DAS NEUE STAATSTHEATER - Broschüre (Stand Oktober 2021)

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DAS

NEUE

STAATS-

THEATER


DAS NEUE STAATSTHEATER Seit 1975 durchgehend im Betrieb muss das Theater umfänglich saniert und erweitert werden. Wesentliche technische Anlagen entsprechen nicht mehr den heutigen Arbeits- und Sicherheitsstandards. Arbeitsplätze, auf und hinter der Bühne, gilt es gesetzeskonform und funktional zu erneuern. Die momentane Verteilung von Spielstätten und Proberäumen über die Stadt erfordert einen hohen logistischen Aufwand. Den Besucher*innen erschwert unzureichende Barrierefreiheit den Zugang. Dieser soll sowohl in räumlicher, aber auch in sozialer und kultureller Hinsicht verbessert werden. Mit der Sanierung ergibt sich die Chance das BADISCHE STAATSTHEATER als offenes Haus für eine offene Gesellschaft neu zu denken und zu gestalten. Ziel ist es das Foyer als ganztägig geöffneten Raum allen Einwohner*innen und Besucher*innen der Stadt Karlsruhe zur Verfügung zu stellen. Der Entwurf des international renommierten Architekturbüros DMAA (Delugan Meissl Associated Architects) aus Wien in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Architekturbüro Wenzel + Wenzel ging als erster Preisträger aus dem 2014 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb hervor. Elemente des ursprünglichen Entwurfes des Theatergebäudes von Helmut Bätzner wurden darin aufgenommen und weiterentwickelt. Schon dieser Entwurf von 1964 beinhaltete den Gedanken eines „offenen Hauses“. Aus Kostengründen wurde er nicht in seiner ursprünglichen Form umgesetzt. (siehe Abb. – Modelle DMAA und Helmut Bätzner)

Das Konzept von DMAA stärkt die Bestandsarchitektur und schreibt diese in überzeugender Art fort. Die architektonische Erscheinung des Bestands wird mit besonderer Betonung der innenräumlichen Atmosphäre und der Materialität erhalten.

Es wird dort sinnvoll funktional erweitert, wo dies der heutige Spielbetrieb erfordert oder ehemalige räumlich skulpturale Qualitäten verloren gegangen sind. Allen Sparten des Hauses bietet das NEUE STAATSTHEATER die Voraussetzungen für ihre kreative Arbeit. So finden auch die ausgelagerten Spielstätten und Proberäume zukünftig am Standort des Hauptgebäudes ihren Platz. (z.B. JUNGES STAATSHEATER siehe Abb. 3. OG) Der Aufwand für Transport und Logistik wird deutlich verringert. Die internen Transportwege zwischen den Anlieferungs-, Werkstatt- und Probe­bereichen sind gut strukturiert und gewährleisten einen reibungslosen Betrieb. Die Zuordnung und Organisation der Funktionseinheiten im Werkstatt- und Probebereich sowie im musikalischen Apparat versprechen eine wesentliche Verbesserung für die Akteure. (siehe Abb. – Pläne EG und 3. OG) Im Sinne der Barrierefreiheit werden alle Ebenen des Foyers über Aufzüge erschlossen und ebenso wird der Zugang zur Tiefgarage barrierefrei direkt an das neue Foyer angebunden. Die Zuschauerräume aller Spielstätten sowie auch der Zugang zum Orchesterprobenraum und der Ballettprobe sind am Foyer angeordnet. Die neuen Schauspielbühnen verfügen über einen direkten Sichtbezug zwischen Innen und Außen. Dadurch werden auch spannende Einblicke tief in das Innere des Hauses ermöglicht. Der Zuschauerraum des Opernhauses bleibt in seiner Gestalt erhalten. Maßnahmen im Bereich des Orchestergrabens sollen behutsam im Sinne der bestehenden Architektur umgesetzt werden. Mit dem Bühnenturm des neuen Schauspielhauses

THEATERPÄDAGOGISCHER RAUM

ZUSCHAUERRAUM KLEINES HAUS

FOYER


wird ein Pendant zum Opernhaus geschaffen. Das Gesamt­ ensemble wird durch eine zeltartig aufgespannte Dachlandschaft über Alt und Neu zusammengefasst. Gemeinsam mit dem Um- und Neubau des BADISCHEN STAATSTHEATERS wird auch der Theatervorplatz als Verbindung zwischen traditionsreichen Stadtmitte und lebendiger Südstadt neu gedacht und gestaltet. Das Theater und sein Umfeld werden so zu einem städtebaulichen Knotenpunkt, der über ein hohes Maß an Aufenthaltsqualität verfügt. Das Amt Karlsruhe, Vermögen und Bau Baden-Württemberg hat den Wettbewerb zur Gestaltung des Theatervorplatzes ausgeschrieben. Im Herbst 2021 tagt die Jury.

Die Sanierung und Erweiterung des BADISCHEN STAATS­ THEATERS in Karlsruhe erfolgt „bei laufendem Betrieb“. Das bedeutet, der Spielbetrieb wird weitestgehend unterbrechungsfrei fortgeführt. Die Umsetzung des Bauvorhabens erfolgt in drei Bauabschnitten (Modul 1 – 3). Die Planungen sehen vor, das STAATSTHEATER in einem ersten Bauabschnitt um den Neubau eines Schauspielhauses zu erweitern. Anschließend erfolgt der Aus- und Umbau des musikalischen Apparates sowie der Probebühnen für das Ballett. Im abschließenden Bauabschnitt ist die Sanierung des Bestandgebäudes mit dem GROSSEN HAUS sowie die Erweiterung der Werkstätten vorgesehen.

MALSAAL

GROSSES HAUS

MAGAZIN GROSSES HAUS

PROBEBÜHNE I OPER


ZUSCHAUERGALERIE ORCHESTERPROBERAUM

ERDGESCHOSS THEATERKASSE

ORCHESTERPROBERAUM

PROBEBÜHNE BARRIEREFREIER ZUGANG TIEFGARAGE

HAUPTEINGANG

TERRASSE CAFÉ FOYER

MODUL 2 GROSSES HAUS BÜHNENPFORTE

PROBEBÜHNE MAGAZIN GROSSES HAUS KLEINES HAUS

PROBEBÜHNE

SCHLOSSEREI MONTAGERAUM

ANLIEFERUNG MAGAZIN KLEINES HAUS & PROBEBÜHNEN

MODUL 1

MODUL 3 SCHREINEREI

PROBEBÜHNE

KLEINES HAUS

FUNKTIONSRÄUME KLEINES HAUS

MAGAZIN KLEINES HAUS & PROBEBÜHNEN

MAGAZIN GROSSES HAUS


ZUSCHAUERGALERIE BALLETTPROBE

3. OBERGESCHOSS PROBEBÜHNE BALLETT

FREITREPPE

PROBEBÜHNE BALLETT TERRASSE THEATERPÄDAGOGISCHER RAUM

MODUL 2

JUNGES STAATSTHEATER

STUDIO

PROBEBÜHNE MASKE WERKSTÄTTEN

PROBEBÜHNE

MODUL 1

PROBEBÜHNE

MODUL 3 KOSTÜM

PROBEBÜHNE BALLETT

PROBEBÜHNE II OPER

GROSSES HAUS

FUNKTIONSRÄUME GROSSES HAUS


BADISCHES STAATSTHEATER KARLSRUHE

Entwurf Delugan Meissel mit Wenzel + Wenzel 2014

DELUGAN MEISSL ASSOCIATED ARCHITECTS Elke Delugan-Meissl und Roman Delugan, die im Jahr 1993 das Architekturbüro „Delugan Meissl“ in Wien gründeten und ab 2004 mit den Partnern Martin Josst und Dietmar Feistel erweiterten, zählen mit ihren vielschichtigen, teils radikalen Arbeiten zu den wichtigsten Vertretern der jüngeren Architektur. Delugan Meissl Associated Architects gehört zu jenen österreichischen Architekturbüros, deren Entwicklung bereits früh über die Landesgrenzen hinaus internationale Beachtung fand. Zu den ersten Großprojekten gehören der 1998 realisierte „Balken“ und der zwei Jahre später fertig gestellte Mischek Tower, zwei bedeutende geförderte Wohnbauten in Wien. Es folgen zahlreiche weitere Realisierungen, darunter das vielfach publizierte Haus Ray1, die „City Lofts“ und das 2006 mit dem Internationalen Hochhauspreis prämierte „Hochhaus“ am Wienerberg. Neben zahlreichen internationalen Wettbewerbserfolgen stand 2004 das anlässlich der 1. Architekturbiennale Chinas entwickelte Apartement in der Phoenix City, Peking, im medialen Fokus. Mit der Umsetzung des neuen Porsche-Museums in Stuttgart-Zuffenhausen (2009) und den beiden Kulturbauten, dem EYE Filminstitut in Amsterdam (2011) und dem Festspielhaus in Erl (2012), erreichte das Architekturbüro große internationale Bekanntheit. Ihren architektonischen Zugang sehen sie darin, dass ihre Entwurfsprozesse unweigerlich und konsequent von der räumlichen Erfahrbarkeit durch zukünftige Nutzer*innen geleitet

BADISCHES STAATSTHEATER KARLSRUHE Entwurf Helmut Bätzner 1963/64

werden. Die kontextuelle Anknüpfung an Vorhandenes gleicht Organismen im übertragenen Sinne, die als zielgerichtete Teile eines Gesamtsystems in Wechselbeziehung mit ihrer Umgebung stehen. Im Inneren wie im Äußeren implementiert ihre Auffassung die Überwindung konventioneller Raumgrenzen und deren Auflösung zugunsten fließender, funktionsorientierter Abfolgen. Die Baukörper wirken durch ihre Dimension, ihr Spiel mit der Schwerkraft und ihre Geometrie direkt auf den Körper der Betrachter und „spielen auf das Undarstellbare an“. In diesem Zugang sehen sich Delugan Meissl Associated Architects dem Leitbild der Intensivierung der Wechselbeziehung zwischen Architektur und Wahrnehmung verpflichtet, verbunden mit dem Anspruch, diese zu verräumlichen und physiologisch wirksam zu machen. Im Oktober 2015 wurden die Architekten mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Er ist die höchste Auszeichnung, die die Republik Österreich einer Künstlerin oder einem Künstler für besonders hervorragende Leistungen verleiht. Umsetzungsstärke und Experimentierfreude, Realitätssinn und Vision, Sachlichkeit und Leidenschaft positionieren das Büro heute in den vorderen Reihen des globalen Architekturdiskurses. www.dmaa.at


FAKTEN AUF EINEN BLICK Nach über 40-jähriger Nutzung muss das STAATSTHEATER KARLSRUHE umfangreich saniert und erweitert werden. Ziel ist ein umfassend offenes STAATSTHEATER, welches den Publikumswünschen und den rechtlichen Forderungen nach Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, ordentlichen Arbeitsplatzbedingungen und Brandschutz in allen Bereichen entspricht.

Bauherr

Land Baden-Württemberg und Stadt Karlsruhe

Ausführend

Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe

Baukosten

508 Millionen Euro (beinhaltet nicht Kosten für die Freianlagengestaltung, die nutzerspezifischen Kosten und die Kosten für die Interimsunterbringung. Ein Risikoaufschlag von 25 % und Bau­preis­ steigerungen von 3 – 4 % jährlich sind eingerechnet). Diese werden hälftig vom Land Baden-­Württemberg und der Stadt Karlsruhe getragen.

Architekten

Delugan Meissl Associated Architects, Wien mit Wenzel + Wenzel Architekten, Karlsruhe

Aufgabe

Sanierung und Erweiterung des STAATSTHEATERS in drei Bauabschnitten

Der aktuelle Planungsansatz geht von folgenden Bauabschnitten aus: voraussichtlich von 2022 – 2027 KLEINES HAUS mit 400 Plätzen Modul 1 • • JUNGES STAATSTHEATER mit 150 Plätzen • Zugeordnete Büro- und Funktionsräume voraussichtlich von 2025 – 2028 Modul 2 • Orchesterprobenraum • Chorprobenraum • Ballettprobenräume • Probebühne GROSSES HAUS • Zugeordnete Funktionsräume voraussichtlich von 2028 – 2034 Modul 3 • Studiobühne • Werkstattbühne • Proberäume KLEINES HAUS, JUNGES STAATSTHEATER und STUDIO • Zugeordnete Büro- und Funktionsräume • Erweiterung der Werkstätten • Sanierung GROSSES HAUS mit 1000 Plätzen • Sanierung Bestandsgebäude (soweit nicht bereits in vorherigen Bauabschnitten geschehen) Es ist vorgesehen den Spielbetrieb weitgehend unterbrechungsfrei fortzuführen. Im dritten Bauabschnitt muss der Spielbetrieb des GROSSEN HAUSES ausgelagert werden. Es wird im Augenblick geprüft, welcher Ort dafür geeignet ist.

Weitere Infos sanierung.staatstheater.karlsruhe.de

Baubeginn 2022


LIEBE FREUND*INNEN DES STAATSTHEATERS! Auf dem langen Weg dahin brauchen wir Sie als Begleiter*innen, Freund*innen, Unterstützer*innen und vor allem natürlich als Besucher*innen unserer Aufführungen. Wir bedanken uns schon jetzt bei Ihnen und vielen anderen für das bisher Erreichte. Ein besonderer Dank gilt dabei dem Land Baden-Württemberg mit all seinen Gremien und dem Gemeinderat der Stadt Karls­ruhe, der nach erneuter intensiver Prüfungsphase im Juni 2021 mit großer Mehrheit der Sanierung und Erweiterung des BADISCHEN STAATSTHEATERS zugestimmt hat. Dem engen Austausch zwischen dem Amt Karlsruhe des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, der Stadt Karlsruhe und dem BADISCHEN STAATSTHEATER ist dieses Vertrauen in das Projekt zu verdanken. Aktuelle Informationen zum NEUEN STAATSTHEATER finden Sie immer unter http://sanierung.staatstheater.karlsruhe.de. Wenn Sie darüber hinaus Fragen zur Erweiterung & Sanierung haben, wenden Sie sich bitte an Eva Geiler, zuständig für die Kommunikation rund um die Sanierung. Sie finden uns im Sanierungsbüro im K. Ettlinger-Tor-Platz 1; 76133 Karlsruhe E-MAIL eva.geiler@das-neue-staatstheater.de

Stand September 2021