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Nr. 02 I Februar 2012 www.igbce.de

vor ort Kahlschlag in Konstanz: 700 Forscher verlieren ihren Arbeitsplatz bei Nycomed tendenzen Blutiges Ende: Dutzende Tote beim Streik der Ölarbeiter in Kasachstan tipps Gut zu wissen: Neuregelungen bei Rente, Kinderbetreuung und Steuern

kompakt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Raumnot im Büro Gute Arbeitsplätze sollten gut geplant sein – was leider viel zu selten der Fall ist.


unter uns

Zeit für einen Themenwechsel Foto: Dennis Börsch

W Christian Hülsmeier

Chefredakteur

ie Christian Wulff Urlaub macht und wer dafür bezahlt hat, das mag ja wichtig sein. Genauso wie die Frage, ob der Bundespräsident die ganze Wahrheit über seine Gönner erzählt – Vorzugskredit hin, Bobbycar her. Aber, Hand aufs Herz: Mag das noch jemand hören und lesen? Vielleicht bleibt der Niedersachse am Ende nur deshalb Hausherr im Berliner Schloss Bellevue, weil wir der ewigen Schlagzeilen und Diskussionen um seine Person überdrüssig sind. Auch nicht befriedigend, und trotzdem: Wie wäre es, wenn sich Politik und Medien mit der gleichen Leidenschaft jetzt um eine paar andere Themen kümmern würden? Um solche, die vielleicht weniger spektakulär, dafür aber näher am Alltag der Menschen sind. Um den immer größeren Leistungsdruck in den Betrieben etwa. Um die Sorge, wie man dem im höheren Alter noch standhalten soll. Und ob die Rente reicht, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden wollen oder müssen. Grundsätzliche zustimmung findet Politik, wenn sie Antworten auf

solche Fragen sucht und die Menschen wissen, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Dann bleibt eine Affäre zwar eine Affäre, aber das Vertrauen in die demokratischen Institutionen intakt. Dass und wo insbesondere die Bundesregierung diesbezüglich in der Bringschuld ist, darüber hat kompakt regelmäßig berichtet.

land Fotos: Ro

/ Ch Witschel

ey ristian Fr

Nah am Arbeitsalltag ist auch die

Büro-Alltag im Großraum: 1972 bei der Dresdner Bank (oben) und 2012 bei BASF in Berlin.

Titelgeschichte dieser Ausgabe. Wir diskutieren das Für und Wider von Großraumbüros – im Übrigen aus der persönlichen Perspektive abgeschlossener Einzelarbeitsplätze, aber im Wissen, dass auch eine solche Organisation der Arbeit nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Deshalb: Steigen Sie ein in die Debatte, wir freuen uns über Ihre Anregungen.

christian.huelsmeier@igbce.de

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11 Standpunkt

VOR ORT

Michael Vassiliadis über Versäumnisse in der Energiewende.

21–29

TITEL

12 Erzwungene Zellteilung

Saubere Sache

Großraumbüros fördern Kommunikation – und auch den Frust? kompakt nennt das Für und Wider langläufiger Büro-Etagen und stellt die Punkte zusammen, die für eine gute Arbeitsatmosphäre wichtig sind.

Die Mineralölraffinerie in Dollbergen sammelt Altöl aus der ganzen Republik – um daraus neues zu machen. Das lohnt sich um somehr, je teurer der Ölpreis wird. Wir haben uns das Öl-Recycling genauer angesehen.

THEMEN

18 Der Motor läuft

Die konjunkturellen Aussichten für 2012 sind positiv.

Foto: Helge Krückeberg

19 Nicht befriedigend

Kahlschlag bei Nycomed Der japanische Arzneimittelhersteller will 1200 Arbeitsplätze in Deutschland streichen – um so weltweite Überkapazitäten abzubauen. Betriebsrat und IG BCE sind empört.

Welche JAVler den Ausbildungspreis des Bezirks Halle-Magdeburg gewonnen haben.

TENDENZEN

31 Technischer K.o.

Präsentationen mit PowerPoint sind weitverbreitet. Oft genug wirken sie aber nicht mehr als einschläfernd. kompakt sagt, was gute Folien wirklich ausmachen.

34 Blutiges Ende

Kasachische Ölarbeiter kämpfen für ihre Rechte. Die Polizei des zentralasiatischen Staates hat den Streik jetzt blutig beendet.

Foto: Helge Krückeberg

Ausbildung mit Auszeichnung

Was wir am geplanten Betreuungsgeld kritisieren.

TIPPS

36 Neues bei der Rente

Die Rente mit 67 ist da. Trotzdem können auch 63-Jährige frühzeitig in Ruhestand – allerdings gegen Abschlag.

38 Neues bei den Steuern

Bessere Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten, neue Höchstgrenze für die Förderung der Altersvorsorge. kompakt stellt die Änderungen im Detail vor.

Geld-zurück-Garantie inklusive Innovatives Standortsicherungskonzept bei DSM: Der Vitaminhersteller verpflichtet sich, mit 20 Millionen Euro den Standort Grenzach zukunftssicher zu machen. Falls das wider Erwarten nicht passieren sollte, erhalten die Beschäftigten alle ihre Lohneinbußen zurück.

Foto: Betriebsrat DSM

IMMER IM HEFT

4 | kompakt | Februar 2012

03 Unter uns 06 Aktuelles 08 Heims Homepage 20 Leserforum/Impressum 30 Einer von uns* 40 Rätsel 41 Glück & Glosse 42 Mein Arbeitsplatz * Die Landesbezirke Nordrhein, Westfalen und Rheinland-Pfalz/ Saarland berichten auf dieser Seite über Jubilarehrungen. Titelbild: Henrik Sorensen/GettyImages


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12

Besuch im Großraumbüro

31

Tipps für bessere Präsentationen

19

Elterngeld

Ölarbeiterstreik in Kasachstan

34

Arbeitsplatz Kraftwerker

42

Fotos: Christian Frey, Rich Frishman/GettyImages, Anatoly Ustinenko/picture alliance, Laurence Mouton/picture alliance, Carsten Büll

INHALT Februar 2012

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Foto: Joel Saget/ AFP

BILD DES MONATS

vor zehn jahren wurden die ersten Gefangenen im Lager Guantánamo inhaftiert. Aus dem Wahlversprechen von US-Präsident Obama, das Lager zügig zu schließen, ist wegen des Widerstands der Republikaner nichts geworden – noch immer sitzen 171 Gefangene ohne Prozess fest. Auch wegen

AUFREGER DES MONATS

des »Waterboardings«, dem simulierten Ertrinken, hatte es das Militärgefängnis zu trauriger Berühmtheit gebracht. Aussicht auf eine Schließung besteht weiterhin nicht: Ende 2011 hat Obama ein Gesetz unterzeichnet, dass Guantánamo-Häftlingen den Zutritt zum US-Festland untersagt.

Heuschrecken fordern Menschenrechte

Foto: Namibnat/flickr

der freiwillige schuldenschnitt für Griechenland bringt große Hedgefonds in Rage. Für den Fall, dass diese bei einem Schuldenerlass Verluste einfahren, wollen sie laut Bericht der New York Times vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen und dort allen Ernstes ein »Menschenrecht auf Rendite« einfordern. Nach Logik der Heuschrecken sei ein erzwungener Schuldenschnitt ein Eingriff in das Eigentumsrecht der Hedgefonds – und das gelte in der EU als Menschenrecht. Wir weisen die Klage schon mal mangels Ernsthaftigkeit ab.

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AKTUELLES ZAHL DES MONATS

100 000

ZITAT DES MONATS

so viele neue arbeitsplätze werden Existenzgründer mit Migrationshintergrund in diesem Jahr in Deutschland schaffen. Das jedenfalls erwartet Gründungsexperte Marc Evers vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Schon im Jahr 2009 erfolgte laut Gewerbeanzeigestatistik jede fünfte Existenzgründung von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Gut so – denn »alleine durch die alternde Bevölkerung bis 2050 wird Deutschland rund 700 000 Selbstständige verlieren«, so Evers. Übrigens: Laut DIHK seien die gründungswilligen Migranten »nicht schlechter und nicht besser vorbereitet als die Deutschen«.

Der Titel des Jahres Nr. 02 I FEBRUAR 2011 www.igbce.de

Nr. 12 I DEzEMBEr 2011 www.igbce.de

VOR ORT Flachglas in Wesel ist insolvent – wie geht es für die Beschäftigten weiter? TENDENZEN Was ungarische Gewerkschafter zum umstrittenen neuen Mediengesetz sagen

vor ort Der Tarifabschluss in der Chemie Ost bringt mehr Geld – und ein neues Arbeitszeitmodell

TIPPS Wie viel Geld Frauen mit Risikoschwangerschaft im Berufsverbot zusteht

tendenzen Krach, puff, peng – Kinder testen einen Chemie-Experimentierkasten tipps Warum man ab und zu mal eine Pause machen sollte

kompakt

kompakt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Was uns nicht schmeckt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Die Arbeitsmarktzahlen sind glänzend. Aber Befristung und Zeitarbeit nagen am schönen Bild vom Jobwunder.

diagnose: Chef Foto: Nigel Treblin/ddp

Vorgesetzte sind Alphatiere. Aber deshalb muss es nicht wie in der Wildnis zugehen. Nr. 03 I MÄRZ 2011 www.igbce.de

VOR ORT Helau und allez hopp – was die Gewerkschaftsjugend im Saarland zum Karneval plant TENDENZEN Warum Frauen arbeiten – ein Essay zum 100. Internationalen Frauentag TIPPS Wer Angehörige pflegt und deshalb eine Auszeit beim Job nimmt, sollte kein Geld verschenken

kompakt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

den dezember-titel »Diagnose:

Chef«

wählten

35

Prozent

der

kompakt-Leser, die sich an un-

serem Gewinnspiel beteiligten, zum schönsten des Jahres 2011. Erst mit Schüler weitem Abstand folgen die Motive gegen Schüler der Februar- und März-Ausgabe (jeweils 12 Prozent). Über die Frage, warum das Ende des Jahres erschienene Titel-Thema »Führung« (dargestellt durch den Bären als Alphatier) so viele begeistert hat, können wir natürlich nur mutmaßen. Das Team von kompakt bedankt sich bei allen 2470 Teilnehmern, die abgestimmt haben. Die Gewinner der elf Digitalkameras »PowerShot A 3300 IS« von Canon sind: Wolfgang Schröder, Karwitz; Maren Roosen, Krefeld; Jörg Triebstein, Wildeck; Michael Haberlick, Limburg; Jan Munk, Radolfzell; Heidi Schröpfer, Bruchsal; Lutz Wolf, Leipzig; Jonathan Ritter, Alzenau; Wilfried Kunze, Erolzheim; Anke Martin-Heede, Weißenborn und Hildegard Löffler, Lauf. Ein Doppeljahrgang verlässt die Schulen, dazu fallen Wehr- und Zivildienst weg. Droht jetzt das Chaos auf dem Ausbildungsmarkt?

»Mich lädt niemand nach Ibiza ein. Und ich mache sowieso lieber Urlaub an der Nordsee im Strandkorb in Cuxhaven.« Niedersachsens Ministerpräsident david mcallister (CDU) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu den Vorwürfen gegen seinen Amtsvorgänger Christian Wulff in der Affäre um Kredite und Begünstigungen.

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Heims Homepage Foto: Michael Cintula

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GroSSraumbüro?

Ganz olle Kamelle

Nie mehr allein

Mein Raum – dein Raum

Jedem das Seine

Ein Raum – viele Möglichkeiten

Büro-Domino

Wenn der Harald . . .

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Rudolf Heim

IG-BCE-Online-Redakteur | www.igbce.de präsentiert interessante, manchmal auch ärgerliche Seiten aus dem Web E-Mail: internetredaktion@igbce.de

Business-Club – das hört sich unterhaltsam an. Ist es aber nicht. Denn auch bei diesem Begriff geht es um die Arbeit im Büro. Welche Modelle und Konzeptionen es gibt, beschreibt das Allround-Lexikon Wikipedia. Hätten Sie gewusst, dass Großraumbüros bereits im 16. Jahrhundert in Florenz aufkamen? Ach ja, ich liebe mein Einzelzimmer. http://bit.ly/xltX6Q

Die Süddeutsche hat sich auf den Weg nach dem Büro der Zukunft gemacht. Demnach wird alles anders – aber auch besser? Ich weiß nicht. Schon in der Redaktion können wir uns nicht einigen, wo es sich angenehmer arbeiten lässt: Großraum oder Kleinraum. Manchmal glaube ich, dass Unternehmen die billige Variante der vernünftigen vorziehen. http://bit.ly/9b84bC

Ob Großraum, Single oder gar Lounge: In jedem Büro sollten einige Spielregeln eingehalten werden, damit Schreibtischtäter sich wohlfühlen und kreativ arbeiten können. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft gibt konkrete Tipps und bietet fachkundige Beratung an, wie Arbeitsplätze am besten ausgestaltet werden können. http://bit.ly/zUobUJ

Ich habe mehrere, sie bestimmt mindestens eins: In Weiß, Schwarz oder Braun. Und bestimmt nicht nur im Büro. Billy, das legendäre Regal des schwedischen Möbelhauses mit dem Elch. Harald Schmidt macht sich einen Spaß daraus, mit vielen Regalen einfach mal Billy-Domino zu spielen. Vorsicht: Nicht für den privaten Hausgebrauch geeignet! http://bit.ly/zNdnDN


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CO2: Vom Klimagas zum Wertstoff

Fragen an Alexander Häusler

ein jahr nach start des Bayer Pilot-Projekts »Kunststoff-Herstellung aus Kohlendioxid« zeigt sich der ChemieKonzern mehr als zufrieden. Unternehmenssprecher Stefan Paul Mechnig berichtet gegenüber kompakt, dass die aus dem Gas produzierten Schaumstoffe »den konventionell aus Erdöl gewonnenen qualitativ in nichts nachstehen«, sondern in mancher Hinsicht sogar bessere Eigenschaften aufweisen würden. Die Leverkusener prüfen derzeit, die Test-Anlage zu erweitern. Ohnehin soll von 2015 an die industrielle Produktion von Kunststoffen auf CO2-Basis großflächig anlaufen. Die Anlage im Chempark Leverkusen nutzt das im RWE-Braunkohlenkraftwerk Niederaußem (bei Köln) entstehende Kohlendioxid – vorrangig zur Produktion von Polyurethan. Das Projekt wird mit Bundesmitteln von rund fünf Millionen Euro gefördert.

Malochen im Alter ältere frauen arbeiten immer länger. Nach einer ­ tatistik der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Zahl der S sozialversicherungspflichtig beschäftigten 60- bis 65-jährigen Frauen im Vergleich zu 2001 mehr als verdreifacht (514 758 gegenüber 177 256). Auch bei gleichaltrigen Männern nimmt die Zahl der Arbeitnehmer zu – wenngleich deutlich langsamer: Ende März 2011 waren 720 069 von ihnen berufstätig (Ende März 2001: 470 345).

Foto: Bernd Leitner/Fotolia

völlig absurd sind die Zinssätze für neue, nur sechs

Foto: Jörn Neumann

Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Arbeitsstelle Neo­ nazismus der Fachhochschule Düsseldorf zur geplanten neonazi-datei.

Verrückte Welt Monate laufende deutsche Staatsanleihen. Wer die Anfang Januar ausgegebenen Wertpapiere gekauft hat, macht Minus – wenn auch nur um 0,01 Prozent. Das heißt konkret: Wer 1000 Euro anlegt, bekommt 990 Euro zurück. Diese Ne- Noch haben wir unsere AAA-Bewertung. gativverzinsung ist Folge der europäischen Staatsschuldenkrise. Weil immer mehr Länder mit Finanzproblemen kämpfen, weichen Großanleger massenweise auf deutsche Staatsanleihen aus. Sie gelten als die vergleichsweise sichersten. Und für Sicherheit sind Anleger derzeit sogar bereit, Geld zu bezahlen.

AKTUELLES

Was ist Sinn und Zweck der bundesweiten Neonazi-Datei? Die neue Verbunddatei Rechtsextremismus soll den Informationsaustausch zwischen Polizei und Verfassungsschutz verbessern. Nach dem schon installierten Gemeinsamen Abwehrzentrum Rechtsextremismus (GAR) stellt diese Verbunddatei die zweite behördliche Konsequenz aus den eklatanten Ermittlungspannen im Zusammenhang mit der Mordserie der neonazistischen NSU-Gruppe dar. In dieser neue Datei sollen Informationen über zirka 10 000 Personen erfasst werden, die als »gewaltbezogene« Rechtsextremisten gelten. Diese Informationen sollen den 38 unterschiedlichen Sicherheitsbehörden übergreifend für konkrete Fallanalysen zugänglich gemacht werden. Wie schätzen Sie den Nutzen der Datei ein? Diese Datei behebt nicht das Problem der ursächlichen Ermittlungspannen. Vielmehr waren es die fatalen Fehleinschätzungen über das Gefährdungspotenzial des rechten Terrors, die Konkurrenz und fehlende Koordination der unterschiedlichen Behörden bei den Ermittlungen und die dubiose Praxis der V-Leute. Was wäre Ihr Alternativvorschlag? Es sind insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung des Opferschutzes erforderlich sowie Handlungsinitiativen gegen alltäglichen Rassismus. Denn rechter Terror fusst oftmals auf banaler Gewalt, die zu wenig bestraft wird. Hier muss direkt von Beginn an Opferschutz geleistet und durch behördliche Ansprachen den Tätern klipp und klar vermittelt werden: Stopp! Zudem müssen politisch deutlicher als bisher Zeichen gegen Rassismus und für Demokratie gesetzt werden. Die eindrucksvollen und bewegenden öffentlichen Bekenntnisse für Offenheit, Demokratie und Toleranz in Norwegen nach dem furchtbaren rechtsextremen Massenmord Mitte des letzten Jahres sollten uns ein Beispiel dafür geben. Mailen Sie uns Ihre Meinung: kompakt@igbce.de

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AKTUELLES

Deutsche profitieren vom Euro

damals . . . 1989

Foto: Wolfgang Cibura/Fotolia

seit einführung des euro hat sich

das Handelsvolumen der Bundesrepublik innerhalb der EU um 30 Prozent erhöht. Dabei sei alleine die Hälfte des Zuwachses nur auf das Vorhandensein der Gemeinschaftswährung zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey. Nach deren Studie sei das Sozialprodukt in der EuroErfolgreich: gemeinsam statt einsam. Zone im Jahr 2010 um 3,6 Prozent oder 332 Milliarden Euro gestiegen. Die Hälfte dieses Wachstums sei allein auf Deutschland entfallen. Italien, der zweitgrößte Profiteur, konnte noch 44 Milliarden Euro beitragen. Es folgen Holland und Österreich. Klare Verlierer sind die vergleichsweise schwach industrialisierten Länder Südeuropas, wie McKinsey weiter berichtet. Als Begründung, warum Deutschland vom Euro deutlich stärker profitiere als die anderen Länder Europas, verweisen die Berater von McKinsey auf die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik mit deren exportstarken Industrieunternehmen.

Unverzichtbare Industrie die exportorientierte industrie

www.cssa-wiesbaden.de 10 | kompakt | Februar 2012

Foto: stepheng101/Fotolia

ist Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Im Gegensatz dazu kann »die Diskus­ sion über die Dienstleistungslücke in der Bundesrepublik und die Forderung nach ihrer Schließung aus wissenschaftlicher Sicht nicht geteilt werden«, so das zen­ trale Ergebnis einer Studie der ChemieStiftung Sozialpartner-Akademie. Der Produktionswert der exportorientierten Industrie hat demnach von 1995 bis 2007 um 85 Prozent zugelegt. »Kein anderer Sektor konnte in dieser Zeit ein ­höheres Wachstum realisieren«, so die Studie. Und das, obwohl der Anteil des Dienstleistungssektors innerhalb der Volkswirtschaft auf 59 Prozent (2007) gestiegen ist. Damit belegt die Unter­ suchung, dass die Industrie innerhalb der deutschen Volkswirtschaft eine noch größere Bedeutung einnimmt, als weite Teile der Öffentlichkeit und der Politik bisher annehmen. André Schmidt, Autor der Analyse: »Deutschlands industrieller Kern hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass wir die Krise schneller überwunden haben als andere.« Der deutsche Export ist in zwölf Jahren um 85 Prozent gewachsen.

> Die Folgen schlechter Monitore thematisierte das Leder-Echo im April 1989. Zwar sind die von einer damaligen Buch-Autorin prognostizierten »Hunderttausende Rückenmarkgeschädigte, Tausende Fälle ungewollter Kinderlosigkeit und Millionen von Kurzsichtige« nicht eingetreten (der Autor des Textes fand dieses Szenario ohnehin übertrieben). Dank technischen Fortschritts bewahrheitet haben sich aber die Forderungen des damals zitierten Wissenschaftlers Hans-Dieter Bauer. Der für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz tätige Experte forderte »Sicht­geräte, die ohne störende Reflexe auskommen, einen hohen Zeichenkontrast garantieren und absolut flimmerfrei« funktionieren. Dass wir heute, 2012, überwiegend mit LCD-Monitoren arbeiten, hat damals noch keiner für möglich gehalten: »Eine neue und dabei preiswerte Monitor-Generation ist nicht in Sicht«, so die damalige Vorhersage für die einst 1,5 Millionen Deutschen, die an Bildschirmen arbeiteten. Die 1989 verbreiteten Röhrenmonitore könne man aber mit »nachträglich einge­bauten Filtern« ausstatten, die »die Strahlenintensität bestenfalls mildern können«. Das sei vor allem für kleinere Unternehmen empfehlenswert, die »gesundheitsschädliche Billig-Sichtgeräte anschaffen«.


STANDPUNKT

Energiewende? So wird das nichts! Foto: Martin Schlüter

»Die Regierung begreift nicht, wie groß die Herausforderungen in der Energiepolitik sind.«

D

ie Energiewende findet in der Bevölkerung große Zustimmung. Mittlerweile befürworten neun von zehn Befragten grundsätzlich den Ausstieg aus der Kernenergie. Allerdings wächst auch die Zahl der Skeptiker, die nicht mehr erwarten, dass dieses Ziel zu Beginn des nächsten Jahrzehnts erreicht werden kann. Die 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die sich so äußern, könnten tatsächlich recht behalten. Nämlich dann, wenn es in der Energiepolitik weiterhin so schleppend vorangeht wie in den letzten Monaten. in der bundesregierung

fehlt es an Koordination und Entscheidungen, um dieses Megaprojekt zum Erfolg zu führen. Es genügt eben nicht, einige Kernkraftwerke abzuschalten und für die anderen ein Auslaufdatum zu beschließen. Im Gegenteil, damit beginnt die eigentliche Arbeit erst. Es muss eine neue Energieversorgung auf regenerativer und – zumindest für eine Übergangszeit – auf fossiler Basis aufgebaut werden. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein im internationalen Vergleich bei-

spiellos ambitioniertes Projekt. Leider hat die Bundesregierung die Dimension der damit verbundenen Herausforderung bislang offenbar nicht verstanden. Sonst könnte sie die Energiewende nicht so sträflich vernachlässigen. In der Wirklichkeit hakt es an allen Ecken und Enden. Der Kraftwerk- und Netzausbau kommt nicht entscheidend voran, dafür steigen die Energiepreise bereits deutlich. Die Mitglieder der IG BCE trifft das gleich doppelt. Sie zahlen als Verbraucher und sie tragen als Beschäftigte der Industrie das Arbeitsplatzrisiko einer unkalkulierbaren und teuren Energiewende. Die Bundesregierung muss endlich den Weg frei machen für die erforderlichen Investitionen und Innovationen. Da geht es um viele Milliarden Euro und um langfristige Entscheidungen. Beides verlangt Klarheit und Planungssicherheit in der Energiepolitik. Das werden wir in den nächsten Monaten verstärkt und öffentlich einfordern – eben weil wir eine erfolgreiche Energiewende wollen, die unser Land nach vorne bringt. Michael Vassiliadis

Vorsitzender der IG BCE vorsitzender@igbce.de kompakt | Februar 2012 | 11

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TITEL Arbeitswelt

Erzwungene Zellteilung Viele Unternehmen setzen darauf, dass ihre Beschäftigten in Großraumbüros effizienter zusammenarbeiten. Doch die neuen Arbeitsplatzkonzepte bringen nicht nur Vorteile mit sich.

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Foto: Christian Frey

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TITEL Arbeitswelt

Großraumbüros sind in – aber nic 

D

ie Freude über die neuen, verglas- gen an die Büros. »Die Flexibilität ist bei ten Besprechungszimmer hielt Großraumbüros einfach nicht vorhannicht lange an. »Wenn drei Leute den«, sagt er. Dabei wurden vor allem die neuen, mit Laptop in einem zehn Quadratmeter kleinen Raum ohne Frischluftzufuhr großflächig angelegten Büroflächen vor sitzen, ist es ziemlich schnell unmög- fast 50 Jahren mit hohen Erwartungen lich, konzentriert zu arbeiten«, sagt eingeführt: »Durch den Bürogroßraum Wolfgang Katzmarek, Betriebsratsvorsit- erfährt das gesamte Büroklima eine allgemeine Entspannung, bezender bei Roche Diagsonders deshalb, weil alle nostics in Mannheim. Vorgänge offen sichtbar Seit zwei Jahren beMehr als Millionen müht er sich um Ver- Menschen arbeiten in Deutsch- sind. Im Ganzen wird man im Großraum rücksichtsbesserungen in dem land in einem Büro. voller, man benimmt sich 2009 neu entstandenen Bürogebäude. »Wenn eine Etage einmal disziplinierter, man spricht leiser«, geplant und gebaut ist, wird es schwie- schrieb Walter Henn im Jahr 1962 in der rig, Änderungen vorzunehmen«, sagt er. Fachzeitschrift »Baumeister«. Als ArchiWechseln beispielsweise die Abteilun- tekt des »Kommissionshauses Buch und gen, ändern sich auch die Anforderun- Ton« von Bertelsmann in Gütersloh, hat-

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te er im fünften Obergeschoss eines Lagerhauses für rund 270 Mitarbeiter eines der ersten Großraumbüros nach nordamerikanischem Vorbild in Europa eingerichtet. nach der anfangsBegeisterung

über die großzügigen Räumlichkeiten zeigten sich recht schnell die Schattenseiten eines Großraumbüros und bereits in den 1970er-Jahren machte sich unter Büroangestellten Missmut breit. Beschwerden wie Nervosität, Angespanntheit sowie Kopf- und Rückenschmerzen nahmen zu. Damals standen die Schreibtische dicht an dicht in Reihen, Schreibmaschinen und Telefone waren laut, oft fehlte Tageslicht und auch die Klimatisierung war zu der Zeit noch sehr prob-

Fotos: Christian Frey

was in büros unbedingt geregelt sein muss

Lärm

Arbeitsfläche

Klima

In Büros mit offenen Raumkonzepten kann der Lärmpegel erheblich sein. Vor allem telefonierende und sprechende Kollegen, Klimaanlage, Lüfter sowie klingelnde Telefone können die Konzentration stören. Die Arbeitsstättenverordnung gibt keinen Grenzwert für Lärm an. Daher können sich Betriebsräte lediglich auf das Arbeitsschutzgesetz berufen, wonach gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden müssen.

Für Arbeitswissenschaftler ist die Größe der Arbeitsfläche der Schlüssel zum gesunden Arbeiten. Ein konkreter Wert findet sich im Gesetzestext jedoch nicht, in der Arbeitsstättenverordnung ist nur von einer »ausreichenden Grundfläche« die Rede. Als ausreichend gilt Experten ein Minimum von zehn Quadratmetern Arbeits- und Bewegungsfläche pro Mitarbeiter.

Für Menschen im Büro ein Dauerthema und oft auch Anlass für Auseinandersetzungen: zu kalt, zu stickig, zu warm. Das Temperaturempfinden ist bei jedem Menschen anders. Grundsätzlich gilt, dass Klimaanlagen von den Beschäftigten regulierbar sein müssen. Zugluft ist zu vermeiden, die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50 Prozent liegen, Fenster sollten geöffnet werden können und Sonnenschutzeinrichtungen müssen vorhanden sein, sodass es im Sommer nicht wärmer als 26 Grad wird. Die Mindesttemperatur liegt bei 20 Grad, laut ASR 6 »Raumklima«.

(Siehe auch: Gute Arbeit im Büro, IG Metall 2009 sowie die Verordnungen im Internet unter http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/ASR.html der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

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ht besonders flexibel 10 %

lematisch. »Die Fenster Produk­ tivität der MitarNur mussten geschlossen bleibeiter zu erhöhen. Offene ben, nie wehte einem we- der deutschen Unternehmen Bürolandschaften sollen nigstens für einige Minueine flexible Art des Arbeinutzen Großraumbüros, ten ein frisches Windchen tens möglich machen und schätzt der Fachverband um die Nase. War montags eine teamorientierte, auf bso 2011. die Luft noch erträglich, fließende Kommunikation konnte man freitags kaum mehr arbei- ausgerichtete Tätigkeit mit eher flachen, ten«, heißt es in einem Bericht einer weniger stark ausgeprägten Hierarchien Schreibkraft aus einem Großraumbüro fördern. Dazu gehört oft auch das ArbeiEnde der 70er-Jahre in Bremen. ten ohne festen Schreibtisch. »Ein so ausgerichtetes Büro verlangt allerdings Nach und nach bekam das Groß- eine völlig neue Art des Arbeitens«, sagt raumbüro einen schlechten Ruf und Lorenz. Doch die kommt nicht automagilt trotz aller Verbesserungen bis heute tisch mit der neuen Einrichtung ins bei vielen Angestellten als »Schreckge- Haus. spenst«, wie der Fachverband der Büromöbelhersteller bso in einer aktuellen Der Umgang mit dieser Art von Untersuchung herausgefunden hat. Da- Büro und dessen Akzeptanz habe viel nach schneiden große Büroeinheiten mit der Unternehmenskultur zu tun, ohne trennende Wände zwischen Ar- heißt es in einer Untersuchung der Hansbeitsplätzen bei den Mitarbeitern immer Böckler-Stiftung zu Open-Space-Offices. noch schlecht ab. »Viele Untersuchun- So könne ein Open-Space-Konzept nicht gen haben gezeigt, dass die Belastungen etwas erschaffen, was in der Unternehdurch Lärm, Arbeitsunterbrechungen menskultur nicht bereits vorhanden sei: und visuelle Reize im Großraumbüro »Wenn die gelebte Unternehmenskultur höher sind als im Kleinraumbüro«, sagt auf Hierarchien, Bürokratien und KonArbeitswissenschaftler Professor Dieter trolle setzt, kann durch Open-Space-­ Lorenz von der Technischen Hochschu- Büros nicht offene Kommunikation, le Mittelhessen. In kleineren Büros ­werde Transparenz und Kreativität gefördert dagegen deutlich seltener geklagt, hat werden.« 2010 eine repräsentative Schweizer Legen Betriebe und Unternehmen Bürobefragung ergeben. bei der Planung eines neuen Büros zudem den Schwerpunkt eher auf die Einsparung von Quadratmetern, könTrotz dieser offensichtlichen ­ ergonomischen Mängel gibt es bei den nen sich die Probleme, die ein GroßUnternehmen einen deutlichen Trend raumbüro ohnehin mit sich bringt, noch verstärken. »Wenn die hin zu großen Büroein­ Menschen dicht an heiten mit 25 und dicht sitzen, kann beimehr Arbeitsplätzen – spielsweise Lärmschutz allerdings heißen diese gar nicht funktioniejetzt vermehrt »Openaller Bürokosten sind Personalren«, sagt Regine RundSpace-Office«, um die kosten. Nur ein bis 2 % entfallen negativen Assoziationagel. Sie ist Fachredakauf die Büroeinrichtung. nen rund um das Wort teurin von ergo-online, »Großraumbüro« zu einer Internetplattform vermeiden. Diese »neue« Büroform gilt zur Gesundheitsprävention im Büro, als flexibel und kommunikationsför- die bereits vor 13 Jahren vom Land dernd und ist von der Unternehmens­ Hessen und mit Unterstützung von seite her mit dem Wunsch verbunden, Gewerkschaften ins Leben gerufen Platz einzusparen sowie gleichzeitig die wurde. 

80 %

Woran bei der Planung eines neuen Büros oder dem Umbau vorhandener Räumlichkeiten gedacht werden sollte:

Welche Art von Tätigkeit üben die Mitarbeiter aus?

Nicht jede Art von Büro ist für jede Art von Arbeit geeignet. Eine Personaloder Forschungs- und Entwicklungsabteilung, in der konzentriert und ruhig gearbeitet wird, ist in einer offenen Bürolandschaft oft nicht gut aufgehoben. Hier würden eher kommunikativ ausgerichtete Arbeiten wie Projektplanung, Vertrieb oder Service profitieren. Arbeitswissenschaftler fordern daher, dass sich das Design und die Struktur an die Arbeit anzupassen haben und nicht umgekehrt.

Werden die Büroangestellten in die Planung miteinbezogen?

Nur in jedem fünften Fall werden die Mitarbeiter in die Planung von Büros miteinbezogen. Kein Wunder also, dass es immer wieder Beschwerden von Büroangestellten gibt. Schließlich sind sie es, die in der Praxis mit den neu gebauten oder geplanten Strukturen klarkommen müssen. Besser ist daher, vorher die Wünsche und Bedenken von Mitarbeitern und Betriebsrat ernst zu nehmen, um gemeinsam die beste Lösung für die Menschen und das Unternehmen zu finden.

Was ist für ein gesundes Arbeiten im Büro besonders wichtig?

Neben der Optimierung der drei L (Luft, Licht, Lärm) gilt vor allem Bewegungsmangel als gesundheitliche Gefahr während der Büroarbeit. Arbeitsplätze sollten daher mit guten Bürostühlen sowie der Möglichkeit, im Stehen zu arbeiten, ausgestattet sein. Ausreichender Platz zum Arbeiten (minimum zehn Quadratmeter pro Person) sowie Besprechungsräume, Ruhezonen oder Sozialräume können die Arbeitsbedingungen darüber hinaus deutlich verbessern.

kompakt | Februar 2012 | 15


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TITEL Arbeitswelt

Mehr als

62 %

 Im GroSSraumbüro

aller Büromenschen arbeiten in einem Einzel- oder Zweierbüro, 33 % arbeiten in Teambüros, 5 % der Beschäftigten arbeiten in Open-Space-Büros mit 25 oder mehr Mitarbeitern. (Quelle: bso Studie 2011)

würden sich so schlimmstenfalls Enge und Lärm zusammen mit Arbeitsdruck und steigenden Anforderungen addieren. Ausgangspunkt bei der Planung eines Büros müsse daher der Mensch mit seinen Tätigkeiten sein, sind sich Arbeitswissenschaftler einig. Doch nur in jedem vierten oder fünften Fall werden Mitarbeiter an der Planung neuer Arbeitsplätze beteiligt, hat der Fachverband bso herausgefunden. »Dabei wäre es sicherlich sinnvoll, die Nutzer früher in die Neugestaltung miteinzubinden. Damit können einerseits Ideen auf ihre Praxistauglichkeit überprüft und andererseits die Akzeptanz für Kompromisse erhöht werden«, sagt bso-Pressesprecherin Brigitte Schwaibold.

Das Dilemma der Büroarbeit liegt in den sich nahezu ausschließenden Anforderungen von Kommunikation und Konzentration«, sagt ergo-online Redakteurin Rundnagel. »Hier müssen Kompromisse und variable Lösungen gefunden werden.« Wichtig sei daher, dass die Mitarbeiter in einem Großraumbüro ­Zonen finden, wo sie konzentriert arbeiten können, zum Beispiel in einzelnen Büros oder abgetrennten Bereichen, sagt Arbeitswissenschaftler Lorenz. Schließlich sei das Büro kein Selbstzweck. »Es ist dazu da, die ­Arbeitsabläufe in den

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Unternehmen, und die sind unterschiedlich, optimal zu unterstützen und den Menschen einen Arbeitsraum zu bieten, der ihre Gesundheit unterstützt und fördert und sie darüber hinaus motiviert und ihre Leistungs­fähigkeit erhält.« Ein Balanceakt, der nicht immer gelingt. »Problematisch ist vor allem, dass die Erkenntnisse der Arbeitswissenschaften nicht berücksichtigt werden«, sagt Regine Rundnagel. So seien in den gesetzlichen Arbeitsschutzverordnungen keine präzisen Angaben oder konkrete Werte zu Lärmpegel, Raumtemperatur und Raummaßen angegeben. »Das führt dazu, dass kleinere Unternehmen oder Betriebe, wo gesundes Arbeiten nicht an erster Stelle steht, lediglich fragen ›Muss ich oder kann ich?‹ und dann aus Kostengründen auf gesundheitsfördernde Maßnahmen verzichten.« Doch mittlerweile scheint zumindest bei Planern ein Umdenken stattzufinden. »Wir haben zu wenig auf andere Disziplinen wie zum Beispiel die Arbeitsmedizin geachtet«, sagt Paul J. Franke, der seit mehr als 30 Jahren in der Organisationsarchitektur tätig ist. Offene Bürolösungen seien offenbar nicht förderlich für den Menschen. Franke spricht sich daher für ein »Comeback des Zellenbüros« – ein modulares Bürosystem, mit dem flexibel auf Veränderungen reagiert werden kann. Denn das sei bei ­offenen Bürolandschaften oft schwierig. Auch Jürgen Jordan, Berater bei dem Büromöbelhersteller Wini, beobachtet ­ einen Wandel. »Der Trend ist nach wie vor das Open-Space-Büro, doch nach mittlerweile zehn Jahren Erfahrung geht die Diskussion schon wieder darüber ­hinaus«, sagt er. Der Königsweg sei, die Vorteile offener Lösungen zu nutzen, wo Menschen zusammengeführt werden müssen und diejenigen abzuschirmen, die es für ihre Arbeit brauchen.

»Ich habe gern Leute um mich«

Genießt das Großraumbüro: Lisa-Marie Stöhr.

Sieht mehr Vor- als Nachteile: Christian Scholz.


Fotos: Christian Frey

Besuch im GroSSraum-büro der BASF in Berlin: Gemurmel ist zu hö-

ren. Quer durch den Raum sind LänderWimpel gespannt, links säumen hüfthohe Aktenschränke den Gang und rechts zu den Fenstern hin stehen lange Schreibtische voll beladen mit Papieren, Ordnern, Telefonen und Computern. Ein ganz normales Großraumbüro, wäre da nicht der Blick aus den Fenstern dieser 12. Etage. Ganz hinten am Horizont, noch weit hinter einem der wenigen erhalten gebliebenen Spree-Speicher geben dunkle Wolken einen langen, hellen Streifen Licht frei. Regenschauer gehen nieder. »In einem kleinen Büro habe ich früher gearbeitet und genieße es jetzt, hier mit vielen Kollegen zusammenzusitzen«, sagt Lisa-Marie Stöhr. »Ich habe gern Leute um mich«, sagt die 23-Jährige, die sich das U-förmige Großraumbüro im Glaswürfel des sogenannten Narva-Turms in der Berliner OberbaumCity mit weiteren 41 Mitarbeitern teilt. 2005 hat BASF die 450 Quadratmeter große Etage bezogen und die Abteilung Cash Management eingerichtet. Die vorwiegend jungen Bankkaufleute und Betriebswirte arbeiten an Vierer- und Sechser-Tischen, jeweils zwei oder drei Mitarbeiter sitzen sich gegenüber. »Die Teams sind nach Länderzuständigkeiten zusammengestellt und betreuen BASF-

Standorte in mehr als 70 Ländern vom Norden Europas bis zum Süden«, erklärt Ida Schönherr, Betriebsrätin bei BASF Services Europe. »Dadurch können sie besser und schneller miteinander kommunizieren und das ist wichtig für diesen Job.« Die fachlichen Führungskräfte,

die Teamspezialisten, sitzen mit ihren Kollegen zusammen am Tisch. »Das war der Wunsch der Mitarbeiter, dass die Führungskräfte näher bei ihnen sitzen, damit die Wege kürzer werden, man ­näher aneinander ist«, sagt Schönherr. »Das ist auch eine Frage des Vertrauens.« Die Teamleiter, die bis zu zwölf Mit­ arbeiter betreuen, sind ebenfalls nahe der Teamtische platziert. Sie sitzen allerdings an in den Ecken stehenden Einzeltischen und sind durch Trennwände etwas abgeschirmt. Lediglich Abtei­ lungsleiterin Cornelia Hesse hat ein eigenes Büro mit Glaswänden, zudem gibt es noch einen Besprechungsraum und eine Küche, in der BASF ihren Mitarbeitern Wasser und Kaffee zur Verfügung stellt. In den fünf Jahren, in denen die Ab­ teilung besteht, wurde immer wieder umgebaut und ausprobiert, wie die Arbeit am besten funktioniert. Größtes Problem ist – wie in allen großen Büros – die Lautstärke. In der Abteilung Cash

Management setzt man dabei auf Selbstdisziplin und Rücksichtnahme. »Das Thema steht immer wieder auf der Tagesordnung bei Besprechungen«, sagt Christian Scholz. »Wir haben auch Regeln aufgestellt, zum Beispiel sollte niemand quer durch den Raum brüllen.« Der Diplom-Wirtschaftsmathematiker hat festgestellt, dass der Lärmpegel immer zu bestimmten Spitzenzeiten ansteigt. An die leisen Gespräche seiner Kollegen hat er sich mittlerweile gewöhnt, für ihn überwiegen die Vorteile der Teamtische. »Die Abstimmungsprozesse gehen schneller, der Informationsfluss ist besser und man bekommt mehr mit«, sagt der 31-Jährige. Auch Alexandra Schmidt schätzt vor allem den Zusammenhalt der Kollegen, der durch die räumliche Nähe gestärkt wird. Dennoch empfindet sie die Lautstärke an manchen Tagen als Problem. »Man versucht, die Geräusche nicht an sich heranzulassen«, sagt die Industriekauffrau. Das sei vor allem beim Telefonieren schwierig oder wenn sich Kollegen unterhalten. »Da muss man sich sehr konzentrieren und auf die Arbeit fixieren«, sagt die 25-Jährige. »Zu den Teamtischen gibt es im Grunde keine Alternative«, sagt Betriebsrätin Ida Schönherr. »Sonst geht es irgendwann so weit, dass man sich von Büro zu Büro anruft oder sogar E-Mails schreibt.«   Anette Schröder kompakt | Februar 2012 | 17


Themen Konjunktur

Volle Kraft voraus: Auch für dieses Jahr sind die Konjunkturprognosen positiv.

Der Motor läuft ALLEN UNKENRUFEN ZUM TROTZ: Die konjunkturelle Lage Deutschlands ist gut – und bleibt

es auch. Das meinen nicht nur führende Wirtschaftsinstitute, sondern auch die Arbeitgeber.

S

chon erstaunlich: Aus den für das Jahr 2011 vom Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Kommission und dem deutschen Sachverständigenrat prognostizierten 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum wurden am Ende drei Prozent. »Viele Ökonomen haben die deutsche Wirtschaft unterschätzt«, kommentierte Mitte Januar das Handelsblatt. Und das könnte sich auch 2012 bewahrheiten.Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) meldet bereits, dass der Konjunkturindikator (der die Erwartungshaltung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung misst) im Januar 2012 so stark angestiegen ist wie zuletzt 1991. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt berichtet gar, dass die deutsche

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Wirtschaft »weiter sehr gut« dastehe. Von der Automobilindustrie bis zum Maschinenbau, von der Medizintechnik bis zur Chemie seien die Signale »nach wie vor positiv«, so Hundt weiter. Und für Wirtschaftsminister Philipp Rösler ist Deutschland »Stabilitätsanker und Wachstumsmotor für Europa«. So steht es im Jahreswirtschaftsbericht. Die Prognosen vertrauen vor allem

auf eines: Dass sich die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum nicht weiter verschlimmert. Und dass sich die Wachstumskräfte weiter zur Binnennachfrage hin verlagern werden, wie es im Rösler’schen Jahreswirtschaftsbericht heißt. Das bedeutet: Die privaten Konsumausgaben würden spürbar zum

Wachstum beitragen. Laut Statistischem Bundesamt haben die sich schon 2011 als wirksame Stütze erwiesen, sie stiegen so sehr wie zuletzt vor fünf Jahren. deutschland steht besser da

als alle anderen Industriestaaten, so jedenfalls eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton. 2800 Führungskräfte in 39 Ländern haben die Düsseldorfer befragt. Das Ergebnis: 62 Prozent von Deutschlands Managern halten die Konjunkturaussichten hierzulande für günstig. In der gesamten Euro-Zone sagen das hingegen nur 30 Prozent. Fazit: Deutsche Führungskräfte seien »ungewöhnlich optimistisch«, so Vorstand Klaus-Günter Klein. Axel Stefan Sonntag

Foto: Meowgli/Fotolia

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Thema Elterngeld

Nicht befriedigend

Z W I S CH E N R U F

das geplante betreuungsgeld soll Eltern ermöglichen,

Zuhause zu bleiben – erfüllt diesen Anspruch aber nicht.

M

Foto: Laurence Mouton/Picture Alliance

ütter, die ihr Kind nicht in Krippen oder Tagesstätten geben, sollen ab 2013 finan­ziell unterstützt werden. 100 Euro, ab 2014 sogar 150 Euro Betreuungsgeld im Monat stellt ein Beschluss des schwarz-gelben Koalitionsausschusses ihnen in Aussicht. Die CSU will mit ihrem Lieblingsprojekt ein neues Anreizsystem vor allem für Frauen schaffen, sich zu Hause um Kinder zu kümmern. Seit 2007 gibt es zwar das Elterngeld – es unterstützt aber Berufstätige, die eine Auszeit zur Kindbetreuung nehmen. Sie erhalten seitdem zwei Drittel des letzten Nettoeinkommens. Mittlerweile stellen Väter mehr als 25 Prozent der Anträge auf Elterngeld und nutzen die Chance, zeitweilig ganz für den Nachwuchs da zu sein. Vorher nahmen nur 3,5 Prozent von ihnen das alte Erziehungsgeld von 300 Euro in Anspruch. Der überwiegende Teil der Paare (61 Prozent) entscheidet sich dafür, das El-

Nicht nur samstags: Papi ist jetzt immer häufiger für die Kinder da – das Elterngeld hat dazu beigetragen.

terngeld zumindest für ein paar Monate gemeinsam zu beziehen. Gerade für Eltern, die gut qualifiziert sind, ist die nun geplante Betreuungsgeld-Regelung dagegen keine echte Hilfe. Denn es dient nicht Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern erschwert nach längerer Auszeit die Rückkehr in das Erwerbsleben. Um insbesondere Frauen nach der Geburt eines Kindes zu ermöglichen, wieder in den Job einzusteigen, würden statt­ dessen mehr Betreuungsplätze gebraucht. Die Versorgung mit Krippen für unter Dreijährige bleibt vor allem in den westlichen Bundesländern weit hinter den politischen Vorgaben zurück. In den Schulen wird zwar vielerorts mit Übermittagbetreuung experimentiert. Von einem flächendeckenden, verläss­ lichen Ganztagssystem, das auch lange Ferienzeiten überbrückt, kann aber keine Rede sein. Wo solche Angebote fehlen oder nicht ausreichen, sind es dann meist immer noch die Mütter, die sich für die Familie und gegen den Beruf entscheiden. Noch gewichtiger sind bildungs­ politische Argumente. Sozialgelder wie das Betreuungsgeld senden gerade an einkommensschwache Familien das falsche Signal. Auch arme Kinder aus Hartz-IV-Haushalten oder aus Migrantenfamilien sollten die Chance auf Förderung in öffentlichen Einrichtungen erhalten. Viele Erziehungswissenschaftler und Politiker fordern deshalb sogar eine Kindergartenpflicht. Die Bedeutung des Elterngeldes lässt sich durch einen Blick ins Budget ablesen: Rund 4,5 Milliarden Euro werden inzwischen pro Jahr ausgezahlt – das sind immerhin zwei Drittel des zur Verfügung stehenden Geldes im Familienressort. Die in dieser Legislaturperiode eigentlich geplanten Verbesserungen beim Elterngeld fielen allerdings im Sommer 2010 den Sparbeschlüssen der schwarz-gelben Koalition zum Opfer. Thomas Gesterkamp

Edeltraud Glänzer

Im IG-BCE-Vorstand für Frauen und Gleichstellung zuständig

Elterngeld: ein guter Anfang Die IG BCE setzt sich seit vielen Jahren für den Dreiklang aus Geld, Zeit und Infrastruktur ein. Das Elterngeld ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Es kompensiert Einkommensverluste und erleichtert vor allem Vätern die Entscheidung für eine Familienphase – von ihnen gehen aktuell rund 25 Prozent in Elternzeit. Diesen Weg gilt es konsequent fortzusetzen. Erheblicher Handlungsbedarf besteht nach wie vor bei der Infrastruktur. Die Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen, das Platzsharing und die teils stark ausgeprägte Wohnortorientierung der Kommunen ist wenig hilfreich. Hier braucht es kreativere Lösungen. Und: Wir wollen kein Betreuungsgeld! Viel wichtiger wäre es, die vorgesehenen zwei Milliarden Euro pro Jahr für den Ausbau einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung zu nutzen, um allen Kindern gleiche Chancen auf eine frühkindliche Förderung, gute Bildung und Ausbildung zu geben. Das wäre eine echte Unterstützungsleistung für Eltern bei ihrer Berufstätigkeit. kompakt | Februar 2012 | 19

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leserforum Nr. 01 I JaNuar 2012 www.igbce.de

vor ort Des Duftes Kleid: Wie Gerresheimer in Tettau Flakons produziert tendenzen Seit drei Generationen in Deutschland: Besuch bei einer türkischen Familie in Recklinghausen tipps Entlastung für Durchschnittsverdiener: Was sich 2012 alles verändert

Schreiben Sie uns! Wir freuen uns über Lob, Kritik und Anregungen.

kompakt

kompakt IMPRESSUM

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

zwei Leben Viele Menschen pflegen einen Angehörigen – und sind berufstätig. Wie gelingt dieser Spagat?

01_titel_zwei_leben_01.indd 1

04.01.2012 12:36:47

Leserbriefe stellen die Meinung des Einsenders dar. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

> Wer geht wann? von Heinrich Kronlage (10/2011)

Die volle Rente

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Ich bin nach 46 Berufsjahren (davon 35 Jahre Schicht) jetzt im Alter von 60 Jahren in Altersteilzeit gegangen, mit Einbußen von 18 Prozent. Das finde ich schon in Ordnung. Sollte ich aber das Alter von Johannes Heesters erreichen, bekäme ich 48 Jahre lang deutlich weniger Geld. Das finde ich nicht gerecht. Nach ein paar Jahren Einbußen sollte – gestaffelt nach Berufsjahren – meiner Meinung nach die volle Rente ausbezahlt werden.

nicht ausreichend berücksichtigt. Für diese gibt es keine Möglichkeit der Verkürzung der Arbeitszeit. Dabei beginnen mit der Einschulung der Kinder die Betreuungsprobleme erst richtig! Die meisten verlässlichen Grundschulen haben keine ausreichenden Öffnungszeiten oder mangelnde Ferienbetreuung. Wenn überhaupt Ferienbetreuung angeboten wird, dann an einem anderen Ort. So kann aber ein Vollzeitarbeitstag inklusive dem Wegbringen und Abholen der Kinder häufig nicht mehr geschafft werden. Folglich muss der Arbeitsvertrag dann oft geändert und Arbeitszeit verlustreich gekürzt werden. Auch für die Übergangszeit von Kindergarten zu Grundschule gibt es nur unzureichende Hilfe. Ich rege deshalb dringend eine Diskussion darüber an, das Alter der pflegebedürftigen Kinder auszuweiten. Kinder mit 6 Jahren sind doch pflegebedürftig – oder etwa nicht?

von Michael Denecke (1/2012)

Schritt nach vorn

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Sehr gute Arbeit hat die IG BCE mit dem Tarifabschluss in der Chemischen Industrie Ost geleistet. Das ist ein riesiger Schritt nach vorn! Allerdings werden meiner Meinung nach Eltern mit schulpflichtigen Kindern noch

Josef Eiffler, per E-Mail

Petra Bender-Brandt, per E-Mail

> Ende eines Projekts

Manfred Hartmann, per E-Mail

> Ein neues Arbeitszeitmodell und mehr Geld

gut ausgebildeten Architekten, Ingenieuren und Bauleitern. Die Arbeiter stammen zumeist aus dem südostasiatischen Raum, aus Nordafrika oder Palästina. Die Firmen haben in ihren Angeboten, unter Einbezug der niedrigen Arbeiterlöhne vor Ort, »mit dem günstigsten« Angebot den Auftrag an Land gezogen. Würden ausgebildete Baufacharbeiter eingestellt, die es in den Emiraten kaum gibt, für die also noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Auslandszulage et cetera anfallen, ginge der Auftrag an eine andere Firma, die »nicht so zimperlich« ist. »Die Scheichs« waschen ihre Hände in Unschuld, die Baufirmen klagen, dass keine besser ausgebildeten Leute zu bekommen waren, und zudem die »Arbeitnehmerrechte« für nicht ausgebildete, illegal eingereiste, der Landessprache nicht mächtige, und dazu »Ungläubige«, auch nicht gelten können.

> Reiche Scheichs beuten aus in »Aktuelles« (1/2012)

von Susanne Kettelför (1/2012)

Arme Arbeiter

Aus Ihrer Sicht scheint das auf Eis gelegte Gesetz zur CCS-Technik eine vermeintlich »verpasste Chance« zu sein. Aber aus meiner Sicht der Dinge wäre die Anwendung der CCS-Technik ein schwerer und kostspieliger Fehler, der zum Umweltschutz nichts beitragen und nur Stromkunden und Wirtschaft überfordern würde.

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Da habt ihr ja mächtig auf die Pauke gehauen – und das ohne Hintergrundwissen. Denn »die reichen Scheichs« LASSEN bauen! Sie bauen nicht selber, sie sind »nur« die Finanziers! Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe selbst in den Emiraten gearbeitet. Bauen tun dort meist europäische oder fernöstliche Baufirmen mit

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Schwerer Fehler

Walter Mühl, Kandel

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Herausgeber Michael Vassiliadis Chefredakteur (verantwortlich im Sinne des Presserechts) Christian Hülsmeier Stellvertretender Chefredakteur Michael Denecke Chef vom Dienst Alexander Nortrup Redaktion Sarah Heidel, Rudolf Heim, Julia Osterwald, Dirk Kirchberg, Dr. Ulrike Börger Redaktionsassistenz Simone Michels, Tanja Rössner Gestaltung Hans Borgaes Redaktionsanschrift Königsworther Platz 6 30167 Hannover Telefon: 0511 7631-329/-698 Telefax: 0511 7000891 E-Mail: kompakt@igbce.de Internet: www.igbce.de Satz: BWH GmbH Beckstraße 10, 30457 Hannover Gesamtherstellung und -vertrieb: Westend Druckereibetriebe GmbH Westendstraße 1, 45143 Essen Anzeigenverwaltung NetworkMedia GmbH Stresemannstraße 30 10963 Berlin Telefon 030 255594-160 (Fax: -190) E-Mail: haertig@nwmd.de Gültige Anzeigenliste Nr. 11 vom 01. 01. 2012 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Claudia Härtig Zusendungen: Für unverlangte Einsendungen wird keine Gewähr übernommen. Bezugspreis 0,90 €, jährlich 10,00 €. Für Mitglieder der IG BCE ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten. Erscheinungsweise:

kompakt erscheint monatlich

mit acht Regionalausgaben für Bayern, Baden-Württemberg, Hessen-Thüringen, Nord, Nordost, Nordrhein, Rheinland-Pfalz/Saarland, Westfalen. Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 23. 1. 2012 Druckauflage: 696 098 (IV/2011) Gedruckt auf chlorfreiem Papier


VOR ORT

Aus Schwarz wird Gold Bei Avista Oil wird Altöl aufbereitet

Kahlschlag bei Nycomed Der japanische Pharmakonzern Takeda will 1200 Stellen in Deutschland abbauen – davon 700 in Konstanz.

Kein Anlass für Bescheidenheit Tarifrunde Chemie vor dem Start – Forderungsempfehlung wird Mitte Februar beschlossen.

Ausbildung mit Auszeichnung esco (Bernburg) und die Städtischen Werke Magdeburg gewinnen Ausbildungspreis der IG BCE.

»Es gibt keinen Grund für Trübsal«

Der Neujahrsempfang der IG BCE in Hamburg war »ein guter Auftakt für das Jahr 2012«. Foto: Helge Krückeberg

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vor ort Mineralöl-Raffinerie DOllbergen

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Saubere Sache DUrch blitzende Rohre fließt im niedersächsischen Uetze Altöl, aus dem neues Basisöl

gewonnen und zu Schmierstoffen und Motorölen für Industrie und Verbraucher gemischt wird.

E

r sieht goldig aus – und durchsichtig. Mit tiefschwarzem Altöl, das zuvor in Motoren und Getrieben seinen Dienst getan hat, bringt man den goldenen Saft jedenfalls nicht in Verbindung. Doch Kernsolvat, die durchsichtige Flüssigkeit, ist nur wenige Arbeitsschritte von Altöl entfernt. Es wurde in einem Verfahren aufbereitet, auf das die Mineralölraffinerie in Dollbergen mäch-

tig stolz ist. Denn anderswo wird Altöl verbrannt, im niedersächsischen Stammwerk der Avista Oil GmbH hat man sich dagegen auf das »Upcycling«, also die Wiederaufbereitung von Altöl, spezialisiert. »Wir sind überzeugt, dass Upcycling der richtige Weg ist, die Umwelt zu schützen und die Ressource Erdöl zu schonen«, sagt Geschäftsführer Bernd Merle.

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Zunächst aber muss das Öl nach Dollbergen gelangen. 80 Fahrer sammeln bundesweit Gebrauchtöl. Einer von ihnen ist Ludwig Jordan. Er fährt für die Karo As Umweltschutz GmbH, das Schwesterunternehmen der MineralölRaffinerie, täglich bis zu fünf Werkstätten, Industrieunternehmen, Landwirte und andere Betriebe an. Jordan empfängt seine Aufträge zu Hause per Fax und stellt die Routen

dann eigenständig zusammen. So kann er die zu fahrenden Kilometer – teilweise bis zu 300 am Tag – optimal planen. Beim Abholen macht der

Fahrer eine erste Ölanalyse: den Beilstein-Test. »Ich tauche ein kleines Kupferblech mit der Zange ins Öl und halte es in eine Flamme«, erklärt er. »An der Farbe der Flamme ist erkennbar, ob Chlor im Öl


2 1 | Öl Marsch Taner Ergin kontrolliert den Abfüllvorgang – und sorgt dafür, dass das Fass nicht verschmutzt ist.

2 | Besser prüfen

3 | Alt und Neu

3

enthalten ist. Für die Aufbereitung muss es möglichst chlorfrei sein.« Was der Fahrer abge-

pumpt und nach Dollbergen gebracht hat, fließt ins System: durch einen Filter, der

Gebrauchtes Öl ist ganz schön schwarz – nach der Wiederaufbereitung ist es nicht wiederzuerkennen.

genannten Koppelprodukte vertreiben wir als Brennstoffe an die Industrie«, erklärt Kirsten Thiel, die für Marketing zuständig ist. »Und durch die Destillation entsteht Wasser, das dann in die kommunale Kläranlage abgeleitet wird.«

»Uns liegt am Herzen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens profitieren.« Dietmar Busse Betriebsratsvorsitzender Avista Oil

grobe Verunreinigungen auffängt, und in die Emulsionsverdampfungsmaschine, die dem Öl das Wasser entzieht. Mit Druck werden Abrieb und Rost entfernt. »Unsere so-

Für eine ihrer seit 2005 in Betrieb befindlichen Anlagen, die »Erweiterte SelektivRaffination«, wurden die Dollberger 2007 von der EU ausgezeichnet, weil sie ganz

Foto: Helge Krückeberg

Der Beiltest klärt die Frage, ob Chlor im Altöl ist.

ohne Abfälle arbeitet. In der »Kolonne« – dem Turm mit dem größten Fassungsvermögen der Anlage – trennt ein Lösemittel flüchtige Stoffe vom Öl; es wird gereinigt und fließt zurück in den Prozess. Aus fast dreimal so viel gebrauchtem Öl werden pro Jahr 104 000 Tonnen Basisöl gewonnen. Der Konzern expandiert: Im US-amerikanischen Peachtree City (Georgia) wird derzeit durch Dollberger Ingenieure ein Werk nach demselben Patent errichtet. Dietmar Busse, der Betriebsratsvorsitzende, betrachtet die Auslandsinvestition skeptisch. »Wir hätten mehr davon, den deutschen Standort zu stärken«, glaubt der chemisch-technische Assistent, der seit 32 Jahren im Labor arbeitet. Wenn es dem Unternehmen gut gehe, so der Arbeitnehmervertreter, müsse es auch mehr Auszubildende geben – im Betrieb, nicht nur im Verbund. Doch das Unternehmen bildet nur Industriekaufleute selbst aus – bei Chemikanten und Mechanikern könne es nicht alle Bereiche selbst abdecken, sagt der Geschäftsführer. Dietmar Busse vermutet eher, dass es darum gehe, eine Jugendund Auszubildendenvertretung zu vermeiden. Sobald das Öl aufgearbei-

tet ist, wird es gemischt und wieder abgefüllt. Hier ist Taner Ergin am Werk: Der Vorarbeiter in der Misch- und Abfüllhalle kontrolliert den Vorgang. Die Fässer werden vollautomatisch befüllt. Vor diesem Vorgang wird das Fass ausgeleuchtet, um sicherzustellen, dass es nicht verunreinigt ist. Sobald die entsprechende Menge abgefüllt ist, peilt Ergin das nächste

200-Liter-Fass an – oder den nächsten 1000-Liter-Container. »Hier geht es neben Qualität auch um Tempo«, sagt der 33-jährige Hannoveraner. Ergin hat vor neun Jahren als Leiharbeiter angefangen, 2005 wurde er mit festem Vertrag übernommen – und mit besserer Bezahlung. »Unser niedrigster Lohn liegt bei 13,99 Euro die Stunde«, sagt der Betriebsratsvorsitzende, »der für Leiharbeit beträgt unter acht Euro. Die Firma aber kosten Leiharbeiter insgesamt mehr. Das hat sie wohl überzeugt.« Sigrid Thomsen/nor

Das unternehmen Die Mineralöl-Raffinerie Dollbergen (MRD) stellt seit 60 Jahren Öl aus Gebrauchtöl her. Sie wurde von Hermann Pfeifer gegründet und mehrfach verkauft. Seit mehr als 40 Jahren wird Gebrauchtöl als Rohstoff von dem separaten Unternehmen Karo As Umweltschutz selbst gesammelt. 2003 wurden beide Unternehmensteile vom norwegischen Familienunternehmen Mustad übernommen und in den Konzern AVISTA Oil AG integriert. Dazu gehören eine weitere Upcycling-Raffinerie in Dänemark sowie mehrere Sammelunternehmen in den Niederlanden, Belgien und Polen. Gebrauchtöl wird auch aus Afrika und Amerika importiert. Etwa 320 Beschäftigte gehören zur Karo As und zur Raffinerie, deren Umsatz 2010 111 Millionen Euro betrug. www.avista-oil.com

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vor ort Aktuelles

Kahlschlag bei Nycomed

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nttäuschung und Entsetzen in der gesamten Bodensee-Region: Pharmaproduzent Takeda, zu dem seit September 2011 die deutsche Nycomed GmbH gehört, will deutschlandweit 1200 Arbeitsplätze abbauen. Die meisten davon am größten Standort in Konstanz: Gut 700 Beschäftigte wollen die Japaner hier entlassen. Und zwar nur, »um die weltweit vorhandenen Überkapazitäten in der Forschung abzubauen«, ist sich Betriebsratsvorsitzender Rolf Benz sicher. Künftig sollen in Konstanz nur noch die Finanz- und IT-Sparte erhalten bleiben. Die gesamte Forschung und Entwicklung soll jedoch bis Ende 2013 an andere Standorte verlagert werden, etwa an den Standort Singen, den die Geschäftsleitung momentan

als robust und sicher einstuft. Trotzdem werden hier nicht mehr als rund 80 der 700 in Konstanz Beschäftigten einen neuen Arbeitsplatz finden. Für IG-BCE-Bezirksleiter Wilfried Penshorn deshalb nur ein schwacher Trost: »Das Unternehmen war und ist in der Vergangenheit ganzheitlich erfolgreich aufgestellt gewesen. Also mit Forschung, Produktion, Vertrieb und den dazugehörenden administrativen Funktionen. Wir werden gemeinsam mit dem Betriebsrat in den kommenden Verhandlungen kämpfen, um das Beste für die Beschäftigten zu erreichen.« Einfach hinnehmen wollen Betriebsrat und IG BCE die Entscheidung nämlich nicht. »Ziel ist es, unter anderem eine Transfergesellschaft zu gründen, um den Menschen

Foto: Sabine Tesche

konstanz | Japanischer Arzneimittelhersteller will 1200 Stellen in Deutschland abbauen – davon 700 in Konstanz

Zukunft ungewiss: Beschäftigte am Nycomed-Standort Konstanz.

eine Perspektive auf einen neuen Arbeitsplatz zu bieten«, sagt Benz. Um diese Forderung durchzusetzen, fand die erste Protestkundgebung bereits Ende Januar statt. Mit dabei: parteiübergreifende Unterstützung

aus der Region. Insbesondere Oberbürgermeister Horst Frank fordert einen Sozialplan, der die hohen Gewinne der Vergangenheit berücksichtigt. Frank unterstützt damit die gewerkschaftlichen Forderungen. Axel Stefan Sonntag

Meteor nun doch in der Insolvenz bockenem | Investor hat Raten nicht bezahlt – IG BCE sieht »Perspektive für Unternehmen«

D

as Stunden des Weihnachtsgeldes hat nichts genützt: Die Meteor-Gummiwerke in Bockenem meldeten im Januar Insolvenz an. Der indische Investor Pawan Kumar Ruia hat seine Raten nicht bezahlt. Zum Jahresende hatte es noch so ausgesehen, als sei die Pleite mit den finanziellen Opfern der Beschäftigten abzuwenden. Jetzt muss ein neuer Käufer gesucht werden. Bei einer Betriebsversammlung am 16. Januar versuchte der vorläufige Insolvenzverwalter besorgte Mitarbeiter zu beruhigen. In Bockenem ar-

beiten etwa 1800 Menschen und im Werk Worbis 300. »Viele fürchteten natürlich um ihr Geld«, berichtet IG-

einbarungen hat die Insolvenz keine Auswirkungen.« Über die Zukunft der Arbeitsplätze könne man erst

»Wir müssen unsere Kunden beliefern, damit wir kein Vertrauen verlieren.«

Martin Knoke, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Meteor Bockenem

BCE-Bezirksleiter Peter Winkelmann. »Bis März aber werden Löhne und Gehälter vom Arbeitsamt bezahlt, damit wird das Insolvenzgeld vorfinanziert. Auf bestehende Tarifverträge und Betriebsver-

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nach genauer Prüfung des Unternehmens in einigen Wochen etwas sagen. Winkelmann ist aber zuversichtlich, dass der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis Hildesheim bestehen bleibt: »Das Unter-

nehmen hat eine Perspektive, es wird einen Käufer finden.« Beim Betriebsrat werden bereits die Ärmel hochgekrempelt. »Jeder weiß, dass es Einschnitte geben wird«, räumt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Martin Knoke ein. Doch Personalabbau habe für den Insolvenzverwalter keine Priorität. »Für uns geht es jetzt darum, dass die Kunden beliefert werden, damit wir kein Vertrauen verlieren«, sagt Knoke. Auch er ist entschlossen, nach vorn zu schauen: »Für uns ist es ein Anfang.«  Sigrid Thomsen


Die drei Jugendvertreter Andreas Heppe, Cindy Heute und Marco Trojahn (von links) in der Streusalz-Lagerhalle bei esco in Bernburg.

Ausbildung mit Auszeichnung Bernburg/Magdeburg | esco und SWM gewinnen den Ausbildungspreis des IG-BCE-Bezirkes Halle-Magdeburg

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Sie bekommen bei der Bildungsgesellschaft BTZ, die als Dienstleister die ersten zwei Lehrjahre betreut, sowie bei den Meistern und Ausbildern im Werk eine qualitativ hochwertige Ausbildung an hervorragend ausgestatteten Arbeitsplätzen. Bis 2016 läuft bei esco zudem das »Zukunftsprojekt« der IG BCE: Nach der Ausbildung wird allen ein zweijähriger Arbeitsvertrag garantiert.

cherheitswettbewerb des Mutterkonzerns K+S hat dazu beigetragen – denn zu den erkannten Problemen haben die drei »JAVis« auch die passenden Verbesserungsvorschläge gesammelt. Die 39 esco-Azubis wer-

den neben Andreas Heppe noch von der 19-jährigen Cindy Heute, MechatronikerAzubi im dritten Lehrjahr, und dem 22-jährigen Industriemechaniker Marco Trojahn vertreten. Dazu gehören auch angehende Bergbautechnologen, Energieelektroniker und Industriekaufleute.

Den zweiten Platz des

Fotos (2): Helge Krückeberg

in junger Arbeiter fragt sich eher, warum, wieso, weshalb? Und deshalb sieht er schneller ein Problem als ein älterer«, erzählt Andreas Heppe, der bei der »european salt company« (esco) in Bernburg unter Tage arbeitet. Der 23-jährige Industriemechaniker ist Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) in dem Werk mit rund 440 Beschäftigten. Die JAV hat für ihren Arbeitgeber den Ausbildungspreis der IG BCE im Bezirk HalleMagdeburg geholt. Ihr gutes Abschneiden im Arbeitssi-

Vertrauensleute für rund 50 Azubis bei den Städtischen Werken Magdeburg: Die JAV-Mitglieder Christian Denecke, Susanne Hengst, Jan Köthe, Sandra Franze und Robert Krebs (von links).

Ausbildungspreises haben die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) gewonnen. Mit rund 650 Mitarbeitern und 50 Azubis hat ihre JAV fünf Mitglieder. »Beim Energieversorger ist unsere Ausbildung breiter gefächert als in einem Handwerksbetrieb«, erzählt Jan Köthe (22), der als Elektroniker für Betriebstechnik in der Gasversorgung arbeitet. Die Azubis bekommen bei SWM Zusatzqualifikationen. Sie lernen in einer »Kick-offWoche« zum Start des ersten Lehrjahrs alle Abteilungen kennen, können im zweitägigen Programm »Azubi-Fit« an Seminaren zu Ernährung,

Teamwork oder Work-LifeBalance teilnehmen. Und jeder Azubi begleitet einen Tag lang einen der drei Geschäftsführer der SWM. Im JAV-Gremium sind auch zwei Absolventen eines dualen Studiums: Die 24-jährige Susanne Hengst ist Sachbearbeiterin im Controlling und der 26-jährige Robert Krebs arbeitet in der internen Revision. Die Anlagenmechanikerin Sandra Franze (25) und der Elektroniker und JAV-Vorsitzende Christian Denecke (23) machen das Team komplett. Zu den Ausbildungsberufen gehören außerdem Industriekaufmann/-frau, Vermessungstechniker/-in und Fachkraft für Abwassertechnik. Allen wird die befristete Übernahme für ein Jahr garantiert. Um gute Ausbildung zu honorieren, schreibt der IG-BCEBezirk Halle-Magdeburg seit 2001 den einzigartigen Preis aus. Die Unternehmen in Sachsen-Anhalt können ihre Nachwuchsförderung damit ins rechte Licht rücken und öffentlichkeitswirksam um die besten unter den weniger werdenden Schulabgängern werben. Karen Roske

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vor ort Aktuelles

Tarifmeldungen

Binnen-Nachfrage stärken

Schuhindustrie | Der

Hannover | Tarifrunde Chemie läuft an – Forderungsempfehlung im Februar

Tarifabschluss bringt für die Monate Oktober bis Dezember 2011 eine Einmalzahlung von 250 Euro (Auszubildende 100 Euro). Ab Januar 2012 erhöhen sich Löhne und Gehälter um 3,3 Prozent. Erstmals wurden bundeseinheitliche Ausbildungsvergütungen festgelegt.

RWE DEA | Zum 1. März erhöhen sich Löhne, Gehälter, Ausbildungsvergütungen und Schichtzulagen um 2,9 Prozent. Außerdem steigen die Vergütungen für die Rufbereitschaften sowie das Urlaubsgeld. Feinkeramik | Die Tarifverhandlungen blieben auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 17. Januar ohne Ergebnis, trotz konstruktiver Gespräche und Annäherung. Mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion und Aktivitäten in den Betrieben soll jetzt die Tarifkommission bei der Durchsetzung der Tarifforderung unterstützt werden. Nächster Verhandlungstermin ist der 6. Februar. Vattenfall Europe | Die Konzerntarifkommission der Gewerkschaften IG BCE, ver.di und IG Metall hat die Kündigung des Tarifvertrages sowie das Forderungspaket für die Tarifrunde 2012 beschlossen. Dazu gehören die Verlängerung des Tarifvertrages »Sozialpolitische Begleitung zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen« sowie eine Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent.

Ausführliche Informationen unter: www.igbce.de

I

n diesem Jahr werden für rund 9,1 Millionen Beschäftigte neue Tarifverträge verhandelt. Der Auftakt geschieht nahezu zeitgleich in der Metall- und Elektroindustrie, im öffentlichen Dienst für Bund und Gemeinden und in der chemischen Industrie. Mitte Februar beschließt der IG-BCE-Hauptvorstand die Forderungsempfehlung. Die Empfehlung wird dann in den Betrieben diskutiert, die Ergebnisse zunächst auf regionaler und schließlich auf Bundesebene von den gewerkschaftlichen Tarifkommissionen zusammengeführt. Voraussichtlich Anfang April steht

die konkrete Forderung für die 550 000 Beschäftigten. 2011 war ein ausgesprochen gutes Jahr für die chemische Industrie. So hat die Produktion um vier Prozent zugelegt und liegt damit über Vorkrisenniveau, der Gesamtumsatz klettert um neun Prozent auf den Rekordwert von 186,5 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsexperten sind sich weitgehend einig, dass die Wachstumskurve im laufenden Jahr abflacht. Allerdings erschweren konjunkturelle und währungspolitische Unsicherheiten eindeutige Prognosen. Von Krisenstimmung ist die Branche jedoch weit entfernt.

Das sieht auch Klaus Engel, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), so. Er unterstreicht: »Auch 2012 geht es für die chemische Industrie aufwärts, wenn auch langsamer als 2011.« Es gibt in der Tat keinen Anlass für Bescheidenheit, auch nicht für einen »Finanzkrisenabschlag«, so der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. »Wir wollen«, betont der IGBCE-Tarifpolitiker Peter Hausmann, »etwas für die Binnennachfrage tun. Steigt der Konsum, kräftigt das die Konjunktur. Und das geht nicht mit leeren Portemonnaies.«  Michael Denecke

»Es gibt keinen Grund für Trübsal« hamburg | Neujahrsempfang war ein »guter Auftakt für 2012«

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ob für ihre Erfolge bei der Mitgliederwerbung vor allem in den Betrieben bekamen etwa 700 Kolleginnen und Kollegen beim Neujahrsempfang des Landesbezirks Nord im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Das sei ein Signal für die Zukunftsfähigkeit der Gewerkschaft, sagte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. Er stellte Überlegungen über »eine Art Lizenzgebühr« dafür an, dass auch Unorganisierte Nutznießer von Tarifverträgen seien. Vernünftige Tarifabschlüsse seien 2012 schwerer zu erreichen als 2011, meinte Vassiliadis. »Doch es gibt keinen Anlass zu konjunkturellem Trübsal. Die deutsche Wirtschaft erweist sich als robust.« Bei der Energiewende sei es Zeit für politische Entschei-

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Foto: Cordula Kropke

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IG-BCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker und Vorsitzender Michael Vassiliadis im Gespräch mit Kolleginnen vom Pharma- und Veterinärbetrieb KVP aus Kiel.

dungen und Investitionen. Dafür werde die IG BCE mit dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) und weiteren Partnern Kriterien entwickeln. Wer dabei war, fühlte sich angeregt: »Ich fand die Aussagen zur Energiewende gut«,

kommentierte Juliane Brehm, Tochter der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden bei Styron in Stade und selbst schon Gewerkschaftsmitglied. »Das war ein guter Auftakt für 2012«, bestätigte auch Mutter Martina. Sigrid Thomsen


DSM – hier die Vitamin-D3-Produktion inklusive Tanklager für die Rohstoffe – investiert in die Zukunftsfähigkeit seines Standortes.

Fotos (2): Betriebsrat DSM

Geld-zurück-Garantie inklusive Grenzach | DSM-Betriebsrat und IG BCE handeln innovatives Standortsicherungskonzept bis 2020 aus

D

ie Forderung aus der zuständigen Schweizer Zentrale im Jahr 2010 war rigide: 35 Millionen sollte der Vitaminhersteller DSM an seinem südbadischen Standort Grenzach zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit einsparen. Für Betriebsratschef Klaus Keßner und seine Kollegen war dies eine Hiobsbotschaft, sahen sie sich doch mit einschneidenden Maßnahmen wie Arbeitsplatzabbau, Betriebsrentenkürzungen und Einbußen für die Schichtarbeiter konfrontiert. Dass die anstehenden Gespräche alles andere als einfach sein sollten, war Keßner sofort klar. »Der reflexartigen Ablehnung folgte allerdings schnell der Ansporn, ein belastbares Standortsicherungskonzept zu erstellen«, sagt der 55-Jährige heute. Dabei ging Keßner einen unkonventionellen Weg – mit dem externen Rentenexperten Ulf Imiela und dem Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler Holger Beiersdorf

von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Anderthalb Jahre und elf Verhandlungsrunden spä-

der 131 Stellen wegfallen sollen – allerdings sozialverträglich. 40 Stellen seien bereits über Fluktuation oder Ruhestand reduziert. 60 Arbeits-

»Kommt es bis 2020 nicht zu den zugesagten Investitionen, erhalten die Mitarbeiter ihr Geld, auf das sie bis dahin verzichtet haben, zurück.« Klaus Keßner Betriebsratsvorsitzender DSM

ter steht das überraschende Ergebnis: Trotz Verlagerung der bis dato verlustbringenden Vitamin-B6-Produktion gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen. Im Gegenteil: Die Arbeitgeberseite will bis zum Jahr 2015 sogar bis zu 20 Millionen Euro investieren. »Natürlich haben wir die eine oder andere Pille schlucken müssen«, sagt Keßner und verweist zum Beispiel auf ein halbiertes 14. Monatsgehalt, die Absenkung einer übertariflichen Ausgleichszulage oder die »personalplanerische Gratwanderung«, mit

plätze koste aber die Aufgabe der B6-Produktion, die 2015 kommt. Auf

der

HabenSeite

steht dem gegenüber: Befristet zur Überbrückung von Engpässen eingestellte Kollegen bekommen eine »Halteprämie« von bis zu 45 000 Euro für den Verbleib bis zum Ende der Befristung. Wobei bis dahin noch viel Wasser den Rhein herunterfließen kann. Denn die finanzielle Investition in die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts bietet die Chance, neue Produkte (und damit vielleicht auch Ar-

beitsplätze) an Land zu ziehen. Laut Keßner keine leeren Versprechungen – seit Kurzem produziert das Werk bereits Selbstbräunungszusätze und Zusatzstoffe für Tiernahrung. Mit Brief und Siegel können sich die Mitarbeiter auf die Stärkung ihres Standortes verlassen. Denn: Sollte DSM wider Erwarten doch nicht in dem Umfang wie vereinbart investieren, greift die vereinbarte »Money-Back-Garantie«: Würde einem Mitarbeiter bis 2020 betriebsbedingt gekündigt, würde er das Geld, auf das er seither im Rahmen der jetzt getroffenen Regelung verzichtet hat, ausgezahlt bekommen. »Wasserdicht und juristisch einklagbar« ist die Vereinbarung, betont IG-BCE-Bezirksleiter Wilfried Penshorn. Auf den Punkt bringt es der Kommentar der Badischen Zeitung: »Die Verhandlungskommission der Arbeitnehmerseite hat ganze Arbeit geleistet.«  Axel Stefan Sonntag

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vor ort Baden-Württemberg NAMEN & NA C HRI C HTEN

Schließung verhindert freiburg

| Die

140 Arbeitnehmer der Alcon Pharma (Foto) können erst einmal aufatmen: Die angekündigte Verlagerung des Betriebs in den Großraum Frankfurt findet nach Aussagen des Betriebsrats nicht statt. »Eine gute Nachricht für die Beschäftigten und für den Standort«, so Gerd Laskowski, Sekretär der IG BCE in Freiburg. Die Pläne wurden wohl vor allem ad acta gelegt, weil der überwiegende Teil der Kollegen nicht bereit war, den Umzug mitzumachen. »Alcon hätte viel Wissen und Erfahrung verloren«, so Laskowski. Betriebsrat und IG BCE fordern von der Geschäftsführung klare Aussagen zum Integrationsprozess Alcon/Ciba Vision in den Novartis Konzern. Sobald wie möglich will der Betriebsrat hierzu Gespräche aufnehmen. Angestrebt werden sollte, dass die Zahl der Beschäftigten im Außen- und Innendienst erhalten bleibt. »Langfristiges Ziel muss es sein«, so der Betriebsratsvorsitzende Claudio Cristiano, »dass der Standort Freiburg erhalten bleibt und sogar an Bedeutung gewinnt.«

Rüstige Jubilarin heilbronn | Hilde Müller, Mitglied der Ortsgruppe Heilbronn, feierte ein ganz besonderes Ereignis: Seit 72 Jahren ist sie Gewerkschaftsmitglied und wurde nun 95 Jahre alt. Paul Schmidt, ehemaliger Geschäftsstellenleiter der IG BCE in BadenWürttemberg, und der stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende Rainer Schleyer gehörten zu den Gratulanten.

Kollegen verabschiedet karlsruhe | Mit Ursula Karius und Harry Bleckwen verliert der Bezirksvorstand Karlsruhe zwei langjährige Mitglieder. Ursula Karius, Betriebsratsvor- Bezirksleiterin Gabriele Katzmarek und sitzende bei Heel in Bezirksvorstand Thomas Lampert verBaden-Baden, hat dort abschieden Harry Bleckwen und Ursula die Arbeitnehmerver- Karius (Zweiter und Dritte von links). tretung mit aufgebaut und im vergangenen Jahr den Vorsitz an ihren Nachfolger Siegfried Beier abgegeben. Ebenfalls in Baden-Baden bei Juvena war Harry Bleckwen Betriebsratsvorsitzender – 34 Jahre lang.

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Mehr Geld gibt es für die Beschäftigten der Südwestdeutschen Salzwerke AG und der Südsalz GmbH.

Abschluss erzielt kornwestheim | Salz-Tarifmitarbeiter profitieren

Andreas Klose, Verhandlungsführer und Bezirksleiter Kornwestheim, ist zufrieden: In der zweiten Verhandlungsrunde konnte für die rund 1100 Tarifbeschäftigten der Südwestdeutschen Salzwerke AG und der Südsalz GmbH ein Abschluss erzielt werden. Im Dezember 2011 stiegen die Monatslöhne im Rahmen einer Vorweganhebung um zunächst zehn Euro. Die sich daraus ergebenden Entgelte

und Ausbildungsvergütungen erhöhen sich dann um 3,1 Prozent. Außerdem erhielten alle Tarifmitarbeiter im Dezember 2011 eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro (50 Euro für Auszubildende). Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. »Dieses Ergebnis ist zeitgemäß und würdigt die guten Leistungen unserer Kollegen, denn sie sind die Basis für den Unternehmenserfolg«, so Klose.

Neue Führungsspitze stuttgart | Petra Nürnberg neue LBFA-Vorsitzende

Die langjährige Vertrauensfrau Petra Nürnberg ist neue Vorsitzende des Landesbezirksfrauenausschusses. Anfang Dezember hat das Gremium im Beisein von Cornelia Leunig aus der IG-BCE-Hauptverwal- Die neuen Köpfe des LBFA (von tung die Kollegin gewählt. links): Petra Geusch-Leuthe, Petra Als ihre Stellvertreterin Nürnberg, Gaby Eisinger. fungiert Gaby Eisinger, als Schriftführerin Petra Geusch- Karius aus dem aktiven Leuthe. »Ich freue mich auf Dienst in ihrem Betrieb auseine gute und konstruktive scheidet (siehe links). Ihr Zusammenarbeit mit der wurde für ihr engagiertes neuen Führung«, so Uwe Wirken herzlich gedankt. Bruchmüller, stellvertreten- »Mit Beharrlichkeit hat sie viele Dinge auf den Weg geder Landesbezirksleiter. Die Wahl war notwendig bracht«, so die einhellige Meigeworden, da die langjährige nung des gesamten Landesbisherige Vorsitzende Ursula bezirksfrauenausschusses.


NAMEN & NA C HRI C HTEN

Für flexiblen Rentenbeginn Noch sind bei den BWSSeminaren vereinzelt Plätze frei.

Jetzt weiterbilden stuttgart | Seminare für Betriebsräte beginnen

Besser kann ein Lob nicht ausfallen: »Die Seminare der Gesellschaft für Bildung, Wissen, Seminar mbH (BWS) der IG BCE verknüpfen Theorie und Praxis optimal, denn ihre Dozenten sind unter anderem auch als ehrenamtliche Richter aktiv«, sagt Prof. Franz-Josef Düwell. Er weiß, wovon er spricht, er ist als Vorsitzender im 9. Senat des Bundesarbeitsgerichtes ein geschätzter Referent für die IG BCE BWS. Das zeigt: Betriebsräte sowie Jugend- und Auszubildendenvertreter, die sich über die Bildungstochter der IG BCE weiterbilden, können auf fachkundige Referenten setzen. Im Landesbezirk BadenWürttemberg finden das ganze Jahr über zahlreiche Weiterbildungsangebote statt. Schulungsanspruch Das Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, Betriebsräte für die Teilnahme der für ihre Tätigkeit erforderlichen Schulungen unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freizustellen. Sämtliche anfallende Kosten (auch die der Anreise) muss der Betrieb übernehmen. Über genaue Details informiert der zuständige Bezirk.

Wichtiges Basiswissen für Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter vermitteln die fünftägigen Betriebsratsschulungen 1, 2, 3, 4 und 5. Wie Arbeit zu bewerten ist und damit einhergehende faire und transparente Eingruppierungen möglich sind, darüber klärt unter anderem das Seminar »Eingruppieren in der Praxis« am 3. und 4. April in Freiburg-Munzingen auf. Auch »heiße Eisen« wie »Leiharbeitnehmer und Betriebsrat« (20. März, Karlsruhe), »Schichtplangestaltung« (19. bis 23. März, Ludwigsburg) und »Altersvorsorge und Altersübergang« (27. Februar bis 2. März, Ludwigsburg) packt die BWS an. Jugend- und Auszubildendenvertreterinnen und -vertreter können sich unter anderem bei der JAV-Fachtagung »Studieren ohne Abitur« am 27. und 28. Februar in Sindelfingen und beim JAV-2-Seminar »Ausbildung checken und verbessern« vom 4. bis 9.  März, ebenfalls in Sindelfingen, auf den neuesten Stand bringen. Weitere Infos und Online-Anmeldung im Internet: www.igbce-bws.de www.baden-wuerttemberg. igbce.de

kornwestheim | Die Aktion »Renteneintritt – wenn ich’s brauche« war auf vielen Betriebsversammlungen Thema. Beschäftigte mit schweren körperlichen oder psychischen Belastungen haben kaum Chancen, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Deshalb fordert die IG BCE unter anderem, schon mit 60 eine Teilrente zu beziehen – und unterstützt dies mit einer Postkartenaktion. Im Bezirk Kornwestheim füllten mehr als 500 Beschäftigte die Karten aus. »Ich freue mich über die Unterstützung«, so Rainer Holland-Moritz, stellvertretender Bezirksleiter (Foto). Die Karten werden in der Hauptverwaltung gebündelt und im Anschluss Bundesarbeitsministerin von der Leyen übergeben.

Betriebsrätinnen unter sich hannover | Auf

der 4. IG-BCE-Fachkonferenz für Betriebsrätinnen waren die Frauen aus Baden-Württemberg mit einem Viertel der Teilnehmerinnen stark vertreten. Kein Wunder, ging es doch um das hochaktuelle Thema »Zeit für die Arbeit – Zeit für das Leben«. Es werde, so IG-BCE-Vorstandsmitglied Edeltraud Glänzer, »immer wichtiger, Arbeitszeitmodelle familiengerecht – also lebensphasenorientiert – zu gestalten«. Einhellige Meinung der Teilnehmerinnen: Die praxisgerecht umgesetzte Tagung gab wichtige Impulse.

Positive Mitgliederentwicklung mannheim | Diese

Nachricht hatte sich Bezirksleiter Detlef Stutter bis zur Jahresschlussfeier des Bezirksvorstands (Foto) aufgehoben: Seit 1979 hat der Bezirk Mannheim erstmals wieder eine positive Mitgliederentwicklung. Sein Dank galt allen engagierten Werbern. Ein ebenso deutliches »Danke« gab Vorsitzender Frank Gottselig der ehemaligen Verwaltungsangestellten Birgit HentschelTheobald für ihre langjährige Tätigkeit in Mannheim.

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vor ort Bayern N A MEN & N A CHRICH T EN

Jugendaktion für Übernahme münchen | Mit einer Protestaktion unter dem Motto »Nicht mit uns! Übernahme jetzt!« machte die Münchner IG-BCE-Jugend auf die teilweise prekäre Beschäftigungssituation junger Leute am Arbeitsmarkt aufmerksam. Denn junge Facharbeiter erleben nicht selten Befristungen, Leiharbeit oder Niedriglöhne. »Auch wenn Jugendliche Wert auf Flexibilität legen, kann das Ziel nicht sein, dass sie sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangeln und bei jeder auslaufenden Befristung Arbeitslosigkeit oder als Notlösung Leiharbeit fürchten müssen«, so die Ansicht der jungen Gewerkschafter. Damit schaffe die Gesellschaft ein unsicheres Terrain für Familienplanung und langfristige Investitionen in die eigene Vorsorge. Viele junge Menschen haben Angst, dass sie ihre neu gegründeten Familien in eine unsichere Zukunft schicken, wenn sie selbst nicht gewährleisten können, dass sie die nächsten Jahre eine Anstellung und damit sichere Einkünfte haben.

Neue Gesichter im Land münchen | Neu im Team des Landes-

bezirks ist Astrid Meier, bisher Gewerkschaftssekretärin im Bezirk München. Die gelernte Diplom-Betriebswirtin (FH) und Kauffrau für Bürokommunikation – und ehemalige Betriebsrätin – ist vor allem für Organisation und verschiedene Tarifbereiche zuständig. kelheim | Neu im Team des Bezirks Kelheim-Zwiesel ist Christian Schlag. Der gelernte Glasmaler und frühere Betriebsratsvorsitzende von Eisch war zuvor als Organisationssekretär bei der DGBRegion Donau-Wald beschäftigt. Er ist unter anderem für Tarifarbeit Glas und Leder zuständig.

Werberhitparade 11 Mitglieder: Michael Fellner (Oechsler, Weißenburg), Roswitha Vitale (Peguform, Neustadt); 10 Mitglieder: Hubert Wagner (Parat, Neureichenau); 9 Mitglieder: Norbert

Lechermann (Peguform, Neustadt), Stefan Schmidt (Peguform, Neustadt); 8 Mitglieder: Angelika Neppl (Peguform, Neustadt); 7 Mitglieder: Erwin Neidiger (Bolta, Leinburg); 5 Mitglieder: Georg Grosser (Gebr. Dorfner, Hirschau).

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Ein Scheck für den Excella-Super-Azubi: Geschäftsführer Dr. Peter Mörsdorf, Renate Schrodt, Karsten Renner, Geschäftsführer Dr. Michael Tschöpe (von links).

Top-Ausbildung nürnberg | Azubi für Superleistung geehrt

»Sie sind Zukunft und Stärke unserer Wirtschaft in Deutschland«, betonte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. Bei der »Nationalen Bestenehrung« in Berlin zeichnete er zusammen mit dem Präsidenten des Deutschen Industrieund Handelskammertages (DIHK) die besten Azubis 2011 in 218 IHK-Berufen aus. Unter den »Azubi-Superstars« befand sich Karsten Renner aus Neumarkt. Das 20-jährige IG-BCE-Mitglied arbeitet als Pharmakant beim Pharmahersteller Excella in Feucht. Auch bayernweit erzielte er das beste Ergebnis und wurde dafür von IHKPräsident Dirk von Vopelius in Nürnberg ausgezeichnet. »Während der Ausbildung bekam ich stets Unterstützung seitens der Firma, der Mitarbeiter und der Berufsschule«, weiß Karsten Renner, »so schaffte ich dieses Ergebnis.« Mit ihm freut sich Renate Schrodt, hauptberufliche Ausbildungsbeauftragte bei Excella, und seit acht Jahren Mitglied im Betriebsrat. »Als Betriebsrätin liegen mir Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, leistungsgerechte Entlohnung und natürlich der Bereich Aus- und

Weiterbildung sehr am Herzen«, sagt Renate Schrodt und will sich weiterhin verstärkt um diese Bereiche kümmern: »Hier ist trotz allem noch Handlungsbedarf.« Anerkennung erfuhr der Top-Azubi auch von den Geschäftsführern Peter Mörsdorf und Michael Tschöpe. Sie überreichten der frischgebackenen »Fachkraft made in Germany« einen Scheck über 1000 Euro. Schließlich sind gute Fachkräfte bald Mangelware und die Chancen auf einen Ausbildungsplatz so gut wie seit Langem nicht mehr. Die Kehrseite für Unternehmen: Sie können immer häufiger Ausbildungsplätze nicht besetzen. Da punktet, wer gute Ausbildung und Rahmenbedingungen bietet. zukunftstarifvertrag Der Tarifvertrag »Zukunft durch Ausbildung« sichert in der chemischen Industrie von 2011 bis 2013 bundesweit jährlich 9000 neu angebotene Ausbildungsplätze. Diese Quote wurde 2011 sogar um 4,9 Prozent übertroffen. Es wurden 9440 Plätze angeboten – davon in Bayern 912.


N A MEN & N A CHRICH T EN

Schott streicht Stellen alzenau | 276 Arbeitsplätze bei Schott-Solar betroffenl

Schock für die Mitarbeiter des Solarzellen-Herstellers Schott Solar im unterfränkischen Alzenau: Das Management teilte mit, dass die Zellfertigung am Standort eingestellt wird. Als Grund nennt die Unternehmensleitung den Preisverfall durch die Billig-Konkurrenz aus China. Zukünftig soll es nur noch eine Produktionslinie für Forschung und Entwicklung geben. Insgesamt verlieren damit 276 von 420 Mitarbeitern ihren Job. Sie wechseln für ein Jahr in eine Transfer-Gesellschaft. Mit einem Trauermarsch durch Alzenau protestierten rund 500 Menschen gegen die Schließung. Auch lokale Politiker zeigten sich solidarisch mit den Beschäftigten. Vor den Werktoren stellten die

Als Symbol für die Arbeitsplatzvernichtung stellten die Beschäftigten 276 Grablichter auf.

Teilnehmer als Symbol für die geplante Arbeitsplatzvernichtung Grablichter auf. Betriebsrat und IG BCE kämpfen nun mit der Geschäftsleitung in zähen Verhandlungen um einen Sozialplan. »Das gestaltet sich derzeit schwierig, da wir zu wenig Einblick in die wirtschaftlichen Hintergründe der Entscheidung erhalten«, berichten der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Peter Kleinsorge sowie Gewerkschaftssekretär Christian Egner. Für Unmut sorgt auch, dass sich der Mainzer Photovoltaikspezialist Schott das fränkische Werk offenbar mit Steuergeldern teilfinanzieren ließ. So habe Bayern erhebliche Fördermittel investiert. Außerdem liege der Lohnkostenanteil an der Modulherstellung am Standort in Alzenau deutlich unter zehn Prozent. Nicht wenige machen Bundeswirtschaftsminister Rösler und die Berliner Regierungskoalition für die Werkschließung mitverantwortlich. Statt die deutsche Solarwirtschaft im harten internationalen Wettbewerb zu unterstützen, werde durch Kürzungen bei der Solarvergütung der enorme wirtschaftliche Druck noch erhöht.

Zielgruppe Grenzgänger burghausen | »Europa wächst zusammen und dazu gehört nicht nur der Abbau der sichtbaren Grenzen, sondern auch der unsichtbaren«, betonte Bezirkssekretär Gerd Hammerl auf der ersten großen Grenzgänger-Infoveranstaltung des IG-BCE-Bezirks Altötting. Rund 200 Grenzgänger aus dem Nachbarland Österreich drängten sich im voll besetzten Bürgersaal in Burghausen (Foto). Experten informierten über deren spezielle steuer- und sozialversicherungsrechtliche Themen. Die IG BCE will sich um die Zielgruppe Grenzgänger verstärkt kümmern. In den Betrieben, die der Bezirk betreut, pendeln rund 1850 Österreicher über die Grenze, um im bayerischen Chemiedreieck zu arbeiten.

Sorge um Sozialversicherung münchen | Die

Foto: Werner Bachmeier

Trauermarsch gegen Stellenabbau bei Schott Solar AG in Alzenau.

Entwicklung des Sozialversicherungssystems stand im Mittelpunkt der Sozialpolitischen Tagung des IGBCE-Bezirks München im Gewerkschaftshaus. Hauptreferent Ulrich Freese (Foto: Zweiter von rechts), stellvertretender IGBCE-Vorsitzender, unterstrich, dass mit dem demografischen Wandel in der Bundesrepublik auch die Interessen der Versicherten und Beschäftigten in den Reformprozess des Sozialversicherungssystems eingebracht werden müssten. Allein die Stichworte »Dämpfungsfaktor«, »Kopfpauschale« sowie »Kapitalgedeckte Zusatzpflegeversicherung« gaben viel Anlass zur Diskussion mit den 60 Teilnehmern.

Lust auf WOK? – Mit 3 bist du dabei münchen | Einmal live Stefan Raabs WOK-WM erleben?

Die Sonderwerbeaktion »Lust auf WOK? – Mit 3 bist du dabei« macht es möglich: Wer im Zeitraum vom 16. Januar bis 29. Februar mindestens drei neue Mitglieder für die IG BCE wirbt, ist mit Partner/-in am 10. März bei der »TV Total WOKWM 2012« auf der Kunsteisbahn Königssee einschließlich Übernachtung und Essen dabei! Mehr Infos gibt’s beim Landesbezirk oder den Bezirken.

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vor ort Hessen-Thüringen NAMEN & NA C HR I C HTEN

Akademie gegründet

Werberbrunch mit Tradition

frankfurt | Bildungsinstitution fördert Nachhaltigkeit

guxhagen | Am 10. Dezember bedankte sich der Bezirk Kassel mit seinem traditionellen Werberbrunch bei allen Werberinnen und Werbern. Knapp 1170 Aufnahmen konnte der Bezirk im Jahr 2011 dank des Engagements der Betriebsräte, Vertrauensleute und Mitglieder verzeichnen. Dies ist neuer Rekord und Grund genug, auf dem Werberbrunch auch dieses Jahr viele attraktive Preise an die Werberinnen und Werber zu verlosen. Die Kinder der über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten ebenfalls großen Spaß: Neben einem Kinderzirkus und der Gruppe Schreckschuss kam auch der Weihnachtsmann mit einem großen Sack voller Geschenke.

Anfang Dezember wurde eine neue Bildungsinstitution gegründet: Die »Junge Akademie für nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft« Der Landesbezirksjugendausschuss bei der Präwird gemein- sentation der Jungen Akademie. sam von der IG Für IG-BCE-LandesbezirksBCE Hessen-Thüringen und der Deutschen Umweltstif- leiter Volker Weber ist dies ein tung getragen. Die Junge Aka- spannendes Experiment: »Wir demie (JA) entwickelt und wollen mit dem Projekt JA für organisiert Maßnahmen zur unsere jungen Mitglieder atpolitischen, gesellschaftlichen traktive Angebote zu wichtiund fachlichen Fortbildung gen Zukunftsthemen machen junger Menschen im Sinne ei- und freuen uns sehr, eine so nes nachhaltigen Wirtschafts- renommierte Stiftung als Partner gewonnen zu haben.« und Gesellschaftsmodells.

Neue Landesjugendsekretärin frankfurt | Anfang Januar hat die neue

Landesjugendsekretärin Anne Weinschenk ihre Tätigkeit aufgenommen. Sie freut sich schon auf ihre neuen Aufgaben im Bereich der Jugendarbeit, Jugendbildung und der beruflichen Bildung. Durch ihre vorhergehende Tätigkeit im Bezirk Darmstadt kennt sie die Herausforderungen vor Ort: »Ich will daher vor allem versuchen, die Bezirke zu unterstützen und die Jugendarbeit in unserem Landesbezirk weiterzuentwickeln.«

Weihnachtskekse gegen rechts darmstadt | Der Bezirksjugendausschuss sorgte Anfang Dezember auf dem Weihnachtsmarkt für Furore. Die jungen Gewerkschafter verteilten Hände, und zwar der selbst gebackenen Art. Mit dieser ungewöhnlichen Aktion machte der BJA auf den Wettbewerb »Die Gelbe Hand« aufmerksam. Dieser Wettbewerb wurde von dem Verein »Mach meinen Kumpel nicht an!« ausgerufen. Gesucht werden kreative Statements für Toleranz und ein friedliches Miteinander. Ob Gedicht, Video, Songtext oder Online-Tagebuch, gefragt sind pfiffige Beiträge, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wenden. Die gebackenen Köstlichkeiten wurden von den interessierten Marktbesuchern übrigens begeistert verputzt.

28 | kompakt | Februar 2012

Offenes Ohr für Solar erfurt | Minister greift Gewerkschaftsvorschläge auf

Auf Initiative der IG Metall und der IG BCE in Thüringen trafen sich Betriebsräte der Thüringer Solarbranche am 12. Dezember 2011 im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie (TMWAT) zu einem gemeinsamen Gespräch mit dem zuständigen Minister Matthias Machnig (Foto). Dabei hatten die Betriebsräte Gelegenheit, dem Minister ihre Einschätzungen und Vorschläge persönlich vorzutragen. Als Ergebnis des Treffens wird Machnig einen »Fünf-

Punkte-Plan« zur Unterstützung der Solarbranche in Thüringen entwickeln und in den nächsten Wochen der Öffentlichkeit vorstellen. Dieser Plan soll Grundlage für eine Förderung von konkreten Forschungs- und Entwicklungsprojekten der Photovoltaik werden. Ziel muss die Steigerung des Wirkungsgrades, der Effizienz sowie der Nachhaltigkeit der Produkte sein.


Omniplast wird verkauft

Z W I S C HENRUF

ehringshausen | Vinylaktivitäten werden ausgelagert

Die Arkema GmbH will ihre Vinylaktivität ausgliedern und an die Unternehmensgruppe Klesch verkaufen. Betroffen sind davon 22 Standorte weltweit, darunter die Niederlassung von Alphacan Omniplast in Ehringshausen. Dort sind rund 180 Mitarbeiter tätig. Der Betriebsrat will den Verkauf konstruktiv begleiten, so Vorsitzender Klaus Gerlach: »Wir als örtlicher Betriebsrat sind gefordert, diesen Be-

triebsübergang für unsere Mitarbeiter kritisch und konstruktiv zu begleiten, um die besten Überführungsregelungen durchzusetzen.« Betriebsrat und IG BCE erwarten, dass sich das Management seiner sozialen Verantwortung gegenüber den langjährigen Mitarbeitern bewusst ist. »Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir als Betriebsrat massiv für die Interessen unserer Belegschaft kämpfen.«

Feierliche Mittagspause gross-gerau | Nikolaus-Lunch für IG-BCE-Frauen

Traditionell am Nikolaustag lädt die IG BCE ihre weiblichen Gewerkschaftsmitglieder bei Procter & Gamble als kleines Dankeschön zur feierlichen Mittagspause ein (Foto). Die Frauen ließen es sich so richtig gut gehen. Männer mussten ausnahmsweise außen vor bleiben. Denn gefeiert wurde auch der Frauentag. Procter & Gamble begeht den Frauentag, anders

Landesbezirksleiter volker.weber@igbce.de

Wir werden mehr 2011 war ein erfolgreiches Jahr für die IG BCE in HessenThüringen. Erstmals haben wir am Jahresende eine absolut positive Mitgliederentwicklung. Mehr als 4500 Menschen sind im vergangenen Jahr neu in die IG BCE eingetreten. Unter dem Strich das beste Ergebnis seit vielen Jahren. Schon immer sagen wir, dass starke Gewerkschaften auch mehr für ihre Mitglieder erreichen. Deshalb ist es kein Zufall, dass wir in diesem Jahr durchweg ausgezeichnete Tarifabschlüsse in unseren Branchen erzielen konnten. Es gibt zu Jahresbeginn also nicht nur mehr Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, sondern der Trend zu Reallohnverlusten wurde abgebremst und die Kaufkraft unserer Mitglieder gestärkt. Dies ist ein gemeinsamer Erfolg, auf den wir alle stolz sein können. Dazu haben unsere hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso beigetragen wie unsere Betriebsräte und Vertrauensleute.

»Ein gemeinsamer Erfolg, auf den wir alle stolz sein können.« als üblich, traditionell am 6. Dezember. Besonderer Dank gebührt den Betriebsrätinnen Christel Zimmermann und Daniele Schuck. Ihr Nikolaus-Event kam bei den Frauen super an.

Europa hautnah erlebt Brüssel | Kolle-

ginnen und Kollegen von K+S Neuhof haben die hessische SPD-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Barbara Weiler, besucht. Die Teilnehmer konnten das EU-Parlament besichtigen (Foto), an

Volker Weber

einer Ausschuss-Sitzung teilnehmen und in der Diskussion mit Barbara Weiler Fragen zu vielen Themen stellen.

Lasst uns diesen Schwung mitnehmen, denn wir werden uns 2012 nicht auf unseren Erfolgen ausruhen können. In der Kunststoffbranche stecken wir mitten in einer zähen Tarifrunde, die nächste Chemie-Tarifrunde wirft ihre Schatten voraus. Wieder einmal produzieren die Arbeitgeber Krisengespenster, sprechen trotz völlig anders lautender Zahlen vom »Ende des Aufschwungs« und versuchen den Eindruck zu erwecken, sie würden bereits am Hungertuch nagen – während sie für 2011 hohe Gewinne verbuchen können. Und das, obwohl sie im vergangenen Frühjahr so taten, als sei der damals erreichte Tarifabschluss der Anfang vom Ende. Doch offensichtlich hat er den Gewinnen nicht geschadet. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam auch die Herausforderungen des Jahres 2012 meistern werden. Und ich bin mir sicher, dass wir noch viel mehr Beschäftigte davon überzeugen können, dass sich eine starke Gewerkschaft lohnt. Denn auch das vergangene Jahr hat wieder gezeigt: Die IG BCE, das ist was Gutes!

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vor ort Nord NAMEN & NA C HR I C HTEN

Positive Übernahme

Erfahrung im Einzelkampf

hannover | Betriebsrat begrüßt EDC-Kauf

hamburg | Als Nicole Hirth ihre Lehre zur Verpackungsmittelmechanikerin begann, gab es bei Dunapack im Brandenburger Industriepark Schwarze Pumpe weder einen Betriebsrat noch eine Gewerkschaft. Zwei Jahre später, im November 2010, wurde sie zur Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gewählt – sie allein. »Es war nicht leicht, sich durchzusetzen«, erinnert sich die 22-Jährige, »zum Beispiel bei der Verbesserung der Prüfungsvorbereitung für die Azubis.« Dass sie das geschafft hat, kommt jetzt der IG BCE zugute: Nicole ist seit Januar 2012 neue JAV- und Jugendreferentin im Bezirk Hamburg/Harburg. Hier will sie besonders die unterstützen, die eine JAV allein bestreiten, und den Organisationsgrad im Norden an die Bundesebene anpassen. »Viele Jugendliche wissen gar nicht, was Gewerkschaften eigentlich sind«, weiß Nicole aus eigener Erfahrung. Ihnen will sie die Bedeutung der Mitbestimmung nahebringen, aber auch, »dass man Spaß haben kann mit der IG BCE«. Konzentrieren wird sie sich dabei auf Stade und Lüneburg.

»Insgesamt positiv« findet der Betriebsrat den Kauf der Entertainment and Distribution Company (EDC) in Langenhagen durch das Management Ende 2011. »Bisher war oft nicht klar, ob die Geschäftsführer ihre eigene Position oder die des amerikanischen Investors vertraten, dem das Werk gehörte«, erläutert der Betriebsratsvorsitzende Uwe Rittentrop. »Jetzt sind die Leiter auch die Eigentümer, das macht Verhandlungen einfacher.« Das CD- und DVD-Presswerk hat noch etwa 700 Be-

Feuer für Veränderung neumünster | Im Bezirk Schles-

wig-Holstein hat Dennis Bornholdt im Januar als JAV- und Jugendreferent zu arbeiten begonnen. Hier soll die ehrenamtliche Jugendarbeit besonders unterstützt und im großen Flächenbezirk ortsnah verankert werden. Dennis kommt selbst aus Elmshorn und freut sich, dass er in »seinem« Bezirk angekommen ist. Der 24-Jährige hat beim Praktikum im IG-BCE-Büro in Neumünster 2010 Feuer für die Gewerkschaftsarbeit gefangen. Damals studierte er noch Soziologie in Hamburg. Jetzt will Dennis, der sich auch bei den Jungsozialisten engagiert, für die Mitbestimmung werben. »Ich kann gut mit Leuten«, sagt er über sich selbst und »ich finde es gut, was zu ändern.« In Betrieben, die noch keine JAV haben, obwohl sie dazu berechtigt sind, will er bei der Gründung helfen. Seine »Knallerargumente« für den Gewerkschaftseintritt sind die Weiterbildungs- und Reiseangebote der IG BCE sowie die Tarifverträge, die es ohne Gewerkschaft nicht gäbe. Und »dass die Jugendarbeit auch von jungen Leuten gemacht wird«.

28 | kompakt | Februar 2012

schäftigte – 300 weniger als vor drei Jahren. Die 2009 befürchtete Schließung hat die Belegschaft mit zehnprozentigem Lohnverzicht abzuwenden geholfen. Jetzt sei Schluss mit der Debatte »Die Löhne sind zu hoch«, heißt es in einer Mitteilung des Betriebsrats vom 2. Dezember: »Die Geschäftsführung hat das Unternehmen in voller Kenntnis der wirtschaftlichen Situation gekauft.« Die mit der IG BCE ausgehandelten Eckpunkte zur Standortsicherung blieben durch den Kauf unberührt.

Abschluss nach Protest remlingen | Asse-Lohnniveau nähert sich DBE-Entgelten

Die 324 Beschäftigten im Atommülllager Asse II bekommen vom 1. Februar an mehr Lohn und Gehalt: ihre Tarife werden in drei Demonstration der Beschäftigten vor dem AsseSchritten an Informationszentrum. das Niveau der Endlagerwirtschaft angepasst. »Bei uns brennt die Luft«, er2014 erhalten sie dann 90 Pro- klärte der Betriebsratsvorsitzent von dem, was bei der zende Jan Fischer. Die BeDeutschen Gesellschaft zum schäftigten wollten »in ihrer Bau und Betrieb von End- verantwortungsvollen Tätiglagern (DBE) bezahlt wird. keit leistungsgerecht bezahlt« Bisher waren es 75 bis 80 Pro- werden und forderten damit »auch intern ein Signal zur sizent. Das hat die IG BCE in cheren Schließung der Asse«. Verhandlungen mit der Asse IG-BCE-Verhandlungsführer GmbH am 10. Januar in Rem- Nils Hindersmann, der Tage lingen erreicht – begleitet von zuvor noch einen Streik für 250 mit Transparenten und möglich gehalten hatte, ist Trillerpfeifen ausgerüsteten zufrieden: »Das ist ein SuperKolleginnen und Kollegen. abschluss«, sagte er.


NAMEN & NA C HR I C HTEN

Vorbereitung auf Tarifrunden

Gute Arbeit im Büro hannover | IG BCE unterstützt Assistentinnen bei Abbott

»Gute Arbeit für Assistentinnen und Assistenten« will der IG-BCE-Bezirk Hannover gemeinsam mit Betriebsrat und Vertrauensleuten in den Büros des Arzneimittelherstellers Abbott erreichen. Das neue Projekt ist auch mit der Geschäftsleitung abgestimmt. Bei der Auftaktveranstaltung im November und in mehr als 30 Einzelinterviews wurde gefragt, wie sich Arbeitsbereiche und Anforderungen seit der Übernahme des Unternehmens durch die amerikanische Firma vor zwei Jahren verändert haben. Ermittelt wurde auch, wo es Bedarf für Qualifizierung gibt. Das Ergebnis: Die 58 Assistentinnen und drei Assistenten, darunter ausgebildete Betriebswirtinnen und Managerinnen von Vorstandsbüros, mussten sich nicht nur auf neue Computerprogramme umstellen. Für viele funktionieren durch Umstrukturierungen und Reduzierung des Personals von einst 1000 auf 700 Beschäftigte die kollegialen Netzwerke nicht mehr. Professionelle Vernetzung im Office-Bereich ist deshalb eines der Themenfelder, an denen in dem auf ein Jahr angelegten Projekt weitergearbeitet werden soll.

»Mit dem Projekt wollen wir die Assistentinnen und Assistenten unterstützen und gemeinsam mit ihnen maßgeschneiderte Lösungen und Qualifizierungsangebote entwickeln«, erläutert die stellvertretende Bezirksleiterin Astrid Rasner. Diese wachsende Beschäftigtengruppe solle die Kompetenz der IG BCE erfahren. »Durch die Interviews wissen wir, dass wir als Ge»Wir wollen maßgeschneiderte Qualifizierung.« Astrid Rasner

werkschaft in ihrem Arbeitsalltag kaum vorkommen. Das wollen wir ändern.« Die Betriebsratsvorsitzende Gabriele Zielke erhofft sich von dem Projekt auch, »dass sich das Ansehen des Berufsbildes an der Realität orientiert, nicht an Vorurteilen«. In den USA gelte Assistenz als angelernte Tätigkeit und werde zu wenig wertgeschätzt. Den tatsächlich hoch kompetenten Assistentinnen solle eine qualifizierte Unterstützung zur Selbstorganisation angeboten werden. Am 7. Februar gibt es dazu den ersten Workshop.

Hilfe bei der Steuererklärung hamburg | Hilfe bei der Lohnsteuererklärung können

Mitglieder der IG BCE im Bezirk Hamburg/Harburg vom 20. Februar bis zum 29. Mai in Anspruch nehmen. Jeweils montags stehen fachkundige Kollegen dafür im Sitzungszimmer des DGB am Schlossmühlendamm 8–10 in Harburg zur Verfügung, dienstags im Hamburger Büro am Besenbinderhof 60 und mittwochs im Büro der Bergedorfer Ortsgruppe in der Serrahnstraße 1. Telefonische Anmeldung unter Angabe der Mitgliedsnummer: 040 32310937.

Gutes Jahr für IG-BCE-Betriebe wolfenbüttel |

Foto: Fotostudio Asmus

Projekt will Austausch fördern: Auftakt für Assistentinnen.

hannover/neumünster | Um Zukunftsthemen der Tarifpolitik geht es bei einer Konferenz des Landesbezirks Nord am 2. Februar um 10:00 Uhr im Maritim Airport Hotel in Hannover. Dort wird Peter Hausmann vom geschäftsführenden Hauptvorstand mit Tarifkommissionsmitgliedern über Perspektiven einer tariflichen Arbeitszeitpolitik diskutieren. Am 4. Februar um 09:30 Uhr beginnt in der Hauptverwaltung die Tarifdiskussion des Bezirks Hannover für die im April beginnende Tarifrunde in der Chemieindustrie. Die Schleswig-Holsteiner laden für den 8. Februar um 17:00 Uhr zur Tarifkonferenz nach Brunsbüttel; dort steht Christian Jungvogel, Leiter der Tarifabteilung beim Hauptvorstand, zur Diskussion bereit.

Beschäftigung und Standortsicherung gehören 2012 zu den Zielen der IG BCE im Bezirk Wolfenbüttel. Das kündigte Bezirksleiter Jörg Liebermann Niedersachsens SPD-Landesvorsitzender in seiner Rede bei Olaf Lies war Gastredner in Wolfenbüttel. der traditionellen Funktionärskonferenz im Schöninger Schloss am 3. Dezember an. Den von der IG BCE betreuten 82 Unternehmen und ihren Beschäftigten sei es im vergangenen Jahr gut gegangen, resümierte er die Arbeit im Bezirk. Der niedersächsische SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies kritisierte das Zahlen von Niedriglöhnen an geschätzte 20 Prozent der Beschäftigten in Niedersachsen und forderte die Kommunen auf, Aufträge nur an Firmen zu vergeben, die Tariflöhne bezahlten. Der Politiker wandte sich auch gegen den hohen Einsatz von Leiharbeit bei Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien.

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vor ort Nordost NAMEN & NACHRICHTEN

Mehr Geld ab 2012

Termine – kurz notiert

stendal | Erster Tarifanpassungsschritt im Zellstoffwerk

dresden | 13./18. Februar: Menschenkette/Kundgebung »Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe« gegen den Naziaufmarsch.

Mit einem Warnstreik setzten die Zellstoffwerker vor einem Jahr wirkungsvoll ihre Forderung nach einem Tarifvertrag und einer Anbindung an den Flächentarifvertrag Papier durch. Der erste Tarifanpassungsschritt wurde nun mit einer deutlichen Entgelterhöhung um insgesamt 5,8 Prozent ab Januar 2012 umgesetzt. Zudem sollen im Februar erstmals Vertrauensleute gewählt werden. Gewerkschaftssekretär Dirk Lehnert: »Mit einem Netzwerk

Infos zur Demonstration in Dresden: www.dgb-sachsen.de

kagel-möllenhorst | 20./21. Februar und

15./16. März: Betriebsräte-Schulung zum Tarifabschluss für die chemische Industrie Ost. rostock | 25. Februar: Podiumsdiskussion »Finanzund Eurokrisen« des Regionalforums MecklenburgVorpommern, Anmeldung unter Telefon: 0381 20339847.

Andi unterwegs mit GUV/Fakulta dresden-chemnitz/leipzig | Im Februar und März ist

IG-BCE-Projektsekretär Andreas Hohmann gemeinsam unterwegs mit Thomas Wenz von der GUV/Fakulta. Die gewerkschaftliche Sozialkasse für Verkehrsberufe informiert über Schutz und Sicherheit beim Arbeiten und Fahren. Die Veranstaltungsreihe startet am 15. Februar in Chemnitz. Weitere Informationen und Anmeldungen im Internet: www.dresden-chemnitz.igbce.de und www.leipzig.igbce.de

Neue Jugendreferenten | Benjamin Roscher unterstützt seit Jahresbeginn die Jugendarbeit im Bezirk. Der gelernte Buchhändler wird sich zwei Jahre lang vor allem intensiv um Betriebe im östlichen Brandenburg kümmern.

Berlin-Mark Brandenburg

leipzig | Felix Schulz hat bei Bayer in Leverkusen Elektroniker für Automatisierungstechnik gelernt und war dort unter anderem im Bezirksjugendausschuss aktiv. Der erfahrene Jugend- und Auszubildendenvertreter verstärkt das Team in Leipzig.

Jugendaktionen in diesem Jahr berlin | Ob Bundesjugendtreffen am Bostalsee im Saarland vom 17. bis 20. Mai oder die landesbezirksweite Jugendund Auszubildendenkonferenz am 4. und 5. Juni: die Jugend in Nordost plant viele Veranstaltungen und Aktionen. So werden im Oktober und November die Jugend- und Auszubildendenvertretungen neu gewählt. Zum Schwerpunktthema »Unser Einsatz für Deine Übernahme« haben die Jugendlichen in Cottbus bereits einen sehenswerten Film über die Tarifverhandlungen bei der Sparschwein AG gedreht. Der Film über die Tarifverhandlungen: www.cottbus.igbce.de

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Dirk Lehnert überreicht der Betriebsratsvorsitzenden Christiane Edeling die neue Tarifkarte.

von Vertrauensleuten stärken wir die gewerkschaftliche Position im Betrieb.«

Beratung im Ehrenamt magdeburg | Versichertenälteste wurden neu gewählt

64 Versichertenälteste des Rentenversicherungsträgers Knappschaft Bahn See haben im Dezember ihre Arbeit als ehrenamtliche Berater im Bezirk HalleMagdeburg aufgenommen. Sie nehmen Anträge für die Versicherten auf und unterstützen sie als Berater in unmittelbarer Nachbarschaft. Mit den Sozialwahlen 2011 musste auf Drängen des Bundesversicherungsamtes die Anzahl der Versichertenältesten verringert werden.

Mit großem Dank wurden daher die nicht weiter tätigen Mitglieder Ende November verabschiedet (Foto). Gewerkschaftssekretär Dirk Lehnert: »Ich bin froh, dass es Mitglieder wie euch gibt, sie machen die gesetzliche Sozialversicherung auch heute noch stark.«

Ein erster Schritt zur Tarifeinheit Profen | Der erste Schritt zu einer einheitlichen Tarifregelung für die fast 250 Beschäftigten der GALA MIBRAG Service GmbH ist gemacht: Im Dezember unterzeichne-

ten der Leipziger Bezirksleiter Jürgen Mehnert und die Tarifkommission eine Vereinbarung für das MIBRAG-Tochterunternehmen. Weitere Verhandlungen werden folgen.


Jetzt erst recht . . . ! Eberswalde | Betriebsratsgründung in der Insolvenz

Ihr Recht auf Mitbestimmung wollten die rund 40 Mitarbeiter des Holzkraftwerks HOKAWE Eberswalde sicherstellen, als sie mitten in der Insolvenz ihres Unternehmens die Gründung eines Betriebsrates einleiteten. Mit Unterstützung der IG BCE wurde das Wahlverfahren innerhalb weniger Wochen durchgeführt und abgeschlossen. Die neue Interessenvertretung soll mehr Transparenz in der Unternehmensführung und die

Vor der Stimmenauszählung: Andreas Lindenthal und Frank zur Linden (von links) vom Wahlvorstand.

Mitsprache der Beschäftigten gewährleisten.

zeitz | Einheitliche Regelung bei der MIBRAG

MIBRAG mbH eine 37-Stunden-Woche und eine tägliche tarifliche Arbeitszeit von 7,4 Stunden. In einem Jahresarbeitszeitkonto werden alle bei einem 8-Stunden-Arbeitstag und darüber hinaus geleisteten Stunden gesammelt und können als Freizeit in Anspruch genommen werden.

Jubiläumsturnier cottbus | Beste Spielerinnen und Spieler gekürt

Dieses Turnier war ein Jubiläum: zum 20. Mal trafen sich Anfang Dezember die Skatfreundinnen und -freunde des IG-BCE-Vertrauenskörpers der enviaM Cottbus im Speiserestaurant des Unternehmens. Zum ersten Mal gesellten sich auch Romméspielerinnen dazu. Unzäh-

Fragen an Elke Lüer Elke Lüer ist Betriebsratsvorsitzende der SOEX TSG & TRG mbH

Gleiche Arbeitszeit Nachdem die Arbeitgeberseite zum April 2011 die bestehende Freischichtenregelung gekündigt hatte und für alle neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen damit die 40-Stunden-Woche galt, wurde nun eine neue einheitliche Arbeitszeitregelung vereinbart: ab Januar gilt für die

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Du bist eine der 100 besten Werberinnen und Werber im Landesbezirk. Warum ist dir wichtig, Kolleginnen und Kollegen als IG-BCE-Mitglied zu gewinnen? Weil Beschäftigte nur mit der Gewerkschaft etwas verändern können, zum Beispiel ihre Lohnentwicklungen vorantreiben oder betriebliche Arbeitsbedingungen verbessern. Die Gewerkschaft ist das einzige Gut, das die Beschäftigten haben, ansonsten stehen sie alleine da. Bei uns stehen in diesem Jahr Haustarifverhandlungen an. Wir machen immer klar: je stärker die IG BCE im Betrieb ist, desto mehr können wir erreichen. Ihr habt im vergangenen Jahr fast 60 Mitglieder neu geworben und liegt jetzt bei einem Organisationsgrad von mehr als 50 Prozent. Wie habt ihr das geschafft? Durch Reden und ständigen Kontakt, durch viele gute Argumente, zum Beispiel auch den Rechtsschutz oder den Unfallschutz. Wenn einer zu mir sagt, er habe eine private Rechtsschutzversicherung, dann mache ich klar, dass recht haben und recht bekommen zwei Paar Schuhe sind. Die gewerkschaftlichen Rechtsberater wissen ganz genau, wie sie vor Gericht argumentieren müssen, damit ein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz behält oder in die richtige Vergütungsgruppe kommt. Außerdem ist Mitgliederwerbung bei uns Teamarbeit. Unser Vertrauensleutevorsitzender ist ständig im Betrieb unterwegs und spricht die Kolleginnen und Kollegen an. Welche Tipps kannst du geben? Das Wichtigste ist Ehrlichkeit. Wenn Fragen auftauchen, nicht zu sagen, dass ich es nicht weiß, sondern zu sagen: »Ich erkundige mich.« Dann muss ich aber wieder auf die Kollegin oder den Kollegen zukommen, darf sie nicht allein lassen. Jeder Einzelne ist wichtig, jede Persönlichkeit ist anders, darauf muss ich mich einstellen.

Werbinale in Dresden

lige spannende Runden machten den Wettkampf zu einem gelungenen Jahresausklang.

Am 11. Februar sind die 100 besten Werberinnen und Werber des Landesbezirks zur Werbinale nach Dresden eingeladen. Ein festliches Abendprogramm in der berühmten Herkuleskeule erwartet sie. Edeltraud Glänzer vom geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE hat ihre Teilnahme zugesagt.

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vor ort Nordrhein NA M EN & NA C H R I C H T EN

Stark in der Region

Personalien

Wesel | Neues Regionalforum gegründet

alsdorf/Moers | Manfred Maresch ist ab 1. Februar neuer Leiter des IG-BCE-Bezirks Alsdorf. Der gelernte Betriebsschlosser, seit 1992 Hauptamtlicher bei der IG BCE und seit 2007 stellvertretender Bezirksleiter in Alsdorf, löst Heike Arndt ab. Die bisherige Bezirksleiterin ist zur stellvertretenden Landesbezirksleiterin Westfalen gewählt worden und wird nach einer kurzen Einarbeitungszeit zum 1. Mai ihre Funktion übernehmen. Köln | Matthias Jacobs, seit 1990 Gewerkschaftssekretär in Nordrhein und seit über zwölf Jahren Sekretär im Bezirk Bonn-Köln, ist dort zum stellvertretenden Bezirksleiter gewählt worden. moers | Bereits zum 1. Januar ist Guido Freisewinkel als Gewerkschaftssekretär vom Bezirk DortmundHagen in den Bezirk Moers gewechselt. düsseldorf | Die ehemalige JAV- und Jugendreferentin Reni Richter aus dem Bezirk Berlin-Mark Brandenburg hat am 1. Januar im Landesbezirk Nordrhein die Ausbildung als Gewerkschaftssekretärin begonnen. Die drei neuen JAV- und Jugendreferenten Nina Melches, Maria Brandenburg und Buhut Surat unterstützen das Jugendteam Nordrhein seit dem 1. Januar aktiv vor Ort.

stärker mit Gewerkschaftspositionen in die regionale Politik einzumischen – etwa zu Themen wie öffentlicher Nahverkehr, Ausbau und Sanierung von Schulen und Bildungseinrichtungen oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu soll es neue Beteiligungsformen geben. Die Regionalforen richten sich mit ihren Themen nicht nur an Mitglieder, sondern wollen für alle Bürger ein starker regionaler Partner und eine Plattform für Veranstaltungen, Aktionen und Bildungsangebote Bei der Gründung dabei (von links): Michael sein. Aufgrund Wesendonk (Betriebsratsvorsitzender Flachglas des großen ErWesel), Michael van de Sand (Betriebsratsvor- folgs ist auch sitzender Keramag Wesel), Dirk-Peter Schmitz in Mülheim die (Betriebsrat Byk Chemie Wesel), Uwe Verwohlt Gründung ei(Bezirk Duisburg), Jürgen Grabo und Heinz- nes Regionalforums geplant. Jürgen Schüring (beide Ortsgruppe Voerde).

Tarifbroschüre neu aufgelegt düsseldorf | Die Tarifbroschüre des Landesbezirks »Er-

folgreiche und innovative Tarifpolitik in der chemischen Industrie« ist neu aufgelegt worden. Sie stellt die tarifpolitischen Erfolge seit 1998 vor und zeigt: Tarifverträge regeln mehr als nur Lohn und Gehalt, eine gute Tarifarbeit bezieht die Arbeitsbedingungen von der Ausbildung bis zum Renteneintritt mit ein. Die Broschüre fasst außerdem den Nutzen von Tarifverträgen zusammen und erklärt, wie Tarifauseinandersetzungen ablaufen. Erhältlich ist sie bei den Bezirken.

Unter dem Motto »Stark in der Region« hat sich in Wesel das vierte Regionalforum im Bezirk Duisburg gegründet. Die Foren geben den Ortsgruppen, die häufig zu den mitgliederstärksten Organisationen vor Ort gehören, mehr Gewicht. Ziel sei es, so Uwe Verwohlt, stellvertretender Bezirksleiter des Bezirks Duisburg, sich

Aktion »Toben für die Übernahme«

Top Ten der Werber im Dezember Platz 1: Edwin Hundgeburth (46 geworbene Neumitglieder, INEOS, Bezirk Köln-Bonn); Platz 2: Daniele Gioco (41, Bayer AG Leverkusen, Leverkusen); Platz 3: Horst Ruoff (13, Continental Aachen, Alsdorf); Platz 4: Wolfgang Faller (11, LUKAS Schoenfeld, Düsseldorf); Platz 5: Pia Alice Kremer (8, DuPont, Düsseldorf); Platz 6: Hubert Eßer (7, FS-KARTON, Düsseldorf); Platz 7/8: Rainer Bartels (6,

Akzo Nobel Deco, Peters, Moers), Josef Heffels (6, Cinram, Alsdorf); Platz 9/10: Wolfgang Klein (5, Cinram, Alsdorf), Harry Schubert (5, IG BCE Moers).

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wuppertal | Die Übernah-

me nach Ausbildungsende ist für die Ausgelernten existenziell und kein Spiel. Um das zu zeigen, hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung von Bayer Leverkusen das The-

ma »Toben für die Übernahme« im Solinger Erlebnispark TIKI-Kinderland spielerisch umgesetzt und fotografiert. Ihr Ziel: Die Verantwortlichen auf kreative Weise für die Problematik zu sensibilisieren.


Aus Überzeugung gut

NA M EN & NA C H R I C H T EN

leverkusen | Mitgliederwerbung konkret

Daniele Gioco (25), gelernter Chemikant, ist Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Bayer Leverkusen und gehört jeden Monat zu den Top-Werbern im Landesbezirk Nordrhein. »kompakt« fragte ihn nach seinem Erfolgsrezept.

Daniele Gioco: »Wenn ich mit den Leuten rede, spüren sie meinen Enthusiasmus. Das überzeugt.«

»Die Neumitglieder, die ich werbe, merken, dass ich selbst von Gewerkschaften und Mitbestimmung überzeugt bin. Ich verkaufe kein Produkt, sondern die Gewerkschaftsmitgliedschaft ist wirklich gut. Man muss offen auf die Kolleginnen und Kollegen zugehen und ihnen von den Vorteilen erzählen. Wenn ich mit den Leuten rede, spüren sie meinen Enthusiasmus. Das ist ansteckend. Die, die nicht gleich überzeugt sind, sagen mir‚ dass es zu gut klingt, um wahr zu sein. Irgendwo müsse ein Haken sein. Aber mit ein paar Gesprächen kann ich sie meistens überzeugen, dass es keinen Haken gibt, und sie werden Mitglied.«

Mehr Mitglieder düsseldorf | Die Mitgliederentwicklung im Jahr 2011

Knapp 4200 Mitglieder sind den Frauen gibt es ein Mit2011 im Landesbezirk Nord- gliederplus. 2011 konnte der rhein neu in die IG BCE einge- Mitgliederrückgang, der vor treten. Mit insgesamt 107 575 allem auf die Altersabgänge Mitgliedern bleibt Nordrhein zurückzuführen ist, nahezu zum Jahreswechsel 2011/12 kompensiert werden. der mitgliederstärkste Landesbezirk der IG BCE. Erfreulich: Vor allem die Zahl der Mitglieder, die aktiv im Job stehen, hat zugenommen – gegenüber Die IG BCE dankt ganz herzlich allen, die aktiv 2010 um 2,2 Mitglieder werben. Der Bezirk Duisburg lädt die Prozent. Ge- Werber alljährlich als Dank zu einem Fest ein. Mehr rade bei der als 100 Kolleginnen und Kollegen folgten Ende 2011 Jugend und der Einladung.

Industriestandorte sichern Antwerpen/Rotterdam/Gelsenkirchen | »Standortentscheidungen, Standortsicherung, Genehmigungsverfahren von Industrieanlagen unter Sicherheits- und Umweltbedingungen« – das waren die Themen des umweltpolitischen Seminars der »Gesellschaft zur Information von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie« (GIBUCI) Ende 2011. Um ein Gespür für die Themen auch aus internationaler Sicht zu erhalten, informierten sich die teilnehmenden Betriebsräte auch in Rotterdam und Antwerpen.

Nachbarschaftswerkstatt Moers moers | In Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde und sci:moers hat der Vorstand der Ortsgruppe Moers-Meerbeck eine Nachbarschaftswerkstatt gegründet, um ältere Menschen bei kleinen handwerklichen Anliegen zu unterstützen. Ist eine kleine Stelle überzustreichen, ein Haken anzubringen oder der Schrank zu verschieben, können sich nun die Moerser an die ehrenamtlichen Handwerker und Bastler aus der Ortsgruppe wenden. Die Nachbarschaftswerkstatt trifft sich jeden zweiten Donnerstag (ungerade Kalenderwochen) von 17:00 bis 19:00 Uhr in der Barbaraschule, wo der sci:moers seine Holzwerkstatt zur Verfügung stellt. Infos bei Uwe Neidling per Telefon 02841 9579-0.

Vertrauensleutewahl vorbereiten Düsseldorf | Zur Vorbereitung der Vertrauensleutewah-

len vom 1. Mai bis 31. Oktober werden von den Bezirken zahlreiche Schulungen angeboten. Infos dazu gibt es bei den Bezirken. Der Landesbezirk unterstützt die Wahlen unter anderem mit Tagesseminaren am 28. April und 23. Juni zur Durchführung der Wahl und bietet Grundlagenseminare für erstmals gewählte Vertrauensleute.

Weitere Infos zu den Seminaren im Internet: www.nordrhein.igbce.de

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vor ort Rheinland-Pfalz/Saarland NAMEN & NA C H R I C H T EN

Was Kauffrauen wollen

»Ich will gesund arbeiten«

mainz | Projektgruppe entwickelt neue Angebote

mainz | Zeit- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz nehmen zu. Mit dieser Entwicklung befasst sich eine Fachtagung des Landesbezirks am 28. Februar. Hintergrund sind die Berichte vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über rasante Änderungen am Arbeitsplatz. Die Beschäftigten müssen in den Betrieben mehr Verantwortung übernehmen. Sie sollen mit höherer Effektivität arbeiten und sie sollen ihre Flexibilität steigern. Diese Anforderungen führen zugleich zu einer »Entgrenzung« von Arbeit und Leben. Der betriebliche Stress entwickelt sich zunehmen auch zur Last für alle anderen Lebensbereiche. Das schränkt nicht nur die Lebensqualität ein, sondern bedroht auch die Gesundheit. Zur zusätzlichen Belastung wird die Perspektive, künftig mehr Jahre arbeiten zu müssen. Die IG BCE will all dem mit »Guter Arbeit« begegnen. Dieses Konzept ist auch ein wichtiger Ansatzpunkt für Betriebsräte. Gute Arbeit ist ein ganzheitlicher Gestaltungsanspruch. Zu ihm gehören Arbeitsverhältnisse, die nicht krank machen und die auch dem Älterwerden am Arbeitsplatz gerecht werden.

Ihre »Probleme am Arbeitsplatz versuchen die Kauffrauen erst einmal selber zu lösen«, heißt es in einem Bericht zum Projekt des Landesbezirks »Kauffrauen für die IG BCE gewinnen«. Der Bericht stammt von den beiden Projektmitarbeiterin- Erarbeiten zielgruppenspezifische Annen Marion Hackenthal gebote: die Projektgruppe Kauffrauen. und Sephora McElroy. Sie Den Betriebsrat betrachten waren auf die selbstbewusste Einstellung der Kauffrauen bei sie eher als »Notfallanker einer Serie von Interviews in und wichtigen Informationsausgewählten Betrieben gesto- geber«. Auf Basis dieser Ergebßen. Diesen Frauen, so fanden nisse erstellt eine Projektgrupsie heraus, ist das Familien- pe des Landesbezirks nun leben und die Vereinbarkeit Angebote für die Zielgruppe von Beruf und Familie zwar Kauffrauen, mit Themen wie wichtig. Aber der Arbeitsplatz Selbst- und Zeitmanagement, nimmt in ihrer Lebenspla- beruflichem Erfahrungsausnung trotzdem einen zentra- tausch, Weiterbildung und Gesundheitsvorsorge. len Stellenwert ein.

Weitere Infos im Internet: www.rheinland-pfalz-saarland.igbce.de

Haustarifabschlüsse neuwied | In sehr konstruktiven Verhandlungsrunden haben sich die Tarifkommissionen im Bezirk Neuwied-Wirges mit den Firmen Alois Korzilius Interbau und B. Link auf neue Tarifverträge geeinigt. Die Entgelte der Beschäftigten werden in den nächsten zwei Jahren um rund sechs Prozent steigen. Zunächst steigen Löhne, Gehälter und Azubi-Vergütungen seit vergangenem Dezember um 1,1 Prozent. Aus dem Tarifvertrag 2010 blieb die zweiprozentige Entgeltsteigerung zu Beginn dieses Jahres bestehen, sodass sich seit Januar jetzt 3,1 Prozent ergeben. Zum November 2012 gibt es eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent. Rückwirkend für November 2011 zahlen beide Unternehmen einmalig 80 (Azubis 40) Euro. Die Beiträge werden entsprechend angepasst.

Die Kinderlein kamen ludwigshafen | Spende für Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum

Große Freude über eine großzügige Spende.

Praktische Lebenshilfe mainz | Der Bezirk hat ein neues Bildungsprogramm für sei-

ne Mitglieder. Die Veranstaltungen finden als Wochenendseminare statt. Im 1. Halbjahr geht es um Themen wie »Burnout« (Anfang März), den »Umgang mit schwierigen Charakteren am Arbeitsplatz« (Ende April) sowie »Arbeitsrecht für jedermann« (15. und 16. Juni). Veranstaltungsorte sind Köngernheim, Wörrstadt, Kirchberg und Worms. Weitere Infos zu den Seminaren sowie Formulare zur Anmeldung im Internet: www.mainz.igbce.de

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Ihr Singen und quirliges Spielen machte den kleinen Darstellerinnen und Darstellern mindesten genauso viel Freude wie der große Applaus und die Schokolade, die sie zur Belohnung erhielten. Für sie war das auch viel wichtiger als die großzügige Geldspende, die die Leitung der Kindertagesstätte im Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum an-

schließend erhielt. Die Spende überreichte Peter Schmitt, der Vorsitzende des Arbeitskreises Senioren des Bezirks. Der Arbeitskreis hatte sich diesen originellen Besuch zu seiner traditionellen Jahresabschlussfeier einfallen lassen. 120 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und auch sie kamen voll auf ihre Kosten.


Neues Gesicht der JAV ludwigshafen | BASF-JAV wählt neue Führungsspitze

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) der BASF SE betreut und vertritt rund 2500 Auszubildende. Da ist viel zu tun, insbesondere für die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin. Kurz vor Jahresschluss besetzte die JAV diese beiden Positionen neu und erneut fiel die Wahl auf zwei junge Frauen. Zur JAV-Vorsitzenden gewählt wurde Anna Uhrig. Sie war bislang stellvertretende Vorsitzende und löste nun Samantha Wissner ab, die nach sieben Jahren aus der JAV ausscheidet und neue Aufgaben bei der BASF übernimmt. Zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde einstimmig Tatjana Stark gewählt. Anna Uhrig freute sich sehr über ihr Wahlergebnis und versprach, die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorgängerin fortzusetzen.

Das neue Führungsduo steht nun vor anspruchsvollen Aufgaben. Vor allem muss es die Arbeit der gesamten JAV bei der Betreuung der vielen Auszubildenden koordinieren. Hinzukommt die Vorbereitung der JAVWahlen, die in diesem Herbst anstehen. Roland Strasser, der IG-BCEBezirksleiter, dankte der bisherigen Vorsitzenden Samantha Wissner für ihre außerordentlich erfolgreiche Arbeit und wünschte ihr Erfolg bei ihrer neuen Aufgabe. Die neue Vorsitzende Anna Uhrig und ihre Stellvertreterin Tatjana Stark beglückwünschte er zu ihrer Wahl. Er bekräftigte, dass er sich auf eine gute weitere Zusammenarbeit freut.

Ehre für Klaus Hiery saarlouis | Hans-Böckler-Medaille verliehen

Die Hans-Böckler-Medaille erhielt Klaus Hiery, ein Gewerkschafter der ersten Stunde, anlässlich seines 70. Geburtstages. Klaus Hiery war schon in den 50er-Jahren gewerkschaftlich aktiv, zunächst als Jugendsprecher auf Klaus Hiery (Mitte) mit (von links) Eudem Bergwerk Ensdorf. gen Roth, DGB-Vorsitzender Saar, RoHiery machte sich in land Henz, Oberbürgermeister Saarvielen Auseinanderset- louis, Dietmar Geuskens, IG-BCE-Bezungen einen Namen, zirksleiter, und Heiko Maas, SPD-Vorwar Ortsgruppenvorsit- sitzender Saarland. zender, Mitglied im Bezirksvorstand und Kongress- Hütten- und Knappenvereine delegierter. Seit Langem ist an der Saar mit ihren fast er auch Präsident der Berg-, 28 000 Mitgliedern.

NAMEN & NA C H R I C H T EN

Tariferhöhung bei Emtec saarbrücken | Die Verhandlungen für die rund 80 Beschäftigten der Emtec GmbH waren nicht leicht, aber erfolgreich. Rückwirkend ab November 2011 wurde eine Tariferhöhung um 3,3 Prozent vereinbart. Um den gleichen Prozentsatz dynamisiert sich die Rufbereitschaftszulage. Erstmals geregelt: Bei entsprechendem Nachweis können die Beschäftigten ohne Kürzung der Bezüge für bis zu fünf Tage zur Pflege von Angehörigen zu Hause bleiben. Die Beiträge werden zeitgerecht angepasst.

Schulden des Saarlands

illingen | Mitte November fand eine von mehr als 200 Teil-

nehmern besuchte Konferenz für die Vorsitzenden von Ortsgruppen und Vertrauensleutekörpern statt. Bezirksleiter Dietmar Geuskens berichtete dort über die aktuelle Lage und wagte eine Einschätzung der kommenden Jahre. Wolfgang Lerch von der Arbeitskammer des Saarlands berichtete über die für das Saarland geltende Schuldenbremse und die Ursachen der staatlichen Schulden. Als Ursache benannte er die Höhe der Ausgaben, die hohen Zinsen sowie die schwachen Einnahmen des Landes und der Gemeinden. Er schilderte anhand interessanter Vergleiche, wie sich die Einnahmeseite verbessern und wie die Ausgaben gesenkt werden können. Zum Ausklang gab es noch eine interessante Vorausschau auf die Zukunft der Ortsgruppen und einen Rückblick auf die Ergebnisse der Sozialwahlen bei der Knappschaft Bahn See.

Ausflug mit Amsterdam-Besuch kirn | Im Oktober und doch noch bei fast hochsommerlichen Temperaturen genoss die Ortsgruppe Kirn einen Ausflug in die Niederlande und einen Stadtrundgang durch die trubelige Hauptstadt Amsterdam (Foto). Eine Grachten-Dinnertour rundete die eindrucksreiche Kurzreise der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ab.

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vor ort Westfalen NAMEN & NACHRICH T EN

Ein Gesicht geben

Tannenbaumaktion hat Tradition

brauck | Seit 50 Jahren ehrenamtlich im Einsatz

recklinghausen |

»Ohne solche Kollegen funktioniert Gewerkschaft nicht!« So beschreibt György Angel, Vorsitzender der Ortsgruppe Brauck, Fritz Fiehoefer, der seit 50 Jahren ehrenamtlich für die Orts- Die Vorsitzenden der Ortsgruppe Brauck, gruppe im Einsatz ist. Joachim Praetsch und György Angel, danIm November 1961 ken Fritz Fiehoefer (von links). begann er seine Tätigkeit als Hauskassierer. Wichtig und Arbeitsvorbereiter setzten ist Fiehoefer das Gespräch mit die Belegschaft unter Druck. den Mitgliedern und ihren Fa- Fiehoefer wehrte sich und milien: »Für manches Prob- suchte Hilfe bei Betriebsrat lem wurde bei Pils und Körn- und Gewerkschaft: »Weil sie chen eine Lösung gefunden.« mir halfen, habe ich auch in Noch heute ist er in ganz der Ortsgruppe mitgeholfen.« Brauck unterwegs und betreut So betreute er Mitglieder, war als Knappschaftsältester tätig 70 Kollegen. Nach seiner Schlosserlehre und kandidierte für den Beauf der Zeche »Mathias-Stin- triebsrat. György Angel: »Kolnes 3/4« arbeitete Fiehoefer legen wie Fritz Fiehoefer gedort in der Zentralwerkstatt. ben der IG BCE ein Gesicht. Mit den Jahren nahm das Ar- Sie sind ein Ansprechpartner, beitspensum zu; Zeitnehmer der vertraut ist.«

Kurz vor Weihnachten veranstalteten die Kolleginnen und Kollegen des Regionalforums Recklinghausen mit den Vertrauensleuten des RAG-Bergwerkes Auguste Victoria ihre traditionelle Tannenbaumaktion. 87 Kinder und ihre Eltern fuhren erst nach Bestwig im Sauerland, wo neben Grünkohl, Grillwurst und Glühwein auch schon ihre Weihnachtsbäume auf sie warteten. Anschließend ging es zum Weihnachtsmarkt nach Soest. Dort genossen die Gewerkschafterfamilien im historischen Ambiente der Altstadt die vorweihnachtliche Atmosphäre.

Schnitzeljagd im Museum gladbeck | Seit einem halbem Jahr sind die Gladbecker IG-BCE-Senioren an der Gladbecker Fröbelschule aktiv. Dort vermitteln sie Kindern und Jugendlichen den Spaß am handwerklichen Arbeiten, um ihnen so den Weg in eine Ausbildung zu ebnen. Diese Kooperation hat viele Facetten: »Vom Quarz zum Glas« ist etwa der Titel einer Ausstellung im Wittringer Museum, die die IG BCE mitorganisiert hat. Dort versammelten sich Gewerkschafter und Schüler zur musealen Schnitzeljagd (Foto).

Mitglieder ausgezeichnet

Gewerkschafts-Adventskalender

gladbeck | Regionalforum verleiht sozialen Ehrenpreis

marl | Eine tägliche Ge-

»Töffter Kumpel«, das ist der Titel des sozialen Ehrenpreises, den das Regionalforum Gladbeck Ende 2011 erstmals vergeben hat. Damit zeichnet das Regionalforum Menschen aus, »die Binde- Willy ter Haar und Harald Wiesner (Mitte) glieder in der Gesell- wurden von Gladbecks Bürgermeister schaft sind und für die Ulrich Roland (links) und Walter Hüßhoff solidarische Nächs- (rechts) mit der Ehrenplakette des Regiotenliebe eine Freude nalforums ausgezeichnet. ist«, so Walter Hüßhoff, der Vorsitzende des Willy ter Haar und Harald Regionalforums, vor 300 Be- Wiesner im Rahmen der »Sosuchern in der Gladbecker zialen Lichter in Gladbeck« Christuskirche. Dort wurden ausgezeichnet.

winnfragen-E-Mail an alle Mitarbeiter: Das war der Adventskalender, den der Vertrauenskörpervorstand der Evonik in Marl mit dem Marler Betriebsrat des Gemeinschaftsbetriebes organisiert hatte. Auf die 23 Fragen rund ums Thema Gewerkschaft gab es fast 10 000 Antworten. Alle Preise stiftete der IG-BCE-Bezirk Recklinghausen. Den Hauptpreis – ein Tablet-PC – gewann Nicole Krüger aus der Infracor GmbH. Da sie am 23. Dezember schon zu Hause war, nahm ihr Mann Frank Krüger, ebenfalls Infracor-Mitarbeiter, für seine Frau den Gewinn von Manuela Lotze entgegen, die beim Betriebsrat als Auszubildende beschäftigt ist.

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Thema Energiewende

NAMEN & NACHRICH T EN

essen | Mitgliederversammlung der Ortsgruppe STEAG

Jahresabschluss auf dem Rhein

»Auswirkungen der Energiewende auf unsere STEAG« war das Thema der Mitgliederversammlung der Ortsgruppe STEAG Essen (Foto). Der Ortsgruppenvorstand hatte den IG-BCEVorsitzenden Michael Vassiliadis und den Arbeitsdirektor der STEAG, Alfred Geißler, zu einer Gesprächsrunde eingeladen. In sachkundigen Statements und einer lebhaften Diskussion ging es um die Themen Energiepolitik in Deutschland und in der EU, Zukunft der Steinkohle in Deutschland sowie um die Rolle der STEAG in der Energiewende und ihre Chancen und Risiken. Besonders deutlich wurde dabei die Notwendigkeit, Beschäftigte und Bürger noch besser über die Hintergrün-

münster-bielefeld |

de der Energiepolitik, über Standortfragen sowie über die Notwendigkeit einer zukunftssichernden Industriepolitik zu informieren und zu überzeugen. Die Mitgliederdiskussion zeigte: Nur, wenn die Menschen verstehen, worum es eigentlich geht, kann man sie auch für die Ziele unserer Gewerkschaft gewinnen. Ursel Gelhorn, Vorsitzende der IG-BCE-Ortsgruppe STEAG: »Hier gibt es viel zu tun, wir werden auch 2012 besonderes Engagement zeigen.«

Schöne Bescherung

Rund 100 Kolleginnen und Kollegen aus den einzelnen Ortsgruppen des Bezirks MünsterBielefeld haben an der Jahresabschlussfahrt mit der MS Gloria auf dem Rhein von Köln nach Rüdesheim teilgenommen. Am Ableger in Köln wurden die Teilnehmer von Susanne Duhme vom Veranstalter DGB-Reisen und von Bezirksleiter Ulli Hampel herzlich begrüßt und auf die Reise geschickt. Dann ging es auf eine winterliche Fahrt auf dem Rhein mit Besuch einiger Weihnachtsmärkte. Die Gewerkschafter verbrachten zwei schöne Tage an Bord.

Besuch in Elbflorenz dresden | Elbflorenz

– wie Dresden auch genannt wird – war Ziel der JahresabschlussBildungsfahrt der Ortsgruppe Gladbeck Mitte. Dresden verzaubert seine Besucher seit jeher mit einer faszinierenden und spannenden Mischung aus Tradition und Moderne. Höhepunkt war der Spaziergang durch die barocke Innenstadt mit der früheren Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige und einem Blick auf die Flusslandschaft der Elbe. Die Romantik an der Elbe mit ihren Weinstöcken rundete den Besuch der Gladbecker Gewerkschafter ab. Für 2012 planen sie Fahrten nach Potsdam, Plau am See und Salzburg.

gelsenkirchen | Freude im Kinder- und Jugendhaus

Über einen wahren Berg an Geschenken und Spenden in Höhe von 6500 Euro konnten sich Ende vergangenen Jahres die kleinen und größeren Bewohner des Kinderund Jugendhauses St. Elisabeth in Gelsenkirchen-Erle freuen. Bereits zum vierten Mal erfüllten ihnen die Mitarbeiter der Gelsenkirchener THS Wohnen – vertreten durch ihren Geschäftsführer Hans-Jürgen Schneider (Foto: Zweiter von links) und den Vorsitzenden der Ortsgruppe

Schaukasten als neuer Hingucker

THS, Volker Möller (Vierter von links) – Wünsche, die im Vorfeld in Form gebastelter Sterne, Tannenbäume oder Engel den Weihnachtsbaum in der THS-Firmenzentrale schmückten. Darüber hinaus wird mit den Spenden für ein Jahr die individuelle Förderung eines Kindes gesichert.

brauck | Die Ortsgruppe Brauck verstärkt ihre Öffentlichkeitsarbeit: Mitten in Gladbeck-Brauck hat sie jetzt einen Schaukasten aufgestellt. »In Zukunft werden wir an dieser Stelle über wichtige gewerkschaftliche Themen und über das Ortsgruppenleben berichten. Wir freuen uns, wenn wir damit zu regem Gedankenaustausch anregen können. Denn das Gespräch miteinander ist der Anfang aller Politik«, so György Angel, der Ortsgruppenvorsitzende. In Arbeit ist auch eine Homepage der IG BCE in Brauck. Angel: »Die neuen Medien nutzen wir, um gerade auch jüngere Menschen zu erreichen und für unsere Gewerkschaftsarbeit zu interessieren.«

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vor ort Nordrhein

Übach-Palenberg

Homberg

Gemeinsam blicken die Jubilare der Ortsgruppe Übach-Palenberg auf 860 Jahre Mitgliedschaft in der IG BCE und den Vorläufergewerkschaften zurück. Die Ortsgruppe sprach insgesamt 24 Mitgliedern Dank und Anerkennung für 60, 50, 40 oder 25 Jahre Mitgliedschaft aus.

Auf 75 Jahre Mitgliedschaft in der IG BCE und ihren Vorläuferorganisationen kann Rudolf Daum (auf dem Foto sitzend links) und auf 70 Jahre kann Heinz Steinhaus (sitzend rechts) zurückblicken. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Friedrich Kantert und Hans Bayer geehrt. Weiteren Mitgliedern wurde für 50, 40 oder 25 Jahre Zugehörigkeit Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Overbruch-Nord/Walsum-Mitte

69 Jubilare haben die Ortsgruppen Overbruch-Nord und Walsum-Mitte für 25-, 40-, 50- und 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Besonders gewürdigt wurde Lothar Ortmann (Dritter von links auf dem Foto) für 70 Jahre Mitgliedschaft – auch vom IG-BCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis, der die Festrede hielt.

Düsseldorf

Über 600 Jubilare ehrte der Bezirk Düsseldorf bei seiner Jubilarfeier in diesem Jahr. Mehr als 300 Gäste feierten die langjährigen Gewerkschaftsmitglieder bei einer musikalischen Zeitreise und leckerem Essen und Trinken.

Vo e r d e

In einem feierlichen Rahmen ehrte die Ortsgruppe Voerde ihre Jubilare für 25-, 40-, 50und 60-jährige Mitgliedschaft. Der Ortsgruppenvorsitzende Michael Hörning sowie der stellvertretende Leiter des Bezirks Duisburg, Uwe Verwohlt, dankten den Jubilaren für ihre jahrzehntelange Treue.

Oberaußem

Setterich-Linnich

Grefrath

Die Mitglieder sind das Fundament einer funktionierenden Gewerkschaftsarbeit, betonte Peter Kreutzfeldt, Vorsitzender der Ortsgruppe Setterich-Linnich. Insgesamt wurden 38 Jubilare geehrt, davon drei für 60-jährige Mitgliedschaft.

Mit einer stimmungsvollen Feier ehrte die Ortsgruppe TT-HW Grefrath – RWE-Power ihre Jubilare.

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Der Vorstand der Ortsgruppe Oberaußem ehrte in diesem Jahr sechs Mitglieder für 25 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit sowie je einen für 40 beziehungsweise 50 Jahre.


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vor ort Rheinland-Pfalz/Saarland Waldfischbach-Burgalben

Pirmasens

Im November ehrte die Ortsgruppe Waldfischbach-Burgalben ihre Jubilare. 18 Mitglieder der Ortsgruppe konnten auf 25 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit zurückblicken, drei Mitglieder auf 40 Jahre, ein Mitglied sogar auf 60 Jahre. Zu denen, die ihr 40. Gewerkschaftsjubiläum begingen, gehört auch Ottmar Röhrig, der Vorsitzende der Ortsgruppe. Bezirksleiter Dietmar Geuskens überreichte die Ehrenurkunden.

88 Mitglieder der Ortsgruppe Pirmasens, die im vergangenen Jahr 60, 50, 40 oder 25 Jahre Mitglied der IG BCE, beziehungsweise einer ihrer Vorgängergewerkschaften waren, kamen im November zu einer Jubilarfeier zusammen. Den Dank, die Ehrungen und die Urkunden erhielten sie vom Bezirksvorsitzenden Dietmar Geuskens und vom Vorsitzenden der Ortsgruppe, Klaus Lehmann. Einer der »60-Jährigen« war Werner Dick, von 1985 bis zur Gründung der IG BCE 1987 Vorsitzender der Gewerkschaft Leder. Klaus Lehmann ging in einer Festansprache auf die aktuelle Finanzkrise ein, Dietmar Geuskens unternahm einen Rückblick auf Leben und Arbeiten in der Region im Laufe der letzten 60 Jahre. Auch Werner Dick ergriff das Wort und erinnerte daran, wie die Schuhindustrie Opfer der Globalisierung wurde.

Schönenberg-Kübelberg

Ende Oktober veranstaltete die Ortsgruppe ihren traditionellen Familientag, der stets mit einer Jubilarehrung verbunden ist. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Dieter Brutscher ehrte Gewerkschaftssekretär Thomas Kalbe (Foto: Mitte) vom Bezirk Saarbrücken ein Dutzend Mitglieder, die der Gewerkschaft schon 25, 40 oder, in einem Fall, sogar 60 Jahre angehören.

Wie schon in den letzten beiden Jahren feierten die Gewerkschaftsjubilare aus Worms gemeinsam mit den Betriebsräten und Vertrauensleuten der Region. Michael Päckert, der stellvertretende Landesbezirksleiter (Foto: rechts), überbrachte die besten Wünsche der IG BCE.

Wiebelskirchen

Merzig

Sieben Jubilare zeichnete die Ortsgruppe Wiebelskirchen für ihre langjährige Verbundenheit mit der IG BCE aus. Andreas Detemple, Mitglied des Bezirksvorstands, war es eine besondere Freude, den 84-jährigen Ferdinand Schilling (Foto: Mitte) für 70 Jahre Mitgliedschaft zu ehren.

Anlässlich der Ehrung von 14 Jubilaren aus der Ortsgruppe Merzig schilderten der Bezirksvorsitzende Dietmar Geuskens und der Ortsgruppenvorsitzende Ralf Runge die Errungenschaften der Gewerkschaft in den letzten 50 Jahren, insbesondere die Erfolge in der Lohn- und Sozialpolitik sowie die Rolle der Gewerkschaft beim Strukturwandel in der keramischen Industrie und beim Bergbau.

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Worms


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vor ort Westfalen

Herbern-Lüdinghausen

Seit 70 Jahren ist Johannes Mathews Mitglied der Gewerkschaft. Für seine Treue ehrte ihn die Ortsgruppe Herbern-Lüdinghausen. Ulrich Hampel (rechts), Leiter des Bezirks Münster-Bielefeld, und der Vorsitzende der Ortsgruppe Michael Schulte (links) überreichten die Ehrenurkunde bei ihrem Besuch.

Bergwerk Auguste Victoria

Viele Gründe zu feiern hatte der Recklinghäuser Hans Schmidt: An seinem 93. Geburtstag jährte sich auch sein Eintritt in die Gewerkschaft zum 75. Mal. So gratulierte ihm die Betriebsortsgruppe der Angestellten des Bergwerks Auguste Victoria persönlich: Der Vorsitzende der Ortsgruppe Rolf Kempf sowie Vorstandsmitglied Wolfgang Meyer reihten sich in die lange Schlange der Gratulanten ein. Sie überbrachten ihm auch die besten Grüße des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstandes aus Hannover und von der Leitung des Bezirks Recklinghausen.

Gladbeck-Butendorf

Die Ortsgruppe Gladbeck-Butendorf würdigte in einer Feierstunde ihre langjährigen Mitglieder für ihre Treue zur Gewerkschaft. Die Ehrung wurde von Thomas Steinberg, stellvertretender Leiter des Bezirks Gelsenkirchen, dem Ortsgruppenvorsitzenden Karl Weihrauch und Kassierer Johann Donat vorgenommen. Besonders geehrt wurde Heinrich Kreielkamp für seine 75-jährige Mitgliedschaft. Bereits seit 60 Jahren Gewerkschaftsmitglied sind Jürgen Ricken, Siegfried Golombeck, Hugo Fischer und Paul Jürgensen. Seit 50 Jahren dabei sind Jürgen Bongers und Erhard Neumann und seit 40 Jahren Celal Durcan, Laid-BenEl Hidi, Mimoun Elfatni, Hasan Erdogan, Bedir Genc, Klaus Greuel, Hueseyin Guendoglu, Ahmet Gür, Burhan Hazoglu, Dietmar Hohenberg, Amet Hombac, Ferhat Inci, Recep Kacan, Nadir Kahraman, Bahatting Karabulu, Halil Karadas, Celil Oerenbas, Mustafa Oezkaya, Frank Rothe, Muzaffer Oezmercan, Klaus-W. Rottmann, Heinrich Salewski, IsmailHakki Savran, Mehmet Tan, Sadettin Telli, Kamil Uslu, Bilal Verim und Herbert Wengrzik.

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Gladbeck-Mitte

Jürgen Grunwald, stellvertretender Leiter des Landesbezirks Westfalen, und Ortsgruppenvorsitzender Walter Hüßhoff ehrten die Jubilare der Ortsgruppe Gladbeck-Mitte im Gladbecker »Jammerkrug«. Besonders ausgezeichnet wurde Heinrich Müller für 70 Jahre Mitgliedschaft. Seit 60 Jahren dabei sind Jürgen Bednarz, Günter Hiller, Alfred Jäger, Karl Jacobs, Kurt Reimann, Edmund Schulz und Wilhelm West, seit 50 Jahren Hans Dieter Gerfen und auf 40-jährige Mitgliedschaft zurückblicken können Jens Duscha, Wilhelm Form, Michael Guenther, Johannes Kalinowski, Sigfried Kalwa, Heinrich Lange, Ewald Laschke, Heinrich Neumann, Karl Heinz Ochlast, Josef Rabe, Herbert Siemann und Peter Wegelinski.

Zollverein

Zugleich mit der Feier ihres 60-jährigen Bestehens ehrte die Essener Ortsgruppe Zollverein zwei Mitglieder: Horst Riek blickt auf eine 60-jährige Mitgliedschaft zurück und Michael Kraus auf 40 Jahre. Peter Obramski, Leiter des IG-BCE-Bezirks Gelsenkirchen, würdigte die erfolgreiche Arbeit der Ortsgruppe und ehrte mit Ortsgruppenvorsitzendem Klaus Rikazewski die Jubilare.

Wattenscheid-Stadt

Die Ortsgruppe Wattenscheid-Stadt ehrte Heinz Petersen für 70-jährige Treue; Werner Bastian, Wilhelm Köster und Kurt Schumann blicken auf 60 Jahre, Heinz Frederiks und Otto Kleinsorge auf 50 Jahre Mitgliedschaft zurück. Seit 40 Jahren dabei sind Antonio CebrejaCibaya und Hans-Georg Morzig.


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Einer von uns

Fotos (2): Werner Bachmeier

Karl Held ist Bayer,

Betriebsratsvorsitzender und Karnevalist. Am schönsten ist es für ihn, wenn er zum Fasching alle seine Leidenschaften verbinden kann.

Der Schotte vom Chiemgau

W

enn in Oberbayern die närrische Zeit beginnt, ist Karl Held in seinem Element. Der Betriebsratsvorsitzende der AlzChem AG in Trostberg baut jedes Jahr preisverdächtige Umzugswagen, um dann mit den anderen 500 Mitgliedern des Fa-

zugelegt. »Dös macht einiges her«, sagt er. Schließlich werden zum großen Umzug mehr als 10 000 Zuschauer erwartet. 2011 war der Verein sogar mit einem Piratenschiff in Salzburg und hat dafür den ersten Platz im Wettbewerb gemacht. Das Preisgeld sei gleich in Material für

»Unterm bayrischen Schottenrock is’ goar nix, do is’ nix und do wor nix.« schingsvereins Oidnmarkta Bochratz’n, also den »Bachratten von Altenmarkt«, durch die Straßen zu ziehen. Bislang ist auf dem acht Meter langen Tieflader nur das Holzgerüst zu sehen. Doch schon bald wird dort eine kleine schottische Burg stehen, bevölkert von bonbonwerfenden Burgfräulein und Kindern sowie einer Männertanzgarde in Schottentracht. Karl Held hat sich eigens dafür einen echten Dudelsack 30 | kompakt | Februar 2012

den neuen Prachtwagen investiert worden. Nun heißt das Motto: »Die Bochratz’n erobern Britannien.« Aber das sei zum Glück »nur zur Gaudi«, weil es auf der britischen Insel ja bekanntlich »koan bayrischen Hopfensaft und echte Weißwürstl« gebe. Ein bayerischer Genussmensch müsste dort wohl verhungern. Also bleibe er lieber daheim, sagt Held, dessen Fachwissen und Hartnäckigkeit nicht nur im Beirat der IG BCE,

sondern auch in der Bundestarifkommission geschätzt wird. Aber immerhin könne er jetzt die wichtigste Frage an die Schotten beantworten: »Auch unterm bayrischen Schottenrock is’ goar nix, do is’ nix und do wor nix.« Seine Kollegen seien bei dem jährlichen Spektakel natürlich auch dabei. Allesamt Gewerkschafter, versteht sich. Schließlich sei der Düngemittelproduzent zu über 85 Prozent in der IG BCE organisiert. »Wir Oberbayern sind in unserer Kultur tief verwurzelt. Da legen wir großen Wert drauf, auch als Gewerkschafter, und unser Fasching gehört unbedingt dazu.« Werner Staffen

Sie kennen ein IG-BCE-Mitglied mit außergewöhnlichem Hobby? Dann schreiben Sie uns: kompakt@igbce.de


Foto: David Trood/Getty Images

Tendenzen Büro

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Präsentationen

gehören zum Büroalltag. Gut sind sie fast nie. Denn kaum ein Referent weiß, wie man sie gestalten muss.

Technischer K. o. E

s gibt vieles, was Steve Jobs nicht mochte: andere Meinungen, Fleisch, Samsung, Bill Gates. Aber wenn er etwas von Herzen verachtete, dann PowerPoint-Präsentationen. »Ich hasse es, wenn Leute Folien zeigen, statt zu denken«, schimpfte der mittlerweile verstorbene Apple-Gründer. »Leute, die wissen, wovon sie reden, brauchen kein PowerPoint.«

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TENDENZEN Büro

N

icht jeder Sachgebietsleiter ist ein Cicero, nicht jeder Manager ein geschliffener Rhetoriker. Aber Steve Jobs hatte recht: Die PowerPointPräsentation ist die Geißel des modernen Büroalltags. Tag für Tag gehen weltweit 30 Millionen PowerPoint-Shows über die

Es gibt kein Entkommen. Die Folien haben die Herrschaft übernommen. Sich heute ohne PowerPoint-Präsentation in ein »Meeting« zu wagen, ist ungefähr so, als verzichte man auf seine Hose. Das Präsentationsprogramm, das Microsoft 1987 für 14 Millionen Dollar

»PowerPoint ist das beliebteste Blendwerkzeug der Wissensgesellschaft.« Bühne, schätzt die Herstellerfirma Microsoft, das sind knapp 350 pro Sekunde. Stunde um Stunde sitzt der zeitgenössische Angestellte in schummrigen Räumen und lässt monoton vorgetragene Satzfetzen über sich ergehen, die per Beamer von ästhetischen Katastrophen begleitet werden. Die Sichtachsen nehmen Parallelstellung ein. Das Gehirn schaltet auf Überlebensmodus. Der Geist schweift ab. 32 | kompakt | Februar 2012

von der Firma Forethought kaufte und in sein Office-Paket einbaute, ist auf rund 250 Millionen Rechnern installiert. Die Zahl der jährlich erstellten Folien geht in die Milliarden. Das Problem: Der Überfluss an Gestaltungsmöglichkeiten verleitet den Laien dazu, ein Feuerwerk der Impressionen abzubrennen, ob es nun um neu-

artige Eierkartons oder die Marktchancen von Vanillepudding geht. Da fliegen die Buchstaben, da stapeln sich die Logos, da erklingt orchestrale Musik zu Tortengrafiken, da kippen Charts neckisch zur Seite und machen Platz für das nächste. Und nächste. Und nächste. Und nächste. Und chrrrr . . . PowerPoint ist zum beliebtesten Blendwerkzeug der Wissensgesellschaft geworden, das Menschen aller Berufe dazu verleitet, Ideenlosigkeit und fehlende Überzeugungskraft durch plakative Leerwörter und alberne Bildchen zu kaschieren. Schlimmer noch: Viele verwechseln Piktogramme mit Argumenten. Es zählt die Show und nicht die Idee. Es ist der große Bluff. Gute PowerPointPräsentatoren müssen gleichzeitig perfekte Autoren, Redner, Darsteller, Regisseure, Designer und Medienprofis sein. Die meisten Menschen sind das nicht.


Wer wenig Erfahrungen mit Präsentationen hat, verlässt sich gern auf die gute alte Overhead-Folie. Denn PowerPoint verlangt einen Medienprofi mit Showqualitäten.

Foto: Rich Frishman/Getty Images

Der Versuch, ein Thema auf Schlüsselwörter und ein Diagramm zu reduzieren, trägt oftmals absurde Blüten: Zu Berühmtheit hat es eine im Pentagon erstellte Folie aus dem Afghanistan-Krieg 2003 gebracht, die die soziokulturellmilitärisch-politische Gemengelage am Hindukusch verdeutlichen sollte. Sie sah aus wie eine Schüssel Spaghetti bolognese. »Wenn wir diese Folie verstanden haben«, scherzte der damalige NatoOberbefehlshaber General Stanley McChrystal bei einer Besprechung in Kabul, »werden wir den Krieg gewonnen haben.« Die US-Army nutzt PowerPoint exzessiv. Der Anführer eines Zugs sagte 2009 auf die Frage, womit er im Irak hauptsächlich seine Zeit verbringe, trocken: »PowerPoint-Grafiken.« »PowerPoint ist böse«, schrieb

2003 der amerikanische Informations-

wissenschaftler und Grafikdesigner Edward Tufte. Das Programm mache dumm, weil es Inhalte zu stark vereinfache, Kommunikation auf wenige Schlagwörter reduziere und die Komplexität der Welt so in hübsch bunte »Szenarien« und »Potenziale« zerlege. Tufte führte gar den Absturz der Raumfähre »Columbia« im Jahr 2003 zum Teil auf mangelhafte PowerPoint-Präsentationen zurück. Die Folien der Nasa seien so komplex und unübersichtlich geraten, dass den Ingenieuren nicht klar gewesen sei, dass sie eine lebensgefährliche Situation vor der Nase hätten. Der Rostocker Wissenschaftler Wolfgang Nieke hat jüngst unterschiedliche Vortragsformen auf ihre Effektivität überprüft. PowerPoint schnitt schlecht ab – es blieb am wenigsten Inhalt im Gedächtnis der Zuhörer haften, weil es von sinnlosen Eindrücken verstopft wurde. Jeder »Tagesschau«-Zuschauer kennt den Effekt: Versuchen Sie einmal, um 20:16 Uhr auch nur drei der gesehenen Beiträge zu benennen. Auf Platz zwei landete bei Nieke die nackte Rede ohne visuelle Hilfsmittel. Es siegte eine Präsentationsart aus der Steinzeit der Medienära:

die gute, alte Overhead-Projektion. Unvergessen, wie Lehrer in den 80er-Jahren voluminöse Apparate auf Schultische wuchteten, um dann mit quietschendem Filzstift den Satz des Pythagoras auf eine Folie zu schmieren. Vorteil: Die Sache lief so gemächlich ab, dass die Zuhörer genügend Zeit hatten, im Kopf die Spreu vom Weizen zu trennen. In Berlin machte man vor einigen Jahren aus der Not eine Tugend – und erfand »PowerPoint-Karaoke«: In Kneipen oder auf Studentenpartys improvisieren seither Kandidaten zur Freude des Publikums wirre Vorträge zu willkürlich eingeblendeten, typografisch-ästhetischen Komplettkatastrophen. Dazu Alkohol. So macht selbst PowerPoint Spaß. Imre Grimm

Fünf TIpps für Präsentationen 1. Der Inhalt zählt! Die knalligsten Charts können nicht darüber hinwegtäuschen, wenn Sie nichts zu sagen haben. Relevanz ist das A und O für jeden Vortrag. 2. Sparsame Typografie! Toll, was Ihr Rechner alles kann: wellenförmige 3-D-Schrift in Regenbogenfarbe mit Schatten und Farbverläufen, kursiv, fett und unterstrichen auf einmal. Denken Sie daran: Ihre Zuhörer müssen alles auf einen Blick verstehen. Verwenden Sie serifenlose, große Schrift. Und: keine Sätze, nur die wichtigsten Stichworte. Wenn überhaupt. 3. Weniger ist mehr! Apple-Gründer Steve Jobs war weltberühmt für seine Vorträge: schlichtes Design, keine Spielereien, Reduktion, wo immer es ging. Die Zukunft der »Slideshows« kommt aus Japan und heißt Pecha Kucha: Bei dieser Präsentationsform darf der Redner nur 20 Folien zeigen und zu jeder nur 20 Sekunden sprechen. Das diszipliniert und zwingt zu prägnanten, kurzweiligen Vorträgen. 4. Eindeutig bleiben! Was soll ein Häschenfoto auf der Leinwand, wenn es um die Planung eines Kindergartens geht? Weg mit überflüssigen Illustrationen, Animationen und Klangeffekten. 5. Kein Zahlenfeuerwerk! Werfen Sie nicht 100 Zahlen auf einmal an die Wand. Niemand wird Ihnen folgen. Und lesen Sie keine Charts vor. Das ist tödlich langweilig. Packen Sie nie mehr als sieben Informationen auf eine Folie.

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TENDENZEN ARBEITERRECHTE

Hart greift die kasachische Polizei unter den friedlich streikenden Ölarbeitern durch.

Blutiges Ende DIE ÖLARBEITER IN KASACHSTAN haben die ganze Härte des Polizeistaates zu spüren

bekommen. Einige kämpfen weiter – ihre Jobs bei den Ölgesellschaften haben sie verloren.

S

eit Mai befindet sich Nurschan Qumisbajew im Streik. Der 40-jährige Ölarbeiter mit der Fellkappe duckt sich vor dem pfeifenden Wind an die Häuserwand eines Plattenbaus im kasachischen Astana, die Hände tief in die Taschen seiner Winterjacke vergraben. Er und 50 Kollegen harren auf einem Hof gegenüber der chinesisch-kasachischen Ölgesellschaft »Karaschanbazmunai«, ihrem Arbeitgeber, aus, um eine Schlacht weiterzufechten, die schon längst verloren scheint.

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Die Ölgesellschaft sitzt in einem unscheinbaren Plattenbau. Nur der leere Rahmen an der Häuserwand zeugt noch von dem bunten Firmenplakat, das über Monate in hellen Farben das »harmonische Arbeitsleben« auf den Ölfeldern in der kasachischen Steppe zeigte. Dieser vermeintliche Frieden ist jetzt dahin. AM 16. DEZEMBER ESKALIERTE der

seit Mai andauernde Ölarbeiterstreik in Westkasachstan. Sicherheitskräfte des zentralasiatischen Staates schossen in die Menge, es gab Dutzende Tote und

DER STREIK DER ÖLARBEITER Seit Mai 2011 kämpfen etwa 2000 kasachische Ölarbeiter für mehr Rechte, höhere Löhne und die Freilassung und Wiedereinstellung inhaftierter Vertreter (kompakt berichtete). Die Europäische Union äußerte sich besorgt über die Unruhen. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte, sie hoffe auf eine genaue Untersuchung des Zwischenfalls und gehe davon aus, dass das Problem friedlich gelöst werde. Danach sieht es im Augenblick nicht aus.

Foto: Anatoly Ustinenko

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mehr als 100 Verletzte, Blut floss. Bürgermeisteramt, Firmenverwaltung und Dutzende Geschäfte gingen in Flammen auf. Die Bilder haben sich in Qumisbajews Bewusstsein eingegraben. »Ich traue keinem mehr«, sagt der Arbeiter. »Weder die Regierung noch die Opposition oder die Gewerkschaften haben uns während der langen Protestphase wirklich unterstützt.« Er und seine Kollegen gingen bei der Parlamentswahl am 15. Januar nicht wählen.

AUSLÖSER DER BLUTORGIE am 16. Dezember: Der Bürgermeister wollte ausgerechnet auf dem Platz, auf dem sich die Arbeiter seit Mai versammelten, die Feiern zum 20. Unabhängigkeitstag der ehemaligen Sowjetrepublik abhalten. Die Ereignisse von Schanaozen schreckten den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew auf. Der 71-Jährige tauschte die Firmenleitung von »Kazuminagas« aus, nannte den Protest der Arbeiter »berechtigt« und

»WIR HABEN DEN ARBEITERN nicht

Fotos: Marcus Bensmann (3)

SEIT MAI BESTREIKTEN 2000 Ölarbeiter die Gesellschaft in Aktau und die in der zwei Autostunden entfernten Steppenstadt Schanaozen liegende Ölfirma »Uzenmunaigas«. Sie forderten höhere Löhne und mehr Rechte. In Schanaozen versammelten sie sich täglich auf dem Hauptplatz vor der Stadtverwaltung, Acht Monate verlief der Protest friedlich, obwohl keine Gewerkschaft ihn organisierte, es keine Streikkasse gab und die Arbeiter keinen Lohn bekamen. Die staatsnahe kasachische Ölgesellschaft »Kazmuniagas«, die an der Firma in Aktau beteiligt und Eigentümerin der Gesellschaft in Schanaozen ist, zeigte sich kompromisslos. Kasachische Gerichte erklärten den Protest für illegal. Die Arbeiter wurden entlassen, ihre Anführer sowie die Juristin Natalia Sokolowa, die die Arbeiter vertreten hatte, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Immer wieder wurden Ölarbeiter erschlagen in der Steppe aufgefunden.

Angst, die wenigsten wollen reden. Ein junger Kasache zeigt die frisch verputzten Einschusslöcher an der Wand. Die Aktivisten der Ölarbeiter fürchten sich vor Interviews. Immer wieder kommt es zu Verhaftungen.

Lassen sich nicht unterkriegen: Etwa 50 Ölarbeiter kämpfen weiter für ihre Jobs und mehr Rechte.

forderte neue Jobs für die Entlassenen. Ein neues Gewerkschaftsgesetz soll auf den Weg gebracht werden. Gleichzeitig verhängte er über Schanaozen den Ausnahmezustand. Nur mit Sondererlaubnis dürfen Ausländer noch die Stadt betreten. Auf dem Platz, wo seit Mai die Arbeiter standen, marschieren jetzt Kohorten schwarz gepanzerter Polizei. Die Brandruine der Ölgesellschaft ist mit einem Bauzaun aus bunten Plakaten abgeschirmt. Die Einwohner haben

zugehört«, sagt Alik Aiderbajew, der neue Chef der Ölförderung. »Wir müssen das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen.« Eine Auffanggesellschaft soll den Entlassenen neue Jobs geben. In einem Punkt bleibt der in Pullover und offenem Hemd auftretende Ölmanager aber hart. »Der Streik war illegal«, sagt er. Daher könnten die Entlassenen nicht an ihre alten Stellen zurückkehren. In Schanaozen sollen viele das neue Angebot angenommen haben. Qumisbajew traut der Offerte nicht. »Was machen wir, wenn die Firma dichtmacht?«, fragt der Kasache. »Dann stehen wir völlig mit leeren Händen da.« Einige seiner Kollegen haben unterschrieben, aber der harte Kern will die alte Arbeit zurück. Der 71-jährige, berentete Ingenieur Alexander Pjastelow vertritt sie. Seit Solokowas Verurteilung traut sich das kein Anwalt mehr. MIT DEM GESETZBUCH in der Hand argumentiert der weißhaarige Mann wortreich: »Die Entlassungen waren illegal, nach dem Gesetz muss eine Kommission aus Arbeitern und Arbeitgebern jeden Einzelfall prüfen«, sagt er. Der Arbeitervertreter trifft auf Offenheit im Gewerkschaftshaus. Aiderbajew stimmt einer Kommission zu. Deren Entscheidung sei für ihn jedoch nicht bindend, sagt der Ölmanager. Die entlassenen Männer gelten für die Ölgesellschaft nicht mehr als Arbeiter. Auch dieses Kompromissgremium bleibt also ohne Ergebnis. Marcus Bensmann

Der Autor ist freier Journalist und berichtet seit mehr als zehn Jahren von tagespolitischen Ereignissen in Zentralasien. kompakt | Februar 2012 | 35


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TIPPS Altersvorsorge

Neues bei der Rent  Rente mit 67, 65 oder 63 – seit Jahresanfang gibt es nicht nur bei der Rente zahlreiche Neuregelungen. Zudem sind Rentenbeiträge und Kinderbetreuungskosten besser absetzbar. Ein Überblick. GIBT ES MÖGLICHKEITEN, FRÜHER IN RENTE ZU GEHEN? Trotz Neuregelung können auch weiterhin viele Arbeitnehmer früher in Rente gehen. In der Regel ab 63 Jahren. Dann aber nur mit erheblichen Rentenkürzungen: Für jeden Monat des vorzeitigen Ruhestands wird die Rente um 0,3 Prozent gekürzt – und zwar lebenslang.

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BEISPIEL: Maschinenschlosser Max

Maier, Jahrgang 1964, ist Anfang dieses Jahres 48 Jahre alt geworden. Die reguläre Altersrente kann er erst ab Februar 2031 be­ ziehen, denn im Vormonat wird er 67 Jahre alt. Frühestens könnte Maier bereits im Februar 2027 in Rente gehen. Das ist der Monat nach seinem 63. Geburtstag. Dann könnte er die Altersrente für »langjährig Ver­ sicherte« erhalten. Dabei müsste er aller­ dings Abschläge von 14,4 Prozent (48 Mo­ nate x 0,3 Prozent –) in Kauf nehmen. Falls der Schlosser – was ihm natürlich nicht zu wünschen ist – 2027 einen Schwerbehinder­ tenausweis vorweisen kann, könnte er mit 63 die Altersrente für schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen. Dann be­ trägt der Rentenabschlag »nur« 7,2 Prozent.

WAS ÄNDERT SICH FÜR VORGEZOGENE ALTERSRUHEGELDER?

WIE ENTWICKELN SICH DIE RENTEN 2012?

Die Gelder, die bislang ab 60 Jahren bezogen werden konnten, wurden inzwischen für alle Jahrgänge ab 1952 gestrichen. Allerdings: Wer Anfang 2012 bereits 60 oder älter war, kann nach wie vor die vorzeitige Altersrente für Frauen (jederzeit vor Erreichen der regulären Altersgrenze) oder die vorzeitige Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit in Anspruch nehmen – allerdings nur mit kräftigen Abschlägen.

In den alten Bundesländern wird der Wert eines Entgeltpunktes (= ein Jahr Beschäftigung mit durchschnittlichem Verdienst) im Juli dieses Jahres um voraussichtlich 2,3 Prozent auf 28,10 Euro steigen. In den neuen Ländern steigt der Satz um 3,2 Prozent auf 25,15 Euro. Mit ähnlichen Steigerungsraten ist allerdings nur noch selten zu rechnen. Denn dass die Renten weniger steigen als die Löhne, ist durch die Rentengesetze des letzten Jahrzehnts programmiert.

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BEISPIEL

FRAUENRENTE: Eine 1951 geborene Frau hat ab dem 40. Ge­ burtstag mindestens 121 Monate Pflichtbei­ träge in die Rentenversicherung eingezahlt. Weiterhin kann sie insgesamt mindestens 15 Versicherungsjahre vorweisen. Damit er­ füllt sie die Anspruchsvoraussetzungen für die Altersrente für Frauen. Diese könnte sie jederzeit vor ihrem 65. Geburtstag beantra­ gen. Bei einer Antragstellung im Jahr 2014 (also mit 63 Jahren) würden Rentenab­ schläge in Höhe von 7,2 Prozent anfallen.

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BEISPIEL ARBEITSLOSENRENTE:

Ein 1950 geborener Mann wird zum 1. Februar 2012 arbeitslos. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit kann er ab Februar 2013 die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit erhalten. Voraussetzungen: Er kann innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Rentenantrag acht Jahre mit Pflichtbeiträgen vorweisen und kommt auf mindestens 15 Versiche­ rungsjahre. Auch für ihn würden Rentenabschläge in Höhe von 7,2 Prozent anfallen.

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WAS ÄNDERT SICH BEI NEUEN RIESTER-VERTRÄGEN? Parallel zu den Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung ändert sich das Einstiegsalter für neu abgeschlossene, staatlich geförderte RiesterRenten. Frühestmöglicher Auszahlungsbeginn der Rente ist jetzt erst das 62. Lebensjahr. An bestehenden Verträgen ändert sich nichts. Weiterhin neu: Auch Ehepartner, die selbst keinen Anspruch auf eine Riester-Förderung haben, sondern nur über ihren Ehepartner förderberechtigt sind, müssen künftig jedes Jahr mindestens 60 Euro in ihren Vertrag einzahlen.


e 2012 WAS GILT FÜR BESONDERS LANG VERSICHERTE? Auch wenn die Vorgaben eng gefasst sind, kann möglicherweise doch der eine oder andere von der jetzt neu eingeführten Rente für »besonders langjährig Versicherte« profitieren. Diese gibt es – ohne Abschläge – für die 65-Jährigen, die 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen (ohne Zeiten der Arbeitslosigkeit) oder Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung vorweisen können.

WAS ÄNDERT SICH MIT DER RENTE AB 67?

Foto: Dennis Börsch

Seit Januar können Arbeitnehmer nicht mehr mit 65 in die reguläre Altersrente gehen. Für die Jahrgänge 1947 bis 1963 wird die Regelaltersgrenze stufenweise angehoben – in diesem Jahr auf 65 plus einen Monat. 1952 Geborene können demnach erst mit 65 Jahren und sechs Monaten in Rente gehen. Am härtesten trifft es die Jüngeren. Ab Jahrgang 1964 gibt es die reguläre Altersrente ohne Abzüge in der Regel erst mit 67 Jahren.

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TIPPS Finanzen

Was ändert sich 2012 bei den Steuern? WAS VERBESSERT SICH BEI DER ABSETZBARKEIT VON KINDERBETREUUNGSKOSTEN?

WIE KANN ICH FRÜHZEITIG VON DEN NEUREGELUNGEN PROFITIEREN?

WAS ÄNDERT SICH BEIM PAUSCHBETRAG?

Von 2012 an können alle Familien mit Kindern unter 14 Jahren ihre Kosten steuerlich geltend machen. Bislang galten für Familien, in denen nur ein Partner erwerbstätig war, ungünstigere Regelungen. Es bleibt allerdings dabei: Das Finanzamt berücksichtigt pro Kind nur Kosten in Höhe von 6000 Euro – und davon können nur zwei Drittel, also 4000 Euro pro Kind von der Steuer abgesetzt werden. Wer drei Kinder unter 14 Jahren hat, kann damit also sein zu versteuerndes Einkommen um 12 000 Euro reduzieren. Aber: Nicht alle Kosten erkennt das Finanzamt an.

Mittels des »Antrag auf Lohnsteuerermäßigung« (erhältlich beim Finanzamt) werden bestimmte, sonst erst bei der Steuererklärung anerkannte Ausgaben schon in diesem Jahr als Frei­ beträge berücksichtigt. Voraussetzung: Mehr als 600 Euro absetzbare Ausgaben. Diese Grenze gilt für Ehepaare und Alleinstehende gleichermaßen. Einige Freibeträge – wie etwa die Pauschbeträge für Behinderte oder absetzbare Zahlungen für Mini-Jobs im eigenen Haushalt – werden allerdings auch berücksichtigt, wenn die 600-Euro-Grenze nicht erreicht wird. Werbungskosten werden dabei nur mitgerechnet, wenn sie den dafür vorgesehenen Freibetrag von 1000 Euro pro Jahr übersteigen, der ohnehin in die Steuertabellen eingearbeitet ist.

Er wurde – rückwirkend ab 2011 – von 920 auf 1000 Euro erhöht. Wer Werbungskosten bis 1000 Euro hat, braucht diese künftig deshalb nicht mehr nachzuweisen, denn dieser Betrag wird automatisch bei jedem Arbeitnehmer anerkannt. Dennoch lohnt es sich auch künftig, höhere Werbungskosten einzeln nachzuweisen.

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BEISPIEL: Kindergarten- und Hort-

gebühren, Ausgaben für eine Krabbel­ gruppe, eine Tagesmutter oder die Kinderbetreuung im eigenen Haushalt (etwa durch eine Mini-Jobberin) sind problemlos absetz­ bar. Kosten für ein Au-pair-Mädchen dage­ gen nur zur Hälfte. Nicht berücksichtigt werden »Aufwendungen für Unterricht ­ (zum Beispiel Schulgeld, Nachhilfe-, Fremd­ sprachenunterricht), die Vermittlung beson­ derer Fähigkeiten (zum Beispiel Musikun­ terricht, Computerkurse) oder sportliche und andere Freizeitbetätigungen (zum Beispiel Mitgliedschaft in Sport- und anderen Verei­ nen, Tennis-, Reitunterricht und so weiter)«. Wichtig zu wissen: Die Ausgaben werden laut Einkommensteuergesetz nur anerkannt, wenn der Steuerpflichtige für »die Aufwen­ dungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt ist«. Barzahlungen gegen Quittung zählen also nicht.

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BEISPIEL: 2012 haben Sie voraus­ sichtlich Werbungskosten in Höhe von 1680 Euro (Fahrtkosten plus Gewerk­ schaftsbeitrag). Daher können Sie genau 680 Euro (alles, was über den Pauschbetrag von 1000 Euro hinausgeht) per Antrag auf Lohnsteuerermäßigung geltend machen. Hinzukommen noch 2000 Euro Kinder-gar­ tengebühren (zwei Drittel der tatsächlichen Kosten). Damit können Sie 2012 insgesamt 2680 Euro steuerfrei stellen, wodurch – je nach Höhe Ihres Einkommens – etwa 500 bis 1000 Euro weniger an Lohnsteuer fällig sind.

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BEISPIEL: Berufsbedingte Ausgaben

wie Fahrt- und Übernachtungskosten, Dienstkleidung oder Fachliteratur sind häu­ fig weit höher als der Pauschbetrag. Das ist zum Beispiel ab einem täglichen Arbeitsweg von 16 Kilometern der Fall. Anerkannt wer­ den in diesem Fall 4,80 Euro pro Arbeitstag. Schon bei 210 Arbeitstagen ist die 1000-EuroMarke überschritten.


Neue Höchstgrenzen für die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge Arbeitnehmer können 2012 höhere Beträge steuer- und sozialversicherungsfrei auf ihren betrieblichen Altersvorsorgeverträgen ansparen. Grund: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt – und somit auch der mögliche Vorsorgebetrag. Generell gilt nämlich: Bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West bleiben steuer- und sozialabgabenfrei, wenn sie vom Arbeitgeber direkt in eine betriebliche Altersvorsorgung eingezahlt werden. Gut zu wissen: Die entsprechenden Werte gelten für die alten wie die neuen Bundesländer gleichermaßen. 2012 können also 224 Euro pro Monat und Arbeitnehmer (2688 Euro im Jahr) abgabefrei in die betriebliche Altersvorsorge fließen. Die Kehrseite der Medaille: Da dann niedrigere Beiträge in die Sozialversicherungen fließen, fallen auch die späteren gesetzlichen Renten etwas niedriger aus, ebenso – wie im Fall der Fälle – auch ein etwaiges Arbeitslosen- oder Krankengeld.

WAS GILT BEI DER ABSETZBARKEIT VON RENTENBEITRÄGEN?

Mehr Infos im Internet: www.igbce.de

Foto: Dennis Börsch

Ohne besonderen Nachweis berücksichtigen die Finanzämter die Beiträge, die Arbeitnehmer an die gesetzliche Rentenversicherung abführen. Von 1000 Euro Beiträgen, die als Arbeitnehmeranteil an die Rentenversicherung gehen, werden 480 Euro (48 Prozent) als steuermindernd anerkannt. Bis 2025 steigt der anrechenbare Beitragsanteil auf 100 Prozent der Einzahlungen an. Im Gegenzug wird auch die gesetzliche Rente von Rentnerjahrgang zu Rentnerjahrgang stärker besteuert. Wer 2012 in Rente geht, muss 64 Prozent seines Altersruhegelds versteuern. Für Neurentner im Jahre 2011 waren es noch 62 Prozent.  Rolf Winkel

Für gut verdienende Arbeitnehmer mit beträchtlicher Steuerbelastung ist wichtig: Zusätzlich können sie als betriebliche Vorsorgesparer bei Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds bis zu 1800 Euro steuerfrei einzahlen. Steuerfrei bleiben damit 2012 Einzahlungen in Höhe von insgesamt maximal 4488 Euro. Wer die Einzahlungen auf seinen betrieblichen Vorsorgevertrag erhöhen möchte, sollte sich unmittelbar an seinen Arbeitgeber beziehungsweise an das Personalbüro wenden. Beim Chemie-Pensionsfonds gibt es auch die Möglichkeit, »eine automatische Erhöhung entsprechend der Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze zu vereinbaren«. Das sei unkompliziert über den Arbeitgeber möglich, ist von dem auf Initiative der IG BCE und des Bundesarbeitgeberverbands Chemie gegründeten Fonds zu erfahren.

kompakt | Februar 2012 | 39


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Rätsel instandsetzbar, wiederherstellbar

alkoholhaltiges Getränk

Bürohilfsmittel 21. griech. Buchstabe

Adelstitel für den Freiherrn

eh.: Landpolizist seelischer Schmerz

ehemaliger Reitersoldat

Fragewort Verkehrsmittel

Papageien- kl. Schiff vogel ZweipolAristoröhre kratin

Kindertagesstätte

sagenhaftes Goldland Nachtvogel Anredefürwort nicht modeabhängig

Südosteuropäer Zuneigung empfinden

12

alter, beliebter Schlager

14

Nacktbader plötzlicher Einfall

1

unbestimmter Artikel digitale Leitung (Abk.)

innere Verbundenheit Dame (englisch) Windseite

schlangenförmiger Speisefisch

2

Initialen Dürers

Brauerei niederländische Käsesorte

Likörwein aus Spanien

6

3

Dt. Rotes Kreuz (Abk.) Rheinzufluss

in diesem Moment Buchüberschrift

Rückball b. Tennis z. Verzehr geeignet

nordfries. Insel Benennung

munter, lebhaft

witziger Frohsinn

Weltorganisation sauber, ordentlich Wuchs, Gestalt

Videocodesystem Kaminschwärze

chem. Z. f. Aluminium

berühmte Weinstadt in Portugal

Keimgut

Körperglied

13

einem Brief beiliegend Aktion, Handlung letzter Buchstabe

verbrauchte, übel riechende Luft Motorschiff (Abk.) TV-Sender (Abk.)

Sauerstoffform Schwanzlurch

5

Feldbahnwagen chem. Z. f. Beryllium

französ. Weichkäse chem. Z. f. Rhodium bequemer Schuh (ugs.)

Teil des Essbestecks

4

2

40 | kompakt | Februar 2012

10

anteilig unterstützende Tätigkeit

eintönig, langweilig

1

sehr kräftig, mächtig

jammervoller Zustand

Kopfschutz Temperaturmaß

Verdruss

3

Wandbrett

9

Nordosteuropäer Lichtbild (Kurzwort)

schmal

bleich, blass, farblos

Autokz. von Rostock kurz für: in das Postselbstempfänger röm. Gott altrömischer Kaiser, † 68

Abscheugefühl Zeitnot

Stammmutter eines Geschlechts frz. Autor † Gattung d. Birkengewächse

8

altperuan. Dynastie Staat in SO-Asien Fluss im Harz

Abk. für: Deziliter Prüfungsarbeit

entscheidender Handgriff, Kniff

Unsere Empfehlung gegen trübes Wetter und kalte Temperaturen: der Besuch des Musicals »Sister Act« in Hamburg. kompakt lädt zehn Rätselfreunde dazu ein und spendiert zusätzlich zu den zwei Eintrittskarten die Übernachtung in Hamburg sowie ein Abendessen für zwei Personen und den Transfer zum Musical. 40 weitere Gewinner können sich je über eine bunt gestaltete Espressotasse der Firma Rosenthal freuen. Rätseln Sie mit und machen Sie sich gute Laune.

7

harter Innenteil durch (lat.)

ringsum, im Umkreis (gehoben)

norddeutsch: Mädchen

Das macht Laune giftiges Liliengewächs

leichter Wind Name kl. Flüsse

15

langes, wallendes Haar

Autokz. von Düren krautige Pflanze

schaumige, Segeltau lockere KunstSüßspeise töpferei

bestimmtes Spiel beim Skat

Schwur Lebensbund Schreittanz

Sohn Jakobs im Alten Testament

Fluss durch Sankt Petersburg

11 Senkblei

Tier als deutsches Hoheitszeichen

Internat. Skiverband Futterpflanze

Rundfunkgerät Volk im Vord. Orient

4

5

6

7

1405651

8

9

10

11

12

13

14

15


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Glück & Glosse

Preisrätsel Im Preisrätsel wird in diesem Monat ein Ereignis gesucht, bei dem in Los Angeles die Filmbesten des Kinojahres 2011 ausgezeichnet werden. Bitte die Lösung auf eine Postkarte schreiben und einsenden an: kompakt-Redaktion, Postfach 39 45, 30039 Hannover oder per Mail an: kompakt.preisraetsel@igbce.de — bitte die Adresse mit angeben. Einsendeschluss ist der 16. Februar 2012 (Datum des Poststempels ist maßgebend). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Gewinner

Je ein Thermos-Glühwein-set erhalten: Joachim Sosnowky, Langewahl; Heribert Pfiffer, Großrosseln; Ingeborg Jankowski, Roetha; Friedhelm Neufeld, Vreden; Ursula Blohm, Brake; Siegfried Bauer, Berlin; Martin Bechold, Weiterstadt; Patrick Zerr, Erkenbrechtsweiler; Karl-Heinz Rominger, Balingen; Irma Schiele, Jena; Friedrich Nolte, Herne; Peter Liebig, Wuenschendorf; Waltraud Udelhoven, Witten; Manfred Kugler, Selbitz; Uwe Rimbach, Heringen; Heribert Dietzen, Lebach; Walter Fellinghauer, Wertheim; Marianne Glander, Kiel; Hans Mayerhofer, München; Ulrike Zinner, Nürnberg; Hans-Joachim Hilmer, Braunschweig; Hans-Dieter Schneiders, Düsseldorf; Gabriele Grochla, Ibbenbüren; Henriette Drees, Heinsberg; Sylvia Blanck, Rostock; Maria Wolf, Weiden; Dieter Hoffmann, Bad König; Wolfgang Schmidt, Wiesbaden; Karl-Heinz Stephan, Castrop-Rauxel; Götz Michael Weber, Cuxhaven; Helmut Link, Ingelheim; Harald Schmidt, Ludwigshafen; Ralf Karcher, Loffenau; Dieter Böhm, Dresden; Willi Wiesegart, Münchsmünster; Gabriele Mangold, Viersen; Horst Habermehl, Hohenroda; Saliha Yagmur, Neukirchen-Vluyn; Christel Lemm, Buxtehude; Simone Schleier, Schwetzingen. Lösung Januar 2012: Schaltjahr M U E F F F L B O G G M I S A P P U U L L B I A G E A R A D K E

A S B S T A A S S I C A C H B U O T T A T N G U E D J H I E R S T E M N U N A S A M S T R A I L I T G T H E E A L R L

S A A T I C K R O H K O O N U H H G N B E L E D I N E O F E N

G G A F E R A N V I H O E E R R I G N O T A

R O G E N

G E R T E

A U S L A G E

M A S D O L T N I A N D B E M F R I I F E R L E N A K R E I L

Z S I S T E A D L E G A U E R L E K A S

B A G R A S S R I E A L L A O N T S E

L E I T E N

A T L A S

B R E I

E X K O A L T B E T I S R E E I N E R A B A T S O T A R E N A T P M F Z A M A N E R N T T E

Werner Schulze-B. liebt diesen Tisch, weil er so sinnlich erfahrbar das Ringen um die Funktion verkörpert.

D

@Lappan-Verlag, Gerhard Glück

Cartoon

Bei der Verlosung der Preise unter den Einsendern richtiger Lösungen fielen die zehn Hauptgewinne – eine Nespresso-Kaffeemaschine mit Milchschäumer – an: Bernhard Karch, St. Augustin; Walter Weber, Hirschberg; Jan Tilge, Markt Schwaben; Peter Dünker, Marl; Holger Jäschke, Rostock; Uwe Voigtmann, Schöneck; Renate Teyfel, Hamburg; Roy Blochwitz, Unterbreizbach; Monika Laux, Eschbach; Marlene Schäfer, Himmelstadt.

Grimms Märchen

esign ist ein Trick, um Dinge, die nicht funktionieren, an Leute zu verkaufen, die sie sich nicht leisten können. Designersofas zum Beispiel sind Sex für die Augen, aber Gift für den Rücken. Design kommt vom lateinischen »designare« (abgrenzen, ernennen). Der designierte Minister wird mal einer sein. Genauso ist es mit Designermöbeln: wollen was Besonderes sein, sind aber noch nicht ausgereift. Wie bei Philipp Rösler. Umgekehrt sind Gebrauchsmöbel oft praktisch, aber schmucklos. Möbelgewordener Protestantismus. »Ivar« zum Beispiel, ein Klassiker des Krempelverstauwesens, seit Ingvar Kamprad mit dem Schlachtruf der schwedischen Möbelmafia auf den Lippen loszog, die Welt zu möblieren: »Regal! Irregal! Scheißregal!« Ivar steht seit 30 Jahren in jedem zweiten Wohnzimmer. Motto: Je

Kiefer, desto schiefer. Und das ist gut so. Denn »die einzigen Menschen, die Veränderungen mögen, sind Babys in nassen Windeln«, hat ein früherer SiemensChef mal gesagt. Sehr viele Menschen haben statt eines Gehirns eine gutmütig rumpelnde Dieselmaschine im Kopf. Die ächzt und knarrt, aber versieht fröhlich brummelnd ihren Dienst. Ich nenne sie »normale Menschen«. Ab und zu bleiben sie stehen und gießen sich einen Schluck Öl ins Ohr und dann wackeln sie weiter. Normale Menschen benötigen keine pornösen Glamoursofas. Bisschen »Tatort« und Kekse genügen uns im Leben. Ein Freund von mir besitzt eine Schäselonge aus rotem Leder, die ungefähr so aussieht wie Ailton in quer. Braucht kein Mensch. Zwei Stunden auf diesem Ding und Sie fühlen sich, als hätten Sie auf Dirk Bach übernachtet. Imre Grimm

Lösung: SCHALTJAHR

kompakt | Februar 2012 | 41


Mein Arbeitsplatz

Giesen, übernehmen Sie: Kraftwerker behalten immer den Überblick.

Foto: Carsten Büll

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Martin Giesen (46) ist Kraftwerker bei STEAG Power Saar GmbH im Kraftwerk Bexbach.

Keine Platzangst

»

Die Kohle wird bei uns mit vollautomatischen, computergesteuerten Schaufelradbaggern über Kohlebänder in eine Mühle transportiert, dort zu Kohlenstaub zermahlen und dieser dann in die Befeuerung geblasen. Die Asche ist ein begehrter Baustoff für die Betonindustrie. Mein Job ist

Als Steinkohlenkraftwerk verfeuern wir bis Juni 2012 noch Saarkohle, dann werden wir ausschließlich Kohle aus Übersee und Osteuropa importieren müssen, weil die saarländische Landesregierung den Ausstieg aus der heimischen Förderung beschlossen hat. Unsere Arbeitsplätze im größten saarländischen Kraft-

»Du musst dich auf deine Kollegen jederzeit verlassen können.« die komplette Überwachung aller Betriebsvorgänge in der Leitwarte und das An- und Abfahren der Anlage, wenn mal gerade kein Bedarf an unserem Strom ist. Oder ich kontrolliere als sogenannter ›Rundläufer‹ auf dem Betriebsgelände die Anlage, also den Maschinenbetrieb, Dampferzeugung, Rauchgasentschwefelung oder Wasseraufbereitung. 42 | kompakt | Februar 2012

werk mit einer Leistung von 780 Megawatt und dem 145 Meter hohen Kühlturm sind trotzdem sicher: Wir haben mit dem Stromversorger EnBW einen Liefervertrag bis mindestens 2018. Der Betrieb des Kraftwerkes ist sehr variabel – wir können es sehr schnell auf sehr wenig Leistung herunterfahren. Und wir sind als Mittellastkraftwerk bestens ge-

eignet, Belastungsspitzen – etwa zur Mittagszeit – auszugleichen. Bei der Revision alle zwei Jahre wird das Kraftwerk komplett stillgelegt. Dann müssen wir auch schon mal rein in die Brennkammer und mit Ultraschall die Wanddicke der Verdampferrohre prüfen. Das ist dann weniger angenehm und nichts für Leute mit Platzangst. Das Wichtigste in unserem Beruf außer Fachkenntnissen ist die Teamarbeit. Meine Kollegen sind alle in der IG BCE organisiert – auf die kann ich mich jederzeit verlassen.

«

Aufgezeichnet von Werner Staffen Geprüfter Kraftwerker ist eine bundesweit geregelte berufliche zweieinhalbjährige Weiterqualifikation nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Möglich ist auch eine dreijährige Ausbildung zum »Wärmestellengehilfen«.


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Ihr Reiseverlauf Tag Reiseverlauf/Schiffsroute 1 Passau, Einschiffung ab 14.30 Uhr Passage Schlögener Schlinge 2 Dürnstein (Österreich) Flussfahrt durch das Tullner Becken Wien-Nußdorf (Österreich) 3 Wien-Nußdorf (Österreich) 4 Sturovo (Slowakei) Budapest (Ungarn) 5 Budapest 6 Bratislava (Slowakei) 7 Emmersdorf (Österreich) Fahrt durch Nibelungen- und Strudengau – Grein 8 Passau, Ausschiffung bis ca. 10.00 Uhr

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