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Januar 2018


Wer

schläft, liebt nicht! aus dem Roman Schlafes Bruder von Robert Schneider


Beate Vollack Leiterin der Tanzkompanie

«Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen.» Als ich vor vielen Jahren das Buch Schlafes Bruder von Robert Schneider zum ersten Mal las, faszinierte mich die Geschichte des Johannes Elias Alder und hat mich nicht mehr losgelassen. Allerdings ahnte ich nicht, dass ich einmal ein Tanzstück daraus machen würde. Ich bin in der Zeit der Vorbereitung tief in seine Welt eingetaucht und habe versucht, sein Genie und seine grenzenlose Liebe zu Elsbeth zu verstehen, seinen Alltag und die engen Verhältnisse des Vorarlberger Dorfes zu erforschen, um sie in eine Bühnenoptik und Tanzsprache zu übersetzen. Dabei stellte die Musik eine besondere Herausforderung für mich dar. Sie ist ein wichtiges Element für Johannes Elias, seine Geschichte und sein Genie. Wie klingt dieses beschriebene, aber im Wortsinne unerhörte musikalische Genie? Sicher eine zentrale Frage, da für mich Tanz ohne Musik nicht denkbar ist. Robert Schneiders Text gibt quasi nie gehörte Klänge in einer faszinierend musikalischen Sprache vor. Ich habe in den Geschwistern Küng wunderbare Übersetzer dieser Musik gefunden. Ihre Musik bebildert das Geschriebene nicht, sondern verwandelt es in reale Töne, regionale Melodien und eröffnet Klangwelten. Ich lade Sie herzlich ein, mit der Tanzkompanie und den Geschwistern Küng einzutauchen in die Welt der Alders in Eschberg im Rheintal.

4 Schäfchen im Wolfspelz 6 Ein Schweizer

Mikrokosmos

9 Zu Besuch bei Robert

Schneider

11 Original Appenzeller

Streichmusik

12 Frank Martins

«Der Zaubertrank»

14 Modern und doch

anheimelnd

17 Kurz notiert 18 Potz Pulverdampf,

Pistolenrauch!

20 Buchbinder spielt

Beethoven

22 «Krönungskonzert»

und Musik aus England

24 Mise en Scène 28 Im Requisitenfundus 29 Veranstaltungskalender

Herzlichst

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Schäfchen im Wolfspelz Das Kinderstück Wolf sein von Bettina Wegenast

Wolf sein Kinderstück von Bettina Wegenast [5 +] Premiere Mittwoch, 10. Januar 2018 14 Uhr, Studio Leitung Inszenierung: Anja Horst Ausstattung: Markus Karner Musik: Andi Peter Dramaturgie: Armin Breidenbach Spiel Anja Tobler Hans Rudolf Spühler Weitere Vorstellungen Samstag, 13. Januar 2018, 14 Uhr Mittwoch, 17. Januar 2018, 14 Uhr Samstag, 20. Januar 2018, 14 Uhr Samstag, 27. Januar 2018, 14 Uhr Samstag, 3. Februar 2018, 14 Uhr (zum letzten Mal) Diese Inszenierung kann mobil gebucht werden. Nähere Informationen über kbb@theatersg.ch Mit grosszügiger Unterstützung

Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile: Der böse Wolf ist tot. Doch die Freude der Schafe macht bald einer Ratlosigkeit Platz. Wer denn nun den Part des Bösen übernehme, fragen sie sich. Dann kommen sie zum Schluss: Das können wir auch selbst. Bettina Wegenasts Märchen Wolf sein wird inszeniert von Anja Horst, der Leitenden Schauspieldramaturgin am Theater St.Gallen. Die Regisseurin über vertauschte Rollen, Erwachsene in Kinderstücken und die Vielseitigkeit eines Kaffeelöffels. Ein Märchen ganz ohne Bösewicht, das gehe doch nicht, heisst es in der Ankündigung von Wolf sein. Warum braucht es denn das Böse? Das Böse ist ja auch das Salz in der Suppe. Es ist einfach ein Teil von uns. Das ist eine Erfahrung, die Kinder machen müssen. Sie müssen lernen, dass das in jedem Menschen verwurzelt ist. Und wie man mit gut und böse umgeht. Im Theater kann man dieses Thema gut aufarbeiten. Wie zeigt man denn das Böse auf der Bühne? Mit einzelnen Figurentypen lässt sich das gut darstellen. Der eine ist gut, der andere ist böse. Kinder haben den Widerspruch noch nicht verinnerlicht, dass beides im Menschen ist. Im Fall von Wolf sein läuft es allerdings etwas anders. Der Märchenwolf ist zwar als böse bekannt, er frisst Geisslein, Schweine und die Grossmutter. Er ist hinterlistig, aber auch schlau, das hat auch seinen Reiz. In jedem Fall ist er eine spannende Figur. Und man kann hier auch lachen über das Böse. Es geht um ein Schaf im Wolfspelz, denn nachdem der Wolf gestorben ist, übernimmt eines der Schafe dessen

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Rolle. Aber es bekommt vom Arbeitsamt ein Secondhand-Kostüm, dieser Wolf hat schon ziemlich Federn gelassen. Trotzdem verspricht sich das Schaf, als Wolf auch einmal der Held zu sein, vor dem die anderen zittern und sich fürchten. Und es hofft auch, dass es damit gut verdient. Ein Schaf im Wolfspelz, eine verkehrte Welt! Ja, ausgerechnet ein Schaf verkleidet sich als Wolf, da sind Täter- und Opferrolle genau vertauscht. Dass hier etwas nicht stimmt, begreifen auch die Kleinen. Das schwache Lämmchen hat als Wolf seinen grossen Auftritt, mit dieser Umkehrung realisieren die Kinder, dass eben doch nicht immer alles so klar und eindeutig ist, wie man es kennt oder sich vorstellt. Und sie sehen: Auch der böse und überlegene Wolf hat seine Probleme. Er hat keine Freunde, keiner vertraut ihm. Das realisiert das Schäfchen, indem es in seine Rolle schlüpft. Wie schätzt man als Theatermacherin ab, was Kinder vertragen? Nach über zwanzig Jahren Erfahrung mit Kindertheater kann ich sagen: Die Kinder verkraften mehr, als die Erwachsenen ihnen zutrauen. Es passiert immer wieder, dass eine Mutter mir sagt, sie finde diese oder jene Passage etwas heikel. Wenn ich dann aber nach der Vorstellung die Kinder höre, stelle ich fest: Für die ist das überhaupt kein Thema. Mit Kindern kann man in gewissem Sinn weiter gehen als mit Erwachsenen, weil sie mehr Abstraktionsvermögen haben und unvoreingenommen sind. Sie lassen sich auf das Stück ein – und sind auch total ehrlich. Wenn sie es langweilig finden, merkt man es. Wenn sie es gruselig finden, weinen sie. Geht man als Regisseurin anders an die Arbeit, je nachdem, ob es ein Stück für Kinder oder für Erwachsene ist? Das würde ich nicht sagen. Die Art meines Theaters ist letztlich die gleiche. Die Themen und Mittel sind anders, aber bei beidem ist mir das Gleiche wichtig: Es muss eine gewisse Sinnlichkeit haben. Ein Stück muss etwas mit dem Menschen machen, ihn anregen, etwas auslösen. Dass ich das erreiche, wünsche ich mir sowohl beim Kinder- als auch Erwachsenentheater. Ich höre übrigens immer wieder von Erwachsenen, dass sie unglaublich gern in Kinderstücke


Schaf und Wolf: ein spannender Rollentausch. (Illustration: Regula Baumer)

gehen. Sie geniessen und schätzen es, einmal einfach dazusitzen, mitzugehen, sich zu unterhalten. Ohne den Bildungsanspruch, den sie sonst im Theater haben. Dieser Bildungsanspruch verstellt manchem Erwachsenen das Theatererlebnis. Weil er immer gleich rational verstehen will? Bei Kindern kann man weitergehen mit Abstraktion. Da kann ich einen Kaffeelöffel nehmen und sagen: Das ist jetzt ein König. Kinder haben keine Mühe, das so zu nehmen und dem zu folgen. Der Erwachsene

sagt schnell: Ach nee, geht doch nicht, so kann man das nicht machen! Die Unvoreingenommenheit der Kinder fasziniert mich nach wie vor. Und was ich ganz toll finde: Wenn ich kleinen Menschen das erste Theatererlebnis bescheren kann. Das ist wie ein Geschenk, das man ihnen gibt. Ich bin keine Freundin des belehrenden Moraltheaters. Das ist mir nicht wichtig. Wichtig ist für mich: Ich will die Faszination wecken, die Fantasie anregen. Ich will zeigen, dass man auch anders denken kann. Das ist eine Erkenntnis, die auch ausserhalb des Theaters gilt.

Das ist in Wolf sein zu erleben? Wolf sein ist nicht belehrend. Sondern es weckt die Lust, selber zu spüren und zu erleben: Was ist gut und böse, wie weit kann man da gehen. Theater also nicht als Belehrung, sondern als Erfahrung. Es geht um Verhaltensweisen, darum, wie man miteinander umgeht. Das ist ein vergnügliches Stück, an dem auch Erwachsene ihren Spass haben. Und gruselig ist es nicht. Ab 5 Jahren absolut machbar. Das Gespräch führte Beda Hanimann

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Ein Schweizer Mikrokosmos Christina Rast über ihre Inszenierung von Friedrich Glausers Roman Matto regiert.

Matto regiert Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser in einer Fassung von Christina Rast und Armin Breidenbach Premiere Freitag, 12. Januar 2018 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 7. Januar 2018 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Inszenierung: Christina Rast Ausstattung: Franziska Rast Musik: Patrik Zeller Sounddesign: Martin Hofstetter Licht: Andreas Enzler Dramaturgie: Armin Breidenbach Besetzung Studer: HansJürg Müller Dr. Laduner: Marcus Schäfer Frau Laduner | Weyrauch: Birgit Bücker Pieterlen | Conférencier | Dr. Blumenstein: Jessica Cuna Portier Dreyer: Matthias Albold Herbert Caplaun | Gilgen: Tobias Graupner Oberst Caplaun | Jutzeler: Oliver Losehand Irma Wasem | Dr. Neuville | Bohnenblust: Anna Blumer Schmocker: Diana Dengler Schül: Bruno Riedl Statisterie des Theaters St.Gallen Weitere Vorstellungen Freitag, 19. Januar 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 21. Januar 2018, 17 Uhr Mittwoch, 31. Januar 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 18. Februar 2018, 14.30 und 19.30 Uhr Dienstag, 20. Februar 2018, 19.30 Uhr Freitag, 16. März 2018, 19.30 Uhr Freitag, 23. März 2018, 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

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Wachtmeister Studer ist Schweizer Kulturgut. Und er verkörpert ein Kaleidoskop von Schweizer Qualitäten und Unarten. Entsprechend sind auch die Geschichten, in denen er ermittelt, mehr als simple Krimis mit der zentralen Frage: Wer war der Täter? Bei Friedrich Glauser diene der Krimi in erster Linie dazu, «eine Gesellschaftsstudie raffiniert zu verpacken», sagt Christina Rast, die den Studer am Theater St.Gallen auf die Bühne bringt. Wachtmeister Studer wird in die Anstalt Randlingen gerufen, um herauszufinden, was es mit dem verschwundenen Direktor Borstli und dem wahrscheinlich geflohenen Patienten Pieterlen auf sich hat. Matto regiert von Glauser ist vor allem ein Krimi, der in einer Irrenanstalt spielt, oder? Bei Glauser ist es ja immer eher umgekehrt. Der Krimi dient in erster Linie dazu, eine Gesellschaftsstudie raffiniert zu verpacken. Bei Matto regiert bildet die Irrenanstalt einen Schweizer Mikrokosmos, anhand dessen urmenschliche Verhaltensweisen, Abgründe, Sehnsüchte und Abhängigkeiten aufgezeigt werden. Autoritäten, festgefahrene Traditionen, aber auch Wissenschaftsgläubigkeit werden hinterfragt. Inwiefern heiligt bei der Forschung der Zweck die Mittel? Was heisst in diesem Kontext «ethisch und moralisch handeln»? Was heisst schon krank, was gesund? Dabei verwischen sich die Grenzen zwischen «Normalität» und «Irrsinn» permanent, der feste Boden und Studers Selbstverständnis werden im Verlauf der Geschichte buchstäblich ver-rückt. Und da wir alles aus Studers Perspektive erleben, hadern, zweifeln und fallen wir mit ihm gemeinsam.

Diese zwischenmenschlichen Verhaltensmuster und Milieustudien bilden den spannenden Kern und eigentlichen Krimi aller Studer-Romane, und da Glauser ein äusserst genauer Beobachter ist, sind seine Geschichten dementsprechend auch sehr komplex. Wer am Schluss den Mord begangen hat, wird fast nebensächlich, da alles eng miteinander verstrickt ist. Man lüftet einen Schleier und findet dahinter den nächsten Abgrund. Insofern macht es auf dem Theater auch keinen Sinn, die StuderRomane brav nachzuerzählen, das hat nicht einmal Leopold Lindtberg mit seiner Verfilmung versucht. Und bei Matto regiert bleibt der genaue Tathergang sogar im Dunkeln, da alle direkt Beteiligten am Ende tot sind. Viel wichtiger erscheint mir der Versuch, diesem spezifischen «Glauser-Ton» nachzuhorchen, der in einem immer beim Lesen nachklingt. Da ist einmal eine sehr blumige, bildhafte Sprache. Eine hohe Musikalität. Der Grundklang eines bestimmten Milieus oder Ortes – hier der Anstalt Randlingen. Die Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung, Zärtlichkeit, Seelenfrieden. Und über all dem die Melancholie des Unverstandenen, des Grenzgängers zwischen den Welten, der seinen Platz in der Gesellschaft einfach nicht finden kann. Die Einsamkeit. Hast du dich auch mit Glauser auseinandergesetzt, der ja selbst immer wieder in diversen Gefängnissen und Anstalten einsass, von seiner Morphiumsucht nicht loskam und auf seine Art einsam war? Und spielt das für dich eine Rolle beim Inszenieren? Ich hatte mit siebzehn eine sehr intensive Glauser-Phase und hab alles verschlungen, was mir unter die Finger kam. Mich hat damals, selber auf der Suche nach meinem Platz in der Welt, diese Biografie gerade in ihrer Widersprüchlichkeit interessiert. Natürlich lassen sich viele biografische Aspekte in Matto regiert finden: Der VaterSohn-Konflikt, der sich auch im Verhältnis des Analytikers zum Patienten widerspiegelt; der Patient, der sich in die Pflegerin verliebt und von einer gemeinsamen Zukunft in Frankreich träumt; der schizophrene Poet, der in der Fremdenlegion war; der Alltag in einer Heilanstalt usw. Beim Inszenieren spielt das für mich aber nur eine Rolle, um eine bestimmte Perspektive oder


Fallhöhe nachvollziehen zu können. Die daraus resultierende Sympathie für all diejenigen, die buchstäblich an der Welt kranken, führt dazu, dass mir gewisse Ärzte definitiv verrückter erscheinen als alle Insassen und die Anstalt normaler als die Welt. Beim ersten Lesen dachte ich, der Studer sei doch sehr stark anderen fiktiven Kriminalkommissaren nachempfunden, etwa dem Maigret von Georges Simenon. Geht es dir ähnlich? Es gibt schon Parallelen. Simenon legt den Schwerpunkt ja auch mehr auf die sozialen und psychologischen Ursachen und Hintergründe und weniger auf das klassische Dem-Schurken-das-Handwerk-Legen. Mit Maigret verbinden Studer sicher seine eher unkonventionellen Ermittlungsmethoden – Empathie, Menschenkenntnis, Instinkt, Ruhe ... Ein Grundverständnis für die Nöte und Ängste der Beteiligten und manchmal sogar ein Verständnis für Täter und Tat.

Mir ist erzählt worden, Matto regiert sei Schullektüre. «Den Studer» kennt auf jeden Fall so gut wie jeder Schweizer. Was ist denn das spezifisch Schweizerische an Studer? Alles. Der Studer ist ein Kaleidoskop Urschweizer Qualitäten und Unarten: Harte Schale, weicher Kern. Sehr sensibel – das würde er aber nie eingestehen. Eigenbrötlerisch. Brummelig, eher wortfaul, etwas bäurisch daherkommend, wird daher oft unterschätzt – natürlich zu Unrecht. Allergisch gegen Geschwätz und fremde Autoritäten. Gemütlich, bodenständig, geniesst gern ein gutes Essen und einen Wein oder Schnaps. Hat sein eigenes Tempo – also bernerisch langsam – sein Bauchgefühl und seinen «sture Gring». Lässt die Dinge auch öfter mal laufen, kann gut abwarten, beobachten, auflaufen lassen und aussitzen. Hat ein eher traditionelles Rollenverständnis; Gleichberechtigung und gewisses neumodisches «Gschmöis» sind ihm suspekt. Und dann natürlich die Brissago! Da muss ich immer an meinen Grossvater denken: die Brissago und ein Glas Veltliner.

Zurück zu Matto, dem Geist des Irrsinns. Die Anstalt Randlingen bevölkern im Roman 800 Patienten und zig Pfleger, Ärzte und andere Helfer. Zwar kommen nicht alle explizit vor, aber das Personal ist doch recht üppig. Wie bekommt man das auf die Bühne? Natürlich muss man bei der Bearbeitung Schwerpunkte setzen und auch leider auf den einen oder andern Darling verzichten. Es sei denn, man macht daraus eine 10-stündige Serie. Aber diese Möglichkeit haben wir nicht. Wir haben versucht, gewisse Motive und Figuren zusammenzulegen und das Personal auf einige Kernfiguren zu reduzieren. Daneben gibt es auch immer wieder Gruppenszenen z. B. mit Ärzten/Pflegern, PatientInnen oder einem Chor, in denen es mehr um Studers Eindruck von einer Grundatmosphäre der Anstalt oder um ein Bildmoment als um einzelne Individuen geht. Dadurch folgen wir über Studers Blick stärker der intuitiven Traum- (oder Albtraum-)Logik und versuchen, seinem Weg zu folgen und seine Perspektive und Wahrnehmung zu vergrössern. Das Gespräch führte Armin Breidenbach

Regisseurin Christina Rast ( 2 . von rechts) bei einer Probe zwischen HansJürg Müller und Dorothea Gilgen.

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Fotografie | Bücher | Postkarten | Kalender 2018 | Wandbilder

Sandro Reichmuth | Hinterwies 18 | 9042 Speicher | 079 691 61 38 | mail@faszinierend.ch | www.faszinierend.ch

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Zu Besuch bei Robert Schneider Beate Vollack im Gespräch mit dem Autor des Romans Schlafes Bruder

Schlafes Bruder Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Uraufführung Samstag, 27. Januar 2018 19.30 Uhr, Grosses Haus Öffentliche Probe Mittwoch, 10. Januar 2018 18 Uhr, Steinerschule, Eintritt frei Einführungsmatinee Samstag, 20. Januar 2018 12 Uhr, Grosses Haus, Eintritt frei Leitung Choreografie: Beate Vollack Musik: Geschwister Küng Ausstattung: Jon Morrell Licht: Benedikt Zehm Dramaturgie: Marius Bolten Besetzung Schlafes Bruder: Christian Hettkamp Johannes Elias Alder: Lorian Mader Philipp, sein Bruder: Stefanie Fischer Seffin, deren Mutter: Genevieve O’Keeffe Seff, ihr Mann: Giulio Panzi Peter, Elias’ Freund: Alberto Terribile Elsbeth, dessen Schwester: Swane Küpper Lukas, ihr Zukünftiger: Frederico Oliveira Oskar, Lehrer: Thanh Pham Tri Corvinius, Schauprediger: Emily Pak Burga, Dorfhure: Robina Steyer In weiteren Rollen: Sarah Bateman, Philipp Imbach, Swane Küpper, Lisette Robijn, Flurin Stocker, Hoang Anh Ta Hong Weitere Vorstellungen Freitag, 2. Februar 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 4. Februar 2018, 14.30 Uhr Sonntag, 11. Februar 2018, 17 Uhr Mittwoch, 21. Februar 2018, 19.30 Uhr Samstag, 24. Februar 2018, 19.30 Uhr Dienstag, 27. Februar 2018, 19.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung

Hedy Kreier, St.Gallen

Der Schriftsteller Robert Schneider lebt seit seiner Kindheit in Götzis in Vorarlberg, Vorbild für das fiktive Götzberg seines Romans. Die Choreografin Beate Vollack hat ihn dort besucht und sich mit ihm über sein Buch und ihr Tanzstück unterhalten. Weisst du noch, wie es zu dem Buch kam? Gab es eine Initialzündung für die Geschichte oder die Figur des Elias, wo du gedacht hast, das musst du aufschreiben? Ich habe die gleiche Frage neulich dem Komponisten Arvo Pärt zu seinem Werk Fratres gestellt. Er hat mich angeschaut und gesagt, nein, er weiss es nicht, er hat es einfach gemacht. Aber zu Schlafes Bruder gibt es tatsächlich eine erinnerbare Geschichte. Ich hatte einen Zettelkasten, da hatte ich eine Notiz: «Jemand stirbt durch Schlafentzug». Und darunter: «Kurzgeschichte». Meine damalige Freundin hat diese Notiz gefunden und gesagt: «Daraus musst du eine Geschichte machen!» Ohne diesen Hinweis wäre die Geschichte wohl gar nicht entstanden. Aber ich schätze auch, dass das ganze Leben, das ich bis dahin gelebt hatte, die Sehnsucht, aus dieser Enge herauszukommen, die Leidenschaft zur Musik, alles da war, aber die Initialzündung war wirklich diese Notiz. Der Freundin, Pascale, ist das Buch gewidmet. Und dann war das Buch in drei Monaten geschrieben. Es ist eine Frage der Notwendigkeit: Ein Thema begleitet mich, und irgendwann ist es so weit oder so reif, dass es einfach sein muss. Ich könnte das heute nicht mehr so schreiben, aber ich würde auch nichts anders schreiben. Es musste damals so sein. Und ich liebe dieses Buch nach wie vor. Es ist ein Teil meines Lebens. Und wie kam es zur Veröffentlichung? Ich habe das Manuskript an über 20 Verlage geschickt, die es alle abgelehnt haben. Schliesslich habe ich es noch nach Klagenfurt geschickt zu den Literaturtagen im Frühjahr 1991. Dort wurde es auch abge-

lehnt, aber eine Jurorin gab die von ihr abgelehnten Texte weiter, und so kam es schliesslich zu meinem späteren Lektor, der wie ein Löwe für dieses Buch gekämpft hat. Er hat eine Affinität zu meinem Thema der dörflichen Enge gespürt aufgrund seiner Biografie in Rostock in der damaligen DDR : dieses Nichtrauskönnen, dieses Abgesperrtsein. Und dann wurde es ein Riesenerfolg, den niemand erwartet hatte. Manche, die es abgelehnt hatten, fanden es aus Prinzip weiterhin schlecht. Wenn man die Kommentare der Lektoren liest, kann ich sie aber alle verstehen. Von der Sprache her ist es begrenzt; diese Dialektismen. Ein Lektor sagte: «Sie machen doch keine Lyrik.» Er hatte nicht ganz Unrecht. Diese Sprache war es gerade, was mich so fasziniert hat. Du beschreibst Musik, die man quasi hört, aber du versuchst nicht, uns ein konkretes Musikstück, das es gibt, technisch zu erklären, sondern es ist Musik, die es nicht gibt. Und du beschreibst sie mit einer Sprache, die so schön ist, dass ich beschlossen habe, ich brauche einen Schauspieler auf der Bühne, denn diese Sprache muss man hören, sie ist auch Rhythmus und Musik. Es gibt Sätze, die sich rhythmisch wiederholen. Ich habe Musik studiert, ich komme von der Musik. Und ich mache das Gegenteil von dem, was Janáček oder Bartók gemacht haben, die den Dialekten ihrer Gegend gelauscht und Aufzeichnungen gemacht haben, wobei es ihnen nicht so sehr um Musik, sondern um Sprachrhythmus ging. Es gibt in Schlafes Bruder z. B. Verdichtungen, wo die Sätze staccatoartig werden, um eine Intensität anzudeuten – das kommt alles von der Musik. Ich mache in der Literatur Musik. Ich hatte lange Angst davor, ein Tanzstück daraus zu machen. Aber es ist so tanzbar, hat so viel mit Zuständen und Emotionen zu tun, dass ich es in einer Ästhetik transportieren kann, ohne dass ich versuche, das Buch eins zu eins zu erzählen und zu bebildern. Es geht darum, wie man es empfindet und wie man es umsetzt. Deshalb habe ich mich auch entscheiden müssen für bestimmte Szenen, die mich besonders ansprechen. Ich habe dir ja alle Freiheiten gegeben. Eine Bearbeitung ist vom Urheber vollkommen 9


freizugeben. Die Bearbeitung wird an sich selbst gemessen, nicht an der Vorlage. Das habe ich auch zum Film immer gesagt. Man kann nicht einen Film oder ein Ballett mit einem Roman vergleichen. Gelbe Augen gibt es bei mir nicht. Die physischen Veränderungen, die mit dem Kind passieren, sind im Grunde Gleichnisse. Die Sprachfaktur kommt einerseits von den Bachkantaten-Texten, dieser Pietismus, dieses Blumige, und andererseits von der Luthersprache. Dies war auch ein Zufall: Ich habe damals eine Faksimile-Lutherbibel bekommen. Ich fand die Sprache grossartig, und das ist in den Roman eingeflossen. Die gelben Augen und die frühe Pubeszenz sind Gleichnisse dafür, dass etwas so stark ist, dass es raus muss. Marc Aurel hat gesagt: «Des Menschen Gedanken färben seine Seele.» Es gibt Dinge, die man im Tanz nicht ausdrücken kann. Deshalb habe ich beschlossen, den Text für die Orgel sprechen zu lassen. Ich könnte mir Clusterklänge vorstellen, neue Musik antizipiert, oder nur Luft, atmosphärische Sachen. Man darf nicht versuchen, das Sprachliche in Musik zu übertragen. Was ich auch sprechen lassen muss, weil man es mit Tanz nicht ausdrücken kann, sind Sätze wie dieser (eine meiner vielen Lieblingsstellen im Buch):

«Mit dem letzten Quentchen seines begrenzten Willens entschied er sich für Elsbeth und somit gegen sein musikalisches Genie. Weil ihm aber das Genie von Gott gegeben, entschied er sich gegen Gott.» Was in nuce sagt: Jeder muss in seinem Leben wählen. Für viele Sachen habe ich schon tänzerische Bilder gefunden und bin gespannt, wie sich dies mit meinen Tänzern entwickelt. Im Laufe der Erarbeitung des Konzepts habe 10

Robert Schneider und Beate Vollack in Götzis / Vorarlberg. (Foto: mb)

ich gemerkt, dass die Dinge, die in Johannes Elias Alder vorgehen, wichtig sind, z. B. wenn er für Elsbeth Orgel spielt. Und in der Beschreibung seiner Empfindungen kommen plötzlich Zitronenfalter vor. Der Kanon der Zitronenfalter. Das muss für mich so visualisiert werden, dass erst eine Elsbeth kommt und dann noch eine und noch eine und dass alle für Elias zu Elsbeth werden, er sieht nur noch Elsbeth. Ich glaube, Gefühle und Emotionen sind etwas, das Tanz kann, Tanz kann diese Innerlichkeit nach aussen bringen. Es ist übrigens auch ein ganz humorvolles Buch. Es spielt mit diesem deutschen romantischen Geist. Und prompt sind kluge Köpfe hereingefallen und haben gesagt, es sei Kitsch. Nein, es ist postmodern, das sind Versatzstücke. Die Erzählerperspektive ist ein Romantik-Zitat, ein Spiel mit der literarischen Romantik. Ich bin z. B. ein grosser Verehrer E. T. A. Hoffmanns. Das waren revolutionäre Leute, unglaubliche Denker. Und irgendwie hat das Buch eine tiefe

österreichische Seele: dieses Hadern mit Gott. Damit kam die linke Literaturkritik nicht klar. Religiöse Themen und religiöse Figuren wie der Wanderprediger in Schlafes Bruder oder der Täuferkönig in meinem Roman Kristus – das ist mein Hintergrund, mein Aufwachsen mit dörflicher Prägung. Dabei bin ich Agnostiker. Aber die abendländische Theologie hat mich von der Kunstgeschichte und der Musikgeschichte her immer interessiert. Wolltest du nicht Musiker werden? Ich konnte nicht Musiker werden, weil ich mich in der Neuen Musik nicht ausdrücken konnte. Ich habe Komposition in Wien studiert. Aber damals waren noch die Nachwehen der Darmstädter Schule spürbar: nichts Tonales, nichts Fassliches, und so konnte ich nicht komponieren, denn das hat mich nicht emotional berührt, und ich wollte emotional berühren. Die Leistung von Arvo Pärt ist eine Leistung der Verzweiflung. Er hatte auch mit Zwölftonmusik angefangen, dann aleatorisch usw. Dann hat er gesehen,


Original Appenzeller Streichmusik Die Geschwister Küng machen die Musik zu Schlafes Bruder

Bei Beate Vollacks neuem Tanzstück Schlafes Bruder werden die Geschwister Küng live auf der Bühne des Theaters St.Gallen musizieren. Wir haben uns mit Roland Küng über die Familienkapelle und die Musik zum Tanzstück unterhalten.

Roland Küng mit Hackbrett.

dass er so nicht weiterkommt, und hatte eine grosse Krise. Fast zehn Jahre lang hat er nichts mehr geschrieben, und dann kommt er einfach auf den simplen Dreiklang zurück. Dieses Stück Für Alina, mit dem er dann den Durchbruch hatte 1976, ist so simpel, aber so berührend. Und der Erfolg hat ihm Recht gegeben. Ich fand in meiner Ausbildung, dass der Tanz oft eine Ignoranz gegenüber der Musik hat. Dass die Musik wie ein Soundtrack benutzt wird, sie läuft so dahin, aber der Tanz passt nicht zur Musik. Das hat mich immer gestört. Für Schlafes Bruder hat mir jetzt das Buch sozusagen Musik und Emotion vorgegeben, und ich musste eine Übersetzung für die Orgelmusik finden. Die Orgel ist nur ein Bild für die Vox coelestis. Und in diesem Fall ist es der Körper des Tänzers, die Bewegung, das ist die Musik. Das Gespräch wurde aufgezeichnet von Marius Bolten

Seit wann gibt es und wie kam es zum Ensemble Geschwister Küng? Hat sich die Besetzung im Laufe der Jahre verändert hinsichtlich Instrumente und Mitglieder? Die Anfänge der Gruppe sind als Familienkapelle im Jahre 1991 zu finden. Nach mehreren Besetzungswechseln, bei denen die jüngeren Geschwister dazukamen und die älteren teilweise die Formation wieder verliessen, spielt sie seit einigen Jahren in der Besetzung einer Original Appenzeller Streichmusik mit zwei Violinen, Hackbrett, Cello und Kontrabass. Als nicht mehr alle Instrumente mit Geschwistern besetzt werden konnten, fingen wir an, mit auswärtigen Musiker/innen zusammenzuarbeiten. Ihr spielt viel Musik von Appenzeller Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts wie Jakob, Walter und Noldi Alder, Josef Dobler, Anton Moser, Emil Walser und dir selbst, aber manche Titel klingen auch exotischer ... Inhaltlich fühlen wir uns mit dem musikalischen Erbe der Appenzeller Heimat verbunden. Roman Rutishauser schrieb im BookletText einer CD über uns: «Mit Gefühl, Witz, Charme, etwas Frechheit, aber immer mit dem nötigen Respekt vor dem Original, arrangieren und bearbeiten sie die Stücke ihrer Vorgänger und lassen Altbekanntes in einem neuen Kleid erscheinen.» Das gemeinsame musikalische Experimentieren, wenn wir uns mit einem neuen Stück befassen, führt immer wieder dazu, dass unerwartete Elemente und Wendungen Eingang in unsere Musik finden.

Ist Schlafes Bruder eure erste Zusammenarbeit mit darstellenden Künsten? Nein, vor ein paar Jahren durften wir am Theater St.Gallen schon einmal zu Gast sein, bei der Silvesteraufführung der Fledermaus. In jüngerer Zeit arbeiteten wir an Projekten wie dem Freilichttheater De Brand vo Appezöll (450 Jahre Dorfbrand von Appenzell) und De Schotte Sepp mit. Auf der Bühne und im Rahmen einer Choreografie zu spielen ist sicher anders als ein normales Konzert? Ich freue mich sehr, dass es mit Schlafes Bruder erstmals möglich wird, mit einem professionellen Tanzensemble zusammenzuarbeiten. Durch die Kombination von Bild und Ton werden noch mehr Sinne angesprochen. Ich bin sehr gespannt, wie die Tanzkompanie unsere Musik choreografisch umsetzen wird. Wie viel Musik ist aus eurem Repertoire, wie viel ist neu? Viele Stücke sind aus unserem Repertoire, wenn auch lange nicht mehr gespielt. Es war eine schöne Gelegenheit, alte musikalische Perlen wieder mal auszugraben. Bei unserer ersten Probe haben wir uns über die Stückauswahl der Choreografin sehr gefreut, weil viele der Stücke zu unseren Lieblingen gehören. Zu Gunsten der Tanzbarkeit mussten wir einige Stücke vom Ablauf her anpassen. Natürlich war nicht für alle Szenen passende Musik auf unseren CD s vorhanden. In diesen Fällen äusserte Beate Vollack ihre musikalischen Wünsche. Daraufhin arrangierte oder komponierte ich nach ihren Vorstellungen. Gab es besondere Herausforderungen? Beate Vollack wünschte sich u. a. Johann Sebastian Bachs bekanntes Orgelwerk Toccata in d-Moll. Da das wesentliche Instrument – die Orgel – aber in der Appenzeller Streichmusik fehlt und das Publikum bei so bekannten Werken eine klare klangliche Vorstellung hat, habe ich mich entschieden, eine völlig neue Version der Toccata zu komponieren, die lediglich das Anfangsmotiv übernimmt. Ich habe das Stück daraufhin Toccat AI genannt. Das Gespräch führte Marius Bolten

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Frank Martins «Der Zaubertrank» Eine Erzählung des Mythos um Tristan und Isolde

Der Zaubertrank Weltliches Oratorium von Frank Martin Premiere Freitag, 2. Februar 2018 20 Uhr, Lokremise Einführungsmatinee Sonntag, 21. Januar 2018 11 Uhr, Lokremise, Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Hermes Helfricht Inszenierung: Polly Graham Ausstattung: April Dalton Licht: Tim Mitchell Choreografie: Jo Fong Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Caroline Damaschke Besetzung Isold: Sheida Damghani Brangäne: Tatjana Schneider Tristan: Nik Kevin Koch König Marke: David Maze Isolds Mutter: Manuela Iacob Bühlmann Isold die Weisshändige: Candy Grace Ho Erzähler: Martin Summer Kaherdin: Riccardo Botta Herzog Hoel: Paulo S. Medeiros Ein Greis: Marc Haag Chor des Theaters St.Gallen Instrumentalisten des Vorarlberger Landeskonservatoriums Feldkirch Weitere Vorstellungen Dienstag, 6. Februar 2018, 20 Uhr Mittwoch, 7. Februar 2018, 20 Uhr Sonntag, 11. Februar 2018, 17 Uhr Mittwoch, 14. Februar 2018, 20 Uhr Freitag, 16. Februar 2018, 20 Uhr (zum letzten Mal) Koproduktion mit der Welsh National Opera Cardiff Mit grosszügiger Unterstützung

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«Ihr Herren, wollt ihr hören ein schönes Lied von Liebe und Tod? Das Lied von Tristan und Isold, der Königin. Höret zu, wie sie sich liebten, in grosser Lust, in grossem Kummer, und daran starben den gleichen Tag, er durch sie, sie durch ihn.» So lässt der Komponist Frank Martin seine Erzählung der unmöglichen Liebe zwischen Tristan und Isolde beginnen. Es ist unmöglich auszumachen, woher der Mythos der Liebenden stammt: Keltische, germanische und persische Wurzeln werden vermutet. Überliefert wurde die Erzählung durch keltische Lais (Gedichte), niedergeschrieben wurden sie im 12. Jahrhundert durch die französischen Dichter Béroul, Thomas d‘Angleterre und Chrétiens de Troyes, der auch die Figuren Parzival und Lancelot prägte. Der Stoff erfreute sich grosser Beliebtheit und fand bereits in den folgenden Jahrhunderten seinen Weg in die Literatur ganz Europas. Entscheidend für die Version der Geschichte, wie wir sie heute kennen, war Gottfried von Strassburg, der im 13. Jahrhundert den Versroman Tristan verfasste. Zur gleichen Zeit wurde die Geschichte in den Artus-Mythos eingebunden. Bis heute wird das Schicksal Tristans und Isoldes in Kunst, Literatur und Musik verarbeitet, am bekanntesten in Richard Wagners Musikdrama Tristan und Isolde. In der Mitte des 20. Jahrhunderts vertonte der Schweizer Komponist Frank Martin den Stoff als weltliches Oratorium. Frank Martin wurde 1890 als jüngstes von zehn Kindern eines Pfarrers in Eaux-Vives GE geboren. Noch bevor er die Schule besuchte, spielte und improvisierte er am Klavier. Bereits als Kind verfasste er erste Kompositionen. Tief beeindruckt zeigte er sich mit zwölf Jahren von einem Konzert mit Bachs Matthäus-Passion. Nach dem Besuch eines altsprachlichen Gymnasiums studierte er für zwei Jahre Mathematik und Physik an

der Universität in Genf. Zugleich nahm er Unterricht bei Joseph Lauber, der sein einziger Musiklehrer bleiben würde. Bei ihm studierte er Klavier, Harmonie, Komposition und Instrumentation. Nach seinem Studium verbrachte Martin acht Jahre in Zürich, Rom, Ravenna und Paris und versuchte seine eigene Musiksprache zu finden. 1926 kehrte er nach Genf zurück und gründete die Société de Musique de Chambre de Genève, ein Kammermusikensemble, das er, vom Klavier oder Cembalo aus, für 10 Jahre leitete. Er unterrichtete am Institut Jaques-Dalcroze und am Conservatoire de Musique de Genève, ausserdem wirkte er als künstlerischer Direktor am Technicum Moderne de Musique und als Präsident des Schweizerischen Tonkünstlervereins. Durch seine intensive Einbindung in die Schweizer Musikwelt fand Martin kaum Zeit und Ruhe für seine Kompositionen. So entschied er sich 1946 nach Amsterdam und später nach Naarden in den Niederlanden zu ziehen. In den 1950ern unterrichtete er für sieben Jahre an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln, gab jedoch schliesslich seine Tätigkeit als Dozent auf, um sich voll und ganz auf seine Kompositionen zu konzentrieren. Von nun an tourte er gelegentlich mit dem Schweizer Cellisten Henri Honegger und dirigierte seine eigenen Werke in Europa und den USA . Am 21. November 1974 verstarb er in Naarden. Martin komponierte Kammermusik und Orchestermusik sowie Solokonzerte. Einen besonderen Schwerpunkt in seinem Schaffen stellen Vokalwerke dar. Martins Stil erscheint in den frühen Werken noch stark von César Franck und Gabriel Fauré beeinflusst. Émile Jaques-Dalcroze, Schweizer Komponist und Pädagoge, war ein guter Bekannter Martins und prägte dessen Verständnis für Rhythmik. Ab 1932 beschäftigte sich Martin mit dem Werk Arnold Schönbergs und entwickelte seinen Stil, der die Zwölftontechnik verwandte, die Reihen jedoch tonal konzipierte und mit Chromatik und traditioneller tonaler Musik verband. Mit Der Zaubertrank entstand das erste Werk, das ganz in seinem eigenen Stil verfasst ist. Wenig später entstand die Petite Symphonie Concertante (1944/45). Dank dieser Werke konnte sich Martin international als Komponist etablieren.


sich nach ihrer Ankunft in Cornwall im Wald, da sie die Rache Markes fürchten. Dieser zeigt Grossmut und verschont sie. Tristan und Isolde meinen jedoch, ihre Situation sei ausweglos, und verzweifeln an ihrem schlechten Gewissen gegenüber Marke. Sie trennen sich, um die Unschuld ihrer Liebe zu beweisen. Isolde kehrt zu Marke zurück, Tristan versucht, seinem Liebesleid zu entfliehen, indem er fortgeht und eine andere Frau heiratet. Als er tödlich verletzt wird, schickt er nach Isolde: Das Schiff, auf dem sie kommen soll, soll ein weisses Segel hissen, wenn sie an Bord ist. Doch Tristans Frau berichtet, das Schiff trage ein schwarzes Segel und Isolde sei nicht an Bord. Tristan stirbt. Als Isolde eintrifft und den toten Tristan findet, stirbt sie vor Schmerz.

Caspar David Friedrich: Seestück bei Mondschein, 1827

Ab 1938 beschäftigte sich Martin mit dem Stoff von Tristan und Isolde. Als Vorlage für Der Zaubertrank verwandte er den 1905 von Joseph Bédier verfassten Roman Tristan und Isolde. Auch der 1936 entstandene Roman Sparkenbroke von Charles Morgans, der Elemente des Mythos thematisiert, lag ihm vor. Doch erst als Robert Blum, Dirigent und Komponist, Martin um ein kammermusikalisches Werk für den Zürcher Madrigalchor bat, begann Martin mit seiner Komposition zu dem Thema und verwandte dabei den Text von Bédier in französischer Sprache. Eine halbe Stunde Länge sollte das Werk haben. Martin vertonte ein Kapitel aus Bédiers Roman für ein Instrumentalensemble aus zwei Violinen, zwei Violas, zwei Celli, Kontrabass und Klavier sowie 12 Singstimmen. Blum führte dieses Werk am 16. April 1940 in Zürich auf. Es bildet heute unter dem Titel Le Philtre – Der Liebestrank den ersten Teil des weltlichen Oratoriums Le Vin herbé. Anschliessend entschloss sich Martin zur Vertonung von zwei weiteren Kapiteln des Romans, die als zweiter Teil (La Forêt du Morois – Der Wald von Morois) und dritter Teil (La Mort – Der Tod) die Geschichte Tristan und Isoldes nach Bédier erzählen. Martin ergänzte einen Prolog und einen Epilog. 1941 war das Oratorium mit dem Untertitel Nach drei Kapiteln des Romans von Tristan und Isolde fertiggestellt.

Anton Sorg: Tristan und Isolde, Holzschnitt, 1484

Das Werk wurde am 28. März 1942 in der Tonhalle Zürich uraufgeführt. Obwohl die Bezeichnung der Komposition als weltliches Oratorium eine konzertante Aufführung nahelegt, dachte Martin selbst auch an eine szenische Aufführung. Im August 1948 fand eine solche im Salzburger Landestheater im Rahmen der Salzburger Festspiele statt. Martin hatte den Text selbst ins Deutsche übertragen, das Werk wurde unter dem deutschen Titel Der Zaubertrank aufgeführt. Martins Zaubertrank folgt Bédier in seiner Version des Mythos: Tristan begleitet Isolde auf ihrer Fahrt von Irland nach Cornwall auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Ehemann und Tristans Onkel König Marke. Aus Versehen teilen sich Tristan und Isolde den Liebestrank, der eigentlich Isolde und Marke zugedacht war. Die Liebenden verbergen

Ein Vergleich mit Wagners Tristan und Isolde kann bei der Beschäftigung mit Martins Zaubertrank nicht ausbleiben, doch schon beim ersten Betrachten wird klar, dass die Werke musikalisch und textlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Während sich Wagners Werk durch die Wendung nach innen, die Betrachtung der Gedanken- und Liebeswelt der zwei Protagonisten auszeichnet, konzentriert sich Martin auf die Erzählung des Stoffs in einer Weise, die den Mythos greifbar und zeitlos direkt erzählt. Musikalisch konzentriert er sich auf den Chor, der als Erzähler fungiert, als eine Gemeinschaft, die den Mythos kennt, formt und von ihm geformt wird. Aus dieser Gemeinschaft treten einzelne Sänger hervor und übernehmen die Rollen des Tristan und der Isolde sowie der anderen Charaktere. Die Emotionen der Protagonisten werden direkt, deutlich und heftig transportiert. Die Klangwelt Martins erscheint meditativ. Dabei wird dem instrumentalen Ensemble eine begleitende Funktion zugeschrieben, aus dem ab und an ein Solist hervorsticht, z. B. in der Szene, als Tristan und Isolde den Zaubertrank trinken. Äusserst filigran unterstreichen die Musiker mit farbenreichen Klangverbindungen den fliessenden Verlauf der einzelnen Teile, die keine Arien oder Rezitative aufweisen. Es entsteht der Eindruck einer zeitlosen Erzählung, die, wie der Text des Oratoriums sagt, «bei allen, die lieben», Mitleid erregt. (cd)

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Modern und doch anheimelnd Das Theatergebäude im Stadtpark feiert seinen 50. Geburtstag. Da darf Beethoven nicht fehlen.

Offene Samstage im Theater Ab 20. Januar 2018 jeweils samstags ab 11 Uhr Treffpunkt: Foyer, Eintritt frei Die 50 Jahre sind nicht spurlos am Theater vorübergegangen. Machen Sie sich ein Bild vom heutigen Zustand des Gebäudes. Wir lassen Sie jede Woche hinter die Kulissen blicken. Jeweils um 11 Uhr gibt es eine Führung, im Anschluss daran kurze Probenbesuche (12 Uhr). Die Kostproben Samstag, 20. Januar 2018: Matinee zum Tanzstück Schlafes Bruder Samstag, 27. Januar 2018: Probenbesuch Matterhorn Samstag, 3. Februar 2018: Probenbesuch Schauspiel Lugano Paradiso Samstag, 10. Februar 2018: Probenbesuch Musical Matterhorn Samstag, 17. Februar 2018: Chorprobe Samstag, 24. Februar 2018: Probenbesuch Oper Fidelio

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Mit Ludwig van Beethovens Fidelio wurde am 15. März 1968 das neue Theater am Stadtpark eingeweiht. Der moderne Sichtbetonbau des Zürcher Architekten Claude Paillard fand auch ausserhalb der Schweiz Beachtung, dem sanktgallischen Theaterleben gab er entscheidende Impulse, wie Paul Bürgi, der erste Präsident der neu gegründeten Genossenschaft, später in einer Festschrift schrieb. Nun wird zum 50-Jahr-Jubiläum wieder gefeiert. Natürlich mit Fidelio. Natürlich am 15. März – aber nicht nur.

Das Sechseck als Idealform eines Zuschauerraums: Blick von der Bühne in den Saal. (Foto: Tine Edel)

Ein Jahr nach der feierlichen Einweihung des neuen Theatergebäudes stand Wolfgang Zörner, der von 1973 bis 1980 als Direktor des damaligen Stadttheaters amten sollte, zum ersten Mal im Zuschauerraum des modernen Betongebäudes am Stadtpark. Auf Anhieb habe er für diesen Raum eine Zuneigung empfunden, schrieb er am Ende seiner St.Galler Jahre in der Festschrift 175 Jahre Stadttheater St.Gallen – «eine Zuneigung, die sich im Laufe der folgenden Jahre durch die Arbeit noch verstärkt hat». Zörner umschrieb das Besondere des St.Galler Theatergebäudes in wenigen, aber umso treffenderen Worten: «Neben idealen Sichtverhältnissen strahlt dieser Raum eine Atmosphäre aus, die nüchternen Theaterformen ebenso gerecht wird wie grosszügig festlichen.» Kurt Pahlen, der österreichische Dirigent, Komponist und Musikvermittler, sprach von einem «modernen und doch anheimelnden Haus». Das architektonische Leitmotiv des vom Zürcher Architekten Claude Paillard (1923 – 2004) konzipierten Neubaus ist das Sechseck. Dieses umschreibt einerseits die Idealform eines Zuschauerraums mit Guck-

kastenbühne, wie der Architekt und Publizist André Bideau 1993 in der Jubiläumsbroschüre 25 Jahre Theater im Stadtpark schrieb, anderseits wird es auch pragmatischen Überlegungen gerecht: «Weil seine Grundrissgeometrie vom Sechseck regiert wird, kann das Stadttheater im knapp bemessenen Raum, der am Übergang zwischen Wohnquartier und Grünraum zur Verfügung stand, verschiedene Richtungen aufnehmen: Gelenkartig vermittelt es zwischen dem städtischen Raum und der baumbestandenen Ebene des Parks», schreibt Bideau. Eine einseitige Orientierung des Gebäudes mit Haupt- und Nebenansichten habe Paillard vermieden, «indem er es mit dem zentrierenden Element des Turmes als eine von allen Seiten zu erlebende Skulptur konzipierte». Die räumliche Struktur im Innern führt die Besucherinnen und Besucher in leicht ansteigender Drehbewegung durch das sich gegen den Stadtpark öffnende Foyer in den Zuschauerraum, in welchem die traditionelle Hierarchie mit Parkett und Rängen weitgehend aufgehoben ist. «Der Weg durch das Haus ist


Mit Beethoven feiern

Wenn Konzert und Theater St.Gallen in festlicher Stimmung sind, dann kann Ludwig van Beethoven nicht weit weg sein. An der Einweihung der Tonhalle im Dezember 1909 erklang seine 9. Sinfonie, und die erste Inszenierung im neuen Theatergebäude im Stadtpark war am 15. März 1968 seine einzige Oper Fidelio. Auch zum 50-Jahr-Jubiläum des Neubaus führen wir die Tradition unter dem Motto «Mit Beethoven feiern» fort. Auf den Tag genau 50 Jahre nach der Eröffnung, also am 15. März 2018, hebt sich der Vorhang für eine neue Inszenierung des Fidelio. Vis-à-vis in der Tonhalle begleitet Beethoven das ganze restliche Konzertprogramm bis im Juni. Im Rahmen der Reihe Beethoven Spezial spielt Rudolf Buchbinder sämtliche Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven, Alexander Melnikov interpretiert im 4. Meisterzykluskonzert dessen frühe und späte Klaviersonaten. Mitglieder des Sinfonieorchesters bringen das Septett für Streicher und Bläser Es-Dur op. 20 zum Erklingen. Und zum Saisonabschluss steht der scheidende Chefdirigent Otto Tausk nochmals am Pult des Sinfonieorchesters St.Gallen. Seine Abschiedsgabe: Die Sinfonien Nr. 1 bis 8 von Ludwig van Beethoven. eine geschickte Inszenierung», schrieb Werner Huber 2016 im Hochparterre. Dass St.Gallen vor fünfzig Jahren zu einem neuen Theater kam, war so etwas wie ein kultureller Lottosechser. Zwar war es offensichtlich, dass das alte Theater am Bohl den Anforderungen der Zeit in keiner Weise mehr entsprach, doch von einem Neubau wagte niemand zu träumen. Bis im Sommer 1960 eine Nachricht aus der Wirtschaft wie eine Bombe einschlug: Ein Warenhauskonzern hatte es auf den zentralen Standort des Theaters abgesehen und bot dafür 7 Millionen Franken. Damit war ein Neubau an anderer Stelle plötzlich eine realistische Option geworden. Es brauchte noch eine Schar engagierter St.Galler, die sich ins Zeug legten und eine gute Million Franken sammelten und spendeten – und einen städtischen Beitrag von viereinhalb Millionen Franken, der an der Abstimmung vom 8. Dezember 1963 schliesslich mit grossem Mehr gesprochen wurde. «Die St.Galler schenkten sich das neue Theater zu Weihnacht», titelte die Ostschweiz am 9. Dezember. (bh)

Beethoven Spezial

Der vertrackte Grundriss des Neubaus von 1968.

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Kammermusik im intimen Rahmen Sergey Malov, Violine und Violoncello da Spalla Solo: Mittwoch, 10. Januar 2018 Italien – Drei Jahrhunderte Pietro Antonio Locatelli: Capriccio no. 7 E-Dur aus "l'arte del violino" Giuseppe Tartini: "L’Arte del arco" – Variationen über eine Gavotte von Corelli Domenico Gabrielli: 3 Ricercari für Violoncello Solo Luciano Berio: "Sequenza VIII" für Violine solo Niccolò Paganini: 13 Capricci aus op. 1 Zemlinski Quartett, Prag: Mittwoch, 7. Februar 2018 Robert Schumann: Streichquartett op. 41 Nr. 1 Leos Janacek: Streichquartett Nr. 1 "Kreutzer" Antonin Dvorak: Streichquartett op. 106 Julian Prégardien, Tenor, Michael Gees, Klavier: Mittwoch, 7. März 2018 Ein Schumann Märchen Schumann lebt! Und weil er nicht gestorben ist, singen und spielen Julian Prégardien und Michael Gees Robert Schumann. Und vieles, was ihnen dazu einfällt: Lieder, Gedichte, Klaviermusik. Arion Bläser Quintett: Mittwoch, 4. April 2018 Flöte, Oboe, Fagott, Klarinette, Horn Paul Taffanel: Quintett g-Moll Antoine Reicha: 3 Stücke "pour le cor anglais" György Ligeti: 6 Bagatellen Jean Françaix: Quintett Nr. 1 E-Dur Die Konzerte beginnen um 19.30 Uhr im kleinen Saal des Casino Herisau Abendkasse ab 19.00 Uhr, genügend Plätze Abonnemente und Information: www.casinogesellschaft.ch

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Rampenfieber Ost 2018 JugendtheaterclubTreffen in Wil

Schule trifft Theater Angebote für Schulklassen und Lehrpersonen

jungspund Ein neues Festival für Kinder und Jugendliche

Bereits zum sechsten Mal treffen sich am 14. Januar junge Theaterfreaks aus der ganzen Ostschweiz zu einem Arbeits- und Austauschtag. Initiiert vom Momoll Theater, Theater Bilitz, Theater St.Gallen, Theater U21 und Junges Theater Thurgau ging Rampenfieber Ost 2013 erstmals über die Bühne und ist inzwischen fester Bestandteil der Ostschweizer Jugendtheaterszene. Heuer gehts erstmals in die Äbtestadt, wo rund 50 Jugendliche den Hof zu Wil einnehmen werden. Die unrenovierten (und ungeheizten) Räume, die durch die aktuelle Zwischennutzung vor der dritten Bauetappe zugänglich gemacht werden, sowie einzelne öffentliche Räume, Gänge und das Turmgeviert werden auf ihren theatralischen Input hin überprüft. Gemischte Gruppen mit Jugendlichen aus verschiedenen Spielclubs erarbeiten in jedem Raum kurze Sequenzen, die am Ende des Tages in Form eines geführten Rundgangs für Publikum öffentlich erlebbar sind. So haben Sie den Hof zu Wil garantiert noch nie gesehen! (mf )

Dass Theater weit mehr zu bieten hat als die traditionelle szenische Umsetzung von Klassikern, ist inzwischen den meisten (Lehrpersonen) bekannt. Dass das Sinfonieorchester nicht nur Mozart und Beethoven spielt, hoffentlich auch. Und dass der aus Theater- und Konzerterlebnissen resultierende Lernerfolg kaum mess- und bewertbar ist, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Kultur ist Nahrung für Kopf, Herz und Bauch, bringt Menschen zusammen und weiter. Kinder und Jugendliche an diese vielschichtigen Erlebnisse heranzuführen, ist nicht zuletzt Auftrag der Schule. Ob das nun im Lehrplan 21 explizit vermerkt ist oder nicht. Unsere Konzert- und Theaterpädagogen unterstützen die Lehrpersonen bei der Erfüllung dieses Auftrags. Im Januar und Februar 2018 gibt es für Schulen gleich ein Dutzend Vermittlungsangebote: Probenbesuche, Premierenklassen, Nachgespräche, Theaterführungen, Unterrichtsmaterialien, Schulkonzerte. Während des Theaterfestivals «jungspund» sind Lehrpersonen herzlich eingeladen zu einem Vorstellungsbesuch mit anschliessendem Austausch zum Thema «Schule trifft Theater». Nutzen Sie diese Angebote und ermöglichen Sie sich und Ihrer Klasse mehr als «nur» Zuschauen. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung! (mf)

Am 21. Februar 2018 beginnt in St.Gallen das neu gegründete Festival jungspund. Während 11 Tagen rückt St.Gallen in den Fokus des Theaters für ein junges Publikum. Die erste Ausgabe widmet sich ganz der Schweizer Theaterszene. Eingeladen sind 12 Inszenierungen, mehrheitlich aus der Deutschschweiz. Mit je einer Aufführung sind auch die französische und die italienische Schweiz vertreten. Spielorte sind die Lokremise und das FigurenTheater St.Gallen. Im Rahmen des Festivals richtet die ASSITEJ Schweiz, die Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche, verschiedene Workshops aus und bietet Raum für Begegnung und Austausch. Das Festivalzentrum befindet sich in der Lokremise mit Café und Bar und ist täglich geöffnet. Es bietet Speis und Trank, lädt zu Begegnungen, Konzerten und Feiern ein.

Theatraler Rundgang Sonntag, 14. Januar 2018 17.30 Uhr, Hof zu Wil Eintritt frei, www.hofzeit.ch Unterstützung Amt für Kultur Kanton St.Gallen Fachstelle Kultur Stadt Wil Kulturpool Regio Frauenfeld

Migros Ostschweiz

Lehrersicht – Endprobenbesuch: Wolf sein, Matto regiert – 10. Januar 2018 Schlafes Bruder – 26. Januar 2018 Räuberhände – 23. Februar 2018 Offene Probe für Schulen: Schlafes Bruder – 19. Januar 2018 Räuberhände – 16. Februar 2018 Vorstellungsbesuch und Austausch: Schule trifft Theater – 22. Februar 2018, 18.30 Uhr, Lokremise

Das Theater St.Gallen ist Partner des Festivals jungspund. Schauspieldirektor Jonas Knecht ist Mitinitiant des Festivals. Ihm ist es ein grosses Anliegen, mit vielfältigen Theaterformen auch ein junges Publikum zu begeistern. Und so freut er sich besonders, dass diese Partnerschaft zustande gekommen ist und das Theater St.Gallen das Festival unterstützen kann. Das Theater selber ist mit seiner neuen Jugendproduktion Räuberhände vertreten. Das Stück ist die Geschichte zweier Jungs auf der Suche nach Identität und Heimat, basierend auf dem Erfolgsroman von Finn-Ole Heinrich.

jungspund Theaterfestival für junges Publikum St.Gallen 21. Februar bis 3. März 2018 Informationen, Spielplan und Tickets unter www.jungspund.ch

Details, Kontakt und Anmeldung theatersg.ch/schulen

Rampenfieber Ost 2017 : Workshop-Tag in der Lokremise. Foto: Miriam Sutter

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Potz Pulverdampf, Pistolenrauch! Wettbewerb zu Der Räuber Hotzenplotz

Die Gewinnerinnen und Gewinner 1. Preis: Familie Narr 2. Preis (2 Tickets): Elia Moser, Familie Cerna, Greta Gässlein, Luna Olibet, Noah Studer 3. Preis (CD von Marius & die Jagdkapelle): Dalia Civic, Damian und Linus Freytag, Eline Buob, Elodie und Maxime Sawatzki, Emanuel Cardenas, Klasse Vogel/Böhi aus Flawil, Luis Corliano, Luis Kläger, Nina Nadig, Wohnheim Landscheide Schönengrund Fotos der Kunstwerke sind online: theatersg.ch/kinder Der Räuber Hotzenplotz Familienstück von Otfried Preussler

Male oder bastle Räuber Hotzenplotz in seinem Räuberwald! Diesem Aufruf folgten über 40 Zeichnerinnen und Bastler. Die eingereichten Kunstwerke konnten bereits im Theaterfoyer bestaunt werden und sind nun auch online.

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Weitere Vorstellungen Freitag, 5. Januar 2018, 14 Uhr Sonntag, 28. Januar 2018, 14 Uhr Samstag, 3. Februar 2018, 16 Uhr Sonntag, 25. Februar 2018, 14 Uhr Sonntag, 4. März 2018, 14 Uhr (zum letzten Mal) Mt grosszügiger Unterstützung

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1 Familie Narr, 1 . Preis; 2 Elia Moser, 2 . Preis; 3 Familie Cerna, 2 . Preis; 4 Greta Gässlein, 2 . Preis; 5 Luna Olibet, 2 . Preis; 6 Noah Studer, 2 . Preis; 7 Martin Tiziani. (Fotos: Mario Franchi)

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Farbstiftzeichnungen, Wasserfarbengemälde, Collagen aus Stoff oder Zeitungspapier, Arrangements aus Naturmaterialien, Figuren aus Pappmaschee. So verschieden die Fantasien der Künstlerinnen und Künstler, so vielfältig die Umsetzung. Herzlichen Dank allen fürs Mitmachen – Gratulation an die Gewinnerinnen und Gewinner. Der Hauptgewinnerin Familie Narr wünschen wir einen unterhaltsamen Vorstellungsbesuch mit ihren Freunden und viel Spass beim Treffen mit Hotzenplotz, Kasper und Seppel. (mf)


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Begegnung zweier Titanen Buchbinder spielt Beethoven

Beethoven Spezial Rudolf Buchbinder Sämtliche Klavierkonzerte Donnerstag, 11. Januar 2018 Freitag, 12. Januar 2018 19.30 Uhr, Tonhalle Einführung um 18.30 Uhr Rudolf Buchbinder, Klavier und Leitung 11. Januar Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58 Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 12. Januar Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73

Mit grosszügiger Unterstützung

Anita und Urs Rüegsegger

Den Auftakt zu unserem Beethoven Spezial macht einer der bedeutendsten Beethoven-Interpreten unserer Tage. Rudolf Buchbinder spielt sämtliche Klavierkonzerte an zwei Abenden. Seit dem Beginn seiner Karriere in den 1960er-Jahren setzt sich der österreichische Pianist intensiv mit dem Klavierwerk Beethovens auseinander, begleitet vom akribischen Vergleich verschiedener Werkausgaben und autographer Partituren. Zur textgetreuen Interpretation hinzu tritt bei Buchbinder die historische Praxis, Solist und Dirigent in Personalunion zu verkörpern. Der forschende Beethoven-Experte Buchbinder war massgeblich an der Entwicklung dieser Praxis beteiligt, die für Interpreten im 18. und 19. Jahrhundert üblich war. 2003 führte er mit den Wiener Symphonikern in dieser Doppelfunktion sämtliche Klavierkonzerte Beethovens auf. Es war ein vielbeachtetes Ereignis, dem das Publikum in St.Gallen im 5. Tonhallekonzert nachspüren kann: Der 71-Jährige stellt im ersten seiner zwei Auftritte das früheste, von Beethoven als Nr. 2 herausgegebene Klavierkonzert neben die Konzerte Nr. 3 und 4, die zu veritablen Höhepunkten der Gattung zählen. Im zweiten Abend widmet er sich dem Konzert Nr. 1 und Beethovens letztem, wohl bedeutendsten Gattungsbeitrag. Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 C-Dur op. 15 Widmungsträgerin: Anna Luisa Barbara Fürstin Odescalchi, eine Schülerin Beethovens, der er tief zugeneigt war. Beethovens 1. Klavierkonzert ist entstehungschronologisch gesehen sein zweites. An den beiden Werken B-Dur op. 19 und C-Dur op. 15 arbeitete Beethoven parallel und schloss das B-Dur-Werk noch vor dem C-Dur-Konzert ab. Ein Blick auf die Besetzung der beiden Konzerte macht diese verdrehte Chronologie deutlich: In op. 15 spielen Klarinetten mit, die im B-Dur-Konzert op. 19 fehlen (das zu dieser Zeit noch junge Instrument erhielt seine Rolle im Sinfonierochester erst nach und nach). Zwei Tage

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vor der Uraufführung von op. 15 im Burgtheater Wien 1795 werkelte Beethoven noch immer an der Partitur herum: «Erst am Nachmittag des zweiten Tages vor der Aufführung seines ersten Concerts (C dur) schrieb er das Rondo», erinnerte sich ein Freund. «Und zwar unter ziemlich heftigen Kolikschmerzen, woran er häufig litt. Im Vorzimmer sassen vier Kopisten, denen er jedes fertige Blatt einzeln übergab.» Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 19 Widmungsträger: Carl Nikl, Edler von Nickelsberg Das 2. Klavierkonzert komponierte Beethoven noch während seiner Zeit in der Residenzstadt Bonn, veröffentlichte es jedoch erst 1801 als op. 19. Dem Konzert ging ein weiterer, nie veröffentlichter Beitrag des 14-Jährigen voraus. Ab 1792 hielt sich Beethoven zu Studienzwecken in Wien auf, wo er den alten Joseph Haydn als Lehrer aufsuchte. Dass Beethoven in Wien blieb und nicht wieder nach Bonn zurückkehrte, hatte mit den politischen Umständen zu tun: Französische Truppen hielten das Rheinland besetzt, der kurfürstliche Hof (und mit ihm Beethovens Gehaltsgaranten) war zur Flucht aus Bonn gezwungen. Im B-Dur-Konzert wird bereits der virtuose, ungestüme Klavierstil Beethovens erkennbar, mit dem er sich von seinem Vorgänger und Vorbild Mozart zu distanzieren begann. Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37 Widmungsträger: Louis Ferdinand Prinz von Preussen, ein hochtalentierter Pianist und Feldherr, den Zeitgenossen den «preussischen Apoll» nannten. Beethoven traf ihn 1804 in Wien und widmete ihm kurze Zeit später sein neuestes Klavierkonzert. Gleich im ersten Frühjahr seines Aufenthaltes im Theater an der Wien, wo er 1803 eine Dienstwohnung bezog, durfte Beethoven im Theatersaal eine Akademie abhalten, in der er das 3. Klavierkonzert op. 37 erstmals aufführte, dessen Skizzen bis in das Jahr 1796 zurückreichen. Mit diesem Werk gelang Beethoven der endgültige Durchbruch. Sein einziges Instrumentalkonzert in einer Moll-Tonart streift die letzten Reste einer klassischen Tutti-RitornellForm endgültig ab zugunsten einer zielgerichteten, sinfonischen Konzertform.


Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58 Widmungsträger: Erzherzog Rudolph von Österreich, ein langjähriger Schüler Beethovens und wohl sein grösster Förderer, der ab 1809 mit einer Rente von jährlich 1500 Talern mitverantwortlich dafür war, dass Beethoven nicht wieder aus Wien abwanderte. Es war also bereits das zweite Mal, dass die Musikgeschichte um ihre «Wiener Klassik» bangen musste. Das 4. Klavierkonzert wird vor allem für seinen poetischen Grundton geschätzt. Es ist eines der absoluten Gipfelwerke der Gattung und wurde auch schon von den Zeitgenossen als solches wahrgenommen. Die Allgemeine Musikzeitung nannte es 1809 das «wunderbarste, eigentümlichste, künstlichste und schwierigste von allen Beethovenkonzerten». Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73 Widmungsträger: Erzherzog Rudolph von Österreich Während das 4. Konzert einen lyrischen Ton anschlägt, scheint das 5. Konzert am anderen Ende der Ausdrucksskala angesiedelt zu sein, was Alfred Einstein zur berühmten Äusserung der «Apotheose des Militärischen» veranlasste. Und tatsächlich ist die Entstehung des 5. Konzerts eng verknüpft mit Militärischem: Österreich hatte Frankreich den Krieg erklärt, im Mai 1809 wurde Wien bombardiert und von napoleonischen Truppen besetzt. «Welch zerstörendes, wüstes Leben um mich her! Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend in aller Art!», gab Beethoven in einem Brief entsetzt zu Protokoll. Dennoch atmet das im englischen Sprachraum den Beinamen Emperor tragende Konzert (es steht in der gleichen Tonart Es-Dur wie die 3. Sinfonie Eroica) einen positiven, optimistischen Geist. Die Wiener Erstaufführung erfolgte Anfang 1812 mit dem Beethoven-Schüler Carl Czerny am Klavier. Es gibt Skizzen, die Beethovens Versuch eines 6. Klavierkonzerts belegen, den er jedoch nicht weiterverfolgte. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts verschlimmerte sich Beethovens Hörleiden so sehr, dass er nur noch schreiend und mit Hörrohren kommunizieren konnte. Möglicherweise beeinflusste die Unmöglichkeit, als beinahe tauber Solist am Klavier zu sitzen und die eigenen Konzerte zu interpre-

tieren, das von nun an ausbleibende Interesse für die Gattung. Doch am Komponieren konnte ihn das Gehörleiden nicht hindern – alleine auf dem Feld der Klaviersonate sollten Beethoven einige seiner grössten Werke überhaupt gelingen. (ff)

Rudolf Buchbinder (Foto: Marco Borggreve)

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«Krönungskonzert» und Musik aus England Ein Wiedersehen mit Howard Shelley – am Flügel und am Pult

Krönungskonzert 1. Mittagskonzert Freitag, 26. Januar 2018 12.15 Uhr, Tonhalle Howard Shelley, Klavier und Leitung Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 26 D-Dur KV 537 Krönungskonzert Mit grosszügiger Unterstützung Freundeskreis Sinfonieorchester Enigma 6. Tonhallekonzert Sonntag, 28. Januar 2018 17 Uhr, Tonhalle Howard Shelley, Klavier und Leitung Frederick Delius The Walk to the Paradise Garden Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 26 D-Dur KV 537 Krönungskonzert Edward Elgar Enigma Variations op. 36 Mit grosszügiger Unterstützung

Als gern gesehener Gast kommt Howard Shelley zurück in die Tonhalle St.Gallen. Die Programme des Mittagskonzerts und des 6. Tonhallekonzerts sind ihm massgenau auf den Leib geschneidert: Der Brite dirigiert Musik aus seiner Heimat und ist in Mozarts Krönungskonzert in der Doppelfunktion des «leitenden» Pianisten zu erleben. Seit er 1971 den ersten Preis am Royal College of Music gewann, ist er als Pianis pausenlos unterwegs für Konzerte mit den renommiertesten Orchestern weltweit. Seit nunmehr 30 Jahren ist Howard Shelley zusätzlich auch als kompetenter Dirigent gefragt. Und seit Längerem verfolgt er die Verbindung beider Rollen als «pianist-conductor» mit grosser Leidenschaft. Howard Shelley geniesst das Leiten vom Flügel aus, wie es zu Zeiten Mozarts üblich war, vor allem seiner Unmittelbarkeit wegen. Er könne, so Shelley, mit dem Orchester sofort und spontan interagieren, es sei wie «Kammermusik im grossen Stil». Solche gestaltet Shelley dieses Jahr auch in St.Gallen mit Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Klavier und Orchester D-Dur KV 537, besser bekannt unter dem Namen Krönungskonzert. Dieses Werk war Teil eines monumentalen Konzertprogramms, das Mozart 1790 in Frankfurt aufführte. Es sollte die Aufmerksamkeit der aus Anlass der Kaiserkrönung Leopolds II. versammelten potenziellen Auftraggeber auf Mozart lenken, dessen Werke in Wien ebenso wie seine solistischen Auftritte kaum mehr auf Interesse stiessen. Doch der Aufwand lohnte nicht, die Aufträge blieben aus und Mozarts Geldsorgen wurden auch in seinen letzten Lebensjahren nicht kleiner. Delius und Elgar, zwei englische Komponisten von ganz unterschiedlicher Popularität Als Einstieg in das 6. Tonhallekonzert gibt es einen englischen Komponisten zu entde-

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Howard Shelley, der englische Gentleman zurück in St.Gallen

cken, dessen Name hierzulande noch immer weitgehend unbekannt ist. Frederick Delius (1862 – 1934), wohl der einzige Komponist der Musikgeschichte, der sich vor seiner musikalischen Karriere als Orangenbauer in Florida versuchte (aus diesem Aufenthalt von 1884/85 resultierte die Oper Koanga – die erste Oper eines Europäers, die afroamerikanische Musik verarbeitete). Nach seiner Rückkehr nach Europa studierte Delius einige Monate am Leipziger Konservatorium, wo er auf Edvard Grieg traf, der ihm sowohl enger Freund wie auch musikalisches Vorbild wurde. A Village Romeo and Juliet nach der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe des Schweizer Dichters Gottfried Keller ist die vierte von insgesamt sechs Opern von Delius. Während der Vorbereitungen für die Uraufführung an der Komischen Oper Berlin 1907 erforderte eine unerwartet lange Umbaupause zwischen der fünften und sechsten Szene eine neue Zwischenaktmusik. Delius komponierte in Eile die knapp zehnminütige Musik The Walk to the Paradise Garden, die sich als grosser Glücksfall erwies: Anders als die kaum aufgeführte Oper erklingt The Walk to the Paradise Garden seither losgelöst von der Oper regelmässig im Konzertsaal und wird sogar als einer der bedeutendsten englischen Beiträge an den musikalischen Im-


Nachtzug Sonntags um 5 Sonnenaufgang «Personaggi # 4» Late Night Music in der Lokremise

Auch in diesem Jahr gibt es in der Lokremise Musik zum sanften Hineingleiten in das Wochenende, und auch in diesem Jahr finden dazu die «personaggi» zusammen. In gewohnter Weise, doch mit einem Neuzuwachs in der Person von Tenor Riccardo Botta. Die sechs Musikerinnen und Musiker begeben sich in ihrem Nachtzug auf eine Reise, die keineswegs nur geografisch zu verstehen ist. Ihr Motto lautet: «Difficile diventare vecchi senza mai essere stati adulti» – es ist schwer, alt zu werden, ohne jemals erwachsen gewesen zu sein. Es sind persönliche, innere Wege, die in diesem Konzert zurückgelegt werden. 45 Minuten Musik, 45 Minuten Einblick in die Persönlichkeiten, in die «personaggi», auf der Bühne. Sie liefern unterhaltsame Denkanstösse, leicht und mühelos, getragen von einem abwechslungsreichen Programm aus Musik aus dem Balkan bis hin zu Pop.

In der Reihe Sonntags um 5 lassen Mitglieder des Sinfonieorchesters einen Kontrabass solieren und Joseph Haydns Sonne aufgehen Werke in Streichquartett- und -quintettbesetzung bilden das Programm unter dem Titel Sonnenaufgang, womit auf Joseph Haydns Streichquartett in B-Dur op. 76/4 angesprochen wird. Wie so oft bei populären Beinamen musikalischer Werke stammt auch dieser nicht vom Komponisten selbst. Das Werk hat ihn den ersten Takten zu verdanken, in denen die 1. Violine über einem Akkord sanft aus der Tiefe in strahlende Höhen steigt. Als Quintett, verstärkt durch einen Kontrabass, spielt das Ensemble das Quintett des Mozart-Zeitgenossen Luigi Boccherini und tritt auch als redimensioniertes Begleitorchester auf: im Kontrabasskonzert (Solist: Grigori Katz) von Giovanni Bottesini.

Personaggi #4 Nachtzug Freitag, 19. Januar 2018 21 Uhr, Lokremise

Sonnenaufgang 2. Sonntags um 5 Sonntag, 21. Januar 2018 17 Uhr, Tonhalle

Ivan Galluzzi, Klarinette Iryna Gintova, Violine Enrico Cerpelloni, Horn Roberto Forno, Akkordeon und Klavier Maximilian Näscher, Schlagzeug Riccardo Botta, Gesang

Grigori Katz, Kontrabass Dmitry Mishelovich, Violine Iryna Gintova, Violine Stefanie Medeiros, Viola Fernando Gomes, Violoncello Bastien Monnet, Kontrabass

Mit grosszügiger Unterstützung Freundeskreis Sinfonieorchester

Joseph Haydn Streichquartett B-Dur op. 76 / 4 Sonnenaufgang Luigi Boccherini Streichquintett E-Dur op. 11 / 5 Giovanni Bottesini Kontrabasskonzert Nr. 2 h-Moll (Fassung für Kontrabass und Quintett)

Sonnenaufgang

pressionismus der Zeit angesehen. Edward Elgar (1857–1934) war erheblich bekannter als sein Landsmann und Zeitgenosse Delius. Sein endgültiger Durchbruch gelang Elgar im Alter von 37 Jahren mit dem Orchesterwerk Variations on an original Theme op. 36, die sogenannten Enigma-Variationen. In einem Brief an den Freund Augustus Johannes Jaeger schrieb Elgar: «Ich habe einen Satz von Variationen (für Orchester) über ein eigenes Thema skizziert: Die Variationen haben mir Spass gemacht, weil ich sie mit den Spitznamen einiger besonderer Freunde überschrieben habe.» Die vierzehn Variationen tragen Initialen von Freunden, und über die handschriftliche Partitur schrieb Elgar «Enigma», Rätsel. (ff)

Mit grosszügiger Unterstützung Freundeskreis Sinfonieorchester

Personaggi (Illustration: Ivan Galluzzi)

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«Das Theater St. Gallen zaubert wieder einmal, und man sitzt keine Viertelstunde in der Premiere, bis man sicher ist, dass sich der Ruf der Musicalstadt der Schweiz erneuert. Schmissig klingt der jazzige Sound des Sinfonieorchesters St. Gallen aus dem Orchestergraben, die Tanzkompanie wirbelt auf die Bühne, überstrahlt vom Auftritt der Matrosen im blendenden Weiss, aufreizend fiebrig klingt «New York, New York», das Ensemble unter der Leitung von Michael Brandstätter elektrisiert.» (Der Landbote)

Mise en Scène Aktuell im Spielplan


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Mittwoch, 3. Januar 2018, 19.30 Uhr Samstag, 6. Januar 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 7. Januar 2018, 14.30 und 19.30 Uhr Sonntag, 14. Januar 2018, 14.30 und 19.30 Uhr Dienstag, 16. Januar 2018, 19.30 Uhr Samstag, 20. Januar 2018, 19.30 Uhr

On the Town Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green


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Donnerstag, 4. Januar 2018, 19.30 Uhr Mittwoch, 17.Januar 2018, 19.30 Uhr Dienstag, 30. Januar 2018, 19.30 Uhr Samstag, 10. Februar 2018, 19.30 Uhr

La bohème Oper von Giacomo Puccini

«Ein rundum erfreulicher Opernbesuch.» (Opernglas)


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«Jonas Knecht bleibt seiner Handschrift treu: Bildstark, musikalisch, tänzerisch ist auch seine erste grosse Inszenierung diese Saison im Theater St.Gallen.» (Ostschweiz am Sonntag) Freitag, 5. Januar 2018, 19.30 Uhr Sonntag, 28. Januar 2018, 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

Die Räuber Schauspiel von Friedrich Schiller

«Regisseur Marcus Coenen tut gut daran, auf den zeitlosen Humor der Vorlage von Otfried Preussler zu setzen und den Rest dem diebischen Vergnügen der Schauspieler zu überlassen.» (St. Galler Tagblatt) Montag, 1. Januar 2018, 14 Uhr Freitag, 5. Januar 2018, 14 Uhr Sonntag, 28. Januar 2018, 14 Uhr Samstag, 3. Februar 2018, 16 Uhr Sonntag, 25. Februar 2018, 14 Uhr Sonntag, 4. März, 2018, 14 Uhr (Zum lezten Mal

Der Räuber Hotzenplotz Familienstück von Otfried Preussler


Im Requisitenfundus # 5 Der einsame Mopp im Big Apple

27 Jahre haben sie ihn durchgefüttert. Mindestens. Denn seit 27 Jahren arbeitet Elisabeth Künzli in der Requisitenabteilung, und als sie anfing damals, da war er schon da. Dieser Hund, der doch eher ein Hündchen ist, eines von der Art, wo man nicht auf Anhieb sieht, was vorne und hinten ist. Er war schon da, und er war der Liebling der Requisiteure. Gehegt und gepflegt hätten sie ihn, sagt Elisabeth Künzli. «Wir fanden ihn einfach witzig.» Für welche Produktion er seinerzeit gebastelt oder angeschafft worden war, weiss niemand. Sicher ist nur: Er kam nie mehr zu einem Auftritt in den vergangenen 27 Jahren. So dass ihn Requisitenchef Ronald Porawski vorgeschlagen hat für die Rubrik auf dieser Seite, unter dem Motto: «Requisiten, die nie gebraucht werden.» Doch dann war plötzlich alles anders. Josef E. Köpplinger, der frühere St.Galler Schauspieldirektor, kehrte zurück an den

Ort seines früheren Wirkens, um das Bernstein-Musical On the Town zu inszenieren. Eines Tages stand er in der Requisitenabteilung und hatte, natürlich, ein Anliegen: «Hört mal, ich brauche einen Hund, der quer über die Bühne läuft. Irgendeinen Hund, egal was für einen, und wenn es ein Mopp ist.» Elisabeth Künzli musste nicht lange überlegen: Die grosse Stunde ihres Lieblings nahte. Der aus Putzfäden gearbeitete Hund wurde für sein Musical-Debut aufgefrischt, bekam neue Mäschchen und eine lange, lange Leine, länger als die Bühne breit ist. Und nun stürzt er sich jedes Mal, wenn die drei Matrosen Gabey, Ozzie und Chip New York stürmen, in die Gassenschluchten des Big Apple. «Er ist der absolute Star», sagt Elisabeth Künzli. (bh)

Nach 27 ruhigen Jahren wird's für ihn in On the Town gefährlich.

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Januar

So 07 14.30 – 17.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo VBK-1 | frei, Grosses Haus Untersützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien 19.30 – 22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo VB–D | frei, Grosses Haus Untersützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Mo 01 14 – 16 Uhr

Der Räuber Hotzenplotz

Familienstück von Otfried Preussler [5+] frei, Grosses Haus Unterstützt von Notenstein La Roche Privatbank AG, Migros Kulturprozent

Mi 10 PREMIERE 14 – 15 Uhr

Wolf sein

KONZERT 17 Uhr

Neujahrskonzert

Kinderstück von Bettina Wegenast [5+] frei| Premiere, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent

Werke der Strauss-Dynastie frei, Tonhalle Unterstützt von acrevis Bank

ÖFFENTLICHE PROBE 18 – 19 Uhr

Schlafes Bruder

Mi 03 19.30 – 22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo Mi-G | Mi-mu | SG-Mi |, Grosses Haus Untersützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien Do 04 19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

La bohème

Eintritt frei, Steinerschule Do 11

Rudolf Buchbinder | 5. Tonhallekonzert

Beethoven spezial: sämtliche Klavierkonzerte Abo K+ | Do | KuT | frei, Tonhalle Unterstützt von Anita und Urs Rüegsegger Fr 12

KONZERT 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr, Tonhalle

Rudolf Buchbinder | 5. Tonhallekonzert

Oper von Giacomo Puccini Abo VB-A | frei, Grosses Haus Unterstützt von Walter und Verena Spühl-Stiftung, Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG

Beethoven spezial: sämtliche Klavierkonzerte Abo Fr | frei, Tonhalle Unterstützt von Anita und Urs Rüegsegger

ZUM LETZTEN MAL 20 – 21.30 Uhr

PREMIERE 19.30 Uhr

Groteske von den Brüdern Presnjakow frei, LOK

Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Abo PP | P | frei, Grosses Haus

Hungaricum

Fr 05

KONZERT 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr, Tonhalle

14 – 16 Uhr

Der Räuber Hotzenplotz

Matto regiert

Sa 13

14 – 15 Uhr

Wolf sein

Familienstück von Otfried Preussler [5+] frei, Grosses Haus Unterstützt von Notenstein La Roche Privatbank AG Migros Kulturprozent

Kinderstück von Bettina Wegenast [5+] frei, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent

19.30 – 22.30 Uhr

19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

Die Räuber

Nabucco

Schauspiel von Friedrich Schiller Abo M-Fr | frei, Grosses Haus

Oper von Giuseppe Verdi frei, Grosses Haus Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG, Walter und Verena Spühl-Stiftung

Sa 06 19.30 – 22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo Sa | frei, Grosses Haus Untersützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien So 07 MATINEE 11 Uhr

Matto regiert

Einführung in das Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Eintritt frei, LOK

So 14

14.30 – 17.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo SoN-A | VBK-2 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien 19.30 – 22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo SoA | SG-So | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

29


Di 16

19.30 – 22.10 Uhr

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo Fern A+B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien Mi 17

Fr 26

Sa 27

14 – 15 Uhr Uhr

Wolf sein

URAUFFÜHRUNG 19.30 Uhr

Schlafes Bruder

La bohème

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo PP | P | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier

Oper von Giacomo Puccini Abo VB-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Walter und Verena Spühl-Stiftung, Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG So 28

Matto regiert

21 Uhr

Personaggi # 4

Der Räuber Hotzenplotz

KONZERT 17 Uhr

Enigma | 6. Tonhallekonzert

Nachtzug frei, LOK Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester

Shelley | Mozart | Elgar Abo So | M | frei, Tonhalle Unterstützt von Raiffeisenbank

11 Uhr

Führung mit Probenbesuch

ZUM LETZTEN MAL 19.30 – 22.30 Uhr Uhr

MATINEE 11 Uhr

Schauspiel von Friedrich Schiller Abo VB-D | frei, Grosses Haus

Die Räuber

Schlafes Bruder

Einführung in das Tanzstück von Beate Vollack Eintritt frei, Grosses Haus

Mo 29 19.30 – 22.10 Uhr

Eine Familie

14 – 15 Uhr

Dramödie von Tracy Letts Abo VB-C | frei, Grosses Haus

Wolf sein

Kinderstück von Bettina Wegenast [5+] frei, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent

Di 30

Oper von Giacomo Puccini Abo Di | CTV | frei, Grosses Haus Unterstützt von Walter und Verena Spühl-Stiftung, Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG

On the Town

Musical von Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Betty Comden und Adolph Green Abo MuB | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Coop Genossenschaft, Raiffeisenbank, Implenia Schweiz AG, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien MATINEE 11 Uhr

Der Zaubertrank

Einführung in das Weltliche Oratorium von Frank Martin Eintritt frei, LOK 17 Uhr Einführung um 16.30 Uhr, Studio

Matto regiert

Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Abo SoN-B | frei, Grosses Haus KONZERT 17 Uhr

Sonntags um 5

Kammermusik Abo So um 5 | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester

19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

La bohème

19.30 – 22.10 Uhr

30

14 – 16 Uhr

Familienstück von Otfried Preussler [5+] frei, Grosses Haus Unterstützt von Notenstein La Roche Privatbank AG Migros Kulturprozent

Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Abo Fr | frei, Grosses Haus

So 21

Führung mit Probenbesuch

Kinderstück von Bettina Wegenast [5+] frei, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent

19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

Sa 20

11 Uhr

14 – 15 Uhr

Wolf sein

19.30 Uhr

1. Mittagskonzert

Wolfgang Amadeus Mozart: Krönungskonzert Abo Mittagskonzert | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester

Kinderstück von Bettina Wegenast [5+] frei, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent

Fr 19

KONZERT 12.15 Uhr

Mi 31

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

Matto regiert

Schauspiel nach dem Roman von Friedrich Glauser Abo Mi-G | S-Mi | frei, Grosses Haus


Februar

Mi 07 20 Uhr

Der Zaubertrank

Weltliches Oratorium von Frank Martin frei, LOK Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG Do 08 10.30 Uhr

Schwanensee

Schulkonzert frei, Tonhalle Unterstützt von Migros Kulturprozent Fr 02

Fr 09 19.30 Uhr

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr, Foyer

Terpsycordes-Piazzolla-Ravel-Piaf | 3. Meisterzykluskonzert

Schlafes Bruder

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo Fr | Tanz | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier

Abo MZ | frei, Tonhalle Unterstützt von Edmund Moosherr-Sand-Fonds Sa 10

PREMIERE 20 Uhr

Der Zaubertrank

La bohème

Oper von Giacomo Puccini frei, Grosses Haus Unterstützt von Walter und Verena Spühl-Stiftung, Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG

11 Uhr

Führung mit Probenbesuch

ZUM LETZTEN MAL 14 – 15 Uhr

So 11

Wolf sein

Führung mit Probenbesuch

19.30 – 21.50 Uhr Einführung um 19 Uhr, Studio

Weltliches Oratorium von Frank Martin frei, LOK Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG Sa 03

11 Uhr

11 Uhr

Schwanensee

Kinderstück von Bettina Wegenast [5+] frei, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent

Familienkonzert frei, Tonhalle Unterstützt von Migros Kulturprozent

16 – 18 Uhr

17 Uhr Einführung um 16.30 Uhr, Studio

Der Räuber Hotzenplotz

Familienstück von Otfried Preussler [5+] frei, Grosses Haus Unterstützt von Notenstein La Roche Privatbank AG Migros Kulturprozent So 04 MATINEE 11 Uhr

Matterhorn

Einführung in das Musical von Michael Kunze und Albert Hammond Eintritt frei, Foyer 14.30 Uhr Einführung um 14 Uhr, Studio

Schlafes Bruder

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo SoN-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier 17 Uhr

Der Zaubertrank

Weltliches Oratorium von Frank Martin frei, LOK Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG

Schlafes Bruder

Tanzstück von Beate Vollack nach dem Roman von Robert Schneider Abo VBK-1 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Hedy Kreier Di 06 20 Uhr

Der Zaubertrank

Weltliches Oratorium von Frank Martin frei, LOK Unterstützt von Opernpartner Bank Julius Bär & Co. AG

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

Vorverkauf im VBSG -Pavillon Bahnhofplatz, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie orchester St.Gallen Redaktion: Beda Hanimann (bh) Autoren: Marius Bolten (mb); Armin Breidenbach (ab); Caroline Damaschke (cd); Mario Franchi (mf); Franziska Frey (ff); Anja Horst (ah) Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 / Auflage: 6000 Stück / 24 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266

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Hofstetstrasse 14

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9300 Wittenbach

Hofstetstrasse 14

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9300 Wittenbach

9300 Wittenbach

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ostschweizdruck.ch

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Aufmerksame Gedruckte Kultur. Aufmerksame Zuhรถrer. Zuhรถrer.

Aufmerksame Gedruckte Kultur. Aufmerksame Zuhรถrer. Zuhรถrer.

Terzett  
Terzett  

Januar 2018

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