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März 2018


Oh namenlose Freude! Leonore und Florestan (Ludwig van Beethoven, Fidelio)


Peter Heilker Operndirektor

Am 15. März 1968 wurde das neue Theater am Stadtpark mit Ludwig van Beethovens Oper Fidelio eröffnet, und am 15. März 2018 feiern wir den 50. Geburtstag des Hauses mit einer Neuinszenierung von Fidelio unter der musikalischen Leitung unseres scheidenden Chefdirigenten Otto Tausk. Das Sinfonieorchester St.Gallen setzt sein Beethoven Spezial aus Anlass des Jubiläums im März mit dem Kammerkonzert Beethoven Septett und zwei Soloabenden des Pianisten Alexander Melnikov fort. 50 Jahre Theater am Stadtpark bedeuten nicht nur, dass der vielbeachtete Sichtbetonbau des Zürcher Architekten Claude Paillard seit fünf Jahrzehnten das Stadtbild mitprägt, sondern sie bedeuten auch ein halbes Jahrhundert SanktGaller Theatergeschichte. Seit 1968 ist dieses Haus von Musiktheater, Schauspiel und Tanz bespielt worden. Es gab grosse Klassiker, es gab Uraufführungen und Entdeckungen, es gab Tragödien und Komödien, Opern, Operetten, Musicals, Tanztheater, Kinder- und Jugendstücke, Studioproduktionen ... Tausende von spannenden, anregenden, unterhaltsamen, aufwühlenden, heiteren oder nachdenklichen Abenden für Sie und mit Ihnen, unserem Publikum. Theater lebt immer im Moment und kann nicht archiviert oder ausgestellt werden. Wir möchten die vergangenen 50 Spielzeiten in diesem Haus dennoch sichtbar machen und feiern das Jubiläum mit einer Plakatausstellung im Theaterfoyer. Jede Spielzeit von 1967/68 bis zu aktuellen ist mit einem Plakat vertreten, und die bunte Vielfalt der Plakatmotive und Designs spiegelt die Lebendigkeit des Theaterschaffens in diesem aussergewöhnlichen Gebäude. Feiern Sie mit uns, und besuchen Sie unsere Musiktheater-, Schauspiel- und Tanzvorstellungen! Wir freuen uns auf Sie und hoffentlich noch viele spannende Jahre im Theater St.Gallen.

4 Ein Hauch von Grossstadt 8 Reise durch die Archive – Theaterplakate aus 50 Jahren 10 Treu seit «Fidelio» 11 Von «Leonore» zu «Fidelio» 15 Kurz notiert 16 Die Schweiz im Kalten Krieg 19 Annäherung an eine engagierte Frau 20 Der Glaube bewirkt Wunder 22 Umjubelte Uraufführung 24 Wie zu Beethovens Zeiten 26 Beethovens Septett zum Mittag 27 Zweimal sechs um fünf 28 Mise en Scène 32 Im Requisitenfundus 33 Veranstaltungskalender

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Ein Hauch von Grossstadt Wie St.Gallen zu einem wegweisenden Theatergebäude kam

Das einst als «hässlicher Betonklotz» bezeichnete St.Galler Theater gilt heute als städtisches Wahrzeichen und steht unter Denkmalschutz. Vor 50 Jahren wurde es glanzvoll eröffnet. Die Journalistin Christina Genova blickt in der Gallusstadt, dem Jahresmagazin des St.Galler Tagblatts, zurück. «Stimmbürger, Steuerzahler! Man will Dir den schönsten Park deiner Stadt mit einem hässlichen Betonklotz – lies Theaterneubau zerstören (...). Keinen Rappen Steuergelder für den Theaterneubau! Am 8. Dezember ‹Nein›.» Das Zitat aus einem anonymen Flugblatt ist unterzeichnet mit «Besorgte Bürger». Das Flugblatt taucht erst wenige Tage vor der Abstimmung vom 8. Dezember 1963 auf, bei der die St.Galler über einen städtischen Beitrag von 2,5 Millionen an den Neubau des Stadttheaters St.Gallen zu entscheiden haben. Das anonyme Schreiben schafft es nicht, einen Stimmungsumschwung herbeizuführen. Die Mehrheit der Stimmbürger – Frauen haben damals noch nichts zu sagen – stimmt am 8. Dezember 1963 der Vorlage deutlich zu mit 7106 Ja gegenüber 4452 Nein. Der Neubau ist nötig, weil das 1857 vom Architekten Johann Christoph Kunkler erbaute Theater am Bohl in die Jahre gekommen ist und den Ansprüchen eines modernen Theaterbetriebs nicht mehr genügt (heute steht dort die Filiale einer Fastfoodkette). Die Presse steht hinter der Vorlage: Das «St.Galler Tagblatt» beschreibt unter dem Titel «Im Winter frieren manchmal die Farben ein» die prekären Verhältnisse in der Malwerkstatt, die aus Platzmangel an die Lindenstrasse ausgelagert ist. Und am 5. Dezember, drei Tage vor der Abstimmung, berichtet «Die Ostschweiz», dass von einem Rundgang des St.Galler Theatervereins durch die Räumlichkeiten des Stadttheaters aus Sicherheitsgründen abgesehen wurde: «Man könnte sich auf den steilen winkligen Treppen hinter der Bühne leicht ein Bein brechen oder aus Unachtsamkeit einen Möbelstapel zum Einsturz bringen und darunter begraben werden ... » 4

Das Sechseck als zentrales Element – sogar beim Kronleuchter: Blick während einer Probe von der Beleuchtungsgalerie zum Orchestergraben hinunter.

Das Theater vor dem Theater Das neue Theater im Stadtpark wird möglich durch eine ungewöhnliche Offerte. Im Herbst 1960 tritt die Firma Maus Frères S.A. an die Stadttheater AG mit dem Angebot heran, das Theater am Bohl für sieben Millionen zu kaufen. Dies in der Absicht, es abzu-

reissen und dort ein Warenhaus zu errichten. «Die Chance, auf verhältnismässig billige Weise zu einem neuen Theater zu kommen, wurde freudig ergriffen», schreibt die NZZ im Dezember 1966. Stadt und Kanton St.Gallen erteilen der Stadttheater AG das unentgeltliche Baurecht für die Errich-


das ganze Haus und die festlich gekleideten Menschen darin vermittelten eine für Sankt Gallen ganz ungewöhnliche weltstädtische Atmosphäre.» Die Premiere lockt viele Neugierige an: «Viele Zuschauer umstanden die Eingänge und beobachteten die anfahrenden Autos mit den eleganten Besuchern, die ihnen entstiegen, und sie kommentierten die Prominenz ebenso wie deren Kleidung.» Weitere Zaungäste stünden auf der Stadtparkseite auf den Mauern vor der grossen Fensterfront und drückten sich an den Scheiben die Nasen platt: «Es war beinahe wie an einem Filmfestival oder an einer Opernpremiere in Wien. Da gibt es ja auch vor dem Theater schon ein Theater.» An der ausverkauften Festpremiere wird gratis Sekt ausgeschenkt, «was natürlich die Stimmung noch um einige Grade erhöhte». Festansprachen werden abgelöst von Auftritten des Orchesters und des Kammerchors, die Ausschnitte aus der Cäcilien-Ode von Händel, die Ouvertüre zur Oper Titus von Mozart und den Festlichen Hymnus von Schoeck zum Besten geben. Seinen krönenden Abschluss findet der Eröffnungstag mit der Premiere von Ludwig van Beethovens Fidelio. Über das Ende des denkwürdigen Abends berichtet die «Volksstimme»: «Das Publikum konnte sich nicht trennen. Stand auf der unwahrscheinlich schönen Treppe, schaute staunend nach unten und oben, durchstreifte das herrliche Foyer, gab seiner Begeisterung Ausdruck und es dauerte lange, bis auch der letzte Besucher das Theater verlassen hatte.».

tung eines Theaterneubaus in dem als Grossmannpark bezeichneten Teil des Stadtparks. So kann in der ersten Hälfte des Jahres 1961 ein öffentlicher Projektwettbewerb durchgeführt werden. Unter den fünfzig eingereichten Entwürfen erreicht das Projekt «Buffo» des Zürcher Architekturbüros

Cramer, Jaray, Paillard und Leemann den ersten Preis. Nach vier Jahren Bauzeit wird das Theater am 15. März 1968 feierlich eröffnet. Das «St.Galler Tagblatt» berichtet unter dem Titel «Ein Hauch von Grossstadt» mit unverhohlener Begeisterung über das Ereignis: «(...)

Dass das «Theater vor dem Theater» nicht zu jedermanns Freude ist, erfährt man in einem Brief des Polizeiinspektorats der Stadt St.Gallen an die Verwaltung des Stadttheaters von Anfang Oktober 1968. Bald nach der Eröffnung des neuen Theatergebäudes seien auf der Amtsstelle geharnischte Beschwerden wegen Lärmimmissionen eingetroffen, schreibt Wachtmeister Rietmann von der zuständigen Lärmbekämpfungsstelle. Die Anwohnerschaft habe sich in erster Linie durch den vermehrten Motorfahrzeuglärm gestört gefühlt: «Nach Schluss der Vorstellungen werden die Motoren lautstark in Betrieb gesetzt und die Türen zugeschlagen. Häufig sind laute Diskussionen über die Theatervorstellung und ähnliche Themen ebenfalls die Ursache von Ruhestörungen.» 5


Der Tàpies-Streit Zu ungleich heftigeren Reaktionen in Zusammenhang mit dem Stadttheater kommt es zwei Jahre später. Es ist ein Kunstwerk, das die Gemüter erregt, gestiftet von der alteingesessenen Textilfirma Mettler & Co AG . Zu ihrem 225. Firmenjubiläum schenkte sie der Stadt Kunst am Bau fürs Stadttheater. Beauftragt wird der katalanische Künstler Antoni Tàpies, der über die legendäre Erker-Galerie mit St.Gallen verbunden ist. Er schafft die 65 000 Franken teure Wandinstallation Gran Equinçal («Das grosse Zerrissene»). Der Titel bezieht sich auf ein Sonett des Katalanen Josep Carner, der darin die zerschlissene katalanische Fahne beschreibt. Das Werk besteht aus vier blutroten, mit schwarzer Farbe befleckten Stofffetzen, die an einen Strick geknotet sind. Dieser ist an zwei schmutzig-weissen Leinwänden befestigt, die mit Zahlen und Zeichen bekritzelt sind. Das Kunstwerk erinnert nicht nur an die Unterdrückung der Katalanen unter dem faschistischen FrancoRegime, sondern ist darüber hinaus ein Mahnmal für alle Völker, deren Selbstbestimmungsrecht unterdrückt wird. Viele St.Gallerinnen und St.Galler fühlen sich von dem Kunstwerk vor den Kopf gestossen, das am 29. Oktober 1970 feierlich übergeben wird. In zahlreichen Leserbriefen verschaffen sie ihrem Ärger Luft. Auch die Presse steht dem Gran Equinçal skeptisch gegenüber: «Ein Geschenk mit Fragezeichen» titelt «Die Ostschweiz». «Etwas, das hässlich ist, gehört nicht in ein Gebäude der schönen Künste», meint ein Leserbriefschreiber im «St.Galler Tagblatt», in anderen Zuschriften wird die Tàpies-Installation als «Machwerk», «reine Zumutung» oder «bedauernswerter Betriebsunfall» bezeichnet. Mitte November reicht Gemeinderat Josef Wirth zusammen mit 26 Mitunterzeichnern eine Motion ein, welche die Entfernung des Kunstwerks verlangt. Es sei für den grössten Teil der Besucher ein Ärgernis und werde «mit Entrüstung kritisiert». Mit 29 gegen 24 Stimmen wird die Motion schliesslich knapp abgelehnt. Zuvor beauftragt der Stadtrat den Kunsthistoriker Rudolf Hahnloser, einen Bericht über die Frage zu erstellen, «ob es sich beim Wandschmuck im Theater um ein ernstzunehmendes Kunstwerk handle oder um eine mehr oder weniger geistreiche Spielerei (...) » . Professor Hahnloser erteilt dem Werk im mehrseitigen Bericht seinen 6

Die Baustelle am Rande des Stadtparks im Januar 1966   . ..

Segen und mahnt: «Die Entfernung eines so überzeugenden Werkes eines allgemein anerkannten Künstlers würde die bisher so vorbildliche und fortschrittliche Kunstpflege der St.Galler in ein schiefes Licht stellen.» Das modernste Theater der Schweiz Zwar rief auch der rohe Sichtbeton des neuen Stadttheaters teilweise gemischte Gefühle hervor. Doch war schon damals vielen Zeitgenossen klar, dass Claude Paillard mit dem St.Galler Theaterneubau ein grosser Wurf gelungen war. Michael Niedermann,

Leiter des kantonalen Amts für Denkmalpflege, bezeichnet den Bau als «Höhepunkt des architektonischen Schaffens des Büros Paillard und Leemann». In der 1992 erschienenen Paillard-Monografie würdigt Reto Nussbaumer das St.Galler Theater als bedeutenden Bau der Nachkriegsmoderne, der sich beispielhaft in die damalige schweizerische und internationale Theaterarchitektur einfüge. Helmut Spieker schreibt dazu im Vorwort: «So ergibt sich die Kuriosität, dass (...) das modernste Theater in der Schweiz nicht in Zürich oder Basel, schon gar nicht in Genf oder dem Tessin zu finden


... und das noch leere Areal vor Beginn der Bauarbeiten im Juni 1964 . (Bilder: Stadtarchive St.Gallen, Sammlung Regina Kühne / Karl Künzler, Fotos: Karl Künzler)

ist, sondern in St.Gallen zu stehen kommt, wo man so etwas kaum vermuten würde». Laut Michael Niedermann gehört das St.Galler Theater zusammen mit dem 1963 fertiggestellten HSG -Hauptcampus von Walter M. Förderer, Rolf Otto und Hans Zwimpfer zu den wichtigsten Bauten der Nachkriegsmoderne in der Ostschweiz. Der ganze Bau ist konsequent der Grundstruktur des Sechsecks unterworfen. Beeindruckend sei, schreibt Reto Nussbaumer, wie Besucher mit Treppen, Podesten und fast unmerklichen Richtungswechseln in und durch das Gebäude

geführt würden: «Die begehbare Sichtbetonskulptur wird sinnlich erfahrbar und stimmt den Besucher auf die Aufführung ein.» Paillard selbst schreibt, dass er mittels der fliessenden weichen Übergänge im Sechseck die Absicht verfolgt habe, eine bewegte, beschwingte Theateratmosphäre zu schaffen – «nicht durch Glanz und teuren Schliff, sondern bereits in der räumlichen Grundkonzeption». Im «demokratisierten Zuschauerraum» sind Parkett und Rang nicht wie damals üblich klar getrennt, sondern gehen ineinander über. Das Theater St.Gallen bedeutet für Paillard den internationalen Durchbruch. Er wird auch aus dem Ausland für den Entwurf von Theaterbauten eingeladen. Ausgeführt werden das Schauspielhaus Hannover, das Kulturhaus Dornbirn und die Erweiterung des Opernhauses Zürich. Heute, nach 50 Jahren, ist das Theater in die Jahre gekommen. Das Gebäude steht mittlerweile unter Denkmalschutz, seit 2011 ist es im Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt St.Gallen eingetragen. An das Tàpies-Werk hat man sich längst gewöhnt, von «hässlichem Betonklotz» ist nicht mehr die Rede – im Gegenteil: «Das Haus ist zu einem Identifikationsfaktor geworden», sagt Michael Nieder-

mann. Im Laufe der Jahre wurden einzelne Gebäudeteile ersetzt, Umbauten vorgenommen und die Werkstätten erweitert. Gar keine Freude hatte Claude Paillard am Deckanstrich, der nach der 1997 erfolgten Sanierung der äusseren Sichtbetonwände aufgebracht wurde. Er nehme den grossen Flächen alle lebendigen Farbnuancen und lasse tot wirkende Flächen zurück: «Ein typisches, hausfrauenähnliches Streben der Spezialingenieure nach Einheitlichkeit – ja keine Patina bei Sichtmaterialien!» Die Schlämme, welche die ursprüngliche Schalungsstruktur völlig verwaschen habe, werde man bei der anstehenden Sanierung wieder entfernen und die Bretterstruktur optisch nachbilden, sagt Michael Niedermann. Ob Paillards Wunsch ensprochen werden kann, wird sich am 4. März entscheiden: Dann stimmen die Stimmberechtigten des Kantons St.Gallen über einen Kredit von 48,6 Millionen Franken für die Erneuerung des Theaters ab. Egal wie die Abstimmung ausfällt – am 15. März 2018 wird im Theater St.Gallen wie 50 Jahre zuvor Beethovens Fidelio erklingen. Dieser Artikel erschien am 3. Februar 2018 in der «Gallusstadt 2018», dem Jahresmagazin des St.Galler Tagblatts. Wir bedanken uns herzlich für das Abdrucksrecht. 7


Reise durch die Archive Zur Ausstellung 50 Jahre Theater am Stadtpark in Plakaten

Es war eine Reise in die Katakomben des Archivs des Theaters St.Gallen und in das Plakatarchiv der Vadiana – und zugleich eine Tour durch fünf Jahrzehnte Theatergeschichte und Geschichte der Plakatkunst. Das Ergebnis dieser Entdeckungstour sind 50 historische Plakate, die ab der Premiere von Fidelio am 15. März 2018 im Foyer des Grossen Hauses zu sehen sein werden. 50 Jahre wird der sechseckige Theaterbau von Claude Paillard am Stadtpark am 15. März 2018 alt. Und 50 Spielzeiten hat dieses Gebäude und haben damit seine Besucher bereits erlebt. Um diese Zeit adäquat zu dokumentieren und ebenfalls exemplarisch zu zeigen, welche Inszenierungen hier über die Bühne gegangen sind, bot sich an, aus jeder Spielzeit ein Theaterplakat auszuwählen. Die Suche nach geeigneten Exponaten wurde zu einer Reise in die St.Galler Theatergeschichte. Am Anfang der Reise stand erst einmal die Frage, wo sich denn Plakate befinden könnten. Würden sich nicht im Stadtarchiv alle Plakate der Jahre 1968 bis 2017, wenigstens die aus den Anfangsjahren, auffinden lassen? Das wäre doch die einfachste Lösung! Oder sollte man vielleicht eher in den Plakatsammlungen der Nationalbibliothek in Bern oder des Museums für Gestaltung in Zürich nachschauen? Schliesslich werden dort explizit Plakate gesammelt. Jedoch waren weder in Bern noch in Zürich die gesuchten Plakate archiviert worden. Es wäre ja auch zu leicht gewesen! Eine Mail von Gitta Hassler vom Stadtarchiv brachte Gewissheit: Der gesamte Bestand war zu den Spezialbeständen in die Vadiana ausgelagert worden. Doch würde sich dort wohl nicht aus jedem Jahr etwas finden. Warum also in die Ferne schweifen, wo die Vadiana so nah liegt, geradezu einen Katzensprung vom Theater? Dort unterm 8

Dach verwalten Wolfgang Göldi und Michael Zwicker ein St.Galler Plakatarchiv, das noch einige ungehobene Schätze birgt. Zu den bereits geordneten (archivierten) zählen die Plakate der Jahre 1968 bis 2004 – mit Ausnahme der Spielzeit 1992/93. Und so war die Suche überraschend schnell zu Ende. Wo aber könnte der Rest gelagert sein? Zum Glück verfügt das Theater St.Gallen selbst über ein eigenes kleines Archiv an der Dürrenmattstrasse. Dort im Keller, hinter den Särgen und den Trimm-dich-Fahrrädern aus Tanz der Vampire, befindet sich der Zugang. Und tatsächlich: Hier sind nicht nur alte Programmhefte und Materialmappen, Unterlagen zu den ersten Festspielen, Jubiläumsbroschüren zu 175 Jahren Theater in St.Gallen, ja sogar ComputerMagnetbänder gelagert, auch Plakatrollen aus den Spielzeiten 1997/99 und ab 2002 liegen dort auf den Regalen.

Und die Plakate der Jahre 2009 bis 2017 waren noch digital vorhanden. So konnte die Auswahl beginnen. Kriterien bei dieser Auswahl waren die grösstmögliche Bandbreite der Designs und die Ausgewogenheit der Sparten. Diese Unterschiedlichkeit ist auch in den Motiven zu entdecken. Neben gedruckten Wochenplakaten aus den 1970er-


↓ Saison 1997/98

↓ Gestalter: Heinz Jost. ↓ Saison 01/02. Gestalter: Zygmunt Januszewski.

und 1980er-Jahren gibt es sowohl handgezeichnete bzw. gemalte Motive zu entdecken als auch solche, die voll auf die Kraft eines Fotos setzen. Anstelle des trotz intensiver Suche nicht auffindbaren Plakats aus der Jubiläumsspielzeit 1992/93 zeigen wir hier die Cover aller 20 Programmhefte.

Unter den Künstlern, die vor der Agentur TGG für die Plakate des Theaters St.Gallen verantwortlich zeichneten, finden sich so bekannte Namen wie der St.Galler Maler und Bildhauer Josef Felix Müller, der polnische Grafiker Zygmunt Januszewski und der Schweizer Plakatdesigner Heinz Jost.

Einer der Höhepunkte in der Geschichte der Plakate des Theaters St.Gallen war übrigens der European Design Award, den die Agentur TGG für die Piktogramm-Plakate der Spielzeit 2016/2017 erhalten hat. Die Linie, die diese Agentur für das Theater erfunden hat, zieht sich mittlerweile durch das Corporate Design. (ab) 9


Treu seit «Fidelio» Die Abtwilerin Erika Mayenfisch ist seit 50 Jahren Theaterabonnentin

4761 Theaterbesucherinnen und Theaterbesucher haben in der Spielzeit 2017/18 ein Abonnement am Theater St.Gallen gelöst. Viele von ihnen halten dem Theater seit Jahrzehnten die Treue. Eine von ihnen ist die 76-jährige Abtwilerin Erika Mayenfisch, die seit der Eröffnung des neuen Theatergebäudes vor 50 Jahren ein Abo hat. Als Erika Mayenfisch vor 50 Jahren in die Region St.Gallen zog, fand sie rasch einen kulturellen Ankerpunkt: das Theater St.Gallen, das damals noch Stadttheater hiess und gerade seinen spektakulären Neubau am Rande des Stadtparks eröffnen konnte. In der ersten Saison im neuen Haus löste Erika Mayenfisch ein Abonnement, sowohl für das Stadttheater wie für die Tonhalle. Seit der Fidelio-Inszenierung von 1968 ist sie dem Theater treu geblieben, und auch nachdem im vergangenen Jahr ihr zweiter Mann gestorben ist, möchte sie es nicht missen. Den Fidelio der Eröffnungsspielzeit hat Erika Mayenfisch als eindrückliche, absolut überzeugende Inszenierung in Erinnerung, sie sagt noch heute: «Die BeethovenOper zur Eröffnung zu programmieren, war ein toller Entscheid.» Und sie erinnert sich auch an ihren ersten Eindruck vom neuen Theatergebäude. Sie war skeptisch, ein Fan von Betonbauten sei sie nie gewesen, sagt sie. Inzwischen möchte sie den Bau nicht mehr missen. «Form und Architektur sind ideal, es ist spannend, dass man nicht einfach gerade eine Treppe hochläuft und dann in einem rechteckigen Saal sitzt. Die roten Fensterrahmen finde ich eine ideale Ergänzung zum Beton. Und ein Glücksfall ist die unmittelbare Nähe von Theater und Tonhalle», sagt Erika Mayenfisch. Dass Erika Mayenfisch sehr schnell den Weg ins Theater St.Gallen fand, kommt nicht von ungefähr. Als am Zürichsee auf10

Seit Fidelio dabei: Erika Mayenfisch.

wachsende Jugendliche ging sie mit ihrem Vater ins Opernhaus (damals Stadttheater genannt), die Mutter begleitete sie in die Tonhalle, und über das Jugendtheater kam sie ins Schauspielhaus. «Diese Besuche waren für mich lebenswichtig», sagt Erika Mayenfisch im Rückblick. Jahrzehnte später, nach unzähligen Theater- und Konzertbesuchen, nach zahlreichen Musik- und Theaterreisen, tönt es noch genauso: «Ohne Kultur könnte ich nicht leben.» In den 50 Jahren als Abonnentin hat Erika Mayenfisch einige Direktoren erlebt, angefangen bei Christoph Groszer, der bei der Einweihung des neuen Theaters Intendant war und in Fidelio Regie geführt hatte. «Es war spannend zu sehen, wie nach Direktorenwechseln plötzlich auch das Sängerund Schauspielerensemble anders aussah», sagt Erika Mayenfisch. Ein Phänomen, das vor allem regelmässigen Theatergängern wie ihr auffällt. «Wenn man über Jahre das Geschehen auf der Bühne verfolgt, kennt man allmählich auch die Künstler hinter den Namen, und man sieht sie immer wieder in anderen Rollen. Das finde ich schön.» Nicht alles rund ums Theater stösst bei Erika Mayenfisch auf Begeisterung. Das Einlasskonzept in der Lokremise mit bis kurz

vor Beginn verschlossenen Türen und nicht nummerierten Plätzen beispielsweise findet sie eine Zumutung. Aber sonst geizt sie nicht mit Lob. Eine tolle Einrichtung findet sie die Einführungsmatineen am Sonntag, lustig die Konzertmatineen in der Tonhalle mit Karl Schimke, beeindruckend die Leistung des Theaterchors. Den angekündigten Wegzug von Beate Vollack bedauert sie zutiefst. Sie erinnert sich an eine absolut überzeugende Norma-Inszenierung, eine My Fair Lady ist ihr speziell in Erinnerung geblieben, aber eigentlich habe es «einen Haufen grandioser Produktionen» gegeben – und von allen hat sie das Programmheft aufbewahrt. Als Mehrwert eines Abos empfindet es Erika Mayenfisch, dass man auch mit Genres in Kontakt kommt, die einem nicht unbedingt nahe liegen. «In Musicals wäre ich früher nicht gegangen, inzwischen freue ich mich jedes Mal darauf», sagt sie. (bh)


Von «Leonore» zu «Fidelio» Zum Jubiläum des Theatergebäudes erklingt Beethovens einzige Oper

Beethoven Spezial Fidelio Oper von Ludwig van Beethoven Premiere Donnerstag, 15. März 2018 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 4. März 2018 11 Uhr, Foyer, Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Otto Tausk |  Hermes Helfricht Inszenierung: Jan Schmidt-Garre Bühne: Nikolaus Webern Kostüme: Yan Tax Licht: Reinhard Traub Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Caroline Damaschke Besetzung Don Fernando: Martin Summer Don Pizarro: Roman Trekel | Joachim Goltz Florestan: Norbert Ernst | Roman Payer Leonore: Jacquelyn Wagner | Evelina Dobračeva Rocco: Wojtek Gierlach | Tomislav Lucic Marzelline: Tatjana Schneider | Sheida Damghani Jaquino: Riccardo Botta | Nik Kevin Koch Erster Gefangener: Marc Haag Zweiter Gefangener: Frank Uhlig

«Die oper erwirbt mir die Märtirerkrone», so äusserte sich Beethoven über jenes Werk, mit dem er über 10 Jahre rang: seine einzige Oper Fidelio, welche nicht nur die Geschichte einer Frau erzählt, die sich, um ihren Mann zu befreien, als Mann verkleidet und in den Kerker als Schliesser einschmuggelt, sondern auch den Bogen spannt vom Singspiel zum affirmativen Oratorium und eine der bedeutendsten Revolutionsopern darstellt. Fidelio ist Ludwig van Beethovens erste und einzige Oper. Bereits 1803 hatte der Komponist in Erwägung gezogen, eine Oper zu schreiben. Zunächst konzentrierte er sich auf die Vertonung eines Textbuches mit dem Titel Vestas Feuer, einer Erzählung,

die im alten Rom spielt. Doch bereits nach der Komposition der Anfangsszene liess er von dem Stoff ab. Auch ein Angebot, eine Zauberoper zu komponieren, lehnte er ab. Das Publikum wandte sich zu dieser Zeit mehr und mehr der Opéra comique zu, einem Genre, bei dem sich Musiknummern mit Sprechdialogen abwechselten. Neue Werke, die von Frankreich nach Wien kamen, folgten dem Handlungsschema, in dem eine von Willkür bedrohte Person befreit wird, im deutschen Sprachraum mit Rettungs- oder Revolutionsoper bezeichnet. Beethovens Interesse galt diesen neuen Werken, die «Erhabenes im Schlichten zeigen, Hohes und Einfaches, Heiteres und Ernstes mischen» (Lange). Schnell fand er eine Textvorlage: das Libretto des französischen Stücks Léonore ou L'Amour conjugal von Jean Nicolas Bouilly, das Pierre Gaveaux bereits 1798 als Oper vertont hatte. Eine wahre Begebenheit aus der Spätphase der Französischen Revolution, zur Zeit der Regierung durch den Wohlfahrtsausschuss, hat Bouilly in seinem Werk festgehalten. Ihm zufolge hatte die Gräfin von Semblancay sich als Bäuerin verkleidet und ihren als Konterrevolutionär verhafteten Mann im Gefängnis aufgesucht und vor der Ermordung bewahrt. Um die Betroffenen

Chor des Theaters St.Gallen Opernchor St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Die nächsten Vorstellungen Sonntag, 18. März 2018, 14.30 Uhr Mittwoch, 21. März 2018, 19.30 Uhr Mittwoch, 11. April 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 15. April 2018, 14.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung

Wilhelmine Schröder-Devrient in der Rolle der Leonore, 1822 .

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dieses Vorfalls nicht in Gefahr zu bringen, hatte Bouilly das Geschehen an einen anderen Ort, nach Sevilla (Spanien), verlegt und die Figurenkonstellation verändert. Beethovens Oper erzählt die Geschichte wie folgt. Leonore kann als Mann verkleidet unter dem Namen Fidelio das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco gewinnen. Sie will sich Zutritt zum Verlies verschaffen, in dem ihr Mann Florestan von Gouverneur Don Pizarro willkürlich festgehalten wird. Marzelline, Roccos Tochter, ist fasziniert von Fidelio und verliebt sich in ihn. Ihre Hochzeitspläne werden zum Leidwesen ihres Verehrers Jaquino von ihrem Vater unterstützt. Als Don Pizarro erfährt, dass der Minister das Gefängnis inspizieren wird, befiehlt er Rocco, Florestan zu ermorden, damit der Minister ihn nicht entdeckt. Rocco lehnt ab, jedoch muss er ein Grab für Florestan vorbereiten. Leonore hilft ihm dabei und erkennt, dass ihr nur wenig Zeit bleibt, ihren Mann zu retten. Sie überredet Rocco, den Gefangenen Wein und Brot geben zu dürfen, und findet dabei Florestan. Pizarro erscheint und will Florestan selbst töten, doch Leonore wirft sich dazwischen und bedroht Pizarro mit einer Pistole. Es erklingt die Trompete, die die Ankunft des Ministers Don Fernando ankündigt und somit die Rettung des Paares. Die Gefangenen werden befreit. Hatte Beethoven zwar nun einen Stoff gefunden, der ihn interessierte, so sollte der Weg zur endgültigen Fassung der Oper sich noch als schwierig erweisen. Für die langwierige Entstehungsphase zeugen Beethovens verschiedene Fassungen der Oper: heute liegen drei Fassungen sowie vier Ouvertüren vor. Im Laufe der 10 Jahre der Beschäftigung mit Fidelio arbeitete Beethoven zudem mit drei Librettisten, um seine Oper zu verwirklichen. Für die Umarbeitung und Übersetzung des brisanten Stoffs von Bouilly sorgte Joseph Sonnleither, künstlerischer Leiter des Theaters an der Wien sowie Sekretär des Kärntnertor-Theaters. Doch scheiterte das Werk kurz vor der Aufführung an der Zensur, der die gegen eine Despotengewalt revolutionierende Hauptfigur zu heikel war. Sonnleither verlegte die Handlung daher in das 16. Jahrhundert, fern der revolutionären Zeit in Frankreich, und warb bei der Zensur zudem damit, dass die Kaiserin selbst sehr beeindruckt war von der Erzählung. So 12

konnte das Werk am 20. November 1805 doch zur Uraufführung kommen. Diese erste Fassung von Fidelio trug den Namen Leonore und wird heute, zur besseren Unterscheidung zur Version von 1806, oft als Ur-Leonore bezeichnet. Doch die Uraufführung stellte sich als grosser Misserfolg heraus. Eine Woche zuvor waren die Truppen Napoleons in Wien einmarschiert und das übliche Publikum – Adel und wohlhabende Mäzene – war geflohen. Wenig begeistert waren auch die Kritiker, die das Werk sahen. Beethoven selbst war ebenfalls nicht glücklich mit seiner Oper und zog sie nach drei Vorstellungen zurück. Zusammen mit einem Freund, Stephan von Breuning, bearbeitete er das Werk, strich einige Nummern, um die Handlung zu beschleunigen, und zog dabei die ersten zwei Akte zusammen, sodass es nun aus zwei Aufzügen bestand.

Leonore-Partitur, Ludwig van Beethoven.

Diese Fassung wurde am 29. März 1806 uraufgeführt und von der Kritik positiver aufgenommen, bestand aber nur zwei Aufführungen, bevor der Komponist das Werk erneut zurückzog. Dieses Mal war es jedoch nicht die Unzufriedenheit des Komponisten, die für die kurze Aufführungsphase verantwortlich war, sondern ein Zerwürfnis mit dem Intendanten des Theaters. Abgesehen von der Komposition einer neuen Ouvertüre für das Werk für eine Aufführung in Prag, die letztlich nicht zustande kam, liess Beethoven die Oper in den nächsten acht Jahren ruhen. Erst 1814 bearbeitete der Komponist das Werk ein weiteres Mal. Grund dafür war, dass Fidelio zur Aufführung für eine Benefizveranstaltung ausgewählt wurde. Dies nahm Beethoven zum Anlass, in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Georg Friedrich Treitschke das Werk


gründlich umzuarbeiten: Um einen stimmigen Verlauf der Handlung zu erwirken, wurden die privaten Verflechtungen zurückgedrängt und der politische Konflikt betont. Treitschke und Beethoven griffen stark in die Szenen von Florestan und Leonore ein und arbeiteten beide Finali um. Zum Schluss waren die Fronten der Auseinandersetzung in der Erzählung klar – auf der einen Seite Don Pizarro, auf der anderen Leonore und Florestan und schliesslich dazwischen Rocco. Beethoven komponierte auch zu dieser Fassung eine neue Ouvertüre, die vierte, die dieser Oper zugerechnet wird. Diese 1814 aufgeführte Fassung hiess nicht mehr Leonore, sondern wurde unter dem Titel Fidelio aufgeführt. Die Rolle der Leonore wurde zu einer prägenden Rolle für Sängerinnen, die diese revolutionäre Heldin darstellten. Für alle

drei Fassungen verkörperte Anna MilderHauptmann diese Rolle in der Uraufführung, die nicht nur als Sängerin, sondern auch als Schauspielerin erfolgreich war und damit auch für die Sprechdialoge das nötige schauspielerische Können besass. Beethoven selbst war begeistert von ihrer Darstellung der Leonore. Eine weitere, die zukünftige Darstellung der Rolle prägende Sängerin war Wilhelmine Schröder-Devrient. Sie verkörperte die Leonore zum ersten Mal mit 17 Jahren im Jahr 1822. Sie spielte diese Rolle in den folgenden Jahrzehnten in ganz Europa und beeindruckte das Publikum, unter anderen auch Richard Wagner. Erst die dritte Fassung von Fidelio führte zum Erfolg von Beethovens einziger Oper, doch dieser Erfolg sollte sich halten. Seit dem späten 19. Jahrhundert, spätestens aber seit der Aufführung 1904 durch Gustav

Joseph Willibrord Mähler: Ludwig van Beethoven, 1805 .

Mahler ist es Tradition, die 1806 entstandene 3. Leonoren-Ouvertüre vor das Finale des zweiten Aufzugs zu setzen, nach den Moment des Ertönens der Trompete, die die Freiheit und Rettung ankündigt. Die eingeschobene Ouvertüre rekapituliert auf wunderbare Weise die bisherige Handlung mit musikalischen Mitteln. Auch heute ist dieser Einschub durchaus üblich, aber viele Regisseure und Dirigenten gehen flexibel mit allen vier Ouvertüren um, die Beethoven während seiner Beschäftigung mit Fidelio komponiert hat. Die spezielle Form der Rettungsoper regt Regisseure zudem immer wieder dazu an, sich für eine eigene Fassung des Werkes zu entscheiden. Kennzeichnend für diese Form der Oper ist die finale Dramaturgie, die auf die Rettung einer Person hinausläuft, jedoch auch die Hinwendung zu und den Gebrauch von Formen des Populartheaters. Fidelio beginnt als ein Singspiel, das die Situation der Tochter des Kerkermeisters und ihres Angebeteten abbildet. Doch während des ersten Aufzugs wendet sich die Handlung vom Singspiel ab, Rocco, der Kerkermeister und Leonore werden vorgestellt, der Konflikt im Kerker rückt in den Mittelpunkt, die Stimmung wandelt sich. Zu Beginn des zweiten Aufzugs ist die Atmosphäre ausgesprochen düster, schwingt sich aber über die heroische Tat Leonores zu einer Sphäre herauf, welche die Bühnenrealität übersteigt und in einem freudigen oratoriumartigen Abschnitt endet, der Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit preist. Jeweils eine eigene Fassung der Dialoge zu finden, ist immer wieder einer Herausforderung für den Regisseur. So ist eine Bearbeitung der Sprechtexte zwischen den Musiknummern inzwischen üblich. Ob sie nun ganz entfallen, gekürzt werden oder von Fremdtexten ersetzt werden, hängt von der Inszenierung ab. Am 15. März 1968 wurde das Theatergebäude am Stadtpark mit der Oper Fidelio eröffnet. Um das 50-Jahr-Jubiläum zu feiern, zeigt das Theater St.Gallen Beethovens Oper in einer neuen Inszenierung von Jan Schmidt-Garre. Dabei schärft er den Blick auf den Bogen von einem biederen Singspiel hin zur Befreiung, der Einlösung, einer utopischen Idee, die das Werk durchdringt. Die Musikalische Leitung übernimmt unser Chefdirigent Otto Tausk. (cd) 13


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Barockkonzert Samstag 7. April 19.15

Margot Oitzinger Mezzosopran Kerstin Kramp Oboe & Oboe d’amore Susanne von Bausznern Violine Christine Baumann Violine Annette Kappeler Viola Bettina Messerschmidt Violoncello Michael Wersin Orgel und Leitung

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Vierte Schultheatertage Ostschweiz 15. bis 27. März in Weinfelden, Buchs und Herisau

Nachtzug Stadttheater Schauspiel Zwischen Politik Gewinnen bedeutet, und Nostalgie mit den Füssen zu denken

24 Ostschweizer Klassen – aus Amriswil, Appenzell, Au, Diepoldsau, Gossau, Heerbrugg, Kirchberg, Oberriet, St.Gallen, Teufen, Trogen, Uznach, Wängi, Walenstadt, Walzenhausen, Wattwil, Widnau und Wittenbach – haben eines gemeinsam: Seit mehreren Wochen entwickeln sie mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Theaterstücke zum Thema «Es war einmal . ..» Dabei werden sie punktuell von einer Fachperson in Theaterpädagogik unterstützt. An den Schultheatertagen zeigen sich die Klassen gegenseitig ihre Stücke – während jeweils zwei Tagen im Theaterhaus Thurgau, im Fabriggli Buchs und in der Stuhlfabrik Herisau. Im Zentrum stehen die Begegnung und der Austausch mit und über Theater. Fachleute aus Theater und Kultur sind ebenfalls mit dabei und geben Rückmeldungen aus ihrer Perspektive. Die Schultheatertage Ostschweiz – erstmals durchgeführt im März 2015 – sind ein Kooperationsprojekt von Theater St.Gallen, Theater Bilitz und von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Neben rund 430 Kindern und Jugendlichen sind heuer 30 Lehrpersonen und 30 Theaterfachleute im Einsatz. Das Theater St.Gallen freut sich, bei der vierten Durchführung dieses kantonsund institutionenübergreifenden Projekts erneut eine tragende Rolle zu spielen. (mf)

Wie ist unser Leben? Eine schmalzige Telenovela oder ein gruseliger Horror? Eine orchestrale Rhapsodie oder nur ein schlechter Popsong? Auf jeden Fall schreibt das Leben die schönsten Geschichten. Oder auch nicht: die engste Liebe entschwindet abrupt, die jahrelange Ausbildung wird plötzlich wertlos und das geistige Zuhause löst sich in Luft auf. Gewinnen bedeutet, mit den Füssen zu denken ist eine autobiografische Soloperformance, die den persönlichen Verlust von Familie, Heimat, Identität und künstlerischem Selbstverständnis thematisiert. In einer Mischung aus Tanz, Theater und Performance erzählt Patrícia Flores mit scharfer Beobachtungsgabe die eigene Familienund Migrationsgeschichte. Erfrischend persönlich, berührend und mit viel Humor tanzt und redet sich die Protagonistin um Kopf und Kragen. Sie muss sich immer wieder neu organisieren, neu (er-)finden und neue Kompetenzen erlernen – genau so wie sie es in ihrem wahren Leben tun musste. (pf)

Gewinnen bedeutet, mit den Füssen zu denken Idee / Konzept / Performance: Patrícia Flores Konzept / Regie: Magdalena Nadolska Choreografie: Lucía Baumgartner Nachtzug Schauspiel Freitag, 9. März 2018 21 Uhr, Lokremise

Der Volksmund mag's nostalgisch. Zwar ist das altehrwürdige St.Galler Stadttheater, das älteste Berufstheater der Schweiz, seit 10 Jahren eine kantonale Institution und heisst folgerichtig Theater St.Gallen, zwar wurde konsequenter- und korrekterweise auch die Bushaltestelle «Stadttheater» in «Theater» umgetauft – doch im täglichen Sprachgebrauch hält sich die Bezeichnung «Stadttheater» bis heute. Das ist nicht weiter schlimm, im Gegenteil. Das nostalgische Festhalten am alten Namen ist auch Ausdruck einer alten, jahrzehntelangen emotionalen Bindung zum eigenen Theater und den Menschen dahinter. «Stadttheater», es klingt wie ein Kosename für eine traditionsreiche Kulturinstitution, die St.Gallen und das eigene Leben von Kindsbeinen an prägte und prägt. Seit einigen Wochen ist die alte Bezeichnung sogar noch präsenter als sonst. Doch nun hat Sache eine andere Note – um das festzustellen, bedarf es keines besonderen sprachlichen Scharfsinns. Die Gegner der Theatersanierung haben die alte Bezeichnung im Abstimmungskampf gezielt und bewusst verwendet, um der ländlichen Bevölkerung des Kantons zu signalisieren: Das ist eine städtische Angelegenheit, sollen die doch selber schauen. Mit der konsequenten Verwendung des Begriffs «Stadttheater» suggerierten die Kämpfer gegen die Sanierung den Einwohnerinnen und Einwohnern der hauptstadtfernen ländlichen Regionen im Kanton: Es ist schon richtig, dass ihr euch für das Hauptstadttheater nicht zuständig fühlt und ihm jede finanzielle Unterstützung verweigert. Der Kosename «Stadttheater» ist im Mund der Sanierungsgegner zum Schimpfwort geworden. (bh)

Schultheatertage 2017 in der Lokremise. (Bild: Kristin Ludin)

Migration als Lebensthema – getanzt und gespielt.

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Die Schweiz im Kalten Krieg Lugano Paradiso oder So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht

Lugano Paradiso oder So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht Schauspiel von Andreas Sauter Ein gemeinsames Projekt mit dem Kunstmuseum St.Gallen und dem Kinok, Cinema in der Lokremise Uraufführung Donnerstag, 22. März 2018 19.30 Uhr, Lokremise Matinee Sonntag, 18. März 2018 11 Uhr, Lokremise, Eintritt frei Buchpremiere und Podiumsdiskussion Samstag, 24. März 2018 20 Uhr, Lokremise Kunstzone, Eintritt frei Leitung Inszenierung: Jonas Knecht Bühne: Markus Karner Kostüm: Heidi Walter Musikalische Leitung | Komposition | Musik: Andi Peter, Nico Feer Choreografie: Sergiu Matis Dramaturgie: Anja Horst Mit Birgit Bücker, Jessica Cuna, Diana Dengler, Stefanie Fischer, Swane Küpper, Fabian Müller, Emily Pak, Giulio Panzi, Bruno Riedl, Hans Rudolf Spühler, Anja Tobler Nächste Vorstellungen Dienstag, 27. März 2018 Mittwoch, 4. April 2018 Freitag, 6. April 2018 Samstag,14. April 2018 Samstag, 28. April 2018 Donnerstag, 3. Mai 2018 jeweils von 19.30 bis ca. 23 Uhr, Lokremise

Die Fichen-Affäre Ende der 1980er-Jahre und die Aufdeckung der P26 haben gezeigt, dass Spionage und Überwachung im Kalten Krieg alltäglich waren, auch in der Schweiz. Als aber bekannt wurde, in welchem Umfang Menschen vom Staat überwacht worden waren, führte das zu grosser Verunsicherung in der Bevölkerung. Ein fesselndes Themenfeld für Schauspieldirektor Jonas Knecht und den Schweizer Dramatiker und Hörspielmacher Andreas Sauter, der bereits in der letzten Spielzeit mit Knecht das Autorentheaterprojekt Das Schweigen der Schweiz entwickelte und dafür ein Kurzdrama schrieb. Jonas Knecht, der mit seiner Arbeit in St.Gallen sowohl das Autorentheater als auch die Auseinandersetzung mit Schweizer Themen fördert, erteilt einen Stückauftrag. Andreas Sauter beginnt mit einer umfangreichen Recherche, in der sich zeigt, dass die Zeit des Kalten Krieges ein kaum aufgearbeitetes Kapitel Schweizer Geschichte ist. Vieles bleibt im Verborgenen, nicht zuletzt die kürzlich verschwundenen Akten der P26. Der Arbeitstitel des Stückes lautet Im Eis. «Dinge verschwinden nicht», schreibt Andreas Sauter über sein Stück. «Egal ob sie unter den Teppich gekehrt oder offen gelebt worden sind. Wir sind Teil dieser Welt,

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und sie ist Teil von uns. Vielleicht kommen die Dinge irgendwann aus dem Schatten, vielleicht bleiben sie für immer verborgen, aber selbst dann sind sie da. Prägen uns, machen uns aus. Das macht diesen Stoff so aktuell. Mit jedem Fenster, das ich im Verlauf der Arbeit geöffnet, jedem Stein, den ich umgedreht habe, jeder Geschichte, der ich nachgegangen bin – ich bin in der Gegenwart gelandet.» Ungewöhnliche Kooperation dreier Kulturinstitutionen Zeitgleich mit dem Beginn der Recherchearbeit zu Im Eis (Ende 2016) führt Jonas Knecht Gespräche mit dem Direktor des St.Galler Kunstmuseums, Roland Wäspe. Man denkt über eine mögliche Zusammenarbeit nach, in die auch das Kinok, Cinema in der Lokremise miteinbezogen werden könnte. Wäspe macht Jonas Knecht auf die Künstlerin Bettina Pousttchi aufmerksam, der diese kurz darauf in Berlin kennenlernt. Pousttchi hat sich in ihrem international wahrgenommenen Schaffen häufig mit der Verbindung von Systemen der Zeit und des Raums beschäftigt, die sie in eindrücklichen Videoarbeiten und skulpturalen Setzungen seit den 1990er-Jahren realisiert. Ihre grossformatigen Installationen sind perfekt auf eine Ausstellung in der Kunstzone der Lokremise zugeschnitten. Vor allem in ihrer Auseinandersetzung mit soziologischen Fragen im Zusammenhang mit dem Aufbau und der Zerstörung von Schutz, sieht Jonas Knecht eine bestechende Nähe zum geplanten Stück. Aus der vagen Idee einer Zusammenarbeit entwickelt sich ein konkretes Projekt, dem sich auch das Kinok anschliesst. Vom 17. Februar bis zum 17. Juni 2018 wird die Ausstellung Protection von Bettina Pousttchi in der Kunstzone der Lokremise zu sehen sein. Dort spielt auch der zweite Teil des Theaterstücks Lugano Paradiso, das am 22. März Premiere feiert. Begleitend zur Ausstellung und zur Inszenierung zeigt das Kinok eine Filmreihe zum Thema Überwachung. Geplant sind unter anderem Klassiker wie The Conversation, das mit dem Oscar ausgezeichnete deutsche Stasi-Drama Das Leben der Anderen oder auch das britische Drama Red Road von Andrea Arnold.


Ein Stasi-Agent fotografiert sich selbst.

Die Schweiz im Kalten Krieg – Versuch einer Annäherung Gewappnet mit dem Zivilverteidigungsbuch machen sich die Eidgenossen bereit zur Landesverteidigung. Eine Geheimorganisation zur Stärkung des Widerstandswillens, P26, wird gegründet. Der Staat bespitzelt und fichiert mehr als 800 000 Menschen. Alle, die sich nicht im bürgerlichen oder rechtsbürgerlichen Mainstream bewegen, machen sich verdächtig. Die geistige Landesverteidigung mündet in einem skurrilen Sicherheitsdenken. Doch es finden sich Löcher im Eisernen Vorhang. Die neutrale Schweiz, die das Handelsembargo der West-

mächte gegen den Ostblock nicht offiziell stützt, wird zum Umschlagplatz aller erdenklichen Embargogüter. Dubiose Geschäftsleute lassen sich nieder, gründen Briefkastenfirmen. Ein geheimer, undurchschaubarer Wirtschaftsapparat, der Gewinne in Millionenhöhe einstreicht und auf Schweizer Konten verschwinden lässt. Geduldet von Schweizer Behörden, gelenkt vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR . Das Personal in Lugano Paradiso ist gross, die Dramaturgie bestechend: Scheinbar nebeneinander agierend, stossen die Figuren immer wieder aufeinander: Staatsschützer, Journalisten, Widerstandskämpfer der P26,

Befrager, Anwälte, skrupellose Geschäftemacher, Opfer. Jeder beobachtet jeden. Jeder ist verdächtig. Eine Stimmung von Angst, Misstrauen und bedingungslosem Widerstandswillen breitet sich aus. Dadurch, dass Andreas Sauter die Begegnung der Figuren zum Teil auf verschiedenen Zeitebenen stattfinden lässt, entsteht eine flirrende, mal erschreckende, mal absurde Atmosphäre, die sich zunehmend verdichtet und eine anhaltende, ständig korrespondierende Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellt. «Dinge verschwinden nicht», wie Sauter schreibt. Es entsteht ein Sog, der den Zuschauer aus der Haltung des unbeteiligten Betrachters reisst und ihn mitten in die Wirren dieser brisanten Zeit katapultiert. Lugano Paradiso basiert auf Interviews mit Zeitzeugen aus St.Gallen, auf StasiAkten, Akten aus dem Schweizer Bundesarchiv, Filmausschnitten des Schweizer Fernsehens, sowie einer Befragung aus dem Bundestag. Dokumentarisch genau beschreibt Sauter die atomare Bedrohung, das Wettrüsten, das antikommunistisch aufgeladene Klima in der Schweiz, die sich zum Überwachungsstaat entwickelt, sich als Bollwerk gegen kommunistische Unterwanderung versteht und zur gleichen Zeit das DDR -Regime durch ihre Passivität und Duldung der Umgehungsgeschäfte jahrzehntelang stützt und sich bereichert. Lugano Paradiso ist eine rasante Reise durch die jüngste Geschichte, die nicht mit dem Kalten Krieg endet, sondern bis ins Heute führt und drängende Fragen auf unsere Zukunft wirft. Die Bedrohungslage hat sich verschoben: Heute bekämpfen wir den Terrorismus, verschärfen Gesetze, nehmen die Überwachung der Telekommunikation und des öffentlichen Raumes in Kauf. Datenspeicherung ist im digitalen Zeitalter alltäglich geworden, der gläserne Mensch nahezu Realität. Eine Herausforderung in der Umsetzung Das dichte, überbordende Theaterstück von Andreas Sauter, das sich in drei Teile gliedert, stellt hohe Anforderungen an den Regisseur Jonas Knecht. Die Zusammenarbeit mit den Kulturpartnern der Lokremise spielt dabei eine zentrale Rolle: Bespielt werden neben dem Theatersaal auch die Kunstzone und das Kinok in unterschiedlichsten Formen. 17


Jeder Spielort hat ein extrem eigenes Charakteristikum und zwingen das Team um Knecht, die theatralen Ausdrucksmittel zu hinterfragen, und nach jeweils anderen Spielformen und Erzählweisen zu suchen. So werden an der Umsetzung nicht nur Schauspieler, sondern auch Tänzer und Musiker beteiligt sein. Ein ungewöhnlicher Theaterabend – gespielt in drei verschiedenen Räumen der Lokremise – wird entstehen, bei dem Tanz, Schauspiel, Hörspiel und Film ineinandergreifen und die Zuschauerinnen und Zuschauer in jedem Raum aufs Neue herausfordern werden. (ah)

Buchpremiere mit Podiumsdiskussion Das Stück Lugano Paradiso erscheint in Buchform im Verlag Theater der Zeit. Anlass genug, die Buchpremiere am 24. März 2018 mit einer Podiumsdiskussion zu verbinden. Ins Gespräch kommen der Stückautor Andreas Sauter, die beiden Historiker Thomas Buomberger und Ricardo Tarli sowie der Regisseur Jonas Knecht. Die Diskussion zum Thema «Die Schweiz im Kalten Krieg» wird von Harald Müller moderiert, dem Leiter des Verlags Theater der Zeit. Buchpremiere Lugano Paradiso Podiumsdiskussion zum Thema Die Schweiz im Kalten Krieg Samstag, 24.März 2018 20 Uhr, Lokremise Kunstzone, Eintritt frei Bilder aus den Archiven der Staatssicherheit mit Verkleidungsvarianten aus einem sogenannten «Maskierungskatalog».

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Annäherung an eine engagierte Frau Patricia Hodell erweckt die Hotelière Catharina Seiler zu neuem Leben

Die in Deutschland lebende Bernerin Patricia Hodell spielt in Matterhorn die Hoteliersfrau Catharina Seiler. Per Zufall stiess sie während der Proben auf einen Nachfahren der Hotelpionierin. Patricia Hodell wirbelt und wieselt von Tisch zu Tisch, sammelt da einige Teller ein, gibt dort ein paar Anweisungen an das Personal. Die Bernerin, die in Deutschland lebt und auf den Musicalbühnen des ganzen deutschsprachigen Raums zu Hause ist, spielt in Matterhorn die Hoteliersfrau Catharina Seiler so engagiert, als stünde sie tatsächlich an der Spitze eines Hotels. Sie spielt die Catharina Seiler nicht, sie verkörpert sie. Sie ist sie. Das kommt nicht von ungefähr. Und ist einer Begebenheit zu verdanken, von der Patricia Hodell noch heute nicht sagen kann: War es Zufall? Schicksal? Musste das einfach sein? Für die Proben zu Matterhorn hatte sie sich in St.Gallen bei einer Frau einquartiert, die sie wunderbar nostalgisch Schlummermutter nennt. Einmal war Patricia Hodell dabei, als Freundinnen der Schlummermutter zu Gast waren. Sie erzählte von ihrer

Tätigkeit auf der Bühne, beschrieb ihre Rolle der Zermatter Hoteliersgattin, schwärmte von der warmherzigen und sozial engagierten Frau. Eine der Freundinnen habe sie da gross angeschaut, geschmunzelt und gesagt: «Ich kenne diese Geschichte. Mein Lebensgefährte ist ein Urenkel der Seilers.» Patricia Hodell stockte der Atem, sie war sprachlos. Wenige Tage später sass sie dem 63-jährigen St.Galler Tobias Bauer gegenüber – dessen Mutter von der engagierten Hoteliersfrau den Vornamen Catharina geerbt hat. Von Tobias Bauer erfuhr Patricia Hodell viel über die Geschehnisse rund um die Erstbesteigung des Matterhorns, über die Entwicklung des Tourismus in Zermatt und über die Hoteldynastie Seiler, deren zentrale Rolle in der Geschichte Zermatts ihr erst durch die Begegnung mit dem Nachfahren bewusst wurde. Unerwartete Einblicke in diese Geschichte erhielt Patricia Hodell auch über ein Buch, das Tobias Bauer ihr zeigte: das über 400 Seiten dicke Buch «Ein Gletscher – ein Hotel – eine Familie. Horizonte einer Walliser Hoteliersdynastie», in dem ein Cousin von Tobias Bauer eine Fülle von Bild- und Textmaterial zusammengetragen hat. Tobias Bauer wiederum interessierte sich brennend für das Musical und die Umsetzung der historischen Ereignisse auf der Bühne.

Hochzeitsfoto von Alexander Seiler ( 1819  – 1891 ) und Catharina Seiler ( 1834 –  1895 ) aus dem Familienbuch von Mark Andreas Seiler.

Die Begegnung mit dem Urenkel hat für Patricia Hodell das Bild bestätigt und verstärkt, das sie sich von der Hoteliersfrau gemacht hatte. «Catharina Seiler war eine warmherzige, sozial engagierte Frau, ein Familienmensch auch, der die Menschen gerne hatte und neben der Arbeit im Hotel 16 Kinder grosszog.» Gleichzeitig aber sei sie energisch gewesen, eine Frau, die zupackte und sich durchzubeissen wusste. Nach dem Tod ihres Mannes Alexander im Juli 1891 führte sie das Unternehmen mit mehreren Hotels bis zu ihrem Tod vier Jahre allein weiter. Schon zuvor war sie im Betrieb für die Buchhaltung und Finanzen zuständig gewesen – ganz so wie die Catharina Seiler im Musical, die sich sorgt um die ökonomische Entwicklung des Betriebes. Die Begegnung mit dem direkten Nachfahren der Hotelierfamilie Seiler erlaubte Patricia Hodell einen unmittelbaren Einblick in die Welt, die im Musical Matterhorn auf der Bühne zu neuem Leben erwacht. «Das hat ein gutes Gefühl gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Patricia Hodell im Rückblick auf die Probenarbeiten der letzten Wochen. «Den Urenkel der Catharina Seiler persönlich kennenzulernen: Dass mir das passiert ist, bedeutet mir sehr viel», sagt sie. (bh)

Patricia Hodell und Ramin Dustar als Hotelierpaar Catharina und Alexander Seiler im Musical Matterhorn. (Foto: Andreas J. Etter)

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Der Glaube bewirkt Wunder Adams Äpfel nach dem Film von Anders Thomas Jensen

Adams Äpfel Stück von K. D. Schmidt nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen Premiere Samstag, 7. April 2018 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 25. März 2018 11 Uhr, Lokremise, Eintritt frei Leitung Inszenierung: Jenke Nordalm Ausstattung: Vesna Hiltmann Musik: Ulf Steinhauer Kampfchoreografie: Jan Krauter Dramaturgie: Armin Breidenbach Mit Adam: Christian Hettkamp Ivan: Oliver Losehand Khalid: Kay Kysela Sarah: Anna Blumer Gunnar: Matthias Albold Paul / Esben: Hans-Jürg Müller Kolberg: Marcus Schäfer Christoffer: Tobias Graupner Holger: Dimitri Stapfer Statisterie des Theaters St.Gallen Nächste Vorstellungen Dienstag, 10. April 2018, 19.30 Uhr Freitag, 13. April 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 22. April 2018, 19.30 Uhr Freitag, 27. April 2018, 19.30 Uhr

Eine Kirche am Ende der Welt wird zum Asyl für schräge Straftäter. Pfarrer Ivan glaubt unbeirrbar an das Gute im Menschen. Denn Gott ist auf seiner Seite. Als zu dem ohnehin seltsamen Haufen noch der Neonazi Adam stösst, gerät Ivans Weltbild genauso wie sein Glauben ins Wanken. Der Pfarrer Ivan hat in seiner kleinen Kirche ein Asyl für ehemalige Straftäter eröffnet. Mit unbedingter Güte und unerschütterlichem Optimismus versucht er sich an ihrer Resozialisierung. Die Fälle, die er bereits aufgenommen hat, sind der ehemalige Tennisspieler und Alkoholiker Gunnar, der völlig ausser Form und zudem Kleptomane ist. Dazu kommt der arabische Tankstellenräuber Khalid, der aber nur den Ölmulti bestrafen will, der seinem Vater die Existenz genommen hat. Zu diesen beiden stösst der Neonazi Adam, ein wortkarger Gewalttäter, auf den schon seine Kameraden warten – denn er ist ihr Anführer. Da alle eine bestimmte Aufgabe in ihrer Zeit bei Ivan erfüllen müssen, steht auch Adam vor dieser Wahl. Voller Sarkasmus entscheidet er sich dafür, einen Apfelkuchen zu backen – und Ivan nimmt diesen Vorschlag prompt an. Von nun an muss sich Adam um «seinen» Apfelbaum vor der Kirche kümmern. Und es entspinnt sich ein Machtkampf von biblischem Ausmass. Denn zuerst wird der Apfelbaum von Krähen heimgesucht, dann von Würmern befallen und brennt schliesslich nach einem Blitzschlag ab. Nur ein paar Äpfel bleiben übrig. Ivans Glauben steht auf der Kippe.

«Vermutlich stellt uns der Satan auf eine Probe.» Nach und nach findet Adam heraus, auf welchen Lebenslügen Ivans Leben aufgebaut ist. Nicht nur, dass sein Sohn Christoffer behindert und an den Rollstuhl gefesselt ist.

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Auch hat sich seine Frau umgebracht, weil sie es mit dem Kind nicht mehr aushalten konnte. Und das ist noch nicht alles ... Doch Ivan behauptet steif und fest, dies seien allesamt Prüfungen des Teufels, die ihm auferlegt worden seien, um seinen Glauben zu festigen. Ja, allein mit Gottes Hilfe könne er standhalten und so den Teufel aus seinem Leben verbannen. Doch Adam insistiert, nutzt Ivans Zerrissenheit und kontert mit dem Buch Hiob. Denn wundersamerweise fällt die Bibel, die Ivan ihm gebracht hat, immer so auf den Boden, dass das Buch Hiob aufgeschlagen ist. Doch Ivan behauptet, von diesem Buch nur wenig zu wissen – und erkennt einfach nicht an, dass seine Situation der Hiobs sehr ähnlich ist. Jensens Film Adams Äpfel ist mehr als eine Komödie rund um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Denn Ivans hartnäckige Gutmütigkeit und vor allem sein fortgesetztes Verleugnen der Realität treiben den Neonazi Adam erst zur Weissglut und bringen ihn schliesslich auf die Idee, Ivan selbst auf die Probe zu stellen. Der Kampf spitzt sich zu, und auf seinem Höhepunkt geschieht ein überirdisches Wunder ... Der erfolgreiche dänische Kinofilm Adams Äpfel von 2005 gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Mit Adams Äpfel ist dem 1972 auf Sjaelland geborenen dänischen Drehbuchautor (Mifune, Skagerrak, Nach der Hochzeit) und Regisseur (Flickering Light, Dänische Delikatessen) Jensen eine herrlich bissige Komödie mit moralischem Tiefgang über menschliche Schwächen, göttliche Willkür und die Frage, wie viel Güte ein Mensch ertragen kann, gelungen. Anders Thomas Jensen verfasste hierfür das Drehbuch und führte selbst Regie. Mit seinem ganz besonderen Sinn für skur rile Situationen und Charaktere, auch für eine hier bisweilen schier umwerfende Mischung aus tragischer Geschichte und groteskem Humor, für die er seit In China essen sie Hunde (1999) bekannt ist, verstrickt Jensen seine Protagonisten in einen genauso absurden wie komischen Kampf zwischen Gut und Böse. Und zeigt auf sympathische Weise, wie schwer es ist, sich in diesem Konflikt für die richtige Seite zu entscheiden – zumal wenn höhere Instanzen ihre Finger im Spiel haben ... (ab)


Bühnenbildmodell zu Adams Äpfel von Vesna Hiltmann.


Umjubelte Uraufführung Die Weltpremiere von Matterhorn begeisterte das Publikum. Und war auch ein grosses Medienthema. Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung Koen Schoots Nächste Vorstellungen Sonntag, 11. März 2018, 17 Uhr Mittwoch, 14. März 2018, 19.30 Uhr Samstag, 17. März 2018, 19.30 Uhr Dienstag, 27. März 2018, 19.30 Uhr Mittwoch, 28. März 2018, 19.30 Uhr Samstag, 21. April 2018, 19.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung

Hühnerhaut und Tränen der Rührung: Die Weltpremiere des Musicals Matterhorn vor ausverkauftem Haus wurde zu einem emotionalen SaisonHöhepunkt. «Ein Triumph für alle Beteiligten», schrieben die Vorarlberger Nachrichten. Insgesamt waren 24 Medienvertreterinnen und -vertreter zur Uraufführung angemeldet, ein weiteres halbes Dutzend besuchte eine der folgenden Vorstellungen. Mehrere Radio- und Fernsehstationen berichteten über die Weltpremiere. «Es ist schon imposant, wenn nach Verklingen des letzten Takts das ganze Auditorium im ausverkauften Theater aufspringt und das Produktionsteam ebenso stürmisch feiert wie Darsteller und Musiker – verdientermassen, denn das neue Drama-Musical aus der Feder von Erfolgsautor Michael Kunze ist so ganz anders als die üblichen Erfolgsmusicals.» So beschreiben die Vorarlberger Nachrichten die ersten Minuten nach der Uraufführung des Musicals Matterhorn im Theater St.Gallen. Und zogen das Fazit: Die Uraufführung sei für alle Beteiligten zum Triumph geworden. Tatsächlich reisst die dramatische Geschichte um die Erstbesteigung des Matterhorns im Juli 1865 mit. Zwar war der Kritiker des Sarganserländers und der Südostschweiz skeptisch und fragte: «Ist das der Stoff für ein Musical?» Seine Antwort: «Natürlich nicht – ausser wenn man Michael Kunze heisst.» Am Ende bilanziert auch er: «Die Premiere am Samstag zeigte: Die Alpinistengeschichte funktioniert bestens auf der Musicalbühne.» Mit Matterhorn mache das Theater St.Gallen seinem Ruf als führende Musicalbühne der Schweiz weiter Ehre. Auch die St.Galler Nachrichten konstatierten, dass St.Gallen mittlerweile als «Musical-

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Hauptstadt» wahrgenommen werde, und freuen sich über «starke Hauptdarsteller, überragende Stimmen und ein beeindruckendes Bühnenbild». Die Schweizerische Depeschenagentur sprach von einem «Bergsteiger-Musical mit philosophischem Tiefgang» und bezeichnete den indischen Regisseur Shekhar Kapur, der die Expedition dramatisch in Szene gesetzt habe, als Glücksfall für die Produktion. Der Umweltaktivist sehe im Stück eine Metapher dafür, «was in der Welt vorgeht, was wir unserem Planeten antun». Seine Haltung werde in der Inszenierung sichtbar, Matterhorn ende nachdenklich. «Die singenden Gipfelstürmer vom Matterhorn erobern die Herzen des St.Galler TheaterPublikums», schreibt die Depeschenagentur, deren Rezension von über zwanzig Zeitungen zwischen Vaduz, Liestal und Brig abgedruckt oder ins Netz gestellt worden war. Das Ostschweizer Internetportal kulturonline.ch träumt nach der «perfekten Premiere» bereits von einem neuen Welt-Hit: «Diese spannende Produktion hat sicher ein grosses Potenzial für einen weltumspannenden Erfolg auf internationalen Musicalbühnen.» Gerüstet für höhere Weihen ist Matterhorn auch in den Augen – bzw. Ohren – der Neuen Zürcher Zeitung, vor allem wegen der Musik von Albert Hammond, die von überraschender musikalischer Vielfalt sei: «Auf Rockmelodien folgen Alphornklänge, neben Folklore ertönt Kirchenmusik, es gibt Platz für Hymnen ebenso wie für den kleinen Schwank. Selbst Hip-Hop und fast funkige Rhythmen schaffen es ins Programm. Es würde nicht wundern, wenn es das eine oder andere Lied in die Charts schaffte.» Das Fazit der NZZ : «Sicher ist: Musicalfans kommen hier auf ihre Kosten.» (bh)


Michael Kunze, Albert Hammond und Koen Schoots nehmen mit dem Cast den begeisterten Schlussapplaus entgegen.

Ein ausgelassener Shekhar Kapur an der Premierenfeier. (Bilder: Anna-Tina Eberhard)

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Wie zu Beethovens Zeiten Alexander Melnikov spielt frühe und späte Sonaten Beethovens auf zwei verschiedenen Hammerflügeln

Beethoven Spezial Alexander Melnikov 4. Meisterzyklus-Konzert Sonntag, 18. März 2018 11 Uhr und 17 Uhr, Tonhalle Alexander Melnikov, Hammerflügel 11 Uhr Ludwig van Beethoven Sonate für Klavier Nr. 3 C-Dur op. 2 / 3 Sonate für Klavier Nr. 6 F-Dur op. 10 / 2 Sonate für Klavier Nr. 7 D-Dur op. 10 / 3 Hammerflügel von Christoph Kern nach Anton Walter (1795) 17 Uhr Ludwig van Beethoven Sonate für Klavier Nr. 27 e-Moll op. 90 Sonate für Klavier Nr. 30 E-Dur op. 109 Sonate für Klavier Nr. 32 c-Moll op. 111 Hammerflügel von Joseph Simon, Wien (ca. 1825)

Mit grosszügiger Unterstützung

Müller-Lehmann-Fonds

Ein weiterer Höhepunkt des Sonderprogramms «Beethoven Spezial» aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums des Theatergebäudes ist der Auftritt von Alexander Melnikov. Der russische Pianist verfolgt zurzeit eine glänzende internationale Karriere und hat sich für ein aussergewöhnliches Projekt bereit erklärt: Zwei Konzerte mit frühen und späten Sonaten Ludwig van Beethovens, an einem Tag, auf zwei verschiedenen, historisch passenden Hammerflügeln. Während Beethoven in seiner Bonner Kindheit und Jugend mit verschiedensten Tasteninstrumenten wie Cembalo, Clavichord, Hammerklavier bis hin zur Orgel in Berührung kam, beschäftigte ihn ab seiner Wiener Zeit vor allem das sich rasant entwickelnde Hammerklavier. Im Gegensatz zum Cembalo, dessen Saiten von Kielen angezupft werden, erlaubte es die Hammermechanik, auf die Lautstärke der Töne beim Anschlagen Einfluss zu nehmen. Zunächst schätzte Beethoven die Instrumente des Wiener «Pianofortemachers» Anton Walter, die auch schon Wolf-

Das Instrument von Conrad Graf, Wien 1826 , war Beethovens letzter Hammerflügel.

gang Amadeus Mozart und Joseph Haydn begeisterten. Walter galt im 18. Jahrhundert als einer der besten Klavierbauer der kaiserlichen Residenzstadt. Durch die präzise «Wiener Mechanik», die Walter wesentlich mitentwickelte, wurde ein weitaus expressiveres und subtileres Spiel möglich. Für das St.Galler Konzert wird ein Neubau aus dem Jahr 2015 von Christoph Kern nach dem Vorbild eines Walter-Flügels aus dem Jahr 1795 mit einem Tonumfang von fünf Oktaven und zwei Kniehebeln, den Vorläufern des moderneren Pedals, zum Einsatz kommen.

Alexander Melnikov (Bild: Molina Visuals).

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Neues Klangideal Bereits Mitte der 1790er-Jahre begannen Beethovens intensive Bemühungen um neue Klangideale. Er probierte verschiedenste Instrumente aus und war in stetigem Kontakt mit Instrumentenbauern wie der Familie Streicher, die die Errungenschaften des Augsburger Klavierbauers Johann Andreas Stein in Wien weiterentwickelte. Gegenüber Streicher machte Beethoven seine Hoffnung auf einen noch intimeren, singenden Klang deutlich: «Sie [sind] von den wenigen, die einsehen und fühlen, dass man auf dem Klawier auch singen könne, sobald man nur fühlen kann, ich hoffe die Zeit wird kommen, wo die Harfe und das Klawier zwei ganz verschiedene Instrumente seyn werden.» Bis 1800 kam Beethoven für seine Klavierwerke mit dem bisherigen Tonumfang von fünf Oktaven

aus, ab der Waldstein-Sonate op. 53 wurde eine zusätzliche Oktave in den oberen Registern nötig. Für die späten Sonaten war wieder eine Erweiterung vonnöten, nun konnte Beethoven auch tiefere Bass-Register in seinen Sonaten bedienen. Der Tonumfang der neuesten Hammerklaviere betrug nun sechseinhalb Oktaven. Die späten Sonaten op. 90, op. 109 und op. 111 wird Alexander Melnikov in St.Gallen auf einem ebenfalls von Christoph Kern überholten Originalinstrument von Joseph Simon spielen, das vermutlich aus dem Jahr 1825 stammt. Wie auf dem Bild links ersichtlich wird, weisen die Hammerflügel dieser Zeit an äusserlichen Merkmalen eine deutlich breitere, sechseinhalb Oktaven umspannende Klaviatur sowie anstelle der Kniehebel drei Pedale auf. (ff)

Hammerflügel von Christoph Kern, 2015 , nach Anton Walter, Wien 1795 . (Christoph Kern)

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Ein «Nonplusultra» damals wie jetzt Ludwig van Beethovens Septett im 2. Mittagskonzert

Beethoven Spezial Beethoven Septett 2. Mittagskonzert Freitag, 16. März 2018 12.15 Uhr, Tonhalle Igor Keller, Violine Jan Snakowski, Viola Fernando Gomes, Violoncello N.N., Kontrabass Ignazio Pisana, Klarinette John Dieckmann, Fagott Zoltán Holb, Horn Ludwig van Beethoven Septett Es-Dur op. 20 Mit grosszügiger Unterstützung

Das in der zweiten Hälfte des Jahres 1799 komponierte «Septetto» von Ludwig van Beethoven für «Violon, Alto, Clarinette, Corno, Basson, Violoncelle et Contre Basse» war bis 1830 das meistgespielte Werk Beethovens überhaupt. In einem Brief überlieferte Josephine Brunsvik, die enge Freundin des Komponisten, wie «begeistert» auch ihr Bruder Franz von der Aufführung dieses später als op. 20 veröffentlichten Werks war, «besonders von einem Septett, komponiert von Herrn Beethoven, welches das Nonplusultra gewesen sein muss». Die grosse Zahl an Bearbeitungen für die verschiedensten Besetzungen, vom Klaviertrio bis hin zur Harmoniemusik mit Serpent, illustrieren die ungemeine Popularität des Septetts. Das Werk fällt in Beethovens frühe Wiener Jahre, in denen er mit Erfolg Anschluss an die wichtigsten Adelshäuser der Stadt finden konnte. So auch an dasjenige des «Hoftraiteurs» Jahn, eines prominenten Wiener Gastwirts, der in seinem Konzertsaal öffentliche Konzerte veranstaltete und eine professionelle Harmoniemusik unterstützte. Im Gegensatz zu Streichinstrumenten, Kla-

vier und Gesang gehörten Blasinstrumente (die grosse Ausnahme ist die Querflöte) nicht zu den typischen «Dilettanteninstrumenten», sondern waren den professionellen «Virtuosen» vorbehalten. Im Jahn’schen Saal wurde das Septett denn auch zum ersten Mal öffentlich aufgeführt, gefolgt von der Aufführung in der berühmten eigenen Akademie von 1802, in der der Komponist auch seine 1. Sinfonie vorstellte. Dass Beethoven zu dieser Zeit bei den einflussreichsten Persönlichkeiten Wiens punkten wollte, macht auch die Widmung deutlich: Keiner geringeren als der Kaiserin persönlich hat er sein «Septetto» zugeeignet. Das Werk ist auch heute noch, neben Franz Schuberts Oktett, eines der bekanntesten Werke für grössere Kammerbesetzung. Mit seinen sechs Sätzen und seiner eng mit Wiens kaiserlichen höfischen Küche verknüpften Aufführungsgeschichte erfüllt es aufs Beste die Voraussetzungen für das 2. Mittagskonzert der Saison. Es spielen die Stimmführerinnen und die Solo-Bläser des Sinfonieorchesters St.Gallen. (ff)

Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Titelseite der Erstausgabe des Septetts op. 20 von Ludwig van Beethoven (Beethoven-Haus Bonn)

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Zweimal sechs um fünf Im 4. Sonntags um 5 sind zwei Sextette zu hören

Sextuor Sonntags um 5 Sonntag, 11. März 2018 17 Uhr, Tonhalle Gianluca Campo, Flöte Davide Jäger, Oboe Armen Ghazaryan, Klarinette Alberto Biano, Fagott Hubert Renner, Horn Stéphane Fromageot, Klavier Ludwig Thuille Sextett F-Dur op. 6 Stéphane Fromageot Sextuor Mit grosszügiger Unterstützung

Nach Quintetten für Streicher bietet das kommende Sonntags um 5 nun den Rahmen für zwei Sextette für Bläser und Klavier. Das erste Werk stammt von Ludwig Thuille (1861 – 1907) und ist ganz der Spätromantik verpflichtet. Der gebürtige Bozner Thuille war ein enger Freund von Richard Strauss und entwickelte sich nach seiner Ausbildung in München zu einem der wichtigsten Figuren des dortigen Musiklebens um 1900. Anders als Strauss verschaffte er sich jenseits der bayrischen Grenze jedoch keinen nachhaltigen Ruf. Heute ist er vor allem für sein F-Dur-Sextett bekannt, aus dem die Verehrung für Johannes Brahms deutlich hervortritt. In die Tradition von Sextetten für Bläser und Klavier reiht sich auch der hiesige Studienleiter und Kapellmeister Stéphane Fromageot mit seiner neuesten

Arbeit ein, die in diesem Konzert zur Uraufführung kommt. Der gebürtige Franzose und ausgebildete Komponist orientierte sich für das Sextuor eng an der französischen Musik des 20. Jahrhunderts, die ihn bereits seit seiner Kindheit prägte, wie er selbst angibt. Das Studium am Pariser Conservatoire hinterliess dann weitere deutliche Spuren in seiner Handschrift als Komponist. Weitgehend tonal ist sein dreisätziges Sextuor, das mit einem bekannten früheren Werk für diese Besetzung in Verbindung gebracht werden kann, dem Sextett des Franzosen Francis Poulenc. Vor allem hinsichtlich der Mischung des gut durchhörbaren Bläserklanges mit vollgriffig und virtuos eingesetztem Klavier. Diesen Part übernimmt Stéphane Fromageot im Konzert vom 11. März selbst. (ff)

Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Stéphane Fromageot ist seit 20 Jahren Studienleiter und Kapellmeister am Theater St.Gallen.

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«Die inhaltliche Vielfalt begleitet Albert Hammond mit überraschender musikalischer Vielseitigkeit. Auf Rockmelodien folgen Alphornklänge, neben Folklore ertönt Kirchenmusik, es gibt Platz für Hymnen ebenso wie für den kleinen Schwank. Selbst Hip-Hop und fast funkige Rhythmen schaffen es ins Programm. Es würde nicht wundern, wenn es das eine oder andere Lied in die Charts schaffte. Denn sicher ist: Musical-Fans kommen hier auf ihre Kosten.» (Neue Zürcher Zeitung)

Mise en Scène Aktuell im Spielplan


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Nächste Vorstellungen Sonntag, 11. März 2018, 17 Uhr Mittwoch, 14. März 2018, 19.30 Uhr Samstag, 17. März 2018, 19.30 Uhr Dienstag, 27. März 2018, 19.30 Uhr Mittwoch, 28. März 2018, 19.30 Uhr Samstag, 21. April 2018, 19.30 Uhr

Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung Koen Schoots


Freitag, 16. März 2018, 19.30 Uhr Freitag, 23. März 2018, 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

Matto regiert Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser

«Im Theater St.Gallen macht Christina Rast aus Friedrich Glausers Krimi Matto regiert äusserst bildstark ein mitreissendes albtraumhaftes Tableau – und bringt den Sog des Romans voll auf die Bühne.» (St.Galler Tagblatt)


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Dienstag, 20. März 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 25. März 2018, 14.30 Uhr Donnerstag, 29. März 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 8. April 2018, 19.30 Uhr Freitag, 20. April 2018, 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

Schlafes Bruder Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider

«Beate Vollack erzählt Schlafes Bruder mit ihren Mitteln. Fast ohne Worte, nur mit den Bewegungen des Tanzes, und mit Musik. Und erntet überwältigenden Applaus. Vollständig zu Recht.» (Ostschweiz am Sonntag)


Im Requisitenfundus # 7 Das Gedächtnis des Theaters

Genaueres über die Sammlung von alten Schilden ist nicht mehr bekannt. Die schweren Stücke lagern im Fundus des Theaters an der Dürrenmattstrasse (in der ehemaligen Seifenfabrik, wo auch zwei Probebühnen untergebracht sind). Sicher ist: Die Schilde stammen noch aus dem alten Stadttheater am Bohl, das mit der Eröffnung des Theaters am Stadtpark im März 1968 endgültig ausgedient hatte und ein paar Jahre später abgebrochen wurde. Gebraucht hat man die Schilde seither nicht mehr, nicht zuletzt deshalb, weil sie zu schwer sind für die heutige Art des Theatermachens, bei der Bewegung und Agilität eine grössere Rolle spielen. Heute gibt es für einschlägige Szenen mit Schilden und Schwertern Spezialanfertigungen aus leichtem Material, das aber klingt wie schweres Eisen. Trotzdem käme in der Requisitenabteilung keiner auf

die Idee, die Schilde mit den rätselhaften Fantasie-Emblemen wegzuwerfen. Denn auch wenn ihre Herkunft im Dunkeln liegt, so stellen sie doch ein Stück Geschichte des alten Stadttheaters dar. Ronald Porawski, der Leiter der Requisitenabteilung, sieht sich auch ein bisschen als Museumswärter. «Der Requisitenfundus verkörpert die Geschichte des Theaters», sagt er. Und die Requisiten sind auch Zeitzeugen. Im Fundus liegen auch Videokassetten und grosse Tonbandspulen aus den 60er-Jahren, eine ganze Sammlung von analogen Uhren und alten Telefonen mit Wählscheibe oder Kurbelkameras. Denn immer mal wieder ist in einer Inszenierung Zeitkolorit aus früheren Jahrzehnten gefragt. Der Wälzer, den gerade jetzt in Matto regiert der dubiose Portier Dreyer auf seinem Stehtisch liegen hat, ist ein Originalkassabuch des alten Stadtthea-

Requisiten erzählen Geschichte: Schilde aus dem alten Stadttheater am Bohl.

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ters. So werden die Requisiten – ob weiterhin verwendet oder eingelagert – zum Gedächtnis des Theaters. «Der Fundus zeigt, wie wahnsinnig viel Geschichte dieses Theater hat», sagt Porawski. Aktiv bewirtschaften allerdings kann er dieses Erbe nicht, einen Fundusverwalter anzustellen, liegt nicht drin. «Wir von der Requisitenabteilung wissen, in welchem Schrank oder in welchen Kisten was ist.» (bh)


März

Sa 10 19.30 – 22.10 Uhr

Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots geschlossene Vorstellung, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien So 11

Fr 02

19.30 – 22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green geschlossene Vorstellung, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Sa 03 19.30 – 22.10 Uhr

Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien

17 Uhr

Sextuor 4. Sonntags um 5 | Kammermusik Abo So um 5 | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

17 – 19.40 Uhr

Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots Abo SoN-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien Mi 14 19.30 – 22.10 Uhr

Matterhorn

Einführung in die Oper von Ludwig van Beethoven Eintritt frei, Foyer

Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots Abo Mi-G | Mi-mu | frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien

Do 15 FESTPREMIERE 50 JAHRE THEATER AM STADTPARK 19.30 Uhr

So 04 EINFÜHRUNGSMATINEE 11 Uhr

Fidelio

ZUM LETZTEN MAL 14 – 15.35 Uhr

Fidelio

Mit Eröffnung der Plakatausstellung im Foyer (18 Uhr) und Festansprache (19.30 Uhr) Oper von Ludwig van Beethoven Abo PP | P | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater 12.15 Uhr

Oper von Giacomo Puccini Abo SoA | SG-So | frei, Grosses Haus Unterstützt von Walter und Verena Spühl-Stiftung, Opernpartner Bank Julius Bär

Fr 16

Beethoven Spezial: 2. Mittagskonzert Abo Mittagskonzert | frei, Tonhalle Beethoven Spezial Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Di 06 19 – 20.20 Uhr

19 – 20.20 Uhr

Schauspiel von Michael Müller nach dem Roman von Finn-Ole Heinrich [14+] frei, Studio

Schauspiel von Michael Müller nach dem Roman von Finn-Ole Heinrich [14+] frei, Studio

19.30 – 21.20 Uhr

Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Abo M-Fr | frei, Grosses Haus

Der Räuber Hotzenplotz

Familienstück von Otfried Preussler [5+] frei, Grosses Haus Unterstützt von Notenstein La Roche Privatbank, Migros Kulturprozent

ZUM LETZTEN MAL 19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

La bohème

Räuberhände

19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi Abo Fern A+B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär, Walter und Verena Spühl-Stiftung Fr 09 19 – 20.20 Uhr

Räuberhände Schauspiel von Michael Müller nach dem Roman von Finn-Ole Heinrich [14+] frei, Studio

21 Uhr

Gewinnen bedeutet, mit den Füssen zu denken

Nachtzug Schauspiel Von und mit Patricia Flores frei, LOK

Beethoven Spezial

Beethoven Septett

Räuberhände

Matto regiert

Sa 17 19.30 – 22.10 Uhr Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots Abo MuB | Sa | frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien So 18

11 Uhr

Alexander Melnikov | 1. Teil

Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven | Beethoven spezial: 4. Meisterzyklus-Konzert Abo MZ | frei, Tonhalle Unterstützt von Müller-Lehmann-Fonds

Beethoven Spezial

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So 18 EINFÜHRUNGSMATINEE 11 Uhr Lugano Paradiso Einführung in das Schauspiel von Andreas Sauter Eintritt frei, LOK

Sa 24 19.30 – 22.10 Uhr

14.30 Uhr Einführung um 14 Uhr, Studio

Fidelio

Oper von Ludwig van Beethoven Abo VBK-1 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater

17 Uhr Alexander Melnikov | 2. Teil Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven Beethoven spezial: 4. Meisterzyklus-Konzert Abo MZ | frei, Tonhalle Unterstützt von Müller-Lehmann-Fonds

Beethoven Spezial

Matterhorn

Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots geschlossene Vorstellung, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien

20 Uhr

Buchpremiere und Podiumsdiskussion

 Buchpremiere Lugano Paradiso und Podiumsdiskussion zum Thema Die Schweiz im Kalten Krieg Eintritt frei, LOK Kunstzone

Beethoven Spezial

So 25 EINFÜHRUNGSMATINEE 11 Uhr

Adams Äpfel

Einführung in das Schauspiel von K. D. Schmidt nach dem Film von Anders Thomas Jensen Eintritt frei, LOK

Mo 19 ZUM LETZTEN MAL 19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio Nabucco Oper von Giuseppe Verdi Abo VB-C | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär, Walter und Verena Spühl-Stiftung

14.30 – 16.30 Uhr Einführung um 14 Uhr, Studio, Nachgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Schlafes Bruder

Di 20 19 – 20.20 Uhr

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo SoN-A | VBK-2 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier

Schauspiel von Michael Müller nach dem Roman von Finn-Ole Heinrich [14+] frei, Studio

Di 27

Räuberhände

Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots Abo Mu-A | frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien

19.30 – 21.30 Uhr

Schlafes Bruder

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo Di | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier Mi 21 19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

Fidelio

Oper von Ludwig van Beethoven Abo VB-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater

Beethoven Spezial

Do 22 19.30-22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo VB-A | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

URAUFFÜHRUNG 19.30 Uhr

Lugano Paradiso

So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht – Schauspiel von Andreas Sauter frei | Premiere, LOK Unterstützt von Stiftung Lokremise Fr 23

19 – 20.20 Uhr

Räuberhände Schauspiel von Michael Müller nach dem Roman von Finn-Ole Heinrich [14+] frei, Studio

ZUM LETZTEN MAL 19.30-21.20 Uhr Matto regiert Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Abo S-Fr | frei, Grosses Haus

34

19.30 – 22.10 Uhr

Matterhorn

19.30 Uhr

Lugano Paradiso

So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht – Schauspiel von Andreas Sauter frei, LOK Unterstützt von Stiftung Lokremise Mi 28 19 – 20.20 Uhr Räuberhände Schauspiel von Michael Müller nach dem Roman von Finn-Ole Heinrich [14+] frei, Studio

19.30 – 22.10 Uhr

Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien Do 29

19.30 – 21.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Schlafes Bruder

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo KV | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier


April Mi 04 19.30 Uhr

Di 10

19.30 Uhr

So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht – Schauspiel von Andreas Sauter frei, LOK Unterstützt von Stiftung Lokremise

Schauspiel von K.D. Schmidt nach dem Film von Anders Thomas Jensen Abo Di | frei, Grosses Haus

Mi 11

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Adams Äpfel

Lugano Paradiso

Do 05 ÖFFENTLICHE PROBE 18 Uhr

Sieben

Sieben Tanzstücke von jungen Choreografen Eintritt frei, LOK

Fr 06 19.30 Uhr

Lugano Paradiso

So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht – Schauspiel von Andreas Sauter Abo Fr | frei, LOK Sa 07 PREMIERE 19.30 Uhr

Adams Äpfel

Schauspiel von K.D. Schmidt nach dem Film von Anders Thomas Jensen Abo PP | P | frei, Grosses Haus

21 Uhr

Nachtzug Musiktheater mit allen Sängern des Ensembles frei, LOK

Strangers in the Night

Idyllen

Mahler Mozart | 8. Tonhallekonzert Abo So | frei, Tonhalle Unterstützt von BMR, Mörschwil

Oper von Ludwig van Beethoven Abo Mi-G | Mi-mu | SG-Mi | frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater

Beethoven Spezial

Do 12 URAUFFÜHRUNG 20 Uhr

Sieben

Sieben Tanzstücke von jungen Choreografen frei, LOK Unterstützt von Hedy Kreier Fr 13

19.30 Uhr

Adams Äpfel

Schauspiel von K. D. Schmidt nach dem Film von Anders Thomas Jensen Abo Fr | frei, Grosses Haus Sa 14

19.30 – 22.10 Uhr

Matterhorn Musical von Michael Kunze und Albert Hammond | Orchestrierung von Koen Schoots geschlossene Vorstellung, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich VersicherungsGesellschaft, Coop Genossenschaft,Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Tagblatt Medien

So 08 17 Uhr Einführung um 16 Uhr

Fidelio

19.30 – 21.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Schlafes Bruder

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo SoA | SG-So| frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier

19.30 Uhr

Lugano Paradiso

So schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht – Schauspiel von Andreas Sauter Abo Sa | frei, LOK

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

Vorverkauf am VBSG -Schalter im Rathaus St.Gallen, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 ( CHF 1 . 19 /Min. ab Festnetz) Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie­o rchester St.Gallen Redaktion: Beda Hanimann (bh) Autoren: Marius Bolten (mb); Armin Breidenbach (ab); Caroline Damaschke (cd); Mario Franchi (mf); Franziska Frey (ff); Anja Horst (ah) Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen Produktion: Ostschweiz Druck AG , 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 / Auflage: 6000 Stück / 24 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266

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Hofstetstrasse 14

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9300 Wittenbach

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Aufmerksame Gedruckte Kultur. Aufmerksame Zuhรถrer. Zuhรถrer.

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Terzett März 2018  

Das Monatsmagazin von Konzert und Theater St.Gallen

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