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Nr. 02 I Februar 2013 www.igbce.de

vor ort So wird bei Villeroy & Boch Geschirr hergestellt tendenzen So kommt テ僕 vom Kaspischen Meer nach Deutschland tipps So wird Karneval auch im Betrieb lustig

kompakt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Braun vergiftet Unsere Demokratie braucht mehr Schutz vor rechtem Extremismus.


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Rückgabebelehrung: Rückgaberecht: Sie können die erhaltene Ware ohne Angabe von Gründen innerhalb von 12 Wochen durch Rücksendung der Ware zurückgeben. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht vor Eingang der Ware beim Empfänger und auch nicht vor Erfüllung unserer Informationspflichten gemäß Artikel 246 § 2 in Verbindung mit § 1 Absatz 1 und 2 EGBGB. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung der Ware. In jedem Fall erfolgt die Rücksendung auf unsere Kosten und Gefahr. Die Rücksendung oder das Rücknahmeverlangen hat zu erfolgen an: Hawesko GmbH, Hamburger Str. 14-20, 25436 Tornesch. Rückgabefolgen: Im Falle einer wirksamen Rückgabe sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen herauszugeben. Bei einer Verschlechterung der Sache und für gezogene Nutzungen müssen Sie Wertersatz nur leisten, soweit die Verschlechterung auf einen Umgang mit der Sache zurückzuführen ist, der über die Prüfung der Eigenschaften und der Funktionsweise hinausgeht. Unter „Prüfung der Eigenschaften und der Funktionsweise“ versteht man das Testen und Ausprobieren der jeweiligen Ware, wie es etwa im Ladengeschäft möglich und üblich ist. Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb von 30 Tagen erfüllt werden. Die Frist beginnt für Sie mit der Absendung der Ware, für uns mit dem Empfang. Alkoholische Getränke werden nur an Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr geliefert. Informationen zu Lieferbedingungen und Datenschutz finden Sie unter www.hawesko.de/datenschutz. Ihre Hanseatische Wein- und Sekt-Kontor Hawesko GmbH, Geschäftsführer: Nikolas von Haugwitz, Gerd Stemmann, Anschrift: Hamburger Straße 14-20, 25436 Tornesch, Handelsregistereintrag: HRB 99024 Amtsgericht Hamburg, USt-Identifikationsnr: DE 25 00 25 694.

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unter uns

Provokative Gratwanderung

Christian Hülsmeier

Chefredakteur

Plakative Zuspitzung ist ein gängiges

Stilmittel, Aufmerksamkeit auf Zeitschriftentitel zu lenken. Das hat 2009 auch der Nürnberger Kunstprofessor Ottmar Hörl genutzt, um vor der Manipulation von Menschen durch faschistische Ideen zu warnen. In der Straubinger Altstadt stellte er 1250 seiner »Hitler-Zwerge« in Reih und Glied auf, den rechten Arm eben zum verbotenen Hitlergruß ausgestreckt. Die provokante Darstellung, wohin es am Ende führt, wenn man dem rechtsradikalen Treiben keinen Einhalt gebietet, findet sich nun als Gestaltungselement dieser kompakt-Ausgabe wieder. Mehr zu den akuten Gefahren des Rechtsextremismus lesen Sie ab Seite 12. die staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat bereits geprüft, ob der Giftzwerg mit dem Hitlergruß einen Straftatbestand erfüllt. Eindeutiges Ergebnis: Nein, weil der Gruß zwar ein Kennzeichen der ehemaligen NSDAP sei, die Darstellung jedoch »in eindeutiger Weise die Gegnerschaft zu der Organisation und die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck bringt«. Das ist auch die Absicht dieses Titelblatts – und findet gewiss die Zustimmung der Leserschaft.

Foto: Daniel Karmann/picture-alliance/dpa

Foto: Jesco Denzel

V

iele Leserinnen und Leser haben sich im vergangenen Monat an der Wahl zum kompakt-Titel 2012 beteiligt. Wir freuen uns sehr über das Interesse, das die Titelthemen und ihre gestalterische Umsetzung finden – und bedanken uns recht herzlich bei allen, die mitgemacht haben. Über Ihre Entscheidung, welches im vergangenen Jahr die beste Wahl gewesen ist, berichten wir auf Seite 10 dieser Ausgabe. Der Favorit der Leserinnen und Leser liegt im Übrigen auch in der redaktionsinternen Abstimmung ganz vorne. Wir hoffen sehr, dass Leserschaft und Blattmacher in ihren Einschätzungen auch zukünftig nah beieinander sind.

Der »HitlerZwerg« warnt vor Manipulation durch rechte Ideologie.

christian.huelsmeier@igbce.de kompakt | Februar 2013 | 3

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11 Standpunkt

VOR ORT

Michael Vassiliadis über das NPD-Verbot.

21–29

TITEL

12 Heile Welt?

Von wegen, eine Randerscheinung. Rechtsradikalität und Fremdenfeindlichkeit spielen sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft ab und werden immer populärer.

Diese Qualität ist echt

THEMEN

Foto: Oliver Dietze

18 Eiszeit bei E.ON

Bei E.ON wird für eine angemessene Löhnerhöhung gekämpft. Aber auch die Mitarbeiter von Vattenfall, RWE und AVEU hoffen auf eine erfolgreiche Tarifrunde.

TENDENZEN

31 »Wir bringen das Öl zu euch«

Deutschland braucht Öl und Gas, bevorzugt aus rohstoffreichen Ländern wie Kasachstan oder Turkmenistan. Politische und Pipelineprobleme erschweren den Handel.

Der Porzellanhersteller Villeroy & Boch geht erfolgreich mit der Zeit und den Verbraucherwünschen um. Wer Kunst macht, ist jedoch auch vor dreisten Fälschern nicht sicher.

34 Alles im Lack

UPM bleibt im Flächentarif

Im harten globalen Wettbwerb steht die deutsche Schuhindustrie besser da, als manch einer glaubt. kompakt zeigt, warum. Ein Schuhreport.

Die Proteste zeigten Wirkung: Der Papierkonzern UPM bleibt im Flächentarif. Darauf haben sich Unternehmen und IG BCE am 21. Januar verständigt. In den Wochen zuvor hatten Beschäftigte bundesweit an den UPM-Standorten demonstriert.

TIPPS

36 Kein Frust wegen Frost

Klamme Finger im Büro oder frostiges Klima in der Werkhalle? Das muss nicht sein. Denn wie warm es am Arbeitsplatz sein soll, ist klar geregelt.

Rauswurf trotz Standortsicherung

38 Karneval kann kommen

120 Beschäftigten will der saarländische Folienhersteller Treofan trotz einer bestehenden Standortsicherungsvereinbarung kündigen. Sie schließt ausdrücklich betriebsbedingte Kündigungen aus. Betriebsrat und IG BCE fordern vom Unternehmen, die Zusagen einzuhalten.

Fasching feiern am Arbeitsplatz? Warum nicht. Wenn man ein paar Dinge bedenkt. kompakt hat zusammengefasst, was Arbeitnehmer beachten sollten.

»Nah dran am Menschen«

4 | kompakt | Februar 2013

IMMER IM HEFT

Foto: Cordula Kropke

Die Forderung von »Guter Arbeit« und Solidaritätsbekundungen, unter anderem mit den streikenden NeupackBeschäftigten in Hamburg und Rotenburg prägten die Neujahrsempfänge in Hamburg und Leipzig. Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis betonte: »Wo es keine Betriebsräte gibt, geht es den Leuten schlechter.«

03 Unter uns 06 Aktuelles 08 Heims Homepage 20 Leserforum/Impressum 30 Eine von uns* 40 Rätsel 41 Glück & Glosse 42 Mein Arbeitsplatz * Die Landesbezirke Nordost, Nordrhein und Westfalen berichten auf dieser Seite über Jubilarehrungen. Titelbild: Daniel Karmann/picture-alliance/dpa


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INHALT Februar 2013

31

36

ツサWir bringen das テ僕 zu euchツォ

Kein Frust wegen Frost

12

Karneval kann kommen

38

Der braune Fleck

30

Fotos: Carsten Koall/Getty Images, Marcus Bensmann, Jan Haas/picture alliance, Ugurhan Betin/Getty Images, Dirk Kirchberg

Heile Welt?

kompakt | Februar 2013 | 5


Foto: Issouf Sanogo/AFP/Getty Images

BILD DES MONATS

An einem Fussballtor weht bereits die Nationalflagge Frankreichs, als französische und malische Soldaten in der Stadt Diabaly im westafrikanischen Mali am 21. Januar eintreffen. Die Militärs konnten mit einer Offensive gegen die Islamisten einen ersten Sieg verzeichnen und wichtige Städte

Aufreger DES MONATS

zurückerobern. Mali galt lange als demokratischer Musterstaat Afrikas. Doch nach einem Militärputsch im März 2012 eroberten Islamistengruppen Teile des Landes. Experten fürchten, dass der riesige Norden ohne staatliche Kontrolle zu einer Brutstätte für islamistische Terrornetzwerke wird.

Arbeitslose als Hauptgewinn

Foto: André Schuster/plainpicture

Kuscheltiere gab es bei der Tombola des Bildungsträgers DG Mittelrhein im rheinland-pfälzischen Bendorf im Dezember vegangenen Jahres nicht zu gewinnen. In Kooperation mit dem örtlichen Jobcenter hatte das Unternehmen eine echte Attraktion zu bieten: Die Dienstleistungen älterer Langzeitarbeitsloser wurden kostenfrei an Firmen aus der Region verlost. Und weil das offenbar nicht kreativ genug war, durften einige Arbeitslose die Ziehung der Lose zusätzlich mit einer weihnachtlichen Aufführung untermalen. »Menschenverachtend« findet das der Deutsche Gewerkschaftsbund. »Innovative Aktion«, sagt das Jobcenter.

6 | kompakt | Februar 2013


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AKTUELLES ZAHL DES MONATS

ZITAT DES MONATS

334 Ihren Hauchdünnen Vorsprung von nur einem Mandat bei der Landtagswahl in Niedersachsen haben SPD und Grüne nur wenigen Wählerstimmen zu verdanken. So bekam im Landkreis Hildesheim SPD-Kandidat Bernd Lynak gerade einmal 334 Erststimmen mehr als CDU-Konkurrent Frank Thomas Wodsack. Hätte die CDU diesen Wahlkreis gewonnen, hätte das dem schwarz-gelben Lager auch bei vollem Ausgleich der Überhangmandate eine Mehrheit gesichert, sagt Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen. »Man kann sagen, dass 334 Wähler die Wahl entschieden haben.« Rot-Grün ist damit künftig mit 69 Sitzen im Landtag vertreten, Schwarz-Gelb mit 68.

Foto: Martin Pool/Getty Images

Ein neues Gesetz zum Arbeitnehmerdatenschutz will die schwarz-gelbe Bundesregierung zu Beginn des Jahres auf den Weg bringen. Darin plant sie zwar, die heimliche Videoüberwachung am Arbeitsplatz zu verbieten, die offene Videoüberwachung könnte aber künftig stark ausgeweitet werden. So soll beispielsweise Überwachung auch zur sogenannten Qualitätskontrolle möglich sein. Das gestattet etwa das Filmen von Pausen- und Raucherräumen – lediglich Schlafräume bleiben kamerafrei. Künftig soll zudem das Sammeln von Daten aus sozialen Netzwerken legalisiert werden. Die Dauerüberwachung wird Tür und Tor IG BCE und der Deutgeöffnet. sche Gewerkschaftsbund lehnen diesen Entwurf entschieden ab. »Die Möglichkeit einer dauerhaften Überwachung macht aus den Beschäftigten gläserne Arbeitnehmer und schafft in den Betrieben ein Klima von Misstrauen und Kontrolle«, sagt UIrich Freese, stellvertretender Vorsitzender der IG BCE. Auch das Sammeln von Informationen aus sozialen Netzwerken sei ein erheblicher Verstoß gegen den Datenschutz, macht Freese deutlich.

Foto: picture alliance/dpa

Mehr Überwachung

»Es ist schon immer wieder verwunderlich, wie die ›bürgerlichen Leistungsträger‹ innerhalb der Wählerschaft diese Partei trotz ihrer chronischen Leistungslosigkeit in den Ring zurückschleppen.« Franz Walter, Parteienforscher und Professor für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen zum überraschenden Wahlergebnis der FDP bei der Landtagswahl in Niedersachsen durch Leihstimmen aus dem CDU-Lager.

Mehr Informationen unter: http://goo.gl/jBouQ kompakt | Februar 2013 | 7


Heims Homepage Foto: Ulrich Pucknat

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Aktiv werden!

Das können Sie!

Anregungen

Fotoausstellungen weltweit

Anschauen

Selber machen!

Abschied

Das letzte Lied

8 | kompakt | Februar 2013

Rudolf Heim

IG-BCE-Online-Redakteur | www.igbce.de präsentiert interessante, manchmal auch ärgerliche Seiten aus dem Web E-Mail: internetredaktion@igbce.de

Was ich kann, können Sie auch. Nämlich ganz einfach im Internet aktiv werden. Eine der besten Plattformen bietet Wordpress. Sozusagen ohne Vorkenntnisse kann man in Minuten ein eigenes Internetangebot auf die Beine stellen: Über die Hobbys, Eindrücke aus der Nachbarschaft oder auch für die IG-BCE-Ortsgruppe. wordpress.com

In meiner Freizeit besuche ich gerne Fotoausstellungen. Photography-now bietet neben seiner Homepage auch tägliche oder wöchentliche Newsletter, die über aktuelle Fotoausstellungen in Deutschland und anderswo informieren. photography-now.com

Wer selber gern fotografiert, der wird von flickr begeistert sein. Dort kann man nämlich eigene Fotos hochladen, sich Inspiration bei anderen holen, aber auch Bilder kommentieren. Ein Teil der Fotos unter der Creative-Commons-Lizenz darf sogar für die eigene Homepage genutzt werden. Es lohnt! flickr.com

Das Thema Abschied sollte auch bei den Tipps dabei sein, meinte die Redaktion. Ich googelte und fand ganz oben eine tolle deutsche Sängerin, Alin Coen. Ich kannte sie bisher noch nicht. Tolle, einfühlsame Lieder. Mein Favorit : »Festhalten« – für die Leserinnen und Leser aber »Das letzte Lied«. Tschüss und danke für tolle 26 Jahre! http://bit.ly/WoYnbQ


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Die Leser haben entschieden Gespannt haben wir in der Redaktion auf die Auswertung gewartet. Nun ist es entschieden: Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben aus den elf Titelblättern des Jahres 2012 das beste gewählt. Gern präsentieren wir die Ergebnisse des Votums und bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmern. OBEr 2012 Nr. 10 I Okt

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Nr. 06 I JuNI 2012 www.igbce.de

ieb rstützen im Betr ngsberater unte Geburtstag CE-Weiterbildu etz feiert 60. Sache!« – IG-B erfassungsges ist eine coole das Betriebsv vor ort »Das estimmung – äch tabu sind Mitb espr um pf ngsg Kam beim Bewerbu tendenzen Welche Fragen schwanger? tipps Sind Sie

kompakt

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Nr. 11 I NovEMBEr 2012 www.igbce.de

vor ort Wieder Insolvenz in der Solarwirtschaft – IG BCE und Betriebsräte fordern nachhaltige Lösung

vor ort Vorbildlich: In einer Leipziger Firma nutzen immer mehr Männer die Elternzeit

tendenzen Immer am Ball – Wo deutsche Firmen an der Fußball-Europameisterschaft beteiligt sind

tendenzen Wahnsinnig: Zahlen zu den Exzessen der weltweiten Finanzwirtschaft

tipps Zigarette zwischendurch – Wann Beschäftigte während der Arbeit rauchen dürfen

tipps Sinnvoll: Bildungsurlaub kann Beschäftigten neue Horizonte eröffnen

kompakt

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Energie

schicht um schicht

energie im Blick In den Unternehmen wird mit Hochdruck an der Energiewende gearbeitet. Was immer noch fehlt, sind die richtigen Entscheidungen der Politik.

Kohle fördern, zuverlässig und sicher, bis die Zechen schließen. Aufgeben kommt für die Bergleute nicht infrage – das ist Ehrensache.

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er stärker. Job wird imm t. Der Druck im sich überforder ftigte fühlen Viele Beschä

Sieger wurde der Oktobertitel mit 29 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ausgequetscht wie eine Zitrone – so fühlen sich immer mehr Beschäftigte. Mit dieser Titelblattgestaltung haben wir offenbar nicht nur bildlich den Nerv der Leserschaft getroffen.

»Für mich ist der beste Titel der vom Monat Oktober: ›Bis zum letzten Tropfen‹ werden die Kleinen ausgequetscht (die Großen sind eher saftige Pampelmusen). An zweiter Stelle passt für mich persönlich der Februar mit dem Thema Büro: Wir sitzen ebenfalls mit zehn Personen in einem Büro. Eigentlich kann man sich mit allen vertragen, aber Diskussionen über Fenster auf oder zu nerven manchmal.« Rolf Thomas, per E-Mail:

»Mein Hit für die Wahl ist der Oktobertitel. Irgendwie fühlt es sich an, als ob

01_titel_Energiewende_11.indd 1

19.10.2012 14:51:29

Cover der Novemberausgabe zum Thema Energiewende. Beide Titel erhielten 10 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Hier die weiteren Prozentzahlen des »Titel des Jahres« 4. Juli/August 9 Prozent 4. September 9 Prozent 6. Februar 8 Prozent

Stimmen zur Titelwahl Sabine Fieß, per E-Mail:

16.05.2012 13:21:58

Der Titel zur Geschichte über den Steinkohlenbergbau und die Leistung der Bergleute teilt sich Den Zweiten Platz mit dem

Bis zum n letzten tropfe

10 | kompakt | Februar 2013

kompakt

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

nichts mehr geht, aber ein Tropfen kommt doch noch und noch einer und noch einer . . .« Thomas Müller, per E-Mail:

»Mein Titel des Jahres war der Oktober, da es in vielen Betrieben so ist, dass die Daumenschrauben immer mehr angezogen werden.« Nicole Specker, per E-Mail:

»Mir hat der Titel ›Bis zum letzten Tropfen‹ gefallen. Ich meine, dass sich viele der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben so fühlen und dass der Titel vielen aus der Seele spricht.«

7. Mai 7 Prozent 8. März 6 Prozent 8. April 6 Prozent

10. Januar 5 Prozent 11. Dezember 2 Prozent

Die Gewinner des iPad mini von Apple sind: Joachim Hirschmann, Torgau; Albert Schauer, Riedenburg; Karen Wohlers, Marl; Andreas Posch, Oppertshausen; Sabrine Theissig, Stadtallendorf.


STANDPUNKT

Foto: Sean Gallup/2012 Getty Images

Rechtsextremismus härter bekämpfen V

iel zu lange schon bedrohen Rechtsextremisten alle Bürgerinnen und Bürger, die nicht in ihr menschenfeindliches Weltbild passen. Bevorzugt Ausländer, Juden sowieso, aber auch Homosexuelle, Gewerkschafter oder junge Menschen mit einer anderen politischen Überzeugung sind immer wieder das Ziel gewalttätiger Übergriffe. Jahr für Jahr dokumentiert der Verfassungsschutzbericht die steigende Zahl feiger und hinterhältiger Angriffe von Rechtsradikalen. Aber die notwendige politische Aufmerksamkeit findet das erst seit der Mordserie der NSU-Terrorzelle.

Foto: Ulrich Pucknat

Erschreckende defizite im Kampf gegen den Rechtsextremismus hat der Untersuchungsausschuss offenbart, dessen Auftrag es war, festzustellen, wieso dieses Mordtrio über Jahre von Polizei und Verfassungsschutz unbemerkt bleiben konnte. Offensichtlich haben viele Verantwortliche in den Sicherheitsbehörden und in der Politik die Bedrohung durch den Rechtsextremismus systematisch unterschätzt oder verdrängt. Wir erwarten, dass rechtsradikale Gewalttaten künftig mit der ganzen Härte des Gesetzes geahndet und dass die ideologischen Wegbereiter unnachgiebig und entschlossen mit den Mitteln des Rechtsstaates bekämpft werden. das verbot der npd gehört dazu. Die NPD ist das ideologische Zentrum des Rechtsextremismus, die Partei vergiftet das gesellschaftliche Klima, ihre Mitglieder verachten unsere Demokratie. Verfassungsfeinde können sich nicht auf das Gebot politischer Toleranz berufen. Die NPD gehört aufgelöst – auch als Zeichen, dass sich die Demokratie zu wehren weiß. Michael Vassiliadis

Vorsitzender der IG BCE vorsitzender@igbce.de kompakt | Februar 2013 | 11

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TITEL fremdenfeindlichkeit

Heile Welt? Der erkennbare Nazi, der nette und höfliche Nachbar: eine rechtsextreme Gesinnung verbirgt sich hinter vielen Stirnen. Häufig ist sie nicht offen und von außen sichtbar. Sicher ist: Rechtsextremes Gedankengut nimmt zu und vergiftet zunehmend unsere Gesellschaft. Egal, ob in der rechtsradikalen Musikszene oder im bürgerlichen Milieu. 

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Foto: Carsten Koall/Getty Images

kompakt | Februar 2013 | 13


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TITEL fremdenfeindlichkeit

Sie erleben, dass man ihnen das 

A

dolf Hitler steig’ hernieder, und regiere Deutschland wieder«. So grölen sie in verrauchten Räumen, man sieht junge Männer in schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift »Braun is beautiful«, sie recken ihre tätowierten Arme zum Hitler-Gruß, schreien »Sieg Heil«; von »Niggern« und »Pfaffen« ist in ihren Liedern die Rede, davon, dass »keine Türken mehr rumlaufen« und »keine Juden mehr unser Volk verkaufen« sollen; man hört Aufrufe zu Mord, Krieg und Terror, man sieht Hakenkreuz-Fahnen, Verkaufsstände voller CDs rechtsradikaler Bands, Jackenaufnäher der Waffen-SS, man sieht junge Frauen, Kinder und Jugendliche; ein älterer Herr in Jackett und weißem Hemd diskutiert mit Schwarzgekleideten. Giovanni Pollice, Abteilungsleiter bei der IG BCE in Hannover, kennt diese Filmszenen. Er hat sie bei einem Referat Ende 2012 im Wiesbadener Bundeskriminalamt gesehen, und sie werden ihm in doppelter Hinsicht in Erinnerung bleiben: Nicht nur, weil der Referent einen so seltenen wie erschreckenden Einblick in die deutsche Naziszene gab, »auch ihn werde ich so schnell nicht vergessen, wie er dick geschminkt mit Müt-

Mit versteckter Kamera

T

homas Kuban, der zu seinem Schutz nur unter Pseudonym auftritt, ist ein freiberuflicher Journalist. Mitte der

ze, Sonnenbrille und falschem Bart am Rednerpult stand«. Der Mann in Verkleidung nennt sich Thomas Kuban. Er hat sich in den vergangenen Jahren mit versteckter Kamera so tief ins rechte Milieu gewagt wie kaum ein anderer Journalist. Bei mehr als 50 Konzerten mischte er sich unters rassistische Volk: bei genehmigten Events mit vielen Tausend Besuchern, vor allem aber bei konspirativen Konzerten rechtsradikaler Bands in Discos, Vereinsheimen und leerstehenden Gebäuden vornehmlich in Ostdeutschland.

90er-Jahre spezialisierte er sich auf die Undercover-Recherche. Verkleidet und mit verdeckter Miniaturkamera begleitete er so jahrelang die rechtsradikale Musikszene Deutschlands und Europas. Die Ergebnisse seiner Recherche veröffentlichte er in Filmen und Büchern. Der Dokumentarfilm »Blut muss fließen – Undercover unter Nazis« von 2012 sorgte in den Medien für Aufsehen.

2012 entsteht auf diese Art und Weise der Dokumentarfilm »Blut muss fließen – Undercover unter Nazis«. Aus ihm stammen die in Wiesbaden gezeigten Szenen. Bei seinem Erscheinen erlangt der Film große mediale Aufmerksamkeit. Er läuft bei der Berlinale, tourt derzeit durch Deutschland (siehe Info-Kasten auf Seite 17). Vermutlich hätte er weniger Aufmerksamkeit erhalten, wäre nicht Ende 2011 die Terrorzelle »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) aufgeflogen, der der Mord an neun Bürgern mit Migrationshintergrund sowie einer Polizistin angelastet wird.

nur Nicht schweigen! So reagiert man am besten auf rechtsradikale Parolen am Arbeitsplatz

Die Expertin Uta Gröschel arbeitet als Coach für Kommunikation. Für die IG BCE hat sie eine Broschüre zum Umgang mit rechtsextremen Äußerungen verfasst.

»Die ganzen Scheinasylanten leben und schmarotzen hier auf unsere Kosten.«

»Die Ausländer nehmen uns unsere Arbeit, unsere Frauen und die Wohnungen weg.«

Je nach Temperament kann man die eigene Sprachlosigkeit formulieren, »Das kann doch nicht Ihr Ernst sein«, oder auf ein anderes Thema ablenken. »Die größte Sauerei ist, dass hier Menschen, die wirklich Not leiden, kaum das Nötigste zum Überleben bekommen.«

Denkbar ist, die Aussage ad absurdum zu führen, »Genau, und insgeheim planen sie Deutschland und danach den Mond einzunehmen«, zuzustimmen und den Sprecher ins Leere laufen zu lassen, »Wenn du meinst«, oder nachzufragen »Wie meinst du das?«.

14 | kompakt | Februar 2013

»Ausländer sind kriminell und gehören abgeschoben.« Man kann sein Gegenüber nachdenklich machen, »Sollen dann alle kriminellen Deutschen, die im Ausland leben, zurückkommen?«, einen Beweis einfordern »Wie kommst du darauf, dass Ausländer kriminell sind?«, oder ein Gegenbeispiel anführen. Die Broschüre bestellen: abt.bildung-wissenschaft@igbce.de


Feld einfach überlässt Für Thomas Kuban kam die Entdeckung der NSU nicht überraschend. Seine Erkundungen in der rechten Szene haben ihm deren tiefen Hass gegen Ausländer, Homosexuelle, Linke, die Demokratie, gegen Andersdenkende und -gläubige offenbart, der repräsentativ für viele Menschen ist, denen man ihre rechtsextrem gefärbten oder durchdrungenen Gedanken nicht sofort ansieht oder anmerkt. Der Zweck der rechten Musikszene ist offenkundig: Sie ist wirksamstes Instrument zur Rekrutierung von Nachwuchs. »Bei einem konspirativen Konzert gemeinsam verbotene Texte zu grölen, schweißt zusammen«, sagt Kuban. »So setzen sich die politischen Botschaften in den Köpfen erst richtig fest.« Und wenn dann noch Polizisten und Staatsschützer dabei zusähen, ohne einzuschreiten, gebe das der Szene Selbstbewusstsein: »Die Leute erleben, dass sie sich den rechtsfreien Raum nicht mal erkämpfen müssen, sondern, dass man ihnen das Feld einfach überlässt.«

Fotos (4): Sean Gallup/Staff, Adam Berry/Getty Images

selbstbewusste neonazis erlebte auch Detlef Lüke, Leiter des IG-BCE-Bildungszentrums in Haltern, bei einem Seminar im Rahmen der »Internationalen Wochen gegen Rassismus« vor drei Jahren. Bei einer Abendveranstaltung versuchen rund 30 einschlägig gekleidete junge Menschen gezielt, den Ablauf zu stören. Als Lüke versucht, den Abend zügig zu Ende bringen, eskaliert die Situation. Die Neonazis marschieren geschlossen hinaus, hissen noch im Saal die schwarz-weiß-rote Flagge des Deutschen Kaiserreichs und singen ein Nazilied; schließlich kommt es zu einer Rangelei, die die Nazis filmen und ins Netz stellen – als Beweis für intolerante aggressive Gewerkschafter. Bei der anschließenden Diskussion erlebt Lüke fassungslose Teilnehmer. »Eine türkische Besucherin sagte unter Tränen, sie hätte so etwas für unmöglich gehalten und frage sich jetzt, ob ihre erwachsenen Kinder nicht doch besser im Ausland weiterstudieren sollen.« 

Eine ganz normale Familie? Nicht mehr auf den zweiten Blick (oben). Neonazis nutzen die Konzerte rechtsradikaler Bands, um Nachwuchs zu rekrutieren, (rechts), Souvenirs mit rechtsradikalen Sprüchen sind inbegriffen (unten).

kompakt | Februar 2013 | 15


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TITEL fremdenfeindlichkeit

In Betrieben mit hohem Organisa   Dass solche Situationen immer noch überraschen, erklärt sich Thomas Kuban damit, »dass die politische Priorität und die Aufmerksamkeit der meisten Medien jahrelang dem Islamismus und dessen Terrorgefahren galt und man darüber die Bedrohung der wachsenden Nazibewegung nicht mehr sah«. Auch der Szenekenner und Autor Toralf Staud sieht Handlungsbedarf: »Es gibt immer noch Neugründungen von Bands aus dem Milieu, die Szene ist im Internet aktiv wie eh und je, und die Zahl der harten gewaltbereiten Neonazis wächst.«

Fotos: Stringer/Getty Images, Adam Berry/Getty Images, picture-alliance

Egal, ob Gegendemonstrationen (oben), Konzerte (links) oder demonstrative Solidarität (unten): Der Widerstand gegenüber rechter Propaganda, rassistischen Äußerungen oder rechtsextrem motivierten Taten ist ungebrochen.

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Auch im Alltag nimmt antidemokratisches Gedankengut zu. In einer seit 2006 zweijährlichen, bundesweit repräsentativen Studie belegt die FriedrichEbert-Stiftung regelmäßig, dass der rechte Extremismus in Ost- wie Westdeutschland, bei Frauen wie Männern, in allen Altersklassen, bei Befürwortern demokratischer Parteien, Gewerkschaftsmitgliedern und Kirchenangehörigen angekommen ist – und wächst: 2012 gaben neun Prozent der Befragten an, ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild zu haben, das heißt, eine Diktatur zu befürworten, den Nationalsozialismus zu verharmlosen, Ausländer und Juden anzufeinden, dem Sozialdarwinismus zuzustimmen und ein übersteigertes Nationalgefühl zu hegen. In Ostdeutschland ist dieser Wert seit 2006 von 6,6 auf 15,8 Prozent um mehr als das Doppelte gestiegen. Jeder Vierte hat zudem eine ausländerfeindliche Einstellung, in Westdeutschland jeder Fünfte. Die Autoren schlussfolgern, dass angesichts von Abstiegsängsten rechtsextreme Einstellungen mit der Wirtschaftsund Finanzkrise zugenommen haben. Sie sehen die Gefahr, dass Rechtspopulisten versuchen, aus der Situation »politisch Kapital zu schlagen« – und in manchen Gegenden passiert dies schon: Mitglieder der NPD lassen sich mit ihren Familien und Sympathisanten in Kleinstädten und dörflichen Gegenden nieder und betreiben dort mehr oder weniger offen Propaganda.


tionsgrad passiert weniger Sie gründen Sportvereine, verteilen CDs an Schulen, organisieren Veranstaltungsabende, geben sich nach außen hin bewusst höflich und zurückhaltend, um unter diesem Deckmantel rechte Propaganda und Wahlkampfwerbung zu betreiben. Teilweise mit Erfolg: In manchen Gegenden im Osten genießt die NPD inzwischen den Status einer Volkspartei, überflügelt die SPD in vielen Städten und Gemeinden bei Weitem. Aber es gibt auch Gegenwehr. Nach 2002 macht sich die Politik geschlossen für ein Verbot der NPD stark (siehe Text unten), und es gibt viele Beispiele von Menschen, die Gegeninitiativen gründen, mit Konzerten, Informationsveranstaltungen und Flyeraktionen über die Gefahr von rechts aufklären. auch Das Engagement von Arbeit-

nehmern und Gewerkschaften ist heute noch so ungebrochen wie vor 27 Jahren, als sich der vom DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften getragene Verein »Mach meinen Kumpel nicht an!« gründete. »Wir sind in den meisten Betrieben heute weiter als in der Gesellschaft«, sagt dessen Vorsitzender, IG-BCE-Sekretär Giovanni Pollice. »Gerade da, wo die Gewerkschaften durch einen hohen Organisationsgrad stark sind, passiert weniger, weil wir Einfluss ausüben können.« Dennoch gebe es immer wieder verbale Anfeindungen oder Schmierereien auf Betriebstoiletten. Pollice wirbt deshalb

seit Jahren für Betriebsvereinbarungen über »Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz«. Viele Betriebsräte zeigen sich reserviert: »Sie haben Sorge, dass es dann sofort heißt: ›Was läuft bei euch schief, dass ihr das nötig habt?‹« Doch Pollice sieht in den Vereinbarungen ein wirksames Instrument für Aufklärungsarbeit: »Sie sind ein starkes Signal.« Beim Hamburger Wachsspezialisten Sasol Wax hat man 2003 eine Betriebsvereinbarung geschlossen: »Die Vereinbarung ist eine präventive Maßnahme«, sagt Betriebsratsvorsitzender Antonio Lago. »Wir setzen einen Standard für den Fall, dass es doch Probleme geben sollte.« Ähnlich sieht es Ali-Osman Sahin, Betriebsratsvorsitzender des Kunststoffverpackungsherstellers RPC: »Mit unserer Vereinbarung haben wir die Basis geschaffen, dass wir als Produktionsfamilie anständig miteinander umgehen. Wir haben die Atmosphäre und die Kommunikation deutlich verbessert.« Auch der Kumpelverein ist unverändert aktiv: Gewerkschaften bietet er Hilfe an bei Veranstaltungen zum Thema, bei der Suche nach Referenten, der Entwicklung von Materialien für den Einsatz in Berufsschulen. »Ich bin nicht pessimistisch«, sagt Giovanni Pollice, »aber mein Motto lautet: Man muss die Demokratie jeden Tag aufs Neue verteidigen. Denn wenn wir uns zurücklehnen, kann es ein böses Erwachen geben.« Stefan Scheytt/Julia Osterwald

Was wird mit der NPD?

S

eit Jahren ist das NPD-Verbot Thema der Politik. Die Argumente: Die Partei sei verfassungswidrig, verfolge aktiv antidemokratische Ziele. Ein erster Antrag beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe 2002 scheiterte, weil das Gericht Beweise nicht anerkannte, die von V-Männern erbracht worden waren. Die Rufe nach einem Verbot der Partei aber blieben. Verbindungen des ehmaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Thüringer NPD, Ralf Wohlleben, zur

terroristischen NSU und die Aufdeckung der Terrorzelle boten der Politik jetzt erneut Gründe für einen Verbotsantrag – und sie handelte: Die Innenminister der Länder, die Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundesrat sprachen sich für ein erneutes Verfahren aus, es wurde entschieden, die V-Leute aus der Spitze der NPD abzuziehen. Was fehlt, ist die Entscheidung der Regierung: Sie steht noch für das erste Quartal 2013 an. (jow)

mehr Infos zum Thema  »Blut muss fließen – Undercover unter Nazis«, Thomas Kuban, Campus-Verlag; der gleichnamige Film tourt derzeit durch Deutschland, Termine sind unter www.filmfaktum.de zu finden.  »Neue Nazis. Jenseits der NPD: Populisten, autonome Nationalisten und der Terror von rechts«, Toralf Staud und Johannes Radke, Kiepenheuer & Witsch, 9,99 Euro.  Der Kumpelverein: www.gelbehand.de

 Neue Broschüre der IG BCE »Argumente gegen rechts«, zu erhalten unter: www.igbce.de  Zum siebten Mal schreiben der Verein »Mach meinen Kumpel nicht an!« und seine Kooperationspartner den Wettbewerb »Die Gelbe Hand« aus. Der Wettbewerb ruft zu Beiträgen gegen Ausgrenzung, Rassismus und für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt auf. Teilnehmen können Schüler an Berufsschulen/-kollegs und alle Jugendlichen, die sich in einer beruflichen Ausbildung befinden, ebenso Beschäftigte aus Betrieben und Verwaltungen sowie Jugend- und Ausbildungsvertretungen. Informationen zum Wettbewerb sowie das Anmeldeformular gibt es unter: http://bit.ly/PtSXHd.de

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Themen Tarifrunde Energie

Fotos (3): Frank Rogner

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Eiszeit bei E.ON Stur und Kompromisslos gibt sich die Arbeitgeberseite im Tarifstreit beim

Energieversorger E.ON. Ein Arbeitskampf ist nicht ausgeschlossen.

U

m kurz nach neun Uhr morgens am 14. Januar beginnt der Demo-Zug zum Werktor West. Dort gibt es neben der großen Rednerbühne auch wärmenden Kaffee. Auch Andreas Süssenbach ist an diesem Morgen gekommen, um zu protestieren. Das Angebot der Arbeitgeberseite im Tarifstreit beim Energieversorger E.ON, das de facto nicht einmal reicht, um die Inflationsrate auszugleichen, hält er für inakzetabel: »Wir leisten gute Arbeit, eine Lohnsenkung ist nicht gerechtfertigt!« Der 45-jährige Kraftwerksmeister erklärt mit sichtlicher Begeisterung, wie im Kraftwerk Scholven Strom produziert

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wird. Etliche Tonnen Kohle werden verbrannt, erhitzen die riesigen, wassergefüllten Dampfkessel und erzeugen Energie. Alles unter seiner Leitung. 1,1 Prozent Lohnerhöhung, so lautete zu diesem Zeitpunkt das Angebot. Viel zu wenig aus Sicht der IG BCE, die eine Anhebung der Bezüge um 6,5 Prozent fordert. »Seid ihr mit 1,1 Prozent zufrieden?«, ruft Peter Obramski, Bezirksleiter in Gelsenkirchen, mit Nachdruck von der Bühne. »Nein!«, schallt es grollend aus der Menge zurück. Dann: pfeifen, rasseln, Fahnen schwenken. Rund 700 Beschäftigte demonstrierten an diesem kalten Wintertag, um ihren

Unmut über die laufenden Tarifverhandlungen auszudrücken. Bundesweit legten mehr als 7500 E.ON-Mitarbeiter an diesem Tag die Arbeit nieder. Einen Anblick wie beim Warnstreik Anfang Januar könnten die Arbeitgeber von E.ON bald täglich erwarten. Denn ein unbefristeter Streik beim Energieversorger rückt immer näher. »Wir befinden uns in einer sehr ernsten Lage«, sagt IG-BCE-Tarifpolitiker Peter Hausmann. »Die Arbeitgeber betreiben Tarifpolitik nach Art früherer Schlotbarone – sie wollen diktieren, statt zu verhandeln.« Ein harter Arbeitskampf sei nicht länger


Letzte Warnung: Rund 7500 Beschäftigte protestierten, um mehr Bewegung in die festgefahrene Tarifrunde zu bringen.

Kraftwerksmeister Andreas Süssenbach und . . .

Foto: Jesco Denzel

ausgeschlossen, macht Hausmann deut- Zuspruch für den gemeinsamen Kurs lich. »Dafür tragen die Arbeitgeber die der IG BCE und ver.di zeigten die Bevolle Verantwortung.« schäftigten bereits eindrucksvoll beim Die organisatorischen Vorbereitungen Warnstreik. Chemie-Techniker Ralf Knüffür eine Urabstimmung und Arbeits- ken etwa empfindet das Verhalten und kampfmaßnahmen sind nun angelau- das magere Angebot des Unternehmens fen. Denn seit dem Warnstreik hat sich als ungerecht und vermutet Kalkül dadie Lage im Tarifhinter: »Die Energiekonflikt weiter zu»Das Angebot von wende dient als gespitzt. E.ON erVorwand, gegen die 1,7 Prozent passt höhte das Angebot Arbeitnehmerintereshinten und vorne von 1,1 nur minisen zu argumentienicht.« mal auf 1,7 Proren.« zent. Die IG BCE Peter Hausmann Peter Hausmann und ver.di, die sich forderte die ArbeitgeTarifpolitiker bei E.ON zur »Tarifber erneut auf, ihren der IG BCE gemeinschaft EnerKonfrontationskurs gie« zusammengeschlossen haben, for- zu beenden und auf eine Linie der Verdern für die 30 000 Beschäftigten des nunft einzuschwenken. Ein Streik in der Konzerns 6,5 Prozent mehr Lohn. Zu- Energieversorgung, so der Tarifpolitiker, dem sollen alle Auszubildenden nach »geht in seiner Wirkung weit über die beerfolgreichem Abschluss für mindestens troffene Branche hinaus. Die Arbeitgezwölf Monate übernommen werden. ber wollen offenbar eine Eiszeit. Machen »Die Arbeitgeber haben sich in drei sie so weiter, gibt es eine Eiszeit.« Das Verhandlungsrunden nicht bewegt, son- Angebot von 1,7 Prozent passe hinten dern stur und kompromisslos an ihrer und vorne nicht, so Hausmann. »Da Linie festgehalten«, sagt IG-BCE-Ver- muss noch erheblich draufgepackt werhandlungsführer Holger Nieden. Die den, wenn wieder Bewegung in die Gewerkschaften erklärten daraufhin die Runde kommen soll.« Verhandlungen für gescheitert. Marco Jelic/Sarah Heidel

Foto: Danny Mertens

. . . viele Kollegen von den E.ON-Standorten Scholven . . .

. . . und Schkopau demonstrieren für höhere Löhne.

Tarifrunde 2013: So sieht es bei den anderen Energieversorgern aus

RWE

Vattenfall

AVEU

Auch bei RWE sind die Zeiten unruhig. Nach der zweiten Verhandlungsrunde ist keine Einigung in Sicht. Die IG BCE fordert eine Entgelterhöhung von 6 Prozent sowie ein Tarifpaket zur Beschäftigungssicherung und Übernahme der Auszubildenden. Die Arbeitgeber bieten bisher ein Paket mit zweimal 1,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden lehnt das als »völlig indiskutabel« ab: »Eine effektive Minusrunde machen wir bei RWE nicht mit.« Das Gesamtpaket müsse stimmen, »da müssen die Arbeitgeber noch nachlegen«. Am 28. und 30. Januar wird weiter verhandelt.

Im vergangenen Oktober waren die Verhandlungen zur Verlängerung der Beschäftigungssicherungsvereinbarung und zum Tarifvertrag Ausbildung gescheitert. Diese Themen werden nun die Vergütungstarifrunde prägen. »Wir haben eine hohe Erwartungshaltung«, sagt Steffen Erbe, Betriebsratsvorsitzender im Tagebau Jänschwalde bei Cottbus. Am 21. Februar beginnt die Vergütungstarifrunde Vattenfall. 6,5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fordert die gemeinsame Konzerntarifkommission von IG BCE, ver.di und IG Metall. IG-BCEVerhandlungsführer Holger Nieden kündigt an: »Das wird kein Spaziergang!«

6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten: Die IG BCE fordert für die rund 21 000 Beschäftigten der im ostdeutschen Arbeitgeberverband AVEU organisierten regionalen Energieversorger und versorgungswirtschaftlichen Unternehmen eine deutliche Einkommensverbesserung. Am 4. März starten die Tarifverhandlungen. IG-BCE-Verhandlungsführerin Sabine Duckstein: »Vor uns liegt aufgrund der Rahmenbedingungen eine schwierige Tarifrunde. Die Situation in den Unternehmen aber rechtfertigt unsere Forderung. Wir erwarten ein gutes Tarifergebnis!« Mehr Infos zu allen Tarifrunden: www.igbce.de

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leserforum Nr. 01 I JaNuar 2013 www.igbce.de

vor ort Papierkonzern UPM will aus Flächentarifvertrag aussteigen tendenzen Zahlen und Fakten zur Leiharbeit in Deutschland tipps Was sich ab Januar beim Führerschein ändert

Schreiben Sie uns! Wir freuen uns über Lob, Kritik und Anregungen.

kompakt

kompakt IMPRESSUM

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Wahl XJa!

2013 ist ein Jahr der Entscheidungen. Welche Themen gehören auf die politische Agenda?

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13.12.2012 15:15:35

Leserbriefe stellen die Meinung des Einsenders dar. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

quenzen, der authentisch und ohne Schnickschnack ist. Meine Bewunderung gilt Dir und Deiner Familie, die Dich unterstützt. Ich wünsche Dir einen riesigen Sack Glück und Freude bei Deinen Unternehmungen. Übrigens, Deine Hunde sind toll, die Freude am Laufen blitzt nur so aus den Augen! Maria Singer im kompakt-blog

> Unterstützung wird zu Raketentreibstoff von Dirk Kirchberg und Alexander Nortrup (01/2013)

Wichtige Potenziale

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Bei der Teilnahme an einer Studie von Herrn Hüther konnte ich ein längeres Gespräch mit ihm führen. Dabei kamen wir auch auf das Thema »Potenzialentfaltung«. Es freut mich sehr, jetzt in der kompakt über das Ergebnis lesen zu können. Gewerkschaft kann und sollte hier Vorreiter sein. Denn die Potenziale außerhalb der beruflichen Qualifikation von Mitarbeitern sind enorm. Sie können eine Unterstützung für die verschiedensten Bereiche eines Unternehmens sein. Allein die Vorstellung der Freizeitaktivitäten von Kollegen in der kompakt weist doch in diese Richtung. Rosmarie Münchmaier, per E-Mail

> Der mit den Hunden rollt von Dagny Riegel (01/2013)

Große Bewunderung

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Der Artikel hat mir sehr gefallen. Sui, Du bist ein Mensch, der seinen Traum lebt, ungeachtet der Konse-

Gespannt auf mehr

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Toller Artikel, Leidenschaft für Canada und Alaska kommen voll zur Geltung. Was tut man sich nicht alles an (sogar minus 62 Grad Celsius), um seinen Traum zu leben. Ich warte gespannt auf den Bericht »Yukon Quest 2013« von Sui. Anna Schulz im kompakt-blog

Zu beneiden

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Super Artikel! Sui, Du bist zu beneiden um diese Erlebnisse – viel Spaß beim nächsten Mal! Karin Kundegraber im kompakt-blog

Kolleginnen als Ansprechpartner da zu sein. Arbeiter oder Angestellte sind deshalb in den politischen Entscheidungsgremien kaum vorhanden und so entscheiden »Berufspolitiker«, die zumeist die Bodenhaftung verloren haben, über das Wohl und Wehe ihres Wahlvolkes. Siehe nur Angela Merkel oder jetzt Peer Steinbrück! Wie lange lassen sich die Wähler noch täuschen? Hier haben vor allem auch die Gewerkschaften die Pflicht und Schuldigkeit zu handeln, als in Demut zu erstarren! Helmut Färber, per Brief

> Grimms Märchen von Imre Grimm (01/2013)

Große Begeisterung

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Wir lesen jedes »Märchen« mit großer Begeisterung und bewundern den Autor wegen seiner Einfälle. Danke!

Bernd Gröschel, per E-Mail

> Teure Wege von Michael Denecke (11/2012)

> WahlXJa! von cch/nor/jow (01/2013)

Mehr Engagement Die zunehmend grassierende Interessenlosigkeit und damit einhergehende Flucht vor Verantwortung in Parteien und Vereinen macht leider auch nicht vor Gewerkschaften halt. Vor allem die Mehrzahl junger Leute hat keinen »Bock« mehr, sich (ohne Facebook) gesellschaftlich oder ehrenamtlich zu engagieren und für ihre Mitmenschen oder Kollegen und

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Alle Seiten sehen Es ist schon sehr zynisch, die Pendlerpauschale abzulehnen wegen eines »Hauses im Grünen«. Ich wohne in einer Mietwohnung im Zentrum, hatte 31 Jahre einen Geschäftsweg von zehn Minuten. Dann: Geschäft zu, neuer Job in Rastatt, ein Weg 30 Kilometer. Und das nun schon 15 Jahre. Als Gewerkschafter sollte man eigentlich alle Seiten sehen.

Ingeborg Schmid, per Brief

Das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Herausgeber Michael Vassiliadis Chefredakteur (verantwortlich im Sinne des Presserechts) Christian Hülsmeier Stellvertretender Chefredakteur Michael Denecke Chef vom Dienst Alexander Nortrup Redaktion Sarah Heidel, Julia Osterwald, Rudolf Heim, Dirk Kirchberg, Dr. Ulrike Börger Redaktionsassistenz Simone Michels, Tanja Rössner Gestaltung Hans Borgaes Redaktionsanschrift Königsworther Platz 6 30167 Hannover Telefon: 0511 7631-306/-329 Telefax: 0511 7000891 E-Mail: kompakt@igbce.de Internet: www.igbce.de Satz: BWH GmbH Beckstraße 10, 30457 Hannover Gesamtherstellung und -vertrieb: Westend Druckereibetriebe GmbH Westendstraße 1, 45143 Essen Anzeigenverwaltung NetworkMedia GmbH Stresemannstraße 30 10963 Berlin Telefon 030 25594-160 (Fax: -190) E-Mail: haertig@nwmd.de Gültige Anzeigenliste Nr. 12 vom 01. 01. 2013 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Claudia Härtig Zusendungen: Für unverlangte Einsendungen wird keine Gewähr übernommen. Bezugspreis 0,90 €, jährlich 10,00 €. Für Mitglieder der IG BCE ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten. Erscheinungsweise:

kompakt erscheint monatlich

mit acht Regionalausgaben für Bayern, Baden-Württemberg, Hessen-Thüringen, Nord, Nordost, Nordrhein, Rheinland-Pfalz/Saarland, Westfalen. Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 22. 1. 2013 Druckauflage: 660 069 (III/2012) Gedruckt auf chlorfreiem Papier


VOR ORT

Produkte mit Pfiff Villeroy & Boch zaubert mit Porzellan

UPM bleibt im Flächentarif Heftige Proteste an den Standorten und ein Spitzengespräch bringen die Wende.

Rauswurf trotz Standortsicherung 120 Beschäftigten will der Folienhersteller Treofan trotz einer Vereinbarung zur Standortsicherung kündigen.

»Nah dran am Menschen«

Kritische Töne zu belastenden Arbeitsbedingungen und gewerkschaftliche Solidarität prägen Neujahrsempfänge. Foto: Oliver Dietze

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vor ort Villeroy & Boch

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Diese Qualität ist echt Der Porzellanhersteller villeroy & Boch geht erfolgreich mit der Zeit und den

Verbraucherwünschen um. Wer Kunst macht, ist jedoch auch vor dreisten Fälschern nicht sicher.

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ehr als 18 000 Quadratmeter ist sie groß, die Produktionshalle von Villeroy & Boch im saarländischen Merzig. Mit ein bisschen Fantasie könnte hier die längste Sushi-Theke der Welt stehen. Die Infrastruktur dafür ist da: Über unzählige Transportbänder laufen täglich bis zu 45 000 Porzellanteile – vornehmlich Teller. Kleine, große, runde, eckige, sogar wellige.

Wie sich Verbraucherwünsche im Laufe der Zeit ändern, bekommt man hier am besten mit. »Der klassischrunde Speiseteller ist kein Selbstläufer mehr«, berichtet der Betriebsratsvorsitzende Ralf Runge. Denn längst sitzt die Großfamilie nicht mehr, wie früher üblich, am gedeckten Tisch. Heute essen Singles und kinderlose Paare gerne nebenbei. »Darauf muss man

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sich als Porzellanhersteller einstellen«, sagt der 49-Jährige und verweist auf die sogenannte »Party Plate«. Auf den Vertiefungen der geschwungenen, rechteckigen Porzellanplatte finden Getränkeglas und Häppchen ihren sicheren Halt. Besonders beliebt seien auch kleine Schälchen zum Dippen. »Eben all das, was zum heute weitverbreiteten Essen auf der Couch passt.«

Dass die Deutschen allmählich die vielen Kaffeespezialitäten für sich entdecken, spornte Villeroy & Boch gar zur Porzellanserie »Caffè Club« an, verschieden große Tassen für Café au Lait, Kaffee, Espresso und Cappuccino – laut Unternehmenswerbung allesamt »perfekt auf die aktuellen Kaffeeautomaten abgestimmt«. Kein Zweifel: Der in der Marketingabteilung integrier-


Formstabilität sei hier eine besondere Herausforderung. Ebenso verantwortet die 45Jährige die korrekte »Markierung« – also den bekannten Villeroy & Boch-Stempel am Boden. Der wechselt von Serie zu Serie – muss aber immer kontrastreich und mittig sein. Nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit hat Griess das schon so verinnerlicht, »dass ich mich selbst dabei erwische, wie ich bei Freunden das Kaffeeservice umdrehe und den Abdruck kontrolliere«, lacht sie.

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1 | rund, eckig, welle Eine Maschine schleift die Kanten der frisch gepressten Teller ab.

Trotz Stempel und ers-

2 | voricht, heiSS Karin Griess überprüft, ob jedes Porzellanteil genug Hitze abbekommen hat.

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te Innovationskreis, zum Teil mit Kunststudenten besetzt, will am Puls der Zeit bleiben. Entsprechend oft muss Friedbert Thome die Maschinen (um-)rüsten. Sprich: Die

Viele Produktionsschritte werden noch in mühevoller Handarbeit gemacht.

ein, wird hier verdichtet und in Tellerform gepresst. Das noch hochgradig zerbrechliche Geschirr wandert nun Stück für Stück durch den ersten 1240 Grad heißen Brennofen. Ob jedes Porzellanteil genug Hitze abbekommen

»Manch ein Hersteller bekommt seine Energiekosten offensichtlich vom chinesischen Staat bezahlt.«

Ralf Runge Betriebsratsvorsitzender

Pressformen der wechselnden Porzellanserien aus- und einbauen. Jetzt rauscht das aus Kaolin, Quarz und Feldspat bestehende Rohstoffgranulat in den Formgeber hin-

hat, überprüft stichprobenartig Karin Griess. »Gerade bei eckigen Tellern, die teils sehr dünn sind, bilden sich im Ofen manchmal kleine Haarrisse«, sagt sie. Die

Foto: Oliver Dietze

3 | Das ist Kunst

tem Brand würden die Teller noch nicht lange halten: Die Messerspuren eines in Stücke geschnittenen Schnitzels wären deutlich sichtbar. Dem schafft die Glasur Abhilfe: Wie in einer Lackiererei spritzen Düsen von oben, unten und von der Seite Glasur auf das Geschirr, das anschließend zum zweiten Mal gebrannt wird. Jetzt sind die Teller glänzend und bereit für das typische Villeroy & BochDekor. Etwa für das vor mehr als 200 Jahren kreierte und noch immer hergestellte »Alt Luxemburg«. Und, wer hätte es gedacht: Das komplette Design entsteht noch immer in mühevoller Handarbeit. Vier Mitarbeiterinnen schwingen sprichwörtlich die Pinsel – mit einer Routine und Genauigkeit, die einem Außenstehenden eine Menge Respekt einflößen. Aber: Wo Kunst ist, sind

dreiste Fälscher nicht weit. Insbesondere auf Veranstaltungen wie der Frankfurter Konsumgütermesse »Ambiente«, für Villeroy & Boch ein Pflichttermin, tummeln sich schamlose Plagiatoren. Die Saarländer haben reagiert

und eine Abteilung »Schutzrecht« eingerichtet. Deren Mitarbeiter durchstöbern die weitläufigen Messehallen mit Anwalt und Polizei. Fündig werden sie fast immer. Was Ralf Runge besonders ärgert: Dass vor allem die Asiaten mit unlauteren Mitteln spielen. »Manch ein Hersteller bekommt seine Energiekosten offensichtlich vom chinesischen Staat bezahlt«, mutmaßt er. »Ich kann mir nicht erklären, wie der Handel sonst ein Kaffeeservice für 25 Euro anbieten kann.« Die Vorsitzenden von IG BCE und des Verbandes der Keramischen Industrie haben deshalb beim Bundeswirtschaftsministerium Druck gemacht, eine Keramik-Antidumpingbeschwerde gegen China zu unterstützen. Mit Erfolg: Seit November hat die EU entsprechende Schutzzölle verhängt. Axel Stefan Sonntag Das unternehmen Das 1748 gegründete Unternehmen stellt Produkte aus dem Bereich Bad, Tischkultur und Fliesen her. Es beschäftigt weltweit rund 8000 Menschen, davon etwa 500 in Merzig. 2011 erwirtschaftete der börsennotierte Konzern einen Umsatz von 743 Millionen Euro, davon 38 Prozent im Bereich Tischkultur. Fast drei Viertel des Gesamtumsatzes stammen aus dem Ausland, 52 Prozent alleine aus Europa. Deshalb spüren die Saarländer die Auswirkungen der oft planlosen Sparpolitik vieler europäischer Länder: Die Umsätze der ersten neun Monate im Jahr 2012 sanken um 1,5 Prozent. www.villeroy-boch.com

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vor ort Aktuelles

Papierhersteller UPM bleibt im Flächentarif Hannover | Absichtserklärung unterzeichnet – Grundlage für Verhandlungen gelegt

Foto: IG BCE

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PM bleibt im PapierArbeitgeberverband. Dies ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs zwischen IG BCE und dem Konzern Ende Januar. IGBCE-Tarifpolitiker Peter Hausmann begrüßte die Entscheidung des Unternehmens als einen echten »Fortschritt. Jetzt ist der Weg frei, um die schwierigen Probleme angemessen erörtern und tragfähige Lösungen finden zu können.« In einer Absichtserklärung haben IG BCE und UPM die Grundsätze eines sozialpartnerschaftlichen Umgangs miteinander bekräftigt. Konkret wurde vereinbart, für die Standorte Plattling und später Hürth Verhandlungen aufzunehmen. Ziel ist es, einheitliche Arbeitsbedingungen auf

Gegen die UPM-Pläne gab es an den Produktionsstandorten (wie hier in Hürth) heftige Proteste.

Basis des Flächentarifvertrags festzulegen. Anfang Dezember hatte UPM angekündigt, mit allen seinen deutschen Werken den Papier-Arbeitgeberverband verlassen zu wollen. (siehe kompakt 01/2013).

Damit waren das System des Flächentarifvertrags infrage gestellt und Dauerkonflikte um Haustarifverträge programmiert. Dies konnte niemand wollen, der ernsthaft an einer guten wirtschaftlichen Ent-

wicklung der Papierindustrie interessiert ist. Der jetzt gefundene grundsätzliche Konsens, so Peter Hausmann, »ist Ausdruck der ökonomischen und tarifpolitischen Vernunft«. Michael Denecke

Tarifmeldungen

Keine Ruhe bei Treofan

Schuhindustrie | In der

Neunkirchen | Trotz Standortsicherungsvereinbarung sollen 120 Beschäftigte gehen

Schlichtung für die Beschäftigten in der Schuh- und Sportartikelindustrie haben sich die Tarifparteien am 10. Januar auf einen Demografietarifvertrag sowie eine Entgelterhöhung geeinigt. Ab 2013 werden jährlich 300 Euro pro Beschäftigten von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt. Die Betriebsparteien vereinbaren die Verwendung für Langzeitkonten oder Altersvorsorge. Außerdem steigen die Gehälter der Beschäftigten ab 1. Januar 2013 um 2, 2 Prozent und ab 1. März 2014 noch einmal um 1,4 Prozent.

Ausführliche Informationen unter: www.igbce.de

D

ie rund 600 TreofanBeschäftigten kommen nicht zur Ruhe: Obwohl vor einem Jahr eine von Betriebsrat und IG BCE ausgehandelte Standortsicherungsvereinbarung in Kraft getreten ist, will der saarländische Betrieb 120 Mitarbeitern bis Ende 2013 betriebsbedingt kündigen. Begründung: allgemeiner Wettbewerbsdruck aus Osteuropa und Asien sowie fehlende Impulse aus dem Markt der Elektromobilität. So verzögere sich die Großserienproduktion von Folien, die in Lithium-Ionen-Batterien von Elektroautos Verwendung finden sollen.

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Betriebsrat und IG BCE sind von der Argumentation des Unternehmens überrascht. »Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich langfristig zum Werk Neunkirchen bekannt und bis 2017 betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausgeschlossen«, so Betriebsratsvorsitzender Ludwig Brüderlein. Die Belegschaft verzichte auf aktuell 8,11 Prozent ihres tariflichen Einkommens. »Deshalb erwarten wir, dass auch die Unternehmensleitung ihre Zusagen einhält«, fordert Brüderlein. Ebenso lehnt die IG BCE Verhandlungen über einen

betriebsbedingten Stellenabbau strikt ab. »Wir möchten erst einmal kritisch hinterfragen, wie es tatsächlich um die wirtschaftliche Lage von Treofan bestellt ist«, sagt Ulrich Schacht vom IG-BCE-Bezirk. Einen entsprechenden Auftrag habe das Saarbrücker Info-Institut bereits erhalten, mit ersten Ergebnissen rechne man in den kommenden Wochen. Es gelte Gewissenhaftigkeit vor Schnelligkeit. Treofan war ursprünglich eine Tochter der Saarbergwerke. Heute gehört die Gruppe überwiegend ausländischen Finanzinvestoren.  Axel-Stefan Sonntag


Fotos (2): Morten Strauch

Seit drei Monaten streiken die Beschäftigten von Neupack und erhalten große Unterstützung wie hier im Dezember in Hamburg.

Der längste Arbeitskampf im Norden hamburg | Im Arbeitskampf bei Neupack setzt die IG BCE jetzt auf flexible Strategie und Vermittlung

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Foto: Sigrid Thomsen

sagt der Hamburger IG-BCEBezirksleiter Jan Eulen. Den Wechsel zu einer flexibleren Strategie haben die Streikenden bei einer Mitgliederversammlung am 21. Januar besprochen. »Das Ziel bleibt ein Tarifvertrag«, bekräftigte Jan »Wir wollen endlich Eulen. »Aber auf vernünftige Verträge.« dem Weg dahin setzen wir ein Murat Günes neues wichtiges Betriebsratsvorsitzender, Signal.« Neupack Hamburg

dem Eigentümer bereit erklärt. Zudem wurde eine »angesehene Hamburger Persönlichkeit« um Vermittlung gebeten. »Es ist Zeit, neue Wege zu gehen, um diesen Konflikt zu lösen«, so Vassiliadis. Foto: Cordula Kropke

or den Werktoren von Neupack wurden die roten Schirmmützen mit der Aufschrift »Wir wehren uns« Ende Januar durch wärmere IG-BCE-Schals und Strickmützen ersetzt. Die Beschäftigten in Hamburg und Rotenburg an der Wümme, die seit drei Monaten für einen Tarifvertrag streiken, machen sich winterfest. Denn an der Eiseskälte zwischen der Familie Krüger und deren etwa 200 Beschäftigten hat sich nichts geändert: Das Unternehmen verweigert bislang konstruktive Gespräche mit der Gewerkschaft. Dabei hat sich zwischenzeitlich auch der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis zu einem Spitzentreffen mit

Als weiteres Signal der Gesprächsbereitschaft hat die IG BCE den Streik bei Neupack nun vorerst ausgesetzt. »Die IG BCE will mit diesem Schritt zu einer Deeskalation beitragen und die Chance für zielführende Gespräche eröffnen«,

Gerüstet für einen kalten Winter: Die Streikenden bekommen warme Schals.

Drei Monate lang haben

die Beschäftigten in der Kälte ausgehalten und damit den bislang längsten Arbeitskampf in der norddeutschen Gewerkschaftsgeschichte geführt. Der Streik wurde unterstützt durch Politikeraufrufe, Briefe der IG BCE an die Gesellschafter und zigtausend Postkarten aus der Bevölkerung an Neupack-Kunden. Die Solidarität beantwortete das Unternehmen mit öffentlichen Beschuldigungen der Streikenden als gewaltbereite Demonstranten. Neupack schreckte selbst davor nicht zurück, einen von der IG BCE scharf verurteilten

gewalttätigen Angriff auf einen Mitarbeiter für Propagandazwecke zu nutzen. Zuletzt versuchte Neupack, den Streik juristisch zu unterbinden. Jan Eulen: »Das ist natürlich eine weitere Provokation und erschwert die Situation erheblich.« Das Verfahren vor dem Arbeitsgericht Verden war für den 25. Januar angesetzt. Sigrid Thomsen/chh StreikChronologie November 2012: Streikbeginn mit Verletzungen von Streikenden vor den Werktoren. Einsatz von etwa 20, inzwischen 50 Streikbrechern. Dezember 2012: Demonstration von gut 1000 Menschen in Hamburg nach dem Scheitern dreier Verhandlungsversuche. Januar 2013: Eskalation durch öffentliche Gewaltvorwürfe gegen Streikende und Strafanzeigen. Vermittlungsangebot durch Michael Vassiliadis.

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vor ort Aktuelles

Für den Erhalt der Arbeitskraft

in eigener sache

Satzungsänderung hannover | IG-BCE-Hauptvorstand bringt Ergänzung in den Beirat ein

Leipzig | »Belastende Arbeitsbedingungen beschweren zunehmend unser Privatleben und unsere Gesundheit. Mit dramatischen Folgen – das zeigt die aktuelle Studie des ›DGBIndex Gute Arbeit‹ deutlich.« Festrednerin Edeltraud Glänzer (Foto), Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, forderte auf dem Neujahrsempfang des Bezirks Leipzig einen Richtungswechsel: »Eine zukunftsorientierte Arbeitswelt muss auf den Erhalt, nicht den Verbrauch der Arbeitskraft ausgerichtet sein. Gute Arbeit – sicher und fair, dafür kämpft die IG BCE.« Bezirksleiter Jürgen Mehnert begrüßte mehr als 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaft: »Bei uns steht unter anderem das Thema Energiewende ganz oben auf der Tagesordnung. Auch hier erwarten wir von den Unternehmen: Gute Arbeit muss auch gut bezahlt werden.« Landesbezirksleiterin Petra Reinbold-Knape sprach ein Grußwort. Alle Gäste nutzten intensiv die Gelegenheit zum Netzwerken und politischen Austausch.

emäß Paragraf 18 Ziffer 6 der IG-BCE-Satzung informiert kompakt über eine geplante Satzungsänderung. Der Hauptvorstand beabsichtigt, dem Beirat eine Änderung der Satzung der IG BCE vorzuschlagen. Die Satzung soll in Paragraf 19 Ziffer 2 durch Einfügung eines Satzes 2 ergänzt werden. Der Ergänzungsvorschlag im Wortlaut: »Für die Wahl der hauptamtlichen Vorstandsmitglieder ist Paragraf 15, Ziffer 6 Satz 2 der Satzung nicht anzuwenden.« Begründung: Gemäß Paragraf 15 Ziffer 6 Satz 2 der Satzung der IG BCE sind in einem Wahlgang, in dem mehrere Funktionen zu besetzen sind, nur die Stimmzettel gültig, auf denen min-

destens die Hälfte der Zahl der zu Wählenden aus der Vorschlagsliste gekennzeichnet sind. Der Hauptvorstand ist der Auffassung, dass diese Einschränkung nicht gelten soll für die Wahl der weiteren Mitglieder des hauptamtlichen Vorstandes. Nach Paragraf 19 Ziffer 1 sind die hauptamtlichen Mitglieder des Vorstandes der oder die Vorsitzende, der oder die stellvertretende Vorsitzende und drei weitere Mitglieder. Diese drei weiteren Mitglieder sind gemäß Paragraf 19 Ziffer 2 in einem Wahlgang zu wählen. Bei diesem Wahlgang sind bisher gemäß Paragraf 15 Ziffer 6 Satz 2 nur Stimmzettel gültig, wenn mindestens die Hälfte der zu Wählenden, also zwei Bewerber, angekreuzt werden. Durch die Verkleinerung des hauptamtlichen Vorstandes in den letzten Jahren ist damit die erforderliche Marge

von 50 Prozent faktisch auf zwei Drittel erhöht worden. Wegen dieses Übermaßes schlägt der Hauptvorstand vor, dass lediglich bei der Wahl der drei weiteren Hauptvorstandsmitglieder gemäß Paragraf 19 Ziffer 2 keine Begrenzung vorzusehen ist, die eine Ungültigkeit des Stimmzettels zur Folge hat, wenn nur ein weiteres Hauptvorstandsmitglied auf der Vorschlagsliste gekennzeichnet wird. Die Satzungsänderung entspricht damit praktischen Erwägungen und einem ordnungsgemäßen Wahlverfahren, das bereits auf dem 5. Ordentlichen Gewerkschaftskongress der IG BCE im Oktober 2013 angewandt werden soll, weshalb eine Änderung der Satzung durch den Beirat erfolgen soll. Der Beirat wird sich in seiner Sitzung am 23. und 24. April 2013 mit diesem Vorschlag beschäftigen. Foto: Werner Bischof

Foto: Dana Kirchner

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Zwischen den Gewerkschaftskongressen ist der Beirat das höchste beschlussfassende Gremium. 26 | kompakt | Februar 2013


Fotos (4): Cordula Kropke

Geste der Solidarität: Mit Applaus begleiteten die Teilnehmer des Neujahrsempfangs den Gang der Neupack-Delegation zur Bühne.

»Nah dran an den Menschen« hamburg | Politische Kritik und gewerkschaftliche Solidarität prägten IG-BCE-Neujahrsempfang

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ine Einmischung in die Politik im Jahr der Bundestagswahl und des Gewerkschaftskongresses kündigte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis beim Neujahrsempfang des Landesbezirks Nord in Hamburg am 19. Januar an. Gute Arbeit, Bildung, Investitionen und die Energiewende gehörten zu den Themen der Gewerkschaft, erklärte er vor etwa 700 Mitgliedern und Gästen aus Wirtschaft und Politik, »damit sind wir nah dran an den Menschen«. Er warnte die Regierung vor zu starker Belastung von Verbrauchern und Unternehmen mit den Kosten der Energiewende. Das Verhalten des Energiekonzerns E.ON im laufenden Tarifkonflikt allerdings kritisierte Vassiliadis; eine Minusrunde werde nicht akzeptiert. Landesbezirksleiter Ralf Becker forderte die Endproduzenten in der Automobilindustrie zu Erklärungen angesichts der Insolvenz beim

Zulieferer Meteor auf. Dort wurden zum Jahresende 85 Beschäftigte gekündigt. Er bedauerte die vorzeitige Einstellung der Chlorproduktion bei Ineos Vinyl in Wilhelmshaven, die am Vortag bekannt geworden war. »Es tut weh, wenn wir industrielle Produk-

Kautschuk- und Kunststoffindustrie. Sie zählte Vassiliadis zu den Erfolgen der Gewerkschaft »in unserem ureigensten Bereich«. Leiharbeit und Befristungen müssten aber Ausnahmen bleiben und dürften nicht als Geschäftsmodell zum Kostensparen missbraucht wer»Wo es keine Betriebs- den. Die Bedingungen für Flexibilisieräte gibt, geht es den rungsmaßnahmen Leuten schlechter.« müssten deshalb gesetzlich geregelt werMichael Vassiliadis den. IG-BCE-Vorsitzender Bewegung ging tion im Norden verlieren«, durch den Saal, als 30 Streisagte Becker. kende der Firma Neupack ihre stille Demonstration an Seit November gelten der Tür auflösten und durch Branchenzuschläge für Leih- die Reihen zur Bühne gingen. arbeiter in Chemiebetrieben Die meisten erhoben sich und und seit Januar auch in der applaudierten. Sie sammelten

Schon früh am Morgen aus Alfeld angereist: Sabine Kleinhans, Michaela Moses und Ortrud Jessen (von links).

2500 Euro für die Streikenden, die seit dem 1. November vor den Werktoren in Hamburg und Rotenburg für einen Tarifvertrag kämpfen (siehe Bericht auf Seite 25). Dem Eigentümer von Neupack bot der IG-BCE-Vorsitzende ein Spitzentreffen an, um den Weg für Verhandlungen frei zu machen. Der Betriebsratsvorsitzende Murat Günes dankte der IG BCE für die Unterstützung und bat: »Bleibt an unserer Seite.« Sabine Kleinhans vom Meteor-Betriebsrat, früh angereist mit dem Bus aus Alfeld, freute sich über die Solidarität beim Neujahrsempfang, die im vergangenen Jahr auch ihren Kolleginnen und Kollegen gegolten hatte. »Ich fand es gut, dass die Neupack-Kollegen selbst sprechen durften«, sagte sie. »Vor ihrem Durchhaltevermögen ziehe ich meinen Hut.«  Sigrid Thomsen

Weitere Infos im Internet: www.nord.igbce.de kompakt | Februar 2013 | 27


vor ort Baden-Württemberg

Starke Partner

Jugend diskutiert Rente

Stuttgart | Angebote von ACE und GUV/Fakulta

mannheim | Die Be-

Was viele nicht wussten: Die IG BCE besitzt starke Partner, die Betriebsräte und Ehrenamtliche in ihre Veranstaltungen mit einbeziehen können. »Beispielhaft verweisen wir auf den Auto Club Europa (ACE) und auf die Gewerkschaftliche Unter- Reger Andrang am ACE-Stand. stützungseinrichtung der DGB-Gewerkschaften (GUV/ könne jedermann mittels einer Fakulta). Unsere Kollegen kön- »Rausch-Brille« testen, wie sich nen entsprechende Informa- 0,8 oder gar 1,3 Promille auf tionsstände samt Info-Material die eigene Feinmotorik auskostenfrei anfordern«, emp- wirken. »Erste-Hilfe-Sets für fiehlt der stellvertretende IG- Radfahrer und Fußgänger zeiBCE-Landesbezirksleiter Uwe gen, dass wir uns nicht nur als Vertreter der Autofahrer Bruchmüller. Beispiel ACE: Der für Ge- verstehen.« Die GUV/Fakulta – eine Einwerkschaften zuständige Manfred Maertzke hat schon bei richtung des DGB – sichert vielen Betriebsratstreffen oder Gewerkschaftsmitglieder gegen gar Hausmessen das ACE- berufliche Risiken ab. Die gibt Angebot vorgestellt. Es umfasst es durchaus: Die GUV-Website nicht nur den klassischen Pan- hat viele reale Schadensbeinenschutz: »Wir bieten den Be- spiele aufgeführt. Etwa das eischäftigten auch gerne an, ihre nes Chemiefacharbeiters, der Verbandskästen direkt an un- beim Entladen von Säure den serem Stand für nur fünf Euro Entladeschlauch falsch ankomplett auszutauschen – mit schloss und so unbeabsichtigt in Deutschland hergestellter Schwefelsäure freisetzte. Folge: SchadensersatzfordeQualitätsware«, nennt Maertz- Hohe ke eine der Offerten. Ebenso rungen des Arbeitgebers. »In solchen Fällen helfen wir den Kollegen mit einer Schadensersatzbeihilfe«, so Geschäftsführer Olaf Hofmann. Über Fragen der Arbeitnehmerhaftung informiert GUV/Fakulta mit Vorträgen beim BeViele Infos, Fahrsimulator inklusive: triebsrat oder in Versammlungen. der Stand von GUV/Fakulta.

zirksjugendkonferenz debattierte auf ihrer Sitzung die derzeitige Rentenpolitik. Als Experten waren Vertreter von Jusos, Solid, Julis und Junge CDA vor Ort. Trotz programmatischer Unterschiede und einer teils hitzigen Diskussion waren sich die Jungpolitiker darin einig, dass es mehr Anstrengungen bedarf, dieses wichtige Politikthema bei jungen Leuten stärker zu verankern. Ein entsprechender Leitantrag wurde formuliert. »Die Politik darf die Diskussion um Altersbezüge nicht nur auf die Generation ›60plus‹ beschränken«, fordert IG-BCE-Sekretärin Anna Engfer. Weitere Anträge: die unbefristete Übernahme aller Ausgelernten, die Erweiterung des Wahlrechts bei JAV-Wahlen auf Über25-Jährige und die Entwicklung einer IG-BCE-App für Smartphones.

Senioren unter sich weinheim | Große

Resonanz beim Seniorennachmittag der Ortsgruppe Weinheim: 140 Teilnehmer der aktuellen und alten Freudenberg-Betriebe folgten der Einladung ins Rolf-Engelbrecht-Haus. Die intensive Lautstärke im Saal verdeutlichte einmal mehr die Möglichkeit, alte und neue Freudenberg-Geschichten zu erzählen, darüber zu lachen und nachzudenken. Der politische Teil kam dabei nicht zu kurz: Helmut Schmitt, Vorsitzender der Ortsgruppe, berichtete von den aktuellen Geschehnissen bei Nora Systems am Industriepark. Frank Heßler, stellvertretender Leiter des IG-BCE-Bezirks Mannheim, blickte auf ein bewegtes Jahr 2012 zurück – sowohl bei Freudenberg als auch im Bezirk selbst.

Jahresabschluss der OG Ruhrkohle mannheim | In fast familiärer Atmosphäre traf sich die Ortsgruppe Ruhrkohle zur Jahresabschlussfeier. Selbst gebackener Kuchen, eine wahre Weihnachtsgeschichte und musikalische Darbietungen standen auf dem Programm. Viel vorgenommen haben sich die Mitglieder für 2013: Am 1. April feiert die Ortsgruppe ihr 40-jähriges Jubiläum.

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ansprechpartner ACE: Manfred Maertzke, manfred.maertzke@ace-online.de, Telefon 040 25304612 GUV/Fakulta: Jens Kramer, kramer@guv-fakulta.de, Telefon 07141 702330

Foto: ACE

NAMEN & NA C HRI C HTEN

Foto: GUV/Fakulta

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Energiewende gestalten Stuttgart | Sozialpartnertagung am 18. Februar

Die Energiewende stellt die Chemie vor massive Herausforderungen. Die wohl größte ist es, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz in Einklang zu bringen. IG BCE und Arbeitgeberverbände möchten den hierzu Referenten der Tagung Franz Untersteller, Landesumweltminister Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE Peter Hauck, Betriebsratsvorsitzender Miro Raffinerie Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bauer, Wissenschaftlicher Sprecher des KIT-Zentrums Energie Dr. Rainer Vierbaum, Standortleiter Evonik Rheinfelden Dr. Jörg Rothermel, Bereichsleiter Energie, Klimaschutz und Rohstoffe, VCI Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer Chemieverbände Baden-Württemberg

mit der Politik bereits begonnenen Dialog nun fortsetzen. Haupt- und Ehrenamtliche sind deshalb zur Sozialpartnertagung »Nachhaltige Energieversorgung für Baden-Württemberg – versorgungssicher, bezahlbar, umweltverträglich« am 18. Februar im Stuttgarter Maritim-Hotel (Seidenstraße 34) eingeladen. Beginn ist um 10:00 Uhr. »Die Veranstaltung soll die Ziele der Energiewende und ihre Auswirkungen aus Sicht der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber und der Wissenschaft darlegen«, so Catharina Clay, IG-BCE-Landesbezirksleiterin. Höhepunkt der Tagung ist eine Podiumsdiskussion mit Landesumweltminister Franz Untersteller und dem Vorsitzenden der IG BCE, Michael Vassiliadis. Infos, Tagungsprogramm: www.baden-wuerttemberg. igbce.de

NAMEN & NA C HRI C HTEN

Erfolgreicher SWS-Tarifabschluss heilbronn | »Entwicklung, Sicherheit, Perspektive« – so lässt sich der jüngste Tarifabschluss bei SWS/Südsalz zusammenfassen. Die Eckpunkte: eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von insgesamt 120 Euro für alle Tarifbeschäftigten und ein neuer, konzernweit gültiger Tarifvertrag zur Ergebnisbeteiligung. Ebenso konnte die große Tarifkommission eine Beschäftigungssicherung durchsetzen: Während der zweijährigen Laufzeit des neuen Tarifvertrages sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen für gewerblich Beschäftigte ausgeschlossen. »Aufgrund der bevorstehenden Restrukturierungsprozesse im Siedesalzbereich war uns ein möglichst weitreichender Schutz der Kollegen wichtig«, so IG-BCE-Bezirksleiter Andreas Klose. Er betont, dass nur durch den Zusammenhalt aller Standorte in Bayern und Baden-Württemberg sowie der hohen Zahl an Gewerkschaftsmitgliedern ein solcher Abschluss überhaupt möglich gewesen sei. Weiteres Detail: SWS/Südsalz übernimmt alle Auszubildenden für mindestens zwölf Monate.

Beauty Brands wählt Betriebsrat baden-baden | Die Beschäftigten der

Beauty Brands International vertritt künftig ein Betriebsrat. Das fünfköpfige Gremium wurde Mitte Dezember gewählt, die Wahlbeteiligung betrug knapp 80 Prozent. Aus Sicht der Vorsitzenden Sabine Knoke (Foto) eine gute Quote: »Ein großer Zuspruch, zumal es ja noch keine konkreten Erfahrungen mit den Vorteilen der Mitbestimmung gibt«, sagte sie nach der Wahl. Sie hatte sich seit Monaten für das Gremium starkgemacht.

IG-BCE-Zeitungsbeilage

Frauenforum veranstaltet Filmabend

Stuttgart | Öffentlichkeitsarbeit des Landesbezirks

mannheim

»Tue Gutes und sprich darüber« – unter diesem Motto hat der Landesbezirk eine achtseitige Beilage in der Stuttgarter Zeitung und in den Stuttgarter Nachrichten veröffentlicht. Thema: Was die IG BCE für die Beschäftigten ihrer Branchen und für die Gesellschaft erreicht hat und welche Herausforderungen es noch anzupacken gilt. Download der Beilage unter: www.baden-wuerttemberg. igbce.de

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Premiere für den ersten Filmabend des IGBCE-Frauenforums RheinNeckar (Foto): Der Film »We want sex« traf den Nerv der Zuschauerinnen. Er zeigt die wahre Geschichte einer Gruppe von Ford-Arbeiterinnen, die Ende der 60er-Jahre für bessere Arbeitsbedingungen und Equal Pay streiken. Im Anschluss an den Film gab es bei Prosecco und Popcorn reichlich Diskussionsstoff.

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vor ort Bayern N A MEN & N A CH R I CH T EN

Proteste gegen UPM-Tarifflucht | Anfang Dezember hatte das Management des finnischen Papierkonzerns UPM mitgeteilt, den Flächentarifvertrag zum 1. Januar 2013 verlassen zu wollen. Im Landesbezirk Bayern befinden sich vier der Zeigten ihre Solidarität mit den UPM-Besieben deutschen schäftigten: Der Bundestagsabgeordnete ProduktionsstandFlorian Pronold und sein Landtagskollege orte. Betroffen wä- Bernhard Roos (links vorne) bei einer Deren rund 2000 Men- monstration in Plattling. schen, und damit ein Viertel der bisher vom Flächentarif erfassten bayerischen Papierbeschäftigten. Gegen die Pläne des Unternehmens machten die Kolleginnen und Kollegen vor Weihnachten mobil: In Augsburg wurde der Flächentarif symbolisch zu Grabe getragen. IGBCE-Bezirksleiter Torsten Falke forderte UPM unter großem Beifall auf, den Sarg wieder abzubestellen und unter dem Dach des Flächentarifvertrags zu bleiben, sonst drohten weitreichende Auseinandersetzungen. Abordnungen aus den Werken Schongau und Ettringen waren ebenfalls unter den 150 Teilnehmern. Bei einer Demo vor dem Werktor in Plattling bekundeten auch Politiker ihre Solidarität mit den Beschäftigten. Für Ende Januar ist ein Spitzengespräch zwischen IG BCE und Unternehmen geplant. IG-BCE-Landesbezirksleiter Seppel Kraus: »Sollte UPM nicht einlenken, ist mit dem endgültigen Austritt aus dem Flächentarif die Friedenspflicht beendet. Dann beginnt in den Werken der Kampf um gute Arbeitsbedingungen.« (Siehe auch Seite 24.)

Die Jugend ist dabei München | . . . gute Ausbildung, Tarif, Politik und Spaß

münchen

Werberhitparade 19 Aufnahmen: Vertrauensleute Pfizer (Illertissen); 18 Aufnahmen: Vertrauensleute UPM (Augsburg); 17 Aufnahmen: Claudia Conger (Scherer und Trier, Michelau); 16 Aufnahmen: Erwin

Neidiger (Bolta, Leinburg), Despina Parlakoglou (ILPEA, Geretsried); 14 Aufnahmen: Michael Bösl (Haupt Pharma, Wolfratshausen); 12 Aufnahmen: Lili Justus (Fritz, Aurach); 11 Aufnahmen: Victor Schwab (Recticel, Wackersdorf); 9 Aufnahmen: Christian Wegele (UPM, Schongau); 8 Aufnahmen: Arthur Kohn (Haupt Pharma, Wolfratshausen); 7 Aufnahmen: Marino Baiocco (Fritz, Aurach), Helmut Faber (MD, Plattling), Marion Ifantidis (Fritz, Aurach), Johannes Steiner (Scherer und Trier, Michelau); 5 Aufnahmen: Wolfgang Hajok (Alzchem, Hart).

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Mit einem T-Shirt bekennen sich Azubis bei Scherer und Trier zu ihrer Gewerkschaft. Sie sind die bestorganisierte Abteilung im Betrieb.

bei Scherer und Trier. Der letzte Haustarifabschluss brachte ihnen 100 Euro mehr im Monat (70 Euro im September und noch mal 30 Euro im März). Außerdem haben sie eine Übernahmegarantie. Das alles kommt nicht von ungefähr. Die Azubis sind die bestorganisierte Abteilung in der Firma. Wie stellen sich junge Menschen ihre Zukunft vor und was erwarten sie von ihrer Gewerkschaft? Die beste Gelegenheit, diese Themen zu diskutieren und »Gewerkschaftspolitik zu machen«, bieten die Jugendkonferenzen der IG BCE. Nach den Konferenzen in den Bezirken steht am 9. und 10. März die Landesbezirksjugendkonferenz an. Dort sollen die erarbeiteten Themen aus den Bezirken gebündelt, diskutiert und in weitere Anträge zusammengefasst werden. Und die münden im Oktober in den Gewerkschaftskongress. Und Spaß? Macht die IG BCE auch. Sei es bei Aktionen oder Events wie beispielsweise das jährliche AzubiBowling des Bezirks Augsburg: Der Wanderpokal des Turniers mit 50 Azubis, darunter viele neue Mitglieder aus über 50 Teilnehdem ersten Ausbildungsjahr, waren beim mern ging an PCI Augsburg. Azubi-Bowling Augsburg dabei. »Gewerkschaft ist nur was für Alte? Denkste!« – Wer sich landauf und landab in der bayerischen IG BCE umsieht, kann feststellen, dass sich viele jugendliche Mitglieder mit Spaß und Engagement für ihre berufliche Zukunft mit der IG BCE einsetzen. Landesjugendsekretär Jörg Kammermann: »Seit Jahren werden rund zwei Drittel der neuen Auszubildenden Mitglied der IG BCE. Besonders tarifpolitische Erfolge für junge Leute überzeugen.« In den Branchen Chemie und Kunststoff sind das beispielsweise vereinbarte Ausbildungsplatzangebote. Aktuelle Bilanz in 2012: fast 1300 Ausbildungsplätze in Bayern, mehr als die Tarifverträge »Zukunft durch Ausbildung« vorschreiben. Kommt es auf den unmittelbaren Einsatz der Auszubildenden an, höhere Ausbildungsvergütungen zu erreichen, bekennen sich viele zur Gewerkschaft. Beispielsweise


Lob für »Gute Arbeit« weiden | Betriebsklima als Wirtschaftsfaktor

»Entscheidend ist der Wille aller Verantwortlichen in den Firmen, sich dem Thema ›Gute Arbeit‹ zu stellen«, betonte IG-BCEBezirksleiter Hartmuth Baumann auf der Feedback- Für die Aktivitäten von Gerresheimer RegensKonferenz des Be- burg, Pilkington Werk Weiherhammer und zirks Nordostbay- Schott Mitterteich gab es das Zertifikat »Beern zum Thema trieb – gute Arbeit«. »Gute Arbeit«. Dass sich dies Firmen seit Betriebsratsvorsitzender von dem Start der Kampagne im Schott in Mitterteich. »Es Frühjahr 2012 auf die Fahne war wichtig, dass wir einen geschrieben haben, wurde bei Tarifvertrag zur Teilzeit in der erfolgreichen Abschluss- Schicht abgeschlossen haben«, konferenz deutlich. Zentrales betonte er. »Hier haben wir Thema: Im Zuge des demogra- eine kleine Lösung gefunden, fischen Wandels muss die Ar- um älteren Schichtarbeitern zu beitsfähigkeit der Beschäftig- helfen.« Initiativen für bessere ten lange erhalten bleiben. Arbeitsbedingungen zugunsZahlreiche Unternehmen ten älterer Arbeitnehmer sind der Region, angefangen von durchaus machbar und zeigen Flachglas Wernberg über Poly- Wirkung. tec Composites Weiden bis »Wir müssen sie durch die hin zum Seltmann-Werk in Wei- Höhen und Tiefen des Berufsden, zeigten ernsthaftes Inte- lebens begleiten, dann schafresse. Pilkington Deutschland fen wir auch gemeinsam und Gerresheimer Regensburg unsere Ziele«, bekräftigte der schickten ihre Personalleiter. Personalleiter von Pilkington, Detailliert stellten sie Maß- Thomas Braun. »Ältere Arbeitnahmen für »Gute Arbeit« vor. nehmer stellen ganz klar einen Wie es geht, ohne traditio- Wettbewerbsvorteil dar.« »Gute Arbeit im Betrieb« soll nelle Vollzeit im Schichtbetrieb zu arbeiten, erläuterte Ger- auch der Abwanderung von hard Greim, stellvertretender Fachkräften entgegenwirken und junge Leute an die Region binden. Das BetriebsInfokasten klima ist auch ein WirtschaftsWer sich für »Teilzeit in faktor, dies scheint bei einigen Schicht« interessiert, kann Unternehmen – nicht zuletzt sich darüber auch auf dem aufgrund der Initiative der Seminar »Effektive BetriebsIG BCE – angekommen zu sein. ratsarbeit: Was bewegt die Und so konnte Sören Tuleweit, Beschäftigten?« am 25. Febzuständiger Projektsekretär der ruar in Nürnberg informieren. IG BCE, den Vertretern von Gerresheimer, Pilkington und Weitere Infos im Internet: Schott zu Recht ein Zertifikat www.bayern.igbce.de für Gute Arbeit überreichen.

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Fragen an Petra Neft

Die 49-jährige Betriebsratsvorsitzende der Technical Plastic Systems (TPS) in Wackersdorf und frisch gewählte Vorsitzende zur Funktion des Regionalforums Oberpfalz Süd. Warum wurde das Regionalforum gegründet? Wir wollen damit unser Engagement bündeln und gewerkschaftliche Positionen der IG BCE in der Region verstärkt sichtbar machen. Nur so haben wir die Chance, gewerkschaftliche Handlungsfelder in Betrieb und Wohnumfeld miteinander zu verknüpfen und können betriebliche Themen noch mehr voranbringen. Ortsgruppen alleine können das nicht leisten. Wir nutzen unser Potenzial und erhöhen dadurch unsere Präsenz und sind so dort, wo der Schuh drückt, Sprachrohr vor Ort. Wen vertritt das Regionalforum, für wen spricht es? Das Regionalforum Oberpfalz Süd setzt sich aus den Ortsgruppen Wackersdorf, Stulln und Ponholz zusammen, den gewerkschaftlich organisierten Betriebsräten, Jugend- und Auszubildendenvertretern und Vertrauensleuten. Damit sind es rund 1000 Mitglieder in der Region Schwandorf, die durch diese modernisierte Struktur vertreten werden. Was habt ihr euch als Regionalforum vorgenommen und was wollt ihr erreichen? Wir wollen die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie verstärkt thematisieren. Es müssen weitere Alternativen zur Kinderbetreuung geschaffen werden. Die Kita-Landschaft in der Region ist nicht ausreichend. Wir werden uns um die Weiterbildung und Gesundheit der Mitarbeiter kümmern und Probleme bei der Schichtarbeit unter die Lupe nehmen. Bei unserer Auftaktveranstaltung, die sehr gut besucht war, ging es um Fragen der Kranken und Pflegeversicherung. Außerdem haben wir eine Resolution für den Erhalt der bedrohten Firma Magna in Wackersdorf verabschiedet. Wichtig ist uns vor allem Themen aufzugreifen, die auf den Nägeln brennen. Denn wir möchten speziell im Bundestagswahljahr Impulse setzen und damit in die Offensive gehen. Dazu werden wir auch Politiker einladen, wie etwa die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder oder unseren Landrat Volker Liedtke.

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vor ort Hessen-Thüringen NA M EN & NACHRICHTEN

Europa im Mittelpunkt

Mitgliederentwicklung erneut positiv

Schloss Vollrads | Dialog der Sozialpartner

frankfurt | Über 4000 neue Mitglieder konnte die IG BCE

»Das Vertrauen in das gemeinsame Europa ist belastet«, stellte Dr. Zsuzsa Breier, Hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, beim Europadialog Mitte Dezember fest. Zum siebten Mal trafen sich die Sozialpartner der chemischen Industrie mit Vertretern der Politik, um sich aus erster Hand über politische Entwicklungen zu informieren und darüber zu diskutieren. Nach dem Vortrag von Dr. Zsuzsa Breier über die Vertretung hessischer Interessen in Brüssel sprach Raymond Maes, Mitglied im Kabinett von EU-Beschäftigungskommissar László Andor. Er schilderte die künftigen sozialpolitischen Schwerpunkte, Entwicklungen und anstehenden Initiativen der Kommission. Die Harmonisierung der Sozialsysteme etwa treffe fast in allen Mitgliedsländern auf Widerstand. Er ging in seiner Rede auch auf die Euro- und Finanzkrise ein: »Sie ist nicht allein durch die betroffenen Länder verschuldet, sondern

Hessen-Thüringen 2012 dazugewinnen. »Seit zwei Jahren steigen die Mitgliederzahlen kontinuierlich. Die Gewerkschaft ist offensichtlich alles andere als ein Auslaufmodell«, sagte Landesbezirksleiter Volker Weber bei der Vorstellung der Mitgliederbilanz in Frankfurt. Für Weber ist das jedoch kein Grund, sich selbstzufrieden zurückzulehnen. »Wir wollen in den kommenden Monaten noch viele Beschäftigte davon überzeugen, dass die Gewerkschaft die einzige politische Großorganisation ist, die konsequent für ihre Interessen eintritt.«

IG BCE gibt Vollgas willingen | Rennfeeling pur mit quietschenden Reifen, auf-

brausenden Motoren, Tempo, Kurven und Nervenkitzel. Das erlebten 35 Jugendliche der Ortsgruppe Waldeck-EderseeKorbach beim Ausflug in das Kart- & Bowlingcenter Willingen. Zum Jahresabschluss hatte die Ortsgruppe unter Leitung von Jugendwartin Monika Goos alle jugendlichen Mitglieder bis 25 Jahren zu diesem Aktionstag eingeladen. Das Streckenprofil auf der Kartbahn lud zu packenden Zweikämpfen ein. Drei Gruppen wechselten sich mit den Karts ab. In der Zwischenzeit ging es zur Bowlingbahn. Bei Light-Show und Diskomusik ließen man es auch da richtig krachen.

Einigung bei InfraServ Logistics frankfurt | Radikale Einschnitte forderte die Geschäftsleitung von InfraServ Logistics, nachdem sie den Tarifvertrag gekündigt hatte. Das Unternehmen, das in harter Preiskonkurrenz zu Anbietern mit weit niedrigerem Entgeltniveau steht, sah nur so die Möglichkeit, weiter am Markt bestehen zu können. Über mehrere Monate hinweg wurde hart verhandelt. Zunächst schienen die Fronten verhärtet, doch dann zeichnete sich unter der Verhandlungsführung des Landesbezirksleiters Volker Weber ein möglicher Kompromiss ab. Letztlich gelang es, die Pläne des Unternehmens zu entschärfen und sogar Zusagen zur Beschäftigungssicherung durchzusetzen. Doch die Belegschaft musste auch Einbußen hinnehmen. Die Mitglieder entschieden mit einer knappen Mehrheit, dem Kompromiss zuzustimmen. Für Volker Weber ist das Abstimmungsergebnis deshalb ein klares Signal, das nicht ignoriert werden sollte: »Der Betriebsfrieden ist nach diesem vom Management begonnenen Konflikt noch lange nicht wieder hergestellt. Es ist jetzt Aufgabe der Geschäftsführung, das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Keinesfalls sollte man sich auf diesem zu Recht knappen Ergebnis ausruhen oder gar im Geiste schon an weitere Maßnahmen denken. Das Machbare ist ausgereizt. Mehr geht nicht. Nicht heute, nicht morgen und auch nicht im kommenden Jahr.«

28 | kompakt | Februar 2013

Teil der ungelösten Probleme der Finanzwirtschaft. Trotz der Probleme ist Europa jedoch auf einem guten Weg.« Osman Ulusoy, stellvertretender IG-BCE-Landesbezirksleiter (Foto, Mitte) leitete die anschließende Diskussion. Er betonte zum Abschluss, dass es aus Arbeitnehmersicht keine Alternativen zur EU gäbe. »Wir brauchen mehr Europa. Aber anders als bisher. Vor allem die Finanzwirtschaft muss unter staatliche Kontrolle gestellt werden.« Ulusoy sprach Maes direkt auf die Neuregelung der Versicherungswirtschaft an: »Dadurch geraten betriebliche Altersvorsorgesysteme unter Druck. Das bedroht Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberinteressen. Das deutsche Betriebsrentensystem, welches unter anderem tariflich verankert ist, darf nicht zugunsten der Versicherungsmultis geopfert werden.«

Wirtschaftsweise fordern Lohnplus frankfurt | Der Vorstands-

vorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner, warb kürzlich für Abschlüsse von »im Durchschnitt vier Prozent oder mehr«. Diese Forderung bezeichnete IG-BCE-Landesbezirksleiter Volker Weber bei

einer Tagung als »sinnvoll, um die Binnennachfrage anzukurbeln und so die extrem ausgeprägte Exportabhängigkeit zu mindern«. Besonders freut den Gewerkschafter, dass selbst wirtschaftsnahe Wissenschaftler wie Wagner »endlich den Argumenten der Gewerkschaft folgen«.


Für ein Tariftreuegesetz

Z WI S CHENRUF

frankfurt | Gespräch mit SPD-Fraktionschef

Im Dezember trafen sich IG-BCE-Landesbezirksleiter Volker Weber und Thorsten Schäfer-Gümbel (Foto) zu einem Meinungsaustausch. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag betonte dabei die Bedeutung der Gewerkschaften als »Streiter für soziale Gerechtigkeit«. Schäfer-Gümbel stellte die Themen vor, mit denen er seine Partei in den kommenden Wahlkampf führen will: »Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit sind für uns die Schwerpunkte. Außerdem geht es uns um die Schaffung gut bezahlter Arbeit und um soziale Gerechtigkeit.« Volker Weber wies darauf hin, dass gerade Hessen als wichtiger Industriestandort zukunftsfähig sein müsse: »Zunehmend wird versucht, die Flächentarife auszuhöhlen, zu umgehen oder gar

grundsätzlich infrage zu stellen. Das ist schlecht für die Beschäftigten, aber langfristig auch verheerend für den Industriestandort Hessen.« Schäfer-Gümbel kündigte an, als Ministerpräsident Zeichen zu setzen: »Wir brauchen ein richtiges Tariftreuegesetz, um Arbeitsbedingungen zu schützen, aber auch dem Mittelstand einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.« Auch zum Thema Energiewende gab es Übereinstimmung zwischen dem Politiker und der IG BCE. So betonte der Sozialdemokrat: »Die Frage bezahlbarer Energien ist für uns sehr wichtig, sie spielt beim Thema Arbeit genauso mit wie bei der sozialen Gerechtigkeit.«

Hilfe für schwerkranke Kinder wiesbaden | Auch

2012 verzichtete die IG BCE HessenThüringen darauf, aufwendige Weihnachtskarten zu versenden. Den so eingesparten Betrag übergab Landesbezirksleiter Volker Weber im Namen der IG BCE an das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden. Das Kinderhospiz bietet seit dem Jahr 2002 bis zu zehn schwerstkranken Kindern mit geringer Lebenserwartung Platz. Das einzige Kinderhospiz in Hessen ist ein Platz, an dem umfassend versorgt, opti-

mal gepflegt und liebevoll getröstet wird. Weber war bei seinem Besuch sehr beeindruckt: »Dieses stille Projekt verdient wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für seine wichtige Aufgabe – und es braucht mehr Einrichtungen dieser Art in unserem Land.«

Volker Weber

Landesbezirksleiter Hessen-Thüringen

Partnerschaft durch Stärke In den letzten drei Jahrzehnten hat sich in unserer Branche ein Modell mit Vorbildcharakter entwickelt: die Sozialpartnerschaft. Das war bislang zum Vorteil der Beschäftigten wie auch der Unternehmen. Der Wirtschaft geht es gut, schwierige Phasen wie die Krise 2009 konnten gemeinsam überwunden werden – und auch die Entgelte und Sozialleistungen in den Branchen der IG BCE können sich sehen lassen. Sozialpartnerschaft ist jedoch kein Kuschelkurs. Sozialpartnerschaft bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gibt. Sozialpartnerschaft bedeutet auch nicht, dass die Arbeitnehmer nun plötzlich etwas zu verschenken haben.

»Sozialpartnerschaft ist kein Kuschelkurs.« Doch leider gibt es immer wieder Unternehmen, die Sozialpartnerschaft mit einem Ponyhof verwechseln. Sie tun ganz entsetzt, wenn unsere Betriebsräte nicht kommentarlos alles abnicken, was man sich in den Chefetagen so wünscht. Sie haben nicht verstanden, dass die IG BCE zu allererst für die Interessen ihrer Mitglieder da ist. Die vertreten wir sozialpartnerschaftlich, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass dies der beste Weg ist – und er ist auch gut für die Unternehmen. Denn stabile Einkommen sorgen auch für stabile Verhältnisse. Deshalb gibt es die Sozialpartnerschaft – nicht weil unsere Betriebsräte, Vertrauensleute und Gewerkschaftssekretäre Konflikte scheuen würden. Auch in Zukunft gilt: Wer fair mit uns und den Beschäftigten umgeht, den behandeln wir auch als Partner. Wir stehen dafür, dass anständige und faire Standards eingehalten werden. Überall dort, wo dies nicht der Fall ist, wo versucht wird, diese Standards auszuhebeln oder zu drücken, werden wir entschieden reagieren. Wir leben eine Sozialpartnerschaft der Stärke – auch wenn das bedeutet, dass man nicht immer pflegeleicht ist. kompakt | Februar 2013 | 29


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vor ort Nord

Solidarische Jugend

NAMEN & NA C HRI C HTEN

hamburg | Bezirksjugendkonferenzen erörtern Anträge

hannover | Neu im Team des Landesbezirks ist Jeannette Härtling (Foto). Sie vertritt Anita Schultz während ihrer Elternzeit bis zum August und hat Jugendarbeit, Veranstaltungsmanagement, Betriebsratsund Medienarbeit übernommen. Zur IG BCE kam die Sozialwissenschaftlerin 2008 als Jugendreferentin in Mainfranken und Nürnberg. Ihre Ausbildung zur Gewerkschaftssekretärin machte sie in Augsburg. Die 30-Jährige bringt zwei Jahre Erfahrung im Bezirk Kassel mit.

Der Streik bei Neupack hat auch die Jugendkonferenzen der IG-BCE-Bezirke im Norden erfasst: Die Schleswig-Holsteiner und Hamburg/Harburger sagten ihre Podiumsdiskussion kurzerhand ab und demonstrierten im Dezember mit gut Tausend Schleswig-Holstein: BIldung beraten. anderen für einen Tarifvertrag bei dem Verpackungs- gendkonferenz diskutierte in hersteller. Der hatte den Ar- Bad Münder über Mehrarbeit beitsausfall zu Streikbeginn in der Ausbildung und eine zunächst mit Leiharbeit kom- Pendlerpauschale für Azubis. Im Zentrum vieler Diskuspensiert. Das sollte im Arbeitsionen stand die Qualität der nehmerüberlassungsgesetz verboten werden, heißt es in Bildung. Die Oldenburger Jueinem Antrag der Jugendkon- gendkonferenz will eine Überferenz in Hamburg. Bevor arbeitung der IG-BCE-Position Leiharbeiter aber eingestellt zum Bildungssystem anstowerden, wünschen sich die ßen. Die Schleswig-Holsteiner Jugendlichen die Übernahme haben über Mitbestimmungsrechte an den Berufsschulen Auszubildender. Wenn es um die eigenen für betrieblich gewählte JuNöte ging, wurde am meisten gend- und Auszubildendenerzählt: Berufsschüler im Flä- vertreter diskutiert, wie es sie in Hamburg schon seit 2009 gibt. Vor der Bezirksjugend in Hannover erklärte Bundesjugendsekretär Michael Porschen, die Lebens- und Beschäftigungssituation junger Menschen werde auch in den kommenden vier JahHamburg: Leiharbeit diskutiert. ren im Zentrum stehen. In chenstaat Schleswig-Holstein Bad Münder wird vom 1. bis können wegen schlechter 3. März bei der LandesbezirksNahverkehrsverbindungen oft jugendkonferenz weiter benicht rechtzeitig zum Unter- raten. richt kommen und brauchen Vereinbarungen mit den Schulleitungen. In Hamburg herrscht Wohnungsnot – deshalb will die IG-BCE-Jugend ein Azubiwerk unterstützen, das 500 Jugendliche in einem Wohnheim unterbringt. Die Alfelder Ju- Oldenburg: Jugendausschuss gewählt.

Foto: Cordula Kropke

Verstärkung im Landesbezirk

Bildungsangebot im Norden hannover | Das im Januar erschienene Bildungs-

programm des Landesbezirks für 2013 bietet ein neues zweiteiliges Seminar für Vertrauensleute über Gewerkschaftsarbeit im Betrieb an. Außerdem gibt es wieder Veranstaltungen zur Energie- und Industriepolitik und über Gesprächsführung. Für Jugendliche werden ein Bildungsurlaubsseminar angeboten sowie vier Wochenendseminare, unter anderem über die Bundestagswahlen und Datenschutz bei Facebook. Weitere Infos zum Bildungsprogramm im Internet: www.nord.igbce.de

»Denkmal« gegen rechte Gewalt ibbenbüren | Ein lebendes Denkmal gegen rechte Gewalt hat der Bezirksjugendausschuss von Ibbenbüren kurz vor Weihnachten auf dem Marktplatz der Stadt »gebaut« (Foto). 240 Menschen haben dort eine Petition an lokale Politiker unterschrieben, stärker auf das wachsende Gewaltpotenzial von rechts zu reagieren. Allein im ersten Halbjahr 2012 habe es im Kreis Steinfurt 36 rechtsextreme Straftaten gegeben.

Industriepolitische Wortmeldung brunsbüttel | Der im November gegründete Industriepolitische Arbeitskreis der IG BCE Schleswig-Holstein will sich 2013 für den Weiterbau der A 20 und den Ausbau der Stromnetze einsetzen. Zur Einschätzung des Wirtschaftsstandorts Westküste wird er auch wirtschaftliche Kennziffern der wichtigsten Unternehmen erfassen, deren Betriebsratsvorsitzende im Kreis mitarbeiten, berichtet Bezirksleiter Ralf Erkens.

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Hunderte treten ein

Rechtsschutz gehört zu den großen Vorteilen einer Gewerkschaftszugehörigkeit. Mit was für Problemen kommen Mitglieder in die Rechtsberatung? Es geht immer häufiger um sozialrechtliche Angelegenheiten, zum Beispiel die Anerkennung von Arbeitsunfällen oder die Bestimmung eines Behinderungsgrads. Auch über den Wiedereinstieg nach einem Burn-out herrscht große Unsicherheit. Viele schämen sich, in unserer Leistungsgesellschaft Überlastung einzugestehen. An der Zunahme solcher Fälle erkennt man, wie sehr sich durch Personalabbau die Arbeit verdichtet hat, auch schon im Handwerk. Aber wir überprüfen auch Zeugnisse und Arbeitsverträge oder beraten bei Fällen von Mobbing. Zugenommen hat das sogenannte »Bossing«, das von der Leitungsebene kommt.

Foto: Cordula Kropke

stade | Styron übernimmt Chemietarifvertrag

tragbar, viele Arbeitnehmer haben heute mehr Verantwortung und Martina Brehm Selbstständigkeit.« Nach acht Verhandlungsrunden wird der Flächentarif nun stufenweise eingeführt, wo er die Beschäftigten besserstellt. Das gilt zum Beispiel bei Altersfreizeiten und Wochenarbeitszeit. Brehm: »Tarif ist Sicherheit, das war unser Motto und das zählt am Ende.«

Fragen an Hans-Werner Maier

Gewerkschaftssekretär im Bezirk Hamburg/Harburg, über Rechtsberatung für Mitglieder.

Tarif ist Sicherheit Für die 125 Beschäftigten bei Styron in Stade gilt seit dem 1. Januar der Flächentarifvertrag der chemischen Industrie: Der PolycarbonatHersteller ist 2012 in den Arbeitgeberverband Chemie Nord eingetreten. Die Verhandlungen um einen Übergangstarifvertrag waren nach der Ausgliederung aus dem DOW-Unternehmen vor fast zwei Jahren »eine harte Nuss«, berichtet die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Martina Brehm: »Die Erläuterungen zu den Entgeltgruppen im Tarifvertrag waren schwer über-

Foto: Cordula Kropke

Der Ausstieg des Papierherstellers UPM aus der Tarifbindung der Arbeitgeberverbände hat im Werk Dörpen im Emsland eine Eintrittswelle in die Gewerkschaft ausgelöst. »Hunderte sind dazugekommen«, Mehr als 300 Teilnehmer zählte die Mitfreut sich Betriebsrats- gliederversammlung in Dörpen. vorsitzender Alois Soring, »das macht uns stärker, für Ältere. Kosteneinsparung wenn wir künftig allein gegen- sei wohl das Motiv des Arbeitüber der Lei- gebers, vermutet Soring. Bei einer Mitgliedervertung auftreten müssen.« Drei sammlung in Dörpen am Viertel der 16. Januar warf Dieter Schmidt, etwa 1200 Be- stellvertretender Landesbeschäftigten bei zirksleiter, dem Unternehmen UPM Nord- vor, »Unruhe und UnsicherAlois Soring land-Papier heit« gestiftet zu haben. »Versind Schichtarbeiter. Sie fürch- schlechterungen gegenüber ten besonders um die im Flä- dem Flächentarif werden wir chentarif geregelten Zuschläge nicht hinnehmen«, erklärte er und Arbeitszeitverkürzungen vor mehr als 300 Menschen.

Foto: Gerd Schade

dörpen | Enttäuschung über UPM nützt Gewerkschaft

Welche Hilfe kann das Bezirksbüro anbieten? Wir begleiten die Kolleginnen und Kollegen bei den ersten Schritten, formulieren den Widerspruch, empfehlen bei Mobbingfällen das Führen eines Tagebuchs oder die Einbeziehung des Betriebsrats, wenn es einen gibt. Bei Nichtzahlung von Leistungen machen wir beim Arbeitgeber die Ansprüche unserer Mitglieder geltend und setzen eine Frist. Bei arbeitsrechtlichen Konflikten wie Kündigungen erstellen wir einen Klageauftrag und leiten entsprechende Schritte über die DGB-Rechtsschutz GmbH ein. Die hat eigene Gutachter und Anwälte und wird aktiv, wenn es zum Prozess kommt. Wie können sich ratsuchende Mitglieder vorbereiten? Vor allem muss man sich früh genug melden. Bei sozialrechtlichen Konflikten ist die Widerspruchsfrist vier Wochen nach Erhalt des Bescheids, bei Kündigungen hat man sogar nur drei Wochen bis zum Einreichen einer Klage. Wenn es möglich ist, sollte man sich mit einem Konflikt zuerst an den Betriebsrat wenden. Dadurch lässt sich oft schon der Druck vermindern und eine Lösung auf dem »kleinen Dienstweg« finden.

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vor ort Nordost NA M EN & NACHRICHTEN

Wasser ist Leben

Termine – kurz notiert

halle-peiSSen | Wasserkonferenz der IG BCE

berlin | 21. Februar: Start der Vergütungstarifverhand-

Egbert Biermann (Foto), Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, lud Ende Januar zu Informationen und Austausch über aktuelle Entwicklungen in der ostdeutschen Wasserwirtschaft ein. Betriebsräte, Personalräte und Geschäftsführungen kamen und diskutierten unter anderem die Umsetzung der neuen europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Geschäftsführung der Kommunalen Wasserwerke

lungen für den Vattenfall-Konzern in Deutschland. Kagel-Möllenhorst | 16./17. Februar: Landesbezirksjugendkonferenz »Die Energiewende auf Kurs halten«.

Termine Bezirksdelegiertenkonferenzen cottbus | 23. Februar dresden-chemnitz | 2. März berlin-mark brandenburg | 9. März halle-magdeburg | 16. März leipzig | 16. März

Zweimal drei Prozent mehr

Leipzig erläuterte die Auswirkungen der demografischen Veränderungen – sowohl bei den Verbrauchern als auch bei den Beschäftigten. Beraten wurden auch Fragen zur Struktur der Wasserwirtschaft, die sowohl von kommunaler als auch privater Hand getragen wird.

berlin | IG BCE Nordost und Arbeitgeberverband Nord-

ostchemie einigten sich für die Fachabteilungen »Kunststoff verarbeitende Industrie« und »Chemienahe Bildungseinrichtungen« auf den ersten Tarifabschluss des Jahres. Von Januar an erhalten die insgesamt 1300 Beschäftigten drei Prozent mehr Entgelt. Im Januar 2014 steigen die Löhne und Ausbildungsvergütungen um weitere drei Prozent, die Jahresleistung wird auf 80 Prozent angehoben. Landesbezirksleiterin Petra Reinbold-Knape: »Mit diesem Tarifvertrag haben wir auch bei den Fachabteilungen den Einstieg in das Thema Lebensarbeitszeit und Demografie geschafft. 2013 führen alle Betriebe eine Demografieanalyse durch und schließen Betriebsvereinbarungen zur Nutzung eines Fonds ab, in den die Arbeitgeber ab 2014 jährlich 326,35 Euro pro Beschäftigten einzahlen.«

Erzgebirgisches Beisammensein annaberg-buchholz | »Es ward gesunge un gelacht un

aa e Lork dorbei gemacht.« So heißt es in der erzgebirgischen Mundart über die Mettenschicht, die letzte eingefahrene Schicht der Bergleute vor Weihnachten, die traditionell vom Steiger vorzeitig beendet wurde und in eine Weihnachtsfeier mündete. Es wird gesungen und gelacht und auch ein Witz dabei gemacht. So hieß es ebenso bei der gemeinsamen Mettenschicht des Bezirks Dresden-Chemnitz mit dem Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine im Besucherbergwerk »Markus-Röhling-Stolln« mit 80 Gästen, viele von ihnen aus Wirtschaft und Kommunalpolitik. Angereist waren auch der ehemalige IG-BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt und Werner Bischoff, ehemals Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE. Landesbezirksleiterin Petra Reinbold-Knape sprach zur Begrüßung und danach unterhielt die Erzgebirgsgruppe Ehrenfriedersdorf in erzgebirgischer Mundart.

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Zukunft zu verschenken cottbus | Pfiffige Aktion der IG-BCE-Jugend

Auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt machte die IG-BCEJugend mit einer pfiffigen Aktion die Bedeutung der Energiewirtschaft für die Lausitz deutlich. Sie verteilten Karten mit der Aufschrift »Damit es Weihnachten was zu verschenken gibt! Zukunftsperspektive in der Lausitz«. Auf der Rückseite befanden sich Fakten zur Energiewende, die zum Nachden-

ken anregen sollten. Beispielsweise konnten 26  000 Menschen ihren Lieben etwas schenken, weil sie ihren Lebensunterhalt in der Lausitzer Energiewirtschaft verdienen.

Porcelaingres: Konflikt geht weiter vetschau | Kein Zutritt für

Gewerkschaftsvertreter! So reagiert die Geschäftsführung des Fliesenherstellers Porcelaingres seit einem halben Jahr auf das Bemühen der IG BCE, für die Beschäftigten Tarifverhandlungen aufzunehmen. Die IG BCE hatte vor Gericht eine Einigung erzielt,

nach der Gewerkschaftssekretär Philipp Zirzow wieder das Werkgelände betreten darf und der Arbeitgeber aufgefordert wird, bis Ende Januar Tarifverhandlungen aufzunehmen. Kurz vor Redaktionsschluss lehnte Porcelaingres den Vergleich ab. Der Konflikt geht weiter!

Foto: Ulrich Pucknat

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Tarif für alle!

NA M EN & NACHRICHTEN

stendal | Aktionen für Zellstoffwerk-Töchter

Mit Mut, Respekt und Toleranz

Rund 160 Beschäftigte der beiden Tochterunternehmen des Zellstoffwerks Stendal arbeiten weiterhin ohne Tarifvertrag. Die Geschäftsführungen der Zellstoff Holz und Zellstoff Transport GmbH verweigern die Anbindung an den vor rund zwei Jahren im Mutterunternehmen erkämpften Tarifvertrag. »Schluss mit der Zweiklassengesellschaft!« fordern Kolleginnen und Kollegen, Betriebsräte und IG BCE lautstark. Sie veranstalteten

dresden | Die IG BCE ruft gemeinsam mit dem DGB zur

Unterstützung der Menschenkette am 13. Februar 2013 in Dresden auf. Die Menschenkette setzt ein Zeichen für eine friedliche und menschenwürdige Gesellschaft. Sie ist eine der Antworten zivilgesellschaftlicher Organisationen, Gruppen und Parteien auf die Versuche der Nazis, den Jahrestag der Bombardierung Dresdens für ihre Propaganda zu nutzen.

nach einer gemeinsamen Betriebsversammlung einen Autokorso und einen öffentlichkeitswirksamen Protestmarsch mit Kundgebung in der Stendaler Innenstadt (Foto).

Dialog mit Regierenden berlin | Gespräch zur Industriepolitik in Sachsen-Anhalt

Ein Kamingespräch mit dem Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Dr. Reiner Haseloff (Foto, Vierter von links), setzte die Reihe der industriepolitischen Gespräche des Landesbezirksvorstandes mit den Regierenden in Nordost fort. Themen wie die industrielle Entwicklung, Energiepolitik und Standortsicherung für Betriebe aus den IG-

BCE-Branchen, der sich abzeichnende Fachkräftemangel sowie der Entwurf einer neuen Naturschutzverordnung im Bereich der Elbufer wurden diskutiert.

Unterstützung für Neupack-Streik

hamburg/Rotenburg | Gewerkschaftssekretär Johannes Blanken reiste kurz vor Weihnachten zu den Neupack-Streikenden (Foto) und überbrachte ihnen die solidarischen Grüße der IG BCE in Nordost: »Wir unterstützen euren Kampf um einen Tarifvertrag, der gute Arbeitsbedingungen und eine Entlohnung sichert, mit der ihr eure Familien ernähren könnt.« Zur Bekräftigung hatte Johannes Blanken für die Streikenden einige kulinarische Spezialitäten im Gepäck. Auch von zu Hause aus ist Unterstützung möglich: Beteiligt euch an der e-Postkarten-Aktion der IG BCE zur Unterstützung der streikenden Kolleginnen und Kollegen oder sendet ein vorbereitetes Fax an die Neupack-Geschäftsführung. Weitere Infos im Internet: www.fair-nach-tarif.de

Azubis bewerten Unternehmen schkopau | Die DOW Olefinverbund GmbH hat erstmals

UPM: Absolut unverständlich schwedt | Die Ankündigung von UPM, aus dem Flächentarifvertrag Papier auszusteigen, hat auch im Werk Schwedt für Aufregung und Irritation gesorgt. Auf einer Informationsveranstaltung für die Beschäftigten blieb der Werkleiter klare Antworten schuldig. Olaf Wernitz, stellvertretender Bezirksleiter Berlin-

Mark Brandenburg: »Wir verstehen diesen Schritt absolut nicht. Bisher funktionierte das sozialpartnerschaftliche Verhältnis und wir haben Kompromisse zur Problemlösung gefunden. Verbunden mit der Aufforderung der Rückkehr in den Flächentarifvertrag: Warum jetzt dieser Schritt?«

den ersten Platz beim Ausbildungspreis des Bezirks Halle-Magdeburg gewonnen. »Das Unternehmen ist mit rund 90 Auszubildenden nicht nur einer der größten Ausbilder der Region, sondern handelt auch bei der Übernahme vorbildlich, hat eigene Ausbildungszentren, gute Ausbilder und eine hervorragende Prüfungsvorbereitung«, so die Jury des Bezirksjugendausschusses. Den zweiten Platz erhielt das Ausbildungszentrum E.ON Avacon in Krottorf und den dritten Platz die Städtischen Werke Magdeburg. Der Ausbildungspreis mit jährlich wechselnden Schwerpunkten ist eine Auszeichnung, bei der die Auszubildenden- und Jugendvertretungen die Ausbildung in ihrem Unternehmen bewerten. Die Preise werden im Rahmen von Betriebsversammlungen feierlich an die Geschäftsführungen übergeben.

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vor ort Nordrhein N A M E N & N A C H RI C H T E N

Party für die Jugend

Personalien

düsseldorf | Angebote für neue Azubis

düsseldorf | Thomas Neumann, zuvor Sekretär zur Aus-

Schon fast eine Tradition ist es, dass der IG-BCEBezirksjugendausschuss (BJA) Düsseldorf die neuen Auszubildenden und Mitglieder im Bezirk zur Partybahn einlädt. Drei Stunden geht es Mit der Partybahn punktet der Bezirk Düsseldabei mit der dorf seit Jahren bei den Berufsanfängern. Straßenbahn quer durch Düsseldorf. White«. Mehr als 100 Azubis Bei diesem Spaß gibt es folgten der Einladung. Für die BJA-Vorsitzende Tazahlreiche Möglichkeiten der Auszubildenden, sich besser bea Burchartz stand am Ende kennenzulernen und neue fest: Auch 2012 war das Event Bekanntschaften zu knüpfen. gelungen und die Partybahn 2012 stand die Spaßfahrt wird auch in diesem Jahr wieunter dem Motto »Black and der angeboten.

bildung, ist seit 1. Dezember 2012 für den Bereich Jugend und Bildung im IG-BCE-Landesbezirk Nordrhein zuständig. Christian Wicke, zuvor Rechtsschutzsekretär im Bezirk Alsdorf, arbeitet seit 1. Oktober im Rechtsschutzbüro Moers. Elke Swolinski ist zum 1. November als Sekretärin zur Ausbildung eingestellt worden. Erster Einsatzort ist der Bezirk Alsdorf. Bereits seit 1. Oktober ist Arne Bischoff Sekretär zur Ausbildung. Er begann seine Ausbildung im Bezirk Köln-Bonn. Ebenfalls seit 1. Oktober arbeitet Susanne Gans als Rechtsschutzsekretärin im Bezirk Alsdorf. Zum 1. Januar 2013 ist Jens Petersen als Sekretär zur Ausbildung eingestellt worden. Sein erster Einsatzort ist der Bezirk Alsdorf. Lyudmyla Volynets ist seit 1. Januar Sekretärin im Bezirk Köln-Bonn.

Politischer Besuch duisburg | Der Be-

triebsrat der RHI Didier Werke AG hatte Besuch aus Düsseldorf. Die SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp (Foto, links) ließ sich von Werkleiter Klaus Pfrötschner und dem Betriebsratsvorsitzenden Manfred Scholten Arbeit und Geschichte der Feuerfestindustrie erläutern. Zurzeit bangen die Beschäftigten um den Standort. Im Unternehmen werden derzeit drei Werke auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht. Der Standort Duisburg mit seinen 130 Beschäftigten gehört dazu und könnte gefährdet sein. Der Betriebsratsvorsitzende Manfred Scholten und Uwe Verwohlt vom IG-BCE-Bezirk Duisburg hoffen, dass nun auch die Landespolitiker aufmerksam verfolgen, wie es am Standort Duisburg weitergehen wird.

Top Ten der Werber im Dezember Platz 1: Edwin Hundgeburth (53 geworbene Neumitglieder, INEOS, Bezirk Köln-Bonn); Platz 2: Dieter Trierscheidt (18, pronova BKK, Leverkusen); Platz 3: Karl-Heinz Müllenborn (15, Procter & Gamble Euskirchen, Köln-Bonn); Platz 4: Thomas Quitschalle (13, Henkel, Düsseldorf); Platz 5: Horst Ruoff (10, Continental Aachen, Alsdorf); Platz 6: Jutta Schiemann (9, Saint-Gobain Oberland AG, Duisburg); Platz 7: Martina Asaninas (6, ara Shoes, Leverkusen); Platz 8 – 11: Michael Westmeier (4, Bayer Vital, Leverkusen); INEOS Werbeteam (4, INEOS, Köln-Bonn), Rainer Länder (4, Lanxess, Leverkusen), Lydia Bertrand (4, West Pharmaceutical, Alsdorf). Weitere Infos im Internet: www.nordrhein.igbce.de

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Weiße Flecken duisburg | Neue Betriebe erschließen

Weiße Flecken auf der Mitbestimmungs-Landkarte zu tilgen, das ist ein wichtiges Ziel der IG BCE, um die Durchsetzungsmacht der Gewerkschaft zu erhalten. Dazu bedarf es mehr Mitglieder und auch mehr Betriebsräte in den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). 2011 hat die IG BCE über die Auskunftei Hoppenstedt bundesweit alle Betriebe aus ihrem Organisationsbereich erfassen lassen. Ziel war dabei, das Organisationspotenzial der Gewerkschaft zu ermitteln. Auf dieser Grundlage haben sich die Bezirke, auch im Landesbezirk Nordrhein, Ziele gesetzt, welche Unternehmen sie für die Gewerkschaft in naher Zukunft erschließen

wollen. Im Bezirk Alsdorf ist es beispielsweise gelungen, mehrere Betriebsräte in KMU zu gründen. Aber auch in anderen Bezirken, wie etwa in Duisburg, kommt das IG-BCE-Projekt voran. Bis zum Sommer 2013 sollen dort von den insgesamt sechs ausgewählten KMU-Firmen möglichst viele Beschäftigte von einer Mitgliedschaft bei der IG BCE überzeugt werden. Nach dem Duisburger Unternehmen Born GmbH besuchten Jörg Müller und Hans Reitzig vom IG-BCE-Bezirk die Firma Schneegans GmbH in Emmerich. Ihr Infostand wurde gut frequentiert, stellten die Vertreter des IG-BCEBezirks Duisburg zufrieden fest.


Auf der Kippe

N A M E N & N A C H RI C H T E N

hürth | IG BCE protestiert gegen UPM-Pläne

Zukunftsaufgabe Demografie

Der Papierhersteller UPM will raus aus der Tarifbindung und nur noch als OT-Mitglied im Arbeitgeberverband bleiben. Die IG BCE protestierte noch Ende vergange- Beschäftigte aus der papiererzeugenden Indusnen Jahres am trie protestieren bei UPM Hürth. Standort Hürth tarifvertrages gearbeitet werden gegen diese Pläne. »UPM war bislang ein star- kann. Jetzt ist klar, dass für den ker Sozialpartner«, kritisiert gesamten Konzern Abweidie stellvertretende IG-BCE- chungen von der Fläche zuLandesbezirksleiterin Viola lasten der Beschäftigten vorgeDenecke die Firmenentschei- nommen werden sollen«, erdung. Nun soll die Tarifbin- klärt Viola Denecke. Dies werdung für die insgesamt rund de die IG BCE nicht hinneh4000 Beschäftigten im Kon- men. Der Flächentarifvertrag sorzern aufgegeben werden. »Diese Ankündigung hat uns völlig ge dafür, dass nicht über Löhüberrascht«, so Viola Denecke. ne und Arbeitsbedingungen, Die IG BCE befürchtet, dass sondern über Innovation und konzernweit tarifvertragliche Qualität in der Papierindustrie Ansprüche abgesenkt werden konkurriert wird. »Ein Ausbresollen. Darüber hinaus sorgt chen aus dem Flächentarifversie sich, dass dem Austritt von trag könnte verhängnisvolle UPM aus der Tarifbindung Auswirkungen auf die Bedeuweitere Austritte anderer Un- tung des Flächentarifvertrages haben, der in der Papierindusternehmen folgen könnten. Dabei hatte die Gewerk- trie noch eine hohe Bindungsschaft darauf gehofft, dass nun wirkung hat«, betont die stellauch im UPM-Werk Hürth der vertretende LandesbezirksleiteFlächentarifvertrag durchge- rin. Betroffen von der Entscheisetzt werden könnte. Bis 2011 gehörte das Werk zur Rhein Pa- dung wären am Standort pier GmbH beziehungsweise Hürth rund 100 Beschäftigte. zum finnischen Unternehmen Noch kurz vor Weihnachten Myllykoski und unterlag nicht protestierten dort mehr als 70 der Tarifbindung. Für die IG IG-BCE-Mitglieder, darunter BCE war das »ein unhaltbarer auch Beschäftigte aus anderen Unternehmen der Papier erZustand«. UPM hatte vor zwei Jahren zeugenden Industrie, gegen das finnische Unternehmen den Austritt aus dem Flächenmit den deutschen Standorten tarifvertrag. Für Januar wurde Hürth und Plattling gekauft. ein Gespräch zwischen der IG »Wir haben erwartet, dass end- BCE und dem UPM-Managelich auch in Hürth zu den fai- ment vereinbart (siehe auch ren Bedingungen des Flächen- Seite 24).

haltern | Die Be-

triebsräte-Arbeitsgemeinschaft Erdöl-, Kohle- und Grundstoffchemie (BRARGE) hat sich auf ihrer Klausurtagung eingehend mit den Demografie-Tarifverträgen I und II in der chemischen Industrie beschäftigt. BR-ARGE-Vorsitzender Arndt Küpper hält die beiden Tarifverträge für eine gute Grundlage, mit der, wie von den Beschäftigten erwartet, die Betriebsräte den demografischen Wandel in den Unternehmen aktiv mitgestalten können.

Stark in der Region emmerich | Das Regionalforum »Rechter Niederrhein« des IG-BCEBezirks Duisburg hat im Dezember die Betriebsversammlung der Kao Chemicals GmbH am Standort Emmerich besucht. Die Betriebsräte betonten, wie wichtig das regionale Engagement ihrer Gewerkschaft für sie ist. Der stellvertretende IG-BCE-Bezirksleiter Uwe Verwohlt versprach den Betriebsräten: »Wir wollen eure Wünsche und Anregungen aufnehmen und entsprechende Angebote machen.« Künftig wollen die Mitglieder des Regionalforums weitere Betriebe in der Region besuchen.

Standort erhalten essen | Mit einer politischen Frühstückspause und einer

Kundgebung machten mehr als 100 IG-BCE-Mitglieder im Dezember klar, dass der Glasproduktionsservice (GPS) der Saint Gobain Oberland AG in Essen erhalten bleiben muss. Aufgerufen hatten zu der Aktion die IG BCE Duisburg, die IG-BCE-Vertrauensleute und die Betriebsräte der Saint Gobain Oberland AG. Die 80 Beschäftigten von GPS am Standort Essen fürchten um ihren Arbeitsplatz. Zeitgleich zur Aktion tagte der Aufsichtsrat. Dieter Müller, Betriebsratsvorsitzender der Saint Gobain Oberland AG, betonte, dass Vorstand und Aufsichtsrat eine große Verantwortung für die GPS tragen. Uwe Verwohlt, stellvertretender Bezirksleiter des IG-BCE-Bezirks Duisburg, mahnte, es ginge nicht nur um die Beschäftigten von GPS, sondern auch um den Standort der Saint Gobain Oberland AG in Essen insgesamt.

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vor ort Rheinland-Pfalz/Saarland

Ausgezeichnete JAVen

NAMEN & NA C H RI C H T EN

Ortsgruppen starten in das Jahr

worms | Engagierte Jugendvertreter erhalten Preis

mainz/Landau | Überall im Landesbezirk nehmen die

Die gemeinsamen Aktivitäten der Wormser Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAVen) waren in den vergangenen Jahren mehrfach ein Thema in »Kompakt«. Sie hatten ihren Kristallisationspunkt meist in dem von der IG BCE angeregten Wormser JAVStammtisch. Ihn tragen die JAVen von Unternehmen wie Evonik, Grace, Renolit und Röchling. So berichteten wir zuletzt von dem sozialpolitischen Infostand des JAV-Stammtisches bei der Wormser 1.-Mai-Kundgebung und von der Mitarbeit bei einem AWO-Sommerfest. Für diese und weitere Aktivitäten erhielten diese JAVen jetzt den von der Wormser SPD gestifteten Preis »Jugend Aktiv«. Die Preisverleihung in Gegenwart des Oberbürgermeisters Michael Kissel fand im

Ortsgruppen jetzt die Arbeit für das Jahr 2013 auf, mit Diskussionen über Sozial-, Wirtschafts- und Politikthemen, mit geschichtlichen Rückblicken, mit Feiern und mit Ausflügen. So lädt die Ortsgruppe Landau an der südlichen Weinstraße ihre Mitglieder für Freitag, den 22. Februar um 18:00 Uhr in die Gaststätte Landhaus im nahen Walsheim ein. Theresia Riedmaier, Ländrätin des Landkreises Südliche Weinstraße, wird Gast der Versammlung sein und dabei auch über Sozialpolitik sprechen.

Solidarität mit den Streikenden worms | Die Beschäftigten des norddeutschen Verpackungsunternehmens Neupack streiken seit Wochen, damit sie erstmals einen ordentlichen Tarifvertrag erhalten. Von überall in Deutschland erhalten sie Zuspruch und Solidarität. Rund 100 Solidaritätsunterschriften sammelten jetzt auch die Vertrauensleute und Betriebsratsmitglieder beim größten Wormser Arbeitgeber, der Evonik Industries, bei der Spät-, Nacht- und Tagschicht ein. Als Belohnung gab es Punsch, Waffeln und Popcorn.

Gut verhandelt mainz | Das Tarifentgelt der Beschäftigten des Wassertechno-

logie-Unternehmens Xylem Inc stieg zum Jahresbeginn um 2,8 Prozent an. Die Altersvorsorge für Gewerkschaftsmitglieder erhöhte sich auf jährlich 80 Euro. Wie immer passen sich auch die Gewerkschaftsbeiträge an die Erhöhung an.

Bergbaudenkmal rückt näher Visualisierung: StudioAida

ensdorf | Heiko Maas, stellvertretender saarländischer Ministerpräsident (SPD), hat dem Verein »Bergbau Erbe Saar« im Januar 250 000 Euro aus Landesmitteln ausgehändigt. Das Geld ist für das von den Architekten Katja Peiffer und Oliver Sachse entworfene begehbare Bergbaudenkmal in Form eines weithin sichtbaren Vielecks (»Polygon«) bestimmt. »Damit kommen wir unserem Ziel, dem Saarpolygon, ein gutes Stück näher«, freut sich der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Becker.

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Schloss Herrnsheim statt. Dietmar Muscheid, der Vorsitzende des DGB-Bezirks West (Rheinland-Pfalz und Saarland), nahm seine Festansprache zum Anlass, die große Bedeutung der JAVen insgesamt zu unterstreichen, als Element der Mitbestimmung und als Ansprechpartner der jungen Menschen in den Betrieben. Der JAV-Stammtisch dient vorrangig dem Zweck, die Jugendvertretungen der Wormser Unternehmen im Organisationsbereich der IG BCE zu vernetzen. Die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter berichten einander von Vorkommnissen im eigenen Unternehmen und geben sich Anregungen für ihre alltägliche Arbeit. Zu den Treffen kommen oft auch Gewerkschaftsmitglieder, die keiner JAV angehören.

Jugendausschuss tagt saarbrücken | Erst Sozialpolitik, dann die Wahlen

Mitte Januar fand die Jugendkonferenz des Bezirks Saarbrücken statt. Die 32 Delegierten vertraten die Jugend aus Industrieunternehmen des Bezirks, darunter Profine in Pirmasens, Villeroy & Boch in Mettlach, Corning in Kaiserslautern oder Steag in Saarbrücken. Etwa die Hälfte der Jugend- und Auszubildendenvertretungen der 16 vertretenen Firmen haben eine junge Frau zur Vorsitzenden.

Angeregt durch ein Referat von Landesbezirksjugendsekretär Malte Lückert sprachen die jungen Leute über Sozialpolitik. Anschließend wählten die Delegierten einen neuen elfköpfigen Bezirksjugendausschuss. Ebenfalls zur Wahl standen die Delegierten zur Bundes- und zur Landesbezirksjugendkonferenz.


Lebensläufe im Fokus Mainz | Gemeinsame Rückblicke auf ein Berufsleben

Für Außenstehende ist kaum begreifbar, welche Bedeutung eine Jubilarveranstaltung im Leben einer Gewerkschaft haben kann. Das ändert sich schnell, wenn man die Perspektive Der Vorsitzende der Ortsgruppe Lambwechselt. recht, Hermann Schönung, würdigte die Die oder der ein- Jubilare gemeinsam mit dem jungen zelne Geehrte blickt Gewerkschaftssekretär Patrick Schall. während der Feier auf den gesamten persönlichen Lebensweg zurück, auf eine Zeit, in der die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft gedanklich auf das Engste mit dem eigenen Arbeitsplatz und mit langjährigen Kolleginnen oder Kollegen verbunden ist. Das kann ein tief bewegender Moment der Erinnerung sein, Die Ortsgruppe im Bergbauort Wiebelskir- die man dann gerne mit anderen Gewerkchen ehrte ihre Jubilare am Barbaratag. schaftsmitgliedern teilt. Jubilarehrungen bilden deshalb zu Recht einen festen Bestandteil des Gewerkschaftslebens. Viele persönliche Erinnerungen gingen den Jubilaren beispielsweise durch den Kopf, als jetzt in Worms 40 von ihnen für eine Mitgliedschaft von 25, 40, 50 und 60 Jahren geehrt wurden. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Die Ortsgrupe Lichtenberg/Wahnwegen Hagemann sprach ei- ehrte ihre Jubilare im Rahmen ihrer tranen festlichen Gruß ditionellen Familienfeier. aus und der GraceBetriebsratsvorsitzende Horst Schebsdat (rechts im unteren Foto) ehrte die langjährigen Mitglieder gemeinsam mit der Gewerkschaftssekretärin Petra Plantenberg (links, gemeinsam mit Jubilar HansDieter Müller). Die meisten Ehrungen aber finden in den Ortsgruppen statt.

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Fragen an Uwe Liebler

Uwe Liebler betreut als Betriebsrat bei der BASF den Arbeitskreis Produktion und die Zielgruppe Produktionsmitarbeiter. Er will gute Arbeit für alle. Die BASF SE krempelt ihre Produktionsstrukturen tief greifend um. Was heißt das eigentlich für die Menschen im Schichtdienst? Von den etwa 34 000 Beschäftigten der BASF hier in Ludwigshafen arbeiten rund 8600 im Schichtdienst. Sie sind von Opal 21, dem Optimierungsprozess für Antwerpen und Ludwigshafen, auf ganz andere Weise betroffen als die übrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Abläufe, Aufgaben und Verantwortlichkeiten ändern sich tief greifend. Was können Sie dabei bewirken? Als Vorsitzender der Zielgruppe Produktion der IG BCE und als Vorsitzender des Betriebsratsarbeitskreises Produktion trage ich hier eine gewisse Verantwortung. Ich weiß, dass die IG BCE ihre gute Arbeit sichtbar und spürbar macht. Das konnte die Belegschaft gerade im letzten Jahr gut verfolgen. Die Einführung von Opal 21 in den Betrieben war während des ganzen Jahres unser Schwerpunkt. Wir führten mehrere große Podiumsdiskussionen mit der Unternehmensseite und ihren wichtigsten zuständigen Managern durch. Dabei gingen wir auf die Problemfelder dieses Prozesses ein. Wir konnten auf viele Sorgen hinweisen und nach Wegen suchen, sie zu beseitigen. Und wir konnten viele Zweifelsfragen klären. Dabei erfuhren wir auch, dass die Arbeitsbelastung zugenommen hat. Gibt es eine Chance für Verbesserungen? Bereits im letzten Jahr konnten wir durchsetzen, dass die Vertrauensleute im Opal-Prozess mehr Einfluss erhalten. In diesem Jahr wollen wir darauf aufbauen und helfen, dass die Arbeitsplätze den Anforderungen einer »guten Arbeit« entsprechen. Haben Sie dafür genug Kapazitäten? Zwölf freigestellte Betriebsratsmitglieder, die zur IG BCE gehören, sind alleine für den Bereich Produktion zuständig. Viele Aufgaben übernehmen auch die Vertrauensleute. Ich glaube, wir können eine Menge bewegen.

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vor ort Westfalen

Erfolgreich unterwegs

NAMEN & NACHRICH T EN

Bochum | Frauenanteil bei mehr als 44 Prozent

gelsenkirchen | In den Tarifverhandlungen bei der AIDB in Gelsenkirchen – der früheren RAG Informatik – konnte im Jahr 2012 unter anderem ein Mitgliedervorteil vereinbart werden: So wurde erstmals ein Vertrauenskörper gewählt. Sein erster Vorsitzender ist Jörg Nedbal. Gemeinsam wurden bei einem Treffen in großer Runde und in kleineren Foren unterschiedliche Themen diskutiert: IG-BCE-Bonusagentur, Web 2.0, die Reduzierung von E-Mail (Zero E-Mail) und die Zukunft der AIDB. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Vortrag von Edgar Itt. Der frühere Olympia-Teilnehmer (Hürdenlauf) gehört zu den »100-Top-Excellent Speakers« in Deutschland.

Von Juli bis Oktober 2012 fand die Frauenwerbeaktion des Landesbezirkes Westfalen statt. Mit einem Wochenende in Berlin hat sich die Landesbezirksleitung bei aktiven Werberinnen bedankt. Die Blauer Himmel und strahlende Gesichter: Die Kolleginnen wur- Gewinnerinnen der Frauenwerbeaktion erkunden den per Los er- Berlin. mittelt. Interessant war die Zusam- len 2012 im Frauenbereich mensetzung der Gruppe: Mit einen Organisationsgrad in dabei waren unter anderem den Betrieben von 44,15 Proeine langjährige Betriebsrats- zent erreicht.« Zu seiner Abschlusssitzung kollegin mit vielen Funktionen, eine Betriebsratskollegin, traf sich der Frauenausschuss die erst seit Kurzem dieses des Bezirkes Recklinghausen. Amt übernommen hat, eine Der Frauentag 2012 der IG Kollegin aus einem Ortsgrup- BCE in Hannover hatte polipenvorstand, die vor Ort in tische Akzente gesetzt. Jetzt Institutionen für unsere IG galt es, Themen wie »Frauen BCE wirbt, oder aber auch in Führung« oder »Arbeit komeine Kollegin, die gar keine petent gestalten« mit Blick Funktion innerhalb der IG auf die BezirksfrauenkonfeBCE hat, aber der Organisa- renz vorzubereiten. tion sehr verbunden ist. Die Bezirksfrauenkonferenz Heike Arndt, stellvertreten- am 17. Januar im Bildungsde Landesbezirksvorsitzende: zentrum Haltern griff die »Es war eine total spannende wesentlichen Inhalte auf. HeiWerbeaktion, ein dickes Dan- ke Arndt: »Wir haben die keschön an die Kolleginnen. unterschiedlichen HerausforWir möchten alle motivieren derungen erörtert und die weiterzumachen: Denn wir daraus resultierenden inhalthaben mit den Dezemberzah- lichen Gestaltungsansätze für die Bezirksfrauenarbeit formuliert.« Außerdem wählten die Konferenzteilnehmerinnen einen neuen Bezirksfrauenausschuss. Mit einem bunten Kabarettabend Der bisherige »alte« Frauenausschuss im fand die KonfeBezirk Recklinghausen bereitete die Bezirks- renz einen gelungenen Abschluss. frauenkonferenz Mitte Januar vor.

Foto: Thomas Steinberg

Erster Vertrauenskörper

gladbeck |

Foto: Hüsshoff

Vergnügte Weihnachten Eine vergnügte Berliner Weihnachtszeit erlebten Mitglieder der Ortsgruppe Gladbeck-Mitte bei ihrer Bildungs- und Informationsfahrt: Potsdam und Berlin wurden erkundet. Mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes wurde der Bundestag besucht. Die aktuellen politischen Situationen – der Nahe Osten, die Entsendung von Soldaten in die Türkei, die Energiewende und die starke Belastung durch die Steuern für die Verbraucher – standen im Vordergrund der Diskussion. Die Gewerkschafter forderten eine »Abwrackprämie« für weiße Waren: einen Zuschuss für die Anschaffung von energiesparenden Haushaltsgeräten.

Lachende Gesichter marl | Im Dezember

veranstaltete der Vertrauensleutekörpervorstand des Evonik-Gemeinschaftsbetriebs Marl im Rahmen des IG-BCE-Cafés eine Nikolaustombola in der Marler Vesthalle. Insgesamt verteilte der IG-BCE-Nikolaus rund 300 Preise während der Mittagspause. Sein Fazit: »Bei so viel lachenden Gesichtern ist eine Wiederholung 2013 nicht ausgeschlossen.«

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Gemeinsam stark

NAMEN & NACHRICH T EN

»Nah bei den Menschen«

Crangestraße 231 in Gelsenkirchen-Erle: Neugierig beobachten Kinder und Jugendliche, wie vier kleine und ein großer Nikolaus heimlich und schwer be- Vivawest-Geschäftsführer Hans-Jürgen Schneider packt bis zum (mittlere Reihe, Zweiter von rechts) und der VorsitRand gefüllte zende der IG-BCE-Ortsgruppe Gelsenkirchen, Volker bunte Tüten Möller (obere Reihe, Zweiter von links), überreichten ins Kinder- die festlich verpackten Gaben sowie einen symbound Jugend- lischen Scheck. haus tragen. Dann verschwinden die Gäste der begeistert die Tüten entmit der stellvertretenden gegennahmen – und dabei so Leiterin des Kinder- und Ju- aufgeregt waren, dass dieser gendhauses in einem Bespre- Moment kaum in einem Bild chungsraum und verschlie- festgehalten werden konnte. Die Geschenk- und Spenßen die Tür fest hinter sich. Und schließlich überge- denaktion der Ortsgruppe hat ben Mitglieder der IG-BCE- im fünften Jahr Tradition. Im Ortsgruppe Vivawest sowie Dezember wurden wieder vieeine Delegation der Jugend- le individuelle Wünsche erund Auszubildendenvertre- füllt und ein Spendenscheck tung am Nikolaustag die im Wert von 7000 Euro übervielen Nikolaustüten mit reicht. weihnachtlichen Leckereien, Beteiligt haben sich die GeNüssen, Obst und Spielzeug schäftsführung, Mitarbeiterinan die jungen Bewohner des nen und Mitarbeiter der VivaKinder- und Jugendhauses. west, externe Gäste und GeDie Nikolausaktion der schäftspartner, der LandesbeOrtsgruppe Vivawest wurde zirk Westfalen sowie der IGzu einem Erfolg, als die Kin- BCE-Bezirk Gelsenkirchen. Ausgepackt werden durften die insgesamt 73 Geschenke erst am Heiligen Abend. Bis dahin sorgten sie als großer Berg auf einem Tisch des GemeinschaftsHelfer der Jugend- und Auszubildendenvertre- saals für Vorfreutung beim Verteilen der Nikolauspakete (von de und Erwarlinks): Stephan Sohnrey, Jennifer Kloiber, Leonie tung bei den jungen Menschen. Janowski und Christopher Herbrich.

coesfeld | »Nah bei den

Fotos (2): Martin Janowski

gelsenkirchen | IG BCE und JAV mit Weihnachtsaktion

Menschen« ist sein Leitmotiv. Und unter diesem Motto will sich Ulrich Hampel (Foto, links) auch in der Politik engagieren. Der 49-jährige Leiter des Bezirks Münster-Bielefeld der IG BCE kandidiert für den Deutschen Bundestag. Der gelernte Bergmann will bei der Bundestagswahl im Herbst den Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II für die SPD »holen«. Bei der Kandidatenaufstellung wurde er mit 93 Prozent der Stimmen nominiert. »Ich will Politik für Menschen machen«, sagt Hampel. »Ich kenne die Menschen, die Betriebe, die großen Stärken und Vorzüge hier vor Ort, aber auch die Sorgen, Nöte und Bedürfnisse.«

Studium ohne Abitur krefeld | Studieren ohne Abitur – das ist jetzt möglich mit erfolgreichem Berufsabschluss und mindestens drei Jahren beruflicher Praxis. Die IG BCE möchte, dass möglichst viele diesen Schritt wagen. Dafür hat die Gewerkschaft ein besonderes Programm aufgelegt: Zusammen mit der Hochschule Niederrhein in Krefeld bietet sie Berufstätigen ohne Abitur mit dem Programm »Erst Schornsteinfeger, jetzt Ingenieur« einen maßgeschneiderten Weg ins Studium. Und das mit möglichst wenig Hindernissen. So gibt es schon im Vorfeld des Studiums vorbereitende Seminarangebote. Zum anderen wird mit einem speziellen Kurs an der Hochschule Niederrhein intensiv in einer kleinen Gruppe das Wissen aufgearbeitet, das zum Studienstart gebraucht wird. Und es gibt ein E-Learning-Angebot, das an die eigenen beruflichen Erfahrungen anknüpft.

Interesse am »Studium ohne Abitur«? Sie wollen mehr zu dem Studienangebot wissen? Sprechen Sie mit Ihrer Gewerkschaft oder informieren Sie sich im Internet. Weitere Infos zum Studium und Bewerbungsverfahren: www.boeckler.de/stipendien

Für spezielle Fragen zum Programm gibt es eine Hotline. Unter der Rufnummer 0211 7778-605 kann man sich montags bis freitags von 09:00 bis 12:00 Uhr informieren.

kompakt | Februar 2013 | 29


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vor ort Nordost

Langjährige Mitgliedschaften im Landesbezirk Nordost

Bei den Jubilarehrungen in Nordost gab es viele Auszeichnungen für Mitgliedschaften, die praktisch ein Leben lang währten. So war ein Höhepunkt der zentralen Jubilarfeier in Magdeburg die Ehrung des 85-jährigen Eberhard Starrusz für seine 70jährige Mitgliedschaft (linkes Foto mit Bezirksleiter Erhard Koppitz). In Eisleben gratulierten die stellvertretende Bezirksleiterin Sylke Teichfuß

und der Ortsgruppenvorsitzende Klaus-Dietrich Daries der Kollegin Lissa Wetzel zum 70-jährigen Jubiläum (mittleres Foto). Für sein 75-jäh-

Jubilarfeier in Cottbus

Zur zentralen Ehrung der Cottbuser Ortsgruppen lud der Bezirk auch die Jubilare der Ortsgruppen Döbern und Calau ein. Mehr als 60 Jubilare kamen. Sie wurden im Barbarasaal von Vattenfall für 25- bis 75-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

riges Gewerkschaftsjubiläum wurde Reinhard Dockter aus der Ortsgruppe Sachsendorf/ Madlow geehrt. Mit ihm auf dem Bild: Ortsgruppenvor-

sitzender Hartmuth Leese, Kassiererin Christine Zinke und der Bezirksleiter Cottbus, Ralf Hermwapelhorst (rechtes Foto).

Jubilare in Fürstenwalde/Spree

Die Ehrung ihrer 39 Jubilare war Höhepunkt der Jahresabschlussfeier der Ortsgruppe Fürstenwalde. Sie wurden ausgezeichnet für 25, 40, 50 und 60 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit. Gewerkschaftssekretär Peter Cernohorsky erinnerte in seiner Rede an geschichtliche Ereignisse, die in dem jeweiligen Eintrittsjahr der Jubilare die Zeitungen füllten und die damalige Arbeit der Gewerkschaft prägten.

Jubilarfeier auf der Elbe

Der Bezirk Dresden-Chemnitz lud für seine zentrale Jubilarfeier zur Schifffahrt auf der Elbe ein. Rund 300 Jubilare und Angehörige kamen und verlebten einen sonnigen Nachmittag auf der MS »August der Starke«. Unter ihnen waren 29 Jubilare, die für ihre 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden. Bezirksleiter Gerald Voigt und Gewerkschaftssekretärin Petra Lietzau überreichten den Jubilaren Präsente und eine Blume und bedankten sich bei allen für ihre langjährige Treue zur Gewerkschaft.

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Jubilarfeier in Zeitz

25, 40, 50 und 60 Jahre in der Gewerkschaft: Insgesamt kamen die mehr als 60 Jubilare aus dem Raum Zeitz auf die stolze Zahl von 3000 Mitgliedsjahren. Auf der zentralen Jubilarfeier des Bezirks Leipzig im Bürgerhaus Hohenmölsen würdigten Edeltraud Glänzer, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, Bürgermeister Andy Haugk und Bezirksleiter Jürgen Mehnert ihre lange Mitgliedschaft und Treue.


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vor ort Nordrhein

N e u k i rc h e n -Vl u y n

Seit 65 Jahren ist das Ehepaar Müller (unteres Foto, Mitte) verheiratet. Glückwünsche zur Eisernen Hochzeit gab es auch vom IG-BCE-Ortsgruppenvorsitzenden Manfred Derner (unteres Foto, rechts) und seinem Stellvertreter Klaus Hinterding (unteres Foto, links). Kurz zuvor war Heinz Müller für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt worden. Johannes Hartmann, IG-BCE-Zielgruppenbeauftragter, hielt die Laudatio für die insgesamt 20 Gewerkschaftsmitglieder, die seit 60, 50, 40 oder 25 Jahren der Gewerkschaft die Treue halten.

Blatzheim

Neun Jubilare hat die IG-BCE-Ortsgruppe für 25-, 40- und 50-jährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft geehrt. Leider konnten nicht alle Jubilare an der Feierstunde teilnehmen. Ein besonderer Dank galt Karl Beck (Foto rechts), der nach 46 Jahren seine Arbeit im Ortsgruppenvorstand mit den Worten »Han jenoch jedonn, jetz mösse die Jöngere ens drahn« beendete.

Berrenrath Utfort-Eick

Die IG-BCE-Ortsgruppe hat ihre Jubilare in einer Feierstunde für 40, 50, 60 und KarlHeinz Brandenbusch sogar für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Merkstein

Die Jubilare der IG-BCE-Ortgruppe Merkstein wurden im Hotel-Restaurant »Stemper« in einem festlichen Rahmen empfangen. Der Ortsgruppenvorsitzende Bulkan Ersoy bedankte sich nicht nur bei den Ehrengästen für ihre Treue zur Gewerkschaft, auch ihren Lebenspartnern dankte Ersoy für deren Unterstützung. Die Ortsgruppen und ihre Arbeit, so der Vorsitzende, seien heute wichtiger als je zuvor. Sie stärkten den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl.

Brühl/Wesseling

Die IG-BCE-Ortsgruppe konnte elf Jubilaren für ihre 25-, 40- und 50-jährige Treue zur Gewerkschaft ehren. Eine Uhr und eine Urkunde erhielten die langjährigen Mitglieder bei einem festlichen Essen überreicht. Der älteste Jubilar, der seit 75 Jahren zur IG BCE beziehungsweise ihren Vorgängerorganisationen gehört, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Ihm wurden die Geschenke vom Ortsgruppenvorsitzenden Siegfried Baurycza persönlich zu Hause übergeben.

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In einer Feierstunde ehrte die Ortsgruppe elf anwesende Jubilare für 40-, 50-, 60und 70-jährige Gewerkschaftsmitgliedschaft. Auf dem Foto (von links nach rechts): Bürgermeister Walther Boecker, Paul Schmitz (70 Jahre Gewerkschaftsmitglied), IG-BCE-Bildungsobmann Heinz Schäfer, Kassiererin Gertrud Weiler, Wilhelm Henrich (60 Jahre), Willi Maul (50 Jahre), Peter Josef Mielke (40 Jahre), Martin Berens (70 Jahre), Jakob Hoßdorf (50 Jahre), Gerd Fabian (40 Jahre), der stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende Wolfgang Bucco, Peter Niessen (50 Jahre), Theo Kalscheuer (70 Jahre), Klaus Wieschalla (40 Jahre), Werner Moll (60 Jahre) und der Ortsgruppenvorsitzende Manfred Schmitz. Festredner Walther Boecker, Bürgermeister der Stadt Hürth, hob in seiner Rede besonders Martin Berens, Paul Schmitz und Theo Kalscheuer hervor, die bereits seit 70 Jahren der Gewerkschaft die Treue halten. Der Vorsitzende Manfred Schmitz gratulierte im Namen der Ortsgruppe und wünschte sich noch viele Jahre gemeinsames Wirken für die IG BCE. Den Jubilaren Carsten Schneider (25 Jahre), Heinz Büsgen (40 Jahre), Heinrich Wilhelm Vogelfänger (40 Jahre) und Josef Kranz (60 Jahre) gratulierte der Vorsitzende zu Hause, der Jubilar Thomas Kertzsch (25 Jahre) wurde im Betrieb geehrt.


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vor ort westfalen

Herringen

Ahlen

Die Ortsgruppe Herringen ehrte in der Kulturund Begegnungsstätte »Alter Bauhof« ihre Jubilare für 75-, 70-, 65-, 60-, 50- und 40-jährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft. Voller Stolz und Hochachtung begrüßte der erste Vorsitzende Kai-Uwe Kersten besonders die anwesenden Kollegen Willi Rasper und Friedrich Wundenberg für ihre 75-jährige Treue. »Ihr alleine habt 150 Jahre Mitgliedschaft im Gepäck und zeigt uns eindrucksvoll, wie Treue vorgelebt wird.« Neben den beiden wurden noch Alfred Reimann und Karl Rathof für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt. Für ihre 65-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Manfred Lachmann, Günther Henschelowski, Horst Rothkegel, Willi Bunke und Günter Hages; für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Heinz Tillmann, Alfred Mannchen und Gerhard Dinter geehrt; für 60-jährige Mitgliedschaft Wilhelm Basau, Ulrich Gantowski, Wolfgang Gesthuisen, Günter Müller, Franz Riedel, Franz Weide und Eduard Winterroth. Für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Abdullah Acikgoez, Ali Balci, Volker Bay, Bektas Bolatli, Hansan Bozaci, Mehmit Cakir, Hamdin Ceylan, Rudi Friedricht, Ramazan Genzer, Rolf Homann, Reinhard John, Zuelkari Kabab, Cevat Kalyci, Yusuf Kaya, Ismet Koeseoglu, Heribert Krämer, Mustafa Lermi, Mehmit Makara, Lahcen-Ben-Mohamed Mestaje, Willi Nattki, Oskar Olbort, Rudolf Scheiber, Kristian Sponda, Fevci Tuncel, Durisun Uguz, Rolf-Jürgen Voss, Dirk Wichert, Karl-Heinz Windisch, Yusuf Yavuz und Asim Yener.

In der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Westfalen fand die Jubilarsfeier der Ortsgruppe Ahlen statt. Eine besondere Ehrung gab es für Erich Pluskat, der seine 75-jährige Mitgliedschaft feierte. Für 70 Jahre Mitgliedschaft gefeiert wurden ebenso Herbert Böhm, Adalbert Krüger und Hermann Laube. Seit 60 Jahren dabei sind Arthur Biel, Franz Biehs, Bernhard Burghardt, Bernhard Dildrop, Johannes Illies, Josef Kleinepaehler, Heinz Klose, Aloysius Lange, Ehrenfried Ledwohn, Richard Piontek, Werner Sandmann, Horst Schneider, Heinz Thiele und Alfred Wippik. Auf ihre 50-jährige Mitgliedschaft zurück blicken Peter Beckersch, Harry Heinrich, Norbert Just, Francois Kasper, Heinz-Gerd Klaus, Heinrich Roehr, Hartmut Schutz, Hans-Joachim Thau, Theo Thormann, Julius Treichel und Josef Vacha. Für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Yusuf Arslan, Jörg Brinkmann, Hamit Darama, Karl-Heinz Dickmann, Rainer Fluchs, Theodor-Bernd Janssen, Hans-Jürgen Kampmann, Myung-Gyu Kim, Günter Kisshauer, Thomas Koellenwerth, Wolfgang Laser, Paul Linnemann, Helmut Makel, Peter Oudt, Martin Mingram, Hans-Dieter Rackete, Olaf Rueth, Gabriele Sander, Johannes-Josef Scharnefski, Günter Schweer, Hans-Werner Siehoff, Hans-Joachim Spaete, Josef Steffens, Egon Thunmeyer und Michael Zielke.

Steag Hassel-Nord

An einem Samstag feierte die Ortsgruppe Hassel-Nord mit ihren Jubilaren. Seit 60 Jahren sind Josef Schildt, Helmut Miny und Wilhelm Huyzink Mitglied in der Gewerkschaft und seit 50 Jahren Gustav Lienig und Bernd Wollenberg. 40 Jahre dabei sind Heinz Werner Müller, Peter Keller, Hakki Kulan, Uwe Stewen, Rolf Hagen und Frank Bundzei.

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Bei noch schönem Wetter ehrte die Ortsgruppe Steag ihre Jubilare. Für 70 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Karl Hartig und Rudolf Lohmann. Seit immerhin 60 Jahren dabei sind Siegfried Bewer, Karl-Heinz Bonitz, Hans Kralemann, Ernst Lange, Siegmund Sauerhoff und Gerd Toppmüller. Auf 50-jährige Mitgliedschaft zurück blicken Rolf Feldhaus, Norbert Grund und Klaus-Peter Neusser. Seit 40 Jahren dabei sind Harald Becker, Hans Bußmann, Heinz-Werner Fahnemann, Rolf Feldhaus, Hans-Werner Kansy, Hans-Jürgen Krupka, Klaus Prange, Werner Schlifske, Reinhold Sperlich sowie Alexander Steinwand.


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Eine von uns

Rosemarie Bartel hat Fotos (2): Dirk Kirchberg

sich zusammen mit anderen Bürgern dafür eingesetzt, in ihrer Heimatstadt an Opfer des Nazi-Terrors zu erinnern.

Der braune Fleck

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ie ist ganz bezaubernd, die hessische Kleinstadt, aus der Rosemarie Bartel stammt. Fünf gut erhaltene Stadttore können Besucher in Gelnhausen bewundern, dazu zwei historische Marktplätze, umringt von akkurat restaurierten Fachwerkhäusern. Das

Juden, aber auch der verfolgten Gewerkschafter und Sozialdemokraten ließ Rosemarie Bartel nicht mehr los, seitdem sie als Auszubildende auf Seminaren der damaligen Chemiegewerkschaft vom Dritten Reich hörte. Die gelernte Industrie- und Speditionskauffrau hat

»Jeder soll die Geschichten der Verfolgten kennen. Das ist uns wichtig.« Flüsschen Kinzig schlängelt sich durchs Stadtgebiet, eine Kaiserpfalz lockt mit kunstvollen Säulen aus Sandstein. Und ab und zu blitzt etwas auf dem Fußweg. Die Steine aus Messing sind der Schönheitsfehler der Stadt am Spessart. Sie weisen darauf hin, dass Gelnhausen eine Nazi-Hochburg war, deren jüdische Bürger schneller vertrieben und ermordet wurden als anderswo. Das Schicksal der 30 | kompakt | Februar 2013

ihr ganzes Berufsleben bei der Veritas AG gearbeitet, einem Reifenhersteller und Automobilzulieferer mit mehr als 2000 Beschäftigten allein am Standort Gelnhausen. Als Jugendvertreterin und Betriebsratsvorsitzende hat die heute 65-Jährige Fremdenfeindlichkeit nur einmal erlebt. »Da hat ein Mitarbeiter rechtsextreme Parolen an die Wände geschmiert«, erzählt sie. »Er wurde sofort entlassen.«

2006 ging sie in Rente, seitdem widmet sie sich mit ihren Freunden Gail und David Lupton und anderen Gelnhäusern den Opfern des Nazi-Terrors. Viele Tausend Euro wurden gesammelt, insgesamt 112 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in der ganzen Stadt ins Pflaster versenkt, um an von den Nazis verfolgte Menschen zu erinnern. Das Berührendste, sagt Rosemarie Bartel, war für sie die Begegnung mit den Nachkommen der Opfer, die unter anderem aus Israel und der Ukraine nach Gelnhausen kamen. Mit viel Akribie und auf verschlun-

genen Wegen machten die Hobbyhistoriker Kinder und Enkel ausfindig. In einem liebevoll gestalteten Buch (»Ein Stein, ein Name, ein Mensch«) werden die Geschichten der Opfer erzählt. Es sei kein wissenschaftliches Werk, sagt Bartel. »Das war uns wichtig. Jeder soll es lesen können.« Alexander Nortrup


Tendenzen Energie

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Hunger nach Rohstoffen

Öl und Gas importiert Deutschland vor

allem aus Russland. Auch am Kaspischen Meer gibt es rohstoffreiche Staaten – doch der Weg nach Westeuropa ist weit.

B

ootsmann Mehman Schokirow holt den Anker ein. Der Tanker »Schuscha« sticht von der aserbaidschanischen Küste in See. Schokirow, der stämmige Seemann, war noch zu Zeiten der Sowjetunion auf den Weltmeeren unterwegs. »Bei Kap Hoorn sind die Wellen über uns zusammengebrochen«, erinnert sich der Mann aus Aserbaidschan. Das Gewässer, das der erste Bootsmann wohl bis zur Rente befahren wird,

ist ein salziger Binnensee, der sich zwischen Zentralasien und den Kaukasus schiebt und der im Norden von Russlands und im Süden von Irans Küste begrenzt wird. »Über das Kaspische Meer fegen Stürme wie auf den Ozeanen«, versichert der Bootsmann. Komran Ibragimow auf der Brücke des Tankers mit einer Ladekapazität von 11 000 Tonnen hat keine Zweifel. »Ich bin Hochseekapitän«, raunt er, und führt die Tasse dampfenden Tees an die

Lippen, kneift die Augen zusammen und blickt gen Osten über die spiegelglatte See. Funkgespräche knattern. Morgen wird das Schiff den kasachischen Hafen Aktau anlaufen. Der Kapitän befährt eine energie-

politisch aufgewühlte Route. Die »Schuscha« und ihre Schwesterschiffe bringen Öl aus Zentralasien erst nach Baku, von dort geht es über die Schiene durch Georgien ans Schwarze Meer.

Foto: Marcus Bensmann

kompakt | Februar 2013 | 31


TENDENZEN Energie

Fotos (3): Marcus Bensmann

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»Wir bringen das Öl zu euch«

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ach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die fünf zentralasiatischen Republiken zwischen Kaspischem Meer und Chinas Grenze unabhängig. Vor allem die Staaten an der Ostküste des Kaspischen Meeres Turkmenistan und Kasachstan sind reich an Gas- und Ölvorkommen. Zur Sowjetzeit führten alle Röhren von dort nach Russland. Seit der Unabhängigkeit suchen die Staaten nach Alternativen. Nach China verlaufen bereits direkte Gas- und Ölpipelines. Aber nur über das Kaspische Meer führt die Route nach Europa. »Russland, das das aus der Sowjetunion stammende Pipelinemonopol verteidigen will, wird so gen Westen an der Südflanke umgangen«, sagt Deirdre Tynan von der europäischen Denkfabrik International

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Crisis Group. »Wir bringen das Öl zu euch«, sagt Kapitän Ibragimow und lacht. Heizung und Strom zusammen werden in Deutschland zu mehr als 50 Prozent von Öl und Gas gespeist. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch wächst, liegt aber erst bei knapp elf Prozent. Öl und Gas müssen importiert werden – und das überwiegend aus Russland. Die Suche nach Alternativen läuft – Kasachstan ist bereits an Position sechs der deutschen Öllieferanten, noch vor Saudi-Arabien. Und auch für Gas hofft Berlin auf die zentralasiatischen Lieferanten, um sich aus der russischen Dominanz zu lösen. Turkmenistan sitzt auf einer nie enden wollenden Gasblase, auch Kasachstan entdeckt immer mehr Felder.


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Die Route des Tankers »Schuscha«

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nannte Monate nach seiner Familie, ließ eine goldene Statue von sich um die Sonne drehen. Der Nachfolger Kurbanguli Berdimuchammedow, ein gern gesehener Gast der Bundeskanzlerin, beseitigte zwar die schlimmsten Auswüchse, unterdrückt aber politische Freiheiten. Auch das bisher als liberal geltende Kasachstan zieht die Zügel an. Nach der blutigen Niederschlagung des Ölarbeiterstreiks in Schanaozen im Dezember 2011 – die Polizei schoss in der westkasachischen Ölstadt nach Ausschreitungen in die Menge, tötete mehr als ein Dutzend Menschen und verletzte an die Hundert – verhaftet die Staatsmacht Aktivisten und Oppositionelle und ver-

Quelle: www.bgr.bund.de/Grafik: Andreas Beichler/BWH

Turkmenistan Nakhchivan

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»Tanker werden hier kein Gas bringen«, erklärt der Kapitän der Schuscha, das könnten nur Pipelines. Deren Planung sorgt allerdings für Ärger. Russland besteht als Anrainer des salzigen Binnensees auf einem Mitspracherecht beim Pipelinebau und lehnt diesen aus »angeblichen« ökologischen Gründen ab. Turkmenistan und Aserbaidschan wollen wie bei einem offenen Meer alleine entscheiden und den Anrainern kein Mitspracherecht einräumen. Der Streit behindert bis heute den Bau der seit Langem von der EU favorisierten Nabuccopipeline von Baku über die Türkei nach Europa. Aserbaidschan an der Westküste könnte diese Röhre alleine nicht füllen. »Turkmenistan hat Gas, Europa will Gas und wir sind der Transitpartner«, sagt der aserbaidschanische Präsidentenberater Nawrus Mammedov. Ohne Pipeline, kein turkmenisches Gas und keine Nabucco, wie ursprünglich geplant, und für die sich der ehemalige Außenminister Joschka Fischer starkgemacht hatte. Nun soll alles kleiner und erst Gas aus Aserbaidschan nach Europa transportiert werden. RWE stieg im Dezember aus dem geschrumpften Projekt aus. Aber der Essener Energiekonzern hält noch Anteile an einem Gasfeld in Turkmenistan. Die Schlacht ist noch nicht geschlagen. Vor allem Turkmenistan ist entschlossen, das Gas direkt nach Europa zu liefern. Das Wüstenland hat bereits eine Route nach China gelegt und plant sogar eine Pipeline durch Afghanistan. Turkmenistan könnte gegen Russlands Veto die Röhre durchs Kaspische Meer legen. »Dadurch würde ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen werden«, warnt Bella Sirlibajewa, eine in Kasachstan ansässige Expertin für strategische Studien. Der deutsche Hunger nach den Rohstoffen aus Zentralasien hat aber nicht nur ein Pipelineproblem. Turkmenistan ist eine Despotie. Der 2006 verstorbene Präsident Saparmurad Nijasow entwickelte einen bizarren Personenkult, be-

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Kapitän Ibragimow und seine Crew fahren regelmäßig über die aufgewühlte See von Aserbaidschan nach Kasachstan.

bietet Medien, die über den Streik und die Niederschlagung berichtet hatten. In der westkasachischen Hafenstadt Aktau sitzt Gewerkschaftsaktivist Muchtar Umbetow. Gerade wird in Kasachstan das Gewerkschaftsgesetz verschärft, wurden erneut Arbeiter verhaftet und eine Gewerkschaftszeitung beschlagnahmt. »Die Macht verfolgt uns, anstatt mit uns zu arbeiten«, raunt Umbetow und warnt, so provoziere man eine Wiederholung von Schanaozen. Abends geht der Aktivist oft ans Meer. Er sieht die Lichter der Tanker, die den Hafen in Aktau anlaufen und Öl nach Europa bringen. Sicher ist auch wieder die Schuscha dabei. Marcus Bensmann kompakt | Februar 2013 | 33


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TENDENZEN Lederindustrie

Alles im Lack

VON SOLCHEN EIFRIGEN Konsumentinnen können deutsche Hersteller nur träumen. Aber die Damen (und manche Herren) sind auf einem guten Weg. Das derzeitige Umsatzniveau liegt »weit über dem des Krisenjahres 2009«, so der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie. Zwar gab es einen Rückgang zu verzeichnen, doch Dank der sehr umsatzstarken Jahre 2010 und 2011 ist die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Schuhindustrie aber von 10 533 im ersten Halbjahr 2009 auf 11 673 drei Jahre später gestiegen. Überhaupt erwirtschaftet die gesamte deutsche Lederindustrie mit einem Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr alles andere als »Peanuts«. Und die deutsche Schuhindustrie exportiert gar ein Viertel ihrer Produkte. »Zwar überschwemmen uns China und Vietnam mit Massenware, die deutschen Betriebe halten aber mit hochwertigen Waren dagegen«, so IG-BCE-Industriegruppensekretär Holger Michel. So wie die Haßfurter Waldi Schuhfabrik mit der Marke Finn-Comfort. Hier entstehen in echter Handarbeit wahre Wellnessschuhe: »Unser Reflexzonen-Fuß34 | kompakt | Februar 2013

bett regt wichtige Organe mehr nur für die Schuhdes Körpers an«, erklärt Behersteller. Inzwischen getriebsrätin Karin Rappelt. hört die AutomobilindusSogar Kopfschmerzen köntrie zu ihren Top-Kunden. ne es vorbeugen. Und damit Schließlich lassen sich die nicht genug: Die Sohlen seiKäufer von Pkw-Oberklasen orthopädisch so konzisen den Fahrzeuginnenpiert, dass sie Schritte dämpraum gerne mal mit Leder fen und damit Gelenke auskleiden. Trotz immenser schonen. Argumente wie Lohnunterschiede gegendiese kommen bei den Verüber osteuropäischen oder brauchern so gut an, dass gar asiatischen Gerbereien der traditionsreiche Familikönnen deutsche Lederherenbetrieb sein Werk derzeit steller sich durchaus bevergrößert. haupten – mit einer komDie insgesamt gute Entpromisslosen Qualitäts- und wicklung der deutschen Flexibilitätsphilosophie. Schuhindustrie zahlt sich »Das ist vor allem bei kurzauch für die Beschäftigten in fristigen Designtrends wich»Wir machen der Branche aus: Die IG BCE tig«, sagt Sebastiano Vinci, Schuhe in echter konnte Anfang des Jahres neBetriebsratsvorsitzender bei Handarbeit.« ben einer Entgelterhöhung Südleder. Die Produkte des Karin Rappelt auch einen Demografietarifim oberfränkischen Rehau Betriebsrätin vertrag mit den Arbeitgebern ansässigen Werks laufen Waldi Schuhfabrik vereinbaren (mehr Informagut. Abnehmer sind unter tionen siehe Seite 24). Wenn nur nicht das anderem BMW, Daimler und Audi. »Die Wetter wie ein Damoklesschwert über der wissen, dass unser Know-how auf einer Branche hängen würde. »Milde Winter jahrhundertealten Tradition beruht. Der oder verregnete Sommer liefern den Ver- Preis alleine ist inzwischen kein K.-o.brauchern wenig Anlässe, neue Schuhe zu Kriterium mehr«, so Vinci. Qualität sei kaufen«, sagt Rappelt. Und: Wie auch in gefragt, ebenso das Thema Nachhaltigder Chemie belastet die Euro-Krise den Ex- keit. »Wir färben nur mit zugelassenen port. Um fast zehn Prozent sind die ge- Farben«, grenzt sich Vinci von samtdeutschen Schuhausfuhren im ersten manch asiatischen BetrieHalbjahr 2012 gesunken. ben ab. Foto: Franz Bischof

K

ennen Sie das? »Schatz, wart’ mal.« »Nur ganz kurz, ja?« Typische Szenen beim saisonalen und wetterunabhängigen Stadtbummel. Der Anlass – immer der gleiche. Glitzernde Schaufenster von Görtz, Geox, Deichmann & Co. Kein Zweifel: Schuhe sind was Feines. Aber: Wenn uns Männer schon solche Situationen verzweifelt gen Himmel blicken lassen, was mag dann wohl erst der Mann von Imelda Marcos empfunden haben, der einstigen First Lady der Philippinen? Seine jahrzehntelange Präsidentschaft hat sie dazu genutzt, sich mehr als 1200 Paar Schuhe anzueignen.

BREITER als früher sind die Gerbereien aufgestellt – also die, die das Leder herstellen. Längst arbeiten sie nicht Betriebe 46 Beschäftigte 11 673 Geleistete Arbeitsstunden (in 1000) 9 674 Umsatz 1,2 Mrd. Euro davon Inlandsumsatz 0,9 Mrd. Euro davon Auslandsumsatz 0,3 Mrd. Euro * Alle Angaben für Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten/ Quelle: Bundesverband Schuh- und Lederwarenindustrie

+3,3 % +4,5 % +2,6 % –4,2 % –2,4 % –9,3 %


IM HARTEN, GLOBALEN WETTBEWERB steht die deutsche Schuh- und

Lederindustrie besser da, als manch einer glaubt. In den vergangenen drei Jahren wurden 1140 Beschäftigte neu eingestellt. QUALITÄT ALLEINE reicht den Verbrauchern aber nicht. Schließlich gilt es, in immer kürzeren Abständen immer neue Modetrends zu kreieren. Und so hat sich schon 1960 eine europaweite »Schuhund Lederlobby« gegründet, die seither die »Koordination von Modefarben« übernimmt. Sie nennt sich Modeurop, agiert von den Büros des Deutschen Schuhinstituts aus und kennt schon heute die Schuhtrends des Sommers 2014. Nach dem »gewaltigen Farbund Materialrausch« der vergangenen Jahre werden in anderthalb Jahren Schwarz und Weiß »in« sein. Das soll »eine gewisse Beruhigung in der Mode« schaffen.

Lässt uns Männer das also für künftige Stadtbummel hoffen? Leider nein. »Dazu beziehungsweise dazwischen passen viele Farben – von Pastell bis zu intensiven Powerfarben«, orakelt Modeurop. Axel Stefan Sonntag

Die deutsche Lederindustrie Die Branche teilt sich auf in Schuhindustrie (80 Prozent Umsatzanteil), Lederwaren- und Kofferindustrie (Lederverarbeitung) sowie Gerbereien (Lederherstellung). Insgesamt 15 500 Menschen arbeiten in den etwa 75 Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. Im Jahr 2012 betrug der Branchenumsatz rund drei Milliarden Euro. Die Sozialpartner der europäischen Lederindustrie treten ein für einen produktiven und international wettbewerbsfähigen Ledersektor und pochen auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz. Im IG-BCE-Bezirk Kornwestheim wurde 1949 die Gewerkschaft Leder gegründet, die 1997 zur IG BCE fusionierte.

Wo kommen unsere Schuhe her?

Top-Importländer (erstes Halbjahr 2012)

Niederlande 3% Sonstige 25 %

China 53 %

Italien 4%

Vietnam 12 %

Indien 3% Indonesien 4%

Quelle: Bundesverband Schuh- und Lederwarenindustrie, Grafik: Andreas Beichler, BWH

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TIPPS Kälte

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Kein Frust wegen Frost

Foto: Ugurhan Betin/GettyImages

Wenn die Finger im Büro klamm werden oder Kälte für frostiges Klima in der Werkhalle sorgt, müssen sich die Arbeitgeber im Zweifelsfall warm anziehen. Denn wie kalt es am Arbeitsplatz sein darf, ist klar geregelt.

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enn draußen Minusgrade herrschen, erhitzen sich drinnen oft die Gemüter über die richtige Temperatur. Zwar gibt es die perfekte Wohlfühltemperatur nicht, doch fest steht: »Ein Arbeitgeber darf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht frieren lassen«, sagt Vadim Lenuck, Gewerkschaftssekretär und Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der

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IG BCE. »Laut Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, für die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten zu sorgen.« So müsse auch die Raumtemperatur »der Gesundheit zuträglich sein.« Sie richtet sich nach der Art der Tätigkeit und der Beanspruchung – an der Werkbank, wo körperlich schwer gearbeitet wird, sollte es also kälter sein als am Schreibtisch.

Die Arbeitsstättenverordnung gibt dazu einige Regeln vor (ASR-A3.5). In Büroräumen sollte es demnach mindestens 20 Grad warm sein, in Verkaufsräumen 19 Grad. Bewegt sich der Arbeitnehmer bei seiner Tätigkeit, reichen auch 17 Grad Raumtemperatur, bei vorwiegend sitzender Tätigkeit sind 19 Grad bei »mittlerer Arbeitsschwere« angezeigt. Wer schwer körperlich arbei-


Gut zu wissen

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fünf schritte aus der Kälte

Kälte allein macht keine Erkältung

1.

Denn: Auslöser für eine Erkältung sind immer Viren, die allerdings in der nasskalten Jahreszeit besonders zahlreich auftreten.

Sprechen Sie mit dem Betriebsrat oder weisen Sie Ihren Chef selbst auf die frostige Situation an Ihrem Arbeitsplatz hin. Stimmen Sie sich auch mit Ihren Kollegen ab.

2.

Nikotin verstärkt das Frieren

Gibt es technische oder bauliche Lösungen, durch die der Arbeitgeber das Kälteproblem beheben kann? In der Werkhalle zum Beispiel durch einen Windfang am Rolltor, im Büro durch Regulierung der Klimaanlage oder durch Stoßlüften?

Denn: Nikotin verengt die Blutgefäße Raucher frieren deshalb schneller. Auch Alkohol hilft übrigens nicht gegen Kälte. Er erweitert zwar die Gefäße – ein Wärmeschub gelangt in die äußeren Körperbereiche. Doch die inneren Organe sind nicht mehr gut versorgt.

3.

Dünne sind schlechter vor Kälte geschützt als Dicke

4.

Denn: Fett isoliert. Dicke Menschen haben nicht nur eine stärkere Fettschicht direkt unter der Haut, auch jedes innere Organe ist von einer Speckschicht umgeben. Die schützt das Körperinnere vor dem Auskühlen und dort sitzen die Temperatursensoren.

Fragen Sie nach, ob es bereits eine Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen gibt. Sie bewertet die Bedingungen am Arbeitsplatz unter gesundheitlichen Aspekten.

Prüfen Sie auch Ihre individuellen Möglichkeiten: zum Beispiel dickere Kleidung in der Werkhalle, alternative Arbeitsplätze im Büro.

5.

Wenn nichts davon hilft, sollten Sie Rat bei der IG BCE suchen. Auch die Berufsgenossenschaften und die Gewerbeaufsichten helfen bei Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes weiter.

tet, kommt ohnehin ins Schwitzen, in diesem Fall reichen laut Arbeitsstättenverordnung 12 Grad aus. Wem es am Arbeitsplatz zu kalt ist, der sollte allerdings nicht einfach nach Hause gehen. »Denn damit riskiert man im besten Fall eine Rüge, im schlechtesten eine Kündigung«, sagt Gewerkschaftssekretär Lenuck. Er rät: »Egal ob Büro oder Werkhalle: Man sollte als

Frauen frieren eher als Männer

Denn: Frauen sind zum einen meist kleiner als Männer – und ein kleiner Körper strahlt verhältnismäßig mehr Wärme ab als ein großer. Zum anderen ist bei ihnen der Anteil der Muskelmasse geringer als bei den Männern. Die Muskeln aber sind das am besten durchblutete Gewebe und damit die innere Heizung.

Erstes nachfragen, ob das Problem dem Arbeitgeber bekannt ist.« Außerdem könne die Gefährdungsbeurteilung, die laut Arbeitsschutzgesetz für jedes Unternehmen vorgeschrieben ist, weiterhelfen. Sie gibt Aufschluss, ob die Arbeitsbedingungen gesundheitlich unbedenklich sind. »Natürlich gibt es da Unterschiede zwischen Großraumbüros und zum Beispiel der Glasproduktion,

die entsprechend erfasst und geregelt werden müssen.«  Katrin Schreiter

Hilfreiche Internetadressen: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin www.baua.de Berufsgenossenschaft BG RCI www.bgrci.de Verwaltungs-BG www.vbg.de kompakt | Februar 2013 | 37


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TIPPS Fasching

Karneval kann kommen helau und Alaaf im

Foto: Jan Haas/picture-alliance

Betrieb? An Karneval ist geboten, was gefällt. Trotzdem gelten Regeln, gerade für die Feier am Arbeitsplatz. Was Arbeitnehmer beachten sollten, hat kompakt zusammengestellt.

38 | kompakt | Februar 2013

P

ünktlich ab 11 Uhr 11 an Weiberfastnacht – dem Donnerstag vor Rosenmontag – herrscht in vielen Betrieben im Rheinland der Ausnahmezustand: Statt gearbeitet wird getanzt, statt geschafft wird geschunkelt und getrunken.

Doch ein Recht aufs Feiern am Arbeitsplatz gibt es nicht. Worauf sollten Arbeitnehmer an den närrischen Tagen also achten, um die rheinische vierte Jahreszeit gebührend zu begehen, aber nicht mit dem Arbeitgeber in Konflikt zu geraten?


Diese Regelung gilt auch in den Hochburgen des Karnevals und Faschings. Welche Tage Feiertage sind, legen die Feiertagsgesetze der Bundesländer fest. Weder Rosenmontag noch Weiberfastnacht oder Veilchendienstag tauchen in diesen Gesetzen als Feiertage auf. Theoretisch muss also auch in den Karnevalshochburgen gearbeitet werden.

Das gilt prinzipiell, sofern sich die Arbeitnehmer keinen Urlaub nehmen. Es gibt allerdings etliche Ausnahmen – zum Beispiel bei der Firma Klosterfrau in Köln. »Bei uns ist Rosenmontag traditionell arbeitsfrei«, erklärt Jutta Franken, seit 14 Jahren Betriebsratsvorsitzende des Kölner Traditionsunternehmens. »Der Tag ist uns, bisher jedenfalls, sozusagen geschenkt worden. Er ist für uns ein zusätzlicher Urlaubstag.« Derart geschenkte Urlaubstage sind eine freiwillige Leistung der Firma. Sie werden in der Regel per Aushang be-

kannt gegeben. Üblicherweise heißt es darin, dass es sich um eine freiwillige, jederzeit aufkündbare Leistung handelt, die nur für das jeweilige Jahr gilt. Nur dann nämlich, wenn der Betrieb dies ausdrücklich klargestellt hat, entsteht kein Anspruch auf den besagten freien Tag. Das hat das Bundesarbeitsgericht am 6. September 1994 zum Thema Arbeitsbefreiung an Heiligabend entschieden. Einen solchen Anspruch sehen die Arbeitsgerichte schon bei einer »dreimaligen unterbrechungsfreien gleichartigen Wiederholung« gegeben – wenn beispielsweise dreimal hintereinander an Rosenmontag arbeitsfrei war. Auf der sicheren Seite sind Arbeitnehmer, wenn es zur Arbeitsregelung an Karneval beziehungsweise Fasching klare Vereinbarungen gibt. Ausnahmeregelungen sind möglich.

Eine Variante sind etwa entsprechende Regelungen in den Tarifverträgen. Da Karneval je nach Region unterschiedlich und in manchen Orten gar nicht gefeiert wird, bieten sich Betriebsvereinbarungen eher an. Betriebsvereinbarungen können klare und individuelle regelungen treffen.

Relativ häufig findet man Vereinbarungen, dass an bestimmten Karnevalstagen zwar frei ist, jedoch vor- oder nachgearbeitet werden muss. Die freie Zeit wird dann per Arbeitszeitkonto von den Beschäftigten selbst finanziert. Das gilt sogar in alteingesessenen Kölner Firmen wie der P&G Manufacturing Cologne GmbH, ehemals Muelhens GmbH & Co. KG, wo früher der Duft 4711 produziert wurde. Hier sind der Montag und Dienstag an Karneval frei. Beide Tage werden aber »rausgearbeitet«, wie der Betriebsratsvorsitzende Robert Flesch erklärt. am Arbeitsplatz darf nicht gefeiert werden. Im Prinzip.

Der Arbeitgeber legt fest, ob gefeiert und dabei Alkohol getrunken werden darf oder nicht. Bei Klosterfrau beispielsweise ist an Weiberfastnacht um 11:11 Uhr Schluss

So geht an den närrischen tagen nichts schief Frei an Karnevalstagen? Meist nicht. Gegebenenfalls Urlaub nehmen.

Feiern im Job? Wenn der Arbeitgeber einverstanden ist.

Schlips abschneiden? Vorsicht! Bützchen* im Job? Vorsicht!

* für alle Nicht-Kölner: Bützchen ist ein Küsschen

Rosenmontag und Weiberfastnacht sind nicht arbeitsfrei.

mit der Arbeit, die restlichen Arbeitsstunden werden an anderen Tagen nachgeholt. »Dann geht’s in unseren Saal zum Feiern«, sagt Jutta Franken. »Der Raum wird vorher von unseren Handwerkern vorbereitet und von den Azubis geschmückt.« Die Teilnahme am Karnevalstreiben ist keine Pflicht. Etwa die Hälfte der Belegschaft macht jedoch mit – immer seltener hingegen die Chefs, wie die Betriebsratsvorsitzende festgestellt hat. Manch Mitarbeiter kommt an Weiberfastnacht schon kostümiert in den Betrieb – das wird im Unternehmen akzeptiert (ein Rechtsanspruch besteht jedoch nicht). Andere kostümieren sich erst, wenn die Feier beginnt. Alkohol ist bis 11:11 Uhr tabu. Dann aber werden die Kölsch-Fässer angeschlagen. Nicht um jeden Preis: Bei Karnevalsfeiern die Schlipse durchschneiden.

»Bei uns kommt an Weiberfastnacht kein Mann mit Krawatte in den Betrieb«, berichtet Jutta Franken. Erscheint einer der Chefs dennoch mit Schlips, sollten sich »jecke Wiever« mit der Schere zurückhalten. So musste etwa die Angestellte eines Essener Reisebüros einem »äußerst eleganten Kunden« dessen halbierten Schlips ersetzen. Das entschied das Amtsgericht Essen schon 1988. Das Gericht befand, auch wenn das Schlipsabschneiden an Weiberfastnacht Brauch sei, dürfe auf die Einwilligung des Kunden zum Eingriff in sein Eigentum nicht verzichtet werden. Rolf Winkel kompakt | Februar 2013 | 39


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Rätsel

Schwindler, kluges, Mogler gewitztes (ugs.) Verhalten

Gebotsverstoß Viehfutter

englische Bejahung poetisch: Unwahrheit

Schmelzüberzug auf Metall

thür. Stadt

15 8

Zahl

Vorwand

Glanz

Campingvergnügen

ständig Quellnymphe Gemahlin des Zeus

Delaware (Abk.) griech. Vorsilbe f.: erd...

luftförmiger Stoff

4

11 Metall

mäßig warm

US-Bürger (ugs.)

umgenähter Stoffrand

Nordosteuropäerin Lied in der Oper

12

Starke Stücke Seit seiner Premiere im Dezember letzten Jahres schreibt das Musical »Rocky« in Hamburg Erfolgsgeschichte. Zehn Gewinner unseres FebruarPreisrätsels können sich selber ein Bild machen: Sie laden wir mit Begleitung zum Musical inklusive Übernachtung im Hotel Maritim Hamburg, Transfer und Imbiss ein. 40 weitere Gewinner können sich über eine formschöne und farbenfrohe Espressotasse der Firma Rosenthal freuen. Es lohnt also auch in diesem Monat, sich den Kopf zu zerbrechen!

vorübergehend, zurzeit

geistliches Lied

16

Ledergurt

2

Gürtelweite

Autoz. für Slowenien Flughafen (englisch)

Lungenluft

10

Lichtbild Vater und Mutter

6 die Position ermitteln Katheder

17

Alpenpflanze strenge Enthaltung

Hauptschlagader

afr. Strom afrikan. Steppenhuftier

Kadaver Ausruf des Erstaunens

Spitzenkünstler

3

Übervorteilung im Lokal

Autokz. v. Minden türkische Währung

Schimpfwort

Seehundbaby

5

Gattung der Birkengewächse Europäische Union (Abk.) Seevogel englischer Adelstitel Präposition

13

kurzes Ausgussröhrchen

internat. Rohstoffkartell (Abk.)

40 | kompakt | Februar 2013

9

Hörorgan Schulstadt bei London

Hautausschlag et cetera (Abk.)

niederdeutsche Mundart

5

7 historischer Name des Türken

7. griech. Buchstabe Kleinbauernhaus

Autokz. v. Aachen

4

schmal sonnig, wolkenlos

einheim. Waldtier Utensil für Getränke

von Tieren angelegte Brutstätte Nachtvogel

18

3

Hauptstadt von Bulgarien

Schwung, Begeisterung Paradies

Epoche

2

Spionin, weiblicher Spitzel

Budget

wieder auftretend Bits pro Sekunde (Abk.)

1

Farbton schädlicher Stoff

englischer Adelstitel

Vornehmtuer Zufluss der Oberelbe

Sekunde (Abk.) schlechter Trunk Pappel mit fast runden Blättern Kriegsgott

Sender in Hamburg Urkundsjurist

helle Biersorte

sächliches Fürwort Preisvorschlag

Südasiatin

1

Gattin des Lohengrin skandin. Münze

14 Raumfahrtbehörde der USA

Körner fein zerkleinern im Auftrag (Abk.)

Lärm um nichts (ugs.)

Autokz. v. Ansbach Teil des Klaviers

Märchenwesen zum Wohl! (ugs.)

Kummer

eingedickter Obstsaft

Westeuropäer diplomat. Schriftstück italienischer Weinbauort

digitale Lei- Zeitungstung (Abk.) lüge reichlich Rhoneessen zufluss

Hafenstadt im Baltikum

selbstsüchtige Frau Ackergerät

Windschatten

Richtlinie

Baseler Tennisstar

Mangel an klarem Weg

Laborwissenschaftler

1406915

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18


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Glück & Glosse

Preisrätsel Im Preisrätsel wird in diesem Monat ein Begriff gesucht, der eine Reihe rechtlicher Vorschriften für die Beschäftigten umschreibt. Bitte die Lösung auf eine Postkarte schreiben und einsenden an: kompakt-Redaktion, Postfach 39 45, 30039 Hannover oder per Mail an: kompakt.preisraetsel@igbce.de — bitte die Adresse mit angeben. Einsendeschluss ist der 15. Februar 2013 (Datum des Poststempels ist maßgebend). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Gewinner

Je ein Set »Feines aus dem Glas« erhalten: Alfred Wesselmecking, Raesfeld; Bernd Krämer, Monheim; Claudia Schulze, Wentorf; Adolf Kubista, Gersthofen; Ortwin Dahlhauser, Bexbach; Siegfried Vierlinger, Ortenberg; Michael Axnick, Tostedt; Dennis Seegräber, Premnitz; Dieter Heinz, St. Ingbert; Helga Gräbner, Chemnitz; Dieter Zellhuber, Garching; Gerfried Fischer, Grimmen; Alex Müller, Schenklengsfeld; Klaus Lerch, Gernsheim; Otto Drewes, Hannover; Jürgen Klement, Berlin; Anita Schwarze, Beckingen; Horst Leist, Illingen; Steffen Walther, Döbeln; Reiner Hennig, Muldestausee; Ralph Volpp, Gau-Odernheim; Bernhard Joa, Lambrecht; Ulrich Janke, Oberhausen; Hans-Jürgen Rehbein, Cölpin; Inga Lichtenauer, Eggstedt; Jürgen Pardey, Hannover; Werner Augsten, Wiesengrund; Günter Lecour, Schwelm; Renate Tews, Bremen; Theodor Roth, Spremberg; Birgit Scheler, Neuhaus; Harald Kröger, Böhl-Iggelheim; Gudrun Reppin, Gladbeck; Stefan Mayer, Landau; Silvia Müller, Berlin; Martin Kemnick, Briesen; Dieter Kuntz, Ludwigshafen; Reinhold Prigge, Bad Lauterberg; Werner Leiott, Chemnitz; Rainer Clasen, Dingelstädt.

Lösung Januar 2013: Elysee-vertrag S K G A T K A G E R M R E A L D A I R S P H O N A G R A T H H E

P O S M L A E L L D I N O N I D E H A R U N O U A D V D I O R S N E M S U L S S E A S T B E E N U T R R I N A S E G E

R G E E T I K V O G E L U R L E E D I G E MM R A M A G O Y A

A D MM E T A M R U B A T E N S T A I S A R

I S A A K

M E T E R

F U E H L E N

M A E B E R I H A R E R E X B T E L O R D E K A I N D R E F R

J A A N S G A S D E H A B E R R N T R O

D G L F E I C E H T W A A R L A E E S

A N G E L N

L A U G E

F L U T

R A B T O L E B E E C H R H O L N I M O D E R L A H O R E N L E G L A M R A U T S S E T E N

Herr Kölbel überlegt gerade, wann er seine Frau zum letzten Mal »süßes Bienchen« genannt haben könnte.

@Lappan-Verlag, Gerhard Glück

Cartoon

Bei der Verlosung der Preise unter den Einsendern richtiger Lösungen fielen die zehn Hauptgewinne – das Navigationssystem nüvi 2545LMT von Garmin – an: Alexander Fehmer, Bad Lippspringe; Emilie Rauch, Weil am Rhein; Michael Otto, Gorxheimertal; Rita Grübner, Peiting; Hans-Jürgen Franz, Grafenau; Horst-Werner Gädke, Berlin; Thomas Ohage, Gera; Sonja Weinbrenner, Montabaur; Martin Maleszka, Castrop-Rauxel; Franz-Rudolf Schuster, Bremen.

Grimms Märchen

D

er Import amerikanischer Feiertage nimmt absurde Ausmaße an. Das Elend begann mit Halloween – einer freudlosen Zwangsbespaßung, die es überhaupt nur gibt, damit Heidi Klum was zum Twittern hat. Inzwischen gilt der Valentinstag als das nächste heiße Ding in der Pärchenszene. Er ist benannt nach Valentin Pfingstl, einem Blumenhändler aus Ohio, der 1948 in seinem pittoresken Lädchen pinkfarbene Sinnsprüchlein und Schnittblumenbündel an heiratswillige Cheerleader verkaufte. Nein, ist er nicht. Aber Deutschen, die was trinken wollen, kann man jeden Marketingmurks unterjubeln. Wenn das so weitergeht, feiern wir hier demnächst Thanksgiving – wegen Truthahnknappheit natürlich mit einem landestypisch gefüllten Wildschwein (Eisbein, Bier, Sauerkraut, ge-

hackte Kuckucksuhr). Oder warum nicht gleich den Unabhängigkeitstag am 4. Juli? Independence Day – na klar: »Wir, das Volk, erklären uns unabhängig von Geist, Hirn und Tradition und geloben feierlich, fürderhin jeden Mist mitzumachen, den uns die Massenmedien als Event unterjubeln.« Nicht in meinem Haus. Wie schrieb Bettina Wulff in ihrem Opus Magnum? »Authentizität ist mir wichtig.« Gastronome, die mit Valentinstagsmenüs drohen, strafe ich durch unversöhnlich vorgetragene Sonderwünsche (»Wie – Sie haben keine Einhornraspel für meine Panna Cotta?«). Und Halloweengruselmenschen begegne ich mit der heiteren Gelassenheit einer Claudia Roth nach der GrünenUrwahl. Das wirkt. Die haben mehr Angst vor mir als ich vor ihnen. Imre Grimm

Lösung: ELYSEE-VERTRAG

kompakt | Februar 2013 | 41


Mein Arbeitsplatz

Foto: Andreas Müller

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Werner Moser (48) ist Bergmann bei der Graphit Kropfmühl AG.

Meine Welt ist im Berg

»

Mit diesem Bunkerlader räume ich unter Tage Roherz ab. Das sieht einfach aus. Die linke Hand steuert die Ladeschaufel, die rechte bringt das Fahrwerk in Bewegung, fast wie die Fernbedienung bei einem Modellauto. Doch ich muss konzentriert dabei sein. Immerhin bauen wir rund 20 Tonnen

Mich hat die Atmosphäre gepackt und ich wusste: Hier will ich arbeiten. Kurz darauf suchte die Grafitmühle Bergleute und ich habe mich beworben. Am Anfang stand aber erst einmal die innerbetriebliche Ausbildung zum Hauer, zum Bergmann also. Es war eine richtige Lehrzeit. Zuerst habe ich als

»Am Ende des Tages weiß ich, was ich dem Berg abgerungen habe – ein tolles Gefühl.« pro Schicht ab. Über Tage wird das Roherz dann zu Grafit weiterverarbeitet. Meine Welt ist unter Tage. Das Bergwerk hier in Kropfmühl kenne ich sozusagen wie meine Westentasche, seit 1989. Damals war ich bei einem anderen Unternehmen als Schlosser beschäftigt. Mit der freiwilligen Feuerwehr machten wir einen Ausflug zum Besucherbergwerk. 42 | kompakt | Februar 2013

Schlepper die Förderwaggons, die Grubenhunte, zum Schacht gefahren, dann als Lehrhauer alle Kniffe und Finessen des Abbaus gelernt. Eine ziemliche Plackerei. Aber nach der Prüfung hatte ich es geschafft: Ich war Bergmann. Viele Jahre bin ich Tag für Tag in die Grube eingefahren, trotz aller Schufterei mit einem guten Gefühl. Doch Ende 2005

war plötzlich Schluss: Der Grafitabbau wurde eingestellt, die Förderung lohnte sich nicht mehr. Jetzt hat mich der Berg wieder! Seit April 2012 wird nach sechsjähriger Pause wieder gefördert. Grafit ist ein gefragter Rohstoff. Der Abbau lohnt sich und ich bin dabei. Vorerst arbeiten wir nur in einer Schicht. Zu zweit sind wir in rund 200 Meter Tiefe vor Ort. Wir bewältigen gewissermaßen das komplette Programm: setzen die Sprenglöcher, schießen und verladen. Sicher, die Arbeit ist hart und schmutzig. Aber am Ende der Schicht stehe ich auf Sohle 10 am Förderkorb und schaue auf die lange Reihe der Grubenhunte voller Roherz. Dann weiß ich, was ich dem Berg abgerungen habe. Und das ist wirklich ein tolles Gefühl.

«

Aufgezeichnet von Heinrich Kronlage


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