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Alles Theater! Ein Bericht in Bildern vom Inklusionstheaterprojekt „Theater unSichtbar“ – von 2012 bis 2013.

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Die Anfänge Im Steglitzer Jugend- und Familienzentrum JeverNeun trifft sich wöchentlich die Inklusionstheatergruppe „Theater unSichtbar“, die durch die Aktion Mensch gefördert wird. Hier kommen junge Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, um gemeinsam zu spielen, zu tanzen, zu musizieren und um auf eine Aufführung hinzuarbeiten. Und: um viel Spaß zu haben.

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Die Aufführungen Lampenfieber! Es ist soweit: Vorhang auf für die Darbietungen. Am Ende freuen sich Schauspieler, Zuschauer, Dramaturgen und Betreuer. Proben, Überlegungen, Diskussionen: all das hat sich gelohnt.

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Die Gespräche In vielen Interviews wurden junge Menschen ohne Behinderung zum Theaterprojekt befragt. Eine Auswahl der Ansichten und Eindrücke.

Voll die Power

Alle Menschen sind gleich

„Am Anfang hatte ich Angst vor Behinderten, ehrlich. Aber inzwischen kenne ich vom Theaterstück ja einige, die haben voll die Power oder sind total höflich. Über Behinderte zu lästern ist gemein. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass andere auch Angst oder Vorurteile haben. Es ist gut, wenn beide, Nicht-Behinderte und Behinderte miteinander zu tun haben. So lernt man sich kennen, außerdem ist es doch super, wenn man viele verschiedene Freunde hat.“ – Denise, 11 J.

„Ich bin jeden Tag im Nachmittagscafé. Nach den Hausaufgaben habe ich Spaß mit meinen Freunden. Wir spielen Fußball, im Sommer gibt es schon mal eine Wasserschlacht. Die Jugendlichen mit Behinderung habe ich bei den Theaterproben gesehen. Die haben gut geschauspielert. Neu war das alles nicht, ich kenne Behinderte, z.B. gibt es in meiner Klasse auch einen Jugendlichen mit Behinderung. Ich finde es gut, wenn Behinderte und Nicht-Behinderte zusammen kommen. So lernt man, dass jeder Mensch gleich ist.“ – Lola, 12 J.

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Keine Witze

Die Lästerei hört irgendwann auf

„In der JeverNeun bin ich regelmäßig, weil ich hier Freunde treffe und Spaß habe. Zwischen Jugendlichen mit und ohne Behinderung sehe ich eigentlich keine großen Unterschiede und habe auch Freunde mit Behinderung. Ich kann überhaupt nicht verstehen wie jemand Witze auf Kosten von Behinderung machen kann.“ – Malte, 12 J.

„Ich bin meistens montags und donnerstags hier, mache Hausaufgaben, töpfere und spiele Fußball. Als ich die Behinderten bei den Proben gesehen habe, war das erst komisch. Ich dachte so ‚Wo bin ich hier gelandet?‘. Aber wenn man häufiger mit den Jugendlichen mit Beeinträchtigung zu tun hat, gewöhnt man sich nicht nur an sie, sondern merkt, dass sie auch Menschen sind. Ich mag z.B. den Jan. Der hat mich mit einem Handkuss begrüßt. Ich finde es gut, wenn man sich weiter kennenlernt. Dann hört das irgendwann mit der Lästerei auf.“ – Lilly, 11 J.

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Alle wollen Inklusion

Reden und erklären

„Die JeverNeun kenne ich aus einem Praktikum. Momentan arbeite ich an meinem Bachelor mit dem Thema „Schulische Inklusive von Asperger-Autisten. Inklusion als Schlagwort wird gerne verwendet, um gut da zu stehen. Es wird auch gerne mit dem Wort geworben. Aber um grundsätzlich etwas zu ändern, müssen Strukturen verändert werden. Da muss mehr Geld, Personal, müssen mehr Ressourcen investiert werden. Alle wollen Inklusion, aber z.B. in Bildungseinrichtungen ist das schwierig. Deshalb hoffe ich, dass mehr in Sachen Umsetzung geleistet wird.“ – Lisa, 23 J.

„Ich bin hier seit Februar 2013 Praktikantin. Ich kenne das Jugendcafé gut, weil ich drei Jahre lang hierher gegangen bin. Ich glaube, dass der Umgang mit Menschen mit Behinderungen nicht immer einfach ist, aber machbar und möglich. Bei mir war es so, dass ich am Anfang nicht wusste wie ich mit ihnen umgehen sollte. Aber, auch dank der Leiter und Betreuer, die viel erklärt haben, hat sich bei mir auch einiges verändert. Das ist auch der Schlüssel, finde ich: reden, erklären und sich damit auseinandersetzen.“ – Wiebke, 17 J.

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Einander kennenlernen

Sozial sein

„Hier bekommt man Hilfe bei den Hausaufgaben. Danach spiele ich mit meinen Freunden oder ich gehe zum Töpferkurs. Ich finde es gut, dass die Jugendlichen mit Behinderung auch manchmal hier sind und sie betreut werden. Die Jugendlichen können ja nichts dafür, dass sie behindert sind. Deshalb ist es gut, dass wir einander kennenlernen.“ – Sophie, 10 J.

„Ich bin jeden Tag hier, treffe meine Freunde und spiele hier. Überhaupt sind die Freizeitbeschäftigungen cool. Die Jugendlichen mit Behinderung sind Menschen wie wir alle und sollten so behandelt werden wie man selbst als Mensch behandelt werden möchte. Ich bin halt ein sehr sozialer Mensch.“ – Ole, 12 J.

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Die Feste Ob Inklusionsfest, Ausstellungseröffnung oder Weihnachtsaufführungen – ob Publikum mit oder ohne Behinderung: die Inklusionstheatergruppe ist dabei, spielt mit Begeisterung, die ansteckt. Und mit dem festen Willen auch 2014 mit Spaß und Schwung weiterzumachen. Theater unSichtbar

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Zu den Weihnachtsaufführungen der verschiedenen Gruppen der JeverNeun kamen im Dezember 2013 zahlreiche Eltern, Betreuer, Freunde – jung und alt, mit und ohne Smartphones.

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Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. JeverNeun Theater unSichtbar Leitung: Heidrun Kahle, Bastian Horn Jeverstraße 9, 12157 Berlin Tel: 030-79 74 00 61 www.jeverneun.nbhs.de Impressum Konzept, Texte, Fotos, Umsetzung: www.jandimog.de www.studiohbohle.com 030 – 12 09 73 58

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JeverNeun Alles Theater Fotomagazin 2014