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Dezember 2016


Was trennt uns ?


Beate Vollack Leiterin der Tanzkompanie

Verehrtes Publikum, da ich vor vielen Jahren selbst das Glück hatte, einmal Orfeo tanzen und sein zu dürfen, trage ich dieses Werk tief in meinem Herzen und kenne die Geschichte von mehr als einer Seite. Die Frage, die ich und mein Team Ihnen mit unserer Inszenierung stellen wollen, ist: Wie weit würden Menschen für die Liebe ihres Lebens gehen? Wie weit würden Sie gehen? Würden Sie es wagen, in die Unterwelt zu steigen, die Furien zu besänftigen, all Ihre Ängste zu überwinden, um Ihre Geliebte zurückzuerlangen? Würden Sie sich im Elysium der grausamen Bedingung der Götter unterwerfen, sich der Geliebten nicht anvertrauen, sich nicht zu ihr umdrehen, sie nicht ansehen? Wären Sie stark genug? Oder ist die eigene Entschlossenheit genau das, was Liebe ausmacht? Wir plädieren dafür und sagen: Ja. Egal wie stark wir sind – wenn uns Amors Pfeil einmal getroffen hat, sind wir mit einem anderen Herzen so eng verbunden wie mit unserem eigenen. Wir sind bereit, alles für den anderen zu tun. Orfeo erliegt zwar der Versuchung, aber gerade dadurch zeigt sich seine bedingungslose Liebe. Durch einen Blick verliert er Euridice – und siegt ihre gemeinsame Liebe. Orfeos Blick ist bewusst und ein Bekenntnis. Ich glaube an Orfeo als einen Helden der Menschlichkeit, als das Wunder Amors. Erzählt wird Ihnen die Geschichte von den Tänzern der Tanzkompanie, Solisten, Chor und Orchester. Ich wünsche mir ein barockes Fest des Triumphes der Liebe über unsere Schwächen und Zweifel. Vereinen wir Orfeo und Euridice, damit sie glücklich leben mögen bis ans Ende ihrer Tage – oder mindestens bis zur nächsten Vorstellung. Herzlichst,

4 Verschiedene Planeten – gleiche Sprache 7 Ein Ort des Widerstandes 11 Container.St.Gallen 12 Uraufführung «Durcheinandertal» 15 Vorverkaufsstart der St.Galler Festspiele 17 Weihnachtskonzert 18 Prosit Neujahr! 19 Schuberts «Unvollendete» 20 Mise en Scène 24 Zuhause bei ... 25 Veranstaltungskalender

Das Titelbild symbolisiert die Trennung der Oberwelt von der Unterwelt, aus der Orfeo seine grosse Liebe Euridice versucht zu befreien.

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Verschiedene Planeten – gleiche Sprache Choreografin Beate Vollack im Gespräch mit Countertenor Xavier Sabata

Orfeo ed Euridice Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck Premiere Samstag, 10. Dezember 2016 19.30 Uhr, Grosses Haus Leitung Musikalische Leitung: George Petrou Inszenierung und Choreografie: Beate Vollack Bühne und Kostüm: Kinsun Chan Licht: Andreas Enzler Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Deborah Maier Besetzung Orfeo: Xavier Sabata Euridice: Tatjana Schneider Euridice Tänzerin: Cecilia Wretemark Amor: Sheida Damghani Amor Tänzer: David Schwindling Wesen: Tanzkompanie des Theaters St.Gallen Wachen: Chor des Theaters St.Gallen, Opernchor St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Weitere Vorstellungen Mittwoch, 14. Dezember 2016, 19.30 Uhr Dienstag, 20. Dezember 2016, 19.30 Uhr Donnerstag, 22. Dezember 2016, 19.30 Uhr Dienstag, 27. Dezember 2016, 19.30 Uhr Freitag, 30. Dezember 2016, 19.30 Uhr Sonntag, 8. Januar 2017, 14.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung von Opernpartner

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Sie inszeniert und choreografiert Orfeo ed Euridice, er verkörpert die männliche Hauptrolle. Tanz trifft Oper. Kommt zusammen, was zusammen gehört? Xavier, wie hast du reagiert, als du erfahren hast, dass Beate Vollack die Oper nicht nur inszeniert, sondern auch choreografiert, dass du also nicht nur singen, sondern auch tanzen wirst? Xavier Sabata: Beate und ich kannten uns vorher nicht. Und ich muss gestehen, dass ich etwas Angst hatte, sie würde als erfahrene Choreografin nur in Diagonalen und Koordinatensystemen sprechen. Aber schon bei unserem ersten Treffen haben wir uns sofort verstanden. Beate Vollack: Xavier und ich waren uns von Anfang an einig, dass er als Orfeo nicht nur singen, sondern auch tanzen wird. Wir wollten beide den Versuch wagen, Stimme und Bewegung nicht zu trennen, Orfeo nicht durch einen Tänzer aus der Tanzkompanie zu doubeln. Ich habe Xavier versprochen, die Notbremse zu ziehen, sobald er keine gute Figur auf der Bühne machen würde, bevor ich wusste, dass das überhaupt nicht nötig sein wird. Denn obwohl wir von so unterschiedlichen Planeten kommen, haben wir von Anfang an dieselbe Sprache gesprochen. Woher kommt dieses gegenseitige Verständnis, wo ihr doch aus zwei verschiedenen Welten kommt, Beate aus dem Tanz und du, Xavier, aus der Oper? XS : Mein Weg zur Oper verlief nicht linear. Ich habe zuerst Schauspiel studiert, dann Saxophon und Philosophie. In der Oper habe ich schliesslich eine Kombination aus allem gefunden, was mich fasziniert. Deshalb habe ich mich nie nur als Sänger gesehen, sondern immer auch als Schauspieler oder vielmehr als Künstler. BV : Ich habe in meiner Zeit als Tänzerin viel Oper getanzt und liebe sie nicht nur deshalb sehr. Aber das wirklich Spannende ist für mich die Kombination von Oper und Tanz. Sänger drücken Emotionen durch ihre Stimme aus, die Stimme der Tänzer ist ihr Körper. Mein Ziel ist es, diese beiden Aus-

drucksmittel nicht zu trennen und deshalb auch die Physikalität der Sänger für meine Umsetzung zu nutzen. Hat diese besondere Herausforderung etwas mit deinem Entschluss als Sänger zu tun, genau jetzt als Orfeo zu debütieren? XS : Diese Partie hat mich lange nicht besonders gereizt, weil ich kein grosser Fan von Repertoire-Stücken bin. Die lange Rezeption, die Tradition und Konvention der Aufführungspraxis empfand ich immer als einschränkend. Dieses spezielle Projekt ist das Gegenteil. Hier habe ich alle Freiheiten. Ausserdem überzeugt mich Beates Konzept von Orfeo ed Euridice als Plädoyer für Menschlichkeit und freien Willen. Wie kam es zu dieser Idee? BV : Ich habe lange nach einem guten Grund gesucht, warum Orfeo Euridice in die Augen schaut, obwohl er weiss, dass er sie dadurch erneut verliert. Dieser Grund musste stärker sein als ein Zufall oder Unfall oder eine einfache Reaktion auf ihre Bitten. In meiner Vorstellung entscheidet sich Orfeo bewusst, die Spielregeln zu missachten. Er sieht Euridice an, die er über alles liebt, und ist damit nicht länger der Spielball der Götter, sondern ein freier Mensch. Dieser eine Augenblick der aufrichtigen Liebe ist es ihm Wert. Das ist vielleicht nicht vernünftig, aber doch verständlich. XS : Dieses Phänomen wird vor allem im Mythos deutlich, der ja im Gegensatz zur Oper kein Happy End hat. Orfeo macht den Göttern einen Strich durch die Rechnung. Er ist ein freier Mensch. Er ist frei und dabei menschlich, nämlich nicht nur rational oder gar perfekt. Perfektion ist etwas, das Gluck für diese Oper unbedingt vermeiden wollte. Sein Ziel war es, einen möglichst natürlichen und menschlichen Ausdruck auf der Bühne zu zeigen. Einem Orfeo-Darsteller hat der Komponist während der Proben folgende Anweisung gegeben: «Schreien Sie ganz einfach so schmerzvoll, als ob man Ihnen ein Bein absägte, und wenn Sie das können, dann gestalten Sie diesen Schmerz innerlich, moralisch und von Herzen kommend!» Was sagt der Countertenor dazu? XS : Glucks Aussage passt genau zu meiner Idee dieses Stücks, aber auch von Theater im Allgemeinen. Immer wenn ich die Oper


Choreografin Beate Vollack im Gespräch mit Countertenor Xavier Sabata. Foto: Lorena La Spada


gehört habe, hatte ich den Eindruck, dass das alles viel zu schön klingt. Für mich passte diese schöne Musik nicht mit dem Thema zusammen. Man muss sich das mal vorstellen: Da ruft ein Mann nach seiner verstorbenen Frau an deren Grab. Das ist eine Katastrophe, ein echtes menschliches Drama. In seinen Schreien nach Euridice müssen seine unendlichen Qualen, seine Verzweiflung, dieser Horror zu hören sein. Das empfinde ich als meine Aufgabe. Die Körperlichkeit und die Bewegung in dieser Szene helfen mir da sehr. In einer Szene singst du eine anspruchsvolle Phrase, während du eine Tänzerin im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen trägst. Man kann sich kaum vorstellen, dass das einem Sänger hilft. XS : Am Anfang hat mir diese Szene schon Sorgen gemacht. Ich habe gedacht, dass ich das so nicht singen kann. Aber diese ständigen Gedanken daran, was alles nicht geht, waren die eigentliche Blockade. Also habe ich mich daran erinnert, dass ich die Kraft habe, die Tänzerin problemlos zu heben, und dass ich die Phrase ohne Schwierigkeiten singen kann. Und ab diesem Moment dachte ich mir: Heb sie einfach hoch und sing! BV : Das ist der springende Punkt, der Künstler von Talenten unterscheidet. Wenn ein Darsteller eine Bühne betritt, sollte er sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob jede Bewegung perfekt ausgeführt wird oder jeder Ton virtuos erklingt. Er muss in seiner Figur aufgehen, nur so transportiert er ein Gefühl, das sich auf den Zuschauer übertragen kann. Einem Sänger wie Xavier muss man als Regisseurin nur den Weg ebnen, einen Rahmen schaffen, ein Umfeld, in dem er seinen Charakter formen kann. Dafür bin ich sehr dankbar. Und jetzt muss ich es gestehen, zu ihm würde ich mich auch umdrehen. Das Gespräch führte Deborah Maier.

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Xavier Sabata mit der Tanzkompanie und dem Chor bei den Proben. Foto: Lorena La Spada


Ein Ort des Widerstandes Ein Gespräch über die Schweiz mit den fünf Autor/innen von Das Schweigen der Schweiz

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation Parat. Oder: Nienedmeh isch nüd von Andreas Sauter kalter hund von Sabine Harbeke Philosophische Kühe – Mountains of Kuhtopia von Daniela Janjic Tennis. Nation von Philippe Heule Im Schweizer Untergrund von Maxi Obexer Uraufführung Donnerstag, 15. Dezember 2016 20 Uhr, Lokremise Einführungsmatinee Sonntag, 11. Dezember 2016 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Inszenierung: Sophia Bodamer Idee und Konzeption: Andreas Sauter |  Jonas Knecht Bühne und Kostüme: Prisca Baumann Musik: Anna Trauffer Texte: Daniela Janjic | Maxi Obexer | Philippe Heule | Andreas Sauter | Sabine Harbeke Dramaturgie: Harald Wolff Besetzung Spieler: Anna Blumer | Sarah Hostettler | Hansjürg Müller | Dimitri Stapfer Weitere Vorstellungen Samstag, 17. Dezember 2016, 20 Uhr Dienstag, 20. Dezember 2016, 20 Uhr Mittwoch, 21. Dezember 2016, 20 Uhr Mittwoch, 28. Dezember 2016, 20 Uhr Freitag, 30. Dezember 2016, 20 Uhr Sonntag, 8. Januar 2017, 17 Uhr Donnerstag, 19. Januar 2017, 20 Uhr (Zum letzten Mal)

Fünf Autor/innen, fünf Szenen, fünf Uraufführungen – an einem Abend: Mit einem Paukenschlag formuliert das neue Schauspiel von Jonas Knecht den Anspruch, ein Autor/innen-Theater zu sein und sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen. Und zielt inhaltlich gleich mitten ins Herz der Debatte: Wie ist es bestellt um die Schweizer Zivilgesellschaft, keine vier Wochen nach dem Urknall in Amerika? Mit den Autor/innen des Abends, Sabine Harbeke, Daniela Janjic, Philippe Heule, Maxi Obexer und Andreas Sauter, hat Produktionsdramaturg Harald Wolff per Mail ein Interview geführt. Am Morgen nach der Wahl Donald Trumps, die mitten in unseren Probenprozess platzte, hat der Dramaturg und Autor Björn Bicker folgenden Post veröffentlicht: « NEIN , NEIN , NEIN : Nicht Angst und Depression sind die Antwort. Weiter machen, für eine offene, respektvolle, gerechte Nachbarschaft, Stadt, Gesellschaft, Welt streiten. Die Menschen einladen, freundlich sein, werben für das Glück, Menschen begegnen zu dürfen. Lasst uns den Tisch decken und zusammensitzen und immer ein paar Plätze frei halten. Lasst uns ansteckend sein! JA , JA , JA !» In gewisser Weise versuchen wir das mit diesem Projekt. Trotzdem muss man sich nach so einer Nachricht erstmal besinnen, worum es eigentlich geht. Also: Was hat euch bewogen, für das Schweigen der Schweiz einen Text zu schreiben?

Maxi Obexer: Ich verstehe das Theater als Ort des Widerstandes, den sehe ich für mich darin, Widerstand zu leisten gegen die Hysterie und die Aufgebrachtheit, wie sie Politiker, Medien, der Mainstream verbreiten, bis sie, so wie jetzt, zum Common Sense gehören. Es gibt auch in der Schweiz eine mutige, starke Zivilgesellschaft, die meist im Untergrund tätig ist, Leute aus allen Schichten, Altersgruppen, Berufen – die für sich entschieden haben, menschlich zu denken und zu handeln, auch auf die Gefahr hin, gesetzeswidrig zu handeln. Es gibt in der Schweiz eine mutige, starke Zivilgesellschaft Daniela Janjic: In Zeiten der twitter-Nachrichten, in denen man zwar von allem Möglichen sehr schnell Wind bekommt, bleibt die Zeit für selbstständiges, kritisches Denken auf der Strecke. Wir bekommen jeden Tag so viele Informationen in Form von «News» mit, aber am Ende des Tages bleiben bestenfalls die fettesten Schlagzeilen hängen, irgendwie halbverarbeitet und unbefriedigend. Und in dieser Zeit, denke ich auch, ist es die Herausforderung an die Kunst, der Gesellschaft andere Räume zu bieten: Räume, die unabhängig von machtpolitischen Interessen der Herrschenden sind. Für mich ist das Theater so ein Raum – das ist meine Forderung an das Theater. Deswegen stimme ich dem Kritiker Dirk Pilz zu, der einmal forderte, dass man endlich aufhören solle, «Subventionen» für Kunst- und Kulturförderung als «milde Gaben» zu betrachten, während sie doch das Wahrzeichen einer demokratischen Gesellschaft sind. So sehe ich das auch, diese freien Räume sind diejenigen, die es in einer humanistischen Gesellschaft bis zuletzt zu verteidigen gilt. Aber dafür müssen sie natürlich auch innerhalb ihrer jeweiligen Systeme noch optimiert werden. Denn die Wirkung ist auch umgekehrt – daran glaube ich: Das Theater soll der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, das Theater und die Kunst und die Künstler/innen als Betrieb haben aber auch die Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen, allem voran der Betrieb. Da ist noch viel Verbesserungspotenzial.

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Maxi Obexer

Daniela Janjic

Wie geht es der Schweiz? Andreas Sauter: Mich beschäftigt schon länger die Frage: Was ist das eigentlich für ein Land, aus dem ich komme, wie hat es mich geprägt und prägt mich noch? Wie geht es der Schweiz? Und wie geht es mir mit ihr? Ich habe in den letzten Jahren viel Material dazu gesammelt, Gespräche im Zug mitgeschrieben, Artikel und Zeitungsausschnitte angehäuft, Notizen und Skizzen entworfen, zu konkreten Ereignissen recherchiert, aber das Material ist nie zu einer Form oder zu einem Stück geworden. Aber als ich vor ziemlich genau einem Jahr Jonas Knecht kennengelernt habe, haben wir uns ausgetauscht, über Stoffe, Pläne, Fragen, Stücke ... Und da war plötzlich dieser Titel im Raum und hat uns nicht mehr losgelassen: Das Schweigen der Schweiz. Sicherlich auch, weil in diesem Titel für mich viel von meiner bis dahin geführten Auseinandersetzung steckt. Das ganze Aushocken. Abwarten. Abschotten. Das im stillen Kämmerlein seine Geschäfte machen, aber möglichst niemanden daran teilhaben lassen. Dieses Möglichst-überall-Teil-seinwollen, aber sich doch zu nichts wirklich zu bekennen. Schweigen hat etwas sehr, sehr Mächtiges. Jonas und mich hat es interessiert, mehrere Facetten und Blicke auf dieses Thema zu bekommen, eine Art Stimmungsbild zur Lage der Nation von verschiedenen Schweizer Gegenwartsdramatiker / innen zu schaffen. Und wir wünschten uns Musik. Einen Moment haben wir überlegt, wie offen wir das Thema für eine Anfrage an die Autor/innen formulieren. Kurz gab es den 8

Andreas Sauter

Sabine Harbeke

Gedanken, das Projekt auf etwas konkret Aktuelles zu beziehen. Damals war das die Flüchtlingskrise. Aber wir haben uns rasch dagegen entschieden, weil wir es spannender fanden, den Fokus nicht zu sehr einzuschränken, damit im besten Fall wirklich ein Panoptikum an Texten und Sichtweisen entsteht. Und ich finde, diese Entscheidung hat sich gelohnt. Es sind nicht nur fünf inhaltlich sehr verschiedene Texte entstanden, sondern auch ein ebenso breites Kaleidoskop an Theaterformen, die sich assoziativ wunderbar verknüpfen, miteinander spielen, sich erweitern und ergänzen. Ich freue mich sehr darauf, was jetzt auf der Bühne passiert. Ein spielerisches Kaleidoskop an Theaterformen Sabine Harbeke: Die Anfrage hat mich gefreut, da ein Theater damit auffordert, einen Mechanismus der Schweiz öffentlich zu verhandeln und dies sowohl uns Autorinnen, als auch den Zuschauern zumutet. Genau das muss das Theater

Philippe Heule

meiner Meinung nach sein: ein Ort der Zumutung, widerständig und ansteckend, tröstend und berauschend. Gerade in dieser beunruhigten Zeit, in der nicht mal mehr eine amerikanische Präsidentschaftswahl vorausgesagt werden kann, gilt es gegen die Verengung der Wirklichkeit, gegen die Erschütterung anzuschreiben, gilt es, im Sinne von Björn Bicker, zugewandt, zuversichtlich und offen zu sein. Philippe Heule: Einen Text zu schreiben für einen Theaterabend, in dem verschiedene Stimmen zu Wort kommen, unterschiedliche Texte miteinander kommunizieren und gewissermassen eine kritische Vermessung der schweizerischen Gegenwart versucht wird, fand ich sehr reizvoll. Der Schreibprozess oder die Theaterprobe sind für mich immer gleichzusetzen mit dem Üben von Gesellschafts- sowie Selbstkritik, und ich sehe es als Aufgabe der Künstler/innen, dieses Üben niemals abzuschliessen.


Maxi, deine Szene Im Schweizer Untergrund hast du aus dem Fundus deines Recherche-Projektes «Illegale Helfer» entwickelt, für das du mit vielen Menschen gesprochen hast. War es leicht, Gesprächspartner zu finden? Und unterscheiden sich Deutsche und Schweizer im Umgang mit Illegalen? Maxi Obexer: Menschen, die Verantwortung übernehmen für das, was um sie herum vor sich geht, und die nicht wegschauen, wenn anderen alles an Rechten entzogen wird, unterscheiden sich kaum voneinander. Ihnen allen gemeinsam ist ein scharfes und konsequentes politisches Bewusstsein und eine grosse persönliche Milde und Freundlichkeit. Unabhängig, ob das sehr leise, im Verborgenen arbeitende Helfer sind, oder kaliberschwere Aktivisten. Das hat mich am meisten beeindruckt: dass sie bis in die letzte persönliche Note hinein Menschen sind und unterschiedslos jeden gleich ernst nehmen. Also auch nicht diese oft auch in der Kultur anzutrefffende Doppelzüngigkeit an den Tag legen, sich stark links zu behaupten und zugleich den grossen Dünkel auszufahren. Diese menschliche Grosszügigkeit war es auch, weshalb ich keine Schwierigkeiten hatte, Gesprächspartner zu finden. Einige habe ich im Theater kennengelernt, z.B. als in Basel mein Stück Geisterschiff gespielt wurde und ich im Publikumsgespräch mit den Leuten ins Gespräch kam. Daran zeigt sich auch, was Theater sein kann. Ein ernstzunehmender Ort gesellschaftlicher Verhandlung. Unterschiede habe ich durch die unterschiedliche Geschichte der beiden Länder – und die entsprechend andere Sozialisation ausgemacht. Die deutschen Aktivisten haben dieses «Nie wieder» im Hinterkopf und wirken ständig wachsam. Bei den Schweizern hab ich das nicht so bemerkt; aber eine Scham darüber, wie doppelbödig Schweizer Regierungen mit den diversen Diktaturen verfahren sind. Hier zeigt sich, was Theater sein kann: Ein Ort gesellschaftlicher Verhandlung Philippe, du hast einen sehr viel leichtfüssigeren Angang an das Thema. Wenn ich deinen Text lese – Tennis. Nation – : Ist die Schweiz eine Show? Und ist sie gefährdet?

Philippe Heule: Die Schweiz ist eine real existierende Nation und damit ein Zusammenhang aus verschiedenen Konstruktionen, Inszenierungen oder auch Shows, die um Aufmerksamkeit buhlen und die Realität formen, indem sie zum Beispiel etwas in Grossaufnahme zeigen und anderes von der Grösse des ins Zentrum gerückten Gegenstands verdrängt wird. In diesem Sinne stimmt es wirklich: Wir sind ein Märchenland. Die Gefährdung der Schweiz als Märchenland ist aber ebenfalls eine Show, eine gefährliche Inszenierung, die eine tatsächliche Gefährdung wohl erst verursacht. Was war das Ausgangsmaterial für deinen Text? Denn all die Aussagen, die darin über die Schweiz stehen, hast du ja nicht erfunden, oder? Philippe Heule: Der Erfindung des Textes liegt eine Studie zugrunde. Ich hatte bereits an einem Text gearbeitet, bei dem der Tennissport eine tragende Rolle spielen sollte. In meiner Recherche bin ich dann auf die im Sommer veröffentlichte Swissness-Studie der HSG gestossen, die ebenfalls von verschiedenen Medien aufgegriffen wurde. Die dort aufgeführte Rangliste der wichtigsten Botschafter von Swissness im In- und Ausland hat mich inspiriert. Ausgehend davon entstand die Idee von einer nicht ganz reibungslosen Swissness-Gala. Wir sind ein Märchenland Daniela, gerade hast du den IBK -Förderpreis in der Sparte «Dramatische Texte» bekommen – gewissermassen als Stimme des Kantons Zürich. Ist das ein Thema für dich? In deinem Text thematisierst du Angst, Fremdenfeindlichkeit und die Notwendigkeit, sich zu engagieren. Daniela Janjic: Klar, durch das, was ich künstlerisch produziere, beziehe ich Position zur Gesellschaft. Aber natürlich ist es bei mir stärker sichtbar, dass das Private auch immer politisch ist. Nachdem der Bosnienkrieg offiziell für beendet erklärt worden war, sollten (nach Ansicht der SVP ) meine Eltern und ich zurückgeschickt werden, obwohl dies für meine ethnisch gemischte Familie, wie für viele andere, unmöglich war. Dass das nicht passiert ist, ist nicht zuletzt auch all meinen Freunden zu verdanken, die sich eingesetzt haben und mit mir und anderen auf die Strasse ge-

gangen sind. Heute bin ich Schweizerin, und sehe es als deutschsprachige Autorin (mit Hintergrund) als meine Verantwortung, mich durch meine Arbeit kritisch mit der Gesellschaft zu befassen und ihr etwas zu geben. Sabine, so wie du in deinem Text kalter hund die Gemeindeversammlung beschreibst – warst du oft bei Gemeindeversammlungen? Und ist dir eigentlich klar, wie sehr du mit dieser Beschreibung bei mir als Nicht-Schweizer mein Schweiz-Bild prägst? Sabine Harbeke: Da uns die direkte Demokratie die Möglichkeit gibt, auf verschiedenen politischen Ebenen teilzuhaben, gehe ich nach Möglichkeit immer an die Gemeindeversammlungen bei uns im Dorf. Die Gemeindeversammlung ist ja wie Theater, nichts anderes als gelebte Öffentlichkeit, der ich mich verpflichtet fühle. Es ist erhellend und oft auch ernüchternd, politische und machtstrukturelle Mechanismen im Kleinen mitverfolgen zu können. Mein Blick an der Gemeindeversammlung ist ein sehr neugieriger. Wie interessant ist es zu sehen, wer sich als Stimmenzähler anbietet, wer in der Nähe von wem sitzt, wer welche Voten vorbereitet hat, welche Seilschaften sich bilden. Und ja, so wie ich es beschreibe, so erlebe ich diese Abende auch, hochemotional und manchmal auch erschreckend leidenschaftslos. Der Monolog zur Gemeindeversammlung ist ein rasanter Galopp durch das Selbstverständnis der Schweiz, viele Zuschauer werden schmunzelnd oder verärgert andocken können, und dass er dein Schweiz-Bild prägt, nehme ich sehr gerne in Kauf. Atemberaubend finde ich, in welcher Geschwindigkeit nach der Wahl Trumps die Positionen geräumt werden. Die NZZ veröffentlicht wenige Tage nach dem 8.11. eine üble Intellektuellen-Hetze des Finanzmathematikers Nassim Nicholas Taleb (Der schwarze Schwan) und der NZZ Feuilletonchef René Scheu sekundiert dem Autor und leistet Steigbügelhilfe beim Schleifen der Zivilgesellschaft. Was ist eure Wahrnehmung, wie sich das Klima hier im Land verändert und schon verändert hat? Verändert euch das? Verändert das euer Schreiben? 9


Frage und Antwort Ein Nachtzug von Paul Lugger

Andreas Sauter: Es bestätigt mein Schreiben. Es zeigt die Wichtigkeit, Orte und Räume zu öffnen und zu erhalten, an denen wir diese Dinge verhandeln können, sie zeigen, befragen, ihnen etwas entgegensetzen. Das Theater ist für mich ein Ort, der das kann. Sabine Harbeke: Das Klima ist nicht erst durch den aktuellen Ausnahmezustand Europas und der Welt rauer geworden, der Untergang der Swissair, das Rettungspaket des Bundes für die UBS , der Verlust des Bankgeheimnisses waren alles heftige Erschütterungen für die Schweiz und nicht zuletzt Wegbereiter für die Flut der SVP -Initiativen der letzten 10 Jahre, die Minarettinitiative, die Ausschaffungsinitiative, die Masseneinwanderungsinitiative, die Durchsetzungsinitiative, die dieses Land grundsätzlich polarisiert und verändert haben. Natürlich spüre und sehe ich eine Verhärtung der Gesellschaft, und auch wenn sie mich in einigen Momenten zur Verzweiflung bringen, so fordert sie mich immer auf, Position zu beziehen, zu handeln, zu schreiben: bestimmt, subversiv, vorbehaltlos, freudig, riskant, laut und leise und vor allem, unaufhaltsam. Und dabei nie den Humor zu verlieren. We are watching you Daniela Janjic: Wir leben gerade in einer Zeit, in der reaktionäre Kräfte und die radikale Rechte weltweit wieder im Kommen sind. Eigentlich kann man, wenn man die Zeichen analysieren würde, schon von der Rückkehr des Faschismus sprechen. Wir können über alles so schnell informiert werden – wenn etwas passiert, kann man es ja praktisch live verfolgen (Terroranschläge, globale Krisen und die bereits bekannten Konsequenzen, fliehende Menschen) – das alles erzeugt ein Gefühl von einer globalen Unsicherheit. Gleichzeitig ist man ja nicht dabei, dort, wo gerade Rettungskräfte unter Beschuss kleine Kinder aus den Trümmern zu retten versuchen, erlebt es nicht wirklich, bleibt zurück mit den Horrorbildern, die man ja irgendwann auch nicht ertragen kann und sich davon irgendwie distanzieren muss. Dann bei dem ersten Kontakt mit einem Bruchteil dieser Realität, kommen die Ängste um die eigene Sicherheit und die Angst von Kontrollverlust hoch, so stelle ich mir diesen Prozess vor. Jedenfalls ist es 10

sozialwissenschaftlich empirisch belegt, dass es für Fremdenfeindlichkeit keine Fremden braucht – Vorurteile sind stärker, wenn da keine reale Erfahrung ist, die ihnen gegenübersteht, hinzu kommt ein Gefühl der allgemeinen Unsicherheit. Was ich zu den zitierten Artikeln zu sagen habe: Ich glaube daran, dass der Grossteil der Menschen ihre Kritikfähigkeit immer noch nicht gänzlich verloren hat. We are watching you.

Fragen ist Wühlen und Suchen. Antworten ist Gegenrede, ist Reaktion, ist Erwiderung. Frage und Antwort kann Bezug herstellen, aber auch Selbstzweck sein. Pianist Paul Lugger widmet seinen Nachtzug in Anlehnung an Franz Liszts Schlaflos, Frage und Antwort dem Fragen und Antworten, das nicht nur in der Kombination seine Berechtigung erfährt. Neben Werken von Franz Liszt fragen und antworten ausserdem Stücke von Olivier Messiaen, Johannes Brahms, Franz Schubert und des armenischen Komponisten Komitas.

Nachtzug Freitag, 16. Dezember 2016 21 Uhr, Lokremise


Container.St.Gallen 26. November – 17. Dezember vor dem Stadthaus an der Gallusstrasse

November Sa 26

CONTAINER.ERÖFFNUNG ab 16 Uhr

Los geht's!

Kommen Sie zu unser ContainerEröffnung vor dem Stadthaus. Es gibt Glühwein und ein kleines Programm. So 27

Di 29

Sa 03

CONTAINER.SPIEL 19 Uhr

Alle Jahre wieder – Teil 1

Beobachten und belauschen Sie das mehr oder weniger friedliche Zusammentreffen von Familie und Freunden beim Weihnachtsdinner.

Böse Weihnacht

mit Bruno Riedl und Jonas Knecht

CONTAINER.LESUNG 20–21 Uhr

Mi 30 CONTAINER.KIDS ab 16 Uhr

Kinderprogramm

Anja Tobler und Tobias Graupner im Gespräch mit Menschen, die an Weihnachten arbeiten müssen. Do 15

Conchita Wurst

Diana Dengler im Gespräch mit dem Soziologen Peter Gross.

Sittenzerfall

Weihnachten in der DDR

Tobias Graupner singt Lieder und liest Texte aus der DDR. Fr 16

CONTAINER.SPIEL 19 Uhr

Gesangsunterricht mit Gergana Geleva vom Theaterchor.

siehe 3. Dezember

CONTAINER.LESUNG 19 Uhr

Lesung mit Musik

Das Büro der Schauspielleitung

Kommen Sie vorbei mit Lob und Tadel! So oder so gibt's einen Kaffee oder einen Glühwein. CONTAINER.KIDS 15–15.45 Uhr

Tanz und Spiel

für Kinder ab 4 Jahren mit der Theatertanzschule Fr 02

Sa 10

CONTAINER.LESUNG 10–17 Uhr

CONTAINER.SPIEL 17.30 Uhr

Alle Jahre wieder | Teil 2

siehe 3. Dezember Mo 12 CONTAINER.BÜRO 11–16 Uhr

CONTAINER.SCHREIBEN ab 14.30 Uhr

Das Büro der Schauspielleitung

Matthias Berger, Autor des Dramenprozessors, schreibt Weihnachtliches.

Kommen Sie vorbei mit Lob und Tadel! So oder so gibt's einen Kaffee oder einen Glühwein.

Dramenprozessor

CONTAINER.LESUNG 18.30 Uhr Matthias Albold, Bruno Riedl und Tobias Graupner lesen Matthias Bergers Texte

Alle Jahre wieder | Teil 3

Sa 17

CONTAINER.SURPRISE

Überraschung!

Überraschungsprogramm vor dem Winterschlaf des Containers. Mit Glühwein!

Harry Potter | Buch 1

Anja Tobler, Christian Hettkamp, Kay Kysela, Matthias Abold und Marcus Schäfer lesen 7 Stunden am Stück. So 11

Maske

Singen für alle

mit Marcus Schäfer und Willi Häne Do 01 CONTAINER.BÜRO 11–15 Uhr

CONTAINER.WERKSTATT 10–13 Uhr Maskenbildnerin Larissa Demel bei der Arbeit.

Fr 09 CONTAINER.MUSIK 11–12 Uhr

Dezember

Weihnachtslieder

CONTAINER.LESUNG 12–13 Uhr

Do 08 CONTAINER.LESUNG 20 Uhr Anja Tobler und Jonas Knecht lesen historische Texte wider den üppigen Lebenswandel.

CONTAINER.MUSIK 11–12 Uhr David Maze, Sheida Damghani und Roberto Forno singen Weihnachtslieder.

Mi 07 CONTAINER.TALK 18 Uhr

von und mit Kay Kysela

Ist es Haydn?

Arbeiten an Weihnachten

Chor-Kurz-Konzert

CONTAINER.LESUNG 20 Uhr

CONTAINER.TALK 12–13 Uhr

CONTAINER.TALK 18 Uhr

Di 06 CONTAINER.MUSIK 12 Uhr

Salsa

Überraschung(s) Tanz

Beate Vollack und Marius Bolten im Gespräch über Musik für ein neues Tanzstück.

Kinderprogramm

Tanzen Sie mit, wenn die Theatertanzschule Salsa tanzt.

«Schuld»

Mi 14

von und mit Boglárka Horváth

Mitglieder des Theaterchors singen

CONTAINER.TANZ 18 Uhr

Beate Vollack überrascht Sie mit ihrer Tanzkompanie.

So 04 CONTAINER.KIDS 14 Uhr

CONTAINER.TANZ 17.30–18.30 Uhr

Birgit Bücker und Matthias Albold lesen aus dem Buch von Ferdinand von Schirach.

Di 13

CONTAINER.ADVENT

Adventstürchen Jeden Tag öffnet ein Mitglied des Schauspielensembles das Türchen. Ab dem 1. Dezember! Jeweils um 17 Uhr!

CONTAINER.LESUNG 19 Uhr

Szenen einer Ehe

Birgit Bücker, Christian Hettkamp und Anja Horst lesen Loriot.

*Änderungen vorbehalten. Das tagesaktuelle Programm unter theatersg.ch oder auf dem Monitor am Container.

Mit grosszügiger Unterstützung von


«Durcheinandertal» Ein Anti-Märchen nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt

Durcheinandertal Anti-Märchen nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt Uraufführung Freitag, 6. Januar 2017 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 18. Dezember 2016 11 Uhr, Lokremise Eintritt frei Leitung Inszenierung: Martin Pfaff Bühne: Claudia Rohner Kostüme: Marion Steiner Musik: Stefan Pinkernell Dramaturgie: Armin Breidenbach Besetzung Erzählerin | Raphael | Big-Jimmy | Polizist Eggler | Satan: Jessica Cuna Erzählerin | Raphael | Polizist Lustenwyler | Gott: Boglárka Horváth Erzählerin | Pretánder: Birgit Bücker Erzählerin | Moses Melker | Oscar von Kücksen | Polizist Stucki: Diana Dengler Erzähler | Ottilie | Lehrerin: Kay Kysela Elsi: Marcus Schäfer Erzähler | Cäcilie | Regierungspräsidentin | Marihuana-Joe: Christian Hettkamp Erzähler | Emilie | Raphael | Witwe Hungerbühler: Oliver Losehand

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Was trennt uns? Die Kurgäste im fiktiven Durcheinandertal unterscheidet ihr riesiger Reichtum vom Rest der Welt. Aber den Sommer verbringen sie in selbstgewählter Armut. Der Grund: Moses Melkers «Theologie des Reichtums», die eine Theologie der Armut ist. Währenddessen werden ihre Villen ausgeräumt. Warum auch nicht – Besitz belastet ja nur. In seinem letzten Roman zeigt sich Dürrenmatt noch einmal als Meister der Groteske. Ein gefundenes Fressen für das Theater St.Gallen, das sich die Rechte an der Uraufführung gesichert hat. Ein letztes Mal hat Friedrich Dürrenmatt aus dem Vollen geschöpft und eine Mixtur angerührt, die durch ihre Saftigkeit besticht und seine Meisterschaft in der Fabulierlust beweist. Auf den ersten Blick verwirrend zu lesen und scheinbar eine Bestätigung des Titels, kombiniert Durcheinandertal Dürrenmatts Lebensthemen: die Unsicherheit und Unbestimmbarkeit der Existenz, die Groteske und sein Denken der Welt als Labyrinth. Er erfindet noch einmal ein Personal, das seinesgleichen sucht. Allen voran die zentrale Figur Moses Melker: zerfressen von einem Minderwertigkeitsgefühl, weil er buchstäblich von ganz unten kommt; ausnehmend hässlich und von einer schier unersättlichen sexuellen Lust erfüllt; gläubig und der Mörder zweier seiner Ehefrauen; und zu allem Überfluss steinreich, er, der eine «Theologie des Reichtums» verfasst hat, in der er Armut predigt; und nicht zuletzt in seinem Gottesbegriff hoffnungslos unmodern.

«Das Wissen über den Zustand der Welt ist ja auch schwer zu ertragen. Darum glauben sie lieber: die einen an dieses, die anderen an jenes.» (Friedrich Dürrenmatt) Melker, Sohn einer evangelischen Magd und eines katholischen Knechts und insofern ein Produkt der Ökumene, ist Autor mehrerer Bücher, lebt im 20. Jahrhundert, kann sich aber den christlichen Gott nur als einen alttestamentarischen Vatergott mit schlohweissem Bart vorstellen, den Dürrenmatt denn auch ganz treffend «Gott mit Bart» nennt. Der Bart nämlich ist das Merkmal, das ihn trennscharf von einem anderen Gott unterscheidet, dem «Gott ohne Bart». Verwirrend? Überkomplex? Ein Durcheinander? Ja und nein. Der «Gott mit Bart» ist für das Seelenheil der Menschen zuständig, kann sich vor Bittbriefen kaum retten und dämmert darum auch lieber am Strand, als sich zu sehr zu kümmern. Der andere hingegen, der ohne Bart, ist ein waschechter Pate. Er ist das Oberhaupt eines weltweit operierenden Verbrechernetzwerkes, das ausnehmend geschickt vorgeht, keine Spuren hinterlässt und darum nicht greifbar ist. So handelt in seinem Auftrag beispielsweise eine Anwaltskanzlei, die ihren Sitz in Zürich hat, jedoch überhaupt nicht existiert. – Wem fallen da nicht die Briefkastenfirmen in Panama und anderswo ein, über die globale Finanztransaktionen abgewickelt werden und die keiner genauer unter die Lupe genommen hat bis zu dem «Panama Papers»-Leak im Frühjahr 2016. Nicht nur der isländische Premierminister ist darüber gestolpert. – Die Fäden, die dieser «Gott» spinnt, wickeln tatsächlich die ganze Welt ein. Er hat das Durcheinandertal auserkoren für seinen neuesten Coup. Ins Kurhaus, das bislang ein geruhsames Dasein fristete, soll neues Leben einziehen. Aber diese Belebung durch die die Einfachheit und die Askese suchenden Reichen gedenkt er gleich doppelt auszunutzen.


Moses Melkers Theologie (aus der Theaterfassung von Martin Pfaff)

Friedrich Dürrenmatt

Nicht nur, dass er dem Theologen Melker, der ihn um Unterstützung gebeten hatte, damit einen langgehegten Wunsch erfüllt – er verschafft seiner Mafia auch die Möglichkeit auf einen winterlichen Hideout für weltweit gesuchte Verbrecher. Damit nicht genug: Ausgefuchst wie sie ist, lässt die Mafia per plastischer Chirurgie jeweils zweien dieser Halunken das gleiche Gesicht verpassen. So kann immer einer dem anderen ein Alibi verschaffen! – Vorausgesetzt, es hat nicht einer einen Bart und der andere nicht ... Inmitten dieser satirischen Räuberpistole findet sich ausserdem Elsi, die minderjährige Tochter des Gemeindepräsidenten Pretánder, die für die im Winter im Kurhaus eingeschlossenen Gangster der einzige weibliche Sozialkontakt ist. Eine fatale Kombination. Ihr Vater und sein Hund, der übergrosse Mani, kommen mit dem Gesetz in Konflikt, so sehr, dass am Ende sogar die Armee ins Durcheinandertal einrückt. Damit nicht genug – einer der Verbrecher stammt sogar von dort und sinnt auf Rache ...

Was der Regisseur Martin Pfaff daraus gemacht hat und warum Männer Frauen und Frauen Männer spielen, wie es sich mit der göttlichen Gnade für die Bewohner des Durcheinandertals verhält und ob es ein Happy End gibt, lesen Sie im nächsten Terzett. Im Januar. (ab)

Das Bibelwort «Selig sind, die da arm am Geiste sind, denn das Himmelreich ist ihr.» bedeute, nur der sei glücklich, der materiell arm sei, weil ihn der Grosse Alte (womit er den Gott mit Bart meinte) zu dieser Armut bestimmt habe, wogegen nur der Reiche der Gnade Gottes bedürfe, um glücklich zu werden. Moses Melker beschloss, die Reichen zu bekehren. Seine Bücher «Der rätselhafte Nazarener», «Himmlische Hölle», «Der positive Tod», «Die tapfere Sünde» und vor allem seine «Theologie des Reichtums» erregten Aufsehen. Einige entdeckten in Melkers Theologie des Reichtums eine Theologie der Armut, des Unerbittlichen nämlich, die Erkenntnis, dass die Gnade durch nichts berechtigt werden könne, mache ihre Unerbittlichkeit aus. Nur der Verworfenste könne der Gnade voll und ganz teilhaftig werden. Indem Melker die Armut aus der Gnade nehme, aus der Unberechenbarkeit ins Berechenbare, Berechtigte transponiere, werde sie an sich selig, geheiligt, werde der Arme als der Erlöste erkannt, damit aber als der allein Mündige, zur Revolution Berechtigte, sodass Moses Melkers Theologie sich gleichsam wie die Philosophie Hegels in einen rechten und einen linken Flügel aufspaltete. Melker nahm dazu nicht Stellung.

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Kammermusik im intimen Rahmen La Venexiana Emanuela Galli & Francesca Lombardi, Soprano Gabriele Palomba, Cembalo Davide Pozzi, Theorbe: Mittwoch, 7. Dezember 2016 "Liebe zur Barockzeit" Piccinini, Monteverdi, Ferrari, Vivaldi, Händel, Kapsberger, Strozzi Fauré Klavier-Quartett: Mittwoch, 11. Januar 2017 R. Strauss: Quartett c-Moll op. 13 M. Mussorgski: Bilder einer Ausstellung (Bearbeitung Fauré-Quartett) Thomas Selditz, Viola / Stefan Mendl, Klavier: Mittwoch, 1. Februar 2017 R. Schumann: Märchenbilder op. 113 J. Brahms: Sonate Es-Dur op. 120/2 S. Prokofiev: Drei Stücke aus dem Ballett "Romeo und Julia" D. Schostakowitsch: Sonate op. 147 Marietta Petkova, Klavier: Mittwoch, 8. März 2017 L. v. Beethoven: Fünf Bagatellen op.126 L. v. Beethoven: Sonate in f-Moll op. 57 Appassionata F. Chopin: 12 Präludien op. 28 S. Rachmaninov: 6 Präludien op. 23 und 32 Fiacorda Septett: Mittwoch, 5. April 2017 Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Cello, Kontrabass Richard Strauss: Till Eulenspiegel einmal anders Franz Berwald: Septett B-Dur L. v. Beethoven: Septett Es-Dur op.20

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Die Konzerte beginnen um 19.30 Uhr im kleinen Saal des Casino Herisau Abendkasse ab 19.00 Uhr, genügend Plätze Abonnemente und Information: www.casinogesellschaft.ch

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Vorverkaufsstart der St.Galler Festspiele Loreley von Alfredo Catalani

Die St.Galler Festspiele in der einzigartigen Weltkulturerbe-Kulisse von Klosterhof und Kathedrale sind ein Unikat in der deutschsprachigen Festspiellandschaft. Im Sommer 2017 erobert die Legende der schönen Rheinnymphe Loreley die Festspielbühne. Tickets für die Open-Air-Produktion gibt es ab dem 15. Dezember an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Mit der Uraufführung von Alfredo Catalanis Loreley 1890 hielt die romantische Erzählung der schönen Rheinnymphe Einzug in die italienische Oper. Der Komponist überarbeitete seine zweite Oper Elda und verlegte die Handlung an den Rhein. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Walter, der mit Anna verlobt ist, und seine heimliche Geliebte, das arme Fischermädchen Loreley. Als Walter Loreley verlässt, verlangt diese vom Rheinkönig ewige Schönheit, um sich an den Männern zu rächen. Er erfüllt ihren Wunsch, wenn sie ihn im Gegenzug heiratet. So wird aus dem Fischermädchen die Nymphe Loreley, die am Ende auch Walter zu sich holt. Nicht nur Catalanis Stoff, sondern auch seine Neigung zum symphonischen Stil verleihen dem Komponisten und seinen Werken eine Sonderstellung im Opernrepertoire des 19. Jahrhunderts.

Le Cid – 11 . St.Galler Festspiele. Foto: T+T Fotografie

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12./ 21. Dezember

Vrenelis Gärtli

Schauspiel nach dem Roman von Tim Krohn 14./ 21./ 24./ 26./ 30. Dezember 1. Januar

Peter Pan

Familienstück nach James Matthew Barrie [6+] 15./ 17./ 20./ 21./ 28./ 30. Dezember

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation

Festtagsprogramm LETZTE VORSTELLUNGEN 16./ 31. Dezember

Don Camillo & Peppone Musical von Michael Kunze und Dario Farina 17./ 28. Dezember

West Side Story

Musical von J. Robbins, A. Laurents, S. Sondheim, L. Bernstein 18./29. Dezember

Hamlet_Gross

14./ 20./ 22./ 27./ 30. Dezember

Tragödie von William Shakespeare

Azione teatrale per musica von Christoph Willibald Gluck

PREMIERE 6. Januar

Orfeo ed Euridice

ZUM LETZTEN MAL 7. Januar

Durcheinandertal

Anti-Märchen nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt

Lohengrin

Gestaltung: tgg.ch

Romantische Oper von Richard Wagner


Weihnachtskonzert Beethovens 9. Sinfonie

Weihnachtskonzert – Ode an die Freude 4. Tonhallenkonzert Freitag, 16. Dezember 2016 19.30 Uhr, Tonhalle Sonntag, 18. Dezember 2016 17 Uhr Tonhalle Mittwoch, 21. Dezember 2016 19.30 Uhr, Tonhalle Otto Tausk, Leitung Evelina Dobračeva, Sopran Theresa Holzhauser, Alt Timothy Richards, Tenor Levente Páll, Bass Theaterchor St.Gallen Michael Vogel, Einstudierung Kammerchor Feldkirch Benjamin Lack, Einstudierung Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 Mit grosszügiger Unterstützung

Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater

«Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elisium, Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligthum.  Deine Zauber binden wieder,  Was die Mode streng getheilt,  Alle Menschen werden Brüder,  Wo dein sanfter Flügel weilt.» Wer kennt sie nicht, diese berühmten Zeilen aus Friedrich Schillers An die Freude, deren Vertonung von Ludwig van Beethoven es bis zur Europa-Hymne gebracht hat und sicherlich eine der berühmtesten Melodien der Welt ist. Schillers Ode krönt Ludwig van Beethovens sinfonisches Schaffen im Finale seiner 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, und durch den Einbezug von Vokalmusik in die bis anhin rein instrumentale Sinfonik revolutionierte Beethoven die Gattung nachhaltig! Lange noch war er sich nicht sicher, ob er diesen Schritt wagen solle oder die Sinfonie doch lieber mit einem instrumentalen vierten Satz – den er auch bereits komponiert hatte und später für sein Streichquartett op. 132 verwendete – beschliessen sollte. Die Idee, Friedrich Schillers Ode zu vertonen, geht zurück bis ins Jahr 1792 und auch Skizzen mit musikalischem Material, das in Beethovens 9. Sinfonie Eingang fand,

sind spätestens seit 1811 zu finden. Somit zeigt sich die monumentalste Sinfonie des Komponisten als Produkt eines jahrzehntelangen Schaffensprozesses, der seinen Höhepunkt in dieser «Königin» der Sinfonien des 19. Jahrhunderts fand! Nachdem die Musikwelt bei der Wiener Uraufführung 1824 erstmals mit Vokalmusik in einer Sinfonie konfrontiert wurde, war die Frage unumgänglich, wie und ob es überhaupt möglich sei, nach Beethoven eine Sinfonie zu schreiben: Schumann knüpfte an die Naturempfindungen der Pastorale an, Liszt proklamierte das Zeitalter der Programmmusik, Wagner sah in der Neunten das Ende der reinen Instrumentalmusik, Brahms zauderte jahrelang an seiner ersten Sinfonie, weil er «die Schritte des Riesen Beethoven» hinter sich hörte, und Vokalsinfonien oder Sinfoniekantaten begegnen uns unter anderem bei Mendelssohn, Mahler und später auch bei Schostakowitsch. Das «Alles-inden-Schatten-Stellen» ist rezeptionsgeschichtlich eine stetige Konstante in Beethovens Werk, und so erinnert sich heute kaum jemand an die Melodien, mit denen Franz Schubert und andere Zeitgenossen bereits vor ihm, wie auch Pjotr I. Tschaikowsky nach ihm, dieselbe Ode von Schiller – wenn auch nicht in so monumentalem Kontext – vertonten. In Beethovens Neunter weicht die Logik des Aufbaus einem Nebenund fast Gegeneinander der vier Sätze, die keinen wirklichen Bezug zueinander haben, sondern in ihrer Verschiedenheit ein Universum bilden – «Seid umschlungen, Millionen»! Der umjubelten Uraufführung folgte ein beispielloser Siegeszug um die Welt, ihre Botschaft sah man von Beginn an als stellvertretend für die Ideale der europäischen Aufklärung an, ein Monument bis heute! (os)

Sinfonieorchester St.Gallen. Foto: Anna-Tina Eberhard

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Prosit Neujahr! Neujahrskonzert 2017

Neujahrskonzert Sonntag, 1. Januar 2017 17 Uhr, Tonhalle Erich Polz, Leitung Bruno Riedl, Moderation Mit grosszügiger Unterstützung von

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«Musik wie Champagner»!? Die Werke der Wiener-Walzer-Könige um Johann Strauss reissen mit, stecken an, versinnbildlichen Lebenslust, Übermut, Unbeschwertheit. Als eine der vielen Spielarten der Musik des 19. Jahrhunderts beschreiben sie eine der grössten Erfolgsgeschichten der Musik, als aus den Anfängen von Volkstänzen und dem Charme lokaler Tanzkapellen eine regelrechte Bewegung erwuchs, revolutionär und Massen euphorisierend, Musik, die schliesslich Platz fand in den grössten Konzert- und Ballsälen weltweit, Musik, um die ein Starkult entstand. Und nur wenn man sie wirklich ernst nimmt, kann sie all ihre Leichtigkeit, ihren Schwung und ihre kompositorische Raffinesse entfalten. Und nur dann, wenn der Dirigent diese Musik «kann». Diese Musik ist nicht er-

lernbar, ihre Geheimnisse müssen angeboren sein. Für unser Neujahrskonzert 2017 mit Werken von Johann, Josef und Eduard Strauss, Joseph Lanner und Franz von Suppé steht der junge österreichische Dirigent Erich Polz am Pult des Sinfonieorchesters St.Gallen. Dem Steirer Erich Polz ist die Musik der Strauss-Dynastie eine Herzensangelegenheit, und so nimmt die schwierig und vor allem zwingend idiomatisch umzusetzende Musik der Walzer-Könige auch bereits einen wichtigen Teil seiner dirigentischen Aktivitäten ein. Galant und idiomatisch moderiert auch 2017 unser österreichischer Schauspielerkollege Bruno Riedl, langjähriges Mitglied unseres Theaters. Seien Sie dabei, wenn es wieder heisst: (Fast) Alles Walzer!


Schuberts «Unvollendete» Howard Shelley und Andrea Lang

Unvollendete Mozart Schubert Shelley 5. Tonhallekonzert Donnerstag, 5. Januar 2017 19.30 Uhr, Tonhalle Howard Shelley, Klavier und Leitung Andrea Lang, Sopran Franz Schubert Ouvertüre Die Zauberharfe D 644 Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Klavier und Orchester Nr. 21 C-Dur KV 467 Ch’io mi scordi di te? KV 505 Franz Schubert Sinfonie Nr. 8 h-Moll D 759 Die Unvollendete

Mozart 2. Mittagskonzert Freitag, 6. Januar 2017 12.15 Uhr, Tonhalle Howard Shelley, Leitung Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Klavier und Orchester Nr. 21 C-Dur KV 467

Franz Schuberts mit viel Ausdauer verfolgter Traum, auch als Opernkomponist zu reüssieren, musste leider unerfüllt bleiben: Zahlreiche Singspiele und später auch romantische Opern wurden entweder gar nie oder erst posthum aufgeführt, bis 1820 mit Die Zauberharfe eine erste Auftragskomposition vom Theater an der Wien an ihn herangetragen wurde. Diesem Singspiel erging es ähnlich wie der drei Jahre späteren Auftragskomposition einer Schauspielmusik zu Rosamunde, Fürstin von Zypern: Die Musik wurde zwar wohlwollend aufgenommen, woraus Schubert durchaus Hoffnung schöpfen konnte, doch Libretto und Schauspiel wurden von der Kritik zurecht so verrissen, dass auch die Musik bald in Vergessenheit geriet. Die Ouvertüre zu Die Zauberharfe D 644, die Schubert als Ouvertüre zu Rosamunde später wieder aufgriff, steht ganz im Zeichen der damals in Wien grassierenden Rossini-Mode mit auftrumpfender Italianità – durchzogen allerdings von Schuberts frühromantischer Klangsinnlichkeit. Das zweite Schubert-Werk unseres 5. Tonhallekonzertes muss als sein wohl berühmtestes und meistgespieltes sinfonisches Werk kaum vorgestellt werden: Die Sinfonie Nr. 8 h-Moll D 759 Die Unvollendete ist nach den frühen sechs, sehr klassisch gehaltenen Sinfonien ein Produkt seiner – mit Ausnahme der Grossen C-Dur-Sinfonie – Fragment gebliebenen Sinfonien aus den «Jahren der

Krise» (1818 – 1823), in denen auch länger zusammenhängende Fragmente einer 7. Sinfonie in E-Dur entstanden (u. a. von Felix Weingartner zu einer Konzertfassung vervollständigt), weswegen die Zählung der Unvollendeten als Nr. 8 absolut ihre Berechtigung hat. Während dieser Zeit also suchte Schubert in Auseinandersetzung mit Beethoven nach einer alternativen sinfonischen Lösung. Was daraus entstand ist nicht weniger als Revolution: Die beiden Sätze in derselben Tonart, beide im Dreiermetrum und im annähernd selben Tempo und sogar Charakter, gehören zu den überragenden Schlüsselwerken der Musik des 19. Jahrhunderts, stossen das Tor zur Tonsprache der Romantik weit auf. Zwischen Schuberts Ouvertüre und seiner Unvollendeten haben wir zwei Werke von Mozart aufs Programm gesetzt, in denen Howard Shelley als Dirigent wie Pianist in Erscheinung tritt. Das im überaus produktiven Wiener Jahr 1785 kurz nach dem düsteren d-Moll-Konzert KV 466 entstandene helle C-Dur-Schwesterwerk Nr. 21 C-Dur KV 467 überrascht durch musiktheatralisch anmutende Einfälle, die sich wie Charaktere einer fiktiven Opernhandlung auf der Bühne abwechseln und spielerisch interagieren. Sehnsüchtige Moll-Eintrübungen verleihen dem Konzert Grösse und Tiefe, und insbesondere der Mittelsatz in seiner so simpel vollkommenen Poesie lässt einen immer wieder aufs Neue das Wunder Mozart bestaunen. Selbst der mürrische Vater Leopold soll bei der Uraufführung zu Tränen gerührt gewesen sein! Die St.Galler Sopranistin Andrea Lang vervollständigt das Ensemble für Mozarts im Folgejahr entstandene Konzertarie Ch’io mi scordi di te? KV 505 mit obligatem Solo-Klavier. Mozart komponierte diese aus Rezitativ und Arie bestehende dramatische Szene für Nancy Storage, eine bei ihren Wien-Aufenthalten Haydn und Mozart freundschaftlich – Letzterem auch mehr als freundschaftlich – verbundene englischen Star-Sängerin. Im Konzertprogramm begegnen sich also Werke von zwei der bedeutendsten Wiener Komponisten der Geschichte, die sich selber nie begegnen konnten und eröffnen – vereint durch opernhaft-musiktheatralische Elemente – ein Spannungsfeld zwischen klassischer und romantischer Tonsprache. (os)

Howard Shelley

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Sonntag, 11. Dezember 2016, 14 Uhr Mittwoch, 14. Dezember 2016, 14 Uhr Mittwoch, 21. Dezember 2016, 14 Uhr Samstag, 24. Dezember 2016, 14 Uhr Montag, 26. Dezember 2016, 14 Uhr Freitag, 30. Dezember 2016, 14 Uhr Sonntag, 1. Januar 2017, 14 Uhr Mittwoch, 11. Januar 2017, 14 Uhr

Peter Pan Familienstück nach James Matthew Barrie [6+]

«Diese Inszenierung ist eine zauberhafte Spielanleitung für das eigene Kinderzimmer: ein grosses, putzmunteres Vergnügen, das ohne pädagogischen Zeigefinger auskommt.» (St. Galler Tagblatt)

Mise en Scène Aktuell im Spielplan


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Samstag, 17. Dezember 2016, 19.30 Uhr Mittwoch, 28. Dezember 2016, 19.30 Uhr Donnerstag, 26. Januar 2017, 19.30 Uhr Samstag, 28. Januar 2017, 19.30 Uhr Samstag, 4. Februar 2017, 19.30 Uhr

West Side Story Musical von J. Robbins, A. Laurents, S. Sondheim, L. Bernstein

«Das Stück hat eine starke Botschaft, eine spannende Geschichte und ist ein Riesenangebot an alle Bühnenkünste – eine in jeder Hinsicht begeisternde «West Side Story» im Theater St. Gallen.» (Landbote)


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Freitag, 2. Dezember 2016, 20 Uhr Dienstag, 6. Dezember 2016, 20 Uhr Freitag, 9. Dezember 2016, 20 Uhr Sonntag, 11. Dezember 2016, 17 Uhr (Zum letzten Mal)

Am Boden Schauspiel von George Brant

«Schauspielerin Anja Tobler, neu im St. Galler Ensemble seit dieser Spielzeit, leistet viel an diesem Abend. Ihre Figur ist eine Einzelkämpferin in einer Männerwelt. So gestaltet Tobler die Figur entlang von Gender-Stereotypen aus, bricht diese jedoch immer wieder geschickt auf: Dann blitzt hinter der Härte, die sie der Pilotin gibt, eine grosse Verletzlichkeit hervor.» (Saiten)

Sonntag, 4. Dezember 2016, 14.30 und 19.30 Uhr Montag, 12. Dezember 2016, 19.30 Uhr Mittwoch, 21. Dezember 2016, 19.30 Uhr Dienstag, 24. Januar 2017, 19.30 Uhr Sonntag, 29. Januar 2017, 17 Uhr (Zum letzten Mal)

Vrenelis Gärtli Schauspiel nach dem Roman von Tim Krohn

«Ein bildstarkes Vergnügen mit einer Sagenspielerei.» (St. Galler Tagblatt)


Zu Hause bei  . .. ... den Tänzerinnen Cecilia Wretemark und Jasmin Hauck

Im Dezember besuchen wir Cecilia Wretemark und Jasmin Hauck in ihrer St.Galler Wohnung. Während Cecilia als Mitglied unseres Tanzensembles gerade in Orfeo ed Euridice auf der Bühne steht, spielt Jasmin die Consuelo von den Sharks in West Side Story. In ihrer Küche fällt der erste Blick auf die aussergewöhnliche Deckenlampe. Das spezielle Design ist durch einen kleinen Unfall entstanden. Cecilia hatte die Lampe im «Brocki» gekauft und wollte ihren Einkauf auf dem Fahrrad nach Hause transportieren. «Wir Tänzer erledigen von Haus aus immer und gerne mehrere Sachen gleichzeitig. Ich also halte mit der einen Hand den neu gekauften Lampenschirm, balanciere mein viel zu schwer beladenes Fahrrad mit den Beinen und versuche mit meiner freien Hand das spiralförmige Fahrradschloss aufzukriegen. Das Schloss geht auf, nein, es fliegt auf und durchquert dabei den Lampenschirm, der jetzt ein riesiges Loch hat.» Zuhause wurde dann spontan der restliche Stoff entfernt und entschieden, dass die Lampe nun sogar noch besser aussieht! Jeden Morgen geniessen Cecilia und Jasmin unter ihrem besonderen Lampenschirm den täglichen Kaffee. Zu ihrem Morgenritual gehören auch die angezündeten Kerzen, egal ob die Sonne scheint oder nicht. (sk)

Jasmin Hauck

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Cecilia Wretemark


Veranstaltungsübersicht Dezember 2016

Theater Grosses Haus

Besetzung

Fr 2 . 12 .

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

Sinfonieorchester Tonhalle

Am Boden Schauspiel von George Brant 20  –  21 . 15 Uhr frei Lokremise

Leitung: Walter, Karner, Hofstetter, Oswald, Breidenbach; mit: Tobler

2. Meisterzyklus-Konzert

Bilder einer Ausstellung 19 . 30 Uhr MZ  | frei Tonhalle

Leitung: Tausk, Boussard, Lemaire, Lacroix, Schwaighofer, Levi, Vogel, Hüsers, Bolten; mit: Muehle, Teige, Neal, Pankratova, Steffens, Einführung 17 . 30 Uhr, Foyer Shanahan, Koch, Botta, Maze, Lucic, Damghani, Schneider, Holzhauser

Sa 3 . 12 .

Lohengrin Oper von Richard Wagner 18  –  22 . 15 Uhr Abo MuB | O | Sa | frei

So 4 . 12 .

Vrenelis Gärtli Schauspiel nach dem Roman von Tim Krohn 14 . 30 - 15 . 50 Uhr Abo SoN-A |frei

Leitung: Knecht, Kofmehl, Karner, Lüthi, Augustin; mit: Haupt, Tobler, Flückiger, Künzler, Trauffer, Weibel

Forellenquintett Sonntags um 5 17 Uhr Abo So um 5  | frei Tonhalle mit: Mishelovich, Bizhanov, Medeiros, Gomes, Katz, Fromageot, Lampi

Vrenelis Gärtli 19 . 30 - 20 . 50 Uhr Abo VB -D | frei

wie am 4 . 12 .

Di 6 . 12 .

Fr 9 . 12 .

Don Camillo & Peppone Musical von Michael Kunze und Dario Farina 19 . 30  –  22 . 15 Uhr frei

Leitung: Paul, Gergen, Davison, Tax, Callahan, Grundner, Maier; mit: Lichtenberger, Winkels, Hakvoort, Abbasi, Reinhold, Brussmann, Müller, Tinney, Soetenga, Hodell, Hennicke, Wehmeier, Welterlen, Fetterle, Toth, Souschek, Trattner, Bauer, Ryffel, Besett, Signer, Kemna

Sa

Premiere Orfeo ed Euridice Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck 19 . 30 Uhr Abo PP  | P | frei

Leitung: Petrou, Vollack, Chan, Enzler, Vogel, Maier; mit: Sabata, Schneider, Wretemark, Damghani, Schwindling, Barreras, Fischer, O'Keeffe, Mader, Sánchez Martinez, Pak, Ruta, Steyer, Squeri, Ta Hong, Terribile, Trachsel

Peter Pan Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei

Leitung: Bruinier, Krettek, Peter, Horst; mit: Cuna, Kysela, Dengler, Albold, Buser, Graupner, Hettkamp, Horváth, Guggisberg, Riedl

10 . 12 .

So 11 . 12

Leitung: Helfricht, Weber, Leikauf, Fehringer, Mayerhofer, Vogel, Maier; mit: Greenlaw, Papandreou, Margheri, Schneider,Holzhauser, Pessatti, Maze, Botta, Koch, Medeiros, Einführung 19 Uhr, Studio Damghani

Zum letzten Mal Le nozze di Figaro Oper von Wolfgang Amadeus Mozart 19 . 30  –  22 . 45 Uhr Abo SoA |  SG -So | frei

Am Boden Schauspiel von George Brant 20  –  21 . 15 Uhr frei

wie am 2 . 12 .

Am Boden Schauspiel von George Brant 20  –  21 . 15 Uhr frei

wie am 2 . 12 .

Einführungsmatinee Das Schweigen der Schweiz 11 Uhr Eintritt frei Lokremise Zum letzten Mal Am Boden Schauspiel von George Brant 17  –  18 . 15 Uhr frei

wie am 2 . 12 .

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Mo 12 . 12 .

Mi 14 . 12 .

Theater Grosses Haus

Besetzung

Vrenelis Gärtli Schauspiel nach dem Roman von Tim Krohn 19 . 30  –  20 . 50 Uhr Abo VB -C | frei

wie am 4 . 12 .

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Besetzung

Premiere Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation 20 Uhr frei Lokremise

Leitung: Bodamer, Baumann, Trauffer, Wolff; mit: Blumer, Hostettler, Müller, Stapfer

Sinfonieorchester Tonhalle

Peter Pan wie am 11 . 12 . Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei wie am 10 . 12 . Orfeo ed Euridice Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck 19 . 30 Uhr Abo Mi-G | Mi-mu |  SG -Mi | frei Einführung 19 Uhr, Studio

Do 15 . 12 .

Fr 16 . 12 .

Sa 17 . 12 .

So 18 . 12 .

Don Camillo & Peppone wie am 9 . 12 . Musical von Michael Kunze und Dario Farina 19 . 30  –  22 . 15 Ihr frei

Nachtzug Musiktheater mit: Lugger Frage und Antwort 21 Uhr frei Lokremise

West Side Story Musical von Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim, Leonard Bernstein 19 . 30  –  22 Uhr frei

Leitung: Fromageot; mit: Antoni, Bongard, Steck, Zimmermann, Meyer, Alt, Hochstrasser, Luethy, Brönner, Schmitz, Leggett, Mader, Trachsel, Terribile, Naderer, Turton, O'Keefe, Fischer, Steyer, Bles, Baldoz, Brunetti, Giacomin, Martinelli, Barreras, Ta Hong, Ruta, Berner, Hassan, Hauck, Oosterwolde, Pak, Sánchez Martinez

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation 20 Uhr frei

Hamlet_Gross Tragödie von William Shakespeare 17  –  19 . 45 Uhr Abo SoN-B | frei

Leitung: Brüesch, Laimé, Walter, Müller, Zehnder, Figge, Breidenbach; mit: Devos, Graupner, Schäfer, Dengler, Albold, Kysela, Blumer, Cuna, Wick

Einführungsmatinee Durcheinandertal 11 Uhr Eintritt frei Lokremise

Ode an die Freude Weihnachtskonzert 19 . 30 Uhr Abo Fr | frei Tonhalle

wi e am 1 5 . 1 2 .

Ode an die Freude Weihnachtskonzert 17 Uhr Abo So | frei Tonhalle

N-Gespräch im Anschluss an die Vorstellung Di 20 . 12 .

Orfeo ed Euridice wie am 10 . 12 . Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck 19 . 30 Uhr Abo MuA |  VBK - 3  | frei

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation 20 Uhr frei

wie am 15 . 12 .

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation 20 Uhr Abo S-Mi | frei

wie am 15 . 12 .

Einführung 19 Uhr, Studio Mi 21 . 12 .

Peter Pan wie am 11 . 12 . Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei Vrenelis Gärtli Schauspiel nach dem Roman von Tim Krohn 19 . 30  –  20 . 50 Uhr Abo VB -B | frei

Do 22 . 12 .

Orfeo ed Euridice wie am 10 . 12 . Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck 19 . 30 Uhr Abo KV  | frei Einführung 19 Uhr, Studio

26

wie am 4 . 12 .

Ode an die Freude Weihnachtskonzert 19 . 30 Uhr Abo M | frei Tonhalle wie am 16 . 12 .


Theater Grosses Haus

Sa 24 . 12 .

Besetzung

Besetzung

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation 20 Uhr frei

wie am 15 . 12 .

Das Schweigen der Schweiz Eine Annäherung an die Lage der Nation 20 Uhr frei

wie am 15 . 12 .

Sinfonieorchester Tonhalle

Peter Pan wie am 11 . 12 . Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei

Mo 26 . 12 .

Peter Pan wie am 11 . 12 . Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei

Di

Orfeo ed Euridice wie am 10 . 12 . Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck 19 . 30 Uhr Abo Di |  CT  | frei

27 . 12 .

Theater Lokremise/Studio Theaterfoyer

Einführung 19 Uhr, Studio Mi 28 . 12 .

West Side Story wie am 17 . 12 . Musical von Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim, Leonard Bernstein 19 . 30  –  22 Uhr frei wie am 18 . 12 .

Do 29 . 12 .

Hamlet_Gross Tragödie von William Shakespeare 19 . 30  –  22 . 15 Uhr Abo VB -A | frei

Fr

wie am 11 . 12 . Peter Pan Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei

30 . 12 .

wie am 10 . 12 . Orfeo ed Euridice Azione teatrale per musica in drei Akten von Christoph Willibald Gluck 19 . 30 Uhr Abo Fr | Tanz | frei Einführung 19 Uhr, Studio Sa 31 . 12 .

Silvestervorstellung wie am 9 . 12 .; Toth statt Don Camillo & Peppone Abbasi Musical von Michael Kunze und Dario Farina 19  –  21 . 45 Uhr frei

So 1.1.

Peter Pan Familienstück nach James Matthew Barrie [ 6 +] 14  –  16 Uhr frei

wie am 11 . 12 .

Neujahrskonzert 17 Uhr

frei Tonhalle Leitung: Polz, mit: Riedl

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung

Vorverkauf im VBSG -Pavillon Bahnhofplatz, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie­o rchester St.Gallen Redaktion: S. Kaden (sk) Autoren: A. Breidenbach (ab); M. Bolten (mb); M. Franchi (mf); A. Horst (ah); J. Knecht (jk); D. Maier (dm); F. Scheiber (fs); O. Schneider (os)); Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 /Auflage: 6000 Stück / 22 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266

Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

27


Hofstetstrasse 14

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9300 Wittenbach

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ostschweizdruck.ch

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Aufmerksame Gedruckte Kultur. Aufmerksame Zuhรถrer. Zuhรถrer.

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Terzett Dezember 2016  

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