begegnung, bevor Mimì schliesslich stirbt. Diese Oper, die uns heute so vertraut ist, war für das Publikum zu Puccinis Zeiten unglaublich neuartig, verbinden sich darin doch impressionistische Züge mit romantischen und realistischen Elementen. Sie lebt von Gegensätzen, nicht nur in der Figurenkonstellation, sondern auch in der Anlage der Szenen und der Musik. Puccini schmückt grosse Strassenszenen aus, die das Pariser Stadtleben zeigen. Rufe von Verkäufern, der Trubel im Café Momus, Kinderstimmen und die Gespräche der Passanten verdichten sich zu einem grandiosen Klangbild, das im starken Kontrast zu den intimen Momenten in der Dachmansarde steht, wenn Rodolfo und Mimì nach dem fallengelassenen Schlüssel suchen. Puccini fokussiert sich musikalisch auf die Ausmalung kleiner Details, die dadurch eine Poesie erhalten. Liebevoll werden Ge-

genstände und Episoden porträtiert: Die rosa Mütze, die Rodolfo Mimì schenkt, wird zum Symbol ihrer Liebesgeschichte und klingt in jedem Bild an, dem Mantel Schaunards ist gleich eine ganze Arie gewidmet, es gibt eine Erzählung über einen Papageien, und wenn Mimì von dem Blick aus ihrem Fenster der Dachmansarde spricht, geht auch musikalisch die Sonne auf. La bohème ist eine Geschichte der simplen Dinge, der alltäglichen Kleinigkeiten, die durch Puccinis Musik zu wahren Schätzen werden. (cd)


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Kammermusik im intimen Rahmen Amaryllis Quartett: Mittwoch, 8. November 2017 Josef Haydn: Streichquartett op. 64 Nr. 5 Bela Bartok: Streichquartett Nr. 3 Ludwig van Beethoven: Streichquartett op. 127 Benjamin Engeli, Klavier: Mittwoch, 6. Dezember 2017 Johann Sebastian Bach: Goldberg Variationen Sergey Malov, Violine und Violoncello da Spalla Solo: Mittwoch, 10. Januar 2018 Italien – Drei Jahrhunderte Pietro Antonio Locatelli: Capriccio no. 7 E-Dur aus "l'arte del violino" Giuseppe Tartini: "L’Arte del arco" – Variationen über eine Gavotte von Corelli Domenico Gabrielli: 3 Ricercari für Violoncello Solo Luciano Berio: "Sequenza VIII" für Violine solo Niccolò Paganini: 13 Capricci aus op. 1

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Zemlinski Quartett, Prag: Mittwoch, 7. Februar 2018 Robert Schumann: Streichquartett op. 41 Nr. 1 Leos Janacek: Streichquartett Nr. 1 "Kreutzer" Antonin Dvorak: Streichquartett op. 106 Julian Prégardien, Tenor, Michael Gees, Klavier: Mittwoch, 7. März 2018 Ein Schumann Märchen Schumann lebt! Und weil er nicht gestorben ist, singen und spielen Julian Prégardien und Michael Gees Robert Schumann. Und vieles, was ihnen dazu einfällt: Lieder, Gedichte, Klaviermusik. Arion Bläser Quintett: Mittwoch, 4. April 2018 Flöte, Oboe, Fagott, Klarinette, Horn Paul Taffanel: Quintett g-Moll Antoine Reicha: 3 Stücke "pour le cor anglais" György Ligeti: 6 Bagatellen Jean Françaix: Quintett Nr.1 E-Dur Die Konzerte beginnen um 19.30 Uhr im kleinen Saal des Casino Herisau Abendkasse ab 19.00 Uhr, genügend Plätze Abonnemente und Information: www.casinogesellschaft.ch

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Caligulas letzte Stunde ... und wie ein Tanzstück daraus entsteht

Caligula Tanzstück von Ronald Savkovic Uraufführung Mittwoch, 25. Oktober 2017 20 Uhr, Lokremise Kost-Probe Samstag, 14. Oktober 2017 13 Uhr, Lokremise Eintritt frei Öffentliche Probe Mittwoch, 18. Oktober 2017 19.30 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Choreografie: Ronald Savkovic Musik: Miroslav Baku Bühne: Armand Vilaf Kostüm: Aleksandar Nosphal Licht: Rolf Irmer Dramaturgie: Marius Bolten Besetzung Tanzkompanie des Theaters St.Gallen: Stefanie Fischer, Philipp Imbach, Swane Küpper, Lorian Mader, Genevieve O'Keeffe, Frederico Oliveira, Emily Pak, Giulio Panzi, Thanh Pham Tri, Ana Sánchez Martínez, Robina Steyer, Flurin Stocker, Hoang Anh Ta Hong, Alberto Terribile Praktikantinnen: Sarah Bateman, Lisette Robijn Weitere Vorstellungen Samstag, 28. Oktober 2017, 17 Uhr Mittwoch, 1. November 2017, 17 Uhr Donnerstag, 2. November 2017, 20 Uhr Mittwoch, 8. November 2017, 20 Uhr Freitag, 17. November 2017, 20 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung

Hedy Kreier, St.Gallen

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Der Choreograf Ronald Savkovic begibt sich mit der Tanzkompanie auf die Spuren eines der berüchtigtsten Herrscher der römischen Antike. Miroslav Baku komponiert die emotional eindringliche Musik, Armand Vilaf verwandelt die Lokremise in ein Filmstudio, und Aleksandar Nosphal gestaltet die vielschichtigen monochromen Kostüme, die wir hier in ausgewählten Figurinen, zusammen mit Probenfotos aus dem Ballettsaal, vorstellen. Die Lokremise ein Filmstudio? Caligula inszeniert seine letzte Stunde, einen Rückblick auf sein Leben seit dem Tod seiner geliebten Schwester Drusilla, seinen eigenen Tod im Theater als finale Performance. Wir sehen Caligulas Traum vom Mond. Wir sehen seine wechselnden Launen und Verwandlungen, sehen den Liebhaber, den Freund, den Gatten, den Wüstling, den Tyrannen. Und Roms Patrizier sind nicht nur mehr oder weniger freiwillige Zuschauer dieses Staatsschauspielers und Selbstdarstellers, sondern auch Mitspieler und Opfer. Den Kaiser spielen bekanntlich immer die anderen, und die Römer lassen diesen Nachfahren des Augustus gewähren und schauen ohnmächtig zu, wie er sie demütigt, ihresgleichen hinrichten lässt, ihre Frauen missbraucht und prostituiert. Eine Sonderstellung kommt Caesonia, seiner vierten Frau, zu: Trotz aller Misshandlungen hält sie sich an Caligulas Seite und ist vielleicht die einzige Person, mit der er echte Nähe für mehr als nur einen spielerischen Augenblick zulässt. Ein Freigelassener versucht sich als Berater und Spielleiter zu profilieren, ein Prätorianeroffizier gibt die Stimme der Vernunft, ein Verwandter glaubt an Freundschaft, doch letztlich spielen alle mit und entrichten Opfergaben, wenn der Kaiser

sich als Venus feiern lässt. Die von Caligula ausgehende negative Energie staut sich hinter ihren Masken in ihnen auf – man sieht und spürt diese absorbierte negative Energie in Aleksandar Nosphals Figurinen mit den ausnahmslos schwarzen Stoffmustern für die Patrizier. Im Laufe des Stückes legen sie die Masken und Kostümschichten ab, liegen die verwundeten Körper und Seelen bloss. Die fortgesetzten Demütigungen zwingen die Patrizier irgendwann zu reagieren: Unter Führung des Prätorianeroffiziers Chaerea schreiten sie zum Tyrannenmord. Doch ist nicht auch dies letztlich Teil von Caligulas Inszenierung? (mb)


Alberto Terribile als Caligula, Ana SĂĄnchez MartĂ­nez als Caesonia, Emily Pak als Callistus, Lorian Mader als Lepidus, Hoang Anh Ta Hong als Chaerea sowie weitere Mitglieder der Tanzkompanie des Theaters St.Gallen. Fotos: sk

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Figurinen von Aleksandar Nosphal

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Schlachtfeld Familie Tracy Letts’ Eine Familie wieder auf der Bühne

Es geht um Schuld, Lüge, Betrug, Selbstzerstörung, Alkohol, Inzest und unerfüllte Liebe. Messerscharfe Wortgefechte schlagen tiefe Wunden und machen das Stück Eine Familie von Tracy Letts zu einem Psychokrieg der Generationen, der sich stets zwischen Tragik und bitterer Komik bewegt. Der pensionierte Literaturprofessor und gescheiterte Dichter Beverly Weston hält das Leben mit seiner krebskranken Frau Violet in der öden Provinz Oklahomas nicht länger aus und verschwindet. Als seine Frau Violet daraufhin völlig verzweifelt die gesamte Familie zusammentrommelt, entspinnt sich ein abgründiges Familiendrama. Eine Familie ist mehr als ein Gegenentwurf zum amerikanischen Traum und zur Familie als letzter Bastion. Letts wirft einen kritischen Blick auf die heutige amerikanische Gesellschaft, die sich permanent selbst betäubt, um der eigenen Realität nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Mit dieser Realität spielt Letts auf die amerikanische Geschichte, genauer auf den Genozid an den Indianern an. Das Magazin «Saiten» schrieb über die Inszenierung am Theater St.Gallen: «Bei allen Turbulenzen merkt man rasch: Der Regisseur mag seine Figuren, noch in der grössten Erbärmlichkeit behalten sie ihre Würde und ihre Liebenswürdigkeit. Das gilt allen voran für Birgit Bücker. Sie spielt Violet, den despotischen Mittelpunkt des Stücks, mit flackerndem Blick und zugekniffenem Mund, sekundenschnell kippend zwischen Wrack und Vamp, böse und bedauernswert. Um sie herum läuft das komplette Ensemble zu Hochform auf.»

Eine Familie. Foto: Iko Freese

Vorstellungen: Dienstag, 24. Oktober 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 29. Oktober 2017, 19.30 Uhr Mittwoch, 8. November 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 12. November 2017, 17 Uhr Dienstag, 14. November 2017, 19.30 Uhr

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Die Reise geht weiter Container.St.Gallen im Lattich-Quartier

Der Lattich am Güterbahnhof bereitet sich auf die Winterpause vor. Seit Ostern steht dort der blaue Schiffscontainer des Theaters St.Gallen inmitten einer kleinen Containersiedlung. Im Sommer gab es eine Trash-Modenschau, einen Abend mit Heiner Müllers Traumtexten, Live-Hörspiele und und und ... Für die letzten Wochen hat das Schauspielensemble noch ein paar kleine Leckerbissen aus seinem unerschöpflichen Textfundus hervorgeholt. «Müssiggang» mit Pfefferbeere Die Pfefferbeere macht ein zweites Mal halt im Lattich mit Live-Musik. Wie schon im August wird das Areal mit dem Flair eines Grossstadt-Sonntags verwandelt. Ungezwungen raus aus der Wohnung, sich gesellen und geniessen, sich tummeln und fallen lassen, lauschen, riechen, entdecken, sich freuen und lachen ...

Trash-Modenschau vor dem Container. Foto: ab

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Ein Sonntag, wie ihn Zürcher und Berliner gleichermassen hassen und lieben würden: theatrale Inventionen mit Texten von Loriot und anderen, von der Vorspeise bis zum Digestif. Die Schauspielerinnen Anja Tobler und Birgit Bücker lesen zusammen mit Regieassistent Nils Wiegand Texte über das Essen, führen Tischgespräche – und werfen den Tisch um. pfefferbeere.ch Sonntag, 8. Oktober 2017 ab 10 Uhr, Lattich-Quartier Walter Rufer: «Der Himmel ist blau – ich auch. Schwabinger Tagebücher.» Ein – vermutlich nicht mehr lebender – Zeitgenosse, ein Schriftsteller, über den kein Archiv und kein Interneteintrag weitere Auskünfte geben; ein Schauspieler und Dichter, der beinahe im letzten Jahrhundert verloren gegangen wäre: Walter Rufer. Sein einziges Werk geriet in Vergessenheit und wurde zufällig auf einem Dresdner Wühltisch wiederentdeckt. Seitdem sucht man quer durch die Antiquariate händeringend nach dem Schwabinger «Sugar Man», doch ohne Erfolg. Walter Rufers Schwabinger Tagebücher sind komische Aufzeichnungen über die Liebe, das Schreiben, das Nichtstun und den Suff. Parallel lädt die HALLE von 10 bis 16 Uhr zum zweiten Mal ein zum Verkaufen, Feilschen, Stöbern und Kaufen. FLOHMARKT !

Mit Anja Tobler, Christian Hettkamp und Oliver Losehand. Sonntag, 22. Oktober 2017 14 Uhr, Lattich-Quartier Only just starting! – Der grosse Saisonabschluss Lattich 2017 feiert Saisonschluss. Sechs pralle und Lust auf mehr machende Monate voller Begegnungen, Kulturevents und manchem anderen gehen vorüber. Aber bevor sich der Lattich in den Winterschlaf begibt, zeigen wir im Container noch einige subkutane Interventionen, einen theatralen Grill, Texte über das Feiern, Bier, Würstchen und den Kater. Was Theater auch sein kann ...

Schallplattenunterhaltung von Monsieur Gulaque. Mit Mitgliedern des Ensembles. Samstag, 28. Oktober 2017 18 Uhr, Lattich-Quartier Weitere Informationen unter lattich.ch


Sieben Gewinner Choreografenwettbewerb zu den sieben Todsünden

Caroline Beach, Joshua Monten, Louisa Rachedi, Morgan Reid, Pablo Sansalvador, Malcolm Sutherland sowie Ian Whalen und Joseph Hernandez sind die Gewinner des Wettbewerbs zu den sieben Todsünden. Wir haben uns mit der Leiterin der Tanzkompanie unterhalten. Beate Vollack, was war der Antrieb für den Choreografenwettbewerb? Die Ausschreibung für das Projekt Sieben ist für mich gleich in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen erinnert es mich an eine Inszenierung, in der ich mich vor Jahren selbst mit den Sünden auseinandergesetzt und sie schliesslich tänzerisch umgesetzt habe. Zum anderen ist mir die Situation der Teilnehmer noch sehr präsent: der Drang, sich als Choreograf zu etablieren und zu verwirklichen. Der Wechsel vom Tanzen zum Choreografieren ist nicht einfach, denn man muss Erfahrungen mitbringen, nicht nur als Tänzer, sondern auch als Choreograf. Daher haben wir am Theater St.Gallen beschlossen, den Wettbewerb mit dem Titel Sieben zu initiieren und so sieben Choreografen eine Starthilfe zu geben. Warum das Thema der sieben Todsünden? Die Thematik der Todsünden ist für ein solches Projekt eine unversiegbare Quelle. Denn sind nicht die noch nicht begangenen Sünden, die noch in unserem Kopf herumspuken, viel grösser als jene, die wir tatsächlich begehen? Ist es nicht viel spannender und interessanter, sich Dinge vorzustellen und auszudenken, als sie tatsächlich zu tun? Diese Fantasien auszuleben, jemand anderes zu sein, unseren Gelüsten und Begierden nachzuforschen, ist uns auf der Bühne möglich. Unseren Zuschauern kann ich nur sagen: Trauen Sie sich, kommen Sie und forschen Sie mit uns nach Ihren Abgründen und Sünden!

Otto Dix: Die sieben Todsünden, 1933 . Beginnend links unten, im Uhrzeigersinn: Geiz, Neid, Zorn, Hochmut, Völlerei, Wollust, Trägheit.

Wie wurden die sieben Gewinner gefunden? Die Künstler sollten ihr Konzept mit passenden Musik- und Kostümvorschlägen zu einer der sieben Todsünden einreichen. Unsere Jury, bestehend aus David Pountney (Intendant der Welsh National Opera und Regisseur), Dr. Katja Schneider (Tanz- und Theaterwissenschaftlerin an der LudwigMaximilians-Universität München), Christian Spuck (Direktor des Balletts Zürich), Jörg Weinöhl (Ballettdirektor der Oper Graz) und mir selbst, hat folgende Gewinner ausgesucht:

Superbia /Hochmut: Caroline Beach Avaritia /Geiz: Malcolm Sutherland Luxuria /Wollust: Louisa Rachedi Ira / Zorn: Joshua Monten Gula / Völlerei: Pablo Sansalvador Invidia / Neid: Morgan Reid Acedia/ Trägheit: Ian Whalen und Joseph Hernandez Wir gratulieren den GewinnerInnen und freuen uns auf einen spannenden kreativen Prozess ab Februar sowie eine aufregende Präsentation der Visionen ab dem 12. April 2018 in der Lokremise! (cd) 13


LOK in Space

Kost-Probe, Öffentliche Probe und Nachgespräche Caligula in der Lokremise

Spontan oder verplant? Ermässigungen für Jugendliche und junge Erwachsene

Logbucheintrag 13/10/2017: Unregelmässigkeiten bei der morgendlichen Kontrolle der Aussensektoren. Nicht einzuordnende Frequenzstörungen. Fehler konnte durch Neujustierung des Satelliten behoben werden. Am Nachmittag plötzlich auftretendes, undefinierbares akustisches Signal im Sektor C. Melodisch, sirenenhaft, wie ein Flüstern ... Am Versuch einer genaueren Lokalisierung gescheitert. Der Eigentest körperlicher Funktionen ergibt ein hohes Schlafdefizit, leicht erhöhte Temperatur, temporärer Schwindel ... Vielleicht ist es auch nur dieses beschissene Raumschiff. Hey, ihr da draussen, es sind jetzt drei Jahre! Meine Frau ... meine Frau, wenn ich sie überhaupt noch so nennen kann. Ich glaube, ich werde langsam verrückt. Bitte um schnellstmöglichen Ersatz hier oben. Sofort!!

Die Tanzkompanie bietet im Oktober gleich zwei Gelegenheiten, erste Einblicke in die Neuproduktion Caligula zu gewinnen: Bei der Kost-Probe am 14. Oktober stellt Ihnen Choreograf Ronald Savkovic sein neues Tanzstück im Gespräch vor, und da man über Tanz nicht einfach nur reden soll, sondern ihn sehen und erleben muss, dürfen Sie anschliessend ein paar Ausschnitte vorkosten. Bei der öffentlichen Probe am 18. Oktober können Sie die Probenarbeit unmittelbar miterleben und eine Stunde lang bei der Entstehung des neuen Tanzstückes schnuppern. Die Tanzkompanie und ihre Leiterin Beate Vollack freuen sich, Sie an unserem kreativen Prozess teilhaben zu lassen. Holen Sie sich Appetit auf mehr! Ausserdem bieten wir Ihnen im Anschluss an ausgewählte Vorstellungen ein besonderes Dessert: Beim Nachgespräch nach Caligula am 28. Oktober und 17. November sind Sie herzlich eingeladen, mit Tänzern der Produktion ins Gespräch zu kommen. Ihre Meinung ist uns wichtig! (mb)

Ja. Theater machen ist teuer. Und nein. Theater besuchen ist es nicht. An der Abendkasse erhalten alle Spontanen bis 20 sowie Studierende bis 30 ihr Ticket zum halben Preis. Konzerttickets kosten dann noch 10 Franken. Last minute. Und damit nicht genug: Hast du eine OnStage-Karte, kostet dich dein Theaterbesuch am Dienstag generell 15 Franken. Egal welches Stück, egal welche Kategorie, auch im Vorverkauf (z. B. Eine Familie am 24. Oktober, Die Gezeichneten am 31. Oktober oder La bohème am 21. und 28. November). An den anderen Tagen kannst du von 50 % Ermässigung profitieren. So erhältst du dein Ticket für alle Vorstellungen Caligula oder Räuberhände für je 14 Franken. Ausserdem diverse Vergünstigungen in der St.Galler Kultur. Hast du schon eine OnStage-Karte? – Recht hast du. Hast du noch keine? – Für 20 Franken an der Theaterkasse kaufen. Jetzt! (mf)

Nachtzug Schauspiel

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Seltsame Dinge gehen vor sich auf der Raumstation «Saint Gilles». Der Raumfahrer Tobey Tobsen zweifelt an seiner eigenen Wahrnehmung. Er glaubt, allmählich den Verstand zu verlieren. Woher kommen diese seltsamen Stimmen? Und immer wieder der Gedanke an seine Frau Flora. Die Wahrheit ist irgendwo dort draussen.

Von und mit Patrícia Flores und Tobias Graupner Nachtzug Schauspiel Freitag, 13. Oktober 2017 21 Uhr, Lokremise

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Weitere Infos theatersg.ch/tickets  Ermässigungen Kost-Probe Caligula Samstag, 14. Oktober 2017 13 Uhr, Lokremise Eintritt frei Öffentliche Probe Caligula Mittwoch, 18. Oktober 2017 19.30 Uhr, Lokremise Eintritt frei Nachgespräche zu Caligula Samstag, 28. Oktober 2017 Freitag, 17. November 2017 Jeweils im Anschluss an die Vorstellung Eintritt frei


Benefiz-Galaabend mit der Oper «La bohème» CHEIRA Swiss Humanitarian Surgery

Am 16. Dezember findet im Grossen Haus ein BenefizGalaabend mit der Oper La bohème statt. In den Hauptrollen zu erleben sind die italienische Sopranistin Serena Farnocchia als Mimì und der rumänische Tenor Teodor Ilincai als Rodolfo. Die Erlöse fliessen dem Verein « CHEIRA Swiss Humanitarian Surgery» zu. Durch das freiwillige und ehrenamtliche Engagement aller Involvierten des Vereins werden die Eintrittsgelder vollumfänglich da eingesetzt, wo Hilfe dringend benötigt wird: bei den Menschen vor Ort. «CHEIRA Swiss Humanitarian Surgery» hat sich der Organisation und der Durchführung von medizinischen Massnahmen für hilfsbedürftige Menschen verschrieben. CHEIRA engagiert sich in Entwicklungsländern und Krisengebieten, wo die Menschen ganz besonders auf Hilfe angewiesen sind. Im Fokus der Tätigkeit stehen entstellende und invalidisierende Leiden wie die Infektionskrankheit Noma, die Folgen von Tumoren, Unfällen oder Schlangenbissen sowie angeborene Fehlbildungen. Die OP-Teams von CHEIRA führen unterschiedlichste Spezialeingriffe durch, die von den örtlichen Ärzten und Spitälern nicht vorgenommen werden können. Der Begriff Cheira stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Hand. Er steht aber auch symbolisch für das Engagement des Ostschweizer Vereins: CHEIRA bietet Hand, wo Hilfe dringend benötigt wird, geht den Menschen vor Ort zur Hand und arbeitet Hand in Hand mit ihnen, um ihnen so ein besseres Leben zu ermöglichen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Spitälern kann die vorhandene

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Infrastruktur genutzt und die Nachbehandlung der Patientinnen und Patienten sichergestellt werden. Neben den chirurgischen Eingriffen werden Wissen und Erfahrungen mit den Fachleuten vor Ort ausgetauscht, damit das Projekt nachhaltig greift. Wann immer möglich arbeitet CHEIRA mit anderen Organisationen zusammen – für eine gewinnbringende Nutzung von Synergien und einen optimalen Ressourceneinsatz. Pro Jahr führt CHEIRA zwei Missionen durch. Pro Hilfseinsatz will der Verein mindestens 40 Kindern das Leben nachhaltig verbessern: sei dies in funktioneller Hinsicht, sei dies durch eine verbesserte Ästhetik und eine dadurch gesicherte Rückkehr in die Dorfgemeinschaft. Alle Involvierten engagieren sich ehrenamtlich. Die Kosten für eine Mission betragen ca. 70 000 Franken. Die Finanzierung erfolgt durch Materialund Geldspenden. Mit dem Erlös aus den Eintrittsgeldern vom Benefiz-Galaabend können weitere Hilfseinsätze finanziert werden.

Weitere Informationen zu CHEIRA finden Sie unter www.cheira.org. La bohème Samstag, 16. Dezember 2017 19 Uhr, Grosses Haus Der Ticketpreis beträgt Fr. 200.– (inkl. Apéro riche) Tickets können beim Theater St.Gallen bestellt werden unter 071 242 06 10 oder e.reding@theatersg.ch

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Farbenreiche Klang- und persönliche Seelengemälde Baltische Musik und die Pathétique

Pathétique – Russland Litauen Lettland 2. Tonhallekonzert Freitag, 27. Oktober 2017 19.30 Uhr, Tonhalle Sonntag, 29. Oktober 2017 17 Uhr, Tonhalle Modestas Pitrenas, Leitung Davide Jäger, Englischhorn Mikalojus Konstantinas Čiurlionis Im Walde Pēteris Vasks Konzert für Englischhorn und Orchester Pjotr I. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 Pathétique Mit grosszügiger Unterstützung

Im 2. Tonhallekonzert durchstreift das Sinfonieorchester St.Gallen mit einem Programm aus litauischer, lettischer und russischer Musik überwältigende sinfonische Klang- und Seelenlandschaften. Mit Mikalojus Konstantinas Čiurlionis stellen wir einen hierzulande weitgehend unbekannten, für die litauische Kultur jedoch wegweisenden Komponisten vor. Und wir freuen uns, dass wir den Litauer Modestas Pitrenas nach seinen bisherigen Gastauftritten hier in St.Gallen nun als designierten Chefdirigenten begrüssen dürfen.

Mikalojus Konstantinas Čiurlionis, Meeressonate ( 1908 ): Allegro, Andante, Finale.

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Mikalojus Konstantinas Čiurlionis war in seiner Universalbegabung als Komponist, Maler und Literat eine Ausnahmeerscheinung und für die bildende Kunst und die Musik Litauens um 1900 die prägende Figur. Er verfolgte das Ideal sich gegenseitig durchdringender Künste und schuf Bilderzyklen mit Titeln wie Sonate, Präludium oder Fuge. 1875 als Sohn eines Organisten im südlichen Litauen geboren, wuchs Čiurlionis polnisch sprechend auf und trat als 14-Jähriger ins Privatorchester des polnisch-litauischen Fürsten Michał Ogiński ein, bevor er mithilfe privater Förderer ans Warschauer Konservatorium wechselte und dort die Fächer Klavier und Komposition belegte. 1901/02 führte ihn ein Studienjahr an das Leipziger Konservatorium, wo er von Carl Reinecke und Salomon Jadassohn unterrichtet wurde – beides Komponisten, die der älteren Tradition des 19. Jahrhunderts angehörten und in Leipzig ihr letztes Dienstjahr absolvierten. Nach seiner Rückkehr nach Warschau schrieb sich Čiurlionis an der dortigen Kunstakademie ein und kehrte erst später in seine Heimat Litauen zurück, wo er sich intensiv mit litauischen Volksliedern zu beschäftigen begann.


Čiurlionis war Mitbegründer des litauischen Kunstverbandes und plante eine eigene Ausstellung in St. Petersburg, die er jedoch nicht mehr erleben sollte. Er starb im Frühjahr 1911 im Alter von nur 35 Jahren.

«Die Musik besitzt eine eigene Architektur, die auch in anderen Künsten verwendet werden kann.» Als erster litauischer Komponist schrieb Čiurlionis mit Miške (Im Walde, 1900/01) und Jūra (Das Meer, 1903 – 1907) Sinfonische Dichtungen, die für die litauische Musikgeschichte eine entsprechende Pionierfunktion einnahmen. Dafür griff Čiurlionis die Tradition der instrumentalen Landschaftsmalerei auf, wie sie Beethoven mit seiner sechsten Sinfonie, der ‹Pastoralsinfonie›, eröffnet hatte und wie sie damals geradezu in Mode war (man denke etwa an Alexander Borodins Steppenskizze aus Mittelasien von 1880 oder Claude Debussys La Mer von 1903 – 1905). Später wandte er sich bisweilen experimenteller Klaviermusik zu. In seinen Bildern sind die Kunstrichtungen der Zeit, Symbolismus und Jugendstil, deutlich zu erkennen. Und das Thema Musik durchzieht sie wie ein roter Faden: Čiurlionis schuf mehrere Sonatenzyklen wie die Sternsonate oder die dreiteilige Meeressonate. Heute sind die lichtempfindlichen, kaum reisetauglichen Bilder von Čiurlionis im eigens für seine Kunst errichteten Nationalmuseum von Kaunas (der zweitgrössten Stadt Litauens) ausgestellt. Zum Einstieg in unser 2. Tonhallekonzert erklingt Čiurlionis’ erste Sinfonische Dichtung Im Walde, die seine Gabe farbenprächtigen Mischens auf der musikalischen Palette eindrücklich zeigt. «Das Ideale kommt langsam, piano, als Gesang» – Pēteris Vasks Konzert für Englischhorn und Orchester Der 1946 in Lettland geborene Pēteris Vasks ist ebenfalls ein begnadeter Klangmaler, sein Stil direkt und unmittelbar fasslich. Vasks arbeitet mit schlichten, oft auch folkloristisch inspirierten und vertraut klingenden Mitteln, die allerdings einen gros-

Modestas Pitrenas

sen Erfindungsschatz bergen. Er gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen Komponisten und versteht seine Musik als spirituelle Kraft: «Es geht um Ideale, um Glauben und um Liebe. Das sind die Botschaften meiner Musik, die ich den Menschen mitteilen muss». Und diese übersetzt Vasks in oft lyrisch-schwebende Kompositionen, denn «das Ideale kommt langsam, piano, als Gesang». Es ist daher wenig erstaunlich, dass Vasks ein Solokonzert für Englischhorn geschrieben hat, also für das Instrument, das für expressive und weit ausgreifende Melodien – erst in der Oper, später in der romantischen Sinfonik – geschätzt und entsprechend eingesetzt wurde. Wir freuen uns, dass mit Davide Jäger ein Musiker aus den eigenen Reihen den Solopart übernimmt. Tschaikowskys Pathétique Kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte ist dermassen von Mythen umwoben wie Pjotr I. Tschaikowskys 6. Sinfonie. 1893 und damit nur wenige Wochen vor Tschaikowskys Tod entstanden, wurde ihr alleine durch die Tatsache, seine letzte grosse Schöpfung zu sein, die Bedeutsamkeit eines Schlusswortes zuteil. Und die Legenden um dieses Werk fielen auf fruchtbaren Boden: Die ungeklärten Todesumstände des russischen Komponisten befeuerten die Interpretationen. In der einen Version soll Tschaikowsky in suizidaler Absicht Cholera-verseuchtes

Wasser getrunken haben, in einer anderen seiner Homosexualität wegen zum Selbstmord gezwungen worden sein. Und die eigenen Äusserungen über seine 6. Sinfonie taten ein Übriges, etwa wenn er 1893 berichtete, er habe «übergrosse Lust, eine grandiose Sinfonie zu schreiben», die den «Schlussstein» seines ganzen Schaffens bilde. Dass die Sinfonie später den Beinamen Pathétique bekam, verlieh ihrer Mystifizierung nur noch weiteren Schub. Doch Beiname und Legenden hätten sich wohl kaum so dauerhaft gehalten, wenn sie mit dem melancholischen Temperament dieser so eindrücklichen und bewegenden Sinfonie selbst nicht korrespondiert hätten. Die «Todestonart» h-Moll, schmerzvolle fallende Vorhaltsekunden, das versiegende finale Adagio lamentoso – wenige andere Komponisten haben ihrer Musik ein so persönliches, tiefes Bekenntnis mitgegeben wie Tschaikowsky insbesondere seiner 6. Sinfonie. Er hatte in dieses Werk, «ohne Übertreibung gesagt», seine «ganze Seele gelegt» und damit sein «bestes Werk» überhaupt geschrieben. (ff)

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Peter und der Wolf Die wohl schönste und abenteuerlichste Instrumentenkunde

Peter und der Wolf Schul- und Familienkonzert [6 – 12] Freitag, 3. November, Schulkonzert 10.30 Uhr, Tonhalle Sonntag, 5. November, Familienkonzert 11 Uhr, Tonhalle Donnerstag, 9. November, Schulkonzerte 9.30 Uhr und 10.40 Uhr, Tonhalle Hermes Helfricht, Leitung Pamela Dürr, Erzählerin Sergej Prokofjew Peter und der Wolf

Prokofjews sinfonisches Märchen um den kleinen Peter, der sich auf einem abenteuerlichen Streifzug durch die Welt ausserhalb des Gartenzauns des grossväterlichen Hauses mit Ente, Katze, Vogel und Wolf anfreundet beziehungsweise (im Falle des Wolfs) anlegt, ist ein wahrer Klassiker.

Prokofjew aber war nicht nur ein ausgezeichneter Geschichten-Erzähler und Melodien-Erfinder, er war auch ein ebenso versierter Instrumentator. «Welches Instrument sollte den Grossvater porträtieren?» fragte er sich zum Beispiel, als er das Werk 1936 schrieb, oder: «Welches Instrument wähle ich für die Ente, welches für den Wolf?» Diesen Fragen spüren wir am Anfang der Aufführung noch einmal nach – und wer weiss, vielleicht hat ja jemand eine alternative Idee, wie Ente, Wolf & Co. auch noch klingen könnten? In der anschliessenden Aufführung von Peter und der Wolf in der schweizerdeutschen Erzählfassung von Pamela Dürr kann man sich dann jedenfalls von Prokofjews klingenden Porträts verzaubern lassen. (ff)

Der russische Komponist Sergej Prokofjew erfand diese liebevolle Geschichte selbst, um Kindern die Orchesterinstrumente vorzustellen, und stattete ihre Protagonisten – Peter, seinen Grossvater und die Tiere – mit Melodien aus, die so einfallsreich und passend sind, dass sie niemand so leicht vergisst, der diese musikalische Geschichte je gehört hat.

Foto: Coralie Wenger

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Donnerstag, 5. Oktober 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 15. Oktober 2017, 14.30 Uhr und 19.30 Uhr Freitag, 20. Oktober 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 22. Oktober 2017, 17 Uhr Donnerstag, 26. Oktober 2017, 19.30 Uhr Montag, 30. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Die Räuber Schauspiel von Friedrich Schiller

«Wie die zwei Amalien leistet das ganze Räuber-Ensemble drei Stunden lang Theater mit ganzem Körpereinsatz. Allen voran Tobias Graupners Franz. Er presst sich vom ersten stockenden «Warum» an seinen Riesentext aus dem von Magenkrämpfen geplagten Leib heraus. Ein Nervenbündel, eine Zeitbombe.» (Saiten)

Mise en Scène Aktuell im Spielplan


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Mittwoch, 4. Oktober 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 8. Oktober 2017, 14.30 Uhr Dienstag, 31. Oktober 2017, 19.30 Uhr Dienstag, 7. November 2017, 19.30 Uhr

Die Gezeichneten Oper von Franz Schreker

«Man konnte sich an diesem Abend kaum satthören an diesem spätromantischen, reichhaltig instrumentierten Klangrausch, der […] ein manchmal irisierendes, dann wieder verdichtetes Gewoge aus Sehnsucht, Erotik, Dramatik und martialischen Klängen formte.» (oper aktuell)


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Samstag, 28. Oktober 2017, 14 Uhr Mittwoch, 1. November 2017, 14 Uhr Samstag, 4. November 2017, 14 Uhr Samstag, 11. November 2017, 14 Uhr (Zum letzten Mal)

Der Kleine und das Biest Kinderstück nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter (4+)

«Frauke Jacobi inszeniert das schwere Thema leichtfüssig und mit viel Humor.» (St. Galler Tagblatt)

«Allein mit der Sprachpartitur aus lückenhaften, sich überlagernden, an Dialogen haarscharf vorbeizielenden Sätzen leisten die Schauspieler Grosses: Anja Tobler, Oliver Losehand als quengelig verletzlicher Schluffi Holger und Christian Hettkamp als ichverliebter Aufschubkünstler.» (St. Galler Tagblatt) Mittwoch, 4. Oktober 2017, 20 Uhr Freitag, 6. Oktober 2017, 20 Uhr Mittwoch, 11. Oktober 2017, 20 Uhr Samstag, 14. Oktober 2017, 20 Uhr (Zum letzten Mal)

X-Freunde Schauspiel von Felicia Zeller


Im Requisitenfundus # 2 Grammophon aus der Festspieloper Loreley

Einst sollte das antike Grammophon beim Tanzabend Roméo et Juliette in der Spielzeit 2014/2015 seinen grossen Auftritt bekommen. Da das Konzept für Bühne und Kostüm ausschliesslich die Farben Schwarz und Weiss vorsah, war auch das Schicksal des Plattenspielers – ein schwarzer Anstrich – schnell besiegelt. Mit einer kleinen Vorahnung zögerten die Requisiteure den Farbwechsel so weit wie möglich hinaus. Es tat ihnen so leid um das Gerät, die schwarze Farbe hätte es für andere (Bühnen-)Zwecke unbrauchbar gemacht. Während einer Hauptprobe wurde der Auftritt des Grammophons dann kurzerhand vom Produktionsteam aus dem Stück gestrichen. Zum Glück hatten unsere Requisiteure einen siebten Sinn. Nach zwei Jahren Schönheitsschlaf im Fundus feierte das Grammophon in diesem Sommer endlich sein Bühnendebüt auf dem Klosterhof bei der Festspieloper 2017: Loreley. (sk)

Loreley. Foto: T+T Fotografie

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Oktober

So 01 17 – 19.20 Uhr Einführung um 16.30 Uhr, Studio

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi Abo SoN-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung Mo 02 19.30 – 22.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller Abo VB-C | frei, Grosses Haus Mi 04 19.30 – 22.20 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Mi 11

20 – 21.25 Uhr

X-Freunde Schauspiel von Felicia Zeller Abo S-Mi | frei, LOK Fr 13

21 Uhr

LOK in Space  Nachtzug Schauspiel frei, LOK

Sa 14

13 Uhr

Kost-Probe «Caligula» Einführung in das Tanzstück von Ronald Savkovic Eintritt frei, LOK

Die Gezeichneten

Oper von Franz Schreker Abo Mi-G | Mi-mu | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Müller-Lehmann-Fonds

Schauspiel von Felicia Zeller frei, LOK

20 – 21.25 Uhr

X-Freunde Schauspiel von Felicia Zeller frei, LOK Do 05 19.30 – 22.30 Uhr

Die Räuber Schauspiel von Friedrich Schiller Abo VB-A | frei, Grosses Haus Fr 06 19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Nabucco

ZUM LETZTEN MAL 20 – 21.25 Uhr

X-Freunde So 15

14.30 – 17.30 Uhr Einführung um 14 Uhr, Studio Nachgespräch um 17.30 Uhr, Studio

Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller Abo SoN-A | frei, Grosses Haus

19.30 – 22.30 Uhr

Die Räuber Schauspiel von Friedrich Schiller Abo SoA | SG-So | frei, Grosses Haus Mi 18 19.30

Öffentliche Probe «Caligula»

Oper von Giuseppe Verdi Abo M-Fr | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung

Einblick in das Tanzstück von Ronald Savkovic Eintritt frei, LOK

X-Freunde

Schauspiel von Friedrich Schiller Abo Fr | frei, Grosses Haus

Schauspiel von Felicia Zeller frei, LOK

Sa 21

20 – 21.25 Uhr

So 08 10 Uhr

«Müssiggang» mit Pfefferbeere Eintritt frei, Container im Lattich-Quartier

11 Uhr

Matinee «La bohème» Einführung in die Oper von Giacomo Puccini Eintritt frei, Foyer

14.30 – 17.20 Uhr Einführung um 14 Uhr, Studio

Die Gezeichneten Oper von Franz Schreker Abo VBK-1 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Müller-Lehmann-Fonds

Fr 20 19.30 – 22.30 Uhr

Die Räuber PREMIERE 19.30 Uhr

La bohème

Oper von Giacomo Puccini Abo PP | P | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung So 22 14 Uhr

Der Himmel ist blau – ich auch. Schwabinger Tagebücher Eintritt frei | Container im Lattich-Quartier

17 – 20 Uhr

Die Räuber Schauspiel von Friedrich Schiller Abo SoN-B | frei, Grosses Haus

25


November

Di 24 WIEDERAUFNAHME 19.30–22.10 Uhr

 Eine Familie

Dramödie von Tracy Letts Abo Fern A+B | frei, Grosses Haus Mi 25 URAUFFÜHRUNG 20 Uhr

 Caligula

Tanzstück von Ronald Savkovic Abo Tanz | frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier Do 26 19.30 – 22.30 Uhr

Die Räuber Schauspiel von Friedrich Schiller Abo KV | frei, Grosses Haus Fr 27

19.30 – 22.20 Uhr

Tanz der Vampire Musical von Michael Kunze und Jim Steinman frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

KONZERT 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr

Pathétique

2. Tonhallekonzert Abo Fr | frei, Tonhalle Unterstützt von Max Pfister Baubüro Sa 28 14 – 14.45 Uhr

Der Kleine und das Biest

Kinderstück nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter (4+) frei, Studio Unterstützt von Migros-Kulturprozent, Helvetia Versicherungen

17 Uhr Nachgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Caligula

Di 31

19.30 – 22.20 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Die Gezeichneten

Oper von Franz Schreker Abo Di | CTV, frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Müller-Lehmann-Fonds Mi 01 14 – 14.45 Uhr

Der Kleine und das Biest Kinderstück nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter (4+) frei, Studio Unterstützt von Migros-Kulturprozent, Helvetia Versicherungen

17 Uhr

Caligula Tanzstück von Ronald Savkovic frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

La bohème

Oper von Giacomo Puccini Abo Mi-G | Mi-mu | SG-Mi | frei Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung

Tanzstück von Ronald Savkovic frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier

Do 02 19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

18 Uhr

Saisonabschluss im Lattich Eintritt frei | Container im Lattich-Quartier

Oper von Giuseppe Verdi Abo VB-A | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Only just starting!

La bohème

Oper von Giacomo Puccini Abo MuB | O | Sa, frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung So 29 KONZERT 17 Uhr Einführung um 16 Uhr

Pathétique

2. Tonhallekonzert Abo So | M, frei, Tonhalle Unterstützt von Max Pfister Baubüro 19.30 – 22.10 Uhr

Eine Familie

Nabucco

20 Uhr

Caligula Tanzstück von Ronald Savkovic frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier Fr 03 19.30 – 22.20 Uhr

Tanz der Vampire Musical von Michael Kunze und Jim Steinman frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien Sa 04 14 – 14.45 Uhr

Der Kleine und das Biest

Dramödie von Tracy Letts Abo VB-D | frei, Grosses Haus

Kinderstück nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter (4+) frei, Studio Unterstützt von Migros-Kulturprozent, Helvetia Versicherungen

Mo 30 19.30 – 22.30 Uhr

Die Räuber  chauspiel von Friedrich Schiller S

26

frei, Grosses Haus

19.30 – 22.20 Uhr

Tanz der Vampire Musical von Michael Kunze und Jim Steinman frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien


So 05 KONZERT 11 Uhr

Sa 11

Familienkonzert (6–12), Tonhalle

Kinderstück nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter (4+) frei, Studio Unterstützt von Migros-Kulturprozent, Helvetia Versicherungen

Peter und der Wolf

14.30 Uhr Einführung um 14 Uhr, Studio

La bohème

Oper von Giacomo Puccini Abo SoN-A | VBK-2 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung Mo 06 19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

La bohème

So 12

Di 07 19.30 – 22.20 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Oper von Franz Schreker Abo MuA | VBK-3 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Müller-Lehmann-Fonds Mi 08 19.30 – 22.10 Uhr

Eine Familie

Lied-Matinee Tatjana Schneider

17 – 19.40 Uhr

Eine Familie

Dramödie von Tracy Letts Abo SoN-B | frei, Grosses Haus

KONZERT 17 Uhr

A la Françaix

Sonntags um 5 Abo So um 5 | frei, Tonhalle

Di 14

17 Uhr

19.30 – 22.10 Uhr

Eine Familie

Dramödie von Tracy Letts Abo Di | frei, Grosses Haus

Do 09 19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi Abo KV | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung 19.30 – 22.20 Uhr

Tanz der Vampire

Musical von Michael Kunze und Jim Steinman frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

11 Uhr

Tanzstück von Ronald Savkovic Geschlossene Veranstaltung, LOK Unterstützt von Hedy Kreier

20 Uhr

Tanzstück von Ronald Savkovic frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier

Tanz der Vampire

Caligula

Caligula

Fr 10

19.30 – 22.20 Uhr

Eintritt frei, Theaterfoyer

Dramödie von Tracy Letts Abo VB-B | frei, Grosses Haus

Der Kleine und das Biest

Musical von Michael Kunze und Jim Steinman frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Oper von Giacomo Puccini Abo VB-C | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung

Die Gezeichneten

ZUM LETZTEN MAL 14 – 14.45 Uhr

Do 16 KONZERT 19.30 Einführung um 18.30 Uhr, Tonhalle, kleiner Saal

Fr 17

Gringolts Quartett Metamorphosen

KONZERT 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr

Brahms 4

3. Tonhallekonzert Abo Fr | frei, Tonhalle Unterstützt von Brauerei Schützengarten AG

KONZERT 19.30 Uhr

Brahms 4

3. Tonhallekonzert Abo K+ | Do | frei, Tonhalle Unterstützt von Brauerei Schützengarten AG

20 Uhr Nachgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Caligula

Tanzstück von Ronald Savkovic frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier

1.  Meisterzyklus-Konzert Abo MZ | frei, Tonhalle

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

Vorverkauf im VBSG -Pavillon Bahnhofplatz, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie­o rchester St.Gallen Redaktion: Susi Kaden (sk) Autoren: Armin Breidenbach (ab); Marius Bolten (mb); Mario Franchi (mf); Anja Horst (ah); Caroline Damaschke (cd); Franziska Frey (ff) Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 / Auflage: 6000 Stück / 24 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266

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Hofstetstrasse 14

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9300 Wittenbach

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9300 Wittenbach

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Aufmerksame Gedruckte Kultur. Aufmerksame Zuhรถrer. Zuhรถrer.

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Terzett Oktober 2017  

Monatsmagazin von Konzert und Theater St.Gallen