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SO KLAPPT’S MIT DER BESTZEIT AUF DEN PUNKT FIT S. 68

DAS GRÖSSTE LAUFMAGAZIN DER WELT

AUFGEDECKT

Laufen wirkt!

FÜR IMMER

FIT UND GESUND

Training: So finden Sie das ideale Maß S. 34 Ernährung: leckere Läufersnacks S. 14, 76 Fitness: Krafttraining kurz & knackig S. 73

Falsch beraten beim Online-Kauf SEI TE 8 2

PRO & KONTRA

Streitthema Nahrungsergänzungsmittel SEI TE 6 2

GESUNDHEIT

P Abnehmen im Alter P Das beste Marathongetränk P Muskelfaserriss – was nun? SEI TE 8 0

Ausprobiert: Pokémons jagen beim Laufen

VOM REBELL ZUM IDOL ★

★ ★★ ★ ★ ★ ★★★

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DER GROSSE

IM

OKTOBER 2016

LABOR- U

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Steve Prefontaine, der James Dean der Laufszene SEI TE 2 6 DEUTSCHLAND 4,50 € ÖSTERREICH 5,20 € • SCHWEIZ 8,50 SFR BENELUX 5,20 € • ITALIEN 5,90 €


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AUS DER REDAKTION

Hier wird das Laufen gelebt Dieses Magazin wird von Läufern für Läufer gemacht. Wir lieben das Laufen und möchten, dass unser Heft eine Plattform für alle ist, denen es genauso geht. Wir freuen uns über jede Anregung, wie wir es noch besser machen können. Schreiben Sie uns: leserservice@runnersworld.de

RUNNER’S-WORLD-LAUFCAMP

Gemeinsam über Stock und Stein a Wir veranstalten Leser-Laufcamps im Winter auf Fuerteventura und im Frühling in Andalusien. Aber vielleicht am schönsten ist das Runner’s-World-Trail-Camp in L ECH am Arlberg: wir alle gemeinsam in einem wunderschönen Hotel am Ende des Tals, jeden Tag ein Trail-Run durch die malerischen Berge, und dazu dieses Jahr sogar allerbestes Wetter. Näher können sich Läufer nicht kommen – und wir unseren Leserinnen und Lesern nicht. Schön war’s!

Redakteur Urs Weber mit glücklichen RUNNER’S-WORLD-Camp-Teilnehmern nach dem Lauf zum Spullersee: 22 Kilometer, 1700 Höhenmeter, 14 Murmeltiere, 3 Gemsen

UNSER MANN IN RIO

Bibbern und Schlottern an der Copacabana

Claus Dahms im Beach-Volleyball-Stadion. Links neben ihm Maurice Green, 100-MeterOlympiasieger von 2000

a Die Olympischen Spiele in Rio boten viel Abwechslung, in 306 Wettbewerben wurden Medaillen vergeben. Abwechslung auch beim Wetter: Fünf Tage war Online-Redakteur Claus Dahms in Brasilien, an dreien davon regnete es. Gegen die nasse Kälte nutzten auch die Späße von Sprint-Olympiasieger Maurice Green wenig. Beim Beach-Volleyball half nur ein Plastik-Umhang (s. Foto). Diese kühlen Bedingungen hätten sich die deutschen Marathonläuferinnen gewünscht, doch ausgerechnet auf der längsten Laufstrecke herrschte extreme Hitze.

MEN’S HEALTH URBANATHLON

Härtetest bestanden

Anna Bruder (links) und Susanne Walerius in Siegerpose nach geschafften 12 Kilometern mit 16 Hindernissen und 1000 Treppenstufen

a Wer ein Praktikum bei einer Lauf-Zeitschrift macht, sollte selbst begeisterter Läufer sein. Unter Beweis stellen muss man das nicht, kann man aber. Unsere beiden Praktikantinnen ANNA und SUSANNE suchten sich dazu aber nicht irgendeinen Lauf aus, sondern den „Urbanathlon“, den unsere Kollegen von „Men’s Health“ veranstalten. Es ist der einzige Hindernislauf, der mitten durch die Stadt führt. Sie haben ihn gemeistert. Klar doch!

DER GRÖSSTE LAUFSCHUH-TEST DER WELT

Unser Fetisch: Laufschuhe a Eine Kartei mit 1000 Testläufern, Hunderte von Schuhen im Testdurchlauf, ein Biomechanik-Labor im Schichtbetrieb: Aus diesen Elementen setzt sich unser großer Laufschuhtest zusammen, für den wir zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, alle neuen Laufschuhe unter die Lupe nehmen. Die Basis bilden dabei die ausgefüllten Testbögen der Laufschuhtester. Bis zu 30 Tester testen ein Modell. Eine relative Vergleichbarkeit ergibt sich aus den Daten des Testlabors. Alle Test- und Labordaten wandern anschließend auch in unsere Laufschuhdatenbank. www.runnersworld.de/laufschuhdatenbank

Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe! Ihr RUNNER’S-WORLD-Team 4 RUNNERSWORLD.DE • 1 0 / 2016

FOTOS: URS WEBER (2), NORBERT WILHELMI, PRIVAT


JEDER

WIRD

Die DNA-Zwischensohle von Brooks passt sich dynamisch an dein Gewicht, dein Tempo, deinen Laufstil und den Untergrund an. Für eine individuell abgestimmte Dämpfung und eine superweiche Landung. Im Glycerin 14 fühlen sich deine Füße sofort wohl.


INHALT 10/16 WARM-UP 10 Gesundheit 6 genial einfache Tipps zur Verletzungsprohylaxe 12 Training Radfahren bringt’s – so auch für Läufer; Exklusiv: die Kolumne von Flo Neuschwander 14 Ernährung 6 gesunde Betthupferl gegen Einschlafprobleme, nächtliche Heißhungerattacken und für die Regeneration; Kaffee macht wach, aber nicht unbedingt schnell 16 Equipment Produkt des Monats: die Gore-Tex Active Run Jacke; Plus: Neues aus dem Laufshop

FEATURE 26

„Pre“, mein Idol Steve Prefontaine ist eine Legende. Er war die Ikone einer neuen Laufbewegung, bis er, genau wie James Dean, mit 24 Jahren bei einem Autounfall starb. Unser Autor hat ihn persönlich gekannt

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Hart am Limit Laufen hält uns fit und hilft beim Stressabbau – es sei denn, man übertreibt es mit dem Ehrgeiz. Dann droht eine Art Burn-out, bei dem nichts mehr geht. Wir zeigen, wie Sie das verhindern

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Auf den Spuren von Haile Laufen ist in Äthiopien Nationalsport. Viele junge Menschen sehen darin eine Chance, der Armut zu entkommen. Ihr wichtigster Treffpunkt ist der Meskel Square in der Hauptstadt Addis Abeba

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34

Vorsicht, Übertraining! Woran Sie merken, dass Sie es im Training übertreiben und wie Sie lernen, das richtige Maß zu finden

Der große Laufschuhtest Brauchen Sie einen flexiblen oder einen stabilen Schuh? Mögen Sie es komfortabel oder eher leicht und schnell? Mit unserem SchuhWegweiser finden Sie unter den 24 neuen Modellen das perfekte Exemplar für Ihre Bedürfnisse

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Gesunde Schärfe Tortilla-Rezepte, die klasse schmecken und sehr nahrhaft sind

TITELTHEMEN SIND ROT GEKENNZEICHNET


TITELFOTO TURE LILLEGRAVEN LÄUFERIN ALEXA LEE RICZO LINIEN, SCHUH SHUTTERSTOCK

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COACH

Exotisch? Überhaupt nicht! Frische Feigen schmecken einfach toll – ob pur oder gekocht in herzhaften Gerichten

67 Training So machen Sie in den letzten Wochen vorm Wettkampf keine Fehler: vier Tapering-Pläne für verschiedene Ansprüche und Distanzen P „Arnes Lauf-ABC“: exklusive Tipps von Arne Gabius P Laufstrecke des Monats P Home Gym: 5 Kraftübungen zur Verletzungsprophylaxe P 7 Leser verraten, warum sie laufen 76 Ernährung 5 Tortilla-Rezepte, die als schneller Snack wertvolle Nährstoffe fürs Training liefern P Läuferküche: frische Feigen 80 Gesundheit Abnehmen im Alter, „Was trinken beim Marathon?“ und vier weitere wichtige Leserfragen 82 Equipment Weber will’s wissen: Wie die Online-Shops beim Laufschuhkauf in der Beratung versagen P Im Lesertest: zwei Läuferbrillen von Adidas Sport Eyewear

ZIELLINIE

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Jenseits von Afrika Millionen von Äthiopiern träumen von einem besseren Leben durch eine Laufkarriere. Dafür scheuen sie weder Qualen noch Mühen

Die Neuen sind da! Alle 24 Herbstneuheiten im Labor- und Praxistest

84 Im Fokus Women’s Run Köln 87 Grünings Klartext Olympia: Wer will das noch sehen? 88 Mixed Zone Der OlympiaRückblick aus Läufersicht 92 Laufkalender

RUBRIKEN 18 Ich bin ein Läufer Christina Diekmann wurde durch Laufen in Rekordzeit zur schlanken Braut 20 Running Heroes Wahre Helden 22 Ausprobiert Auf Pokémon-Jagd 50 Kolumne Krämer Fiasko beim 22,2-Kilometer-Seen-Lauf

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Immer mit der Ruhe 5 wirkungsvolle Kraftübungen zur betont langsamen Ausführung

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Popstar Pre Nike-Gründer Phil Knight über Steve Prefontaine, den James Dean des Laufsports

FOTOS: MARCUS REICHMANN, SHUTTERSTOCK, NICK FERRARI, MITCH MANDEL, MATT RAINEY, NIKE; ILLUSTRATION: OLIVER BURSTON

62 Tacheles Pro und kontra Nahrungsergänzungsmittel 64 Kolumne Baumann Plädoyer gegen den Leistungswahn 96 Leserforum, Impressum 98 Ein Lauf mit … der Hamburger Unternehmerin Christina Block

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8 RUNNERSWORLD.DE • 1 5 0/ /2013 2016

FOTO: MATTIAS FREDRIKSSON


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L AU FMOMENT FMO MEN T

Urke Hjørundfjord, Sunnmøre (Norwegen) Urke ist eine kleine Stadt am Hjørundfjord. Läuferin Malene Blikken Haukøy und Fotograf Mattias sind von dort den Trail auf den Saksa (1073 Meter) hinaufgelaufen, über 1000 Höhenmeter auf sehr wechselndem Terrain, das erfahrene Läufer aber vor keine Probleme stellt. Von oben war der Blick an diesem warmen Sommertag „schöner, als ihn die kitschigste Postkarte darstellen kann“, sagte der Fotograf anschließend.

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EX TRA-TIPP In der Region eröffnen sich im Sommer viele spektaku-

läre Laufmöglichkeiten. Geführte Trailruns bietet die Firma Uteguiden an (www.uteguiden.com/en). Fotograf Mattias empfiehlt nach der Tour einen Besuch im Urke Kaihus, um das hervorragende Bier der lokalen Brauerei Trollbryggeriet zu kosten (www.urke6196.no/urke-kaihus).

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WARM-UP Gesundheit

Streck dich! Als ob wir es nicht längst gewusst hätten: Wer vor dem Training dynamische Dehnübungen durchführt, hält beim Laufen länger durch und senkt sein Verletzungsrisiko, stellten Forscher der Rakuno Gakuen University in Japan fest

MEDIKAMENTE MEIDEN Warum? Das US-Gesundheitsministerium hat kürzlich eine Warnung bezüglich bestimmter Antibiotika ausgesprochen. Demnach begünstigen die sogenannten Fluorochinolone (Gyrasehemmer) Sehnenverletzungen. „Sie schädigen Proteine, die die Reparatur unseres Gewebes steuern, und können toxisch wirken, insbesondere auf Sehnen“, erklärt Susan Joy, Leiterin des Community Sports Health Network an der Cleveland Clinic (USA). Was tun? Fragen Sie Ihren Arzt nach Alternativen, beispielsweise Penicillin.

EISENVERSORGUNG SICHERN Warum? Eisen spielt eine wichtige Rolle beim Sauerstofftransport in der Muskulatur. Ein niedriger Eisenspiegel kann die Selbstheilungskräfte Ihrer Muskeln herabsetzen. Frauen benötigen 18 Milligramm pro Tag, bei Männern sind es 8 Milligramm. Eine aktuelle Studie aus Frankreich macht deutlich, dass Ausdauersportler oft weit unter diesen Werten liegen. Was tun? Eisenhaltige Nahrungsmittel wie mageres rotes Fleisch, Fisch, dunkles Geflügel und Hülsenfrüchte können die Eisenversorgung versorgung sichern. sichern

Unser Körper ist ein komplizierter Organismus. Manchmal genügt ein kleiner Mangel, um ihn aus der Bahn zu werfen. Mit diesen fünf einfachen Maßnahmen beugen Sie vor ZWEITES PAAR KAUFEN

MEHR TRINKEN

Warum? Eine skandinavische Studie hat gezeigt, dass Läufer ihr Verletzungsrisiko reduzieren können, wenn sie zwischen zwei oder mehr Laufschuhpaaren wechseln. „Unterschiedliches Schuhwerk verändert Ihr Laufverhalten und fordert Ihre Beinmuskultaur“, sagt der Autor der Studie, Laurent Malisoux.

Warum? Dass man vor einem Lauf etwas trinken soll ist klar. Vor allem, wenn es warm ist, drohen sonst Dehydrierung, Übelkeit, Krämpfe und Co. Aber Flüssigkeit ist für sämtliche physiologischen Vorgänge unentbehrlich, einschließlich der Muskel- und Gelenkfunktion bei Sportlern, wie eine Untersuchung der University of Quebec in Montreal ergeben hat.

Was tun? Tragen Sie einen stärker gedämpften und gestützten Schuh für lange Einheiten und ein leichtes, flexibles Modell für Ihr Tempotraining. Auch ein drittes Paar ist nie verkehrt: „Je mehr Schuhe man im Schrank hat, desto besser“, so Malisoux.

Was tun? Frauen sollten täglich zwei bis drei, Männer drei bis vier Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, sowohl durch Wasser und Sportgetränke als auch durch Obst und Gemüse.

KEINE FLIP-FLOPS Warum? Wenn Sie zu Entzündungen der Plantarfaszie oder Achillessehne neigen, sollten Sie nicht zu oft in Flip-Flops gehen, rät Stephen Pribut, einer der anerkanntesten Podologen der Welt. Schlappen bieten keine Unterstützung fürs Fußgewölbe, und das „Klammern“ der Zehen kann Sehnenverletzungen hervorrufen. Doch das Schlimmste: „Das ständige Heben der Ferse aus dem Schuh kann den Gang verändern, möglicherweise auch den Laufstil“, warnt Pribut. Was tun? Halten Sie nach Sandalen mit einem Fußbett oder einem Verschlussriemen an der Ferse Ausschau. Wenn Ihre Füße oder Knöchel schmerzen, tragen Sie Schuhe, die Sie besser stützen.

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FOTOS: MITCH MANDEL (5), ISTOCKPHOTO


F OTO : P H I L I P P R E I T E R

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PHILIPP REITER, 25, PROFI-TRAILRUNNER UND BERGSTEIGER

Das ist mein Schuh!

Es war DAS RENNEN SEINES LEBENS: 2011 zog Philipp den Salomon Speedcross an, lief los … und gewann! Bis heute ist es sein Lieblingsschuh

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OR FÜNF JAHREN habe ich mich auf den 60 Kilometer langen Zugspitz-Supertrail in Garmisch-Partenkirchen vorbereitet. Bis dahin war ich noch nie eine so lange Distanz im Rennen gelaufen. Am Tag vor dem Start kam der Community Marketing Manager von Salomon auf mich zu, drückte mir einen Karton in die Hand und sagte: „Hier, den Schuh haben wir gerade neu rausgebracht.“ Ich habe nicht lange überlegt, sondern ihn einfach zum Rennen angezogen. Ich glaube, es war der Speedcross 2. Und dann habe ich gewonnen. Seitdem ist der Speedcross mein Lieblingsschuh. Zurzeit werden viele Laufschuhe entwickelt, die auf bestimmte Streckenbedingungen ausgelegt sind, und es ist toll, dass Salomon mir diese Auswahl an Schuhen bietet. Dennoch trage ich im Training und in den Bergen gern Speedcross, und nicht nur, weil ich darin mein erstes Ren-

nen gewonnen habe. Der Schuh ist sehr vielseitig einsetzbar. Vor einem Lauf oder Rennen muss man so viel beachten, und mit dem Speedcross gibt es eine Sache weniger, um die ich mir Gedanken machen muss. Der Schuh ist ein Allrounder, den man bei allen Bedingungen laufen kann. Ich genieße es, dass ich mich auf ihn verlassen kann, egal was mich auf dem Trail erwartet. Ich laufe oft einfach los, ohne Ziel und ohne genaue Kenntnis des Terrains. Genau das macht für mich den Reiz des Trailrunnings aus. Der Speedcross bringt mich mit seiner rutschfesten Sohle und seiner GORE-TEX®-Funktionaltät sicher durch jedes Gelände, ob asphaltierte Forststraße oder technisch anspruchsvoller Trail. Zudem ist er gut gedämpft, sodass man auch über längere Zeit oder auf Mehrtageswanderungen gut darin laufen kann. Viel Komfort und optimaler Grip in jedem Gelände – was will man mehr?

DER KULTTRAILSCHUH FÜR JEDES WETTER UND JEDES TERRAIN Der Salomon Speedcross ist einer der erfolgreichsten Trailrunning-Schuhe der letzten Jahre. Kein Wunder! Mit seinem vollen Wetterschutz und seiner atmungsaktiven Funktionalität können Läufer zu jeder Jahreszeit alle Strecken meistern. Die neueste Version ist der Speedcross 4 GTX® mit aggressiven Stollen für optimale Griffigkeit auf technischem oder weichem Untergrund. Seine tolle Passform bietet sicheren Halt und gute Performance, ohne an Komfort einzubüßen. Möchten Sie den Schuh selbst ausprobieren? Dann kommen Sie zu einem der Trail-Workshops der Salomon-GORE-TEX® Trailrunning-Initiative. Dort können Sie ihn in der Praxis testen. Alle Infos: http://gtx.salomon.com

DIE SALOMON GORETEX TRAILRUNNING INITIATIVE Salomon und GORE-TEX® haben sich zusammengetan und in drei mittel- und norddeutschen Regionen Trailrunning-Stationen errichtet, um Läufer aller Leistungsstufen an den Sport heranzuführen. Die Stationen im Siebengebirge, in Hamburg und in Jena bieten abwechslungsreiche Laufstrecken unterschiedlicher Länge, die mit Tipps zur Lauftechnik und lehrreichen Informationen zur Umgebung beschildert sind. Jeden Samstag finden an den drei Orten zudem Workshops statt, bei denen die Teilnehmer die Gelegenheit haben, Grundlegendes über den Sport zu lernen und Salomon-Trailrunning-Schuhe zu testen.

WEITERE INFOS Unter http://gtx.salomon. com können Sie sich für die Workshops anmelden, finden geniale Profi-Tipps und Produktinformationen der Marken Salomon und GORE-TEX®.


WARM-UP Training

Wenn dicke Jungs rennen Fat Boys Run nennt sich der hörenswerte Podcast der beiden Laufenthusiasten Philipp Jordan und René Krebber. Er richtet sich an alle Läufer, vor allem aber an solche, die nicht ständig neue Bestzeiten aufstellen wollen. www.facebook.com/fatboysrun

Die spinnen, die Läufer Laufen lernt man nur durch Laufen, heißt es eigentlich. Eine Studie belegt, dass Läufer auch von intensiven Spinning-Einheiten profitieren Eine im „Journal of Strength & Conditioning Research“ veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2015 hat gezeigt, dass Läufer durch intensive Intervall-Trainingseinheiten auf dem Spinning-Bike ihre Bestzeit über drei Kilometer um drei Prozent steigern konnten. Die zwei Wochen lang dreimal wöchentlich absolvierten Trainingseinheiten verbesserten den aeroben Stoffwechsel und bewirkten eine beschleunigte Energiegewinnung

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aus Kohlenhydraten. Und das, so die Studie, führte wiederum dazu, dasss die Probanden höhere Geschwindigkeiten laufen konnten. „Intensive Belastungsintervalle beim Laufen basieren auf demselben Prinzip, aber Fahrradfahren verringert die Belastung von Knien, Knöcheln und Hüften“, erklärt Rodrigo Aspe, einer der Studienleiter. Intervalltraining auf dem Rad Zum Aufwärmen fuhren sich die Studienteilnehmer drei Minuten bei leichter Geschwindigkeit ein. Dann erhöhten sie den Widerstand im Spinning-Bike so weit, bis sie das Gefühl hatten, „einen steilen Berg erklimmen zu müssen“ und gezwungen waren, aus dem Sattel zu gehen, um das Tempo zu halten. Von diesem Moment an mussten sie zehn Sekunden lang so schnell wie möglich fahren und dann so lange in lockerem Tritt weiterradeln, bis sie sich wieder einigermaßen erholt hatten. Dieses Schema wurde von den Testteilnehmern sechsmal wiederholt. Die „Erholphase“ dauerte zwischen 30 und 80 Sekunden. „Athleten, die ihre Ausdauer trainieren wollen, benötigen eine längere Erholung, um sicherzustellen, dass sie bei der nächsten Belastung wieder maximale Leistung bringen können“, so Aspe.

T

rails sind das Ding. Schon gehört? Das ist alles, was unter Läufern nicht „Straße“ genannt wird. Die Trails sind vor deiner Tür! In Deutschland gibt es viele sehr gut ausgebaute Wanderwege. Die meisten sind super ausgeschildert und landschaftlich der absolute Hammer. Viele Leute ahnen gar nicht, was für geile Trails direkt vor ihrer Haustür liegen. Ich

FLOW HAT DEN FINGER AM PULS DER ZEIT UND VERRÄT UNS MONATLICH DIE HEISSESTEN LAUFTRENDS

FLOW TO GO von Florian Neuschwander

bin zum Beispiel vor Kurzem einen Teil des Nibelungensteigs im Odenwald und einen Teil des Eifelsteigs bei Trier gelaufen. Die Natur und die abwechslungsreiche Landschaft sind einfach genial. Man kann diese Wanderwege oft in Etappen abwandern oder andersrum auch mal mehrere der Etappen, die von den örtlichen Tourismusvereinen empfohlen werden, am Stück laufen. Ich kann nur jedem empfehlen, mal ein verlängertes Wochenende zu nutzen und von Freitag bis Sonntag die nähere Umgebung nach regionalen Trails zu erkunden oder die Läufer, die einem begegnen, nach solchen Trails zu fragen. Am geilsten ist es, einen kompletten Wanderweg in ein paar Tagen abzulaufen, aufgeteilt in zwei bis drei Etappen pro Tag. Abends übernachtet man in Hostels, Hotels oder Jugendherbergen. Das ist immer wieder ein cooles, kleines Abenteuer im Alltag. Florian Neuschwander ist der beste deutsche Ultraläufer. Der 35-Jährige hat zurzeit stolze 34 000 Facebook-Follower.

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FOTOS: GETTY IMAGES


 

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Nie mehr von Wind und Wetter bremsen lassen: Die Gear Fit2 ist nach IP68* staubgeschĂźtzt und wasserdicht. * Schutz bei dauerhaftem Untertauchen in 1,5 m Wassertiefe fĂźr 30 Minuten und ausschlieĂ&#x;lich in klarem SĂźĂ&#x;wasser.

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Erhältlich ist S Health im Samsung App-Store und im Google Play Store. Sie läuft auf Smartphones der Samsung Galaxy-Reihe und anderen Smartphones mit Android™ 4.4 oder hÜher.

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Technik und Training gehen heutzutage Hand in Hand – mit Apps, Gadgets und Fitnessgeräten kÜnnen Sie Ihre Workouts nicht nur abwechslungsreicher, sondern auch effektiver gestalten.


Heilsames Nitrat Das Nitrat in Blattgemüse wie Rucola oder Spinat gilt bislang als problematisch. Eine Studie der Universität Hohenheim belegt jetzt seine positive Seite: Nitrat kann chronische Zahnfleischentzündungen in nur zwei Wochen spürbar verbessern

WARM-UP Ernährung

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Leckere und gesunde Snacks kurz vor der Schlafenszeit können dazu führen, dass man sich am Morgen viel besser fühlt (und sogar besser läuft)

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Gesunde Betthupferl

Einschlafprobleme? Zwei Wochen lang zweimal am Tag 250 ml Kirschsaft zu trinken hilft. Das enthaltene Melatonin reguliert den Schlafzyklus

Heißhunger auf Süßes

Gewicht abbauen

BESTES BETTHUPFERL

BESTES BETTHUPFERL

Früchtesorbet aus gefrorenen Blaubeeren und Wassermelone (1) WARUM? Der Appetit auf Süßes wird mit wenigen Kalorien gestillt. Die Antioxidantien in den Beeren reduzieren oxidativen Stress. Zudem enthält Wassermelone Aminosäuren, die Muskelkater lindern.

Griechischer Joghurt mit Zimt und Vanille (2) WARUM? Proteine unterdrücken spätabends das Magenknurren. Eine ideale Quelle ist Naturjoghurt mit Zimt und Vanillepulver für den Geschmack. Das kleine Dessert am besten 30 Minuten vor dem Schlafengehen verzehren.

Wenn man vor dem Frühstück laufen will

Nach einem anstrengenden Trainingstag

BESTES BETTHUPFERL

BESTES BETTHUPFERL

Erdnussbutter, Erdbeeren, Vollkornbrot (3) WARUM? Die Kombination aus komplexen Kohlenhydraten und Proteinen zügelt am besten den Hunger am nächsten Morgen. Genießen Sie das Brot drei Stunden nach dem Abendessen, um die Glykogenspeicher randvoll zu machen.

Schokomilch (4) WARUM? Trinkschokolade enthält Zucker (zum Auffüllen der Glykogenspeicher) und Eiweiß (zur Muskelregeneration). Der Aufbau von Muskeleiweiß verbessert sich, wenn man kurz vor dem Zubettgehen Casein (in der Milch enthaltenes Protein) zu sich nimmt.

Einschlafprobleme vor einem wichtigen Rennen

Am Abend laufen BESTES BETTHUPFERL

BESTES BETTHUPFERL

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Cracker mit Gouda oder Emmentaler (5) WARUM? Die KohlenhydratProtein-Kombo enthält Tryptophan – eine Aminosäure, die das Einschlafen fördert. Und auch wenn man vor dem Zubettgehen raffinierte Kohlenhydrate isst, schläft man schneller ein.

Rührei und Gemüse in einer Vollkorntortilla (6) WARUM? Wer nach dem Abendlauf nichts Richtiges isst, riskiert, nachts mit Heißhunger aufzuwachen. Eier beschleunigen die Regeneration, und das Gemüse liefert eine Extraportion Vitamine und Mineralien, falls Sie davon am Tag nicht genug bekommen haben.

FOTOS: JARREN VINK (5), SHUTTERSTOCK (1), ISTOCK (2)


NEUES AUS DER KOFFEIN-FORSCHUNG

Kick in die falsche Richtung Kaff affee macht wach. Ob er auch schnell macht, liegt möglicherweise in den Genen, so das Ergebnis einer brandneuen Studie Alle lieben Koffein. ff Ohne Kaaffee kommen Millionen Deutsche morgens nicht in Gang, und auch vor Wettkämpfen schätzen viele Läufer den Extrakick einer Cola oder eines doppelten Espresso. Doch neueste wissenschaftliche Forschungen deuten darauf hin, dass Koffein ff zwar immer anregend wirkt, aber nicht bei allen Menschen zu einem Leistungsschub führt. Manche werden sogar regelrecht ausgebremst. Entscheidend ist offenbar, ff wie schnell der Wirkstoff im Körper verstoffwechselt ff chselt wird, was wiederum von einem ganz bestimmten Gen namenss CYP1A2 abhängt. abhäng Für die Studie verabreichten Forscher der University of Toronto Tor oron on o nto to (Kanada) (Ka Kana n da) 100 Probanden 0, 2 oder 4 mg Koffein ff pro Kilo Körpergeewi g wich wich cht un und d seetzte tztteen tz en sie da dann für ein 10-Kilometer-Zeitfahren aufs Fahrrad. Ergeebnis: Die Ra g Radl d er mitt derr höchsten Dosis im Blut waren im Schnitt 3,5 Prozent schneller al alss je j ne, denen n ei e n Placebo-Getränk verabreicht wurde. Das ist nicht viel und statistisch kaum rellevan un vaant. Interessant wurde es erst, als man die Resultate naacch h Genot o yp y aufschlüsse se : Die Teilnehmer mit der sogenannten GG-Variante se selte: d s Ge de Gens Gens n , da das zu zu ein iner seh eh hr sch hnellen Verstoffwechselung ff führt, waren im Schnitt 11,,2 Minuten schnel eller,, die ie mitt der langsamen AA-Variante jedoch 2,5 Minuten llaang n samer. Fazit: Weenn nn Sie, wie ie 8 der 100 Studienteilnehmer, die AA-Va - riante dess Ge de G ns haben,, mü müs üssen ss Sie dam mit rechnen, dass Kaff affee Sie nicht etwa schneller, so ond dern ern la er lang ngsa sam amer me macht, macht auch wenn er Ihnen noch so gut schmeckt.

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Tipps für gesunden Kaffeegenuss P Kaffee enthält eine Reihe von Antioxidantien, die unter anderem vor Diabetes und Alzheimer schützen. Teils bilden diese sich erst beim Rösten, werden bei zu starker Röstung aber wieder zerstört. So haben Studien gezeigt, dass mittelstark geröstete hellbraune Bohnen die meisten Antioxidantien enthalten. Übrigens: Milch hemmt den Gesundeffekt von Kaffee. P Je stärker die Bohnen geröstet wurden (wie bei Espresso), desto weniger Koffein enthalten sie. Zugleich tritt der charakteristische Geschmack der Bohne gegen-

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über bitteren Röstaromen immer mehr in den Hintergrund. P Wegen des Geschmacks und wegen der Antioxidantien gilt: Bohnen am besten direkt vorm Aufbrühen mahlen. P Das beste Brühverfahren? Papierfilter haben den Nachteil, dass sie nicht nur Kaffeestaub, sondern auch aromatische Öle zurückhalten. Die French Press liefert viel Geschmack, sorgt durch feine Kaffeepartikel aber für ein „staubiges“ Mundgefühl. Ein unver fälschtes Geschmackserlebnis bieten Geräte mit Porzellan- oder Stahlfilter wie die Karlsbader Kanne.


WARM-UP

Ab ins Wasser Eine Staub- und wasserdichte Hülle für verschiedene Smartphones bietet Lifeproof an. Ab 79 Euro. www.lifeproof.eu

Equipment

Es darf ruhig mal regnen Echte Läufer lassen sich durch einen Schauer nicht abschrecken. Und mit der neuen „Active“-Jacke soll der Regen jeglichen Schrecken verlieren

NEU IM LAUFSHOP

Tragbar

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Mammut MTR 141

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Bei Regen gibt es keine allgemeine Bekleidungsempfehlung. Wirklich wasserdichte Jacken lassen zu wenig Wasserdampf von innen nach außen durchdringen – man schwitzt und wird unter der Jackenhaut mitunter nasser als durch den Regen. Abhilfe sollen Membran-Jacken schaffen: Sie verarbeiten Wasserdampf. Darauf hat sich Membranhersteller Gore-Tex spezialisiert. Die neueste Membrantechnologie gibt es jetzt in der One Gore-Tex Active Run Jacke (250 Euro). Ganz neu ist dabei nicht nur die Membran selbst, sondern auch ihre Verarbeitung: Wo bislang drei Lagen eingesetzt wurden (Futterstoff, Membran und textiler Außenstoff ), wird jetzt das außenliegende Textil überflüssig. Das sorgt nicht nur für bessere Atmungsaktivität, sondern ist auch noch leichter – und gerade deshalb für Läufer so gut geeignet.

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P RO D UK T D ES MO N AT S

1 Die Oberfläche der One Active Run Jacke ist „dauerhaft abperlend“, wie es in der Produktbeschreibung heißt: Wasser wird dank der Struktur des Oberstoffs dauerhaft abgestoßen, die Wassertropfen perlen ab. Die Jacke benötigt keine Nachbehandlung, es ist keine Imprägnierung nachträglich nötig. Zudem nimmt das Gewebe selbst kein Wasser auf, es wird nicht schwerer.

2 Der „Shake DryEffekt“ sorgt dafür, dass durch Schütteln die Wassertropfen auf der Oberfläche der Jacke abgeschüttelt werden. Beim Laufen passiert dies schon allein durch die Erschütterungen des Laufschritts. „Es sammelt sich keine nennenswerte Menge Wasser an oder auf der Jacke. Es perlt ab und tropft während des Laufens einfach runter“, so ein Testläufer.

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Beim Trailrunning wird auf jedes Gramm geachtet. Deshalb hat Mammut seinen neuen Laufrucksack mit sieben Litern Füllvolumen auf nur 265 Gramm abgespeckt. Zwei Netztaschen außen, zwei Flaschenhalter vorn in den Schultergurten und zwei Netztaschen an den Gurten sorgen für zusätzlichen Stauraum. 90 Euro | www.mammut.ch

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Karhu FAST 6 MRE

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Die finnische Sportmarke Karhu hat eine lange Tradition und gehörte einst zu den innovativsten Laufschuhherstellern. An diese Tradition will die Marke jetzt wieder anknüpfen. Eins der Modelle, die dafür ins Rennen gehen, ist der Fast 6 MRE, der mit der Karhu-typischen „Fulcrum“-Technologie ausgerüstet ist. 3 Die Wasserdichtigkeit („Wassersäule“) liegt laut Hersteller bei mindestens 23 000 Millimetern. Gleichzeitig lässt die neue Membran deutlich mehr Wasserdampf von innen nach außen passieren als die bisherige Active, die 2012 eingeführt wurde. „Ich habe das Gefühl, dass zum ersten Mal eine Membran wirklich funktioniert“, so ein Testläufer aus dem RW-Team.

4 Durch den Verzicht auf einen textilen Außenstoff wiegt die schlank geschnittene („Slim fit“) Jacke weniger als 200 Gramm. Durch ihr kleines Packmaß nimmt sie im Rucksack kaum Platz weg. Dazu kann man sie in der „Napoleon-Brusttasche“ verstauen. Sämtliche Nähte sind verklebt. Die Kapuze und der Bund an Hüfte und Ärmeln haben einen integrierten Gummizug.

140 Euro | www.karhu.com

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Odlo FLEX HIGH BRA

Der Flex High Sports Bra soll zwei Funktionen erfüllen: einerseits die eines Sport-BHs mit hoher Stützfunktion, andererseits die eines schlichten Sport-Tops. Das neue Modell gibt es in XS bis SL und bietet hohen Halt fürs Laufen. 55 Euro | www.odlo.com/de

FOTOS: KRÖGER & GROSS (1), HERSTELLER


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ICH BIN EIN LÄUFER

Z U R PERSO N

Christina Diekmann, 28, Handelsfachwirtin aus Hamm … … wog vor zwei Jahren 102 Kilo bei einer Körpergröße von 1,58 Metern. Sie war schon als Jugendliche korpulent. Während der Schwangerschaft nahm die junge Frau noch mal ordentlich zu. Nach der Geburt hatte sie immer noch über 100 Kilo. Doch dann stand die Hochzeit bevor, die ihr Leben umkrempelte: Sie begann zu laufen und stellte zudem ihren Speiseplan komplett um. Das Ergebnis: Sie heiratete in Kleidergröße 38.

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Als neuer Mensch zum Traualtar Christina Diekmann hatte mehr als ein paar Pfunde zu viel. Doch dann nahm sie durch Laufen und eine Ernährungsumstellung innerhalb nur eines Jahres 40 Kilo ab. Ihre Motivation: Sie wollte als schlanke Braut heiraten Von IRINA STROHECKER • Foto MARCUS VOGEL

„Ich war noch nie schlank“, erklärt Christina. Doch heute ist sie es, zum ersten Mal in ihrem Leben. Mit um die 60 Kilo hat die 1,58 Meter große Frau Normalgewicht und sieht schlank, gesund und sportlich aus. „Ich verstehe das selbst noch nicht so ganz“, sagt sie über ihr neues attraktives Erscheinungsbild. Wenn sie heute Bekannte aus ihrem alten Leben trifft, wird sie in der Regel nicht erkannt. Denn innerhalb nur eines Jahres – von November 2014 bis Oktober 2015 – hat sie ihr komplettes Übergewicht von 40 Kilo abgespeckt. Wie hat sie das nur geschafft?

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„Als 13-Jährige machte ich die erste Diät. Der Abiturball in einem Kleid mit Übergröße war die Hölle. Auch danach schaffte ich es nie, auf unter 85 Kilo zu kommen. Als im August 2014 unsere Tochter Antonia auf die Welt kam, verließ ich das Krankenhaus mit meinem Höchstgewicht von 102 Kilo“, erzählt Christina. Bei ihrer Körpergröße ist das ein sehr großes Übergewicht. „Vor der Schwangerschaft wog ich 87 Kilo. Ich hatte es nie geschafft, konsequent abzunehmen, mit keiner Diät“, erzählt sie. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr Freund Stefan ihr einen Antrag machte. „Meine Motivation war tatsächlich die Hochzeit.“ Christina wollte als schöne,

Christina klapperte sämtliche Läden ab, probierte ein Kleid nach dem anderen an. Nichts passte. In einem Laden sagte man ihr: ‚In Ihrer Größe führen wir nichts!‘ Da brach sie in Tränen aus“

schlanke Braut ihrem Freund das Jawort geben. Dafür hat die 28-Jährige binnen eines Jahres 41 Kilo abgenommen: von 102 auf 61 Kilo. Das muss wahre Liebe sein! Es begann mit der Suche nach dem perfekten Hochzeitskleid. Christina klapperte sämtliche Läden ab, probierte ein Kleid nach dem anderen an. Nichts passte. In einem Laden bekam sie zu hören: „In Ihrer Größe führen wir nichts!“ Christina brach in Tränen aus. „Ich nahm mir ganz fest vor: In Größe 46 heirate ich nicht.“ Schließlich fand sie doch noch ein Kleid, bestellte es in Größe 46, schwor sich aber: Jetzt ist es so weit, so geht es nicht weiter. Ich nehme ab! Das war im Sommer 2014. Nur wenige Monate später, im November 2014, drehte sie ihre erste Laufrunde. „Meine Freundin Caroline brachte mich zum Laufen. Für unsere erste Dreikilometerrunde benötigten wir 43 Minuten“, erinnert sie sich. Die beiden Frauen gingen es locker an, unterhielten sich nebenher. „Wenn wir nicht mehr konnten, gingen wir ein Stück, dann liefen wir wieder.“ In den folgenden Monaten liefen sie gemeinsam regelmäßig zweimal pro Woche. Die Freundin stieg aus, Christina blieb dran. Drei Monate nach ihrem Laufeinstieg, im Januar 2015, schaffte sie ohne Probleme eine 10-Kilometer-Runde. Dann war für sie klar: „Ich brauche ein neues Ziel, ich laufe Halbmarathon!“ Zu dieser Zeit wog sie noch 95 Kilo. „Nur durch Laufen habe ich in drei Monaten sieben Kilo abgenommen.“ Aber sie wollte mehr … ★

Im Januar 2015 machte Christina dann eine Ernährungsberatung und schloss sich einer geleiteten Diätgruppe an. „Jede Woche traf ich mich mit dieser Gruppe. Wir mussten immer artig auf die Waage gehen, und unser Gewichtsverlust wurde thema-

tisiert. Für mich war das genau das Richtige, obwohl ich mit großem Abstand die Jüngste in der Gruppe war.“ Da sie während der Ernährungsumstellung eine Obergrenze an Kalorien pro Tag nicht überschreiten durfte, füllte sich Christinas Speiseplan automatisch mit mehr leichter, vollwertiger und gesunder Kost. „Mit Speisen wie Salat und Gemüse statt Pommes. Fast Food, das ich vorher liebte, war fortan tabu – ebenso wie Süßigkeiten und Kuchen“, berichtet sie. Christina ist eine beruflich sehr erfolgreiche Frau. Als studierte Handelsfachwirtin arbeitete sie immer in Führungspositionen, auch heute noch als junge Mutter im eigenen Familienunternehmen. An Disziplin fehlt es ihr nicht. Mit eisernem Willen verfolgte sie sieben Monate lang ihre Diät. In dieser Zeit trainierte sie weiter, baute die Trainingsumfänge sogar noch aus. ★

Morgens beim Brötchenkauf machte sie einen großen Bogen um die süßen und fettigen Backwaren. Das Ergebnis wurde im-

An Disziplin fehlt es Christina nicht. Mit eisernem Willen verfolgte sie sieben Monate lang ihre Diät. In der Zeit trainierte sie weiter und baute ihre Trainingsumfänge aus“

mer sichtbarer: endlich schlanke Beine und eine schlanke Taille. Ihr Traum ging in Erfüllung: Sie heiratete im Oktober letzten Jahres in Kleidergröße 38. Sie musste das Ausstellungsstück von der Modepuppe aus dem Schaufenster tragen, denn in der bestellten Größe 46 versank sie gänzlich im schönen Tüllstoff. Damit hatte ihr Mann Stefan nicht gerechnet. Er ist stolz auf seine schlanke Frau. Sie wog am Hochzeitstag ihr Tiefstgewicht von 61 Kilo. Im April dieses Jahres lief sie ihren ersten Halbmarathon, bald darauf – weil es so schön war – den zweiten. Ihre aktuelle Halbmarathonzeit: 1:58 Stunden. In Köln steht sie Anfang Oktober bei ihrem ersten Marathon am Start. „Mein Gewicht hat sich bei 63 Kilo eingependelt. Ich konnte es halten und möchte es auch nicht mehr verlieren. Das Laufen hilft mir dabei.“

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RUNNING HEROES

sah ich beim Laufen das größere Potenzial. Und um die AG nicht nur auf das Laufen zu beschränken, kam noch Schwimmen dazu. Radfahren können alle Schüler, also gründeten wir eine Triathlon-AG“, sagt er. Die AG besteht derzeit aus 25 Schülerinnen und Schülern, die Monat für Monat an unterschiedlichen Wettkämpfen teilnehmen, zuletzt beim Aasee-Triathlon in Münster. Zweimal wöchentlich werden Laufen und Schwimmen trainiert. „Keiner der Schüler hatte vorher schon mal an einem Laufwettbewerb teilgenommen,

Mit über 1000 Schülern mit unterschiedlichen Hörschädigungen von leicht bis hochgradig schwerhörig sowie gehörlos ist das Rheinisch-Westfälische Berufskolleg für Hörgeschädigte in Essen die größte Schule für Menschen mit einer Hörschädigung in Deutschland. Natascha Laier und Stephan Schäfer unterrichten dort als Sportlehrer. Beide sind ehemalige Leistungssportler und haben als Mitglieder ihrer jeweiligen Nationalmannschaft an einigen Deaflympics (Olympiade der Gehörlosen) in aller Welt teilgenommen, Natascha als Fußballerin, Stephan als Volleyballer. Beide sind hörgeschädigt wie ihre Schüler und selbst ehemalige Schüler der Schule. 2011 riefen sie dort die Triathlon-AG ins Leben. Die Idee, eine AG zu gründen, kam auf, als einige Schüler Stephan baten, mit ihnen für die Sporteignungsprüfung der Kölner Sporthochschule zu trainieren. Zuerst spielte er mit dem Gedanken, eine Volleyball-AG zu gründen. „Doch um möglichst viele Schüler und Schülerinnen anzusprechen,

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Gehörlos, aber nicht zu bremsen!

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Stephan, 37, und Natascha, 38, Sportlehrer an einer Förderschule für Gehörlose und Schwerhörige, machen mit einer Triathlon-AG Hörgeschädigte zu Wettkämpfern Von IRINA STROHECKER

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Schon mal ein Rennen mit Ohropax gelaufen? So in etwa läuft es sich ohne Gehör“

geschweige denn an einem Triathlon“, erzählen die Lehrer. Jetzt laufen die Schnellsten die 5 Kilometer in 20 Minuten. Die AG nimmt auch regelmäßig an Laufveranstaltungen teil, etwa der Winterlaufserie in Duisburg und Halbmarathons. Mehr Infos: www.rwb-essen.de

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125 Läufer und Rollies bilden ein Team

Lauf- und spendenfreudige Firma

• Joachim Saukel, 51, ist einer der Organisatoren des Inklusionslaufs „Lions meets Rollies“. „Die Spendenaktion führen wir seit zehn Jahren gemeinsam mit dem Lions Club Kempten-Buchenberg durch“, erklärt er. Der Lauf fand dieses Jahr am 10. April innerhalb des ABT-Laufsporttags in Kempten statt. Der diesjährige Spendenerlös von rund 4000 Euro kommt – wie in den Vorjahren – Special Olympics Bayern sowie einem Kletterprojekt der Körperbehinderte Allgäu gGmbH zugute. „Der Lauf ist ein Zeichen, um Barrieren in den Köpfen abzubauen“, sagt Joachim. Der Termin für das nächste Jahr steht auch schon fest: 2. April 2017 (Distanzen: 5 Kilometer und Halbmarathon). Mehr Infos: www.lionskempten-buchenberg.de oder www.kempten-halbmarathon.de

• Rüdiger vom Brocke, 54, Anke Wagner, 48, Gaby Schmidt, 50, und Frank von der Höh, 52, von der Firma Turck motivieren ihre Belegschaft jedes Jahr, für den guten Zweck am AOK-Firmenlauf in Lüdenscheid teilzunehmen. Mit Erfolg: Fast 5500 Teilnehmer aus 323 Firmen meldeten sich dieses Jahr für den 6-Kilometer-Lauf an, davon 128 Läufer der Turck-Gruppe. Alle Kosten wie die Anmeldegebühr und Anfahrtskosten übernimmt die Geschäftsführung. Die Mitarbeiter, egal ob Läufer oder Zuschauer, spenden im Vorfeld eine beliebige Geldsumme, die von der Geschäftsführung verdoppelt wird. Die so zusammengekommenen 2600 Euro gingen dieses Jahr auf Vorschlag der Belegschaft an den Kinderhospizdienst Sternentreppe der Caritas Hagen.

Kennen Sie auch Menschen oder Laufgruppen, die in diese Rubrik passen? Dann schreiben Sie an leserservice@runnersworld.de

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AUSPROBIERT

WIE F ÜHLT ES SICH A N …

… beim Laufen Pokémons zu jagen?

Sonst st läu lä läuft äuft sie ohne ohn ne Smartphone, aber mit Laufpartner. Auf den musste Britta beim Pokémon-Go-Lauf verzichten. Das hätte nur Stress gegeben

Im 31. Teil unserer Serie „Ausprobiert“ jagte unsere stellvertretende Chefredakteurin beim Laufen virtuellen Monstern hinterher. Denn wenn alle Welt dafür durch die Gegend geht, müsste das laufend doch noch effektiver gelingen, oder? Von BRITTA OST • Foto: MARCUS VOGEL

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ie Augmented-Reality-App „Pokémon Go“ ist derzeit in aller Munde, besser: in aller Hände. Die Idee dabei: Mit seinem Smartphone jagt man virtuelle Monster. Draußen, im Freien! Resultat: Seit Wochen spazieren Tausende jugendliche Stubenhocker freiwillig kilometerweit durch die Städte. Das geht laufend doch viel besser, dachte ich. Ich installierte die App und erstellte meinen Avatar (mein Stellvertreter in der virtuellen Welt). Das ging fixer, als eine neue Laufuhr einzurichten. Und los! Schon vibrierte das Smartphone, ich verrenkte mich, um auf das Display an meinem Arm zu schauen. Gleich drei süße Pokémon-Monster standen um meinen Avatar herum. Ich fing „Pikachu“ (alle Monster haben Namen), indem ich es mit virtuellen roten Bällen bewarf. Nach zwei Kilometern der nächste Alarm. Allerdings kein Monster, sondern die Akkuwarnung. Noch 20 Prozent. Stromsparmodus an. Merke: 45 Prozent Akkuladung sind nichts, wenn man auf Monsterjagd geht. W

W W

Einen Tag später folgte ein kurzes Intervalltraining. In der Zwischenzeit hatte ich Bälle zum Abwerfen der Monster gesammelt, außerdem Eier, die durch Herumspazieren zum Ausbrüten der kleinen Monster gebracht werden müssen. Je nach Art braucht man dazu zwei oder fünf Kilometer, die ich jetzt laufen wollte. Also ein 5-Kilometer-Ei in den Incubator, und los. Nach dem Training mein gespannter Blick aufs Display – und die Enttäuschung. Das Ei war noch lange nicht ausgebrütet, und das nach

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DIE BEDINGU N G EN 1 Die App „Pokemon Go“ sollte im Laufschritt getestet werden.

6,4 Kilometern. Bei der Messgenauigkeit fiel die App glatt durch. W W

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Dritter Lauf mit der App: eineinhalb Stunden am Samstagnachmittag. Meine Erfahrung: In Großstädten 2 Strecke und Trainingswie Hamburg gibt’s am laufenden vorgaben wurden wie üblich gewählt. Meter Pokémons. Um eins zu fangen, musste ich allerdings stehen bleiben, 3 In den ersten beiden und auch noch die Kamera auf das Läufen lief die App nur nebenbei, beim dritten Tierchen richten. Peinlichkeitsfaktor: erhielt sie ständige Aufmittel bis hoch. Ich bemühte mich, merksamkeit. unauffällig ff am Wegesrand zu jagen, was leidlich gelang. Wenn das Fangen nicht mit dem ersten Wurf gelang, dauerte es einen Moment, bis der nächste Ball erschien. Beim Laufen ein nerviger Zeitverlust, vor allem, wenn man mehrmals verfehlt. Trotzdem konnte ich mich der Sammelleidenschaft nicht entziehen. Meine Trainingszusammenfassung? Zeit: 90 Minuten. Anstrengung: hoch. Distanz: völlig egal. Was wirklich zählt: gefangene Pokémons – 47! Insgesamt ein großer Spaß, sofern man kein Problem damit hat, sich ab und zu belustigt anstarren zu lassen. Ich werde die App aber trotzdem wieder löschen, um in Zukunft wieder mit realen Laufpartnern zu rennen. Denn beides gleichzeitig geht auf keinen Fall. Nächstes Mal: Wie fühlt es sich an, auf einem Schiff ff zu laufen?

Alle älteren Folgen dieser Serie finden Sie unter www.runnersworld.de/ausprobiert


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Steve Prefontaine 1972 in seiner Geburtsstadt Coos Bay, Oregon. Rechts im kleinen Bild: Autor Phil Knight, 1973 in den Büros seiner noch jungen Firma Nike

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Steve Prefontaine ist eine Legende. Er war das Idol einer Jugend und die Ikone einer neuen Laufbewegung – bis er, genau wie James Dean, mit 24 Jahren bei einem Autounfall verunglückte. Unser Autor, Nike-Gründer Phil Knight, erzählt hier, wie er „Pre“ unter Vertrag nahm und zum Aushängeschild seiner jungen Firma machte

fanden die Olympia-Ausscheidungen in der Leichtathletik erstmals vor unserer Haustür in Eugene, Oregon, statt. Wir waren uns einig: Das war die Gelegenheit, für unsere brandneue Schuhkollektion zu werben. Also schickten wir ein paar Mitarbeiter los, die unter den anreisenden Teilnehmern so viele Schuhe verteilen sollten wie möglich, gratis, versteht sich. In einem Lagerraum unseres Geschäfts in Eugene bauten wir eine Siebdruckmaschine auf und fingen an, Massen von Nike-T-Shirts zu produzieren, die meine Frau Penny unter die Leute brachte wie Süßigkeiten zu Halloween. Wenn das nicht zog, was dann? Und, siehe da, gleich am ersten Tag kam der Kugelstoßer Dave Davis in den Laden und erzählte, weder von Adidas noch von Puma habe er etwas umsonst bekommen, und deshalb sei er nur allzu gern bereit, unsere Schuhe anzunehmen

FOTOS: COURTESY OF NIKE

und auch zu tragen. Das tat er dann – und wurde Vierter. Jippie! Und nicht nur das, er trug dabei auch noch eins von Pennys T-Shirts. Der einzige Haken war, dass Dave nicht gerade eine Idealfigur hatte, sondern eine recht ansehnliche Wampe. Und unsere Shirts waren ziemlich eng, wodurch sein Bauch noch betont wurde. Für die Zukunft merkten wir uns: entweder schlankere Athleten engagieren oder größere Größen fertigen lassen! ★

Es gab auch noch ein paar Läufer, die es mit unseren Spikes immerhin bis in das Halbfinale schafften. ff Unser Angestellter Jim Gorman zum Beispiel lief die 1500 Meter. Ich fragte ihn, ob er es mit dem Pflichtbewusstsein nicht etwas übertrieb. So toll waren unsere Spikes nämlich nicht. Doch er meinte nur: „Ich zieh das durch.“ Beim Marathon belegten Läufer mit NikeSchuhen die Plätze vier bis sieben. Zwar

hat keiner von ihnen die Olympia-Qualifikation geschafft, ff aber immerhin! Das Hauptereignis der Vorausscheidungen war aber das Duell über 5000 Meter zwischen Steve Prefontaine und dem vierfachen Olympiateilnehmer George Young am letzten Tag der Trials. Prefontaine wurde damals schon von allen nur noch „Pre“ genannt, er war ein echter Superstar. Sportjournalisten zogen gern Vergleiche mit James Dean und Mick Jagger, und RUNNER’S WORLD schrieb, man könne ihn eigentlich nur mit Muhammad Ali vergleichen. In der Tat hatte er ähnlich viel Selbstbewusstsein und eine ebenso starke Ausstrahlung wie Ali.

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Pre ging es nie nur um das Renne en. Er machte immer eine Show da araus,, suchte immer das Rampenlic cht In meinen Augen griffen all diese Vergleiche zu kurz. Einen Sportler wie Pre hatte das Land noch nie gesehen, auch wenn nur schwer zu erklären war, was seine Anziehungskraft ausmachte. Es war mehr als nur sein herausragendes Talent und auch mehr als seine große Klappe. Es gab noch andere Talente, und Maulhelden gab es ohne Ende. Viele sagten, es sei sein Aussehen. Pre hatte dieses gewisse Etwas: so ein Leuchten, so eine Aura. Und er hatte die breiteste Brust, die man sich nur vorstellen kann, auf schmalen, muskulösen Beinen, die nie aufhören wollten zu wirbeln. Die meisten Läufer waren außerdem eher introvertiert, und Pre war alles andere als das. Ihm ging es nie nur um das Laufen, um den Wettkampf. Er machte immer eine Show daraus, suchte immer das Rampenlicht. ★

★ ★

Manchmal dachte ich, das Geheimnis seiner Popularität sei seine Hingabe: Er wollte immer Erster werden, und wenn er dabei draufging. Ganz gleich, was sein Trainer, Nike-Mitgründer Bill Bowerman, ihm riet oder welche Signale sein Körper aussandte – Pre lief immer volle Pulle. Er brachte sich damit nicht nur an den Rand der Erschöpfung, sondern ging regelmäßig darüber hinaus. Seine ungestüme, taktisch unkluge, ja manchmal geradezu selbstmörderische Renneinteilung ging oft

nicht auf, aber für das Publikum war es immer ein Spektakel. Jemand, der alles gibt, egal in welchem Sport oder bei was auch immer für einem kühnen Experiment, dem fliegen die Herzen zu. Bei uns in Oregon war Pre eh der Größte, da er „einer von uns“ war. Er war hier geboren, in unseren verregneten Wäldern aufgewachsen und schon als Jugendlicher unser Held. Mit 18 hatte er zu unserer großen Freude einen neuen US-Rekord über zwei Meilen aufgestellt, und von da an verfolgten wir voller Begeisterung seine Heldentaten bei den jährlichen College-Meisterschaften. Ganz Oregon nahm Anteil an seinem sportlichen Werdegang und wir bei Nike umso mehr, da unsere Herzen am Laufsport hingen. Natürlich konnte Pre nicht direkt vor den Trials die Schuhmarke wechseln. Er war an Adidas gewöhnt. Aber wir waren sicher, dass wir ihn früher oder später für Nike würden gewinnen können, ja, dass er eines Tages das Aushängeschild unserer Firma werden würde. ★

Dies waren die Gedanken, die mich auf dem Weg zum Leichtathletikstadion Hayward Field bewegten, in dem die Trials stattfanden. Als ich dort ankam, war die Stimmung kurz vorm Überkochen. Kaum hatten wir unsere Plätze eingenommen, da begann Pre auch schon mit dem Warm-up. Jede Bewegung, jeder Schritt, den er tat, rief eine Woge der Begeisterung hervor. Jedes Mal, wenn er an einer der beiden Tribünen entlanglief, erhoben sich die Fans von ihren Sitzen und kreischten wie verrückt. Jeder Zweite trug ein Shirt mit dem Aufdruck „Legend“ (Legende). Doch plötzlich kippte die Stimmung, und der Jubel ging in dumpfe Buhrufe über. Gerry Lindgren, damals vermutlich der beste Langstreckenläufer der Welt, hatte die Laufbahn betreten, und auf seinem Shirt stand: „Stop Pre“. Lindgren hatte Pre vor Jahren bei einer College-Meisterschaft geschlagen und wollte das allen, Bevor er Nike gründete, startete Phil Knight für die University of Oregon. Seine Bestzeit über die Meile stand bei 4:13 Minuten

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vor allem Pre, unter die Nase reiben. Doch als Pre zu Lindgren rüberschaute und das Shirt sah, schüttelte er nur grinsend den Kopf. Er fühlte sich nicht unter Druck gesetzt, nur zusätzlich motiviert. Die Läufer nahmen ihre Startposition ein. Es wurde gespenstisch still im Stadion. Der Startschuss kam mir lauter vor als eine Feldhaubitze. Pre übernahm sofort die Führung, Young hängte sich an seine Fersen. In kürzester Zeit setzten sie sich ab, und es war klar, dass sie das Rennen unter sich ausmachen würden. (Lindgren lag bereits weit zurück und spielte keine Rolle.) Beide verfolgten eine klar umrissene Strategie: Young verließ sich auf seine Spurtstärke. Er würde versuchen, bis zur letzten Runde dranzubleiben, um dann vorbeizuziehen und zu gewinnen. Pre hingegen versuchte ein so hohes Tempo anzuschlagen, dass Young am Ende für den Schlussspurt keine Kraft mehr blieb. Elf Runden lang liefen sie dicht beieinander. Unter dem Grölen des Publikums gingen sie auf die letzte Runde. Es kam mir vor wie ein Box- oder Stierkampf. Man hatte das Gefühl, es ginge um Leben und Tod. Und da geschah es: Pre holte tief Luft und schaltete noch einen Gang höher. Er vergrößerte den Abstand auf einen, zwei, schließlich fünf Meter. Man sah, wie Young die Zähne zusammenbiss, und wusste, dass er nichts mehr zuzusetzen hatte. Ich dachte: Diesen Augenblick darfst du nicht vergessen. Präg ihn dir ein! Da siehst du, was man mit Hingabe erreichen kann – ob als Sportler oder Unternehmer. Als die zwei die Ziellinie überquerten, sahen alle hoch zur Stadionuhr und begriffen, dass beide den Landesrekord gebrochen hatten. Pres Zeit war noch einen Hauch besser. Er hatte gesiegt, aber damit begnügte er sich nicht. Er lief zu einem Zuschauer, der ein „Stop Pre“-T-Shirt schwenkte, schnappte es sich und ließ es triumphierend über seinem Kopf kreisen wie den Skalp eines besiegten Feindes. Einen solch ohrenbetäubenden, lang anhaltenden Applaus, wie er dann folgte, habe ich in meinem Leben nie wieder gehört. Überhaupt hatte ich so etwas wie dieses Rennen noch nie erlebt. Das, dachte ich, ist ganz großer Sport. Sport, der die Menschen mitreißt und begeistert. Der ihnen, ähnlich wie ein gutes Buch oder ein Film, das Gefühl gibt, am Glück und Leid anderer Menschen teilzuhaben. In solchen Sternstunden werden die Emotionen des Zuschauers deckungsgleich mit denen des

FOTOS: COURTESY OF NIKE (4), GETTY IMAGES (2)


Athleten. Man wird eins mit dem Helden, triumphiert mit ihm, wenn er gewinnt, und leidet mit ihm, wenn er scheitert. Auf dem Heimweg spürte ich, dass ich diesen Tag nie vergessen würde, und schwor mir, dass wir bei Nike uns vom Geist dieses Rennens leiten lassen würden. Im Wettstreit mit unseren Konkurrenten würden wir uns verhalten wie Pre: Wir würden kämpfen, als Mit seinem Sieg ginge es um unser Leben. Und bei den US-Vorausdarum ging es ja auch. scheidungen über 5000 Meter sicherte sich Pre (229) das Ticket für die Olympischen Spiele 1972

Nach seinem Sieg schnappte Pre sich eines jener T-Shirts (unten), mit denen ein Konkurrent vor dem Rennen gegen ihn Stimmung machen wollte, und ging damit auf eine Ehrenrunde

Das 1972er Laufschuhsortiment (oben) der Firma, die erst im Januar desselben Jahres ihren Namen von Blue Ribbon Sports in The Athletic Department geändert hatte (rechts; im Türrahmen: Geoff ff Hollister)

Alle Augen richteten sich jetzt auf die Olympischen Spiele in München. Wir konnten es kaum erwarten. Unser Mann, Bowerman, war Cheftrainer der Leichtathletikmannschaft, und Pre, unser ganzer Stolz, würde der große Star werden. Daran gab es keinen Zweifel – nach der Vorstellung bei den Trials. Im Interview mit „Sports Illustrated“ sagte Pre: „Ja, die Erwartungen an mich sind groß. Aber ich denke, wenn ich alles gebe und laufe bis zum Umfallen, und wenn mich dann jemand schlägt, wenn ich den Typen dazu gebracht habe, das Letzte aus sich herauszuholen und noch ein bisschen mehr, dann soll es eben so sein. Dann war er an dem Tag eben besser als ich.“ Kurz bevor Pre und Bowerman nach Deutschland aufbrachen, reichte ich ein Patent für Bowermans revolutionäre Waff felsohle ein, die er zusammen mit seiner Frau erfunden hatte. Das war ein großer Moment für uns beide und eine Sternstunde meines Lebens. Unsere Schuhe verkauften sich gut, meine Frau war schwanger, ich konnte Monat für Monat pünktlich die Raten meines Immobilienkredits zahlen, kurz: Ich sah rosige Zeiten auf uns zukommen. Doch es kam anders. In der zweiten Woche der Olympischen Spiele erklommen acht maskierte Terroristen eine Mauer des olympischen Dorfs und kidnappten elf Sportler aus Israel. In unserem Büro in Tigard, Oregon, saßen wir den ganzen Tag wie gebannt vorm Fernseher und verfolgten sprachlos das Scheitern der Geiselbefreiung. ★

Als Bowerman und Pre aus Deutschland zurückkehrten, waren sie verändert. Bowerman sagte, diese Olympischen Spiele seien der Tiefpunkt seines Lebens. Kurz darauf gab er seinen Rücktritt als Nationaltrainer bekannt und hängte seine Trainerkarriere an den Nagel.

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Er hät te im Windschat ten de es Füh hrenden Kräft fte e sparren und Silber holen könn nen, doch das war nic cht seine Art Auch Pre konnte das Erlebte nicht vergessen. Er war voller Wut auf die Terroristen – und auf sich selbst, denn er war mit seiner Leistung bei den Spielen unzufrieden. Er hatte das Gefühl, seine Fans enttäuscht zu haben. Er war Vierter geworden. Wir versicherten ihm, dass es keine Schande sei, in seiner Disziplin Viertbester der Welt zu sein. Doch Pre wusste, dass er mehr drauff hatte. Und dass er besser abgeschnitten hätte, wenn er nicht so starrsinnig gewesen wäre. Wieder einmal hatte er weder Geduld noch Clevernis bewiesen. Er hätte im Windschatten des Führenden bleiben, Kräfte sparen und Silber holen können. Doch eine solche Taktik hätte gegen seine Grundsätze verstoßen. Er war wie immer vornweg gelaufen, volle Pulle, schonungslos, und auf den letzten 100 Metern eingebrochen. Schlimmer noch, der Mann, den er als Erzrivalen betrachtete, der Finne Lasse Virén, hatte einmal mehr gesiegt. Wir versuchten ihn aufzumuntern. Wir versicherten ihm, dass seine Beliebtheit in Oregon ungebrochen sei. Wir er-

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zählten ihm, dass in Eugene eine Straße nach ihm benannt werden sollte. „Na super“, sagte Pre, „und wie wollen sie die nennen – 4th Street?“ Er zog sich in seinen Wohnwagen unten am Fluss zurück und ließ sich wochenlang nicht blicken. ★

Eines Tages hieß es dann, Pre gehe wieder joggen, jeden Morgen vor Sonnenaufgang, zehn Meilen, wie früher, mit seinem Schäferhund Lobo im Schlepptau. Es dauerte ein halbes Jahr, doch dann brannte das Feuer wieder in ihm. Bei seinen letzten Rennen für die University of Oregon brillierte er. Er gewann zum vierten Mal in Folge das Drei-Meilen-Rennen der NCAA, in glanzvollen 13:05,3 Minuten. Er reiste nach Finnland, lief über 5000 Meter allen davon und stellte einen neuen US-Rekord auf: 13:22,4. Vor allem aber tat er es in unseren Schuhen. Bowerman hatte ihn endlich davon überzeugt, Nike zu tragen. Und unsere Schuhe waren endlich gut genug für Pre. Es war die perfekte Symbiose. Er machte die Marke Nike weltweit zu einem

Symbol der Rebellion gegen überkommene Konventionen, und wir halfen ihm, wieder auf die Beine zu kommen. Gegenüber Bowerman und einigen engen Freunden ließ Pre durchblicken, dass er bereits an die Olympischen Spiele 1976 in Montreal dachte. Er wollte Satisfaktion. Er war fest entschlossen, sich das Gold zu holen, das ihm in München versagt geblieben war. Doch der Weg dorthin war steinig. Ein großes Hindernis war der Vietnamkrieg. Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre wurden die Wehrpflichtigen in den USA per Losverfahren zum Kriegsdienst herangezogen, und Pre hatte ein furchtbares Los erwischt: Gleich nach seinem Studienabschluss sollte er eingezogen werden. Bald würde er unter schwerem Beschuss in einem stinkenden Loch im Dschungel sitzen und womöglich durch eine Mine seine göttlichen Beine verlieren. Außerdem lag er im Clinch mit Bowerman. Der war immer noch sein Coach, beide waren sehr eigensinnig, und ihre Ansichten über das optimale Training und die

FOTOS: COURTESY OF NIKE (4), GETTY IMAGES (2), TACOMA NEWS-TRIBUNE


ideale Renneinteilung gingen weit auseinander. Bowerman dachte vorausschauend: Langstreckenläufer erreichen ihren Leistungshöhepunkt mit Ende 20. Er wollte daher, dass Pre sich schonte und nur an wenigen ausgewählten Rennen teilnahm. Geh sparsam mit deinen Kräften um, flehte Bowerman Pre immer wieder an. Aber der dachte nicht daran. Er sah keinen Sinn darin, es langsam angehen zu lassen. Wer bremst, verliert, lautete sein Motto. Doch vor allem war Pre pleite. Die Betonköpfe und Kleingeister, die im amerikanischen Amateursport damals das Sagen hatten, verfügten, dass Olympioniken weder Sponsorengelder noch staatliche Unterstützung annehmen durften, womit sie unsere besten Läufer, Schwimmer und Boxer zu Sozialfällen stempelten. Um sich über Wasser zu halten, arbeitete Pre gelegentlich als Barkeeper. Und er nahm an Rennen in Europa teil und kassierte unter der Hand Startgeld von den Veranstaltern. Doch die zusätzlichen Rennen führten bald zu Problemen. Sein Körper, insbesondere sein Rücken, spielte nicht mehr mit. ★ ★

Bei Nike machten wir uns Sorgen. Schließlich kam uns der rettende Einfall: Um zu verhindern, dass Pre sich selbst Schaden zufügte, um ihm die Scham zu ersparen, mit dem Klingelbeutel von Tür zu Tür zu

wir ihm gekauft. Pre verkörperte für mich genau das, wo wir mit Nike hinwollten. Ich wollte, dass jeder, der sah, wie er in halsbrecherischer Geschwindigkeit über die Tartanbahn oder in seinem MG durch die Stadt raste, dabei an Nike dachte. Und ich wollte, dass jeder, der ein paar Nike-Schuhe kaufte, dabei an Pre dachte. ★

1972 mal ohne den typischen Schnauzer. Linke Seite: Im olympischen Finale von 1972 über 5000 Meter führte Pre lange Zeit vor Viren (228), wurde am Ende aber nur Vierter (kleines Bild)

ziehen, stellten wir ihn ein. 1973 gaben wir ihm einen „Job“ mit einem bescheidenen Jahresgehalt von 5000 Dollar. Wir ließen Visitenkarten für ihn drucken, auf denen stand: National Director of Public Affairs. ff Immer mal wieder sah mich jemand scharf an und fragte, was das denn bitte heißen solle. Darauf sah ich ihn scharf an und sagte: „Das heißt, dass er schnell laufen kann.“ Kaum hatten wir Pre sein erstes Gehalt ausgezahlt, zog er auch schon los und kaufte sich ein MG-Cabrio, genauso eins, wie ich es früher mal gehabt hatte. Damit fuhr er fortan durch die Gegend – mit einem Affenzahn, ff versteht sich. Ich freute mich wahnsinnig für ihn und war ein bisschen stolz auf mich. Ich dachte: Den haben

Nachdem Knight (Bild unten, rechts) ihm einen Job gegeben hatte, machte Pre im ganzen Land Werbung für Nike

Trotz der engen emotionalen Bindung zwischen Pre und mir bzw. Nike habe ich mich nur selten mit ihm unterhalten. Und auch das waren eigentlich kaum richtige Unterhaltungen. Jedes Mal, wenn ich ihm im Stadion oder bei uns im Büro begegnete, verstummte ich. Mehr als einmal versuchte ich mir Mut zu machen, indem ich mir einredete, dass er nur ein junger Bursche aus der Provinz war, ein zu kurz geratener Strubbelkopf mit einem Schnauzbart wie ein Pornostar. Zwecklos. Ich wusste es besser. Ein paar Minuten in seiner Gegenwart genügten, um mich vor Ehrfurcht erstarren zu lassen. Und länger als ein paar Minuten hielt ich es ohnehin nicht aus. Ich war nicht der Einzige, dem es so ging: Jedes Mal, wenn Pre ins Büro kam, verstummte die gesamte Belegschaft, die Männer wie die Frauen – selbst Penny, meine Frau. Der Einzige, der nicht ins Stottern geriet, sobald Pre die Bildfläche betrat, war Geoff ff Hollister, einer unserer

In einem blauen VW-Bus fuhren Geoff ff Hollister und Pre von Ort zu Ort, besuchten lokale Volksfeste und Universitäten. Sie veranstalteten Lauf-Workshops, bei denen Pre Fragen zu Trainingsmethoden und Verletzungsvorbeugung beantwortete

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allerersten Angestellten. Er und Pre hatten ein ganz entspanntes Verhältnis. Sie waren wie Brüder. Und so kamen wir auf die Idee, Hollister, den Pre-Flüsterer, zu dessen ständigem Begleiter zu machen. Wir schickten die beiden auf eine regelrechte Tournee durchs ganze Land. In einem knallblauen VW-Bus fuhren sie von Sportfest zu Sportfest, besuchten landauf, landab Volksfeste und Jahrmärkte, Highschools und Colleges. Manchmal boten sie eine Laufberatung an, bei der Pre Fragen zu Trainingsthemen und zur Verletzungsvorbeugung beantwortete. Manchmal gab er nur Autogramme und posierte für Fotos mit seinen Fans. Aber was sie auch taten und wo auch immer sie auftauchten, überall bildete sich sofort eine Traube von begeisterten Menschen um sie. Pres Identifikation mit Nike war nicht vorgetäuscht: Er trug in der Öffent ff lichkeit stets Nike-T-Shirts, und Knight war Zeuge er stellte Bowerman seine Füße jenes letzten Renzum Maßnehmen für seine nens im Jahr 1975, in Schuhexperimente zur Verdem Pre, wenige fügung. Pre verkündigte im Stunden vor seinem ganzen Land unsere BotTod, Frank Shorter (mittleres Bild, lieschaft und brachte uns Taugend) schlug sende von neuen Anhängern. Er drängte alle, doch mal in den Schuhen dieser coolen neuen Marke zu laufen – sogar seine läuferischen Konkurrenten. Ein ums andere Mal schickte er einem Laufkollegen ein Paar Trainings-

Pres Identifikation mit Nike war ech ht: Er drängte alle, doch mal die Schuhe dieser coo olen ne euen Markke zu testen oder Wettkampfschuhe und steckte einen Zettel in den Karton, auf dem stand: Probier die mal aus. Du wirst sie lieben. ★

★ ★

Eines Morgens im Frühjahr 1975 saß ich mit Penny am Frühstückstisch, und sie fragte mich, was ich am Wochenende vorhätte. Ich sagte, ich bräuchte Ruhe und würde am liebsten nichts tun, also ausschlafen, gepflegt essen gehen und Pre beim Rennen zusehen. Sie verzog das Gesicht – zu recht: Immer vermischte ich das Private mit dem Geschäftlichen. Pre veranstaltete an jenem Wochenende ein Meeting in Eugene, zu dem er die besten Läufer der Welt eingeladen hatte, einschließlich seines Erzrivalen Virén. Der hatte zwar in letzter Sekunde abgesagt,

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aber es waren trotzdem viele fantastische Läufer am Start, darunter Frank Shorter, der 1972 in seiner Heimatstadt München den olympischen Marathon gewonnen hatte. Shorter war auf dem besten Weg, so berühmt zu werden wie Pre, mit dem er gut befreundet war. Ich träumte bereits davon, ihn unter Vertrag zu nehmen. Am Freitagabend fuhr ich mit Penny nach Eugene, und wir nahmen inmitten von 7000 kreischenden Pre-Fans unsere Plätze ein. Das 5000-Meter-Rennen war hart umkämpft und Pre ganz offensicht ff lich nicht in Topform. Als die Läufer in die letzte Runde gingen, lag Shorter in Führung. Doch dann, im letztmöglichen Augenblick, 200 Meter vor dem Ziel, tat Pre das, was er immer tat: Er holte einmal tief

Luft, und dann zog er davon und gewann in 13:23,8 Minuten – nur 1,6 Sekunden über seiner Bestzeit. Das Stadion bebte. Ein berühmter Spruch von Pre lautete: „Ich kann nicht versprechen, dass ich gewinne, aber wer mich schlagen will, muss dafür bluten.“ Ich habe ihn nie mehr bewundert oder mich stärker mit ihm identifiziert als bei diesem Rennen im Jahr 1975. „Ich weiß nicht, ob ich gewinne“, dachte ich, „aber ich schwöre, dass jeder Banker, Gläubiger oder Konkurrent, der mich aufhalten will, dafür bluten muss.“ Nach dem Meeting gab es eine Party im Hause Hollister. Penny und ich wären gern dabei gewesen, aber wir mussten noch zwei Stunden fahren, also ließen wir es. Hach, diese jungen Leute, sagten wir,

FOTOS: COURTESY OF NIKE (3), GETTY IMAGES (2)


als wir uns von Pre, Shorter und Hollister verabschiedet hatten und ins Auto stiegen. Am nächsten Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, klingelte das Telefon. Ich tastete im Dunkeln nach dem Hörer. „Wer ist da?“ – „Hallo, Phil. Hier ist Ed Campbell von der Bank of California.“ – „Bank of California?“ Und das mitten in der Nacht? Ich träumte wohl. „Verdammt, was willst du? Du wolltest mir doch keinen Kredit mehr geben.“ Aber es ging nicht um Geld. Er sagte, er habe gehört, Pre sei tot. „Was? Das kann nicht sein! Red keinen Quatsch. Wir haben ihn gestern Abend noch laufen sehen.“ Tot. Campbell wiederholte das Wort immer wieder, bläute es mir ein. Tot, tot, tot! Irgendein Unfall, murmelte er. Ich tastete nach dem Lichtschalter und rief Hollister an. Der reagierte genau wie ich. „Nein, das kann nicht sein. Pre war eben noch hier“, sagte er, „und er war bester Laune, als er ging. Ich ruf dich zurück.“ Als er das kurz darauf tat, schluchzte er. ★ ★

Nach allem, was man weiß, hatte Pre Shorter noch nach Hause gefahren und kurz danach die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Jener MG, den er von seinem ersten Gehalt kaufte, hatte einen Felsen

Die Stelle, an der Pre tödlich verunglückte, wurde zu einem Schrein für sein Andenken

am Straßenrand touchiert und war abgehoben, sodass Pre aus dem Wagen geschleudert wurde. Dann war der Wagen auf ihn herabgestürzt und hatte ihn erschlagen. Pre hatte auf der Party wohl ein oder zwei Bier getrunken, aber alle, die ihn hatten gehen sehen, waren sich einig, dass er nicht betrunken war. Er wurde gerade mal 24 Jahre alt. Exakt so alt war ich, als ich nach dem Studium auf eine Weltreise ging. Da hatte mein Leben gerade erst begonnen. Mit 24 wusste ich noch nicht, wer ich war und wo ich stehe. Pre hingegen wusste es nicht nur selbst, alle Welt wusste, wer Pre war. Im Augenblick seines Todes hatte er sämtliche Landesrekorde von 2000 bis

10 000 Meter und von zwei bis sechs Meilen inne. Vor allem aber hatte er mit seiner unvergleichlichen Art, mit seiner grenzenlosen Hingabe unsere Herzen erobert. Penny und ich schlossen uns dem Trauerzug nicht an. Es war einfach zu viel für uns. Ich sprach auch nie wieder mit Bowerman über Pres Tod. Wir konnten es beide nicht ertragen. Einige Zeit später erfuhr ich, dass die Unfallstelle zu einer Art Schrein für Pre geworden war. Jeden Tag kamen Menschen dorthin, legten Blumen ab, Briefe, Geschenke … Nike-Schuhe. Ich dachte: Irgendjemand muss all das für die Nachwelt bewahren, irgendjemand muss aus diesen Felsen ein Museum machen, und ich kam zu dem Schluss, dass das unsere Aufgabe war. Wir hatten kein Geld dafür, aber ich war mir mit meinen Partnern einig, dass wir, solange es uns gab, dafür Geld auftreiben würden.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem autobiografischen Buch „Shoe Dog“ des Nike-Gründers Phil Knight. Seit Kurzem gibt es das Buch auch auf Deutsch: Finanz-Buch Verlag, 19,99 Euro

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HART AM

LAUFEN IST GESUND. ES HÄLT UNS FIT UND HILFT BEIM STRESSABBAU – ES SEI DENN, MAN ÜBERTREIBT ES MIT DEM EHRGEIZ. DANN DREHT SICH DER EFFEKT UM, UND ÜBERLASTUNGSSYMPTOME STELLEN SICH EIN. WIR ZEIGEN IHNEN, WORAN SIE DIESE ERKENNEN, UND WIE SIE RECHTZEITIG GEGENSTEUERN

LIMIT Text WESLEY DOYLE • Illustrat ionen OLIVER BURSTON

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G

anz gleich, ob Einsteiger oder alter Hase – jeder Läufer freut sich, wenn sich nach ein paar Wochen fleißigen Trainings das Gefühl einstellt, dass es sich gelohnt hat, weil man schneller geworden ist oder die gewohnte Distanz einem leichter fällt als zuvor. Was aber, wenn das Gegenteil eintritt? Wenn man plötzlich von keinem Infekt und keiner Krankheit verschont bleibt, wenn man Sportverletzungen nicht mehr loswird oder den ganzen Tag über erschöpft ist und nachts nicht schlafen kann? Wenn das Laufen zur Qual wird und Bestzeiten in immer weitere Ferne rücken? All diese Phänomene weisen darauf hin, dass man im „Übertraining“ ist, dem sportlichen Äquivalent zum „chronischen Erschöpfungssyndrom“. Davon spricht man, wenn man wegen anhaltender Überlastung nicht mehr in der Lage ist, seine beruflichen, sozialen oder privaten Aufgaben im gewohnten Umfang auszuüben. Dieses Syndrom plagt aber nicht nur Ultraläufer, die wöchentlich dreistellige Kilometerzahlen zurücklegen, sondern auch Freizeitsportler. Eine Kombination aus (über-)ambitioniertem Training, ungesunder Ernährung, unzureichenden Schlaf- und Erholungsphasen und einem stressigen Berufsund Familienleben kann auch bei Ihnen zum „Läufer-Burn-out“ führen. „Wir beobachten zurzeit eine Professionalisierung des Freizeitsports“, sagt der frühere Olympiateilnehmer Greg Whyte, heute Professor für Sportwissenschaften an der University of Liverpool. „Viele Amateure trainieren heute mit ähnlichen Intensitäts- und Umfangssteigerungen wie Profis, dabei sind sie durch Beruf und Familie zusätzlichen Stressfaktoren ausgesetzt.“ Allgemein sind sich die Experten heute einig, dass man das Problem des Übertrainings in einem größeren

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Zusammenhang betrachten muss: Es geht nicht nur um den Trainingsumfang, sondern um die fortlaufenden Belastungen des Alltags, die Freizeitsportlern zu schaffen machen. Das Fatale ist, dass viele Läufer Symptome des Übertrainings nicht als Anzeichen einer zu großen Gesamtbelastung interpretieren, sondern als Hinweis auf ein zu lasches Training. Anstatt zu pausieren, fahren sie ihr Trainingspensum weiter hoch. Ein Teufelskreis, der das Problem nur verschlimmert.

ZU VIEL IST ZU VIEL Tim Noakes, Sportwissenschaftler an der Universität Kapstadt, schreibt in „Lore of Running“, einem der Standardwerke zum Laufsport: „Wir denken, dass wir umso schneller rennen können, je härter wir trainieren, doch so einfach ist das nicht. Wir trainieren härter, laufen dann aber schlechter und denken in unserer Einfältigkeit auch noch, das läge an zu geringem Training.“ Noakes’ Aussage trifft den Kern des Problems – die Frage nämlich, wo ein natürliches, gewinnbringendes Training aufhört und wo Übertraining beginnt. Wenn man es richtig anstellt, führt eine allmähliche Steigerung des Trainingsumfangs auch zu einer Verbesserung der Leistung. Dazu müssen aber auf die harten Wochen unbedingt strategisch geplante Erholungszeiten folgen, um Muskelschmerzen und Ermüdung vorzubeugen. Erst diese Regenerationsphasen geben dem Körper die Möglichkeit, sich an neue Trainingsintensitäten zu gewöhnen und leis-

tungsfähiger zu werden. Kriegt er jedoch keine ausreichenden Pausen, kann Übertraining die Folge sein.

UNKLARE SYMPTOME Wenn Sie sich übertrainiert fühlen, sollten Sie als Erstes einen Gang rausnehmen. „Erst nach zwei Wochen ohne jeden Sport kann eine einigermaßen verlässliche Aussage darüber getroffen werden, ob den Erschöpfungssymptomen ein Übertraining zugrunde liegt“, sagt Charles Pedlar, Sportwissenschaftler der St. Mary’s University in Twickenham bei London. „Viele Athleten wollen das nicht hören, vor allem, wenn in naher Zeit Wettkämpfe anstehen. Auf die Pause zu verzichten kann aber zu einer weit längeren Auszeit führen.“ Dass viele Übertrainingssymptome sich wie die natürlichen Effekte einer (extrem) hohen Trainingsbelastung anfühlen, macht die Sache nicht gerade einfacher. Es ist außerdem unverzichtbar, klassische Krankheiten als Ursache für die Erschöpfung auszuschließen. Wenn medizinisch nichts diagnostiziert worden ist und man nach der Erholungsphase immer noch nicht in Form ist, sollte man auf keinen Fall wieder ins Training einsteigen, sondern noch genauer in sich hineinhören. „Es ist schwer zu sagen, ab welchem Punkt die Symptome klinisch behandelt werden müssen“, sagt Pedlar. Schläfrigkeit, Trägheit und Gewichtsverlust sind gute Indikatoren für ein Übertraining. Der deutlichste Hinweis ist ein gravierender Leistungsverlust. Weitere Warnsignale

Übertraining ist das sportliche Äquivalent zum Burn-out im Beruf

WARNSIGNALE IHR KÖRPER SCHLÄGT ALARM, WENN SIE ZU HART TRAINIEREN, SIE MÜSSEN NUR AUF IHN HÖREN!

BEIM LAUFEN ▶ Verletzungen Häufige Wehwehchen und Verletzungen treten wiederholt auf und heilen nicht ab. ▶ Kein Fortschritt Obwohl Sie die Qualität und die

Quantität des Trainings kontinuierlich erhöhen, stagniert oder verschlechtert sich Ihre Form.

phase dauert deutlich länger, und die Energiedefizite sind nur schwer zu beseitigen.

▶ Muskuläre Müdigkeit und schlechte Regeneration Die Regenerations-

IM KOPF ▶ Stimmungsschwankungen Sie sind ungewöhnlich häufig gereizt.


AUSGELAUGT Permanente Erschöpfung ist ein Zeichen von Übertraining

▶ Keine Motivation Mangelnder Spaß am Laufen und Angst vor schweren Trainingseinheiten. ▶ Schlechte Konzentration, kaum Widerstandsfähigkeit Sie haben große

Schwierigkeiten, den inneren Schweinehund zu überwinden. AUSSERHALB DES LAUFENS ▶ Gewichtszuoder -abnahme Plötzlich auftretende starke Gewichtsschwankungen.

▶ Ungewohnte Gelüste Ständiges Verlangen nach Zucker, Koffein oder Salz. ▶ Appetitverlust Appetitverlust durch einen Anstieg des Adrenalin- und Noradrenalinspiegels.

▶ Krankheit Vermehrte Infektionen der oberen Atemwege. ▶ Müdigkeit Häufige Anfälle von Müdigkeit, außerdem Probleme mit den Tiefschlafphasen, die sich häufig

in verstärkter Bewegung während des Schlafs äußern. ▶ Verlust der Libido Rückgang der anabolischen Hormone, was in geringerem sexuellen Interesse resultieren kann.

▶ Blutmangel Rückgang von Ferritin und Magnesium im Körper. ▶ Herzfrequenz Ansteigen des Ruhepulses, verzögertes Absinken der Herzfrequenz nach intensiven Belastungen.

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7 TIPPS GEGEN ÜBERTRAINING WIE MAN DIE ERHOLUNG MAXIMIERT UND DIE NEGATIVEN AUSWIRKUNGEN INTENSIVEN TRAININGS MINIMIERT

1

Periodisierung Entwerfen Sie einen strukturierten Plan, der sich je nach Jahreszeit auf unterschiedliche Trainingsziele fokussiert. Der Wechsel zwischen harten Trainingsphasen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, leichteren Trainingseinheiten und Erholungsphasen erlaubt es dem Körper, sich an die jeweiligen Herausforderungen anzupassen.

2

Im Zweifel eine Pause einlegen Wenn Sie Warnsignale für ein Übertraining wahrnehmen, hören Sie auf Ihren Körper, vergessen den Plan und ruhen sich aus.

5

Bestandsaufnahme machen Schauen Sie sich Ihre außersportlichen Herausforderungen und Verpflichtungen an und analysieren Sie diese ebenso gründlich wie Ihr Training. Psychischer und gesellschaftlicher Druck beeinflussen den Körper ebenso wie physische Belastungen. Wenn Sie gerade eine harte Arbeitsphase oder eine schwierige Zeit mit der Familie durchmachen, wird sich das auch aufs Laufen auswirken. Hören Sie auf Ihren Körper und reduzieren Sie in diesen Phasen Ihres Lebens die Trainingsbelastung.

3

6

4

7

Trainingstagebuch führen Verzeichnen Sie Trainingsfortschritte genauso wie -stillstände. Schreiben Sie nicht nur die Kilometerangaben auf, notieren Sie sich auch, wie Sie sich dabei gefühlt haben. Wie war Ihr Energielevel? Ruhepausen berücksichtigen Planen Sie mindestens einen Erholungstag pro Woche ein. Wechseln Sie zwischen harten und leichten Trainingseinheiten, um sicherzugehen, dass Ihr Körper sich regenerieren kann. Planen Sie entspanntere Trainingswochen ein, in denen Sie mit reduzierter Intensität trainieren, im Idealfall alle drei oder vier Wochen. Machen Sie nach anstrengenden Rennen längere Erholungspausen.

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Richtig essen Halten Sie sich an eine ausgewogene Kost, die viele Mikronährstoffe aus verschiedensten Nahrungsmitteln enthält. Stellen Sie sicher, dass Sie genug Schlüsselvitamine und -mineralien aufnehmen, wie zum Beispiel Eisen, Vitamin C, Magnesium, B-Vitamine und Zink.

Genug schlafen Schlafmangel führt zu einem erhöhten Risiko für Übertraining. Ideal sind acht Stunden Schlaf pro Nacht. In der Tiefschlafphase werden leistungsfördernde Wachstumshormone freigesetzt, außerdem hat Schlaf einen stark antioxidativen Effekt. Räumen Sie Handys, Tablets, Laptops und Fernseher aus dem Schlafzimmer, und vermeiden Sie Koffein, Zucker und Alkohol am späten Abend.

„Die Pflichten des Alltags laugen einen ganz schön aus“ JOSIE, 39 „Ich habe vor über zwölf Jahren mit dem Laufen angefangen und es immer sehr genossen, wenn sich Fortschritte gezeigt haben. Aber nach drei Jahren fing meine Leistung an abzufallen, ich hatte mit Tagesmüdigkeit und Anämie zu kämpfen. Mein Trainer riet mir sofort, mein Training für sechs Wochen ruhen zu lassen. Das war sehr frustrierend, da ich in dieser Zeit Wettkämpfe plante. Mein Rat an jeden, der gerade dasselbe erlebt wie ich damals: Machen Sie einen Bluttest, und sehen Sie sich mal die Herausforderungen außerhalb des Sports genauer an. Die Pflichten des Alltags können einen ganz schön auslaugen, aber es gibt auch viele psychologische Tricks, um diesen Belastungen beizukommen. Eine Auszeit vom Training gibt einem die Möglichkeit, an der eigenen Einstellung und an anderen Spannungen im eigenen Leben zu arbeiten.“


AUSGEBRANNT Schlechte Trainingsergebnisse sind ein deutliches Anzeichen einer Überlastung

sind Anämie, chronische Dehydrierung, hormonelles Ungleichgewicht, mysteriöse Schmerzen, Appetitlosigkeit, Herzstörungen, nachlassende Libido und Erschöpfung. Übertraining kann sich in einer Vielzahl von Symptomen manifestieren (siehe auch den Kasten „Warnsignale“, auf Seite 36).

DAS GROSSE GANZE

„Am Renntag war ich schon vor dem Start total platt“ MICHAEL, 39

„Ich laufe seit einem Alter von zehn Jahren und würde mich selbst als recht guten Läufer bezeichnen. Aber als ich für meinen ersten Marathon trainierte, fühlten sich meine Beine schon zu Beginn der Vorbereitung müde und schlapp an. Ich erholte mich nicht schnell genug. Aber ich dachte, dass wäre bei einem Marathontraining immer so – und machte weiter. Als dann der Tag des Rennens gekommen war, war ich schon vor dem Start total platt. Ich hatte schon immer diese Allesoder-nichts-Mentalität, die mich davon abhielt, rechtzeitig die Signale zu hören. Erst als mir mein Coach riet, einen Gang zurückzuschalten, legte ich eine Pause ein. Da war es aber schon zu spät, es gab keine schnelle Lösung mehr für das Problem. Ich konnte nie wieder so trainieren wie vorher und habe mich bis heute nicht ganz davon erholt.“

Wenn man die Ursachen des Übertrainings ausfindig machen will, darf man aber nicht nur auf das Training schauen. Stress kann die verschiedensten Auslöser haben. Neben der physiologischen Beanspruchung durch das Laufen gibt es auch psychologische und soziale Belastungen, und viele Experten meinen, dass für eine vollständige Erholung all diese Herausforderungen beachtet werden müssen. „Oft treten die Übertrainingssymptome vor wichtigen Wettkämpfen auf“, sagt Whyte. „Nicht weil dann die Trainingsintensität steigt, sondern aus psychologischen Gründen.“ Obwohl wir Freizeitathleten uns nicht auf den Weg zu Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften machen, enthält unser Terminkalender oft sogar mehr Herausforderungen als der von Laufprofis. „Alltagsstress kann etwa durch Geldsorgen, bevorstehende Prüfungen, schwierige soziale Beziehungen oder die Arbeit ausgelöst werden. Mit diesen Dingen muss man sich genauso auseinandersetzen wie mit den physischen Belastungen“, so Whyte. Wenn Sie betroffen sind, sollten Sie beginnen, eine ehrliche Bestandsaufnahme Ihrer Lebenssituation zu machen. Sie sollten alle externen Einflüsse genau unter die Lupe nehmen, genauso gründlich, wie Sie auch Ihr Lauftraining analysieren. „In der Behandlung versuchen wir zu verstehen, was in der Psyche des Athleten vor sich geht und unter welchem sozialen Druck er steht“, erläutert Whyte. „So identifizieren wir potenzielle Problembereiche und können nach Lösungen suchen, um eventuellen Dysbalancen im Lebensstil beizukommen.“

ALLES IN BALANCE Erfahrene Trainer kennen ihre Athleten und bemerken Veränderungen in ihrem Verhalten, die auf ein Übertraining hindeuten. „Es gibt Läufer, die alles nach Anleitung machen, aber nicht auf ihren Körper hören“, sagt Pedlar. „Sie müssten eigentlich mal einen Trainingstag aussetzen oder eine Einheit locker durchführen, aber ihr Perfektionismus treibt sie dazu, streng nach Plan weiterzutrainieren. Man sieht aber auch das genaue Gegenbeispiel: leichtsinnige Athleten, die beim Training gnadenlos Vollgas geben und auch bei der Ernährung höchst unprofessionell sind. Und beide Extreme, das allzu pedantische wie auch das allzu ungeordnete Training, können zum Übertraining führen.“ Der beste Tipp, um sicherzustellen, dass Ihnen das nicht wiederfährt, besteht darin, eine Balance zwischen Lauftraining und Alltag zu finden. Das erfordert eine sorgfältige Trainingsplanung, aber auch die Bereitschaft, von Zeit zu Zeit vom Plan abzuweichen. „Es ist bewundernswert, wenn sich jemand voll und ganz dem Sport widmet“, fasst Whyte zusammen, „es kommt aber darauf an, dass man nicht nur sein Training, sondern sein ganzes Leben klug strukturiert und sich auch angemessene Erholungsphasen genehmigt.“ Auf dem Weg zu einem gesunden Verhältnis zu den eigenen Ansprüchen an die sportliche Leistung kann man sich ein Beispiel an Anna Frost nehmen, einer der besten Ultraläuferinnen der Welt. Nach einer längeren erzwungenen Auszeit durch ein Übertraining suchte sie nach Motivation für ein erfolgreiches Comeback und führte sich dazu erst mal wieder die Gründe vor Augen, warum sie eigentlich läuft. Wenn man sich darauf konzentriert, wie wertvoll der Sport für einen ist, all die positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Zufriedenheit erkennt und sich nicht allein vom Streben nach einer bestimmten Zeit lenken lässt, ist das Risiko einer Überlastung schon viel geringer.

Machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme aller Belastungen des Alltags

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SO SEHEN LAUFHELDEN AUS

Wir bei RUNNER’S WORLD nennen unsere Abonnenten „Laufhelden“. Laufhelden bekommen nicht nur alle zwölf Ausgaben frei Haus, sondern haben als Mitglied im Laufhelden-Club viele weitere Vorteile: Sie können monatlich an Startplatzverlosungen oder an Trainings mit Prominenten teilnehmen, sie genießen Einkaufsvergünstigungen und können als Lesertester die neuesten Produkte ausprobieren. Alle Infos: laufhelden.runnersworld.de E LAUF EIN H DIN EL

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Freistartplätze für die Dragonheart Battle

Die zweite Dragonheart Battle findet am 19. November 2016 in Trendelburg nördlich von Kassel statt. Und zwei unserer Laufhelden bekommen einen Startplatz geschenkt. Die schöne Umgebung im Herzen von Deutschland mit dem märchenhaften Rheinhardswald ist wie geschaff affen für einen anspruchsvollen Naturparcours: Strenge Steigungen, tiefe Wälder, Gewässer, Steinbrüche und zahlreiche Burgen verleihen der Dragonheart Battle ihren ganz eigenen Charakter.

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„Warum ich laufe? Weil ich es endlich kann. Lange habe ich es versucht und bin immer wieder gescheitert. Irgendwann ist der Knoten geplatzt. Mittlerweile laufe ich im veganen Sportverein ,Laufen gegen Leiden‘ und organisiere in Celle den Gutenachtlauf, bei dem Spenden generiert werden. Mein Laufmotto: Run for those who can’t!“

Fünf Sporttaschen von Tatonka zu gewinnen

Auch Läufer müssen ab und zu Ausrüstung transportieren. Fünf Laufhelden können jetzt eine Reisetasche „Barrel“ von Tatonka gewinnen, in die besonders viele Sportklamotten reinpassen: Sie hat ein Volumen von 85 Liter. Zusätzlich zu den breiten Tragegriffen ff ist sie mit Rucksack-Schultergurten ausgestatttet, die in einer seitlich angebrachten Reißverschlusstasche verrstaut werden können n. Die Tasche ist in fün nf Farben erhältlich.

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„Es ist mittlerweile ein richtiges Highlight, nach einem langen Bürotag die Laufsachen anzuziehen und laufen zu gehen. Meine durchschnittliche Distanz pro Lauf sind zwölf Kilometer. Ich mache mit dem Laufen so lange weiter, wie es mir Spaß bringt. Der erste Marathon im Juni war sicher nicht mein letzter. Ein guter Anreiz für den nächsten ist, meine Zielzeit zu unterbieten.“

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„Der positive Effekt des Laufens ist für mich: Meine Migräne, die mich vor dem Laufstart vor drei Jahren über 20 Jahre lang gequält hat, ist seitdem so gut wie weg. Außerdem esse ich sehr gern, vor allem Kuchen, und das kann ich bei meinen 40 bis 60 Laufkilometern pro Woche nun ohne schlechtes Gewissen machen – wenn ich nicht gerade in der Wettkampfvorbereitung bin.“

„Mein schönstes Lauferlebnis war bisher die erfolgreiche Teilnahme am Kaitersberglauf. Seitdem trage ich wie alle Finisher den offiziellen Titel ,Kine vom Kaitersberg‘. ,Kine‘ steht dabei für König … Hört sich gut an, finde ich!“

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Ein Lauf-Outfit von Hiphardlopen

Eine unserer Laufheldinnen kann sich demnächst über ein Lauf-Outfit von Hiphardlopen freuen. „Not For Boys And Men“ lautet das Motto der hippen A Firma, die coole Laufbekleidung ausschließlich für Frauen herstellt. Die Outfits des niederländischen Herstellers bestechen durch ihre modischen Schnitte und Designs. Die bunten Laufhirts und -tights von Hiphardlopen bieten außerdem ein gehobenes Maß an Funktionalität, damit man beim Laufen nicht nur gut aussieht, sondern sich auch rundum wohlfühlt.

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Auf den Spuren von Haile

Laufen ist in Äthiopien Nationalsport. Millionen junge Menschen sehen darin eine Chance, der Armut zu entkommen. Dreh- und Angelpunkt der Szene, aber auch so etwas wie die spirituelle Heimstatt für die Langstreckenläufer des Landes ist der Meskel Square in der wuchernden Hauptstadt Addis Abeba Text YORK SCHAEFER • Fotos MARCUS REICHMANN

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Meskel Square, Addis Abeba, gegen sechs Uhr morgens: Während die Stadt langsam erwacht, sind die ersten Läufer schon unterwegs

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Am Meskel Square finden sonst Paraden und Demonstrationen sowie der „Great Ethiopian Run“ statt

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s ist noch kühl an diesem Morgen, die Sonne lugt gerade erst hinter den gewaltigen Reklametafeln am oberen Rand des Stadionhalbrunds hervor. Um sechs Uhr morgens ist der Verkehr auf dem Meskel Square, dieser chaotischen Megakreuzung am Fuß des gigantischen Amphitheaters, noch überschaubar. Aber die Luft ist jetzt

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schon dunstig vom Dauersmog in dieser ostafrikanischen Millionenmetropole. Am westlichen Horizont erhebt sich die moderne Skyline der Stadt mit ihren gesichtslosen Hochhäusern aus Stahl, Glas und abenteuerlichen hölzernen Baugerüsten, und im Osten des Platzes liegt das Red Terror Martyrs’ Memorial Museum, eine Gedenkstätte für die Opfer des marxistisch-leninistischen Derg-Regimes, das in den 1970er- und 1980er Jahren herrschte. ★

Zukunft und Vergangenheit liegen dicht beieinander auf dem Meskel Square, dem zentralen Platz der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, und es ist, als wären die Läufer das Bindeglied. Zigtausende von ihnen haben Erde und Gras auf den

flachen Stufen der Arena zu einem harten Untergrund festgetreten. Während die Stadt langsam erwacht, sind die Läufer zum Teil schon seit Stunden auf den Beinen. Mitiku zum Beispiel, 20 Jahre jung, blaue Caprihose, roter Langarm-Sweater und ausgelatschte Turnschuhe, ist schon

„Während die Stadt langsam erwacht, sind die Läufer schon seit Stunden aktiv“


Sifen Abdisa und Sumye Dode, beide 17 Jahre alt, hoffen auf einen Vertrag mit der örtlichen Sport-Promotion-Agentur und auf eine Zukunft als international erfolgreiche Läuferinnen

zehn Kilometer aus dem Marktviertel Mercato hierhergelaufen. Zweimal in der Woche macht er das, nur um fit und gesund zu bleiben, wie er sagt. Er macht ein paar Dehnübungen und kurze Sprünge auf den Stufen und reiht sich dann ein in die Riege Dutzender anderer Läufer, die den historischen Platz frühmorgens für ihr Training nutzen. Nur die Wenigsten hier sind Mitglied in einem organisierten Laufclub, viele haben Jobs im informellen Sektor, sind Studenten oder Schüler. Gelaufen wird allein oder in kleineren Gruppen, manche sprinten die Stufen rauf und runter, andere arbeiten sich eleganten Schrittes eine Bahn nach der anderen von unten nach oben hoch. Wenn man keine Stufe auslässt, läuft man einen Marathon.

Mitiku ist schon zehn Kilometer aus dem Marktviertel Mercato auf Addis Abebas zentralen Platz gelaufen

Neben seiner politischen und religiösen Bedeutung für Paraden, Festivals und Demonstrationen ist der Meskel Square in Addis Abeba so etwas wie die spirituelle Heimstätte, das Mekka der Langstreckenläufer Äthiopiens. Laufen ist untrennbar mit der Identität des Landes verbunden, so wie Rugby mit Neuseeland, Sprinten mit Jamaika, Fußball mit Brasilien. Mit fast religiösem Eifer verfolgten hier auf dem Platz Tausende von Menschen die Rennen ihres großen Propheten Haile Gebrselassie, bis dieser im vergangenen Jahr endgültig seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärte. Auf dem Meskel Square beginnt und endet jedes Jahr der „Great Ethiopian Run“, das wichtigste Sportereignis des Landes. Und 2008 fand hier vor einer

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Noch eine Mütze Schlaf vor der Anstrengung: Manche Läufer machen sich um vier Uhr nachts auf den Weg zum Lauftreffpunkt

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Mit dem Bus zum Training: Das Städtchen Sendafa liegt etwa eine Autofahrstunde nördlich von Addis Abeba

„Laufen gehört zur Identität des Landes wie Rugby zu Neuseeland oder Fußball zu Brasilien“ halben Million Menschen die glamouröse Hochzeit der olympischen Laufstars Tirunesh Dibaba und Sileshi Sihine statt. ★

Mit solchem Pomp haben Solomon Workneh, 29, und Befekadu „Chuye“ Anbessie, 23, wenig am Hut. Vor einigen Jahren haben sich die beiden Männer auf dem Meskel Square getroffen, seitdem laufen sie hier ein- bis zweimal pro Woche gemeinsam. Hinzu kommt ein zweistündiger Lauf über 35 Kilometer auf Asphalt oder offroad. „Es ist sehr hart, hier zu trainieren“, sagt Workneh, der aus Jimma im Südwesten Äthiopiens stammt und sein Geld mit der Vermietung von Motorrädern verdient. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, was er meint: Kleine Steine liegen auf den Bahnen, es gibt viele Unebenheiten durch Grasbüschel und sogar Scherben.

Solomon und seinen Kumpel Chuye, der noch von seiner Familie unterstützt wird, hält all das nicht davon ab, hier zu trainieren und ihren Idolen Haile Gebrselassie und Abebe Bikila nachzueifern. „Während der Regenzeit ist der Meskel Square der beste Ort zum Trainieren“, sagen die beiden. Auf dem ebenfalls in Addis Abeba gelegenen Jan Meda Race Course oder dem mit 3200 Metern noch mal 700 Meter höher aufragenden Mount Entoto im Norden der Stadt ist der Boden zwischen Juni und September meist eine Schlammwüste. Solomon und Chuye nehmen jedes Jahr an drei bis vier lokalen, aber durchaus international besetzten Cross- oder Straßenrennen teil. Über ihre Ambitionen, ob sie zum Beispiel Profi-Läufer werden wollen, sind sie sich selbst nicht ganz im Klaren. Früher hätten sie einem Club an-

gehört, sagen sie, heute kümmere sich ein Manager um ihr Training. Mit 1:05 Stunden für den Halbmarathon liegen ihre Zeiten durchaus auf hohem Niveau. Sicher ist: Beide sind Läufer mit Hingabe, wie es sie zu Zigtausenden in Äthiopien gibt. „Wir machen, was wir lieben“, sagt Chuye. ★

„Der Meskel Square wird von Profi-Läufern nur sporadisch genutzt, aber er ist das Herz von Addis Abeba, und viele Läufer kennen ihn vom „Great Ethiopian Run“, bei dem jedes Jahr die großen Stars laufen“, sagt Malcom Anderson, Chef der britischen Agentur Moyo Sports. Der mit 30 000 Teilnehmern größte Lauf in Ostafrika ist ein wichtiges Ereignis für Sportmanager wie ihn, da Agenturen dort interessante Läufer beobachten und rekrutieren können. Moyo Sports, eine von sechs bis

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Volle Konzentration: Nach halbstündigem Aufwärmprogramm folgt ein hartes Training für die ambitionierten, teils schon international erfahrenen Läufer, wie Birhan Gebremichael, Siegerin des Belfast-Marathons (vorn links)

sieben derartigen Agenturen im Land, hat momentan 22 äthiopische Athleten unter Vertrag, darunter Profis wie Meseret Kitata, Gewinnerin des Rom-Marathons 2015, und Birhanu Achamie, der dort Zweiter wurde. Während die einheimischen Clubs die alltägliche Basisarbeit für die Läufer verrichten, zum Beispiel den Zugang zu Rennen im Land, vermitteln Agenturen die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen. Moyo Sports etwa bezahlt seinen Athleten den Coach, die Fahrtkosten zum Training, Visa und Flüge für Auslandsrennen sowie den Pacemaker für die Frauen. „Viele ambitionierte Läufer haben Probleme mit ihren Agenturen. Sie bekommen ihr Geld nicht und werden durch zu viele Rennen verheizt. Wir wollen, dass sie sich

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langsam entwickeln und 15 bis 20 Jahre professionell laufen können“, sagt Hailye Teshome, der als Agent in Äthiopien für Moyo Sports arbeitet. Ein weiterer Punkt auf den die Agentur großen Wert legt, ist die Sprache. Vor allem jüngere, begabte Läufer aus den ländlichen Regionen sprechen – anders als die meisten Kenianer – oft kein Englisch. „Bei noch nicht so bekannten Läufern kann es für die Einladung zu einem Rennen durchaus entscheidend sein, wenn die Veranstalter wissen, dass diese im Fall eines Sieges bei der Pressekonferenz auch ein paar Worte Englisch sprechen können“, erklärt Anderson. Trainer Meseret Mengistu legt Wert auf Tempohärte und die Fähigkeit, am Ende eines Rennens noch eine Schippe draufzulegen

Die Leidenschaft, die viele Läufer in dem von Armut geprägten Land antreibt, kann


Laufen in der Natur: Umgeben von grasenden Kühen gibt ein Pacemaker das Tempo für die Frauengruppe vor

„Der unbedingte Wille ist es, der die äthiopischen Läufer so stark macht“ man um fünf Uhr morgens an der dunklen und verlassenen Megenenya-Kreuzung im Norden von Addis beobachten. An diesem tagsüber vibrierenden Ort treffen sich in der Morgendämmerung viele ambitionierte Nachwuchsläufer und etablierte Athleten aus Äthiopien und Kenia, um mit dem Bus

ins etwa eine Stunde entfernte Städtchen Sendafa zu fahren. Viele von ihnen sind schon seit Stunden wach und haben eine längere Anfahrt hinter sich. Auf dem Weg nach Sendafa hält der alte blau-weiße Bus häufig an, weitere Athleten steigen ein, die Kapuzen ihrer Trainingsjacken wie Mönche tief über die müden Gesichter gezogen. Eine Mütze Schlaf noch, Musik hören, ein paar Handybildschirme leuchten in der Dunkelheit. Langsam dämmert es, an Armaturenbrett, Windschutzscheibe und einem Holzbrett hinter dem Fahrer zeugen großformatige Ikonenbilder vom hier in der Amhara-Region tief verwurzelten christlich-orthodoxen Glauben. Nach der Fahrt durch die Ausläufer der Stadt mit ihren Wellblechsiedlungen, un-

fertigen Neubauten und kleinen Verkaufsständen am Straßenrand holpert der Bus auf das grasige Gelände eines Eukalyptushains. Trainer Meseret Mengistu schickt seine Schützlinge zu einem halbstündigen Warm-up über die Wiesen, auf der später Kinder ihre Kühe weiden lassen. Es folgt ein hartes Intervalltraining mit je drei Minuten Vollgas und anderthalb Minuten Trabpause im Wechsel. Neben der genetischen Veranlagung, dem Körperbau und dem Leben in der Höhe, glaubt der 32-jährige Coach, ist vor allem der Durchsetzungswille ein Garant für den weltweiten Erfolg äthiopischer Läufer. Sie wollen der Armut entkommen und die Lebenssituation ihrer Familien verbessern, und dabei setzen sie alle Hoffnung auf das Laufen.

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K R Ä M E R

Fiasko am Haldensee Gutgläubig, wie er nun mal ist, hat der Kolumnist die als „überwiegend flach“ beschriebene Strecke beim Seen-Lauf Tannheimer Tal in Österreich als topfebenen Rundkurs eingeschätzt. Mit fatalen Folgen

Patschnass und allein latsche ich durch den Regen. Aber da, was ist das? Der Opa mit der Wampe! Er wampt mit munterem Schritt heran, nickt mir freundlich zu und zeigt mir seine krampfadrigen Berglerwadln. Von hinten. Sausack!

MANFRED KRÄMER (60), Lkw-Fahrer und Krimiautor aus Hessen, wurde RUNNER’S-WORLD-Lesern vor allem durch seine einzigartige Kolumnenserie „Die Marathonne“ bekannt

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S

een-Lauf Tannheimer Tal, 22,2 Kilometer. Zwei Dinge. Eins: Der Österreicher an sich findet alles flach, was weniger als 2000 Meter hoch ist. Zwei: Der Österreicher an sich amüsiert sich gern über sich selbst überschätzende Piefkes. Mein Name ist Piefke. Der Regen ist zwar weniger geworden, aber immer noch ziehen dunkle Wolken heran, ein frischer Wind macht dies alles auch nicht angenehmer. Ein Blick auf die Startaufstellung zeigt mir jede Menge durchtrainierte Bergbeißer, Knackwadln und Männlein wie Weiblein, die alle halb so viel wiegen wie ich. Ich bin lange nicht mehr als Letzter durch ein Ziel getorkelt. Heute nicht! Am Vilsalpsee war ein Wendepunkt. Und die Stunde der Erkenntnis: Alles, was hinter mir lief, kam mir nun entgegen. Darunter auch ein Opa mit Wampe, der aussah, als hätte er schon gute 30 Kilometer hinter sich. Meine Uhr zeigt mir ein Tempo von 5:50 Min./km an. Zu schnell! ★

Kilometer acht. Es geht bergauf. Eine der unterwiegenden Etappen. Überwiegend soll es ja flach sein, hat es geheißen. Der Anstieg ist eklig. Ein Prozent mehr, und ich kippe hintenüber. Ich gehe. Alle anderen um mich herum auch. Endlich oben! Ich falle wieder in den Laufschritt. Es regnet. Na toll! Kilometer zwölf. Die Rechnung, bittscheen. Dafür, dass ich auf dieser profilierten Strecke den Zehner in 58:29 Minuten gelaufen bin. Der Tank ist leer. Ich gehe schon wieder. Es regnet. Meine Funktionsjacke soll angeblich Nässe von außen draußen lassen und Feuchtigkeit von innen nach draußen transportieren. Ich verrate euch was: Die Hersteller dieser Plastikklamotten lügen. Schwämme und Marathonnen können das Vielfache ihres Eigengewichts an Wasser oder Bier aufnehmen. Ich bin sauer. Tropfnass und wütend auf die „überwiegend flache“ Strecke, auf die Klamotteure und auf mich. Hätte ja mehr trainieren können.

Kilometer 17. Noch fünf und ein paar Meter. Ich marschiere fast im Stechschritt. Die Uhr zeigt 8:30 Min./km. Nicht schlecht für einen Spaziergänger, oder? Die Strecke ist nun tatsächlich überwiegend flach. Trotzdem, die Luft ist raus. ★ ★

Patschnass und funktionsummantelt mit Nasses-Nagetier-Aroma latsche ich durch den Regen. Es hat auch Vorteile, wenn man allein unterwegs ist. Immer häufiger ertappe ich mich dabei, wie ich mich verstohlen umdrehe. Wen der Besenradler einholt, der ist raus. Noch ist der nicht zu sehen. Aber da, was ist das? Der Opa mit der Wampe! Er wampt mit munterem Schritt heran, nickt mir freundlich zu und zeigt mir seine krampfadrigen Berglerwadln. Von hinten. Sausack! Ich mobilisiere die letzten Reserven, laufe los mit Betonfüßen, ziehe den Kopf ein, rolle die Schultern. Manni-Attack! Dann zieht es gemein in den hinteren Oberschenkeln. Krampf! Rasch wieder gehen. Fünf Meter, zehn … Da, schon wieder! Der Wampenopa wird immer kleiner. Ich resigniere. Latsche wieder. Kilometer 20. Die Uhr sagt, es klappt noch mit den 2:30:00 Stunden. Drüben im Ort plärren die Lautsprecher. Dort feiern die Wamper inzwischen ihr Seniormitglied. Ich durchquere eine Unterführung. Kilometer 22. Noch zweihundert Meter! Ich raffe mich auf und falle in einen vorsichtigen Laufschritt. Uffbasse! Krampf! Aber nichts passiert. Ich biege um die Ecke, trabe locker und grinse wie der Verkehrskasper. Mutterseelenallein habe ich den Zieleinlauf vor mir. 2:29:46. Fast auf die Sekunde genau nach Ansage. Klar. War ja auch so geplant. Platz zehn der Altersklasse. Wie viele darin waren? Zehn. Aber ich war nicht der Letzte! Irgendwo hinter mir schlappte noch einer. Danke, unbekannter Laufkamerad! Besuchen Sie den Autor auch auf seiner Homepage kraemer-krimi.de

ILLUSTRATION: MATTHEW WOODSON


Laufschuhtest Herbst 2016 Film läuft Auf unserer Website erklärt Testchef Urs Weber einzelne Schuhmodelle zusätzlich im Video: www.runnersworld.de/ schuhvideos

24 neue Laufschuhe f im Test – in der Herren- und in der Damenversion

TEXT: URS WEBER, JEFF DENGATE & MARTYN SHORTEN.

FOTO: NICK FERRARI

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üher vorgestellt = Diese Schuhe finden Sie in unserer Online-Datenbank

Die Testübersicht hilft Ihnen, aus dem breiten Angebot von Laufschuhen eine Auswahl zu treffen. Ihre Lauferfahrung wird dabei ebenso berücksichtigt wie die Kategorie der Schuhe, die Sie bislang getragen haben. Grundregel: Letztendlich ist die Passform entscheidend.

HIER

STARTEN

WISSEN SIE, WELCHER SCHUHTYP AM BESTEN ZU IHNEN UND IHREM LAUFSTIL PASST? Ja

Springen Sie direkt zur Übersicht (unten). Dort finden Sie alle von uns getesteten neuen Schuhe. Wir haben sie nach Dämpfung, Gewicht, Sohlendicke, Flexibilität und Stabilität sortiert – Werte, die im RUNNER’S-WORLD-Schuhlabor ermittelt wurden. Leichtere, weniger stützende Schuhe stehen unten links, stark dämpfende, stabilere Schuhe oben rechts, in der Mitte ausgewogene Schuhe.

Ermitteln Sie in der Tabelle auf der rechten Seite das Ihnen entsprechende Läuferprofil. Dessen Farbmarr kierung finden Sie in der Übersicht (unten) wieder: In den farblich gekennzeichneten Kreisen sind jeweils all jene Schuhe aufgeführt, die Ihren Bedürfnissen entsprechen sollten. Suchen Sie zunächst hier, aber zögern Sie nicht, sich auch in den angrenzenden Kreisen und Schnittmengen umzuschauen.

SCHUHE IN DIESER ECKE SIND LEICHT, FLEXIBEL, GUT GEDÄMPFT UND FREI VON STABILITÄTSELEMENTEN

WENIGER SCHUH

Für den Schuhtest wurden alle Modelle auch im RUNNER’SWORLD-Labor getestet. Die Platzierung der Schuhe in dieser Übersicht basiert auf den ermittelten Daten und zeigt, welcher Schuh für welchen Läufertyp am besten geeignet ist.

Nein

MEHR

E Saucony Kinvara 7 (Datenbank) (D bank)

Saucony y Zealo ot ISO 2 S. 55

Asics DynaFlyte y S. 59

C

Saucony y Ride 9 S. 56

Asics fuzeX As S. 57

Brooks Glycerin y 14 S.. 56

Under Armour Charged g Bandit 2 S. 58

Asics Gel-Kayano y 23 S. 54

Puma Speed p 600 Ignite S. 58 Skechers GOrun Ride 5 S. 59

Salming g Distance D4 S. 60

Nike LunarEpic Flyknit y S. 60

Nike LunarGlide 8 S. 59

Nike Free Flyknit 3.0 (Datenbank) Skechers GOrun 4 – 2016 S. 57 361° Chaser S. 61 Brooks Hyperion yp S. 61

New Balance Vazee Pace v2 S. 61

Mizuno Wave Sayonara 4 (Datenbank)

Adidas Adizero Adios 3 S. 60

B

A SCHUHE IN DIESER ECKE SIND FLACH KONSTRUIERT, FLEXIBEL UND BIETEN DIREKTEN BODENKONTAKT BEI GERINGEM GEWICHT 52 RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

WENIGER FOTOS: MITCH MANDEL & MATT RAINEY (5), KRÖGER & GROSS (25)


LÄUFERTYPEN

Diese Tabelle unterscheidet sieben unterschiedliche Läufertypen. Für die Einteilung wurden die Daten von mehr als drei Millionen RUNNER’S-WORLD-Online-Usern ausgewertet. Läufer einer Gruppe haben in Schlüsselkriterien ähnliche Anforderungen an die Schuhe KÖRPERMASSE Der Body-Mass-Index (BMI) setzt Gewicht und Größe zueinander in Beziehung und liefert damit eine zuverlässige Angabe über den Körpertyp. Er wird wie folgt berechnet: Gewicht (in Kilo) ⁄ (Größe [in Meter])2 oder auf runnersworld.de⁄bmi Generell gilt: Je höher der BMI, desto „mehr Schuh“ ist ratsam.

BMI unter 23 Beispiel: Mann: unter 74,5 kg bei 1,80 m Frau: unter 63 kg bei 1,65 m

BMI 23 bis 27 Beispiel: Mann: 75 bis 88 kg bei 1,80 m Frau: 63 bis 74 kg bei 1,65 m

BMI über 27 Beispiel: Mann: über 88 kg bei 1,80 m Frau: über 74 kg bei 1,65 m

LAUFERFAHRUNG Diese Kategorie berücksichtigt, wie lange und welche Umfänge Sie schon laufen. Schätzen Sie auf Basis des letzten Jahres Ihr durchschnittliches Laufpensum pro Woche. Je mehr Sie laufen, desto effizienter wird Ihr Laufstil und desto „weniger Schuh“ benötigen Sie.

Mehr als 35 Kilometer pro Woche

Weniger als 35 Kilometer pro Woche

Mehr als 22 Kilometer pro Woche

Weniger als 22 Kilometer pro Woche

Mehr als 15 Kilometer pro Woche

Weniger als 15 Kilometer pro Woche

VERLETZUNGSGESCHICHTE Haben Sie bei normalem Trainingsaufwand Probleme mit Ihren Gelenken, Knochen oder Ihrem Bandapparat? Läufer mit höherer Verletzungsgefahr benötigen tendenziell Schuhe mit stärkerer Stützfunktion. Wichtig: Schuhe können keine Verletzungen heilen. Die Ursachen für solche Probleme sind höchst unterschiedlich. Anhaltende oder ernsthafte Verletzungen erfordern einen medizinischen Rat. t

Nein

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SCHUHE IN DIESER ECKE KOMBINIEREN MAXIMALE DÄMPFUNGS- MIT STÜTZEIGENSCHAFTEN UND SIND SEHR AUFWENDIG KONSTRUIERT

DÄMPFUNG Hoka One One Clifton 3 S 55 S.

Asics A i G Gel-Nimbus l Ni b 18 (Datenbank)

G Nike Air Zoom Pegasus 33 S. 56

D

New Balance 1260v6 S. 54

Brooks Adrenaline GTS 16 (Datenbank)

On Cloudsurfer 2 S. 54 New Balance N B l 1080 1080v4 4 (Datenbank)

Adidas Ultra Boost ST S. 55

MEHR SCHUH

New Balance Fresh Foam Vongo S. 58

Brooks Ghost 9 S. 57

F

Die „Datenbank“-Schuhe sind weit verbreitete Modelle aus früheren Tests, die hier als Vergleich dienen können. Testberichte unter www.runnersworld. de/laufschuhdatenbank

DÄMPFUNG

SCHUHE IN DIESER ECKE KOMBINIEREN EHER HÄRTERE DÄMPFUNGSEIGENSCHAFTEN MIT HOHER STABILITÄT UND KONTROLLE 10 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 53


Asics Gel-Kayano 23 170 €

New Balance 1260 v6 170 €

On Cloudsurfer 2 160 €

Der Gel-Kayano verdient immer wieder ein Ausrufezeichen. Die Laborwerte zeigen, dass bei diesem Modell die Frauenversion tatsächlich frauenspezifisch ist. Die Sprengung ist etwas größer, die Dämpfung etwas weicher und damit auf das leichtere Körpergewicht angepasst. Neu ist der „FlyteFoam“ genannte Mittelsohlenschaum, der zuerst beim Meta-Run (250 Euro!) eingeführt wurde. Die Testläufer lobten das Rückstellvermögen und den Gesamtkomfort. Viel weicher gedämpft ist der Schuh gegenüber seinem Vorgängermodell aber nicht. Gut so!

Mit dem neuen 1260 kann man vieles ganz falsch machen – oder ganz richtig. Denn er zählt zu den stabilsten und gleichzeitig bestgedämpften Schuhen in diesem Test. Der Schuh bietet dem Fuß sehr viel seitlichen Halt. Der Fuß sitzt wie in einer Wanne – gut für die Läufer, die das benötigen, etwa weil die Muskulatur zu schwach ist. Für diese Läufer ist der Schuh erste Wahl, auch bei höherem Körpergewicht. Tiefe Flexkerben sorgen dennoch für ein gutes Lauffeeling und viel Flexibilität. Bitte beachten: Der Schuh fällt circa eine halbe Nummer größer aus.

Der Cloudsurfer 2 ist spürbar überarbeitet worden. Die Mittelsohle ist agiler, lässt neben dem gemütlichen Trainingstempo auch schnellere Einheiten zu. Etwas abgespeckt wurde der Schuh auch. Die Testläufer lobten den Abrollkomfort, einer urteilte: „Er läuft sich wie ein klassischer Trainingsschuh.“ Beim Aufsatz mit der Ferse ergibt sich ein deutlich weicherer Eindruck als beim Mittelfußaufsatz. Lob gab es auch für die Optik und die Funktionalität des Obermaterials. Ein kleiner Wermutstropfen: Bei Regen auf Asphalt ist die Sohle sehr rutschig.

FERSENDÄMPFUNG FEST

FERSENDÄMPFUNG WEICH

FEST

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WEICH

STEIF

FEST

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FLEXIBILITÄT

Gewicht: Höhe:

FERSENDÄMPFUNG WEICH WEICH

FEST

FLEXIBILITÄT FLEXIBEL

327 g 266 g 34,3 mm (Ferse); 24,3 mm (Vorfuß) 35,9 mm (Ferse); 24,0 mm (Vorfuß)

STEIF Gewicht: Höhe:

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG WEICH FLEXIBILITÄT

FLEXIBEL 338 g 281 g 33,3 mm (Ferse); 23,5 mm (Vorfuß) 34,1 mm (Ferse); 25,8 mm (Vorfuß)

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL keine Angaben 250 g 32,0 mm (Ferse); 22,1 mm (Vorfuß) 30,6 mm (Ferse); 20,7 mm (Vorfuß)

Mehr zum Thema auf runnersworld.de Laufschuhdatenbank Hier gibt es Informationen zu allen aktuellen LaufschuhModellen auf dem Markt Unter www.runnersworld.de/ laufschuhdatenbank finden Sie über 1000 Schuhe, die Sie indi-

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viduell nach Ihren Ansprüchen filtern können. Für jedes Schuhmodell führen wir alle relevanten technischen Daten auf. Zusätzlich finden Sie dort Fotos, redaktionelle Testberichte, User-Bewertungen und Videos.

Machen Sie mit! Wie kommen Sie mit Ihren Laufschuhen klar? Rufen Sie in der Datenbank Ihre Laufschuhe auf, und geben Sie im Textfeld Ihre persönliche Bewertung ab.

FOTOS: KRÖGER & GROSS (5), NICK FERRARI

Di e A b b ild u ng e n s ind rep ro d uk t i on s t e c hn is c h b e d in gt n ic ht fa r bver b ind l i c h. Zude m s t ande n f ür den Te s t tei l s ande re Fa rbvari ant en der Schuhe zur Ver f ügung als online o der im Handel erhältlich.

LAUFSCHUHTEST 2016


Hoka One One Clifton 3 130 € Nach wie vor polarisieren die HokaModelle mit ihrer „fetten Sohle“. Aber der Clifton in der neuesten Version kann überzeugen. Der 3er ist spürbar besser geworden, vor allem die Passform ist optimiert, und obwohl er etwas schwerer geworden ist, fühlt er sich erstaunlich leicht an am Fuß. „Man muss die Dämpfung mögen“, erklärte ein Tester, „mir jedenfalls gefällt sie jetzt immer besser!“ FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF

FLEXIBEL

Gewicht: Höhe:

261 g 220 g 36,4 mm (Ferse); 28,8 mm (Vorfuß) 36,1 mm (Ferse); 26,5 mm (Vorfuß)

ADIDAS ULTRA BOOST ST 180 €

Saucony Zealot ISO 2 150 € Der neue Zealot profitiert von Sauconys neuem Mittelsohlenmaterial „Everun“, das hier in einer Stärke von drei Millimetern direkt unter der Einlegesohle liegt. Die Dämpfungswerte im Labor sind dadurch spürbar verbessert, vor allem im Vorfußbereich. Gut geeignet für leichte bis mittelschwere Läufer, die im Training höheres Tempo oder lange Strecken laufen. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH

Das Adidas-eigene „Boost“-Dämpfungsmaterial besteht aus einer Ansammlung kleiner Kügelchen aus expandiertem thermoplastischen Polyurethan y (E-TPU), die in der Sohle verschweißt werden. Die Laborwerte sind beeindruckend. Im letzten Ultra Boost fanden unsere Tester den Abrollkomfort zu schwammig. Im neuen ST wurden nun mehr Boost-Kügelchen im Mittelfußbereich komprimiert. Der Fuß hat beim Abrollen dadurch mehr Unterstützung, dennoch ist der Schuh FERSENDÄMPFUNG FEST WEICH sehr neutral. Dazu bietet das „Stretchweb“-Obermaterial dem Fuß mehr VORFUSSDÄMPFUNG Halt und ist zugleich sehr komfortabel, FEST WEICH auch hinsichtlich des Klimas. Die FLEXIBILITÄT Sohle bietet viel Rückstellkraft. „Der STEIF FLEXIBEL Fuß ruht wie in einem Plüschsessel Gewicht: 329 g 283 g Höhe: 33,5 mm (Ferse); 22,3 mm (Vorfuß) mit hohen Lehnen und fühlt sich gut 31,7 mm (Ferse); 21,4 mm (Vorfuß) aufgehoben“, formuliert es ein Tester.

WESHALB DAMEN- UND HERRENMODELLE?

VORFUSSDÄMPFUNG FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 276 g 238 g 32,0 mm (Ferse); 25,3 mm (Vorfuß) 28,9 mm (Ferse); 23,9 mm (Vorfuß)

ANGABEN: ■ MÄNNER ■ FRAUEN

Konstruktion. Dämpfung und Sohle sind für Frauen konzipiert. Vor allem: Der Frauenfuß ist nicht nur ein kleinerer Männerfuß, also kürzer und schmaler. Betrachtet man gleich lange Füße von Männern und Frauen, sind die Gliedmaßen der Frauen im Schnitt weniger voluminös, und die Proportionen sind anders. Deshalb benötigen Frauenschuhe eine eigene Passform.

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LAUFSCHUHTEST 2016

Nike Air Zoom Pegasus 33 120 €

Brooks Glycerin 14 170 €

Saucony Ride 9 140 €

Nach einigen modischen Ausflügen schleicht sich der Pegasus seit den letzten beiden Versionen wieder in die Liste der Lieblingsmodelle. Ganz neu ist die „Zoom Air“-Einheit im Vorfußbereich, die für bessere Dämpfung sorgt, ohne zu viel von dem agilen Abrollkomfort preiszugeben. Das Gewicht ist fast gleich geblieben. Das Obermaterial bietet durch das integrierte „Flywire“ im Mittelfußbereich einen sicheren Sitz. Die Sohlenelemente sind jetzt etwas stärker segmentiert. Gut: Der Laufeindruck ist geblieben, schnell, mit guter Rückmeldung und komfortabel.

Der Glycerin gilt als ein neutraler und maximal komfortabler Schuh, sprich: Die Dämpfung liegt auf höchstem Niveau – auch in der neuesten Version, das belegen die Laborwerte sowie die Beurteilungen der Testläufer. Die Sohle bietet eine breite Aufsatzfläche und entsprechend sicheren Stand. Das Obermaterial umschmeichelt den Fuß. Es erweist sich als dehn- und anpassungsfähig (der Schuh ist in verschiedenen Weiten erhältlich). Nur wenige Laufschuhe passten so vielen Testläufern gleichermaßen gut. Eine Empfehlung für Läufer, die viel auf der Straße trainieren.

Rein äußerlich hat sich nicht viel geändert gegenüber dem Ride 8, von den Farben einmal abgesehen. Aber die neue Mittelsohle hat es in sich: Der Ride 9 hat einen zusätzlichen Dämpfungsschaum direkt unterhalb der Einlegesohle. Es ist zwar nur eine dünne Schicht, „aber der Schuh bietet mehr Rückstellmoment“, so ein Testläufer. Außerdem hat der Ride 9 mit die höchsten Dämpfungswerte im Vorfußbereich innerhalb dieses Tests, was ihn für komfortorientierte Läufer und Vorfußläufer empfiehlt, „obwohl die Sohle etwas steif wirkt“, so ein Tester.

FERSENDÄMPFUNG FEST

FERSENDÄMPFUNG WEICH

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WEICH

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FEST

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FLEXIBILITÄT

Gewicht: Höhe:

FERSENDÄMPFUNG WEICH WEICH

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FLEXIBILITÄT FLEXIBEL

285 g 234 g 33,7 mm (Ferse); 22,0 mm (Vorfuß) 32,0 mm (Ferse); 21,4 mm (Vorfuß)

STEIF Gewicht: Höhe:

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG WEICH FLEXIBILITÄT

FLEXIBEL 304 g 252 g 35,9 mm (Ferse); 24,6 mm (Vorfuß) 33,6 mm (Ferse); 23,5 mm (Vorfuß)

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 270 g 223 g 32,4 mm (Ferse); 23,6 mm (Vorfuß) 31,2 mm (Ferse); 23,0 mm (Vorfuß)

SO TESTEN WIR LAUFSCHUHE: IM LABOR S Im RUNNER’S-WORLD-Schuhlabor überprüfen wir jeden Schuh mithilfe verschiedener Spezialgeräte. Die Untersuchung erfolgt dabei rein mechanisch. Anhand der Messergebnisse lassen sich die getesteten D Schuhe miteinander vergleichen und so Durchschnittswerte, etwa hinsichtlich der Dämpfung, ermitteln. S Die Dämpfung wird im Labor im Fersen- und im Ballenbereich getestet (Foto) und das Ergebnis auf einer D Skala von 0 bis 100 dargestellt. Gemessen wird jeweils bei gleicher Schuhgröße, der US-Größe 9. S

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FOTOS: KRÖGER & GROSS (5), NICK FERRARI, MATT RAINEY


Asics FuzeX X 130 € Mit dem FuzeX kreierte Asics ein neues Design und will sich damit neuen, jüngeren Zielgruppen öffnen. ff Das weitgehend nahtfreie „Engineered Mesh“-Obermaterial gefällt, aber die Testläufer monierten, dass es recht warm ist. Der Schuh bietet einen hohen Dämpfungskomfort für Fersen- wie Mittelfußaufsetzer. Insgesamt bietet er ein komfortables Laufgefühl für den Allround-Trainingseinsatz. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF

FLEXIBEL

Gewicht: Höhe:

267 g 223 g 30,2 mm (Ferse); 23,6 mm (Vorfuß) 28,6 mm (Ferse); 21,2 mm (Vorfuß)

BROOKS GHOST 9 140 €

Skechers GOrun 4 110 € Gute Dämpfung und ein sehr dynamischer Abrollkomfort sorgen beim leichten GOrun für höchste Bewertungen der Testläufer. Trotz gleicher Modellbezeichnung wurde der Schuh stark überarbeitet: Das Obermaterial ist weicher und flexibler, ein neuer Mittelsohlenschaum bietet noch mehr Rückstellkraft. Sehr gut geeignet für leichte bis mittelschwere Läufer. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

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WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 227 g 147 g 28,6 mm (Ferse); 20,3 mm (Vorfuß) 27,7 mm (Ferse); 19,6 mm (Vorfuß)

ANGABEN: ■ MÄNNER ■ FRAUEN

Der Brooks Ghost galt bei den Testläufern immer als das Arbeitstier – im positiven Sinn: Er vereint Stabilität mit Komfort, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Er ist als Dämpfungsschuh konstruiert, bietet aber auch viel Stabilität. Der Fuß landet im Fersenbereich gut gedämpft, was gerade beim ruhigen Dauerlauf, auch über längere Strecken, für ein gutes Komfortgefühl sorgt. Gesteigert wird dies beim Ghost 9 durch das noch weichere Innenmaterial. Der Vorfußbereich ist FERSENDÄMPFUNG FEST WEICH stabiler konstruiert und sorgt für eine sichere Abrollbewegung. Bei VORFUSSDÄMPFUNG FEST WEICH einem Preis von 140 Euro klingt es schon fast absurd, aber der Ghost ist FLEXIBILITÄT STEIF FLEXIBEL hier ein günstiges Angebot in der Leistungsklasse mit Preisen bis zu Gewicht: 299 g 254 g Höhe: 34,0 mm (Ferse); 22,6 mm (Vorfuß) 200 Euro. „Einziger Kritikpunkt ist 32,3 mm (Ferse); 22,6 mm (Vorfuß) für mich das Design“, so ein Testläufer.

SO TESTEN WIR LAUFSCHUHE: IM DIALOG Beim RUNNER’S-WORLD-Laufschuhtest geht es nicht um die Ermittlung eines Testsiegers: Alle hier gezeigten Schuhe sind bestens zum Laufen geeignet, sonst würden wir sie nicht vorstellen. Von den Herstellern fordern wir umfangreiches Infomaterial an und lassen uns die Schuhe erklären. Testläufer und Redaktion versuchen dann eine genaue Einsatzempfehlung zu geben.

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LAUFSCHUHTEST 2016

Puma Speed 600 Ignite 140 € Bei der Ignite-Serie hat man die Wahl zwischen Komfort und Speed, gepaart mit einer Portion Fashion. Beim Speed 600 mit 10 mm Sprengung wurde ein guter Kompromiss gefunden. Das elastische Polyurethan in der Mittelsohle bietet viel Dämpfung und gutes Rückstellvermögen. Testerinnen lobten die Passform mit dem weiter geschnittenen Vorfußbereich: Die Damenversion kam insgesamt besser an. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF

FLEXIBEL

Gewicht: Höhe:

309 g 255 g 33,8 mm (Ferse); 22,8 mm (Vorfuß) 31,1 mm (Ferse); 21,9 mm (Vorfuß)

NEW BALANCE FRESH FOAM VONGO 150 €

Under Armour Charged Bandit 2 100 € Bei den meisten Testläufern fand das schlichte Design viel Lob, wobei der Halt des Obermaterials eher gering ist. Der Bandit 2 liefert ausgewogenen Laufkomfort: „Ein weicher und gut gestützter Abrollvorgang, ohne zu weich zu sein“, so war selbst unsere 80-jährige Testerin begeistert. Der Schuh fällt klein aus. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 274 g 220 g 35,6 mm (Ferse); 23,0 mm (Vorfuß) 31,8 mm (Ferse); 21,0 mm (Vorfuß)

58 RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

Der Vongo, eine Neuentwicklung, ist als sehr gut gedämpfter Schuh mit voluminöser Mittelsohle konzipiert. Auf aufwendige Stützelemente verzichtet die Sohlenkonstruktion, gleichwohl soll sich der Schuh für Läufer eignen, die eine Stützfunktion auf der Innenseite wünschen, etwa bei Überpronation. Erreicht wird diese beim Vongo durch eine besonders im medialen Bereich stärker ausgeprägte Kontur der Mittelsohle. Eine Längskerbe FERSENDÄMPFUNG in der Außensohle entkoppelt den FEST WEICH Abrollvorgang, zudem ist die SohlenVORFUSSDÄMPFUNG konstruktion auffällig ff breit. Dennoch: FEST WEICH Selbst Tester, die eher leichte Schuhe FLEXIBILITÄT bevorzugen, lobten den sehr gut STEIF FLEXIBEL gedämpften Vongo. „Er ist keineswegs Gewicht: 290 g 237 g zu soft und gibt angenehme StabiliHöhe: 30,9 mm (Ferse); 25,2 mm (Vorfuß) tät, ohne es zu übertreiben oder zu 29,8 mm (Ferse); 25,5 mm (Vorfuß) viel zu korrigieren“, so ein Testläufer.

SO TESTEN WIR LAUFSCHUHE: MIT TESTLÄUFERN Wenn viele erfahrene Testläufer ihr Urteil über einen Testschuh abgeben, dann schält sich am Ende ein gutes Eignungsprofil des getesteten Produkts heraus. Jedes Modell haben wir mit bis zu 50 Testern geprüft – gemäß dem Eignungsprofil des Schuhs. Kannte ein Testläufer bereits ein Vorgängermodell, so erhielt er auch die aktuelle Version des Schuhs, damit er beide vergleichen konnte.

FOTOS: KRÖGER & GROSS (5), NICK FERRARI (2)


Asics DynaFlyte 160 € Die Mittelsohle aus „FlyteFoam“ bietet ähnlich wie beim Gel-Kayano weiche Dämpfung, ist dabei aber viel leichter als herkömmliche Dämpfungsmaterialien. Außerdem bietet sie mehr Rückstellmoment. So ist der DynaFlyte die dynamischere Alternative, auch für schnellere Läufe. Ein Testläufer fasst zusammen: „Eine interessante Alternative zu Nimbus oder Cumulus, die beide schwerer sind.“ FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF

FLEXIBEL

Gewicht: Höhe:

256 g 215 g 32,2 mm (Ferse); 24,2 mm (Vorfuß) 29,8 mm (Ferse); 22,5 mm (Vorfuß)

NIKE LUNARGLIDE 8 130 €

Skechers GOrun Ride 5 100 € Der Ride 5 füllt eine Lücke: Er ist ein weich gedämpfter Wettkampfschuh, was erst mal wie ein Widerspruch klingt. Aber die Mittelsohle ist im Vergleich zu den Vorgängern härter geworden, sie vermittelt keinen Marshmellow-Eindruck mehr. Und sie wirkt jetzt auch haltbarer, genau wie die Außensohle. „Voll wettkampftauglich“, bescheinigte eine Testläuferin. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 244 g 196 g 36,6 mm (Ferse); 21,3 mm (Vorfuß) 31,4 mm (Ferse); 22,3 mm (Vorfuß)

ANGABEN: ■ MÄNNER ■ FRAUEN

Der LunarGlide ist wie seine Vorgänger als weich gedämpfter Schuh mit Stützfunktion konzipiert, aber die eingesetzten konstuktionstechnischen Mittel sind weitgehend neu. Die im Bild oben gezeigte Sohlenpartie birgt zwei Elemente: Ein sehr federnder Mittelsohlenschaum ist von einem festeren, haltbaren Schaum umschlossen. Dazu ist die Außensohle in einzelne Stollen unterteilt, die wiederum durch lasergeführte Einschnitte auf jede Belastung individuell reagieren FERSENDÄMPFUNG FEST WEICH können. Die „Dynamic Support“Plattform mit steiferer medialer Seite VORFUSSDÄMPFUNG bietet, falls benötigt, viel Stütze, und FEST WEICH das Obermaterial mit „Flywire“-VerFLEXIBILITÄT stärkungen im Mittelfuß gibt Halt. STEIF FLEXIBEL „Eine echte Alternative für Läufer, die Gewicht: 267 g 216 g 20,1 mm (Vorfuß) Höhe: 32,7 mm (Ferse); 2 einen stabilen und dennoch flexiblen 29,9 mm (Ferse); 18,7 1 mm (Vorfuß) Schuh suchen“, so ein Testläufer.

SO WIRD GETESTET: IM LABOR Im Labor wird die Flexibilität im Ballenbereich getestet und mit dem Mittelwert aller aktuell untersuchten Modelle verglichen. Wir ermitteln, wie viel Kraft nötig ist, um den Schuh beim Fußabdruck zu biegen; beim LunarGlide 8 (oben) ist das eher wenig.

10 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 59


LAUFSCHUHTEST 2016

Salming Distance D4 150 € Die schwedische Marke überzeugt mit hochqualitativen Schuhen. Für die Marke typisch sind die leichtgewichtigen, reduziert konstruierten Schuhe mit sehr geringer Sprengung. Der D4 bietet bislang am meisten Dämpfung, deutlich mehr als sein Vorgänger – und dabei ist der D4 auch noch flexibler und leichter. Fazit: ein sehr leichter Schuh, der sich eher für leichtere Läufer eignet, auch für höheres Tempo. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF

FLEXIBEL

Gewicht: Höhe:

216 g 171 g 26,5 mm (Ferse); 20,2 mm (Vorfuß) 24,1 mm (Ferse); 19,6 mm (Vorfuß)

NIKE LUNAREPIC FLYKNIT 180 €

Adidas Adizero Adios 3 150 € Was soll man an einem Schuh verbessern, mit dem Dennis Kimetto den Berlin-Marathon 2014 in 2:02:57 Stunden geschaff afft hat? Die Mittelsohle mit dem sprungfederhaften Boost blieb beim Adios 3 gleich. Die Außensohle von Continental ist etwas überarbeitet und haltbarer. Der Vorfuß hat mehr Platz. Aber: Der Schuh fällt um bis zu eine Nummer kleiner aus. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 232 g 192 g 26,7 mm (Ferse); 17,4 mm (Vorfuß) 26,3 mm (Ferse); 15,9 mm (Vorfuß)

60 RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

Mit dem LunarEpic hat Nike eine ganz neue Idee in die Laufschuhszene gebracht. Die halbhoch geschnittene Schaftform kannte man höchstens von Trailschuhen. Die anfängliche Skepsis einiger Testläufer legte sich schnell. Denn der Schaft hat nur in Ausnahmefällen gestört, vereinzelt gab es Klagen über den Sitz des Kragens an der Fersenspange. Läufer mit einer Neigung zu Achillessehnenproblemen äußerten sich jedoch positiv, verspürten keinerlei Druck. „Überrascht hat mich der FERSENDÄMPFUNG FEST WEICH sehr weich gedämpfte Laufeindruck, gepaart mit der hohen Flexibilität“, so VORFUSSDÄMPFUNG FEST WEICH ein Testläufer. Durch die längs, quer und rundherum abgerundete SohlenFLEXIBILITÄT STEIF FLEXIBEL partie entsteht ein sehr dynamischer, weicher Abrollvorgang. Testläufer Gewicht: 222 g 181 g Höhe: 29,9 mm (Ferse); 21,6 mm (Vorfuß) lobten auch die Flexibilität, die Dehn27,6 mm (Ferse); 21,6 mm (Vorfuß) fähigkeit und die gute Traktion.

WAS BEDEUTET „SPRENGUNG“? Die Höhendifferenz zwischen Vorfuß und Ferse wird bei Laufschuhen als Sprengung bezeichnet. Der Wert beschreibt also den Unterschied in der Bauhöhe zwischen Fersen- und Ballenbereich. Barfuß auf dem Boden oder in Flip-Flops ist der Wert gleich null. Je höher der Fersenabsatz (je höher also die Ferse über dem Vorfuß steht), desto größer ist die Sprengung.

FOTOS: KRÖGER & GROSS (5), NICK FERRARI (2)


361° Chaser 110 € Leichtgewichtig, direkt und sehr flexibel: Dieser Schuh ist bestens gerüstet für Wettkampf oder Tempotraining. Die Tester waren vor allem über den Langstrecken-Komfort angenehm überrascht. „Das hätte ich dem Schuh anfangs nicht zugetraut“, so ein Testläufer. Geschäumtes Gummi im Vorfußbereich bietet gute Traktion und einen sanften Abrollvorgang, in der Ferse ist Karbongummi verarbeitet. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF

FLEXIBEL

Gewicht: Höhe:

227 g 185 g 29,5 mm (Ferse); 19,2 mm (Vorfuß) 28,6 mm (Ferse); 20,1 mm (Vorfuß)

Das gewebte Obermaterial hat sich als dehnfähig erwiesen und wird durch von außen verklebte Besätze verstärkt

NEW BALANCE VAZEE PACE V2 140 €

Brooks Hyperion 130 € Der Hyperion ersetzt bei Brooks den beliebten, aber in die Tage gekommenen T7 Racer. Für die meisten Läufer ist der Hyperion ein Wettkampfschuh. Angesichts der leichten, dünnen und flexiblen Sohle dämpft er komfortabel. Das dünne Obermaterial ist atmungsaktiv, „innen wunderbar glatt, aber die vordere Naht an der Lasche kann scheuern“, so ein Tester. FERSENDÄMPFUNG FEST

WEICH VORFUSSDÄMPFUNG

FEST

WEICH FLEXIBILITÄT

STEIF Gewicht: Höhe:

FLEXIBEL 184 g 153 g 28,0 mm (Ferse); 17,6 mm (Vorfuß) 25,2 mm (Ferse); 17,0 mm (Vorfuß)

ANGABEN: ■ MÄNNER ■ FRAUEN

Im letzten Jahr erst ersetzte er den 890, und sogleich gewann der Vazee Pace den „Best Debut“-Award für die beste Neuentwicklung. Die zweite Version bietet dieselbe direkte Sohlenkonstruktion mit dem „Zug nach vorn“, wie es ein Testläufer ausdrückte. Zudem ist sie jetzt noch flexibler geworden, was durch Labordaten belegt wird, aber auch beim Laufen zu spüren ist. Tiefere, weiter unter den Ballen reichende Flexkerben sind dafür verantwortlich. „Das gibt mir den ExtraFERSENDÄMPFUNG FEST WEICH Push bei meinen Trainingsläufen“, so ein Tester mit 2:27-Stunden-MaraVORFUSSDÄMPFUNG thonbestzeit. Der Schuh hält die FEST WEICH Ferse sehr sicher und bietet durch das FLEXIBILITÄT Webmuster-artige Obermaterial eine STEIF FLEXIBEL gute Belüftung. Ein Tipp für ambiGewicht: 257 g 215 g Höhe: 26,8 mm (Ferse); 20,1 mm (Vorfuß) tionierte Läufer für Training und Stra25,4 mm (Ferse); 19,4 mm (Vorfuß) ßenwettkämpfe bis hin zu Marathon.

GESTRICKT ODER GEWEBT? Neue Fertigungstechnologien machen es möglich, dass das Obermaterial in nur einem Arbeitsvorgang gefertigt wird – mit speziellen Strick- oder Webtechniken, wie beim Vazee Pace 2. Vorteile: Das Gewebe selbst ist nahtfrei, leichter und funktioneller.

10 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 61


TAC H E L E S

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein? Ist die Substitution von Nährstoffen sinnvoll, um volle Leistung bringen zu können? Wenn ja, stellen sich weitere Fragen: Für wen, wie viel, synthetisch oder natürlich? Unsere Leser sind da unterschiedlicher Meinung

Nur Ersatz für Mangelernährung

Rene Spanier, Much a Nahrungsergänzungsmittel halte ich für einen Ersatz für nicht ausreichende Ernährung. Ich trainiere täglich und versuche mich ausgewogen zu ernähren. Wer weiß, ob die Leistung durch Nahrungsergänzungsmittel besser wäre.

Nur nicht zu ernst nehmen

Anne Putensen, Hamburg a Ich nehme regelmäßig einen Mix aus Natrium, Kalium, Vitamin C und (Bären-) Stärke zu mir. Das alles gebadet in feinstem Fett. Manche nennen es auch Pommes. Keine Krämpfe mehr UMFR AGE

Günter Steiner, Neufahrn bei Freising a Ich nehme während einer Marathonvorbe-

reitung ein Kombipräparat, das vor allem Magnesium und Eisen enthält. Durch mein intensives Training habe ich Eisenmangel und bin dadurch ständig müde. Außerdem kriege ich durch Magnesiummangel nachts Wadenkrämpfe. Das Nahrungsergänzungsmittel hilft mir, diese Defizite auszugleichen.

62 RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

Ergänzen Sie Ihre Ernährung durch Supplemente, die Vitamine, Mineralstoff offe und Antioxidantien enthalten? Täglich

39,0 %

Mehrmals pro Woche

19,1 %

Unregelmäßig

12,7 %

Selten

12,3 %

Nie

16,9 % Quelle: www.runnersworld.de

ILLUSTRATION: ALESSANDRO GOTTARDO; FOTOS: PRIVAT


TAC H E L E S

L E S ER M EIN UNG D ES M ONATS

a Die Werbung sug-

geriert uns: „Wirf ein paar Pillen ein, und schon hast du das gewĂźnschte Ergebnis.“ Aber wir haben es nicht mit einem Lego-Baukasten zu tun, sondern mit einem hochkomplexen Biosystem. Unser KĂśrper will keine isolierten Bausteine, sondern vollwertige Lebensmittel. Aber wer ernährt sich schon immer vollwertig? So kĂśnnen auch bei Läufern DeďŹ zite entstehen, die supplementiert werden mĂźssen: Vitamin D, Magnesium ... Aber: Erst messen, dann auffĂźllen, dann nachmessen, ob der Zielwert erreicht wurde.

Helmut Mogg Balingen

Synthetische Produkte schaden eher

Formel 1 fährt auch mit Super

Volker Stritzke

Pascal Dethlefs

Hamburg

Owschlag

a Meine Erfahrungen mit hochwertigen Nahrungsergänzungen aus natßrlichen Quellen sind durchweg positiv. Mein Arzt ist begeistert von meinen Blutwerten. Seitdem ich meine Laufaktivitäten gesteigert habe, merke ich, dass ich auch nach anstrengenden Läufen sehr schnell regeneriere. Bei der Auswahl achte ich darauf, dass die Nahrungsergänzungen aus nachhaltigem Anbau kommen und der Hersteller die Kontrolle vom Saatgut bis zum Endprodukt gewährleistet. Synthetische Produkte schaden oft mehr als sie nßtzen, da sie vom KÜrper schlecht verwertet werden.

a Es kommt darauf an, was man als Läufer vorhat. Hat man ein bestimmtes Ziel und will zum Beispiel eine neue Bestzeit laufen und investiert dafßr einiges an Training, dann kommt man an einer Optimierung seiner Nährstoffe ff nicht vorbei. Ich vergleiche es immer gern mit einem Formel-1-Wagen. Natßrlich kÜnnte der auch mit normalem Benzin fahren, macht er aber nicht. Ich empfehle eine Blutwerteßberprßfung. Wird hier eine Unterversorgung festgestellt, spricht nichts gegen eine temporäre tägliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einer hohen Bioverfßgbarkeit.

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Du bleibst dran. Am Puls der Zeit. /sportscheck

95

www.sportscheck.com


BAU M A N N

Einfach nur ein guter Rat Verletzt? Für manch einen eine Tragödie. Marathon-Star Arne Gabius musste deshalb sogar auf die Olympischen Spiele verzichten. Unser Kolumnist rät zu mehr Muße

Im letzten Jahr ging mir bei meinem abendlichen Zur-Ruhe-kommen-Dauerlauf die Wade zu. Ich träumte von heilenden MüllerWohlfahrtHänden. Aber nichts dergleichen, ich war acht Monate verletzt ...

U

m Missverständnissen gleich vorzubeugen: Mir ist absolut klar, dass es im Sport viel größere Tragödien gibt. Aber die verletzungsbedingte Absage von Arne Gabius für die Olympischen Spiele in Rio war ganz sicher wenn nicht eine Tragödie, so doch ein sportlicher wie auch emotionaler Rückschlag für ihn. Es hätte so schön sein können: Nach seiner langen Bahnkarriere kam der späte Umstieg auf den Marathon. Ach was, Umstieg, es war ein Aufstieg. Marathon! Dieses Wort klang nach Verheißung. Arne Gabius hatte seine Distanz gefunden. Mit 2:09:32 Stunden das schnellste deutsche Debüt, ein Jahr später beim zweiten Start: deutscher Rekord. Dazu die Quali für Olympia. Eine späte Erfolgsgeschichte, die nun, durch eine Verletzung, jäh unterbrochen wurde. Und das ausgerechnet bei Arne Gabius, den jeder in der Laufszene um ein Talent beneidet hatte: Er war nie verletzt. Egal, was er trainierte, ob Umfang, Tempo, beides, auf eines konnte sich der Hamburger verlassen: Die Knochen hielten immer. Bis jetzt. ★

DIETER BAUMANN, 51, ist einer der weltweit erfolgreichsten Langstreckenläufer. 1992 wurde er 5000-Meter-Olympiasieger. Heute ist er ein gefragter Laufexperte (dieterbaumann.de)

64 RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

Verwundert bin ich darüber nicht, denn ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass Gabius 35 Jahre alt ist. Irgendwann verlangsamen sich die Regenerationsprozesse eben. Um aber in der Weltklasse zu bestehen, kann auf eine gewisse Abfolge von Trainingseinheiten nicht verzichtet werden. Es ist immer eine Art Seiltanz, den Athleten vollführen. Die Gefahr, sich eine Verletzung einzuhandeln, ist also immer da. Ein ganz normaler Prozess. Verstehen sie mich aber nicht falsch. Ich empfinde den Leistungssport nicht als ungesund. Im Gegenteil! Athleten pflegen sich sehr sorgsam. Sie ernähren sich ausgewogen, gehen zur Physiotherapie, dehnen sich, machen ausgleichende Kraftübungen. Sie können sicher sein: Arne Gabius tat all dies sehr akribisch. Doch trotz aller Maßnahmen sind Verlet-

zungen nicht immer zu vermeiden. Das ist ärgerlich und vor einem so großen Event wie Olympia auch für jeden eine kleine Tragödie. Umso erstaunlicher war Gabius’ Reaktion nach der Absage. Er sprach von einem weiteren Marathonversuch bei den Spielen in Tokio 2020. ★ ★

Im Leistungssport gibt es in Sachen Verletzung ein anderes Phänomen. Wir sehen Athleten (vor allem Fußballer), die mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz getragen werden. Nach zehn Minuten erfahren wir via Reporter eine MüllerWohlfahrtsche Kabinendiagnose (Muskelbündchenabriss oder so), und nach einer Woche sehen wir den Spieler dank der Behandlung eines Sportmediziners wieder die Außenlinie entlangsprinten. Zum Vergleich: Im letzten Jahr ging mir bei meinem abendlichen Zur-Ruhekommen-Dauerlauf (6er-Schnitt) die Wade zu. Ich träumte von den heilenden Müller-Wohlfahrt-Händen. Aber nichts dergleichen, ich war acht Monate verletzt. Vor wenigen Wochen sprach mich ein Altersklassenläufer an, ob ich ihm einen Termin bei einem guten Sportmediziner besorgen könnte. Er sei verletzt. Ich sagte ihm, er solle pausieren. „Aber ich muss doch bald bei den Altersklassen-Meisterschaften starten“, antwortete er mit panischem Blick, „ich bin Favorit.“ Ich konnte ihm keinen Termin besorgen, ich bin ja Läufer und nicht Fußballer. Allerdings gab ich ihm einen Ratschlag mit auf den Weg. Zugegeben, der ist nicht von mir, sondern von einem guten Freund, der in diesem Jahr 76 geworden ist: „In der Altersklasse geht es ums Überleben, nicht ums Besserwerden. Irgendwann gewinnst du immer.“ Das gilt für Arne Gabius wie auch für uns. Laufen ist einfach schön. Auch wegen der Ratschläge. Dieter Baumanns wöchentliche Kolumne „Mein Lauf der Woche“ finden Sie unter www.runnersworld.de/baumann

ILLUSTRATION: MICKEY DUZYJ


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Die unentbehrliche Lektüre für Marathonläufer widmet sich in 42 locker lesbaren Kapiteln allem, was Würde, Anmut und Niedertracht dieses Sports ausmachen: schöne Frauen im Rennen, die Strecke als Laufsteg, die halbe Distanz, der Mann mit dem Hammer, der Schmerz, die Schmach, das Läuferdeutsch ... Frankfurt Marathon Uns gefallen die Gedankengänge – wir könnten sofort mitphilosophieren. Hahnertwins

Hoffmann und Campe


Coach

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TRAINING

ERNÄHRUNG

GESUNDHEIT

EQUIPMENT

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76

80

82

Das Heben der Hantel bedingt die konzentrische Kontraktion. Im Wechsel zur exzentrischen Abwärtsbewegung ist auch viel Kraft gefragt.

KRAFTVOLL IM SCHNECKENTEMPO

Dem Krafttraining widmen viele Läufer sich nur ungern. Wenn’s denn sein muss, denken sie, dann soll es auch so effektiv wie möglich sein. Aber welche Art von Übungen bringt am meisten? Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten der Kontraktion: Der angesprochene Muskel kann isometrisch (haltend), konzentrisch (überwindend) oder exzentrisch (nachgebend) arbeiten. Letzteres hat laut einer Studie hinsichtlich Kraftzuwachs und Verletzungsprophylaxe die größte Wirkung. Der Muskel wird dabei nicht verkürzt, sondern gedehnt, Ansatz und Ursprung entfernen sich also voneinander, und die Muskulatur muss der Belastung länger standhalten. Beim klassischen Klimmzug etwa stellt die Zugbewegung den konzentrischen Teil dar, das Herablassen den exzentrischen. Genau dieser Teil sollte langsam ausgeführt werden, um die volle Wirkung zu entfalten. Ein passendes Workout finden Sie auf Seite 73.

FOTO: GETTYIMAGES

1 0 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 67


TRAINING

des Taperings schlaff und lustlos. Dagegen helfen Trainingspläne, wie wir sie Ihnen auf den folgenden Seiten präsentieren. Bei den schnelleren Workouts sollte man nicht zu viele Abstriche am Tempo machen und den Erholungseffekt über die allmähliche Verkürzung der Streckenlängen erreichen. Aus diesem Grund findet man in der Mehrzahl unserer Trainingspläne in der Taperingphase schnelle Einheiten. Vier bis fünf Tage vor dem Marathon setzen wir sogar noch einen kürzeren Tempolauf an. Das ist eine Art Weckruf für Körper und Geist, um die Arterien zu öffnen und die Lungen noch einmal durchzupusten.

Die Kunst der Mäßigung In den letzten Wochen vor einem Wettkampf sollte man nicht besonders intensiv trainieren, sondern bewusst die Laufumfänge reduzieren. „Tapering“ heißt das Zauberwort. Wir zeigen, wie’s geht Von MARTIN GRÜNING

Unvernunft besiegen

Vom „Tapering“ haben Sie schon mal gehört, oder? Das ist die Phase, in der sich ein Sportler von der Trainingsbelastung erholt, um am Wettkampftag maximal leistungsfähig zu sein. Die wörtliche Übersetzung lautet „Zuspitzung“, aber auch in der deutschen Trainingslehre hat sich der englische Begriff eingebürgert. Das Grundprinzip des Tapering ist die allmähliche Umfangsreduzierung im Training, die zwei Wochen vor dem Wettkampf im Anschluss an den letzten sehr langen Trainingslauf einsetzt. In den Tagen unmittelbar vor dem Wettkampf sind die Strecken dann auf wenige Kilometer reduziert, oder es herrscht komplette Laufruhe. Tapering erhöht

5

68 RUNNERSWORLD.DE • 1 0 / 2016

nachweislich die Menge der aeroben Enzyme und des Muskelglykogens, und im Gehirn laufen dabei Prozesse ab, die einen Zuwachs an Muskelmasse begünstigen. Zusätzlich baut man sich mentale Reserven auf, da eine intensive Trainingsperiode auch die Psyche stark fordert. Insbesondere vor langen Wettkampfdistanzen wie Halbmarathon oder Marathon braucht man für die optimale Leistung schließlich frische Beine und Gedanken.

Schnelle Einheiten bleiben Beim Tapering ist das Timing entscheidend. Dauert die Erholungsphase zu lange, kann der Körper an Leistungsvermögen einbüßen. Nicht selten fühlen sich Läufer am Ende

U M F R AG E

Reduzieren Sie vor einem Wettkampf Ihr Training?

87% Ja, ich reduziere vorher Trainingsintensität und -umfang

13 % Nein, ich trainiere immer durch Weitere Umfrageergebnisse: www.runnersworld.de/ umfragen

Läufer sind oft sehr fixiert und zielstrebig. In Stresssituationen wie vor einem Marathon greifen sie oft auf Handlungsweisen zurück, die sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben. In der Schulzeit war es das komprimierte Lernen vor einer Klassenarbeit. Entsprechend verspüren viele Läufer den Drang, zusätzliche Kilometer und intensivere Tempotrainings in die letzten Wochen vor einem Wettkampf zu packen. Doch während die zusätzliche Lernerei kurz vor der Schulprüfung zu einer guten Klausur geführt haben mag, bewirkt zusätzliches Training in der Zeit vor dem Wettkampf nur Ermüdung. In der Zeit vor dem Wettkampf sind also nicht Intuition und Gefühl gefragt, sondern die Vernunft. Tapering ist eine Kunst der Mäßigung, die man erlernen kann. Halten Sie sich immer vor Augen, dass zusätzliche Kilometer und härteres Training zu diesem Zeitpunkt Ihr Laufvermögen erheblich beeinträchtigen, anstatt es zu fördern. Vielleicht hilft Ihnen dabei eine Zahl aus der Laufforschung: Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Läufer, die das Tapering richtig durchführen, um 40 Prozent bessere Ergebnisse erzielen als diejenigen, die bis zum Wettkampftag durchtrainieren.

FOTO: ISTOCKPHOTO


T R A I N I N G S P L Ä N E D E S M O N AT S

Freizeitathleten: 5- und 10-Kilometer-Wettkampf Sie nehmen ab und zu an Wettkämpfen teil, und Sie wollen dort Ihr Bestes geben, aber es geht Ihnen dabei nicht allein um eine Bestzeit. Sie würden sich selbst als Freizeitathleten bezeichnen

Vorletzte Woche vor dem 5- oder 10-km-Lauf

So 40 Min. ruhiger DL, anschl. 3 Steigerungen

Mo Ruhetag

Letzte Woche vor dem 5- oder 10-km-Lauf

Di Ruhetag Mi 8 x 4 Min. schnell (Pause zwischen den Belastungen: 2 Min. Traben) mit jeweils 10 Min. Ein- und Auslaufen

Mo Ruhetag

Fr Ruhetag

Sa 40 Min. ruhiger DL

Sa Ruhetag

So Ruhetag

So Wettkampf

2. Woche nach dem 5- oder 10-km-Lauf

1. Woche nach dem 5- oder 10-km-Lauf

Mo Ruhetag

Mo 10 bis 20 Min. langsamer DL

Di 50 Min. lockerer DL

Di Ruhetag

Do Ruhetag

Do Ruhetag

Di 3 x 5 Min. schnell (Pause zwischen den Belastungen: 2 Min. Traben) mit jeweils 10 Min. Ein- und Auslaufen

Mi Ruhetag

Fr 60 Min. lockerer DL

Fr 40 Min. langsamer DL

Mi Ruhetag

Do 30 Min. ruhiger DL

Sa Ruhetag

Sa Ruhetag

Do 20 Min. langsamer DL

Fr Ruhetag

So 75 Min. ruhiger DL

Mi Ruhetag

Laufprofis: 5- und 10-Kilometer-Wettkampf Sie nehmen regelmäßig an Wettkämpfen teil und laufen dort im vorderen Teil des Feldes mit. Sie trainieren mindestens fünfmal pro Woche, und deshalb würden wir Sie als Laufprofi bezeichnen Vorletzte Woche vor dem 5- oder 10-km-Lauf Mo 50 Min. ruhiger DL Di 3 km langsamer DL, 1000 m in 3:30 Min. (Pause: 600 m Traben), 2000 m in 7:00 Min. (Pause: 800 m Traben), 1000 m in 3:30 Min. (Pause: 600 m Traben), 2000 m in 7:00 Min. (Pause: 800 m Traben), 1000 m in 3:30 Min., 3 km langsamer DL

Sa 3 km langsamer DL, anschließend 3 Steigerungen, 8 x 400 m in 1:16 Min. (Pause: 400 m Traben), 3 km langsamer DL

Fr Ruhetag

2. Woche nach dem Lauf

Sa 20 Min. langsamer DL, anschl. 3 Steigerungen

Mo Ruhetag

So 60 Min. ruhiger DL

1. Woche nach dem 5- oder 10-km-Lauf

Di 3 km langsamer DL, 7 x 1000 m in 3:35 Min. (Pause: 600 m Traben), 3 km langsamer DL

Mo 40 Min. langsamer DL

Mi Ruhetag

Di Ruhetag

Do 75 Min. ruhiger DL, anschl. 3 Steigerungen

Letzte Woche vor dem Lauf Mo Ruhetag Di 2 km langsamer DL, 5 x 1000 m in 3:30 Min. (Pause: 600 m Traben), 2 km langsamer DL

Mi Ruhetag

Mi Ruhetag

Do 75 Min. ruhiger DL

Do 35 Min. ruhiger DL, anschl. 3 Steigerungen

Fr Ruhetag

So Wettkampf

Mi 50 Min. lockerer DL Do Ruhetag

Fr Ruhetag

Sa Ruhetag

Sa 3 km langsamer DL, 8 km zügiger DL, 3 km langsamer DL

So 90 Min. ruhiger DL

So 90 Min. langsamer DL

Fr 60 Min. lockerer DL

Das richtige Tempo Erläuterungen zu den Begriffen und Abkürzungen des Trainingsplans DL = Dauerlauf, Langsamer DL = Puls etwa 70 – 75 % der maximalen Herzfrequenz Ruhiger DL = Puls etwa 75 – 80 % der maximalen Herzfrequenz Lockerer DL = Puls etwa 80 % der maximalen Herzfrequenz Zügiger DL = Puls etwa 80 – 85 % der maximalen Herzfrequenz

Weitere Pläne gefällig? Viele Laufpläne für jede Leistungsklasse mit Importmöglichkeit in Ihren Kalender finden Sie hier: www.runnersworld.de/ trainingsplaene Wer es noch individueller mag, erhält hier eine persönliche Experten-Betreuung: www.meinlauftrainer.de

1 0 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 69


T R A I N I N G S P L Ä N E D E S M O N AT S

Freizeitathleten: Halbmarathon und Marathon Für Läufer, die den Halbmarathon in 1:45 bis 2:15 Std. und/oder den Marathon in 3:40 bis 4:45 Std. laufen Vorletzte Woche vor dem Wettkampf

So Ruhetag

Mo 30 Min. lockerer DL

Letzte Woche vor dem Wettkampf

Di Ruhetag

Mo 20 bis 30 Min. lockerer DL

Mi 3 km Einlaufen, 40 Min. Fahrtspiel (wechselndes Tempo nach Gefühl), 3 km Auslaufen

Fr Ruhetag

Di In der Marathonvorbereitung: 2 km Einlaufen, 5 km im angestrebten Marathonrenntempo, 2 km Auslaufen; in der Halbmarathonvorbereitung: 2 km Einlaufen, 3 km im angestrebten Halbmarathonrenntempo, 2 km Auslaufen

Sa 40 Min. lockerer DL

Mi Ruhetag

Do In der Marathonvorbereitung: 18 km lockerer DL; in der Halbmarathonvorbereitung: 14 km lockerer DL

Do 20 Min. ruhiger Dauerlauf, anschl. 3 Steigerungen Fr Ruhetag

Fr Ruhetag Sa 40 Min. Radfahren So Ruhetag

Sa 15 Min. langsamer Dauerlauf

2. bis 4. Woche nach dem Wettkampf

So Wettkampf

Mo 30 Min. Schwimmen

1. Woche nach dem Wettkampf

Di Ruhetag

Mo 10 bis 20 Min. zügiges Spazierengehen

Mi Ruhetag Do 60 Min. Radfahren

Di Ruhetag

Fr Ruhetag

Mi Ruhetag

Sa Ruhetag

Do Ruhetag

So 30 Min. Schwimmen

Laufprofis: Halbmarathon und Marathon Für Läufer, die den Halbmarathon in unter 1:45 Std. und den Marathon deutlich unter 3:40 Std. laufen Vorletzte Woche vor dem Marathon/Halbmarathon Mo 60 Min. ruhiger DL Di Tempoläufe: 3 km Einlaufen, 800 m sehr schnell, 1600 m schnell, 800 m sehr schnell, 1600 m schnell, 800 m sehr schnell (Trabpause abwechselnd 2:30 Min./4 Min.), 3 km Auslaufen Mi 45 Min. lockerer DL Do In der Marathonvorbereitung: 22 km lockerer DL; in der Halbmarathonvorbereitung: 15 km lockerer Dauerlauf Fr Ruhetag

Sa 50 Min. lockerer DL

anschl. 3 Steigerungen

So Ruhetag

Fr Ruhetag

Letzte Woche vor dem Marathon/Halbmarathon

Sa 15 bis 30 Min. langsamer Dauerlauf

Mo 40 Min. lockerer DL

So Wettkampf

Di In der Marathonvorbereitung: 2 km Einlaufen, 2 x 4–5 km im angestrebten Marathonrenntempo, 2 km Auslaufen; in der Halbmarathonvorbereitung: 2 km Einlaufen, 2 x 3 km im angestrebten Halbmarathonrenntempo, 2 km Auslaufen

1. Woche nach dem Marathon/Halbmarathon

Mi Ruhetag

Sa Ruhetag

Do 30 bis 40 Min. ruhiger DL,

So 40 Min. Schwimmen

Mo 10 bis 20 Min. langsamer DL, anschl. Stretching Di Ruhetag

Mo Ruhetag Di 30 Min. langsamer DL, anschließend Stretching Mi Ruhetag Do 30 Min. lockerer DL, anschließend Stretching Fr 30 Min. Schwimmen

Mi 30 Min. Schwimmen

Sa 40 Min. lockerer DL, anschließend Stretching

Do Ruhetag

So 60 Min. Radfahren

Fr 60 Min. Radfahren

Ambitionierte Läufer beginnen in der dritten Woche nach dem (Halb-)Marathon wieder mit einem regelmäßigen Lauftraining

Training nach Maß – das iPhone als Laufcoach Die RUNNER’S WORLD Lauftrainer-App berechnet Ihren individuellen Trainingsplan. Ob Sie Laufeinsteiger sind, einen Marathon anstreben, Ihre Bestzeiten knacken, fit bleiben oder abnehmen wollen: Mit der App pp erreichen Sie alles. Die Dauer des Plans bestimmen Sie: von wenigen Wochen bis zu einem Jahr – für schnelle e Cod en Trainingserfolge oder einen nn sca ratis langfristigen Trainingsaufbau. g und ten! s Infos: runnersworld.de/ te lauftrainerapp

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2. Woche nach dem Marathon/Halbmarathon

Wo ist die nächste Laufbahn? Laufbahnen gibt es jede Menge. Viele werden kaum genutzt und stehen einen Großteil des Jahres leer. Über www.google.de/maps können Sie Ihre Gegend nach Laufbahnen absuchen. Der Zugang ist in einigen Fällen eingeschränkt, aber über das Sportamt der Stadt oder Gemeinde finden Sie heraus, wie sich die Situation in Ihrer Gegend darstellt. Einfach mal anrufen.


TRAINING

AARNES LAUF-ABC Diess ist kein Lauf-ABC zur Verbesserung Ihres Laufstils, sondern auf dieser Seitte erklärt Deutschlands bester Läufer Arne Gabius exklusiv, was sich aus seiner Sicht hinter den meistgebrauchten Lauffachbegriffen versteckt

M … wie

Maximale Sauerstoff offaufnahme d Wie viel Sauerstoff ff kann mein Körper aufnehmen? Das ist nicht gerade eine Frage, die Läufern schlaflose Nächte beschert. Doch um das Thema ranken sich viele Mythen … Der Wert der maximalen Sauerstoffaufnahme ff (VO2max) gibt an, wie viele Milliliter Sauerstoff ff der Körper pro Minute und Kilo Körpergewicht aufnehmen kann. Bestimmt wird er mithilfe einer Atemmaske während der Belastung auf einem Laufband oder Fahrrad. Untrainierte haben Werte von 30 bis 40 ml/Min./kg. Gut trainierte Läufer kommen auf etwa 60, Leistungssportler erreichen über 70 ml/Min./kg. Angeblich wurden sogar schon Werte über 90 gemessen. Dabei ist es mit der VO2max ähnlich wie mit Laktat- und Pulswerten: Man kann sie auf viele Arten messen und vergleichen, aber nicht immer sind die Ergebnisse aussagekräftig. Um zu testen, ob die Lunge der limitierende Faktor für die Leistungsfähigkeit ist, gibt es ganz einfache Tests, zum Beispiel mit einem Pulsoxymeter. Und Studien zeigen, dass die gemessenen VO2max-Werte nicht immer den aktuellen Trainingszustand wiedergeben. Nach meiner Erfahrung hat das aktuelle Gewicht des Sportlers den größten Einfluss auf die VO2max. Wiegt ein Läufer bei einer ersten Messung der VO2max noch 75 Kilo und nach 12 bis 16 Wochen Training nur noch 70, ergibt sich bei gleicher Sauerstoffaufnahme ff (ml/Min.) durch das geringere Körpergewicht (kg) automatisch eine höhere VO2max. Anne sagt: Die VO2max kann ein Hinweis auf großes läuferisches Talent sein. Sie unterliegt jedoch Schwankungen aufgrund der Körperzusammensetzung (Muskeln, Fett, Knochen) oder des Gewichts des Läufers, sodass eine Trainingssteuerung allein anhand der VO2max als nicht sinnvoll erscheint.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q

S T U V W X Y Z

W … wie

Warm-up (Aufwärmprogramm) d Laufen ist einfach: Schuhe an und los. Doch wer zu schnell startet, riskiert Verletzungen, insbesondere an kalten Tagen. Deshalb sollte man es die ersten 10 bis 15 Minuten etwas ruhiger angehen lassen. Vor einer Tempoeinheit laufe ich mich 20 bis 30 Minuten warm und mache vier Steigerungen à 100 Meter, damit ich auch wirklich für das schnelle Laufen bereit bin. Anders sieht es aus, wenn Verletzungsprobleme bestehen. Dann sollten vor dem Lauf einige Übungen absolviert werden. Und damit meine ich nicht statisches Dehnen! Das Dehnen hat durchaus seine Berechtigung, aber nur am m Ende des Trainings. Ein gutes Programm zum Aufwärmen der verschieedeIn den USA sind dynanen Muskelgruppen, die bei der Bewegung perfekt zumische Aufwärmübungen à la sammenarbeiten müssen,, beMark Verstegen oder Michael schreibt Mark Verstegen n in Boyle vor Wettkämpfen oder seinem Buch „Das Core-A Ausharten Einheiten auf der Bahn dauerprogramm“. Es enthält bekannte Übungen wie Staandder absolute Standard. waage, Knieumarmung, Ausfallschritte und Kniebeugen, die allesamt dynamisch ausgeführt weerden. Tipp: Ist die Bahn nicht zu weit entfernt, packen Sie ie einen Rucksack mit schnellen Schuhen, einem Wechselshirt und etwas zu trinken und laufen sich dorthin ein. Dort absolvieren Sie die oben beschriebenen Übungen, und schon kann’s losgehen. Anne sagt: Erst durch Arnes Interesse für die amerikanische Trainingsphilosophie habe ich diese neuen, dynamischen Übungen integriert, und siehe da – es rollt danach viel besser in der Einheit!

Arne Gabius (35) ist der beste deutsche Langstreckenläufer. Im letzten Herbst stellte er beim Frankfurt-Marathon einen neuen deutschen Marathon-Rekord auf (2:08:33 Stunden). Der Mediziner trainiert sich selbst. Seine Frau Anne, eine begeisterte Freizeitläuferin, ist ihm dabei stets eine wichtige Ratgeberin.

FOTOS: KILIAN KREB, SHUTTERSTOCK, PRIVAT

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UNTERWEGS

L AU F STR ECK E D ES M O N AT S

DER KU RS

SACHSEN

1 Der Start der Laufstrecke ist an der Grundmühle am Lößnitzbach, einem Ferienhof, wo es ausreichend Parkplätze für Autos gibt.

Wer gewinnt: Günter Fritsch oder die Lößnitzgrundbahn? Sie verbindet die Städtchen Radebeul und Radeburg

Über 13 Brücken Der Lößnitzgrund liegt bei Radebeul in Sachsen und bietet tolle Laufstrecken. Er ist das bevorzugte Laufterrain von Günter Fritsch, der von Dresden aus regionale Lauf-Events veranstaltet Text NORBERT WILHELMI

Günter Fritsch kennt sich bestens aus im Lößnitzgrund, diesem wunderschönen Tal in der sächsischen Lößnitz. Er hat hier schon Hunderte von Kilometern im Laufschritt zurückgelegt, denn er war schon ein Ultra- und Trailläufer, bevor beides hip wurde – und er frönt beidem bis heute. Eigentlich ist Fritsch ein gebürtiger Badenser, aber der Job verschlug den 60-Jährigen einst nach Dresden. Dort machte er sich 2003 erst als Squash- und Lauftrainer selbstständig, bevor er 2008 mit seinen Laufkollegen Reinhardt Schmidt und André Egger die Laufszene Events GmbH gründete. Heute bringen die drei ganz Sachsen in Bewegung, denn sie sind die Veranstalter von zwölf Lauf-Events in der Region. Das größte ist die Team Challenge in Dresden, ein Firmenlauf mit 16 000 Teilnehmern, aber auch ein Frühstücksund ein Nachtlauf, ein Straßen-, ein Trailund ein 24-Stunden-Lauf werden von Fritsch und seinen Kollegen organisiert.

5

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3

4 2

1

Damit Fritsch bei dem straffen Programm nicht selbst die Luft ausgeht, arbeitet er weiter an seiner Laufform, am liebsten im Lößnitzgrund auf einer abwechslungsreichen Runde im Wald.

2 Die Strecke folgt zu Beginn dem Talgrund entlang des Lößnitzbachs. Ein besonderes Highlight ist die Lößnitzgrundbahn. Diese historische Schmalspurbahn arbeitet sich aus dem Elbtal nach Moritzburg und Radeburg hoch. 3 Gegen Ende der Talstrecke biegt man westlich auf den kurvenreichen Dreizehn-Brücken-Weg ab. Dieser führt an beiden Ufern des Baches entlang, bevor man über einen steileren Trail den Weg verlässt und oben auf den Ginsterweg trifft. Dieser führt schließlich zum bekannten Talgrund, auf dem man denselben Weg wieder zurückläuft. 4 Nach dem Lauf lohnt es sich, zur Entspannung das denkmalgeschützte Bilzbad zu besuchen. Dieses bietet eine Wellenmaschine, die zu den ältesten der Welt gehört.

Strecke zum Download per Scan unter diesem Link: runnersworld.de/ schoenestrecke70

FOTO: NORBERT WILHELMI; KARTE: GOOGLE INC.


HOME GYM M

In der Ruhe liegt die Kraft Kraftübungen mit langsamen exzentrischen Bewegungen schützen wirksam vor Verletzungen, so eine Studie Beim sogenannten exzentrischen Krafttraining wird die Muskulatur in der Phase der Belastung nicht verkürzt, sondern gedehnt. Das fordert die Muskeln stärker als exzentrische Kontraktionen wie Bizeps-Curls. Dadurch wird sie kräftiger und weniger verletzungsanfällig. Schon sechs Wochen Training bringen messbare Erfolge, so eine Studie. Machen Sie drei Durchgänge dieser Übungsabfolge, und halten Sie die Pausen zwischen den Sätzen und Wiederholungen möglichst kurz.

5 Absolvieren Sie dieses 20-MinutenWorkout zweimal wöchentlich möglichst an einem Ruhetag.

HOLZFÄLLER Mit einem Medizinball in den Händen langsam in die Kniebeuge gehen, dabei nach rechts drehen. Mit angespannten Bauchmuskeln aufrichten, nach links drehen und den Ball in einer fließenden Bewegung über den Kopf führen. 6 bis 12 Wiederholungen, Seitenwechsel.

FOTOS: MATT RAINEY

KNIEBEUGE, EINBEINIG Sie stehen mit einem Bein auf einem Kasten, das andere hängt frei herab. Beugen Sie das Standbein und gehen Sie langsam in die Kniebeuge. Kurz halten, wieder hoch. 6 bis 12 Wiederholungen, dann Seitenwechsel.

KREUZHEBEN Nehmen Sie zwei Kurzhanteln und beugen Sie aus dem Stand mit geradem Rücken den Oberkörper nach vorn, bis die Hanteln knapp unterhalb der Knie sind. Langsam wieder hoch. 6 bis 12 Wiederholungen.

FERSENHEBEN Stellen Sie sich mit den Fußballen auf die Kante einer Stufe oder eines Kastens und gehen Sie auf die Zehenspitzen. Heben Sie den linken Fuß, und senken Sie die rechte Ferse langsam ab. Kurz halten, wieder hoch. 6 bis 12 Wiederholungen, dann Seitenwechsel.

BRÜCKE, EINBEINIG Winkeln Sie in Rückenlage die Beine an. Strecken Sie ein Bein nach vorn und heben Sie das Becken langsam an, bis Hüfte und gestrecktes Bein eine Gerade bilden. Kurz halten, langsam wieder runter. 6 bis 12 Wiederholungen, dann Seitenwechsel.

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DARUM LAUFEN WIR

PATRICK, 26, Elektriker

LEA, 25, Studentin

FRANK, 56, Physiker

„Ich möchte fitter werden und ein bisschen abnehmen. Deshalb habe ich vor Kurzem mit dem Laufen angefangen.“

„Für einen Wettkampf trainiere ich gezielt. Ansonsten macht es mir einfach Spaß, und ich kann mich dabei mit meiner Freundin unterhalten.“

„Mir liegt meine Gesundheit am Herzen, und ich möchte etwas für mich tun. Das Laufen tut mir gut.“

WARUM LÄUFST DU?

Wir haben Läuferinnen und Läufer gefragt, warum sie überhaupt regelmäßig die Laufschuhe schnüren

EINE GALERI MIT VIELEN W E EI FOTOS UND QU TEREN LÄUFERN FIND OTES VON EN SIE UNTE R WWW.RUNNE RSWORLD.D E/ DARUM-LAU FEN-WIR

Von ANNA BRUDER

ANETTE, 53, Psychoonkologin

ROBERT, 30, Lehrer

KATHARINA, 26, Trainee im Personalbereich

„Ich habe einfach Lust zu laufen, und die Bewegung an der frischen Luft tut mir gut. Meinen Patienten kann ich ein Vorbild sein.“

„Mir macht das Laufen einfach total Spaß, und ich nehme auch sehr gern an Wettkämpfen teil.“

„Ich bekomme beim Laufen total gut den Kopf frei. Außerdem bleibe ich fit und kann mit meiner Freundin gemeinsam laufen.“

„Laufen ist ein Gefühl. Es bringt mir immer wieder Erfüllung, bereit dafür zu sein, Vollkommenes zu leisten, meine persönlichen Potenziale zu erkennen, meine mentale Stärke zu spüren, durchzuhalten und ein Ziel zu erreichen. Dieses Gefühl stärkt Körper und Geist. Jeder kann alles schaffen, wenn er es nur will!“

S USAN NE M ED ERUS, 43, WALD B RONN

Verraten Sie uns mit einem Selfie, warum Sie laufen: leserservice@runnersworld.de

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FOTOS: ANNA BRUDER (6), PRIVAT


ABSCHALTEN. LAUFEN. FREI SEIN. JETZT RUNNER’S WORLD MIT GESCHENK UND ALLEN VORTEILEN BESTELLEN: 12x RUNNER’S WORLD FREI HAUS FÜR NUR 52,90 € VERTRAUENSGARANTIE: ABO DIREKT VOM VERLAG PÜNKTLICHE LIEFERUNG FREI HAUS GROSSE VORTEILSWELT IM RUNNER’S WORLD LAUFHELDEN-CLUB GESCHENK: FASZIENROLLE VON RELAXROLL Ergonomische Massagerolle mit individuell wählbarem Härtegrade. Länge: ca. 33,5 cm, Ø ca. 15 cm

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Bestellnummer angeben: selbst lesen 143 3505 / verschenken 143 3485

Die Preise gelten in Deutschland, inkl. MwSt. und Versand. Auslandspreise auf Anfrage. RUNNER’S WORLD erscheint bei Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG Verlagsgesellschaft, Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart; Registergericht Stuttgart HRA 12363. Vertrieb: Belieferung, Betreuung und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp (Vorsitz), Christina Dohmann, Dr. Michael Rathje, Am Sandtorkai 74, 20457 Hamburg, als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.


ERNÄHRUNG

Tacos mit schwarzen Bohnen und Avocadocreme

Mexikanische Tortillas sind die ideale Hülle für kreative Füllungen, die Ihnen alle Nährstoffe für Ihr Training liefern – oder für die Regeneration danach Essen Sie vor dem Training einen Taco als Snack und danach zwei oder drei zur Unterstützung der Regeneration

Es ist schon etwas verwirrend: Tortillas sind dünne, weiche Fladen aus Mais- oder Weizenmehl. Mit Käse-, Fleischoder Bohnenfüllung nennt man sie Quesadillas, Enchiladas oder Burritos. Mal werden sie gefaltet und dann gebraten oder überbacken, mal gerollt. Als schneller Snack, gut gefüllt, aber auch zum In-die-Hand-Nehmen, nennt man sie Tacos. So wie diese hier.

5

KAKAO, BOHNEN UND AVOCADOCREME

SCHWEINEFILET, SPINAT UND SÜSSKARTOFFEL

Kakao liefert Antioxidantien, Bohnen enthalten Ballaststoffe. ff

Schweinefilet ist ein sehr magerer Eiweißlieferant. Joghurt steuert wertvolle Probiotika für die Darmgesundheit bei.

2 TL Raps- oder Traubenkernöl 1 kleine Zwiebel 2 Roma-Tomaten 1 reife Kochbanane 1 Dose (425 g) schwarze Bohnen 2 EL Kakaopulver ½ TL Chilipulver ½ TL Kreuzkümmel Salz, Pfeffer 1 Bund Koriander 50 ml Limettensaft 125 ml Sauerrahm ½ Avocado 8 kleine Tortillas 50 g gegrillte Paprika (Glas) 25 g geröstete Kürbiskerne Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebelwürfel darin anbraten. Tomaten und Kochbanane klein schneiden, mit Bohnen, Kakaound Chilipulver, Kreuzkümmel, 50 ml Wasser sowie je ½ TL Salz und Pfeffer in die Pfanne geben, 3 Minuten köcheln lassen. Koriander und 2 EL Limettensaft unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, vom Herd nehmen. Sauerrahm mit Avocado, restlichem Limettensaft und 1 Prise Salz pürieren. Tortillas mit dem Bohnenmix, Paprika und Avocadocreme belegen, mit Kürbiskernen garnieren. Ergibt 4 Portionen.

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Tacos mit Schweinefilet, Babyspinat und Süßkartoffel

4 TL Raps- oder Traubenkernöl 450 g Schweinefilet Salz, Pfeffer 1 große Süßkartoffel 125 g Naturjoghurt 1 TL Jalapeños (Glas), fein gehackt ½ TL Limettenzesten (oder geriebene Schale) 1 EL Limettensaft 1 Msp. Kreuzkümmel 8 kleine Tortillas 100 g Baby-Spinat ½ Bund Koriander 2 TL Öl in einer großen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Fleisch in dünne Scheiben schneiden, salzen, pfeffern und durchbraten. Aus der Pfanne nehmen, beiseite stellen. Süßkartoffel schälen, reiben, mit Salz und Pfeffer würzen, mit dem restlichen Öl in die Pfanne geben und weich kochen (etwa 4 Minuten). Joghurt mit Jalapeños, Limettenzesten, Limettensaft, Kreuzkümmel und 1 Prise Salz verrühren. Die Tortillas mit Spinat, Fleisch und Süßkartoffel belegen, dann mit Joghurt und Koriander garnieren. Ergibt 4 Portionen.

Salatblätter, gefüllt mit Hühnersalat und Erdbeer-Salsa


HÜHNERSALAT MIT ERDBEER-SALSA IM SALATBLATT Knackige Salat-Wraps geben einen frischen Geschmack und sparen gleichzeitig Kalorien. 1 EL 1 TL 50 ml 300 g 100 ml 2 450 g 1 Bund 2 TL

Tacos mit Banane und Schokolade

SushiTacos

Zucker Salz Apfelessig Erdbeeren Kokosmilch Knoblauchzehen Hähnchenfilet frische Minzblätter Zitronenschale oder -zesten 150 g Kirschtomaten 1 gelbe Paprika 2 Frühlingszwiebeln 1 Chilischote 8 große Salatblätter Zucker und ½ TL Salz in 50 ml kochend heißes Wasser einrühren. Essig zugeben, abkühlen lassen. Halbierte Erdbeeren zugeben und eventuell mehr Essig zufügen, um die Beeren zu bedecken. Glas verschließen, mindestens 30 Minuten kalt stellen. Kokosmilch mit fein gehacktem Knoblauch und ½ TL Salz in der Pfanne aufkochen. Hühnerfilet zugeben, unter gelegentlichem Rühren durchgaren (etwa 7 Minuten). Vom Herd nehmen, mit Minze und Zitronenschale fein hacken, mit Salz abschmecken. Erdbeeren aus der Marinade nehmen, mit geviertelten Tomaten, Paprikawürfeln, Zwiebelringen und fein gehackter Chili vermischen. Hähnchen auf Salatblätter geben, mit Erdbeer-Salsa garnieren. Ergibt 4 Portionen.

BANANE & SCHOKOLADE Tortillas aus Maismehl sind reich an gesunden Flavonoiden. Sie können aber auch Weizenmehlfladen nehmen. Beide gibt’s im Supermarkt

FOTO: MITCH MANDEL

Ricotta ist reich an Molkenprotein, das in perfekter Weise den Muskelaufbau unterstützt. 250 g 2 EL 1 EL 1 TL

Ricotta (oder Quark) Mandelmus Ahornsirup Orangenschale/ -zesten 1 TL Vanillepulver 60 g dunkle Schokolade

½ TL Zimt 4 kleine Bananen 4 kleine Vollkorntortillas 50 g geröstete Kokoschips (optional) Ricotta mit Mandelmus, Ahornsirup, Orangenschale und Vanillepulver verrühren. Schokolade schmelzen, Zimt einrühren. Tortillas nach Packungsanweisung erwärmen, Ricotta-Mix draufstreichen, Banane in Scheiben schneiden und mit der Schokolade darüber verteilen. Optional mit Kokoschips garnieren. Ergibt 4 Portionen.

SUSHI-TACOS Lachs ist reich an Omega-3Fettsäuren, die bei sportlich aktiven Menschen die Verbrennung von Körperfett fördern. 3 EL 2 EL 1 EL 1 EL 2 TL 200 g 100 g

Sojasoße Reisessig Wasabi-Pulver geriebener Ingwer Sesamöl Lachsfilet schwarzer oder brauner Reis ½ Avocado 80 g Ananas 60 g Gurke, geschnitten 1 mittelgroße Karotte 1 Nori-Algenblatt (Asia-Markt) 8 kleine Tortillas 1 Limette Sojasoße, Essig, Wasabi, Ingwer und Sesamöl in einem verschließbaren Gefäß oder Beutel vermischen. Den Lachs darin 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank marinieren. Reis nach Packungsanweisung kochen, mit einer Gabel auflockern, 5 Minuten abkühlen lassen. Lachs mit der Marinade in einer Pfanne erhitzen, bis er gar ist (etwa 4 Minuten). In mundgerechte Stücke schneiden. Für die Salsa Avocado- und Ananaswürfel, Gurkenscheiben, geriebene Karotte und gehackte Nori-Alge vermengen. Die Tortillas mit Reis, Lachs und Salsa belegen, mit Limettenscheiben servieren. Ergibt 4 Portionen.

1 0 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 77


ERNÄHRUNG

HEINRICHS LÄUFERKÜCHE

Eine Offenbarung Feigen kennen viele nur getrocknet, dabei sind die frischen Früchte eigentlich viel leckerer Sie gelten hierzulande immer noch als exotisch, obwohl sie in den Mittelmeerländern überall am Wegesrand reifen: Frische Feigen sind nicht nur pur eine gesunde Köstlichkeit mit viel Eisen und Magnesium, sondern lassen sich auch vielseitig in der Küche verwenden – ob als Dessert (zum Beispiel karamellisiert mit Joghurt) oder als fruchtig-süßer Kontrapunkt zu rotem Fleisch oder reifem Käse. Jetzt haben sie Saison!

5

RUCOLASALAT MIT FEIGEN, KÄSE, GRANATAPFEL UND KUMQUAT In der essbaren Kumquatschale stecken viele Ballaststoffe und Antioxidantien!

Reife Feigen sind meist violett, es gibt auch grüne und gelbe Sorten. Nur 40 kcal und viele Nährstoffe: der perfekte Snack!

FEIGEN-CHUTNEY Für den Extra-Kick Vitamin C und B6. Schmeckt super zu hellem Fleisch, als Dip zur Käseplatte oder einfach als Marmelade.

100 g Granatapfelkerne 8 frische Feigen 4 Kumquats 1 EL Balsamico-Essig ¼ TL frisch gemahlener Pfeffer 500 g Rucola 2 TL natives Olivenöl ½ TL feines Meersalz 30 g Schafskäse

250 g frische Feigen (etwa 8 Stück), gewaschen, entstielt und halbiert 4 TL Weißwein 4 TL Sherry-Essig 1 kleine Zimtstange 1 Gewürznelke Cayennepfeffer 2 EL Honig 1½ TL natives Olivenöl ½ TL grobes Meersalz

Feigen vierteln (Stiel entfernen), Kumquats entkernen, in dünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit Granatapfelkernen und Essig vermengen, pfeffern. In einer anderen Schüssel Öl und Salz über den Rucola geben, mit den Früchten garnieren, Käse darüberhobeln. Ergibt 4 Portionen.

Alle Zutaten in einem Topf aufkochen, dann unbedeckt bei reduzierter Hitze marmeladig einkochen lassen (ca. 30 Minuten). Ab und zu umrühren. Zimt und Nelke entfernen, abschmecken. Das fertige Chutney hält sich bis zu 3 Monate im Einmachglas im Kühlschrank. Ergibt 6 Portionen.

Heinrich Anders ist unser Textchef und Chef vom Dienst. Seit Jahren sammelt er Rezepte aus aller Welt und freut sich über jede heimische oder exotische Zutat, die er dabei neu entdeckt. Viele weitere Rezepte für Läufer: www.runnersworld.de/leibgericht

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FOTOS: MITCH MANDEL (3), PRIVAT


Wir sagen DANKE zu 31.000 begeisterten Streckenköniginnen!

Hamburg 02.07.

Berlin 23.07.

Köln 13.08. Frankfurt 20.08. München 03.09.

Stuttgart 04.06.

Spaß mit der besten Freundin Genießen im Women’s Village Verwöhnen im Women’s Day Spa Laufen & Walken über 5 und 8 km

Mitmachen men: und abstim er mb Ende Septe startet die

M o t t o -W a 2017

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Infos zur Saison 2017: womensrun.de FUNCTIONAL SPORTSWEAR

  


PERSONAL TRAINER

Sie fragen, wir antworten Mithilfe unserer Experten lösen wir all Ihre Laufprobleme! Mailen Sie uns Ihre persönliche Frage an leserservice@runnersworld.de – und lesen Sie die Antwort im nächsten Heft

MARATHONGETRÄNK

ABNEHMEN IM ALTER

Stimmt es, dass bei Frauen in den „besten Jahren“ auch mit regelmäßigem Sport und eingeschränkter Kalorienzufuhr nur bis zu einer gewissen Grenze eine Gewichtsreduktion zu erreichen ist? Sind hormonelle Einflüsse bekannt, die eine Wiedererlangung der Kleidergröße 36 unmöglich machen, oder handelt es sich schlicht um eine bequeme Ausrede? Gerald A., Eckernförde

a Statistische Erhebungen zum Körpergewicht belegen eine deutliche Erhöhung mit steigendem Lebensalter. Je älter Sie sind, desto schwerer sind Ihre Altersgenossen im Durchschnitt, ganz unabhängig davon, ob Sie eine Frau oder ein Mann sind. Wenn auch nicht völlig unmöglich, wird es also mit steigendem Alter immer schwieriger, jugendlich schlank zu bleiben, das hat die Natur so eingerichtet. Hinzu kommt eine nachgewiesene genetische Vorbestimmung unserer körperlichen Erscheinungsform, die von Individuum zu Individuum variiert. Jeder Körper hat ein Sollgewicht, und dieses steigt mit dem Lebensalter immer weiter an. Eins ist aber sicher: Ausdauersport hilft Ihnen in jedem Fall, Wohlbefinden zu bewahren und gesundheitliche Risiken zu verringern, völlig unabhängig von Ihrer Figur.

EXTRA-AUSSCHLÄGE BEIM PULS

Bei einer Untersuchung haben sich bei mir Extra-Ausschläge des Herzens gezeigt. Den Arzt schien das nicht zu beunruhigen, muss ich mir trotzdem Sorgen machen? Tobias K., Rostock

a Eine pauschale Einschätzung dieser sogenannten Extrasystolen lässt sich schwer geben. Entscheidend ist Ihr körperlicher Zustand während der Untersuchung. Im Rahmen eines RuheEKGs auftretende Extrasystolen sind in den meisten Fällen als harmlos anzusehen. Extrasystolen jedoch, die unter Belastung auftreten, sind immer kritisch zu sehen und sollten unbedingt einer weiteren Diagnostik zugeführt werden.

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TREPPEN-TRAINING

Wie kann ich für einen Treppenmarathon trainieren? Sören H., Haigerloch

a Laufen lernt man nur durch Laufen, und Treppenlaufen lernt man nur durch Treppenlaufen. Aber im Ernst: Wir empfehlen eine klassische Marathonvorbereitung, die ein- bis zweimal pro Woche durch ein Treppentraining ergänzt wird. Dazu empfiehlt es sich, eine Treppe mit mindestens 100 Stufen zu suchen und diese wie bei einem Intervalltraining mehrfach rauf und runter zu laufen. Bewährt hat sich für gut trainierte Läufer ein Einstieg mit 2000 Stufen pro Training, das entspricht 20-mal 100 Stufen hinauf und hinab. Die Stufenzahl können Sie von Woche zu Woche steigern. Wichtig ist, dass Sie zusätzlich zum Treppenlaufen ein gewöhnliches Marathontraining absolvieren, also in der Vorbereitung die langen Läufe nicht vergessen.

Ich laufe in Berlin meinen ersten Marathon. Zur richtigen Getränkewahl finde ich 1000 Vorschläge und bin jetzt total verwirrt: Welcher Drink ist denn nun für einen Marathon der beste? Jasmin F, Hamburg

a Bei der Wahl des Getränks ist die Flüssigkeitsaufnahme von primärer Bedeutung, umso mehr, je wärmer es ist. Günstig beeinflusst wird die Wasseraufnahme, wenn eine geringe Menge an Kochsalz (0,5 bis 1 Gramm pro Liter) enthalten ist. Eine zusätzliche Kohlenhydratzufuhr während der Belastung verzögert das Auftreten von Ermüdungserscheinungen und bietet darüber hinaus auch für den Stoffwechsel viele Pluspunkte. Die Menge an Kohlenhydraten, die pro Minute verbrannt wird und wieder oral zugeführt werden kann, beträgt ungefähr 0,6 bis 1,2 Gramm. Ein kleiner Kohlenhydratanteil von drei bis acht Prozent im Getränk (30 bis 80 Gramm pro Liter) verzögert entscheidend die Glykogenentleerung im Muskel. Wenn allerdings, zum Beispiel bei kalter Witterung, nur wenig Schweiß verloren geht, steht die Zufuhr von Flüssigkeit nicht an erster Stelle. Es empfiehlt sich dann, mit weniger Flüssigkeit etwas mehr Kohlenhydrate zuzuführen. Energiegetränke auf Basis von Glukosepolymeren und Maltodextrinen sind für diese Zwecke optimal geeignet.

ILLUSTRATIONEN: NISHANT CHOKSI; FOTOS: PRIVAT


L ES ER HEL FEN L ESERN*

Ich habe mir beim Intervalltraining im hinteren Oberschenkel einen Muskelfaserriss geholt (Eigendiagnose). Ich dachte, zwei Wochen Laufpause würden zur Heilung reichen, aber das war ein Irrtum. Was kann ich tun, um die Heilung zu beschleunigen? Kann ich überhaupt irgendwas tun, außer zu pausieren? Georg, Lüneburg

An Vantran

a Wenn der Riss akut ist, dann pack Eis drauf. Und leg eine Kompresse an. Und dann die ersten Tage auf keinen Fall dehnen. Den Muskel ruhen lassen, solange er beim Gehen noch spürbar schmerzt. Erst wenn beim Gehen der Schmerz weg ist, darfst du den Schenkel vorsichtig bei einem Alternativsport belasten. Sarah Krumbholz

a Ein Muskelfaserriss im

Oberschenkel kann zwei Wochen zur Heilung brauchen, aber auch sechs und mehr Wochen. Die Heilungsdauer kann man nicht pauschalisieren. Das Wichtigste ist, dass du die verletzte Muskulatur erst mal 10 bis 14 Tage komplett schonst und dich dann therapeutisch behandeln lässt. Leichte Massagen, Mobilisationen usw. beschleunigen die Heilung. Achte darauf, dass du bei den Selbstbehandlungen, zum Beispiel mit einer Massagerolle, nicht zu tief in die verletzte Stelle massierst.

Wanda Panfel

a Trau dich ruhig beizeiten an alternative Bewegungsformen ran, die die umgebende Muskulatur aktivieren und so Blut und Sauerstoff an die verletzte Stelle bringen, das fördert die Regeneration. Zu empfehlen sind alternative Sportarten wie Aquajogging und Radfahren. Oft lässt der hintere Oberschenkelmuskel vertikale Laufbewegungen zu. Vielleicht ist Treppenlaufen möglich, ein maximal guter Ersatz für das normale Laufen.

*Jeden Monat stellen wir eine Leserfrage auf unserer RUNNER’S-WORLD-Facebook-Seite zur Diskussion. Die besten Tipps erscheinen hier im Heft.

KOMBI AUS KRAFT- UND LAUFTRAINING

Wie soll ich mein Kraft- mit dem Ausdauertraining verbinden? Intensive Lauftrainings sollen ja einen negativen Effekt auf das Muskelaufbautraining haben. Mareike M., Hamburg

a Es ist nicht sinnvoll, anspruchsvolle Kraft- und Lauftrainings in einem Training zu kombinieren. Legen Sie das Krafttraining zwischen zwei regenerative Lauftage.

Sollte dies nicht in den Wochenrhythmus passen, können Sie es ausnahmsweise mit einem regenerativen Lauf kombinieren (erst Lauff , dann Krafttraining), nie mit einem langen Lauf oder einem Intervalltraining. Grundsätzlich ist die Spezialisierung auf entweder Kraft- oder Ausdauertraining erfolgreicher. Was nicht bedeutet, dass nicht beides miteinander funktioniert, Sie werden nur nicht ganz so schnell Muskeln dabei aufbauen und nicht ganz so leicht Ihre Ausdauer steigern können.

DI E RU N N E R’ S -WORL D - E XP ERT E N DR. ROSWITHA GERDES-KUHN

PROF. BERND WOLFARTH

DR. ROGER HOFMANN

1984 Olympia-Vierte über 1500 Meter, Orthopädin

Leiter Sportmedizin Humboldt-Universität/ Charité Berlin

Rennarzt des MünchenMarathons, Allgemeinmediziner

PROF. DR. ANDREAS NIESS

PROF. DR. KAI RÖCKER

PROF. DR. THOMAS WESSINGHAGE

Leiter Sportmedizin t an der Uniklinik Tübingen

Professor an der HS Furtwangen, Bereich Gesundheit

Ärztl. Direktor der Medical-Park-Kliniken Bad Wiessee

UVP ab 99,-

gloryfy unbreakable eyewear Produkte sind erhältlich bei folgenden Händlern: Sporthaus Göpfert, 01189 Dresden // Karstadt Sports, 10623 Berlin // Karstadt sports, 20095 Hamburg // Schöffel-LOWA Store, 25980 Westerland/Sylt // Karstadt Sporthaus, 44137 Dortmund // Sport Kuschinski, 48231 Warendorf // Grimm‘s Outdoor, 55545 Bad Kreuznach // PM Outdoor, 57299 Burbach // Funbox, 71634 Ludwigsburg // Intersport Adventure, 72072 Tübingen // Schuh & Sport Wenz, 72213 Altensteig // Sport Klumpp e.K., 72270 Baiersbronn // Intersport Profimarkt, 72770 Reutlingen-Betzingen // Intersport Räpple, 73230 Kirchheim // Schuh + Sport Höfer, 73642 Welzheim // Zweirad Eicker GmbH, 76185 Karlsruhe // Sport Klausmann, 78120 Furtwangen // Intersport Denzer, 78166 Donaueschingen // Sport Martin, 78333 Stockach // Sport Bohny GmbH, 79098 Freiburg // May GmbH, 79761 Waldshut-Tiengen // Sporthaus Schuster, 80331 München // Karstadt-Oberpollinger, 80331 München // Sport Scheck, 80331 München // WN Alpin, 82467 Garmisch-Partenkirchen // Sport Peter, 83646 Bad Tölz // Sport Strasser, 84028 Landshut // Aktivsport Bruckmeier, 84489 Burghausen // Sport Reischmann, 87435 Kempten // Peak Sport im Sytem, 87600 Kaufbeuren // Nordwand Sports GmbH, 87629 Füssen // Reischmann Mode und Sport, 87700 Memmingen // BMK Yachthafen, 88085 Langenargen // Sport Roman, 88131 Lindau // Sport Reischmann, 88214 Ravensburg // Sport Dietsche, 88512 Mengen // Sporthaus Raither, 88677 Markdorf // Sport Klamser, 89073 Ulm // Karstadt Warenhaus, 90402 Nürnberg // Günther‘s Sport Shop, 90431 Nürnberg // Sport & More, 92318 Neumarkt // Lauf und Berg König, 93047 Regensburg // Intersport Wohlleben, 96487 Dörfles-Esbach

Kontakt: gloryfy@lowa.de


EQUIPMENT

WEBER WILL’S WISSEN

Augen auf beim Online-Kauf Im Web gibt es eine große Auswahl und meist gute e Preise. Aber die Empfehlungen der Online-Beratung g sollte man mit Vorsicht behandeln

Der Test: Ich begebe mich zu einer der großen Filialketten, die sich auf den Verkauf von Laufschuhen spezialisiert haben. Ich wende mich direkt an den „Laufschuhberater“. Allerdings muss ich in diesem Fall dafür nur meine Finger spielen lassen, denn ich will den Kauf online tätigen. Der „Berater“ erkundigt sich nach persönlichen Vorgaben und Wünschen hinsichtlich des Laufschuhs. Ich werde nach Körperdaten und anatomischen Eigenschaften gefragt, wie mein Fußabdruck aussieht, wie meine Beinachse steht und wie es um meine Beweglichkeit bestellt ist. Die präzise Nachfrage gefällt mir und gibt mir das Gefühl einer fachlich fundierten Beratung. Das Ergebnis: Ich benötige einen Neutralschuh. Als erstes Modell in der Liste der mir nun empfohlenen Laufschuhe steht aber ein Trailschuh. Hm, danach hatte ich nicht gefragt. An zweiter Stelle folgt ein Neutralschuh. Der gefällt mir. Es ist eins der derzeit erfolgreichsten Modelle am Markt. An dritter Stelle wird dann ein leichtgewichtiger Trainingsund Wettkampfschuh aufgeführt. Das wundert mich etwas, aber na gut. Ich klicke

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weiter. Es folgen zwei sehr leichte, flexible Schuhe aus der Kategorie der „Barfußschuhe“. Und vier Schuhe weiter bekomme ich dann die Empfehlung für ein Modell, das in der Laufschuhdatenbank von RUNNER’S WORLD – und auch nach Angaben des Herstellers selbst – zu den stabilsten Laufschuhen zählt, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Auch das ist auf keinen Fall ein Neutralschuh. Eingabe und Ergebnis passen nicht zusammen Dann besuche ich die Homepage einer anderen großen Ladenkette, die den Laufsport als eines ihrer Hauptsegmente ausweist. Ich klicke auf die Running-Kategorie der Website. Einen Laufschuhberater finde ich hier nicht. Aber ich kann die Filter „Herren“ und „Neutralschuh“ auswählen; ich könnte auch noch die Farbe bestimmen, aber die ist mir in diesem Zusammenhang egal. Dann mein Filterergebnis: An erster Stelle steht ein Nike Free Run. Der wäre mir nun nicht als erstes Modell zu den eingegebenen Filter-Schlagworten eingefallen. An zweiter Stelle wird mir ein Adidas Supernova Sequence 7 ange-

boten das bote en – auch d as ist alless andere als ein Neutralschuh. Hersteller Adidas empfiehlt: „Ideal bei Überpronation“. Völlig falsche Empfehlung Auch bei den beiden nächsten Onlineshops auf meiner Liste erlebe ich Ähnliches: Da wer-

den mir gänzlich ungeeignete Schuhe empfohlen, die überhaupt nicht zu meinen Suchkriterien passen. Ein Laufanfänger, der sich noch gar nicht auskennt, könnte hier den völlig falschen Schuh erhalten. Woran kann das liegen? Kennen die Spezialisten ihre Schuhmodelle nicht? Zufall kann diese Häufung von Fehlberatungen ja nicht sein. Oder fahren die Hersteller oder Händler die Strategie, zuerst die Ware anzubieten, die aus dem Lager muss? Die Vermutung, so muss ich nach meinen Tests leider feststellen, liegt leider nahe. Mein Rat: Wer online Schuhe bestellt – wie etwa 70 Prozent der Läufer –, der sollte genau wissen, wonach er sucht!

Bunte Vielfalt Das sieht gut aus: Auf den Seiten der Hersteller und in der Übersicht der großen Laufschuhhändler finden sich viele Informationen und eine Fülle von Modellen. Das gibt eine sehr gute Orientierung über das Angebot und die Modellvielfalt. Aber die Auswahl fällt schwer: Welches Modell nehmen? Klar, eine Internetseite kann (noch) nichts über die Passform der Schuhe sagen und ob sie für den jeweiligen Fuß geeignet sind. Die Empfehlungen dürfen eine gewisse Streubreite haben. Aber das im Test Laufschuhe aus Kategorien empfohlen werden, die nicht gewünscht waren – in einem Fall war sogar ein Kinder-Laufschuh dabei –, ist erschreckend und höchst fragwürdig.

URS WEBER (48) testet seit mehr als 25 Jahren Laufequipment und leitet das RUNNER’S-WORLD-Testteam. Bei seinen Schuhempfehlungen

achtet er auf eine so weit wie möglich objektive Beurteilung, damit Läufer den für ihre Ansprüche potenziell geeigneten Schuh finden.

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ILLUSTRATION: LIAM TANZEN


Die Kombination aus Sport- und Lifestyle-Brille hat sich bei den Lesertestern bewährt

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Melina Frenken Friedrichsfehn

Ein guter Allrounder Technisch gesehen ist die Brille gelungen, ein guter Allrounder. Vor allem der Lichtschutz, das Gewicht und die Farbe der Gläser sind super. Etwas stĂśrend sind die gelegentlichen Spiegelungen im Glas. Optisch geďŹ el mir die Brille auf den ersten Blick gut, das Design ist ansprechend. Aber zu meinem Gesicht passt die Brille dann doch nicht so richtig.

Adidas Sport Eyewear S PRU N G / EXCAL AT E Preis: 109 Euro • www.adidas.com/eyewear

TE ST L Ă„UF E R G ES UC HT

Rike Bartholomäus Mßlheim/Ruhr

Kritik nur fßr die Belßftung „Die Brille ist gut verarbeitet, die Qualität ßberzeugt. Sie sieht gut aus, hat hervorragende Trageund Schutzeigenschaften und erscheint wertig. Sie ist nicht nur zum Laufen, sondern auch zum Radfahren oder Einfach-nur-soTragen geeignet. Einzig die Belßff

Christian Loder Ried

Stylishes Design Insgesamt macht die Brille einen sehr guten Eindruck. Vor allem das stylishe Design hat mich ßberzeugt. Die orange getÜnten Gläser sind gewÜhnungsbedßrftig, gewährleisten aber auch bei BewÜlkung eine gute Sicht.

Philipp Dieck Issum

Fßr den RUNNER’S-WORLD-Lesertest lassen wir

 jeden Monat zwÜlf Leser aus dem Laufhelden-Club ein

neues Produkt testen. Die Ergebnisse präsentieren wir dann online, im Forum und im Heft. Als Nächstes kÜnnen unsere Abonnenten die Unterschenkel-Sleeves von Bauerfeind unter die Lupe nehmen. Haben Sie Interesse? Dann bewerben Sie sich einfach unter: http://laufhelden.runnersworld.de/aktionen

FOTOS: HERSTELLER (3), PRIVAT (3)

FEEL

Beim monatlichen Lesertest gehen jeweils sechs Frauen und sechs Männer auf Testtour. Diesmal erhielten sie zwei unterschiedliche Brillen-Versionen zur Probe, die allerdings dasselbe versprechen: Sie sollen eine ideale Mischung aus Funktion und Style bieten. Adidas Sport Eyewear stellte den Herren das Modell Sprung (1), den Damen die neue Excalate (2) zur VerfĂźgung. Wir wollten im Test vor allem wissen, ob sich diese Brillen auch zum Laufen eignen oder ob der lässige Sport-Look im Vordergrund steht. Eindeutig fĂźr Läufer ausgelegt sind technische Details wie die auf der Innenseite gerippten BĂźgel samt gummierten BĂźgelenden, was fĂźr sicheren Halt der Brille am Kopf sorgt. Die Nasenauage ist verstellbar. Die Excalate hat eine kleinere Rahmenform, ist also fĂźr die meist kleineren KopfgrĂśĂ&#x;en von Frauen ideal. Die Gläser sind mit kontrastverstärkenden Filtern ausgerĂźstet.

EIGHTSOX. STABILIZE YOUR BODY.

Den Spagat geschaff afft

Ich ďŹ nde die Brille sehr schick, und die Farbkombination ist gelungen, passt irgendwie zu allem. Das Spiegelglas ďŹ nde ich nicht so ideal. Es irritiert dein GegenĂźber, und SelďŹ es gehen damit nicht gut. Die Excalate ist bei starker Sonne ideal und bietet dann eine freundliche Sichtfarbe. Im Schatten wird die Sicht aber unerwartet dunkel, sodass ich sie dann lieber abnehme. Bei BewĂślkung ist die Sicht durch die leichte Rosafärbung sehr angenehm. Insgesamt eine Gute-Laune-Brille!

tung ist je nach Sitz nicht ganz ausreichend.“

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Eine Brille fĂźr gute Laune

D E R L ES ERTEST

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EQUIPMENT


ZIELLINIE

Vorurteil bestätigt: Rheinländer wissen zu feiern, hier die Teilnehmerinnen des Women’s Run

Im Fokus

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FOTOS: NORBERT WILHELMI


Karneval in Brombeer Womenâ&#x20AC;&#x2122;s Run, KĂśln 13. August 2016

         

Beim CRAFT Womenâ&#x20AC;&#x2122;s Run in KĂśln machten die Läuferinnen den Lauf zu einem Fest und bewiesen auf sportliche Art und Weise, dass in der Rheinstadt auch im Sommer Karneval ist â&#x20AC;&#x201C; nur schĂśner und in Brombeer Von JALE BA RTHOLOMĂ&#x201E;US

Das Motto der diesjährigen Womenâ&#x20AC;&#x2122;s-Run-Serie haben die Teilnehmerinnen selbst gewählt. Nachdem in den letzten Jahren Heldinnen, Siegerinnen, Sportsfreundinnen, Favoritinnen, Naturtalente, Running Queens, Laufwunder, Powerfrauen und EnergiebĂźndel durch Deutschlands grĂśĂ&#x;te Städte gerannt waren, trugen die Läuferinnen der elften AuďŹ&#x201A;age des beliebten Frauenlaufs stolz den Titel â&#x20AC;&#x17E;StreckenkĂśniginâ&#x20AC;&#x153; auf ihren brombeerfarbenen T-Shirts. Und wie es sich fĂźr KĂśniginnen gehĂśrt, lieĂ&#x;en es sich die rund 10 000, die in KĂśln an den Start gingen, von morgens bis abends gut gehen. Denn neben den Läufen Ăźber 5 und 8 Kilometer steht bei dem Event, das mittler weile Kultcharakter besitzt, das VergnĂźgungs- und Wellnessprogramm im Fokus der Aufmerksamkeit. Um 13:30 Uhr war fĂźr die rund 5000 StreckenkĂśniginnen dann erst mal Schluss mit Relaxen. Auf der

01 Crew-Love: Fast alle Läuferinnen sind gemeinsam mit ihren Freundinnen unterwegs, denn wer feiert schon gern allein? 02 Top-Models: Barbara Meier (links) und Birgit Niethammer gaben den Startschuss 03 Tolle OutďŹ ts: Zu einer perfekten â&#x20AC;&#x17E;StreckenkĂśniginâ&#x20AC;&#x153; gehĂśrt auch das KrĂśnchen auf dem Haupt 03

1 0 / 2016 â&#x20AC;˘ RUNNERSWORLD.DE 85

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ZIELLINIE Im Fokus

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wenn für die meisten Läuferinnen der Spaß und das gemeinsame Lauferlebnis zählen, die schnelle Strecke wird auch für Top-Zeiten genutzt. So stürmte mit einer prächtigen Zeit von 19:09 Minuten Alexandra Tiegel aus Refrath als Erste ins Ziel. Dort wartete bergeweise frisch geschnittenes Obst von Wasser- und Honigmelone über Ananas und Weintrauben bis zu Pfirsichen und Äpfeln auf die Sportlerinnen, während unter dem Sternwellenzelt des Tanzbrunnens eine willkommene Zielmassage geboten wurde – es konnte also direkt weitergehen mit dem Verwöhnprogramm. ★ ★ ★

Drei Stunden nach dem ersten erklang der zweite Startschuss, und rund 5000 Streckenköniginnen begaben sich gut gelaunt auf die 8-Kilometer-Runde. Die Laufparty Bühne des Women’s Village begann das Warm-up für das 5-Kilometer-Rennen – eine gute Gelegenheit für die Outfit-Jury, einen ersten Blick auf die brombeerfarbenen Kostüme zu werfen. Die Rheinländerinnen sind nämlich nicht nur für ihre Laufbegeisterung, sondern auch für ihre Freude am Feiern und Verkleiden bekannt, und die Wahl des besten Brombeer-Kostüms gehörte zu den Highlights des Tages. ★ ★ ★

Doch erst einmal hieß es losrennen und die außergewöhnliche Women’s-Run-Atmosphäre und die beeindruckende Laufkulisse genießen. Ein Augenschmaus waren nämlich nicht nur die in Pink gestylten Mädels, auch die Streckenführung war ein Traum, vor allem für die Nicht-Kölnerinnen. Zunächst ging es am Rheinufer entlang und über die Deutzer Brücke, von der sich ein atemberaubender Panoramablick auf den Rhein, die Altstadt und den Kölner Dom bot. In der Altstadt angekommen, zog sich das Feld mitten durch das Geschehen des Altstadtfests. Dessen Besucher ließen sich dieses Schauspiel nicht entgehen und feuerten die Läuferinnen ordentlich an. Anschließend ging es über die zum Touristenmagneten avancierte Hohenzollernbrücke zurück Richtung Rheinpark.

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01 Augenschmaus: Die attraktive Strecke bot einen guten Ausblick auf den Dom 02 Siegerin: Alexandra Tiegel gewann in 19:09 Minuten über die 5 Kilometer 03 Erfrischung: Das sonnig-warme Wetter steigerte die Lauflaune

Während des Laufs bewiesen die Women’sRun-Teilnehmerinnen einmal mehr, dass Laufen ein Teamerlebnis und ein reines Vergnügen sein kann. In Cliquen, im Doppelpack mit der besten Freundin, gemeinsam mit Mutter, Schwester oder Tochter pushten sich die Frauen und Mädels gegenseitig über die 5 Kilometer. Aber auch 03

ging weiter. Die „Ladys in Pink“ lachten und tanzten, knipsten Selfies und sorgten für heitere Stimmung vor, während und nach dem Lauf. Während manche Läuferinnen einfach sich selbst, das herrliche Wetter oder ihr Debüt über die Distanz feierten, führten andere routiniert das Feld an. Mit einer Zeit von 29:11 Minuten erlief sich hier die Kölnerin Vera Coutellier den Sieg. Doch egal, ob Erste oder Letzte – alle Läuferinnen wurden bei stimmungsvoller Musik und vom tosenden Applaus der Zuschauer über die Zielgerade begleitet. WOM E N ’S RU N, KÖL N

Startgeld 25,90 Euro / Infos www.womensrun.de / Termin 2017 steht noch nicht fest / Bildergalerie www.runnersworld.de/womens-run-koeln-2016

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FOTOS: NORBERT WILHELMI


GRÜNINGS KLARTEXT

Olympia-Fieber? Vorbei! Ein Olympia-Fieber stellte sich beim Kolumnisten leider nicht ein. Ein Novum. Doping und Korruption vermiesten dem Betrachter die Laune – und kein Ende ist in Sicht. Da läuft er lieber selbst

O

(mindestens) dreimal pro Woche läuft lympische Spiele, Rio? und bis zu zwölf Kilometer am Stück War da was? Fast hätte schafft. Und darüber kann ich mich ich sie verpasst. … Haauch richtig freuen. Verstehen Sie, be ich natürlich nicht, worauf ich hinauswill? Oder: Glauben aber ins Olympia-FieSie IOC-Boss Thomas Bach, dass die ber bin ich nicht gekommen, erstmals Spiele in Rio den Steuerzahler nichts seit 40 Jahren, in denen ich die Olymgekostet haben und er vom Ticketpischen Spiele bewusst miterlebe. Sie Schwarzhandel eines seiner wichtigsdenken jetzt vermutlich: Das geht ja ten Unterstützer im IOC, des Iren gar nicht! Es ist doch sein Beruf, sich Patrick Hickey, nichts gewusst hat? Ich dafür zu interessieren. Nö, das sehe glaube ihm nicht. (Und gegenteilige ich nicht so. Als Macher eines LaufBeweise zu Ersterem liegen ja schon magazins habe ich mich fürs Laufen zu vor.) Aber ich glaube meiner Laufinteressieren. Und da kann ich Ihnen freundin Grit, dass sie die Laufschusagen: Selten habe ich mehr Bock auf he, die wir ihr gegeben haben, an die Läufer und Laufen gehabt als in den Flüchtlinge weitergibt, die sie betreut. letzten Wochen und Monaten. Aber Ich glaube es nicht nur, ich weiß es. das hatte mit Olympia nichts zu tun. Und ich freue mich darüber. Der Grund für meinen Enthusiasmus Ist das jetzt zu plakativ? Egal, Sie ist ein anderer: Das Laufen geht neue wissen, was ich mit diesen VergleiWege, wird sozialer, kommunikativer, chen bezwecken will. Räumt den Lavielschichtiger, abwechslungsreicher – den endlich auf, sage ich all den Funkund emanzipiert sich immer mehr vom tionären, die sich im Leistungssport Spitzensport. Laufen lebt zunehmend Richard Ringer, ein Vorbild: kompromisslos in der tummeln, und ahne doch, dass es daaus sich selbst. Wir Läufer erstürmen Renneinteilung und in der anschließend Analyse. für viel zu spät ist. Korruption und Gipfel (das nennt man „Trailrunning“), Respekt, Respekt! Doping sind längst feste Bestandteile erobern uns die Innenstädte (das nennt des Spitzensports, und das Rad zurückzudrehen ist offensichtlich man „Urban Running“), klettern über Hindernisse, unmöglich. Unter die Räder kommen dabei all die Athleten, Traijagen „Segmente“ oder Pokémons (siehe „Ausproner und Funktionäre, die sauber und unkorrumpierbar sind. biert“, Seite 22), jagen auch weiter persönliche BestSchade, sie tun mir leid. Aber ich fürchte, man kann ihnen nur eins zeiten, „Planken“ vorher, nebenher, hinterher … empfehlen: Karriere hinschmeißen. Es. Ist. Zu. Spät. Ob ich frusLaufen erfasst eine immer breitere Zielgruppe, triert bin? Deswegen? Ich? Nein, ich laufe, ich glaube ich sagte es wird noch mehr Trend, als es je war – und das ganz schon mehrmals, einfach weiter. Tun Sie das auch. ohne deutsche Olympiasieger oder -medaillenfänMartin Grüning (53) läuft seit ger. Gibt es sie, so feiern wir sie, gibt es sie nicht, 2 2 2 39 Jahren und dann laufen wir einfach weiter. Unserem Spaß am Furchtbar. So eine negative Kolumne zu schreiben macht keinen schaffte früher Laufen tut das keinen Abbruch. Spaß. Deshalb zum Schluss noch ein Hoffnungsschimmer: Der den Marathon in 2:13 Stunden deutsche 5000-Meter-Läufer Richard Ringer suchte bei Hitze 2 2 2 und am frühen Morgen in seinem Vorlauf sein Heil in der Flucht Trauen Sie dem Fabelweltrekord der 10 000-Meternach vorn, gegen übermächtige Konkurrenz. Er rannte völlig Olympiasiegerin Almaz Ayana? Sie lief 29:17,45 Minuten, 14 Sekopflos um sein Leben und musste dafür büßen, wurde durchgekunden schneller als die damals schon unfassbaren 29:31,74 Mireicht und landete schließlich auf Platz 38 gesamt. Anschließend nuten der Chinesin Wang Junxia, deren Rekord, vor 23 Jahren entschuldigte er sich beeindruckend offen und ehrlich für seinen aufgestellt, über die Jahre immer unglaubwürdiger wurde. Ich Misserfolg. Das hätte er nicht tun müssen. Aber wir haben ihn für traue ihm nicht. Und freuen kann ich mich deshalb auch nicht seinen Mut im Rennen und in der Analyse geliebt. Das ist echter darüber. Aber ich traue der Leistungsentwicklung meiner KolleSportsgeist. Und er ist mein heimlicher Star in Rio. gin Tülay, die im Winter mit dem Laufen begann und inzwischen

FOTOS: DPA, WALTER PRIVAT, WALTER FEY FEY

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ZIELLINIE Mixed Zone

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Die Mittel- und Langstrecken in Rio

Sensation: USA besser als Kenia Die deutschen Läufer produzierten in Rio sehr viel Mittelmaß. Die eigentliche Überraschung: Die USA gewannen bei den Männern zwischen 800 Metern und Marathon eine Medaille mehr als Kenia, nämlich fünf. Das sollte dem Westen neue Hoffnung geben Vo n J Ü RG WIRZ

MÄNNER Rudisha wie Peter Snell 800 m (14. 8.) Im Endlauf legte Alfred Kipketer, Junioren-Weltmeister von 2014, los wie die Feuerwehr: 23,2 Sekunden für die ersten 200 Meter und 49,28 für die erste Runde. David Rudisha, Olympiasieger von London, führte ein paar Meter dahinter das Feld an. Während Kipketer noch auf den siebten Platz zurückfiel, flog Rudisha auf den letzten 300 Metern allen davon: 1:42,15 Minuten, 0,46 Sekunden vor Taoufik Makhloufi und 0,78 Sekunden vor dem überraschend starken Amerikaner Clayton Murphy. Rudisha

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schaffte in Rio das, was zuletzt dem Neuseeländer Peter Snell vor 52 Jahren gelungen war: zwei Olympiasiege hintereinander über 800 Meter. Er hat sich endgültig unsterblich gemacht und bewiesen, dass er sich wie kaum ein Zweiter auf den Tag X vorbereiten kann. In diesem Jahr holte er sich das Selbstvertrauen dafür mit der Jahres-Weltbestzeit bei einem zweitklassigen Meeting in Ungarn. 02

Nie ausverkauft: Die Stimmung im Stadion war gut, aber die Ränge meist nur halb gefüllt 02

Deutscher Rekord: Gesa Felicitas Krause im 3000-m-Finale 03

Favoritensieg: Eliud Kipchoge holte in seinem achten Marathonrennen den siebten Sieg

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Der Favorit stolpert 1500 m (20. 8.) Asbel Kiprop, der Olympiasiger von 2008 und dreifache Weltmeister (2011, 2013 und 2015), hatte keine Antwort auf das verschleppte Anfangstempo (800 Meter in 2:16 Min.) und fiel auf der Zielgeraden aus den Medaillen auf Platz sechs. Matt Centrowitz, Hallen-Weltmeister aus den USA, legte eine Schlussrunde von 50,6 Sekunden auf die Bahn und hielt auch die aufkommenden Taoufik Makhloufi und Nick Willis in Schach. Kiprops Landsmann Ronald Kwemboi fiel nach einem Sturz aus den vorderen Plätzen. Für Homiyu Tesfaye bedeutete das Halbfinale Endstation. Im zweiten und langsamsten der drei Vorläufe kämpften eingangs der Zielgeraden noch zehn Läufer um die sechs Plätze. Auf den letzten 30 Metern tankte sich Filip Ingebrigtsen zwischen dem Deutschen und dem Briten Charlie Grice durch, der Norweger wurde disqualifiziert, Tesfaye und Grice rückten nach. Im Halbfinale kam aber das Ende für den Deutschen.

Fantastischer Farah 5000 m (20. 8.) Eine Woche nach seinem zweiten Sieg über 10 000 Meter holte Mo Farah auch Gold über 5000 Meter, eine Leistung, die in der Geschichte der Leichtathletik erst einer geschafft hat: der Finne Lasse Virén 1972 und 1976. Falls es bisher noch Zweifel gab: Mit dem zweiten Doppelsieg hat sich Mo Farah endgültig einen Platz unter den besten Langstreckenläufern aller Zeiten geholt. Ohne Kenianer, die erstmals seit den Sechzigerjahren keinen Läufer in den Endlauf brachten, übernahmen die Äthiopier Derjen Gebremeskel und Hagos Gebrhiwet die Rolle der Tempomacher. Aber der Brite ließ sich nicht abschütteln und zündete wie so oft in der Vergangenheit eingangs der letzten Runde den Turbo. Der Neo-Ameri-

FOTOS: VICTAH SAILER/PHOTORUN


DIE OLYMPIASIEGER VON RIO kaner Paul Chelimo stürmte auf der Zielgeraden in verblüffender Manier an Gebrhiwet vorbei zu Silber. Der 41-jährige Bernard Lagat holte bei seiner fünften OlympiaTeilnahme Rang fünf in 13:06,78 – ein Masters-Weltrekord. Das Finale fand ohne deutsche Läufer statt. Im ersten, langsameren der beiden Vorläufe versuchte es der Deutsche Meister Richard Ringer mit einer Flucht nach vorn. Als die Post abging, fiel er weit zurück. Im zweiten Vorlauf machte es Florian Orth besser, ihm fehlten nur vier Sekunden zur Endlauf-Qualifikation.

MÄNNER 800 m: David Rudisha (KEN) 1:42,15

1500 m: Matthew Centrowitz (USA) 3:50:00; Homiyu Tesfaye (GER) nach DQ von Filip Ingebrigtsen (NOR) als 7. im Vorlauf mit 3:47,44 fürs HF qualifiziert, als 7. im 2. HF in 3:40.76 ausgeschieden

Mo Farah – wer sonst? 10 000 m (13. 8.) Fünf WM-Goldmedaillen hatte er bereits auf seinem Konto, dazu fünf von Europameisterschaften, und nun holte Mo Farah auch sein drittes Olympia-Gold, zum zweiten Mal über 10 000 Meter. Der 33-jährige Brite mit somalischen Wurzeln steht damit auf einer Stufe mit Paavo Nurmi (1920 und 1928), Emil Zátopek (1948 und 1952) und Lasse Virén (1972 und 1976). Er hatte es diesmal allerdings leichter als bei der WM vor einem Jahr und überstand sogar einen Sturz auf dem fünften Kilometer. Die Ehre der Kenianer rettete der WMDritte Paul Tanui als Zweiter. Die erste Hälfte wurde in 13:53 Minuten zurückgelegt, die zweite in 13:11. Für die letzte Runde genügten Mo Farah diesmal 55,37 Sekunden. Vor einem Jahr hatte er bei der WM 54,14 laufen müssen, vor vier Jahren in London (Schlusszeit: 27:30,42) sogar 53,48.

Rücktritt vom Rücktritt 3000 m Hindernis (17. 8.) Ezekiel Kemboi schaffte zwar nie einen Weltrekord, aber er ist der am meisten dekorierte Meisterschaftsläufer aller Zeiten. Vier WM-Titel hintereinander (2009 bis 2015), zwei Olympiasiege 2004 und 2012 und dazu drei WM-Sil-

5000 m: Mo Farah (GBR) 13:03,30; Richard Ringer (GER) als 20. im 1. VL in 14:05,01 und Florian Orth (GER) als 14. im 2. VL in 13:28,88 ausgeschieden 10 000 m: Mo Farah (GBR) 27:05,17

3000 m Hindernis: Conseslus Kipruto (KEN) 8:03,28; Ezekiel Kemboi als Dritter disqualifiziert Marathon: Eliud Kipchoge (KEN) 2:08:44, zweite Hälfte in 62:49; 7. Tadesse Abraham (SUI) 2:11:42, 55. Philipp Pflieger (GER) 2:18:56, 71.Julian Flügel (GER) 2:20:47, 76. Christian Kreienbühl (SUI) 2:21:13; 155 gestartet, 140 klassiert; DNF u.a. Stanley Biwott (KEN), Wesley Korir (KEN), Tesfaye Abera (ETH), Daniele Meucci (ITA), und Henryk Szost (POL)

bermedaillen in einer Zeitspanne von 13 Jahren! Obwohl der neue Mann Conseslus Kipruto, in Moskau und Peking WM-Zweiter hinter Kemboi, im Endlauf eine Klasse für sich war und Kemboi auf den letzten 200 Metern auch gegen den Amerikaner Evan Jager nichts ausrichten konnte, schien seine großartige Karriere mit einer Bronzemedaille einen würdigen Abschluss zu nehmen. Denkste! Die Franzosen legten Protest ein, weil Kemboi nach dem zweiten Wassergraben die Begrenzungslinie übertreten hatte. So erbte Mahiedine Mekhissi eine Medaille, auf die er nicht stolz sein kann. Kembois Reaktion: „So kann ich nicht aufhören. Ich werde nächstes Jahr zur WM nach London reisen und mir die Medaille von den Franzosen zurückholen.“

Kipchoges Meisterwerk Marathon (21. 8.) Bei halber Distanz (65:55 Minuten) umfasste die Spitzengruppe noch rund 40 Läufer, nach 25 Kilometern immer noch mehr als 30, doch dann nahm Eliud Kipchoge das Heft in die Hand. Der Abschnitt zwischen Kilometer 30 und 35 war mit 14:25 Minuten der schnellste. Das war ein Tempo, dem nur noch der Äthiopier Feyisa Lilesa und der Amerikaner Galen Rupp zu folgen vermochten. Doch wenig später mussten auch sie abreißen lassen, waren auf den Plätzen zwei und drei aber nicht mehr gefährdet. Für Kipchoge wurde es das Meisterstück: 13 Jahre nach dem WM-Titel, zwölf Jahre nach Olympia-Bronze und acht nach der Silbermedaille über 5000 Meter nun Gold im Marathon. Ohne Arne Gabius und Hendrik Pfeiffer wurde Philipp Pflieger als 55. bester Deutscher, mehr als zehn Minuten hinter Kipchoge und sieben hinter Europameister Tadesse Abraham, der für die Schweiz ein olympisches Diplom (Platz unter den ersten Acht) holte.

FRAUEN Ein spezielles Trio 800 m (20. 8.) Drei hyperandrogene Frauen holten sich die Medaillen: Caster Semenya, Francine Niyonsaba und Margaret Wambui. Für Semenya, die Weltmeisterin von 2009, sprangen mit 1:55,28 eine persönliche Bestzeit und ein Landesrekord raus. Seit acht Jahren war keine Frau mehr so schnell. Auch für Niyonsaba und Wambui gab es Zeiten von unter 1:57 Minuten. Der Schweizerin Selina Büchel, Siegerin des zweiten Vorlaufs (1:59,00), fehlten drei Zehntelsekunden zur Finalteilnahme. Christina Hering und Fabienne Kohlmann scheiterten am harten Qualifikationsprozedere. Sie belegten in ihren Vorläufen jeweils den siebten Rang und verpassten die Qualifikation um 1,05 bzw. 5,37 Sekunden.

Kipyegon statt Dibaba 1500 m (16. 8.) Zwei Runden vor Schluss zündete Genzebe Dibaba den Turbo. Es schien, als würde die Weltrekordhalterin nach ihrem WM-Titel nun auch Olympiagold holen. Nur die Kenianerin Faith Kipyegon und die Britin Laura Muir vermochten sich an die Fersen der Äthiopierin zu heften: 15,4, 14,7, 14,4, 13,9 und 13,7 Sekunden für die nächsten fünf 100-Meter-Abschnitte. Während Muir noch auf Platz sieben durchgereicht wurde, holte Kipyegon vor der letzten Kurve zum Gegenschlag aus und erreichte das Ziel über eine Sekunde vor Dibaba. Die letzten 800 Meter lief die Kenianerin in 1:57,3! Sie ist eine hochverdiente Olympiasiegerin. Die beiden Deutschen Konstanze Klosterhalfen und Diana Sujew erreichten das Halbfinale.

Endlich Olympia-Gold 5000 m (19. 8.) Sieben Tage nach ihrem atemberaubenden Sololauf zum Olympia-

10 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 89


DIE OLYMPIASIEGER VON RIO 01

FRAUEN 800 m: Caster Semenya (RSA) 1:55,28

01

Alles gegeben: Julian Flügel und Philipp Pflieger im Marathonziel 02

Große Fairness: Nikki Hamblin hilft der gestürzten Abbey D’Agostino beim 5000-m-Lauf wieder auf

Gold und Weltrekord über 10 000 Meter ging Almaz Ayana auch auf der halben Distanz als haushohe Favoritin ins Rennen. Die Frage, die sich viele Beobachter stellten: Würde es erneut einen Weltrekord geben? Es gab keinen und auch keinen zweiten Sieg für die Äthiopierin, die nach einem langsamen ersten Kilometer (2:59,86 Min.) erst nach 1800 Metern losstürmte. Bald hatte sie einen Vorsprung von 30 Metern, den dritten Kilometer lief sie in 2:47, aber nach dem vierten Kilometer kamen Vivian Cheruiyot und Hellen Obiri immer näher. In der zweitletzten Runde überholte zuerst Cheruiyot und dann auch noch Obiri die angeschlagene Favoritin. Für die 32-jährige Vivian Cheruiyot war es die Krönung einer einmaligen Karriere: Sie war zweimal Cross-Weltmeisterin, zweimal 5000- und 10 000-m-Weltmeisterin und hatte bereits zwei olympische Silber- und eine Bronzemedaille. Im Oktober 2013 wurde sie erstmals Mutter und musste nach ihrer Rückkehr 17 Kilo abnehmen.

Was für ein Weltrekord! 10 000 m (12. 8.) Man muss 23 Jahre zurückblenden, um zu verstehen, was sich am ersten Tag der Leichtathletik-Wettbewerbe abgespielt hat. Damals löschte die Chinesin Wang Junxia in Peking den Weltrekord von Ingrid

90 RUNNERSWORLD.DE • 1 0 / 2016

1500 m: Faith Kipyegon (KEN) 4:08,92; Konstanze Klosterhalfen (GER) als 6. im 1. VL in 4:11,76 und Diana Sujew (GER) als 10. im 3. VL in 4:09,87 für HF qualifiziert; Klosterhalfen als 10. im 1. HF in 4:07,26 und Sujew als 9. im 2. HF in 4:10,15 ausgeschieden 5000 m: Vivian Cheruiyot (KEN) 14:26,17 10 000 m: Almaz Ayana (ETH) 29:17,45 (37 gestartet, 35 klassiert)

3000 m Hindernis: Ruth Jebet (BRN) 8:59,75; 6. Gesa Felicitas Krause (GER) 9:18,41 NR, 18. Fabienne Schlumpf (SUI) 9:59:30 (nach Sturz), VL 9:30,54 NR; Sanaa Kouba (GER) im 2. VL 9. in 9:35,15 (PB), Maya Rehberg (GER) im 3. VL 15. in 9:51,73 ausgeschieden Marathon: Jemima Sumgong (KEN) 2:24:04, zweite Hälfte in 1:11:08; 29. Maja Neuenschwander (SUI) 2:34:27, 44. Anja Scherl (GER) 2:37:23, 64. Andrea Mayr (AUT) 2.41:52, 81. Anna Hahner (GER) 2:45:32, 82. Lisa Hahner (GER) 2:45:33

Kristiansen (30:13,74 Min.) mit der unfassbaren Zeit von 29:31,74 Minuten aus den Bestenlisten. Seither kamen bloß vier weitere Frauen unter 30 Minuten, keine einzige in den letzten acht Jahren und keine näher als auf 22 Sekunden. Und jetzt blieben vier Läuferinnen unter 30 Minuten, angeführt von Almaz Ayana, der 24-jährigen Äthiopierin, die sich in ihrem zweiten Rennen auf der längsten Bahndistanz in 29:17,45 Minuten stoppen ließ, einem der sensationellsten Weltrekorde aller Zeiten. Die Kenianerin Alice Aprot sorgte auf der ersten Streckenhälfte bei idealen 19 Grad für ein hohes Tempo (14:47 Min.), doch dann lief Ayana allen davon. Nur 14:30,64 benötigte sie für die zweite Hälfte. Für Weltmeisterin Vivian Cheruiyot und Tirunesh Dibaba, zweifache Olympiasiegerin auf dieser Strecke, blieben nur Silber und Bronze. Die Bilanz dieses denkwürdigen Rennens: ein Weltrekord, ein Kontinentalrekord, sechs Landesrekorde, zehn persönliche Bestleistungen und fünf Saisonbestleistungen. Wahnsinn!

Am Weltrekord vorbei 3000 m Hindernis (15. 8.) Bereits nach zwei Runden ging Ruth Jebet an die Spitze, und nach einem Kilometer (3:05,93) drückte sie vehement aufs Tempo. Den zweiten Kilometer spulte sie, schon weit vor den Verfolgerinnen, in 2:54,13 ab. Am Schluss stoppte die Uhr bei 8:59,75 Minuten. Das ist die zweitschnellste Zeit, die je gelaufen wurde, gerade mal 0,94 Sekunden von Gulnara Galkinas acht Jahre altem Weltrekord entfernt. Mit Jebet, der kenianischen Weltmeisterin Hyvin Kiyeng und Emma Coburn aus den USA gingen die Medaillen an die drei Schnellsten des Jahres. Die 19-jährige gebürtige Kenianerin Ruth Jebet bescherte ihrer neuen Heimat Bahrein die erste olympische Goldmedaille. Gesa Felicitas Krause lief schneller

als bei ihrem Bronzelauf in Peking und verbesserte Antje MöldnerSchmidts Landesrekord von 2009 um 0,13 Sekunden auf 9:18,41 – aber es reichte nur zum sechsten Rang. Die Schweizerin Fabienne Schlumpf war im Endlauf nach einem Sturz auf verlorenem Posten.

Erstmals Kenia Marathon (14. 8.) Seit der Premiere 1984 stellten die USA, Portugal, Japan, Rumänien, Russland und Äthiopien die Olympiasiegerinnen im Marathon. Doch in einem typischen Ausscheidungsrennen hatte am Schluss Jemima Sumgong, im April schon Siegerin in London, die größten Reserven. Auf den letzten Kilometern zog sie auch ihrer letzten Begleiterin, der seit 2013 für Bahrain startenden Kenianerin Eunice Kirwa, davon. Weltmeisterin Mare Dibaba musste schon früher abreißen lassen. Die Verhältnisse waren schwierig: Am Start um 9:30 Uhr 21 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 83 Prozent. So schafften es 23 der 156 Läuferinnen nicht ins Ziel. Die Schweizerin Maja Neuenschwander kam auf Platz 29. Anja Scherl landete knapp im ersten Drittel. Das Duell der Zwillinge gewann das nordkoreanische Duo Hye-Song und Yhe-Gong Kim auf den Plätzen 10 und 11. Anna und Lisa Hahner liefen als 81. und 82. Hand in Hand ins Ziel. 02

FOTOS: VICTAH SAILER/PHOTORUN


Die schรถnsten Laufreisen unter

www.laufenweltweit.de


RUNNER’S WORLD LAUFTIPP

ZIELLINIE Laufkalender

154 VERANSTALTUNGEN IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND DER SCHWEIZ

FRANKFURT (MAIN)/HE FrankfurtMarathon

30.10., ab 10:00 Uhr www.frankfurtmarathon.com

DEUTSCHLAND

6:00 Uhr 100 km, 70 km, 50 km www.taubertal100.de

SA 1 . O K TO B E R

RÜGEN/MV

BRANDENBURG/BB

Kap Arkona Aquamaris Lauf

10:00 Uhr HM, 10 km, 5 km, 3 km www.vfl-brandenburg.de

11:00 Uhr HM, 10 km www.kap-arkonaaquamaris-lauf.de

HOF/BY

SO 2. OK TOB ER

Beetzseelauf

Park- und Seelauf 13:00 Uhr HM, 10 km www.park-und-see.de

KARLSRUHE/BW

Durlacher Turmberglauf 16:00 Uhr, 10 km www.turmberglauf.de

Nationalparklauf 10:00 Uhr, HM, 10,5 km www.nationalparklauf.de

Taubertal 100 Ultralauf

LEGENDE 92

Citylauf Halbmarathon

MÜNCHEN/BY

SOEST/NRW

15:00 Uhr 10 km, 5 km www.urbanianrun.com

10:00 Uhr 10 km, 5 km www.frauenlaufmuenchen.de

15:30 Uhr 10 km, 4 km www.marathon-soest.de

NEUMÜNSTER/SH

Rockman Run

Urbanian Run

HEIDELBERG/BW

Trail-Marathon 11:00 Uhr M www.trailmarathonheidelberg.de

HEILBRONN/BW

Citylauf „Schneller 10er“

10:30 Uhr HM www.softfair.net/citylauf

11:00 Uhr 10 km, 3,5 km www.schneller10er.de

BREMEN/HB

HILDRIZHAUSEN/BW

9:45 Uhr M, HM, 10 km www.swb-marathonbremen.de

9:30 Uhr 25 km www.schoenbuchlauf.de

Marathon

PREROW/MV

ROTHENBURG/BY

ASCHAFFENBURG/BY

FRANKFURT/HE

Naturpark Schönbuchlauf

COTTBUS/BB

KÖLN/NRW

10:00 Uhr HM, 10 km, 5,4 km www.lc-cottbus.de

10:00 Uhr M, HM www.koeln-marathon.de

Oktoberlauf

Köln-Marathon

Frauenlauf

Volkslauf

10:10 Uhr HM, 10 km, 5 km www.stgk.de

ROSSTAL/BY

Erntedanklauf 11:00 Uhr 8,5 km www.erntedanklauf.de

ROTHAUS/BW

Mudiator Run 10:00 Uhr 15 km, 8 km www.mudiator.com

SCHMIEDEFELD/TH

RennsteigHerbstmarathon 11:00 Uhr 20 km, 10 km www.rennsteigherbstlauf.de

Stadtlauf

WUNSIEDEL/BY

13:00 Uhr 18 km www.rockmanrun.de

MO 3. O KTO BER

BAD RODACH/BY

Medical Park Marathon 10:30 Uhr M, HM, Marathonstaffel www.initiativerodachtal.de

DORTMUND/NRW

Phoenix Halbmarathon 11:00 Uhr HM www.sparkassen-phoenixhalbmarathon.de

KOBLENZ/RP

Festungslauf

Die Weltklasse im Marathon gibt es in Deutschland dreimal im Jahr zu sehen: im Frühjahr in Hamburg, im Herbst in Berlin und in Frankfurt. Das Besondere an Frankfurt ist, dass neben Weltklasseläufern auch die deutsche Spitzenklasse am Start ist, denn in Frankfurt finden die Deutschen Meisterschaften statt – für alle Altersklassen. Es handelt sich also gewissermaßen um ein großes Klassentreffen der besten deutschen Läuferinnen und Läufer. Die flache Strecke mit Start und Ziel an der Messe hat sich inzwischen bewährt, fast wäre dort sogar schon mal ein Weltrekord gelaufen worden. Schnelle Zeiten sind also gewährleistet, egal ob man in der Spitze mitläuft oder im großen Meer der Freizeitathleten mitschwimmt. Viele der Hobbyläufer treten inzwischen allerdings auch gern zu viert an, als Staffelteam, die begehrten Startplätze sind Jahr für Jahr ausverkauft. Reizvoll ist vor allem der Zieleinlauf über den roten Teppich in der Frankfurter Festhalle. Er garantiert einen einmaligen Empfang mit viel Tamtam für jeden Finisher, egal ob Weltrekordler oder rote Laterne. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter den Läufern im Spätherbst gnädig bleibt. Das war in Frankfurt nicht immer der Fall.

BB = Brandenburg BE = Berlin BW = Baden-Württemberg BY = Bayern HB = Bremen HE = Hessen HH = Hamburg MV = Mecklenburg-Vorpommern NRW = Nordrhein-Westfalen NS = Niedersachsen RP = Rheinland-Pfalz SA = Sachsen-Anhalt SH = Schleswig-Holstein SL = Saarland SN = Sachsen TH = Thüringen

RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

FOTO: NORBERT WILHELMI


F A L K E ROTHAARSTEIG

MARATHON 10:00 Uhr 9,4 km www.festungslaufkoblenz.de

MEININGEN/TH Citylauf

11:00 Uhr 10 km, 5 km www.psv-meiningen.de

MUDAU/HE

Odenwälder Herbstlauf 9:40 Uhr HM, 10 km, 5 km www.odenwaelder herbstlauf.de

NÜRNBERG/BY Stadtlauf

13:30 Uhr HM, 10 km, 6 km www.sportscheck.com/ event

ÖSTRINGEN/BW Fitnesslauf

10:40 Uhr HM, 10 km, 5 km www.fitnesslauf. fcoestringen.de

OFEN/NS

Herbstlauf 15:30 Uhr 10 km, 5 km www.herbstlauf.de

TREIS/HE

Volkslauf 9:30 Uhr HM, 10 km www.laufundwalking treff-treis.de

VÖHL-MARIENHAGEN/HE Ortsstraßenlauf

12:00 Uhr HM, 10 km www.tv-marienhagen.de

GROSSPÖSNA/SN SüdraumMarathon

12:30 Uhr M www.leipziger-suedraummarathon.de

GROSS-UMSTADT/HE Wald- und Hügellauf

14:00 Uhr 13,5 km (250 m HD) www.tv-grossumstadt.de

HAMBURG/HH

Marathon zum Tag der Deutschen Einheit 9:00 Uhr M, 22 km, 11,3 km www.100mc.de

HEROLDSBACH/BY

Herbstlauf Schloss Thurn 11:00 Uhr HM, 7 km www.herbstlaufschloss-thurn.de

MEISSEN/SN

Elbtal Weinlauf

18:30 Uhr 4 x 2,5 km www.leipzigerherbststaffel.de

F R 7 . O K TO B E R

Asics Grand 10 12:00 Uhr 10 km, 2 x 5 km-Staffel www.berlin-laeuft.de

BRÄUNLINGEN/BW

SchwarzwaldMarathon 9:30 Uhr M, HM www.schwarzwald marathon.de

BREMERHAVEN/BR

Halbmarathon 10:30 Uhr HM, 10 km, 5 km www.bremerhavenlauf.de

ELMSHORN/SH Stadtlauf

10:45 Uhr 10 km, 5 km www.elmshornerstadtlauf.de

OTTERNDORF/NS

Gezeitenlauf 10:30 Uhr 6-Stunden-Lauf www.gezeitenlauf.de

WEIDEN/BY X-Trail

14:00 Uhr 15 km, 8 km www.weiden-xtrail.de

9:00 Uhr M www.doerferlauf.de

Herbststaffel

BERLIN/BE

10:00 Uhr M, Staffelmarathon www.essenmarathon.de

13:00 Uhr HM, 10 km www.weimarerstadtlauf.de

LEIPZIG/SN

10:30 Uhr 10 km, 5 km www.badhomburger kurparklauf.de

ESSEN/NRW

WEIMAR/TH

M I 5 . O K TO B E R

Kurparklauf

10:00 Uhr 30 km, 17 km, 12 km, 10 km www.elbtal-weinlauf.de

WELVER/NRW

Dörferlauf

BAD HOMBURG/HE

Stadtlauf

WERNIGERODE/SA BrockenMarathon

9:00 Uhr M (1150 m HD), HM (420 m HD), 11 km (260 m HD) www.harz-gebirgslauf.de

Marathon „Rund um den Baldeneysee“

GILLRATH/NRW

Geilenkirchener Halbmarathon und Volkslauf

9:00 Uhr M, HM, VM, 4,2 km www.mitteldeutschermarathon.de

KARLSRUHE/BW

Hardtwaldlauf

Tierparklauf 9:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.tierparklauf.de

SCHWABACH/BY Citylauf

10:30 Uhr HM, 10 km, 5,4 km www.schwabachercitylauf.de

STETTEN/BW

Frauenlauf 10:30 Uhr 10 km, 5 km www.stettener-frauenlauf.de

SA 15. O KTO BER

BAD DÜRKHEIM/RP Berglauf

14:45 Uhr 8,7 km (510 m HD) www.laufclub.de

BAD GÖGGING/BY LimesRun

Vollmond-Lauf

17:00 Uhr HM, 15 km, 11 km www.vollmond-lauf.de

BEILNGRIES/BY

Jura2000 Halbmarathon

EISENHÜTTENSTADT/BB

LINDAU/BY

15:30 Uhr 10 km, 5 km www.coesfelder-citylauf.de

10:50 Uhr HM, 10 km, 5 km www.lollslauf.de

11:10 Uhr M, HM, VM

Lollslauf

SABABURG/HE

LEIPZIG/SN

BAD HERSFELD/HE

Citylauf

Marathon im Dreiländereck

Distanz: 22,100 km Höhenmeter: 425 hm

10:00 Uhr M, HM, 10 km, Staffelmarathon www.muenchen marathon.de

14:00 Uhr HM, 14 km, 7 km www.jura2000halbmarathon.de

COESFELD/NRW

HALBMARATHON + WALKING:

Marathon

10:00 Uhr 10 km, 5 km www.lsg-ka.de

SA 8 . O K TO B ER

MARATHON: Distanz: 42,195 km Höhenmeter: 838 hm

MÜNCHEN/BY

BAD SCHUSSENRIED/BW

Mitteldeutscher Marathon

10:00 Uhr 25 km, 8 km www.burgenlauf.de

Burgenlauf

10:00 Uhr M, HM, 10 km, 4,2 km, Staffelmarathon www.stadtwerke-luebeckmarathon.de

HALLE/SA

10:00 Uhr HM, 10 km www.halbmarathonleipzig.de

19:00 Uhr 10 km www.wg-pirna.de

Citylauf

Marathon

11:00 Uhr 20 km (40 Hindernisse) www.limesrun.de

BAD BELZIG/BB

SO 9. OK TOB ER

LÜBECK/SH

11:00 Uhr HM, 10 km, 4 km www.djk-gillrath.de

Halbmarathon „Klassiker im Herbst“

PIRNA/SN

www.sparkassemarathon.at

SchlaubetalMarathon

10:00 Uhr 43 km, HM, VM www.schlaubetalmarathon.com

HACHENBURG/RP

Löwen-Marathon 11:30 Uhr M, HM, 10 km, 6 km www.loewenlaufhachenburg.de

Weitere Informationen und Anmeldung unter: Info-Telefon: 0 29 72 / 97 400 Telefax: 0 29 72 / 92 19 86 info@rothaarsteig-marathon.de

www.rothaarsteig-marathon.de


RUNNER’S-WORLD-LAUFTIPP

ZIELLINIE Laufkalender JENA/TH

Kernberglauf 11:00 Uhr 27 km, 15 km, 6 km www.kernberglauf.de

LAUPHEIM/BW

Schloss-Cross 14:30 Uhr 9,3 km, 4,6 km www.schloss-cross.de

LENGERICH/NRW

Teutoburger Waldlauf 13:50 Uhr 29 km, 12,2 km, 5,7 km www.teutolauf.de

MANNHEIM-FEUDENHEIM/ BW Herbstlauf

14:15 Uhr 10 km, 3,5 km www.djk-feudenheim.de

MOOSEN/BY

SimsseeHalbmarathon 15:00 Uhr HM www.simsseehalbmarathon.de

RÜSSELSHEIM/HE

Lindenseelauf I

GROSSBOTTWAR/BW BottwartalMarathon

9:30 Uhr M, 32,2 km, HM, Duo-Marathon www.bottwartalmarathon.de

HAMBURG/HH

Bramfelder Halbmarathon 10:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.bramfelderhalbmarathon.de/ ausschreibung

KONSTANZ/BW

Altstadtlauf 15:35 Uhr 8,1 km, 4 km www.altstadtlauf.de

LIEPE/NS

WendlandMarathon 9:30 Uhr M, HM, 10 km, 5 km www.igaswendland.de

OFFENBACH/HE

Mainuferlauf 10:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.offenbacher-lc.de

14:30 Uhr 10 km, 5 km www.lindenseelauf.de

SA 22. OK TOB ER

SCHMALLENBERG/NRW

10:00 Uhr 50 km (1070 m HD), 25 km (780 m HD), 10 km www.albmarathon.de

RothaarsteigMarathon 11:00 Uhr M, 22 km www.rothaarsteigmarathon.de

SO 1 6 . O K TO B ER

BERLIN/B

MüggelseeHalbmarathon 10:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.laufzeit-online.de/ mueggelsee_hm

BONN/RP

Drei-BrückenLauf 9:00 Uhr 30 km, 15 km, 10 km www.drei-brueckenlauf.de

ETTENHEIM/BW Stadtlauf

14:45 Uhr 10 km, 4,6 km www.stadtlauf. lv-ettenheim.de

FREIBURG/BW Stadtlauf

12:15 Uhr 22 km, 11 km www.sportscheck.com/ event

SCHWÄBISCH GMÜND/BW Alb-Marathon

SONDERSHAUSEN/TH Kristall-Lauf

11:00 Uhr 10,5 km (680 m unter der Erdoberfläche) www.sc-impuls.de

STRALSUND/MV

RügenbrückenMarathon

GERMERING/BY

HAMBURG/HH

14:00 Uhr 10 km, 5 km, 2,3 km www.stadtlaufgermering.de

10:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.lghnf.de

HILDEN/NRW

KÖNIGSWINTER/NRW

14:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.herzlauf-hilden.de

11:00 Uhr 27 km www.drachenlauf.net

MAGDEBURG/SA

LEVERKUSEN/NRW

9:15 Uhr M, HM, 10 km www.magdeburgmarathon.eu

11:30 Uhr 10 km, 5 km www.tsvbayer04.de/ sport-bei-uns/ triathlon.html

Citylauf und Marathon 10:00 Uhr M, HM, 10 km, 5 km www.oldenburgmarathon.de

REFRATH/NRW

Herbstlauf 12:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.tvr-running.de

RODGAU/HE

Hexenlauf 11:30 Uhr 10 km, 5 km www.hexenlauf.de

SCHÖNHAGEN/NS Volkslauf

12:30 Uhr HM, 10 km, 5 km www.tsvschoenhagen.de

WIESLOCH/BW Volkslauf

9:30 Uhr 10 km, 5 km www.wieslochervolksbanklauf.de

SA 29. OKTO BER

10:00 Uhr 9 km, 4,5 km www.berliner-crosslauf.de

BRÜCKEN/RP

OhmbachseeHalbmarathon 10:00 Uhr HM www.lg-ohmbachsee.de

DRESDEN/SN

Marathon 10:30 Uhr M, HM, 10 km, 4,2 km www.dresden-marathon.de

94 RUNNERSWORLD.DE • 10 / 2016

ELMEN/T

OLDENBURG/NS

SO 23. OK TOB ER

11:15 Uhr HM, 10 km, 5 km www.herbstlauf.org

Winterlaufserie I

MagdeburgMarathon

BERLIN/BE

Herbstlauf

Drachenlauf

Herzlauf

9:30 Uhr M, HM, 12 km www.ruegenmarathon.de

BAD KROZINGEN/BW

SüderelbeHalbmarathon

Stadtlauf

Cross-CountryLauf

FURTWANGEN/BW

Halbmarathon und 10-KilometerLauf 10:30 Uhr HM, 10 km wing-halbmarathon. hs-furtwangen.de

GOSLAR/NS

Harzer Talsperrenserie I 14:45 Uhr 14,5 km, 4,6 km www.laeufer-teamoker.de

1. Naturparklauf 8.10., ab 11:00 Uhr, www.sv-elmen.at

Es gibt Regionen, bei denen man sich wundert, dass sie nicht schon viel früher Austragungsort eines relevanten Lauf-Events geworden sind. Das Lechtal in Tirol ist so eine. Doch ab Oktober gibt es endlich auch an diesem idyllischen Fleckchen Erde ein Angebot für Läuferinnen und Läufer. Im malerischen Ort Elmen feiert der 1. Naturparklauf seine Premiere. Dabei durchquert man das Herzstück des Lechtals, das seinen Namen dem hindurchfließenden Fluss Lech verdankt, dem sogenannten letzten Wilden, denn es ist der letzte Wildfluss im nördlichen Alpenraum. Start und Ziel aller Wettbewerbe liegen hoch oben auf der Klimmbrücke bei Elmen, wo das Naturparkhaus Lech steht, das durch seine einmalige Bauweise nicht zu übersehen ist und die Verwaltung des Naturparks Tiroler Lech beheimatet. Die 5- und 10-Kilometer-Runden führen auf wechselndem Terrain von Elmen nach Häselgehr, mitten durchs Tal in direkter Nähe zum Fluss, die imposanten Alpengipfel immer im Blick.

HERZOGENRATH/NRW

Internationaler3 Halbmarathon und Volkslauf 15:45 Uhr HM, 10 km, 5 km www.djk-herzogenrath.de

MÜNCHEN/BY

Bestzeitmarathon 24:00 Uhr M, HM www.bestzeit marathon.de

SO 30. O KTO BER

ARNSBERG/NRW

Oeventroper Straßenlauf 10:00 Uhr 10 km, 5 km www.lac-veltinshochsauerland.de

BERLIN/BE

Cross Challenge 10:00 Uhr 19 km, 10 km www.cross-challenge.de

BERLIN/BE

GrunewaldMarathon 9:00 Uhr M, HM www.scb-berlin.de

BRAUNSCHWEIG/NS

Braunschweiger Lauftag 10:00 Uhr M, HM, 10 km, 5 km www.braunschweigwolfenbuettelmarathon.de

FRANKFURT/HE

LÜTJENBURG/SH

Binnenseelauf 10:00 Uhr HM www.binnenseelauf.de

REMSCHEID/NRW Röntgenlauf

8:30 Uhr 63,3 km, M, HM, 10 km, 5 km www.roentgenlauf.de

THALE/SA

Harzlauf 10:00 Uhr 23,4 km, 11,7 km, 5,4 km www.harzlauf-thale.de

MO 31 . OKTOBE R

DUISBURG/NRW

Halloween-Run 19:30 Uhr 10 km, 5 km www.halloween-run.de

SCHWEIZ SA 1. OKTOBE R

LAUSANNE/VD

Marchethon CF 10:15 Uhr 10 km, 5 km www.marchethon.ch

SO 2. OKTOBE R

FRIBOURG/FR

Murtenlauf 10:15 Uhr 17,1 km, 8,6 km www.murtenlauf.ch

Marathon

SO 9. OKTOBE R

10:00 Uhr M, Staffelmarathon www.frankfurtmarathon.com

GENF/GE

GLAUCHAU/SN

Herbstlauf 10:00 Uhr HM, 10 km, 3,2 km www.glauchauerherbstlauf.de

Run Evasion Rhone 10:15 Uhr 22,3 km www.runevasionrhone.ch

TRUB/BE

Napf-Marathon 9:20 Uhr M (1250 m HD), 23,4 km www.napf-marathon.ch

FOTO: VERANSTALTER


SA 1 5. O K TO B E R

BEINWIL AM SEE/AG

ÖSTERREICH

M, HM, VM www.sparkassemarathon.at

SA 1. OK TOB ER

GRAZ/ST

Hallwilerseelauf 13:35 Uhr HM, 10 km, 6,9 km www.hallwilerseelauf.ch

BÖNIGEN/BE

Brienzerseelauf 14:15 Uhr 35 km, HM, Staffel www.brienzerseelauf.ch

SA 2 2. O K TO B E R

ILANZ/GR

Transruinaulta Trailmarathon 9:30 Uhr, M www.transruinaulta.ch

SO 23 . O K TO B ER

BERN/B

Bremgartenlauf 14:15 Uhr 10,6 km, 5,8 km www.bremgartenlauf.ch

RAPPERSWIL/SG Schlosslauf

15:00 Uhr 10 km, 5,5 km www.schlosslauf.ch

THUSIS/GR

Transviamala Run & Walk 10:00 Uhr 19 km, 11,5 km, 4,4 km www.transviamala.ch

SA 2 9. O K TO B E R

BERN/B

Marchethon CF 14:30 Uhr 10 km, 5 km www.marcheton.ch

FRIBOURG/FR

Marchethon CF 12:30 Uhr 14,5 km, 7,5 km www.marchethon.ch/ fribourg

OTTENSHEIM/OÖ Donaulauf

15:00 Uhr HM, 10 km, 5 km www.donaulauf.at

POYSDORF/NÖ

Winzerlauf 15:30 Uhr 10 km, 3,3 km www.weinviertler-laufcup.at

WIEN/W

Internationaler Höhenstraßenlauf 14:00 Uhr, 14,3 km www.hoehenstrassen lauf.com

SO 2. OK TOB ER

ENZERSDORF/NÖ Herbstlauf

Marathon 10:00 Uhr M, HM, 10,5 km, Staffelmarathon www.grazmarathon.at

SÖLL/T

Pölven-Trail 9:30 Uhr 23 km www.tourdetirol.com

WIEN/W

Internationaler Kahlenberglauf 10:00 Uhr, 8,6 km www.hoehenstrassen lauf.com

SA 15. O KTO BER

DORNBIRN/V

Staufenlauf 1000 HM

14:00 Uhr, 10 km www.enzersdorffischa.gv.at

10:00 Uhr, 3,7 km www.staufenlauf.at

FERLACH/K

Herbstlauf

Rosentaler Abstimmungslauf 10:00 Uhr HM, 7 km www.klc.at

SALZBURG/S

Jedermannlauf 9:30 Uhr HM, 14 km, 7 km www.jedermannlauf.at

FR 7. OKTOB ER

REITH IM ALPACHTAL/T Söller Zehner 18:00 Uhr 10 km www.tourdetirol.at

STRASSHOF/NÖ

15:00 Uhr 10 km, 2,8 km www.laufclub-strasshof.at

SO 16. O KTO BER

ST. WOLFGANG/OÖ

„Rund um den Wolfgangsee“ 9:20 Uhr M, 27 km, 10 km, 5 km www.wolfgangseelauf.at

WIEN/W

Herbstmarathon 10:00 Uhr M, HM, 7 km www.lcc-wien.at

SA 8. OK TOB ER

SA /SO 22. /23. O KTO BER

ELMEN/T

SALZBURG/S

13:25 Uhr 7,8 km, 4,7 km, 3,3 km www.glarner-stadtlauf.ch

12:30 Uhr 10 km, 5 km www.sv-elmen.at

WILA/ZH

SÖLL/T

14:08 Uhr, 11,1 km, 5,8 km www.herbstlaufwila.ch

8:30 Uhr M www.tourdetirol.com

9:30 Uhr 22 km (1135 m HD) 15:30 Uhr 15 km (570 m HD), 7,2 km (205 m HD) www.trailrunningfestival.com

GLARUS/GL

Stadtlauf

Herbstlauf

SO 30 . O K TO B ER

LAUSANNE/VD

Marathon 10:10 Uhr M, HM, 10 km www.lausannemarathon.com

LUZERN/LU

Swiss City Marathon 9:00 Uhr M, HM, 8,4 km www.swisscitymarathon.ch

Lechtaler Naturparklauf

Kaisermarathon

ST. PÖLTEN/NÖ Citylauf

19:00 Uhr 10 km, 5 km www.union-stpoelten.at/ de/sektionen/leichtathletik

SO 9. OK TOB ER

TrailrunningFestival

M I 26. O KTO BER

MÜRZZUSCHLAG/ST

Mürzer Halb- und Viertelmarathon 10:00 Uhr HM, 10,5 km, 5,2 km www.fun-sports.at

NEUHAUS/OÖ

BREGENZ/AUT

Donautal Halbmarathon

11:10 Uhr

10:00 Uhr HM, 10 km www.untermuehl.com

Marathon am Dreiländereck

30. OKTOBER 2016 frankfurt-marathon.com

ZT TDE JEMEL N! AN


LESERFORUM

RUNNER’S WORLD 8/2016

Ein strahlendes Cover. Das macht sofort Lust loszulaufen. Die Läuferin auf dem Titel transportiert das Titelthema ‚So macht Laufen Spaß‘ perfekt.“

Caroline Freigang, Wismar

Gedopt oder chancenlos RUNNER’S WORLD 9/2016

Olympische Spiele in Rio Das „System“ Olympia ist eine einzige Farce: Korruption, Ausbeutung und Doping. Letzteres quer durch alle Na-

tionen und Sportarten. Als seriöse Zeitschrift kann es für euch eigentlich nur einen Standpunkt geben: Sich klar von dieser Veranstaltung zu distanzieren. Wie, die Leidtragenden wären die Athleten? Entweder gedopt oder chancenlos. Dafür benötigt man dieses ganze inszenierte Spektakel nicht. Aber Geld regiert halt leider auch im Sport die Welt. Philipp Friedrich, Regensburg

Keine überzogene Aufmerksamkeit RUNNER’S WORLD 9/2016

Grünings Klartext Martin Grüning spricht sich in seinem „Klartext“ gegen überzogene Erwartungen an die deutschen Marathonläuferinnen – namentlich Anna und Lisa Hahner – aus und plädiert für einen fairen Umgang mit ihnen. Das ist so weit richtig, auch wenn die beiden den um sie gemachten Hype nicht nur selbst fördern, sondern vielmehr sogar Nutzen daraus ziehen. Umgekehrt aber erwarte ich, dass solchen Sportlerinnen von ihnen als

www.runnersworld.de Immer aktuell informiert über Ihren Lieblingssport Wir berichten täglich über Lauf-Events. Dazu finden Sie hier alles zu Lauftraining, Ausrüstung und Ernährung. JETZT ALLES RICHTIG MACHEN 21 TIPPS FÜR 42 KILOMETER Der größte Teil des Marathontrainings ist geschafft? Damit Sie am Tag X auch alles aus sich herausholen, gilt es, jetzt auf jede Kleinigkeit zu achten. Die wichtigsten Tipps haben wir auf unserer Website zusammengefasst. Klicken Sie sich einmal durch, um am großen Tag auf der sicheren Seite zu sein. Viel Erfolg im Rennen! www.runnersworld.de/21-tipps-fuer-42 TRAININGSPLANUNG AUF DEM SMARTPHONE DIE TRAININGS-APPS VON RUNNER’S WORLD Mit den Apps von RUNNER’S WORLD laden Sie sich Ihren persönlichen Laufexperten aufs Smartphone. So erreichen Sie Ihre Ziele sicher – egal ob Einstieg, Abnehmen oder Marathon: www.runnersworld.de/apps Interaktiv: facebook.com/runnersworld.de, www.runnersworld.de/forum Immer aktuell informiert: www.runnersworld.de/newsletter

96 RUNNERSWORLD.DE • 1 0 / 2016

Mein Lauff uffoto Von Ludwig Kreutzer, Weiden i. d. Opf.

„Das D Bild entstand t t d an d den O Ockerfelsen k f l bei b i Roussillon, R ill Südfrankreich. Beim Lauf durch diese Landschaft erlebt man einen Rausch der Ocker-Töne – von Gold bis Orange und Weiß bis Rosa. Die Strecke ging in weichem Sand durch ein anspruchsvolles Gelände, das von zerklüfteten Felsen und Schluchten umgeben war. Und aus den nahen Pinienhainen drang das Zirpen der Zikaden.“ Zeigen auch Sie uns Ihre Laufb Laufbilder! ilder! Einsendungen Einsendungen mit kurzem Text zum Motiv an leserservice@runnersworld.de (Weitere tolle Leserfotos finden Sie unter www.runnersworld.de/meinfoto)

Redaktion nicht überzogene Aufmerksamkeit zuteil wird. Oder mag es etwa daran liegen, dass mit ewig grinsenden Blondinen die Verkaufszahlen steigen? Läuferinnen wie Anja Scherl, die neben einem Vollzeitjob großartige – und sogar bessere – Leistungen erbringen, dienen doch viel eher als Vorbild für Ihre Leser. Wer die Öffentlichkeit ff sucht, sei es im Sport, in der Politik oder in der Unterhaltung, muss mit öffentlicher ff Kritik leben und umzugehen lernen. Wer sich darüber hinaus öffentlich ff inszeniert – ich denke nur an den Zieleinlauf in Rio – muss auch mit Spott und Hohn rechnen, erst recht, wenn die Inszenierung überzogen und lächerlich ist. Vor diesem Hintergrund meine Bitte an sie als Redak-

tion: Kümmern Sie sich wieder um die Sportlerinnen und Sportler, die es wirklich verdient haben. Widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit einer Anja Scherl oder anderen engagierten Athletinnen und Athleten im In- und Ausland und nicht ewigen Selbstdarstellerinnen und -darstellern, auch wenn Sie dann vielleicht das ein oder andere Heft weniger verkaufen. Alexander Engel, Gießen

Kein Marathon mit Hund RUNNER’S WORLD 9/2016

Personal Trainer: „Marathon mit Hund?“ Allein die Frage des Lesers lässt mir die Haare zu Berge stehen! Ja, Hunde sind Läufer. Sie laufen gern, auch mal mehr als 15 Kilometer. Aber

FOTOS: SHUTTERSTOCK, PRIVAT, HERSTELLER, MARCUS VOGEL


LESERFORUM / IMPRESSUM

ein Marathon? Der Frager weiß wohl nicht, wie lang ein Marathon ist? Zudem wäre zu klären, ob der Hund gesund ist. Und zuletzt: Nicht die Strecke an sich ist das Problem, sondern der anhaltende Trott. Der Hund mag Pausen und verschiedene Geschwindigkeiten. Das ist bei einer Laufveranstaltung nicht möglich. Alexandra Rohrmüller, Tulln/AUT

Zu viel Trailrunning RUNNER’S WORLD 9/2016

Großes Trail-Special Ich fand nicht gut, dass ihr dem Thema „Trail“ so viele Seiten gewidmet habt. Wie viele Trails und Trailläufer gibt es denn in Deutschland? Wenige! Das ist doch nur was für ein paar wenige Leistungsläufer und Möchtegern-Naturliebhaber, die aber eigentlich in der Natur herumtrampeln. Ich kann damit nichts anfangen. Abgesehen davon gibt es

da, wo ich wohne, keine spektakulären „Trails“ …

VO RSCHAU

Kira Leicht, Bremen

Originelle Ideen RUNNER’S WORLD 9/2016

Ausprobiert Och, wie süß, da schickt ihr eure Single-Mitarbeiterin nach Österreich, um sie bei einem „Loverun“ zu verkuppeln. Ideen habt ihr! Anfangs waren mir die „Ausprobiert“Themen oft zu banal, aber dann wurde die Rubrik immer besser, und jetzt ist sie für mich eins der Highlights im Heft. @Nina: Du bist eine wirklich attraktive Frau und wirst schon noch den Richtigen finden. Jo Keiner, Essen

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Mail an: leserservice@runnersworld.de Post an: RUNNER’S WORLD Leverkusenstr. 54 22761 Hamburg

Das Läuferrätsel Folge 100

Der Gewinn In den Laufrucksack kommt nur das Nötigste, logisch. Wenn man länger unterwegs ist, vielleicht sogar mehrere Tage auf Trails oder in den Bergen, hätte man aber am liebsten einen Werkzeugkoffer dabei. In so einem Fall leistet ein Taschenmesser gute Dienste. Im Modell Traveller hat Victorinox auf kleinstem Raum 18 mechanische Tools und 7 elektronische Funktionen versteckt. Dazu gehören zwei Klingen, Schere, Schraubendreher, Pinzette, Kugelschreiber, Höhenmesser, Thermometer, LED-Licht und Uhr mit Wecker. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir drei Victorinox Traveller im Wert von je 130 Euro.

Das Rätsel Zum wöchentlichen Treffen einer Running Crew kommen genau 100 Läufer, sieben von ihnen sind zum ersten Mal dabei, unter ihnen Tim. Mit wie vielen Läufern müsste er sich während des Laufs unterhalten, um mit einer Wahrscheinlichkeit von wenigstens 90 Prozent mindestens einen weiteren Neuling kennenzulernen?

Die Lösung … schicken Sie mit Betreff „Rätsel 10/16“ an leserservice@ runnersworld.de, an Redaktion RUNNER’S WORLD, Leverkusenstraße 54, 22761 Hamburg, oder per Fax an 040/853 30 37 22. Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2016. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Lösung wird am 7. Oktober 2016 unter www.runnersworld.de/raetsel veröffentlicht.

REDAKTION

11/16

Leverkusenstraße 54, 22761 Hamburg, Postfach 50 16 67, 22761 Hamburg, Telefon: 040/85 33 03-922, Fax: -722, leserservice@runnersworld.de

Freuen Sie sich unter anderem auf folgende Themen in unserer November-Ausgabe

Chefredakteur Martin Grüning Stv. Chefredakteurin Britta Ost Art Director Stefan Siegl Chef vom Dienst und Textchef Heinrich Anders Redaktion Claus Dahms,

Daniel Eilers, Urs Weber Schlussredaktion Volker Hummel Bildredaktion Grit Brüggemann,

Hayal Erdogan (Ass.) Grafik Kirsten Lorenzen, Assistenz Hayal Erdogan Mitarbeit Jale Bartholomäus, Anna Bruder,

Jane Grüning, Nina Schümann, Irina Strohecker, Susanne Walerius, Norbert Wilhelmi, Jürg Wirz

VERLAG UND ANZEIGEN Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG Verlagsgesellschaft, Postfach, 70162 Stuttgart, Telefon 07 11/182-01

„Mocki“ lebt – und wie a Sabrina Mockenhaupt war jahrzehntelang die erfolgreichste Langstrecklerin Deutschlands. Verletzungen warfen Sie aus der Bahn. Jetzt kämpft die einst beliebteste deutsche Läuferin ums Comeback. Wir haben Sie zu Hause besucht und waren sehr beeindruckt.

Essen genießen a „Slow Food“ ist ein Ernährungstrend, bei dem es ums genussvolle Essen geht. Wir zeigen, warum dieser Trend wunderbar zum Laufen passt und wie er Sie schneller macht. Dazu gibt es natürlich die passenden Rezepte.

„Wählen und gewinnen“ a Unsere Laufschuhwahl des Jahres ruft: Wählen Sie den Laufschuh des Jahres 2016 und gewinnen Sie einen von über 100 attraktiven Preisen in einem Gesamtwert von rund 10 000 Euro. Das November-Heft erscheint am 7. Oktober

Geschäftsführer Henry Allgaier Brandmanagement Stefan Wolters (Ltg.),

Andrea Förster Eventmanagerin Stephanie Fahnemann Anzeigenleitung Sascha Gröschel (Tel. 040/85 33 03 86) Anzeigenverkauf Elisabeth Bauer (Tel. 040/85 33 03 84) Assistenz Michaela Gehrmann (Tel. 040/85 33 03 88) Verantwortlich für den Anzeigenteil

Ingrid Esslinger-Fischer, Claudia Strauss (Tel. 07 11/182 10 11) Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 24 Herstellung Regine Höllwarth Digitale Vorstufe MWW Medien, 22459 Hamburg Druck Vogel Druck und Medienservice,

97204 Höchberg Vertriebsleitung Astrid Schülke,

DPV, 22773 Hamburg

RUNNER’S WORLD I N T E R N AT I O N A L SVP, International Business Development and Partnerships Robert Novick Executive Director, Business Development and Global Licensing Kevin LaBonge Editorial Director John Ville Director, Business Development and Global Licensing Angela Kim Director, Global Marketing Tara Swansen Deputy Editorial Director Veronika Ruff Taylor Senior Content Manager Karl Rozemeyer

ABOSERVICE RUNNER’S-WORLD-Aboservice, 70138 Stuttgart, bestellservice@dpv.de Inland: Tel. 0711/32 06 99 00, Fax 0711/182-25 50 (14 ct/Min. aus dem deutschen Festnetz) Ausland: Tel. + 49/711/182-25 90, Fax -25 50 Einzelheft-Nachbestellung: RUNNER’S-WORLDBestellservice, Postfach, 70162 Stuttgart, Tel. 0711/32 06 99 00, Fax 0711/182-25 50 (14 ct/Min. aus dem deutschen Festnetz) Abo und Hefte auch unter http://shop.runnersworld.de Jahresabo (12 Ausgaben): D € 52,90, A € 59,90, CH sFr 100; Halbjahresabo (6 Ausgaben): D € 26,45, A € 29,95, CH sFr 50 Miniabo (3 Ausgaben): D € 9,90, A € 11,50, CH sFr 20 Übriges Ausland: Preise auf Anfrage Studentennachlass: 40 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung Copyright by Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit schriftlicher Einwilligung des Verlags. Die Redaktion haftet nicht für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos. Kürzungen von Leserbriefen und Beiträgen vorbehalten.

1 0 / 2016 • RUNNERSWORLD.DE 97


EIN LAUF MIT …

Bei mir geht es immer darum: Wie kann ich meinen Körper in 45 Minuten richtig fordern. Dann fühle ich mich besser und gut“

Wenn zwischen zwei Terminen genug Zeit bleibt, läuft Christina Block direkt vom Hotel „Grand Elysée“ (im Hintergrund) los, das zur Block Gruppe ihres Vaters gehört

Christina Block, 43 Familienunternehmerin, Gastronomin Hamburg, Außenalster Interview BRITTA OST Foto JÖRG MODROW

Seit wann laufen Sie? Sport gehört bei uns in der Familie einfach dazu. Ich habe früher mit meinem Vater (Eugen Block, Gründer der Steakhauskette Block House; Anm. der Redaktion) viel Tennis gespielt. Er hat immer viel Sport gemacht und läuft heute noch, mit 75. Zum Laufen bin ich wegen der Flexibilität gekommen. Ich bin oft auf Abruf, habe viele spontane Ter-

98 RUNNERSWORLD.DE • 1 0 / 2016

mine, da bietet sich Laufen einfach an. Außerdem bin ich gern in der Natur und mag es, die Welt aufmerksam zu beobachten. Nehmen Sie an Laufveranstaltungen teil? Nein. Ich mache sehr gern Sport, und ich mag auch den Wettbewerb, aber ich mache den Sport lieber für mich und habe den Wettstreit eher gegen mich selbst. Mein Ziel ist, viermal in der Woche Sport zu treiben. Wenn ich das geschafft habe, bin ich im Gleichgewicht, dann habe ich alles getan, was ich für mich sportlich machen möchte. Protokollieren Sie Ihr Training? Nein. Am Sonntag setze ich mich hin und erstelle meinen Wochenplan. Zuerst muss ich die familiären

TRAININGSTAG EBU CH

Strecke Außenalster Ort Hamburg Wetter bedeckt, 23 Grad Distanz 5 Kilometer Zeit 30:00 Minuten Tempo 6:00 Min./km

und offiziellen Termine unterbringen. Wenn ich das habe, füge ich persönliche Wünsche und Bedürfnisse ein. Aber erst am Schluss. Da brauchen Sie viel Energie! Ja, schon. Mir fällt das nicht so auf, aber manche sagen: Bist du eigentlich verrückt? Was du alles machst! Da sage ich immer: Man wird nicht von heute auf morgen Mutter von vier Kindern. Das kommt nach und nach, so wie ein Unternehmen ja auch nicht von heute auf morgen groß wird. In diesem natürlichen Wachstumsprozess reift man selbst ja auch und entwickelt eine gewisse Ruhe und Gleichmäßigkeit. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Da ich vier Kinder habe (im Alter von 10, 8, 5 und 2,5 Jahren; Anm. der Red.), bin ich morgens erst mal als Mutter gefordert. Was danach kommt, hängt davon ab, welche Themen gerade anstehen und welche Termine ich habe. Ich bin mal zu Hause am Schreibtisch, aber auch viel unterwegs, auf Terminen und Abendveranstaltungen. Ich versuche immer, alles in einer gewissen Balance zu halten. Dafür ist der Sport wichtig, speziell das Laufen, weil man da mal durchpusten kann. Was machen Sie noch für Sport? Ich mache Ganzkörper-Kurse im Fitnesscenter, sowohl Muskelkräftigung als auch Cardio. Und einmal in der Woche mache ich mit einer Personal Trainerin eine Mischung aus Yoga und Pilates. Gerade nach dem Laufen ist das gut, um die festen Bänder wieder zu dehnen. Haben Sie sportliche Ziele? Nein. Im Alter meines Vaters noch ausdauernd laufen zu können ist eher mein Ziel, als etwa einmal den New-York-Marathon mitzulaufen.

Eine längere Fassung des Interviews und weitere Prominenten-Interviews finden Sie unter www.runnersworld.de/einlaufmit


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