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Ihr Kontakt zu uns! Infos 0800 2526278 Notrufe 0800 8801188 Zentrale 0511 2148-0 www.kone.de/kontakt Wir sind rund um die Uhr für Sie da!

02/2016

KONE

Care

Informationen rund um die Instandhaltung von Aufzügen, Rolltreppen, Automatiktüren

4 Für alle, die mehr wissen wollen

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KONE bietet seinen Kunden in der Academy in Hannover, aber auch vor Ort Schulungen zu allen Themen an, die Betreiber bewegen.



Richtig geht doch ganz leicht

7 Modernisieren mit

Damit Anlagen optimal laufen, braucht es gute Abstimmung mit unseren Kunden. Wir sagen Ihnen, was Sie und wir wissen müssen.



Drittkomponenten

Manche Betreiber möchten ihre Anlagen von KONE modernisieren lassen, aber nicht mit KONE Komponenten. Für diese Fälle sind die Spezialisten gefragt.



News Rudnick hilft Der Großkunden-Servicevertrieb hat eine neue Kollegin an Bord: Dominika Rudnick. Die 38-jährige Hotelkauffrau hat bisher in internationalen Hotelketten wie Marriott, Sol Meliá, Starwood sowie Steigenberger im Vertrieb gearbeitet und dort schwerpunktmäßig Geschäftskunden betreut. Seit Mai 2016 ist sie bei KONE für die Hotel- und Tourismusbranche in der Abteilung Key Account Management Service zuständig. „Ich kenne die Herausforderungen der Hotels im operativen Bereich aus eigener Erfahrung und so weiß ich, wie wichtig Aufzüge für den Betrieb sind.“ Dominika Rudnick, 0160 90523233, dominika.rudnick@kone.com

Protestpicknick Wiens am stärksten genutzte U-Bahn-Station am Stephansplatz braucht einen zweiten Aufzug, fordert das Wiener Behindertenberatungszentrum „Bizeps“ und organisierte dafür im Sommer ein Protestpicknick. Rund 80 Aktivisten versammelten sich, um gegen die Entscheidung der Verkehrsbetriebe zu protestieren. Das Unternehmen weigert sich, die zwei Millionen Euro aufzubringen, die für die neue Anlage nötig wären. Viele Aufzugnutzer könnten (und sollten) auch die Rolltreppen nutzen, argumentiert man wenig fahrgastfreundlich.

KONE ONLINE Auf www.kone.de gibt’s weitere spannende Informationen für die Leser unserer Zeitung – etwa intelligente Wartungs- und Modernisierungslösungen. Schauen Sie einfach mal vorbei!

Das Flunder-Wunder Vor 20 Jahren revolutionierte der MonoSpace die Aufzugtechnik

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ange hatten Techniker und Ingenieure lung in seinen Grundzügen bis heute unvom maschinenraumlosen Seilaufzug verändert und unerreicht geblieben ist. geträumt: ein kompakter Antrieb, Der MonoSpace, der 1996 als weltweit montiert oben im Schacht, der den Raum erstes maschinenraumloses Aufzugsystem fürs „Triebwerk“ überflüssig macht, so Pla- auf den Markt kam, brachte viele Neuenung und Bau der Aufzüge rungen mit sich. Die WichSo klein, so leise, tigste davon war der Anerleichtert und kostengünsso kompakt tiger macht, aber auch den trieb, der so schmal, so Energiebedarf senkt ... Doch zunächst kompakt und leise war, wie man es bis waren alle Ansätze gescheitert, bis KONE dahin nicht gekannt hatte. Das Flunder1996 mit dem MonoSpace der große Wunder, das später auf den Namen „EcoWurf gelang: ein geradezu klassisches Disc“ getauft wurde, folgte ganz dem PrinTechnikdesign, das trotz Weiterentwick- zip des „Weniger ist mehr“.

Wartung: Sicher! Rolltreppen und Rollsteige gehören zu den sichersten Transportmitteln überhaupt. Und sie werden das auch bleiben, wenn bestimmte Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Im Rahmen der Wartung tun wir daher alles, damit Betreiber von Rolltreppen und Rollsteigen ihren Nutzern sichere und verlässliche Anlagen zur Verfügung stellen können. So prüfen unsere Servicetechniker unter anderem, ob Trittflächen, Abweiser, Sockelbürsten und Handlauf-Einlaufbereiche beschädigt oder verschmutzt sind, unübliche Geräusche und Vibrationen auftreten oder das Spaltmaß zwischen Stufe und Sockelblech 4 mm überschreitet. Wenn Sie als Betreiber Fragen zum Thema Sicherheit haben: Sprechen Sie uns an.  Mehr Infos unter www.kone.de

Erdacht hatte den EcoDisc der finnische Entwickler Harri Hakala. 1992 kam ihm, zwischen Home Office, Sauna und Joggingrunde, die alles entscheidende Idee, die in der Kombination von Synchronmotor und integrierter Treibscheibe bestand. Das klingt kompliziert. Und ist doch ganz einfach. Seilaufzüge hatten bis Mitte der 90erJahre voluminöse Antriebe: Es gab einen Elektromotor (oft mit Kühlgebläse) und eine außen angesetzte Treibscheibe, über diedie Seile liefen. Fortsetzung auf Seite 3


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Care

KONE AKTUELL Editorial

Jetzt werden Ihre Anlagen mobil

Wartung mit Methode

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b November 2016 erhalten Wartungskunden die Möglichkeit, sich mittels Smartphone und in Echtzeit über ihre Aufzüge und Rolltreppen zu informieren. Laufende Wartungen und Entstörungen werden in der neuen App „KONE Mobile“ übersichtlich angezeigt und gelangen auf Wunsch auch als Pushnachricht direkt aufs Gerät. So wird der Kunde informiert, sobald der Techniker an der Anlage eintrifft und die Anlage außer Betrieb geht. Eine weitere Nachricht erhält er, sobald die Wartung durchgeführt oder die Störung behoben wurde und die Anlage wieder läuft. Ebenso wird er informiert, wenn die Anlage weiter außer Betrieb bleibt. Praktisch: Kunde und Mitarbeiter können Schadens- und Störungsmeldungen direkt an uns senden oder aus der Kontaktliste der App heraus den jeweiligen Ansprechpartner direkt anrufen. Die App für iOS- und Android-Geräte steht allen Wartungskunden zur Verfügung, die für KONE Care Online freigeschaltet sind. Über Feedback zu KONE Mobile freuen wir uns: www.kone.de/feedback

Liebe Kundinnen und Kunden, unsere modulbasierte Wartungsmethode erfüllt alle Anforderungen der DIN EN 13015 zur Instandhaltung von Aufzügen und Rolltreppen. Doch welches Modul muss wie häufig durchgeführt werden? Wann muss die gesamte Anlage durchgesehen werden? Wann die Steuerung, wann der Antrieb? Das hängt von der jeweiligen konkreten Beanspruchung ab. Für die optimale Wartung einer Anlage

Hydrauliker am Ende, oder?

benötigen wir daher Infos über die Fahrtenzahl pro Tag, das Alter und den die Nutzung des Gebäudes. Danach legen wir fest, wie häufig die Anlage

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Zustand der Aufzüge, aber auch über

Hydraulikaufzüge wurden 2015 beauftragt

4 %

gewartet wird und wie oft welches Modul durchgeführt wird.

beträgt 2015 der Hydraulikanteil an den beauftragten Aufzügen

Damit können wir zugleich vorausschauend instandhalten: Fällt auf, dass sich einzelne Bauteile wie Türlaufrollen ihrer Verschleißgrenze nähern, können

15 %

wir sie rechtzeitig auswechseln, bevor

der Aufzüge, die KONE wartet, sind „Hydros“

es zum Stillstand kommt. So halten wir Ihre Anlagen gesund – und vermeiden

eht man nach den Zahlen, geht es mit Hydraulikaufzügen abwärts. So waren laut VDMA 1998 noch 66 Prozent der beauftragten Aufzüge „Hydros“, 2005 nur noch 20 Prozent, 2015 gerade einmal 4 Prozent: nämlich 662 von 17.148 georderten Anlagen. Weil beim VDMA vor allem die größeren Hersteller ihre Daten melden, während Hydraulikaufzüge eher von kleineren Unternehmen installiert werden, dürfte der tatsächliche Anteil aber etwas höher liegen. Abwärts geht es auch beim Wartungsbestand: Rund 15 Prozent aller Anlagen, die KONE wartet, sind hydraulisch betrieben. 2012 waren es noch 30 Prozent. Und doch: HydroHersteller haben die Technik weiterentwickelt, um dem Konkurrenzdruck der Seilaufzüge besser standhalten zu können. Und in Nischen sind Hydrauliker den Seilaufzügen nach wie vor überlegen. Da ziehen wir erstens den Hut und verweisen zweitens auf S. 6 mit Hintergrundinfos.

Störungseinsätze. Viel Spaß beim Lesen und Blättern in der neuen KONE Care! Ihr

Lödige in KONE aufgegangen

S Impressum KONE GmbH Aufzüge · Rolltreppen · Automatiktüren Vahrenwalder Straße 317, 30179 Hannover www.kone.de Chefredaktion: Nicole Köster (v.i.S.d.P.), Leiterin Marketing & Kommunikation, Tel. 0511 2148-606, nicole.koster@kone.com Redaktion & Gestaltung: MT-Medien GmbH, Hannover, www.mt-medien.com Abb.: Bizeps S. 1, M. Fend S. 3, gvictoria / Shutterstock.com S. 6, Fr. G. Edwards S. 8, Wiese Foto + Film S. 8. Alle weiteren Bilder: KONE GmbH und KONE Corp.

 100% PEFC zertifiziert Dieses Papier stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. www.pefc.de PEFC/04-31-1739

eit zehn Jahren war die Lödige Aufzugstechnik GmbH ein Teil der KONE Gruppe. Nun ist das Unternehmen mit der KONE GmbH verschmolzen. Für bisherige LödigeKunden bringt das viele Vorteile: Das Technikernetz ist dichter, das Angebots- und Leistungsspektrum breiter. Und der Zugriff auf das Know-how von KONE ist leichter, da Servicetechniker, Innendienstler und Servicemeister von Lödige nun in das Mutterunternehmen integriert sind. Für die Kunden ändert sich zunächst nichts. Die bekannten Gesichter der Servicetechniker bleiben. Auf Dauer können sich die Zuständigkeiten allerdings ändern. Da die Routen der Techniker regelmäßig optimiert werden, um die Fahrzeiten zwischen den Anlagen möglichst kurz zu halten, können Aufzüge an andere Wartungsmonteure und damit auch an einen neuen vorgesetzten Teamleiter Service übergeben werden. Die Qualität aber bleibt.

Nicht vergessen: Kräfte messen!

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utomatische Tore haben Kraft. Mitunter zu viel Kraft. Dann können beim Schließen Personen verletzt oder Waren beschädigt werden. Damit das nicht passiert, fordert die Arbeitsstättenregel ASR A1.7 „Türen und Tore“ die Messung der sogenannten Betriebskräfte, und zwar im Rahmen der jährlichen sicherheitstechnischen Prüfung der Anlage. Die betriebsgenossenschaftliche Regel BGR 232, die keine Schließkraftmessung kannte, ist längst nicht mehr gültig. „Viele denken: Die Prüfung brauchen wir nicht; die Tore haben doch Sensoren. Aber das ist falsch“, sagt Tür- und Tortechniker Holger Bausch. „Noch immer gibt es viele Anlagen ohne Absicherung. Wenn einer dazwischenkommt, wird er eingeklemmt.“ Und selbst wenn eine Abschaltautomatik vorhanden ist, ist nicht garantiert, dass sie rechtzeitig greift. „Ich kann daher nur raten, die Schließkraftmessung bei der nächsten regulären Wartung unbedingt nachzuholen“, sagt Techniker Bausch, der die Anlagen einer großen Mainzer Klinik wartet. Bei Bedarf lassen sich die Anlagen meist leicht nachrüsten. Im Falle des Mainzer Krankenhauses wurden die Sektionaltore nachträglich mit Lichtgittern ausgestattet. Sie sichern die Anlagen berührungslos ab. „Selbst wenn dann noch etwas passieren sollte: Die Betreiber sind auf der sicheren Seite“, sagt Bausch.


KONE

Care

TITEL

Fortsetzung von Seite 1

Das Flunder-Wunder

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An denen wiederum hingen Kabine ment abgeleitet“, erklärt der Trainingsund Gegengewicht. „Zwischen dem schnell entwickler. drehenden Elektromotor und der TreibWie genial Hakalas Ansatz war, zeigt scheibe lag das Getriebe: Die Untersetsich im Rückblick: Kurz nach Einführung zung im Getriebe sorgte dafür, dass sich des MonoSpace zogen andere Hersteller die Treibscheibe viel langsamer dreht“, ernach, sodass maschinenraumlose Seilaufklärt Trainingsentwickler Roland Grunenzüge bald zum Standardprodukt wurden berg, der damals die Installation der ersten und die Hydrauliktechnik verdrängten. MonoSpace begleitete. Das Prinzip des MonoSpace Wozu noch ein ist bis heute unverändert Hakalas Idee bestand Maschinenraum? geblieben, während das Prinnun darin, einen langsam zip des EcoDisc – der Synchronmotor mit laufenden Synchronmotor einzusetzen, der sich mit maximal 90 Umdrehungen pro integrierter Treibscheibe – auf alle Seilaufzüge von KONE übertragen wurde. Minute begnügt und von einem Frequenzumformer angesteuert wird. Einzi„Selbst KONE Hochleistungsaufzüge werges bewegliches Bauteil des Motors war den nach dem gleichen Antriebsprinzip der Rotor, der Bremsscheibe, Treibscheibe bewegt“, sagt Grunenberg. und Permanentmagnete in sich vereinte. Auch sonst hat sich in den vergangenen 20 Jahren viel getan: Der MonoSpace „Jetzt hatten wir einen Antrieb, der kann heute mit bis zu 5  t Traglast gelieohne Getriebe auskam und bei gleicher fert werden. Auch besondere EnergieMotorleistung rund 50 Prozent weniger Energie benötigte, wie schon die ersten Messungen zeigten“, berichtet Grunenberg. „Zudem war er deutlich kleiner als alle anderen Aggregate, die es bis dahin gab.“ Denn statt des axialen Aufbaus war der neue Antrieb radial aufgebaut. „Mit gerade einmal 200 mm Tiefe war der EcoDisc schmal genug, um im Schachtkopf installiert werden zu können – und zwar auf der Seite des Gegengewichts zwischen Führungsschiene und Schachtwand“, erklärt er. „Der bislang notwendige Maschinenraum war jetzt überflüssig. Der Aufzug brauchte nur noch einen Raum. Daher auch der Kunstname MonoSpace, der so viel wie Einraum-Aufzug bedeutet.“ Ein weiterer Vorteil ist die geringere Lärmentwicklung: Da der schwingend gelagerte Antrieb direkt an den Führungsschienen befestigt ist, wird nur sehr wenig Körperschall auf Schacht und Gebäude übertragen. „Stattdessen werden die statischen und dynamischen Kräfte direkt Der MonoSpace machte nachträglich über die Führungsschienen zum Fundainstallierte Seilaufzüge möglich.

effizienz durch Netzrückspeisung oder bauliche Besonderheiten wie verkürzte Schachtköpfe und Gruben können realisiert werden. Kunden können zwischen unzähligen Optionen und Designvarianten wählen, die Kabinengrößen bei Bedarf zentimetergenau bestimmen. Mit der Verbreitung maschinenraumloser Anlagen begann die Verdrängung hydraulischer Aufzüge (dazu S. 2), die in üblichen Wohn- und Geschäftshäusern mit bis zu fünf Etagen praktisch die Standardlösung waren: zwar vergleichsweise teuer im Unterhalt aufgrund des hohen Energieverbrauchs und allfälliger Ölwechsel, doch billig in der Anschaffung. Seilaufzüge dagegen kamen deutlich teurer. „Seiltechnik fand daher dort Verwendung, wo Hydros mit ihrer begrenzten Förderhöhe und Förderleistung – gemessen an der Zahl der Fahrten bzw. Fahrgäste pro Stunde – nicht sinnvoll eingesetzt werden konnten, vor allem in höheren und höherwertigen Hotels und Bürobauten“, sagt Grunenberg. Mit dem MonoSpace und mit dem Wegfall des Maschinenraumes wurden Seilaufzüge deutlich kostengünstiger, die Nachrüstung von Gebäuden mit Seilaufzügen im Grunde überhaupt erst möglich. „Man spart einen ganzen Raum ein: samt Estrich, Elektrik und allem, was für einen Maschinenraum benötigt wird“, sagt Architekt Theodor Tiarks aus Burgdorf bei Hannover, der vor allem Gewerbebauten plant. „In der Summe entfallen Kosten

Zugspitze: Der Berg ruft

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eutschlands höchstgelegener Aufzug ist ein KONE. Das Unternehmen installiert die Anlage auf 2.944 m Höhe in der Bergstation der neuen „Seilbahn Zugspitze“, die im Dezember 2017 den Betrieb aufnehmen wird. Die Seilbahn soll die bestehende Eibsee-Seilbahn ersetzen und die Wartezeiten für Besucher des höchsten deutschen Berggipfels (2.962 m) stark verkürzen. Ein zweiter Aufzug wird voraussichtlich ab Ende November 2016 in der ebenfalls neuen Talstation montiert, die 1.945 m tiefer liegt. Die Fahrt von dort auf den Berg wird spektakulär, steht doch künftig zwischen Berg- und Talstation nur noch eine einzige, 127 m hohe Stahlbaustütze.

Die Herausforderung des Projektes liegt in der Anlieferung der Teile und der Montage: Da auf der Bergspitze Lagerfläche fehlt, muss alles punktgenau mit der Materialseilbahn angeliefert und sofort verbaut werden. Dazu die schwierigen klimatischen Bedingungen durch starke Winde, Kälte und Schnee. Im Jahresmittel liegt die Temperatur auf der Zugspitze bei – 4 Grad Celsius, im Winter bei unter –20 Grad. Daher erhält der Aufzug oben eine Heizung im Schachtkopf. Die Besucher werden beide Anlagen nur ausnahmsweise nutzen. Sie dienen vor allem der Versorgung der verschiedenen, auch gastronomischen Einrichtungen auf der Zugspitze.

Kraftpaket: 7 MonoSpaceAntrieb

von Zehn- bis Fünfzehntausend Euro für einen Raum bzw. für Flächen, die Investoren viel profitabler fürs Wohnen oder Arbeiten nutzen können.“ So ganz einfach aber konnte sich die neue Technik nicht durchsetzen. „Für die Prüfer vom TÜV, aber auch die Bauherren hatte ein Seilaufzug einen Maschinenraum zu haben“, sagt Normenmanager Thomas Lipphardt. „Da gab es viele Vorurteile.��� Schließlich musste KONE vor Installation der ersten Anlagen in Deutschland noch eine Sondergenehmigung einholen. „Der Steuerschrank benötigte ein Fenster, das bei einer Notbefreiung den Blick auf den Antrieb möglich machte“, berichtet Lipphardt. „Damit der Techniker sehen ■ kann, ob sich der Motor dreht.“

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Care

KONE RECHT+NORMEN

Gute Wartung allein genügt nicht Betreiber brauchen die Gefährdungsbeurteilung

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um sicheren Betrieb des Aufzugs gehört neben der Wartung die Gefährdungsbeurteilung (GBU). Sie soll sicherstellen, dass die Aufzüge auf dem Stand der Technik betrieben werden. Bleibt die Frage: Was hat der Betreiber zu tun? Die Verordnung fordert, dass nur Aufzüge betrieben werden dürfen, die regelmäßig gewartet werden und auf dem Stand der Technik sind (dazu der Kasten S. 6). Diese Forderung besteht seit ihrer Einführung 2003, wurde aber bislang nicht unbedingt beachtet.

Seit die Verordnung jedoch die Betreiber als Arbeitgeber einstuft, steigt die Nachfrage nach Gefährdungsbeurteilungen (GBU) an, die KONE als „Sicherheitsanalyse zum Stand der Technik (SST)“ anbietet. „Mit der GBU bzw. der SST kann der Betreiber feststellen lassen, ob eine Anlage noch auf dem Stand der Technik ist oder ob sie nachgerüstet oder gar ausgetauscht werden muss“, sagt Frank Gabriel, Servicevertriebsleiter für die Region West. Gab es bislang keine GBU oder liegt die letzte zehn Jahre zurück, so ist sie in jedem Fall fällig. Ansonsten sollte sie alle zwei Jahre zumindest erwogen werden. Bei Nutzungsänderungen des Gebäudes oder einzelner Teile – etwa durch Einzug einer Arztpraxis in ein Wohngebäude – ist die GBU ebenfalls erforderlich. Am besten KONE fragen. Überraschenderweise lassen viele Betreiber erst die Anlagen modernisieren, um sie anschließend einer GBU zu unterziehen. Geht das überhaupt? „Ja“, sagt Gabriel. „Da wir wissen, worauf es ankommt, können wir die Anlagen so erneuern, dass die GBU nachher mängelfrei ist.“ Rechtlich, aber auch der Sache nach ist die Reihenfolge egal. „Entscheidend ist, dass etwas für die Sicherheit der Anlagen getan wird.“

Schon mal gehört? Die Umfeldbetrachtung Die sogenannte Umfeldbetrachtung ist Teil der Gefährdungsbeurteilung (GBU), sofern Betreiber „echte“ Arbeitgeber sind: klassischerweise Unternehmen, deren Mitarbeiter die Aufzüge auf dem Weg von und zum Arbeitsplatz nutzen. Dann werden durch eine Umfeldbetrachtung mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen festgestellt. Die Umfeldbetrachtung muss der Arbeitgeber selbst bzw. durch seine Fachkraft für Arbeitssicherheit („Sicherheitsingenieur“) vornehmen. Damit will man klären, ob aufgrund der Umstände und möglicher Vorgaben der Berufsgenossenschaften vom Stand der Technik als dem Ziel der Modernisierung abgewichen werden muss und ergänzende Sicherheitsmaßnahmen nötig sind. KONE schlägt entsprechende Lösungen vor. Werden etwa Lasten mit Hubwagen in die Kabine gefahren, müssen die Türschwellen dafür ausgelegt sein. Auf Vandalismusgefahr muss mit gesicherten Bedientableaus reagiert werden. Und wenn die Kabine nicht bündig hält, kann der Betreiber die technische Lösung wählen oder auf Alternativen ausweichen wie die Einweisung der Nutzer. Sie ist bei konstantem Nutzerkreis möglich. Nun war von „echten“ Arbeitgebern die Rede. Und die „unechten“? Das sind Betreiber, die den Aufzug z. B. zu wirtschaftlichen Zwecken zur Verfügung stellen (Erhöhung des Immobilienwertes) und dadurch laut BetrSichV einem Arbeitgeber gleichgestellt sind.

Wissen, was Betreiber bewegt Trainings für Kunden in der KONE Academy und vor Ort

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ONE bietet Kunden Führungen und Schulungen in der KONE Academy in Hannover, aber auch vor Ort an. Interessenten können sich ihr Programm aus einer Reihe von Modulen individuell zusammenstellen. Ganztägige Schulungen sind möglich. Meist aber bevorzugen Kunden halbtägige Veranstaltungen für Mitarbeiter und Führungskräfte aus Verwaltung und Technik. Klassiker in Hannover ist die Führung durch die Academy mit ihren vielen Aufzügen, Rolltreppen, Tür- und Toranlagen, gefolgt von einer Einführung in die Fördertechnik – also Aufzugs- und Rolltreppentechnik – sowie einem normativen Teil. Dabei steht die Betriebssicherheitsverordnung im Zentrum. Eine häufig nachgefragte Variante für Vor-Ort-Schulungen ist die Einführung in die Fördertechnik, kombiniert mit den Modulen „Inhalt und Umfang von Wartungen“ und „Digitale Notruftechnik“. „Wir stellen das Programm ganz nach den Wünschen der Besucher zusammen“, sagt Trainingsentwickler Roland Grunenberg, der gemeinsam mit Normenmanager Thomas Lipphardt die meisten Veran-

staltungen leitet. Auch größere Gruppen sind willkommen. „Platz ist genügend da!“ sagt Grunenberg und lächelt.

Für Beratung und Anmeldung fragen Sie bitte Ihren KONE Verkäufer.

Das KONE Trainingsund Schulungszentrum in Hannover


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KONE SERVICE

Aufzüge richtig warten Gute Absprache hilft, die Wartung zu optimieren

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ie neue Betriebssicherheitsverordung für Aufzüge hat viele Fragen aufgeworfen. Wir haben sie meist mit Blick auf das beantwortet, was sich verändert hat. Aber wie läuft das mit der Wartung überhaupt? Wer legt fest, wann was gemacht wird? Die Entscheidung, wie häufig ein Aufzug gewartet wird, hat letztlich der Kunde. Er ist verantwortlich für den Betrieb. Also muss er entscheiden. So steht es in den Technischen Regeln zur Betriebssicherheit (TRBS 3121), die die Betriebssicherheitsverordnung erläutern. Natürlich muss sich der Kunde dabei auf den Rat des Fachunternehmens verlassen können. Ein Aufzug im Wohngebäude mit vier bis sechs Haltestellen, der monatlich mehr als 3.000 Mal fährt? Da lautet der Rat auf vier Technikerbesuche im Jahr. Die quartalsweise Wartung ist übrigens das wohl am häufigsten gewählte Wartungsintervall für Aufzüge (und für Rolltreppen). KONE richtet sich bei der Festlegung der Wartungsabstände zunächst nach den Nutzungsbedingungen des Aufzugs. Je häufiger die Anlage genutzt wird, je mehr Menschen pro Fahrt transportiert werden, desto stärker wird sie beansprucht und desto häufiger sollte ein Techniker vorbeischauen. Auch der Standort ist wichtig: Ein Feuerwehraufzug im Kranken- oder Hochhaus muss hundertprozentig funktionieren. Ein Aufzug im Hotel sollte

ebenfalls sehr zuverlässig arbeiten, wenn der Hotelier seine Gäste nicht verärgern will. Hier können sechs, acht oder zwölf Wartungen jährlich angeraten sein. Gibt hingegen der Aufzug in der Privatvilla oder der „Lastenesel“ im Gewerbebau seinen Geist auf, ist das lästig. Es bedeutet aber weder Gefahr noch unzumutbare Belastungen für Fahrgäste. Hier können ein oder zwei Wartungen im Jahr genügen. Dazu kommen weitere Aspekte: Gibt es Vandalismus? Ist die Anlage der Witterung ausgesetzt? Oder ist sie älter als zehn Jahre? Dann sind tendenziell mehr Wartungen notwendig. Die Anzahl der jährlichen Wartungen beruht auf Erfahrung. Weltweit wartet KONE mehr als eine Million Aufzüge, Rolltreppen, Automatiktüren und Tore. Diese Daten lassen viele Rückschlüsse zu. Zugleich orientiert sich das Unternehmen an der VDI-Richtlinie 3810 über das Betreiben und Instandhalten von gebäudetechnischen Anlagen – und natürlich auch am Budget des Kunden. Wobei KONE darauf achtet, dass nicht an der Sicherheit gespart wird. Ein weiteres Regelwerk wird im Zusammenhang mit dem Thema Wartung häufiger genannt: die DIN EN 13015. Sie regelt, wie Aufzüge und Rolltreppen instandgehalten werden sollten. Der Kunde muss sich damit also nicht beschäftigen. Er sollte nur darauf achten, dass das beauftragte Unternehmen wie eben KONE nach 13015 zertifiziert ist, also weiß, wie man richtig wartet.

Aufzugwartung: Drei Stufen zum Glück

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oga kennt acht Stufen zur Vollkommenheit. Ihr Aufzug muss nur drei erklimmen, um glücklich zu sein. Die erste ist die jährliche Kontrolle durch eine Prüforganisation, die zweite die regelmäßige Wartung durch einen Servicetechniker, die dritte die Inaugenscheinnahme durch die sogenannte beauftragte Person: eine einfache Funktionskontrolle, die im Prinzip jedermann vornehmen kann. Sie wird vor Ort ausgeführt vom Hausmeister, einem Bewohner oder einem Mitarbeiter – von einer zuverlässigen Person, die vom Aufzugbetreiber beauftragt

werden muss und ihre Kontrolle zu dokumentieren hat. Das Intervall der Inaugenscheinnahme – Pi mal Daumen jede Woche – sollte mit KONE abgestimmt werden. Bei der Inaugenscheinnahme prüft die beauftragte Person in den Bereichen des Aufzugs, die allgemein zugänglich sind: Klappert etwas? Sind Handläufe oder Notsitze locker? Sind ungewöhnliche Geräusche zu hören? Kurz: Ist irgendetwas durch Sehen, Fühlen, Hören oder Riechen zu bemerken, das dem sicheren Betrieb im Wege stehen könnte? Wenn ja: Aufschreiben und KONE anrufen.

Die beauftragte Person Sie geistert durch die Branche wie der Aufzugwärter. Aber was bedeuten die Begriffe? Der „Aufzugwärter“ stammt aus einem überholten Regelwerk. Er bedeutet heute gar nichts mehr. Vergessen Sie ihn. Die „beauftragte Person“ kann laut Regelwerken zwei Aufgaben übernehmen: die Personenbefreiung (wofür eine spezielle Einweisung notwendig ist) und/oder die Inaugenscheinnahme. Theoretisch kann diese Person auch Aufzugführer sein, wie er früher in Kaufhäusern und Hotels gang und gäbe war, heute aber kaum noch zu finden ist.

KONE Wartung: So geht’s!

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KONE HINTERGRUND

Abseits vom Mainstream Hydraulikaufzüge haben sich ihre Nischen erobert droMo et d y H ign Das st gee it ... i t e k m Pa lagen t für An ennlas

kg N eit 1.000 indigk max. eschw he G s / rhö 1,0 m Förde max. 30 m . x llen / a e t m altes H 8 . n max gänge 16 Zu

Alles neu mit „HydroMod“ Für hydraulische Aufzüge gilt dasselbe wie für Seilaufzüge: Die Anlagen müssen auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden. So fordert es die Betriebssicherheitsverordnung. Für diesen Zweck bietet KONE das Modernisierungspaket KONE HydroMod 200 an. Dabei wird – mit Ausnahme des Zylinders – die komplette Antriebskette ausgetauscht: Steuerung, Motor, Öltank und die gesamte Schachtelektrifizierung. Im gleichen Zug ist eine Erneuerung der Signalisation sinnvoll, also der Anzeige- und Bedienelemente. „HydroMod funktioniert bis 1000  kg Tragkraft und 1 m/s Tempo perfekt und ist damit für die meisten Hydraulikaufzüge einsetzbar“, sagt Matthias Meiner, Produktmanager für Modernisierungslösungen. „Das Paket kann gleichermaßen zur Erneuerung direkt und indirekt betriebener Anlagen genutzt werden. Die Lage des Maschinenraums spielt nahezu keine Rolle.“ Die im Rahmen von HydroMod eingesetzten neuen Ventile und ihre Ansteuerung helfen, den Fahrkomfort der Anlagen zu erhöhen und ihren eher hohen Energieverbrauch zu senken. „Das heißt im Ergebnis mehr Energieeffizienz und Zuverlässigkeit“, sagt Meiner. Darüber hinaus entsprechen die Komponenten der neuen Norm für Neuanlagen: der DIN EN 81-20. „Damit ist alles sicher“, sagt Meiner. Mehr Infos? Hat Ihr KONE Verkäufer.

Was war noch mal der Stand der Technik?

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ls KONE 1996 den ersten maschinenraumlosen Seilaufzug auf den Markt brachte, war der Hydraulikaufzug noch Standard. Heute ist er ein Nischenprodukt für neue und bestehende Gebäude. Gleichwohl hat die Technik ihre Fans. In der Hamburger U-Bahn etwa werden Bahnstationen regulär mit „Hydros“ nachgerüstet. „Warum, ist mir schleierhaft“, sagt KONE Verkäufer Christian Leppin. „Gleichwohl gibt es Anwendungsfälle für den Hydraulikaufzug, in denen er punkten kann.“ Gibt es so etwas wie Faustregeln für den Einsatz? „Meist sind es tatsächlich Einzelfälle“, sagt Leppin. Aber dann gibt

es doch die Regel, die die Ausnahmen bestätigt. „Wenn Anlagen bei höheren Traglasten ab etwa 1,6  t nur noch mit normalen Schachtgruben geliefert werden können, kann der Hydro im Vorteil sein.“ Denn für normale Schachtgruben braucht es bei höheren Traglasten etwa 1 bis 1,5 m Grubentiefe, die im Rahmen eines Komplettaustausches aufwendige Eingriffe in die Fundamentplatte erforderlich machen können. Der Hydro kommt hingegen mit nur 40 cm Tiefe aus. Vorteilhaft ist auch der Wegfall von Antrieb und Gegengewicht im Schacht, der größere Kabinen in Bestandsgebäuden zulässt.

Ganz aus Stahl: der Hydraulikaufzug in der Glaspyramide des Louvre in Paris Allerdings haben Hydros ihre Tücken. „Je häufiger sie genutzt werden, desto stärker wirkt sich der generell höhere Aufwand für die Instandhaltung der Anlagen aus. Deshalb werden sie in neuen Gebäuden tendenziell für den Transport von Lasten eingesetzt, zum Beispiel in Gewerbebauten und Einkaufszentren“, stellt Leppin fest. Denn Steuerblock, Hydraulikzylinder und Hydrauliköl brauchen eben mehr Pflege als die Komponenten vergleichbarer Seilaufzüge.

Nach der Betriebssicherheitsverordnung dürfen Aufzüge nur dann betrieben werden, wenn sie dem Stand der Technik entsprechen. Dieser wird in der neuen DIN EN 81-20 definiert. Jedoch gilt bis September 2017 übergangsweise das alte Regelwerk DIN EN 81-1/2. Deshalb dürfen Neuanlagen bis zum Stichtag 31. August noch mit der bisherigen Norm in Verkehr gebracht werden. Der Modernisierungsbedarf bestehender Aufzüge ergibt sich aus der Differenz zwischen Ist-Zustand des Aufzugs und dem Stand der Technik, der in der Übergangszeit durch beide Regelwerke bestimmt wird.


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KONE MODERNISIERUNG

Der Mann für schwere Fälle Mit dem Technischen Spezialisten unterwegs

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Spezialisten parallel in der Academy. Wir wollen ja unser Know-how nicht für uns behalten, sondern es mit den Kollegen aus dem Service teilen, besonders mit den Kompetenzträgern.

Sie mögen Aufzüge, David? Ja, unbedingt. Wobei man Aufzugtechniker nicht lernen kann. Das geht nur über Umwege. Ich selbst bin Elektroinstallateur, später habe ich mich berufsbegleitend zum staatlich geprüften Automatisierungstechniker qualifiziert. Da war ich schon in der Branche.

Das sind Spezialtechniker? Sozusagen. Kompetenzträger sind Servicetechniker, die über eine Sache besonders gut Bescheid wissen, von der Spezialisten wiederum noch mehr Ahnung haben. Eigentlich ganz einfach. Wenn ein Servicetechniker nicht weiterkommt, fragt er den Kompetenzträger, der sich bei bestimmten Anlagentypen oder Bauteilegruppen besonders gut auskennt: Einer kann besonders gut Notruf, ein anderer Schindler-Anlagen und so weiter. Und wenn der Kompetenzträger nicht weiterkommt, zieht er den Spezialisten hinzu.

Und dann arbeiten Sie auch als Trainer. Ja, im Schulungszentrum in Hannover oder vor Ort. Wobei jeder sein Spezialgebiet hat. Meines ist Otis, weshalb ich in der Otis-Trainergruppe bin. Zusammen haben wir einen Simulator mit einer Otis-Steuerung gebaut. Damit bieten wir Tagestrainings in den Büros an. Und wenn alles gut geht, bekommen wir einen kompletten Standardaufzug von Otis in die Academy. Sie geben Ihr Wissen gern weiter? Ja. Deshalb engagieren sich die meisten

Und wenn Sie nicht weiterkommen? Kann ich mir gar nicht vorstellen. (Lacht.) Aber nehmen wir den Fall mal an, dann haben wir den Technischen Service Support, der wiederum Teil eines weltweiten KONE Netzwerkes ist: des Maintenance Field Supports. Das sind halt unsere Auf-

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enn bei Aufzügen außergewöhnliche Fehler auftreten, kommen die Technischen Spezialisten ins Spiel. Einer von ihnen: David Donath (37) vom Berliner KONE Büro.

zuggurus. Aber dann ist der Fehler schon sehr, sehr speziell.

Wenn’s kompliziert wird, ist Spezialist David Donath zur Stelle.

Wie kommen Sie zu Ihren Fällen? Entweder melden sich die Servicetechniker bei mir. Oder der Großkunden-Servicevertrieb kommt auf mich zu. Daneben gibt es von unserer EDV erzeugte Statistiken, die die Spezialisten und die Teamleiter Service regelmäßig durchschauen – jeder für seinen Bereich. Ich bin zum Beispiel für ganz Berlin zuständig. Lieber bin ich allerdings draußen bei den Anlagen.

Sie kommen immer, wenn es hakt. Eigentlich nicht so schön, oder? Die Kunden freuen sich, wenn ich komme, und ich helfe gern. Natürlich macht mir die Fehlersuche auch Spaß. Aber eine störungsanfällige Anlage wieder in einen technisch einwandfreien Zustand zu bringen, ist ein gutes, befriedigendes Gefühl.

Die Spezialisten Über die Arbeit des neuen Teams Drittkomponenten-Modernisierung

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ONE verkauft und installiert KONE Komponenten: Das ist keine Überraschung. Aber KONE verkauft und installiert auch Drittkomponenten, die auf dem freien Markt erhältlich sind: Türen von Meiller, Triebwerke von LiftEquip, Einsatzkabinen von Gollay und vieles andere mehr. „Viele wissen gar nicht, dass wir das in größerem Umfang machen“, sagt Modernisierungsspezialist Ulrich Driller. So startete Mitte Oktober eine umfangreiche, bis Mitte Dezember dauernde Erneuerung von sechs Anlagen in Frankfurt am Main, in Auftrag gegeben von der Frankfurter Aufbau AG. „Das ist fast ein Komplettaustausch“, sagt Driller. „Wir übernehmen von den vorhandenen Aufzügen nur Führungsschienen und Gegengewichte.“ Warum aber werden keine KONE Komponenten verwendet? Manche Kunden möchten sich nicht an einen Hersteller binden und schreiben gezielt Komponenten aus, die auf dem freien Markt erhält-

lich sind. Teilweise werden bestimmte Fabrikate gefordert, mit denen der Kunde in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat. Auch gehen unsere Kunden bei Einsatz „nicht konzerngebundener Produkte“ von mehr Freiheit bei der Wahl ihres Wartungsunternehmens und der Ersatzteile aus. Um solche Projekte verstärkt abwickeln zu können, hat KONE eine neue, 14 Mann starke Einheit gegründet, die sich speziell um Aufzugmodernisierungen, aber auch um Aufzugneuanlagen mit Drittkomponenten kümmert. Weiterhin betreut das Team Modernisierungen von Anlagen der von KONE aufgekauften Unternehmen. „Stammt der Aufzug beispielsweise von Hävemeier & Sander, Bauer oder Koch, landet das Projekt ebenfalls auf unserem Schreibtisch“, sagt Driller. Das MOD-Team besteht aus bundesweit vier Meistern, die die Modernisierungsprojekte vor Ort abwickeln: Sie besprechen sich mit den Kunden vor Ort, sie kontrollieren die Baustellen und sie

haben ein Auge auf den Ablauf der Arbeiten, die durch speziell geschulte Subunternehmen durchgeführt werden. Die eigentliche Inbetriebnahme ist Aufgabe der Inbetriebnehmer, die auch die TÜV-Prüfungen begleiten. Im Hintergrund arbeiten mehrere Mitarbeiter im Technischen Support, darunter auch Ulrich Driller. Kunden von KONE und deren Mitarbeiter haben mit den Kollegen der Drittkomponenten-MOD normalerweise erst dann Kontakt, wenn der Kunde KONE beauftragt hat. „In der Angebots- und Planungsphase läuft alles über den Verkäufer, den wir im Hintergrund unterstützen“, sagt der Modernisierungsspezialist. Er und die anderen Kollegen des neuen Teams waren übrigens zuvor bei Lödige beschäftigt. Das Tochterunternehmen, das im Juni in KONE aufgegangen ist, war der Spezialist für Drittkomponenten-Projekte. „Das ist ein Markt, den KONE mit dem neuen Team ausbauen will“, wie Driller sagt. Dabei übernimmt das MOD-Team auch Standardmodernisierungen. „Wenn

Fremd- oder Drittkomponente? Mit „Fremdkomponenten“ bezeichnet KONE alle Bauteile, die nicht von KONE stammen. Das sind zum Ersten Komponenten der Wettbewerber, allen voran Otis, Schindler und Thyssen. Diese verkaufen ihre Bauteile nur für Anlagenreparaturen. Zu den Fremdkomponenten zählen aber auch die Drittkomponenten: Türen von Meiller oder Wittur, Triebwerke von LiftEquip, Einsatzkabinen von Gollay und so weiter. Diese Bauteile werden von den kleineren und mittelgroßen Unternehmen ohne eigene Aufzugproduktion eingekauft und in der Baustelle zu kompletten Aufzügen zusammengesetzt.

eine Genossenschaft neben zwei Hydraulikaufzügen acht ‚normale’ modernisieren lassen will, übernehmen wir der Einfachheit halber das ganze Projekt.“

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Care

KONE DIES+DAS

Kreuzworträtsel berühmt, weithin angesehen Nachlassempfänger

Stadt u. See in KletterPennsyl- pflanze vania Aufsehen; rasender Beifall

4 6 5 7 3 2 9 8 1 Pferd

behutsam hinlegen

sehr große Kraft

Kurzwort für Jugendliche(r)

arabischer Männername

ruhelos, rastlos

Prägewerkzeug

Ackergrenze

Mailänder Opernhaus

Pferderennbahn bei London

Binnenstaat in Ostafrika

lieber, wahrscheinlicher

Schmuckstein

Bindewort

unbestimmter Artikel

sagenhafte Insel im hohen Norden

jeder ohne Ausnahme

zu keiner Zeit

Kopfbedeckung Fluss zur Aller (Oberharz)

verbrauchtes Schmiermittel

Ringel-, Saugwurm

Arbeitsentgelt

ital. Wallfahrtsort

aufhören

Einfuhr

Denksportaufgabe

eine Zahl natürlicher Kopfschmuck

Fremdwortteil: fern

biblischer Stammvater

Wasserfahrzeug

Lebewesen

Bundesstaat der USA

Tanzart mit Spezialschuhen

nur wenig

eine Blume; ein Gewürz

Gepfloentlohnen, genheit, vergüten Brauch

Rollkörper

polizeiliche Großaktion

Leib, Gestalt italienische Weinstadt

Blasmusiker

portugieSchwanzsischer Seefahrer lurch (Vasco da)

runde Schneehütte

schlank und geschmeidig

germanischer Wurfspieß

Verhältniswort

Felseninsel bei Marseille

Schwerathlet

Zwischen Himmel und Erde

das Ich (lateinisch)

Längeneinheit

Dichtungs-, Klebematerial

baschkirische Hauptstadt

Platz, Stelle

Lösungswort: MONOSPACE

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Lösung:

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Mit Seil, Netz und Gottvertrauen

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uchstäblich herausragend sind Griechenlands Meteora-Klöster auf den bis zu 400 m hohen Felsen. Dort ließen sich seit dem 10. Jahrhundert Mönche und Einsiedler auf Gottessuche nieder. Noch heute sind sechs Klöster bewohnt. Doch wie kamen Männer und Material auf die Felsen? Am Anfang stemmten sie mühsam Holzstufen in die Felswände oder ließen Strickleitern herab. Später bauten sie primitive „Aufzüge“: An Seilen wurden Netze befestigt und mittels Holzwinden nach oben gezogen. Heute führen Straßen und Treppen die Besucher zu den Klöstern. Und die Mönche? Sie sind mit der Zeit gegangen und haben im Kloster Agios Nikolaos Anapafsas ihren ganz speziellen Aufzug entwickelt. Da an der hohen Felswand kein Schacht gebaut werden konnte, wurde er durch vier straff gespannte

Stahlseile ersetzt: An ihnen wird der Fahrkorb durch Rollen entlanggeführt. Der Aufhängung der Kabine dienen weitere Stahlseile, bewegt von einem E-Motor: Er zieht den Fahrkorb nach oben, wo die Seile auf einer Trommel aufgewickelt

werden. So überwindet der Klosteraufzug 20 m Höhe. Dem Stand der Technik entspricht die Anlage sicher nicht. Die beiden Mönche des Klosters nutzen sie dennoch gern, erspart sie ihnen doch die Mühsal des Treppensteigens.

Manche Projekte brauchen langen Atem. 1957 kam ein sowjetischer Forscher auf die Idee eines Weltraumaufzugs, der Mensch und Technik ohne Raketentechnik von der Erde 36.000 km hoch ins Weltall befördert. Seither ist man – wen wundert’s – nicht wirklich weiter gekommen. Vielleicht löst ja der Wissenschaftsnachwuchs das Problem. Dazu trafen sich an der TU München ein halbes Dutzend Schüler- und Studententeams aus Deutschland und Japan zur „European Space Elevator Challenge“, um ihre in monatelanger Arbeit entwickelten Ansätze vorzustellen. So setzte die Wiesbadener Gutenbergschule auf ein Lego-Modell, das das 20 m hohe Testseil problemlos, jedoch im Schneckentempo erklomm. Fixer ging es mit dem Modell „Thunfisch“ japanischer Studenten, das sich knapp 100 m am Seil hochzog, bevor es steckenblieb. „Houston, wir haben ein Problem ...“

Nervenkitzel in London Nichts für Leute mit Schwindelgefühlen: Im 225 m hohen Bürogebäude Leadenhall Building fahren die schnellsten Panoramaaufzüge der Welt. Mit 8 m/s geht es in 30 Sekunden in die 45. Etage, mit atemberaubendem Blick auf die britische Hauptstadt. Und das Schönste: Zum Mitfahren muss man gar nicht nach London: Einfach Youtube aufrufen und „leadenhall kone“ eintippen.

Fahrt an der frischen Luft: der Klosteraufzug

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Hannover hat’s drauf Rolltreppen, die mehr stehen als fahren, sind ein Ärgernis. Nun aber ist für diese und andere Anlagen mit „Laufbeschwerden“ eine Lösung in Sicht: die Graffito-Fahrtreppe, die Ende September in Hannover hinterm Hauptbahnhof am Raschplatz eingeweiht wurde. Die fährt zwar generell nicht, kostet aber auch keinen Unterhalt. Laune macht sie dennoch, wie der dunkelbärtige Geselle im roten Strickpulli zeigt. Wahrscheinlich weil das Design der Anlage jederzeit geändert werden kann.


Kone Care Magazin 02 / 2016