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März 2019


Ab 23.3.19

Oper von Gaetano Donizetti


Franziska Frey Konzertdramaturgin

März. Monat des meteorologischen und astronomischen Frühlingsanfangs. Seinen Namen verdankt der März dem römischen Kriegsgott Mars, nach dem wiederum der vierte Planet im Sonnensystem benannt ist. Mit dieser astronomisch-mythologischen Einleitung sei das 8. Tonhallekonzert des Sinfonieorchesters St.Gallen angekündigt, denn die Aufführung der berühmtesten klassischen «Weltraummusik», Gustav Holsts The Planets aus dem Jahr 1916, fällt just in diesen Monat. Die sieben Planeten- beziehungsweise Götter-Porträts des britischen Spätromantikers standen etlichen cinematischen Weltraumklängen Pate (der Imperial March aus Star Wars wäre ohne Holsts Mars nicht denkbar!). Die Leitung dieser sinfonisch-interstellaren Reise am 28. und 29. März: eine Aufgabe für den hier bestens bekannten britischen Dirigenten Wayne Marshall. Musikalisch hat der Monat März noch mehr Aussergewöhnliches zu bieten: Pieter Wispelwey kennt sich wie wenig andere aus im barocken Universum der Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach. Der niederländische Cellist spielt sämtliche sechs Suiten in zwei Konzerten im Rahmen unseres 5. Meisterzyklus-Konzerts am 10. März in der Tonhalle. Neben den Kammermusik-Reihen Sonntags um 5 und Nachtzug – Late Night Music sind die Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters wie üblich im Theater gefragt, zurzeit für die Proben zu Gaetano Donizettis L’elisir d’amore mit Premiere am 23. März. Ein weiteres Stück feiert in diesem Monat Premiere: Cinderella von Peter Maxwell Davies. Die gesamte Produktion wird von Kindern und Jugendlichen aus St.Gallen und der Ostschweiz bestritten.

4 124 Kinder und ein Schuh: Die Kinderoper «Cinderella» 8 Gaetano Donizettis «L'elisir d'amore» als Familienoper 11 Zwei Experten über das Thema «begleitetes Sterben» 17 Kurz notiert 18 Pieter Wispelwey spielt Bachs Cello-Suiten 20 Musikalische Reise durchs Sonnensystem 23 Grosses Kino für Ohr und Auge 24 Wir sind Theater 25 Veranstaltungskalender

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124 Kinder und ein Schuh Die Kinderoper Cinderella am Theater St.Gallen

Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] Premiere Freitag, 15. März 2019 19 Uhr, Lokremise Leitung Musikalische Leitung: Stéphane Fromageot Inszenierung: Holger Liebig Ausstattung: Julia Schnittger Choreografie: Robina Steyer Musikalische Einstudierung: Terhi Lampi Dramaturgie: Caroline Damaschke Cinderella: Vivian Bechtiger | Alissa Neff Prinz: Timo Wüthrich | Benjamin Lüthi Katze: Elina Lampi Fromageot | Annabelle Weber Witwe Hässig: Zoé Hammer | Joya Schedler Medusa: Anja Dütsch | Tamea Wissmann Dragonia: Aline Dätwyler | Paula Schindler Hekate: Xenia Rankl | Irina Schenker Herold: Frida Lotta Sailer | Syvonna Niederer Herr Jean-Jacques vo und zue Fed’rerball: Nando Kuhn | Roope Palokangas Düsejetter Hans-Peter Drehflügler vo Föhn: Linus Gödickemeier | Rasmus Palokangas Käpt’n Ruodi Alinghi Pedalo: Leonardo Cerpelloni | Simon Keel Sänger und Musikschüler aus der ganzen Ostschweiz Tänzer der Theatertanzschule St.Gallen Vorstellungen Sonntag, 17. März 2019, 17 Uhr Dienstag, 19. März 2019, 10 Uhr (Schulvorstellung) Mittwoch, 20. März 2019, 17 Uhr Freitag, 22. März 2019, 19 Uhr Samstag, 23. März 2019, 17 Uhr Mittwoch, 27. März 2019, 17 Uhr Samstag, 30. März 2019, 17 Uhr (zum letzten Mal) Mit grosszügiger Unterstützung

Jutta Marxer Stiftung jugend@tonhalle

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Ab dem 15. März spielen, singen, musizieren und tanzen 124 Kinder das Märchen um das Mädchen und den verlorenen Schuh. Peter Maxwell Davies’ Kinderoper Cinderella, eine moderne Version des AschenputtelMärchens, wird aktuell in der Lokremise von Regisseur Holger Liebig auf die Bühne gebracht. Die Geschichte von Cinderella, Aschenputtel, Aschenbrödel oder Cendrillon hat fast jeder in seiner Kindheit gelesen, erzählt bekommen oder seit dem Disney-Film Cinderella aus den 1950ern auf dem Bildschirm bewundert. Der Kern dieser Geschichte, die Probe eines Schuhes, um die richtige Person ausfindig zu machen, ist schon über 1700 Jahre alt. Er stammt aus einer griechischen Geschichtensammlung des römischen Gelehrten Claudius Aelianus, der diese Sammlung im 3. Jahrhundert zusammenstellte. Im 9. Jahrhundert finden sich Spuren dieser Geschichte in chinesischen Erzählungen, und in Persien verfasste Nezami im 12. Jahrhundert eine Erzählung mit dem Titel Sieben Schönheiten, die Motive aus dem Märchen vorformuliert. Seitdem ist die Geschichte der Schuhprobe gewachsen und hat viele Zwischenstationen hinter sich, bevor sie zu unserer heutigen Version wurde. Die wohl bekannteste und am meisten erzählte Version ist jedoch jene, die die Brüder Grimm 1819 festgehalten haben. In St.Gallen wird nun eine moderne Variation der Cinderella-Geschichte gezeigt. Die Kinderoper von Peter Maxwell Davies erzählt das Märchen als Geschichte von heute: Cinderella ist ein Au-Pair, kommt in eine fremde Stadt und wird bei Witwe Hässig wohnen. Dort soll sie auf deren drei Töchter aufpassen, Medusa, Dragonia und Hekate, die sich jedoch als rücksichtslos und verwöhnt herausstellen. Nur eine Katze, die zaubern kann, und deren Kätzchen stehen Cinderella zur Seite. Doch dann werden alle zu einer Party beim Prinzen eingeladen …

Peter Maxwell Davies hat dieses Werk so geschrieben, dass Kinder und Jugendliche, die noch am Anfang ihrer musikalischen Ausbildung stehen, ein Stück erarbeiten können, das nicht zu schwer ist und an dem sie viel Spass haben sollen. Die Texte der Sänger legte er so an, dass gewisse Lieder und Partien bearbeitet und so auf die Region angepasst werden können, wo das Werk aufgeführt wird. Ursprünglich in Englisch, wurde der Text der Kinderoper vom Theater St.Gallen auf Schweizerdeutsch übersetzt. Stefan Späti, Dramaturg und Referent des Schauspiels, hat in Zusammenarbeit mit dem Musik- und Regieteam der Oper eine Textfassung erstellt, die die Region, die Ostschweiz, zur Kulisse für diese Cinderella-Fassung macht. Hören Sie also gut hin, wenn Sie eine der Vorstellungen besuchen! Für die Besetzung fand bereits im Mai letzten Jahres ein Casting und Vorsingen statt, bei dem sich zahlreiche Kinder und Jugendliche aus der Region vorgestellt haben. 70 SängerInnen wurden ausgewählt, im Chor und als Solisten bei dem Projekt dabei zu sein. Das Orchester besteht aus 36 Musike-

Eindrücke von der Probenarbeit in der Lokremise.


ir, … gefällt m n e t s e b Am

rInnen, ebenfalls Kinder und Jugendliche aus dem Raum St.Gallen. Und als Unterstützung von tänzerischer Seite sind 18 TänzerInnen der Theatertanzschule des Theaters St.Gallen auf der Bühne dabei. Am 4. Februar hat nun die reguläre, intensive Probenphase begonnen. Die TänzerInnen kommen in regelmässigen Abständen zu den szenischen Proben hinzu, schliesslich sollen die Tanzszenen (die Sänger tanzen auch!) ganz flüssig in den Ablauf eingebettet werden. Einzig die Musiker proben zur Zeit noch getrennt – sie werden erst bei den Bühnenorchesterproben zur Szene dazukommen. Parallel zu den Proben finden Anproben statt, denn die Kostüme, die Julia Schnittger entworfen hat, müssen perfekt passen. Die Bühne, ebenfalls von Julia Schnittger entworfen, war schon zu Probenbeginn fast fertig. Sie soll an das St.Galler Stadtbild erinnern und besteht aus mehreren verschiebbaren Elementen. Ein flexibler Umgang mit den Bühnenelementen war ein wichtiger Punkt, der bei der Konzeption zu bedenken war. Denn schliesslich werden jeden Abend um die 90 Kinder auf der Bühne zu sehen sein! (cd)

tdog o H n e d h ... dass ic rf. a d n le ie p s - Max, 12

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Mein Lieblingsmoment im Stück ist, wenn …

Mein Lieblingsmoment im Stück ist …

… Fed’rerball, Käpt’n und Düsejetter aus dem Vorhang kommen und ihre Sprüche ablassen.

… mir gefallen alle Momente. – Naeli, 9

Diese Figur in Cinderella finde ich am besten, weil …

– Lorin, 10

… Herr Jean-Jacques. Nicht zu viel zu sagen, aber immer noch genug. – Roope, 13 Mein Lieblingsmoment im Stück ist … Mein Lieblingsmoment im Stück ist, wenn …

… der Ball.

... wir tanzen. - Giulia, 10

– Julia, 11 ir …

Am besten gefallen m

t­ … die Proben, weil wir alle mi einander befreundet sind und ich freue mich immer wieder e auf jede Probe, weil ich gern iere. mit anderen zusammen musiz Ich mache bei Cinderella mit, weil …

– Vivian, 16

...ich es cool finde, mitzuerleb en wie ein Theaterstück entsteht und was alles dahinter steckt. - Aida, 15 6

Ich mache bei Cinderella mit, weil …

… ich schon vorher schöne Erfahrung en im Theater sammeln durfte. - Simon, 17


Vom Enfant terrible zum hochgeschätzten Komponisten Cinderella-Komponist Peter Maxwell Davies

Ich mache bei Cinderella mit, weil ...

... ich sehr gerne sing e und Theater spiele. – Annik, 8

Peter Maxwell Davies, 1934 - 2016

Peter Maxwell Davies wurde am 8. September 1934 geboren. Seine spätere Karriere als Komponist zeichnete sich schon früh ab: Als Vierjähriger verkündete er seinen Eltern nach dem Besuch einer Operette, er wolle Komponist werden. Dieses Ziel verfolgte er zielstrebig, nahm Klavierunterricht und begann schon als Kind zu komponieren. Davies glaubte, ein Studium der Komposition sei nicht sinnvoll, er glaubte, dass Komponieren und Musizieren der Weg zur Kunst sei. Dennoch studierte er bei zahlreichen Komponisten und Musikern seiner Zeit in England, den USA , Deutschland, Australien und Italien, wobei ihn Aaron Copland, Benjamin Britten und Goffredo Petrassi unterstützten. Zurück in Grossbritannien bekam er vom Musikverlag Boosey & Hawkes einen Vor-

schuss und widmete sich fortan seinen Kompositionen. 1967 wurde er Teil des Sextetts The Fires of London, das bis 1987 aktiv war und heute untrennbar mit Davies und seiner Musik verbunden ist. Mit dem Sextett führte er eine grosse Zahl von Werken junger zeitgenössischer Komponisten auf. Ab 1971 lebte Davies bis zu seinem Tod auf den Orkneyinseln und pendelte für seine Verpflichtungen als Lehrer oder als Dirigent nach Edinburgh und London. Das Leben auf den kargen und einsamen Inseln beeinflusste seine Musik ebenso wie seine Faszination (aber gleichzeitige Ablehnung) von Religion und sein passionierter Aktivismus in Sachen Politik und Umwelt. Zunächst als enfant terrible der Musikwelt der 1960er bekannt, wurde er über die

Jahre hinweg einer der führenden britischen Komponisten, der durch seinen zum einen revolutionären Stil, aber auch durch die Zugänglichkeit seiner Werke bestach. Die Wurzeln seines Schaffens liegen bei der europäischen Avantgarde der Nachkriegszeit, Davies sah sich beeinflusst von Boulez und Webern, studierte noch während seiner Schulzeit Berg, Bartók und Schönberg, aber auch Beethoven, Mozart und Schubert. Doch auch die englische Renaissance übte eine Faszination auf ihn aus, er war vertraut mit Gibbons, Tallis und Byrd sowie auch mit Monteverdi. Seine Kompositionen umfassen fast alle Formen, in die man Musik bringen kann: Opern, Sinfonien, Kammer- und Vokalmusik, Solo-Werke und Musik für junge Musiker. Er verstarb 2016 auf Orkney. (cd) 7


Wenn das Kinderzimmer lebendig wird L’elisir d’amore als Familienoper

L’elisir d’amore Oper von Gaetano Donizetti Premiere Samstag, 23. März 2019 19.30 Uhr, Grosses Haus Einführungsmatinee Sonntag, 10. März 2019 11 Uhr, Foyer, Eintritt frei Familienmatinee Sonntag, 17. März 2019 15 Uhr, Studio, Eintritt frei Leitung Musikalische Leitung: Pietro Rizzo Inszenierung: Ulrich Wiggers Ausstattung: Leif-Erik Heine Licht: Michael Grundner Choreinstudierung: Michael Vogel Dramaturgie: Marius Bolten Besetzung Adina: Tatjana Schneider | Lavinia Dames Nemorino: Alexey Neklyudov | Giulio Pelligra Belcore: Shea Owens | Christopher Bolduc Dulcamara: David Stout | David Maze Giannetta: Sheida Damghani | Fiqerete Ymeraj Chor des Theaters St.Gallen Opernchor St.Gallen Sinfonieorchester St.Gallen Die nächsten Vorstellungen Sonntag, 31. März 2019, 19.30 Uhr Mittwoch, 3. April 2019, 19.30 Uhr Sonntag, 7. April 2019, 14.30 Uhr Mit grosszügiger Unterstützung

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Nemorino wirbt um Adina – erfolglos. Durch einen Liebestrank hofft er seine Schüchternheit zu überwinden. Er wird zum Draufgänger und will Soldat werden, und jetzt kann Adina ihm nicht mehr widerstehen. Gaetano Donizettis populärste Oper L’elisir d’amore, die 1832 in Mailand uraufgeführt wurde, behandelt den alten Mythos vom Liebestrank auf ironische Weise. Regisseur Ulrich Wiggers und Ausstatter Leif-Erik Heine haben sich für eine spielerische Umsetzung auf der Bühne entschieden. Für Ulrich Wiggers hat dieses Stück alles: Witz, Drama und Poesie – und es ist auch deshalb so populär, weil es von normalen Menschen handelt. Das poetische Element sieht der Regisseur vor allem in der Figur des Nemorino. Dieser arme Landarbeiter hat die Kraft zu glauben, sogar an Märchen wie das vom Liebestrank der Königin Isolde. Darüber lachen wir, aber am Ende des 1. Akts wendet sich die Stimmung plötzlich ins Dramatische, und dann rühren uns seine Naivität und Verzweiflung. Und natürlich – sonst wäre es kein heiteres Melodram, wie der Untertitel lautet – gewinnt Nemorino am Ende tatsächlich Adinas Herz. Adina wiederum, eine junge, selbstbewusste Frau, ist eine sehr moderne Figur. Sie lässt sich weder von Männern noch von der Liebe beherrschen und weiss, wie das Leben funktioniert. Sie verhält sich sehr speziell, steht als Figur aber in der Tradition der lebenslustigen und verführerischen Colombina der Commedia dell’arte. Ähnlich steht der aufschneiderische und übertrieben selbstsichere Belcore in der Tradition des Capitano, der letztlich auf den Miles Gloriosus der antiken Komödie zurückgeht.

Figurinen und Modellfoto von Leif-Erik Heine.


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Eine weitere typische Figur ist Dulcamara, der Quacksalber oder (Möchtegern-)Zauberer.

«Das Glück ist manchmal näher, als man denkt. Man muss es nur erkennen und zugreifen.» Ulrich Wiggers Neben der Typizität oder Allgemeingültigkeit der Figuren war ein wichtiger Aspekt für das Regieteam, dass es sich um eine Spieloper handelt. Die Figuren auf der Bühne müssen spielen und nachvollziehbar agieren. Das Libretto schildert eine abgelegene Gemeinschaft, in der Analphabetismus die Regel ist und wenig Kommunikation mit der Aussenwelt stattfindet. Wie kann man das heutig erzählen, wo doch heutzutage jedermann ein Mobiltelefon hat? Ausgehend davon, dass L’elisir d’amore als Familienoper aufgeführt werden soll, erinnerte sich der Regisseur daran, dass Puppen und Spielzeugfiguren für Kinder quasi leben. Was wäre, wenn bei uns auf der Bühne Spielzeugfiguren wirklich zum Leben erwachten, wie wir es aus Erzählungen wie Nussknacker oder der Filmserie Toy Story kennen? Für den Ausstatter Leif-Erik Heine stellte sich die Herausforderung, wie man ein Kinderzimmer auf die Bühne bringt, in dem die Spielzeugfiguren so gross sind wie Opernsänger. Er entschied sich dafür, die Ecke eines Kinderzimmers im Massstab 20:1 nachzubauen, wobei eine Steckdose den Massstab sinnfällig macht. Durch die Vergrösserung ist die Schublade einer Kommode so gross, dass der ganze Chor herauskommen kann, wobei Dominosteine als Treppe dienen. Was die Kostüme betrifft, so ist Heine nicht bestimmten Spielzeugfiguren gefolgt, sondern hat sich von verschiedenen Vorbildern inspirieren lassen, die er gemischt hat: Von traditionellem Holzspielzeug über Plastikpuppen der 1960er-, Cowboys der 1970erund Actionhelden der 1990er-Jahre bis hin zu Zeichentrickfiguren kann sicher jeder, egal in welchem Jahrzehnt er oder sie Kind war, eigene Erinnerungen wiederentdecken.

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Familienoper Für die Familienoper L'elisir d'amore bieten wir am 17. März eine besondere Matinee zur Einführung an, welche sich speziell an Familien mit Kindern (ab 10 Jahren) richtet. In der knapp einstündigen Einführungsveranstaltung erläutert Dramaturg Marius Bolten mit dem Regisseur Ulrich Wiggers den Inhalt des Stücks, erklärt und zeigt Kostüme und das Bühnenbildmodell. Natürlich gibt es auch etwas Musikalisches: Der Quacksalber Dulcamara wird auftreten, Ausschnitte aus der Oper präsentieren und über Donizettis Musik sprechen.

Ausserdem gibt es zwei Familienvorstellungen: Bei den Sonntagsvorstellungen am 7. April und 12. Mai erhalten Kinder /Jugendliche bis 15 Jahren Tickets zum Spezialpreis von CHF 25 – egal in welcher Platzkategorie. Ausserdem richtet sich die Kurzeinführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn besonders an Familien mit Kindern. Beide Vorstellungen sind jedoch für alle interessierten Besucher zugänglich. (mb)

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«Lebensqualität lässt sich zu einem gewissen Grad adaptieren» Ein Expertengespräch über das begleitete Sterben sterben helfen Schauspiel von Konstantin Küspert Schweizer Erstaufführung Premiere Donnerstag, 4. April 2019 20 Uhr, Lokremise Einführungsmatinee Sonntag, 31. März 2019 11 Uhr, Lokremise, Eintritt frei Leitung Inszenierung: Manuel Bürgin Ausstattung: Florian Barth Licht: Rolf Irmer Musik: Sandro Corbat Dramaturgie: Stefan Späti Besetzung Lucy: Jessica Cuna Trude: Anja Tobler Vater: HansJürg Müller Mutter / Tod: Birgit Bücker Dr. Asche: Marcus Schäfer Baptist / Silvester / Bellerophon / Autor: Fabian Müller Die nächsten Vorstellungen Dienstag, 9. April 2019, 20 Uhr Donnerstag, 11. April 2019, 20 Uhr Samstag, 13. April 2019, 20 Uhr Sonntag, 14. April 2019, 17 Uhr

Eine Gesellschaft, die das Sterben von eigener Hand zelebriert, sobald die Diagnose «unheilbar» gestellt wird – Menschen, die zur Entlastung der Krankenkassen und der Angehörigen freiwillig abdanken. Ist das womöglich unsere Zukunft? Das Schauspiel sterben helfen entwickelt genau diese makaber anmutende Vision und rückt damit den Begriff selbstbestimmtes Sterben in ein neues Licht. Dr. med. Daniel Büche, Leitender Arzt des Palliativzentrums des Kantonsspitals St.Gallen, und Roland Buschor, Geschäftsleiter des Hospiz St.Gallen, geben Auskunft über das begleitete Sterben, die Möglichkeiten der Betreuung und die Verantwortung des freien Willens.

Das Stück sterben helfen zeichnet eine Gesellschaft, in der es Usus ist, sein Leben von eigener Hand zu beenden, wenn man unheilbar krank ist. Nicht, ohne davor noch sein eigenes Begräbnis organisiert zu haben. Daniel Büche, was löst diese Vorstellung in Ihnen aus? Mir wird komisch dabei. Trotzdem glaube ich, wir müssen uns solchen Szenarien stellen. Vielleicht reichen 80 Jahre gut gelebt zu haben ja aus? Wozu noch all die teuren Krebsmedikamente mit ihren Nebenwirkungen, die vielleicht gar nicht mehr viel nützen? Soll dieses Geld nicht besser anders investiert werden? Das kann man hinterfragen. Trotzdem ist meine Überzeugung: Der Mensch darf nicht ökonomisiert werden. Das geht gegen seine Würde. In welchem Zustand kommen Patienten zu Ihnen auf die Palliativstation? DB : Nahezu 90 Prozent der Menschen auf unserer Station leiden an Krebserkrankungen, meist in sehr fortgeschrittenem Stadium. Gegen den Krebs lässt sich dann kaum mehr etwas ausrichten, vielmehr geht es darum, Symptome wie Schmerzen oder Atemnot zu behandeln und auf Ängste und Kummer einzugehen. Zum andern übernehmen wir eine beratende Funktion: Welche therapeutischen Massnahmen sind noch sinnvoll, wie viel Zeit bleibt? Ist eine Pflege zu Hause möglich oder braucht es das Pflegeheim? Die Summe dieser Beratung und Betreuung nennt sich Palliative Care, vom lateinischen «pallium», eine Art Ummantelung, abgeleitet. Sie bezeichnet die Versorgung eines Patienten mit allem, was er benötigt von Ärzten und Pflegepersonal, aber auch von den Angehörigen. Das Wichtigste für die Menschen hier auf der Station ist, zu spüren, dass nicht einfach das schwarze Loch kommt. Wir zeigen den Betroffenen Möglichkeiten für Lebensqualität und Lebensinhalt auf – auch im fortgeschrittenen Verlauf. Und es geht darum, in der krankheitsbedingten Enge trotzdem noch gewisse Freiheiten zu haben. Roland Buschor, unter welchen Umständen ziehen Menschen zu Ihnen ins Hospiz? Wenn ein Patient den Aufenthalt auf der Palliativstation hinter sich hat, jedoch die Betreuung im Pflegeheim oder zu Hause durch die Spitex nicht gewährleistet werden kann. Gründe dafür sind beispielsweise, dass jemand rund um die Uhr versorgt werden

Daniel Büche, Leitender Arzt des Palliativzentrums des Kantonsspitals St.Gallen

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muss, keine Angehörigen hat oder aber wenn kleine Kinder da sind, die den Zustand eines betroffenen Elternteils nicht zu Hause miterleben sollen. Im Hospiz steht das Pflegen im Vordergrund. Im Unterschied dazu überbrückt das ärztliche und pflegerische Fachpersonal auf der Palliativstation die akute Phase, stellt beispielsweise die Medikation richtig ein. Danach verlässt der Patient, falls möglich, die Station. Bei uns bleibt er bis zum Tod. Unsere Mitarbeitenden pflegen ihn selbständig und mit Entscheidungsfreiheit nach einem Behandlungsplan, der auch ärztlich verordnete Medikamente beinhaltet. Voraussetzung ist, dass der Wille und die Bereitschaft zum Sterben da sind. Führen Sie im Hospiz Sterbehilfe durch? RB : Das ist ein sehr brisantes und kontroverses Thema. Die Sterbehilfeorganisation Exit wollte ursprünglich ein Hospiz betreiben, wo sowohl Pflege als auch assistierter Suizid möglich sein sollten. Daraus entstand in der Schweiz ein leicht verzerrtes Bild, was ein Hospiz ist, während im Ausland der Begriff von Anfang an ein anderer war: Die Menschen kommen zum Sterben, jedoch wird der natürliche Verlauf bis hin zum Tod nicht von aussen gesteuert. Für dieses Konzept haben auch wir uns entschieden. Wir stehen betreffend Sterbehilfe beratend zur Verfügung, auch können Mitarbeitende von Sterbehilfeorganisationen bei uns vorbeikommen, jedoch werden hier im Hospiz keine begleiteten Suizide durchgeführt.

Roland Buschor, Geschäftsleiter des Hospiz St.Gallen

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Sie sind beide in Ihrer Tätigkeit konstant mit dem Sterben, dem letzten Lebensabschnitt von Menschen konfrontiert und erleben die ganze Bandbreite an Emotionen, Verzweiflung, Hoffnung. Was ist Ihre persönliche Meinung zur Sterbehilfe? RB : Es ist gut, dass es in der Schweiz die Option des assistierten Suizids gibt. Wer sie jedoch in Anspruch nimmt, trifft eine Entscheidung, deren Konsequenzen er nicht allein trägt. Ich stelle oft fest, dass Angehörige nach einem Freitod, auch wenn er offen geplant war, noch mehr Mühe haben mit dem Trauerprozess und der Verarbeitung. Hätte man mehr Einfluss nehmen können oder sollen? Diese Frage beschäftigt einen viel intensiver als bei einem natürlichen Tod. Angehörige können sich auch gezwungen fühlen, die Entscheidung eines Verwandten zu akzeptieren. Sie geraten in die Zwickmühle zwischen dem Wunsch, die Person nicht gehen zu lassen, sich aber gleichzeitig nicht gegen deren Bedürfnis zu stellen, ihr Leiden zu beenden. DB : Ich persönlich kann mir derzeit nicht vorstellen, diese Begleitung für mich je in Anspruch zu nehmen. Trotzdem finde ich es gut, dass es die Möglichkeit gibt, und ich stelle mich auch gerne der direkten Auseinandersetzung mit den Suizidhilfeorganisationen (z.B. Exit und Dignitas) auf Podien oder bei Fortbildungen. Ich glaube, es gehört zur modernen Gesellschaft, den Begriff der Autonomie im aktuellen Kontext zu beleuchten. Ein Verbot wäre ein klarer Fehler. Ganz wichtig ist jedoch der Versuch, zu erfassen, worum es geht, was es mit sich bringt. Wenn ich ein Auto kaufe, informiere ich mich über technische Details, Preis, Vorzüge und allfällige Nachteile. Das ist einfach. Aber: Ist es als Mensch überhaupt möglich, die Konsequenzen des Sterbens zu erfassen? Ich traue mir das nicht zu, weder als Arzt für andere noch für mich persönlich. Ich kann demnach niemandem einen assistierten Suizid empfehlen. Aber ich kann auch hier herausfordern, nach dem Warum fragen, Alternativen aufzeigen.

Welche Alternativen sprechen Sie an? DB : Lebensqualität lässt sich zu einem gewissen Grad adaptieren, der Mensch ist dazu fähig. Ich spreche natürlich nicht von der Lebensqualität eines gesunden Menschen, aber wir können viele Symptome, vor denen

die Menschen Angst haben, behandeln. Auch innerhalb der Krankheit ist es möglich, intensiv zu leben, vielleicht intensiver als je zuvor. Ich habe dieses Phänomen oft bei Patienten erlebt und bin dankbar dafür. Glauben Sie, dass die Entscheidung für einen Suizid auch mit einem gewissen Zwang verbunden sein kann, wenn man sich einmal entschieden hat? DB : Das glaube ich, ja. Wir wissen aus der Suizidforschung, dass suizidale Menschen eingeengt sind im Denken. Möchte jemand von einer Brücke springen, und es wird verhindert, wird er nicht nach Hause gehen und eine Überdosis Medikamente nehmen. Er hat nach wie vor die Brücke im Kopf. Wir erleben diese Einengung auch, wenn Menschen sich zu Suizidbeihilfe entschlossen haben. Gerade, wenn es bereits im Umfeld kommuniziert wurde. Man will nicht die Berechtigung für sich selber verlieren, also fühlt man sich zur Durchführung verpflichtet, auch wenn insgeheim vielleicht Zweifel aufkommen. Das ist ein gefährlicher Zustand. Wie frei ist der Wille da wirklich noch? Wie gross die selbst auferlegte Verpflichtung? Verändert Ihre Tätigkeit den Bezug zum eigenen Sterben? RB : Ja, das tut sie. Ich bin täglich konfrontiert mit dem Sterben, wenn auch ohne den Aspekt der persönlichen Trauer, da es sich bei unseren Bewohnern nicht um Angehörige oder Freunde handelt. Theoretisch wissen wir alle um die Endlichkeit unseres Lebens. Wenn sie dir jedoch so intensiv vorgelebt wird, brennt sich diese Tatsache umso mehr ein. Die Konsequenz daraus ist, dass ich mein Leben und meine Zeit hier geniesse, bewusst lebe, und nach Möglichkeit keine Zeit verschwende. Das Leben ist zu kurz dafür. DB : Ich erlebe extrem berührende Momente mit den Patienten, manchmal kommen mir dabei die Tränen. Ich kann die Menschen dabei unterstützen, am Ende ihres Lebenswegs an ihr Innerstes, ihren Kern vorzudringen und bekomme entsprechende Weisheiten mit. Das ermöglicht es mir, einen anderen Blick auf das Leben zu werfen. Ohne zu denken, ich weiss, wie alles geht. Das weiss ich nämlich nicht. Das Interview führte Dramaturg Stefan Späti.


Der unsterbliche Kaschtschei / Die Nachtigall Opern von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky Mittwoch, 6. März 2019, 19.30 Uhr Sonntag, 10. März 2019, 14.30 Uhr Freitag, 15. März 2019, 19.30 Uhr Dienstag, 2. April 2019, 1930 Uhr (zum letzten Mal)

Mit grosszügiger Unterstützung von

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Priscilla – Königin der Wüste Komödie von Michael Frayn Freitag, 8. März 2019, 19.30 Uhr Freitag, 22. März 2019, 19.30 Uhr Sonntag, 24. März 2019, 17 Uhr Mittwoch, 27. März 2019, 19.30 Uhr Samstag, 30. März 2019, 19.30 Uhr Samstag, 6. April 2019, 19.30 Uhr

Mit grosszügiger Unterstützung von Hauptsponsoren

Co-Sponsoren

Medienpartner

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Der nackte Wahnsinn Komödie von Michael Frayn Dienstag, 5. März 2019, 19.30 Uhr Dienstag, 26. März 2019, 19.30 Uhr Freitag, 29. März 2019, 19.30 Uhr

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Nachtzug Die Träume eines Landvermessers

Schultheatertage Ostschweiz Jubiläumsveranstaltung

Liedmatinee Harmonien hör ich klingen

Die Musikerinnen und Musiker in diesem Nachtzug sind schon zum fünften Mal in der Lokremise unterwegs, und wie man es von ihnen gewohnt ist, wird auch diese musikalische Einstimmung auf das Wochenende eine der etwas anderen Art: poetisch, surreal und voller Fantasie. Unter dem Motto Die Träume eines Landvermessers dreht sich bei den acht «personaggi» alles um Träume und ihre zwischen Erinnerung und Wunsch changierenden Bilder. (ff)

Im März 2019 finden bereits die fünften Schultheatertage Ostschweiz statt. 19 Schulklassen zeigen sich gegenseitig ihre selbsterarbeiteten Theaterstücke zum Thema «Raum». An der öffentlichen Jubiläumsveranstaltung in der Lokremise St.Gallen gelangen drei dieser Stücke zur Aufführung. Die Auswahl soll die Vielfalt von Schultheater abbilden und wird nicht aufgrund eines Wettbewerbs getroffen. Schulklassen aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden entwickeln mit ihren Lehrerinnen und Lehrern seit mehreren Wochen Theaterstücke. Bei diesem Prozess werden sie punktuell von einer Theaterpädagogin/einem Theaterpädagogen unterstützt. An den Schultheatertagen zeigen sich die Klassen ihre Stücke – während jeweils zwei Tagen in der Lokremise St. Gallen, im Theaterhaus Thurgau Weinfelden und im Alten Kino Mels. Im Zentrum stehen die Begegnung und der Austausch mit und über Theater. Die Schultheatertage Ostschweiz sind ein Kooperationsprojekt von Theater St.Gallen, Theater Bilitz und der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, siehe auch kklick.ch – Kulturvermittlung Ostschweiz. (mf)

Nach dem grossen Erfolg seiner Liedmatinee Schuberts Pilgerreise im vergangenen Mai hat Ensemblemitglied Martin Summer ein neues Programm mit romantischen Kunstliedern zusammengestellt. Auch in diesem Programm ist Franz Schubert (1797– 1828) vertreten, mit Sehnsucht (D 636) und mit den drei Gesängen des Harfners aus Goethes Wilhelm Meister, die Schubert so komponiert hat, wie sie im Roman fiktiv beschrieben werden: «Es waren herzrührende, klagende Töne, von einem traurigen, ängstlichen Gesange begleitet.» Am Anfang und am Schluss des Programms stehen Lieder von Hugo Wolf (1860–1903), der in der von Schubert begründeten Tradition der Romantik steht. Gemeinsam ist allen Liedern die Sehnsucht: nach einer besseren Welt, nach Liebe, nach Ruhe. Besonders bei den drei Vertonungen von Gedichten Michelangelos kommt das Ringen des Künstlers mit seinem Werk hinzu. In der sensiblen Textausdeutung des Komponisten erweist sich der Renaissancekünstler als protoromantischer Dichter. Im 20. Jahrhundert wurde die romantische Liedtradition in moderner Weise fortgeführt u. a. von Hermann Reutter (1900– 1985), einem gefragten Liedbegleiter und Gründer der Hugo-Wolf-Gesellschaft in Stuttgart. Summer hat seine 1944 entstandenen drei Gesänge nach Hölderlin als dritten Mini-Zyklus für sein Programm ausgewählt. Übrigens wird der österreichische Bassist St.Gallen zum Ende dieser Spielzeit verlassen: Er wechselt ins Ensemble der Hamburgischen Staatsoper. (mb)

Personaggi #5 Nachtzug – Late Night Music Samstag, 9. März 2019 21 Uhr, Lokremise Iryna Gintova, Violine Raphael Brunner, Akkordeon Ivan Galluzzi, Klarinette Enrico Cerpelloni, Horn Peter Moriggl, Trompete Bastien Monnet, Kontrabass Maximilian Näscher, Schlagzeug Roberto Forno, Klavier Die Träume eines Landvermessers Mit grosszügiger Unterstützung Jutta Marxer Stiftung

Öffentliche Jubiläumsveranstaltung Donnerstag, 28. März 2019 19 bis 21.30 Uhr, Lokremise St.Gallen Details und Tickets theatersg.ch Unterstützung Kulturförderung Kanton St.Gallen Lotteriefonds Thurgau Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Migros Kulturprozent weitere Stiftungen und Sponsoren

Harmonien hör ich klingen Martin Summer, Bass Tobias Neubauer, Klavier Liedmatinee Sonntag, 24. März 2019 11 Uhr, Foyer, Eintritt frei

Illustration: Ivan Galluzzi

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Wispelwey spielt Bach Sämtliche Suiten für Violoncello solo

Bach Cello-Suiten 5. Meisterzyklus-Konzert Sonntag, 10. März 2019, 11 und 17 Uhr Im Anschluss an das 2. Konzert «Auf einen Drink mit …» Pieter Wispelwey, Violoncello Konzert um 11 Uhr Johann Sebastian Bach Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007 Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur BWV 1009 Suite für Violoncello solo Nr. 5 c-Moll BWV 1011 Konzert um 17 Uhr Johann Sebastian Bach Suite für Violoncello solo Nr. 2 d-Moll BWV 1008 Suite für Violoncello solo Nr. 4 Es-Dur BWV 1010 Suite für Violoncello solo Nr. 6 D-Dur BWV 1012 Mit grosszügiger Unterstützung Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Pieter Wispelwey

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Pieter Wispelwey hat Johann Sebastian Bachs CelloSuiten bereits dreimal eingespielt und dabei jedes Mal eine andere Seite der barocken Meisterwerke beleuchtet. Nun interpretiert der niederländische Ausnahmecellist den gesamten Zyklus im Rahmen des 5. Meisterzyklus-Konzertes in der Tonhalle. Er ist sowohl auf dem modernen als auch auf dem Barockcello zuhause und gilt seit Jahren als Musiker mit herausragendem stilistischen Bewusstsein. Pieter Wispelweys Repertoire reicht von den frühesten Werken für Violoncello bis hin zu zeitgenössischen und eigens für ihn geschriebenen Kompositionen. Eine besondere Liebe verbindet ihn mit den sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach BWV 1007–1012, Werken, die seit rund 300 Jahren mit ihrem grossen musikalischen Reichtum faszinieren.

Umgeben von Rätseln Sie gelten als bedeutendste Werke für Violoncello, doch ihre Entstehung liegt noch immer weitgehend im Dunkeln. Zeitlich sind sie in Johann Sebastian Bachs Anstellung als Kapellmeister am Hof von Köthen unter Fürst Leopold von 1717 bis 1723 anzusetzen. Anders als bei den Sonaten und Partiten für unbegleitete Violine fehlt bei den Suiten eine autographe Handschrift Bachs. Sie sind lediglich durch die ungefähr zehn Jahre nach ihrer Komposition entstandenen Kopien von Anna Magdalena Bach, der zweiten Ehefrau Bachs, überliefert, die einige wichtige Details wie Bindebögen nur ungenau wiedergeben. Noch rätselhafter als die Zeit der Entstehung ist der Beweggrund Bachs, solch umfangreiche und in ihrer technischen Komplexität weit vorausweisende Werke für ein Instrument zu schreiben, das es damals als Soloinstrument so gut wie nicht gab. Noch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war das Violoncello in erster Linie ein Begleitinstrument. Aus Italien sind frühe Beispiele solistischer Violoncelloliteratur aus den 1690er-Jahren bekannt, am berühmtesten sind die 27 Konzerte für Violoncello von Antonio Vivaldi. Nördlich der Alpen war es Johann Sebastian Bach, der das Instrument mit den sechs Suiten für Violoncello solo zum ersten Mal umfassend würdigte. Die sechs Suiten sind in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad angelegt und werden von der ersten bis zur sechsten stets länger, so dass die letzte fast doppelt so lang ist wie die erste. Diese 6. Suite ist als einzige für ein fünfsaitiges Instrument mit einer zusätzlichen hohen Saite geschrieben. Viele Diskussionen wurden geführt, um welche Art Instrument es sich zu Bachs Zeiten gehandelt haben könnte; etwa um eine in Armhaltung gespielte Viola pomposa. Heute wird die Suite entweder auf normalen viersaitigen Violoncelli oder auf einem in Kniehaltung zu spielenden Violoncello piccolo mit fünf Saiten interpretiert. Trotz der unterschiedlichen technischen Ansprüche stimmen die Suiten in ihrer Form mit je sechs Sätzen überein. Stets werden sie von einem Prélude eröffnet, dem die barocken Tanzsätze Allemande, Courante, Sarabande und Gigue folgen. Zwischen den beiden letzten Sätzen kann entweder ein Menuett, eine Bourrée oder Gavotte stehen.


Sonntags um 5 Summer Music

Langer Dornröschenschlaf Die Wichtigkeit der Suiten im Repertoire heutiger Cellisten täuscht über die vergleichsweise kurze Dauer ihrer Bekanntheit seit der Wiederentdeckung im 19. Jahrhunderts hinweg. Erst Ende des Jahrhunderts wurden sie endgültig aus ihrem Dornröschenschlaf geholt – wachgeküsst durch den katalanischen Cellisten Pablo Casals, der 1890 als 13-Jähriger in einem Musikantiquariat in Barcelonas Hafenviertel zufällig auf die Suiten gestossen sein soll. «Man hatte die Suiten für akademisches Zeug gehalten, für mechanischen Etüdenkram ohne musikalische Wärme», erklärte Casals, der Interpret der ersten Platteneinspielung der Bachschen Suiten, einmal das lange Desinteresse an den heute so unbestrittenen Meisterwerken. «Man muss sich das einmal vorstellen. Wie konnte ein Mensch sie kalt finden – sie, die Poesie, Wärme und Raumgefühl förmlich ausstrahlen! Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.»

Neues «Cello-Universum» Nachdem Pieter Wispelwey im Abstand von sieben Jahren bereits zwei Gesamteinspielungen der sechs Bach-Suiten herausgebracht hatte, folgte 2012 ein drittes Album. Anlass war sein 50. Geburtstag. In Zukunft könne er sich gar noch weitere Aufnahmen der Suiten vorstellen, wie er jüngst verriet. Ein für ihn «neues» Barockcello und ein tiefer Kammerton von a1 = 392 Hertz liessen ihn neue Einblicke gewinnen und klangliche Möglichkeiten entdecken. Die ersten beiden Aufnahmen spielte er in der standardmässigen Barockstimmung von 415 Hertz. Die tiefere Stimmung der dritten Aufnahme führte ihn in ein völlig neues «Cello-Universum mit gänzlich anderen Farben», so Wispelwey. Mit diesem Experiment näherte er sich den Suiten noch einmal neu und eröffnete ein weiteres Kapitel ihrer Interpretationsgeschichte, die er wie wenig andere Cellisten geprägt hat und noch immer laufend prägt. (ff )

Sommerliche Bläserkammermusik in der Tonhalle: Unter dem verheissungsvollen Titel vereint das 3. Konzert der Reihe Sonntags um 5 Werke für Bläserquintett aus Amerika, Ungarn, Armenien und Frankreich: Samuel Barbers titelgebende Summer Music op. 31 für Bläserquintett von 1953 und das Woodwind Qintet aus dem Jahr 1948 von Elliott Carter bilden den «amerikanischen» Rahmen. Dazwischen erklingen ebenfalls aus dem 20. Jahrhundert stammende volksmusikalisch-tänzerische Werke des Ungaren Ferenc Farkas und des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan sowie die Trois pièces brèves des Franzosen Jacques Ibert.

Summer Music Sonntags um 5 Sonntag, 24. März 2019 17 Uhr, Tonhalle Gianluca Campo, Flöte Davide Jäger, Oboe Armen Ghazaryan, Klarinette Zoltán Holb, Horn Andrea Cellacchi, Fagott Samuel Barber Summer Music op. 31 Ferenc Farkas Alte ungarische Tänze aus dem 17. Jahrhundert Alexander Arutjunjan Suite on Folk Tunes Jacques Ibert Trois pièces brèves Elliott Carter Woodwind Quintet (1948) Mit grosszügiger Unterstützung Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Pablo Casals spielte Bachs Suiten für Violoncello solo zwischen 1936 und 1939 zum ersten Mal ein.

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The Planets Mit Wayne Marshall durch das Sonnensystem

Die Planeten Holst Glasunow Marshall | 8. Tonhallekonzert Donnerstag, 28. März 2019, 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr Freitag, 29. März 2019, 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr Im Anschluss Hörwege! Wayne Marshall, Leitung Damen des Theater- und Opernchores St.Gallen Michael Vogel, Einstudierung Alexander Glasunow Sinfonie Nr. 4 Es-Dur op. 48 Gustav Holst The Planets op. 32 Mit grosszügiger Unterstützung Hans-Joachim und Edith Seifert

Wayne Marshall ist zurück in St.Gallen

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Die bildstarke und klanggewaltige Suite des Briten Gustav Holst wird selten integral aufgeführt wie nun im 8. Tonhallekonzert des Sinfonieorchesters St.Gallen. Der hier bestens bekannte und beliebte britische Dirigent Wayne Marshall navigiert durch diese interstellare Reise. Die siebenteilige Suite The Planets op. 32 klingt in heutigen Ohren nicht ohne Grund wie ein alternativer Soundtrack zu Star Wars. Als George Lucas den Filmmusik-Komponisten John Williams in den Siebzigerjahren für sein neuestes Science-Fiction-Projekt anfragte, hatte der Regisseur eine Zusammenstellung klassischer Werke im Sinn, ähnlich wie in Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey von 1968. Schliesslich fiel die Wahl aber doch auf eine von Grund auf neue Komposition. Dabei war es Regisseur Lucas, der eine klare Vorstel-

lung der Klangwelt des Soundtracks hatte: sinfonisch, voluminös, spätromantisch. Damit führte kein Weg vorbei an den monumentalen Klangeffekten von Holsts 1916 komponierter Planetenmusik. Dem Imperial March, der Erkennungsmusik von Star Wars schlechthin, ist die Inspirationsquelle (Holsts Mars) deutlich anzuhören. Gustav Holst (1874–1934), Komponist mit vielseitigen Interessen, zum Beispiel an Sanskrit oder Astrologie, war seit 1905 Direktor der St Paul’s Mädchenschule, für deren Orchester er diverse Werke komponierte. Von 1914 bis 1916 arbeitete er an seiner Suite The Planets op. 32. Zum ersten Mal wurde das Werk unter der Leitung von Adrian Boult in der Queen’s Hall London aufgeführt, Schülerinnen aus der St Paul’s sangen den sechsstimmigen Frauenchor im letzten Satz (Neptun). Eine musikalische Reise durch das Sonnensystem gelingt am besten mit einem grossen, klangstarken Orchester mit vielen Möglichkeiten zu unterschiedlichsten Effekten und Farben. So instrumentierte Holst seine Planetenporträts für ein grosses Sinfonieorchester, das neben einer Orgel, zwei Sets Pauken und viel Schlagwerk einen Frauenchor umfasst. Zur besseren Aufführbarkeit existiert eine im-


mer noch umfangreiche, jedoch an die Standardbesetzung eines Sinfonieorchesters angepasste Version der Planets, auf die auch für die zwei St.Galler Konzerte zurückgegriffen wird. Porträt römischer Götterwelten Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Holsts The Planets keine Weltraummusik ist. Der britische Komponist liess sich von den namensgebenden römischen Gottheiten und den ihnen zugeschriebenen Charaktereigenschaften inspirieren. So beginnt die Suite mit dem brachialen Kriegsgebaren von Mars (the Bringer of War), gefolgt von der friedvoll-lieblichen Venus (the Bringer of Peace), einem leichtfüssigen Merkur (the Winged Messenger), dem erhabenen Jupiter (the Bringer of Jollity), dem melancholischen Saturn (the Bringer of Old Age), dem exzentrischen Uranus (the Magician) und dem überirdischen Neptun (the Mystic). Wer unter den sieben Planeten zwei vermisst: Die Erde liess Holst weg, und der Zwergplanet Pluto wurde erst 1930

und damit nach der Komposition des Werkes entdeckt. Sinfonie einer Lichtfigur Sein heute wenig bekannter Name hat viel vom Glanz verloren, der ihn einst umgab: Alexander Glasunow (1865–1936), ab 1905 Nachfolger seines einstigen Lehrers Nikolai Rimski-Korsakow am St. Petersburger Konservatorium, wurde von seinen Studenten geradezu verehrt. Igor Strawinsky erinnerte sich daran: «Jedes neue Werk von ihm wurde als grosses musikalisches Ereignis aufgenommen. Ich teilte diese allgemeine Begeisterung damals vollständig und war ein verzauberter Bewunderer der Meisterschaft dieses Weisen.» Im 8. Tonhallekonzert kommt Glasunows 4. Sinfonie Es-Dur op. 48 von 1893 zur Aufführung, die Rimski-Korsakow mit «fabelhaft, nobel und expressiv» treffend beschrieb. (ff)

Der britische Komponist Gustav Holst ( 1874 – 1934 )

Vinyl-Cover des London Philharmonic Orchestra unter Uraufführungsdirigent Adrian Boult von 1978

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DomMusik der Kathedrale St.Gallen

Textildesign

Passionsmusik So

7. April

17.30

im Chor der Kathedrale

Dipl. Gestalter/in HF

Werkeinführung um 17.20 mit Domkapellmeister Andreas Gut

Lehrgangsstart 16. August 2019 Infoanlässe 6. März 2019, 19 Uhr 3. April 2019, 19 Uhr 22. Mai 2019, 19 Uhr

Patris Sapientia Miserere Crucifixus

Rudolf Meyer *1943

Gregorio Allegri 1582-1652 Antonio Lotti 1667-1740

O vos omnes Pablo Casals 1876-1973 Ubi caritas et amor Ola Gjeilo *1978 Dompfarrer Beat Grögli liest Texte Freier Eintritt | Kollekte

Collegium Vocale der Kathedrale St.Gallen Markus Boppart Fagott

Domorganist Willibald Guggenmos Domkapellmeister Andreas Gut

Energiegeladene Performance

I H R E IMMO BI LI EN EXPERTEN MIT DEM R ICHTIGEN R I ECH ER .

Damit Kultur in unserer Stadt zum unvergesslichen Erlebnis wird. Dafür engagieren wir uns.

sgsw.ch 22

Sproll & Ramseyer AG, Poststrasse 23, Postfach 2149, CH-9001 St. Gallen Telefon 071 229 00 29, Fax 071 229 00 39, info@sur.ag, www.sur.ag


Die iranische Nachtigall und grosses Kino für Ohr und Auge Was die Presse sagt

Der unsterbliche Kaschtschei /  Die Nachtigall «Man muss das Volksmärchen aus Russland nicht kennen, um sofort mit Vergnügen einzusteigen ins Opernraumschiff, das Regisseur Dirk Schmeding, die Ausstatter Martina Segna (Bühne) und Frank Lichtenberg (Kostüme) sowie Videodesigner Johannes Kulz im ersten Stück des Operndoppelabends ins All katapultieren. Ein bisschen Spass an Science-Fiction genügt; ein Übriges tut die Musik von Nikolai Rimski-Korsakow aus dem Orchestergraben. Das Sinfonieorchester St.Gallen, unter der Leitung von Chefdirigent Modestas Pitrenas, bietet grosses Kino fürs Ohr, mit wagnerhaften Wogen, wildem Weltraumsturm und Emotionen in Grossaufnahme.» St.Galler Tagblatt «Unter der Leitung von Modestas Pitrenas lässt das Sinfonieorchester die Farbenpracht Rimski-Korsakows ebenso erleben wie Strawinskys expressionistische Klangwelt… Eine runde Ensembleleistung.» Vorarlberger Nachrichten «Was ist dieser Welt entgegenzusetzen? Zum einen die grossartige Sheida Damghani, die man im Blick auf ihre Herkunft die «iranische Nachtigall» nennen möchte. Sie wird der grossen Koloraturpartie vom Balkon her nicht nur artistisch blitzsauber gerecht, sondern verleiht ihr grosse Anmut und reine Ausstrahlung.» Roccosound

misch vertrackten Akrobatik-Einlagen. Und die auf dem Papier riesig instrumentierte Partitur klingt unter Pitrenas‘ Händen ausgesprochen subtil und fein ausgehorcht, was wiederum den Sängern entgegenkam, unter denen neben der trillernden Nachtigall vor allem der Fischer von Nik Kevin Koch mit seinem innigen Lied aufhorchen liess.» Südostschweiz «Vom gesamten Ensemble wird hervorragend gesungen. Allen voran die Hauptdarsteller Riccardo Botta als Kaschtschei sowie Ieva Prudnikovaite als Tochter und Tod. Und Modestas Pitrenas lässt RimskiKorsakows als auch Strawinskys Musik in all ihrer üppigen Farbenpracht leuchten.» Schwäbische Zeitung

Dornrösli bockt «Gut eine Stunde lang schlüpfen Pascale Pfeuti und Kay Kysela in 37 Rollen, so jedenfalls verkündet es die Hofpostille des Theaters; kein Mensch wird sich mit Nachzählen aufhalten. Dafür geht es auch viel zu geschwind und macht viel zu viel Vergnügen. Am liebsten würde man mitspielen, schliesslich hängen genug Kostüme an der Stange (Ausstattung: Heidi Walter). Immerhin sind wir live dabei, auch in Gemächern jenseits der Kleiderständer: Die Hofberichterstattung erfolgt per Radioreportage, und die Musik dazu von Andi Peter passt wie das Tüpfelchen auf dem i.» St.Galler Tagblatt

Barockkonzert Sa 23. März 19.15 Schutzengelkapelle am Klosterplatz St.Gallen

«Dirk Schmedings bis ins kleinste Detail durchdachte und intelligent umgesetzte Inszenierung geht Hand in Hand mit dem ebenso hochwertigen musikalischen Niveau der Produktion.» Bachtrack «Wenn an der Premiere in St.Gallen diese Nachtigall auch noch nicht hundertprozentig präzis und intonationsgenau gelang, so verdienen sowohl die iranische Sopranistin Sheida Damghani als auch die Orchestermusiker höchsten Respekt für ihre rhyth-

Leçons de Ténèbres Joseph-Hector Fiocco 1703 - 1741 Kimberly Brockman Sopran Bettina Messerschmidt Violoncello Marion Gast Violoncello Shuko Sugama Violone Andrea Cordula Baur Chitarrone Michael Wersin Truhenorgel, Leitung

Abendkasse ab 18.30 Eintritt CHF 25.– Ermässigung CHF 5.– Jugendliche bis 16 J. gratis

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Wir sind Theater # 7 Experten fürs Fliegen

Der Vorhang öffnet sich, der Vorhang fällt, Kulissenteile senken sich vom Bühnenhimmel herab, Schauspieler entschwinden dorthin: Für all das gibt es einen Beruf, dessen Bezeichnung selbst eifrigen Theatergängern nicht geläufig ist. Wenn Dagmar Hellberg und Walter Andreas Müller in Hello, Dolly! in ihren siebten Himmel abheben, Martin Summer in Der unsterbliche Kaschtschei als Held Sturmwind aus dem Dunkel des Alls herabschwebt oder wenn es in Priscilla Männer regnet, dann sind nicht übernatürliche Kräfte im Spiel. Sondern Daniel Andres, Marcel Keller, Stephan Otremba und Jef Smith haben ihre Hände in selbigem. Die vier sind zuständig für alles, was in einer Produktion rauf und runter geht. Sie sind Schnürmeister. «Die meisten Leute kennen diesen Beruf nicht», sagt Stephan Otremba. «Und wenn sie den Begriff hören, meinen sie, wir müssten den Sängerinnen die Korsette zuschnüren», ergänzt Marcel Keller lachend. Wie auch immer: Schnürmeister ist ein offizieller Beruf,

der Schweizer Verband technischer Bühnenberufe beschreibt ihn so: «Der/die Schnürmeister(in) bedient den Schnürboden und hat alle szenischen Verwandlungen, die mit den Prospektzügen ausgeführt werden, vorzunehmen. Das geschieht durch die flexible Kraftübertragung der Seilzüge, mit denen sich verschiedene theatertechnische Tricks ausführen lassen.» «Primär machen wir den Vorhang auf und zu», sagt Daniel Andres. Doch damit ist es längst nicht getan. Die Schnürmeister sind verantwortlich dafür, dass Kulissenteile im richtigen Moment in die Höhe verschwinden oder Schauspieler und Sänger fliegen können. Und deshalb sind sie gefragter denn je. «Früher hat man mehr mit Prospekten gearbeitet, die von der Seitenbühne her aufgestellt wurden, heute wird viel mehr aufgehängt», sagt Daniel Andres. «Auch massive Wände werden heute aufgehängt», ergänzt Stephan Otremba, «das macht Kulissenwechsel schneller, ermöglicht mehr Effekt, mehr Show, was gerade bei Musicals wichtig ist.» Die Flugobjekte – ob Kulissenteile oder Künstler – sind über den Schnürboden, eine Zwischendecke oberhalb der Bühne, mit den Seilzügen an der Seitenwand der Bühne verbunden. Zwanzig solcher Seilzüge gibt es im Theater St.Gallen für den eigentlichen Bühnenraum. Mit Gegengewichten wird das Gewicht

Schnürmeister aus Passion: Stephan Otremba, Marcel Keller, Jef Smith und Daniel Andres (v.l.).

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der hängenden Elemente kompensiert, die Schnürmeister müssen also nicht das volle Gewicht der einzelnen Teile hochziehen. Dennoch hält die Tätigkeit ganz schön auf Trab, denn im Theater St.Gallen werden die Seile noch immer teilweise von Hand bedient – was den vier Schnürmeistern aber durchaus recht ist. «Vor allem die Arbeit an den Handzügen macht Spass, da ist auch noch Gefühl dabei. Mit dem Computer ist es nur noch Konzentration», sagt Marcel Keller. Den fallenden Vorhang sekundengenau auf den Abschlag der Musik am Boden aufzusetzen – auch wenn der Dirigent ausnahmsweise etwas verzögert: Das ist die feine Befriedigung der Schnürmeister. «Quer einsteigen kann man in diesen Job nicht, da muss man sich hocharbeiten», sagt Jef Smith. Man müsse wissen und ein Gespür dafür haben, was auf einer Bühne so ablaufe. Schnürmeister haben meist eine Ausbildung als Schreiner, Schlosser, Elektriker oder Mechaniker absolviert und mehrjährige Erfahrung als Bühnenhandwerker. Und wenn sie sich einmal zum Schnürmeister hochgearbeitet haben, lassen sie so schnell nicht mehr davon: Daniel Andres als dienstältester steht schon in seinem 34. Jahr am Theater St.Gallen. «Das ist eine Passion», sagen die vier. (bh)


März Fr 01 KONZERT 12.15 Uhr Klarinettenquintett 2. Mittagskonzert MK | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

So 10 11 Uhr Matinee: L'elisir d'amore Einführung in die Oper von Gaetano Donizetti Eintritt frei, Foyer

19.30 – 22 Uhr

Hello, Dolly!

Musical von Jerry Herman und Michael Stewart geschlossene Vorstellung, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop-Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Sa 02

So 03

14 – 15 Uhr

Dornrösli bockt

Kinderstück von Anja Horst frei nach den Brüdern Grimm [5+] frei, Studio Unterstützt von Migros Kulturprozent 19.30 – 22 Uhr

Hello, Dolly!

Musical von Jerry Herman und Michael Stewart frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop-Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien 19.30 – 22.20 Uhr Einführung um 19 Uhr

Norma

Oper von Vincenzo Bellini Abo SoA | SG-So | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär

Di 05 19.30  – 22 Uhr Der nackte Wahnsinn Komödie von Michael Frayn Abo FernA+B | frei, Grosses Haus Mi 06 19.30  – 21.45 Uhr Einführung um 19 Uhr Der unsterbliche Kaschtschei/

Die Nachtigall

Opern von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky Abo Mi-G | Mi-mu | SG-Mi | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär

Fr 08 19.30  – 22.10 Uhr Priscilla – Königin der Wüste Musical von Stephan Elliott und Allan Scott Abo Fr | frei, Grosses Haus Unterstützt von St. Galler Kantonalbank, Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien Sa 09 11  – 12 Uhr Öffentliche Führung frei, Grosses Haus 19.30  – 22.10 Uhr Priscilla – Königin der Wüste Musical von Stephan Elliott und Allan Scott geschlossene Vorstellung, Grosses Haus Unterstützt von St. Galler Kantonalbank, Zürich Versiche- rungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

KONZERT 21 Uhr

Personaggi #5

Nachtzug – Late Night Music frei, LOK Unterstützt von Jutta Marxer Stiftung

KONZERT 11 Uhr

14.30 – 16.45 Uhr Einführung um 14 Uhr

Bach Cello-Suiten

Pieter Wispelwey | 5. Meisterzyklus-Konzert – 1. Teil MZ | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Der unsterbliche Kaschtschei/ Die Nachtigall

Opern von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky Abo SoN-A | VBK-2 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär KONZERT 17 Uhr Im Anschluss «Auf einen Drink mit...»

Bach Cello-Suiten

Pieter Wispelwey | 5. Meisterzyklus-Konzert – 2. Teil MZ | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

Di 12 19.30–22.20 Uhr Einführung um 19 Uhr Norma Oper von Vincenzo Bellini Abo Di | CTV | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär Fr 15 PREMIERE 19 Uhr

Cinderella

19.30 – 21.45 Uhr Einführung um 19 Uhr

Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle

Der unsterbliche Kaschtschei/ Die Nachtigall

Opern von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky Abo M-Fr | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär So 17 14.30  – 17 Uhr Hello, Dolly! Musical von Jerry Herman und Michael Stewart Abo VBK-1 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop-Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

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So 17

15 Uhr

Familienmatinee: L'elisir d'amore

Einführung in die Oper von Gaetano Donizetti für Familien mit Kindern [10+] Eintritt frei, Studio

17 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle Di 19 10 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] Schulvorstellung, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle Mi 20 17 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle Fr 22 19 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle

19.30 – 22.10 Uhr

Priscilla – Königin der Wüste

Musical von Stephan Elliott und Allan Scott frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich Versiche- rungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Sa 23 17 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle

PREMIERE 19.30 Uhr

Oper von Gaetano Donizetti Abo PP | P | frei,  Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär, Martel AG

L'elisir d'amore

So 24 11 Uhr

Liedmatinee

Mit Martin Summer und Tobias Neubauer Eintritt frei, Foyer

17 – 19.40 Uhr

Priscilla – Königin der Wüste

Musical von Stephan Elliott und Allan Scott Abo SoN-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich Versiche- rungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

KONZERT 17 Uhr

Sonntags um 5 So um 5 | frei, Tonhalle Unterstützt von Freundeskreis Sinfonieorchester St.Gallen

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Summer Music

Di 26 19.30 – 22 Uhr Der nackte Wahnsinn Komödie von Michael Frayn Abo Di | frei, Grosses Haus Mi 27 17 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle

19.30 – 22.10 Uhr

Priscilla – Königin der Wüste

Musical von Stephan Elliott und Allan Scott Abo Mi-G | Mi-mu | frei, Grosses Haus Unterstützt von St. Galler Kantonalbank, Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Do 28 19 – 21.30 Uhr Schultheatertage Ostschweiz Jubiläumsveranstaltung frei, LOK

KONZERT 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr

Fr 29

KONZERT 19.30 Uhr Einführung um 18.30 Uhr | Im Anschluss Hörwege!

19.30 – 22 Uhr

Die Planeten

8. Tonhallekonzert | Holst Glasunow Marshall Abo Do | KuT | frei, Tonhalle Unterstützt von Hans-Joachim und Edith Seifert, Tagblatt Medien

Die Planeten

8. Tonhallekonzert | Holst Glasunow Marshall Abo M | frei, Tonhalle Unterstützt von Hans-Joachim und Edith Seifert, Tagblatt Medien

Der nackte Wahnsinn

Komödie von Michael Frayn Abo S-Fr | frei, Grosses Haus

Sa 30 ZUM LETZTEN MAL 17 Uhr Cinderella Oper für junge Darsteller von Peter Maxwell Davies [6+] frei, LOK Unterstützt von Bank Julius Bär, Jutta Marxer Stiftung, jugend@tonhalle

19.30 – 22.10 Uhr

So 31

11 Uhr

Einführung in das Schauspiel von Konstantin Küspert Eintritt frei, LOK

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr

Oper von Gaetano Donizetti Abo VB-D | frei,  Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär, Martel AG

Priscilla – Königin der Wüste

Musical von Stephan Elliott und Allan Scott frei, Grosses Haus Unterstützt von St.Galler Kantonalbank, Zürich Versiche- rungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Matinee: sterben helfen

L'elisir d'amore


April Mo 01

ZUM LETZEN MAL 19.30 – 22.20 Uhr Einführung um 19 Uhr

Mi 03 Do 04

19.30 – 22.10 Uhr

KONZERT 21 Uhr

Priscilla – Königin der Wüste

Musical von Stephan Elliott und Allan Scott frei, Grosses Haus Unterstützt von St. Galler Kantonalbank, Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

More Ballads and more

Late Night Music | String Quartet meets Jazz Quartet - again! frei, LOK

So 07 11 Uhr Matinee: Der Kirschgarten Einführung in die Komödie von Anton Tschechow Eintritt frei, LOK

Norma

Oper von Vincenzo Bellini Abo VB-C | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär

Di 02 ZUM LETZEN MAL 19.30 – 21.45 Uhr Einführung um 19 Uhr Der unsterbliche Kaschtschei/

Sa 06

Die Nachtigall

Opern von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky Abo MuA | VBK-3 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär

L'elisir d'amore

Oper von Gaetano Donizetti Abo VB-B | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär, Martel AG 19.30 – 22 Uhr

Hello, Dolly!

Musical von Jerry Herman und Michael Stewart Abo VB-A | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop-Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

L'elisir d'amore

Oper von Gaetano Donizetti Abo VBK-1 | frei, Grosses Haus Unterstützt von Bank Julius Bär, Martel AG

Di 09 20 Uhr

19.30 Uhr Einführung um 19 Uhr

FAMILIENVORSTELLUNG 14.30 Uhr Familieneinführung um 14 Uhr

sterben helfen

Schauspiel von Konstantin Küspert frei, LOK

Do 11 20 Uhr

sterben helfen

Schauspiel von Konstantin Küspert frei, LOK

Fr 12

PREMIERE 19.30 Uhr

Komödie von Anton Tschechow Abo PP | P | frei, LOK

Sa 13

12 Uhr

Tanzstück von Felix Landerer Eintritt frei, LOK

Der Kirschgarten

Öffentliche Probe: Coppél-A.I.

PREMIERE 20 Uhr

sterben helfen

Schauspiel von Konstantin Küspert frei, LOK

19.30 – 22.10 Uhr

Fr 05

19.30–22 Uhr

20 Uhr

Schauspiel von Konstantin Küspert frei, LOK

Hello, Dolly!

Musical von Jerry Herman und Michael Stewart Abo Fr | frei, Grosses Haus Unterstützt von Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop-Genossenschaft, Implenia Schweiz, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

Priscilla – Königin der Wüste

Musical von Stephan Elliott und Allan Scott Abo Sa | MuB | frei, Grosses Haus Unterstützt von St. Galler Kantonalbank, Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Coop Genossenschaft, Implenia, Hirslanden Klinik Stephanshorn, Tagblatt Medien

sterben helfen

Unsere Vorstellungen und Konzerte werden ermöglicht durch:

Tickets theatersg.ch / sinfonieorchestersg.ch kasse @ theatersg.ch / Telefon 071 242 06 06 Billettkasse Montag bis Samstag 10 – 19 Uhr, Sonntag 10 – 12 . 30 Uhr Abendkasse jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung

Vorverkauf am VBSG -Schalter im Rathaus St.Gallen, Montag bis Freitag 8 – 18 . 30 Uhr

Hotline Ticketportal Telefon 0900 325 325 ( CHF 1 . 19 /Min. ab Festnetz) Ihr Billett ist auch Ihr Busticket Konzert- und Theatertickets gelten als öV-Fahrausweis in der Ostwind-Zone 210 .

Impressum Herausgeber: Theater St.Gallen / Sinfonie­o rchester St.Gallen Redaktion: Beda Hanimann (bh) Autorinnen und Autoren: Marius Bolten (mb); Armin Breidenbach (ab); Caroline Damaschke (cd); Mario Franchi (mf); Franziska Frey (ff); Anja Horst (ah); Stefan Späti (sts) Design: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen Produktion: Ostschweiz Druck AG , 9300 Wittenbach / Inserate: BB Art Service, 071 278 63 66 / Auflage: 6000 Stück / 25 . Jahrgang ISSN 1421 - 0266 Bitte richten Sie Ihre Adressänderungen an info @ theatersg.ch oder Tel. 071 242 05 05

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Hofstetstrasse 14

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9300 Wittenbach

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Terzett März 2019  

Monatsmagazin von Konzert und Theater St.Gallen

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