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Nr. 11 I NOVEMBER 2010 www.igbce.de

VOR ORT Der Mobilfunkanbieter O2 will 1100 Stellen abbauen — die IG BCE protestiert TENDENZEN Was ein deutsch-türkischer Betriebsrat von der Integrationsdebatte hält TIPPS Warum in Arbeitszeugnissen nicht immer die Wahrheit steht

kompakt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Hier folgt der Titel für Oktober 2010

Bis nichts mehr geht Die Arbeitswelt fordert viel von den Menschen. Oft mehr, als sie leisten können.


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UNTER UNS

Zwischen Basta und Blockade Foto: Dennis Börsch

V

CHRISTIAN HÜLSMEIER

Chefredakteur

ielleicht geht es Ihnen ähnlich: Was sich derzeit rund um den Stuttgarter Bahnhof abspielt, hinterlässt ein eher ungutes Gefühl. Das Fernsehen zeigt uns Bürgerinnen und Bürger, die erstaunlich beharrlich, aber auch erschreckend unversöhnlich gegen ein Projekt zu Felde ziehen, das doch einer leistungsfähigeren Infrastruktur dienen soll. Man sieht die Befürworter mühevoll um Worte der Rechtfertigung ringen, offenbar komplett überfordert und gänzlich überrascht ob des Widerstands gegen eine Investition, die seit Jahren diskutiert ist und alle rechtlichen und demokratischen Hürden genommen hat. ALS AUSSENSTEHENDER fragt man sich: Was ist da schiefgelaufen? Es mag

viel dafür sprechen, den Stuttgarter Bahnhof unter die Erde zu bringen. Es mag auch viel dafür sprechen, dieses Projekt besser zu beerdigen. Natürlich bildet man sich eine Meinung. Doch Zweifel bleiben. Muss es nicht Berücksichtigung finden, wenn sich so viele Menschen so vehement gegen dieses Projekt wehren? Andererseits: Wieso werden überall Großinvestitionen blockiert, gefährdet das nicht Wachstum und Wohlstand? STUTTGART 21 ist kein Thema, das die IG

BCE direkt angeht. Deshalb findet es sich nicht in dieser Ausgabe von kompakt. Aber in Gewerkschaft und Gesellschaft werden wir darüber reden müssen: Was sind Investitionsfelder für eine gute Zukunft? Und wie organisieren wir Entscheidungen jenseits von Basta und Blockade? Vielleicht gibt der Schlichtungsversuch in Stuttgart darüber bereits Auskunft. So oder so: In den nächsten Ausgaben wird kompakt die industrielle und politische Akzeptanzkrise des Landes mit Beiträgen aus unseren Branchen thematisieren. christian.huelsmeier@igbce.de Foto: Johannes Simon/dapd

kompakt | November 2010 | 3

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11

VOR ORT

21–29

Standpunkt Michael Vassiliadis über missbräuchliche Leiharbeit.

TITEL

12

Bis nichts mehr geht Immer mehr Menschen leiden an seelischen Erkrankungen und suchen vergeblich Hilfe.

Elektrisiert kompakt-Leser fährt Elektroauto zur Probe.

THEMEN

16

Bitterer Boom Armutslöhne sind für viele Menschen traurige Realität.

18

Das Gesetz einhalten Mehr als 10 000 Bergleute fordern von der deutschen und der europäischen Politik die Einhaltung des Kohlekompromisses.

O2 can’t do: Wie die Axt im Walde Die Geschäftsleitung des Telekommunikationsunternehmens ist mit der Arbeit ihrer Belegschaft zufrieden. Dennoch sollen 1100 Beschäftigte entlassen werden.

TENDENZEN

31

Sitzen geblieben Vollmundig kündigte die Kanzlerin eine »Bildungsrepublik« an. kompakt hat recherchiert, wie es um diese Republik bestellt ist.

34 Deutschland und seine Ausländer Landauf, landab wird die Integration von Ausländern diskutiert. kompakt interviewte einen türkischstämmigen Deutschen.

TIPPS

36 . . . hat sich redlich bemüht . . . Arbeitszeugnisse sind nicht einfach zu lesen. kompakt erklärt, was Formulierungen bedeuten können.

Hautnah Ob Bezug für das heimische Sofa oder den rassigen Sportflitzer – Leder-Heller stellt exklusive Leder her. kompakt hat das Unternehmen in Hehlen besucht.

38 Wenn alles zu viel wird Was man gegen Überanstrengungen und Stress tun kann.

IMMER IM HEFT

03 06 08 20 30 40 41 42 4 | kompakt | November 2010

Unter uns Aktuelles Heims Homepage Leserforum/Impressum Einer von uns* Rätsel Glück & Glosse Mein Arbeitsplatz

* Der Landesbezirk Westfalen berichtet auf dieser Seite über Jubilarehrungen


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INHALT NOVEMBER 2010

34

36

Volksdebatte Integration

Formulierungsfalle Arbeitszeugnis

06

Wie stehts um die »Bildungsrepublik«?

Auge fürs Detail

31

42

Titelbild: Dennis Börsch; Gestaltung: Karma // Kommunikations_Design

Gerettet aus der Tiefe

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BILDER DES MONATS

Der Dunkelheit entkommen

Fotos: Hugo Infante/dpa, Retuers

ES WAR DIE LÄNGSTE SCHICHT seines Lebens, die Luis Urzúa am 14. Oktober um 02:55 Uhr bei Chiles Präsident Piñera abmeldete. Der Schichtleiter fuhr am 5. August mit den 32 Bergleuten hinab, als der Stollen einstürzte. Plötzlich hing das Überleben der Männer von seinen Entscheidungen ab. Er rationierte die wenigen Vorräte, versuchte, das bange Warten unter Tage erträglich zu machen. Am 13. Oktober wurden sie endlich befreit – um 05:10 Uhr deutscher Zeit kam der erste Bergmann zurück über Tage. 22 Stunden später stieg Luis Urzúa als Letzter aus der schmalen Kapsel. Die Rettung der Bergleute ist das Ereignis des Jahres – die Bilder berührten Millionen Menschen weltweit. Ein Grund für uns, dem Thema Grubensicherheit zwei Sonderseiten zu widmen.

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AKTUELLES

ZAHL DES MONATS

12 000 JAHR FÜR JAHR werden Bergwerke weltweit zum Grab für

die Arbeiter. 12 000 Bergleute sterben nach Schätzungen der Internationalen Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbauund Fabrikarbeitergewerkschaften (ICEM) jährlich bei Grubenunglücken. Schuld daran sind oft mangelhafte Ausrüstung und gravierende Sicherheitsmängel. Die meisten Bergbau-Unglücke gibt es in Fernost. Experten gehen von jährlich bis zu 10 000 Unfällen in chinesischen Bergwerken aus. Doch auch in der Türkei, Kolumbien, Südafrika und den USA kamen in den vergangenen zehn Monaten insgesamt mehr als hundert Bergleute ums Leben.

Kein Happy End

Foto: dpa-Report

FÜR 37 CHINESISCHE BERGLEUTE kam jede Hilfe zu spät.

Sie konnten nur noch tot zurück ans Tageslicht gebracht werden. Wenige Tage nachdem die Welt die spektakuläre Rettung der chilenischen Bergleute feierte, ereignete sich in China ein neues Unglück. In einer Kohlegrube in der Provinz Henan kam es am 16. Oktober zu einer Grubengasexplosion. 239 Arbeiter konnten sich in Sicherheit bringen, 37 kamen ums Leben. Bereits vor zwei Jahren hatte es einen Unfall mit 23 Toten in derselben Mine gegeben – auch damals verursacht durch eine Gasexplosion. Das jüngste Beispiel verweist auf eine traurige Bilanz: Gefährliche Arbeit: Zeche in China. Nirgendwo in der Welt leben Bergleute so gefährlich wie in China. 2009 verunglückten mehr als 2600. Von rund 20 000 Zechen hat China in diesem Jahr bereits 1300 gefährliche, teils illegale geschlossen, 200 weitere sollen folgen. Zwar hat das Land in den vergangenen Jahren die Sicherheitsvorschriften verschärft – doch sie werden häufig missachtet. Erst im Oktober kündigte die Regierung an, dass Minenbesitzer die Begleute unter Tage begleiten müssen, sonst drohen emfindliche Strafen.

3

Fragen an Manfred Warda Der Generalsekretär der ICEM (Internationale Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften) über die Sicherheit unter Tage Wie bewerten Sie die geglückte Rettungsaktion für die Bergleute in Chile? Wir freuen uns natürlich sehr über die glückliche Rettung unserer 33 chilenischen Kollegen und haben allen an ihrer Rettung Beteiligten gratuliert. Die eindrucksvolle internationale Hilfe und Zusammenarbeit haben maßgeblich zu diesem glücklichen Ausgang des Grubenunglücks beigetragen. Aber diese unsägliche Hängepartie auf Leben und Tod wäre vermeidbar gewesen. Das möchte ich ausdrücklich betonen. Was muss Ihrer Einschätzung nach jetzt in Chile geschehen, damit sich ein solches Unglück nicht wiederholt? Was wären die wichtigsten Schritte? Ich habe dem chilenischen Staatspräsidenten Sebastián Piñera zur Rettung der Bergleute gratuliert. Zugleich habe ich ihn aufgefordert, nun alle Anstrengungen zu unternehmen, die bestehenden Bergwerks-Gesetze Chiles zu modernisieren; ebenso wie die Gesetze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Denn sie stammen größtenteils noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur und sind völlig veraltet. In China und anderswo sterben jedes Jahr Tausende Bergleute. Was sollte in anderen bergbautreibenden Nationen passieren? Es kommt darauf an, diese historische Chance zu nutzen. Grubensicherheit und Arbeitsbedingungen von Bergleuten müssen weltweit entscheidend verbessert werden. Eine geeignete Lehre aus dem glücklich ausgegangenen Unglück von Chile wäre es deshalb, jetzt mit Nachdruck die entsprechende Gesetzgebung zur Stärkung der Gewerkschaften zufördern und die Ratifizierung der ILO-Konvention 176 voranzutreiben. Die ICEM ruft dazu schon seit Langem auf. Es ist Zeit, dass endlich etwas passiert.

Mailen Sie uns Ihre Meinung: kompakt@igbce.de

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HEIMS HOMEPAGE Foto: Michael Cintula

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ONLINE

Journalismus Premiumklasse

GESCHICHTE

Bunt gemixt

KULTUR

Klassisch und inspirierend

USA-NOTIZEN

Die Frau, die keine Pause kennt

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RUDOLF HEIM

IG-BCE-Online-Redakteur | www.igbce.de präsentiert interessante, manchmal auch ärgerliche Seiten aus dem Web E-Mail: internetredaktion@igbce.de

Carta wurde 2009 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Die Begründung bildet die beste Beschreibung des Autorenblogs: » ›Carta‹ bietet professionellen und originären Online-Journalismus, der nicht aus einem Haus der alten Medien stammt. Inhaltliche Schwerpunkte sind politische, wirtschaftliche und Medienthemen.« http://carta.info/

Der GeschichtsPuls versteht sich als historisch orientiertes BlogMagazin. Man könnte auch sagen: ein Kessel Buntes für Geschichtsinteressierte. Im Mittelpunkt: die deutsche Geschichte ab 1800. Neueste Forschungsergebnisse, interessante Veröffentlichungen und Veranstaltungen. Ohne Frage: ein Projekt mit Herzblut. http://geschichtspuls.de/

So klingt Hamburg? »Millionen Talente I Drei Bühnen I Ein Komponist: Sie«, lautet der Slogan der Website. Ich mache den Praxistest. Wähle die Landungsbrücken als eine der Bühnen aus – das Live-Bild der Webcam erscheint. Jetzt kann ich die Straße mit den Symbolen für Schlagzeug bestücken – und den Klängen lauschen. Klasse! http://www.sounds-of-hamburg.de/

Margot Käßmann bloggt aus Übersee. Und das gar nicht mal schlecht. So erzählt sie von Nashville, Tennessee, der Stadt, die ohne Musik nicht denkbar ist: »25 000 Songwriter leben hier.« Und, so lernen wir, hier steht die »größte Bibeldruckerei der Welt«. Außerdem »sei Nashville die erste Stadt, in der Prostitution legalisiert wurde«. http://bit.ly/cig5lk


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IG BCE / 11.2010

Name, Vorname


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AKTUELLES

Die Arbeitswelt im Sucher DER KURZE MOMENT am Tag vor

Fast 24 Jahre später hängt das Bild bescheiden klein und gerahmt am fast selben Ort. Es gehört zu den 400 Fotografien der Ausstellung »Alles wieder anders« und erinnert bis zum 16. Februar 2011 im Ruhr Museum in der alten Kohlenwäsche der Zeche an den Strukturwandel. Die Fotos zeigen auch einen Basketballplatz neben der Autobahn, eine Laube im Schrebergarten, aber vor allem die Bewohner des Ruhrgebiets. Ein Interview mit dem Fotografen Manfred Vollmer und eine Bildergalerie zur Ausstellung finden Sie auf www.igbce.de

Foto: Manfred Vollmer

Heiligabend 1986 ist ein Medienereignis: Auf der Essener Zeche Zollverein – ehemals Europas größte Kohleförderung, heute Baudenkmal und UN-Weltkulturerbe – beschließen die Bergleute ihre letzte reguläre Schicht. Fotograf Manfred Vollmer ist dabei. Sein Foto vom letzten Produktionstag auf Zollverein ist ein eindrucksvolles und einfühlsames Schwarz-Weiß-Dokument. Anders als seine Kollegen, die den Kumpels ins Gesicht blitzen, wählt er eine andere, im doppelten Sinne rücksichtsvollere Perspektive.

Letzte Schicht auf Zollverein: Die Bergleute verlassen ihren Arbeitsort ruhig und gefasst in Richtung Kaue. Sie wollen am Ende des letzten Arbeitstages unter sich sein.

Aktuelles von der IG BCE EXKLUSIV für aktive Mitglieder bietet

der Newsletter »IG BCE aktuell« elektronisch Informationen und Hintergründe – ausgerichtet an den Bedürfnissen von Betriebsräten und Vertrauensleuten. Mit diesem Angebot stärkt die IG BCE die gewerkschaftliche Arbeit im Betrieb und vor Ort. Künftig wird »IG BCE aktuell« mindestens einmal monatlich zu wichtigen Themen Argumentations- und Arbeitshilfen liefern. Der Schwerpunkt der ersten Ausgaben liegt auf den DGB-Herbstaktivitäten. »IG BCE aktuell« gibt es als PDF-Datei sowie als E-Book. Artikel und Grafiken können ausgedruckt, verteilt oder in Publikationen vor Ort verwendet werden. Anmelden geht ganz einfach und ist kostenlos: http://bit.ly/a8vPp5 10 | kompakt | November 2010

DAMALS...1989

> Krank durch Arbeit »Immer mehr Männer und Frauen machen schlapp, bevor sie das Rentenalter erreichen«, berichtete die Gewerkschaftszeitung »Lederecho« im Mai 1989. Rund 190 000 Beschäftigte bezogen demnach eine Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Schuld an dieser großen Zahl waren aber nicht amtlich anerkannte Berufskrankheiten, verursacht etwa durch Lärm oder Asbest; stattdessen klagten immer mehr Arbeitnehmer über Herz- und Kreislaufprobleme. »Automatisierung der Produktion und Computer«, so berichtete die Zeitschrift der Gewerkschaft Leder, »erzwingen ein immer höheres Arbeitstempo.« Akkord-Hetze und Stress im Büro verlangten den Beschäftigten im Arbeitsalltag mehr und mehr ab. Der DGB forderte deshalb, Krankheiten wie Herz- und Kreislaufstörungen, verursacht durch Stress im Betrieb, in die Liste der anerkannten Berufskrankheiten aufzunehmen. Seit 1989 hat sich vieles getan, doch auch heute noch ist Stress die größte Ursache für körperliche Probleme. Die Zahl der psychischen Krankheiten hat dramatisch zugenommen. Vielen Arbeitnehmern wird mehr abverlangt als sie leisten können. Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen kompakt-Titelgeschichte ab Seite 12.


STANDPUNKT

Gleiches Geld für gleiche Arbeit Foto: Martin Schlüter

»Missbräuchliche Leiharbeit ist nichts anderes als eine neue Form von Hire and Fire.«

M

itten im Aufschwung entwickelt sich die Leiharbeit erneut zu einem erstrangigen Problem in unserem Land. Mehr denn je decken Unternehmen den steigenden Bedarf an Arbeitskräften, indem sie Menschen nicht etwa einen regulären Job anbieten, sondern über einen Verleiher anwerben. Mit der ursprünglichen Funktion der Leiharbeit, nämlich kurzfristig und flexibel Auftragsspitzen zu bewältigen, hat das nur noch wenig zu tun. Stattdessen wird unternehmerisches Risiko massiv auf die Beschäftigten verlagert. In der Tendenz führen die Unternehmen mit ausufernder Leiharbeit das Prinzip »Heuern und Feuern« auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein.

ZUR SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT passt

das nicht. Und der zunehmende Fachkräftemangel wird so auch nicht behoben. Unsichere und schlecht bezahlte Arbeit ist keine Perspektive. Wir brauchen Tarifverträge und grundlegende soziale Standards, die von allen zu beachten sind. Beschäftigte in Leiharbeit

sind regelmäßig schlechter bezahlt, sie arbeiten und leben in fortwährender Ungewissheit. Gleichzeitig werden diejenigen unter Druck gesetzt, die – noch – zu besseren, sicheren Bedingungen im Betrieb beschäftigt sind. Am Ende gerät alles ins Rutschen, was wir gemeinsam an sozialem und gesellschaftlichem Fortschritt erreicht haben. DEN MISSBRAUCH der Leiharbeit werden wir deshalb zum Thema machen. Vom Gesetzgeber verlangen wir, das Prinzip »Gleiches Geld für gleiche Arbeit« festzuschreiben. Von unseren Arbeitgebern verlangen wir, dem Grundsatz der Sozialpartnerschaft auch in Sachen Leiharbeit treu zu bleiben und sie nur für notwendige Flexibilität und nicht zur Lohnsenkung zu nutzen. Nur mit guter Arbeit in guten Unternehmen gibt es eine gute Zukunft – für uns alle und für unser Land.

MICHAEL VASSILIADIS

Vorsitzender der IG BCE vorsitzender@igbce.de kompakt | November 2010 | 11

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TITEL Psychische Erkrankungen

Nur noch leer Seelische Krankheiten sind trotz zahlreicher prominenter Fälle in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Doch Wegschauen hilft niemanden. Das müssen endlich auch die Unternehmen erkennen.

Fotos (2): Dennis Börsch

E Hilfe zur Selbsthilfe als Teil der Therapie: Seit zehn Jahren leitet Christian Harig in Hannover den Verein Psychiatrie-Erfahrener und hilft anderen Erkrankten.

12 | kompakt | November 2010

r war Mitte Dreißig, als Christian Harig das erste Mal in eine psychiatrische Klinik kam. Diagnose: Depressionen mit manischer Auslenkung. Heute weiß der schmale Mann mit den kurzen weißen Haaren, warum er damals zusammenbrach. Es war einfach alles zu viel. Privat hatte er Probleme, besonders aber machte ihm sein Arbeitsplatz zu schaffen. In Osterode am Harz leitete der diplomierte Sozialwirt ein Jugendzentrum. »Die Bedingungen waren katastrophal«, sagt der 58-Jährige heute, »ich hatte keine Zweitkraft, keine Vertretung und habe jede Menge Überstunden gemacht.« Am meisten belastete ihn jedoch, dass seine Kollegen viele seiner Ideen ins Leere laufen ließen. »Hätte es

Konflikte gegeben, wäre das für mich in Ordnung gewesen. Keine Reaktion zu bekommen, war unerträglich.« Die Belastung wurde zu groß. Irgendwann aß Christian Harig kaum noch, er konnte nicht mehr richtig schlafen, sich nicht mehr konzentrieren. Und er litt an Atemnot. Als er den Zusammenbruch erlitt, war er bereits monatelang krank geschrieben. Bei Geschichten wie dieser setzen bei Außenstehenden schnell Reflexe ein wie: »Da muss man eben mal durch« oder »Besser gestresst als arbeitslos«. Den Menschen wird man damit aber kaum gerecht. Be- und Überlastung sind für immer mehr Beschäftigte in Deutschland Alltag. Im vergangenen Jahr waren laut Erhebung des Wissenschaftlichen


Und hinter der Scheibe keine Welt: Wer an Depressionen leidet, wird oft von Freunden und Kollegen gemieden.

Instituts der AOK (Wido) seelische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen mit etwa acht Prozent der vierthäufigste Anlass für eine Krankschreibung. In den letzten zwölf Jahren ist die Zahl damit um fast 80 Prozent gestiegen. Einen Grund für diese epidemische Entwicklung sieht das Wido in den Veränderungen der Arbeitswelt. »Die Bedingungen haben sich massiv verschlechtert«, bestätigt Yasmin Fahimi, die bei der IG BCE das Projekt »Gute Arbeit« leitet. Zeit- und Leistungsanforderungen seien enorm gestiegen, unsichere Beschäftigungsverhältnisse wie befristete und Teilzeitverträge nähmen zu, die Angst vor Arbeitslosigkeit sei weit verbreitet. Oft fehle auch die Wertschät-

Extremfall France Télécom Beim Telekommunikationsunternehmen France Télécom haben sich seit 2008 mehr als 30 Angestellte das Leben genommen. Die Gewerkschaften machen dafür unter anderem die Arbeitsbedingungen und den Konzernumbau verantwortlich. Arbeitsmediziner und Psychiater beklagten schon lange ein »Klima von Angst und Stress«. In den vergangenen Jahren wurden zudem 22 000 Stellen abgebaut und 7000 Mitarbeiter versetzt. Die Konzernspitze um Didier Lombard ist mittlerweile abgelöst. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete im April ein Untersuchungsverfahren gegen das Unternehmen ein.

zung. Hinzu komme, dass viele Berufstätige Angehörige pflegen müssen oder alleinerziehend sind. »Wenn man sich das vor Augen führt«, sagt Fahimi, »ist die Belastung ganz extrem.« Einige können dem Druck nicht mehr standhalten, andere versuchen, die Zähne zusammenzubeißen. »Solange man noch nicht tot im Bett liegt, schleppt man sich unter allen Bedingungen zur Arbeit«, sagt Fahimi. Laut dem DGB-Index »Gute Arbeit« geben 78 Prozent der Beschäftigten an, dass sie mindestens einmal im Jahr zur Arbeit gehen, obwohl sie sich richtig krank fühlen. Jeder Zweite tut dies sogar mehrmals. Und genau so viele Arbeitnehmer lassen sich mindestens einmal pro Jahr Medikamente verscheiben, um fit für die Arbeit zu  kompakt | November 2010 | 13


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TITEL Psychische Erkrankungen

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Fragen an Dr. Kai Kahl Der geschäftsführende Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zu seelischen Erkrankungen

Wie verhalten sich Menschen, die überlastet sind? Bei Männern zeigen sich Probleme etwa durch verstärkte Reizbarkeit und Zynismus. Ein weiterer Hinweis kann der sogenannte Präsentismus sein: Jemand ist zwar am Arbeitsplatz, hat aber etwas ganz anderes im Kopf und chattet beispielweise den ganzen Tag im Internet. Oft sind es diese unspezifischen Dinge, hinter denen man einfach einen schlechten Tag vermutet.

Wie kann man einer Erkrankung vorbeugen? Es ist wichtig, den eigenen Lebensstil zu ändern. Viele glauben, dass Fernsehen und ein Glas Rotwein am Abend entspannend sind. Für das Gehirn ist beides Stress und verhindert erholsamen Schlaf. Dann spielt das Umfeld eine große Rolle, dass die Familie gut funktioniert. Die meisten Patienten leiden auch unter einem chronischen Beziehungskonflikt. Außerdem sind die Unternehmen gefragt, beispielsweise durch Betriebskindergärten Entlastung zu schaffen. Warum sind seelische Erkrankungen heute Hauptgrund für Frühverrentungen? Das Problem ist die Stigmatisierung. Viele Patienten lassen sich zu spät behandeln. Zwischen ersten Symptomen und Arztbesuch liegen im Schnitt fünf bis acht Jahre.

14 | kompakt | November 2010

sein. Viele fühlen sich oft müde und matt (58 Prozent), haben Kopfschmerzen (44 Prozent), sind nervös und reizbar (39 Prozent) oder niedergeschlagen (29 Prozent). Die meisten leiden still. Körperliche Erkrankungen wie Bandscheibenvorfall oder Grippe sind bei Kollegen und Vorgesetzten akzeptiert. Seelische Leiden wie Erschöpfungszustände oder Depressionen nicht. Da heißt es schnell: »Der war ja schon immer labil« oder »Na, ob die noch mal die Kurve kriegt?«. Der Druck der Verhältnisse ist manchmal so extrem, dass Betroffene unter allen Umständen vermeiden wollen, »entdeckt« zu werden. Nationaltorwart Robert Enke wollte sein Geheimnis lieber mit ins Grab nehmen, als über seine schweren Depressionen offen zu sprechen. Er hatte Angst, alles zu verlieren, was ihm wichtig war – seine Adoptivtocher Leila, seinen Sport. Sein Kollege Sebastian Deisler hatte sich einige Jahre zuvor den Medien gestellt und wurde für seine Offenheit verspottet: »Einige haben mich hinter vorgehaltener Hand ›die Deislerin‹ genannt. Die konnten mich nicht mehr ertragen«, sagte der Ex-Profispieler später. Deisler zog sich aus dem Fußball zurück. Auch Christian Harig litt unter der Zurückweisung seiner Mitmenschen. Als er aus der Klinik kam, mieden ihn die Nachbarn. 1997 trennte sich seine Frau von ihm, seine beiden Söhne hat er seither nicht mehr gesehen. »Meine Kollegen fragten mich nie, wie es mir geht«, sagt Harig. »Es war ein Spießrutenlauf der Nichtbeachtung.« Mehrfach wechselte er den Job, erlitt weitere Zusammenbrüche. Wäre bei ihm ein Burn-out diagnostiziert worden, es wäre vielleicht anders gelaufen. Obwohl sich Symptome wie Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit und Atemnot mit denen einer Depression decken und keine klare Definition für das »Ausgebranntsein« vorliegt, gilt ein Burn-out immer noch als Zei-

chen von echtem Engagement. Selbst Topmanager tragen es wie eine Trophäe vor sich her. »Damit muss man brechen«, sagt IGBCE-Gewerkschaftssekretärin Yasmin Fahimi. »Es kann nicht sein, dass diejenigen, die eigentlich vernünftig sind, in Rechtfertigungszwang kommen.« In deutschen Unternehmen laufe bereits im Ansatz vieles falsch, angefangen beim Problembewusstsein. »Viele Arbeitgeber glauben, kurzfristig mehr Leistung und Innovation durch Druck zu erreichen«, sagt Fahimi. Was dies aber für die Beschäftigten bedeute, nähmen sie nicht ernst. Auch befristete Beschäftigungen und Leiharbeit setzen immer mehr und immer jüngere Menschen unter Druck. Nicht zuletzt deshalb setzt sich die IG BCE in ihrer Kampagne »Jetzt gehts um uns!« für bessere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt ein. Dass es auch Unternehmen gibt, die mit dem Thema Belastung und psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz vorbildlich umgehen, beweist E.ON Energie. Vor vier Jahren hat der Vorstand beschlossen, ein systematisches Gesundheitsmanagement aufzubauen. Es gab bereits Kampagnen zu Rückenproblemen, Darmkrebs, Diabetes und eben auch psychischen Belastungen. Für Letztere wurde der Münchener Stromversorger 2009 mit einem Sonderpreis des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet.

»Bei Managern gilt Burn-out viel zu oft als Auszeichnung« »Gesundheit im Unternehmen ist keine Privatsache, sondern ein Miteinander«, sagt Dr. Uwe Nickel, Gesundheitsmanager bei E.ON Energie. Deshalb wurden unter anderem Betriebsräte und Führungskräfte in Workshops für das Thema sensibilisert, Betriebsärzte und Schwerbehindertenvertreter geschult, die Gesundheitszirkel um den Bereich Betriebsklima ergänzt. »Die Belegschaft


haben wir über Intranet, Ausstellungen und Aktionstage zu dem Thema informiert«, sagt Nickel. Beschäftigte konnten ihre persönliche Belastung analysieren, in Schnupperkursen Beratungs- und Hilfsangebote kennenlernen, erhielten Hintergrundinformationen und Ratschläge. »Unsere Strategie lautet von der Kampagne über Projekte zu Prozessen zur Kultur«, erklärt der Gesundheitsmanager. Psychischen Leiden der Angestellten vorzubeugen dürfte allein aus ökonomischen Gründen im Interesse der Unternehmen sein. Denn die Fehlzeit liegt mit 22,6 Tagen höher als bei anderen Erkrankungen. Laut Bundesgesundheits-

ministerium zieht das jährlich Produktionsausfälle in Höhe von vier Milliarden Euro nach sich. Frühverrentungen, deren häufigste Ursache laut Wido mittlerweile psychische Leiden sind, schlagen sogar mit knapp 27 Milliarden zu Buche.

»Die meisten leiden still.« Christian Harig gehört nicht zu denen, die frühzeitig aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Seit mittlerweile zehn Jahren leitet er den Verein PsychiatrieErfahrener in Hannover und unterstützt andere Erkrankte. Dazu gehören Selbsthilfegruppen, die Vertretung des Verbandes in verschiedenen Fachausschüssen

und Beratungen zu Arbeitsrecht und Wiedereingliederung. Auch gewerkschaftlich engagiert sich das IG-BCEMitglied, hält Vorträge zum Thema »Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz«. Im Rückblick auf sein früheres Leben sagt er: »Ich musste lernen, mich nicht mehr in meine Arbeit und Ideen hineinzusteigern. Ich habe mich für meine Ideale oft ausnutzen lassen und konnte teilweise nicht sehen, was ich bereits erreicht hatte.« Yasmin Karg Tipps für Ausgebrannte gibt es im Ratgeber ab Seite 38. Übrigens: Die IG BCE bietet Seminare für Betriebsräte zum Thema »Psychische Belastungen – Stress und Konflikte erkennen und bewältigen« an. Mehr dazu auf www.igbce-bws.de

Foto: Patrick Seeger

Foto: Peter Steffen

Foto: picture alliance

Foto: rtn, ulrike blitzner

Krank an der Seele: Prominente Beispiele

Robert Enke: Depressionen

Tim Mälzer: Burn-out

Miriam Meckel: Burn-out

Sebastian Deisler: Depressionen

Der Selbstmord des National- und Hannover-96Torwarts erschütterte am 10. November vergangenen Jahres ganz Deutschland. Nur einen Tag später gaben seine Frau Teresa und sein Arzt bekannt, dass er seit 2003 immer wieder an Depressionen litt. Der 32-Jährige hatte seine Krankheit geheim halten wollen, um sein Privatleben zu schützen und seine Karriere als Fußballprofi nicht zu gefährden.

Zahllose Fernsehauftritte, ein eigenes Restaurant und das Schreiben von Büchern führten bei dem Koch 2006 zu einem Burn-out. »Ich war komplett überarbeitet«, sagte der 41-Jährige in einem Interview. Er habe sich gefühlt, als habe man ihm »die Stromkabel durchgeschnitten«. In einem Schweizer Sanatorium lernte der bekannte Fernsehkoch schließlich, sein Leben zu entschleunigen.

Die 43-jährige Kommunikationswissenschaftlerin lebte jahrelang auf der Überholspur. Mit 31 war sie die jüngste Professorin Deutschlands, dann Regierungssprecherin von Wolfgang Clement in Nordrhein-Westfalen. 2005 wurde sie an die Universität St. Gallen berufen. Dann kam der Burn-out, sie ging in eine Klinik, schrieb ihre Geschichte in dem Buch »Brief an mein Leben« auf. Heute sagt sie: »Ich habe mich selbst überfordert, permanent.«

Der 30-Jährige galt einst als größtes deutsches Fußballtalent. Vor drei Jahren beendete er seine Karriere. Verletzungen und besonders Depressionen hatten ihm damals schwer zu schaffen gemacht. »Für die anderen war ich ein Star – aber ich habe mich gefühlt wie eine Glühbirne, die einsam von der Decke hängt. Nackt«, sagte er der »Zeit«. Auch Deisler hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben: »Zurück ins Leben«.

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THEMEN LEIHARBEIT

Bitterer Boom ARBEIT ZU ARMUTSLÖHNEN – für viele Menschen eine traurige Realität. Soziale und tarifliche

P

rekär leitet sich ab von dem französischen Wort précaire und bedeutet »auf Bitten gewährt«, »widerruflich«, »unsicher« oder »misslich«. Prekäre Beschäftigung ist vor allem unsichere Beschäftigung. Es gibt keine verbindliche Definition, wohl aber eine Reihe von Merkmalen, die prekäre Beschäftigung kennzeichnet. Prekarier haben keinen unbefristeten Arbeitsvertrag, schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne als Beschäftigte in Normalarbeitsverhältnissen. Wichtige Arbeitnehmerrechte – beispielsweise Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Mitbestimmung – stehen nur auf dem Papier oder gelten allenfalls eingeschränkt. Außerdem gibt es enorme Lücken im Sozialversicherungsschutz (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Rente). Prekäre Beschäftigung ist das Gegenteil von guter Arbeit.

Foto: Gerd Altmann, Noah Golan/Fotolia, Fotomotage BWH

Wie hat sich prekäre Beschäftigung entwickelt?

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Prekäre Beschäftigung hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Nur noch rund 65 Prozent der Arbeitnehmer stehen in einem Normalarbeitsverhältnis. Fast jede zweite Neueinstellung erfolgt befristet. Das Spektrum prekärer Beschäftigung ist weit gefächert: Aushilfsbeschäftigung, Saisonarbeit, Scheinselbstständigkeit oder freie Mitarbeit. Die häufigsten Formen sind geringfügige Beschäftigung und Leiharbeit.

Auf welcher gesetzlichen Grundlage steht Leiharbeit? Im Zuge der Hartz-Gesetzgebung wurde auch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) novelliert. Der Arbeitsmarkt sollte flexibler werden; die Unternehmen die Möglichkeit erhalten, Auftragsspitzen zu brechen und schnell auf unvorhersehbare Personalausfälle reagieren zu können. Zugleich wollte der Gesetzgeber den Arbeitslosen eine Brücke in


Standards geraten unter die Räder, prekäre Beschäftigung boomt. die Beschäftigung bauen. Doch die angestrebten Ziele wurden nicht erreicht. Auf dem Arbeitsmarkt geht es zu wie auf einem Basar, Sozial- und Tarifstandards geraten unter erheblichen Druck. Bei geringer qualifizierten Tätigkeiten liegt das durchschnittliche Monatsentgelt rund 45 Prozent unter den branchenüblichen Niveaus, im qualifizierten Bereich sind dies etwa 35 Prozent. Jeder zehnte Leiharbeitnehmer kann von seinem Einkommen nicht leben und ist auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen. Viele Leiharbeitsfirmen gehören keinem Arbeitgeberverband an, dort herrschen tarifliche Wildwest-Bedingungen. Die Beschäftig-

ten sind oft besonderer Willkür ausgesetzt. Die Zahl der Leiharbeiter hat seit Mai 2009 um über 30 Prozent zugenommen. Die Ausweitung der Leiharbeit geht auch zulasten der Stammbelegschaften. Leiharbeit spaltet, führt zu Verunsicherung und Angst, gefährdet den betrieblichen Frieden und schädigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Was ist zu tun? Der Arbeitsmarkt muss wieder in Ordnung gebracht und der Missbrauch der Leiharbeit beendet werden. Die IG BCE setzt sich deshalb in ihrer Kampagne »Jetzt gehts um uns« insbesondere für bessere Bedingungen auf dem Arbeits-

markt ein. Alle DGB-Gewerkschaften streiten für anständige Tarifverträge, für faire Arbeitsbedingungen und Löhne. Weiter ist es notwendig, einen gesetzlichen Mindestlohn für die Branche einzuführen. Damit die Beschäftigten in nicht tarifgebundenen Leiharbeitsfirmen wenigstens ein gesichertes Minimalentgelt erhalten. Die Gewerkschaften halten fest an ihrer Grundsatzforderung »Equal Pay«, also gleiches Geld für gleiche Arbeit. Die schwarz-gelbe Koalition darf sich nicht aus der VerantworMichael Denecke tung stehlen. Mehr zur Kampagne unter www.igbce-blogs.de/kampagne

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DIE BERUFSBER ATUNG

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THEMEN STEINKOHLE

Fotos (6): RAG

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Das Gesetz einhalten ÜBER 10 000 BERGLEUTE haben bei fünf Betriebsversammlungen und in Brüssel die Ein-

haltung des deutschen Kohle-Pakts gefordert. Berlin will endlich mit einer Stimme sprechen.

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ie Aktionen der Bergleute haben für Bewegung gesorgt: Endlich will die Bundesregierung in Sachen Steinkohle in Brüssel mit einer Stimme sprechen. Das kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert kurz vor Redaktionsschluss dieser kompaktAusgabe an. Allerdings ohne konkrete Aussagen darüber, wie die »einheitliche Strategie« aussehen wird. Die werde erst einige Tage später folgen. Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle mit einer wochenlangen Hinhaltetaktik für Kopfschütteln gesorgt. Statt bei der EU für das Steinkohlefinanzierungsgesetz einzutreten, verlangte er immer wieder neue Zahlen vom Bergbauunternehmen RAG. Dabei

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lagen Brüderle bereits Zahlen vor, die belegen, dass ein vorzeitiger Ausstieg 2014 die Steuerzahler mindestens zwei Milliarden Euro mehr kosten würde als die Einhaltung des Kohle-Pakts. Wegen steigender Kosten für Arbeitslosigkeit, ausfallender Steuern und Sozialabgaben und fehlender Erlöse aus dem Verkauf von Kohle. AUF DEM RÜCKEN DER BERGLEUTE

betreibe Brüderle seine Spielchen, kritisierte IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis und forderte ein Spitzengespräch. »Sonst müssen die Bergleute Herrn Brüderle in Berlin einen Besuch abstatten.« Die spendeten dem IG-BCEVorsitzenden lautstark Beifall, als er das

ankündigte, ebenso wie sein Stellvertreter Ulrich Freese. Vassiliadis sprach am Kohle-Aktionstag der IG BCE morgens bei vier Betriebsversammlungen in Ibbenbüren, Marl, Bottrop und KampLintfort, Freese in Saarbrücken. Am Nachmittag bekräftigte Vassiliadis in Brüssel vor 100 000 Demonstranten aus ganz Europa die IG-BCE-Forderungen. Sie lassen sich knapp zusammenfassen: Das Steinkohlefinanzierungsgesetz einhalten. »Wort halten, Frau Bundeskanzlerin« und »Abgemacht ist abgemacht« stand auf den Transparenten der demonstrierenden Bergleute. Die Pläne für ein vorzeitiges Ende des Bergbaus bedeuteten für alle europäischen Kohleländer »sozialen Kahlschlag


Gemeinsam mit 100 000 Teilnehmern aus ganz Europa demonstrierten deutsche Bergleute in Brüssel für die Einhaltung des Steinkohlefinanzierungsgesetzes.

Auch Bundeskanzlerin Merkel hat wiederholt öffentlich erklärt, sie werde in Brüssel dafür kämpfen, dass der KohlePakt von 2007 umgesetzt werden kann. Die IG BCE nimmt sie beim Wort. »Sie ist die Chefin, sie muss entscheiden«, sagte Michael Vassiliadis und betonte: »Wir erwarten Vertragstreue. Wir haben einen Anspruch darauf, weil wir uns an die Abmachungen halten.« Besonders die Bergleute des Bergwerks Ost fühlten sich da angesprochen. Einen Tag vor der Stilllegung ihrer Zeche nahmen sie an den Aktionen der IG BCE teil. Die Schließung ihres Bergwerks ist eine direkte Folge der Vereinbarungen von 2007. Ein bitterer Tag für die Betroffenen, aber die Bergleute stehen zu ihrem Wort und halten Vereinbarungen ein.

Wettbewerbsgründe und falsche Klima-Argumente führt die EU-Kommission für ihre neuen BeihilfePläne an. Doch die deutsche Kohle steht nicht im Wettbewerb zu anderen EU-Ländern. Und selbst bei einer sofortigen Schließung aller Bergwerke würde kein Gramm CO2 gespart. Denn deutsche Koh- EIN SCHWIERIGER WEG liegt noch vor le würde sofort durch Importkohle ersetzt. der IG BCE und den Bergleuten, bis Darauf hat Michael Vassiliadis auch in in Brüssel eine Entscheidung fällt. Nun einem persönlichen Schreiben an alle muss die Bundesregierung durch diploEU-Kommissare und die Wirtschaftsmi- matisches Geschick und einheitliches nister aller EU-Mitgliedstaaten hingewie- Auftreten dafür sorgen, dass die Kommissen. »Da hat sich am grünen Tisch in sion ihren Vorschlag ändert. Dazu ist eine Brüssel eine unheiqualifizierte Mehr»Wir betteln und lige Allianz aus Subheit im EU-Minisbitten nicht, wir ventionsgegnern, terrat erforderlich. verlangen nur das, Wettbewerbs-RadiDer wird am 10. Dewas uns zusteht.« kalen und Klimazember über die Hardlinern durchSteinkohlenbeihilMichael Vassiliadis gesetzt. Ideologie fen beraten. Ist dort IG-BCE-Vorsitzender keine Einigung mögvor Sachverstand lich, müssten eine und sozialer Verantwortung«, wurde der IG-BCE-Chef bei Woche später die Regierungschefs bei den Betriebsversammlungen deutlicher. ihrem Gipfel entscheiden. Die IG BCE hat mit ihrem Kohle-AkDer Widerstand gegen diese Politik wächst. Auch der Bundesrat forderte tionstag ein starkes Signal gesetzt. Michael die Einhaltung des Kohle-Pakts. In- Vassiliadis: »Wir haben schon 2007 bezwischen wird die IG BCE von Landes- wiesen, dass wir in einer Nacht mehrere regierungen, vielen Bundestags- und Tausend Bergleute mobilisieren können. Europa-Abgeordneten sowie Kommu- Wenn nötig, werden wir das wiederhonalpolitikern unterstützt. Und bei den len. Wir kennen den Weg nach Brüssel Betriebsversammlungen demonstrierten und wir kennen auch den Weg nach BerBraunköhler und Kraftwerker aus der lin. Wir werden mit allen Mitteln dafür Lausitz, Chemie-Beschäftigte von Evo- streiten, dass der Kohle-Pakt Bestand nik und Delegationen anderer DGB-Ge- hat. Kein Bergmann fällt ins Bergfreie. werkschaften und der Kirchen ihre Soli- Dieses eiserne Prinzip steht für uns nicht zur Disposition.« Christoph Meer darität. FADENSCHEINIGE

Betriebsversammlungen in Ibbenbüren. . .

. . . im eigens aufgebauten Zelt in Marl . . .

. . . im Bottroper Saalbau . . .

. . . im Bergwerk West in Kamp-Lintfort und in Saarbrücken. Über 9000 Bergleute kamen.

Foto: Becker & Bredel

und gesellschaftliche Konflikte« schrieb Michael Vassiliadis der EU-Kommission ins Stammbuch, »wir wehren uns gegen diese Pläne. Sie nützen niemandem. Aber sie zerstören ohne Not ein vorbildliches, sozialverträgliches, gesetzlich abgesichertes Konzept, das den Menschen Sicherheit bringt. Ja, sie verursachen sogar höhere Kosten für die Steuerzahler. Denn sie vernichten Tausende Arbeitsund Ausbildungsplätze nicht nur im Bergbau, auch bei den Zulieferern.«

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LESERFORUM Nr. 10 I OKTOBER 2010 www.igbce.de

VOR ORT IG BCE kämpft um die Ballonfabrik Everts in Datteln TENDENZEN Wie Betriebsräte und Gewerkschafter den Aufbau Ost erlebt haben TIPPS Warum man häufiger im Büro schlafen sollte

Schreiben Sie uns! Wir freuen uns über Lob, Kritik und Anregungen.

kompakt

IMPRESSUM

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Jetzt gehts um uns Es geht aufwärts in Deutschland. Banken und Währung sind gerettet, die Wirtschaft wächst wieder. Nun müssen auch alle vom Aufschwung profitieren.

Leserbriefe stellen die Meinung des Einsenders dar. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

> Zukunftsbrücke Kohle von Christoph Meer (10/2010)

Versprechen halten Die FDP-Vertreter auf Bundes-, Landes- und sogar auf Kreistagsebene zeigen mit ihren Aussagen, zum »sofortiger Ausstieg aus der heimischen Steinkohle«, wie diese Partei hinter der eigenen Gesetzgebung steht. Der FDP-Bundeswirtschaftsminister, Herr Brüderle, hat bis jetzt gezeigt, dass er der Wahrung deutscher Interessen nicht nachkommt. Herr Brüderle gefällt sich in seiner Rolle als Subventionsgegner, aber nicht in seiner Amtszeit als rheinland-pfälzischer Wirtschaftsminister, dort steigerte er dagegen die Subventionen für den Weinanbau an Steilhängen um 200 Prozent. Frau Merkel: Denken Sie an Ihr Versprechen gegenüber den Bergleuten! Manfred Derner, Neukirchen-Vluyn

> Viel Ärger und viel Geld Aufreger des Monats (6/2010)

blemen bei der Integration von Migranten, der uns seit Jahrzehnten immer wieder vor die Füße gekippt wurde, in Form von Arbeitsmarkt-, Bildungs- oder Kriminalitätsstatistiken. Unbekümmert haben wir uns stets nach einiger Zeit darüber hinweggesetzt und versucht, die Probleme mit dem schönen bunten Multikulti-Mäntelchen zu verdecken. Es hat uns nichts genützt und den Migranten am allerwenigsten. Wir haben kein »Kopftuchmädchen«Problem, sondern ein massives Bildungsproblem.

Nur verallgemeinert

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Seit Sarrazin sein Buch veröffentlicht hat, wird nicht mehr argumentiert, sondern nur noch verallgemeinert. Göksal Agacdiken, auf Facebook

Ausgrenzung

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Ich bin für Inklusion statt Integration. Der Begriff Integration ist – meiner Meinung nach – ausgrenzend und so wird auch vieles, was zur Integration angestoßen wird, auf lange Sicht nur ausgrenzend sein. Sabine Lüdtke, auf Facebook

Michael Feldmann, Dortmund

Verletzende Debatte

> Von Pionieren und Lebenswenden

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von Alexander Nortrup/ Susannne Kettelför (9/2010)

Es ist schon verletztend, wenn man nur aufgrund seiner Religion beziehungsweise Herkunft in der Öffentlichkeit »niedergemacht« wird (vorallem diese Verallgemeinerungen). Schließlich ist ja nicht alles schlecht, außerdem zeigt diese Diskussion nicht das Deutschland, das ich kennenund lieben gelernt habe: bunt, offen und frei. Ich stelle mir immer die Frage, was Religion beziehungsweise Herkunft mit Integration zu tun hat. Jeder in dieser Gesellschaft muss hinterfragen, was er momentan für die Integration leistet, und zwar auf auf beiden Seiten. Jeder sollte versuchen einen ersten Schritt zu machen. Die Diskussion, so wie sie im Moment geführt wird, macht mich wirklich traurig.

Ein Haufen Probleme

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kompakt

Es gibt unbestreitbar einen Haufen von Pro-

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Hamza Abdiji, auf Facebook

Nach vorn schaun

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Den Bericht über die Wendezeit fand ich sehr spannend, da sind viele Erinnerungen wieder wach geworden. Doch man muss auch nach vorn schauen. Und ich bin mit meiner Auffassung sicher nicht allein, wenn ich sage: 20 Jahre nach der staatlichen Einheit muss endlich auch die vollständige Tarifeinheit kommen. Manuel Schmitz, per E-Mail

> Mehr als heiße Luft Preisrätsel (7/8/2010)

Erster großer Gewinn Ich möchte mich ganz herzlich bei der kompakt-Redaktion für das tolle Trekkingfahrrad bedanken. Es war mein erster großer Gewinn. Wolfgang Hoven, Monheim

Das Mitgliedermagazin der Bergbau, Chemie, Energie Herausgeber Michael Vassiliadis Chefredakteur Christian Hülsmeier Stellvertretender Chefredakteur Michael Denecke Chef vom Dienst Alexander Nortrup Redaktion Sarah Heidel, Rudolf Heim, Dirk Kirchberg, Dr. Ulrike Börger Fotoredaktion Ulrike Neufeld Redaktionsassistenz Simone Michels, Tanja Rössner Gestaltung Hans Borgaes Redaktionsanschrift Königsworther Platz 6 30167 Hannover Telefon: 0511 7631-329/-698 Telefax: 0511 7000891 E-Mail: kompakt@igbce.de Internet: www.igbce.de Satz: BWH GmbH Beckstraße 10, 30457 Hannover Gesamtherstellung und -vertrieb: Westend Druckereibetriebe GmbH Westendstraße 1, 45143 Essen Anzeigenverwaltung BWH GmbH – Die Publishing Company Postfach 92 01 55, 30440 Hannover Telefon 0511 94670-0 Telefax 0511 94670-38 Gültige Anzeigenliste Nr. 9 vom 01. 05. 2010 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Jürgen Oberschilp Zusendungen: Für unverlangte Einsendungen wird keine Gewähr übernommen. Bezugspreis 0,90 €, jährlich 10,00 €. Für Mitglieder der IG BCE ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten. Erscheinungsweise: kompakt erscheint monatlich

mit acht Regionalausgaben für Bayern, Baden-Württemberg, Hessen-Thüringen, Nord, Nordost, Nordrhein, Rheinland-Pfalz/Saarland, Westfalen. Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 21. 10. 2010 Druckauflage: 681 434 (II/2010) Gedruckt auf chlorfreiem Papier


VOR ORT Hautnah Bei Heller-Leder werden noch Gerber ausgebildet

Wie die Axt im Walde O2 expandiert und entl채sst 1100 Mitarbeiter

Kreativit채t statt Kahlschlag IG BCE will Jobs bei Schoeller Papier retten

Euro-Betriebsr채te einig Neue Sozialpartner-Vereinbarung unterzeichnet kompakt | Monat 20XX | 21 Foto: Helge Kr체ckeberg


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VOR ORT HELLER-LEDER

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Unter die Haut NACH EINEM LANGEN ARBEITSTAG gibt es nichts Schöneres, als es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich zu machen. Das Leder für die kuschelige Couch kommt oft aus dem Weserbergland.

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chnell greift die Hand nach der riesigen, nassen Haut. Das Wasser spritzt. Erdal Atalay verzieht das Gesicht. Der Geruch von Ammoniak und Schwefel füllt die fast 4000 Quadratmeter große Wasserwerkstatt. Erdal kneift die Augen zusammen. Doch da kommt schon die nächste glitschige grüne Haut von oben auf ihn zu. »Viele finden meine Arbeit eklig«, sagt

er. »Aber mir macht es Spaß.« Erdal Atalay arbeitet bei Heller-Leder in Hehlen. 165 Beschäftigte stellen im Weserbergland Leder für Polstermöbel und Autositze her. Einer der größten Kunden ist Porsche. DER WEG DES LEDERS be-

ginnt in der Wasserwerkstatt. Ein Berg frischer Rinderhäute ragt aus einer Ecke hervor. Sie

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kommen frisch vom Häutehändler und werden gleich zum Äschern in eines von sechs großen Holzfässern gefüllt. Durch die Zugabe von Wasser, Kalk und Schwefelnatrium lösen sich Haare und Schmutz – und die sogenannte Blöße entsteht. Den Großteil der Häute bekommt Heller Deutschland und Europa. »Für uns wird kein Tier geschlachtet«, betont Janine Schmidt. Die Be-

triebsratsvorsitzende ist seit 14 Jahren bei Heller, hat im Traditionsunternehmen ihre Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert. Sie kennt die Vorurteile gegenüber der Lederherstellung: »Viele Menschen denken, für die Lederindustrie werden extra Tiere getötet.« Das trifft aber nicht zu. »Wir verarbeiten nur das, was bei der Fleischproduktion übrig bleibt.« Bis zu 1300 Häute sind das an ei-


Janine Schmidt. Die Bewerberzahl wird aber von Jahr zu Jahr geringer, die einzige Berufsschule für Gerber im schwäbischen Reutlingen stand vor einigen Jahren kurz vor dem Aus. Der Beruf des Gerbers scheint für viele Jugendliche einfach nicht attraktiv zu sein. »Und das, obwohl bei uns jeder Gerberlehrling bei guter Leistung übernommen wird«, sagt Schmidt.

2 1 | NASS UND FETTIG: Erdal Atalay und Alexander Molokov legen die Haut in eine Maschine ein, die Fett- und Fleischreste entfernt.

Theodora Mais entfernt abstehende Stoffreste.

3 | VIEL BEWEGUNG: In großen Holzfässern werden bis zu 250 Rinderhäute auf einmal gegerbt.

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nem Tag. Nach rund 24 Stunden wird das Holzfass in einem Becken ausgekippt. Ein Mitarbeiter fischt die rund 250 Häute einzeln aus dem vom Schwefel grün gefärbten Wasser. Erdal Atalay

stand, können schnell verfaulen. Erst durch das Gerben entsteht haltbares Leder. Dafür werden die Häute in Holzfässern mit Chromsalzen behandelt. Heraus kommt bläulich verfärbtes Leder.

»Gerben ist eines der ältesten Handwerke der Welt – leider lassen sich nur wenige Jugendliche dafür begeistern.« Janine Schmidt Betriebsratsvorsitzende

nimmt sie entgegen und legt die Haut in eine Maschine ein. Mit scharfen Klingen schabt sie Fleisch- und Fettreste von der Unterhaut. Doch noch immer sind die Häute in einem rohen Zu-

Gerben ist eines der ältesten Handwerke der Welt. Doch in Deutschland geben nur noch wenige Betriebe diesen Beruf weiter. Einer davon ist Heller. »Wir haben derzeit drei Gerberauszubildende«, sagt

Fotos (3): Helge Krückeberg

2 | AUSGEFRANST:

NACH DEM GERBEN wird das Leder gefärbt. Mehr als tausend Farben bietet das Unternehmen an. Trend sind derzeit Erdtöne. »Doch modern war auch schon grün mit rosa Herzen«, sagt Janine Schmidt. Anschließend muss das Leder trocknen. Heller hat dafür drei verschiedene Methoden. So hängen die Häute dicht an dicht unter der Decke oder werden mit Klammern auf ein Gitter gespannt und in einem Ofen mit warmer Luft schonend getrocknet. Bis zum fertigen Leder sind es nach der Trocknung noch einmal bis zu 15 Arbeitsschritte. Erst dann wird das Leder zur Weiterverarbeitung in alle Welt verschickt. Rund die Hälfte der Lederhäute wird exportiert. Die Wirtschaftskrise hat Heller hart getroffen: 2009 waren alle Beschäftigten in Kurzarbeit. »Das war die schlimmste Zeit, die ich im Betrieb erlebt habe«, sagt die frisch gewählte Betriebsratsvorsitzende. Dennoch haben Geschäftsleitung und Betriebsrat die Krisenzeit sinnvoll genutzt. Die Beschäftigten bildeten sich weiter,

das Unternehmen verbesserte den Produktionsprozess und versuchte mit Werbung und einem neuen Internetauftritt das angestaubte Image der Lederproduktion aufzubessern. Mit Erfolg: Die Auftragslage hat sich wieder erholt, die Kurzarbeit ist seit Januar beendet. »Wir werden auch noch in 20 Jahren Leder in Hehlen herstellen«, da ist sich die Betriebsratsvorsitzende siSarah Heidel cher.

DAS UNTERNEHMEN Heller-Leder ist einer der ältesten Lederproduzenten in Deutschland. 1920 wird die Firma Braunschweigische Lederwerke Heller und Cahen im niedersächsischen Hehlen gegründet. 1994 wird der Familienbetrieb in HellerLeder umbenannt. Der Betrieb stellt Leder für Lederwaren und später auch für Polstermöbel her. Etwa 20 Beschäftigte hat das Unternehmen kurz nach der Gründung – heute sind es 165. Neben den moderen Produktionsanlagen gehört zur Lederfabrik auch eine Biogasanlage sowie eine hauseigene Kläranlage, die rund 800 Kubikmeter Wasser am Tag reinigt. Heller gehört mit seiner Schwesterfirma Helcor zu den großen Arbeitgebern im Weserbergland. Als erste und bisher einzige Gerberei weltweit wurde Heller-Leder mit dem Umweltsiegel Blauer Engel ausgezeichnet. www.heller-leder.com

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VOR ORT AKTUELLES

Foto: Andreas Kalthoff

Axel Schappei

HANNOVER | Betriebsrat beklagt »ideenloses Konzept« und entwickelt Alternative

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DATTELN | Zähes Ringen um Ballon Everts: Das letzte deutsche Werk zur Herstellung von Luftballons wird wohl doch am 28. Februar 2011 geschlossen. Betriebsrat, Belegschaft und IG BCE konnten jetzt zwar eine Sozialplanregelung mit der Geschäftsführung vor Ort aushandeln, die Abfindungen für alle rund 110 Beschäftigten vorsieht. Doch die Everts-Mutter Riethmüller bleibt hart, will das Werk

schließen und die Produktion komplett nach Malaysia verlagern. Karlheinz Auerhahn, IG-BCE-Bezirksleiter in Recklinghausen, kann keine plausiblen Gründe erkennen: »Bei einer Rendite von 22 Prozent sollen 110 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Das ist sozial unverantwortlich und Kapitalismus pur!« Um die Sozialplanleistungen zu finanzieren, soll die Belegschaft jetzt noch bis Ende Februar 2011 arbeiten. Die Betriebsratsvorsitzende Birgit Goldstein und Karlheinz Auerhahn sind letztlich froh, überhaupt noch Abfindungen herausgeholt zu haben. Denn die EvertsKassen sind leer. Riethmüller habe alles Geld aus dem Unternehmen herausgezogen, so ihre scharfe Kritik.

Abbott: 290 Stellen sollen weg ie Nachricht hat die Abbott-Mitarbeiter in Hannover völlig überrascht: Der US-Mutterkonzern Abbott, der die Arzneimittelsparte von Solvay für 4,5 Milliarden übernommen hat, will allein in Hannover 290 von 800 Stellen streichen. »Dabei hatten wir das Gefühl, dass man vom Standort Hannover mit seinen bestens ausgebildeten Mitarbeitern und der sehr guten Infrastruktur beeindruckt war«, sagt die Betriebsratsvorsitzende Gabriele Zielke. Seit Februar seien immer wieder Delegationen aus den USA zu Gast gewesen, diesen habe man eigens in einer Broschüre den Vorbildcharakter des Standorts präsentiert. »Wir verfügen über moderne Laboratorien und Fachpersonal mit Pioniergeist«, sagt Zielke weiter. Man habe zu-

dem eine Kindertagesstätte eingerichtet und setze auf eine nachhaltige Personalpolitik. Zudem sei Hannover mit zahlreichen Hochschulen und Forschungsinstituten ein herausragender Wissen-

sammengeschustert: »Deren Konzept ist schlichtweg langweilig und ideenlos.« Nun soll ein Sachverständiger aus dem IG-BCE-Beraternetzwerk den Betriebsrat bei der Entwicklung eines Gegenvorschlags unterstützen.

»Es gibt bessere Lösungen für diesen Standort. Wir werden Dampf machen!« Gabriele Zielke Betriebsratsvorsitzende Abbott Hannover

schaftsstandort. »All diese Informationen scheinen aber in einer Art Bermuda-Dreieck verschwunden zu sein«, fügt Zielkes Stellvertreterin, Manuela Martin, hinzu. Das Konzept, das Abbott vorgelegt hat, wirkt auf Zielke und Martin wie schnell zu-

Auch die Belegschaft habe Hinweise für Verbesserungen gegeben. Sollte Abbott nicht einlenken, »werden wir Politik und Öffentlichkeit nutzen, um Einfluss auszuüben«, sagt Maike Niggemann vom IGBCE-Bezirk in Hannover. Dirk Kirchberg

Bochum elektrisiert BOCHUM | kompakt-Leser-Testfahrt mit dem Tazzari Zero

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r ist eigentlich bei der Konkurrenz. Aber für kompakt hat Michael Hahn eine Ausnahme gemacht. Der 52-Jährige, der bei der BP-Tochter Aral für Tankstellen mit herkömmlichem Benzin zuständig ist, hatte beim Gewinnspiel der Juli/August-Ausgabe mitgemacht und eine Testfahrt mit dem Elektroauto Tazzari Zero gewonnen. Die Firma Smiles AG (www.smiles-world.de) hatte die Verlosung möglich gemacht. Und so konnte Michael Hahn einen Tag lang elektrisch durch seine Heimatstadt

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Foto: Frank Rogner

Ballon Everts wird geschlossen

Foto: Dirk Kirchberg

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Michael Hahn (links) und kompakt-Redakteur Alexander Nortrup.

Bochum fahren. Für Touren ins Umland reichte leider der Akku nicht: Bei 100 Kilometern war Schluss. Das Fazit

des Testfahrers fiel positiv aus: »Etwas laut, aber lustig.« Eindrücke von der Probefahrt im Video auf www.igbce.de


Wie die Axt im Walde MÜNCHEN | O2 expandiert – und entlässt 1100 Mitarbeiter

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o werden Ängste geschürt und Unruhe verursacht«, Peter Bernpaintner, Betriebsratsvorsitzender der O2-Region Süd, kommentiert die Videoübertragung, mit der am 8. Oktober die Mitarbeiter konfrontiert wurden. Die »frohe Botschaft« der Geschäftsleitung laute: »Ihr macht einen guten Job, und O2 ist auf einem guten Weg! Aber: Wir trennen uns von 1100 Mitarbeitern!«

mund, Frankfurt, Hannover, Leipzig und Stuttgart. Drei Callcenter sollen verkauft werden. Doch bislang liegt kein Unternehmenskonzept vor. »Der Arbeitgeber«, so Peter Bernpaintner, »hat gegenüber dem örtlichen Betriebsrat gemauert. Wir fordern die Offenlegung aller relevanten Daten und Fakten.« Auch Seppel Kraus, Leiter des IG-BCE-Landesbezirks Bayern, kritisiert Telefonica

Foto: O2

Blick in ein O2Ladengeschäft: Viel Platz für weniger Mitarbeiter.

Hintergrund ist die Fusion von O2 und HanseNet. Damit soll der drittgrößte Telekommunikationsanbieter in Deutschland entstehen. Das Unternehmen mit Sitz in München firmiert weiter unter Telefónica O2 Germany. Die größten Standorte sind München (rund 2750 Arbeitnehmer) und Nürnberg (rund 1000). Beschäftigt waren bislang rund 6700 Mitarbeiter. Jetzt geht es um die Auflösung des Standortes Verl sowie von Büros in Dort-

O2: »Bevor über Sozialplan und Interessenausgleich seriös verhandelt werden kann, müssen die Zahlen auf den Tisch. Das Unternehmen ist wirtschaftlich gesund, es besteht aus unserer Sicht überhaupt keine Notwendigkeit für Massenentlassungen. Das Unternehmen ist gefordert, umgehend in Gespräche mit der IG BCE einzutreten. Nicht der Börsenkurs ist entscheidend, für uns steht der Mensch im Mittelpunkt!« Wolfgang Strähler

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Fragen an Helmut Schmitz

Der Vorsitzende des Betriebsrats von Kanzan in NRW und Mitglied der Tarifkommission Papier zu den aktuellen Tarifverhandlungen Die Wirtschaftskrise ist vorbei, die Produktion in Deutschland boomt wieder. Jetzt geht es in die Tarifrunde Papier – mit welchen Erwartungen? Die Auftragslage in der Papierindustrie ist sehr unterschiedlich. Dennoch kann ich sagen, dass fast alle Betriebe aus dem Tal raus sind. Die Beschäftigten haben dazu ihren Beitrag geleistet – die gesamte Papierbranche war mehrere Monate in Kurzarbeit. Die Arbeitnehmer haben verzichtet, jetzt erwarten wir deutlich spürbare Lohnerhöhungen. Denn am Ende des Tages nützt es den Leuten am meisten, mehr Geld in der Tasche zu haben. Die Tarifkommission fordert, die Leiharbeit tarifvertraglich zu regeln. Wie sieht die derzeitige Lage der Leiharbeitnehmer in der Papierindustrie aus? Bei Kanzan gibt es so gut wie keine Leiharbeiter. Allerdings ist der Einsatz von Zeitarbeit in der Papierindustrie bundesweit hoch. Deshalb wollen wir, dass Leiharbeitnehmer genau soviel Entgelt bekommen wie Beschäftigte der Stammbelegschaft. Denn für die gleiche Arbeit muss auch gleiches Geld bezahlt werden. Den Arbeitgebern wollen wir so die Leiharbeit unattraktiver machen und das ungesunde Ausmaß in einigen Betrieben zurückdrängen. Einen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder – das ist eine alte Forderung, die bisher noch nicht im großen Rahmen umgesetzt werden konnte. Wie stehen diesmal die Chancen? Wir haben mit den Arbeitgebern bei der ersten Verhandlungsrunde noch nicht darüber gesprochen. Aber für die Tarifkommission ist das schon ein wichtiger Punkt. Wie dieser Bonus genau aussehen kann, ist auch völlig offen. Aber eines ist klar: Die Mitglieder machen die Tarifverhandlungen erst möglich, nicht nur mit ihrem finanziellen Betrag. Wir würden damit ein wichtiges Zeichen setzen.

Mailen Sie uns Ihre Meinung: kompakt@igbce.de

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VOR ORT AKTUELLES

Tarifmeldungen FEINKERAMIK | Eine deutliche tabellenwirksame Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen und eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten fordert die IG BCE für für die Beschäftigten in der feinkeramischen Industrie. Außerdem sollen die Weiterentwicklung der tariflichen Altersvorsorge und die Entwicklung weiterer flexibler Instrumente für einen gleitenden Übergang in die Altersrente verhandelt werden. Die erste Verhandlungsrunde ist am 2. November in Würzburg. RWE | Ohne Ergebnis blieb die zweite Verhandlungsrunde für die Tarifgruppe RWE. Zwar haben die Arbeitgeber mit 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, aber den Forderungen der Gewerkschaften – 6,5 Prozent bei zwölf Monaten – sind sie damit noch lange nicht gerecht geworden. Die Verhandlungen werden – nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe – am 25. Oktober fortgesetzt.

KALI UND STEINSALZ | Ab November werden Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 3,6 Prozent angehoben. Für September und Oktober 2010 gibt es eine Einmalzahlung von 300 Euro; Auszubildende erhalten 100 Euro. 2011 soll ein Tarifvertrag Demografie abgeschlossen werden. Ein Baustein dieses Tarifvertrages werden Zeitwertkonten sein. Ausführliche Informationen: http://u.nu/2vw7a

Mit ihrem Leitmotiv »Sozial – Fair – Gerecht« auf dem Polo-Shirt: die Schoeller-Betriebsräte.

Kreativität statt Kahlschlag OSNABRÜCK/NEUSTADT | Betriebsräte und IG BCE wollen Jobs bei Schoeller Papier retten

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n großen Buchstaben prangte »Sozial – Fair – Gerecht« auf den Polo-Shirts der mehr als 50 Betriebsräte der deutschen Standorte der FelixSchoeller-Gruppe. Sie trafen sich Anfang Oktober mit der Geschäftsleitung. Kurz zuvor hatte Schoeller Umstrukturierungen, den Abbau von mehr als 300 Arbeitsplätzen und die Stilllegung einer Papiermaschine in Titisee-Neustadt im Schwarzwald angekündigt.

Der Papierhersteller mit fast 2500 Beschäftigten steckt in den roten Zahlen. Hohe Rohstoffpreise und ein sich wandelnder Papiermarkt belasten das Familienunternehmen. »Es geht ums Überleben, doch die Mitarbeiter sind nicht Schuld an dieser Situation. An ihrer Leistungsbereitschaft liegt es nicht. Wir prüfen deshalb alle angekündigten Maßnahmen«, so Gesamtbetriebsratsvorsitzender Mat-

thias Größig: »Uns geht es um sozialverträgliche Lösungen.« Die T-Shirt-Aktion hat Eindruck gemacht. Die Geschäftsleitung signalisiert Gesprächsbereitschaft. Betriebsräte und IG BCE schlagen Altersteilzeit und JobsharingModelle vor. Christian Jungvogel, Leiter der Abteilung Tarifpolitik der IG BCE: »Der Abbau von 300 Arbeitsplätzen schießt weit über das Ziel hinaus.« Susanne Kettelför

Den Wandel gestalten HANNOVER | Arbeitnehmervertreter müssen ihre Arbeit neu interpretieren

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ls Betriebsrat des Industrieparks Walsrode muss Andreas Wagenholz den Managern vermitteln, dass moderne Betriebsratsarbeit nicht mehr nur aus Reagieren besteht. Auch den Beschäftigten muss er dies immer wieder aufs Neue erklären. »Die klassische Arbeit eines Betriebsrats müssen wir anders interpretieren«, sagt der gelernte Elektriker, der seit zwölf Jahren die Interessen von Arbeitnehmern vertritt. Die Anforderungen hätten sich dramatisch geändert. Die

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Welt sei so schnell geworden, sagt Wagenholz, »wir müssen uns heute im Wandel wandeln«. Diese Veränderungen verlangten ein anderes Selbstverständnis. »Früher haben wir nur Forderungen gestellt. Wir fordern zwar weiterhin Verbesserungen, formulieren aber gleichzeitig auch alternative Vorschläge.« Im vergangenen Jahr hat Wagenholz ein berufsbegleitendes Studium zum Veränderungsmanager absolviert und sagt, er habe auf diese Weise gelernt, noch mehr Struktur

in seine Arbeit zu bringen. Innovation sei für ihn keine Frage des Geldes. Wichtiger sei der Wille zu Veränderung und nachhaltiger Entwicklung. Andreas Wagenholz ist deshalb gespannt auf die Jahrestagung für Betriebsräte »Innovation und Beschäftigung« am 3. und 4. November in Hannover. 80 Teilnehmer werden erwartet. Denn eines steht für ihn fest: Nur wenn sich Unternehmer und Beschäftigte an einen Tisch setzten, lässt sich echte Innovation erreichen. Dirk Kirchberg


Fotos: Michael Cintula

Ulrich Freese und Hans Paul Frey (links) unterzeichneten in Hannover die neue SozialpartnerVereinbarung. Einhellige Meinung: Nur wer miteinander spricht, kann gemeinsam etwas erreichen.

Euro-Betriebsräte sind sich einig HANNOVER | Neue Sozialpartner-Vereinbarung bei Treffen in Hannover unterzeichnet

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ls Euro-Betriebsrat bei Abbott steht Franz Erhardt derzeit mit Kollegen in 23 europäischen Ländern in Kontakt. »Am Anfang war es schwierig, überhaupt Menschen zu finden, die bereit sind, sich in diesem Feld zu engagieren«, sagt Erhardt.

Nun zeige sich, dass die Zusammenarbeit, die vor 20 Jahren ihren Anfang nahm, gut gediehen sei. »Jetzt ist die Zeit reif, die Arbeit den veränderten Bedingungen der Globalisierung anzupassen.« Und so stellten die ChemieSozialpartner ihre gemeinsa-

NEUE ZUSTÄNDIGKEIT Das Thema Euro-Betriebsräte wird innerhalb der IG BCE künftig von Doris Meißner als Nachfolgerin von Rolf Jaeger betreut. Doris Meißner ist unter doris.meissner@igbce.de oder unter Telefon 0511 7631-216 für alle Fragen erreichbar.

men Empfehlungen zu Europäischen Betriebsräten auf eine neue Grundlage. Die entsprechende SozialpartnerVereinbarung wurde Mitte Oktober von Hans Paul Frey, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), und dem stellvertretenden IG-BCE-Vorsitzenden Ulrich Freese in Hannover unterzeichnet. Die Vereinbarung gibt gemeinsame Hinweise für die konkrete Arbeit der Europäischen Betriebsräte, etwa zu Informations- und Anhörungsprozessen, zu Zusammensetzung und Organisation sowie zur Anpassung bestehender Regelungen an

sich ändernde Unternehmensstrukturen. Europaweit sind heute mehr als 200 Europäische Betriebsräte in der chemischen Industrie aktiv. Davon entfallen mehr als 40 auf Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Angesichts der im vergangenen Jahr erneuerten EU-Richtlinie zu Europäischen Betriebsräten, die bis Juni 2011 in nationales Recht umgesetzt werden muss, betrachten die ChemieSozialpartner die Vereinbarung auch als einen inhaltlichen Impuls für den md/dkb Gesetzgeber. Drei Euro-Betriebsräte im Video-Interview: www.igbce.de

»Bunter, weiblicher, internationaler und älter« BERLIN | IG-BCE-Konferenz diskutiert Perspektiven der Arbeitsgesellschaft

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unter, weiblicher, internationaler und älter – so wird der Arbeitsmarkt der Zukunft in Deutschland aussehen, wenn man der Analyse von Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, folgt. Hoofes Beitrag war Teil der Arbeitsmarktpolitischen Konferenz 2010

der IG BCE in Berlin. Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Gewerkschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten zwei Tage lang unter dem Motto: »Arbeitswelt 2020 – Perspektiven der Arbeitsgesellschaft«. Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis erneuerte

die Forderung nach adäquaten Rahmenbedingungen: »Die Politik muss innovationsfördernde Industrien stärker begleiten.« Neben dem Blick in die Zukunft ging es vor allem die aktuellen Probleme des Arbeitsmarkes. IG-BCE-Vorstandsmitglied Egbert Biermann kritisierte

die Zunahme der Leiharbeit im Aufschwung: »Wir wollen gleiches Entgelt für gleiche Arbeit!« Mehr Bildung mahnte Prof. Joachim Möller vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung an. rh Konferenz-Dokumentation im Internet: www.igbce.de

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VOR ORT BADEN-WÜRTTEMBERG NAMEN & NACHRICHTEN

Chemietarif 2011

Ulmer RAKer sind nicht träge

RHEINFELDEN | Vertrauensleute beginnen Diskussion

ULM | Im Alter nicht allein und sich an Land und Leuten freuen – das haben sich die RAKer (Foto), die Mitglieder des Rentner- und Seniorenarbeitskreises im Bezirk Ulm, auf die Fahne geschrieben. Aber sie interessieren sich auch für Sozialpolitik und Gerechtigkeit. Hans Dempel, RAKer aus Aalen/Heidenheim: »Wir wollen den Politikern auf die Finger sehen, und ihnen auch mal die Fäuste zeigen, anstatt uns in Demut zu verneigen.«

Trotz zugesagter Beschäftigungssicherung droht am Hochrhein Stellenabbau. Vor diesem Hintergrund haben sich im Anschluss an die Sitzung der Bundes- Rolf Benz (Dritter von rechts) mit Vertrauensleuten und Betriebsräten von BASF und DSM. tarifkommission Chemie die Vertrauensleute der betroffenen Es wurde deutlich, dass es Betriebe bei der Evonik De- insbesondere in den Betriegussa in Rheinfelden getrof- ben BASF und DSM in Grenzfen, um sich auf die Tarifrun- ach trotz der im Tarifabschluss 2010 vereinbarten Bede 2011 einzustimmen. Rolf Benz als Vertreter des schäftigungssicherung zu PerBezirks Freiburg in der Bun- sonalabbau kommen wird. deskommission berichtete Rolf Benz: »Die Vertreter dieüber die Ziele, die man sich ser beiden Firmen werden nach den Gewerkschaftstags- entschlossen die Interessen beschlüssen auf die Fahne ge- der betroffenen Arbeitnehmer wahrnehmen.« schrieben hat.

Bildungszentrum trifft Papierfabrik KEHL | Einen Abstecher nach Kehl zur Papierfabrik Koehler haben die Mitarbeiter des IG-BCE-Bildungszentrums Haltern am See gemacht. Sie nutzten die Gelegenheit zur Betriebsbesichtigung im Rahmen eines Ausflugs in den Schwarzwald und das Elsass. Josef Braun begrüßte die Gäste. Das Bildungszentrum in Haltern, so der KoehlerBetriebsratsvorsitzende, sei für Betriebsräte und Vertrauensleute die eigentliche »Kaderschmiede« der IG BCE. Struktur und aktuelle Problemen im Bezirk Karlsruhe stellte Bezirksleiterin Gaby Katzmarek vor.

Seminare können Spaß machen MANNHEIM | Der

Betriebsratskurs BR I in Bad Dürkheim war ein durchschlagender Erfolg. Michael Stemler von der Hutchinson GmbH in Mannheim jedenfalls ist voll des Lobes – auch für die Kursleiter Carola Weber und Wolfgang Kraus. Er berichtet: »Ein tolles Ambiente, super Stimmung und Informationen ohne Ende. Diese Kurse sind ein Muss für jeden frisch gewählten Betriebsrat!«

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Demo am 13. November STUTTGART | IG BCE ruft zu Aktionstag auf

Im Herbst bündelt der DGB mit den Einzelgewerkschaften seine Aktivitäten, um gemeinsam für soziale Gerechtigkeit und einen starken Sozialstaat, für die Regulierung der Finanzmärkte und eine gerechte Ordnung auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen. Unter dem Motto »Jetzt gehts um uns!« wird sich die IG BCE beteiligen. Für den Landesbezirk ist ein Schwerpunkt die Kampagne »Gute Arbeit« mit den Themen Leiharbeit, Befristungen und gleiche Arbeit – gleiches Geld.

Der Aktionstag findet am 13. November auf dem Schlossplatz in Stuttgart statt. Die Anmeldungen zur Kundgebung sowie die Anreise werden über die DGBRegionen in Baden-Württemberg organisiert. Weitere Informationen im Internet: www.dgb.de/herbstaktion www.igbce.de


In guter Gesellschaft

NAMEN & NACHRICHTEN

Neu im Team des Landesbezirks

Hochkarätig besetzt mit Gästen aus ganz Deutschland war die 3. Fachkonferenz für Betriebsrätinnen auf Bundesebene, die diesmal im Südwesten der Republik stattfand. Wissenschaftlerinnen diskutierten in Ludwigsburg mit Managerinnen, Gewerkschafterinnen und Arbeitnehmervertreterinnen. Landesbezirksleiter Ralf Stockheim konnte über 80 Teilnehmerinnen und ein paar männliche Teilnehmer begrüßen. Die Nähe hatte wohl den

STUTTGART | Am 1. Oktober 2010 hat Uwe Bruchmüller (47) als Nachfolger von Andreas Klose seine Funktion als stellvertretender Landesbezirksleiter im Landesbezirk BadenWürttemberg aufgenommen. Zuvor war er elf Jahre lang als Bezirksleiter im Bezirk Leipzig tätig.

Unter Frauen: Ralf Stockheim auf der Betriebsrätinnenkonferenz.

Fotos (2): Wolfgang Strähler

LUDWIGSBURG | Betriebsrätinnen treffen sich

Gundula Gruber: »Nehmen wir uns, was uns zusteht.«

Ausschlag gegeben, dass rund die Hälfte der Betriebsrätinnen aus Baden-Württemberg angereist war. So auch Gundula Gruber, Betriebsratsvorsitzende bei Etimex Primary Packaging in Dietenheim und Vorstandsvorsitzende des Bezirks Ulm. Sie fragt sich, auf was Frauen heute eigentlich noch warten: »Nehmen wir uns einfach die Hälfte, die uns zusteht, schließlich stellen wir die Hälfte der Bevölkerung!« Und sie fügt hinzu: »Übrigens eine tolle Konferenz mit super Frauen, die Lust zum Nachahmen macht.«

Mit gutem Beispiel TENINGEN | Sozialpartnertarifvertrag bei Thieme

Nachdem beim Kunststoffhersteller Thieme die fast 300 Beschäftigten im vergangenen Jahr deutliche Umsatzrückgänge und Kürzungen von Tarifleistungen hinnehmen mussten, konnten 2010 nicht nur nahezu alle Kürzungen rückgängig gemacht werden; trotz einer weiterhin schlechten Umsatzsituation wurden sogar Steigerungen der Tarifentgelte zum 1. Juli um zwei Prozent und zum 1. Januar 2011 um ein Prozent vereinbart.

Zusätzlich zahlt das Unternehmen in Teningen Mitgliedern der IG BCE jeden Monat eine Sonderzahlung in Höhe von einem Prozent, was der Höhe des Gewerkschaftsbeitrages entspricht. Daneben wurden grundsätzliche Verfahren der Zusammenarbeit zwischen IG BCE und Arbeitgeber in einem »Sozialpartnertarifvertrag« festgelegt. Oliver Hecker, Verhandlungsführer der IG BCE: »Unternehmen von diesem Schlag bräuchten wir mehr.«

Personalwechsel in Kornwestheim KORNWESTHEIM | Andreas Klose (Foto, links), bisher stellvertretender Landesbezirksleiter in Baden-Württemberg, ist am 21. September vom Bezirksvorstand Kornwestheim einstimmig zum neuen Bezirksleiter gewählt worden. Vorgänger Wolfgang Quirin (rechts) übernimmt auf eigenen Wunsch die Funktion des stellvertretenden Leiters am IG-BCE-Bildungszentrum Haltern. Klose hat sein neues Amt am 1. Oktober angetreten. Zu den ersten Gratulanten zählten der Vorsitzende des Bezirksvorstandes, Hubert Pflumm, und Wolfgang Quirin.

Tarifabschluss Kunststoff STUTTGART | Die IG-BCE-Tarifkommission hat für die Kunststoffindustrie Baden-Württembergs am 22. September in der dritten Tarifverhandlung einen Abschluss mit guten Ergebnissen erzielt. Die Entgelte werden um 2,1 Prozent ab dem 1. November 2010 erhöht, dazu kommt eine Einmalzahlung von 140 Euro. Neu für diesen Bereich ist der Tarifvertrag »Zukunft durch Ausbildung«. Er sieht bis ins Jahr 2013 eine jährliche Steigerung des Ausbildungsplatzangebotes von zwei Prozent vor. Ebenfalls wurden Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung vereinbart. »Neben der Entgelterhöhung haben wir endlich einen vertraglichen Einstieg zum Thema Ausbildung geschafft«, so IG-BCE-Verhandlungsführer Andreas Klose.

Gestärkt und fit für die JAV KARLSRUHE | »Ich kandidiere?« – Diese Frage hatten sich

Auszubildende im Bezirk Karlsruhe im Vorfeld der Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gestellt. Ein Wochenende lang beschäftigten sich die Teilnehmer mit den grundlegenden Rechten und Pflichten der JAV und den Möglichkeiten der Rhetorik. Anschließend entwickelten sie Projekte, die sie in ihrer JAV-Amtszeit angehen wollen. Zum Abschluss waren sich alle einig: »Ich kandidiere!«

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VOR ORT BAYERN NAMEN & NACHRICHTEN

Tarifrunden unterstützen STOCKSTADT | Für den nötigen Biss in der Papiertarifverteilten runde Vertrauensleute und Betriebsräte bei Sappi in Stockstadt Äpfel an die Belegschaft. Die IG BCE fordert eine spürbare tabellenwirksame Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen, eine Sonderleistung für IG-BCEMitglieder, Verbesserung der allgemeinen Arbeitsbedingungen im Manteltarifvertrag und den Abschluss eines Tarifvertrags, in dem Leiharbeit geregelt wird. MITTERTEICH | Am

bundesweiten Aktionstag zur Tarifrunde für die SchottGruppe waren auch die Beschäftigten am Standort Mitterteich aktiv. NÜRNBERG | In der Tarifrunde Feinkeramik fordert die IG BCE eine deutliche reale Einkommenserhöhung. Außerdem sollen die Weiterentwicklung der tariflichen Altersvorsorge und weitere flexible Instrumente zum gleitenden Übergang in die Altersrente erreicht werden.

Werberhitparade 18 Aufnahmen: Horst Heidenfelder (Oechsler, Ansbach); 13 Aufnahmen: Mehmet Nacioglu (Enka, Obernburg); 10 Aufnahmen: Alexander Schätz (CeramTec, Lauf); 9 Aufnahmen: Lydia Armer (Gerresheimer Regensburg, Pfeimd), Manfred Zeiss (Pilkington, Weiherhammer); 8 Aufnahmen:

Betriebsrat (Kurz, Fürth), Gert Pilz (Alfmeier, Treuchtlingen); 7 Aufnahmen: Uwe Dutkiewicz (Gerresheimer Regensburg, Pfeimd), Karl Löffler (Faurecia, Pappenheim), Susanne Schwarz (CeramTec, Lauf), Frank Sehr (Sappi Fine Papier, Stockstadt); 6 Aufnahmen: Manfred Höfler (Transfertex, Kleinostheim), Frank Olbrich (H. C. Starck Ceramics, Selb), Renate Schrodt (Excella, Feucht), Mehmet Ali Yalta (Enka, Obernburg), Wilhelm Zapf (Faurecia, Weißenburg); 5 Aufnahmen: Margit Forster (Seltmann, Weiden), Gerhard Hoyer (AKW Hirschau), Erwin Neidiger (Bolta, Leinburg), Udo Pinkes (RKW, Petersaurach), Georg Tagger (Michelin Reifenwerke, Hallstadt), Monika Träger (Ceram Tec, Marktredwitz).

28 | kompakt | November 2010

IG-BCE-Vertrauensmann Wolfgang Walter (rechts) mit den Werkfeuerwehr-Azubis Felix Kühstetter (vorn) und Christian Fuchsgruber.

Zielgruppe Feuerwehr BURGKIRCHEN | Michael Vassiliadis besucht Industriepark

In den Diskussionen um das Thema »Rente mit 67« kommen die Frauen und Männer der Werkfeuerwehren selten vor. Doch sie sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Ein Grund, dass sich die IG BCE verstärkt für sie einsetzt. Bei einem Blitzbesuch im Industriepark Gendorf hat sich der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis bei den Kollegen informiert. Ab 50 Jahre müssen Werkfeuerwehrleute jährlich eine Atemschutzprüfung ablegen. Eine mit zunehmendem Alter wachsende Belastung. Von den 60-Jährigen und Älteren bestehen erfahrungsgemäß nur wenige noch die Prüfung. Betriebsratsvor-

sitzender Michael Schnabl erläuterte außerdem, dass das im Bayerischen Feuerwehrgesetz festgelegte Rentenalter von 63 Jahren der generellen Festlegung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre entgegenstehe. Erfreut zeigte sich Vassiliadis über das neue Berufsbild Werkfeuerwehrmann/-frau. Es soll, so Schnabl, in einer bis 2015 dauernden Testphase etabliert werden. Erstmals absolvieren zwei Jugendliche bei InfraServ eine solche Ausbildung. Weil Infraserv der einzige Aubildungsbetrieb in der Region ist, müssen die Azubis allerdings ihren Berufsschulunterricht in Rüsselsheim absolvieren. Michael Schnabl appellierte an den IG-BCE-Vorsitzenden, sich für die Beibehaltung des 24-Stundendienstes für Werkfeuerwehren einzusetZu Besuch bei InfraServ (von links): Bezirks- zen. Diese Regeleiter Uwe Fritz, Michael Vassiliadis, Werk- lung sei gewünscht leiter Dr. Bernhard Langhammer und Michael und absolut sinnSchnabl. voll.


M E I N U N G E N Z U R K A M PA G N E

»Jetzt gehts um uns, . . .

Jetzt gehts um uns! MÜNCHEN/TÖGING | IG BCE fordert »Jetzt gehts um uns!«

»Wir brauchen eine Antwort auf das, was wir wollen, nicht nur auf das, was wir nicht wollen«, forderte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis am 23. September auf dem 3. Regionalen Gewerkschaftstag der DGB-Region SüdostOberbayern in Töging. Politik müsse auch »den schwierigen Weg in die Betriebe gehen« und dort »vor Ort diskutieren und mobilisieren«. Viel Kritik gab es von den Besuchern an der aktuellen Politik vor allem in den Bereichen Gesundheit, Rente mit 67, Niedriglöhne und Leihar-

beit sowie den massiven Einbrüchen, die die Krise hinterlassen habe. Über Ziele und Aktivitäten der IG BCE in Bayern informieren auch vier Aktionszeitungen zu den Kampagnenthemen. Landesbezirksleiter Seppel Kraus: »Wir wollen mehr Gerechtigkeit bei den Steuern, mehr Fairness in der Arbeitswelt, mehr Solidarität und mehr Chancen für junge Menschen.« Die Aktionszeitungen gibt es auch im Internet: www.bayern.igbce.de

Auf zur Demo nach Nürnberg! »Gerechtigkeit ist etwas anderes – wir brauchen einen Kurswechsel!« So lautet das Motto einer landesweiten Kundgebung am 13. November in Nürnberg, zu der die IG BCE gemeinsam mit den anderen DGBGewerkschaften aufruft. IG-BCE-Mitglieder können sich über ihren Betriebsrat oder den jeweiligen Bezirk zu kostenlosen Fahrt nach Nürnberg anmelden. Die Teilnehmer werden in mehreren

Sternmärschen auf dem Kornmarkt zusammenkommen. Dort beginnt die Hauptkundgebung dann um 12:00 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet:

. . . weil die realitätsfremden Debatten um die Rente ein Ende haben müssen. Wer die Rente mit 70 oder 72 fordert, hat keine Ahnung von der Wirklichkeit in den Betrieben. Während der eine weiter arbeiten möchte, ist für andere aus gesundheitlichen Gründen und wegen fehlender alterns- und altersgerechter Arbeitsplätze wesentlich früher Schluss. Deshalb brauchen wir flexible Modelle für die Rente.« Michael Koppe, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender UPM Augsburg. . . . weil die Beschäftigten nichts anderes für die gesetzliche Krankenversicherung wollen als eine faire Verteilung der Lasten. Fair wäre, wenn die Arbeitgeber wieder den gleichen Beitragssatz zahlen wie die Arbeitnehmer. Schon heute müssen die Beschäftigten einen Zusatzbeitrag entrichten, die Arbeitgeber aber nicht. Jetzt soll der niedrigere Arbeitgeberbeitrag nach den Plänen der FDP auch noch eingefroren werden.« Andrea Amador, Vertrauensfrau bei Clariant in Gersthofen.

Foto: Wolfgang Strähler

Michael Vassiliadis (links) mit Günter Zellner, dem Vorsitzenden der DGB-Region Südost-Oberbayern.

. . . weil die Beschäftigten ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Deutschland halbwegs glimpflich und ohne Massenentlassungen aus der Krise herausgekommen ist: mit Lohneinbußen durch Kurzarbeit und tarifliche Öffnungsklauseln sowie mit Steuermilliarden für den Bankensektor, die sie mit erwirtschaftet haben. Jetzt ist der Aufschwung da. Und auch davon verdienen die Beschäftigten ihren Anteil.« Manfred Höfler, Betriebsratsvorsitzender Transfertex Kleinostheim.

. . . weil wir Beschäftigte ein Interesse an fairen Arbeitsbedingungen haben und uns nicht auseinander dividieren lassen. Festanstellungen auf der einen Seite, befristete Verträge und Leiharbeit auf der anderen Seite: Das spaltet Belegschaften und gefährdet den betrieblichen Frieden. Wir wollen keine Arbeitnehmer ›zweiter Klasse‹. Wir wollen, dass alle wertgeschätzt und fair entlohnt werden.« Dieter Wegel, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Michelin Reifenwerke, Hallstadt.

www.bayern.dgb.de kompakt | November 2010 | 29


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VOR ORT HESSEN-THÜRINGEN NAMEN & NACHRICHTEN

Erinnerungen an 1990

Gesundheit im Büro

GERA | Rückblick an »September-Streik« mit Zeitzeugen

GERNSHEIM | Es gibt viele Faktoren, die die Gesundheit bei Bürotätigkeiten gefährden können. Kein Wunder, dass es zu einer lebhaften Diskussion kam, als die Werkärztin Katja Gilbert im September auf Einladung des Bezirksfrauenausschusses Darmstadt über »Ergonomie am Arbeitsplatz« referierte. Die Sitzung im Werk Gernsheim der Merck KGaA befasste sich aber auch mit den künftigen Vorhaben des Ausschusses. Bei der nächsten Zusammenkunft Anfang Dezember soll es um die Vorbereitung eines besonderen Ereignisses gehen: 2011 ist das hundertste Jubiläum des Internationalen Frauentags. Der DGB plant für den 19. März eine große Veranstaltung. Schon jetzt gegründet wurde ein DGB-Regionsfrauenausschuss, von dessen Aufbau die Merck-Betriebsrätin Ilona Spitzenberg berichtete.

Nach jahrzehntelangem Uran-Abbau durch die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut standen ein Jahr nach der Wende rund 34 000 BergbauArbeitsplätze vor Nach innen gekehrte Blicke: Erinnerung an ein dem Aus. Es droh- historisches Ereignis. ten Konkurs und der Verlust der BergmannsGut hundert Mitglieder der rente. Ortsgruppe Gera erinnerten Am 7. September 1990 kam sich jetzt an diesen friedes zu Grubenbesetzung und lichen und erfolgreichen ArStreik. Ein noch am selben beitskampf. Zu der VeranstalTag mit der letzten DDR-Re- tung im ehemaligen Bergargierung vereinbarter Sozial- beiterkulturhaus kamen auch plan räumte die Ängste um der stellvertretende IG-BCEden Verlust des Arbeitsplat- Bezirksleiter Thüringens Anzes, der Bergmannsvollrente dreas Schmidt, die Geschäftsund weiterer Leistungen aus. führer der Wismut GmbH, Gewerkschaft und Betriebsrat Stefan Mann und Hardi Mesverhinderten, dass die Berg- sing, sowie der Direktor des leute der Wismut ins »Berg- Thüringer Landesbergamts, freie« fielen. Hartmut Kießling.

Gewerkschafter studieren global KASSEL | Die Univer-

sität Kassel und eine Berliner Hochschule sind die deutschen Standorte des internationalen Gewerkschafter-Studienverbunds »Global Labour University«. Jetzt besuchten Studierende des neuen Studiengangs das Kasseler DGB-Haus. Dort lernten sie die HerbstKampagne »Jetzt gehts um uns« der IG BCE kennen. Die Studierenden boten an, die Aktivitäten der Gewerkschaften in Nordhessen in ihrer Freizeit zu unterstützen.

Wohin geht es das nächste Mal? GOTHA | Der Besuch

der Marienglashöhle in Friedrichroda (Foto) war ein Veranstaltungshöhepunkt der mitgliederstarken und sehr aktiven Ortsgruppe Gotha. Was sie für das kommende Jahr plant, verrät der Vorsitzende Rolf Lucke bei der Jahresabschlussveranstaltung am 2. Dezember um 14:30 Uhr im Gothaer »Waldbahnhotel«. Die Leiterin des Bezirks Thüringen, Margrit Schulze, wird dort Jubilare für ihre langjährige Treue zur IG BCE ehren.

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Studie zu Betriebsräten KASSEL | Pilotprojekt »100 Tage als Vorsitzender im Amt«

Erstmals Betriebsratsvorsitzende oder -sitzender zu werden, kann wie ein Sprung ins kalte Wasser sein. Probleme müssen identifiziert, Projekte angeschoben, Sitzungen und Verhandlungen vorbereitet werden. Das Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft (WA) an der Universität Hannover hat nun gemeinsam mit dem IG-BCE-Bezirk Kassel eine Pilotstudie »100 Tage Betriebsratsvorsitz« erarbeitet. Einige der nach den Betriebsratswahlen erstmals mit dem Vorsitz betraute Betriebs-

ratsmitglieder hatten sich auf Anfrage des Psychologen Martin Vogel und des Bezirksleiters Friedrich Nothhelfer zur Teilnahme bereit erklärt. Per Fragebogen legten sie am Ende jedes Arbeitstages online Rechenschaft über das ab, was sie an diesem Tag getan und überlegt hatten. Der Fragebogen unterstützte auch das Selbstmanagement und regte zum Nachdenken über Rolle und Aufgaben an. Zudem wurden die Antworten per Computer ausgewertet, um Handlungs- und Verhaltensmuster zu erkennen.


NAMEN & NACHRICHTEN

Standards europaweit durchsetzen WIEN | Das Melsunger Pharma- und Medizinunternehmen

Alle sind im Bild: die Spieler, die Trainer, die Schiedsrichter.

Sparpaket im Visier PHILIPPSTHAL | Fußballturnier mit politischem Hintergrund

Vier Fußballmannschaften der IG BCE traten Ende September auf der Werrainsel in Philippsthal gegeneinander an. Sie vertraten die Ortsgruppen Lengers und Obersuhl, den Jugendausschuss des Bezirks Kassel und die Azubis der K+S Kali GmbH Werk Werra. Mit dem Spiel leitete der Bezirk seinen Beitrag zu den Aktivitäten der IG BCE gegen Sozialabbau und für mehr

Gerechtigkeit ein. Motto: »Zukunft – Jetzt gehts um uns«. Zahlreiche Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter feuerten die Mannschaften an – und waren so zugleich mitten im Thema der Kampagne, die jetzt in den Betrieben und Ortsgruppen vertieft werden soll. In der ersten Dezemberwoche soll sie in die gemeinsame Aktion münden: »Das Leben ist kein Glücksspiel«.

B. Braun beschäftigt weltweit mehr als 40 000 Menschen. Die europäischen Niederlassungen verfügen über einen gemeinsamen europäischen Betriebsrat, der hier »Euroforum« heißt. Das Forum tagt in wechselnden Ländern, zuletzt Ende September in Wien. Die internationalen Arbeitnehmervertreter machten sich dort zunächst ein Bild über die jeweilige regionale Lage des Unternehmens. Die anschließenden Wahlen führten mit großer Mehrheit zur Wiederwahl der Vorsitzenden Doris Pöllmann vom Standort Melsungen. Stellvertreter wurden der Franzose Pascal Bouffard und der Deutsche Wigand Keller aus Tuttlingen. Am zweiten Tag berichtete Heinz-Walter Große, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der B. Braun AG, über die wirtschaftliche Lage. Die Zahl der Beschäftigten in Europa sei zwischen Mai 2005 und August 2010 von 9039 auf 12 552 gestiegen. Eine besondere Herausforderung für das Euroforum besteht darin, die vereinbarten Standards über Arbeitnehmerrechte- und -vertretungen europaweit real umzusetzen. Als Gewerkschaftsvertreter nahm der Kasseler Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer an der Tagung teil. Er überreichte Doris Pöllmann – Euro-Betriebsrätin der ersten Stunde – im Namen des Hauptvorstands die Verdienstmedaille der IG BCE.

Erfolgsfaktor Frau

Halbzeit bei den Ortsgruppen

WEIMAR | Ein Betriebsrätinnen-Netzwerk soll entstehen

WEIMAR | Alle

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels wird es auch für Unternehmen in Thüringen immer wichtiger, gut ausgebildete Frauen mit Führungsaufgaben zu Der Thüringer Bezirksfrauenausschuss. betrauen. Diese Erkenntnis ist zwar vorhanden, den Karriereweg einschlagen. wird aber unzureichend um- Es genüge nicht, Beruf und gesetzt. Familie besser vereinbar zu Damit will sich der Frauen- machen, war eine der Thesen, ausschuss des Bezirks Thürin- auch die Einstellung der Mängen jedoch nicht zufrieden- ner müsse sich grundlegend geben. Bei einem Tagessemi- ändern. Der Frauenausschuss nar im September beriet der plant, ein Netzwerk von BeAusschuss, was geschehen triebsrätinnen Thüringer Unmuss, damit mehr Frauen ternehmen aufzubauen.

vier Jahre wählen die Ortsgruppen der IG BCE neue Vorstände. Die letzte Wahl war 2008. Mitte September fand deshalb ein Workshop des Bezirks Thüringen mit den Vorsitzenden der Ortsgruppen statt (Foto), in dem es um eine erfolgreiche Ortsgruppenarbeit bis zum Jahr 2012 ging. Aus aktuellem Grund befasste sich die Runde aber auch mit der bundesweiten Kampagne der IG BCE für mehr Gerechtigkeit und zukunftsweisende Reformen. Sie findet in diesem Herbst statt und steht unter dem Motto »Jetzt gehts um uns«. Weitere Themen des Treffens waren die Neugewinnung von Mitgliedern und die Beitragsehrlichkeit.

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VOR ORT NORD NAMEN & NACHRICHTEN

Raffinerie in Gefahr

Sozialplan für Luhns

WILHELMSHAVEN | Schleppende Suche nach neuem Investor

IBBENBÜREN | Völlig überrascht wurden die Betriebsräte

Die Konzernspitze von ConocoPhillips hat die Investitionen für den Ausbau der WRGRaffinerie gestoppt und auch die angekündigte Suche nach einem Investor läuft schlep- Betriebsratsvorsitzender Uwe Geertsema ist pend. Nun wollen überzeugt: »Die Raffinerie hat eine Zukunft, die rund 430 Mit- sie ist in einem gutem Zustand und die Mitararbeiter mit einer beiter sind hoch motiviert.« professionellen Image-Broschüre selbst einen will das Raffineriegelände in neuen Investor finden und ein Tanklager umwandeln. dafür ein Netzwerk aus Be- Das bedeutet den Verlust von triebsrat, IG BCE, Arbeitge- 400 Arbeitsplätzen. Hinzu berverband und Politik ins kommen weitere 1000 bei exLeben rufen. ConocoPhillips ternen Dienstleistern.

und Mitarbeiter der Luhns GmbH von den Schließungsabsichten der Geschäftsleitung. Der zweitgrößte deutsche Hersteller von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetika plant die Verlagerung von bis zu zwei Produktionslinien mit rund 30 Arbeitsplätzen aus Greven ins ehemalige Henkel-Werk nach Genthin, der Standort Bopfingen bei Ulm soll ganz geschlossen werden. Weil die wirtschaftliche Lage der Firma sehr positiv ist – Luhns zählt zu den finanziell gesunden Spitzenunternehmen in Europa – zweifelt der Gesamtbetriebsrat die Wirtschaftlichkeit der Produktionsverlagerung an. Die Geschäftsführung der Luhns GmbH wurde aufgefordert, Sozialplanverhandlungen unter Einbezug der IG BCE und externer Berater zeitnah einzuleiten. Erste Gespräche über einen Interessenausgleich haben bereits stattgefunden.

Besuch in Bremen SULINGEN | Die

Besichtigung der Traditions-Kaffeerösterei Lloyd mit Kaffeeseminar, ein Besuch des Bremer »Geschichtenhauses« und des Rolands (Foto) stand beim Tagesausflug der Ortsgruppe Sulingen auf dem Programm.

Jugend beim Kramermarkt OLDENBURG

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Was den Münchnern das Oktoberfest, ist in Oldenburger der Kramermarkt. Beim Festumzug war die IG-BCE-Jugend wieder mit eigenem Wagen dabei.

Haustarif für die Asse WOLFENBÜTTEL | Weitere Entgelterhöhung gefordert

Für die rund 300 Beschäftigten des sanierungsbedürftigen Atommüll-Lagers Asse bei Wolfenbüttel gibt es ein besseres Entlohnungssystem. Durch einen Betreiberwechsel fällt das Bergwerk unter das Atomrecht und wird als Tochterunternehmen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter geführt. »Der bisherige Tarifvertrag hat nicht mehr gepasst und unser

hoher Organisationsgrad in der IG BCE öffnete uns die Türen, um über einen Haustarifvertrag zu verhandeln«, so Asse-Betriebsratsvorsitzender Bernd Strampe. »Bisher liegen wir noch unter dem Niveau der Deutschen Gesellschaft für den Bau und Betrieb von Endlagern (DBE GmbH), aber wir sind zuversichtlich, schrittweise eine Anpassung zu erreichen.«

Gewerkschaft 2020 GRÖMITZ | Einen Projektentwurf für eine gewerkschaftliche

Vision, für eine Strategieentwicklung und für Einzelmaßnahmen diskutierten Mitglieder des Bezirksvorstandes Schleswig-Holstein und der Ortsgruppen im Jugenddorf Hans Böckler. Eine Mitgliederbefragung soll folgen, ein Internet-Infoportal ist im Aufbau: www.igbce-zukunft2020.de

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Zweiter Platz beim Wettbewerb BRUNSBÜTTEL | Den zweiten

Platz belegte die Ortsgruppe beim diesjährigen Schaufensterwettbewerb des »Schleswig-Holstein Musik-Festivals« (SHMF) unter dem Motto »Polen im Puls« (Foto).


HAMBURG | Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung

»Gerecht geht anders!«

Als kluge »tarifvertragliche Nachbarschaftshilfe« in der chemischen Industrie Norddeutschlands wollen die Tarifpartner den ersten Tarifvertrag in der chemischen Industrie zum Zufrieden mit dem Tarifvertrag (von links): Dieter Schmidt, Ralf Becker (IG BCE), Silke »Personaltausch« verstanden wissen. Wichert, Dr. Jochen Wilkens (ChemieNord). Ursprünglich gedacht, um Personalüberhang ren einen ärgerlich hohen und Personalknappheit in Ausschuss, liefern schlechtere den Zeiten der Wirtschaftskri- Qualität. Ein Lohnvergleich se ohne Entlassungen und allein reicht eben nicht.« Leiharbeiter auszugleichen, Von den geplanten regionakönnte das Modell zumindest len Firmennetzwerken sollen in industriellen Ballungsräu- Arbeitgeber wie Arbeitnehmen zukünftig zum Erfolgs- mer profitieren. Das verleimodell werden, erläutert Ralf hende Unternehmen kann Becker, Landesbezirksleiter auf Kurzarbeit und Entlasder IG BCE bei der Vorstel- sungen verzichten. Das entlung des Projektes vor zahlrei- leihende Unternehmen kann chen Betriebsräten aus dem hingegen mit chemiespeziNorden. fisch qualifiziertem Personal Voraussetzung für einen Ar- Spitzen abdecken. beitnehmerwechsel: KurzarFür die Arbeitnehmer bleibt beit muss »im Raum stehen das Arbeitsverhältnis zum oder beantragt sein«. Beide Stammbetrieb erhalten. Es Betriebsparteien müssen zu- gibt keinen Entgeltverlust, dem ihr Einverständnis erklä- keine Kurzarbeit, keine Entren. Für ChemieNord-Haupt- lassungen, aber Chancen auf geschäftsführer Dr. Jochen weitere Qualifizierung. Wilkens ist das Projekt auch Der Austausch wird über eine Alternative zur Leihar- den Arbeitgeberverband Chebeit. »Leiharbeiter produzie- mieNord abgewickelt.

HAMBURG | Rund

Jugend stellt Fragen HANNOVER | »Deutschland nach der Finanz- und Wirtschaftskrise – Quo vadis, Jugend?« heißt eine Podiumsdiskussion der DGB-Jugend Hannover mit Edelgard Bulmahn (SPD), Sven-Christian Kindler (Grüne), Herbert Behrens (Linke) Sebastian

Lechner (Junge Union), Ansgar Focke (CDU) und Patrick Nüß (IG BCE) am Freitag, 5. November, 19:00 Uhr, im Dormero-Hotel, Hildesheimer Straße 34–38, Hannover. Kurzanmeldung unter 0511 7631-562 oder per E-Mail mustafa.erkan@igbce.de

15 000 Menschen beteiligten sich im Rahmen der DGBProtestwochen »Gerecht geht anders!« im September an einer Menschenkette zwischen Finanzbehörde und der umstrittenen Elbphilharmonie, darunter viele Mitglieder der IG BCE.

Foto: west

NAMEN & NACHRICHTEN

Lust auf Kohle IBBENBÜREN

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Etwa 2000 Bergleute kamen zur Betriebsversammlung der RAG Anthrazit Ibbenbüren, um die Rede des IG-BCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis zu hören. 120 Bergleute machten sich anschließend mitten in der Nacht auf den Weg zu einer Großdemonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes in Brüssel.

Fortbildung in Biotechnologie HANNOVER | Das Qualifizierungswerk Chemie (QFC) startet im Dezember eine einjährige Fortbildung »molekulare Bioanalytik- und Gentechnologie«. Voraussetzung: abgeschlossene Ausbildung in einem Laborberuf oder ein entsprechendes Studium. Informationen und Eilanmeldung unter 0511 7631-604 oder christoph.schneider@qfc.de

Weiterbildung im Wattenmeer HANNOVER | Was haben Meeräschen im ostfriesischen Wattenmeer verloren, obwohl diese Fische doch eigentlich in der wärmeren Biskaya zu Hause sind? Was diese Frage mit Küstenschutz und Klimawandel zu tun hat, beschäftigte Mitglieder der Ortsgruppe Hannover-Süd während eines Bildungsurlaubs auf der Insel Baltrum.

Foto: Sabine Hinrichs

Beschäftigung sichern

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VOR ORT NORDOST NAMEN & NACHRICHTEN

Termine – kurz notiert ZEITZ | 3. November: Öffentliche Betriebsversammlung bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH mit Peter Hausmann, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands und Petra Reinbold-Knape, Landesbezirksleiterin der IG BCE.

So wie hier in Weimar im Bezirk Thüringen waren alle regionalen Mitgliederversammlungen zum Tarif der Ostchemie gut besucht.

Schluss mit der Lücke BERLIN | Regionale Gespräche in der Ostchemie

BERLIN | 5. November: Tarifverhandlung Chemie Ost zu

Jahresleistung, Arbeitszeit und Entgeltstruktur. KAGEL-MÖLLENHORST | 20. November: Bildungskon-

ferenz zum demografischen Wandel und Bildungsarbeit vor Ort.

Personalien im Landesbezirk LEIPZIG/STUTTGART | Uwe Bruch-

müller, seit 1999 Leiter des IG-BCEBezirks Leipzig, wechselte zum 1. Oktober in den Landesbezirk BadenWürttemberg als stellvertretender Landesbezirksleiter. Für seine langjährige und engagierte Arbeit in Leipzig sagt ihm der Landesbezirk Nordost ein herzliches Dankeschön. LEIPZIG | Neuer Bezirksleiter in Leip-

zig wird Jürgen Mehnert. Er war bisher stellvertretender Bezirksleiter in Halle-Magdeburg. Der Bezirksvorstand wählte Mehnert auf einer außerordentlichen Sitzung am 18. Oktober in sein neues Amt. Der Landesbezirk freut sich auf die neue Zusammenarbeit.

»Schluss mit der Lücke«, sagt Forderungen und ihre Umsetdie IG BCE für den Tarifbe- zung ein. Auftakt war Mitte reich Ostchemie und will glei- September in Schwedt, im Okche Arbeitsbedingungen in tober folgten weitere VeranOst und West. Zwar ist das staltungen in Dresden-ChemEntgelt in der chemischen In- nitz, Thüringen und im Bezirk dustrie seit 2009 angeglichen, Halle-Magdeburg. offen sind aber die Themen Arbeitszeit, Entgeltstruktur in den Einkommensgruppen E 5 bis E 8 und Jahresleistung. Am 5. November geht es in die erste Runde der Verhandlungen mit dem Arbeitgeberver- Landesbezirksleiterin Petra Reinboldband. Im Vorfeld lud Knape, Verhandlungsführer Peter Hausdie IG BCE ihre Mit- mann, vom geschäftsführenden Hauptvorglieder in allen Bezir- stand der IG BCE, und Sabine Süpke, ken zu regionalen Ge- Bezirksleiterin Berlin-Mark Brandenburg, sprächen über die (von links) beim Gespräch in Schwedt.

Mehr Mitglieder werben SCHWARZHEIDE | Seminar im Bezirk Cottbus

COTTBUS | Ab dem 1. Dezember

wird Philipp Zirzow als Sekretär zur Ausbildung bis Ende des Jahres im Bezirk Cottbus eingesetzt. Vor dieser Ausbildungszeit war er für zwei Jahre als JAV-Referent in den Bezirken Berlin-Mark Brandenburg und HalleMagdeburg tätig.

28 | kompakt | November 2010

Beim Werbecoaching mit Kommunikationstrainerin Susanne Haft ging es um gute Argumente für eine Gewerkschaftsmitgliedschaft und Strategien der Mitgliederwerbung. In Zukunft wollen sich die IG BCEler in Cottbus ver-

stärkt an Laboranten wenden und aufgrund des Generationswechsels besonders die Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen ins Auge fassen. Auch soll die anstehende Tarifrunde Ostchemie zur Mitgliederwerbung genutzt werden.


Zukunft mit Kohle

NAMEN & NACHRICHTEN

HORNOER BERG | Jubiläums-Mahncamp als Auftakt

Wasserwirtschaft BERLIN | Zentraler Arbeitskreis der IG BCE

»Die zuständige Gewerkschaft für die Wasserwirtschaft ist die IG BCE«, unterstrich Egbert Biermann, Mitglied des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstands, auf der Sitzung des Zentralen Arbeitskreises Wasser. Für

die ehrenamtlichen Mitglieder der Wasserwirtschaft in Ostdeutschland gehört dazu auch das klare Votum der Beschäftigten zur IG BCE. Weitere Themen waren die tarifliche Entwicklung und die Arbeit der regionalen Arbeitskreise.

Foto: Rainer Weisflog

Der Landesbezirksvorstand fordert von der Bundesregierung einen klaren Vorrang für die Kohle als einheimischem Energieträger und eine zuverlässige CCSGesetzgebung als Wegbereiter für Ernste Gesichter bei den mehr als 200 Bergmoderne Kohle- leuten beim Mahncamp am Tagebau Jänschkraftwerke. Zu ei- walde: es geht um den Energiestandort und nem ausgewoge- um eine Zukunft für die Kohle. nen Energiemix gehört als unverzichtbarer ten Kohle-Aktionstag, wurde Energieträger für die indus- das Mahncamp am Hornoer trielle Produktion die Braun- Berg im Bezirk Cottbus wieder kohle aus den Kohlerevieren aufgebaut. Hier wurde auf den in Mitteldeutschland und in Tag genau vor zehn Jahren ein der Lausitz. mehrwöchiges Mahncamp erMit Aktionen macht die IG folgreich von den Kolleginnen BCE dafür mobil: Am 29. Sep- und Kollegen beendet. Als nächste Aktion fand am tember, dem deutschlandwei28. Oktober eine Kundgebung in Cottbus statt. Rund 1000 Teilnehmer wurden dort erwartet, als Redner hatten der IG-BCE-Vorsitzende Michael VassiAm Kohle-Aktionstag waren ostdeutsche liadis und BranBraunkohlen-Bergleute auch im Ruhrgebiet denburgs Arbeitsund im Saarland präsent. Hier die Vattenfall- minister Günter Kollegen auf Auguste Victoria in Marl. Baaske zugesagt.

Fahnenweihe und Bergparade RÜDERSDORF | Brandenburg hält am Energiemix aus

Braunkohle und erneuerbaren Energien fest. Das bekräftigte Staatskanzleichef Albrecht Gerber bei der Fahnenweihe des Landesverbands Brandenburg-Berlin der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Anfang Oktober. Beim Festakt sprach auch Ulrich Freese, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und stellvertretender IG-BCE-Vorsitzender. Die der heiligen Barbara, der Schutzheiligen aller Bergleute, geweihte Fahne wurde anschließend bei einer Bergparade öffentlich vorgestellt. Es war der Höhepunkt der 775-Jahrfeier in Rüdersdorf.

DGB-Proteste gegen Sozialabbau DRESDEN | Un-

ter dem Motto »Wir lassen uns nicht kürzen! Schluss mit dem Sparwahn, denn Sachsen braucht Zukunft!« hatte der DGB Sachsen am 29. September anlässlich der öffentlichen Anhörung zum Doppelhaushalt des Landes zu einer alternativen Anhörung ins Internationale Congress Center Dresden eingeladen. Über 1800 Gewerkschafter kamen. Für den anschließenden Demonstrationszug zum Sächsischen Landtag waren über 5000 Gewerkschafter aus ganz Sachsen angereist, darunter IG BCEler aus den Regionalforen Vogtland, Erzgebirge, Zwickau sowie Freiberg und Chemnitz.

Gewinner der Sommerwerbeaktion BERLIN | An der Sommerwerbeaktion nahmen 459 Werberinnen und Werber teil. Die Gewinner sind Klaus Krüger aus dem Bezirk Halle-Magdeburg (1. Preis), Angelika Schuknecht aus Berlin-Mark Brandenburg (2. Preis) sowie drei 3. Preise für Christina Kaden (Bezirk Dresden-Chemnitz), Mario Ast (Bezirk Leipzig) und Olaf Schulze (Bezirk Cottbus).

Symbole rechter Gewalt DRESDEN | Symbole und Codes der Rechten sind schwer zu entschlüsseln. Oft sind sie beim oberflächlichen Blick auf Kleidung und Äußeres nicht zu erkennen. Deshalb organisierte der Bezirksfrauenausschuss Dresden ein Seminar mit Danilo Ziemen, Mitarbeiter des Dresdner Netzwerkes für Demokratie und Courage e. V. Er erklärte den 18 Teilnehmerinnen die Symbole und ihre Bedeutung, sodass sie in Zukunft die Zeichen auf der Kleidung richtig einordnen können.

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VOR ORT NORDRHEIN NAMEN & NACHRICHTEN

Energiepolitische Bildungsfahrt DUISBURG | Die

IG-BCE-Ortsgruppe Duisburg besuchte in Lingen das Kernkraftwerk Emsland sowie den dortigen Standort der Advanced Nuclear Fuels. Der Informationsbesuch sollte Argumente für eine sachlichere Diskussion über die Energiepolitik in Deutschland liefern.

Gratulationen für Erwin Kollender OBERHAUSEN | Michele La

Torre von der IG-BCE-Angestelltenortsgruppe LohbergOsterfeld gratulierte Erwin Kollender (rechts) zu seinem 90. Geburtstag. Die IG BCE ehrte Kollender auch für seine 75-jährige Treue zur Gewerkschaft.

Infofahrt ins Hochsauerland ERFTSTADT | Die IG-BCE-Ortsgruppe Erp organisierte eine Bildungsfahrt ins Hochsauerland. Dort besichtigten die Teilnehmer unter anderem die Warsteiner Brauerei und das Erzbergwerkmuseum in Ramsbeck.

Seit 60 Jahren verheiratet MOERS | Dieter Stier, seit 56 Jahren Funktionär in der IG-

BCE-Ortsgruppe Utfort-Eick und seit 1944 Gewerkschaftsmitglied, feierte mit seiner Frau Lieselotte die diamantene Hochzeit. Die IG BCE gratulierte.

Werberhitparade im September Josef Langohr (22, Continental Aachen, Alsdorf), Klaus Pilger (20, Sachtleben, Moers), Ernst Muders (18, Procter & Gamble, Köln-Bonn), Matthias Dürbaum (15, RWE Power PBH, Alsdorf), Nadja Sauer (15, RWE Power Zentrale, Alsdorf), Selim Aydin (14, GTP Schäfer, Düsseldorf), Jochen Musiol (14, RWE Power PBV, Alsdorf), Tim Strater (12, Currenta Krefeld, Moers), Hans Dreckmann (12, Evonik Steag Walsum, Duisburg). www.nordrhein.igbce.de

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Beim Betriebsräteforum informierten sich 90 neu gewählte Arbeitnehmervertreter über die Unterstützungsangebote der IG BCE.

Infos für Betriebsräte HALTERN AM SEE | Forum gibt Unterstützung für die Praxis

Bei den Betriebsratswahlen wurden im Organisationsbereich des Landesbezirks Nordrhein in diesem Jahr 30 Prozent der Arbeitnehmervertreter erstmals in Mitbestimmungsgremien gewählt. Beim Betriebsräteforum des Landesbezirks im Bildungszentrum Haltern informierten sich 90 der »Neuen« über die Unterstützungsangebote der IG BCE. Landesbezirksleiter Reiner Hoffmann stellte zu Beginn fest: »Der demografische Wandel hat die Betriebsräte erfasst. Darauf wird die IG BCE mit ihren Bildungsangeboten reagieren.« In den Diskussionsrunden mit Christian Vollrath, dem Direktor des Arbeitsgerichts Siegen, erfahrenen Betriebsrätinnen und Betriebsräten,

Bezirksleitern und Rechtsschutzsekretären wurden viele praktische Erfahrungen vermittelt – von Betrieben in Insolvenz bis hin zu den Themen »betriebsbedingte Kündigung« und »Arbeitsgericht«. Die Teilnehmer bewerteten das Treffen als interessanten Einstieg in ihre künftige Arbeit. Ihre Erkenntnis: Weitere Qualifizierung für ihre Tätigkeit ist von grundlegender Bedeutung. Detlef Lüke, Leiter des Bildungszentrums, betonte: »Die IG BCE bietet dafür ein vielfältiges Programm an. Es reicht von der Grundlagenqualifizierung durch Bezirke und Landesbezirk bis hin zu Spezialisierungsseminaren in unseren Bildungszentren in Haltern, Bad Münder und Kagel-Möllenhorst.«

Baggern für die Ausbildung ALSDORF | Unter

dem Motto »Wir baggern für mehr Ausbildungsplätze« organisierte der Bezirksjugendausschuss Alsdorf ein Beachvolleyballturnier. Nach hart umkämpften Spielen standen nach gut drei Stunden die Sie-

ger fest: Das Team der Banditos III holte mit 77 Punkten den ersten Platz.


Hilfe für Ausbildung DÜREN | IG BCE informiert bei Jobbörse

Für Josef Abels, Vorsitzender der IG-BCE-Ortsgruppe Düren, ist klar: »Was nützt den Jugendlichen eine Information über Aus- und Weiterbildung, wenn sie keine Ahnung von Die IG-BCE-Ortsgruppe Düren präsentierte ihren Rechten und sich bei einer Jobbörse für Jugendliche. Pflichten in der Ausbildung haben.« Des- ausschusses Alsdorf, die wegen war die Gewerkschaft zukünftigen Auszubildenden. bei einer Jobbörse für Jugend- Isecke betonte: »Es ist wichtig, liche in Düren mit von der den jungen Leuten auch die Partie. IG BCE schon vor der AusbilDort informierte Abels mit dung vorzustellen und zu erseinen Vorstandskollegen Uli klären, welche wichtige AufgaTitz und Theo Dick sowie ben die Gewerkschaft für Andreas Isecke, Vorsitzender Auszubildende und Arbeitdes IG-BCE-Bezirksjugend- nehmer hat.«

Himmelwärts beim Fest DORMAGEN | Der IG-BCE-Ballon war die Attraktion

Das unumstrittene Highlight beim Familienfest des Bezirks Köln-Bonn in Dormagen war der IG-BCE-Heißluftballon. Kleine und große Festbesucher konnten hautnah miterleben, wie das Ballon-Team um Dietmar Bartsch seinen Start vorbereiteten. Vom guten IG-BCE-Informationsangebot profitierten alle Festbe- Der Heißluftballon war die Attraktion beim sucher, von denen Familienfest des IG-BCE-Bezirk Köln-Bonn viele bei den Unter- in Dormagen. nehmen des nahe gelegenen Chemieparks be- persönlichen Gespräch über schäftigt sind. Sie nutzten die die Situation in den Dormalockere Gelegenheit zu einem gener Betrieben. .

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Fragen an Norbert Werres

Der Betriebsratsvorsitzende im m-real Zanders Werk Reflex in Düren zu den PERSPEKTIVEN am Standort.

Der finnische Papierkonzern Metsä Tissue will Produktionsteile von Zanders in Düren übernehmen. Was bedeutet das für die Produktion? Metsä Tissue hat eine Absichtserklärung zum Kauf der Spezial-Papiermaschine PM5, der dazugehörigen Aggregate und Maschinenteile sowie eines Kraftwerks unterzeichnet. Das ist ein wichtiger Schritt zu einem Papier-Park, in dem unterschiedliche Investoren zukunftsträchtige Papierprodukte produzieren. Das Know-how der Beschäftigten, die hier auf höchstem Niveau Papier erzeugen und verarbeiten, wird weiter genutzt. Weitere Investoren sollen folgen. Und was wird mit den Arbeitsplätzen? Die betroffenen Arbeitsplätze haben wir gesichert. Mindestens 50 Beschäftigten können zu Metsä Tissue wechseln. Das Unternehmen braucht aber auch die Hallen unserer Produktion für die Kleinformate. Deswegen soll diese Produktion demnächst in das Werk nach Bergisch Gladbach verlegt werden. Anfänglich sollten nur fünf der 15 Mitarbeiter mit nach Bergisch Gladbach gehen und den restlichen betriebsbedingt gekündigt werden. Wir haben durchgesetzt, dass alle mitgehen können. Für den Mehraufwand sollen sie eine Entschädigung bekommen. So lange die dafür notwendigen Gelder vom Management noch nicht genehmigt wurden, werden wir die Verlagerung verhindern. Sind weitere Verkäufe konkret geplant? Für unsere Premium-Paper-Produktion gibt es laut Management immer noch Kaufinteressenten, die sehr an den Fortbestand der Produktion interessiert sind. Wie flankiert die IG BCE die Veränderungsprozesse? Es sind bereits zwei Ausgaben einer »IG-BCE-PapierPark-Zeitung« für unseren Standort Reflex in Düren erschienen. Diese Zeitung wird auch zukünftig die Beschäftigten über die aktuellen Entwicklungen im m-real Zanders Werk Reflex auf dem Laufenden halten. Der Prozess, diesen Papier-Park zu entwickeln, wird noch viele Wendungen nehmen. Mailen Sie uns Ihre Meinung: kompakt@igbce.de

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VOR ORT RHEINLAND-PFALZ/SAARLAND NAMEN & NACHRICHTEN

»Kicking 4 Future« LAHNSTEIN | 50 Auszubildende trieben mit Riesenspaß bei diesem Turnier im September den Ball über den Rasen. Sie kamen von Unternehmen, die die IG BCE betreut: Calderys, Huhtamaki, Lohmann, Steuler Industriewerke, TMD Friction, Zeller Plastik und Zschimmer & Schwarz. Dies 3. gemeinsame »Kicking 4 Future«-Fußballturnier hatte der Jugendausschuss des Bezirks Neuwied-Wirges bestens organisiert, bis hin zur Botschaft: »Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen.« Lahnstein war Austragungsort, weil hier der Betrieb des Vorjahressiegers steht, Zschimmer & Schwarz. Im kommenden Jahr geht es nach Neuwied. Die Mannschaft der dortigen Lohmann GmbH & Co KG heimste Siegerpokal und Siegprämie ein (Foto oben). Den 2. Platz belegte die Mannschaft von Huhtamaki (Mitte) und den 3. Platz erkämpften sich die Auszubildenden von Zeller Plastik (rechts).

Gemeinsam kämpfen und feiern GERMERSHEIM | Rund 150 Arbeitnehmerinnen, Arbeit-

nehmer und Familienmitglieder folgten der Einladung zu einem Fest, das die IG BCE zusammen mit den Betriebsräten der Gumasol Rubber-Tec und der Ardagh Glass im Spätsommer ausrichteten. Anlass: Beide Betriebe hatten in den vergangenen Monaten schwere Zeiten durchzustehen, mit Umorganisation und Insolvenz. Gemeinsam mit den Betriebsräten hatte die IG BCE Regelungen für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten vereinbart – auch zum Wohle ihrer Familien. Jetzt kam nach dem Fight die Feier. Bei Gegrilltem und Rahmenprogramm konnten sich Betriebsräte, Vertrauensleute, IG-BCE-Vertreter, Geschäftsführung und Beschäftigte in gemütlicher Runde besser kennenlernen.

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Peter Hausmann erläuterte die tarifpolitischen Schwerpunkte.

Neue Schwerpunkte FRANKENTHAL | Tarifkonferenz mit Peter Hausmann

Ist der Flächentarifvertrag in Gefahr? Das Bundesarbeitsgericht hat im Juni das Prinzip beerdigt, dass in jedem Betrieb stets nur ein Tarifvertrag gelten kann. Jetzt kommt es nur noch darauf an, welcher Gewerkschaft der oder die Einzelne angehört. Eine tarifpolitische Konferenz des Bezirks Ludwigshafen befasste sich im September mit dem Thema. Peter Hausmann, im geschäftsführenden IG-BCEHauptvorstand zuständig für Tarifpolitik, forderte die Bundesregierung auf, die Tarifeinheit gesetzlich zu verankern. »Ein gemeinsamer Vorschlag von DGB und Arbeitgebern liegt dem Gesetzgeber vor«, berichtete er. Hausmann erläuterte dann, in welchen Bereichen die IG BCE in den kommenden Jahren tarifpolitische Schwer-

punkte sieht. Dazu gehört der Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die aufgrund starker beruflicher Belastung nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten können. Hier müssen den Tarifvertragsparteien durch den Gesetzgeber Instrumente für die Ausgestaltung flexibler Rentenübergänge an die Hand gegeben werden. Es geht aber auch um die Fortbildung, Gesundheit und Arbeitszeiten älter werdender Belegschaften. Zudem, so Hausmann, soll der Entgelttarifvertrag durchforstet und an die heutigen Realitäten angepasst werden. Die im Frühjahr nächsten Jahres anstehenden Tarifverhandlungen, sieht Hausmann optimistisch entgegen. »Da die chemische Industrie die Krise inzwischen überwunden hat und der Umsatz wieder auf dem Niveau des Jahres 2008 liegt, wird die Forderung nach höheren Einkommen ein zentrales Anliegen bei der Tarifrunde 2011 sein«, verReger Dialog: Die Tarifkonferenz bot den Teil- sicherte Hausnehmern viele Diskussionsansätze. mann.


Lernziel Präsentation

NAMEN & NACHRICHTEN

HÖHR-GRENZHAUSEN | Kurs für Ausbilder und Prüfer

Großer Beifall für Beate Mende

Wer eine neue Idee, ein Produkt vorstellt oder den Umgang mit einem Werkzeug zeigt, macht dies meist in Form einer »Präsentation«, einer erklärenden Bildfolge. Dieses Know-how ist für Auszubildende häufig sogar Teil der Ausbildung und Prüfung. Deshalb müssen es auch die Ausbilder erlernen – und die ehrenamtlichen Mitglieder in den Prüfungskommissionen, die über die Abschlussnoten mitentscheiden.

LUDWIGSHAFEN | Beate Mende hat nach 20 Jahren als Gewerkschaftssekretärin die passive Phase ihrer Altersteilzeit angetreten. Hauptamtliche Gewerkschafter, Betriebsräte und Vertrauensleute, Mitglieder des Bezirksfrauenausschusses und des Arbeitskreises Senioren sowie ehemalige Weggefährten feierten mit ihr den Abschied. Die Laudatio hielt Landesbezirksleiter Ralf Sikorski. Im April 1990 wurde Beate Mende Gewerkschaftssekretärin in Halle. Seit 1997 war sie in gleicher Funktion im Bezirk Ludwigshafen tätig. »Mit Beate haben wir eine engagierte und zuverlässige Mitarbeiterin verloren«, sagt Bezirksleiter Frank Löllgen.

Diese Überlegung hat der Bezirk Neuwied-Wirges jetzt in seiner Seminarreihe »Zukunft der Ausbildung« aufgegriffen. Speziell für Ausbilder und Prüfer fand in einem Hotel am Rande des Westerwalds einen Kursus »Präsentieren wie ein Profi« statt. »Wir möchten den Ausbildern und Ausbilderinnen das richtige Rüstzeug an die Hand geben«, sagt dazu Gewerkschaftssekretär Tobias Hanson.

Infos zum Arbeitsrecht PIRMASENS | Außerordent-

liche Kündigungen aus geringfügigem Anlass haben in den letzten Jahren zu heftigen Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt. Genaueres über den Kündigungsschutz in solchen Fällen erfuhren Mitglieder der Ortsgruppe

Pirmasens im Rahmen einer Schulung durch den Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Gerhard Hussong. Die Veranstaltung wandte sich an interessierte Gewerkschafter, die nicht bereits als Betriebsräte über die Rechtslage unterrichtet sind.

Ein besonderes Jubiläum WIEBELSKIRCHEN | Das 60-jährige Bestehen der IG-BCEOrtsgruppe war für den Vorsitzenden Andreas Detemple Anlass für eine Jubilarehrung. Landesbezirksleiter Ralf Sikorski ehrte Mitglieder für 25, 40, 50, 60 und sogar 70 Jahre Treue zur Gewerkschaft. Der Ehrenvorsitzende der Ortsgruppe, Fritz Schlosser, wurde sogar für 75-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Bergleute von der Saar zeigen Flagge in Brüssel BRÜSSEL | 50 000 europäische Gewerkschafter folgten Ende September dem Aufruf des Europäischen Gewerkschaftsbunds ETUC zu einer Demonstration gegen Sparmaßnahmen und für mehr Beschäftigung. Zeitgleich gab es Aktionen in elf europäischen Hauptstädten. Auch 1200 deutsche Bergleute fuhren nach Brüssel, darunter 350 Saarländer von RAG und Evonic (Fotos). Sie protestierten gegen die Absicht der EUKommission, Kohlesubventionen nach 2014 zu verbieten. kompakt | November 2010 | 29


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VOR ORT WESTFALEN NAMEN & NACHRICHTEN

Energiekonferenz verabredet DÜSSELDORF

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Der Bezirk Münster-Bielefeld will im kommenden Frühjahr eine gemeinsame Energiekonferenz mit der SPD-Landtagsfraktion ausrichten. Das verabredeten Bezirksleiter Ulrich Hampel (rechts) und Bezirksvorstandsmitglied Karl-Heinz Horstkotte (links) bei einem Gespräch in Düsseldorf mit dem SPDFraktionsvorsitzenden Norbert Römer (Mitte).

Über den Zukunftsprozess »IG BCE 2020« diskutierten Betriebsräte des IG-BCE-Bezirks Dortmund-Hagen.

Dialog über Zukunft HALTERN AM SEE | Betriebsräte diskutierten Perspektiven

Beach-Turniere der IG-BCE-Jugend

WITTEN | Unter dem Motto »Cut Shot gegen Kopfpauschale« trafen sich mehr als hundert Jugendliche aus dem IG-BCE-Bezirk Dortmund-Hagen in Witten zu Volley- und Fußball auf Strandsand. Auf der Jagd nach den begehrten Pokalen köpften, schossen, blockten oder baggerten 14 Mannschaften. Die Turnierpausen wurden genutzt, um zum Beispiel auch über die Kopfpauschale zu diskutieren.

Treffen der Urenco-Berufsanfänger HALTERN AM SEE | Die neuen Urenco-Azubis trafen sich für zwei Tage in der IG-BCE-Bildungsstätte Haltern am See. Dort wurden sie unter anderem spielerisch gefordert, um Kommunikation, Motivation und Kreativität auszubauen. Bezirksleiter Ulrich Hampel informierte über Arbeit und Leistungen der IG BCE.

»Wir stellen uns den Stärken und Schwächen der Organisation, um optimal die Zukunft in den Betrieben und in der Gesellschaft mit den Mitbestimmungsträgern zu gestalten«, so fasste Adi Siethoff, IG-BCE-Bezirksleiter Dortmund-Hagen, eine Betriebsrätekonferenz neuen Stils in Haltern am See zusammen. Rund 50 Betriebsräte aus Betrieben der Region diskutierten neue Perspektiven, Denkweisen und Handlungsoptionen für den Zukunftsprozess »IG BCE 2020«. Der Bezirk scheute sich dabei auch nicht, mit Nichtmitgliedern in den Dialog zu treten, um deren Sicht in den Prozess einfließen zu lassen.

Olaf Meyer, Vorsitzender der IG-BCE-Ortsgruppe Dortmund-Dorstfeld, hatte die Veranstaltung nach der Methode »World-Café« initiiert. Sie lässt möglichst viele Beteiligte zu Wort kommen und regt besser zu Mitwirkung und Engagement an. Auf der Konferenz zeigte sich, dass auch die Betriebsräte immer mehr unter Druck kommen, wenn sie den Gewerkschaftsgedanken im Betrieb leben. Adi Siethoff: »Wie wir damit zukünftig umgehen, werden wir bei weiteren Treffen vertiefen. Wir werden jedenfalls diesen Prozess vorantreiben und auch zukünftig den Dialog mit den Betriebsräten ausbauen.«

Infos für Leiharbeiter

IG-BCE-Seminare

BIELEFELD | Möller-Betriebsrat regte Veranstaltung an

OEDING | 25. bis 27. März 2011: Der gläserne Mensch (LBZ300.05.01.01.11); HALTERN AM SEE | 4. bis 8. April 2011: Ist Deutschland noch ein Industriestandort? (LBZ300.05.02.01.11); Anmeldungen beim zuständigen Bezirk oder Landesbezirk.

Erstmalig veranstalteten Betriebsräte der Möller-Gruppe gemeinsam mit der IG BCE einen Informationsnachmittag für Leiharbeitnehmer in Bielefeld. Mit großem Interesse nahmen Zeitarbeitnehmer aus allen Möllerbetrieben an

www.westfalen.igbce.de

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dem Treffen teil. Jürgen Thannhäuser, Vorsitzender des Möller-Konzernbetriebsrats, kündigte an, dass es zukünftig regelmäßig IG-BCEAngebote für die Leiharbeitnehmer bei Möller geben werde.


Tag der Ausbildung

NAMEN & NACHRICHTEN

ARNSBERG | Erfahrungsaustausch für junge Beschäftigte

Jahrzehntelanges Engagement

Der Bezirk Dortmund-Hagen veranstaltete im Betrieb Reno De Medici in Arnsberg zum inzwischen sechsten Mal den von der Ortsgruppe Marsberg ins Leben gerufenen »Tag der Ausbildung«. Mehr als 100 Auszubildende aus dem gastgebenden Betrieb und den Unternehmen WEPA Papierfabrik, Ritzenhoff Cristal, Grevenbrücker Kalkwerk, Perstorp Chemicals sowie Akzo Nobel trafen sich zum Erfahrungsaustausch. »Die IG BCE und die Mitbestimmung in den Betrieben sind wichtige Partner in der

MARL | Völlig

Berufsausbildung,« betonte Guido Freisewinkel vom Bezirk Dortmund-Hagen. Neben der Gestaltung der Ausbildungsberufe in den Berufsneuordnungsverfahren, unterstütze die IG BCE auch die Umsetzung in den Betrieben und setze sich gemeinsam mit den Betriebsräten und Jugendvertretern bei der Kontrolle der Qualität der Ausbildung für gute Ausbildung ein, so Freisewinkel. Jugendreferent René Korsch stellte die Unterstützungsangebote der Gewerkschaft für die jungen Beschäftigten vor.

überrascht und sichtlich gerührt reagierte Viktor Klossowsky (Mitte), als er im Rahmen einer VorstandsBildungsklausur seiner Ortsgruppe Hüls 1 vom IG-BCE-Bezirksleiter Karlheinz Auerhahn (links) die Ehrenmedaille der IG BCE bekam. Auch Ortsgruppenvorsitzender Ernst Ückert bedankte sich bei dem 90-Jährigen für sein jahrzehntelanges Engagement.

Literarischer Dämmerschoppen BERGKAMEN | Ein »Dankeschön« für Autor Kurt Kuhle (links): Bei einem Dämmerschoppen der Ortsgruppe Oberaden hatte er Bergbaugeschichten aus seinen Büchern vorgelesen. Dafür bekam Kuhle vom Ortsgruppenvorsitzenden Willi Null eine Statue der heiligen Barbara überreicht.

Mit mehr als 100 Teilnehmern gut besucht: Der von der IG BCE veranstaltete »Tag der Ausbildung« im Sauerland.

Kletteraktion für Azubis BOCHUM

Beim Knappentag dabei BOCHUM | IG BCE präsentierte sich mit Infomobil

Die IG-BCE-Landesbezirke Nordrhein und Westfalen unterstützten auch in diesem Jahr wieder den nordrheinwestfälischen Knappentag in Bochum. Der Bezirk Dortmund-Hagen präsentierte sich dort mit seinem Infomobil. Bei dem Knappentag dabei war der Vorsitzende des IG-BCE-Regionalforums Bochum/Hattingen/Sprockhövel, Uwe Jendroszak. Er traf

sich unter anderem mit dem Direktor des Bergbaumuseums, Rainer Slotta, mit Uwe Enstipp, dem Vorsitzenden des NRW-Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine, Kurt Wardenga, dem Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Bergmanns-Hütten- und Knappenvereine, und Johannes Hartmann, dem zweiten Landesvorsitzenden der Berg- und Knappenvereine NRW.

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Auszubildende aus den Unternehmen Hexion, Dörken und Pilkington trafen sich in Bochum, um ihre persönlichen Grenzen beim Free-Climbing auszutesten. Der Bezirk Dortmund-Hagen hatte die Aktion organisiert.

Mitglied in Werbegemeinschaft BOCHUM | Die Ortsgruppe Bochum-Südwest ist Mitglied

der Werbegemeinschaft in ihrem Bochumer Stadtteil Linden. Sie war deswegen auch bei einer Veranstaltung der Werbegemeinschaft mit einem Informationsstand zur Energie- und Industriepolitik dabei.

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EINER VON UNS

SICH MIT WILFRIED MANNSHARDT anzulegen,

Fotos (2): Thomas Schindel

ist keine gute Idee. Der beim Druckfarben- und Druckplatten-Konzern Flint Group angestellte Elektromeister ist Deutscher Judomeister.

Bereit zum großen Wurf

E

ines muss man Wilfried Mannshardt lassen: Er hat einen kerzengeraden Lebenslauf. 1979 trat er in den heutigen Flint Group-Konzern (damals noch eine Sektion der BASF) und in die Gewerkschaft ein. Seither wartet der jetzt als Elektromeister tätige Angestellte die Anlagen des Werks in

Sport.« Die nutzt er bis heute, geht seit nunmehr 36 Jahren drei Mal wöchentlich zum Training. Nicht nur im Budo-Sportzentrum Offenburg, sondern durchaus auch im nahe gelegenen Straßburg, wo er schon mal mit Judoka aus dem französischen Nationalkader kämpft. »In Frankreich genießt Judo den

»Es gibt nicht viele, die mit 52 noch aktiv sind.« Willstätt (bei Offenburg) und beseitigt Störungen in der Produktion. Ebenso zielstrebig verfolgt er sein großes Hobby, den Judosport. Von weiß bis schwarz hat er alle Gürtel im Schrank, im Jahr 1999 kam der »fünfte Dan« – der höchstmögliche, schwarze Meister-Gürtel – hinzu. »Ich hatte das große Glück, nie Schicht arbeiten zu müssen«, sagt Mannshardt. »Das ließ mir von Anfang an viel Zeit für den Judo30 | kompakt | November 2010

Stellenwert, den hierzulande Fußball hat«, sagt Mannshardt. Entsprechend sei das Training dort auf deutlich höherem Niveau als in Deutschland. Logisch, dass er sich deshalb auf der linksrheinischen Seite mehr gefordert sieht. Training und Ehrgeiz haben sich für ihn inzwischen ausgezahlt: Im Jahr 2008 wurde er in seiner Alters- und Gewichtsklasse Deutscher Meister, im vergangenen Jahr belegte er mit 52 Jahren den

fünften Platz der Weltmeisterschaft. Das Alter sieht er dabei nicht als Problem, im Gegenteil: Er kämpft gerne mit Jüngeren, denn die halten seine Reaktionsfähigkeit auf konstant hohem Niveau. In der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen dagegen sieht er seine Taktik permanent gefordert. »Das ist ein guter Mix«, sagt er auch noch nach fast 5000 Trainingseinheiten. Da fragt man sich, welcher Gegner ihn in all den Jahren schon einmal so richtig schachmatt gesetzt hat. Mannshardt lacht und deutet auf sein gerissenes, rechtes Brillenglas. »Das war ein ärgerlicher, kleiner Unfall – verursacht hat den aber meine Partnerin – beim Tanzen.« Axel Stefan Sonntag

Sie kennen ein IG-BCE-Mitglied mit außergewöhnlichem Hobby? Dann schreiben Sie uns: kompakt@igbce.de


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VOR ORT WESTFALEN

Kompetenztag 2010 BOCHUM | Politik, Sport und Spaß mit der IG BCE

Für IG-BCE-Landesbezirksleiter Kurt Hay zeigte der diesjährige IG-BCE-Kompetenztag im Landesbezirk Westfalen »wieder einmal eindrucksvoll, wie stark sich die IG-BCE-Mitglieder engagieren«. In allen fünf Bezirken präsentierte sich die Gewerkschaft am 18. September mit vielen bunten Festen einer breiten Öffentlichkeit. Neben politischen Themen kamen dabei auch das leibliche

Wohl sowie Spiel und Spaß für Groß und Klein nicht zu kurz. Kurt Hay lobte die vielen aktiven Ortsgruppen, Betriebsräte, Vertrauensleutekörper und Regionalforen in Westfalen: »Sie setzen sich nicht nur aktiv für Verbesserungen in der Sozial-, Gesundheits-, Industrie- und Energiepolitik ein, sondern auch für die verschiedensten anderen Themen im Wohnort und Betrieb.«

Bezirk Gelsenkirchen

Der Bezirk Gelsenkirchen feierte an zwei Orten. Auf einem Fußballplatz in EssenKaternberg war das Regionalforum Essen mit dem Thema »Fitness und Gesundheit« präsent; unter anderem mit einem NordicWalking-Lauf. An der Christuskirche in Gladbeck gab es viele Informationen aus Gewerkschaft und Politik und Künstler lockten mit bunten Darbietungen (Foto).

Bezirk Dortmund–Hagen

Bezirk Hamm

Herbstzeit ist Drachen-Bastel-Zeit – der Bezirk Dortmund-Hagen bot genau dies seinen jüngsten Besuchern beim Fest in Hattingen (Foto). Außerdem gab es rundherum viele Informationen für die Besucher. So präsentierte der Infowagen die Themenbereiche Bildung, Energie- und Industriepolitik, Arbeits- und Sozialrecht sowie Mitbestimmung und Tarifarbeit.

Auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamms Innenstadt kamen die Bürger mit Mitgliedern der IG BCE über die Gewerkschaftsarbeit ins Gespräch. Zuvor hatten Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Bezirksleiter Manfred Freitag und der stellvertretende Landesbezirksleiter Jürgen Grunwald dort den IG-BCE-Kompetenztag eröffnet.

Bezirk Münster–Bielefeld

Bezirk Recklinghausen

Der Bezirk Münster-Bielefeld richtete seinen Kompetenztag am Rande des Lüdinghausener Stadtfestes gemeinsam mit der dortigen Ortsgruppe aus. Das Team des Bezirks beantwortete dort unter anderem Fragen zu Tarifverträgen, aber auch zu Arbeits-, Sozial- und Betriebsverfassungsrecht.

Der Bezirk Recklinghausen feierte vor Ort in Herne. Er nutzte den Kompetenztag vor allem, um dort seine Aktion »Unsere Industrie braucht sichere Energie« vorzustellen. »Wir wollen mit der Aktion Verständnis für industrie- und energiepolitische Projekte wecken«, so Bezirksleiter Karlheinz Auerhahn. Aktiv war in Herne auch der Bezirksfrauenausschuss (Foto) dabei.

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TENDENZEN BILDUNG

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Sitzen geblieben EINE BILDUNGSREPUBLIK kündigte die

Kanzlerin vollmundig an, als die schwarz-gelbe Koalition vor einem Jahr antrat. Doch mehr Geld für Bildung bleibt weiter nur ein Versprechen. Nicht einmal die Fahrkarte für den Schulbus können manche Kommunen den Schülern bezahlen.

Foto: Thomas Koehler/photothek.net

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TENDENZEN BILDUNG

Foto: Frank Sorge/Caro

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Magere Kost IN KINDERBETREUUNG, SCHULEN UND UNIVERSITÄTEN wollte die Bundesregierung investieren.

Inzwischen ist klar: Das Ziel wird verfehlt, die Spaltung im Bildungssystem verschärft.

S

ören Strelaus Schulweg mit dem Rad ist nicht zu jeder Jahreszeit ein Vergnügen. Von Soßmar, seinem Heimatdorf im Kreis Peine, sind es drei Kilometer bis zum Schulzentrum Hohenhameln. Das klingt nicht weit, doch im Winter ist die Tour anstrengend und riskant. Den Schnee von der Landstraße schieben die Räumfahrzeuge kurzerhand auf den Radweg. Die Fahrspur ist spiegelglatt, die Strecke über Land durch unbewohntes Gebiet unbeleuchtet. Früher fuhr der 14-Jährige, der die

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neunte Klasse der Realschule besucht, dann einfach mit dem Bus. Doch der Landkreis Peine will dafür seit dem neuen Schuljahr nicht mehr zahlen. Die Mindestentfernung pro Wegstrecke, in der »Satzung zur Schülerbeförderung« festgelegt, wurde von zwei auf drei Kilometer angehoben. Hohenhamelns Nachbarorte Harber, Ohlum und Soßmar liegen knapp unter dem neuen Limit – mit dem Ergebnis, dass die dort wohnenden Schüler kein Monatsticket mehr erhalten.

Sörens Mutter Regina Strelau, Elternratsvorsitzende der Realschule in Hohenhameln, hält es für »nicht gerecht, wenn Familien mit mehreren Kindern über 100 Euro im Monat für Fahrkarten ausgeben müssen«. Sie berichtet von »Drillingen hier in der Schule«, für deren Eltern das eine enorme Zusatzbelastung sei. Das Fahrrad hält sie nur im Sommer für eine brauchbare Alternative. Die dafür vorgesehenen Wege in der Umgebung des Schulzentrums seien »für ganzjähriges Benutzen nicht ausgestat-


ZWISCHENRUF

EDELTRAUD GLÄNZER

tet«. Zudem haben manche Schüler »gar kein Rad und erst recht keinen Helm«. Das Monatsabo für den Bus kostet 42,40 Euro pro Kopf, rechnet sie vor. Sie selbst könne sich diese Summe zwar leisten – doch in Haushalten mit wenig Einkommen fehle so schon für den Schulweg der Kinder schlicht das Geld. Eine Geschichte aus einem Land, das die Kanzlerin vor gut zwei Jahren zur »Bildungsrepublik« ausgerufen hat. Bei einer Feierstunde zur »sozialen Marktwirtschaft« benannte Angela Merkel einen Schwerpunkt ihrer künftigen Politik. Aus dem Motto »Wohlstand für alle« von Ludwig Erhard, dem Vater der Währungsreform nach dem Krieg, müsse jetzt »Bildung für alle« werden. Sie wolle sich des Themas persönlich annehmen, so Merkel im Juni 2008, damit im Land der Ideen »jeder seine Chancen nutzen« könne. AUS DEN VERSPRECHUNGEN ist nicht

viel geworden, die Bildungsrepublik ein Märchen geblieben – wegen mangelnder finanzieller Unterstützung. Für 2007 hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) festgestellt, Deutschland gebe nur 4,7 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Bildung aus. Bund und Länder beschlossen daraufhin, die Investitionen für Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent zu steigern – ein Anliegen, das sich auch der Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Koalition zu eigen machte. Doch spätestens nach der Ankündigung des Sparpakets der Regierung im Sommer 2010 ist klar, dass die Ziele der »Bildungsrepublik« nicht erreicht werden. Es klafft eine Lücke von mindestens 13 Milliarden Euro. Statt mehr Abiturienten für das Studium zu gewinnen, drohte selbst eine bescheidene BAföGErhöhung am Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern zu scheitern: Erst in letzter Minute einigte man sich

Anfang Oktober kurz vor Semesterbeginn auf eine Steigerung um zwei Prozent. Die Einführung von Elitestipendien, von der Wirtschaft kräftig unterstützt, hatte zuvor weit weniger Streit ausgelöst. Soziale Schieflagen prägen das Bildungssystem auf allen Stufen. Wer aus einem einkommensschwachen Elternhaus kommt, hat es deutlich schwerer als der Anwaltssohn oder die Arzttochter. Angesichts der Krise der Gemeindefinanzen erhöhen viele Kommunen die Gebühren für die Kinderbetreuung – oder sie streichen, wie im Kreis Peine, die Fahrkarten. Die frühe Trennung der Grundschüler schon nach der vierten Klasse verschärft die ohnehin sehr verschiedenen Ausgangsbedingungen weiter. Immer mehr Extrakosten für Bücher, Kopien oder Ausflüge fallen in den Schulen an. Teure Nachhilfestunden können sich nur die leisten, deren Nachwuchs es meist nicht nötig hat. Wem es dennoch aus einfachen Verhältnissen heraus gelingt, Abitur zu machen, für den werden Studiengebühren, wie sie die meisten Bundesländer eingeführt haben, zu einer zusätzlichen Hürde. Bildungsrepublik Deutschland? Die besteht aus 16 weitgehend unabhängigen Kleinstaaten, deren Politik sich im Rhythmus von Landtagswahlen und wechselnden Koalitionen ständig ändert. Die Ergebnisse der internationalen PISA-Vergleiche haben die Verantwortlichen zwar alarmiert, passiert aber ist relativ wenig. Die jüngste Studie der OECD fordert die Bundesregierung zum wiederholen Male zu mehr Anstrengungen vor allem im Bereich der beruflichen Qualifizierung und der Hochschulen auf. Die Hörsäle der Universitäten sind überfüllt, und 1,5 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Wenn sie ihr Versprechen einlösen und Chancengleichheit herstellen will, hat Kanzlerin Merkel noch einiges zu Thomas Gesterkamp tun.

Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE edeltraud.glaenzer@igbce.de

Wir verspielen die Zukunft

W

enn Kinder aus einkommensschwachen Familien heute als Berufswunsch »Hartz IV« angeben, dann ist das kein Witz, sondern trauriges Abbild gesellschaftlicher Realität. Bildungschancen werden in Deutschland weniger durch individuelle Leistung bestimmt als durch die Herkunft oder den Geldbeutel der Eltern.

»Die soziale Spaltung wächst mit jeder Bildungsstufe.« Das deutsche Bildungssystem benachteiligt auf allen Ebenen. Kinder aus einkommensschwachen Familien haben das Nachsehen. Die soziale Spaltung wächst von Bildungsstufe zu Bildungsstufe, anstatt Nachteile auszugleichen. Und Bildung gibt es meist nur noch gegen Geld: Krippenund Kindergartengebühren, Nachhilfeunterricht, musische Erziehung, Lernmittel, Studiengebühren und so weiter. Bildung nur für Reiche? Das ist für uns als IG BCE nicht hinnehmbar. Von der Krippe bis zum Hochschulabschluss muss Bildung als gesellschaftliche Kernaufgabe kostenfrei für alle organisiert werden. Denn es geht um die Würde des Einzelnen und um die Zukunftschancen unseres Landes. Nur wo jungen Menschen Aufstieg durch Bildung ermöglicht wird, kann Vertrauen in Demokratie und soziale Marktwirtschaft entstehen. Dafür setzen wir uns ein.

kompakt | November 2010 | 33


TENDENZEN INTEGRATION Foto: Frank Rogner

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»Das hier ist auch mein Land.«

SEIT SARRAZINS THESEN diskutiert Deutschland heftig über

Ausländer und ihre Integration. kompakt sprach darüber mit einem türkisch-deutschen Betriebsrat. Ganz Deutschland diskutiert über Integration. Was hältst du davon?

ZUR PERSON

Ich finde das prima. Das Totschweigen der Probleme empfand ich schon immer als das Schlimmste. Die Debatte kommt allerdings 40 Jahre zu spät. Und vieles von dem, was Sarrazin sagt, ist absolut daneben. Das wirft uns um Jahre zurück.

Ali Simsir (36) hat den deutschen und den türkischen Pass. Der gelernte Chemikant und Industriemeister Chemie ist Ausbilder und Betriebsrat im Evonik Gemeinschaftsbetrieb Marl. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Wie meinst du das? Ich bin Geschäftsführer eines türkischen Fußballvereins, organisiere regelmäßig Freundschaftsspiele mit deutschen Mannschaften. Damit beide Gruppen beim Kicken sehen: Hey, die anderen sind doch nett. Das sind ganz kleine Schritte, die man da geht. Wenn dann einer wie Sarrazin seine Thesen ablässt, sind auf einen Schlag alle Fortschritte dahin. Dann sagen viele: Siehste, die Deutschen wollen uns gar nicht.

Aber es gibt doch gute Gründe für Sarrazins Kritik. Zum Beispiel, wenn es um die Sprachkenntnisse von Zuwanderern geht. Meine Erfahrung als Ausbilder ist: Die Jugendlichen sprechen generell ko34 | kompakt | November 2010

misch, egal ob Deutsche, Türken oder Russen. Die haben eine ganz spezielle Sprache entwickelt, die ganz bestimmt nicht meinem Deutsch entspricht. Mein Sohn benutzt zum Beispiel manchmal keine Artikel. Dann sag’ ich zu ihm: Männeken, wir sprechen noch richtig Deutsch.

Es gibt doch handfestere Probleme: Leute, die hier leben, aber nicht Deutsch lernen wollen. Wenn Einwanderer nicht Deutsch lernen, ist das inakzeptabel. Ich kann verstehen, wenn man sich darüber aufregt. Ich finde aber, das hat gar nichts mit Integration zu tun. Das hier ist unser Land, und hier herrschen Recht und Gesetz.

Wenn jemand sagt: »Ich brauche kein Deutsch. Ich muss das nicht lernen«, dann würde ich sagen: Den brauchen wir hier nicht. Punkt.

Wenn du dir wünschen dürfest, worüber stattdessen in Sachen Integration weiter diskutiert wird, was wäre das? Darüber, wie man Ausländer in den Medien darstellt. In Fernsehserien zum Beispiel gibt es deutsche Krankenschwestern, deutsche Ärzte, deutsche Ingenieure. Ausländer haben dagegen im Fernsehen meist nur einfache Jobs. Der Klassiker ist der Türke, der meist nur den Gemüseverkäufer an der Ecke spielt. Die Realität ist aber eine andere. Es gibt arabische Ärzte, es gibt polnische Krankenschwestern und türkische Ingenieure. Warum zeigt man die so selten?

In Großbetrieben wie Evonik ist das bunte Miteinander Realität, da gibt es türkische Ausbilder, iranische Ingenieure. Klappt bei euch die Integration? Ja, da klappt das. Ich denke, es liegt an den Regeln, an die sich alle halten müssen. Deutsche arbeiten mit Türken, Italiener mit Griechen, und es klappt einfach. Man schuftet zusammen, man spricht miteinander. Aber sobald die Leute Feierabend haben, hört der Kontakt leider auf. Das ist das Problem.

Du warst gerade mit Auszubildenden in der Türkei zum Austausch. Warum engagierst du dich dafür? Weil es eben wichtig ist, sich kennenzulernen. Unsere Azubis sollen einen anderen Blick auf die Türkei bekommen. Und die Türken bekommen ein typisch deutsches Gastgeschenk: Einen Grill, den die Azubis selbst gebaut haben.

In welcher Sprache läuft denn dann die Kommunikation? Die sprechen Englisch miteinander. Das ist für beide eine Fremdsprache. Interview: Alexander Nortrup


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TIPPS ARBEITSZEUGNIS

Foto: R. Zorin/Fotex

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. . . hat sich stets bemüht . . . WAHR UND WOHLWOLLEND

sollen Arbeitszeugnisse eigentlich sein. Doch das stimmt wohl nur in den seltensten Fällen. Deshalb: Unbedingt die kompaktTipps beachten, damit nach dem Wechsel des Arbeitsplatzes nicht die Zukunftschancen sinken. 36 | kompakt | November 2010

K

arl W.s Nerven liegen blank. Vor Kurzem hat er seinen Job verloren – und der 45-Jährige ist gezwungen, schnell eine neue Stelle zu finden. Schließlich muss er eine Familie versorgen. »Wie lange werde ich arbeitslos sein? Kann ich überhaupt noch eine Bewerbung schreiben?« Immer wieder stellt Karl W. sich solche Fragen. Und dann ist da ja noch diese Sache mit dem Arbeitszeugnis. Auf den Laboranten wirkt das Dokument, das er von seinem Chef erhalten hat, wie ein »Buch mit sie-

ben Siegeln«. »Ist alles in Ordnung mit meinem Zeugnis? Steht da wirklich alles drin, was wichtig ist?« Karl W. ist verunsichert – und mit seinen Sorgen nicht allein. verlaufen in Deutschland immer öfter wechselhaft«, sagt Mathias Busch, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hannover. »Deshalb werden auch die Arbeitszeugnisse immer wichtiger.« Bei der Suche nach einer neuen Stelle dienen sie im besten Fall als

ERWERBSBIOGRAFIEN


»Empfehlungsschreiben« früherer Arbeitgeber und sind daher unerlässlich. Grundsätzlich gilt: Wer hierzulande den Job wechselt, hat laut Gewerbeordnung einen gesetzlichen Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Dabei können Beschäftigte zwischen einer einfachen Bescheinigung, die nur über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses Auskunft gibt, und einem qualifizierten Zeugnis, das darüber hinaus Leistung und Verhalten beurteilt, wählen. »Letzteres ist immer aussagekräftiger«, sagt Busch. Die einfache Bescheinigung »kommt lediglich infrage, wenn dem Arbeitgeber eine umfassende Bewertung unmöglich ist – beispielsweise nach einem sehr kurzen Beschäftigungsverhältnis.« Busch betont, dass der jeweilige Chef nach der geltenden Rechtsprechung verpflichtet ist, ein »wahres, vollständiges und wohlwollendes« Zeugnis auszustellen – es »darf das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers nicht unnötig erschweren«. Aus diesen Vorgaben resultiert laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2003, dass die Leistung im Regelfall mit »durchschnittlich gut« zu bewerten ist – das entspreche auf der fünfstufigen Notenskala, die für Arbeitszeugnisse verwendet wird, etwa einer Drei plus und in der Zeugnissprache der Formulierung »zu unserer vollen Zufriedenheit«, sagt Busch. BEI SCHLECHTEREN BENOTUNGEN

muss der Arbeitgeber – im Zweifelsfall vor Gericht – beweisen, dass der Beschäftigte keine »durchschnittlich gute« Leistung erbracht hat. Umgekehrt gilt: Wer auf einer Eins (»stets zu unserer vollsten Zufriedenheit«) oder Zwei (»zu unserer vollsten Zufriedenheit«/»stets zu unserer vollen Zufriedenheit«) besteht, trägt selbst die Beweislast – dazu können im Streitfall Zwischenzeugnisse dienen, die sich Arbeitnehmer ausstellen lassen sollten, wenn der Vorgesetzte wechselt oder sie selbst eine neue Position im Unternehmen bekommen.

Die Note allein stellt Personalchefs allerdings nicht zufrieden. Zur Leistungsbeurteilung gehören »unbedingt auch Formulierungen, die Aufschluss über Wissen, Fähigkeiten und Arbeitseinsatz geben«, betont Norbert Schuster, IGBCE-Arbeitsrechtsexperte. EINE WICHTIGE FUNKTION im Zeugnis hat die Schlussformel, in der Dank, Bedauern und gute Wünsche zum Ausdruck kommen sollten. Fehlt sie, »ist das Zeichen für eine tiefe Verstimmung zwischen Arbeitgeber und -nehmer«, sagt Schuster. Am Ende von Karl W.s Zeugnis

stehen, wie er mit Erleichterung feststellt, die folgenden und genau richtigen Sätze: »Wir bedauern sein Ausscheiden und danken für die stets gute Zusammenarbeit. Für die Zukunft wünschen wir Herrn W. alles Gute und weiterhin viel Anke Tiburcy Erfolg.« Wer unsicher ist, ob sein Zeugnis allen Erfordernissen entspricht, kann sich an den zuständigen IG-BCE-Bezirk wenden. Von dort aus wird im Zweifelsfall eine juristische Überprüfung organisiert. Und wie das optimale Arbeitszeugnis aussieht, sehen Sie auf www.igbce.de

WIE ERKENNE ICH GEHEIMCODES? Es ist kein Gerücht, dass in Arbeitszeugnissen Geheimcodes vorkommen. »Es gibt sie«, sagt IG-BCE-Arbeitsrechtsexperte Norbert Schuster – und zwar, obwohl sie eigentlich gegen die Gewerbeordnung verstoßen. Hier einige Beispiele: . . . hat alle Aufgaben . . . machte bürokratisch vorschriftsmäßig erledigt Dienst nach Vorschrift . . . zeigte gesundes Selbstvertrauen . . . ein Aufschneider . . . sie war eine anspruchsvolle und . . . Nörglerin, Querulantin, kritische Mitarbeiterin Nervensäge . . . verstand es, mit Erfolg zu . . . über diese Formulierung können sich nur delegieren Führungskräfte freuen, bei allen anderen bedeutet sie: ließ lieber andere für sich arbeiten . . . wir wünschen für den künftigen . . . das in die Zukunft weisende »künftig« bedeutet, Berufs- und Lebensweg viel Erfolg dass der Mitarbeiter bisher keinen Erfolg hatte . . . wir wünschen alles Gute und vor . . . war oft krank allem Gesundheit . . . hatte an der Maschine . . . der Mitarbeiter war an der Maschine gut, guten Erfolg alles andere war schlecht h Phrasen wie »war bemüht/bestrebt«, »so gut er konnte«, »in der ihr eigenen Weise« deuten darauf hin, dass der Mitarbeiter nichts zustande gebracht hat. h Vorsicht auch bei lobenden Formulierungen, die mit »meist«, »überwiegend«, »im Allgemeinen« beginnen; er war im Allgemeinen zuverlässig: bedeutet, dass der Mitarbeiter oft nicht zuverlässig war.

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TIPPS PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN Foto: Bach + Opitz

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Wenn alles zu viel wird Wenn Stress und Belastung Überhand nehmen, muss man nicht krank werden. Und wenn doch, gibt es viele Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Yasmin Karg hat Tipps gegen die Verzweiflung gesammelt.

HAUSARZT

COACHING

KRANKENKASSEN

Wenn über einen längeren Zeitraum die Ohren sausen, man sich antriebslos fühlt oder ständig der Magen schmerzt, sollte man zunächst seinen Hausarzt aufsuchen. Wenn er keine körperlichen Ursachen für die Beschwerden findet, kann das auf Stress oder ein seelisches Problem hinweisen. Der Arzt wird dann die nächsten Schritte empfehlen.

Ein Coach ist kein Therapeut. Er berät Menschen, die beruflich oder privat etwas verändern wollen. Ähnlich wie beim Fußball gibt er Rückmeldung über die eigenen Verhaltensweisen, hilft Blockaden zu lösen und vermittelt entsprechende Techniken. Da Coaching ein ungeschützter Begriff ist, sollte man bei der Suche genau hinschauen. Empfehlenswert ist beispielsweise der Qualitätsring Coaching.

Zum Angebot vieler Versicherer gehören Informationsmaterialien zum Thema, aber auch persönliche Gespräche mit hauseigenen Gesundheitsexperten sowie Telefonberatungen mit Ärzten. Teilweise übernehmen Krankenkassen auch die Kosten für Stressbewältigungsund Entspannungskurse wie autogenem Training, progressiver Muskelentspannung oder Yoga.

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Auf diese Warnsignale sollten Sie achten:

So halten Sie Balance zwischen Privatleben und Beruf:

h Kopfschmerzen, Migräne,

h Sprechen Sie Kollegen an, oft leidet man nicht allein!

Magenschmerzen, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, völlige Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Augenflimmern, Tinnitus, Hörsturz

h Konzentrationsstörungen, häufige Flüchtigkeitsfehler, quälendes, ergebnisloses Grübeln, Vergesslichkeit, innere Unruhe, Nervosität, Aggressionen, Zynismus, Angst und Panikattacken

h Gehen Sie viel an die frische Luft! h Treiben Sie regelmäßig Sport! h Ernähren Sie sich gesund! h Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga und autogenes Training! h Pflegen Sie Ihre Hobbys und Ihren Freundeskreis! h Erlernen Sie Zeitmanagement! h Fragen Sie sich: Was ist mir wirklich wichtig?

KLINIKEN

BERATUNGSSTELLEN

Wenn die Belastung zu groß ist, kann es sinnvoll sein, sich in Tageskliniken stationär behandeln zu lassen. Es gibt Kliniken mit verschiedenen Schwerpunkten wie Sucht, Depressionen oder Burn-out. Meist dauern die Aufenthalte vier bis sechs Wochen, Inhalte sind unter anderem Einzelund Gruppentherapien, Sport- und Entspannungsprogramme.

Die sozialpsychiatrischen Dienste bieten kostenlose Beratung für Menschen, die in einer Krise stecken oder psychisch erkrankt sind, und deren Angehörige. Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter helfen am Telefon oder im persönlichen Gespräch bei akuten Problemen. Die Beratungsstellen sind häufig Angebote der Gesundheitsämter von Landkreisen und Städten oder Kliniken.

SELBSTHILFEGRUPPEN

THERAPEUTEN

Sie können eine große Stütze sein, weil man dort auf andere Menschen trifft, die die eigenen Sorgen und Probleme kennen und verstehen. In jeder Stadt und vielen Orten gibt es Gruppen, die sich zu Themen wie Depression, Burn-out, Sucht, Arbeitsplatzkonflikten oder Arbeitslosigkeit treffen. Solche Gruppen gibt es sowohl privat organisiert als auch von Dachorganisationen wie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Therapeuten in der Nähe findet man über die Onlinesuche der Bundespsychotherapeutenkammer und die Kassenärztliche Vereinigung. Meist entscheidet sich bereits während des ersten Gesprächs, ob der Therapeut zu einem passt oder nicht. Wenn nicht, ist es ratsam, einen anderen zu suchen. Normalerweise übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die ersten fünf Termine, danach muss ein Antrag gestellt werden.

NÜTZLICHE INTERNETSEITEN h Qualitätsring Coaching: www.qr-coaching.de h Bundespsychotherapeutenkammer: www.bptk.de h Kassenärtzliche Vereinigung: www.kbv.de h Kompetenznetz Depression: www.kompetenznetz-depression.de h Selbsttest zu Burn-out: www.burnout.net/burnout-test.php h Selbsttest zu Depressionen: www.buendnis-depression.de/depression/ selbsttest.php

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RÄTSEL

Wurzelgemüsepflanze

Küstenäußerer bewohner Teil des Hut Hörorgans (englisch)

Alphabet

indische Währung

Fall in die Tiefe dt. Autor † (Eugen)

Sportmannschaft

Gefrorenes

Sender in Leipzig verbunden in der EDV

kleine, schmale Brücke

Vesperbox französ. Monarchenanrede Raubfisch Schwester Apolls

5

Maler † (Pablo) weniger, geringer

10

Ackerertrag

12

Kampfbahn Gibbon Hochschulkurs

Tageszeit Kundgebung (Kurzwort) persönl. Fürwort Künstlerpaar

dt. Sprachforscher, † 1911 (Konrad)

9 Rheinzufluss digitale Leitung (Abk.)

Lokomotive mit angekoppelten Wagen

Sinus (Abk.) Telekopierer (Kzw.)

Schlagzeug

Teil der Personenbenennung

tatsächl. Existenz größere Meeresbucht Flächenmaß Lustspiel

Dauergebäck

Schicht abbaufähiger Mineralien Knochen (engl.) feuchtes Gelände

Million (Abk.) reuiger Sünder

Titulierung

Teil d. Tretkurbel am Fahrrad Bedeutung

8

2

Europäer Druckfarbe für Kopiergeräte

Gewürz Erbauer der Arche amer. Hilfsorganisation Bestandteil der Erdkruste

7

Segeltau deutscher Zoologe größte und Autor † Stadt (Alfred) Indiens positive Mitteilung Großmutter Gewichtseinheit für Edelmetalle

Abkürzung für: Samstag Gedichtzeile

Liebe (frz.) Wechselbürgschaft

3

Südostasiat

Durchgangshindernis

Weg bergab

Medikament Nadelloch plötzlicher Einfall

Kurzwort für ein Zweiradfahrzeug

Fußballclub (Abk.)

Handelsbrauch frz. Schauspieler

unweit Futterstoff Tempera- aus turmaß- Seide einheit

Gewinn

Nebenfluss der Rhone

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Hausarbeit ist oft lästig – doch wer ein schönes Heim haben will, kommt mmt um regelmäßiges Putzen nicht herum. Damit der Kampf gegen Staub und Schmutz leicht von der Hand geht, verlosen wir in diesem Monat zehn Miele Bodenstaubsauger. Wer nach dem Putzen noch etwas für die Fitness s tun will, kann seine Trainingssachen künftig in eine unserer 40 BusinessSporttaschen verstauen. Wir wünschen sportliches Gelingen!

4

Füchsin in der Jägersprache

knöchellanger Rock

Sportlich gegen Staub Grenzbeamter

englisches Längenmaß

ehemaliger türkischer Anredetitel Präposition

Nadelbaum in Mittelmeerländern

eh. Abgastest (Abk.) Ziffernschlüssel

Kohleprodukt Marktbude

Wollschnitt beim Schaf

freundlich

unverfälscht unbest. Artikel

Sportboot

griech. Vorsilbe f.: gegen... Lungenluft

Abkochbrühe

Haustier modisch elegant Hauptstadt von Italien

11

chem. Z. für Tellur Ostsüdost (Abk.) Stunde (engl.) Unternehmensform

anhänglich chem. Z. für Tantal historische Gestalt, Findelkind † (Kaspar)

nach Abzug der Steuern oder Unkosten

1

immergrüner Laubwald in den Tropen

amerikanischer Berglöwe

1

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Kfz-Prüfinstitution (Abk.)

Assessor (Abk.)

10 Tage

lustiger Unfug Zeitungsanzeige Anfängerin seelischer Schmerz

Ding (lat.)

heiter, erfreut

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1401198

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GLÜCK & GLOSSE

Preisrätsel Im Preisrätsel wird in diesem Monat ein Begriff gesucht, der das Grundprinzip des menschlichen Zusammenlebens umschreibt. Bitte die Lösung auf eine Postkarte schreiben und einsenden an: kompakt-Redaktion, Postfach 39 45, 30039 Hannover oder per Mail an: kompakt.preisraetsel@igbce.de — bitte die Adresse mit angeben. Einsendeschluss ist der 18. November 2010 (Datum des Poststempels ist maßgebend). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Gewinner

JE EIN PASTASET VON ROSENTHAL erhalten: Brigitte Kirchmeyer, Osterhofen; Waltraud Köhler, Schmölln; Ursula Mayer, Sinsheim; Siegfried Webel, Merseburg; Brigitte Hauschild, Erfurt; Andrea Pecher, Kirchheilingen; Karl Buchholz, Elsenfeld; Reinhard Pfaff, Hohenroda; Alfred Schwirten, Linlar; Heinrich Willem, Ludwigshafen; Günter Weishaupt, Pforzheim; Paul Sprung, Castrop-Rauxel; Simone Langfeldt, Kiel; Michael Kraus, Frensdorf; Tanja Domes, Alzey; Michael Kruse, Lienen; Willi Höttges, Düsseldorf; Iris Grocke, Döbeln; Thomas Mirbach, Langerwehe; Alois Kevelaer, Rheinberg; Gerd Klötzing, Rosengarten; Oliver Richter, Castrop-Rauxel; Manfred Dumdei, Oberweißbach; Ilona Varchmin, Ueckermünde; Sonja Itrat, Celle; Herbert May, Gilserberg; Claus Chrysant, Köln; Tobias Klöber, Dresden; Carola Kerbstat, Bremerhaven; Roland Havel, Wertingen; Klaus Stannek, Stadthagen; Silvio Frimel, Immelborn; Liani Kratky, Frankfurt; R. Ebermann, Treben; Colette Goldmaier, Potsdam; Karin Sonnek, Augsburg; Nadine Essers, Grevenbroich; Christine Hägler, Trausnitz; Gert Schapperelle, Flensburg; Michael Eberl, Gundelsheim.

Lösung Oktober 2010: NATIONALHYMNE S T B U R P E A R O T D I L K G K U R E T S E R O B U L A T H E

W O N F G A E P T P I D A L G G L P E I N C K H E A H N R A T T T E E R R A B N S E K N B E E T E M W B W E E E R L M

L B T I G U R N E G A T I L M I E N M M A L E H A N A Y A R D

P S I P E N F L L E S E N I G R E G H E R A

E I N I G

A B T E I

S K I K U R S

O K O N S A V L I A D O L I D A D O A E U R E T O N H K A C I

P E A L G T I O E N K I D E N E C S C H

G E R T W E R E B N D I E N S H E A L

L A G U N E

I N A R I

O K E R

S A L A A A R K I R C A I H R B I I V A E E D R N U H E R A N U R E I L T A A T M I E T E R

Cartoon

Für den Frühling plant Bruno P. eine vernichtende Offensive gegen das Internet!

@Lappan-Verlag, Glück

BEI DER VERLOSUNG DER PREISE unter den Einsendern richtiger Lösungen fielen die zehn Hauptgewinne – ein Heimtrainer von Kettler – an: Eugen Rihm, Marktgröningen; Kurt Wiegers-Hausen, Köln; Jan Stöckl, Lohr; Gisela Noack, Hoyerswerda; Andreas Nowak, Herne; Petra Eberle, Berlin; Rainer Jürgens, Hamburg; Heinz-G. Schlechtweg, Bad Salzungen; Bernhard Trimborn, Lampertheim; Ralf Kiesling, Attenweiler.

GRIMMS MÄRCHEN Grauer November. Zeit der inneren Einkehr. Zeit sinnloser Völlerei. Festtage für Pfeifenraucher – die letzten Menschen auf diesem sterbenden Planeten, die sich für die Zerstörung ihres Körpers noch richtig Zeit nehmen. Mit einem munteren »Pöff, pöff« aus ihrem Lagerfeuer to go teilen sie der Welt mit, dass sie auf sie pfeifen. Herrlich, wenn man so direkt von der Frühjahrsmüdigkeit über die Herbstdepression in den Winterschlaf gleitet. Viele Menschen sind jetzt auf der Suche. Sie suchen Liebe, Sinn, Frieden, Autoschlüssel. Informiertsein ist die Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts. (Die Schlüsselkompetenz des 20. Jahrhundert war eher Uniformiertsein, wobei – dies nur am Rande – zwischen uniformiert und uninformiert nur ein »N« liegt.) »Bauknecht weiß, was Frauen wünschen« – das war 1954.

Heute gilt: Google weiß, was Menschen wünschen. Google weiß auch, wo Menschen wohnen, wie oft sie ihre Unterhose wechseln, wie ihre Kontonummer lautet und was in diesem geheimen Karton unterm Bett steckt, den Mutti nicht sehen darf. Google weiß alles. Google kennt zum Beispiel offiziell 786 Schreibweisen für »Britney Spears« – von »Brüttni Schpeers« bis »Brittanny Shapiros«. Bruno P. (oben) hält nicht viel von Britney, Google und diesem ganzen Internetdingsbums, von dem jetzt immer alle reden. Bruno sagt morgens »Moin!« und abends auch. Bruno nennt das »Analogtwittern«. Nächstes Jahr will er die Idee an Google verkaufen. Für zehn Milliarden Dollar und einen neuen Heizlüfter für seine Bude. Imre Grimm kompakt | November 2010 | 41


MEIN ARBEITSPLATZ

Pinseln für die neue Saison: Schuhfertiger machen Schuhe erst richtig schön.

Foto: Dennis Börsch

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HENRY RASSLER (49) ist Schuhfertiger bei Erich Rohde in Schwalmstedt.

Auge fürs Detail

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Viele verwechseln meinen Beruf mit dem Schuhmacher. Der Schuhfertiger ist aber die industrielle Variante. Während meiner Ausbildung von 1982 bis 1984 habe ich bei Rohde alle Abteilungen einer Schuhfabrik kennengelernt – von Zuschnitt, Stanzerei, Stepperei über die Montage

Büro. Ich erstelle zum Beispiel Listen für die neue Kollektion, anhand derer ich schauen kann, ob Standardartikel wieder als Vorlage genutzt werden können. Mithilfe von Steckbriefen, in denen jedes Detail über ein Modell steht, vergleiche ich, ob bei den Musterschuhen die richtigen Materialien verwendet wurden und Prägungen auch wirklich an den geplanten Stellen sitzen. Außerdem bin ich Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Finish. Wenn einem Techniker an einem Standort im Ausland eine Farbe fehlt, wendet er sich an mich. In der Planungsphase komme ich selten aus dem Büro raus, nur wenn neue Modelle aus der Kreativabteilung kommen und ich ihnen in Absprache mit den Modelleuren den letzten Schliff gebe. Dann trage ich

»Ich gebe Modellen für neue Schuhe den letzten Schliff. « bis hin zum Finish. Im zweiten Lehrjahr habe ich mich auf die letzten beiden Bereiche spezialisiert, war die meiste Zeit im Finish. Arbeiten am fast fertigen Produkt lagen mir einfach mehr. Mittlerweile überwache ich hauptsächlich die Musterproduktion. Gerade entsteht die Kollektion für Herbst/Winter 2011, und ich verbringe viel Zeit im 42 | kompakt | November 2010

Glanzspray auf, suche passende Schnürsenkel und Decksohlen aus. Außerdem überprüfe ich, ob die Prototypen sauber verarbeitet sind. Manchmal muss die Laufsohle noch mal verklebt oder überstehende PVC-Ränder abgeschnitten werden. Mit einer Reparaturpaste kann ich kleine Stellen am Leder ausbessern. Eigentlich bin ich Mädchen für alles. Genau diese Vielseitigkeit mag ich an meinem Beruf – und dass ich mit so vielen Menschen arbeiten kann. Ohne zuverlässige Kollegen könnte ich meinen Job gar nicht bewältigen.

«

Aufgezeichnet von Yasmin Karg Schuhfertiger lernen ihren Beruf in einer dreijährigen Ausbildung. Arbeit finden sie in der industriellen Schuhproduktion, aber auch in Reparaturabteilungen von Schuhgeschäften. Mehr auf www.igbce-jugend.de


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Lara

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359,–

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3 % Rabatt für Mitglieder und deren Mitreisende

HOLIDAYCHECK Stand: Oktober 2010 Weiterempfehlungsrate: 93 % 5-Sterne Hotel TITANIC Beach & Resort

Ihr 5-Sterne Luxushotel TITANIC Beach & Resort

Zimmerbeispiel

All-Inclusive Urlaub Die Türkei ist bekannt für ihre außergewöhnliche Gastfreundschaft, für hervorragende Hotels, für ihre kulturellen Sehenswürdigkeiten und viele erlebnisreiche Ausflugsmöglichkeiten.

Ihr 5-Sterne Hotel TITANIC Beach & Resort Das in Form des Kreuzfahrtschiffes „Titanic“ erbaute Hotel befindet sich direkt am feinsandigen Strand von Lara, nur 12 km von Antalya und 10 km vom Flughafen entfernt. Zur Ausstattung gehören eine große Lobby mit Palmen, Lobbybar, Rezeption, fünf Panoramaaufzüge, Hauptrestaurant, À-la-carte Restaurants (gegen Gebühr), diverse Bars, Patisserie, Geschäfte, Frisör, Fotoservice und vieles mehr. Alle 586 Zimmer verfügen über Bad/WC, Telefon im Bad, Haartrockner, Telefon, TV mit Musikkanälen, Minibar, zentrale Klimaanlage, Balkon/Terrasse und Safe. Unsere All-Inclusive Leistungen beinhalten Frühstück, Mittag- und Abendessen in Buffetform, Kaffee/Tee und Kuchen, Snacks, einheimische und bestimmte Importgetränke von 10 – 24 Uhr, tägl. aufgefüllte Minibar (Softdrinks) auf den Zimmern, Mitternachtssnack und Discobar (23.30 – 2 Uhr Getränke inklusive). Nutzen Sie auch das inkludierte Wellness- und Sportangebot, wie das beheizte Hallenbad, den Fitnessraum, das Türkische Bad, die Sauna oder das Jacuzzi. Desweiteren wird geboten: Aerobic, Gymnastik, Basketball, Volleyball, Tennisplätze, Tischtennis, Spielsalon, Softanimation, Disco, gelegentlich Livemusik sowie ein beheizter Außenpool. Gegen Gebühr: Bowling, Billard, Tennisplatz bei Flutlicht, Internetcafé, Trockenreinigung, Wäscheservice.

Reisetelefon: 01805 – 944 223 (Festnetzpreis 0,14 €/Min., höchstens 0,42 €/Min. aus Mobilfunknetzen)

• All-Inclusive • Inkl. Antalya-Ausflug • Eigener Arzt mit regelmäßigen Sprechzeiten • Besondere „60plus- Vorteile“*

(Außenanlagen stehen von November bis Mai nur bedingt zur Verfügung.) Ihr Inklusive-Ausflugsprogramm: 2. Tag: Orientierungsfahrt in die Umgebung des Hotels. 5. Tag: Tagesausflug nach Antalya. Nach einem kurzen Gang durch die Altstadt beginnt im Yachthafen die Bootsfahrt entlang der Küste. Anschließend besuchen Sie einen typischen Volksmarkt, ein großes Juwelierzentrum und eine Ledermodenshow. (Bei schlechtem Wetter entfällt die Bootsfahrt und Sie besuchen „Mini City“-Antalya.) *60plus- Vorteile (ab 60 Jahre): • Seitliche Meerblickzimmergarantie • 1 x Bademantel und Frottee Slipper auf dem Zimmer • 1 x Abendessen im À-la-carte Restaurant (nach Voranmeldung) Der 60plus-Vorteil gilt ebenso für die Begleitperson im gleichen Zimmer. Bitte bei Buchung Ihr Geburtsdatum angeben.

Inklusivleistungen pro Person • • • • • • • • • • • • •

Charterflug nach Antalya und zurück Alle Flughafensteuern und Sicherheitsgebühren Alle Transfers Kleine Wasserflasche bei Ankunft Willkommensgetränk (ohne Alkohol) 7 Übernachtungen im 5-Sterne Hotel TITANIC Beach & Resort (Landeskategorie) im Doppelzimmer Täglich All-Inclusive 1 x Orientierungsfahrt in die Umgebung 1 x Tagesausflug Antalya und Bootsausflug 15 % Ermäßigung auf alle Wellnessleistungen im Hotel Deutschsprachige Reiseleitung auf allen Transfers, Ausflügen und im Hotel Eigener Arzt mit regelmäßigen Sprechzeiten Reisepreis-Sicherungsschein

Termine und Preise pro Person 2010/11 im Doppelzimmer in E im 5-Sterne Hotel TITANIC Beach & Resort Abflughäfen/Zuschläge in €: Flugtag: Dienstag München +0,–, Leipzig, Hannover, Stuttgart, Berlin-Schönefeld, Karlsruhe/Baden-Baden, Bremen, Frankfurt +25,–

A 07.12. B 23.11., 18.01., 08.02., 15.02. C 14.12., 22.02., 01.03., 08.03., 15.03. D 04.01., 22.03., 29.03. E 21.12., 28.12.

Flugtag: Freitag Hamburg +0,–, Dortmund, Frankfurt, Dresden +30,–

Flugtag: Samstag Berlin-Tegel +0,–, Leipzig, Düsseldorf, Nürnberg, München +30,–

Flugtag: Sonntag Stuttgart +0,–, Köln/Bonn, Bremen, Berlin-Schönefeld, Erfurt, Friedrichshafen, Münster, Paderborn +35,–

10.12. 14.01., 21.01., 04.02., 11.02., 18.02. 17.12., 25.02., 04.03., 11.03., 18.03. 07.01., 25.03., 24.12.

11.12. 15.01., 22.01., 05.02., 12.02., 19.02. 18.12., 26.02., 05.03., 12.03., 19.03. 08.01., 26.03. 25.12.

12.12. 16.01., 23.01., 06.02., 13.02., 20.02. 19.12., 27.02., 06.03., 13.03., 20.03. 09.01., 27.03., 26.12.

Kennziffer: 55556

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Buchungscode: AYTC01

*nur für 1 Woche buchbar. Verlängerung: Der erste Tag der Verlängerung bestimmt wie ein neuer Anreisetag den Preis. Saisonzuschlag: bei Aufenthalten über den 31.12.10 (obligatorisch) 70,– € pro Person. Wunschleistungen pro Person: Einzelzimmerzuschlag pro Woche Saison A 119,– €, Saison B – C 139,– €, Saison D 159,– €, Saison E 219,– €. Rail & Fly ab 25,– € pro Strecke. Kinderermäßigung: auf Anfrage.

Änderungen vorbehalten, maßgeblich ist die Reisebestätigung, die Sie nach Buchung erhalten. Daraufhin wird eine Anzahlung von 30 % (mind. 25,– €) auf den Reisepreis fällig. Restzahlung 30 Tage vor Reiseantritt, anschließend erhalten Sie Ihre Reiseunterlagen.

Reiseveranstalter: DGB-Reisen GmbH · 44137 Dortmund Telefonisch erreichbar: Täglich von 8.00 – 22.00 Uhr

8 Tage/ Verl.7 Nächte Woche 359,– 219,–

www.dgb-reisen.de


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