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Januar 2014 2016 September


Oper

Klosterhof Le Cid, Jules Massenet

Tanz 11. St. Galler Festspiele 24. Juni bis 8. Juli 2016

Kathedrale Rosenkranz, Cathy Marston

Tickets 071 242 06 06 www.stgaller-festspiele.ch

Konzert Konzept: tgg.ch

El Cids Iberia


Was bedeutet Freiheit in Zeiten des Krieges? Allein für die Kunst, für die Liebe, habe sie gelebt, «in aufrichtigem Glauben», singt Floria Tosca im dramatischsten und innigsten Moment ihres Lebens. Kurz darauf wird sie vor der Kulisse der napoleonischen Kriege zuerst den Peiniger ihres ­Geliebten und später sich selbst töten. Was ist es, das Menschen morden und ihr eigenes Leben opfern lässt? Woher kommt das Böse und worin besteht seine Faszination? Wo sind die Grenzen zwischen wahrer Gottesfurcht und dem Missbrauch von Religion zur Legitimierung eines Unrechtssystems? Wo verlaufen die Demarkationslinien von Schein und Sein, Leben und Kunst? Und wie wird der Freitod einer Diva in einem totalitären System im Namen der politischen Freiheit zur radikalen Geste des Widerstands? Fragen, denen sich Alexander Nerlich im Januar bei seiner St.Galler Inszenierung von Giacomo Puccinis Tosca stellt, für die Stefan Mayer die Bühne und Christof Cremer die Kostüme entworfen hat. Die musikalische Leitung hat Michael Balke, der mit Puccinis raffiniertem Spiel um falsche Hoffnungen und Illusionen seinen Einstand am Pult des Sinfonieorchesters St.Gallen geben wird. «Die Zukunft leuchtet heller uns entgegen», singt die Diva, zum letzten Mal mit dem Geliebten vereint, ohne zu ahnen, dass ein anderer die Regie bei ihrer finalen Inszenierung führt. Doch auch, wenn der Kampf um die Macht in Puccinis Oper reine Männersache zu sein scheint, ist es doch sie am Ende, die das entscheidende Zeichen setzt.

4 Liebestalfahrten, Höhepunktjagden und Niemandslandmomente 8 Sturz aus dem Alltag 10 Was am Ende bleibt, ist nicht immer das, was war... 11 Rosenkranz 12 Pollicino 14 Kurz notiert 15 «Meisterinnenzyklus» 16 3 Komponisten, 3. Sinfonie, Tripelkonzert 18 Interview mit Paul Giger 20 Mise en Scène 24 Selfie mit Kunst # 5 25 Veranstaltungskalender

Marion Ammicht Dramaturgin

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Liebestalfahrten, Höhepunktjagden und Niemandslandmomente «So vieles hat zugleich Raum in uns»

Das weite Land Tragikomödie von Arthur Schnitzler Premiere Freitag, 8. Januar 2016 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 3. Januar 2016 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Publikumsgespräch Freitag, 29. Januar 2016 im Anschluss an die Vorstellung Eintritt frei Leitung Inszenierung: Tim Kramer Bühne: Gernot Sommerfeld Kostüme: Natascha Maraval Musik: Willi Häne Dramaturgie: Nina Stazol Besetzung Friedrich Hofreiter, Fabrikant: Matthias Albold Genia, seine Frau: Boglárka Horváth Anna Meinhold-Aigner, Schauspielerin: Diana Dengler Otto, ihr Sohn, Marine-Fähnrich: Luzian Hirzel Doktor von Aigner, ihr geschiedener Gatte: Bruno Riedl Frau Wahl: Silvia Rhode Erna, ihr Kind: Wendy Güntensperger Natter, Bankier: Tim Kalhammer-Loew Adele, seine Frau: Danielle Green Doktor Franz Mauer, Arzt: Marcus Schäfer Demeter Stanzides, Oberleutnant: Bart Soroczynski Paul Kreindl: Christian Hettkamp Albertus Rhon, Schriftsteller: David Steck Weitere Vorstellungen Mittwoch, 20. Januar 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 24. Januar 2016, 14.30 Uhr Sonntag, 24. Januar 2016, 19.30 Uhr Freitag, 29. Januar 2016, 19.30 Uhr Dienstag, 9. Februar 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 21. Februar 2016, 19.30 Uhr Mittwoch, 24. Februar 2016, 19.30 Uhr

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Ein junger Pianist hat in einem Wiener Hotelzimmer Selbstmord begangen. Da kein Abschiedsbrief gefunden wurde, kann nur darüber spekuliert werden, warum. Man weiss, dass er seinen letzten Abend in Gesellschaft des Industriellen Hofreiter beim Billard verbracht haben soll. Ist sein Ende das Ergebnis eines Duells am Billardtisch, bei dem der Verlierer sich aus dem Leben schaffen muss? Der österreichische Dramatiker Arthur Schnitzler (1862 – 1931) beginnt seine 1910 geschriebene Tragikomödie über die Unwägbarkeiten menschlicher Gefühle mit einem kriminalistischen Aufhänger: der Frage nach den Motiven für einen Selbstmord. Die Klärung überträgt Schnitzler seinen beiden Hauptfiguren, den Eheleuten Friedrich und Genia Hofreiter, und gewährt uns so direkten Einblick in deren Beziehung, die anders als ihre Fassade tiefe Risse hat. Zurück zum toten Pianisten. Friedrich Hofreiter weiss, dass er nichts mit dem Tod Korsakows zu tun hat. Er hat indes eine andere Vermutung: Selbstmord aus gebrochenem Herzen. Zwischen dem Pianisten und seiner Frau Genia müsse ein Verhältnis bestanden haben, so Hofreiters Theorie, welches sie beendet haben, woraufhin sich der Künstler umgebracht hat. Für Hofreiter, der immer schon zu erotischen Parallelausflügen neigte und eben erst eine Affäre beendet hat, ist das eine naheliegende Erklärung für den Tod Korsakows. Genia kann diese Unterstellung ihres Mannes beweiskräftig ausschlagen: Sie ist nämlich durchaus im Besitz eines Abschiedsbriefes des Pianisten und aus dem geht hervor, dass Genia die Affäre nicht etwa beendet, sondern – zum Leidwesen des Pianisten und zum Unverständnis ihres Mannes – überhaupt nie eingegangen ist.

Diese Untadeligkeit und Standhaftigkeit seiner Frau befremdet Hofreiter zutiefst. Er flieht. In die Tiroler Berge und dort in eine nächste Affäre. Als er bei seiner Rückkehr Zeuge davon wird, dass nun auch seine Frau eine Liebschaft mit dem jungen Fähnrich Otto eingegangen ist, glätten sich nicht etwa Hofreiters Wogen, im Gegenteil: Beim Glühbirnenfabrikanten brennen nun alle Sicherungen durch.

«Die Seele ... ist ein weites Land.» Er fordert den Fähnrich zum Duell; ein Akt, der zu dieser Zeit der Etikette entsprach, wollte man nicht als gehörnter Ehemann das Nachsehen haben. Aber Hofreiter lässt es nicht auf sich bewenden, der Ehre halber geschossen zu haben und den Vorfall dann auf sich beruhen zu lassen: Friedrich Hofreiter tötet Otto und mit ihm die Jugend, die er selbst nicht mehr besitzt.

«Vielleicht ist es überhaupt die höhere Art von Liebe, die nicht verzeiht.» Genia in «Das weite Land», 2. Akt Unter dem Habitus der Wiener Oberschicht der letzten Jahrhundertwende, die Arthur Schnitzler meisterlich beobachtete und porträtierte, unter dem «gesellschaftlichen Gehabe», wie es der Theatermann Georg Hensel nennt, liegt in seinen Novellen und Bühnenstücken die ewige Tragikomödie der Gefühle: die unvergängliche Polarität von Leben und Sterben. Mit psychologischem Feinsinn und feinem Humor bohrt sich Schnitzler hinter manierliches Palaver und zeichnet in reichen Bühnengestalten und -geschehen die Brüchigkeit der menschlichen Konstitution nach. Schauspieldirektor Tim Kramer erfüllt sich mit dieser Inszenierung im Grossen Haus einen weiteren Regietraum. Das weite Land ist für ihn eines der reifsten und besten Stücke des Seelenausloters Schnitzler und sogar eines seiner Lieblingsstücke, für dessen Realisierung allerdings die Umstände


günstig stehen müssen. Denn das Personal ist gross, die Bühnenfiguren vielschichtig, Beziehungen und Handlung komplex. Dank der langjährigen und vertrauten Zusammenarbeit mit seinen Ensemblemitgliedern und im Wissen um beste Mittäterschaft durch sein bewährtes künstlerisches Leitungsteam (Sommerfeld, Maraval und Häne) könnte es für Tim Kramer keinen besseren Zeitpunkt geben als jetzt, für Sie hier Das weite Land zu inszenieren. Freuen Sie sich drauf! (nst)

«Schnitzler: das ist grausames Wissen um unsere Nichtigkeit zwischen den Abgründen und Schwermut über so vieles, das wir wohl vermocht hätten, aber versäumt haben. Schnitzler: das ist auch wieder Jubel, gehaltenes, zartes, mitleidendes Mitjubeln bei unseren vergänglichen Freuden, unseren Eintagsschönheiten, unserem Glück, über das kein Gott wacht.» Heinrich Mann

Kostümentwürfe für Das weite Land von Natascha Maraval.

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Plakatmotiv für Das weite Land mit Boglárka Horváth am Schwendisee im Obertoggenburg. Foto: Daniel Ammann


Sturz aus dem Alltag Eine Spurensuche in Toscas Rom

Tosca Oper von Giacomo Puccini Premiere Samstag, 30. Januar 2016 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 17. Januar 2016 11 Uhr, Foyer Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Michael Balke  /  Stéphane Fromageot Inszenierung: Alexander Nerlich Bühne: Stefan Mayer Kostüme: Christof Cremer Licht: Michael Bauer Choreinstudierung: Michael Vogel Leitung Kinderchor: Terhi Kaarina Lampi Dramaturgie: Marion Ammicht Besetzung Floria Tosca: Sandra Trattnigg / Katia Pellegrino Mario Cavaradossi: Stefano La Colla  /  Derek Taylor Baron Scarpia: Alfredo Daza  / Jordan Shanahan Spoletta: Riccardo Botta  / Nik Kevin Koch Sciarrone  / Schliesser: Andrzej Hutnik Cesare Angelotti: Tomislav Lucic Mesner: David Maze Ein Hirte: Theresa Holzhauser Chor des Theaters St.Gallen Theaterchor Winterthur Kinderchor des Theaters St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Weitere Vorstellungen Freitag, 5. Februar 2016, 19.30 Uhr Mittwoch, 10. Februar 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 14. Februar 2016, 14.30 Uhr Dienstag, 23. Februar 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 6. März 2016, 14.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung von Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater

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Regisseur Alexander Nerlich ist keiner, der einfache Antworten liebt. Und es ist, als hätte er in Giacomo Puccini und dessen Tosca seine Meister gefunden. Denn, so klar und effektvoll diese Oper angelegt zu sein scheint, so widersprüchlich und mehrdeutig erweisen sich ihre Protagonisten bei näherer Betrachtung. Am 30. Januar hat Puccinis Tosca am Theater St.Gallen Premiere. Regisseur Alexander Nerlich ist seiner Tosca vorab fürs Terzett durch das Rom ihrer Tage gefolgt. Floria Tosca verlässt am Mittag des 17. Juni den Bühneneingang des Teatro Argentina in Rom, eines der grössten Opernhäuser Europas. Vermutlich kommt sie von einer Probe. Es ist ein sonniger Tag. Die Kirche SantˇAndrea della Valle, wo ihr Geliebter Mario Cavaradossi arbeitet, ist nur ein paar Schritte entfernt, und auch der Obst- und Gemüsemarkt ist nah. Dort gibt es um diese Jahreszeit viele Blumen aus der Region zu kaufen. Sie macht also einen kurzen Abstecher und nimmt einen Arm voll Blumen mit. Vielleicht hat sie um den Preis gefeilscht, vielleicht hat man ihr aber auch Blumen geschenkt. Schliesslich ist Tosca eine gefeierte Sängerin. Vor welchem Hintergrund nun spielt sich diese bunte, recht alltägliche Szene ab? In welchem sozialen und politischen Klima befinden wir uns? Durch was für eine Welt eilt die junge Diva? Was ist los in dieser Stadt? Sehr viel. Denn Rom ist eine Stadt in der Krise. Von Machtkämpfen und Systemwechseln erschüttert. Die sogenannte Römische Republik ist gerade untergegangen, die französischen Truppen haben Rom verlassen, und alliierte Truppen aus Neapel, Österreich, Eng-

land und Russland halten die Stadt besetzt. Der Vatikan, Jahre zuvor noch der politische wie ökonomische Fixpunkt Roms, ist aktuell ohne Oberhaupt, denn der von den Jakobinern deportierte Papst ist nicht wieder zurückgekehrt. Auch die Kardinäle, deren Aufgabe es gewesen wäre, bis zur Ernennung des neuen Papstes die Staatsgeschäfte zu führen, halten sich noch von Rom fern. So herrscht seit dem Scheitern der Republik ein gefährliches Machtvakuum. Ein Kampf der Weltanschauungen in einem rechtlosen Raum zeichnet sich ab. Aber zurück zum 17. Juni, dem Tag, an dem die Oper beginnt und grösstenteils stattfindet. Die Römische Republik ist tot und viele Menschen leiden Hunger. Die Truppen der Restauration sind unterbezahlt und undiszipliniert, viele Bewaffnete marodieren führungslos durch die Strassen. Die Kriminalitätsrate steigt, die Polizeikräfte sind aufgrund ihrer Grausamkeit und Willkür gefürchtet, ihre Foltermethoden sind legendär. Die Agenten des Königs Ferdinand von Neapel haben sich vorgenommen, die Stadt bis zur Ankunft des neuen Papstes von der Plage der Demokratie zu befreien, wie es ihnen zuvor schon mit der blutigen Niederschlagung der Republik von Neapel gelungen ist. Ein Sizilianer namens Vitellio Scarpia hat sich hierbei hervorgetan, und ist nun auch mit dem Kommando der politischen Säuberungsaktionen in Rom betraut worden. Die 400 Kirchen und 250 Klöster der Stadt werden nach und nach wieder in Betrieb genommen, es finden wieder regelmässig Messen statt, die Glocken läuten den ganzen Tag, und die päpstlichen Chöre dürfen wieder geistliche Lieder singen. Die Juden müssen in die Ghettos zurückkehren und deutliche Erkennungszeichen tragen, wenn sie diese verlassen. Die Pressefreiheit ist wieder aufgehoben und die Frauen werden dazu angehalten, an öffentlichen Orten Kopf und Schultern zu bedecken. Was für eine seltsame Melange aus Anarchie und Restauration, aus Chaos und erzwungener Schein-Ruhe. Unabhängig von Jahreszahlen und historischen Fakten stelle ich mir also Toscas Rom als einen Ort im Umbruch vor. Es ist eine Stadt, die ihr inneres Gleichgewicht verloren hat, deren Achse gebrochen ist, die frei dreht, plötzlich stillsteht, dann wieder überdreht, in unterschiedliche Richtungen auseinanderdriftet, die ihre Identität und das rechte Mass verloren hat. Dabei war Rom wenige Jahre zuvor noch


Bühnenbildentwurf Stefan Mayer, Tosca, 1. Akt.

das touristische Zentrum schlechthin gewesen. Vor allem junge Menschen – Gelehrte, Architekten und bildende Künstler – waren in Scharen gekommen, um das kulturelle Erbe der Stadt zu besichtigen und ihr Handwerk an dem der alten Meister zu schulen. Doch heute, am 17. Juni, an dem Floria Tosca plötzlich vor verschlossener Kirchentüre steht, weiss niemand, was die nächsten Stunden bringen werden, geschweige denn was morgen sein wird. Es geht ums nackte Überleben. Es gibt keine Sicherheit mehr, kein Koordinatensystem, keine gemeinsamen Werte und Überzeugungen, keine Verfassung und kein bindendes Recht. Also praktisch nichts, woran man sich halten könnte. Alles kann passieren. Und es passiert dann auch. Zu meiner persönlichen Vorbereitung gehört es unter anderem, allerlei Informa­ tionen und Gedanken zu den Hintergründen der Handlung und des Werkes zu sammeln und in meiner Fantasie neu aufzubereiten. Fakten und Fiktionen, Fragen und Interpretationen mischen sich frei miteinander. Eine fantastische Welt entsteht. Eine Welt, die es nicht gibt und auch nicht gegeben hat, eine eigene Bühnenwelt mit eigenen Gesetzen.

Ich versuche weiter, in Libretto und Klavierauszug so viele Merkwürdigkeiten wie möglich zu finden, mich über alles zu wundern und Fragen zu stellen. Ich suche also nach Brüchen, Wendepunkten, Ambivalenzen und Kontrasten. Nach Situationen, die einen doppelten Boden haben. Nach Momenten und Begegnungen, in denen sich entgegengesetzte Gefühle mischen, in denen die Handlung plötzlich die Richtung wechselt, unerwartete Biegungen macht oder in eine Sackgasse gerät. Nach Situationen, in denen man nicht auf Anhieb zu sagen weiss, was Wahrheit und was Lüge ist, was absichtsvoll oder unbewusst geschieht. Nach Realitätsbrüchen, sprich: nach Momenten, in denen die ganze Bühnenhandlung nicht mehr «echt» ist, sondern gespielt. Bei Tosca lief diese Suche nun fast ein bisschen ins Leere, weil all diese Elemente ganz offen daliegen. Widersprüchlichkeiten, Störungen, Brüche und ineinander verkeilte Gegensätze sind hier überall, sie sind das dramaturgische Bauprinzip und gleichzeitig der inhaltliche rote Faden. Ich glaube, dass der Konflikt um Weltanschauungen und Ideen bei Puccini vollkommen in die Personen und deren Interaktio-

nen verlagert ist. Wir sehen Menschen, die mit sich selber uneins sind, und denen vielleicht deshalb die ganze Empathie Puccinis gehört. Sie sind nicht identisch mit sich, sondern zerrissen. Sie sind immer ein Stück weit falsch in sich selbst und wechseln daher unvermittelt in etwas anderes hinein. Das Unverhältnismässige, das Komplizierte, das Obsessive, das Hin- und Hergerissensein, der Zweifel, die Selbstzerstörung, die Achtlosigkeit, die Weltflucht, die Gutgläubigkeit, der Idealismus, die Naivität, die Egozentrik – all die Eigenschaften, die die beiden Künstler im Stück haben, dürfen sich ausbreiten. Puccini überprüft sie in einem rechtfreien, existentiell bedrohlichen Raum. Er wirft sie ohne Vorwarnung in einen grausamen Kontext hinein und setzt sie – urplötzlich – Missbrauch und Gewalt aus. Der Sturz aus dem halbwegs gesicherten Alltag. Aus dem Liebesspiel in die sadistisch amoralische Scarpia-Welt und dessen Spiele. Die Begegnung der Sinnsucher mit einem, der keinen Sinn mehr kennt. Eine Art schreckliche Bewährungsprobe für zwei scheinbare Egoisten. Die sie auf erschütterndste Weise meistern und dabei doch alles verlieren. (Alexander Nerlich)

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Was am Ende bleibt, ist nicht immer das, was war... Ein Stück über die Liebe, vier Abschiede und allerlei Wahrheiten Illusionen Schauspiel von Iwan Wyrypajew Premiere Freitag, 12. Februar 2016 20 Uhr, Lokremise Öffentliche Probe Samstag, 30. Januar 2016 10 Uhr, Lokremise Eintritt frei Einführungsmatinee Sonntag, 7. Februar 2016 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Inszenierung: Stephan Roppel Bühne und Kostüme: Petra Strass Dramaturgie: Nina Stazol Besetzung Erste Frau: Andrea Haller Zweite Frau: Boglárka Horváth Erster Mann: Matthias Albold Zweiter Mann: Marcus Schäfer

Ist eine glückliche Liebe nur eine erlebte Liebe? Bleibt eine Liebe glücklich, wenn man erfährt, dass sie es für den anderen nie war? Ist Liebe nur ein Konstrukt? Ist Liebe nur eine Ansammlung von Geschichten, die wir uns und anderen erzählen? Was ist wahr? Ist alles Illusion? Verwirrend schön hinterfragt Iwan Wyrypajew die Mythen der Liebe und die Stabilität von Identität. Zwei junge Frauen und Männer treten auf die Bühne, um von zwei älteren Ehepaaren zu erzählen: Danny und Sandra, Albert und Magret sind über 80 und seit mehr als 50 Jahren verheiratet. Jeden dieser vier treibt zum Lebensende hin das Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit um. Wesentliches soll

Weitere Vorstellungen Sonntag, 14. Februar 2016, 17 Uhr Mittwoch, 17. Februar 2016, 20 Uhr Donnerstag, 18. Februar 2016, 20 Uhr Samstag, 20. Februar 2016, 20 Uhr Dienstag, 23. Februar 2016, 20 Uhr Freitag, 26. Februar 2016, 20 Uhr Mittwoch, 2. März 2016, 20 Uhr Donnerstag, 3. März 2016, 20 Uhr Sonntag, 6. März 2016, 17 Uhr

Sehen Sie die junge oder die alte Frau? – Zwei Alternativen der Wahrnehmung: Zeichnung des Cartoonisten William Ely Hill ( 1887  –  1962 ).

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zum Abschied noch gesagt, das, was wirklich wichtig war, richtig erinnert und dem geliebten Menschen anvertraut werden. Doch so wie diejenigen, die hier erzählen, nicht die sind, die das Erzählte erlebt haben, erfährt der Zuschauer schnell, dass in Illusionen nichts so ist, wie es gerade noch schien. Denn auch diejenigen, die wir als Ehepaare kennenlernen, sind nicht die, die einander liebten. Jeder der vier packt hier aus, erzählt seine Liebesgeschichte und im Verlauf dieses galanten Vexierspiels verschwimmen alle Gewissheiten: Die, welche Danny und Sandra, Albert und Magret zu haben glaubten genauso wie die der Zuschauer, die das entstehende Geschichtsgeflecht mit jedem neuen Erzählfaden nochmal neu knüpfen müssen. Wer liebt denn jetzt wen? Welche Geschichte ist wahr? Hat hier irgendetwas Bestand? Meisterlich verschachtelt Iwan Wyrypajew (geboren 1974 in Irkutsk, Sibirien, Schauspieler, Regisseur und einer der bedeutendsten zeitgenössischen russischen Dramatiker mit internationalem Erfolg) Erzählund Darstellungsebenen und führt alle Beteiligten des Abends in ein Spiegelkabinett, in dem es heisst, Abschied zu nehmen von der Vorstellung von Eindeutigem. (nst)


Vorverkaufsstart der 11 . St.Galler Festspiele 2016 Rosenkranz Die Festspiel-Tanztrilogie geht in die zweite Runde Le Cid Oper von Jules Massenet Premiere Freitag, 24. Juni 2016 Klosterhof Rosenkranz Leitung Tanzstück von Cathy Marston Musikalische Leitung: Modestas Pitrėnas Inszenierung: Guy Joosten Premiere Bühne: Alfons Flores Mittwoch, 29. Juni 2016 Kostüme: Eva Krämer 21 Uhr, Kathedrale Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Marion Ammicht Leitung Choreografie: Cathy Marston Weitere Vorstellungen Kostüme: Marion Steiner Samstag, 25. Juni 2016 Licht: Andreas Enzler Dienstag, 28. Juni 2016 Maier Dramaturgie: Deborah Freitag, 1. Juli 2016 Samstag, 2. Juli 2016 Weitere Vorstellungen Mittwoch, 6. Juli 2016 2016, 21 Uhr Donnerstag, 30. Juni Freitag, Montag,8. 4.Juli Juli2016 2016, 21 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung von Presenting Partner:

Hauptsponsoren:

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Die St.Galler Festspiele in der einzigartigen Weltkulturerbe-Kulisse von Klosterhof und Kathedrale sind sind die einfachen die, die am einOftUnikat in der Dinge deutschschwersten zu bewältigen sind. Trotz oder sprachigen Festspiellandgerade wegen seiner Einfachheit gilt der Rosenkranz, der sich seit dem 13. Jahrhundert schaft. Auch diese Spielzeit zu einem der wichtigsten Symbole der Kawird wieder mit einer tholischen Kirche entwickelt hat, grosals Paradebeispiel für Regelmässigkeit und innere sen, bildgewaltigen Oper, Ordnung. Denn es handelt sich nicht nur um erlesenen eine GebetsketteThemen-Konzeraus 59 Perlen, die den Katholiken zum rituellen Gebet dient, sondern ten und der Fortsetzung auch um ein Zeichen für stete Wiederholung der im vergangenen und meditative Ruhe. ParameterJahr wie Struktur, Rhythmus und gelten auch in für begonnenenRoutine Tanztrilogie den Bereich des Tanztheaters. Für Choreoder ihren krönengrafinKathedrale Cathy Marston, die den zweiten Teil der Festspiel-Tanztrilogie in der Kathedrale den Abschluss finden. Karmit Mitgliedern der Tanzkompanie des Theten für dieinOpen-Air-Produkaters St.Gallen Szene setzen wird, sind die Motive der ersten tion gibt es abdrei 12.Ave-Maria-Gebete Dezember des Rosenkranzes Glaube, Hoffnung und an bekannten VorverLiebeallen auch über den katholischen Kontext hinaus gesellschaftlich relevant. Gemeinkaufsstellen. sam mit Domorganist Willibald Guggenmos wird das Saxophon-Quartett clair-obscur passenderen Ort könnte es denKaum Abendeinen musikalisch begleiten. für die Anrufung des heiligen Jakob geben als den St.Galler Klosterhof vor der prächtigen Kulisse der Kathedrale, die zu den wichtigen Pilgerstätten auf dem legendären Jakobsweg nach Santiago de Compostela zählt. Und so wird zusammenkommen, was zusammengehört, wenn bei den 11. St.Galler Festspielen der Ritter Rodrigue in der Titelrolle von Jules Massenets Grand opéra Le Cid den spanischen Schutzpatron um Beistand anfleht und ihm kurz darauf die Geliebte als Engel erscheint. Dieser Cid nach Pierre Corneilles gleichnamiger Vorlage hat nicht viel gemein mit seinem realhistorischen martialischen Vorbild aus dem 11. Jahrhundert. Doch darum geht es hier nicht, sondern um Ehre, Liebe und nationale Identitätskonflikte in Zeiten kriegerischer Bedrohung, und um eine Familienfehde, die ihresgleichen sucht. Regie führt Guy Joosten, der in St.Gallen zuletzt Don Giovanni und La Wally in Szene setzte.

I due Foscari – Festspieloper 2015. Foto: Tanja Dorendorf.

Schweigerose hiess die erfolgreiche Produktion von Jonathan Lunn und der St.Galler Tanzkompanie im letzten Jahr, die Cathy Marston dieses Jahr mit ihrem Tanzstück Rosenkranz fortführen wird. Foto: Andreas J. Etter

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Pollicino Eine Kinderoper nicht nur für Kinder

Pollicino Märchen für Musik von Hans Werner Henze Libretto von Giuseppe Di Leva Deutsche Fassung von Hans Werner Henze Nach Collodi, Grimm und Perrault [7 +] Premiere Samstag, 27. Februar 2016 19 Uhr, Lokremise Familienmatinee Sonntag, 14. Februar 2016 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Vinzenz Praxmarer Inszenierung: Philipp M. Krenn Regie-Mitarbeit: Marlene Traun Ausstattung: Nikolaus Webern Dramaturgie: Deborah Maier Besetzung Pollicino: Simon Keel  / Leonardo Cerpelloni Clotilde: Elina Lampi-Fromageot / Jana Schiegg Herr Uhu: Antonia Hering Herr Wolf: Raffael Gemüth Pollicinos Vater / Der Menschenfresser: David Maze Pollicinos Mutter / Seine Frau: Theresa Holzhauser Pollicinos Brüder: Dominik Fürer, Cohen Herzig, Robin Hug, Yannis Keller, Florian Kofmehl, Nando Kuhn, Enzo Kummer, David Lanz, Noah Müller, Till Riechsteiner, Lorin Rütsche-Ott, Finn Sutter Pollicinos Schwestern: Emma Blanke, Charlotte Driessen, Zosia Gugala, Lotta Kugler, Lea Kuhn, Alice Kortschak, Anna Lanter, Liv-Maleen Nagel, Syvonna Niederer, Xenia Rankl, Tamea Wissmann Schauspielchor: Frieda Bächle, Yann Démarais, Nora Esche, Loris Dihirk, Hanna-Mo Kreijci, Lorena Kummer, Rasmus Palokangas, Roope Palokangas, Elisa Pitaro Musikerinnen und Musiker aus dem Raum St.Gallen

Mit grosszügiger Unterstützung von Dr. Fred Styger Stiftung

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Das neue Jahr startet mit den Proben für die Kinderoper Pollicino von Hans Werner Henze, die Ende Februar Premiere in der Lokremise feiern wird. Beteiligt sind Kinder und Jugendliche aus dem Raum St.Gallen. Bei einem gemeinsamen Workshop mit Regisseur Philipp M. Krenn tauchten die Mitwirkenden bereits ins Stück ein. Eine Horde Kinder und Jugendlicher stürmt die Probebühne des Theaters. Noch bevor sich jeder gemütlich einen Platz suchen kann, beginnt Regisseur Philipp M. Krenn mit ersten Aufwärmübungen. Aus Kindern werden Schauspieler, die abwechselnd wie eingefroren verharren, sich in Zeitlupe bewegen oder durch süssen Honig kämpfen – so die szenischen Vorgaben. Dann ordnen sie sich, ohne sprachliche Verständigung, nach Körpergrösse, Haarfarbe oder Schuhwerk. Im Anschluss folgen kleine Gruppenimprovisationen, bei denen plötzlich ein Hund Tennis spielt oder ein Schwimmbecken zur Tanzfläche wird. Was hier bei einem Workshop im Dezember spielerisch geübt wurde, nämlich Konzentration, Körperspannung und spontanes Reagieren, sollen die Kinder später auf der Bühne anwenden können, wenn sie in die Rollen von Pollicino, Clotilde, ihren Brüdern und Schwestern schlüpfen oder zu Waldbewohnern werden. Hans Werner Henzes musikalisches Märchen Pollicino erzählt die Geschichte des mutigen Jungen Pollicino und seiner Brüder, die bei ihren Eltern ein ärmliches Leben fristen, und letztlich von ihnen im Wald allein gelassen werden. Dort müssen sie lernen, sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Im Wald treffen sie unter anderem auf Herrn Uhu, Frau Waldkauz, Madame Füchslein, Fräulein Igel und Herrn Wolf. Doch kurz darauf landen die Brüder beim Haus des Menschenfressers und dessen Frau, die dort Clotilde und ihre Schwes-

tern gefangen halten. Schnell steht fest: Nur mit vereinten Kräften können die Kinder sich befreien. Der Komponist schrieb seine Kinderoper für die Kinder von Montepulciano, die es im Rahmen der dortigen Internationalen Kunstwerkstatt Cantiere Internazionale d’Arte am 2. August 1980 uraufführten. Bei der Realisierung in der Lokremise werden insgesamt knapp 80 Kinder und Jugendliche aus dem Raum St.Gallen beteiligt sein. Auf Dirigent Vinzenz Praxmarer wartet ein junges Orchester aus 40 Musikerinnen und Musikern, in dem junge Schüler, erfahrene Studenten, Lehrer und Profimusiker aus dem Sinfonieorchester St.Gallen gemeinsam musizieren. Nochmal so viele Kinder und Jugendliche treten als Sänger und Darsteller auf. Durch Mitwirkung im Kinderchor des Theaters oder Beteiligung bei früheren Kinderopern erfahrene Theaterkinder treffen hier auf motivierte Anfänger. Zusammen mit professionellen Sängern aus dem Ensemble des Theaters werden sie die anspruchsvollen Partien auf der Bühne präsentieren. Eine Theaterregel, die die Kinder und Jugendlichen schnell gelernt haben, ist: Für ein gutes Ergebnis muss viel geprobt werden. Texte und Melodien werden fleissig einstudiert, Szenen erarbeitet und einzelne Abläufe oft wiederholt. Dass bei all dem Ehrgeiz der Spass nicht auf der Strecke bleibt, liegt unter anderem daran, dass Regisseur Philipp M. Krenn besonders wichtig ist, die Kinder bei dieser Produktion in den Vordergrund zu stellen. Denn der Lehrstückcharakter des Stücks zeigt sich nicht nur in der Moral der Geschichte, sondern auch darin, dass die Kinder alle Umbauten und Effekte mit ihren eigenen Händen erzeugen – und zwar nicht hinter dem Vorhang, sondern auf offener Bühne und für alle sichtbar. Die Kinder sind keine ausführenden Kräfte, sondern aktive Theatermacher, die die Vorstellung eigenhändig initiieren, fortführen, unterbrechen und schliesslich zu Ende bringen. So entsteht in erster Linie ein Theater von Kindern für Kinder, von dem sich natürlich auch alle Erwachsenen in den Bann ziehen lassen dürfen! (dm)


Beim St端ckbeginn kommen alle Kinder gemeinsam auf die B端hne. Foto: dm

Der Spass beim Proben darf nicht zu kurz kommen. Foto: dm

Der Wald. Foto: dm

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Russische Sehnsucht Ein Nachtzug von Sebastian Juen

Rampenfieber Ost goes North JugendtheaterclubTreffen

Mittendurch: Reise ins Ich Öffentliche Probe zu Peer Gynt

Liebe, aber ferne Menschen waren sie sich – Autor Anton Tschechow und Schauspielerin Olga Knipper. Das Theater war ihnen gemeinsamer Segen und Fluch, es aufzugeben, keine Option. Sein Gesundheitszustand verbannte ihn auf die Krim, ihr Engagement verpflichtete sie nach Moskau. Briefe – nicht selten aus dem Zug – dokumentieren örtliche Distanz und emotionale Verbundenheit. Klaviermusik von Sergei Rachmaninow und Anatol Liadov, die zur selben Zeit in Moskau und St.Petersburg komponierten, begleitet Stationen ihrer Beziehung.

Bereits zum vierten Mal treffen sich am 16. Januar junge Theaterfreaks aus der ganzen Ostschweiz zu einem Arbeits- und Austauschtag. Initiiert vom Momoll Theater, Theater Bilitz, St.Gallen, Theater U21 und Junges Theater Thurgau ging Rampenfieber Ost 2013 erstmals über die Bühne und ist inzwischen fester Bestandteil der Ostschweizer Jugendtheaterszene. Heuer geht’s in die Nordostschweiz nach Schaffhausen, wo zeitgleich das Theatersport-Festival ausgetragen wird. Rund 40 Jugendliche beteiligen sich an verschiedenen Improvisations-Workshops, spielen und experimentieren mit Bewegung, Stimme, Sprache und Figur. Nachdem das vergangene Rampenfieber Ost in einer Gross-Impro mündete, kommen die Jungschauspielerinnen und -schauspieler diesmal in den Genuss eines Theaterabends der besonderen Art: die Impro-Show Ella meant ... mit den Theatersport-Weltmeistern Jacob Banigan und Jim Libby. Das Publikum spielt wie immer eine entscheidende Rolle, inspiriert mit seinen Vorschlägen die Schauspieler und beeinflusst das Geschehen auf der Bühne. 5 – 4 – 3 – 2 – 1 – LOS ! (mf)

Eine Haut nach der anderen zieht Peer beim Schälen einer Zwiebel ab und erkennt, dass sie ist wie er: Ohne festen Kern. Peer Gynt träumt lieber, als sich der Realität zu stellen. Nachdem er die Braut eines anderen verführt hat, flüchtet er in die Berge. Dort beginnt seine Reise durch die Weltgeschichte auf der Suche nach sich selbst, an deren Ende er mit seinem rhetorischen Talent sogar noch dem Tod ein Schnippchen schlägt. Er bedingt sich eine Galgenfrist aus, um den Beweis zu erbringen, dass er kein halbes Leben gelebt habe. Als Peer Gynt keine Person findet, die ihm seine «Ganzheit» bezeugen will, beschliesst er, nicht mehr «aussen herum», sondern «mittendurch» zu gehen und sich seiner Vergangenheit zu stellen. Henrik Ibsens dramatisches Gedicht ist eine überbordende Mischung aus Märchen, Abenteuerroman und Charaktertragödie und dient als Vorlage für Beate Vollacks neues Tanzstück, das am 20. Februar im Grossen Haus Premiere hat. Zusammen mit dem Akkordeonist Goran Kovačević und Musik nach Motiven von Edvard Grieg choreografiert sie das Drama einer durch Egoismus und Selbsttäuschung verpassten Selbstverwirklichung als Parabel auf den menschlichen Umgang mit Fakt und Fik­ tion. Am Samstag, 6. Februar ist ab 12 Uhr Gelegenheit, Beate Vollack, Goran Kova­ čević und den Mitgliedern der Tanzkompanie des Theaters St.Gallen auf einer öffentlichen Probe bei der Arbeit zuzuschauen. Der Eintritt ist frei.

Russische Sehnsucht Ein Nachtzug von Sebastian Juen Freitag, 8. Januar 2016 21 Uhr, Lokremise Klavier: Paul Lugger

Autor Anton Tschechow mit Schauspielerin Olga Knipper.

Rampenfieber Ost 2015 : Gross-Impro in der Lokremise. Foto: Chantal Udry

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Öffentliche Probe zu Peer Gynt Samstag, 6. Februar 2016 12 Uhr, Grosses Haus Eintritt frei


«Meisterinnenzyklus» Sol Gabetta mit Beethoven und Prokofjew

Sol Gabetta 4. Meisterzykluskonzert Freitag, 15. Januar 2016 19.30 Uhr, Tonhalle Sol Gabetta – Violoncello Alexei Volodin – Klavier Ludwig van Beethoven Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 F-Dur op. 5 / 1 Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 4 C-Dur op. 102 / 1 Sergej Prokofjew Adagio aus Cinderella Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur op. 119

Sonntags um 5 Sonntag, 24. Januar 2016 17 Uhr, Forum St. Katharinen Iryna Gintova – Violine Yuko Ishikawa – Violine Barbara Hürlimann – Violine Olga Stepien – Violine Quartette für vier Violinen von Georg Philipp Telemann, Witold Lutosławski, Grażyna Bacewicz u. a. Mit grosszügiger Unterstützung von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

«Wie Gabetta aber bei aller stürmerischen Verspieltheit des Ausdrucks den Ton veredelt, wie sie die zartesten Übergänge gestaltet, wie sie mit sattem Ton die Themen auf sangliche Weise ausspielt ... zeugt von einer seltenen poetischen Kraft und Übersicht.» So lautet nur eine der zahlreichen hymnischen Pressereaktionen auf die Ausnahmecellistin Sol Gabetta, die als Tochter französisch-russischer Eltern in Argentinien aufwuchs. Im Alter von 10 Jahren kam sie bereits nach Europa, wo sie in Berlin, Madrid und Basel studierte. Spätestens im Jahr 2004 erregte sie als Gewinnerin des «Crédit Suisse Young Artist Award» internationales Aufsehen, gewann aber bereits kurz vor ihrem Aufbruch nach Europa ihren ersten Wettbewerb in Argentinien und erhielt später den Natalia-Gutman-Preis sowie Auszeichnungen beim Tschaikowsky-Wettbewerb Moskau und dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Heute gehört sie zu den herausragenden Künstlerinnen des in-

ternationalen Musikbetriebes. Dank eines grosszügigen privaten Stipendiums des Rahn Kulturfonds spielt Sol Gabetta eines der seltenen und kostbaren Violoncelli von G. B. Guadagnini von 1759. Die Cellistin konzertiert in unserem Meisterzykluskonzert gemeinsam mit dem russischen Pianisten Alexei Volodin, der wenige Tage zuvor im Rahmen des 5. Tonhallekonzertes vom 8. und 10. Januar 2016 als Solist in Tschaikowskys 1. Klavierkonzert bereits in der Tonhalle St.Gallen zu Gast sein wird. Gemeinsam umreissen sie mit der 1. und 4. Cellosonate aus den Jahren 1796 und 1815 Beethovens frühes und spätes Schaffen für Cello und Klavier, spielen Prokofjews von Mstislaw Rostropovich und Svjatoslaw Richter 1950 überaus erfolgreich uraufgeführte Cellosonate in C-Dur und greifen mit einem raffinierten kammermusikalischen Arrangement für Violoncello und Klavier aus der Cinderella-Suite, die so beliebte BallettAtmosphäre des grossen russischen Komponisten auf. (os)

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Storioni Trio Amsterdam


3 Komponisten, 3. Sinfonie, Tripelkonzert Uraufführung von Paul Gigers «Rauhnächte»

Tripelkonzert – Giger – Schumann 3 6. Tonhallekonzert Donnerstag, 4. Februar 2016 19.30 Uhr, Tonhalle Otto Tausk – Leitung Storioni Trio Amsterdam Bart van de Roe – Klavier Wouter Vossen – Violine Marc Vossen – Violoncello Ludwig van Beethoven Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 Paul Giger Rauhnächte (UA) Œuvre Suisses #23 Robert Schumann Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 «Rheinische»

Beethoven 2. Mittagskonzert Freitag, 5. Februar 2016, 12. 15 Uhr Otto Tausk – Leitung Storioni Trio Amsterdam Ludwig van Beethoven Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 Mit grosszügiger Unterstützung von

Ludwig van Beethovens kurz nach der Eroica in den Jahren 1803/04 komponiertes Tripelkonzert gilt noch immer ein wenig als «Nebenwerk» und wird seltener aufgeführt als seine anderen Instrumentalkonzerte. Das mag damit zusammenhängen, dass es, aus der Tradition der sinfonia concertante stammend, stellenweise noch seine Herkunft aus der leichteren Unterhaltungsmusik nicht verleugnen kann oder will und, auf seinen Klavierschüler Erzherzog Rudolph und zwei professionelle Solisten zugeschnitten, ganz unterschiedliche Ansprüche an die verschiedenen Stimmen erhebt. Oft übersehen wurde dagegen, dass das Tripelkonzert ebenso als ein in das Orchester integriertes Klaviertrio und somit als geistreiche Fusion von Kammermusik und Orchesterklang verstanden werden kann. Auch Beethoven selbst meinte mit diesem Werk etwas Innovatives geschaffen zu haben, als er betonte, dass «ein Konzertant für Violin, Violoncello und Pianoforte mit dem ganzen Orchester doch etwas Neues» sei. Ausserdem nimmt Beethovens op. 56, zwischen dem dritten und den letzten zwei Klavierkonzerten sowie dem Violinkonzert entstanden, als Experimentierfeld für die Verbindung von Solist(en) und Orchester eine Schlüsselrolle in seinem Schaffen ein. Die Solisten erscheinen untereinander und in ihrem Wechselspiel mit dem Orchester stets in neuen überraschenden Kombinationen und festigen damit Beethovens Anspruch, den Dialog zwischen Solist und Orchester zum neuen und für das ganze 19. Jahrhundert verbindlichen Massstab zu etablieren. «Hier und da ein Stück Leben widerspiegeln» wollte Robert Schumann erklärtermassen in seiner fünfsätzigen Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 mit dem Beinamen die «Rheinische». Und so sind es immer wieder verschiedene Stimmungen, die Schumann mit den Mitteln der absoluten Orchestermusik malt, fernab jeglicher Ausflüge in die narrative Haltung der Programmmusik.

In seinen Stimmungsbildern fängt er die Atmosphären poetisch, nicht erzählend ein; so entschied sich Schumann beispielsweise bei der Benennung des 4. Satzes für «Feierlich» anstelle des ursprünglich geplanten «Im Charakter der Begleitung einer feierlichen Zeremonie», um seinem Publikum in der Auffassung seiner Musik alle Freiheiten zu lassen. Bereits 1837 plante Schumann eine Sinfonie in Es-Dur, vollendete diese aber chronologisch erst nach seiner 4. Sinfonie in d-Moll innerhalb nur eines Monats im Spätherbst 1850 im Hochgefühl seiner neuen Lebenssituation, kurz nachdem er von Dresden nach Düsseldorf übersiedelt war, wo er Ferdinand Hiller als Städtischer Musikdirektor ablöste. Der Schaffensrausch beflügelte Schumann zu rascher Arbeit: «Wer überhaupt was machen kann, muss es auch schnell machen können, und je schneller, desto besser. Der Gedankenfluss und Ideengang ist wahrer und natürlicher als bei langer Reflexion.» Diesem Ausspruch Schumanns gemäss lebt die «Rheinische» von Spontaneität, energetischer Lebenslust und poetischer Frische. Vielen gilt sie als letzte bedeutende und richtungweisende Sinfonie vor Brahms – auch wenn unsere St.Galler Aufführung von Albrecht Dietrichs d-MollSinfonie in der Spielzeit 2014/15 diese Verhältnisse etwas zurecht gerückt haben mag. (os)

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Interview mit Paul Giger

Wir sind vor etwa eineinhalb Jahren mit der Frage an dich herangetreten, ob du Lust hast, im Kontext der Reihe «œuvres suisses» ein neues Werk für das Sinfonieorchester St.Gallen zu schreiben, das Orchester, in dem du selber einmal als Konzertmeister gewirkt hast. Was war deine erste Reaktion und was hat den Ausschlag gegeben, den Auftrag anzunehmen? Paul Giger: Die Anfrage kam unerwartet, aber stimmig insofern, als sich dadurch die Gelegenheit ergeben würde, nach über 30 Jahren, wieder mit jenem Orchester zu arbeiten, mit dem ich als junger Mann wundervolle und wertvolle drei Jahre verbracht habe. Für viele war meine damalige Kündigung unverständlich, aber ich spürte damals sehr gut, dass ich schöpferisch meinen eigenen musikalischen Spuren folgen wollte. Bis heute haben sich beide, das Orchester und ich, sehr stark verändert. Mit der neuen Begegnung in Rauhnächte mag sich ein Kreis schliessen. Du hast dich in deinem kompositorischen Schaffen in den letzten Jahren vermehrt mit Kammermusik, improvisatorischen Elementen und Chorwerken beschäftigt. Nun also ein völlig ausnotiertes Werk für Sinfonieorchester; eine neue oder doch vertraute Welt für dich? Und war beim Schreiben dein Fokus «Orchester» oder doch eher «riesenhafte Kammermusik»? P. G.: Ruach heisst mein erstes, vor vielen Jahren entstandenes Orchesterstück, sehr transparent und konsequent im «Erweiterten Tonsystem», mit mikrotonalen Dur-Moll-Modi gehalten. Für die Rauhnächte verwende ich diese Naturtönigkeit ganz kammermusikalisch und nur im Teil IV, der «Nacht der Weisen». Die Verwandtschaft mit arabischen Maqams ist offensichtlich und charakterisiert den «Migrationshintergrund» der drei Weisen aus dem Morgenland. Aber auch das sinfonisch mächtige Klangpotenzial hat seinen Platz. Es bietet sich geradezu an für die Nacht zwischen den Jahren, der «Silvesternacht» (Teil III), in der in verschiedenen Kulturen die Dämonen des alten Jahres laut und rhythmisch/ ekstatisch vertrieben werden. Mich faszinieren aber auch die filigranen Möglichkeiten des als ein grosses Musikinstrument gedachten Orchesters, dessen Streicher z. B. in feinst geschichteten FlageoletClustern zu jenseitigen Klängen ver18

schmelzen und uns die «andere Zeit» assoziieren lassen. Dein Werk trägt den Titel Rauhnächte. Hierbei handelt es sich um die Nächte im Zeitraum von Weihnachten über Silvester bis zum Dreikönigstag, denen im europäischen Brauchtum eine besondere Bedeutung zukommt. Kannst du uns das etwas genauer erklären? Und was bedeuten diese Nächte für deine Komposition? P. G.: Die Differenz zwischen dem Sonnenjahr mit seinen 365 Tagen und dem Mondjahr mit 354 Tagen beträgt 11 Tage, oder eben 12 Nächte. In unserem Sprachund Kulturkreis werden sie «Rauhnächte» genannt und liegen gewissermassen «ausserhalb der Zeit» zwischen den Jahren. Mit der Pflege von religiösen und animistischen Ritualen werden deren viele Bedeutungen und Vorstellungen überliefert und erinnert. In der Komposition sind von den Rauhnächten die vier zentralen Nächte im Fokus: I Längste Nacht, II Geweihte Nacht, III Silvesternacht und IV Nacht der Weisen. Du experimentierst in deinem Werk mit unkonventionellen Stimmungen der Streichinstrumente, so genannter Skordatur, wie auch mit Flageolets und naturtöniger, mikrotonaler Intonation. Geht es hier auch um die Suche nach Ursprünglichkeit im Klang oder nach einer Form von «Natürlichkeit», die beispielsweise der Künstlichkeit unserer im westlichen Kulturkreis vorherrschenden temperierten Stimmung entgegengesetzt ist? Wie vereinst du diese Widersprüche? P. G.: Was für Widersprüche? Wenn wir gedanklich diese Trennung mit dem Seziermesser machen wollen: Beide sind Ausdruck ihrer kulturellen und geistesgeschichtlichen Identität, beide sprechen vom selben mit je ihren Möglichkeiten und durchdringen einander. Wir alle tragen den Ur-Klang naturgegeben in uns, wir sind Zahl und Klang. Warum lassen sich gleichzeitig unsere Seelen im Hören wohltemperierter Meisterwerke, die als fantastische Blüten in nur wenigen Jahrhunderten entstanden, in solch erhabene Höhen schwingen? Weil diese Werke zwar innerhalb eines menschengeschaffenen Systems, aber durch die ganz aus dem Universellen schöpfende Inspiration des Meisters gewachsen sind, als musikalische Manifestationen aus demselben

«Stoff», aus Zahl und Klang bestehen – und eben dadurch mit uns in Resonanz treten können. Du spielst, ganz in der Tradition früherer Virtuosen, deine eigene Komposition mit, und das auf deiner Violino d’amore! Einige Konzertbesucher werden vielleicht die heute ebenfalls selten gespielte, historische Viola d’amore noch kennen, doch was genau ist die Violino d’amore? Und was fasziniert dich an diesem ebenfalls in verschiedenen scordature gestimmten Instrument besonders? P. G.: Eigentlich bin ich ja gar kein «richtiger» Komponist, sondern Geiger. Meine Schulung als Komponist war das hörende Wahrnehmen. Viele Jahre lang habe ich nur für mich und meine Geige Musik aufgeschrieben. In dieser Zeit, vor über zwanzig Jahren, ist dann in Zusammenarbeit mit dem Geigenbauer Christopher Lüthi meine Violino d’amore entstanden. Es ist ein 11-saitiges, grundtönig gestimmtes Unikat in Geigenmensur, mit 5 Spielsaiten und 6 Resonanzsaiten aus modernem Stahl und mit dem Tonumfang von Viola und Violine. Das war ein riesiger Inspirationsschub und das neue Instrument erweiterte mein musikalisches Denken immens. Mit ihr konnte ich die Geige neu begreifen, verstand das Prinzip von Resonanz, tauchte ein in grundtönige, modale Welten, oder die Faszination für Skordaturen eines Heinrich Ignaz Franz war plötzlich nachvollziehbar. Eine der Vorgaben für dieses «œuvres suisses»-Projekt war die Knappheit: Ein Werk bis maximal 15 Minuten Dauer sollte es werden. War das für dich problematisch oder sogar eine willkommene Richtschnur, um zu einer knapperen Aussage kommen zu müssen? P. G.: Mit dieser zeitlichen Begrenzung gab es zumindest einen Entscheidungsparameter weniger. Zudem bewegt man sich schöpferisch innerhalb gewisser Grenzen oft freier als in völliger Anarchie. Zu der sozusagen «ausserhalb der Zeit» liegenden Grundstimmung der Rauhnächte stand dies etwas im Widerspruch. Ohne Vorgabe hätte das Stück auch zehnmal so lang werden können. So wurde ich zur Besinnung auf mir wichtige Prinzipien herausgefordert: Reduzieren auf das Wesentliche und klare Signale geben.


Paul Giger bei der Generalprobe zur Tanzproduktion Ignis bei den 9 . St.Galler Festspielen.


«Die St. Galler West Side Story startet fulminant, wie eine musikalische Explosion. Der packenden Inszenierung von Melissa King gelingt es, dieses explosive Klima, in dem Gewalt in Sekundenschnelle hochkocht, unentwegt durchzuhalten. […] Der Inszenierung gelingt der perfekte Grad zwischen starkem Entertainment und klarer Botschaft. Die unheimlich schnellen, virtuosen und überraschenden Kampfszenen, die Messerstechereien und Tritte, das ist echte Musical-Live-Kunst. Und dieses neue St. Galler Musical besticht durch ein grosses Engagement aller Beteiligten bis hin zur kleinsten Rolle. Das Gesamtpaket hat begeistert!» (St. Galler Tagblatt)

Mise en Scène Aktuell im Spielplan


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Sonntag, 3. Januar 2016, 14.30 Uhr Sonntag, 3. Januar 2016, 19.30 Uhr Freitag, 15. Januar 2016, 19.30 Uhr Samstag, 16. Januar 2016, 19.30 Uhr Freitag, 22. Januar 2016, 19.30 Uhr Samstag, 23. Januar 2016, 19.30 Uhr

West Side Story Musical von Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim, Leonard Bernstein


Samstag, 2. Januar 2016, 20 Uhr Sonntag, 3. Januar 2016, 17 Uhr Donnerstag, 7. Januar 2016, 20 Uhr Samstag, 9. Januar 2016, 20 Uhr Donnerstag, 14. Januar 2016, 20 Uhr

The Effect Schauspiel von Lucy Prebble

«Die zarten Gefühle der Probanden Tristan und Connie übersetzen Tobias Fend und Meda Gheorghiu-Banciu in betörende Körperbilder. Wunderschön lassen die zwei manchmal Sätze tanzen.» (nachtkritik)


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Freitag, 1. Januar 2016, 14 Uhr Sonntag, 31. Januar 2016, 14 Uhr

Ronja Räubertochter Familienstück nach Astrid Lindgren [ 7+]

«Geradlinig und klar, von unbedingtem Eigensinn und Freiheitswillen; So verkörpert Danielle Green das kluge Mädchen, das allen Räubern die Stirn bietet.» (St. Galler Tagblatt)

Montag, 11. Januar 2016, 19.30 Uhr Mittwoch, 13. Januar 2016, 19.30 Uhr

Eugen Onegin Oper von Pjotr I. Tschaikowsky

«Herzschmerz gepaart mit viel Lebensfreude hat Regisseurin Lydia Steier in Tschaikowskys Oper Eugen Onegin gepackt. Die Premierengäste am Theater St. Gallen waren am Samstag hingerissen von der farben frohen Inszenierung.» (sda)


Selfie mit Kunst # 5

Neujahrsgrüsse aus dem Backstagebereich senden Ihnen die Musicaldarstellerinnen Sabrina Weckerlin und Lisa Antoni. Gerade stecken die beiden in den Vorbereitungen für eine der letzten Vorstellungen von ARTUS – Excalibur. Über 40-mal war die sagenumwobende Geschichte von den Rittern der Tafelrunde bereits im Theater St.Gallen zu erleben. Nach drei Spielzeiten hebt sich am 2. Januar zum letzten Mal der Vorhang für das Musical mit dem keltischen Sound. Dann heisst es Abschied nehmen. Seit dem 12. Dezember hat ein neues Musical die St.Galler Bühne bezogen – Leonard Bernsteins West Side Story! Auch Lisa Antoni wird noch eine Weile St.Gallen ihr zweites Zuhause nennen können. Sie spielt Maria, das aus Puerto Rico stammende Mädchen, das sich in den Amerikaner Tony verliebt.

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Und noch ein weiteres Musical wird auf der St.Galler Bühne bald ein Zuhause finden. Don Camillo & Peppone feiert am 30. April 2016. Weltpremiere! Doch bevor es soweit ist, danken wir allen Darstellern und Zuschauern für die vielen span-nenden und emotionalen Momente bei ARTUS – Excalibur. (sk)


Veranstaltungsübersicht Januar/Februar 2016

Theater Grosses Haus

Besetzung

Ronja Räubertochter Familienstück von A. Lindgren [ 7 +] 14  –  16 Uhr frei

Leitung: Minkowski, Schaller, Kaplan, Enzler; mit: Green, Schäfer, Rhode, Hirzel, Albold, Horváth, KalhammerLoew

Sa 2.1.

Zum letzten Mal ARTUS – Excalibur Musical von Frank Wildhorn, Ivan Menchell, Robin Lerner 19 . 30  –  22 Uhr frei

Leitung: Schoots, Zambello, Davison, Willmington, McCullough, Tucker, Linde, Fogel, Sordelet, Swoboda, Adams, Frohner, Vogel; mit: Stanke, Seibert, Borchert, Antoni, Weckerlin, Besett, Wacker, Johansson, Bellinx, Martens, Dobler, Signer, Swoboda, Wendorff, Lamberty, Klauser, Adams, Leggett, Foster

The Effect Schauspiel von Lucy Prebble 20  –  21 . 30 Uhr frei Lokremise

So

West Side Story Musical von Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim, Leonard Bernstein 14 . 30  –  17 Uhr Abo VBK - 1  / frei

Leitung: Fromageot, King, Hetzer, Gerberon, Grundner, Turton, Leggett; mit: Bongard, Antoni, Steck, Gertsch, Meyer, Alt, Hochstrasser, Luethy, Brönner, Schmitz, Leggett, Naderer, Turton, Bles, Baldoz, Brunetti, Giacomin, Martinelli, Berner, Kluckner-Zandbergen, Hassan, Oosterwolde, Tanzkompanie

Einführungsmatinee Das weite Land 11 Uhr Eintritt frei Lokremise

West Side Story 19 . 30  –  22 Uhr Abo So-A / frei

wie am 3 . 1 .

The Effect 17  –  18 . 30 Uhr frei

wie am 2 . 1 .

The Effect

wie am 2 . 1 .

Fr 1.1.

3.1.

Do 7.1.

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

Sinfonieorchester Tonhalle

Neujahrskonzert Werke von Strauss, Waldteufel, von Suppè, von Reznicek, Stolz 17 Uhr frei Leitung: Oşan, Kraus, Muchina; mit: Wäscher, Losehand, GheorghiuBanciu, Fend

20  –  21 . 30 Uhr

frei Fr 8.1.

Premiere Das weite Land Schauspiel von Arthur Schnitzler 19 . 30 Uhr Abo P  /   P P   /  frei

Leitung: Kramer, Sommerfeld, Maraval, Häne; mit: Albold, Horváth, Dengler, Hirzel, Riedl, Rhode, Güntensperger, KalhammerLoew, Green, Schäfer, Soroczynski, Hettkamp, Steck

Russische Sehnsucht Nachtzug Oper 21 Uhr frei Lokremise

Sa 9.1.

Flashdance Musical von Tom Hedley, Robert Cary, Robbie Roth 19 . 30  –  21 . 50 Uhr frei

Leitung: Paul, Davids, The Effect 20  –  21 . 30 Uhr Winston, Kudlich, Kulaš, frei Grundner, Linde, Liao; mit: Monteiro, Licht, Bowden, Kluckner-Zandbergen, Marshall, Hanser, Zimmermann, Meurer, Smailes, MacFarlane, Riddoch, Gollob, Rapley, Di Giulio, Naderer, Liao, Eisinger, Foster, Schäfer, Knols, Scown

So 10 . 1 .

Katharina Knie Schauspiel von Carl Zuckmayer 17  –  19 . 20 Uhr Abo SoN-B /frei

Leitung: Finger, Kramer, Sommerfeld, Maraval, Voss; mit: Zogg, Güntensperger, Muntwyler, Sommi, Soroczynski , Riedl, Dengler, Morais, Hirzel, KalhammerLoew, Losehand, Hettkamp

von Sebastian Juen, Klavier: Paul Lugger

Peer Gynt | Tschaikowsky 1 . Klavierkonzert 5 . Tonhallekonzert 19 . 30 Uhr Abo Fr / frei Leitung: Ari Rasilainen, Klavier: Alexei Volodin

wie 2 . 1 .

Peer Gynt | Tschaikowsky 1 . Klavierkonzert 5 . Tonhallekonzert 17 Uhr Abo So / frei Leitung: Ari Rasilainen, Klavier: Alexei Volodin

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Mo 11 . 1 .

Mi 13 . 1 .

Theater Grosses Haus

Besetzung

Eugen Onegin Oper von Pjotr. I. Tschaikowsky 19 . 30  –  22 . 30 Uhr Abo VB -C / frei

Leitung: Tomasello, Steier, Gschwender, Eiermann, Enzler, Vogel; mit: Dobračeva, Gritschneder, Borchev, Payer, Pall, Lampi, Pessatti, Botta, Hutnik, Maze

Eugen Onegin

wie 11 . 1 .

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

The Effect Zum letzten Mal

wie 2 . 1 .

Sinfonieorchester Tonhalle

19 . 30  –  22 . 30 Uhr Abo VB -B / frei

Do 14 . 1 .

20 – 21.30 Uhr frei

Fr 15 . 1 .

West Side Story

wie 3 . 1 .

Sol Gabetta 4 . Meisterzyklus-Konzert

19 . 30  –  22 Uhr

Abo Fr / frei Sa 16 . 1 .

West Side Story

19.30 Uhr Abo MZ / frei

wie am 3 . 1 .

19 . 30  –  22 Uhr

Abo Mu-B / O / Sa /frei Flashdance 17  –  19 . 20 Uhr frei

wie am 9 . 1 .

Mi

Das weite Land

wie am 8 . 1 .

20 . 1 .

19 . 30 Uhr

Fr

West Side Story 19 . 30  –  22 Uhr Abo M-Fr / frei

wie am 3 . 1 .

West Side Story 19 . 30  –  22 Uhr frei

wie am 3 . 1 .

Das weite Land 14 . 30 Uhr Abo SoN-A / frei

wie am 8 . 1 .

Das weite Land 19 . 30 Uhr Abo VB -D/ frei

wie am 8 . 1 .

Das weite Land 19 . 30 Uhr Abo S-Fr / frei

wie am 8 . 1 .

Premiere Tosca Oper von Giacomo Puccini 19 . 30 Uhr Abo P/ PP / frei

Leitung: Balke, Nerlich, Mayer, Cremer, Bauer, Vogel, Lampi; mit: Trattnigg, La Colla, Daza, Botta, Hutnik, Lucic, Maze, Holzhauser

Ronja Räubertochter

wie am 1 . 1 .

So 17 . 1 .

Einführungsmatinee Tosca 11 Uhr Eintritt frei Foyer

Abo Mi-G / S-Mi / frei 22 . 1 .

Sa 23 . 1 .

So 24 . 1 .

Fr 29 . 1 .

Sa 30 . 1 .

So 31 . 1 .

Sonntags um 5 Violinquartette 17 Uhr Abo So um 5 / frei Forum St.Katharinen

Öffentliche Probe Illusionen 10 Uhr Lokremise

14  –  16 Uhr

frei Mo 1.2.

Di 2.2. Do 4.2.

Zum letzten Mal Katharina Knie 19 . 30  –  21 . 50 Uhr Abo VB -C / frei

wie am 10 . 1 .

West Side Story

wie am 3 . 1 ., Tausk statt Fromageot

19 . 30  –  22 Uhr Abo Mu-A / VBK - 3 / frei

Andorra Schauspiel von Max Frisch 19 . 30  –  21 . 10 Uhr Abo VB -A /frei

Leitung: Langenbach, Hieronismus, Ströder, Vanderstraeten, Enzler; mit: Hirzel, Green, Riedl, Stahlecker, Albold, Dengler, Fend, Hettkamp

Tripelkonzert Giger Schumann 3 6 . Tonhallekonzert 19 . 30 Uhr Abo K+/ Do/ KuT/frei Leitung: Otto Tausk, mit: Storioni Trio Amsterdam

Fr 5.2.

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Tosca 19 . 30 Uhr Abo Fr/frei

Leitung: Balke, Nerlich, Mayer, Cremer, Bauer, Vogel, Lampi; mit: Trattnigg, La Colla, Shanahan, Botta, Hutnik, Lucic, Maze, Holzhauser

Beethoven 2 . Mittagskonzert 12 . 15 Uhr

Abo Mittagskonzert / frei Leitung: Otto Tausk, mit: Storioni Trio Amsterdam


Theater Grosses Haus

Sa 6.2.

Besetzung

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

Sinfonieorchester Tonhalle

Öffentliche Probe Peer Gynt 12 Uhr Eintritt frei

Flashdance

wie am 9 . 1 .

19 . 30  –  21 . 50 Uhr

Abo Fr/frei So 7.2.

Di 9.2.

Macbeth Leitung: Fromageot, Oper von Giuseppe Verdi Stiehl, McDonald, Voll17  –  20 Uhr ack, Vogel; mit: GavanelAbo SoN-B/frei li, Pall, Angeletti, Adami, Holzhauser, Koch, Lucic, Medeiros, Ymeraj, Assayech Das weite Land 19 . 30 Uhr Abo Di/ CTV /frei

Einführungsmatinee Illusionen 11 Uhr Eintritt frei Lokremise

wie am 8 . 1 .

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

Vorverkauf im VBSG -Pavillon Bahnhofplatz, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie­o rchester St.Gallen Redaktion: S. Kaden (sk) Autoren: M. Ammicht (mam); M. Franchi (mf); S. Lamprechter (sl); D. Maier (dm); F. Scheiber (fs); O. Schneider (os); N. Stazol (nst) Titelbild: Plakatmotiv für Tosca Foto: Daniel Ammann Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen Produktion: Ostschweiz Druck AG , 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 / Auflage: 6000 Stück / 22 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266

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Terzett Januar 2016