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INHALTSVERZEICHNIS 1.

Komptech .....................................................................................3

2.

Österreich.....................................................................................5 2.1

Erneuerbare Energien .................................................................................. 5

2.3

Gesetze........................................................................................................ 6

3.

Deutschland .................................................................................8 3.1

Erneuerbare Energien .................................................................................. 8

3.2

Gesetze........................................................................................................ 9

3.3

Abfallwirtschaft ........................................................................................... 11

4.

Europäische Union .................................................................... 12 4.1

Gesetze...................................................................................................... 12

4.2

Abfallwirtschaft ........................................................................................... 12

4.3

Erneuerbare Energien ................................................................................ 22

5.

Welt ............................................................................................. 24 5.1

Abfallwirtschaft ........................................................................................... 24

5.2

Erneuerbare Energien ................................................................................ 25

IMPRINT: Komptech GmbH, Kühau 37, 8130 Frohnleiten, Österreich, Tel. +43 3126 505 - 0, Fax +43 3126 505 - 505 Autor: Joachim Hirtenfellner


Komptech Waste Abstracts Juli / July 2011

1.

-3-

Komptech

STEIRISCHE “TERMINATOREN” RÄUMEN JAPAN AUF - BILD

Steirischer Umwelttechnikspezialist Komptech liefert Aufräumgeräte nach Japan – Großauftrag hat einen Umfang von zwei Millionen Euro Frohnleiten (2. Mai 2011) – Die steirische Firma Komptech aus Frohnleiten liefert Spezialgeräte für die Aufräumung nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe nach Japan. Die Maschinen werden bei der Aufbereitung der Trümmer für eine nachfolgende Behandlung und weitere Aufbereitung helfen. „In einem ersten Schritt müssen die Unmengen an Schutt und Müll zerkleinert werden, damit man sie überhaupt abtransportieren und weiter verwerten kann“, erklärt Komptech- Geschäftsführer Josef Heissenberger den Umgang mit dem vorhandenen Material. „Für diese Aufgabe haben wir die optimalen Maschinen, die hierfür entsprechend robust, aber auch mobil ausgeführt sein müssen.“ Für diese Aufgabe hat der Frohnleitner Spezialist für die Abfallbehandlung und Biomasseaufbereitung genau die richtigen Maschinen im Programm. „Terminator“ und „Crambo“ heißen die universellen Abfallzerkleinerer, die je nach Zusammensetzung des Materials zum Einsatz kommen. Und fünf zusätzliche Maschinen mit einem Gesamtauftragswert von zwei Millionen Euro hat der japanische Partner, mit dem das Unternehmen mittlerweile seit 15 Jahren zusammenarbeitet, für diese Aufgabe nun bestellt. Die vor Ort verfügbaren Geräte sind zudem bereits für den Katastropheneinsatz abgestellt worden und bei den Aufräumungsarbeiten im Einsatz. Neben der Aufbereitung des bei der Katastrophe entstandenen Materials, hofft Komptech auch auf eine Änderung in der japanischen Energiepolitik. „Nach der atomaren Katastrophe wird sich Japan auch im Bereich der erneuerbaren Energieträger neu und stärker aufstellen müssen“, meint Heissenberger dazu. „Vor allem der Biomasse kommt hier starke Bedeutung zu“, spricht er das zweite Standbein des Unternehmens an. Jedenfalls wird sich Heissenberger ein Bild von der Situation im Katastrophengebiet machen und in den nächsten Wochen persönlich nach Japan reisen, um den Verantwortlichen vor Ort mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck veranstaltet die Wirtschaftskammer Österreich Anfang Juni dieses Jahres auch eine Zukunftsreise nach Japan. Die Komptech- Gruppe mit Hauptsitz in Frohnleiten (Steiermark) beschäftigt mittlerweile etwa 500 Mitarbeiter an neun Standorten in fünf Ländern und machte im Vorjahr einen Umsatz von etwa 88 Millionen Euro. Heuer dürfte erstmals in der Unternehmensgeschichte die 100 Millionen Euro-Schallmauer durchbrochen werden.


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STEIRER LIEFERN AUFRÄUMGERÄTE NACH JAPAN Die steirische Firma Komptech aus Frohnleiten liefert Spezialgeräte für die Aufräumarbeiten nach der Tsunami-Katastrophe nach Japan. Die Geräte sollen beim Abtransport der Trümmer helfen. Maschinen zerkleinern den Schutt Fünf Maschinen des Typs Terminator werden in den nächsten Monaten von Frohnleiten aus nach Japan geliefert. Diese Geräte werden bei den Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Tsunami dringend benötigt, erklärt Komptech-Gründer und Geschäftsführer Josef Heissenberger: "Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, dann sieht man, dass die japanischen Häuser zu einem Großteil aus Holz bestehen. Dieses Material muss entsorgt werden. Man wird grob zwischen Beton-, Stahl- und Holzteilen trennen und muss das vor Ort wegräumen." In einer ersten Aufräumphase wird der Schutt grob zerkleinert, um ihn abtransportieren zu können. Genau dafür werden die Spezialmaschinen aus Frohnleiten benötigt. Langjährige Geschäftsbeziehung mit Japan Der Auftragswert beträgt etwa zwei Millionen Euro. Japan ist für Komptech aber kein Neuland, ist die Firma doch gemeinsam mit einem lokalen Partner bereits seit 15 Jahren im Land vertreten. "Bis jetzt haben wir vor allem Maschinen für Kompostierungsanlagen nach Japan geliefert. Wir gehen aber davon aus, dass sich nach der Katastrophe in Bezug auf die Energiepolitik in Japan einiges ändern wird. Wir glauben vor allem, dass Biomasse dort eine sehr große Chance hat", so Heissenberger. Insgesamt beschäftigt Komptech in den Werken in Frohnleiten, St. Michael in der Obersteiermark, Slowenien und Deutschland 490 Mitarbeiter. Im Vorjahr machte man mit der Produktion und dem Verkauf von Maschinen zur Behandlung von Abfällen einen Umsatz von 88 Millionen Euro. Heuer dürfte erstmals in der 19-jährigen Unternehmensgeschichte die 100 Millionen Euro-Schallmauer durchbrochen werden, heißt es aus dem Unternehmen. http://steiermark.orf.at/stories/512901/


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2. 2.1

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Österreich

Erneuerbare Energien

ERNEUERBARE KÖNNEN BIS 2050 EINEN ANTEIL VON 85 PROZENT IN ÖSTERREICH HABEN Bis 2050 sind in Österreich die Halbierung des Energieverbrauchs, ein 85prozentiger Anteil erneuerbarer Energieträger sowie eine Einsparung von mehr als 90 Prozent an CO²-Emissionen möglich. Das ist ein Kernergebnis der Studie „energy [r]evolution 2050 – Der Weg zu einer sauberen Energie-Zukunft für Österreich“, die das Institut für höhere Studien (IHS) Ende April gemeinsam mit den Studieninitiatoren Greenpeace, EVN und vida präsentierte. Auftraggeber der Studie war das Bundesverkehrsministerium. Bei einer Umstellung auf erneuerbare Energien in Österreich wird laut Studie die Biomasse neben der Wasserkraft die wichtigste Rolle spielen. Aber auch die Photovoltaik und Windkraft werden künftig von weiteren Lerneffekten und Kostenreduktionspotenzialen profitieren und einen beträchtlichen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Ein ebenfalls nicht zu vernachlässigendes Potenzial steckt in der Solarthermie sowie der Geothermie. Die Wärmebereitstellung wird den Angaben zufolge primär auf Basis biogener Energieträger erfolgen, wobei ab 2025 auch die Solarthermie zunehmend eine Rolle spielen wird. Der Einsatz von Wärmepumpen wird stark von der Entwicklung der Strom- bzw. CO²-Preise abhängen, weshalb sich in Szenarien mit höheren CO²Preisen auch ein geringerer Ausbau ergibt. Klare Aussagen sind in der Studie auch über die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu finden. „Langfristige Zielvereinbarungen“ werden als wesentliche Maßnahme angeführt. Das bestehende Ökostromgesetz wird „als erfolgreiches Instrument zur Markt- und Systemintegration“ hervorgehoben und eine Weiterentwicklung desselben gefordert: “Zentrale Elemente müssen die bevorzugte Abnahme von Strom aus erneuerbaren Energieträgern und die Gewährleistung einer hohen Planungssicherheit durch garantierte Einspeisetarife über einen längeren Zeitraum sein.“ „Ich bin überzeugt, bei geeigneten Rahmenbedingungen wird die Windenergie bereits 2020 mit einer Leistung von 3.500 MW und 7.300 Millionen kWh erzeugtem Windstrom, 10 Prozent des Österreichischen Stromverbrauchs decken können“, erklärt Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.1

1

EUWID, S. 41, 18.05.2011


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2.3

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Gesetze

ÖKOSTROMGESETZ AUF GUTE BEINE GESTELLT MUSS ABER NOCH ZUM LAUFEN GEBRACHT WERDEN Utl.: Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) begrüßt Einigung im Ministerrat Wien (OTS) - EEÖ, der Dachverband der Erneuerbaren in Österreich, sieht wesentliche Verbesserungen bei den Eckpunkten der Ökostromgesetz-Novelle und erwartet somit einen wichtigen Impuls für den Ökostromzuwachs in Österreich. Die Branche steht für weitere Gespräche zur Verfügung. Branche begrüßt die Aufstockung der Mittel DI Josef Plank, Präsident von EEÖ, streicht vor allem die vorgesehene Aufstockung der Mittel auf 40 Mio. Euro hervor: "Minister Mitterlehner hat damit ein deutlich positives Signal für die Zukunft des Ökostromausbaues gegeben und die richtigen Weichen gestellt." Kontinuität und Planbarkeit Die Laufzeitverlängerung des Gesetzes bis 2020 ist genauso wie die Bereinigung von Unsicherheiten und Fallstricken in der Abwicklung der Ökostromförderung eine wichtige Maßnahme zur Erreichung von Kontinuität und Planbarkeit: "Der Verzicht auf automatisierte, halbjährliche Tarifabschläge und auf undynamische Entwicklungen durch Mengenbegrenzungen ermöglichen wieder Stabilität und Planbarkeit für das Ökostromsystem. Auch die Verlängerung der Laufzeit des Gesetzes und die Gleichschaltung mit den Zielzeiträumen der EU Richtlinie für Erneuerbare Energie bringen eine Verbesserung der Kontinuität!", kommentiert Plank. Abbau der Warteliste notwendig und positiv Ebenso begrüßt die Branche, die für den Abbau der aktuellen Projekts-Warteliste zusätzlich zur Verfügung gestellten Mitteln und dass die ursprünglichen Restriktionen beim Zugriff auf diese Mittel abgeschwächt wurden: "Diese Aufweichung der Restriktionen war dringend nötig, damit diese Mittel tatsächlich in Anspruch genommen werden können und der Strom aus diesen Anlagen rasch ins österreichische Stromnetz geliefert werden kann. Eine blockierende Rückwirkung dieses Projektstaus auf die weiteren Ausbauentwicklungen wird somit auch vermieden.", so Plank. Dachverband erkennt noch Verbesserungsbedarf und steht für weitere Gespräche zur Verfügung Der Dachverband der Erneuerbaren Energie Österreichs begrüßt die konstruktiven Gespräche der letzten Wochen und erhofft sich eine Fortführung dieser für die nächsten Wochen. Plank dazu: "Die inhaltlichen Eckpfeiler wurden gut eingeschlagen. Nun geht es noch um so manche notwendige formale Verbesserung in der Formulierung des Gesetzestextes, welche wir uns im Zuge der kommenden Wochen noch erwarten, um einen reibungslosen und zielgerichteten Ausbau zu gewährleisten. Wir bringen uns dazu gerne konstruktiv ein."


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Die Branche macht auch darauf aufmerksam, dass eine intensive Abstimmung des Gesetzes mit Brüssel und eine Vorbereitung eines raschen Inkrafttretens des Gesetzes ganz wesentlich sind. "Der ganze gute Wille bringt uns nichts, wenn dann das Gesetz nicht notifiziert wird und somit nicht in Kraft treten kann. Dazu sind die entsprechenden Gespräche mit Brüssel rasch und konstruktiv durchzuführen!" So Plank. Hintergrundinfo Erneuerbare Energie Österreich ist der Dachverband der Verbände für Erneuerbare Energie in Österreich und vereint hinter sich die gesamte Branche. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110615_OTS0215/oekostromgesetzauf-gute-beine-gestellt-muss-aber-noch-zum-laufen-gebracht-werden ÖKOSTROMGESETZ: KLARES BEKENNTNIS ZUR BIOMASSE Utl.: Zentrale Forderungen des Biomasse-Verbandes wurden umgesetzt Wien (OTS) - "Nach langwierigen Verhandlungen haben wir zahlreiche Verbesserungen im Entwurf zum Ökostromgesetz 2012 für die Biomasse-Branche durchgesetzt", erklärt Dr. Horst Jauschnegg, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes, bezugnehmend auf das heute im Ministerrat beschlossene Gesetz. "Das wichtigste ist, dass die Planungssicherheit für die Investoren wieder gewährleistet ist." Etwa ein Viertel der jährlich vorgesehenen Fördersumme von nunmehr 40 Millionen Euro ist für den Biomasse-Bereich (fest und gasförmig) reserviert. Auch die Ausbauziele bis 2020 wurden klar definiert: 200 MW. Erstmals ist ein eigenes Kontingent von 3 Millionen Euro für Anlagen mit einer elektrischen Leistung unter 500 kW vorgesehen. "Dies war eine zentrale Forderung des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Damit wird ein Schwerpunkt auf regionale, dezentrale und effizientere Projekte gelegt", erklärt Jauschnegg. "Das vorliegende Ökostromgesetz setzt ein klares Signal für den Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse. Eine weitere wichtige Voraussetzung sind kostendeckende Einspeisetarife, die nach Inkrafttreten des Ökostromgesetzes zu verordnen sind." Mit Wehmut blickt der Vorsitzende auf den nicht berücksichtigten Vorschlag zur Ressourcen-Mobilisierung. Mit einem Zuschlag von 2 Cent/kWh bei Verwendung von Kurzumtriebsholz und Maisspindeln sollten neue Rohstoffquellen verstärkt genutzt werden. Diese stehen insbesondere mit der klassischen stofflichen Holznutzung kaum in Konkurrenz. Auch bei Biogas könnte der vermehrte Einsatz von Zwischenfrüchten und Wirtschaftsdüngern die Diskussion um die Nahrungsmittelkonkurrenz vermindern. "Dieses Thema geben wir noch nicht auf. In den kommenden Wochen werden wir unsere Vorschläge diesbezüglich noch einmal kommunizieren", gibt sich Jauschnegg kämpferisch. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110615_OTS0290/oekostromgesetzklares-bekenntnis-zur-biomasse


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3. 3.1

-8-

Deutschland

Erneuerbare Energien

HEIMISCHE BIOMASSE KÖNNTE 23 PROZENT DER PRIMÄRENERGIE DECKEN Im Jahr 2050 könnte heimische Biomasse 23 Prozent des Primärenergiebedarfs in Deutschland decken. Das ist das Ergebnis der Energieszenarien der Bundesregierung in Verbindung mit Potenzialzahlen des Bundesumweltministeriums und Berechnungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Energiepflanzen stellen demnach das größte einheimische Biomassepotenzial dar, 2050 könnten sie in Deutschland unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Restriktionen auf bis zu 4 Mio. Hektar (heute: 1,8 Mio. Hektar) wachsen. Unter der Annahme eines Biomasseertrages von 10 Tonnen pro Hektar (bei 100 Prozent Trockenmasse, Wassergehalt 0 Prozent) und eines Brennwertes von 18,5 GJ pro Tonne ließen sich so auf einem Hektar 185 GJ und auf 4 Mio. Hektar 740 PJ erzeugen. Voraussetzung hierfür sind der FNR zufolge hohe Erträge und effiziente Umwandlungsverfahren. Zusätzlich seien verschiedene Reststoffe, Koppelprodukte und Energieholz aus dem Wald verwertbar. Insgesamt ergebe sich daraus ein einheimisches Bioenergiepotenzial von rund 1.640 PJ. Der Primärenergiebedarf in Deutschland wird sich im gleichen Zeitraum von rund 14.000 auf 7.000 PJ halbieren – so wird es im Energiekonzept der Bundesregierung vom September letzten Jahres und den Energieszenarien der Institute Prognos, EWI und GWS, die dem Energiekonzept zugrunde liegen, skizziert. Knapp 2.200 der insgesamt 7.000 PJ stammen dann möglicherweise aus Biomasse, so die Szenarien weiter.

2

2

EUWID, S. 5, 04.05.2011


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3.2

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Gesetze

GESETZGEBUNGSVERFAHREN FÜR ATOMAUSSTIEG SOLL MITTE JUNI ABGESCHLOSSEN SEIN Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich mit den Länderministerpräsidenten beim Energiegipfel am vergangenen Freitag auf einen Zeitplan für das weitere Vorgehen in Sachen Atomausstieg geeignet. Demnach wollen Bund und Länder bis zum 17. Juni das Gesetz für einen schnellen Atomausstieg besiegeln. Dann soll feststehen, wie viele der 17 Atomkraftwerke endgültig vom Netz müssen und wie lange die übrigen Meiler noch laufen dürfen. Dazu kommt ein Gesetzespaket zum Ausbau der erneuerbaren Energien. „Wir alle wollen schnellstmöglich aus der Kernenergie aussteigen“, sagte die Kanzlerin nach dem Treffen in Berlin. Noch im Frühjahr soll das im Zuge des Energiekonzepts vom September 2010 angekündigte 5-Mrd.-€-KfW-Sonderprogramm „Offshore Windenergie“ an den Start gehen. Ferner soll die Genehmigung von Offshore-Windparks erleichtert werden. Als „ganz zentral“ bewerten BMU und BMWi eine gemeinsame Offensive von Bund und Ländern zur Ausweisung von neuen Eignungsflächen für Windkraftanlagen. Nach Einschätzung von Grünen-Chef Jürgen Trittin sollte der Fokus im Windbereich auf dem Onshore-Segment liegen. „Onshore-Windkraft kostet 7,2 Cent pro kWh, Offshore-Windkraft liegt bei 11 bis 12 Cent/kWh“. Man müsse „endlich dafür sorgen, dass der lächerliche Anteil von 0,7 Prozent Windstrom in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen auf den Bundesschnitt gehoben wird“, sagte Trittin. Auch die anderen erneuerbaren Energien werden von der Energiewende im Stromsektor profitieren können, spielen in den Überlegungen der Bundesregierung aber nicht die gleiche Rolle wie die Windenergie. Der Biogasrat bezeichnete den Sechs-Punkte-Plan dementsprechend als „unzureichend“. „Es fehlt mindestens ein 7. Punkt, nämlich der zügige Ausbau der Bioenergie“, sagte der Geschäftsführer des Biogasrats, Reinhard Schultz. Die Biogasbranche erwartete, „dass die Bundesminister Röttgen und Brüderle nicht nur Wind machen, sondern die Rahmenbedingungen für eine marktnahe Förderung von Biogas verbessern.“ Ein schneller Ausstieg aus der Kernenergie wirft kurz- und mittelfristig die Frage nach Alternativen auf, die die Grundlast in der Stromversorgung sichern können. Aufgrund seiner Flexibilität und der Einsetzbarkeit in dezentralen Kraftwerken kommt dem Erdgas hier eine zentrale Rolle zu. Eine wesentliche Baustelle für den Umbau des Energiesystems stellt der Netzausbau dar. Im Sechs-Punkte-Plan kündigen Umwelt- und Wirtschaftsministerium an, dass das Netzausbaubeschleunigungsgesetz NABEG (EUWID 7/2011) noch im laufenden Jahr als neue Grundlage für das Genehmigungsverfahren für Stromnetze verabschiedet werden soll. Von zentraler politischer Bedeutung ist die Frage nach den Kosten und der Finanzierung der Energiewende. Die Opposition warf Kanzlerin Merkel anlässlich des Gipfeltreffens am vergangenen Freitag vor, sich vor klaren Aussagen zu den Kosten zu drücken.


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SECHS-PUNKTE-PAPIER ZUR BESCHLEUNIGTEN ENERGIEWENDE Rascher Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und mehr Geld fürs Stromnetz: Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) wollen mit einem Sechs-Punkte-Papier die Energiewende und den Atomausstieg beschleunigen. Die Kernpunkte des Papiers sind im Folgenden dargestellt (Quelle:dpa): Einleitung: „Wir werden rascher aus der Kernenergie aussteigen. Allerdings muss dies realistisch und mit Augenmaß erfolgen. Eine sichere, bezahlbare, klimaverträgliche, ständig verfügbare wie auch wettbewerbsfähige Energieversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum (…). Versorgungssicherheit und Netzstabilität sind dabei grundlegende Voraussetzungen.“ Erneuerbare Energien: „Die Windenergie ist der Bereich mit den größten Potenzialen für einen zügigen und kosteneffizienten Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. (…) Ganz zentral ist eine gemeinsame Offensive von Bund und Ländern zur Ausweisung von neuen Einungsflächen für Windkraftanlagen. (…) Das Sonderprogramm ‚Offshore Windenergie’ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von 5 Mrd. € werden wir noch in diesem Frühjahr starten. (…) Ferner wollen wir die Genehmigung von Offshore-Windparks erleichtern.“ Netze und Speicher: „Noch in diesem Jahr wird mit einem Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) das Genehmigungsverfahren für Stromnetze auf eine neue Grundlage gestellt. Dazu gehören unter Beteiligung der Länder eine Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur, die Sicherung von Trassen für ‚Stromautobahnen’ von Nord nach Süd, die optimale Verknüpfung von Bürgerbeteiligungen (…) und ein bundesweit einheitliches Genehmigungsverfahren.“ Energieeffizienz: „Wir werden die Effizienzstandards von Gebäuden in der Energieeinsparverordnung (EnEV) ambitioniert erhöhen, soweit dies im Hinblick auf eine ausgewogene Gesamtbetrachtung wirtschaftlich vertretbar ist. (…) Wir werden eine anspruchsvolle Gebäudesanierung fördern. Daher wird das KfWGebäudesanierungsprogramm schrittweise auf 2 Mrd. € aufgestockt (…) In Zukunft wird die Energieeffizienz ein noch wichtigerer Maßstab für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und auch ihrer Innovationskraft sein.“ Flexible Kraftwerke: „Ein beschleunigter Ausstieg aus der Kernenergie muss mit einem weiterhin hohen Maß an Versorgungssicherheit und Netzstabilität einhergehen. Für eine Übergangszeit wird der bestehende Kraftwerkspark dies leisten müssen.“ Künftig müssten flexible Kraftwerke die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgleichen. „Gaskraftwerken kommt dabei eine besondere Rolle zu. Werden diese Kraftwerke an den richtigen Standorten errichtet, können damit auch Netzengpässe vermieden werden.“ Energieforschung: „Die Bundesregierung wird noch dieses Frühjahr ein neues Energieforschungsprogramm vorlegen. (…) Als zentraler Schwerpunkt wird der Bereich ‚Netze und Speicher’ massiv auf 500 Mio. € bis 2020 aufgestockt.“ Bürgerbeteiligung: „Mit einer Informationsplattform wollen wir in möglichst objektiver und transparenter Weise der Öffentlichkeit Daten und Fakten zur Verfügung stellen. Ein breit angelegter gesellschaftlicher Dialog über die Notwendigkeit des Umbaus der Energieversorgung und seine Möglichkeiten sollen eine umfassende Bürgerbeteiligung ermöglichen.“3 3

EUWID, S. 1-4, 20.04.2011


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EEG-NOVELLE: GEFORDERTE WÄRMENUTZUNG GEFÄHRDET BIOABFALLVERGÄRUNGSANLAGEN Die im Entwurf zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) gestellten Anforderungen hinsichtlich der Wärmenutzung lassen sich bei Bioabfall-Vergärungsanlagen in der Praxis nicht erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE) in einer Beispielrechnung für die Vergärung von Bioabfällen einschließlich der erforderlichen Gärrestnachbehandlung. Zwar sei in der Zwischenzeit ein neuer EEG-Entwurf mit Stand von 30.05.2011 erarbeitet worden und auf den ersten Blick erscheine es nun so, als ob die KWKForderungen von 60 Prozent Wärmenutzung nicht mehr für Bioabfallbehandlungsanlagen gelten, schreibt der Verband der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE). Allerdings gelte bedingt durch einige Querverweise im Gesetzesentwurf nach der Lesart des VHE auch für Bioabfallbehandlungsanlagen weiterhin die umstrittene KWK-Forderung. Damit sehe der EEG-Entwurf auch nach der Überarbeitung weiterhin einen Vergütungsanspruch nur dann vor, wenn mindestens 60 Prozent des in der Anlage erzeugten Stroms in Kraft-WärmeKopplung genutzt wird, wobei 25 Prozent der erzeugten Wärmemenge für die Beheizung des Fermenters angerechnet werden.4

3.3

Abfallwirtschaft

KOMPOSTANLAGE WÜRSELEN WIRD UM VERGÄRUNGSSTUFE ERWEITERT Die Kompostierungsanlage Würselen des Zweckverbands Entsorgungsregion West (ZEW) wird um eine Vergärungsanlage ausgebaut. Anfang Mai fand die Grundsteinlegung für die Erweiterung der Anlage statt, in der künftig jährlich rund 30.000 Tonnen Abfall aus der grünen Tonne zu Kompost verarbeitet werden sollen, teilte die Eggersmann-Gruppe mit. Der Anlagenbauer aus Bad Oeynhausen hatte im vergangenen Sommer den Zuschlag für den Bau einer Vergärungsanlage mit Intensivrotte erhalten. Ein weiteres Bauprojekt im Auftrag der GBAB GmbH in Aschaffenburg konnte indes Ende April fertig gestellt werden.5 RWE-KONZERN: EINSATZ VON BIOMASSE STARK GESTIEGEN Der Einsatz von Biomasse innerhalb des RWE-Konzerns ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Wurden im Jahr 2008 noch rund 1,1 Mio Tonnen eingesetzt, so kletterte die Menge auf 1,6 Mio Tonnen im Jahr 2009 und auf 2,3 Mio Tonnen in 2010. Dementsprechend stieg die Stromerzeugung aus Biomasse im vergangenen Jahr konzernweit auf 2,3 TWh (2009: 0,9 TWh). Bedingt durch die hohe staatliche Förderung hat der Energiekonzern vor allem in den Niederlanden die Biomassenutzung forciert. Dort, so der RWENachhaltigkeitsbericht, hat das Unternehmen über 826.000 Tonnen zur Mitverbrennung eingesetzt. Nur 13 Prozent der Menge stammte dabei aus den Niederlanden selbst, den Löwenanteil steuerten mit 81 Prozent Kanada und die USA bei. Dagegen nimmt sich die Nutzung von Biomasse in Großbritannien mit rund 29.500 Tonnen relativ bescheiden aus.6 4

EUWID, S. 7, 07.06.2011 EUWID, S. 12, 18.05.2011 6 EUWID, S. 6, 31.05.2011 5


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4. 4.1

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Europäische Union

Gesetze

ORGANICS RECYCLERS SET TO BENEFIT FROM NEW EC PROPOSALS Sending biodegradable waste to landfill could be banned across Europe under proposals being considered by the European Commission. The representative in charge of the Landfill Directive at the Commission, Jose Jorge Diaz del Castillo, told a seminar organized by European industry trade body FEAD in March that it was the Commission’s intention to propose a “phase out of biodegradable waste going to landfill in 2020-25”. At present, the most challenging target set under the Directive requires the UK to reduce the amount of biodegradable waste it sends to landfill to 35% of 1995 levels by 2020. While the exact scope of the proposal is yet to be determined, the move would help drive material towards recycling and therefore benefit the organics recycling industry. Mr. Diaz del Castillo indicated that the proposal would concern article 5 (2) of the existing Landfill Directive. This requires member states to reduce the amount of biodegradable municipal waste they send to landfill to 75% of 1995 levels by 2006, 50% by 2009 and 35% by 2016. The UK is among a number of countries which has four extra years to meet these targets, due to its historic reliance on landfill, meaning that it has to achieve these goals by 2010, 2013 and 2020 respectively. This means that any targets put in place for 2020-25 for the UK are likely to fall four years later, in 2024-2029. Before it can produce a formal proposal on phasing out biodegradable waste to landfill, the Commission will have to carry out an impact assessment, commission studies and hold expert meetings, which is all not expected to be complete until mid 2012 at the earliest. 7

4.2

Abfallwirtschaft

WASTE SEPARATION AT SOURCE A WAY OF LIFE FOR ALMOST 90 PER CENT OF EU CITIZENS (EU) – There appears to be a large discrepancy between the self-assessment of EU citizens and reality. A Euro barometer survey published in Brussels revels that almost three out of five EU citizens (58 per cent) believe they do not produce too much waste. „This is in stark contrast to statistics which show that each European throws away on average more than half a tonne of rubbish every year“, said EU Environment Commissioner Janez Potocnik on the results of the comprehensive 80page study titled „Attitudes of Europeans towards Resource Efficiency“.

7

Organics Recycling, S. 7, 06-2011


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According to the study, Romania tops the line-up of countries with “good waste awareness” (75 per cent) followed by Bulgaria, (74 per cent) and Latvia (73 per cent). In contrast, over half the respondents in Cyprus (57 per cent), Spain (52 per cent) and Austria (51 per cent) said they produced too much waste. Waste separation is widespread in the EU, according to the study. Nine out of ten EU citizens reported that they separated at source at least some of their waste for recycling of composting. Several countries score higher than the EU average of 89 per cent in this regard: Luxembourg, Austria and Germany (97 per cent), Finland, Ireland and Belgium (96 per cent), Sweden (95 per cent), Holland (94 per cent), UK (93 per cent) as well as France (92 per cent). At the same time, over a third of the citizens in four countries - Lithuania, Romania, Latvia and Bulgaria - do not separate any of their waste. In between are countries like Spain, Denmark, Portugal, Poland, Estonia, Cyprus, Greece and Hungary where 10 to 22 per cent do not separate any waste.8 STUDIE UNTERSUCHT RECYCLINGPOLITIK UND TATSÄCHLICHES RECYCLINGNIVEAU IN DER EU Bei den Verpackungsabfällen beobachtete das Zentrum, dass Zielsetzungen, die über die Mindestquoten der Verpackungsrichtlinie hinausgingen, tendenziell auch zu einem höheren tatsächlichen Recycling führten. Verpackungen aus Papier, Karton oder Pappe (PPK) verzeichneten höhere Recyclingquoten, wenn in dem Mitgliedstaat ebenfalls Zielsetzungen für andere PPK-Produkte neben Verpackungen bestanden. In Mitgliedstaaten, die ein hohes Niveau bei der stofflichen Verwertung biologisch abbaubarer Siedlungsabfälle erzielen, sind dem ETC/SCP die am weitesten verbreiteten Maßnahmen Deponierungsverbote und Maßnahmen zur Förderung der Getrenntsammlung von Altpapier. Etwa ein Drittel der Mitgliedstaaten fördert den Angaben zufolge die Getrenntsammlung von Garten- und Küchenabfällen und erzielt dabei relativ hohe Recyclingmengen pro Einwohner. Zielsetzungen für die Verlagerung von Teilmengen weg von der Deponierung hin zur Verwertung nach dem Muster der EU-Deponierichtlinie wurden dagegen der Studie zufolge vorwiegend in den Mitgliedstaaten gefunden, die weniger gut abschnitten. Bei der Bewertung der EU-Mitgliedstaaten nach ihrem Recyclingniveau bei den einzelnen Abfallkategorien zeigte sich der Studie zufolge, dass keiner von ihnen bei allen fünf die höchste von vier möglichen Niveaustufen erzielte. Allerdings erreichte die Mehrheit der Länder, die bei mindestens einer Kategorie die höchste Stufe erreichten, bei den anderen Kategorien die zweithöchste Stufe. Zu dieser Gruppe gehört Deutschland, das das ETC/SCP auf die höchsten Stufe bei Bau- und Abbruchabfällen sowie Siedlungs- und biologisch abbaubaren Siedlungsabfällen einordnete und bei Verpackungsabfällen und Altgeräten auf die zweithöchste Stufe. Weitere Mitglieder dieser Spitzengruppe sind Belgien, Dänemark, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Schweden. Die meisten von ihnen verfügten seit Jahrzehnten über eine gute Entsorgungsinfrastruktur, so die Studie.

8

EUWID, S. 15, 20.04.2011


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Die Schlusslichter waren dagegen Bulgarien, Griechenland, Lettland, Malta, Polen, Rumänien und Ungarn. Das Recyclingniveau bewegte sich in diesen Mitgliedstaaten dem Arbeitspapier zufolge auf der niedrigsten oder zweitniedrigsten Stufe, soweit Daten für die Abfallströme verfügbar waren. Allerdings wurden einem Teil dieser Mitgliedstaaten zusätzliche Übergangsfristen für die Erzielung der EU-Recyclingziele eingeräumt.9 ENGLAND’S RECYCLING RATE HITS 40.3% The household waste recycling and composting rate for England rose to 40.3% for the year ending September 2010, according to the latest statistical release from Defra. The provisional figure, which was included as the rolling year figure alongside the second quarter data for 2010/11 financial year, was a slight rise from the 40.1% recorded for the 12 months ending June 2010. Meanwhile, the data for the second quarter of 2010/11, which covers the period July to September 2010, saw the recycling and composting rate reach 43%. The data is based on council information submitted to the government’s waste database WasteDataFlow. And, it also shows a continued fall in household waste generated in England, which is down from 23.6 million tones for the year ending June 2010 to 23.4 million tonnes.10

9

EUWID, S. 22, 27.04.2011 Organics Recycling, S. 8, 06-2011

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Waste, S. 35-40, 03/04-2011


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MÜLLENTSORGUNG WIRD SACHE DER GEMEINDEN Das polnische Unterhaus Sejm hat endlich das lang erwartete Abfall-Gesetz verabschiedet, welches den Kommunen / Selbstverwaltungskörpern die Verantwortung über die Müllentsorgung überträgt. In Zukunft werden die Gemeinden Privatunternehmen mit der Entsorgung des Gemeindemülls beauftragen können. Derzeit werden in Polen nur rund 12% des Mülls getrennt und wiederverwertet, und rund 90% des Siedlungsabfalls landen auf Mülldeponien. Im Zuge des EU-Beitritts hat sich Polen dazu verpflichtet, bis 2010 den Anteil des Mülls, welcher auf Mülldeponien landet, um 25% zu reduzieren. Bisher gibt es in Polen eine einzige Müllverbrennungsanlage, die in Warschau steht. EXPORT- UND WIRTSCHAFTSINFORMATIONEN In den kommenden Jahren wird Polen über EUR 100 Mrd. in die Infrastruktur investieren, um die Anforderungen der EU-Umweltschutzrichtlinien zu erfüllen; ein beträchtlicher Teil dieses Betrags wird aus EU-Mitteln finanziert. So beläuft sich z.B. der geplante Investitionsbedarf allein im Energiesektor bis 2030 auf PLN 136 Mrd. (rund EUR 34 Mrd.). Österreichische Unternehmen profitieren von diesem großen Investitionsbedarf im Umweltbereich. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Modernisierung der Umwelttechnik-Infrastruktur, den Einsatz innovativer Technologien und Lösungsvorschläge für die Diversifizierung der Energiequellen gelegt. Der vorliegende Bericht liefert detaillierte Informationen über die Sektoren Abfallwirtschaft, Wasser und Abwasser, Energie und Klimaschutz, Luftschutz und Finanzierung. Die Originalstudie in polnischer Version enthält zusätzliche Informationen über Normen, Standards und Gesetze, die die Außenhandelsstelle Warschau bei Bedarf gerne zur Verfügung stellt. Unser vollständiges Angebot zu den Themen Umweltschutz, Energiewirtschaft und erneuerbare Energien, (Veranstaltungen, Publikationen, Schlagzeilen etc.) finden Sie unter www.wko.at/awo/umwelt, www.wko.at/awo/energie, www.wko.at/awo/erneuerbareenergien. http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StId=616530&DstID=665

VAN GANSEWINKEL GROUP HOFFT AUF RÜCKKEHR ZU WACHSTUM IM LAUFENDEN GESCHÄFTSJAHR Der niederländische Entsorger Van Gansewinkel Group verzeichnete 2011 einen leichten Umsatzrückgang, konnte jedoch ein positives Betriebsergebnis erzielen und seinen Nettoverlust deutlich verringern. „Wir hoffen, dass diese Finanzergebnisse den Tiefpunkt darstellen und dass sie sich 2011 wieder verbessern werden“, sagte Aufsichtsratsmitglied Reinhard Gorenflos, Leiter des Europageschäfts der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR), die gemeinsam mit weiteren Finanzinvestoren den Entsorger 2007 übernahm. Van Gansewinkel erwirtschaftete 2011 einen Jahresumsatz von 1,115 Mrd €, was einen Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,137 Mrd € darstellt. Das Unternehmen führte ihn auf Preisdruck bei der Abfallbehandlung und niedrigeren Mengen bei der Abfallverbrennung zurück. Van Gansewinkel hatte aufgrund von Überkapazitäten auf dem Markt die MVA Rotterdam zum 1. Januar 2010 stillgelegt.


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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und außerordentlichen Posten (Ebitdae) lag bei 249 Mio € und damit vier Prozent unter dem Vorjahreswert von 259 Mio €. Als Nettoergebnis weist das Unternehmen einen Verlust von 22 Mio € aus, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahresverlust von 188 Mio € darstellt, der unter anderem durch die MVA-Schließung bedingt war.12

4.3

Erneuerbare Energien

NEUE RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN MACHEN ERNEUERBARE ENERGIEPROJEKTE IN BULGARIEN UNATTRAKTIVER Das neue Gesetz für Erneuerbare Energie (EE) hat das Parlament in zweiter Lesung am 21.4.2011 passiert und wurde am 3.5.2011 im Amtsblatt veröffentlicht, womit es sofort in Kraft tritt - ausgenommen einiger Bestimmungen (wie jährliche Schätzung der verfügbaren Kapazität und Vorgangsweise für die Vergabe der Kapazität), die erst später wirksam werden (1.1.2012 bzw. 1.7.2012). Die Staatliche Energie- und Wasserregulierungskommission DKER wird bis 3.6.2011 die derzeitigen Einspeisetarife nach dem neuen Gesetz korrigieren. Die wesentlichen Verordnungen unter dem Gesetz sowie das Energiegesetz sollen ebenso innerhalb der nächsten Wochen novelliert werden. Das neue Gesetz wird vehement von Unternehmensseite kritisiert, da es verschiedene Unsicherheiten für den Investor in sich birgt. Die Europäische Kommission soll lt. Aussagen der Unternehnensvereinigungen damit befasst werden, da offensichtlich diverse Paragrafen EU-Richtlinien und bestehendem nationalen Recht widersprechen. Es bleibt die langzeitige Abnahmegarantie (20 Jahre für Solar und Geothermie, 12 Jahre für Wind, 15 Jahre für Kleinwasserkraftwerke bis 10 MW) erhalten. Es gilt der gleiche Preis für die ganze Periode. Jährlich kommt es zu einem regulären Update der Präferenzpreise durch den Regulator DKER, ab 1. Juli 2011 soll die neue Preisfestsetzung beginnen. Bei Einreichen des Projektantrags hat der Investor eine Kaution von EUR 2.500/MW zu hinterlegen. Nach Prüfung der verfügbaren Kapazität hat dieser dann 6 Monate Zeit, die Umweltverträglichkeitsprüfung und weitere Dokumentation vorzubereiten. Der Investor hat eine Anschlussgebühr von EUR 25.000 pro geplantem installierten MW zu entrichten. Das 3. Energiepaket der EU stellt den Rahmen des bulgarischen Erneuerbaren Energiegesetzes dar. Darunter fällt die Entbündelung der Funktionen der Netzbetreiber von der Netzinfrastruktur sowie die verpflichtende Erstellung eines 10Jahres-Netzentwicklungsplans, basierend auf dem nationalen Energieaktionsplan. Sobald der bulgarische 10-Jahres-Netzentwicklungsplan veröffentlicht und vom Regulator DKER genehmigt wird (voraussichtlich Juli 2011), wird feststehen, wie viel und wo der bulgarische Staat an Netzinfrastrukturinvestitionen tätigen muss. Für Juli werden die Verordnungen erwartet, die die Basis der Kalkulation der Einspeisetarife regelt sowie die neuen Einspeisetarife festsetzt. Bis zum 1.7.2011 kann das neue bereits gültige RES-Gesetz nicht angewendet werden, da wichtige Verordnungen wie die Zuordnung der Kapazitäten noch fehlt.

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EUWID, S. 27, 31.05.2011


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Wenn das neue EE-Gesetz zu viele Investoren abschreckt, um das 16%-Ziel zu erreichen, soll es wieder geändert werden. Weitere Details erhalten Sie auf Anfrage vom AußenwirtschaftsCenter Sofia. http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StId=601288&DstID=652

IN ITALIEN BOOMT DIE ENERGETISCHE NUTZUNG VON FESTER BIOMASSE Die energetische Nutzung von fester Biomasse hat in Italien ein großes Potenzial. Im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen seien Biomasse-Heizungen sehr wettbewerbsfähig, sagte Annalisa Paniz von der Italien Agroforestry Energy Association (AIEL) auf dem Bioenergie-Exportforum in Hannover. Grund seien die hohen Steuern auf Öl und die steigenden Gaspreise. Daraus resultierten Primärenergiekosten von 108 € je Megawattstunde (€/MWh) für Heizöl und 70 €/MWh für Gas. Die Kosten für Biomasse liegen deutlich darunter: Hackschnitzel (M30) kosten Paniz zufolge 30 €/MWh, Rundholz 34 €/MWh, abgepackte Pellets 50 €/MWh und lose Pellets 46 €/MWh. Den größten Anteil am italienischen Markt für feste Biomasse hat Paniz zufolge Rundholz mit 83 Prozent oder 19 Mio. Tonnen Öläquivalenten (Mtoe). Es folgen Hackschnitzel mit rund 2,6 Mtoe und Pellets mit 1,2 Mtoe. Insgesamt ergebe sich ein wirtschaftlicher Wert von 23 Mrd. € im Jahr. Einer Studie aus dem Jahr 2009 zufolge werden in Italien jährlich 5,65 Mio. Schüttraummeter (Srm) Rundholz eingeschlagen und zusätzlich 1 Mio. Srm hauptsächlich aus Osteuropa importiert. Der größte Teil der Hackschnitzel wird laut Paniz in Kraftwerken verfeuert. In Italien gebe es 45 solcher Anlagen mit einer Gesamtleistung von 450 MWel. Hinzu kämen 86 Hackschnitzel-Anlagen, die an ein Fernwärmenetz angeschlossen sind und über eine Gesamtleistung von 400 MWth verfügen. Davon handelt es sich bei 18 Anlagen um Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die zusätzlich eine elektrische Leistung von 13,5 MWel haben. Auch in Heizkesseln werden Hackschnitzel eingesetzt. In Italien sind es Paniz zufolge 9.000 Kessel, die jeweils über eine Leistung von unter 100 kWth verfügen. Insgesamt summiert sich ihre Leistung auf 630 MWth.13

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EUWID, S. 30, 16.06.2011


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5. 5.1

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Welt

Abfallwirtschaft

CHINA WELTWEIT WICHTIGSTER MARKT FÜR NEUE ABFALLVERBRENNUNGSKAPAZITÄTEN Die Abfallverbrennungskapazitäten in der Welt nehmen rasant zu. In den letzten drei Jahren stieg das Auftragsvolumen für Neukapazitäten bzw. Erweiterungen und Modernisierungen um jährlich 27,2 Prozent. Dabei fand der Großteil des Wachstums außerhalb Europas statt. Hier lag die Wachstumsrate der Auftragsvergaben bei über 40 Prozent, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Schweizer Unternehmensberatung Vaccani, Zweig & Associates. Mit Abstand wichtigster Anlagenmarkt ist China, auf das über die Hälfte des Auftragsvolumens (50,7 Prozent) für Neukapazitäten seit 2008 entfiel. Dahinter folgt Europa mit einem Marktanteil von 27,6 Prozent. Da die Investitionskosten für Abfallverbrennungsanlagen in China aber nur rund ein Viertel der in Europa üblichen Kosten betragen, ist der europäische Anlagenmarkt monetär immer noch etwa doppelt so groß wie der chinesische Markt.

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EUWID, S. 9, 24.05.2011


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HELECTOR ERHÄLT GROSSAUFTRAG FÜR ANLAGE IN ST. PETERSBURG Die griechische Unternehmensgruppe Helector S.A. hat einen Großauftrag zum Bau und Betrieb einer Abfallbehandlungsanlage in der Nähe der russischen Millionenmetropole St. Petersburg erhalten. Die Investitionssumme für die Anlage, die jährlich 350.000 Tonnen Restabfall verarbeiten soll, bezifferte das Unternehmen auf 300 Mio €. In Betrieb gehen soll die Anlage voraussichtlich in vier Jahren, die Betriebskonzession wurde für einen Zeitraum von 30 Jahren vergeben. Geschlossen wurde der Konzessionsvertrag zwischen der griechischen Unternehmensgruppe und der Regierung von St. Petersburg Mitte letzten Monats. Nach Angaben eines Unternehmensvertreters handelt es sich bei dem Projekt um die erste privatöffentliche Partnerschaft im russischen Abfallsektor. Die Anlage soll laut Unternehmensmitteilung über eine mechanische Sortiereinheit und eine optische Trennungseinheit zur Sortierung von PET, PE, PP Kunststoff, Folie, Papier, Glase, Eisen und Aluminium verfügen. Die Quote des stofflichen Recyclings wird mit 22 Prozent angegeben. Rund die Hälfte der angelieferten Abfallmenge soll darüber hinaus als Sekundärbrennstoff zur energetischen Verwertung genutzt werden.15

5.2

Erneuerbare Energien

RWE NIMMT WELTGRÖßTE ANLAGE ZUR PELLETIERUNG VON FRISCHHOLZ IN BETRIEB RWE Innogy hat in Waycross im US-Bundesstaat Georgia die weltweit größte Anlage zur Pelletierung von Frischholz eingeweiht. Die dort produzierten Holzpellets werden ab diesem Sommer von Georgia nach Europa transportiert und in bestehenden Steinkohlekraftwerken von RWE zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt, teilte das Unternehmen mit. Die Produktionskapazität liegt bei 750.000 Tonnen Holzpellets im Jahr. Die Investitionssumme für die Anlage und den notwendigen Ausbau des Hafens in Savannah beziffert RWE auf rund 120 Mio €. Mit der Inbetriebnahme des Pelletwerks setze RWE ihre integrierte BiomasseStrategie über alle Wertschöpfungsstufen von der Beschaffung und Produktion des Rohstoffs bis zur Energieerzeugung um. Die in Georgia produzierten und per Schiff nach Europa transportierten Holzpellets sollen in erster Linie in den Amer-Steinkohlekraftwerken von RWE in den Niederlanden zum Einsatz kommen. Der Anteil mitverbrannter Biomasse von derzeit bis zu 30 Prozent soll in den kommenden Jahren auf 50 Prozent (Amer 8) und langfristig auf 80 Prozent (Amer 9) steigen. Darüber hinaus plant RWE in Großbritannien den Umbau des Kohlekraftwerks Tilbury in ein reines Biomassekraftwerk. Tilbury wird dann, RWE-Angaben zufolge, das weltweit größte Biomassekraftwerk sein – mit einer geplanten installierten Leistung von rund 750 MW. Der Rohstoffbedarf an Biomasse liege bei ca. zwei Mio Tonnen. Davon sollen rund 50 Prozent aus Georgia kommen der Umbau des Kraftwerkes soll noch vor Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

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EUWID, S. 24, 07.06.2011


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Um bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent des Endenergieverbrauchs in der EU aus erneuerbaren Energien zu decken, spielt die Biomasse in den nationalen Aktionsplänen eine bedeutende Rolle. Allerdings sei heute schon klar, dass der Rohstoffbedarf durch die in Europa verfügbaren Ressourcen bei weitem nicht gedeckt werden kann, heißt es seitens RWE. In den USA und vor allem in den südlichen Bundesstaaten wie Georgia sei die Situation hingegen anders. Hier liege der Überschuss an nachhaltig kultivierter Biomasse in den letzten zehn Jahren bei rund 35 Prozent. „Europa kann diese Ressource aus Übersee nutzen, um seine CO²Minderungsziele zu erreichen“, erklärte Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy GmbH.16 PREMIER KAN REVIDIERT ENERGIEPOLITIK NACH GAU IN FUKUSHIMA Japan gewinnt derzeit nur 1% Strom aus erneuerbarer Energie. Nimmt man die Wasserkraft dazu, kommt man gerade einmal auf 10%. Dies soll sich bis 2020 deutlich ändern. Der japanische Premierminister Naoto Kan hat am Mittwoch im Zuge der 50-Jahresfeier zum Bestehen der OECD in Paris verkündet, dass bis zum Jahr 2020 20% Strom aus erneuerbarer Energie gewonnen werden soll. Die Forschung und Entwicklung von erneuerbare Energie wird somit in den Fokus der Regierung rücken. Geplant ist die Reduktion der Produktionskosten für Solarenergie auf ein Drittel bis 2020 und bis 2030 sogar auf ein Sechstel. Gleichzeitig soll an der höchsten Sicherheit von Atomenergie gearbeitet werden. Dies wird auch eines der Hauptthemen beim 2-tägigen G8 Gipfel sein, der ab Donnerstag im französischen Deauville stattfindet. http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StId=617532&DstID=658&utm_so urce=emailCampaign&utm_medium=email&utm_campaign=AWONEWS+22%2F11+vom+31.05.2011

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EUWID, S. 17, 17.05.2011


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