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Gesch채ftsbericht 2010


Impressum

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Impressum

Herausgeber: Druckauflage:

Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen e.V. Delmegarten 9, 27749 Delmenhorst Telefon +49 (4221) 9 81 24 – 0, Fax +49 (4221) 9 81 24 - 99 www.kommunalverbund.de, info@kommunalverbund.de Geschäftsführung: Susanne Krebser

Bildquellen:

soweit nicht anders angegeben © Kommunalverbund

Titelgrafik:

www.demografie-monitoring.de / SCHRÖDERS BÜRO

Textbearbeitung:

Chris Ruschin

Gestaltung:

SCHRÖDERS BÜRO

1.000. Der Geschäftsbericht steht auch auf der Internetseite zur Verfügung.


Inhalt 04 05 – 06

Vorwort Kommunalverbund – Status Quo und Weiterentwicklung

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Weiterentwicklung des Kommunalverbundes

05

Stationen des Projektes

06

Kurz zusammengefasst: Die Empfehlungen

06 – 08

Regionalentwicklung und Planung

06

Regionales Einzelhandelskonzept Region Bremen

08

IMAGE-Moderationsverfahren

09 – 13

Demografischer Wandel

09

Wanderausstellung zum Wettbewerb „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“

09

Regionaler Wohnatlas

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Arbeitsmarkt und Bildung

11

Masterplan Demografie

12

Monitoring

13

EU-Projekte

14 – 15

Naherholung

Grüner Ring Region Bremen

14

15 – 16

Wirtschaft und Infrastruktur

15

Gewerbeflächenpool

15

Regionale Handwerker-Parkgenehmigung

16 – 18

Kultur

16

GartenKultur-Musikfestival 2010

17

AG Kultur

18 – 21

Kommunikation und Veranstaltungen

18

Internetauftritt

19

Informationsangebote der Geschäftsstelle

19

RegionalGespräche

20

Veranstaltung zum Regionalen Einzelhandelskonzept

20

Austausch mit anderen Kooperationen

21

Internationaler Besuch beim Kommunalverbund

21 – 22 22 – 23

Ressourcen, Finanzierung und Förderung Organisation

22

Mitgliederversammlung

22

Vorstand

22

Regionalbeirat

22

Arbeitskreis Planung

23

Arbeitsgruppe Kultur

23

Geschäftsstelle

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Organigramm

24 – 25 26

Ausblick 2011 Kommunalverbund in der Region und im Internet

Inhalt

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Vorwort Sehr geehrte Damen und Herren, in der Mitgliederversammlung im Januar 2010 haben wir uns auf den Weg gemacht, einen Auftrag aus INTRA zu erfüllen – nämlich „konkretisierte Vorschläge für verbindlichere Formen der Zusammenarbeit“ zu erarbeiten und der Politik zur Beratung vorzulegen. Viele Gespräche über Erwartungen, Ziele und Aufgabenfelder unserer Zusammenarbeit haben uns das gesamte Jahr über begleitet, und die Ergebnisse sind in die Empfehlungen des Vorstandes für eine Weiterentwicklung des Kommunalverbundes eingeflossen. Was uns freut: Die Bedeutung der regionalen Kooperation und der Wille zur Zusammenarbeit sind eindeutig bestätigt worden. Was wir künftig im Kommunalverbund anpacken wollen, sind vor allem eine stärkere Einbindung des politischen Ehrenamtes und eine bessere Gestaltung der Kommunikationswege. Wir sehen eine gute Chance, die vielfältigen Themen der Regionalentwicklung in unserer Region gemeinsam erfolgreich anzugehen.

Manfred Cordes Vorsitzender

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Vorwort

Neben der Reflexion und Neubestimmung des Kommunalverbundes haben wir 2010 auch inhaltlich wichtige Impulse gesetzt: Einzelhandel, Demografischer Wandel, GartenKulturMusikfestival seien hier als Beispiele genannt. Das Jahr war außerdem von vielen Gesprächsangeboten besonders geprägt – die öffentlichen RegionalGespräche, die verschiedenen Stationen unserer Wanderausstellung „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“, die Gespräche mit der Politik und viele andere Gelegenheiten zum Austausch. Wir laden Sie mit diesem Bericht ein, sich über unsere Aktivitäten und die Resultate im Jahr 2010 zu informieren. Werfen Sie mit uns auch einen Blick auf das, was wir in den nächsten Jahren vorhaben. Und fragen Sie uns gerne, wenn Sie mehr erfahren möchten. Wir freuen uns über Ihr Interesse, herzlich Ihr

Dr. Reinhard Loske stellvertretender Vorsitzender


Kommunalverbund – Status Quo und Weiterentwicklung

Weiterentwicklung des Kommunalverbundes

Keine Kommune in der Region agiert für sich allein: Meist sind es die gleichen Themen, die die benachbarten Städte und Gemeinden bewegen. Verwaltungsgrenzen hindern nicht an kommunal übergreifenden Angeboten für Bürger – genauso wenig wie sich die Einwohner bei deren Nutzung geografisch beschränken. Die Region als Ganzes mit ihren Qualitäten und Defiziten wächst an Bedeutung. Und gerade mit Blick auf den Wandel der Bevölkerungsstruktur werden Kooperationen zunehmend wichtiger, um den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich begegnen zu können.

Stationen des Projektes 2010 Januar Startschuss: Der Kommunalverbund informiert die Mitglieder über das geplante Arbeitsprogramm. Februar Ist-Analyse und Rahmenbedingungen: Vier Workshops in themenbezogenen Gruppen. Zielgruppe: mittleres Management der Kommunen. Orte: Stuhr, Ganderkesee, Achim und Weyhe. März Drei themenbezogene Workshops zur StärkenSchwächen-Analyse finden in Ottersberg, Oyten und Ritterhude statt. Zielgruppe: mittleres Management der Kommunen. April

Doch wie lässt sich die Zusammenarbeit gestalten? Im Sinne einer nicht nur guten, sondern auch stärkenden Nachbarschaft beschlossen 35 Städte, Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise das „Interkommunale Raumstrukturkonzept“ (INTRA). Mit diesem Beschluss haben die Unterzeichner ihrem Kommunalverbund auch den Arbeitsauftrag gegeben „konkretisierte Vorschläge für verbindlichere Formen der Zusammenarbeit zu erarbeiten“, die „den politischen Gremien der beteiligten Gebietskörperschaften zur Beratung vorgelegt werden sollen“. So begann das Jahr mit intensiver Konzeptionsarbeit, und auch der Blick von außen wurde beachtet: Unterstützt durch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) hat der Kommunalverbund intensiv an diesem Auftrag gearbeitet. Dabei scheute sich keiner vor grundsätzlichen Fragen: Der Kommunalverbund – wer ist das, und was macht ihn aus? Was wollen die Mitglieder erreichen? Und wo gibt es Verbesserungspotenzial? Um diese Fragen zu erörtern, fanden viele Workshops und Gespräche statt. Dabei waren die Einbindung der Akteure und eine transparente Herangehensweise zu jeder Zeit wichtig. Und die Mühen haben sich gelohnt: Gegen Ende des Jahres standen konkrete Antworten und Empfehlungen fest.

Der Kommunalverbund führt in Syke einen Workshop mit dem Regionalbeirat durch. Mai Gespräche der KGSt mit den Landkreisen und Ländern. Mitgliederversammlung und Fraktionsvorsitzende aus der Region diskutieren die Weiterentwicklung des Kommunalverbundes in der Bremischen Bürgerschaft. Juli Die KGSt legt einen Entwurf zur strategischen Zielplanung für den Kommunalverbund vor. August/September Drei Vorstandsklausuren zur Auswertung des KGStEntwurfes. Empfehlungen für einen weiterentwickelten Kommunalverbund werden formuliert. Oktober Erste Präsentation der Empfehlungen im Regionalbeirat. Dort wird eine Durchführung regionaler Informationsveranstaltungen für die Mitglieder der Verwaltungsausschüsse (VA) beschlossen. November Die Empfehlungen werden in der Mitgliederversammlung vorgestellt. November/Dezember Vier regionale „VA-Konferenzen“ finden in Ganderkesee, Thedinghausen, Bremen und OsterholzScharmbeck statt, um über die Empfehlungen zu informieren und gemeinsam zu diskutieren.

Kommunalverbund – Status Quo und Weiterentwicklung

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Stationen des Projektes 2011 Januar Auswertung aller Diskussionsergebnisse. Der Vorstand des Kommunalverbundes nimmt die Anregungen auf und überarbeitet die Empfehlungen. Der Regionalbeirat erhält das Protokoll der VAKonferenzen mit der Bitte um Weitergabe an die VA-Mitglieder. erstes Quartal Im Februar stellt der Kommunalverbund dem Regionalbeirat die Ergebnisse vor und lädt zur Diskussion ein. Im März findet eine weitere Präsentation in der Mitgliederversammlung statt. Ziel: Die Mitgliederversammlung möge die Empfehlungen zur Weiterentwicklung beschließen und damit auf den Weg bringen. Bei einer Zustimmung geht es für den Kommunalverbund dann an die konkrete Umsetzung: Die Sofortmaßnahmen werden ausgeführt und die Prüfaufträge bearbeitet. Der Vorstand erstattet auch in Zukunft den Mitgliedern in der Mitgliederversammlung regelmäßig Bericht über den Projektfortschritt.

Kurz zusammengefasst: Die Empfehlungen Die Idee des Kommunalverbundes als regional handelnder Akteur ist in allen Beratungen bestätigt worden. Konstruktiv diskutierten die Beteiligten (neue) Anforderungen sowie Verbesserungs- und Weiterentwicklungspotenziale. Das Ergebnis: • „Verbindlichere Formen der Zusammen- arbeit“: Verbindlichkeit soll themen bezogen durch Verträge geschaffen werden, lautet eine zentrale Empfehlung. Diese wird mit dem Raumplanerischen Vertrag zum Regionalen Einzelhandelskonzept erstmalig umgesetzt. Eine Verbandslösung bleibt weiterhin als Perspektive bestehen. •

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Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf den Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation und zur stärkeren Einbindung des politischen Ehrenamtes. Die

Regionalentwicklung und Planung

Ehrenamtlichen werden zur Mitwirkung in den Arbeitskreisen und auch im Vorstand eingeladen. •

Ferner soll sich die inhaltliche Arbeit weiter- hin an den Grundlagen orientieren, die mit dem INTRA beschlossen wurden. Außerdem stehen Prüfaufträge für weitere mögliche inhaltliche Vertiefungen an. Den ausführlichen Empfehlungstext erhalten Sie in der Geschäftsstelle.

Finanzierung: Das Projekt „Weiterentwicklung des Kommunalverbundes“ wird aus dem Förderfonds der Metropolregion im Handlungsfeld „Regional Governance“ mit Mitteln der Länder Niedersachsen und Bremen gefördert. Außerdem fließen Eigenmittel des Kommunalverbundes ein. Ansprechpartnerin: Susanne Krebser, Kommunalverbund

Regionalentwicklung und Planung Regionales Einzelhandelskonzept Der Einzelhandel ist für jede Stadt und Gemeinde relevant und aus dem täglichen Leben kaum wegzudenken: Er erhöht die Attraktivität von Innenstädten und Ortskernen, er gewährleistet die Versorgung der Einwohner, er trägt zur Lebendigkeit von Stadt- und Ortszentren bei und ist dadurch ein wichtiger Frequenzbringer – zum Beispiel für Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe. Die Mitglieder des Kommunalverbundes haben sich daher verabredet, gemeinsam die regionale Einzelhandelsentwicklung so zu steuern, dass die Innenstädte und Ortszentren weiterhin gestärkt und die Versorgungsstrukturen auch


vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wohnortnah gesichert und weiterentwickelt werden. In diesem Sinne strebt der Kommunalverbund eine gemeinsame Strategie an und setzt sich dafür ein, dass regional abgestimmte Regeln zur Einzelhandelsentwicklung verbindlich vereinbart werden. Als Grundlage erarbeitet die Geschäftsstelle zusammen mit den Städten und Gemeinden sowie den Industrie- und Handelskammern der Region als regionalen Orientierungsrahmen ein „Regionales Einzelhandelskonzept“. Elementare Bausteine des Konzeptes sind die gemeinsamen Ziele zur regionalen Einzelhandelsentwicklung, Steuerungselemente für die Ansiedlung neuer Einzelhandelsgroßprojekte und eine Aktualisierung des IMAGE-Moderationsverfahrens (IMAGE: interkommunale Moderation von Ansiedelungsvorhaben des großflächigen Einzelhandels). Der Kommunalverbund hatte 2009 einen Vorentwurf zum Regionalen Einzelhandelskonzept und zum dazugehörigen Raumordnerischen Vertrag vorgelegt. Im Jahr 2010 folgte dann die Ausarbeitung von konkreten Entwürfen für das Regionale Einzelhandelskonzept und den Raumplanerischen Vertrag. In diese Entwürfe flossen die Anmerkungen zum Vorentwurf mit ein. Um das Konzept baurechtlich einwandfrei zu gestalten, wurde eine juristische Beratung hinzugezogen. Das führte unter anderem zu einer veränderten Schwerpunktsetzung: Der Fokus richtet sich nun auf die städtebaulichen Grundlagen von Baugesetzbuch und Baunutzungsverordnung. Der Hintergrund ist, dass die Städte und Gemeinden für die Bauleitplanung zuständig sind und die Bauleitplanung großen Einfluss auf die städtebauliche Steuerung von Einzelhandelsansiedlungen nimmt. Die veränderte Schwerpunktsetzung zeigt sich auch im Titel: aus dem Raumordnerischen Vertrag wurde der Raumplanerische Vertrag. Mit dem Vertrag soll eine Abwägungsdirektive geschaffen werden, wodurch die Ergebnisse der IMAGE-Moderationsverfahren in der Abwägung mit besonderem Gewicht berücksichtigt werden müssen. Ferner

soll der Vertrag Städten und Gemeinden den Anstoß geben, städtebauliche Grundlagen zur Einzelhandelssteuerung zu schaffen. Der Kommunalverbund sieht dem entsprechend die Städte und Gemeinden in der Verantwortung für eine Umsetzung des Regionalen Einzelhandelskonzeptes und die Beachtung der darin enthaltenen regionalen Regeln zur Einzelhandelssteuerung: Das notwendige Werkzeug zur Einzelhandelssteuerung steht ihnen mit den Regelungen des Baugesetzbuches und der Baunutzungsverordnung zur Verfügung. Über Sortimentslisten etwa können den zentralen Versorgungsbereichen bestimmte Sortimente zugeordnet und entsprechend bestimmte Nutzungen außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche auch ausgeschlossen werden.

Marktplatz in Delmenhorst © Stadt Delmenhorst

Die fachliche Abstimmung erfolgt im Laufe des Jahres 2011, so dass die Entwürfe nach der Kommunalwahl in die Beratung gehen können. In einem zweiten Schritt sollen die Inhalte auch auf der Raumordnungsebene verbindlich vereinbart werden. Finanzierung: Das Regionale Einzelhandelskonzept wird aus Fördermitteln des Ministeriums für Landesentwicklung Niedersachsen finanziert, außerdem fließen Personalkosten des Kommunalverbundes aus dem Wirtschaftsplan mit ein. Ansprechpartnerin: Jutta Diekmann, Kommunalverbund

Regionalentwicklung und Planung

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IMAGE-Moderationsverfahren Einzelhandelsgroßprojekte stimmt der Kommunalverbund in der Region nach den Regeln des IMAGE-Moderationsverfahrens ab. Seit der Entwicklung dieses Verfahrens in den 1990er Jahren sind insgesamt rund einhundert Einzelhandelsgroßprojekte geprüft und im Zweifelsfall moderiert worden. Bei der Prüfung spielen ökonomische Kriterien wie die Umsatzumverteilung und die Kaufkraftabschöpfung eine wesentliche Rolle.

Supermarkt © Gabi Schönemann – pixelio

Auch die Erkenntnisse und Arbeitsgrundlagen des Regionalen Einzelhandelskonzeptes fließen zusätzlich in die Beurteilung mit ein. Damit werden die Empfehlungen um städtebauliche Kriterien ergänzt, die im IMAGE-Moderationsverfahren bisher noch fehlen, im Baurecht und in der Raumordnung aber inzwischen als wesentliche Grundlage für die Beurteilung dienen. Sieben Einzelhandelsgroßprojekte hat der Kommunalverbund im Jahr 2010 geprüft: • Lilienthal: Erweiterung einer Baumschule • Ganderkesee: Ansiedlung eines Verbraucher marktes • Syke: Erweiterung eines Selbstbedienungs Warenhauses und einer Shop-Zone • Delmenhorst: Ansiedlung eines Gartenfach- marktes • Bremen: Ansiedlung eines Bau-und Garten fachmarktes • Oyten: Verlagerung eines Lebensmittel discounters • Achim: Ansiedlung eines Fachmarktes für Pferdesport-Artikel

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Regionalentwicklung und Planung

Fünf Vorhaben wurden direkt nach der Prüfung als unbedenklich und regional verträglich eingestuft. Bei zwei Vorhaben bestanden Zweifel, deswegen wurden sie dem zweistufigen Moderationsverfahren unterzogen. Eines konnte während der ersten Moderationsstufe abgeschlossen werden, da es raumordnerisch nicht als Einzelhandel eingestuft wurde. Das zweite Vorhaben hat beide Moderationsstufen komplett durchlaufen. Die IMAGE-Empfehlung – zur Größenreduzierung und konkreter Verkaufsflächenfestsetzung – wurde von der Ansiedlungskommune jedoch nicht umgesetzt. Dass es in der Region Bremen nur noch wenige Ansiedlungsspielräume für den Einzelhandel gibt, hat bereits die Analyse des Einzelhandelsbestandes im Jahr 2006 ergeben. Der Einzelhandel ist in der Region insgesamt bereits gut ausgestattet, der Markt ausgeschöpft. Gleichzeitig gehen die Einwohnerzahlen und damit die möglichen Umsätze zurück. Daraus resultiert, dass Neuansiedlungen beziehungsweise Bestandserweiterungen auf Kosten bereits bestehender Betriebe entstehen und so zu Umverteilungen an anderer Stelle in der Region führen. Dennoch sind seitdem viele neue Einzelhandelsgroßprojekte umgesetzt worden, und eine Verringerung des Ansiedlungsdrucks ist derzeit nicht abzusehen. Gleichzeitig fragen Betreiber immer größere Vorhaben bei den Kommunen an. Die interkommunale Steuerung von Einzelhandelsgroßprojekten bleibt daher eine wichtige regionale Aufgabe. Finanzierung: Für die Durchführung von Moderationsvorhaben hat Bremen in den letzten Jahren einen Betrag zur Verfügung gestellt. Außerdem fließen Personalkosten des Kommunalverbundes aus dem Wirtschaftsplan ein. Ansprechpartnerin: Jutta Diekmann, Kommunalverbund


Demografischer Wandel Wanderausstellung zum Wettbewerb „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“ Regionale Netzwerke rund um das Thema demografischer Wandel – es gibt viele in der Region und man kann von ihnen lernen. Das zeigt die Wanderausstellung des Kommunalverbundes zum Thema „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“, die seit März 2010 durch die Region tourt. An zwölf Orten in Rathäusern, Sparkassen oder Bibliotheken informierten die Netzwerke über ihre Arbeit. Die Ausstellung ist das Ergebnis des Wettbewerbs „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“. Den hatte der Kommunalverbund 2009 ausgeschrieben. Die Beteiligung war erstaunlich: Etliche, zum Teil sehr unterschiedliche Netzwerke aus der gesamten Region hatten qualitativ hochwertige Beiträge eingereicht. Neben der Möglichkeit, sich mit der Ausstellung in der Region vorzustellen, erhielten die Gewinner ein Preisgeld in Höhe von 5.000 €, das sie für sehr unterschiedliche Projekte einsetzten. Das Interkulturelle Gesundheitsnetzwerk Bremen hat beispielsweise ein Logo und eine Internetseite finanziert, um sich so einem größeren Publikum zu präsentieren und den Wiedererkennungseffekt zu erhöhen. Der Landkreis Osterholz hat eine Broschüre zum Thema „Wohnen in der Zukunft“ erstellt, der Sozialverband Deutschland Kirchweyhe einen Film über seine Arbeit gedreht. Die Initiative „Marßel mit

Zukunft – dank Netzwerk“ hat ebenso wie die Gemeinde Dötlingen mithilfe des Preisgeldes Veranstaltungen organisiert. In Marßel war das der „Tag der Integration“, in Dötlingen der „Aktionstag 60+“. So konnte mithilfe der Preisgelder vor allem der Austausch vor Ort auf vielfältige Weise unterstützt werden. Wer nicht nur schauen, sondern den Preisträgern auch zuhören wollte, hatte dazu im November 2010 im Historischen Rathaus Wildeshausen Gelegenheit. Dort stellten die Gewinner unter der Federführung des Kommunalverbundes ihre Projekte im Rahmen eines der RegionalGespräche aus der vierteiligen Veranstaltungsreihe „RegionalGespräche zum Demografischen Wandel“ vor.

Eintrag aus dem Gästebuch der Ausstellung „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“

Finanzierung: Die Wanderausstellung wurde aus dem Interreg-Projekt DC:Noise finanziert (siehe auch Finanzierung EU-Projekte, Seite 13). Ansprechpartnerin: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund

Regionaler Wohnatlas

Ausstellungseröffnung: Susanne Krebser (Geschäftsführerin Kommunalverbund) und Rita Wegg (SoVD Kirchweyhe) © masa media

Auch der Regionale Wohnatlas stellt interessante und innovative Projekte zum demografischen Wandel aus den Mitgliedsstädten und -gemeinden des Kommunalverbunds vor. Hier wird der Aspekt des Wohnens ins Visier genommen: Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl älterer Menschen und allein Lebender – die Wohnansprüche verändern sich.

Demografischer Wandel

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Belgien, Schottland und den Niederlanden zeigt. www.regionaler-wohnatlas.de www.housing-atlas.eu Finanzierung: Die Finanzierung der Erstellung und Pflege des Regionalen Wohnatlas läuft über das InterregProjekt DC:Noise (siehe auch Finanzierung EU-Projekte, Seite 13). Ansprechpartnerin: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund

Arbeitsmarkt und Bildung www.regionaler-wohnatlas.de

Generationenübergreifende und barrierefreie Wohnformen gewinnen an Bedeutung. Wie innovative Ideen und qualitativ hochwertige Wohnkonzepte in der Praxis aussehen können, sieht man im Wohnatlas anhand von Beispielen aus der Region Bremen. Der Wohnatlas ist online aufrufbar und gibt einen Überblick über unterschiedliche Wohnformen, Dienstleistungsangebote, Betreuungsmodelle und neue Wege der Mobilität. Die Daten werden laufend aktualisiert. Weitere Beispiele sind herzlich willkommen und können der Geschäftsstelle des Kommunalverbundes gemeldet werden! Die Zugriffs-Statistik der Internetseite aus dem Jahr 2010 zeigt deutlich, dass das Angebot auf Interesse stößt: Monatlich zählte diese mehr als 200 Besucher, im November sogar über 500. Die wichtigsten Informationen zu diesem Projekt hat der Kommunalverbund in einem Faltblatt zusammengestellt, das bei der Geschäftsstelle des Kommunalverbundes erhältlich ist.

Faltblatt Regionaler Wohnatlas

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Auch überregionale Kooperationspartner aus dem EU-Projekt DC:Noise sind auf den Atlas aufmerksam geworden und haben sich ein Beispiel genommen. So entstand unter der Leitung des Kommunalverbundes ein transnationaler Wohnatlas, der Projektbeispiele aus Norwegen,

Demografischer Wandel

Auch den Arbeitsmarkt betreffen die Auswirkungen des demografische Wandels: Das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer steigt - während die Zahl der jüngeren Beschäftigten deutlich zurückgeht. Zugleich wächst mit dem Wandel zu einem immer stärker wissensbasierten Arbeitsmarkt die Nachfrage nach qualifiziertem Personal. Ein zunehmender Konkurrenzkampf um junge, gut qualifizierte Arbeitskräfte ist absehbar, sogar bereits spürbar. Gleichzeitig gibt es viele Schulabbrecher und junge Arbeitslose, die am Einstieg in das Berufsleben scheitern. Um Schülern die nötigen Qualifikationen zu bieten und ihnen den Weg zum Arbeitsmarkt zu ebnen, muss die Ausbildung den praktischen Anforderungen des Berufslebens gerecht werden und eine stärkere Verzahnung von Schule, Ausbildung und Beruf stattfinden. Daher zielt ein Baustein des EU-Projektes DC:Noise darauf ab, die individuelle Beschäftigungsfähigkeit und die sozialen Kompetenzen bereits im Schulalter zu fördern. Mit der konkreten Vorbereitung auf den Beruf soll den Jugendlichen der Übergang zwischen Schule und Arbeitsmarkt erleichtert werden. Im Auftrag des Kommunalverbundes hat das Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen vorbildliche Projekte der Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen oder sozialen Organisationen in der Region Bremen aufgearbeitet.


steigenden Konkurrenzdruck? In welchen Handlungsfeldern ist nur eine gemeinsame Strategie innerhalb der Region sinnvoll? Diese Fragen sollen künftig mit dem Masterplan Demografie beantwortet werden. Der Masterplan soll als ein konkretes Handlungsinstrument für Städte und Gemeinden der Region Bremen dienen – darin werden relevante Handlungsfelder für die Kommunen benannt und Anregungen für den Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandel auf kommunaler Ebene gegeben. Die Inhalte resultieren aus den verschiedenen Teilprojekten im Arbeitsschwerpunkt Demografischer Wandel. Ausbildungswerkstatt © Landesamt für Schule, Bremen

Der Kommunalverbund hat die Ergebnisse dieses Teilprojektes in der Studie „Schule und Arbeitsmarkt – Kooperationsbeispiele und Handlungsmöglichkeiten für Kommunen“ dokumentiert und plant für das Jahr 2011 einen Fachtag zu diesem Thema. Im Rahmen des Projektes ist die Frage aufgetaucht, ob Bildung als gesamtregionales Thema für den Kommunalverbund von Bedeutung sein kann. Der Beantwortung dieser Frage wird nachgegangen. Finanzierung: Der Projektbaustein Arbeitsmarkt und Bildung wird aus dem Interreg-Projekt DC:Noise finanziert (siehe auch Finanzierung EU-Projekte, Seite 13). Ansprechpartner/in: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund; Dr. Detlev Söffler, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen

Masterplan Demografie Wie können Städte und Gemeinden auf die Auswirkungen des demografischen Wandels reagieren? Welche Risiken gilt es abzuwehren und welche Chancen bieten sich den Kommunen? Wie positioniert sich jede einzelne Kommune mit ihren Strategien innerhalb der Region? Was nützen die kommunalen Anstrengungen – gerade auch in Hinblick auf den

Der Masterplan fokussiert drei zentrale Handlungsfelder: Siedlungsentwicklung, Wohnen und Nahversorgung/ Infrastruktur. Für jeden dieser Bereiche werden Trends aufgezeigt („Was kommt auf uns zu?“) und Handlungsoptionen demonstriert („Was müssen wir tun“). In einem Kurzporträt werden zudem ausgewählte Referenzprojekte vorgestellt und Ansprechpartner angeführt („Davon können wir lernen“). Daneben beinhaltet der Masterplan Demografie eine „Checkliste“, anhand der man sich einen Überblick über die verschiedenen Handlungsbedarfe vor Ort verschaffen kann und die dazu anregen soll, über konkrete Handlungsmöglichkeiten nachzudenken. Damit will der Kommunalverbund Anregungen geben, wie sich Strategien zum Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels in die bestehenden kommunalen Aktivitäten und Planungen integrieren lassen. Nach Fertigstellung des Masterplans folgt die Präsentation in den Gremien des Kommunalverbundes. Finanzierung: Die Erarbeitung des Masterplans Demografie wird aus dem Interreg-Projekt DC:Noise finanziert (siehe auch Finanzierung EU-Projekte, Seite 15). Ansprechpartnerin: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund

Demografischer Wandel

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Monitoring Wie entwickelt sich die Bevölkerung in der Region Bremen innerhalb der nächsten Jahre? Eine Antwort auf diese Frage gibt das Demografie-Monitoring des Kommunalverbundes.

Die Idee zum Monitoring hat der Kommunalverbund gemeinsam mit dem Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa entwickelt. In enger Zusammenarbeit zwischen den Einwohnermeldeämtern der Städte und Gemeinden der Region und dem Statistischen Landesamt Bremen wurden auf Grundlage der Bevölkerungsdaten aus dem Jahr 2008 Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2030 erstellt. Das Demografie-Monitoring hat den Softwarehersteller Geowise (Entwicklerfirma der Software „InstantAtlas“, auf der das Demografie-Monitoring des Kommunalverbandes basiert) in seiner zielgruppenorientierten und

www.demografie-monitoring.de

Es bietet eine kleinräumige Abbildung der Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2030 – auf Landkreis-, Gemeinde-, Stadt- und Orts-, beziehungsweise Stadtteilebene. Interessierte aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit können sich mit diesem Instrument auf einfachem Weg einen Überblick über verschiedene Daten und Prognosen verschaffen: zur Bevölkerungsentwicklung (gesamt und nach Altersgruppen), zur Altersverteilung und zu Bevölkerungsbewegungen. Diese Daten dienen als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung und sind beispielsweise bei Planungen im Bereich der Infrastruktur oder der Wohnbaulandausweisung relevant. Das Demografie-Monitoring ist als kostenfreie Anwendung im Internet auffindbar. Die Anwendung ist unkompliziert zu nutzen und bietet neben einer Karten- und Diagrammdarstellung die Möglichkeit, den gesamten Datensatz zur Bevölkerungsentwicklung als Excel-Tabelle herunterzuladen.

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Demografischer Wandel

Faltblatt Demografie Monitoring


konzeptionellen Gestaltung stark beeindruckt. Und das lässt hoffen, dass sich auch die Nutzer für das Instrument begeistern können: “It is one of the most clever and thoughtfully designed InstantAtlas reports I have seen worldwide! You really have the skill to see the enduser’s needs in the layout and button functions” (John Bartholomew, GeoWise). [„Weltweit einer der raffiniertesten und am besten durchdachten InstantAtlas Berichte! Sie besitzen die Fähigkeit, sich hinsichtlich des Seitenaufbaus und der bereitgestellten Funktionen in die Bedürfnisse der Nutzer hineinzuversetzen.“] Angestrebt ist eine regelmäßige Aktualisierung der Bevölkerungsdaten, um den Nutzern des Monitorings stets aktuelle Daten und präzise Prognosen anbieten zu können. Das Monitoring soll über die Laufzeit des Interreg-Projektes DC:Noise hinaus weitergeführt werden, die zukünftige Finanzierung wird derzeit geprüft. Der Kommunalverbund will das Monitoring zu einem umfangreichen Regionalanalyse-Instrument ausbauen und diskutiert derzeit dessen Ergänzung um weitere Themenfelder. www.demografie-monitoring.de Finanzierung: Der Aufbau des Demografie-Monitorings wurde aus dem Interreg-Projekt DC:Noise finanziert (siehe auch Finanzierung EU-Projekte, Seite 13). Ansprechpartnerin: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund

EU-Projekte In den vergangenen Jahren ist es dem Kommunalverbund immer wieder gelungen, internationales Know-How und beträchtliche Fördermittel in die Region Bremen zu holen. Die Beteiligung an Projekten auf europäischer Ebene zählt mittlerweile zur Routine und wird effektiv durchgeführt. So ist der Kommunalverbund zusammen mit dem Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa seit 2008 im Interreg-Projekt DC: Noise (Demographic

Change: New Opportunities in Shrinking Europe) als „Partner“ vertreten. Der demografische Wandel ist ein europäisches Phänomen. Aus diesem Grund arbeiten neun Partner aus den Niederlanden, Belgien, Schottland, Norwegen und Deutschland in diesem Projekt gemeinsam daran, Antworten auf die drängenden Fragen der Zukunft zu finden. Mit den Mitteln aus DC:Noise finanziert der Kommunalverbund regionale Projekte zum Demografischen Wandel: Das DemografieMonitoring, den Masterplan Demografie, den Regionalen Wohnatlas, den Transnationalen Wohnatlas, sowie den Wettbewerb und die Wanderausstellung „Orte mit Zukunft – Nicht ohne Netzwerke“. Die Fördermittel, die der Kommunalverbund über DC:Noise in die Region holen konnte, belaufen sich auf insgesamt rund 330.000 €. www.dcnoise.eu Finanzierung: Das Schwerpunktthema „Demografischer Wandel“ wird aus dem Interreg-IV B-Programm DC:Noise und dem Förderfonds der Metropolregion finanziert. Außerdem werden Personalkosten des Kommunalverbundes und des Projektpartners, Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa eingebracht. Ansprechpartner/in: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund; Dr. Detlev Söffler, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen

Demografischer Wandel

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Naherholung

Dammsiel, Niederblockland © Michael Ihle

Naherholungsangebote mit der entsprechenden Infrastruktur sind für jede Stadt und jede Gemeinde bedeutende Faktoren für mehr Lebensqualität. Diese Angebote nutzen viele Menschen unabhängig von kommunalen Grenzen. Gerade in einer Stadtregion sollten Informationen über Naherholungsangebote übersichtlich und leicht zugänglich sein. Daher ist es ein Anliegen des Kommunalverbundes, die Angebote und Informationen gesamtregional zu verknüpfen.

Grüner Ring Region Bremen Marsch, Moor und Geest, reizvolle Städte und interessante Orte der Region: Der Grüne Ring Region Bremen lädt Radler dazu ein, die typische Landschaft der Region Bremen zu entdecken. Diese gemeinsame Plattform von Bremen und seinen Nachbarkommunen umfasst derzeit ein Informationsangebot im Internet sowie eine Radwanderkarte zum Radroutennetz mit drei thematischen Ringwegen rund um die Stadt Bremen. Um eine gute Orientierung zu gewährleisten, hat der Kommunalverbund 2010 den Schwerpunkt auf die Optimierung der Routenbeschilderung gelegt. Denn eine durchgehend fehlerfreie und gut lesbare Beschilderung ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Radrouten. In den Jahren 2010/ 2011 überarbeiten die Landkreise und die Stadt Bremen in nahezu allen Teilbereichen der Region ihre Radwegekataster einschließlich der Radrouten, so dass diese auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Dabei wird jeweils auch die Radwegebeschilderung umfangreich kontrolliert. In der Stadt Bremen wurde die Beschilderung des gesamten Radwegenetzes im Stadtgebiet bereits aktualisiert. Um die Beschilderung in ihrer Zuverlässigkeit und Aktualität langfristig zu erhalten, stehen alle Beteiligten vor der Herausforderung, ihre Kataster laufend zu aktualisieren und eine regelmäßige Beschilderungskontrolle durchzuführen. Die Aufgaben sind hierbei klar vereinbart. Die Beschilderung des Wegenetzes fällt in den Zuständigkeitsbereich der Städte, Gemeinden und Landkreise sowie der Tourismusverbände: Die Landkreise und Tourismusverbände verwalten das Kataster und führen Schilder-

Wegenetz Grüner Ring Region Bremen

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Naherholung


bestellungen durch, die Bauhöfe der Städte und Gemeinden übernehmen in der Regel die Kontrolle der Beschilderung vor Ort sowie deren Erneuerung. Die Koordination und Informationsarbeit gewährleistet der Kommunalverbund. www.gruener-ring-region-bremen.de Finanzierung: Das Projekt „Grüner Ring Region Bremen“ wird mit Fördermitteln aus Bremen getragen. Außerdem bringen Kommunalverbund und Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa Personalkosten mit ein. Die Beschilderung wird von den Städten und Gemeinden finanziert, die Arbeit an den Radwege- bzw. Beschilderungskatastern wird je nach Absprache über das Budget der Landkreise oder der Städte und Gemeinden ermöglicht. Ansprechpartnerinnen: Jutta Diekmann, Kommunalverbund; Antje Späder, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen

Wirtschaft und Infrastruktur Gewerbeflächenpool Gewerbeflächen mit mehreren Kommunen gemeinsam planen, entwickeln, vermarkten – das ist die Idee zum Gewerbeflächenpool. Ein umsetzungsreifes Gutachten liegt vor – dieses hat der Kommunalverbund gemeinsam mit der Stadt Delmenhorst und der Gemeinde Ganderkesee erarbeitet. Die Inhalte wurden im September 2009 dem Regionalbeirat in Lemwerder präsentiert. Das Gutachten zum Gewerbeflächenpool enthält praxisorientierte Umsetzungsempfehlungen und kann auch für ähnliche Vorhaben in anderen Kommunen herangezogen werden. Auch eine Fläche für den Start des gemeinsamen Gewerbeflächenpools in Ganderkesee

war bereits abgestimmt, doch im August 2010 folgte die Überraschung: Der Platz war bereits mit einem „Gewerbegebiet“ aus vorrömischer Eisenzeit besetzt. So zumindest beschrieb die Nordwestzeitung im Dezember 2010 den Fund von historischen Eisenverhüttungsöfen auf dem Gebiet. Was für die Archäologen außerordentlich spannend ist, bedeutet für den gemeinsamen Gewerbeflächenpool allerdings zunächst eine unfreiwillige Pause. Finanzierung: Das Gutachten zum Gewerbeflächenpool wurde durch Fördermittel der Metropolregion ermöglicht. Der Kommunalverbund, die Gemeinde Ganderkesee und die Stadt Delmenhorst waren außerdem mit jeweils eigenem Personal an dem Projekt beteiligt. Ansprechpartner/innen: Susanne Krebser, Kommunalverbund; Christa Linnemann, Wirtschaftsförderin Gemeinde Ganderkesee; Martin Balkausky, Wirtschaftsförderer Stadt Delmenhorst

Regionale HandwerkerParkgenehmigung Schlechte Parkmöglichkeiten in der Innenstadt – für Handwerker ein besonderes Problem. Die Regionale Handwerker-Parkgenehmigung soll dem entgegenwirken. Mit der Genehmigung dürfen Handwerker während der Durchführung von Handwerkerdiensten beispielsweise auch im eingeschränkten Halteverbot oder Zonenhalteverbot parken. Sie gilt in 26 Städten, Gemeinden und Samtgemeinden der Region Bremen und erspart den Handwerkern die Beantragung vieler einzelner Genehmigungen. Die Regionale Handwerker-Parkgenehmigung kann bei den örtlichen Straßenverkehrsbehörden der beteiligten Kommunen oder bei den unteren Straßenverkehrsbehörden der Landkreise beantragt werden. Der Kommunalverbund leistet mit diesem Angebot einen Beitrag zum Bürokratie-Abbau: Handwerksbetriebe in der Region können so Zeit und Kosten sparen.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Die Regionale Handwerker-ParkgeAnzahl ausgegebenen Handwerkernehmigung wurde im Parkgenehmigungen pro Jahr und Jahr 2006 in Zusaminsgesamt menarbeit mit der Stadt Delmenhorst initiiert. Eine Evaluation im Jahr 2010 hat ergeben, dass die Zahl der beantragten Genehmigungen seit 74 139 172 184 569 der Einführung kontinuierlich angestiegen 2006 2007 2008 2009 gesamt ist. Insbesondere im Verdichtungsraum Evaluation Regionale HandwerkerParkgenehmigung Bremen / Stuhr / Delmenhorst wird die Regionale Handwerker-Parkgenehmigung häufig nachgefragt.

Kultur GartenKultur-Musikfestival 2010 Schöner als die Zeitung kann man es fast nicht beschreiben: „Hier, im Abendwind zwischen Nordenham und Thedinghausen, Dötlingen und Worpswede, beginnt Ende Juli in den schönsten Grünanlagen der Region ein kleines musikalisches Glück“, war in der Nordwestzeitung im Juli 2010 zu lesen. Ein wunderbares Kompliment an alle Veranstalter und Kooperationspartner unter dem Dach des Kommunalverbundes.

Bei den Nutzern kommt dieser Service sehr gut an, wie einige Stimmen verdeutlichen: „Eine Genehmigung, ausreichend für die gesamte Region!“, äußerte sich ein Handwerker, ein anderer freute sich über „einfaches Parken in Kundennähe ohne Parkzeitberücksichtigung!“ Die Regionale Handwerker-Parkgenehmigung ist ein gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit der Kommunen in der Region über Stadt- / Gemeinde-, Landkreis- und Ländergrenzen hinweg. 2011 soll der Vertrag zur Regionalen Handwerker-Parkgenehmigung aktualisiert werden. Der Kommunalverbund plant außerdem eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise durch Presseartikel und die Auslegung von Informationsflyern bei den Straßenverkehrsbehörden. Finanzierung: Das Projekt wird aus Mitteln des Kommunalverbundes (Sachmittel und Personalkosten) finanziert. Die Arbeit wird außerdem fachlich durch die Stadt Delmenhorst unterstützt. Ansprechpartnerin: Bianca Range-Tams, Kommunalverbund

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Kultur

Titel der Broschüre zum GartenKultur-Musikfestival 2010

Das GartenKultur-Musikfestival entstammt einer Idee aus der AG Kultur: Die Route der GartenKultur mit ihren besonderen Gärten existierte bereits, und sie erfreute sich einiger Beliebtheit. Warum nicht ein solches Format mit Musik verbinden und so ein Gesamterlebnis schaffen, das zum Entdecken der Region einlädt? Aus der Idee wurde schnell ein Vorhaben, und im Jahr 2002 lud der Kommunalverbund erstmals zu dieser Reihe ein – mit Erfolg. Mittlerweile hat sich das GartenKultur-Musikfestival etabliert: 2010 haben rund 17.000 Interessierte diese Einladung angenommen – aus der Region Bremen und Gäste aus anderen Regionen, z.B. Hannover und Berlin. Rund 50 Konzerte verschiedener Stilrichtungen fanden an unterschiedlichen Orten unter freiem Himmel statt: in öffentlichen und privaten Gärten, in Parks, einem Rittergut und an einer Wassermühle. Gastgeber für die Eröffnungsveranstaltung 2010 war die Gemeinde Lemwerder. Die feierte


mit diesem Ereignis zugleich den 25. Geburtstag ihres Kulturhauses. Ein „würdiger Auftakt“, sagte der Vorsitzende des Kommunalverbundes Manfred Cordes in seiner Begrüßung. Um den Besucherinnen und Besuchern den Weg zu den einzelnen Veranstaltungen zu erleichtern, hat der Kommunalverbund die Busund Bahnverbindungen im Programmheft und im Internet veröffentlicht. Wer sich bei den sommerlichen Temperaturen lieber auf das Fahrrad schwingen wollte, konnte von einem besonderen Service profitieren: Durch eine Kooperation mit dem ADFC gab es erstmals auch geführte Rad-Touren zu einigen Veranstaltungsorten. Dieser Service wurde von den Teilnehmern sehr begrüßt. Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle den Ehrenamtlichen beim ADFC! Durch diesen Service genossen viele Besucherinnen und Besucher nicht nur den musikalischen Ausflug ins Grüne, sondern registrierten zudem, wie gut viele Veranstaltungsorte in der Region erreichbar sind – sicher auch ein wichtiger touristischer Faktor. Das GartenKultur-Musikfestival wächst von Jahr zu Jahr an Größe und Besucherzahl, und für dessen Erfolg ist der Kommunalverbund längst nicht alleine verantwortlich: Ohne das beherzte Engagement vieler Beteiligter und die Hilfe von Sponsoren und Förderern wäre die Durchführung des Festivals nicht möglich gewesen. www.gartenkultur-musikfestival.de Finanzierung: Das GartenKultur-Musikfestival wird aus Fördermitteln, Sponsoringmitteln, einer Eigenleistung des Kommunalverbundes sowie einer differenzierten Marketingumlage der Festivalbeteiligten finanziert. Außerdem fließen Personalkosten ein – durch den Kommunalverbund, die beteiligten Kommunen und besonders durch die Gemeinde Stuhr, die in einer „Projektpatenschaft“ die übergeordneten Koordinationsaufgaben übernimmt. Ansprechpartner/in: Susanne Krebser, Kommunalverbund; Edgar Wöltje, Gemeinde Stuhr

AG Kultur In der AG Kultur kommen die Kulturfachleute der Kommunen regelmäßig zum inhaltlichen Austausch und zur gemeinsamen Weiterbildung zusammen. Das waren die wichtigsten Themen 2010:

Eröffnungskonzert GartenKultur-Musikfestival 2010 ,Schné-Ensemble © Michael Ihle

Fachtag „Kulturmarken“ Ist das GartenKultur-Musikfestival eine „Marke“? Was sind „Markeneigenschaften“? Und wie pflege ich die Markenqualität? Mit diesen Fragen befasste sich die Arbeitsgruppe im Februar 2010 in Bremen. Antworten gaben unter anderem Eva Nieuwebeur, Geschäftsführerin der Agentur Causales (Berlin) und Nicole Kahrs, Geschäftsführerin des ProjektmanagementBüros Projektallee (Bremen). Ein deutliches „Ja“ ließen die Expertinnen auf die Frage einer existenten Markenqualität des GartenKulturMusikfestivals verlauten. Diese will die Teilnehmergruppe nun sichern und weiter verbessern. Veranstaltung versichert? Was sollte man bei der Versicherung von Kulturveranstaltungen beachten? Darüber referierte Carsten Schöll vom Kommunalen Schadenausgleich (KSA) in der Septembersitzung der AG Kultur in Grasberg. Für die Mitglieder der

Kultur

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Arbeitsgruppe Kultur war das eine gute Gelegenheit, Fragen aus der eigenen Praxis mit dem Versicherungsfachmann zu diskutieren. Initiative „Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes“ Beratung und Unterstützung bietet das „Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes“ beispielsweise Existenzgründern im Kulturbereich. Über die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums informierte Tania Breyer, Ansprechpartnerin für die Region Niedersachsen/ Bremen. Interessant ist diese Initiative mit ihren Beratungsangeboten möglicherweise auch für die Wirtschaftsförderung der Kommunen. Weitere Informationen unter: www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Musikfestival, dass eine Auswahl getroffen werden muss. Die Empfehlungen zur Qualitätssicherung wurden von der AG Kultur im Dezember 2010 beschlossen. Zukünftig ein relevantes Kriterium: Die Betonung der namensgebenden Inhalte „Garten“, „Kultur“ und „Musik“. Auch das Marketing mit dem Logo des GartenKulturMusikfestivals ist ab 2011 ein verpflichtendes Element. Künstlersozialkasse Hätten Sie‘s gewusst? Wer Künstler engagiert, ist verpflichtet, Abgaben an die Künstlersozialkasse zu leisten. Darüber informierte Andreas Kißling von der Künstlersozialkasse in Wilhelmshaven während der Dezembersitzung in Bremen. Was bietet also die AG Kultur ihren Mitgliedern, und was bringt der Austausch untereinander? Antke Bornemann, Sprecherin der AG Kultur, hauptamtlich Leiterin der Bibliothek in Lilienthal, fasst das so zusammen: „Kreativer Austausch, Informationsnetzwerk, fachliche Qualifizierung, gegenseitige Unterstützung und Beratung“. Mit dem GartenKultur-Musikfestival hat die AG Kultur zudem das in der Region vielleicht bekannteste Projekt des Kommunalverbundes auf den Weg gebracht. Ansprechpartner/in: Antke Bornemann, Sprecherin (Lilienthal), Edgar Wöltje, stellvertretender Sprecher (Gemeinde Stuhr)

Konzert im Garten des Focke Museums, Bremen © Susanne Krebser

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Ist jedes Stück Rasen ein Garten? Das war eine Leitfrage zum Fachtag „Qualitätssicherung GartenKultur-Musikfestival“ im November 2010. Bei dieser Veranstaltung in Stuhr erarbeiteten Mitglieder der AG Kultur gemeinsam mit Konzertveranstaltern Empfehlungen zur Qualitätssicherung des GartenKultur-Musikfestivals. Denn mittlerweile gibt es so viele Anfragen zur Teilnahme am GartenKultur-

Kommunikation und Veranstaltungen

Kommunikation und Veranstaltungen Internetauftritt Die bisherige Internetpräsenz unter der Adresse www.kommunalverbund.de ging im Herbst 2010 vom Netz. Der Grund: Der Auftritt war nicht mehr zeitgemäß und die Besucherführung verbesserungswürdig. Ein neuer Auftritt wird Anfang 2011 online gestellt, der


www.kommunalverbund.de, ab April 2011

interne Mitgliederbereich folgt als zweiter Baustein. Um Interessierten in der Zwischenzeit die gewünschten Informationen im Internet zu bieten, hat der Kommunalverbund den Bereich „Aktuelles“ zunächst provisorisch ersetzt. So können Terminhinweise und Materialien – wenn auch im „Baustellenlook“ – weiterhin aktuell aufgerufen werden.

Informationsangebote der Geschäftsstelle Intensive Informationsarbeit war auch 2010 eine zentrale Aufgabe der Geschäftsstelle: Diese hat der Kommunalverbund bei Ausschuss- oder Ratssitzungen, in den VerwaltungsausschussKonferenzen, in Arbeitskreissitzungen, bei Projekt- und bei Pressegesprächen geleistet. Zudem referierten die Mitarbeiterinnen auf Fremdveranstaltungen zu Themen des Kommunalverbundes.

RegionalGespräche Im Herbst 2010 hat der Kommunalverbund zu einer Reihe von vier RegionalGesprächen eingeladen. Für jede Veranstaltung wurde

dabei ein anderer Schwerpunkt zum Thema „Demografischer Wandel“ gesetzt: Den Aspekt „Arbeitsmarkt und Bildung“ diskutierten die Referentinnen und Referenten im Auftaktgespräch in Weyhe. Dabei sprachen sie über die vorliegenden Ergebnisse der Pilotstudie „Schule und Arbeitsmarkt“ des Kommunalverbundes und über verschiedene Ansätze zur Vorbereitung Jugendlicher auf den Arbeitsmarkt. Regionale Strategien zum Umgang mit einer veränderten Bevölkerungsstruktur präsentierten in Bremen drei Vertreter aus sehr unterschiedlichen Regionen. Der pragmatischen Herangehensweise des Landkreises Osnabrück standen die eher strategischen Überlegungen aus der Stadt Bitterfeld-Wolfen sowie der niederländischen Provinz Zeeland, einem der Partner aus DC:Noise, gegenüber.

RegionalGespräch Wildeshausen © masa media

Im Rahmen des dritten RegionalGesprächs „Lokale Netzwerke für Orte mit Zukunft“ in

Kommunikation und Veranstaltungen

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Wildeshausen stellten die Preisträger aus dem Wettbewerb „Orte mit Zukunft – nicht ohne Netzwerke“ ihre Projekte zum demografischen Wandel vor. Sie gaben auch einen Überblick über die Maßnahmen und Aktivitäten, die sie mithilfe der Preisgelder umsetzen konnten. Der Kommunalverbund hatte den Wettbewerb 2009 als einen Baustein des europäischen Projektes DC:Noise ausgelobt. Den Abschluss der Reihe bildete die Diskussion über „Perspektiven für das Wohnen“ im Kreishaus des Landkreises Osterholz in Osterholz-Scharmbeck. Hier thematisierten die Referenten den Aspekt der Barrierefreiheit und verschiedene Möglichkeiten des Wohnens im Alter.

Faltblatt zum 1. RegionalGespräch

Zu allen Veranstaltungen begrüßte der Kommunalverbund jeweils rund 30 Gäste. Einige Zuhörer nahmen weite Anfahrtswege in Kauf, um an den RegionalGesprächen teilzunehmen. So verfolgten Interessierte aus Hambergen das RegionalGespräch in Wildeshausen, und in Osterholz-Scharmbeck fanden sich Gäste aus Syke ein. Oft trugen die Zuschauer mit eigenen Ansichten und Erfahrungen zur Diskussionen bei. Dabei entwickelte sich vielfach ein angeregtes Gespräch – auch zwischen Referenten und Zuhörern. Eine Dokumentation der RegionalGespräche ist ab Frühjahr 2011 im Internet abrufbar und wird auch in der Geschäftsstelle des Kommunalverbundes erhältlich sein.

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Kommunikation und Veranstaltungen

Veranstaltung zum Regionalen Einzelhandelskonzept Im November informierte der Kommunalverbund die Verwaltungsspitzen und Planungsfachleute der Kommunen sowie die beteiligten Industrie- und Handelskammern über den Sachstand des Regionalen Einzelhandelskonzepts und stellte die wesentlichen aktuellen Inhalte des Vorentwurfes und des geplanten Raumplanerischen Vertrags vor. Aus Sicht der Beteiligten besonders interessant: Dr. Olaf Bischopinks Überblick über die rechtlichen Vorgaben für die interkommunale Einzelhandelssteuerung. Der Anwalt von der Kanzlei Baumeister Rechtsanwälte (Münster) war vom Kommunalverbund für die rechtliche Begleitung und Einordnung des Vertrages und des Konzeptes beauftragt worden. In seinem Vortrag erläuterte er unter anderem die Planungsbefugnisse der Gemeinden und die Bedeutung von gemeindlichen Einzelhandelskonzepten als informelle Planungen für die Steuerung des Einzelhandels.

Innenstadt Delmenhorst © Jutta Diekmann

Austausch mit anderen Kooperationen Von einem Wissensaustausch profitieren alle Beteiligten. Deswegen steht der Kommunalverbund im fachlichen Dialog mit anderen Kooperationen:


Um kommunale Kooperationen ging es im April 2010 bei einer Tagung des Modellvorhabens „koopstadt – Stadtentwicklung Bremen, Nürnberg, Leipzig“ in Nürnberg. Dort hat der Kommunalverbund das Regionale Einzelhandelskonzept vorgestellt. Das Modellvorhaben „koopstadt“ wird im Rahmen der nationalen Stadtentwicklungspolitik vom Bund gefördert. Beim Austausch der „Grünen Ringe“ in Deutschland war der Kommunalverbund ebenfalls vertreten. Die Veranstaltung fand zuletzt im September 2010 in Leipzig statt. Der Kommunalverbund nimmt außerdem regelmäßig am jährlich stattfindenden Austausch der niedersächsischen Kooperationen sowie am Arbeitskreis Raumstruktur der Metropolregion teil.

Gemeinden und Samtgemeinden): Im Jahr 2010 hat jedes Mitglied einen Beitrag in Höhe von 0,25 € je Einwohner geleistet. Mit diesem Mitgliedsbeitrag wird wesentlich die Geschäftsstelle mit einem Stellenschlüssel von 3,16 Stellen, die sonstigen Fixkosten, die Gremienarbeit und anteilig das Kommunikationsbudget getragen. Die inhaltliche Arbeit wird weitgehend über Fördermittel ermöglicht. Auch befristete projektbezogene Personalkosten werden über Fördermittel finanziert – im Jahr 2010 eine ganze Stelle. Des Weiteren haben sich einige Kommunen stellvertretend für alle Mitglieder an der Organisation beteiligt.

Internationaler Besuch beim Kommunalverbund Einen besonderen Gast begrüßte der Kommunalverbund im Februar 2010: Eine hochrangige Delegation der Republik Tatarstan kam nach Delmenhorst, um sich über Möglichkeiten und Formen der regionalen Kooperation zu informieren. Die Delegation wurde vom Vorstandsmitglied und Oberbürgermeister Patrick de La Lanne und von Geschäftsführerin Susanne Krebser willkommen geheißen. Tatarstan ist eine Republik mit 3,7 Mio. Einwohnern westlich des Ural – und ist hierzulande wohl vorwiegend aufgrund ihres Fußballvereins Rubin Kasan bekannt.

Ressourcen, Finanzierung und Förderung Der Kommunalverbund finanziert seine Arbeit über Mitgliedsbeiträge und Fördermittel aus verschiedenen Quellen, im Bereich Kultur zusätzlich über Sponsorenakquirierung: Die Grundfinanzierung erfolgt über die Mitglieder des Kommunalverbundes (Städte,

Die Förder-, Unterstützungs- und Sponsoringmittel, die der Kommunalverbund 2010 einwerben konnte, stammen aus folgenden Quellen:

Logos der Förderer, Unterstützer, Sponsoren

• Europäische Union, Interreg IVb: Projekt DC: Noise (Demographic Change: New Opportunities in Shrinking Europe) •

Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V.: Regional Governance (Weiterentwicklung Kommunalverbund) und Kofinanzierung zu DC:Noise

Ressourcen, Finanzierung und Förderung

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Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (ML): Regionales Einzelhandelskonzept und Raumplanerischer Vertrag

• Niedersächsisches Ministerium für Wissen schaft und Kultur (MWK): Regionale Koopera tion in der Kultur, GartenKultur-Musikfestival • Landschaftsverband Weser-Hunte e.V.: Projektförderung GartenKultur-Musikfestival • Bremen, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa (SUBVE): Grüner Ring Region Bremen, IMAGE • Bremen, Senator für Kultur: Regionale Kooperation in der Kultur, GartenKultur Musikfestival • EWE-Stiftung: GartenKultur-Musikfestival • Bremer Landesbank: GartenKultur-Musikfestival • M+S-Transportgesellschaft mbH, Stuhr: GartenKultur-Musikfestival • GAR GmbH, Stuhr: GartenKultur-Musikfestival

Organisation Mitgliederversammlung Die ordentliche Mitgliederversammlung tagt mindestens einmal im Jahr. Jedes Mitglied entsendet neben der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister zwei Delegierte aus der Politik, in der Regel aus den großen Fraktionen. Dies gilt auch für assoziierte Landkreise. In der Mitgliederversammlung des Kommunalverbundes gilt das „UN-Prinzip“ – unabhängig von der Größe hat jedes Mitglied eine Stimme.

Vorstand Der stimmberechtigte Vorstand besteht aus neun Personen, sechs aus Niedersachsen und

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Organisation

drei aus Bremen. Den vertretungsberechtigten Vorstand bilden der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende und der Schatzmeister. Im März 2010 wechselte der Vorsitz turnusgemäß für die nächsten zwei Jahre. Der aktuelle Vorstand (Stand: März 2011) besteht aus Manfred Cordes, Oyten (Vorsitzender); Senator Dr. Reinhard Loske, Bremen (stellvertretender Vorsitzender); Bürgermeister Willy Hollatz, Lilienthal (Schatzmeister); Thomas Kristen, Bremen (für die Senatskanzlei Bremen); Dr. Dirk Kühling, Bremen (für den Senator für Wirtschaft und Häfen); Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, Delmenhorst; Bürgermeister Karl Meyer, Twistringen; Bürgermeister Heino Pauka, Dötlingen; Bürgermeisterin Marion Schorfmann, Grasberg und Landrat Frank Eger, Landkreis Oldenburg.

Regionalbeirat Im April 2010 wurde Bürgermeisterin Marion Schorfmann aus Grasberg einstimmig als Sprecherin des Regionalbeirates gewählt. Sie folgt damit Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas aus Ganderkesee. Die Sprecherin/ der Sprecher des Regionalbeirates ist – wenn nicht ohnehin ordentliches Mitglied – Gast im Vorstand.

Arbeitskreis Planung Dem Arbeitskreis Planung gehören – je nach Gemeindegröße – entweder die Planungs-, beziehungsweise Baufachleute der Kommunen und Landkreise oder die Bürgermeister an. Der Arbeitskreis begleitet die inhaltliche Arbeit des Kommunalverbundes, er diskutiert Themen und Zwischenergebnisse in Vorbereitung für den Regionalbeirat oder die Mitgliederversammlung und trägt außerdem zum Austausch der Planungsfachleute in der Region bei. Sprecher des Arbeitskreises sind der erste Stadtrat Jörg Fanelli-Falcke, Stadt OsterholzScharmbeck und Richard Eckermann, Dezernent für Ordnung, Bau und Umwelt des Landkreises Osterholz.


Arbeitsgruppe Kultur

Geschäftsstelle

Der AG Kultur gehören die kommunalen Kulturbeauftragten an. Hier findet die inhaltliche Arbeit des Kommunalverbundes im Themenbereich Kultur statt: Die Beteiligten realisieren konkrete Projekte, tauschen sich fachlich aus, nehmen Qualifizierungsangebote wahr oder bieten sie an, beraten und unterstützen sich gegenseitig. Sprecherin der AG Kultur ist Antke Bornemann aus Lilienthal, Stellvertreter ist Edgar Wöltje aus Stuhr.

Die Geschäftsstelle ist die operative Einheit des Kommunalverbundes. Sie unterstützt den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben, managt Projekte und Gutachten, führt Moderationsgespräche durch, wirbt Projektmittel ein, informiert in Rats- oder Ausschusssitzungen der Mitgliedskommunen, organisiert RegionalGespräche und einiges mehr.

Organigramm

Mitgliederversammlung

wählt

(§ 6) mindestens einmal jährlich eine Kommune – eine Stimme max. drei Vertreter/innen je Kommune

richtet ein

alle Mitglieder und Landkreise (als Gäste) Vertretung durch den/die Hauptverwaltungsbeamten/-in

Geschäftsstelle

(§ 7) stimmberechtigt: neun Personen, sechs aus Niedersachsen, drei aus Bremen plus assoziierter Landkreis

(§ 9) Führung der laufenden Geschäfte

ständige Gäste: Sprecher/in Regionalbeirat, Vorsitzende/r Metropolregion

Gäste

Regionalbeirat

Vorstand

beruft bedarfsweise

AK Planung

beruft bedarfsweise

projektbezogene Arbeitsgruppen

unbefristet

ad-hocArbeitskreise Behandlung konkret formulierter Aufträge

z.B. Projektgruppe demografischer Wandel z.B. Steuerungsgruppe Einzelhandel

AG Kultur Satzung Kommunalverbund, Stand 2010

Organisation

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Ausblick 2011 Wohin geht die Reise in den nächsten Jahren, was passiert 2011? Der Kommunalverbund Niedersachsen / Bremen ist als regional handelnder Akteur in allen Gesprächen zur Weiterentwicklung im vergangenen Jahr bestätigt worden – nun stehen wichtige Weichenstellungen für die nächsten Jahre an:

Eine weitere zentrale Aufgabe ist die Verbesserung der Kommunikation. Um die Kommunikations- und Informationswege effizienter zu gestalten und zu erweitern, schlägt der Kommunalverbund neue Formen der Gremienarbeit vor. Ein Schwerpunkt der nächsten Jahre soll eine intensivere Einbindung des politischen Ehrenamtes sein. Interessierten Ehrenamtlichen will der Kommunalverbund anbieten, in den Arbeitskreisen und im Vorstand mitzuwirken und am Austausch in der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Als erster Baustein des Kommunikationskonzeptes wird kurzfristig der Internetauftritt unter www.kommunalverbund.de angemessen aufgestellt: Zunächst die allgemein zugänglichen Seiten, nachfolgend ein geschlossener Bereich für die Mitglieder. Außerdem strebt der Kommunalverbund ein „Wirkungscontrolling“ an, um die Mitglieder über den Erfolg der Umsetzungsmaßnahmen für die verabredeten Ziele zu informieren. Auch inhaltlich gibt es eine Menge zu tun. Unter anderem stehen diese Themen für 2011 und die folgenden Jahre auf der Agenda:

Leuchtturm bei Berne © Jutta Diekmann

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Ausblick 2011

Bezüglich der „verbindlicheren Formen der Zusammenarbeit“ bleibt eine Verbandslösung als Perspektive für die Zukunft bestehen. Zunächst sollen aber, dort wo es erforderlich ist, themenbezogen verbindliche Vereinbarungen auf Vertragsebene erfolgen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist der Raumplanerische Vertrag zum Regionalen Einzelhandelskonzept. Dieser bietet den Mitgliedern die Chance, in einer freiwilligen Kooperationsform und als Ausdruck der verantwortlichen kommunalen Selbstverwaltung eine regionale Rahmensetzung mit zu gestalten, mit zu unterschreiben - und vor allem mit umzusetzen.

Zur Weiterentwicklung des Kommunalverbundes: Nachdem die Erwartungen an den Kommunalverbund abgesteckt sind, kommt es nach der intensiven Auseinandersetzung im Jahr 2010 nun auf die Entscheidung der Mitgliederversammlung im März 2011 an: Was soll sofort umgesetzt werden, wo müssen noch Prüfaufträge bearbeitet werden, und wo werden die inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt? Hier wird es im Laufe des Jahres 2011 mehr zu berichten geben. (Die detaillierte Beschreibung ist unter dem Titel „Wege entstehen beim Gehen. Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Kommunalverbundes. Beschluss der Mitgliederversammlung“ in der Geschäftsstelle des Kommunalverbundes und auf der Internetseite erhältlich.)


Regionalentwicklung und Planung: Neben den laufenden Moderationen von Ansiedlungsvorhaben im Einzelhandel werden der Raumplanerische Vertrag und das Regionale Einzelhandelskonzept fachlich so weit abgestimmt, dass sie nach den Kommunalwahlen in die politische Beratung gehen können. Jede Stadt oder Gemeinde, jeder Landkreis als Kooperationspartner muss für sich über die Vertragsunterzeichnung und vor allem die Bereitschaft zur Umsetzung des Vertrages entscheiden. Mit dem 2010 vorgelegten Entwurf wird die Umsetzung unter Begleitung des Kommunalverbundes deutlich in die Hand der Kommunen gelegt. Das Postulat der kommunalen Selbstverantwortung in regionaler Abstimmung kann so überzeugend umgesetzt werden. Das just aufgebaute Bevölkerungsmonitoring unter www.demografie-monitoring.de bietet spannende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung: Masterplan, Nahversorgung, Infrastrukturfolgekosten seien hier als Stichworte genannt. 2011 besteht die Regionale HandwerkerParkgenehmigung seit fünf Jahren. Auf Basis der im Vorjahr erfolgten Evaluation wird 2011 ein überarbeiteter Vertrag zur Beratung vorgelegt, außerdem wird die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Naherholung: Für den Grünen Ring Region Bremen, einem Beitrag zur Naherholung und zur Verbindung von Stadt und Land, bleibt die dauerhafte Qualitätssicherung der Beschilderung auf der Tagesordnung. Weiterer Baustein im Grünen Ring ist die Ergänzung des Internetauftritts um weitere Angebote wie Ortsbeschreibungen und einen „Navigator“ mit so genannten „Points of Interest“ – alles Appetithäppchen zum Entdecken der Region.

Neben der Pflege der gemeinsamen Dachmarke (gesamtregionales Projektmanagement, Marketing und Pressearbeit) steht für den Kommunalverbund auch die Finanzierung aus Eigenmitteln, Förderung und Sponsoring an. Für das Sponsoring sucht die Geschäftsstelle auch in den folgenden Jahren interessierte Unternehmen, besonders aus der Region. Ein Dauerthema der nächsten Jahre bleibt weiterhin die Beobachtung und Akquise möglicher Projektmittel zu relevanten Handlungsfeldern. 2011 wird gewählt – in Niedersachsen die Kommunalvertretung, in Bremen der „Landtag“, die bremische Bürgerschaft. Alte und neue Ratsmitglieder sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und regional zu engagieren. Nachdem die Reihe der „RegionalGespräche“ auch 2010 erfolgreich verlaufen ist, wird der Kommunalverbund die öffentlichen Themenabende im Jahr 2011 fortsetzen. Der Kommunalverbund besteht dann 20 Jahre – ein Anlass, auch einen Blick über den Tellerrand zu werfen: Was erreichen die Kommunen in anderen Ballungsräumen? Die Geschäftsstelle bietet darüber hinaus auch 2011 wieder Berichte und Gespräche an, beispielsweise in Ausschüssen oder Räten, bei Anfrage gerne auch in anderen Zusammenkünften.

Kultur: Das GartenKultur-Musikfestival 2011 wird seine Pforten am letzten Juli-Sonntag in Dötlingen eröffnen. Das Festival dauert bis Ende August.

Ausblick 2011

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Kommunalverbund in der Region und im Internet Mitglieder

Der Kommunalverbund im Netz

Der Kommunalverbund hat Anfang 2011 insgesamt 29 Mitglieder: 28 Städte und Gemeinden und der Landkreis Oldenburg als assoziiertes Mitglied (siehe Karte).

www.kommunalverbund.de www.demografie-monitoring.de www.gartenkultur-musikfestival.de www.gruener-ring-region-bremen.de www.regionaler-wohnatlas.de www.housing-atlas.eu www.dcnoise.eu

Die direkte Mitgliedschaft der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden, gerade auch der kreisangehÜrigen ist ein Alleinstellungsmerkmal des Kommunalverbundes in der Region Bremen.

Mitglieder Kommunalverbund, Stand 2011

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Kommunalverbund in Karte und Netz


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Kommunalverbund im Überblick Mitglieder • 28 Städte, Gemeinden, Samtgemeinden • 1 assoziierter Landkreis • rund 1,1 Mio. Einwohner • 40 % der Einwohner der Metropolregion auf 25 % der Fläche Kooperationsraum in • 2 Bundesländern • 6 Landkreisen • 3 Regierungsbezirken • 3 Landschaftsverbänden Gründung 1991 Wichtiges Prinzip • Augenhöhe • ein Mitglied – eine Stimme Ziele • Zusammenarbeit ohne Verwaltungsgrenzen • wirtschaftliche und strukturelle Stärkung der Region • abgestimmte Siedlungs- und Flächenplanung • Unterstützung positiver raumordnerischer Entwicklungen • Förderung kultureller Belange • Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Situation

Geschäftsstelle Delmegarten 9 27749 Delmenhorst Telefon Fax E-Mail Web

+49 (0) 4221 / 981 24 0 +49 (0) 4221 / 981 24 99 info@kommunalverbund.de www.kommunalverbund.de

Geschäftsbericht 2010  

Geschäftsberichtdes Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen e.V.

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