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Das Handbuch zu OS X 10.12 Sonderheft Deutschland: 9,99 €, Österreich: 10,50 € Schweiz: 19,80 CHF, Luxemburg: 10,90 €

Ausgabe 06/2016

#6 EXTRA-HEFT

Alle Infos zum neuen Smartphone e + Apple Watch 2

Der große Ratgeber zu

GRATIS EBOOK:

24,90 € gespart!

344 Seiten Handbuch zu OS X 10.11 El Capitan

macOS Sierra ausreizen: Alle neuen Apps und Funktionen erklärt Endlich mit Siri: Wie Ihnen der Sprachassistent das Leben leichter macht Optimal einrichten: Benutzer, Sicherheit und iCloud konfigurieren Clean Install statt Update: So wird auch ein alter Mac wieder schnell Mehr Speicherplatz: Befreien Sie Ihren Mac vor dem Wechsel von Altlasten Backup: Schützen Sie sich vor Datenverlust mit Time Machine & Co.






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editorial

003

Klar zum Update as nächste große Update für OS X ist da! Gut, es heißt nicht mehr so, aber ganz ehrlich: Ob OS X oder macOS, wie Apple es jetzt nennt, ist uns gerade mal egal. Die meisten Mac-Nutzer werden ohnehin nur den Namenszusatz „Sierra“ verwenden. Wichtiger ist die Frage, was das Update bringt und ob sich der Umstieg lohnt. Unsere Empfehlung ist dabei ganz klar positiv. Auch oder vielleicht gerade weil die Änderungen dieses Jahr weniger zahlreich und etwas kleiner ausfallen, als in früheren Jahren. Trotzdem hat sich viel getan. Mit diesem Sonderheft stellen wir Ihnen die neuen Funktionen ausführlich vor und begleiten Sie mit vielen Ratgebern, Tipps und Workshops Schritt für Schritt beim Umstieg auf macOS Sierra. So können Sie nach dem Download sofort loslegen. Das Thema Nummer eins ist natürlich Siri. Lange haben Mac-Anwender immer etwas neidisch auf den coolen Sprachassistenten des iPhone geschielt. Mit macOS 10.12 bietet Siri seine umfangreichen Dienste auch auf dem Mac an. Weniger schillernd, aber im Alltag mindestens genauso wichtig ist der Ausbau der iCloud-Funktionen und die engere Zusammenarbeit mit iOS-Geräten. Auch da legt Sierra nämlich ordentlich zu. Zum Anfang zeigen wir aber erst einmal, wie Sie Ihren Mac auf das Update vorbereiten und sicher auf Sierra umsteigen. Dann widmen wir uns ausführlich der Konfiguration des neuen Systems. Anschließend stellen wir die mitgelieferten Apps und ihre neuen Funktionen vor. Im abschließenden Praxisteil zeigen wir dann, was bei einer sauberen Neuinstallation zu beachten ist, wie man seine Daten effektiv schützt und vieles mehr.

D

Unser Portfolio Wussten Sie schon, dass wir neben der Mac Life Wissen auch noch zahlreiche weitere Magazine im Angebot haben? Wenn Sie ein iPhone oder iPad besitzen, dann ist auch die iPhone & iPad Life interessant für Sie. Wenn Sie monatlich ein Heft lesen möchten, lohnt sich ein Blick in unser Mutterheft Mac Life. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Wichtige Wi htig Videotipps Vid ti für Ihren Mac Haben Sie schon von unserer äußerst erfolgreichen Tipps-App gehört? In kurzweiligen Videos präsentieren wir Ihnen in der Pocket Academy Tipps und Tricks, die Ihnen dabei helfen, Ihren Mac noch besser zu verstehen. Probieren Sie es doch einfach mal selbst aus!

Herzlichst Ihr

Matthias Zehden

iPhone 7 und Apple Watch 2 Hier geht ess zum Downloa ad der App!

Unter Mac-Anwendern ist das iPhone besonders beliebt. Deshalb stellen wir ab Seite 6 das iPhone 7 und die neue Apple Watch ausführlich vor und zeigen in der Mobil-Rubrik, was die brandneuen Versionen von iOS und watchOS draufhaben und wie Mac-Nutzer von ihnen profitieren.

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Inhalt Mac Life Wissen 6/2016

006

Neues von Apple Mit dem iPhone 7 und der Apple Watch 2 präsentiert Apple die perfekten Partner für Ihren Mac. Hier finden Sie Preise und technische Daten der neuen Produkte.

rubriken Editorial ....................................... 003 Vorschau

....................................

Impressum

................................

098 098

020

grundlagen

Startvolume aufräumen

Brandneu: iPhone 7 und Apple Watch 2 ....................... 006

So schaffen Sie Platz für macOS Sierra und verbessern die Performance.

Die neuen Partner für den Mac: Alle Fakten zum iPhone 7 und zur Apple Watch 2.

macOS Sierra im schnellen Überblick ............ 010 Wir werfen einen Blick auf den Desktop und zeigen, wo man wichtige Funktionen findet.

Einstieg: mac OS Sierra

....

012

Das neue System im Schnelldurchgang: Neue Funktionen, verbesserte Apps, iCloudErweiterungen und mehr.

Geeignete Macs

.....................

018

Hardware-Voraussetzungen im Detail: Auf diesen Macs läuft macOS Sierra.

Mehr Platz für Sierra

.........

Alles über macOS Sierra

Das neue System im Überblick: die neuen Funktionen, verbesserte Apps, iCloud-Erweiterungen und vieles mehr. Wir erklären, was macOS Sierra bringt und warum sich das Update für Sie lohnt.

020

Vor dem Update aufräumen bringt Platz und mehr Performance. So geht’s.

konfiguration Richtig konfigurieren ......... 026 Für die ersten Schritte führen wir Sie in die Einstellungen.

Wir geben einen Überblick über alle Einstellungsmodule und erklären deren Aufgaben.

Benutzer & Rechte

..............

Wir erklären, wie man neue Benutzerkonten anlegt und welche Arten es gibt.

macos sierra maclife.de

018 KOMPATIBILITÄT

Die Schaltzentrale ................ 028

032

010

Hardware-Voraussetzungen im Detail: Auf diesen Macs läuft macOS Sierra.

026 KONFIGURATION So konfigurieren Sie Benutzer, utzer, Netzwerk, Sicherheit und iCloud.


inhalt

042

Siri Mac on

Endlich profitieren auch Mac-Anwender von Apples genialem Sprachassistenten. So nutzen Sie Siri in macOS Sierra.

Schnell S h ll iins N Netz ..................... 034

Das b D bringt i iOS 10 .................. 064

Ohne Netzwerk geht nicht viel. So konfigurieren Sie Ethernet, WLAN und mehr.

iOS 10 bietet neue Funktionen für iPhone & iPad und neue Möglichkeiten für Entwickler.

Sicherheit verbessern

.......

036

macOS bietet viele Wege, die Sicherheit Ihrer Daten zu verbessern. So nutzen Sie sie.

iCloud einrichten

Apps

Tipps für den Umstieg ....... 068 Wir geben nützliche Tipps für die Vorbereitung und Installation von iOS 10.

..................

038

So konfigurieren Sie iCloud unter macOS Sierra nach Ihren Anforderungen.

Update auf watchOS 3 ...... 072 Bessere Oberfläche, mehr Leistung und neue Fitnessund Gesundheitsfunktionen.

Apple Watch im Griff ......... 076

software

046 FOTOS 048 iTUNES 050 NACHRICHTEN 052 SAFARI 054 MAIL

005

So geht es: Konfiguration und App-Verwaltung vom iPhone.

Apps für Sierra

.......................

040

Alles dabei: Ohne gute Apps nützt das beste System nichts.

Siri auf dem Mac

062 0

...................

042

Der Sprachassistent sorgt nicht nur für Komfort, sondern macht Sie auch produktiver.

iOS 10 UND iO W WATCHOS 3 Ap Apple hat auch die Systeme vo iPhone, iPad und Apple von Watch W aktualisiert. Wir zeigen ge die neuen Funktionen vo iOS 10 und watchOS 3. von

Neu in Fotos

.............................

046

Apples Foto-Tool bietet in macOS Sierra viele neue Funktionen und Verbesserungen.

Die Medienzentrale ............. 048 Wir stellen die aufgeräumte und benutzerfreundliche neue Oberfläche von iTunes vor.

Nachrichten mit Extras

....

050

So nutzen Sie die neuen Funktionen in der App Nachrichten.

Fenster ins Web

TEAMWORK MAC & iOS

..............

054

So sorgen neue Anzeigefilter und Tabs für mehr Überblick im Eingangskorb. Foto: AVM

086 09 094

Der Klassiker: Mail

CLEAN INSTALL

Bei Problemen mit dem Mac hilft manchmal nur ein harter Schnitt. So installieren Sie ein frisches macOS und optimieren die Einstellungen.

052

Safari ist bestens in Sierra integriert, außerdem sicherer und komfortabler geworden.

Workshops 080

....................

praxis

Weitere Apps

..........................

Nützliche Helfer

STARTFÄHIGER USB-STICK

In Dienstprogramme finden Sie viele kleine Helfer und so manche Softwareperle.

....................

Ein unbelasteter Neuanfang mit macOS Sierra verbessert Stabilität und Performance.

Workshop: Teamwork mit iPhone & Co. ................... 086 So arbeiten Macs untereinander und mit iOS-Geräten perfekt zusammen.

056

Im Ordner Programme finden sich noch etliche weitere Apps. Das können sie damit machen.

BACKUP MIT TIME MACHINE

Workshop: Clean Install .. 080

060

mobil

Workshop: Backup mit Time Machine ................ 090 Ein aktuelles Backup ist Ihre wichtigste Versicherung vor verlorenen Daten.

Workshop: USB-Stick für die Installation ................ 094 So bauen Sie sich ein startfähiges Installationsmedium mit macOS Sierra für den Notfall.

Frischer Wind für Mobile Geräte ......................... 062

Tipps & Tricks für macOS Sierra ................... 096

Die aktuellen Updates machen iPhone und Apple Watch noch leistungsfähiger.

So finden Sie versteckte Funktionen und holen aus macOS Sierra noch mehr raus.

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006

Text: Holger Sparr

grundlagen

das neue iphone 7

Foto: Apple

Sieben heißt der Streich

Das iPhone 7 mag ja die ganz große Revolution vermissen lassen, doch es bietet eine Menge: eine neue Kamera, Resistenz gegen Wasser und Staub, ein neues Gehäusedesign, mehr Leistung und mehr Praxistauglichkeit. Nur eines werden manche vermissen: den Kopfhöreranschluss.

Laden & hören? Nutzt man zum Musikhören mit Kopfhörer oder Analog-Adapter den Lightning-Anschluss, kann man das iPhone 7 nicht mehr gleichzeitig laden. Eine Lösung dafür ist Apples Dock, das einen analogen Anschluss besitzt, oder bereits angekündigte Adapter wie zum Beispiel von Belkin, die aus einem LightningAnschluss zwei machen. Doch alle Lösungen bleiben eher umständlich gegenüber der drahtlosen Übertragung per Bluetooth.

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ittlerweile hängt Apples Schicksal am iPhone, dem Hauptumsatzträger, mit dem das Unternehmen spektakuläre Erfolge feiern konnte, der mittlerweile aber auf einen zunehmend gesättigten Markt trifft. Schon deshalb wurde die Vorstellung des iPhone 7 aufmerksam verfolgt, auch wenn wohl niemand echte Revolutionen erwartet hatte. Denn die Gerüchteküche sagte viele Eigenschaften des iPhone 7 richtig voraus: Eine bessere, beim Plus-Modell sogar doppelte Kamera, der Wegfall der Kopfhörerbuchse und die bessere Speicherausstattung wurden ebenso Realität wie die gegenüber dem Vorgänger wenig veränderte Gehäuseform. Doch Apple hatte dann doch noch einiges mehr in petto: Das iPhone 7 ist mit seiner Wasserund Staubabdichtung, seinem Display mit größerem Farbumfang und längerer Batterielaufzeit praxistauglicher und mit seiner neuen glänzend schwarzen Gehäusefarbe zudem ein echter Hingucker.

M

Neues altes Gehäuse Aus einiger Entfernung wird man das iPhone 7 vermutlich wirklich kaum vom 6s unterscheiden können, denn den meisten Varianten sieht man nur von hinten durch die an den Rand gewanderten

Antennenstreifen den Unterschied an. Es sei denn, man hat die Version in Diamantschwarz vor sich, die aus perlgestrahltem Aluminium besteht, das in etlichen Stufen eloxiert und zu einer sehr glatten, glänzenden Oberfläche poliert wird und damit im Gegensatz zu den bisherigen, eher matten Gehäusen steht. Und so anziehend, wie das glänzende Gehäuse aussieht, ist es wohl den ersten Berichten nach auch für Fingerabdrücke. Apple warnt im Kleingedruckten außerdem davor, dass die Oberfläche kratzempfindlich sei und man lieber eine Hülle benutzen solle. Da kann man auch gleich auf die anderen vier Farben ausweichen, nämlich das ebenfalls neue matte Schwarz oder Silber, Gold und Roségold.

Wasser marsch? Ein echter Fortschritt ist die Abdichtung gegen Staub und Wasser nach IP67-Norm, die immerhin auch „zeitweiliges Untertauchen“ erlaubt. Das sollte reichen, um das iPhone auch im Regen zu nutzen, garantiert aber nicht zum Schwimmen und zum Duschen wohl nur ohne Seife. Apple weist in den Fußnoten darauf hin, dass sich der Schutz durch Abnutzung verringern kann, ein nasses iPhone nicht geladen werden kann und die Garantie sich nicht


Neu von Apple

007

auf Flüssigkeitsschäden erstreckt. Doch für ein Smartphone ist die Abdichtung ein wichtiger Beitrag zur Praxistauglichkeit.

Digitales Audio Die Abdichtung des Gehäuses gelang nicht zuletzt dadurch, dass Apple mit dem bisherigen analogen Kopfhöreranschluss ein großes Loch im Gehäuse schloss. Die mitgelieferten Kopfhörer haben nun einen Lightning-Stecker und enthalten einen eigenen Digital-Analog-Wandler. Der Königsweg sind natürlich drahtlose Bluetooth-Kopfhörer wie etwa die ebenfalls angekündigten, aber nicht ganz billigen AirPods (siehe Kasten). Und für die „alten“ analogen Kopfhörer legt Apple einen kurzen Kabeladapter bei, von dem man zusätzliche Exemplare für geradezu

In der Praxis sind die Wasserdichtigkeit und die längere Batterielaufzeit wichtiger als die Mehrleistung. lächerliche 9 Euro erwerben kann – zumindest wenn man übliche Apple-Preise für Kabel und Adapter zugrunde legt. Auch ohne Kopfhörer hört man das iPhone nun übrigens besser: Der Ohrhörer an der Oberseite dient nun als zweiter Lautsprecher und ermöglicht Stereo-Wiedergabe im Querformat. Zudem tönen die Lautsprecher laut Apple doppelt so laut wie vorher.

DRAHTLOSE KOPFHÖRER

Die neuen AirPods Um sie dem iPhone 7 beizulegen, sind die neuen AirPods mit satten 179 Euro deutlich zu teuer, doch für diesen Preis bekommt man einiges an Technologie: Die In-Ear-Kopfhörer haben eigene Akkus, die etwa fünf Stunden halten sollen und im Transportbehälter aufgeladen werden können, der seinerseits Strom für 24 Stunden dabei hat. Öffnet man diesen und hält ihn neben iPhone, Apple Watch oder Mac, verbinden sich die beiden sofort. Die AirPods sind komplett mit Mikrofon und jeder Menge Sensoren ausgestattet, die helfen sollen, Hintergrundgeräusche zu filtern. Im Inneren werkelt Apples neuer W1-Chip, den man übrigens zukünftig auch in einigen Beats-Kopfhörern finden wird. Die AirPods sollen erst im Oktober auf den Markt kommen. Ob sie freiwillig im Ohr bleiben, wird dann wohl jeder individuell ausprobieren müssen.

Die neue Kamera hat nicht nur einen größeren Sensor, sondern nun auch sechs Linsen mit Bildstabilisator, größerem Durchmesser und mehr Lichtstärke.

Kamera(s) Zu den wichtigsten Komponenten eines Smartphones gehören heutzutage die Kameras. Zwar ist die Auflösung der Hauptkamera des iPhone 7 mit 12 Megapixeln gleich geblieben, doch der Sensor und damit die einzelnen Pixel wurden größer, was theoretisch für weniger Rauschen respektive höhere Empfindlichkeit sorgt. Und diese Maßnahme schuf Platz für erkennbar größere Linsen. Die Anfangsöffnung ist nun auf 1:1,8 gewachsen, und außerdem kam eine sechste Linse für ein aufwendigeres Objektiv hinzu. Apple hat auch im normalen iPhone 7 den bislang nur in den großen Plus-Modellen vorhandenen Bildstabilisator integriert. Alle Maßnahmen zusammen sollen für erheblich verbesserte Bildqualität bei schlechtem Licht sorgen. Dem größeren iPhone 7 Plus spendiert Apple gleich eine zweite Kamera zusätzlich zur normalen Kamera, die umgerechnet auf Kleinbild-Verhältnisse einem 28er-Weitwinkel entspricht. Die zweite Kamera hat mit 56 Millimetern die doppelte Brennweite, die Apple als „Tele“ bezeichnet, in Wirklichkeit aber eher einem Normalobjektiv entspricht. Nutzt man den Zoomregler, schaltet das iPhone 7 Plus auf die längere Brennweite um und kann dann natürlich eine höhere Auflösung als der gewohnte Digitalzoom erreichen – und digital lässt sich der Zoomregler noch weiter aufdrehen. Einen zweiten Einsatzzweck will Apple erst per Software-Update nachliefern: Im neuen PorträtModus werden die beiden Kamerabilder aus leicht  X

Der Blitz hat jetzt doppelt so viele LEDs in verschiedenen Farben, die gemeinsam für neutraleres Licht und mehr Reichweite sorgen sollen.

Das Diamantschwarz entsteht durch einen sehr aufwendigen Herstellungsprozess und soll Fingerabdrücke magisch anziehen.

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008

grundlagen

unterschiedlichem Blickwinkel erfasst, um 3D-Informationen zu generieren. Per Software wird dann der so identifizierte Bildhintergrund künstlich weichgezeichnet, um den Eindruck geringer Schärfentiefe zu erwecken, den die winzige Kamera mit optischen Mitteln niemals erzeugen könnte. Die zweite Kamera des iPhone 7 Plus hat eine längere Brennweite und soll nach einem Update auch Porträts mit unscharfem Hintergrund möglich machen.

Mehr Farben, weniger Knöpfe

Der A10-Prozessor kombiniert zwei sehr schnelle und zwei besonders sparsame Kerne, auf die ein neu entwickelter Controller die Aufgaben verteilt.

Die Home-Taste funktioniert nur noch per 3D Touch und gibt über die verbesserte Taptic Engine ein Feedback.

Mehr Leistung, weniger Verbrauch Was wäre ein neues iPhone ohne den schnellsten Prozessor aller Zeiten? Der „A10 Fusion“ des iPhone 7 hat zwei Kerne mit etwa 40 Prozent höherer Leistung als der A9 im iPhone 6s. Es gibt aber noch zwei weitere Kerne, die nur etwa ein Fünftel des Strombedarfs haben und über einen neuen Performance-Controller automatisch mit untergeordneten Aufgaben betraut werden. Auch die Grafik wurde um rund 50 Prozent schneller als beim Vorgänger, verbraucht aber nur rund zwei Drittel der Energie dafür. Abgesehen von den üblichen Performance-Rekorden sorgt das für die laut Apple bisher längste Batterielaufzeit bei einem iPhone.

Konfigurationen

Daten & Preise des iPhone 7

iPhone 7

iPhone 7 Plus

Kapazität

32*/128/256 GB

32*/128/256 GB

Preis

759/869/979 Euro

899/1009/1119 Euro

Display

4,7 Zoll

5,5 Zoll

Kamera Rückseite

12 MP, 1:1,8/28 mm**

12 MP, 1:1,8/28 mm** +12 MP, 1:2,8/56 mm

Kamera Vorderseite

7 Megapixel

7 Megapixel

Größe

138 x 67 x 7,1 mm

158 x 78 x 7,3 mm

Gewicht

138 g

188 g

* Diamantschwarz erst ab 128 GB erhältlich ** Umgerechnet aufs Kleinbildformat

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Die Displays der beiden Modelle sind mit 4,7 und 5,5 Zoll Diagonale zwar unverändert, doch sie können wie schon beim iPad Pro einen deutlich vergrößerten Farbraum darstellen. Dadurch soll sich die Farbdarstellung deutlich verbessern. Die gewohnte Home-Taste gibt es in der bisherigen, mechanischen Form nicht mehr, zumal auch sie der Wasserabdichtung entgegenstand. An ihre Stelle tritt ein druckempfindlicher Bereich mit VibrationsFeedback durch die bekannte, aber verbesserte Taptic Engine. Erste Tests lassen hier allerdings darauf schließen, dass die Taste ohne mechanischen Druckpunkt zumindest gewöhnungsbedürftig ist.

In den USA blieben die Preise der iPhones unverändert, in Deutschland liegen sie wegen der etwas ungünstigen Wechselkursentwicklung leider sogar etwas höher als zuvor. Allerdings bekommt man dafür mehr, denn Apple hat die Speicherausstattung sämtlichst verdoppelt und bietet nun 32, 128 und 256 Gigabyte, wobei es die kleinste Version nicht in Diamantschwarz gibt. Die Preise für das iPhone 7 reichen dabei von 759 bis 979, für das 7 Plus sogar von 899 bis 1119 Euro. Das iPhone 6 flog nun aus dem Programm, an seine Stelle rückt das 6s mit ebenso wie beim iPhone 7 angehobener Speicherausstattung ab 649 Euro. Das erst im Frühjahr vorgestellte iPhone SE bleibt unverändert. Die ganz große Revolution blieb also aus, doch Apple hat es dennoch geschafft, mit dem iPhone 7 einen würdigen Nachfolger zu präsentieren, der genügend Argumente für den Umstieg liefert. Denn die Unempfindlichkeit gegenüber Wasser, eine längere Batterielaufzeit und mehr Leistung sind bei einem Alltagsgegenstand wie einem Smartphone Argumente, die wichtiger sein können als technische Features. Und auch das neue alte Design scheint gut anzukommen, denn immerhin war die diamantschwarze Variante binnen weniger Stunden bereits ausverkauft. W


Neu von Apple

009

WASSERDICHT UND ORTSKUNDIG

Foto: Apple

Apple Watch Series 2

Neue MacBooks im Herbst?

Was wird aus dem Mac? Gefühlt ist es schon eine Ewigkeit her, seit Apple das letzte Mal neue Macs vorgestellt hat, während es bei den iOS-Geräten Schlag auf Schlag geht. Manche Beobachter zweifeln da schon an der Zukunft des Mac, was angesichts der Tatsache, dass Apple mit macOS Sierra ja gerade ein deutlich weiterentwickeltes System für den Mac vorgestellt hat, wohl unbegründet ist. „Ich liebe den Mac, und wir stehen sehr dahinter. Etwas Geduld“, antwortete Apple-Chef Tim Cook einem besorgten Fan auf Nachfrage per Mail. Tatsächlich vermeidet Apple es, iOS-Geräte und Macs gleichzeitig zu präsentieren, damit sie sich nicht gegenseitig die Aufmerksamkeit stehlen. Die Gerüchteküche ist sich vergleichsweise sicher, dass womöglich noch im Oktober neue Modelle von MacBook Pro und MacBook Air präsentiert werden könnten. Das MacBook Pro soll ein flacheres Gehäuse bekommen. Und die Funktionstasten soll Apple durch ein Touch-Panel mit eigenem OLED-Display ersetzen, das seine Funktion dynamisch wechseln könnte und womöglich auch einen Fingerabdrucksensor zur einfacheren Anmeldung enthalten wird. Als Prozessor wird Intel wohl eine Generation beisteuern, auf deren Erscheinen Apple schon lange gewartet haben soll und die gegenüber der jetzigen Prozessorgeneration einen ordentlichen Leistungsschub verspricht. Die Grafik wird vermutlich AMD liefern, und die Geräte sollen mit sehr schnellen USB-CAnschlüssen daherkommen. Noch unklar ist, ob auch die MacBookAir-Serie ein Upgrade erfahren wird, die immerhin schon eineinhalb Jahre auf dem Buckel hat und eine Auffrischung gut vertragen könnte. Ebenso sollen neue iMacs mit AMD-Grafik in Arbeit sein. Auch wenn nicht klar ist, wann neue Geräte kommen, ist es zum Abschreiben des Mac jedenfalls noch deutlich zu früh.

Gleichzeitig mit dem neuen iPhone präsentierte Apple auch die zweite Generation der Apple Watch. Die Series 2 blieb äußerlich unverändert, stattdessen konzentrierte sich Apple auf das Innenleben und nicht zuletzt auch darauf, dieses vor Wasser zu schützen. Denn die neue Apple Watch ist wasserdicht bis 50 Meter und darf damit auch beim Schwimmen oder Joggen im Regen am Arm bleiben. Die zweite Neuerung ist der integrierte GPS-Empfänger, der dafür sorgt, dass beim Laufen oder Radfahren das iPhone zu Hause bleiben kann, während die Uhr die Wegstrecke protokolliert und nach erneuter Verbindung ans iPhone übermittelt. Das Display der Uhr wurde rund doppelt so hell, um auch im hellen Sonnenschein noch ablesbar zu sein, und der Prozessor wurde deutlich schneller. Für SportFreaks gibt es nun auch eine Nike-Edition mit sehr atmungsaktivem Armband. Im Luxussegment gab Apple die Gold-Version zu irrwitzigen Preisen endlich auf und präsentierte stattdessen ein Gehäuse aus extrem harter, weißer Keramik ab 1449 Euro, dazu kommen spezielle Hermès-Editionen ab 1349 Euro. Im gewohnten Alu-Gehäuse gehen die Preise der Series 2 bei 419 Euro los, im Edelstahl-Gehäuse bei 649 Euro. Von den Verbesserungen der Series 2 profitieren vor allem Sportler, doch für Leute, die auf Wasserdichtigkeit und den GPS-Empfänger verzichten können, bietet Apple auch die Series 1 mit dem schnelleren Prozessor weiterhin an – und zwar zu merklich günstigeren Preisen ab 319 Euro, sodass der Einstieg zukünftig spürbar leichter fallen dürfte.

Das weiße Keramikgehäuse der Apple Watch Edition soll deutlich härter als Edelstahl ausfallen.

Die Nike-Edition wird mit einer speziellen App geliefert, die Sportler motivieren soll.

Die Apple Watch Series 2 ist wasserdicht bis 50 Meter Wassertiefe und darf damit auch beim Schwimmen am Handgelenk bleiben.

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grundlagen

sierra im Ăźberblick

Der macOS-Desktop 01

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macOS Sierra im Überblick

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01 Das Apfel-Menü enthält wichtige Funktionen wie „Über diesen Mac“ und die Befehle für Ruhezustand und Neustart. 02 Hat macOS Updates gefunden, werden sie hier neben „App Store“ angezeigt. 03 Zeigt eine Auswahl der laufenden Apps und erlaubt zwangsweises Beenden. 04 Das Menü „Gehe zu“ bietet wichtige Ordner an, zum Beispiel das Benutzerverzeichnis oder Programme. 05 In Sierra ist der Abgleich von Dokumenten und Schreibtisch über iCloud möglich. iCloud Drive erhält dann einen eigenen Bereich in der Seitenleiste. 06 Das Cloud-Symbol am Icon bedeutet, dass Inhalte nicht lokal gespeichert sind. Ein Klick darauf startet den Download. 07 Der Ordner „Dokumente“ liegt bei aktivem Sync nicht mehr im Benutzerordner, sondern auf iCloud Drive. 08 Das Siri-Fenster erscheint am rechten Bildschirmrand. 09 Durch Drücken der Plustaste lässt sich das Siri-Ergebnis in „Heute“ übernehmen. 10 Ein Klick auf das Mikrofon, und Siri hört zu. 11 Für viele Systemfunktionen stehen Status-Icons und -Menüs zur Verfügung (im Bild: Ortsfunktion, Time Machine, Bluetooth, WLAN, AirPlay-Monitore, Datum & Uhrzeit, Spotlight-Suche, Siri). 12 Einblenden der Mitteilungszentrale am rechten Bildschirmrand. 13 Wechsel zwischen „Heute“-Ansicht (im Bild) und Mitteilungen. 14 In „Heute“ platziertes Siri-Ergebnis. 15 Die normalen Widgets der „Heute“-Ansicht. 16 Das Fenster von „Über diesen Mac“ zeigt im Festplattenbereich den Button „Verwalten“, der Funktionen zum Platzsparen auf der Festplatte einblendet. 17 Viele Apps, die mehrere Dokumente öffnen können, unterstützen in Sierra Tabs (im Bild Pages). 18 Docksymbol zum Start von Siri. 19 Im Dock lassen sich häufig benutzte Apps griffbereit halten. 20 Aufruf der Systemeinstellungen. 21 Erlaubt es, Auswahl und Reihenfolge der „Heute“-Widgets anzupassen. 22 Öffnet die Systemeinstellungen für Mitteilungen. W

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grundlagen

Text: Matthias Zehden

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Das neue System im Überblick Es ist so weit: Aus OS X wird macOS. Mit dem Update hält Siri nun auch auf dem Mac Einzug. Außerdem erweitert es die iCloud-Funktionen, spart Platz auf der Festplatte, verbessert viele der mitgelieferten Apps und einiges mehr. Wir starten mit einem Überblick.

as Betriebssystem des Mac gehört für Apple weiterhin zu den Top-Produkten und das alljährliche große Update zu den absoluten Highlights im Kalender. So auch dieses Jahr. Obwohl iPhone und iOS mittlerweile wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, bleibt das MacSystem das zweite Schwergewicht in Apples Systemfamilie. Das kommt auch den Benutzern von iOSGeräten, Apple TV und Watch zugute. Stellen Sie den anderen Apple-Produkten einen Mac mit dem aktuellen System an die Seite, profitieren alle vom AppleFaktor, der perfekten Integration der Apple-Systeme und -Dienste. Kein anderer Anbieter liefert alles aus einer Hand. Der Gewinn an Komfort und Effektivität ist beträchtlich. Apple arbeitet seit Jahren intensiv und mit großem Erfolg daran, die Zusammenarbeit der eigenen Produkte weiter zu perfektionieren. Auch bei diesem großen Update ist das wieder ein Schwerpunkt, aber nicht der einzige. Das neue System bietet auch für „ganz normale“ Mac-Anwender eine Menge nützliche neue Funktionen.

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Das X verschwindet Zuerst eine kosmetische Korrektur. Die aktuelle Version 10.12 von OS X hört auf den Namen macOS. Damit gleicht Apple das Konzept des Namens an iOS, watchOS und tvOS an. Das „X“ als Symbol für die Zehn sollte ursprünglich den großen technischen Abstand zum in die Jahre gekommenen Vorgänger Mac OS 9 unterstreichen und gleichzeitig an die Unix-Wurzeln des neuen Systems erinnern. Ab Version 10.8 (Mountain Lion) nannte Apple das System dann nur noch OS X. Jetzt schließt sich gewisser-

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Kompatibilität Für macOS Sierra benötigt man mindestens 2 GB Arbeitsspeicher, 4 GB sind dringend zu empfehlen, und knapp 10 GB freien Platz auf der Festplatte. Der Download aus dem App Store ist etwa 4,8 GB groß. Es werden folgende MacModelle unterstützt: - MacBook ab Late 2009 - iMac ab Late 2009 - MacBook Air ab 2010 - MacBook Pro ab 2010 - Mac mini ab 2010 - Mac Pro ab 2010

maßen der Kreis, das Mac im Namen kommt zurück und dafür entfällt das X. Als Beinamen erhält macOS 10.12 den Zusatz „Sierra“, kurz für die Gebirgskette Sierra Nevada, ist also wieder nach einem bekannten Ort in Kalifornien benannt. Aber natürlich hat macOS Sierra noch deutlich mehr zu bieten als einen neuen Namen. Bevor wir in die Details gehen, noch ein Wort zu den Voraussetzungen. Die steigen erstmals seit Version 10.7 wieder an. Für Sierra benötigen Sie einen Mac mit Vorstellungsdatum Ende 2009 oder sogar Anfang 2010. Welche Modelle der verschiedenen Baureihen Sie mindestens haben müssen, um auf Sierra updaten zu können, lesen Sie ausführlich ab Seite 18.

Endlich Siri an Bord Eine zentrale iOS-Funktion, die viele Anwender unter OS X schmerzlich vermisst haben, ist Siri. Mit Sierra hält der clevere Sprachassistent nun endlich


macOS 10.12 Sierra

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Sierra-Desktop kaum vom Vorgänger. Schaut man genauer hin, fällt das Siri-Icon im Dock und in der Menüleiste auf.

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haben. Dadurch könnte sich Siri auf dem Mac noch viel mehr und viel schneller zum unentbehrlichen persönlichen Assistenten entwickeln als unter iOS. Ab Seite 42 gehen wir detailliert auf die Arbeit mit Siri unter macOS ein.

Dokumente in die Cloud

Sprachassistent Siri kommt spät, bietet aber unter macOS Sierra ab sofort fast den gleichen Funktionsumfang wie auf iOS-Geräten.

auch auf dem Mac Einzug. Sie brauchen nur auf das Siri-Symbol im Dock oder rechts in der Menüleiste zu klicken, und schon wartet Ihr persönlicher Assistent auf Anweisungen. Zur Konfiguration liefert Apple ein neues Modul für die Systemeinstellungen mit. Da die Mac-Version von Siri im Wesentlichen eine neue Oberfläche für vorhandene Dienste ist, bietet sie fast den gleichen Funktionsumfang wie auf iOS-Geräten. Es fehlt auf dem Mac allerdings noch die Unterstützung für externe Entwickler, um Siri direkt in deren Apps zu integrieren. Spezifische Anweisungen zu Systemfunktionen und Einstellungen lassen sich natürlich nicht eins zu eins übertragen, aber der Zugriff auf internetbasierte Dienste, wie zum Beispiel Wetter, Kinoprogramme, Sportergebnisse, Facebook oder Twitter-Feeds, klappt analog zu dem, was man eventuell schon von iOS gewohnt ist. Lokal kann Siri auf die Sammlungen von iTunes und Fotos, Termine, E-Mails, Dateien und Ordner im Finder und vieles mehr zugreifen. Auch die Verfeinerung der ersten Ergebnisse durch Nachfragen zu Details ist möglich. Siri erkennt bei aufeinander aufbauenden Fragen den Kontext.

Der Trend geht bei den Massenspeichern weiterhin zu schnellen und leisen SSDs. Speicherkapazität auf SSDs ist aber immer noch deutlich teurer als auf herkömmlichen Festplatten. Als Folge haben SSDs von Macs im Schnitt vielleicht ein Viertel der Volumekapazität, wenn überhaupt. Das trifft besonders MacBook-Anwender, die auf die kompakten Speicher angewiesen sind. Mit Funktionen wie iTunes in der Cloud für den Zugriff auf Einkäufe, iTunes Match und Music oder der iCloud-Fotomediathek hat Apple bereits einige Speicherfresser mithilfe von iCloud ausgelagert. Mit Sierra sind nun auch beliebige Dokumente dran. Das neue macOS erlaubt den Datenabgleich von Schreibtisch und Dokumente-Ordner des Benutzers über iCloud. Diese werden auf das iCloud Drive verlagert und darüber mit dem iCloud-Server von Apple gespiegelt. Das allein würde noch keinen Platz sparen, aber Apple verwendet einen ähnlichen Trick wie bei der Behandlung von Bildern in der iCloudFotomediathek durch die App Fotos. Sierra kann lange nicht benutzte Dateien automatisch komprimieren oder auf Ihr iCloud-Konto auslagern, wenn der lokale Speicherplatz knapp wird. Sie sehen dann trotzdem alle Dokumente wie gewohnt auf dem Rechner, doch sie werden erst beim Zugriff automatisch geladen. So haben Sie zum Beispiel unterwegs  X

Siri mit Extras Auf dem Mac hat Siri aber noch mehr zu bieten. Im Gegensatz zu den mobilen Geräten lässt sich Siri durch das leistungsfähigere Multitasking des Desktopsystems parallel zu anderen Apps nutzen. Man kann Siri Befehle geben, ohne die App zu verlassen, in der man gerade arbeitet. Außerdem lassen sich Ergebnisse aus dem Siri-Fenster in das aktuelle Dokument ziehen. So kann man zum Beispiel mit Siri ein Bild suchen und es gleich in einem PagesDokument platzieren. Man kann ein Suchergebnis auch direkt in die Mitteilungszentrale am rechten Rand ziehen, wo es dann nicht nur abrufbereit ist, sondern im Fall von Internetabfragen auch automatisch aktualisiert wird. Durch die parallele Verfügbarkeit und den flexibleren Umgang mit den Suchergebnissen dürfte sich Siri auf dem Mac schnell etablieren. Außerdem entfällt allein am Schreibtisch eher die Hemmschwelle, mit einem Gerät zu reden, die viele iPhone-Anwender in der Öffentlichkeit nach wie vor

Mit Sierra kommt Siri auf den Mac, bereits der Installationsassistent kann es aktivieren.

Später lässt sich Siri in den Einstellungen anund ausschalten oder der Kurzbefehl ändern.

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grundlagen

Die Festplattenübersicht in „Über diesen Mac“ bietet in Sierra die Taste „Verwalten“ an, um weitere Funktionen aufzurufen.

Putzhilfe für die Platte Darüber hinaus erleichtert Sierra das Aufräumen der Festplatte, indem es verschiedene Funktionen in einem Fenster bündelt. Diese Speicherwaltung hat Apple in das Dienstprogramm Systeminformationen integriert. Sie können sie aufrufen, indem Sie im Apfelmenü „Über diesen Mac“ öffnen und dann auf dem Reiter „Festplatten“ auf den neuen Button „Verwalten“ klicken. Oder Sie öffnen gleich Systeminformationen und rufen dann „Speicherverwaltung“ im Menü „Fenster“ auf. Das Fenster der Speicherverwaltung zeigt in der linken Spalte verschiedene Bereiche, wie Dokumente, iCloud Drive oder Papierkorb, und dazu deren Platzbedarf. Kicken Sie auf einen der Einträge für weitere Informationen über die Daten. Sehr praktisch ist links der Eintrag „Empfehlen“. Er nennt nicht nur verschiedene Systemfunktion zum Platzsparen, sondern kann sie auch gleich aktivieren. Hierzu gehört ebenfalls das Entfernen von mehr als 30 Tage im Papierkorb liegenden Objekten oder die Aktivierung der Speicheroptimierung für lokale Fotos bei aktiver iCloud-Fotomediathek. Sie können auch in iTunes bereits gesehene Filme löschen.

Weitere Aufgaben für iCloud Die Verwaltung des Festplattenspeichers enthält diverse Funktionen, darunter das verzögerte Löschen von im Papierkorb liegenden Dateien.

Sierra hilft mit erweiterter iCloud-Unterstützung und diversen Aufräumfunktionen, viel Platz auf der Festplatte zu sparen. auf einem MacBook Zugriff auf alle Dokumente auf dem iCloud Drive und können dort weiterarbeiten, wo Sie vorher auf dem iMac aufgehört haben, ohne dafür ein ähnlich großes Laufwerk in das MacBook einbauen zu müssen. Die Sparfunktion wirkt auf die lokale Kopie Ihres iCloud Drive. Ist Ihnen das Eigenleben nicht geheuer, lässt es sich auf Wunsch in den iCloud-Einstellungen und dort in den Optionen für iCloud Drive abschalten. Mehr zu den neuen Synchronisierungsfunktionen von Sierra lesen Sie ab Seite 38.

Es ist wenig überraschend, dass Apple den Einsatz von iCloud weiter ausbaut, ist der Dienst doch der Schlüssel zur Integration aller Apple-Produkte eines Anwenders. Das betrifft im Fall von Sierra sowohl den Abgleich zwischen mehreren Macs als auch den Austausch von Daten mit iOS-Geräten. Dazu führt Apple mit Sierra und iOS 10 eine synchronisierte Zwischenablage ein. Dadurch lassen sich Daten einfach per Copy-and-paste zwischen Macs und iOS-Geräten austauschen. Man kann zum Beispiel ein Bild oder eine URL auf dem iPhone kopieren und dann direkt auf dem Mac in ein Dokument einsetzen oder umgekehrt. Die kopierten Daten werden dabei auf iCloud geladen und stehen dann allen mit dem Konto verknüpften Geräten zur Verfügung.  X

Mehr Platz sparen Gehören Sie auch zu den Anwendern, die nicht mehr benötigte Dateien einfach nur in den Papierkorb legen, ohne ihn zu entleeren? Das ist eigentlich eine praktische Sache, weil man die Dateien genauso einfach wieder an ihren ursprünglichen Ort zurücklegen kann – oft gilt für den Inhalt des Papierkorbs aber: aus den Augen, aus dem Sinn. Man vergisst ihn einfach. Für diesen Fall bietet Sierra die Möglichkeit, im Papierkorb liegende Objekte automatisch nach 30 Tagen zu entfernen. Diese praktische Funktion lässt sich in den Finder-Einstellungen unter „Erweitert“ anschalten. Sie sorgt völlig ohne Zutun des Anwenders für mehr Platz auf dem lokalen Laufwerk des Mac. macos sierra maclife.de

Eine einheitliche, über iCloud synchronisierte Zwischenablage erleichtert den Austausch von Daten zwischen Rechnern mit Sierra, aber auch zwischen Macs und iOS-Geräten.


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Allgemeine Funktionen Auch an der Oberfläche des Systems hat sich mehr getan als die obligatorischen neuen Sierra-NevadaSchreibtischhintergründe. Der Einsatz von Tabs wird nun zum Beispiel auf weitere Apps ausgedehnt. In Sierra findet man die Reiter nicht mehr nur in Safari- oder Finder-Fenstern, sondern auch in anderen Programmen. So können die iWork-Apps oder Karten mehrere Dokumente in einem Fenster öffnen. Das Gute daran ist, dass Apps, die Apples Standardfunktionen zur Fensterdarstellung und -verwaltung nutzen, unter Sierra Tabs im Idealfall ohne Anpassungen durch die Entwickler nutzen können. So sollten mit Erscheinen von Sierra viele Mac-Apps, die mehrere Fenster gleichzeitig öffnen, fast automatisch tabfähig werden. Außerdem erbt macOS die schwebenden Videofenster von iOS 9. Filme aus Safari oder iTunes lassen sich über den anderen Fenstern einblenden, während man in einer anderen App arbeitet. Das klappt auch, wenn diese im Vollbildmodus ist.

Unter Sierra unterstützen fast alle Apps (im Bild Karten), die mehrere Dokumentfenster öffnen können, auch Tabs.

Integration von Apple Pay Eine tolle Verbesserung, von der deutsche Anwender leider noch nichts haben, ist die Verfügbarkeit von Apple Pay in macOS. Die Funktion ist clever integriert. Kauft man in Safari in einem Shop ein, kann man Apple Pay als Zahlmethode wählen. Die Zahlung wird dann bequem per Touch ID auf einem neben dem Mac liegenden iPhone bestätigt. Alternativ können Sie die Apple Watch zur Bestätigung nutzen. Die Kreditkartendaten bleiben dabei jederzeit sicher im geschützten Bereich auf dem iPhone liegen. Leider steht immer noch nicht fest, ob und wann Apple Pay in Deutschland startet.

Ist Bild-im-Bild aktiviert, zeigt die Website einen Platzhalter, das Video selbst wird in eine der vier Bildschirmecken gelegt.

Automatische Anmeldung Wer eine Apple Watch besitzt, kann diese in macOS Sierra statt Passworteingabe zur automatischen Anmeldung am Mac nutzen.

Schickt man in Nachrichten bis zu drei Emojis, erscheinen diese deutlich größer. Mit Text zusammen bleiben sie klein. Außerdem unterstützt Sierra im Chat die Vorschau von Websites oder Filmen. Mit der Tapback-Funktion lassen sich Beiträge auszeichnen.

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Sichere Passwörter und PIN-Codes sind wichtig, um persönliche Daten zu schützen. Damit sie ihrer Schutzfunktion gerecht werden können und Anwender sie auch benutzen, muss die Handhabung einfach sein. Für die Anmeldung unter iOS hat Apple mit dem iPhone 5s den Fingerabdruck-Scanner eingeführt. Analog dazu bietet macOS Sierra nun eine noch einfachere Funktion – zumindest für Besitzer einer Apple Watch: Der Mac erkennt Ihre Uhr und meldet Sie ohne weitere Eingaben automatisch an, wenn Sie den Rechner aus dem Ruhezustand wecken. Auch hier dient die gleiche iCloud-ID als gemeinsame Basis. Ein weiteres Beispiel für die Apple-typische Integration der Geräte- und Systemfamilien. Die Funktion lässt sich in den Systemeinstellungen für Sicherheit im Reiter „Allgemein“ an- und ausschalten.

Mitgelieferte Programme In den mitgelieferten Standard-Apps des Systems hat sich ebenfalls einiges geändert. So unterstützt Nachrichten jetzt den Versand extra großer Emojis (Seite 50). Außerdem können Sie ein empfangenes Video gleich abspielen oder die Vorschau zu einer URL laden, ohne dafür das Chatfenster zu verlassen. Mit Tapback kann man schnell eines von sechs Icons als Kommentar direkt an eine Sprechblase heften.


macOS 10.12 Sierra

Das hat Apple parallel auch mit iOS 10 eingeführt. Die neuen Bildschirmeffekte der mobilen Nachrichten-Version, wie Feuerwerk und Konfetti, werden allerdings unter Sierra noch nicht unterstützt. Safari legt in Sierra eher eine ruhige Runde ein, was aber nicht heißt, dass sich nichts getan hat. Es ist vielmehr so, dass Apple anstelle plakativer neuer Funktionen eher viele kleine Verbesserungen vorgenommen hat (Seite 52). Besonders erwähnenswert ist vielleicht ein noch strikterer Umgang mit Erweiterungen und die Unterstützung der neuen Bild-imBild-Funktion des Systems. Fotos hat Apple vor allem eine integrierte Bildanalyse spendiert, sodass Sie nach bestimmten Dingen oder Situationen suchen können. Ähnliches kennt man von Google Fotos. Die Funktion „Andenken“ erzeugt automatisch Alben und Diashows zu Orten, wichtigen Personen oder Anlässen. Ansonsten macht Fotos in Sierra viele Sachen einfach etwas besser, zum Beispiel die Gesichtserkennung oder die Darstellung der Fotos auf einer Karte. Mehr zu Fotos lesen Sie ab Seite 46. iTunes hat vor allem eine neue Oberfläche für Apple Music erhalten. Sie ist übersichtlicher und erleichtert im Bereich „Für dich“ die Suche nach Musik. Außerdem hat Apple die Anzeige von Songtexten verbessert. Auch auf iTunes gehen wir ab Seite 48 noch genauer ein.

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Unter dem Eintrag „Andenken“ in der Seitenleiste finden Sie in Fotos automatisch zusammengestellte Bilderkollektionen.

Fazit Mit macOS Sierra hat Apple mal wieder ein umfangreiches Update für OS X vorgestellt. Es bietet spannende neue Funktionen wie Siri, die Erweiterungen für iCloud und eine bessere Verwaltung des Festplatteninhalts. Hinzu kommen nützliche neue Funktionen der Oberfläche und der Apps. Vergleicht man Sierra mit den Vorgängern El Capitan und Yosemite, scheinen Anzahl und Bedeutung der neuen Funktionen diesmal allerdings magerer auszufallen. Trotzdem halten wir macOS Sierra insgesamt für ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Update. Vielleicht profitieren diesmal die Benutzer von Apples mobilen Geräten besonders stark. Das leistungsfähigere iCloud Drive und die universelle Zwischenablage machen den Datenaustausch noch einfacher. Auch die Anmeldung per Apple Watch hat sicher ihren Reiz. Das neue macOS Sierra steht ab sofort kostenlos zum Download im App Store bereit. Im Rest des Sonderhefts erklären wir in zahlreichen Ratgebern und Workshops unter anderem, wie Sie Ihren Mac auf die Installation von macOS Sierra vorbereiten, was Sie dabei beachten sollten und wie Sie das neue System konfigurieren. Ab Seite 40 beschäftigen wir uns dann ausführlich mit Siri und den mitgelieferten Apps. So können Sie nach der Installation sofort loslegen. Zum Schluss möchten wir Ihnen noch den Backup-Workshop im Praxisteil ans Herz legen. Falls Sie Time Machine noch nicht nutzen, ist das Systemupdate ein guter Zeitpunkt, endlich damit anzufangen, um Ihre Daten zu schützen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und beim erfolgreichen Umstieg auf macOS Sierra. W

iTunes und vor allem Apple Music zeigen sich in der neuen Version aufgeräumt und vielleicht so benutzerfreundlich wie noch nie.

Kostenlos? Apple bietet Sierra kostenlos im App Store an. Doch je intensiver man iCloud nutzt, umso unwahrscheinlicher ist es, dass man mit einem kostenlosen Account auskommt. Sierra ist also gratis, die Benutzung ist es aber in der Regel nicht. Mit 1 oder 3 Euro im Monat für 50 oder 200GB Speicherplatz müssen die meisten Anwender rechnen.

Heute-Ansicht und Mitteilungszentrale haben eine neue Optik bekommen: Sie sind heller und übersichtlicher.

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Text: Matthias Zehden

systemanforderungen

Auf diesen Macs läuft macOS Sierra Die Systemvoraussetzungen für macOS haben sich mit Sierra erstmals seit langem wieder verändert. Wir sagen im Detail, welche Macs die Anforderungen von macOS Sierra an die Hardware erfüllen.

it Version 10.12 hat das Mac-System nicht nur einen neuen Namen bekommen, macOS hat auch erstmals seit Langem wieder höhere Hardwareanforderungen als der Vorgänger. Von OS X Mountain Lion (10.8) bis El Capitan (10.11) waren die Voraussetzungen gleich geblieben, das ist jetzt vorbei. Sierra schiebt die Altersgrenze je nach Modellreihe auf Ende 2009 oder sogar 2010. Damit fallen einige Macs der Vorstellungsjahre 2007 bis 2009 durchs Raster. Zu den Gründen dafür hat Apple sich nicht weiter geäußert, doch wenn man sich die Liste ansieht, wird es nicht an der Leistung der Rechner liegen. Man muss sich also keine Sorgen machen, dass macOS Sierra durch höhere Leistungsanforderungen träger und behäbiger arbeitet als sein Vorgänger. Tatsächlich ist das System in den letzten Versionen durch besseres Speichermanagement gerade auf älteren Modellen, die ja oft auch noch weniger Arbeitsspeicher haben, eher schneller geworden.

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Anforderungen gestiegen Wir vermuten vor allem zwei Gründe für den Umbruch. Einerseits werden immer mehr ältere Modelle technisch abgehängt. Sie unterstützen zwar noch das System an sich, aber nicht mehr die neuen Funktionen, die im Vordergrund stehen und für die viele Anwender das Update machen. Das wichtigste macos sierra maclife.de

Verbindung zu iPhone & Watch Der Abschied von alten Macs ist für die Betroffenen bitter, stärkt aber die Unterstützung der Apple-Plattform mit iPhone und Apple Watch. Dazu reduziert Apple den Support-Aufwand. El Capitan dürfte wohl ähnlich wie OS X 10.6.8 ein langes Leben auf vielen älteren Macs beschieden sein.

Beispiel hierfür dürften die Continuity-Funktionen sein. Handoff, AirDrop und Instant Hotspot benötigen zum Beispiel einen Mac mit Bluetooth 4 LE und einem WLAN-Chip, der direkte Geräteverbindungen erlaubt. Den findet man in etwa in Macs ab Modelljahr 2012 und 2013. Die Faustregel lautet: Kann der Mac 5-GHz-WLAN, unterstützt er auch Handoff & Co. Entsprechende aktuelle Funktionen in Sierra sind die Entsperrung per Apple Watch oder die Unterstützung von Apple Pay. Der zweite ganz banale Grund dürfte das Alter der Rechner sein. In der Kompatibilitätsliste von El Capitan finden sich Modelle von 2007, denn seit Mountain Lion war vor allem die 64-Bit-Firmware (EFI) die wichtigste technische Hürde. Mittlerweile sind viele Macs, auf denen El Capitan noch läuft, so alt, dass sie schlicht aus dem offiziellen HardwareSupport durch Apple herausfallen.

Unterstützte Hardware Rechts finden Sie die von macOS Sierra unterstützten Mac-Modelle. Die von Apple mittlerweile offiziell benutzten Namenszusätze, wie Mid 2012 oder Early 2013, weisen auf den Zeitpunkt der Vorstellung hin. Um die entsprechende Angabe für Ihren Mac zu finden, öffnen Sie im Apfelmenü „Über diesen Mac“. Hier finden Sie unter der installierten Systemversion gleich als Erstes die Modellbezeichnung. W


Macs für Sierra

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Diese Macs eignen sich für Sierra macOS 10.12 läuft auf bis zu sieben Jahre alten Desktop-Computern und MacBooks.

01 iMac (ab Ende 2009) Die ältesten iMacs, auf denen Sierra läuft, sind die im Oktober vorgestellten „Late 2009“-Modelle. Das ist die iMac-Generation, mit der die Displaygrößen auf 21,5 und 27 Zoll vergrößert wurden. Dabei wurde das Gehäuse flacher. Die iMacs wurden mit mindestens 4 GB RAM ausreichend bestückt, 8 GB wären aber empfehlenswert.

02 MacBook (ab Ende 2009) Bei den MacBooks ohne Namenszusatz sind nur die letzten Polycarbonatmodelle (Vorstellung im Oktober 2009) und die relativ neuen flachen Alu-MacBooks mit 12-Zoll-Schirm (ab 2015) kompatibel. Die mit 2 GB RAM ausgelieferten Modelle sollten auf 4 GB erweitert werden.

03 MacBook Air (ab Ende 2010) Die ersten Baureihen des MacBook Air zeichneten sich nicht gerade durch überragende Performance aus. Das gilt auch noch für die im Oktober 2010 vorgestellten Modelle. Sie markieren leistungsmäßig das untere Ende der Sierra-tauglichen Macs. 2011 stellte Apple das MacBook Air auf etwas flottere Core-Prozessoren um.

Mittlerweile sind viele Macs, auf denen El Capitan noch läuft, so alt, dass sie schlicht aus dem offiziellen Hardware-Support durch Apple herausfallen. 04 MacBook Pro (ab Mitte 2010) Die ältesten für Sierra geeigneten MacBooks der Pro-Reihe wurden im April 2010 vorgestellt. Das 13-Zoll-Modell war das letzte MacBook Pro mit Core 2 Duo, die Modelle mit 15 und 17 Zoll hatten schon CoreCPUs. 2011 stellte Apple das MacBook Pro dann von Firewire 800 auf Thunderbolt um.

05 Mac Pro (ab Mitte 2010) Erst der im Juli 2010 vorgestellte Mac Pro ist von Apple auserwählt worden, mit macOS Sierra gestartet werden zu können. Das erstaunt etwas, da der Unterschied zum Vorgänger („Early 2009“) aus technischer Sicht nicht so groß zu sein scheint. Die aktuellen Modelle in Tonnenform erschienen dann Ende 2013.

06 Mac mini (ab Mitte 2010) Im Juni 2010 stellte Apple eine kräftig überarbeitete Version des Mac mini vor. Markantes Merkmal: das neue flache Gehäuse. Für mehr Leistung gegenüber dem Vorgänger sorgte vor allem die Grafik. Den MiniDVI-Port ersetzte Apple hier erstmals durch den im Wohnzimmer viel praktischeren HDMI-Anschluss.

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Text: Matthias Zehden

mac aufräumen

Mehr Platz für Sierra Das anstehende Update auf macOS Sierra ist eine gute Gelegenheit, mal wieder die Festplatte aufzuräumen. Man gewinnt Platz für neue Projekte. Zudem ist Platzmangel auf dem Startvolume sehr schlecht für die Performance.

s ist eine alte Weisheit, dass mit der Größe der Festplatte auch die Menge der Daten steigt, die man für unverzichtbar hält. Außerdem gehen auch viele Programme nicht gerade sparsam mit dem Platz darauf um. Es sammeln sich riesige Datenmengen in versteckten Ordnern an, die überhaupt nicht mehr gebraucht werden. So füllt sich auch die größte Festplatte oft mit erschreckender Geschwindigkeit. Außerdem geht der Trend zur SSD, die zwar schnell ist, aber weniger Platz bietet als eine herkömmliche Festplatte. Das sorgt dafür, dass das Platzproblem aktuell bleibt. Wer kann sich schon ein paar Terabyte in SSDs leisten? Chronische Platzprobleme treffen daher verstärkt die Besitzer alter Macs und Notebooks, die noch keine großen Festplatten haben, sowie Nutzer sehr neuer Geräte mit SSDs. Es ist eine gute Idee, sich vor dem Update auf macOS Sierra erst einmal ans Aufräumen zu machen. Im Folgenden geben wir Tipps, wo man ansetzen kann, um wieder genug freien Speicherplatz auf dem Startvolume zu schaffen.

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Ziele festlegen Gründe für die Entrümpelungsaktion gibt es bei den meisten Anwendern genug. Neben der Annehmlichkeit, auch mal wieder eine große Datei speichern zu können – wie ein Video aus dem iTunes Store, eine große App oder die Installation eines großen SystemUpdates – gibt es weitere ganz handfeste Vorteile. Da ist zum einen die Performance. Ist auf dem Startvolume nicht mehr viel Platz, weiß die virtuelle Speicherverwaltung von macOS nicht mehr wohin mit den Daten. Es ist übrigens ein altes Missverständnis, dass die Speicherverwaltung nur Festplattenplatz braucht, wenn zu wenig RAM vorhanden ist. Tatsächlich parkt sie auch ohne Speichernot große Datenmengen auf dem Laufwerk. Sie greift nur nicht so häufig darauf zu wie beim aktiven Swapping, wenn dem Mac der Arbeitsspeicher ausgeht. Ist auf dem Startvolume zu wenig Platz, können auch diese Aktionen, die sonst kaum auffallen, auf die Leistung drücken und zum Beispiel den Systemstart, das Öffnen von Apps oder den Übergang zum Ruhezustand deutlich verzögern. Werden auf einer sehr vollen macos sierra maclife.de

Backup Bevor Sie mit dem Aufräumen loslegen, sollten Sie einen Backup-Lauf mit Time Machine starten. So sind Sie zumindest geschützt, wenn Sie beim Löschen versehentlich etwas über das Ziel hinausschießen. Noch besser ist es, die interne Festplatte des Macs auf ein externes USB-Laufwerk zu klonen und das gleich als Archiv oder für Notfälle in den Schrank zu legen.

Festplatte oft Dateien angelegt und wieder gelöscht, führt das zwangsweise zu einer Fragmentierung des freien Speicherplatzes und damit – trotz aller Bemühungen des Systems, dem entgegenzuwirken – auch irgendwann zur Fragmentierung von Dateien (siehe Kasten rechts). Um es gleich vorwegzunehmen, Defragmentierungstools nützen in der Regel nicht viel. Ums Aufräumen kommt man trotzdem nicht herum. Es ist zudem wesentlich effektiver, da es die internen Systemfunktionen zur Dateisystempflege wieder richtig arbeiten lässt. Der freie Platz sollte im laufenden Betrieb möglichst nicht unter 5 GB fallen, 10 bis 20 GB verfügbarer Platz wären allerdings wünschenswert. Wer den Umstieg auf eine SSD plant, was eine effektive Tuning-Maßnahme für ältere Macs und besonders Notebooks ist, stellt vielleicht fest, dass diese jetzt eine Nummer kleiner ausfallen kann. Dann hat das Aufräumen sogar noch Geld gespart. Vielleicht stellen Sie hinterher sogar fest, dass Sie gar keine größere Festplatte mehr brauchen.

Aufräumen starten Beim Ausmisten gilt es, die großen Speicherfresser aufzuspüren. Für einen ersten Eindruck rufen Sie im Finder unter dem Apfelmenü „Über diesen Mac auf“.


Mac aufräumen

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Plattentausch Man kann sich vom Aufräumen freikaufen, indem man einfach eine größere Festplatte kauft. Zu den Kosten kommt dann allerdings noch das notwendige Gebastel hinzu, wenn man die neue Platte intern nutzen will. Längst nicht jeder Mac lässt sich einfach öffnen. Als Faustregel kann man sagen, je älter der Mac, umso eher lässt sich die Festplatte tauschen. Die Datenübertragung ist einfach. Man schließt die neue Festplatte in einem USB-Gehäuse an, klont die alte mit dem Festplattendienstprogramm (Funktion „Wiederherstellen“) und nimmt den Austausch vor.

HINTERGRUND

Fragmentierungsmythen

Die Funktion zeigt unter dem Reiter „Festplatten“ die gemounteten Volumes. Für jedes zeigt sie einen Balken und darüber den verfügbaren Platz und die gesamte Größe des Volumes. Die Belegung wird farblich nach Dateiart kodiert, sodass Sie schon eine erste Idee bekommen, wo die großen Brocken liegen. Leider sammelt sich oft einiges unter dem wenig hilfreichen Label „Sonstige“ an. Für eine genauere Analyse benutzen Sie ein spezielles Tools, wie zum Beispiel DaisyDisk, das für 9,99 Euro im App Store erhältlich ist. Es bietet eine sehr gute grafische Übersicht der Order und der darin enthaltenen Dateien, in der Sie auch direkt mit  X

Die Funktion „Über diesen Mac“ liefert im Bereich „Festplatten“ eine erste Übersicht der Belegung.

Das Thema Festplattenfragmentierung erhitzt immer wieder die Gemüter der Mac-Anwender. Für die einen gehören Defragmentierungstools zum Pflichtprogramm, andere warnen davor und behaupten, OS X respektive macOS defragmentiere seine Festplatte ohnehin selbst. Tatsächlich hat der Einsatz der Utilities heute kaum noch Sinn, obwohl die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Aber was bedeutet Fragmentierung eigentlich? Sie entsteht dadurch, dass auf einem Volume ständig Dateien geschrieben und wieder gelöscht werden. So entstehen im Laufe der Zeit immer mehr Lücken, der freie Speicher liegt nicht mehr in einem zusammenhängenden Stück vor, sondern in vielen kleinen. Er ist fragmentiert. Als Folge davon lassen sich Dateien irgendwann nicht mehr in einem Stück speichern. Die Datei wird auf mehrere Stücke verteilt. Das nennt man dann Dateifragmentierung. Bei herkömmlichen Festplatten, die ihre Schreibleseköpfe für jedes Stück neu positionieren müssen, dauern die Zugriffe länger. Das ist das Problem. Der Vorgang beginnt schleichend. Ist die Festplatte aber erst mal stark gefüllt, schreitet er immer schneller voran, weil das System kaum noch Ausweichmöglichkeiten auf dem Volume findet. Defragmentierungtools sortieren zusammengehörige Blöcke wieder zusammen und verschieben Sie so, dass auch der freie Speicher wieder in einem großen Stück vorliegt. Die Festplatte kann wieder schneller lesen und schreiben. Klingt gut, hält aber nicht lange vor. Außerdem wird der freie Platz durchs Umsortieren nicht mehr. Die Behauptung, unter macOS sei das nicht nötig, weil es keine Fragmentierung mehr gibt, stimmt aber auch nicht. Oder zumindest nur teilweise. Tatsächliche hat Apple in das Dateisystem Funktionen eingebaut, um Fragmentierung zu vermeiden. So werden die Lücken gelöschter Dateien zunächst nicht aufgefüllt und Dateien bevorzugt in ausreichend große freie Bereiche geschrieben. Außerdem werden kleinere Dateien bis 20 MB verschoben, wenn sie zu stark fragmentiert sind. Das setzt aber alles voraus, dass es noch ausreichend große Lücken gibt. Eine Defragmentierung des freien Speichers findet nämlich nicht statt. Es werden auch häufig benutzte Dateien in einem bestimmten Bereich des Volumes gesammelt und dabei defragmentiert („Hot File Clustering“). Deren Anzahl und Größe ist jedoch ebenfalls begrenzt. Alles zusammen arbeiten diese Methoden aber so gut, dass der zusätzliche Nutzen einer Defragmentierungs-App eher gering ist. Das gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Volume nicht zu voll ist, womit sich der Kreis zum Aufräumen schließt. Für uns spielt jedoch noch ein anderer Aspekt eine wichtige Rolle. Wird ein Defragmentierungstool durch ein Problem gestört, kann die gerade sortierte Datei beschädigt werden, wenn gerade das Inhaltsverzeichnis aktualisiert wird, schlimmstenfalls das ganze Volume. Das kommt selten vor, ist aber ein nicht unerhebliches Risiko, das man letztlich ohne große Not für einen eher kleinen Vorteil eingeht. SSDs bleiben bei diesen ganzen Betrachtung übrigens außen vor. Erstens erlauben Sie keinen direkten Zugriff auf Speicherblöcke, sodass man sie gar nicht mit einer App defragmentieren könnte. Es wäre zudem völlig überflüssig, da ihre Zugriffszeiten nicht von mechanischen Elementen und der Verteilung der Speicherblöcke abhängen.

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der Maus navigieren und Objekte löschen können. Die Belegung wird in Kreissegmenten dargestellt, die an die Spuren auf einer Festplatte erinnern. Dateiart und Größe werden übersichtlich durch Farbe und Fläche des Segments sichtbar. So spürt man schnell die dicken Brocken auf, da man alle Ordner auf der Festplatte relativ einfach und intuitiv durchsuchen kann. Mit GrandPerspective und Disk Inventory X gibt es auch kostenlose Alternativen, die allerdings nicht ganz die Eleganz und Effektivität von Daisy Disk bieten.

Downloads überprüfen

In DaisyDisk wählen Sie ein Volume aus, um dessen Inhalt grafisch darzustellen. Schon nach wenigen Klicks verrät die App hier, dass über 50 GB Podcasts auf der Festplatte liegen.

Ein Ordner, bei dem sich eigentlich immer ein prüfender Blick lohnt, ist „Downloads“ in Ihrem Privatverzeichnis. In diesem legen Safari und andere Apps standardmäßig heruntergeladene Dateien ab. Hier finden sich üblicherweise Installationsdateien von längst veralteter Software, gern auch in mehreren Versionen, oder jede Menge PDF-Dateien, die Sie im Laufe der Zeit zum Lesen geladen haben. Öffnen Sie den Ordner im Finder, und lassen Sie ihn in Listendarstellung anzeigen. Dann sortieren Sie Dateien einfach nach Größe. So haben Sie die größten Übeltäter gleich ganz oben stehen. Sie werden sich vermutlich wundern, was hier zusammenkommt. Haben Sie in den Safari-Einstellungen einen anderen Ordner für Downloads festgelegt, müssen Sie natürlich den kontrollieren.

Aufnahmen von iPhone & Co.

Ein typischer Download-Ordner: Mehrere Versionen veralteter Software verschwenden einige Gigabyte.

Bei Fotos und Filmen sollte sich das Aufräumen ebenfalls lohnen. Die digitale Fotografie hat ohnehin schon dazu geführt, dass viel mehr Bilder gemacht werden als früher. Man drückt einfach ein paar Mal mehr auf den Auslöser, kostet ja nix. Mit dem Durchbruch der Smartphones hat die Bilderflut dann noch einmal kräftig zugenommen. Ein mit dem iPhone geschossenes Foto belegt je nach Motiv etwa 2 bis 4 Megabyte, mit HDR auch gern noch deutlich mehr. Da kommen schnell etliche Gigabyte zusammen. Dank Fotostream und iCloud-Mediathek werden selbst misslungene Bilder schon synchronisiert, bevor man es schafft, sie auf dem iPhone zu löschen. Bei Fotos bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als Sie durchzublättern und überflüssige Bilder manuell zu löschen. Die meisten Mac-Anwender dürften dafür die mitgelieferte App Fotos nutzen. Außerdem können die meisten Digitalkameras auch noch Videos aufzeichnen, natürlich in Full HD oder mittlerweile sogar 4K-Auflösung. Das treibt den Speicherhunger noch einmal weiter in die Höhe. Die Filme landen beim Synchronisieren des iPhones zum Beispiel ebenfalls in Fotos. Wenn Sie Ihre Filme auf dem Mac mit iMovie bearbeiten, vergessen Sie nach Abschluss der Arbeiten nicht, die zugehörigen Projektdateien zu löschen. Diese können auch eine beachtliche Größe erreichen.

iTunes-Mediathek aufräumen Eine typische Folge der Digitalfotografie: Man nimmt Motive mehrfach auf und vergisst hinterher das Aussortieren.

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In iTunes gibt es gleich eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Sammlung zu verkleinern, ohne tatsächlich auf etwas verzichten zu müssen. Als  X


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… und in den Papierkorb befördern.

Titel aus dem iTunes Store können Sie gefahrlos in iTunes löschen …

Der iTunesOrdner ist bei vielen Anwendern der dickste Einzelposten im Account. Entsprechend viel lässt sich hier sparen.

Lassen Sie iCloud-Einkäufe einblenden, sehen Sie die gelöschten Titel trotzdem in der Mediathek …

… wo sie am Cloud-Icon zu erkennen sind. Sie lassen sich neu laden oder aus dem Store streamen.

Der iTunes Store weiß, was mit Ihrer ID gekauft wurde, und erlaubt den erneuten Download.

Durch das Löschen alter Backups von iOSGeräten können Sie ebenfalls viel Platz sparen.

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Erstes sind da die Einkäufe und Downloads aus dem iTunes Store. Praktisch jeder hat irgendwelche Apps, Musiktitel oder Filme auf der Festplatte, die er selten bis gar nicht nutzt. Zum Beispiel Titel, die aus Promoaktionen stammen oder schlichtweg Fehlkäufe, die einem nicht mehr gefallen. Es gibt auch kaum noch einen Grund, alle Apps für iOS-Geräte vorrätig zu halten. Haben Sie ein WLAN zur Verfügung, löschen Sie die Apps in iTunes und laden sie bei Bedarf einfach direkt mit dem entsprechenden iOS-Gerät über das WLAN. Vergessen Sie die Podcasts nicht. Speziell VideoPodcasts sind echte Speicherfresser. Wie oft kommt es vor, dass man einen Podcast gut findet und abonniert, dann aber nicht mehr weiter verfolgt. Die automatischen Downloads hören irgendwann auf, doch wenn man sich nicht die Mühe macht aufzuräumen, sammeln sich schnell ein paar Gigabyte an. So gehen Sie einfach in iTunes die Medienbereiche durch und löschen alles, was aus dem iTunes Store stammt und entbehrlich ist. Das Schöne am iTunes Store ist, dass er sich die Einkäufe Ihres Kontos merkt. Wenn Sie die Daten vom Rechner löschen, haben Sie sie deshalb nicht verloren. Sie können sie jederzeit über iTunes in der Cloud wieder auf den Rechner laden. Schon ist der entsprechende Titel bei Bedarf wieder da. Es geht sogar noch besser. Sie können Musik, Videos und Podcasts auch direkt aus dem Store streamen, ohne sie überhaupt dauerhaft auf dem Rechner zu speichern. In Zeiten von DSL und Datenflatrates lässt sich so eine Menge Platz auf der Festplatte oder SSD sparen. Damit ist das Einsparpotenzial von iTunes aber noch nicht erschöpft. Nutzen Sie iOS-Geräte, können Sie nicht nur an den Apps sparen. Machen Sie Backups der Geräte in iTunes, was von Zeit zu Zeit eine gute Idee ist, kann sich auch dabei einiges ansammeln. Das können Backups von Geräten sein, die Sie längst nicht mehr besitzen. Oder vor einem iOSUpdate vorsichtshalber gesicherte Zwischenstände, die längst überflüssig sind. Zum Kontrollieren und Löschen von Backups öffnen Sie den Bereich „Geräte“ in den iTunes-Einstellungen. Markieren Sie die nicht mehr benötigten Backups in der Liste, und klicken Sie darunter auf „Backup löschen“. Dann verlassen Sie das Fenster mit „OK“. Da die Backups eine stattliche Größe erreichen können, ist es gar nicht so selten, dass sich hier locker zweistellige GB-Werte einsparen lassen. Zum Schluss noch ein Tipp: Muss der Platzbedarf im Mac drastisch gesenkt werden, zum Beispiel um auf eine kleinere SSD umzusteigen, können Sie die iTunes-Mediathek auch komplett auf eine externe Festplatte auslagern. Der Speicherort lässt sich über die erweiterten Einstellungen ändern.

Gespeicherte Mailanhänge Das Programm Mail hat die unangenehme Eigenschaft, nach und nach immer mehr Speicherplatz zu belegen. Nicht für die E-Mails selbst, die man in der Regel auch kaum löschen will, sondern für Anhänge. Genauer gesagt für geöffnete Anhänge. Jedes Mal wenn Sie eine angehängte Datei direkt aus Mail


Mac aufräumen

öffnen, wird diese nämlich automatisch auf dem Mac gespeichert. Die Dateien liegen hinterher in einem Ordner namens „Mail Downloads“, der als Cache dient und etwas versteckt in Ihrem persönlichen Library-Ordner liegt. Um ihn zu öffnen, benutzen Sie den Befehl „Gehe zum Ordner“ ([cmd] + [shift] + [G]). Geben Sie als Ziel „Library/Containers/com.apple. mail/Data/Library/Mail Downloads“ ein, und klicken Sie auf Öffnen. Damit Sie den langen Pfad nicht komplett abtippen müssen, können Sie den Finder die Ordnernamen vervollständigen lassen: Tippen Sie jeweils die ersten paar Zeichen eines Namens ein, und drücken Sie die Tab-Taste. Der Mac setzt den ersten übereinstimmenden Namen ein. Passt er nicht, löschen Sie ihn wieder und geben für den nächsten Versuch ein paar Zeichen mehr ein. Das klingt etwas umständlich, geht aber tatsächlich ziemlich flott. In „Mail Downloads“ finden Sie dann diverse Ordner mit kryptischen Namen, darin die gesicherten Dateien. Auf meinem Mac hat sich hier im Laufe eines Jahres rund 1 GB Daten angesammelt. Löscht man die gesicherten Anhänge, verschwinden Sie deshalb nicht aus Mail.

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Gesicherte Downloads aus Mail können im Laufe der Zeit eine Menge Platz belegen, lassen sich aber einfach und gefahrlos löschen.

Dateien suchen Zum Abschluss empfehlen wir noch die Suche nach Image-Dateien. Die meisten davon dürften zwar in Downloads liegen, aber die Suche fördert bestimmt noch deutlich mehr zutage. Öffnen Sie im Finder ein neues Fenster und drücken Sie [cmd] + [F] für die Suche. Wählen Sie die Suche auf diesem Mac. Darunter wählen Sie als Suchparameter „Art“ und „Andere“. Dann tragen Sie in das zugehörige Feld „image“ ein. Sie werden sich vermutlich wundern, wie viele Image-Dateien auf dem Rechner liegen. Gehen Sie sie einzeln durch. Markieren Sie eine, zeigt der Finder unter der Liste eine Statusleiste mit dem Pfad. Auch hier lohnt es sich, nach alten Installer-Images Ausschau zu halten. Sie können die Ergebnisse auch nach Größe sortieren lassen.

Komprimieren statt löschen Um Platz zu sparen, muss man die Dateien nicht unbedingt gleich löschen. Werden sie vielleicht noch gebraucht, kann das Komprimieren eine gute Alternative sein. Dabei gibt es abhängig vom Dateiformat verschiedene Ansätze. Die Komprimierungsfunktion des Mac nutzt zum Beispiel das ZIP-Format. Dabei handelt es sich um ein sehr universelles Format, dessen Archive sich auf praktisch allen Plattformen wieder öffnen lassen. Auf dem Mac eben einfach per Doppelklick, ohne zusätzliche Software. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kompression verlustfrei ist. Das heißt, man bekommt nach dem Auspacken wieder eine exakte Kopie des Originals. Deshalb kann mit dieser Methode auch alle Arten von Daten einpacken, von einfachen Office-Dokumenten über Bilder bis zu Programmen. Die Ersparnis liegt bei ZIP im Schnitt bei etwa 50 Prozent, hängt aber stark von der Art der Dateien ab. Einen anderen Ansatz verfolgen verlustbehaftete Kompressionsformate. Diese sind für einen bestimmten Zweck optimiert, zum Beispiel MP3 und

Die Suche hilft beim Aufspüren bestimmter Dateiarten, zum Beispiel platzfressender alter Image-Dateien.

AAC für Audio, H.264 für Video oder JPEG für Bilder und dadurch sehr viel effektiver. Man kann den Kompressionsgrad in weiten Bereichen praktisch frei vorgeben. Der Nachteil ist, je stärker man komprimiert, umso größer die Verluste. Entpackt man die Datei wieder, stimmt sie nicht mehr mit dem Original überein. Je stärker komprimiert wurde, umso mehr leidet die Qualität. Für die Kompression von Musik, zum Beispiel beim Einlesen von CDs, verwendet man gewöhnlich iTunes. Als Zielformat empfiehlt sich AAC mit 256 KBit/s, das auch der iTunes Store ausliefert. Im Vergleich zur Audio-CD ist der Platzbedarf dann auf unter 20 Prozent gefallen. Das ist ein prima Kompromiss für gängige Boxen, Computer und Mobilgeräte. Bei verlustbehafteter Kompression muss man sich grundsätzlich vorab Gedanken über die spätere Verwendung machen, da die Verluste nicht reversibel sind. Wer auf der sicheren Seite sein will, verwendet für Musik Apple Lossless und für Fotos JPEG in höchster Qualitätsstufe. Dann spart man weniger, hat hochwertige Ergebnisse. Für das Aufräumen im großen Stil, eignet sich jedoch am ehesten das neutrale ZIP-Format. W

Vorauswahl Um gezielt bestimmte Dateiarten zu komprimieren, lässt sich ebenfalls die SpotlightSuche einsetzen. Wählen Sie als Kriterium für die Art einfach Bilder, Filme oder Musik.

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Konfiguration

027

Erst mal

einstellen,

dann loslegen

Natürlich wollen alle am liebsten gleich loslegen und die Neuheiten von macOS Sierra entdecken. Doch es lohnt sich, sich erst mit den Einstellmöglichkeiten des Systems zu beschäftigen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Benutzerverwaltung von macOS nutzen und das Netzwerk einrichten. Und mit nur wenigen Schritten lässt sich der Mac sicher machen. Schließlich zeigen wir, wie Sie das Optimum aus iCloud herausholen.

Systemeinstellungen Benutzer verwalten Netzwerk konfigurieren Sicherheit optimieren iCloud einrichten

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028

konfiguration

Text: Christian Sinnig und Matthias Zehden

systemeinstellungen

Konfiguration im Griff In den Systemeinstellungen legen Sie das grundsätzliche Verhalten vieler Funktionen von macOS fest, vom Schreibtischhintergrund bis zu aktiven Freigaben. Wir geben einen Überblick über alle Einstellungsmodule und sagen, wo Sie welche Funktion finden. ftmals findet man sich als Nutzer nur in den Systemeinstellungen wieder, sollte es mal ein Problem mit dem Mac geben. Dann werden Einträge überprüft, Häkchen gecheckt und alternative Einstellungen ausprobiert. Doch die Systemeinstellungen können viel mehr als auf den ersten Blick angenommen. Sehen Sie die App als Steuerzentrale aller wichtigen Funktionen Ihres Betriebssystems. Hier werden das allgemeine Aussehen angepasst und die Funktionsweise von Maus und Tastatur, alle Schnittstellen konfiguriert oder auch die Sicherheit Ihres Mac erhöht. Welchen Eintrag Sie an welcher Stelle finden, sehen sie in unserer Übersicht auf den nächsten Seiten. Zuerst jedoch möchten wir Ihnen ein paar Hinweise zur allgemeinen Nutzung der Systemeinstellungen geben, damit Sie sich möglichst schnell zurechtfinden. Die App Systemeinstellungen lässt sich am schnellsten über das Dock öffnen. Für den Start per Tastatur nutzen Sie die Suchfunktion Spotlight. Drücken Sie dazu die Tasten [cmd] + [Leertaste]. Nun öffnet sich das Fenster von Spotlight. Wenn Sie nun einfach „Sys“ eingeben, wird Ihnen als erstes Ergebnis direkt der Punkt „Systemeinstellungen“

O

Alphabetisch sortieren Die verschiedenen Module der Systemeinstellungen werden im Fenster der App traditionell in Kategorien sortiert. Rufen Sie den Menübefehl „Einstellungen > Alphabetisch ordnen“ auf, um die Kontrollfelder nach Namen zu sortieren. Im Menü „Einstellungen“ oder dem Kontextmenü des Docksymbols finden Sie die Bereiche immer alphabetisch sortiert.

Das Hauptfenster der Systemeinstellungen mit den einzelnen Optionen.

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angezeigt. Drücken Sie die Eingabetaste, um die Systemeinstellungen zu öffnen. Nach dem ersten Öffnen werden Ihnen sicher die vielen Icons auffallen, die fein säuberlich in Reihen angeordnet sind. Die Position eines Icons ist jedoch keinesfalls fest. Diese lassen sich über das Menü „Einstellungen“ auch alphabetisch oder thematisch sortieren. Sollten Sie eines oder mehrere Icons nicht benötigen oder einfach für mehr Überblick sorgen wollen, so können Sie Icons einfach ausblenden. Dazu wählen Sie im Menü „Einstellungen“ den Befehl „Anpassen“. Die App blendet nun vor jeder Einstellung ein Häkchen ein. Wählen Sie dies ab und Klicken auf „Fertig“, wird das dazugehörige Icon in Zukunft nicht mehr in den Systemeinstellungen angezeigt. Dies kann vor allem hilfreich sein, wenn Sie viele Programme installiert haben, die einen eigenen Einstellungsdialog in den Systemeinstellungen anlegen, der oftmals nie benutzt wird. Über das Einstellungsmenü können Sie übrigens auf alle Module der Einstellungen, auch die ausgeblendeten, direkt zugreifen. Sollten Sie einmal vergessen, wo sich eine bestimmte Einstellung befindet, können Sie einfach das Suchfeld am oberen Fensterrand der Systemeinstellungen nutzen. Geben Sie beispielsweise das Wort „Maus“ ein, werden Ihnen sofort alle relevanten Einstellungen zum Thema Maus angezeigt. Mit einem Klick auf den gewünschten Eintrag schickt macOS Sie sofort zur zugehörigen Einstellung. Haben Sie eine Einstellung geändert, so ist diese in der Regel sofort wirksam. Sie müssen den Dialog also nicht verlassen und können sofort wieder den Ausgangszustand herstellen, sollte Ihnen die Änderung doch nicht zusagen. Dies spart vor allem Zeit und ermutigt auch unerfahrene Nutzer, ein wenig mit den Systemeinstellungen zu experimentieren und sich mit ihnen anzufreunden. macOS lässt Sie nichts an Ihrem System kaputt machen! X


Systemeinstellungen

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01 Allgemein

02 Schreibtisch & Bildschirmschoner

Unter dem Einstellungspunkt „Allgemein“ lassen sich, wie der Name schon sagt, allgemeine Basiseinstellungen des Systems vornehmen. Es lässt sich zum Beispiel festlegen, ob Tasten, Menüs und Fenster im Farbschema Blau oder Graphit angezeigt werden, wie sich der Scrollbalken am Fensterrand verhält oder welchen Browser Sie zum Surfen im Internet nutzen möchten. Das Dock, Menüleiste und Menüs lassen sich in einen dunklen Modus umschalten. Auch Handoff wird hier aktiviert.

Hier können Sie das Hintergrundbild für Ihren Schreibtisch ändern und ihn so nach Ihrem Geschmack anpassen. Möchten Sie nicht immer das gleiche Bild sehen, so wählen Sie die Option „Bild ändern“ aus. Damit schaltet Ihr Mac in vorgegebenen Zeiträumen zwischen verschiedenen Hintergründen um. Auch der Bildschirmschoner lässt sich in diesem Dialog konfigurieren. Sie können ihn hier auswählen oder, falls Sie keinen Bildschirmschoner benutzen möchten, komplett deaktivieren.

03 Dock

04 Mission Control

Der Unterpunkt Dock bietet Ihnen diverse Einstellmöglichkeiten, um das Dock anzupassen. So lassen sich hier die Größe, der Zoom beim herüberfahren mit der Maus, Animationen beim Ablegen von Dateien und die allgemeine Position auf dem Bildschirm festlegen. Zusätzliche Optionen beinhalten unter anderem die Möglichkeit, die Animation beim Öffnen von Apps abzuschalten. Neu – und irgendwie deplatziert – ist die Auswahl, ob neue Dokumente in Tabs geöffnet werden sollen.

Mission Control bietet Ihnen einen Überblick aller geöffneten Programme. Im Modul für Mission Control können Sie festlegen, wie die Ansicht der offenen Fenster ausgerichtet wird und ob diese nach Programmen gruppiert werden. Sie können Dashboard (de-)aktivieren. Auch Tastatur- und Mauskurzbefehle lassen sich hier festlegen. Spannend sind die aktiven Ecken. Damit können Sie beispielsweise den Bildschirm Ihres Mac sperren, indem Sie mit der Maus in eine festgelegte Ecke fahren.

05 Sprache & Region

06 Sicherheit

Sind Sie oft in der Ferne unterwegs, kann es nützlich sein, die Funktionen in „Sprache & Region“ zu nutzen. Hier lässt sich zum einen die generelle Systemsprache ändern, aber auch Details wie das Standard-Währungsformat. So können Sie die Währung beispielsweise von Euro auf US-Dollar umstellen. Ebenso lassen sich hier Einstellungen, wie das Uhrzeitformat, der genutzte Kalender oder der erste Wochentag im Kalender festlegen. Neu ist die Auswahl der Temperaturskala.

Unter „Allgemein“ ändern Sie Ihr Passwort und legen fest, aus welchen Quellen Apps ohne Rückfrage installiert werden können. AppleWatch-Nutzer finden hier die neue Option zur automatischen Anmeldung. FileVault dient der Verschlüsselung von Volumes. Mit der Firewall schützen Sie den Mac vor Zugriffen aus dem Internet. Neu ist die Trennung von mitgelieferten und installierten Apps. In „Privatsphäre“ legen Sie für sensible Daten fest, welche Apps diese nutzen dürfen.

07 Spotlight

08 Mitteilungen

Spotlight ist die integrierte Suchfunktion in Ihrem Mac. In der dazugehörigen Systemeinstellung entscheiden Sie, welche Arten von Dokumenten Spotlight durchsuchen kann und auf welche Systemprogramme und Suchquellen es zugreifen darf. Möchten Sie nicht, dass Spotlight bestimmte, private Ordner durchsucht? Dann nutzen Sie den Reiter „Privatsphäre“ und schließen mit dessen Hilfe bestimmte Orte von der Spotlight-Suche aus.

Mitteilungen erscheinen bei bestimmten Ereignissen oben rechts am Bildschirmrand. Wann und wie diese angezeigt werden, legen Sie in diesem Einstellungsdialog fest. So lassen sich Mitteilungen für einzelne Programme komplett deaktivieren oder neu konfigurieren. Praktisch, beispielsweise für Meetings, ist der Ruhemodus „Nicht stören“. Dieser verhindert zu vorher festgelegten Zeiten oder auf manuelle Zuschaltung hin, dass Mitteilungen angezeigt werden.

09 CDs & DVDs

10 Monitore

Verfügt Ihr Mac über ein internes oder externes DVD-Laufwerk, finden Sie diese Systemeinstellung in der Übersicht. Hier legen Sie fest, was passiert, wenn Sie eine leere CD oder DVD einlegen oder welches Programm sich automatisch öffnen soll, sobald eine Musik-CD oder Video-DVD eingelegt wird. Haben Sie beispielsweise einen alternativen Mediaplayer wie VLC installiert, können eingelegte DVDs automatisch damit abgespielt werden.

Hier wählen Sie Auflösung und Farbprofil des Bildschirms, beim internen auch die Helligkeit. Nutzen Sie mehrere Monitore? Dann wählen Sie hier zwischen Anordnung der Arbeitsflächen oder Spiegelung. „AirPlay“-Monitore werden ebenfalls hier aktiviert. Stellen Sie fest, dass Ihre Monitore unterschiedliche Farbdarstellungen haben, schauen Sie einmal in den Reiter „Farben“. Hier können Sie individuelle Farbprofile auswählen und mit „Kalibrieren“ sogar ein neues erstellen. maclife.de macos sierra


030

konfiguration

11 Energie sparen

12 Tastatur

Energie einsparen ist besonders bei den Mobilgeräten wichtig für eine lange Akkulaufzeit. Unter dem Punkt „Energie Sparen“ können Sie einrichten, wann sich der Bildschirm von selbst abdunkelt oder der Rechner in den Ruhezustand fährt. Auch die automatische Abschaltung von Festplatten, wenn Sie eine gewisse Zeit nicht benutzt wurden, ist hier aktivierbar. „PowerNap“, die automatische Aktualisierung verschiedener Daten im Ruhezustand, ist hier ebenfalls zu finden.

Einstellungen, welche die Eingabe per Tastatur betreffen, finden sich hier. Im Reiter „Tastatur“ können Sie das Ansprechverhalten von Tastenanschlägen einstellen. Der Reiter „Text“ bietet die Möglichkeit, automatische Textkorrekturen festzulegen. Im Reiter „Kurzbefehle“ lassen sich viele Tastenkürzel von OS X (de-)aktivieren und eigene anlegen. Unter „Eingabequellen“ können Sie das lokalisierte Tastaturlayout festlegen. In Sierra kommt der Reiter „Diktat“ für die Diktierfunktion hinzu.

13 Maus

14 Trackpad

Neben der Tastatur lassen sich auch für die Maus detaillierte Anpassungen in den Systemeinstellungen vornehmen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom angeschlossenen Modell ab. Dazu gehören Doppelklick-Intervall, die Bewegungsgeschwindigkeit des Mauszeigers oder die Belegung der sekundären Maustaste. Für die Magic Mouse lassen sich verschiedene Gesten zum Scrollen, Zoomen und für andere Funktionen festlegen – Demovideos inklusive.

Nutzen Sie statt einer traditionellen Maus lieber das Trackpad von Apple für den Mac, beziehungsweise das in Ihrem MacBook integrierte Trackpad? Dann können Sie sich hier eine Zusammenfassung der nutzbaren Gesten mithilfe kurzer Videos anschauen und einige Einstellungen für das Trackpad vornehmen. So lässt sich beispielsweise die Richtung des Bildschirmlaufes beim hoch- und runterscrollen umkehren. Dies ist besonders für Windows-Umsteiger interessant.

15 Drucker & Scanner

16 Ton

Auch wenn in unserer modernen Welt vieles schon papierlos abläuft, auf Drucker und Scanner kann noch niemand ganz verzichten. Alle Einstellungen hierfür finden Sie im Dialog „Drucker & Scanner“. Mit einem Klick auf das Plus-Symbol fügen Sie Ihrem Mac einen neuen Drucker zu, der sich danach über diesen Dialog verwalten lässt. So können Sie Füllstände abfragen, einen Blick in anstehende Druckaufträge werfen oder einen lokalen Drucker im Netzwerk freigeben.

Was wäre ein Mac ohne Ton? Alle Einstellungen zur Ein- und Ausgabe von Tönen finden Sie in diesem Einstellungsdialog. Im Reiter „Toneffekte“ legen Sie fest, welchen Ton Ihr Mac beispielsweise abspielt, um Ihnen eine Warnung anzuzeigen. Der Reiter „Ausgabe“ befasst sich mit allen AudioAusgängen, AirPlay-Geräten und externen Soundkarten. Es gibt daneben auch einen Reiter mit dem Namen „Eingabe“, in dem sämtliche Geräte zur Aufnahme von Tönen aufgeführt werden.

17 Startvolume – neuer Platz

18 iCloud

Haben Sie mehrere Festplatten in Ihrem Mac verbaut oder mehrere Volumes mit Systemen eingerichtet, beispielsweise für El Capitan und Sierra oder für macOS und Windows, können Sie in „Startvolume“ auswählen, von welcher Festplatte oder Festplattenpartition Ihr Mac automatisch starten soll. Der FireWire-Festplattenmodus im unteren Bereich dient dazu, einen Mac als Festplatte an einem anderen Mac zu nutzen. Die Verbindung findet dabei über FireWire oder Thunderbolt statt.

Nachdem Sie hier Apple-ID und Ihr Passwort eingegeben haben, können Sie automatisch auf Musik, Fotos, Kontakte, Kalendereinträge und andere Daten zugreifen, die auf Apples CloudDienst gespeichert und mit dieser ID verknüpft sind. Auch das An- und Abwählen verschiedener Einträge ist möglich. Möchten Sie beispielsweise nicht, dass Kontakte über iCloud synchronisiert werden, deaktivieren Sie es hier. Neu ist die Option „Schreibtsch & Dokumente“ für iCloud Drive.

19 App Store

20 Internet-Accounts

Genau wie iCloud ist auch der App Store ein zentraler Online-Dienst von Apple. Über diesen laufen nicht nur alle App-Einkäufe ab, sondern auch Aktualisierungen der im App Store erworbenen Programme und von macOS selbst finden hierüber statt. Wann und was Ihr Mac aktualisiert, können Sie festlegen. Möchten Sie zum Beispiel, dass Ihr Mac neue Updates nicht automatisch herunterlädt, deaktivieren Sie dies hier. Ebenso können Sie neue Käufe automatisch auf andere Computer laden.

Unter diesem Punkt werden all Ihre Internetaccounts zusammengefasst. macOS unterstützt neben gängigen Mail-Anbietern auch soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, LinkedIn oder Flickr. Die Konfiguration erledigt der Mac nach dem Eintragen von Benutzernamen und Passwörtern für die einzelnen Dienste automatisch. Somit können Kontakte über Facebook auf dem aktuellen Stand gehalten oder neue Tweets schnell über die Seitenleiste gesendet werden.

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Systemeinstellungen

031

21 Erweiterungen

22 Netzwerk

Die Systemeinstellung „Erweiterungen“ dient unter macOS Sierra dazu, Funktionen wie die Heute-Ansicht oder die Freigabe-Schaltfläche eines Fensters mit neuen Funktionen auszustatten beziehungsweise die angebotenen Optionen zu konfigurieren. Sämtliche Erweiterungen von Drittanbietern lassen sich in diesem Dialog konfigurieren, aktivieren und wieder entfernen. Systemerweiterungen von Drittanbietern wurden erstmals mit Yosemite ermöglicht.

Um eine Übersicht über die aktuellen Netzwerkverbindungen Ihres Macs anzuzeigen, wählen Sie diesen Einstellungsdialog aus. Hier sehen Sie, über welche Anschlussart Ihr Mac mit einem Netzwerk verbunden ist und sämtliche Konfigurationsparameter. Natürlich lassen sich Netzwerkverbindungen im Falle des Falles auch manuell konfigurieren, wie es oftmals in älteren Unternehmensnetzwerken von Nöten ist. Der Assistent hilft Ihnen bei der Konfiguration einer neuen Verbindung.

23 Bluetooth

24 Freigaben

Bluetooth ist ein Funkstandard, den unter anderem Apples kabellose Tastaturen und Mäuse, sowie das Trackpad nutzen. Aber auch Lautsprecher oder Kopfhörer können mit Bluetooth ausgestattet werden. Alle Verbindungen lassen sich bequem in den Systemeinstellungen unter „Bluetooth“ anzeigen und verwalten. Links können Sie Bluetooth generell aktivieren oder deaktivieren, rechts ist der Bereich, in dem Sie alle verbundenen Geräte sowie verfügbare Geräte sehen.

In Freigaben, können Sie zum Beispiel Dateifreigaben starten oder entfernte Computer warten und verwalten. Lokale Drucker, die via USB am Mac angeschlossen sind, lassen sich hier ebenso für alle Netzwerknutzer freigeben. Es ist sogar die Option vorhanden, das im Mac integrierte DVD-Laufwerk mit anderen Nutzern im lokalen Netzwerk zu teilen. Damit können diese dann CDs und DVDs auslesen. Die Aktivierung der integrierten WLAN-Baiss finden Sie ebenfalls hier.

25 Benutzer & Gruppen

26 Kindersicherung

Nutzen mehrere Personen Ihren Mac? Dann legen Sie doch ein paar extra Benutzer an, statt sich ein Konto zu teilen. Für jeden Nutzer können individuelle Rollen zugewiesen oder die Kindersicherung aktiviert werden. Dies ist praktisch, wenn der Nachwuchs im Nutzungsverhalten am Mac eingeschränkt werden soll. Im Reiter „Anmeldeobjekte“ finden Sie Programme, die beim Hochfahren Ihres Mac automatisch mitgestartet werden.

Unter diesem Punkt findet sich eine Vielzahl von Optionen für den Schutz des Nachwuchses. Sie können hier neben Zeitlimits für die tägliche Nutzung auch einen Nachtmodus aktivieren. Dieser lässt in festgelegten Zeiträumen keinen Zugriff auf den Mac zu. Ebenso lassen sich die eingebaute Kamera deaktivieren und sogar anstößige Bezeichnungen im Lexikon herausfiltern. Aktivieren Sie den Website-Filter, können verwaltete Benutzer nur noch auf bestimmte Web-Adressen zugreifen.

27 Siri

28 Datum & Uhrzeit

Die neuen Siri-Einstellungen übernehmen den Teil „Sprache“ aus dem alten Modul „Diktat & Sprache“. Der alte Reiter „Sprachausgabe“ geht in Siri auf. Sie können ein Land für die Sprache wählen. Dazu lässt sich konfigurieren, mit welcher Stimme Ihnen das System einen gegebenen Text, beispielsweise eine Internetseite, vorliest. Dies ist vor allem für sehbehinderte Nutzer interessant. Schalten Sie Siri hier ein, lässt es sich für diverse Suchoptionen nutzen.

Hier finden Sie alle Grundeinstellungen für Datumsanzeigen im Kalender und der Systemuhr. Generell ist ausgewählt, dass sich Datum und Uhrzeit automatisch, basierend auf Ihrem ermittelten Aufenthaltsort, einstellen. Die Synchronisierung findet hierbei über das Internet statt. Im Reiter „Zeitzone“ können Sie bei Bedarf Ihre Zeitzone auch manuell einstellen. Der Reiter „Uhr“ bietet verschiedene Optionen der Darstellung für die Systemuhr in der Menüleiste.

29 Time Machine

30 Bedienungshilfen

Time Machine ist das integrierte Sicherungsprogramm von Apple. Damit können Sie Ihren kompletten Mac als Abbild auf einer externen Festplatte sichern. Aktivieren Sie Time Machine, und wählen Sie eine Festplatte aus, werden von nun an stündlich Backups des aktuellen Systemzustands erstellt. Time Machine behält tägliche Backups des letzten Monats und davor wöchentliche Sicherungen. Time Machine sollten Sie in jedem Fall nutzen.

Die Bedienungshilfen sind vor allem für Mac-Nutzer mit Hör- oder Sehbehinderungen ein Segen, ermöglichen sie doch eine einfache Nutzung des Rechners durch viele Optionen der vereinfachten Bedienung. Sie können Sie hier unter „Anzeige“ auch die Schüttelfunktion zum einfacheren Finden des Mauszeigers aktivieren. Ist die Funktion aktiviert, wird der Mauszeiger auf dem Desktop vergrößert, wenn man ihn schnell hin- und herbewegt. maclife.de macos sierra


032

konfiguration

Text: Rainer Franke

benutzer verwalten

Benutzer und Rechte im Griff Die Benutzerverwaltung von Sierra gibt jedem Anwender seinen Bereich und regelt genau, wer auf was zugreifen darf. Wir erklären, wie man neue Benutzerkonten anlegt und sie konfiguriert.

as System des Mac kann als Unix-Abkömmling sehr gut mit mehreren Benutzerkonten umgehen. Das ist auch Teil des Sicherheitskonzepts, denn es teilt jedem Benutzer seinen eigenen Speicherbereich zu und verhindert, dass andere Benutzer unberechtigt darauf zugreifen. Für jede Datei und jeden Ordner ist genau geregelt, wer sie nutzen darf. So können sich mehrere Personen problemlos einen Mac teilen, ohne sich dabei ins Gehege zu kommen. Die Verwaltung der Accounts finden Sie in den Systemeinstellungen im Bereich „Benutzer & Gruppen“. Hier werden neue Konten angelegt und passend konfiguriert.

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Privater Bereich Jeder Benutzer erhält vom System seinen privaten Ordner, das Home- oder Privatverzeichnis. Darin befinden sich Ordner für spezielle Daten, wie Dokumente, Bilder, Musik und Filme, aber auch für den Inhalt des Schreibtischs oder Downloads.

Da hier nur der Besitzer Zugriff hat, gibt es für den Datenaustausch mit anderen Benutzern den Ordner „Öffentlich“. Nur diesen können alle Benutzer des Mac öffnen, und in den darin enthaltenen Ordner „Briefkasten“ können sie auch etwas hineinlegen. Das funktioniert tatsächlich wie bei einem Briefkasten: Man kann etwas einwerfen, es dann aber weder herausholen noch sehen, was drin ist. Neu in macOS Sierra ist die Möglichkeit, Dokumente und Schreibtisch per iCloud zu synchronisieren. Aktiviert man diese Funktion in den iCloudEinstellungen, werden die beiden gleichnamigen Ordner aus dem Privatverzeichnis auf das iCloudDrive verschoben.

Apple-ID In der Standardkonfiguration kann ein Benutzer sein Passwort durch Eingabe von eingetragener Apple-ID und Passwort zurücksetzen. Das lässt sich in den Benutzereinstellungen ausschalten.

Workshop: Neuen Benutzer anlegen

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Klicken Sie in den Benutzereinstellungen unten auf das Schloss, um Änderungen zu erlauben. Hier können Sie für einen Benutzer die Verwaltung des Computers (Administrator) oder die Kindersicherung aktivieren.

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Für einen neuen Benutzer klicken Sie unter der Liste auf die Plustaste. Wählen Sie im Menü „Neuer Account“ den Typ, und tragen Sie Name und Passwort ein. „Accountname“ wird auch der Name des Privatordners.

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Um eine Gruppe anzulegen, wählen Sie als Accounttyp „Gruppe“ und geben ihr einen Namen. Für die Zuordnung wählen Sie die Gruppe in der Benutzerliste aus. Dann aktivieren Sie rechts die gewünschten Benutzer.


Benutzer verwalten

Rufen Sie den Befehl Informationen im Finder auf, können Sie im untersten Punkt „Teilen & Zugriffsrechte“ festlegen, wer was mit einem Objekt anstellen darf. Mit „+“ fügen Sie der Zugriffsliste Benutzer hinzu.

Benutzertypen & Gruppen macOS kennt verschiedene Arten von Benutzern. Da ist als Erstes der Administrator. Er hat sehr weitreichende Rechte, vor allem in Bezug auf die Konfiguration des Systems. Er darf auch geschützte Einstellungen ändern, zum Beispiel in Benutzer & Gruppen, Sicherheit oder Startvolume. Einfach im Finder in fremde Homeverzeichnisse reinschauen und fremde Dateien öffnen darf aber auch er nicht. Diese Hürde kann nur der „root“-Benutzer überwinden. Eine Art Superadministrator, der alles darf. Er ist standardmäßig vorhanden, aber nicht aktiv. Das sollte er aus Sicherheitsgründen auch bleiben, bis man ihn in Notfällen tatsächlich einmal braucht (Seite 96). Der erste Benutzer, der bei der Installation von macOS angelegt wird, ist immer ein Administrator. Der Standard-Benutzer dient zum normalen Arbeiten mit dem Mac. Da einfache Schadsoftware gewöhnlich mit den Rechten des gerade aktiven Benutzers arbeitet, sollte man nicht ständig als Administrator angemeldet sein. Legen Sie sich für alltägliche Arbeiten einen normalen Benutzer an. Sollten Sie einmal Zugriff auf geschützte Einstellungen und Funktionen brauchen, fragt macOS Sie ohnehin nach den Zugangsdaten eines Administrators. Sie müssen sich nicht einmal neu anmelden. Einstellbaren Ristriktionen unterliegt dagegen der verwaltete Benutzer. Aktivieren Sie für einen Benutzer die Kindersicherung, können Sie den Zugriff auf Apps und viele Funktionen begrenzen, zum Beispiel auch Kontakte in Mail und Nachrichten vorgeben oder Websites in Safari. Sie können zudem Nutzungszeiten festlegen. Der verwaltete Benutzer eignet sich nicht nur für Kinder, sondern auch für frei zugängliche Macs, um Internetmissbrauch oder Änderungen an der Konfiguration zu verhindern. Über diese normalen Benutzertypen hinaus kennt macOS noch zwei weitere: Aktivieren Sie

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den Gastbenutzer, kann sich dieser ohne Passwort anmelden. Er erhält einen privaten Ordner und kann mit Apps arbeiten. Optional erhält er auch Zugriff auf freigegebene Ordner von anderen Benutzern. Meldet sich der Gast ab, wird sein Privatverzeichnis automatisch wieder gelöscht. Der andere ist der Freigabe-Benutzer. Er kann sich nur über das Netzwerk an aktiven Freigaben und nicht direkt am Mac anmelden, und er erhält auch kein lokales Homeverzeichnis. Schließlich kann man Benutzer noch Gruppen zuordnen.

Zugriffsrechte festlegen Das Anlegen von Gruppen ist vor allem bei der Vergabe von Zugriffsrechten praktisch. Gibt man den Zugriff für eine Gruppe frei, muss man nicht jeden Benutzer einzeln eintragen. Die Zugriffsrechte für Dateien und Ordner finden Sie ganz unten in deren Informationsfenster, Kurzbefehl [cmd] + [I], im Finder. Für Freigaben im Netzwerk legen Sie die Rechte im Einstellungsbereich „Freigaben“ fest. W

Konto löschen Wollen Sie einen Benutzeraccount wieder entfernen, wählen Sie ihn in der Benutzerliste aus und klicken auf die Minustaste darunter. Dabei fragt macOS, was mit den Daten des Privatordners geschehen soll. Sie können ihn an Ort und Stelle lassen, als Image in einem Ordner „Benutzer > Gelöschte Benutzer“ sichern oder ihn gleich löschen.

Workshop: Benutzer konfigurieren

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Jeder Benutzer kann beim Anmelden die bevorzugten Apps starten lassen. Dazu klickt er bei der Konfiguration auf den Reiter „Anmeldeobjekte“. Mit „+“ fügt man der Liste Apps oder Dokumente hinzu, „–“ entfernt Einträge.

2

Wählen Sie unter der Benutzerliste „Anmeldeoptionen“ für einige grundsätzliche Einstellungen. Hier legen Sie zum Beispiel fest, ob macOS im Anmeldedialog vorhandene Benutzer einblendet oder nur leere Eingabefelder.

3

Aktivieren Sie die Kindersicherung, können Sie deren Konfiguration auch von einem Rechner im lokalen Netz zulassen. Die Kindersicherung erlaubt diverse Einschränkungen und die Erstellung von Protokollen.

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034

konfiguration

Text: Rainer Franke

netzwerk konfigurieren

Schnell ins Netz mit Sierra Viele Funktionen von macOS setzen eine Internetverbindung voraus. Deshalb gehört die Konfiguration des Netzwerks zu den ersten Schritten bei der Installation jedes neuen Systems.

hne Internetzugang ist ein aktueller Mac kaum noch vorstellbar. Die Liste der Funktionen, die ohne Netzwerk nicht oder nur eingeschränkt funktionieren, ist lang. Zu klassischen Internet-Apps wie Safari und Mail haben sich längst Facetime, Karten, Nachrichten und viele andere gesellt. Hinzu kommen noch die ganzen Apps und Dienste, die Daten über iCloud synchronisieren. Kein Wunder, dass der Installationsassistent von macOS bereits die Einrichtung des Internets durchführen will. Wie Sie die Konfiguration von DSL, Ethernet und WLAN manuell vornehmen und wo Sie welche Einstellung finden, zeigen die folgenden Workshops.

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Netzwerk-Einstellungen Der zentrale Anlaufpunkt für die Konfiguration ist das Kontrollfeld Netzwerk der Systemeinstellungen. Hier finden Sie eine Liste der üblichen Schnittstellen und dazu jeweils die möglichen Einstellungen. Die Kommunikation im Internet und in privaten Netzen erfolgt üblicherweise über das Protokoll TCP/IP.

Konfigurieren Sie mehrere Schnittstellen, klicken Sie auf das Zahnrad, um die Reihenfolge festzulegen. Hier steht Ethernet über WLAN, wird also bei Verfügbarkeit bevorzugt.

Zur Konfiguration wählen Sie in der Liste die Schnittstelle aus und tragen dann im rechten Teil des Fensters die TCP/IP-Konfiguration ein. Für wohl 99 Prozent aller Fälle müssen Sie nur zwei Fragen klären: erstens welches Gerät die Verbindung zum Internet herstellt und zweitens über welche Schnittstelle Sie mit dem Netzwerk verbunden sind.

Router oder DSL-Verbindung Erfolgt der Internetzugang über einen Router, kümmert dieser sich automatisch um den Verbindungsaufbau. Wie der Router konfiguriert wird, muss Ihnen Ihr Internetprovider mitteilen. Bei DSL kommt gewöhnlich PPPoE für den Verbindungsaufbau zum Einsatz, während Kabelanbieter meist einen direkten TCP/IP-Zugang verwenden. Für die Geräte hinter dem Router ist das Netzwerk scheinbar immer aktiv.

Umgebungen Vor allem für MacBooks ist der Einsatz von Umgebungen interessant. Diese erlauben, wichtige Netzwerkeinstellungen, wie aktive Schnittstellen und deren Konfiguration, als Set zu speichern. Legt man sich über das zugehörige Menü Konfigurationen für Büro, Bahnfahrten und für zu Hause an, kann man schnell zwischen diesen Szenarien wechseln.

Workshop: TCP/IP-Einstellungen

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In der Standardkonfiguration ist Ethernet aktiv und auf DHCP gestellt. Das heißt macOS erwartet, dass der Router die TCP/IPKonfiguration per DHCP liefert. Meist reicht Kabel anschließen, schon ist der Mac online.

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Ohne DHCP-Server muss TCP/ IP manuell konfiguriert werden. Tippen Sie unten auf „Weitere Optionen“. Jetzt können Sie IP-Adresse, Teilnetzmaske und Router – auf dem zweiten Reiter den DNS – manuell eintragen.

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Für weitere, nicht standardmäßig aktive Anschlüsse klicken Sie unter den Schnittstellen auf die Plustaste. Jetzt können Sie über das Anschlussmenü zum Beispiel einen VPN-Tunnel oder PPPoE für die DSL-Einwahl aktivieren.


Netzwerk konfigurieren

Sich ohne Router direkt vom Mac aus per PPPoE über DSL anzumelden ist auch möglich, aber nicht empfehlenswert. Zum einen muss der Rechner immer laufen, damit andere Geräte im eigenen Netz online gehen können. Das kann wegen der Lüfter nerven, außerdem verbraucht der Rechner nur für diesen Zweck eigentlich zu viel Strom. Zum anderen bieten aktuelle Router deutlich bessere Firewalls und Sicherheitsfunktionen, die eine saubere Trennung von Internet und Heimnetz erleichtern. Das Geld für einen Router ist also gut angelegt. Gehen Sie unterwegs über den Hotspot Ihres Smartphones online, übernimmt das die Rolle des Routers. In dem Fall ist es eine gute Idee, die Firewall von macOS zu aktivieren (Seite 36).

Schnittstelle wählen Für die Verbindung zum Router kommen fast ausschließlich Ethernet-Kabel oder WLAN zum Einsatz.

Zu den seltenen Ausnahmen gehören USB- und Bluetooth-Verbindungen zum Handy, die macOS ebenfalls unterstützt. Bei Ethernet und WLAN muss TCP/IP als Internet-Protokoll konfiguiert werden. Dabei braucht der Mac eine IP-Adresse, die Adresse des Routers und optional noch die Adresse eines DNS-Servers. Der übersetzt Namen wie zum Beispiel www.maclife.com in die zugehörigen IPAdressen. Dadurch reicht es, wenn man sich als Anwender die eingängigeren Namen anstelle der IP-Adresse einer Website merkt. Nutzen Sie im Heimnetz WLAN, wird der IPVerbindung noch das Protokoll für die drahtlose Verbindung übergestülpt. Das ergänzt eine Verschlüsselung und fügt Prüfdaten ein, um die Toleranz gegenüber kleinen Störungen der Funkverbindung zu erhöhen. Als Anwender benötigt man zur Konfiguration zusätzlich WLAN-ID und Passwort, um sich anzumelden. W

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IP-Adressen Adressen sind im Internet derzeit ein knappes Gut. Deshalb verwendet man für die internen Geräte gewöhnlich selbst zugeteilte Nummern. Die können per DHCP vom Router geliefert oder manuell eingetragen werden. Die Kommunikation nach außen erfolgt nur über die „echte“ IP-Nummer des Routers. Der kennt die internen Nummern und leitet eintreffende Daten passend weiter.

Workshop: WLAN nutzen

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Der einfachste Weg ins WLAN führt über das Statusmenü. Haben Sie das WLAN ausgeschaltet, aktivieren Sie es hier. Anschließend können Sie über das Menü alle sichtbaren Netze in Reichweite auswählen.

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Für ein unsichtbares WLAN wählen Sie „Mit anderem Netz verbinden“. Sie müssen dann den WLAN-Namen und die anderen Daten manuell eintragen. Viel Sicherheit bringt die versteckte ID übrigens nicht.

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macOS erkennt die Verschlüsselung des WLAN automatisch und fordert zur Eingabe des Passworts auf. Markieren Sie „Dieses Netzwerk merken“, damit macOS sich das nächste Mal automatisch anmelden kann.

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Halten Sie beim Öffnen des WLAN-Menüs die Wahltaste [alt] gedrückt, blendet der Mac zusätzliche Infos ein, zum Beispiel Frequenzband, Kanal und die aktuelle Verbindungsgeschwindigkeit.

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Alternativ können Sie auch die Netzwerkeinstellungen öffnen und WLAN auswählen. Sie sehen die sichtbaren WLANs dann im Menü Netzwerkname. Unten können Sie das Statusmenü an- und ausschalten.

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Klicken Sie auf „Weitere Optionen“. Auf dem Reiter „WLAN“ sehen Sie eine Liste Ihrer benutzten WLANs. Sie können sie verschieben, um die Priorität zu ändern oder mit „–“ die Zugangsdaten löschen.

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konfiguration

Text: Rainer Franke

sicherheit optimieren

Maximaler Schutz für alle Daten Um den unerlaubten Zugriff auf den Mac und Ihre persönlichen Daten zu verhindern, bietet macOS viele Möglichkeiten. Wir erklären, wie Sie alle Funktionen aktivieren und die Sicherheit Ihres Mac verbessern.

as System des Mac bietet prinzipiell einen hohen Sicherheitsstandard. Es gibt viele Funktionen, die den Zugriff kontrollieren und Ihre Daten schützen. Sie müssen sie nur benutzen, denn längst nicht alle sind bereits aktiv. In der Standardkonfiguration nutzt Sierra nur einen Teil der Möglichkeiten. Da einige Funktionen notgedrungen den Komfort etwas einschränken, überlässt Apple die Entscheidung zur Nutzung Ihnen. Dabei wollen wir nun helfen.

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Zugriff verhindern Die Sicherheitsfunktionen teilen sich im wesentlichen in zwei Gruppen. Die eine versucht, den unerlaubten Zugriff auf den Mac zu verhindern. Dazu gehört als Erstes die Passworteingabe bei der Anmeldung, damit nicht jeder mit lokalem Zugang zum Rechner auch gleich an Ihre Dokumente, Fotos und andere private Daten kommen kann. Teilen sich mehrere Benutzer einen Mac, richten Sie für jeden ein eigenes Konto ein. Das schützt auch vor verse-

hentlichen Änderungen. Es muss ja gar nicht immer böser Wille dahinterstecken. Neben diesen lokalen Maßnahmen sollte man sich auch vor Zugriffen von außen schützen. Am wichtigsten ist hier der vorsichtige Umgang mit Downloads aus dem Web und E-Mails unbekannter Herkunft. Aber auch in den Systemeinstellungen lässt sich hierzu einiges machen. Außerdem bietet macOS in den Sicherheitseinstellungen unter „Privatsphäre“ diverse Einstellungen, die den Zugriff von Apps auf persönliche Daten regeln. Die Programme müssen zwar beim ersten Mal um Erlaubnis fragen, aber trotzdem lohnt es sich, die Einstellungen zu kontrollieren.

Daten verschlüsseln Die zweite wichtige Gruppe bilden die umfangreichen und gut ins System integrierten Funktionen zum Verschlüsseln von Daten. Richtig konfiguriert schützen diese auch, wenn der Mac oder eine Backup-Platte gestohlen werden. W

Passwörter Die wichtigsten Schutzfunktionen wie die Anmeldung bei macOS und iCloud oder die Verschlüsselung basieren auf Passwörtern. Diese können nur effektiv schützen, wenn sie nicht leicht zu erraten oder in Wörterbüchern nachschlagbar sind (auch nicht zerlegt). Sie müssen eine ausreichende Länge von – je nach Zweck – 10 bis 14 Zeichen haben und sollten Großund Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.

Workshop: Anmeldung sichern

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Zuerst schalten Sie in den Anmeldeoptionen in „Benutzer & Gruppen“ die automatische Anmeldung aus, am besten auch die Benutzerliste. Vorsicht: Die Merkhilfe für das Passwort hilft auch anderen beim raten!

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Öffnen Sie nun die Einstellungen für „Sicherheit“. Unter „Allgemein“ sollte das Passwort für Ruhezustand und Bildschirmschoner aktiv sein. App-Downloads begrenzt man auf Store und bekannte Entwickler.

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Als Ergänzung zum Passwort zum Beenden des Bildschirmschoners definieren Sie in den Bildschirmschoner-Einstellungen eine aktive Ecke, damit Sie ihn schnell einschalten können, wenn Sie mal kurz den Raum verlassen.


Sicherheit optimieren

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Workshop: Daten verschlüsseln und vor unbefugtem Zugriff schützen

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Auf dem Reiter „FileVault“ unter „Sicherheit“ können Sie die gleichnamige Verschlüsselung aktivieren. Die stellt sicher, dass die Daten auch auf einem gestohlenen Mac oder einer ausgebauten Platte sicher bleiben.

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Bei der Aktivierung erzeugen Sie einen Wiederherstellungsschlüssel. Bewahren Sie ihn gut auf, am besten vom Rechner getrennt. Achtung: Ohne Ihr Passwort oder diesen Schlüssel bleiben Ihre Daten unlesbar!

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Denken Sie daran, auch Ihr Backup zu verschlüsseln. Eine externe Festplatte kann leicht jemand mitnehmen und auslesen. Die Option aktivieren Sie bei der Volume-Auswahl in den Time-Machine-Einstellungen.

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Kehren Sie zurück in „Sicherheit“. Die Firewall von macOS sollte aktiviert werden, wenn zum Internet kein Router mit Firewall vorgeschaltet ist oder Sie nicht der einzige Anwender im lokalen Netzwerk sind.

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Unter „Firewall-Optionen“ können Sie die Funktion konfigurieren. Sie arbeitet App-basiert für eingehende Verbindungen. Sie können mitgelieferte und signierte Apps erlauben. Dazu Ausnahmen festlegen.

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Als ergänzender Schutz gegen Angriffe aus dem Netz, sollten Sie in „Freigaben“, nur Dienste aktivieren, wenn Sie sie wirklich brauchen. Jeder laufende Dienst ist ein potenzielles Ziel für Angreifer.

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In „Sicherheit > Privatsphäre“ legen Sie fest, welche Apps Ihre Daten nutzen dürfen. Sensibel sind hier Ortungsdienste und Kontakte. Wählen Sie links einen Datentyp und rechts immer nur die nötigsten Apps.

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In Ortungsdienste finden Sie am Ende der Liste auch die Systemdienste. Außerdem können Sie unter „Diagnose & Nutzung“ abstellen, dass macOS Daten über Nutzung und Fehler an Apple und Entwickler schickt.

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Um kleinere Mengen, die im Alltag nicht so oft gebraucht werden, sicher zu verschlüsseln, können Sie mit dem Festplattendienstprogramm ein verschlüsseltes Image oder externes Volume anlegen.

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038

konfiguration

Text: Matthias Zehden

ab in die wolke

iCloud einrichten iCloud sorgt für den einfachen Austausch von persönlichen Daten, dient als zentrales OnlineVolume, verwaltet Geräte, Einkäufe, Fotos und mehr. So konfigurieren Sie iCloud unter macOS Sierra nach Ihren Anforderungen. as neue macOS ist wieder ein sehr stabiles, leistungsfähiges und komfortables System. Die eigentliche Stärke der Macs liegt heutzutage aber in der perfekten Abstimmung zwischen mehreren Macs und mit anderen Apple-Produkten wie dem iPhone. Die zentrale Verbindung hierfür ist iCloud. Es dient nicht nur zum Synchronisieren von persönlichen Daten, wie Terminen und Kontakten, sondern auch zum Speichern von Dokumenten auf iCloud Drive. Außerdem ist iCloud die Basis für viele andere Systemfunktionen, wie Handoff oder die Verwaltung Ihrer Einkäufe durch iTunes in der Cloud.

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Installation beschleunigen Der Installationsassistent von Sierra fragt schon bei der Ersteinrichtung sehr nachdringlich, ob Sie Ihre iCloud-ID eingeben oder sich neu bei dem Dienst anmelden wollen. Kein Wunder, denn wenn Sie bereits iCloud nutzen, erhalten Sie durch die Anmeldung sofort Zugriff auf Kontakte, Kalender, Notizen, Safari-Lesezeichen und viele andere wichtige Daten.

iCloud ist in der Lage, alle möglichen Daten zwischen Macs und iOS-Geräten abzugleichen. Der farbige Balken unten gibt einen schnellen Überlick, womit das Konto gefüllt ist.

Ein Mail-Account gehört ebenfalls dazu, wenn Sie eine iCloud-Adresse als ID benutzen. Dadurch ist ein neues Gerät nicht nur sofort einsatzfähig, sondern bietet auch die gleichen Informationen wie Ihre anderen oder vorher benutzten und mit iCloud verknüpften Geräte. Wollen Sie nur einen Teil der Daten nutzen, können Sie in den iCloud-Einstellungen detailliert festlegen, welche Daten über iCloud synchronisiert werden sollen. Legen Sie einfach den zu einer App gehörigen Schalter um, schon werden deren Daten synchronisiert. Der Abgleich funktioniert natürlich in beiden Richtungen. Ändern Sie eine Telefonnummer im Adressbuch oder tragen Sie einen neuen Termin ein, stehen diese auch auf Ihren anderen Geräten zur Verfügung. Safari weiß, welche Fenster auf anderen Geräten geöffnet sind („iCloud-Tabs“). Die Aufzählung lässt sich fortsetzen.

Speicherplatz Mit der Anmeldung bei iCloud erhält man 5 GB Speicherplatz. Dieser freie Account reicht nur für die Basisfunktionen. Für die Foto-Mediathek und den Abgleich der Dokumente muss mehr Kapazität dazugebucht werden. Dabei kosten 50/200/1000/2000 GB monatlich 0,99/2,99/ 9,99/19,99 Euro.

Workshop: iCloud aktivieren

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Am einfachsten ist es, die iCloud-ID gleich bei der Installation von Sierra einzugeben. Dann konfiguriert der Assistent alle zugehörigen Dienste. Sie können auch getrennte IDs für iCloud und iTunes nutzen.

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Um sich nachträglich anzumelden, öffnen Sie „iCloud“ in den Systemeinstellungen. Melden Sie sich mit einer vorhandenen Apple-ID an. Anschließend fragt macOS, für welche Daten iCloud genutzt werden soll.

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Haben Sie noch keine ID, klicken Sie unter dem Feld für diese auf „Apple-ID erstellen“. macOS fragt nach dem Geburtstag, da Kinder bis 13 Jahre eine aktive Familienfreigabe erfordern. Geben Sie Ihre Daten ein.


iCloud einrichten

iCloud als Backup nutzen Mit dem in Sierra neu eingeführten Abgleich von Schreibtisch und Dokumente-Ordner (Seite 86) übernimmt iCloud auch immer mehr die Rolle des Backups, auch für Programme, die ihre Daten nicht selbst in iCloud ablegen. Auf iOS-Geräten ist das schon lange üblich. Bei Fotos haben Sie die Wahl, ob Sie nur neue Bilder über die Funktion „Fotostream“ zwischen Geräten austauschen wollen oder ob Sie die iCloudFotomediathek aktivieren, um iCloud als zentralen, dauerhaften Fotospeicher im Internet zu nutzen. Der Platzbedarf wächst dann kräftig an, da die Fotomediathek auf Ihr iCloud-Konto angerechnet wird.

Sicherheit und Komfort Normalerweise schließen sich Sicherheit und Komfort eher aus, statt sich zu ergänzen. Bei iCloud ist das etwas anders. Als Sicherheitsfeature können

Sie den iCloud-Schlüsselbund aktivieren. Darin speichern Macs und iOS-Geräte Konten und Zugangsdaten. Safari kann zum Beispiel bei der Anmeldung auf einer Website Daten im Schlüsselbund speichern oder umgekehrt auf den Schlüsselbund zugreifen, um vorhandene Daten zu übernehmen. Benutzte WLANs werden ebenfalls gespeichert. Man kann daher sichere und unterschiedliche Passwörter für alle möglichen Dienste nutzen, da man sich nur noch das iCloud-Passwort merken muss. Das sollte man natürlich umso sorgfältiger wählen. Meinen Mac suchen macht den Standort Ihres Rechners über iCloud verfügbar. Die Daten werden zum Beispiel von der Standortfreigabe für Freunde genutzt oder von der iOS-App Mein iPhone suchen, deren Funktion auch über iCloud.com auf dem Mac nutzbar ist. Sie kann registrierte Macs und iOSGeräte lokalisieren und bei Bedarf per Fernzugriff über das Internet sperren oder löschen. W

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Mehr iCloud iCloud steckt auch hinter diversen anderen Diensten. So können sich mit dem gleichen iCloudKonto verbundene Geräte für Handoff oder die Internetverbindung via Instant Hotspot erkennen. Auch für die Verfügbarkeit von Einkäufen aus iTunes, App und iBooks Store auf allen Geräten mit dem gleichen Konto ist iCloud verantwortlich. Die Familienfreigabe basiert ebenfalls auf iCloud.

Workshop: Einstellungen anpassen

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In den iCloud-Einstellungen finden Sie eine Liste der unterstützten Datenarten. Über eine Checkbox können Sie jeden einzeln für die Synchronisierung des Mac mit dem iCloud-Server auswählen.

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Klicken Sie unten auf „Verwalten“, sehen Sie die Belegung Ihres Kontos, links die Apps und rechts deren Platzbedarf, zum Teil einzelne Daten. Hier können Sie zum Beispiel Backups alter iOS-Geräte löschen.

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Bei einigen Einträgen finden Sie rechts die Taste „Optionen“. Hier können Sie die Apps wählen, die Dokumente auf dem iCloud Drive speichern oder für Fotos die iCloud-Mediathek und Fotostream getrennt einschalten.

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Klicken Sie links unter Name und Apple-ID auf „Accountdetails“, finden Sie Ihre persönlichen Daten, aktive Zahlungsmittel oder auch alle mit dem Konto verknüpften Geräte.

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Wählen Sie in der Verwaltung oben rechts „Mehr Speicher kaufen“ oder „Speicherplan ändern“. Nun können Sie Ihr Konto aufstocken. Unter „DowngradeOptionen“ können Sie den Umfang auch reduzieren.

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Melden Sie sich von iCloud ab, fragt das System, ob Sie lokale Kopien einiger Daten auf dem Rechner behalten wollen. Sie können in der Liste die Daten auswählen, die kopiert werden sollen.

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Software

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Gute Software mit

viel Komfort

Das neue macOS Sierra ist schon ab Werk mit reichlich Software bestückt. Der Star ist natürlich die Sprachsteuerung per Siri. Doch auch die Fotos-App hat viel Neues zu bieten. Wir zeigen die neuen Features von iTunes und wie man Nachrichten auch vom Mac aus sinnvoll nutzen kann. Einige neue Tricks haben auch der Safari-Browser und der Mail-Client von macOS Sierra gelernt. Und schließlich zeigen wir Ihnen, was Sie sonst noch alles im Programme-Ordner und unter den Dienstprogrammen finden.

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software

Text: Stefan von Gagern

schneller arbeiten mit spracheingaben

Siri hebt Multitasking auf dem Mac auf ein ganz neues Niveau. Unterbrechungen werden gespart, die Arbeit wird viel fließender.

So funktioniert Siri Eigentlich wurde der Sprachassistent Siri für Mobilgeräte erfunden, und bisher war er auch nur unter iOS zu finden. Mit Sierra hat Apple die Hoffnungen vieler erfüllt und bringt Siri auf den Desktop. Siri ist aber kein Gimmick, sondern trumpft mit Produktivität auf.

iri ist sicher ein Highlight vom neuen macOS Sierra, es wurde von Mac-Fans schon beim Vorgänger Yosemite erhofft und entsprechend prominent auf der Apple-Keynote gezeigt. Den Sprachassistenten kennen alle bereits als wichtigen Helfer im mobilen System iOS. Zuletzt hat er auch den Sprung auf die Apple-TV-Plattform geschafft, wo er oft nervige Texteingaben mit der Fernbedienung spart und zum Beispiel Filme mit einem Schauspieler aus dem Store zielsicher per Spracheingabe herausfiltert. Doch was kann Siri auf dem Mac bringen?

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tasking, also das Arbeiten an mehreren Aufgaben gleichzeitig. Hier kann Siri einen echten Mehrwert bringen: Dank Spracheingabe ist es einfach wie noch nie, typische Zwischenaufgaben wie das Abfragen von Mails oder Suchen einer Datei schnell per Spracheingabe zu erledigen. Während Sie an einem Dokument arbeiten, können Sie zum Beispiel eine Websuche nach passenden Bildern starten oder Ihre E-Mails checken. Erste Gehversuche zeigen: Siri hebt Multitasking auf dem Mac auf ein ganz neues Niveau. Unterbrechungen werden vermieden, die Arbeit gelingt insgesamt fließender.

Schnelleres Multitasking dank Sprache Schon nach den ersten Gehversuchen mit Siri ist es verwunderlich, warum es eigentlich so lange gedauert hat, bis Siri auf dem Mac angekommen ist. Denn hier bringt Spracheingabe vielleicht noch mehr als unter iOS, wo sie eigentlich oft nur umständliche Tastatureingaben ersparen soll. Warum? Zum Mac gehört schon ewig und mehr als unter iOS Multimacos sierra maclife.de

Starke Suchfunktionen Spotlight hat Suchjobs in den letzten Jahren auf dem Mac gut erledigt. Spotlight und andere Suchfunktionen wie zum Beispiel im Web werden durch Siri nicht ersetzt, aber sinnvoll ergänzt. Wir zeigen Beispiele und was Siri noch kann. Dann müssen Sie sich eigentlich nur noch an Sprachbefehle gewöhnen. W

Siri aktivieren und anpassen Bei der Einrichtung von macOS werden Sie schon gefragt, ob Sie Siri auf diesem Mac aktivieren möchten. Falls Sie das verpasst haben, können Sie nachträglich in „Systemeinstellungen > Siri“ den Assistenten aktivieren. Dort können Sie auch bestimmen, ob die Stimme männlich oder weiblich spricht, und ein Tastaturkürzel für den Aufruf einrichten.


Siri auf dem Mac

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So werden Sie mit Siri produktiver

03 Notizen diktieren Die Umwandlung von Sprache in Text funktioniert mit Siri sehr zuverlässig und gut. Sprechen Sie einfach „Schreibe eine Notiz“ und gleich dahinter den Text, der in der Notiz stehen soll, um eine neue Notiz zu diktieren.

01 Dateien suchen Eine der mit Abstand praktischsten Aufgaben, die Siri erledigen kann, sind Suchabfragen, die vorher Spotlight übernommen hat – auch gleichzeitig, wenn Sie gerade an einem Dokument arbeiten. Suchen Sie zum Beispiel einfach nach Formaten wie allen PDFs oder diese in bestimmten Ordnern. Oder suchen Sie alle Fotos von gestern oder aus einem Monat. Dabei öffnet Siri nach der Anfrage sogar die FotosApp und zeigt die passenden Bilder in einer Liste an.

02 Wetter abfragen 04 Mails checken

Fragen Sie einfach „Wie wird das Wetter heute“, und Siri zeigt den Wetterbericht für Ihren aktuellen Ort (falls WLAN-Ortung aktiviert ist) . Sie können aber auch fragen „Wie wird das Wetter morgen in Berlin“, wenn Sie etwa vorhaben zu verreisen.

Sagen Sie Siri einfach „Neue E-Mails“, um ohne Wechsel zu Mail den Posteingang zu checken. Wenn welche da sind, erscheint eine Liste.

Workshop: So nutzen Sie Siri am Mac

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Auf dem Mac gibt es kein „Hey Siri“. Sie starten stattdessen über das Dock, das Icon oben rechts in der Menüleiste oder den Standard-Tastaturkurzbefehl Befehlstaste + Leertaste (lange gedrückt halten).

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Das graue Siri-Fenster erscheint oben rechts in der Ecke zusammen mit dem typischen Ping. Sprechen Sie Ihren Befehl oder die Frage an Siri. Beim Sprechen erscheint farbiger Mikrofonausschlag und anschließend Text.

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Danach zeigt Siri das Ergebnis direkt im grauen Fenster an. Um eine neue Frage zu stellen, klicken Sie wieder auf das Siri-Symbol im Dock. Durch die Ergebnisse von Siri können Sie im Fenster scrollen.

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software

Weitere Dinge, die Siri einfach erledigt

05 Termin erstellen Siri ist eine starke Hilfe, wenn es darum geht, einen Kalendereintrag möglichst schnell zu erstellen. Um einen neuen Termin in den Kalender einzutragen, sprechen Sie einfach „Erstelle einen Termin um 14 Uhr“. Wenn es präziser sein soll, sagen Sie „Plane eine Besprechung wegen des Projekts morgen früh um 10 Uhr“ oder „Treffen mit Peter morgen um 9 Uhr“. Siri zeigt eine Vorschau für einen Kalendereintrag und fragt, ob der Termin eingetragen werden soll. Sie können mit „Ja“ bestätigen, aber auch über Siri vor dem Eintragen die Bezeichnung oder die Uhrzeit des Eintrags ändern.

06 System einstellen Siri spart oft Ausflüge in die Systemeinstellungen. „Mach den Bildschirm heller“ oder „Bildschirm heller“ reicht schon, um das gewünschte Ergebnis samt Schieberegler herzuzaubern. Oder fragen Sie den Mac einfach, wie viel Speicher noch auf der Festplatte frei ist. Mit „Details anzeigen“ springen Sie direkt zur richtigen Stelle in den Systemeinstellungen.

08 Web-Bildersuche

09 Facebook posten

Bilder im Web zu einem Thema suchen macht fast jeder ständig. Mit Siri klappt das sehr schnell. Sagen Sie „Web Bildersuche“ und dann noch den Suchbegriff – und Siri fischt im Internet und anderen Quellen wie Twitter.

Sie können über Siri direkt Statusmeldungen auf Facebook und Twitter schicken. Sprechen Sie einfach den Text für den Post ein. Vor der Veröffentlichung fragt Siri noch einmal nach, erst bei Bestätigung wird gepostet.

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07 Musik steuern Musik schnell an- und auszuschalten war noch nie so einfach. „Spiele klassische Musik“ reicht. Wenn es genauer sein soll, sagen Sie etwas wie „ Spiele Highway to hell von AC/DC“, und schon lädt der Song in iTunes. Sie können aber auch nach Genres, Radiosendern oder Podcasts verlangen. Siri spielt Passendes ab – falls es in Ihrer Sammlung, iTunes oder Apple Music zu finden ist.

Tipp: Drag-and-drop Einträge aus den Suchergebnissen, etwa Bilder aus der Websuche, oder Dateien, die Siri für Sie findet, können Sie anklicken und dann per Drag-and-drop auf den Schreibtisch ziehen.


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software

Text: Stefan von Gagern

Foto: Apple

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neue funktionen für bildverwaltung

Fotos in macOS Sierra Weniger spektakulär fallen die Verbesserungen im Bildverwaltungsprogramm auf dem Mac aus. Vor allem in Sachen Intelligenz legt Fotos deutlich zu und kann viel Mühe beim Sortieren von Bildern sparen. Wir zeigen die neuen Funktionen und was sie beim Bewältigen der Bilderflut bringen. eder ist heute eigentlich ständig am Fotografieren. Nach einem Urlaub sammeln sich gerne mal Tausende von Fotos an, und über die Jahre kommt eine stattliche Bilderflut zusammen. Nicht jeder hat die Zeit und Lust, in seiner Sammlung die Bilder fein säuberlich in Alben und Diashows zu ordnen. Hier kommt die neue Version von Fotos in macOS Sierra ins Spiel, die vielleicht auf den ersten Blick kaum verändert zum Vorgänger aussieht, aber unter der Haube eine ganze Reihe neuer intelligenter Bilderkennungs- und Sortierfunktionen mitbringt.

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Intelligente Sortierung mit Andenken Bisher hat Fotos die Bilder schon immer vorgruppiert. Zu jedem Datum hat das Bildverwaltungsprogramm Fotos gruppiert, die vermutlich zusammengehören. Oft halfen dabei auch die Orte der Aufnahmen, mit denen Fotos die beim Vorgänger iPhoto als „Ereignisse“ bekannten und dann „Momente“ genannten Gruppen zusammenfasst. macos sierra maclife.de

Unter Sierra geht Fotos noch einen Schritt weiter. Jetzt gibt es neben der „Fotos“-Ansicht noch „Andenken“, in denen Fotos automatisiert Aufnahmen zu besonderen Momenten zusammenfasst. Laut Apple soll man hier Momente sammeln, an die man sich gerne erinnert. Ähnlich wie Google Fotos erstellt Fotos die Kollektionen von wichtigen Ereignissen, ohne dass Sie selbst irgendetwas tun müssen, zusammen. Fotos berücksichtigt dabei Datum, erkannte Gesichter und Gegenstände sowie Ortsdaten. Zudem werden auch Nutzeränderungen wie favorisierte Bilder beim Zusammenstellen der Sammlungen einberechnet. Sie müssen sich nicht einmal um die Benennung der Andenken kümmern, es gibt Namen von Orten wie „Kalifornien“, aber auch Sammlungen wie „Best of 2015“. Andenken sind dann im gleichnamigen, neuen Menüpunkt verfügbar. Wenn Sie auf ein Andenken klicken, zeigt Fotos die enthaltenen Bilder, darin vorkommende Per-

Es lässt sich sogar nach Gegenständen wie „Gitarre“ in der Fotosammlung suchen – die stärkste neue Funktion in Fotos.


Fotos

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sonen, Orte und zugehörige, also ähnliche Andenken – zum Beispiel weitere Urlaubsbildersammlungen, aber von anderen Orten.

Suche nach Gebäuden, Bergen und Seen Ein großes Plus der stark ausgebauten Bildanalyse in Fotos sind die neuen Suchmöglichkeiten: Sie können jetzt in Ihrer Fotosammlung nach Motiven wie Bergen, Seen, Gebäuden oder noch exakter etwa nach Wolkenkratzern suchen. Die Eingabe von „Sonne“ liefert ein Suchmenü mit erstaunlich vielen und detaillierten Unterbegriffen wie „Sonnenbrille“ oder „Sonnenhut“, und tatsächlich filtert Fotos die Bilder von Personen mit Hut aus der riesigen Fotomediathek. Und auch nach Gegenständen wie „Gitarre“ oder Tieren wie „Hund“ oder „Katze“ lässt sich suchen. Diese Autoanalyse und die Kategorien sind mit die stärkste Neuerung von Fotos, die wirklich vielfältige Möglichkeiten bietet, in Sekundenschnelle die richtigen Aufnahmen in der Bilderflut zu finden.

In Andenken stellt Fotos automatisch Bilderkollektionen zusammen.

Personen statt Gesichter Bei der Gesichtserkennung haben sich bisher weder iPhoto noch Fotos mit Ruhm bekleckert. Mit Sierra soll es jetzt besser werden. Die bisherigen „Gesichter“ heißen jetzt „Personen“. In unseren ersten Versuchen mit einer großen Fotomediathek ist erst einmal einige Wartezeit fällig, bis alle Fotos analysiert sind. Dann filtert Fotos aber besser als der Vorgänger die wichtigsten Gesichter aus der Sammlung, generiert allerdings immer noch Dubletten – zum Beispiel wenn ein Gesicht mal mit und mal ohne Sonnenbrille dabei ist. Diese Fehler lassen sich aber problemlos händisch zusammenführen. Zudem können Sie jetzt leichter die Personen um neue ergänzen und die wichtigsten mit Favoriten markieren. Eine Zahl zeigt zu jeder Person an, wie viele Fotos automatisch erkannt wurden. Ein Klick reicht, um alle Fotos dazu anzuzeigen.

Fotos kann erstaunlich gut nach bestimmten Begriffen wie „Berge“ oder „Gebäude“ oder sogar nach Gegenständen suchen und passende Fotos aus der Sammlung hervorholen.

Erweiterte Weltkarte Unter „Orte“ zeigt Fotos jetzt eine Weltkarte – die Fotos, die an einem Ort aufgenommen wurden. In Fotos war es bisher zwar auch über Umwege möglich, zu der Ansicht zu kommen, etwa indem man auf den Ortsnamen klickt, doch der neue, fest in der Seitenleiste verankerte Menüpunkt bringt mehr Komfort beim Navigieren durch die Fotosammlung anhand des Aufnahmeorts. Mit Doppelklick können Sie tiefer in die Landkarte einzoomen. Dabei werden immer mehr Aufnahmen rund um den Aufnahmeort sichtbar.

Die Gesichtserkennung funktioniert besser als zuvor, aber nicht perfekt. Zum Glück kann nachgeholfen werden.

Fazit: wenig Neues, aber umso größere Wirkung Wie schon anfangs erwähnt, stecken bei Fotos die Neuerungen eher unter der Haube und werden erst mit der Zeit sichtbar. Dennoch ist Fotos unter macOS Sierra keineswegs langweilig. Apple hat den Fokus auf die richtige Stelle gesetzt: den Versuch, das Finden von Aufnahmen mit automatischer Bildanalyse zu vereinfachen. Wer weiß schon, in welchem Urlaub er noch mal den tollen Sonnenuntergang aufgenommen hat? Mit der neuen Version reicht es einfach, nach „Sonnenuntergang“ zu suchen, um ihn zu finden, statt sich wie bisher durch alle möglichen Alben wühlen zu müssen. W

In der präsenteren Weltkarte lässt sich jetzt intuitiver nach Fotos suchen, die an bestimmten Orten aufgenommen wurden.

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software

Text: Stefan von Gagern

iTunes und vor allem Apple Music zeigen sich in der neuen Version so benutzerfreundlich wie noch nie – beziehungsweise lange nicht mehr.

aufräumaktion für die medienzentrale

iTunes in macOS Sierra Das einst hochgelobte iTunes ist in den letzten Jahren in die Kritik geraten: Apples Medienzentrale wurde vielen zu überladen und unübersichtlich. Sierra verspricht Besserung – vor allem für Apple-Music-Fans. it den Jahren ist das einst als Beispiel für intuitive Musikverwaltung geltende iTunes leicht chaotisch geworden. Eigentlich kein Wunder, was wurde alles in die Medienzentrale auf dem Mac integriert: der iTunes Store, der App Store, iTunes U, Filme, Videos, iOS- und Airplay-Geräteverwaltung. Da konnte es schon mal unübersichtlich werden, und man ertappte sich dabei, ewig nach einem Menüpunkt, Button oder einem Klappmenü zu suchen. Als dann der hauseigene und selbst noch nicht ganz ausgereifte Streaming-Dienst Apple Music dazukam, wurde vieles nicht besser, sondern schlimmer. Zum Glück hat Apple offensichtlich das Problem erkannt und für macOS Sierra Apple Music gründlich überarbeitet. Und auch für Nichtabonnenten lohnt sich die neue Version.

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färbte sich der Hintergrund in der „Alben“-Ansicht der Mediathek in den Farben des Albumcovers. Ein netter Effekt, aber übersichtlich und gut lesbar waren die Albuminhalte dadurch nicht. Jetzt hat iTunes eine einheitliche Farbgebung: Der Hintergrund bleibt immer weiß, das Albumcover wird groß und bleibt immer an der gleichen Stelle. Die Titel sind gut lesbar, und alles Interaktive zum Klicken wie Download-Links oder der Interpretenname (zum Anzeigen aller Alben) sind blau hervorgehoben. Insgesamt vertraut, aber sehr viel aufgeräumter. Wichtige Menüs, wie das Klappmenü zum Umschalten zwischen Musik, Filmen und weiteren Medien, blenden jetzt Objekte aus, die nicht in der Mediathek vorhanden sind – zum Beispiel Hörbücher oder Podcast-Folgen. Wer möchte, kann das Menü selbst konfigurieren und sie einschalten.

Aufpoliert für aufgeräumteren Eindruck Nach dem ersten Öffnen von iTunes herrscht fast Enttäuschung, denn auf den ersten Blick wirkt es, als sei alles beim Alten. Doch beim Bedienen wird klar, dass die Entwickler an sehr vielen Stellen gründlich aufgeräumt haben. Beispiel: Bisher vermacos sierra maclife.de

Starke Suche und Performance Ein großes Plus sind auch die stark verbesserten Suchmenüs. Sie zeigen detaillierte Ergebnisse mit Cover, und zwar Alben, Künstler, Titel und jeweils die Anzahl dazu. Die Ergebnisse lassen sich mit

Insgesamt wirkt das neue iTunes sofort vertraut, aber mit der Zeit fällt angenehm auf, wie sehr viel aufgeräumter es ist.


iTunes und Apple Music

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Menüs direkt zu Playlisten hinzufügen. Von so etwas kann zum Beispiel die eigentlich gelungene, aber manchmal umständliche Spotify-Desktop-App nur träumen. Auch an der Performance wurde anscheinend deutlich gearbeitet, iTunes zeigt sich auch bei großen Mediatheken immer reaktionsfreudig und flüssig. Kleinigkeiten wie die automatische Ansicht der heute, gestern und diesen Monat gespielten Alben sind extrem praktisch.

Runderneuertes Apple Music Besonders freuen können sich Apple-Music-Abonnenten. Auch hier haben die Entwickler gründlich aufgeräumt. Das Stöbern in Neuheiten und Empfehlungen des Streaming-Dienstes macht jetzt richtig Spaß. Zuvor ein kunterbunter Mix aus Albencovern, wirken die Playlisten und Empfehlungen jetzt leichter zu überblicken. Songs und Alben lassen sich auch hier wieder mit blau hervorgehobenen Buttons leicht in Playlisten einfügen oder direkt abspielen. Wir ertappen uns sogar dabei, öfter in das bisher eher links liegen gelassene Connect reinzuschauen. Statt durch ständiges Scrollen lassen sich die Topalben und -titel jetzt mit einem Hauptmenü ganz oben umschalten. Links in der Hauptmenüleiste zeigt iTunes nun oben Apple-Music-Playlisten. Erst nach dem Scrollen nach unten kommen die Wiedergabelisten aus der Mediathek. Wen das stört, kann die Apple-Music-Playlisten auch ausblenden.

Nicht nur das Stöbern in Apple Music macht mehr Spaß, auch die Albenansicht ist edler und übersichtlicher als zuvor.

Multitalent Miniplayer Die nächste Baustelle der Entwickler war klein, aber für alle wichtig, bei denen iTunes oft nebenbei Musik abspielen soll: Der Miniplayer kann im neuen iTunes so viel wie noch nie. Das groß von Apple angekündigte Anzeigen der Songtexte (falls vorhanden) ist dabei eher eine nette Kleinigkeit. Viel wichtiger sind die vielen Anpassungsmöglichkeiten bei der Darstellungsgröße des Covers, die Übersicht über Verlauf und nächste Titel sowie – das Beste – die neue Suchfunktion. Mit einem Klick auf eine kleine Lupe öffnet sich im Miniplayer die Eingabemaske. Die Suchergebnisse fallen nicht ganz so ausführlich wie in der Großansicht aus, dennoch erspart die sehr praktische Funktion oft den Wechsel zum vollen iTunes-Fenster. Perfekt wäre noch, wenn die Funktion gleich in Apple Music suchen könnte. Leider sucht der Miniplayer nur in Objekten, die in der Mediathek gespeichert sind.

Die Oberfläche der Mediathek zeigt sich weniger bunt, aber deutlich übersichtlicher und aufgeräumter als unter El Capitan.

Fazit: Aufräumaktion gelungen Wie anfangs schon erwähnt, macht iTunes zunächst nicht gerade den Eindruck, das Highlight von macOS Sierra zu sein. Nach den ersten Stunden der Benutzung stellt sich aber Begeisterung ein. In Sierra hat iTunes die schon länger ersehnte, überfällige Frischzellenkur bekommen. Und iTunes besinnt sich wieder stärker auf seine Wurzeln: Musik ohne große Umwege aus der Sammlung zu fischen und abzuspielen. Vor allem Apple Music sah noch nie so gut aus wie in der neuen Version und lässt sogar Spotify stellenweise alt aussehen. W

Weniger wichtige Menüpunkte kann iTunes jetzt einfach ausblenden. So kann jeder iTunes anpassen.

Der Miniplayer zeigt sich so vielseitig und anpassbar wie noch nie – und kann auch suchen.

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Text: Hanns W. Friedrich

die nachrichten-app

Messenger für macOS Das Nachrichten-Programm hat in macOS Sierra einiges dazugelernt und ermöglicht dem Mac durch den Brückenschlag zu iOS die Teilnahme an modernen Kommunikationsformen. war gehörte ein Messenger bereits früh zum Lieferumfang von macOS, doch mit der Nachrichten-App vereinheitlichte Apple das Konzept für macOS und iOS. Nachrichten versendet Texte, Bilder und andere Medien über eine Internetverbindung. Dafür nutzt das Programm mit iMessage einen Dienst, der an die Apple-ID geknüpft ist und darüber Nachrichten an Macs, iPhones und iPads oder vielmehr deren Besitzer schicken kann. Darüber hinaus kann die App Nachrichten über Google Talk, Jabber und Yahoo verschicken, wenn man die zugehörigen Accounts konfiguriert. Und schließlich kann Nachrichten auch als eine Art Hauspost im lokalen Netzwerk über Bonjour dienen.

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Neue Features für iMessage-Anwender Apple hat sehr umfangreiche Änderungen für iOSAnwender von Nachrichten eingeführt und diese zumindest zum Teil auch in der macOS-Version umgesetzt. Verschickte man bisher einen Link zu einer Website als Nachricht, kam dieser auch wirklich nur als Link beim Empfänger an und musste

durch Anklicken geöffnet werden. In macOS Sierra kommt er als sogenannter Rich Link mit einer Vorschau des Inhalts an und kann direkt im Programm überflogen werden. Das Gleiche gilt für Filme, die direkt abgespielt werden können. Außerdem darf man nun Beiträge mit der rechten Maustaste bei gedrückter Control-Taste anwählen und per Tapback kommentieren. Damit lässt sich die Sprechblase

Workshop: Tapback nutzen

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Klickt man mit der rechten Maustauste oder gedrückter ControlTaste auf einen Gesprächsbeitrag, darf man das Tapback-Menü zur Kommentierung aufrufen. Kommentare lassen sich auch überlagern oder zurücknehmen.

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Nur sechs Zeichen stehen zur Verfügung, die aber reichen sollten, um seine Meinung zu einem Beitrag zu äußern. Hat der Empfänger eine ältere Systemversion, bekommt er den Kommentar schriftlich zu sehen.

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Die Farbe zeigt an, wer in der Konversation was mit TapbackKommentaren versehen hat. Gleichzeitig sieht man übrigens, dass Links nun mit einer kleinen Vorschau dargestellt werden.


Nachrichten

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Das iPhone kann noch mehr

Emojis Die in modernen Nachrichten nicht wegzudenkenden Emojis sind über das kleine Menü rechts unten im Eingabefeld leicht erreichbar. Besteht eine Nachricht nur aus maximal drei dieser Zeichen, stellt Nachrichten sie automatisch deutlich vergrößert dar.

Mit der iOS-Version hat Apple allerdings noch deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten eingeführt: So lassen sich Sprechblasen mit Effekt oder bewegtem Hintergrund versenden, was auf dem Mac allerdings nur als Beschreibung ankommt – offenbar wollte Apple verhindern, dass der Mac beispielsweise kurzzeitig ein Feuerwerk oder Ähnliches abspielt und damit den Anwender erschreckt, was auf dem kleinen iPhone-Display noch recht unaufdringlich wirkt. Außerdem können iOS-Anwender handschriftliche Nachrichten oder kleine, mit der Fingerspitze gezeichnete Skizzen versenden und haben einen eigenen Store-Bereich für animierte Sonderzeichen und weitere Extras. Die genannten Objekte werden aber meist einfach als Grafik versendet und kommen somit auch auf dem Mac an. Animierte GIF-Dateien und andere Schmankerl lassen sich auf dem Mac zudem aus jeder beliebigen Quelle wie beispielsweise Webseiten laden oder anderswo erzeugen und leicht in eine Nachricht einsetzen, was den vermeintlichen Vorteil der iOS-Version ziemlich egalisiert.

Zusammenarbeit mit iOS

beispielsweise mit einem Daumen hoch, Herzchen oder Fragezeichen versehen, was eine sehr schnelle Möglichkeit ist, auf Nachrichten zu reagieren. Und besteht die Nachricht nur aus maximal drei der heutzutage unentbehrlichen Emoji-Zeichen, stellt die Nachrichten-App diese vergrößert und damit deutlich besser erkennbar dar.

Kein neues Feature, aber weiterhin sehr praktisch für iPhone-Besitzer ist die Möglichkeit, neben der gemeinsamen Nutzung des iMessage-Accounts die SMS-Weiterleitung zu aktivieren. Damit empfängt der Mac mit der Nachrichten-App konventionelle Kurznachrichten, die nur an die Mobilfunknummer gesendet wurden, und kann diese auch beantworten. Aktivieren muss man die SMS-Weiterleitung in den Nachrichten-Einstellungen auf dem iPhone, das danach in der Tasche bleiben darf. Auch das Farbschema hat Apple dabei übernommen: Beherrscht der Empfänger iMessage, färbt sich der Text blau, bei Kurznachrichten übers Mobilfunknetz hingegen weist die grüne Farbe auf mögliche Kosten hin. W

Workshop: Zusammenarbeit mit dem iPhone

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Effekte und Hintergründe, die man beim Versenden mit iOS 10 hinzufügen kann, stellt die macOS-Version nicht dar. Stattdessen bekommt man nur eine Beschreibung des Effekts mitgesendet.

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Die SMS-Weiterleitung muss auf dem iPhone aktiviert werden. Sie leitet Kurznachrichten vom Mobilfunknetz per iMessage auch auf Macs und iPads weiter. So lassen sich Antworten mit der Mac-Tastatur schreiben.

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Das Nachrichten-Programm hält sich an die von iOS gewohnten Konventionen und zeigt SMSGespräche in Grün, iMessageKonversationen dagegen in Blau und warnt damit auch vor möglichen Kosten.

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Text: Hanns W. Friedrich

der safari-browser

Das Fenster ins Netz Apples Standard-Browser ist bestens in macOS Sierra integriert und agiert in der aktuellen Version dank einiger Verbesserungen außerdem sicherer und komfortabler. er Webbrowser Safari gehört zum harten Kern der macOS-Programme und wird als sicherheitsrelevantes Programm von Apple auch recht gut gepflegt. Und schon der Konkurrenz wegen muss Apple auch die Funktionalität aktuell halten. Für macOS Sierra gab es nur wenige große, dafür aber eine Vielzahl kleiner Verbesserungen.

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Safari-Erweiterungen Schon seit Langem führt Apple einen Kampf um streitbare Browser-Erweiterungen wie Adobe Flash, Microsoft Silverlight und andere. Die Gründe dafür sind neben Sicherheitsbedenken nicht zuletzt der Leistungsbedarf und Stromverbrauch dieser Erweiterungen und Apple verweist an diesen Stellen stets auf HTML 5. Erst installierte Apple beispielsweise Flash nicht mehr ab Werk in Safari, nun deaktiviert Apple das Plug-in standardmäßig. Selbst dann, wenn man Flash installiert hat, wird der Site zunächst vorgegaukelt, es sei nicht vorhanden, was immerhin bei einigen Websites dazu führt, dass sie auf HTML 5 ausweichen. Bestehen die Seiten auf

Flash, kann man es erlauben. Dabei lassen sich die Erweiterungen je nach Einstellung gar nicht, nur auf Nachfrage oder immer freigeben. Natürlich ist nicht jede Safari-Erweiterung sicherheitsrelevant. Und diesen Plug-ins wie beispielsweise Werbeblockern gewährt Apple zukünftig einen dedizierten Bereich im App Store und hat die Einstellungen dafür etwas klarer gestaltet.

Workshop: Erweiterungen nutzen

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Browser-Erweiterungen wie Adobe Flash betrachtet Apple als sicherheitsrelevant und aktiviert sie nicht automatisch. Viele Websites schalten dadurch automatisch auf HTML 5 um, andere bestehen trotzdem auf Flash.

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In den Sicherheitseinstellungen darf man bestimmen, für welche Websites die Nutzung von Flash und anderen sicherheitsrelevanten Erweiterungen ständig, auf Nachfrage oder nie erlaubt werden soll.

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Surft man danach eine der Seiten an, der man die Flash-Benutzung auf Nachfrage erlaubt hat, wird man vor jeder Nutzung gefragt. Mittlerweile werden Flash und Co aber auch immer seltener genutzt.


Safari

Safari 10 Safari soll auch als Download beziehungsweise Update für Rechner verfügbar sein, auf denen noch El Capitan installiert ist. Voraussichtlich werden aber nicht alle Features, wie etwa die Bild-im-Bild-Funktion, verfügbar sein, weil sie auf erweiterten Möglichkeiten des neuen Betriebssystems basieren.

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Film ohne störenden Rahmen, ohne Werbebanner und Zierrat ansehen und muss nicht versuchen, ein Browserfenster passend zu skalieren und zu verschieben. Ein kleines Symbol in der Wiedergabeleiste startet den Picture-in-Picture-Modus und löst den Film aus dem Browserfenster heraus. Das Fenster bleibt dabei bestehen und zeigt einen Hinweis. Der Film läuft randlos und ohne Fenster, kann bei Bedarf herunterskaliert werden und schnappt automatisch in eine der vier Bildschirmecken. Wirklich frei positionieren kann man den Film also nicht, doch der Sinn des Bild-im-BildModus ist ja meistens gerade, Videos ohne störendes Beiwerk am Rande des Bildschirms betrachten zu können. Allerdings klappt die Separierung des Videofensters bislang keineswegs überall. Ausgerechnet die Parade-Anwendung Youtube patzte im Test und zeigte das Picture-in-Picture-Symbol schlicht nicht an. Und womöglich ist dies auch Absicht, denn die großen Videoplattformen möchten natürlich Werbung für sich und andere um die Filme herum platzieren. Bei anderen Videoplattformen wie Vimeo oder Werbefilmchen auf Webseiten wie beispielsweise der von Apple selbst funktioniert die neue Technik dagegen tadellos.

Sonstige Verbesserungen

Das Bild im Bild Die Bild-im-Bild-Funktion ist eigentlich ein Systembestandteil von macOS Sierra, steht aber bislang nur in iTunes und Safari zur Verfügung. Die Funktion ist iPad-Besitzern schon bekannt und sorgt dafür, dass der Film losgelöst von Webseiten oberhalb aller anderen Bildschirminhalte in einer Ecke des Bildschirms dargestellt wird. So kann man den

Doch es gibt noch viele weitere, teils nur kleine und unmerkliche, aber dennoch wirksame Verbesserungen und Erleichterungen in Safari. Ein Beispiel dafür ist die Möglichkeit, versehentlich geschlossene Fenster oder Tabs wieder öffnen zu können. Und das klappt nicht nur über das Verlaufsmenü, sondern auch mit einem längeren Druck auf das Pluszeichen, das normalerweise neue Tabs öffnet oder aber – noch simpler – über [cmd] + [Z], also den Widerrufsbefehl. W

Workshop: Die Bild-im-Bild-Funktion

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Ist die Picture-in-Picture-Funktion verfügbar, findet sich ein kleiner Knopf dazu in der Steuerungsleiste direkt neben dem AirPlaySymbol. Leider zeigen manche Sites wie Youtube die Möglichkeit nicht an.

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Ist die Funktion aktiviert, zeigt die Webseite nur einen Platzhalter, das Video selbst dagegen wird in eine der vier Bildschirmecken gelegt. Das Fenster lässt sich mit der Maus von Ecke zu Ecke schieben.

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Im kleinen Videofenster hat man nur die Möglichkeit, die Wiedergabe anzuhalten oder fortzusetzen, die anderen Steuerungen bleiben im Hauptfenster. Schließt man das Videofenster, wird der Bild-im-BildEffekt abgeschaltet.

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Text: Hanns W. Friedrich

das mail-programm

Mehr Überblick bei E-Mails Auch den hauseigenen Mail-Client hat Apple mit macOS Sierra nur behutsam aufgewertet. Doch mit den neuen Anzeigefiltern und Tabs lässt sich tatsächlich ein schnellerer und besserer Überblick im Eingangskorb gewinnen.

ines muss man dem mit macOS und seinen Vorgängern seit Ewigkeiten mitgelieferten Mail-Client lassen: Er ist mittlerweile derart gereift, dass kaum noch jemand alternative Programme auf dem Mac nutzt, was vor einigen Jahren noch anders war. Doch Apple Mail ist gleichermaßen leistungsfähig wie einfach zu bedienen und damit die erste Wahl für das Verwalten der Mails.

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Gefilterte Wahrheit Ein sehr unscheinbares Symbol in der Mailliste führt zu einer sehr praktischen Neuerung von Mail in macOS Sierra, nämlich einem Filter, der automatisch nur Mails zeigt, die bestimmte Eigenschaften erfül-

len. So kann man etwa auswählen, das nur ungelesene Mails, nur welche mit Anhängen oder solche angezeigt werden, die man in Kopie bekommen hat. Den Filter darf man konfigurieren, und er erweist sich als extrem praktisch, vor allem dann, wenn man wirklich viele Mails bekommt und einfach Ordnung ins Chaos bringen möchte. Die zweite Neuerung ist die Möglichkeit, auch in Mail Tabs zu verwenden. So kann man beispielsweise die Eingänge verschiedener Mail-Accounts in Tabs öffnen und sie so besser trennen. Und schließlich hat Apple an einigen Stellen in den Einstellungen etwas aufgeräumt und die Konfiguration der Accounts logischer gestaltet. W

HTML-Mails Bei normalen Mails sollte man sich auf reine Texte beschränken, doch Apples Mail-Client bringt sogar Vorlagen für gestaltete Mails im HTML-Format zu besonderen Anlässen mit. Diese sollte man aber nur sparsam einsetzen.

Workshop: Filter und Tabs

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Der Filter lässt sich sehr schnell aktivieren. Die Filtermöglichkeiten sind etwas begrenzt, aber durchaus sinnvoll, etwa mit der Auswahl von Mails, die man nur in Kopie bekommen hat, oder von solchen mit Anhängen. Vor allem die Filterung ungelesener Mails konzentriert den Blick schnell auf das Wesentliche.

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Es kann sehr praktisch sein, in Mail mehrere Tabs für verschiedene Postfächer zu öffnen. Dazu blendet man im Darstellungs-Menü die Tableiste ein, öffnet weitere Fenster über das Ablage-Menü und zieht diese dann in die Tableiste. So lassen sich beispielsweise mehrere Accounts besser voneinander trennen.


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software

Text: Hanns W. Friedrich

Mitgelieferte Apps zur

Grundversorgung Im Ordner Programme finden sich natürlich noch etliche weitere mitgelieferte Programme, von denen einige in macOS Sierra etwas dazugelernt haben, während die meisten unverändert geblieben sind.

Aktualisiert

01 Notizen Die Notizen-App eignet sich keineswegs nur für Textschnipsel im Sinne eines gelben Zettels – dafür gibt es mit Notizzettel noch immer eine eigene App –, sondern auch für Bilder, URLs und andere Medien bis hin zu Filmen und Dateien, die man zu einer Notiz zusammenfügen kann. Texte lassen sich auch formatieren und mit Checklisten versehen. Das wirklich Praktische an der Notizen-App ist der Abgleich per iCloud zwischen allen Macs und iOS-Geräten, sodass man seine hastig am iPhone notierten Gedanken später am Mac vollenden kann. Und neu in macOS Sierra ist die mögliche Zusammenarbeit mit anderen iCloud-Anwendern, mit denen Notizen geteilt und wirklich zeitgleich bearbeitet werden können.

02 Launchpad Kurz gesagt ist das Launchpad das Gegenstück zum Springboard von iOS. Der ganze Bildschirm zeigt Icons der installierten Programme und ermöglicht deren schnellen Start. Theoretisch könnte man auch einfach den Programme-Ordner im Finder öffnen und tatsächlich bildet das Launchpad zunächst auch genau dessen Inhalt ab, doch im Launchpad darf man die Icons einfach umsortieren, in Ordner gruppieren und auf weitere Seiten verlagern, ohne die dahinterstehenden Dateien anzufassen. Gerade dann, wenn man sehr viele Programme nutzt, ist das Launchpad wirklich nützlich. Passen aber alle häufig benutzten Apps auch ins Dock, macht das Launchpad für viele Mac-Benutzer wenig Sinn. macos sierra maclife.de

03 QuickTime Player Dem Namen entsprechend spielt der QuickTime Player zunächst vor allem Film- und Tondateien ab, die in den verschiedensten Formaten vorliegen und auch direkt von URLs aus abgespielt werden können. Weniger offensichtlich ist die Fähigkeit der App, Filme auch zu schneiden, Clips zu filmen, zusammenzustellen und anschließend zu exportieren. Dabei gibt es Voreinstellungen für die wichtigsten Formate und Zielgeräte, zudem lässt sich der Film direkt an andere Apps oder Video-Dienste wie Youtube übergeben. Und der QuickTime Player nimmt auch Töne und Filme von der Facetime-Kamera oder anderen angeschlossenen Geräten auf.


Weitere Programme

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05 Schriftsammlung

04 Facetime Das Facetime-Programm ist ein Videound Audiokonferenzsystem und macht insofern nur Sinn, wenn der Mac über eine eingebaute oder angeschlossene Kamera oder wenigstens ein Mikrofon verfügt. Facetime ist nicht nur auf dem Mac, sondern auch auf iPhones und iPads verfügbar und erfordert nur eine Apple-ID zur Teilnahme. Danach darf man mit anderen Gespräche ohne oder mit Kamera führen, was auf Macs mit Kamera in guter Qualität funktioniert. Seine eigentliche Stärke spielt das Programm aber dann aus, wenn man in den Einstellungen Anrufe vom iPhone erlaubt. Damit wird der Mac zur iPhoneAußenstelle, signalisiert Anrufe und kann auch Mobilfunkgespräche über das iPhone aufbauen, solange dies in WLANReichweite ist.

Schriftsammlung ist für die Verwaltung von Zeichensätzen zuständig. Öffnet man eine Schriftdatei mit dem Finder, öffnet dieser automatisch dieses Programm, das die Datei wahlweise auf dem ganzen Rechner oder nur für den aktiven Benutzer installiert. Schriften lassen sich darstellen, überprüfen und exportieren. Die Schriftsammlung hilft auch, korrupte oder doppelt installierte Schriften zu identifizieren und Probleme zu beseitigen. Schriften lassen sich zu Sammlungen zusammenfassen und auch deaktivieren. In macOS Sierra kann man nicht installierte Schriften für Fremdsprachen bei Bedarf nachladen.

Aktualisiert

06 Digitale Bilder Zwar wirkt das Programm Digitale Bilder etwas archaisch und stammt noch aus den Zeiten, als es kaum einen anderen Weg gab, Bilder von Kameras auf den Mac zu bekommen. Doch auch heute noch erfüllt das Programm einen wichtigen Zweck, weil es den Zugriff auf Scanner bietet, die sich heutzutage meist in Multifunktionsdruckern finden. Je nach Gerätetreiber bietet das Programm dabei viele Möglichkeiten, Auflösung, Farberkennung, Speicherort und Qualität der Bilder zu beeinflussen. Digitale Bilder zeigt sowohl lokale Geräte als auch solche im Netzwerk und ist für einige Geräte das einzige, für andere oft das zweckmäßigere Programm als die Software, die manche Hersteller mitliefern.

07 Automator Mit dem Automator lassen sich kleine Programme entwickeln, ohne auch nur eine Zeile Code tippen zu müssen, indem man einfach Aktionen aneinanderreiht und miteinander verknüpft. Die Möglichkeiten sind enorm und reichen von Dateioperationen über die Manipulation von Bildern und die Abfrage von Kontakten bis hin zur Arbeit mit Kalendereinträgen. Entwickeln lassen sich Programme, Plug-ins für digitale Bilder oder den Druckbefehl bis hin zu Ordneraktionen.

08 Mission Control & Dashboard Mission Control und das Dashboard sind eigentlich zwei verschiedene Features, doch sie teilen sich eine Systemeinstellung. Mission Control bietet über alle geöffneten Fenster und Apps im Vollbildmodus einen Überblick, der vor allem auf MacBooks eine gute Möglichkeit ist, mit dem kleinen Bildschirm klarzukommen. Während Mission Control von allem eine Übersicht zeigt und damit ein schnelles Umschalten zwischen den verschiedenen Programmen und „Spaces“, in denen die Arbeitsbereiche zusammengefasst werden, ermöglicht, präsentiert das Dashboard hingegen kleine Widgets, die beispielsweise das aktuelle Wetter und dergleichen anzeigen und die man in Mission Control als einen Space sieht.

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software

09 iBooks Mit iBooks steht der vom iOS bekannte eBook-Reader auch für den Mac zur Verfügung. Damit lassen sich Bücher im hauseigenen Format und als ePub- oder PDF-Dateien verwalten und lesen. So eignet sich iBooks auch gut als Sammelstelle für PDF-Bedienungsanleitungen. Doch der eigentliche Einsatzzweck sind natürlich Bücher, die Apple im eigenen Store, der über die App erreichbar ist, auch verkauft. Lesezeichen und ganze Bücher werden dabei zwischen iOSGeräten und dem Mac per iCloud ausgetauscht. So kann man die Lektüre, die man auf dem iPad begonnen hat, auf dem Mac beenden.

10 Karten Als Apple seine Karten-App nicht nur für iOS, sondern auch auf dem Mac einführte, dachten sicher viele, auf dem Rechner bräuchte man keine eigene App, sondern könnte weiterhin seine Karten im Browser aufrufen. Doch in der Praxis erweist sich die separate Karten-App auch auf dem Rechner als sehr nützlich, denn man kann sehr schnell und einfach eine Adresse nachschlagen, einen Weg finden oder nachsehen, wie die Verkehrssituation ist. Und Karten bietet nicht nur eine normale und eine Satellitenansicht, sondern in vielen Städten auch eine 3D-Ansicht, mit der man einen sehr sehenswerten Rundflug über die Stadt machen kann. Nach Routen sucht die Karten-App auf Wunsch zwar ebenso im öffentlichen Personennahverkehr, doch ist in Deutschland auch lange nach Einführung dieser Möglichkeit Berlin die einzige unterstützte Stadt. Zu den Stärken der App zählt zum einen die enge Verknüpfung mit anderen Apps, die Adressen an die KartenApp weitergeben, wie beispielsweise Mail, zum anderen bewährt sich für iPhoneBesitzer Handoff, zum Beispiel durch die Möglichkeit, vom iPhone aus auf die Route zuzugreifen, die man auf dem Mac geplant hat.

Aktualisiert

11 Kalender Das in macOS Sierra etwas klarer gestaltete Kalender-Programm ist ein unverzichtbarer Helfer für alle, die ihre beruflichen und privaten Termine im Griff behalten wollen. Seine wahre Stärke entfaltet das Programm dann, wenn man seine Kalender zwischen Mac, iPhone und iPad synchronisiert und dadurch immer und überall an anstehende Termine erinnert wird. Es lassen sich beliebig viele Kalender anlegen, um Aufgaben voneinander zu trennen und mit verschiedenen Farben zu versehen. Sehr praktisch ist es auch, Kalender für andere freizugeben und mit ihnen zu teilen. Lädt man andere gezielt ein, können diese den Terminkalender auch bearbeiten. Gibt man den Kalender dagegen per iCloud allgemein frei, können sie ihn nur lesen. Und beim Anlegen von Terminen hilft das System nach Kräften: Terminanfragen in Mail oder Nachrichten werden automatisch erkannt und selbst zugehörige Kontakte oder Orte schlägt das System von selbst vor. macos sierra maclife.de

12 Erinnerungen

13 Kontakte

Auch die Erinnerungen teilt der Mac per iCloud mit iOS-Geräten. Erinnerungen können zu bestimmten Zeiten ausgelöst werden oder aber wenn man bestimmte Orte erreicht beziehungsweise verlässt. Das macht die Erinnerungen zu einem sehr mächtigen, von vielen unterschätzen Programm. Der Mac bietet sich vor allem dafür an, Erinnerungen einzugeben und dann auf dem iPhone, das jederzeit angeschaltet und überall dabei ist, angezeigt zu bekommen. Doch auch auf dem Mac allein macht das Programm als eine Art To-do-Liste durchaus Sinn.

Die Kontakte-App verwaltet das zentrale Adressbuch von macOS, das in vielen anderen Programmen wie beispielsweise Mail, Nachrichten und anderen genutzt wird. Jeder Kontakt bekommt seine eigene Visitenkarte, die Adressen, Telefonnummern und vieles mehr an Informationen beinhalten kann. Für macOS Sierra wurden diese Visitenkarten analog zu iOS 10 etwas klarer und mit kleinen Knöpfchen für Nachrichten, Mails und Anrufe gestaltet, sodass man die wichtigsten Möglichkeiten und Informationen direkt im Zugriff hat. Und viele dieser Informationen muss man nicht einmal eintippen, denn beispielsweise bietet Mail an, die Kontaktinformationen aus den Signaturen der Absender zu lesen und unvollständige Kontaktinformationen zu ergänzen. Und natürlich zieht die Kontakte-App einen großen Teil ihrer Stärke aus der Synchronisierung der Adressen per iCloud mit anderen Macs, iPhones und iPads. Im Gegensatz zur iOS-Version kann Kontakte auf dem Mac auch Gruppen von Adressen anlegen.


Weitere Programme

14 Vorschau Die Vorschau-App halten viele nur für ein simples Anzeigeprogramm für PDFs und Bilder, doch die App kann viel mehr und wird von fast jedem Mac-Besitzer deutlich unterschätzt: Sie kann PDFs mit Notizen oder Anmerkungen versehen und Seiten löschen oder neu zusammenstellen. Bilder lassen sich bearbeiten, skalieren und exportieren und Scanner über das gleiche Interface wie im Programm Digitale Bilder abfragen. Auch seine Unterschrift darf man über das Trackpad oder die iSight-Kamera einlesen und damit Dokumente signieren. Geändert hat sich an der App mit macOS Sierra allerdings nichts.

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Weitere Apps Obwohl es schon lange keine Macs mit integriertem DVD-Laufwerk mehr gibt, findet sich die passende App noch immer im Programme-Ordner und eignet sich für den Filmgenuss über extern angeschlossene DVD-Laufwerke.

15 TextEdit Auch TextEdit wird gern unterschätzt und für einen arg simplen Editor für reine Textdokumente gehalten, wie man in eigentlich nur für Quelltexte nutzen würde. Doch das Programm kann durchaus auch formatierte Texte erzeugen, in die dann auch Bilder und Tabellen eingefügt werden können. Dabei stehen natürlich eine Rechtschreibprüfung, etliche Zeichensätze und viele andere Optionen zur Verfügung. Und TextEdit kann seine Dokumente nicht nur als Text, sondern auch als RTF, als HMTL-Datei oder in verschiedenen Microsoft-Word-Formaten speichern. Umgekehrt kann das Programm aber auch Formatierungen löschen und reine Texte erzeugen.

Im Lexikon darf man Begriffe nachschlagen und übersetzen lassen. Dazu werden Wikipedia und verschiedene andere Quellen angezapft. Die gleichen Quellen nutzt übrigens Spotlight zum Nachschlagen von Wörtern. Notizzettel nutzt noch „gelbe Zettel“ und ist als Vorläufer der Notizen-App erstaunlicherweise noch immer Bestandteil des Systems. Wenn möglich sollte man aber auf die weit flexiblere, moderne Notizen-Version umsteigen. Photo Booth nutzt die iSight-Kamera des Macs, um Porträts zu erstellen und mit Effekten zu versehen. Viel mehr als eine nette Spielerei ist dieses Programm allerdings nicht. Offenbar muss ein Spiel einfach in den Lieferumfang des Systems, und so gehört seit Urzeiten auch die unveränderte Schach-App dazu. Immerhin ist sie recht hübsch gemacht und auf Wunsch relativ spielstark. Der Rechner macht zunächst nicht viel her, lässt sich aber auf wissenschaftlichen Betrieb und sogar die „umgekehrte polnische Notation“ einstellen. Und er beherrscht diverse Umrechnungen für Längeneinheiten, Gewichte und sogar Währungen mit aktuell abgerufenen Kursen.

16 App Store Auch der App Store ist ein Programm und eine Strategie, die von iOS zum Mac herübergeschwappt ist. Im App Store findet man jede Menge Software für macOS von Freeware bis hin zu aufwendigeren Softwarepaketen und vom Tool bis zum Spiel. Im Gegensatz zu iOS ist der App Store unter macOS aber auch nur eine der möglichen Beschaffungsquellen für Software und daher kann man es auch verschmerzen, dass die meisten großen Softwarehersteller wie Microsoft oder Adobe nichts oder nur Kleinigkeiten über Apples Store anbieten und lieber selbst vertreiben – zu entdecken gibt es auch so genug. Und der App Store übernimmt für die Einkäufe auf Wunsch auch die Installation von Updates.

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software

dienstprogramme

Viele nützliche kleine Helfer Im Programme-Ordner auf Ihrem Mac liegt der Unterordner Dienstprogramme. Hier finden Sie viele Tools, die Sie bei der Konfiguration Ihres Mac unterstützen. Für nahezu jedes Problem findet man hier das passende Werkzeug.

01 AirPortDienstprogramm Mit dem AirPort-Dienstprogramm können Sie alle Apple-Geräte in Ihrem lokalen Drahtlos-Netzwerk anzeigen lassen und mögliche Probleme aufspüren und entsprechend Einstellungen ändern. Außerdem können Sie mit diesem Hilfsprogramm neue AirPort-Geräte konfigurieren und ins bestehende Netzwerk integrieren.

04 Bildschirmfoto Neben entsprechenden Tastenkürzeln gibt es ein ganzes Programm, das sich mit der Aufnahme von Bildschirmfotos beschäftigt. Damit lassen sich Aufnahmen von bestimmten Bildbereichen, Fenstern und vom kompletten Bildschirm anfertigen. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Mauszeigern und sofortiger oder zeitverzögerter Aufnahme.

07 ColorSyncDienstprogramm Im professionellen Grafikbereich arbeitet man mit verschiedenen sogenannten Farbprofilen. So erreicht man einen Druck, der der Farbdarstellung auf dem Monitor genau entspricht. Das ColorSync-Dienstprogramm verwaltet diese Farbprofile und ordnet sie bestimmten Monitoren, Scannern, Kameras und Druckern zu. macos sierra maclife.de

02 Skript-Editor

03 Audio-MIDI-Setup

Sie können mithilfe des Skript-Editors eigene AppleScript-Programme erstellen. Dadurch lassen sich beispielsweise Aktionen automatisieren, die Sie immer wieder ausführen. Mit dem Skript-Editor haben versierte Nutzer noch mehr Möglichkeiten als mit Automator. Seit Yosemite wird neben AppleScript auch JavaScript als Sprache unterstützt.

Mit diesem Tool können Sie die im Mac integrierten Lautsprecher, Mikrofone und angeschlossene MIDI-Geräte wie Musikinstrumente und Steuereinheiten zur AudioEin- und -Ausgabe konfigurieren. Neben AirPlay-Lautsprechern können Sie damit auch ein Apple TV steuern. MIDI-Geräte können per Thunderbolt, Firewire, USB, Bluetooth oder PCI angeschlossen sein.

05 Bluetooth-Datenaustausch

06 Konsole

Für den Austausch von Daten mit Ihrem Bluetooth-fähigen Mobiltelefon oder Tablet-PC wird die App BluetoothDatenaustausch verwendet. Sie können ein verbundenes Gerät durchsuchen und beispielsweise Bilder an den Mac übertragen. Auch das Senden von Daten an dieses Gerät ist möglich.

08 Digital Color Meter Dieses Dienstprogramm hilft dabei, Farbwerte von sehr kleinen Bereichen auf dem Bildschirm zu bestimmen. Die entsprechenden Werte werden für verschiedene RGB-Farbräume und den LAB-Farbraum ausgegeben. Diese Werte kann man nutzen, um die in verschiedenen Dokumenten verwendeten Farben aufeinander abzustimmen.

Mit der App Konsole können Sie die verschiedenen Protokolldateien einsehen, die der Mac laufend anlegt, was bei der Fehlersuche extrem nützlich sein kann. Allerdings sind die Einträge in die Log-Dateien teils sehr kryptisch formuliert und für Laien nur schwer zu interpretieren. In macOS Sierra hat Apple der App aber eine zumindest etwas verständlichere Darstellung und Sortierung mit auf den Weg gegeben. Bei einigen Log-Dateien wie den Systemberichten trennt die App jetzt die Ereignisse und präsentiert diese als einzelne Punkte, in denen man sich etwas leichter zurechtfindet, zudem werden Punkte mit einem tatsächlichen Problem markiert. Die Benutzung des Programms sei dennoch nur erfahrenen Benutzern empfohlen oder denjenigen, die von einem Support-Mitarbeiter dazu aufgefordert werden. Denn selbst bei neuen, intakten Systemen strotzen die Log-Dateien vor Fehlermeldungen, die man meist einfach ignorieren kann.


Dienstprogramme

09 Grapher Für die Darstellung von mathematischen Relationen und Funktionen ist die App Grapher zuständig. Sie erlaubt das Eingeben auch komplexer Gleichungen und bildet diese als zwei- oder dreidimensionale Grafen in einem Koordinatensystem ab. Auf Wunsch lassen sich diese Grafen animieren. Die in Grapher erstellten Gleichungen lassen sich auch zur Verwendung in anderen Programmen wie Word exportieren. Als Formate stehen TIFF, PDF, EPS und TXT zur Verfügung. Auch für das Kopieren einer Grafik oder Gleichung in die Zwischenablage darf man mit „Kopieren als“ ein Grafikformat auswählen.

12 Schlüsselbundverwaltung Kennworte, Zertifikate, Schlüssel und auf Wunsch auch Notizen speichert der Mac in Schlüsselbunden, also Dateien, die ihrerseits wieder verschlüsselt sind und die mit der Schlüsselbundverwaltung angezeigt werden können. Darunter finden sich Namen und Passworte für die Apple-ID, das WLAN, Mail-Accounts oder auch Webseiten, die in diesem Fall beispielsweise von Safari gesichert und bei Bedarf wieder aufgerufen werden können. Das Dienstprogramm zeigt diese Daten nicht nur an, sondern erlaubt auch die Zugriffskontrolle und das Anlegen sicherer Notizen.

15 Terminal Wer sich nicht scheut, in die Tiefen des Unix-Kerns von OS X abzutauchen, kann dazu das Programm Terminal benutzen. Es stellt eine Kommandozeile zur Verfügung, in der Sie direkt Unix-Befehle eingeben können. Damit haben Sie – entsprechende Rechte vorausgesetzt – vollen Zugriff aufs System. Sie können mehrere Terminal-Tabs öffnen und somit parallele Sessions starten. Dabei sollte man aber äußerste Vorsicht walten lassen. Nur versierte Anwender sollten mit dem Terminal herumexperimentieren, denn hier wird der Anwender nicht wie bei der OS-X-Benutzeroberfläche vor Falschbedienung geschützt.

10 Boot-CampAssistent Über Boot Camp lässt sich parallel zu macOS auf einer weiteren Plattenpartition ein WindowsSystem installieren, das vollkommen autark und unabhängig von macOS läuft. Der Boot-Camp-Assistent hilft dabei, die Festplatte passend zu partitionieren, die benötigten Treiber für die Apple Hardware auf ein Medium wie beispielsweise einen USB-Stick zu kopieren und die Installation zu starten. Nicht auf allen Intel-Macs läuft jede WindowsVersion, insbesondere für das aktuelle Windows 10 stellt Apple nur für neuere Macs passende Treiber für die Mac-Hardware bereit.

13 Aktivitätsanzeige Mit der App Aktivitätsanzeige lassen sich Systemvorgänge beobachten. Neben der CPU-Auslastung jedes Programms wird auch die Speicherbelegung von RAM und Festplatte und das Datenaufkommen im Netzwerk dargestellt. Falls einzelne Hintergrundprozesse oder Programme nicht mehr reagieren, werden diese in Aktivitätsanzeige rot markiert. So lassen sich „Problemfälle“ leicht aufspüren und beenden. Unter dem Reiter „Energie“ kann man einsehen, welche Programme sich im App Nap befinden und wie stark die Batterie des Mac in den letzten zwölf Stunden belastet worden ist.

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11 Migrationsassistent Müssen Sie von einem Mac auf einen anderen umziehen? Oder wollen Sie von einem Windows-PC auf einen Mac wechseln? Mit dem Migrationsassistenten können Sie Ihre Daten, beispielsweise komplette Nutzerkonten, problemlos mitnehmen. Dazu müssen nur Quell- und Zielcomputer miteinander verbunden werden. Dies kann per FireWire, Ethernet, Thunderbolt oder drahtlos per WLAN erfolgen. Als Quelle können neben Windows-PC und Mac auch externe Festplatten oder ein TimeMachine-Backup dienen. Nach Auswahl der gewünschten Daten übernimmt der Migrationsassistent den Rest.

14 Systeminformationen Über das Apfel-Menü können Sie den Menüpunkt „Über diesen Mac“ aufrufen. Die Schaltfläche „Weitere Informationen …“ liefert eine Zusammenstellung aller Informationen Ihres Mac inklusive Hard- und Software. Sie erfahren, welche Betriebssystemversion installiert ist, um welches Mac-Modell es sich handelt und wie die Seriennummer lautet. Außerdem gibt es Auskunft über alle internen und externen Schnittstellen, die angeschlossenen Geräte, das Netzwerk und die installierte Software. Zusätzlich erhalten Sie Zugriff auf den Support und die Handbücher.

16 VoiceOverDienstprogramm

17 Festplattendienstprogramm

Die Sprachausgabe und andere Bedienungshilfen Ihres Mac werden mit dem VoiceOver-Dienstprogramm konfiguriert. Diese Bedienungshilfen sind vornehmlich für Menschen mit Sehbehinderung gedacht. So lassen sich beispielsweise alle Texte, unter anderem auch Menüeinträge, vorlesen und die Einstellungen für spezielle Braille-Tastaturen vornehmen. Ebenso lassen sich Menüdarstellungen, Transparenzen, Mauszeiger- und Schriftgröße in VoiceOver-Menüs in vielen Details und nach Bedarf für die jeweilige Sehbehinderung einstellen.

Mit dieser App können Sie interne und externe Festplatten formatieren, partitionieren und diese gegebenenfalls auch gleich reparieren. Die „Erste Hilfe“-Funktion sucht nach Fehlern wie beispielsweise in der Verzeichnisstruktur. Das leicht umgestaltete Programm bringt vor allem die Raid-Funktion wieder zurück, die Apple bei El Capitan noch ersatzlos gestrichen hatte. Damit lassen sich mehrere Festplatten für mehr Sicherheit spiegeln, für mehr Geschwindigkeit parallel beschreiben oder für größere Volumes hintereinanderschalten.

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Mobil

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Frischer Wind für

iPhone, iPad & Apple Watch Nicht nur das iPhone und die Apple Watch wurden erneuert, sondern auch die Systeme dafür. Damit fühlen sich auch die Vorgängermodelle fast wie neue Geräte an. Wir haben uns die Neuerungen von iOS 10 genau angesehen und sagen Ihnen, was beim Umstieg zu beachten ist. Wir zeigen außerdem, wie mit watchOS 3 das Konzept der Smartwatch viel mehr Sinn ergibt. Und schließlich demonstrieren wir, wie leicht die Konfiguration der Apple Watch vom iPhone aus mittlerweile ist.

Das neue iOS 10 Umstieg auf iOS 10 watchOS 3 Konfiguration vom iPhone

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mobil

Text: Hanns W. Friedrich

ios 10 für iphone & ipad

Offen in alle Richtungen iOS 10 bringt reichlich Features wie etwa die deutlich intelligentere Tastatur. Und da Apple mehr Schnittstellen für Entwickler geöffnet hat, dürfen wir uns auf viele neue Apps freuen. ittlerweile hat Apple sich ja ein festes Ritual angewöhnt: Im Herbst kommen neue iPhones und passend dazu auch eine neue iOS-Version. Und in diesem Umfeld gibt es dann auch gleich eine neue macOS-Version, was einfach damit zu tun hat, dass Apple die beiden Systeme trotz der eigentlich ja sehr verschiedenen Geräte stark miteinander verzahnt, viele vergleichbare Möglichkeiten schafft und den Datenaustausch vereinfacht. Beim diesjährigen Duo macOS Sierra und iOS 10 geht die Zusammenarbeit noch wesentlich weiter als bisher und macht auch vor der Synchronisierung des Dokumente-Ordners und des Schreibtisches zwischen Mac und iPhone nicht halt. Und auf iOS lasteten diesmal einige Erwartungen, denn schließlich reden wir hier von der zehnten Version und man sollte meinen, dass sich das Entwicklungstempo verlangsamt. Zum Teil stimmt das natürlich auch, denn der ganz große Knalleffekt bei iOS 10 bleibt sicherlich aus. Stattdessen gibt es sehr viel Finetuning mit kleinen, aber sehr sinnvollen Verbesserungen und einer tieferen Zusammenarbeit zwischen den zum System gehörigen Apps. Und nicht nur zwischen diesen, denn Apple hat an vielen bisher sorgfältig abgedichteten Stellen Schnittstellen für Drittanbieter geschaffen und den Zugriff

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auf Systemdienste ienste wie i Siri Sirri und und einige eini ei nige ge System-Apps Sys yste t m-Apps wie Nachrichten oder Karten geschaffen. Auch Voice-over-IP-Apps erfahren jetzt mehr Gleichberechtigung und dürfen ihre Anrufe genau wie die Telefon-App von Apple auf dem Sperrbildschirm signalisieren und in deren Anrufliste aufführen. Und schließlich hat Apple einigen Apps einen neuen, etwas klarer wirkenden Look verpasst.

Oberflächlich betrachtet

Sc Schon der Sperrbildsc schirm sieht in iOS 10 anders aus, denn die alte Wischgeste zum Entsperren zu wurde zugunsten wu eines simplen Drucks ein auf die Home-Taste au aufgegeben. au

macos o sie sierra maclife.de maclife de

Ein iPhone oder iPad mit iOS 10 erkennt man quasi auf den ersten Blick, denn schon der Sperrbildschirm wurde umgestaltet. Apple hat die bisher bekannte Entsperrgeste, bei der man einen Schieber von links nach rechts wischen musste, abgeschafft und durch einen simplen Druck auf die Home-Taste ersetzt, der viel intuitiver wirkt. Und auch die Töne zum Sperren und Entsperren wurden geändert und erinnern jetzt an das Öffnen und Schließen einer Tür. Auch im Sperrbildschirm gibt es Neues zu entdecken: Ein Wischer nach links ruft sehr viel einfacher als bisher die Kamera auf. Ein Wischer in die andere Richtung bringt die aktuellen Mitteilungen zutage, die sich neu gestaltet und geordnet zeigen. Schon im Sperrbildschirm darf man Bilder und Videos ansehen sowie optional per 3D-Touch auch Nachrichten beantworten. Generell hat Apple die Mitteilungen umgestaltet und die bisher übliche Sor-

Voraussetzung Leider fallen beim Update zu iOS 10 einige Modelle, die iOS 9 noch installieren konnten, weg. Bei den iPhones gilt, das iOS 10 erst ab dem iPhone 5 aufwärts installierbar ist. Mit dem iPhone 4s fällt also das letzte Gerät mit dem alten 30-poligen Anschluss weg und bleibt bei iOS 9 stehen. Bei den iPads sieht es ähnlich aus: iPad 2, 3 und das erste iPad Mini können iOS 10 nicht mehr installieren und auch der iPod Touch 5G fällt weg. Speziell bei den älteren iPads waren schon beim Übergang auf iOS 9 nicht wenige überrascht, dass die alten Geräte noch mit diesem System betrieben werden können – mit iOS 10 wäre ein altes iPad Mini wohl auch schlicht überfordert.


Das neue iOS 10

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tierung der Widgets in der Tagesansicht abgeschafft, stattdessen werden Mitteilungen nach Aktualität sortiert in der Mitteilungszentrale angezeigt.

Erneuerte Apps Wer sowohl die Entwicklung von macOS als auch von iOS verfolgt, sieht schon seit vielen Jahren, dass Apple zahlreiche Neuerungen parallel für beide Systeme einführt. Und so finden sich viele der Neuerungen, die macOS ausmachen, auch bei iOS – oder umgekehrt, denn man kann durchaus behaupten, dass die Mobilgeräte die Desktoprechner zunehmend vor sich hertreiben. Und wie üblich kommt iOS mit einer sehr großen Zahl an Apps schon ab Werk daher, mit denen sich alle Kernaufgaben eines Smartphones oder Tablets abdecken lassen. Viele davon sind vollkommen unverändert geblieben, manche wurden leicht verbessert und einige präsentieren sich im neuen Gewand. Nur eine ist diesmal neu: Die Home-App als neue Zentrale soll dem bereits mit iOS 8 eingeführten HomeKit-Standard für das intelligente Zuhause endlich zum Durchbruch verhelfen (siehe Seite 67).

Bei den Sondersymbolen bietet die Nachrichten-App auch einen eigenen Store.

Unter iOS darf man nun kleine Skizzen wie zuvor auf der Apple Watch versenden.

Auch die iOS-Version von Fotos erzeugt Andenken und bietet dazu einige Optionen an.

Die Suchfunktion findet neben Personen auch Gegenstände in den Fotos.

Nachrichten Die wohl am deutlichsten aufgewertete App ist Nachrichten, also eine der Apps, die auch in macOS Sierra einige Kunststücke dazugelernt hat. Die ursprünglich als SMS-Zentrale gestartete App soll wieder deutlich attraktiver werden und Anwender von Whatsapp weglocken. Dafür hat Apple der iOS-Version noch deutlich mehr Features verpasst als der macOS-Variante. Letztere hat immerhin das Tapback-Feature bekommen, mit dem sich auf unkomplizierte Weise Nachrichten mit Herzchen, Daumen, Lachern oder Fragezeichen kommentieren lassen. Doch unter iOS geht mit Nachrichten noch ganz erheblich mehr: So lassen sich Nachrichten mit Effekten versenden, die die Sprechblase beim Empfang beispielsweise riesengroß, klein und dezent oder sogar in Geheimschrift anzeigen. In letzterem Fall muss man die Nachricht antippen, um sie lesen zu können, und dies ist auch der einzige Effekt, der ebenso auf dem Mac funktioniert. Außerdem lassen sich die Nachrichten auch mit Hintergründen versenden, die beim Empfänger beispielsweise kurzzeitig ein Feuerwerk abbrennen oder Konfetti regnen lassen. Auf dem Mac kommen die so erzeugten Effekte und Hintergründe leider nicht an und werden durch eine Beschreibung in Klammern ersetzt. Was dagegen auch auf dem Mac ankommt, sind die kleinen Skizzen, die man auf iOSGeräten mit der Fingerspitze erzeugen kann und die als animiertes Bild gesendet werden. Mit einfachen Gesten lassen sich auch Kussmünder und dergleichen erzeugen. Über den Markup-Mechanismus lassen sich Fotos übermalen, die über die FacetimeKamera aufgenommen werden. Und schließlich darf man über einen eigens innerhalb der Nachrichten-App eingerichteten Shop besondere Symbole und Animationen erwerben, die ebenfalls als Bild versendet werden und damit auch bei Mac-Anwendern ankommen sollten. Apple selbst

hat im Nachrichten-Store schon einmal die von der Apple Watch bekannten Emojis wie fliegende Herzen oder küssende Smileys untergebracht und zumindest in der Beta-Version auch einige klassische Mac-Symbole wie die gute, alte Bombe oder den lächelnden Mac.

Fotos Die Fotos-App wurde auf iOS-Geräten ebenfalls renoviert und dabei ähnlich aufgewertet wie auch auf dem Mac. Genau wie unter macOS durchforstet die App die Fotomediathek automatisch nach Personen und Gegenständen, nach denen man suchen kann. Die Erkennungsquote hält sich insbesondere bei Gegenständen von Bäumen bis hin zu Gläsern zwar in engen Grenzen, doch die Suchmöglichkeit  X

In iOS 10 finden sich nicht nur aktualisierte Apps und neue Features für den Anwender, sondern auch viele Möglichkeiten für Entwickler und neue Apps.

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mobil

ist dennoch sehr praktisch. Das Erstaunliche an der Personen- und Gegenstandserkennung ist aber, dass iPhone und iPad die Erkennung mit Bordmitteln, also mit ihrem eigenen Prozessor und ohne Austausch mit der Außenwelt bewältigen. Und auch die aus der Mac-Version bekannten „Andenken“, in denen automatisch kleine Dia-Shows zusammengestellt werden, beherrscht die iOS-Version.

Weitere Apps

Schaltet man auf die EmojiTastatur um, lassen sich geschriebene Wörter ersetzen.

Die Karten-App bezieht Vorschläge für die Suche aus anderen Apps mit ein.

System-Apps löschen

In der Karten-App lassen sich zur Routenfindung nun „Fahrdienste“ nutzen, namentlich Taxis und andere Anbieter. Dazu dürfen Drittanbieter sich über eine Schnittstelle einklinken. Der mobile SafariBrowser konnte bisher nicht gut mit eingebetteten Filmen umgehen und zeigte animierte GIFs erst nach dem Antippen, was Apple in iOS 10 korrigiert hat. Gleichzeitig ignoriert der Browser das meist nur zu Werbezwecken eingesetzte Autoplay-Feature für Filme und schont so die Nerven der Surfer. Die MailApp zeigt Konversationen nun ähnlich wie auf dem Mac übersichtlicher an. Außerdem erkennt die App Mailing-Listen und bietet dem Anwender die automatische Abmeldung per Unsubscribe-Mail an, was bei echten Spam-Mails natürlich eher das Gegenteil bewirken dürfte. In der Notizen-App kann man nun ebenso wie bei der Mac-Version Notizen per iCloud mit anderen gemeinsam bearbeiten, wobei die iOS-Version natürlich damit punktet, dass man mit ihr auch Skizzen anfertigen kann. Die Musik-App wurde umgestaltet und umsortiert, was nicht zuletzt den Abonnenten von Apple Music zugutekommt. Die Uhren-App bietet nun die Möglichkeit, eine Schlafenszeit per Mitteilung abends und dezentem Weckton morgens einzufordern. Die Kontakte werden nicht nur in der gleichnamigen App, sondern auch in Mail, Nachrichten oder Telefon in einem neuen Look und mit etwas klarerer Gliederung angezeigt. Und die Health-App kann jetzt – zumindest in den USA – auch als Organspendeausweis dienen, die deutsche Version kann immerhin auf einen solchen hinweisen.

Siri öffnet sich Viele iPhone- und iPad-Besitzer nutzen nur einen Bruchteil der Apps, die Apple dem System beilegt. Das kann daran liegen, dass man sich für die Funktion der App wie beispielsweise die Anzeige von Aktienkursen überhaupt nicht interessiert, oder auch daran, dass man eine mitgelieferte App wie den eher schmächtigen Taschenrechner durch eine leistungsfähigere Alternative aus dem App Store ersetzt und das „Original“ nicht braucht. In iOS 10 darf man nun viele mitgelieferte Apps löschen, darunter auch einige essenzielle wie Mail oder Musik. Will man die App wieder nutzen, findet man sie schnell über den Namen im App Store und kann sie erneut installieren, muss also keine Angst haben, nie mehr an Aktienkurse oder dergleichen zu kommen. Die Apps selbst werden übrigens nicht gelöscht, sondern nur „versteckt“ und nicht mehr unter den aktiven Apps angezeigt, zumal ihr Platzbedarf sehr gering ist. Dass man beispielsweise Mail löschen kann, heißt aber nicht, dass man nun eine andere Mail-App aus dem Store als neue Standard-App für E-Mails festlegen könnte. Dennoch ist die Möglichkeit, kräftig auf dem Gerät aufzuräumen, ein willkommenes und seit Langem gefordertes Feature, das Apple nun endlich liefert.

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Unter macOS ist Siri eine echte Neuerung, doch unter iOS ist die Sprachsteuerung schon lange ein etabliertes Feature, mit dem viele Besitzer ihr iPhone steuern. Doch bislang war man dabei auf Apples eigene Apps beschränkt, konnte Nachrichten verfassen, Mails abrufen oder sich Wetter-Infos besorgen. Doch nun öffnet Apple Siri auch für Fremdentwickler. Dabei sind zunächst nur bestimmte Einsatzgebiete offen: Ziele in Navi-Apps ansteuern, Nachrichten in Whatsapp und Co. senden, Fotos in anderen Apps wie Pinterest suchen, Zahlungen abwickeln, Anrufe in anderen Voice-over-IP-Apps und Trainings starten. Im Auto kommt in Verbindung mit CarPlay noch der Zugriff auf die Klimaanlage und das Radio dazu. Entwickler können mit etwas Aufwand ihre Apps in die bislang Apple vorbehaltene Sprachsteuerung integrieren. Damit wird sich Siri in Zukunft auf dem iPhone und iPad wesentlich flexibler nutzen lassen als bisher.


Das neue iOS 10

Intelligentere Tastatur Mit der von Apple so genannten „Siri Intelligence“ gewinnt auch die Tastatur unter iOS eine auf den Kontext besser reagierende Vorschlagsliste hinzu. Beantwortet man beispielsweise eine Nachricht, finden sich unter den Vorschlägen öfter als bisher schon die passenden Phrasen, was viel Tipparbeit sparen kann. Ebenfalls sehr praktisch ist auch, dass die Rechtschreibkorrektur nun Worte in Fremdsprachen zulässt, anstatt sie durch unpassende Worte in Deutsch zu ersetzen und ohne dafür die Sprache der Tastatur umstellen zu müssen. Und nicht nur in der Nachrichten-App ist die bessere Integration von Emojis sehr praktisch. Zum einen finden sich unter den Wortvorschlägen oft gleich die passenden Emojis zum gerade getippten Begriff. Zum anderen werden, sobald man auf die Emoji-Tastatur umschaltet, automatisch alle Worte von „Sonne“ bis „Pizza“ markiert, für die es ein passendes Emoji-Zeichen gibt – so können auch SmileyMuffel ihre Nachrichten und Mails etwas aufpeppen.

Mehr Offenheit Es gibt außer der Siri-Schnittstelle und den Schnittstellen in der Karten- und Nachrichten-App noch ein Beispiel für die Öffnung des Systems gegenüber den Entwicklern: Voice-over-IP-Apps dürfen nun ihre Anrufe mit dem gleichen Interface wie die TelefonApp oder Facetime im Sperrbildschirm anzeigen und behandeln. Die Anrufe werden außerdem in die Anrufliste der Telefon-App übernommen, sodass diese Apps sich wirklich gleichberechtigt mit der Telefon-App fühlen dürfen. Außerdem können sich Apps tiefer in die Such- und Vorhersagefunktionen des iOS einklinken und beispielsweise Apps ermöglichen, Adressdaten von gerade bearbeiteten Objekten an die Karten-App durchzustecken, sodass diese automatisch in den Suchvorschlägen auftauchen. Die neue Offenheit in vielerlei Richtungen darf man durchaus als kleine Abkehr von der bisherigen Strategie Apples werten, die wirklich gute Integration ins System und die Zusammenarbeit nur zwischen den Apps von Apple zu ermöglichen und Drittanbietern nur die nachrangigen Aufgaben zu überlassen.

Heitere Aussichten? Es gibt natürlich noch viele Kleinigkeiten, die in iOS 10 erneuert wurden: Beispielsweise gibt die Tastatur neue Töne von sich, und unnütze, aber dennoch mitgelieferte Apps lassen sich endlich löschen (siehe Seite 66). An vielen Punkten klappt die Zusammenarbeit zwischen den Apps reibungsloser und die Bedienung fällt leichter als zuvor. Allerdings hat iOS 10 zumindest für manche iPhone- und iPad-Besitzer einen Haken: Noch immer gern genutzte Geräte wie ein iPhone 4s oder iPad 3 können es nicht mehr installieren (siehe Seite 64), sondern bleiben bei iOS 9 stehen. Auf den unterstützten, neueren Geräten hingegen läuft iOS 10 bereits in der ersten Version so flott, rund und zuverlässig, dass man den Umstieg jedem iPhone- und iPad-Besitzer empfehlen kann. W

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Zentrale App für die Steuerung im Smart Home

Die neue Home-App Schon zu iOS-8-Zeiten führte Apple mit HomeKit ein System ein, um mit dem iPhone oder iPad Smart-Home-Geräte zusammenarbeiten zu lassen. Genauer gesagt definiert der HomeKit-Standard Schnittstellen, mit denen iOS-Apps, die zu Smart-Home-Geräten gehören, fremde Geräte steuern können. Auf diese Weise kann theoretisch jede SmartHome-App die Zentrale spielen. Doch das ist bislang eher Theorie, denn so richtig gezündet hat HomeKit bislang noch nicht, insbesondere gab es kaum Apps, die sich als Zentrale hervortun konnten. Also schafft Apple mit der neuen Home-App selbst eine zentrale Schaltstelle, die die HomeKit-Datenbank auf sehr übersichtliche Weise abbildet. Geräte werden einem Ort oder Haus zugeteilt. Dort gibt es verschiedene Untergruppen, wie Zimmer, Bereiche (zum Beispiel Stockwerke) oder Dienstgruppen – das sind Geräte mit einer gemeinsamen Eigenschaft, wie etwa alle Stromverbraucher. Außerdem kann man mehrere Schaltvorgänge zu einer Szene zusammenfassen. So lassen sich mit einem Fingertipp alle dimmbaren Lampen im Esszimmer auf ein angenehmes Beleuchtungsniveau für ein gemütliches Abendessen einstellen und über Zeitpläne oder durch Auslöser steuern. Das Elegante an Apples Lösung ist die Integration ins Kontrollzentrum des iOS, was die Steuerung sehr einfach macht.

Die Home-App bietet eine zentrale Steuerung aller HomeKit-fähigen Geräte.

Die Steuerung ist auch direkt aus dem Kontrollzentrum möglich und gut erreichbar.

Über einfach definierbare Automationen lassen sich Geräte im Smart Home steuern und abfragen.

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Text: Matthias Zehden

umstieg auf ios 10

Update richtig installieren Damit es keine Schwierigkeiten beim Umstieg auf iOS 10 gibt, sollte man einige wichtige Punkte beachten. Wir geben nützliche Tipps für die Vorbereitung und Installation des Systems. ie vielen neuen Funktionen von iOS 10 sind schon verlockend. Doch auch wenn wir Sie bereits von Apples neuem System überzeugen konnten, sollten Sie sich noch einmal kurz zusammenreißen und nicht sofort zum Update schreiten. Es gibt ein paar Dinge, die man vorher überlegen sollte. Dazu gehört die Frage, ob man wirklich gleich oder vielleicht doch erst etwas später umsteigen sollte und wenn ja, auf welchem Weg man iOS 10 am besten installiert. Bevor Sie das tun, sollten Sie auf jeden Fall die vorhandenen Daten des iOS-Geräts sichern. Auch für das Backup gibt es verschiedene Wege.

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Update per iTunes oder iOS? Die Verbindung zu iTunes ist schon lange kein Pflichtprogramm für Backups und Systemupdates mehr, sodass viele Anwender ihre iOS-Geräte gar nicht mehr mit dem Rechner und iTunes verbinden. Die Aktivierung des Geräts kann direkt über dessen Internetverbindung erfolgen, und das Backup der

Daten erfolgt ebenfalls im Netz auf Ihrem iCloudKonto. Apps und Medien werden direkt über die iOSStores geladen. So einfach und reibungslos funktioniert die iOS-Welt im Idealfall. Trotzdem gibt es auch heute noch gute Gründe dafür, iTunes zu nutzen. Am Anfang steht das Backup der vorhandenen Daten. Um das über iCloud zu machen, muss der gebuchte Account groß genug sein. Die kostenlos von Apple zur Verfügung gestellten 5 GB reichen gewöhnlich knapp für das Backup eines Geräts, und

Apple macht den Umstieg gewohnt einfach: Sie starten die Suche und Installation von iOS 10 in den Einstellungen unter „Allgemein > Softwareaktualisierung“. Vorher sollten Sie aber unsere Tipps lesen.

Workshop: Backup mit iCloud

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Das Backup von persönlichen Daten und Einstellungen auf iCloud aktivieren Sie in den Einstellungen unter „iCloud > Backup“. Starten Sie sofort ein Backup. Sie sehen dort auch, wann das letzte erfolgt ist.

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iCloud-Speicher ist knapp. In „Speicher > Speicher verwalten“ sehen Sie, was gesichert wurde. Oben iCloud-Fotos, falls aktiv, darunter Geräte. Löschen Sie hier die Backups alter Geräte, die Sie nicht mehr brauchen.

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Wählen Sie das gerade benutzte Gerät aus, um einzelne Apps vom Backup auszunehmen und so Platz zu sparen. Oberhalb der App-Liste zeigt iOS, wie viel Platz das nächste Backup benötigt.


Umstieg auf iOS 10

das auch nur, weil Apps sowie Musik und Filme aus dem iTunes Store nicht gesichert werden müssen, sondern jederzeit über iTunes in der Cloud erneut aus dem jeweiligen Store geladen werden können. Spätestens bei einer etwas größeren Fotosammlung ist jedoch Schluss. Die umfangreichen Fähigkeiten der iPhone-Kamera, wie Fotoserien, HDR, Zeitlupen oder 4K-Videos, treiben auch die Größe der privaten Sammlung in die Höhe. Und wer noch ein zweites iOS-Gerät besitzt, kommt nicht einmal für ein einfaches Backup der Standarddaten mit den 5 GB aus. So erscheint dann immer öfter die Meldung, dass das Backup auf iCloud nicht durchgeführt werden konnte. Wer nicht auf einen kostenpflichtigen iCloud-Account upgraden will, kann für das Backup einfach auf iTunes ausweichen.

Backup und Update mit iTunes Das Backup mithilfe von iTunes hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist auf dem Rechner in der Regel mehr als genug Platz, wodurch man mit einem kleineren iCloud-Account auskommt. Außerdem kann man das letzte Backup in iTunes dauerhaft sichern und ein neues anfangen. So lässt sich ein bestimmter Zustand, zum Beispiel der vor dem Update auf iOS 10, aufbewahren und bei Bedarf zur Wiederherstellung auswählen. Diese Möglichkeit gibt es beim iCloud-Backup nicht. iCloud aktualisiert das vorhandene Backup bei jeder Sicherung, sodass sich immer nur der jeweils letzte Zustand des Geräts aus dem Backup wiederherstellen lässt. Für den Zugriff auf iPhone & Co. in iTunes öffnen Sie die App auf dem Mac und verbinden das  X

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iTunes-Update Vor dem Umstieg auf iOS 10 oder ein neu erworbenes iOS-Gerät mit iTunes sollte man immer prüfen, ob es eine neue iTunes-Version gibt. Die lässt sich über die Update-Verwaltung des Rechners suchen und installieren oder manuell von Apples Website laden: www.apple.com/ de/itunes/download

Workshop: Backup und Update mit iTunes

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Um vor dem Update aus iOS 10 ein manuelles Backup mit iTunes zu machen, schließen Sie das iPhone oder iPad an den Rechner an. Klicken Sie auf das Gerätesymbol in der Navigationsleiste. Sind mehrere iOS-Geräte verbunden, wählen Sie das gewünschte im Menü aus.

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In der Übersicht finden Sie im Kasten „Backups“ die Sicherungsfunktionen. Achten Sie darauf, dass die Option „Backup verschlüsseln“ aktiv ist, damit Passwörter, Health- und HomeKit-Daten mit gesichert werden. Klicken Sie dann rechts auf „Backup jetzt erstellen“.

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Um den aktuellen Backupstand zu schützen, öffnen Sie die Einstellungen und dort den Bereich „Geräte“. Suchen Sie den Namen des gerade gesicherten Geräts und wählen Sie per Kontextmenü „Archivieren“. Dann klicken Sie auf „OK“. iTunes behält dieses Backup nun dauerhaft.

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Sie können das Update auf iOS 10 jetzt auch gleich in iTunes durchführen. Klicken Sie im oberen Kasten der Übersicht auf „Nach Update suchen“ beziehungsweise auf „Aktualisieren“. Mit „iPhone wiederherstellen“ können Sie das Gerät komplett löschen.

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Als Zweites folgt im iTunes-Fenster der Bereich „Backups“, wo Sie ein Backup der Einstellungen und Benutzerdaten auf dem Rechner starten können. Um das Backup zu beschleunigen und Platz zu sparen, geht iTunes dabei wie iOS beim iCloud-Backup vor: Es aktualisiert ein eventuell schon vorhandenes Backup des Geräts. Wollen Sie das verhindern, öffnen Sie die iTunes-Einstellungen. Dort finden Sie unter „Geräte“ eine Liste der bereits angelegten Backups. Klicken Sie auf das aktuelle Gerät, und wählen Sie im Kontextmenü „Archivieren“. iTunes fügt dem Gerätenamen nun das aktuelle Datum und die Uhrzeit hinzu. Beim nächsten Backup des Geräts beginnt iTunes dann, eine neue Sicherungskopie anzulegen. Die alte mit dem Datum wird nicht mehr überschrieben und steht so dauerhaft zur Wiederherstellung zur Verfügung. Brauchen Sie ein angelegtes Backup irgendwann nicht mehr, wählen Sie es in der Backup-Liste aus und klicken darunter auf „Backup löschen“. Danach bestätigen Sie mit „OK“. Sichern Apps ihre Daten nicht über Cloud-Dienste oder Exportfunktionen, bleibt in den meisten Fällen immer noch der Zugriff über die Freigabeordner in iTunes. Sie finden diese in iTunes unten im Bereich Apps.

Gerät. In der Navigationsleiste von iTunes erscheint dann rechts vom Medienmenü ein kleines iPhoneSymbol. Klicken Sie darauf, um die Geräteübersicht zu öffnen. Sind mehrere iPhones und iPads verbunden, öffnet sich zuerst ein Menü zur Geräteauswahl. In iTunes können Sie nun nach iOS-Updates für das ausgewählte Gerät suchen und dies installieren. Da iTunes das geladene iOS speichert, können Sie es ohne erneuten Download mehrfach installieren, zum Beispiel, wenn Sie mehrere gleichartige Geräte haben oder bei der Systeminstallation beziehungsweise -konfiguration etwas schiefgegangen ist und Sie einen neuen Versuch starten wollen.

Gleich loslegen oder warten? Viele Anwender stürzen sich unbedarft auf jedes Update, um neue Funktionen auszuprobieren und mitreden zu können. Privat ist die Neugierde gut zu verstehen und auch völlig ok. Oft sind iPhone und iPad aber auch – vor allem für professionelle Nutzer – unentbehrliche Arbeitsmittel geworden. Die zuverlässige Funktion ist dann wichtiger, als die neueste iOS-Version zu haben. Gehören Sie zur zweiten Gruppe, überlassen Sie die Fehlersuche im neuen System den anderen. Steigen Sie besser erst auf iOS 10 um, wenn Apple das erste Bugfix in Form von iOS 10.0.1 fertiggestellt hat. Gewöhnlich müssen Sie darauf nicht lange warten. Sind Sie auf FremdApps angewiesen, sollten Sie auch warten, bis deren Entwickler grünes Licht für iOS 10 geben. Am besten verfolgen Sie die Kommentare im App Store.

Workshop: Umstieg vorbereiten

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iCloud ist der zentrale Datenspeicher. Damit Synchronisierung, iCloud Drive und Fotos genug Platz haben, können Sie in den iCloud-Einstellungen unter „Speicher > Speicherplan ändern“ mehr Platz buchen.

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Dokumente, die nicht auf iCloud oder beim Anbieter einer App gesichert werden, lassen sich über Mail, Nachrichten oder Airdrop exportieren. Als alternativer Speicherdienst eignet sich auch Dropbox prima.

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Sind Sie auf bestimmte Apps dringend angewiesen, sollten Sie vor dem Update auf iOS 10 die ersten Kommentare zur neuen Systemversion in den Rezensionen der jeweiligen App im App Store abwarten.


Umstieg auf iOS 10

Update oder Neuanfang?

Ohne Fleiß kein Preis

Haben Sie beschlossen, iOS 10 zu installieren, stellt sich noch die Frage, ob das vorhandene System aktualisiert oder das Gerät von Grund auf neu konfiguriert werden soll. Das Update hat den Vorteil, dass es wesentlich schneller geht und kaum Arbeit macht. Alle Einstellungen und Daten bleiben auf dem Gerät, sodass Sie sofort mit iOS 10 loslegen können. Ein Komfort, der jedoch seinen Preis hat. Wer immer wieder Updates macht, kann im Laufe der Zeit Fehler ansammeln, die iOS weniger stabil laufen lassen. Das können zum Beispiel veraltete Einstellungen sein, die nicht mehr zu den aktuellen Apps passen, oder defekte Bibliotheken oder Fonts, die irgendwann unbemerkt beschädigt wurden. Erst in der Summe machen sich die Fehler später durch Probleme bemerkbar, die dann meistens auf keine unmittelbare Ursache zurückzuführen sind. Macht Ihr iPhone oder iPad schon Probleme, lassen sich Apps nicht öffnen, starten nur langsam oder stürzen öfter ab, ist es an der Zeit für einen „Clean Install“. Dabei setzen Sie iOS 10 nach dem Aufspielen als neues System auf, wenn der Assistent danach fragt, statt ein vorhandenes Update einzuspielen. Nur so wird man wirklich alle Altlasten früherer Installationen los. Damit es gar nicht erst zu Problemen kommt, empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit vorbeugend einen Clean Install zu machen. Über den Daumen gepeilt ist das bei jedem zweiten oder dritten großen Versionssprung von iOS oder einem Gerätewechsel eine gute Idee. Das sind Erfahrungswerte, aber es hängt natürlich vom Einzelfall ab. Probieren Sie ständig alle möglichen neuen Apps und Dienste aus, sollten Sie sich eher an kurze Intervalle halten. Wer sich auf wenige Apps beschränkt und es eher ruhig angehen lässt, kann sich mit dem Clean Install auch gern eine iOS-Generation mehr Zeit lassen.

Die bessere Stabilität und Performance nach dem Clean Install hat ihren Preis. Sie müssen System und Apps neu installieren und konfigurieren. Es gehen Einstellungen, Dokumente, Spielstände und andere Daten verloren, wenn Sie sie nicht vorher exportieren und sichern. Heute ist das zum Glück nicht mehr so viel Arbeit wie früher, da die meisten Apps inzwischen iCloud oder andere Internetdienste nutzen können, um Einstellungen und Dokumente zu speichern. Nach der Neuinstallation der App melden Sie sich dann einfach wieder beim benutzten Dienst an und können weiterarbeiten. Die entschärfte Version der Neuinstallation ist das Löschen des Geräts mit anschließendem Restore aus dem Backup. Dabei werden iOS und Apps neu aufgespielt, aber hinterher Einstellungen und Dokumente aus dem Backup wiederhergestellt. Man schafft gewissermaßen 80 bis 90 Prozent des Weges, behält aber eine gewisse Restwahrscheinlichkeit dafür, über das Backup doch noch wieder ein paar alte Probleme einzuschleppen.

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Altlasten iOS 10 lässt sich ab dem iPhone 5 oder iPad 4 installieren. Die ältesten davon wurden vor ziemlich genau 4 Jahren mit iOS 6 ausgeliefert und können durch zahlreiche Updates viele Altlasten angesammelt haben – höchste Zeit für einen Clean Install. Aber Achtung: Dabei werden sämtliche Benutzerdaten gelöscht, so gehen nicht nur Einstellungen, sondern zum Beispiel auch der Chat-Verlauf, Spielstände und lokale Dokumente verloren.

Fazit Ob Sie Backup und Update direkt auf dem iOS-Gerät starten oder mit iTunes durchführen, ist inzwischen fast Geschmackssache. Aber selbst wenn Sie sich für den einfachen Weg über iOS entscheiden und über ein ausreichend großes iCloud-Konto für das obligatorische Backup Ihrer persönlichen Daten verfügen, empfehlen wir zumindest für die Umstiegsphase ein zusätzliches Backup in iTunes. Außerdem ist das Update der richtige Zeitpunkt, Apps und Daten auf dem iOS-Gerät auszumisten. Das spart nicht nur Platz, sondern vor allem auch viel Zeit beim Restore beziehungsweise Clean Install. Vergessen Sie dabei nicht die im iCloud-Backup gespeicherten Daten. W

Das vollständige Löschen des Geräts mit einem Restore aus dem Backup ist ein guter Kompromiss aus Update und Clean Install.

Workshop: Clean Install starten

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Bevor man ein iPhone für den Clean Install komplett löscht, muss „Mein iPhone suchen“ in den iCloud-Einstellungen deaktiviert werden. Die Funktion verhindert die Geräteaktivierung nach einer Neuinstallation.

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Anschließend öffnen Sie in den Einstellungen „Allgemein > Zurücksetzen“. Hier können Sie mit „Inhalte & Einstellungen löschen“ alle Daten vom iPhone entfernen und es auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

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Nach einigen allgemeinen Einstellungen fragt iOS, ob Sie das iPhone aus einem Backup wiederherstellen wollen. Wählen Sie „Als neues iPhone konfigurieren“. Vorsicht, es werden keine alten Daten zurückgespielt.

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Text: Rainer Franke

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Fotos: Apple inc.

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Update oder neue Uhr? Es muss nicht unbedingt die Apple Watch 2 sein. watchOS 3 beschert auch der ersten Generation viele Verbesserungen an der Oberfläche, mehr Leistung und neue Funktionen im Fitness- und Gesundheitsbereich. Nach dem Update fühlt sich die erste Apple Watch fast wie eine neue Uhr an. ie Meinungen zur Apple Watch sind gespalten. Für die einen ist sie die beste Smart Watch der Welt, für die anderen eher ein teures iPhone-Gadget. Tatsächlich können sich viele potenzielle Käufer zunächst nicht vorstellen, wozu die Uhr denn eigentlich gut ist. Wenn sie sich dann aber zum Kauf durchgerungen haben, geht es ihnen wie uns. Schon nach kurzer Zeit möchte man die Apple Watch nicht wieder hergeben. Die Anzeige der Uhrzeit rutscht bei dem vielseitigen Gerät in den Hintergrund, wie das Telefonieren oder Simsen beim iPhone. Sie ist zwar wichtig, aber nur ein Bruchteil der Möglichkeiten. Durch die immer erreichbare Position am Handgelenk und die Eingabe per Siri wird die Uhr zum perfekten Assistenten.

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iPhone zusammen. Das funktioniert in beiden Richtungen. Die Uhr liefert mit ihren Sensoren für Puls oder Bewegungen Daten ans iPhone. Umgekehrt stellt das iPhone der ihr GPS und Internet zur Verfügung. Erst die Apple Watch 2 besitzt ein eigenes GPS. iOS-Apps geben Daten auf der Uhr aus, nutzen sie auch für Mitteilungen. Auf bekannte WLANs kann schon die erste Watch selbst zugreifen. So kann man zu Hause zum Beispiel die Eingabe per Siri nutzen, ohne dass das iPhone in Reichweite liegt. Man kann auch Musik, Fotos und einige andere Daten lokal auf der Uhr speichern. So kann man zum Beispiel ohne iPhone mit Bluetooth-Kopfhörer und Apple Watch beim Joggen Musik hören.

Großes Update Besser mit iPhone Die Uhr bleibt der verlängerte Arm des iPhone. Viele Apps auf der Watch arbeiten mit Apps auf dem macos sierra maclife.de

Mit dem neuen watchOS stellt Apple die dritte Generation des Uhrensystems vor. Es beschleunigt das Starten von Apps um ein Vielfaches und bessert

Installation Die iOS-App Watch meldet die Verfügbarkeit des Updates mit einer „1“ am Icon. Öffnen Sie die App und dann unter „Meine Uhr > Allgemein > Softwareupdate“. Die App prüft jetzt noch einmal die Verfügbarkeit eines Updates. Zur Installation muss die Watch mindestens 50 Prozent geladen und mit dem Netzteil verbunden sein. Das iPhone muss in Reichweite liegen und mit dem WLAN verbunden sein. Tippen Sie „Laden und installieren“. Der Vorgang kann ein bis zwei Stunden dauern.


watchOS 3

bei der immer wieder kritisierten Performance nach. Dafür sollen zum einen native Apps zum Einsatz kommen, die direkt auf der Uhr laufen. Außerdem parkt watchOS 3 kürzlich benutzte Apps und einige Favoriten im neuen Dock, das durch Drücken der seitlichen Taste aufgerufen wird. Die Apps werden darin aktualisiert, sodass sie Informationen schneller zur Verfügung stellen können. Die gefühlte Geschwindigkeit steigt. Laut Apple soll das Starten von Apps mit watchOS 3 bis zu sieben Mal schneller gehen als beim Vorgänger. Ob es sich hier um Ausnahmen stark optimierter, Apple-eigener Apps handelt oder es tatsächlich als Durchschnitt für alle gilt, werden wir abwarten müssen. Dazu müssen Drittanbieter erst einmal Apps in größerer Zahl zur Verfügung stellen, was wohl gegen Ende September der Fall sein dürfte.

Schönere Nachrichten Ähnlich wie bei iOS 10 legt Apple auch bei watchOS 3 viele optische Effekte bei, die das Verfassen und Beantworten von Nachrichten emotionaler und ausdrucksstärker machen. Dazu gehören kleine Stickersymbole, handschriftlichen Notizen, bildschirmfüllende Effekte wie ein Konfettiregen und „unsichtbare“ Tinte, die die Nachricht erst enthüllt, wenn der Empfänger darüberstreicht. Smart Replies gehen noch schneller, da sie jetzt direkt als Mitteilungsbenachrichtigung verfügbar sind. So lassen sich einfach ein paar Standardantworten anlegen, die dann schnell verschickt sind, falls zu unpassender Zeit eine Nachricht eingeht, auf die eine Reaktion gefordert ist. Individuellere Nachrichten lassen sich über die neue Skribble-Funktion erzeugen: Der Benutzer schreibt einfach mit dem Finger auf das Display, die Apple Watch wandelt das Handgeschriebene dann in Text um.

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watchOS 3 im Überblick

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01 Das Standardzifferblatt heißt „Modular“; Langes Drücken auf das Display erlaubt die Bearbeitung des Zifferblatts. 02 Wischen vom oberen Rand öffnet Mitteilungen. 03 Der rote Punkt signalisiert eine neue Mitteilung. 04 Komplikation „Oben links“, hier Datum. 05 Die Krone: Kurzes Drücken wechselt zwischen Apps und Uhr, doppeltes Drücken zur letzten App, langes Drücken öffnet Siri. Drehen blättert und zoomt. 06 Komplikation „Mitte“, hier Kalender. 07 Wischen vom Rand wechselt Zifferblatt. 08 Komplikation „Unten links“, hier Aktivität. 09 Komplikation „Unten Mitte“, hier Atmen. 10 Wischen vom Rand öffnet Kontrollzentrum. 11 Komplikation „Unten rechts“, hier Batterie. 12 Seitentaste: Drücken öffnet Dock, langes Drücken zeigt Ausschaltdialog mit Notruf.

Partner für das iPhone Wie schon seit der ersten Version des watchOS funktioniert die Apple Watch nur in Zusammenarbeit mit einem iPhone. Bei watchOS 3 muss das ein iPhone mit iOS 10 sein, also mindestens ein iPhone 5. Die Apple Watch kommuniziert unterwegs per Bluetooth mit dem iPhone und kann sich bei bekannten Netzwerken auch (zusätzlich) in das WLAN einloggen. Die Apple Watch nutzt unterwegs die Mobilfunkverbindung des iPhone. Noch gibt es keine Apple Watch mit einem SIM-Slot für die Mobilfunkkarte. Bei der genauen Ortsbestimmung sind die erste Apple Watch und die leicht modifizierte „Series 1“ auf das im iPhone verbaute GPS-Modul angewiesen.

Neue Zifferblätter Den Zifferblättern kommt bei einer Uhr natürlich besondere Bedeutung zu. Sie zeigen nicht einfach nur die Uhrzeit, sondern zum Teil auch noch weitere Informationen („Komplikationen“) wie das lokale Wetter oder anstehende Termine. Ein Tipp auf das Display öffnet dann die zugehörige App. Auch bei den Zifferblättern legt Apple mit watchOS 3 noch einmal nach. Zur ohnehin schon großen Auswahl mit einfachen analogen Zeigern, Chronographen, Fotos oder der vielseitigen digitalen Anzeige gesellen sich nun unter anderem Minnie Mouse, Aktivität und die schlichten und eleganten Numerals. Außerdem kommen für die Zusatzfunktionen weitere Typen hinzu, darunter Training, Musik oder Nachrichten. Nutzer können darüber hinaus Komplikationen zu Foto-, animierten oder ZeitrafferZifferblättern hinzufügen. Für mehr Übersicht beim Angebot der Zifferblätter bietet die Watch-App auf dem iPhone eine Zifferblattgalerie. Hier können Sie einfach ein Zifferblatt auswählen und konfigurieren. Das ist einfacher als auf dem kleineren Display der Uhr. Ihre Favoriten speichern Sie dann in der Galerie für den schnellen Wechsel. Dieser kann in  X

iPhone und Apple Watch sind zunächst zu koppeln.

Auch unter watchOS 3 steuert das iPhone die Apple Watch.

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watchOS 3 ganz einfach durch seitliches Streichen über das Display der Uhr erfolgen. Schon ist das Zifferblatt gewechselt.

Alles für die Fitness Die Fitnessfunktionen sind von jeher ein Argument für die Apple Watch. Damit soll sie außer der Uhr auch einen Fitness-Tracker überflüssig machen. Schon in den vorherigen Versionen von watchOS konnten Fitnessfans auf entsprechende Geräte diverser Hersteller verzichten und stattdessen das integrierte Angebot der Apple Watch nutzen. Vom normalen Aufzeichnen der Bewegung und

Apple hat watchOS 3 nicht nur neue Funktionen spendiert, sondern auch mehr Performance und eine überarbeitete Optik. Die Fitnessfunktionen waren schon immer ein starkes Argument. Mit watchOS 3 lassen sich Ergebnisse mit Freunden austauschen, um die Motivation zu steigern.

Aktivität bis zur Einrichtung kompletter Trainingsszenarien und der automatischen Aufzeichnung des Herzschlags beherrschte die Watch zumindest die Basisfunktionen. Mit watchOS 3 hat Apple nun noch einmal nachgelegt. Mit dem Update oder Update führt Apple die neue App neue Watch? Atmen ein. Sie will den Träger der Die Basisfunktionen Apple Watch daran erinnern, sich lassen sich nur begrenzt während des Tages einen Moment per Software erweitern. Zeit zu nehmen, um kurze, tiefe Dafür ist das Update aber Atemübungen einzulegen. Die Darim Gegensatz zur neuen stellung sowie die haptischen Signale Apple Watch 2 kostenlos. leiten Nutzer zu tiefen Atemzügen Die neue Uhr bietet mehr an, in einzelnen Einheiten zwischen Leistung, ein helleres ein und fünf Minuten. Am Ende der Display und ist vor allem Übungen gibt es eine Zusammenendlich wasserdicht. Ist fassung der Herzfrequenz, die die Ihnen Letzteres nicht Apple Watch über ihren Sensor an wichtig, probieren Sie der Rückseite festhält. erst einmal in Ruhe So regt die Apple Watch den watchOS 3 aus, bevor Benutzer nicht nur mit der App Sie ernsthaft über einen Aktivitäten dazu an, öfter mal Neukauf nachdenken. aufzustehen und sich zu bewegen, sondern leitet ihn auch durch Atemübungen zur Entspannung und Stressreduzierung an. Wenn man sich darauf einlässt, ist das eine prima Sache. Doch diese Funktionen spalten die Anwenderschaft auch. Die eher fitnessorientierten Im Dock (Bilder finden es toll, die eher technikbegeisterte Fraktion oben) werden die ist oft genervt und schaltet die entsprechenden HinApps aktualisiert und starten schnell. weise sofort ab. Das geht natürlich auch. Bilder Mitte: Das Kontrollzentrum und zusätzliche Optionen für Nachrichten. Bilder unten: Die neue App Home erlaubt die Steuerung der HomeKit-Geräte. Langes Drücken der Seitentaste erlaubt Notrufe.

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Aktivitäten im Rollstuhl Apple erhält schon seit geraumer Zeit gute Noten bei der Unterstützung von Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sowohl unter iOS als auch am Mac gibt es viele Hilfestellungen. Mit watchOS 3 wurde die App Aktivität jetzt für Rollstuhlfahrer angepasst. Rollstuhlbewegungen tragen zu den täglichen Kalorienzielen bei, die Erinnerung zum Aufstehen ist eine Erinnerung zum Bewegen mit


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dem Rollstuhl, und außerdem gibt es speziell auf Rollstuhlfahrer zugeschnittene Workouts.

Update-Empfehlung? Die Frage, ob sich der Kauf einer Apple Watch lohnt, ist schwer zu beantworten. Für Sport- und Fitnessfreunde entfällt unter Umständen der Kauf eines Gadgets von Drittanbietern. Wer sein iPhone viel im Einsatz hat, findet in der Apple Watch eine sehr sinnvolle Ergänzung. Als Satellit für diverse Apps informiert sie sehr dezent am Arm über eingetroffene Nachrichten, dient als Freisprecheinrichtung oder führt durch die in Karten laufende Navigation. Das sind nur einige wenige Beispiele. Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm vielseitig. Für das Update auf watchOS 3 fällt uns ein Ratschlag dagegen sehr leicht. Es bietet viele neue Funktionen, macht die Uhr schneller, und wir hatten das Gefühl, dass der Akku nach dem Update länger durchhielt. Das muss noch näher getestet werden, aber im gewohnten Tagesrhythmus wurden aus anderthalb endlich zwei Tage. Dazu kostet es nichts, sodass die Empfehlung nur lauten kann, sofort updaten. Für die immer noch Unentschlossenen wird mit watchOS 3 auf jeden Fall der Anreiz noch größer, sich eine Smartwatch von Apple zu kaufen. W

Die App Aktivität erhält mit dem Update auf watchOS 3 Anpassungen für Rollstuhlfahrer.

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Text: Rainer Franke

apps verwalten

Konfiguration vom iPhone Das iPhone ist nicht nur für die Beschaffung und Installation von Apps für die Apple Watch zuständig, sondern kann auch bei der Konfiguration viele Aufgaben übernehmen

hne Verbindung zum iPhone lässt sich die Apple Watch gar nicht erst in Betrieb nehmen, auch für das Aktualisieren von watchOS ist es zuständig. Außerdem kann man die Uhr vom iPhone aus konfigurieren und mit Apps bestücken. Selbst Einstellungen, die man eigentlich auf der Apple Watch selbst vornehmen kann, wie die Konfiguration des Zifferblatts oder die Anordnung der Apps auf dem Bildschirm, lassen sich viel einfacher auf dem großen Display des iPhone erledigen.

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Watch auf dem iPhone öffnen Zur Konfiguration der Apple Watch öffnen Sie auf dem damit verbundenen iPhone die App Watch. Dort finden Sie unter „Meine Uhr“ diverse Funktionen zur Konfiguration der Uhr. Ganz oben stehen Name und Modell der Watch. Tippen Sie darauf, um das iPhone mit einer anderen Apple Watch zu verbinden. Die App kann mehrere Uhren verwalten. Darunter sehen Sie in der iOS-10-Version der App Ihre Zifferblätter und können einfach auf eines

tippen, um es zu konfigurieren, also zum Beispiel ben auszuwählen oder Komplikationen andere Farben zu tauschen. Rufen Sie in der Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand „Zifferblätter“ auf, sehen Sie eine Übersicht der verfügbaren Designs.

Mit der App Watch lassen sich auch die Zifferblätter der Uhr ganz bequem auf dem iPhone konfigurieren.

Grundlegende Einstellungen Unter den Zifferblättern folgen in „Meine Uhr“ die Basiseinstellungen. Im ersten Block können Sie zum Beispiel Mitteilungen der Apps konfigurieren. Auf der Watch ist ein sparsamer Umgang mit Mitteilungen angesagt, damit sie nicht ständig vibriert. Es folgen die Bereiche für das App-Layout und die

Workshop: Apps konfigurieren

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Zur Konfiguration der mitgelieferten Apps öffnen Sie Watch und blättern unter „Meine Uhr“ bis zur App-Liste. Im ersten Teil finden Sie die standardmäßig auf der Watch befindlichen Apps.

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Wählen Sie eine App aus, um sie zu konfigurieren. Im Bild sehen Sie die neue App Atmen. Für sie kann man zum Beispiel das Intervall einstellen oder eine wöchentliche Zusammenfassung aktivieren.

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Öffnen Sie weiter oben in „Meine Uhr“ das „App-Layout“, um die Anordnung der Apps auf der Uhr zu verändern. Wie auf dem Home-Bildschirm des iPhone berühren und halten Sie ein Icon, um es zu verschieben.


Konfiguration vom iPhone

Zuweisung von Apps zum Dock, die wir beide noch in einem Workshop behandeln. Der nächste Block enthält unter anderem die allgemeinen Einstellungen sowie die für Helligkeit, Textgröße, Töne und Vibrationen („Haptic“). Vor allem die allgemeinen Einstellungen sind wie in iOS eine Fundgrube. Hier finden Sie auch die Einstellungen zum Ausrichten der Uhr für Links- und Rechtshänder oder den coolen Weckermodus, der nachts beim Bewegen der Uhr riesig groß die Zeit anzeigt. Auch die Funktionen für die Suche und die Installation von watchOS-Updates ist in „Allgemein“ zu finden.

Apps für die Uhr verwalten Die restlichen Einstellungen in „Meine Uhr“ beschäftigen sich mit den verfügbaren Apps. Der erste Teil der Liste zeigt Apps, die zum Standardumfang gehören. Diese lassen sich nicht ausschalten. Dafür kann

man sie hier aber auswählen und konfigurieren. rieren. Weiter unten folgt die Liste mit iOS-Apps, die auf dem iPhone installiert sind und die eine App für ür die Apple p können Watch mitbringen. Mithilfe der Watch-App diese Apps hier ausgewählt und installiertt werden. öße etwas Die Übertragung der App kann je nach Größe en auf der dauern. Danach ist sie sofort im App-Screen art der Uhr Uhr sichtbar und einsatzbereit. Ein Neustart n Apps ist nach dem Installieren oder Löschen von nicht nötig. em wenn Was allerdings nötig sein kann, vor allem ung von Sie viele Apps installieren, ist eine Anpassung deren Anordnung auf der Uhr. Es empfiehltt sich, einander inhaltlich zusammengehörige Apps nebeneinander abzulegen, außerdem häufig benutzte Appss innen, htert später weniger wichtige weiter außen. Das erleichtert A h hierhi die Orientierung und das Öffnen der Apps. Auch mit beschäftigen wir uns gleich im Workshop. W

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Sie können die Apps auch auf der Watch sortieren, aber das ist deutlich mühsamer.

Workshop: Mehr Apps und Einstellungen

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Scrollen Sie in der Liste weiter nach unten, folgen die iPhoneApps, die eine App für die Watch mitbringen. Zur Installation tippen Sie auf eine App und schalten „App auf Apple Watch anzeigen“ an.

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Auch für das in watchOS 3 eingeführte Dock gibt es einen gleichnamigen Menü-Eintrag. Wählen Sie „Bearbeiten“, um Apps aus dem Dock zu entfernen oder sie hinzuzufügen. Sie können auch die Reihenfolge ändern.

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In der App-Liste werden die für die Watch ausgewählten Apps mit „Installiert“ markiert. Wird die App gerade auf die Apple Watch kopiert, steht neben dem Namen „Installieren …“.

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Die zusätzlichen Apps können auch Komplikationen für die Zifferblätter der Watch enthalten. Die lassen sich in „Meine Uhr > Komplikationen“ an- und ausschalten. Tippen Sie dafür auf „Bearbeiten“.

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Öffnen Sie auf dem iPhone den App Store, sehen Sie in den Beschreibungen unter dem Icon den Hinweis „Mit Apple WatchApp“, wenn eine App Apples Uhr unterstützt.

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Ist in den allgemeinen Einstellungen der Schalter für die automatische Installation eingeschaltet, werden alle verfügbaren Watch-Apps installiert. Hiermit sollte man vorsichtig sein, da es schnell unübersichtlich wird.

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praxis

Text: Matthias Zehden

alles neu installieren

Neuanfang ohne Altlasten Macht Ihr Mac Probleme oder wollen Sie einfach einen sauberen Start mit Sierra, ist ein frisch ch installiertes macOS mit anschließender manueller Konfiguration figuration der beste Weg. Wir zeigen, worauf es dabei bei ankommt. ei jedem Versionssprung stellt sich die Frage: Update oder als neues System installieren? Auch wenn ein Rechner Probleme macht und man mit der Fehlersuche nicht so richtig weiterkommt, bietet ein Neuanfang die beste Chance für eine Rettung. Ein Clean Install – also die Neuinstallation von macOS mit anschließender manueller Neukonfiguration – macht zwar schon etwas Arbeit, aber so schlimm, wie man im ersten Moment denkt, ist es nun auch wieder nicht. In den folgenden Workshops führen wir Sie schrittweise durch den Vorgang. Der Lohn ist ein Mac, der, von allen Altlasten befreit, wieder schnell und zuverlässig arbeitet.

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Gefährlicher Komfort Apple gibt sich alle Mühe den Übergang von einer Systemgeneration zur nächsten möglichst einfach zu gestalten. Das ist eigentlich eine tolle Sache, aber es verleitet Anwender auch dazu, das System des Rechners von Jahr zu Jahr immer nur zu aktualisieren. So kann es vorkommen, dass sich kleine

Fehler h er in Bibliotheken, Fonts, Einstellungen und hl anderen d ren Komponenten ansammeln. Jeweils für sich de betrachtet, trrachtet, geht von ihnen keine große Gefahr aus, aber err in der Summe leidet dann doch irgendwann die Stabilität des Systems. Es wird langsamer, System und Apps stürzen häufiger ab. Der Prozess schrei-

Workshop: Clean Install vorbereiten

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Der erste Schritt besteht darin, einen Time-Machine-Lauf zu starten, um den aktuellen Stand zu sichern. Dazu wählen Sie „Backup jetzt erstellen“ im Kontextmenü des Docksymbols oder im Statusmenü.

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Um das Startlaufwerk zu klonen, starten Sie von einem anderen Volume. Öffnen Sie das Festplattendienstprogramm. Wählen Sie erst das Zielvolume, dann „Wiederherstellen“ und schließlich als Quelle das Startvolume.

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Sind die Backups erfolgreich gelaufen, starten Sie von dem Klon oder der Rettungspartition. Öffnen Sie wieder das Festplattendienstprogramm, wählen Sie das bisherige Startvolume aus, und löschen Sie es vollständig.


macOS Clean Install

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nen Sie auch bis zum dritten großen OS-X-Update warten. Umgekehrt gilt aber auch, wenn ein Mac bereits Probleme macht, ist spätestens beim nächsten großen Systemsprung ein Clean Install fällig.

Vorbereitungen treffen Ein Clean Install beginnt mit einem Backup. Dabei empfehlen wir, außer dem obligatorischen TimeMachine-Lauf auch eine 1-zu-1-Kopie des Startvolumes auf einer externen USB-Platte anzulegen. Das hat gleich mehrere Vorteile. Der Klon ist nicht nur ein zusätzliches Backup, Sie können auch während des Installationsprozesses direkt davon starten oder sehr einfach Dokumente übernehmen. Später legen Sie das Laufwerk als Archiv in den Schrank. So vorbereitet, können Sie das alte Startlaufwerk löschen, um einen sauberen Neuanfang zu ermöglichen. Dabei reicht es nicht, alle Dateien in den Papierkorb zu ziehen. Sie müssen das Volume mit dem Festplattendienstprogramm löschen, um auch unsichtbare Systemkomponenten zu entfernen. Die Gelegenheit können Sie auch gleich nutzen, um die Partitionierung zu ändern, falls diese nicht mehr Ihren aktuellen Anforderungen entspricht.

Installation starten

tet schleichend voran, was es schwermacht, eine bestimmte Ursache zu finden. Aus diesem Grund empfehlen wir als Faustregel, jedes zweite große Systemupdate zum Anlass zu nehmen, OS X präventiv als frisches System zu installieren. Probieren Sie nicht so oft neue Apps und Erweiterungen aus, kön-

Haben Sie das Zielvolume so weit vorbereitet, laden Sie macOS Sierra aus dem App Store. So bekommen Sie auch gleich die aktuelle Version. Nach dem Download startet das Installationsprogramm automatisch. Haben Sie das Zielvolume ausgewählt, kopiert das Programm einige Daten darauf und startet den Mac neu. Das System wird installiert und startet zur Einrichtung einen Assistenten, der grundlegende Einstellungen, wie Land, Sprache, Zeitzone und Netzwerkzugang, abfragt. Dann folgt die wichX tige Frage, ob Sie Daten von einer vorhandenen

Workshop: macOS Sierra installieren

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Während Sie von der Zweitplatte gebootet haben, laden Sie macOS Sierra aus dem App Store und starten den Installer. Sie klicken Sie auf „Alle Volumes anzeigen“, wählen das Zielvolume und dann „Installieren“.

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Nach der Installation startet der Mac das neue System. Es öffnet sich der Installationsassistent, der diverse Grundeinstellungen für El Capitan abfragt – unter anderem Land, Sprache, Tastatur und Netzwerk.

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Danach fragt der Assistent, ob Sie Daten von einem anderen Rechner oder einem Backup übernehmen wollen. Für den Clean Install lehnen Sie das ab. Zum Abschluss legen Sie den ersten Benutzer an.

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Software Programme aus dem App Store können Sie nach der Anmedung schnell wieder herunterladen. Vergewissern Sie sich vor dem Löschen Ihres Startvolumes, dass Sie auch für andere Apps die nötigen Installationsdateien haben. Einige Apps müssen eventuell vor dem Löschen deaktiviert werden.

Installation übernehmen wollen. Für einen Clean Install verneinen Sie das, schließlich geht es ja gerade darum, sämtliche Altlasten loszuwerden. Im Rahmen der Erstkonfiguration können Sie nun auch gleich Ihre iCloud-ID eintragen, das lässt sich aber auch später noch nachholen. Auch die Ortsbestimmung lassen Sie erst einmal ausgeschaltet. Ist die Basiskonfiguration des Systems abgeschlossen, werden Sie aufgefordert, einen ersten Benutzer-Account anzulegen. Dieser erste Benutzer ist immer ein Administrator und erhält die interne ID 501. Falls Sie den Benutzernamen nicht aus persönlichen Gründen ändern wollen, empfehlen wir, für das neu installierte System den gleichen Hauptbenutzer zu verwenden. Das vermeidet später Probleme mit Apps und Diensten, die sich an Name und ID orientieren. Diese finden dann die gleichen Angaben vor. Zum Abschluss fragt der Assistent, ob

macOS Nutzerdaten zur Diagnose übertragen darf. Um seine Privatsphäre möglichst gut zu schützen, lehnt man das ab.

Systemkonfiguration anpassen Sie haben nun Sierra installiert und können sich als der gerade angelegte Benutzer anmelden. Als Nächstes geht es daran, wichtige Systemfunktionen zu konfigurieren, damit der Mac wieder wie früher funktioniert. Wir wissen natürlich nicht, welche Einstellungen und Dienste Sie vorher benutzt haben, aber wir empfehlen auf jeden Fall den Besuch in einigen wichtigen Systemeinstellungen. Dazu gehört als Erstes die Konfiguration der Update-Einstellungen in „App Store“. Die Suche nach Updates sollte auf jeden Fall aktiv sein. Außerdem empfehlen wir, „Systemdateien und Sicherheits-Updates installieren“ einzuschalten, wenn Sie sich nicht selbst darum

Workshop: Basisfunktionen aktivieren

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Eine der ersten Stationen in den Systemeinstellungen ist die Konfiguration der Updatefunktion. Sie sollten macOS auf jeden Fall suchen lassen. Die automatische Installation ist nur im Ausnahmefall empfehlenswert.

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Die Standardeinstellungen in Sicherheit sind bereits sehr gut. In den meisten Fällen können Sie die Zeitspanne bis zur Passwortabfrage etwas verlängern. Lassen Sie die automatische Anmeldung ausgeschaltet.

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Als Nächstes setzen Sie unter Freigaben wieder den gewohnten Rechnernamen ein und aktiveren die benötigten Dienste. Dabei gilt auf jeden Fall das Motto „weniger ist mehr“.

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Das Backup mit Time Machine sollte selbstverständlich sein. In den Einstellungen der Funktion können Sie das bereits benutzte Backup-Volume auswählen und die Sicherung nach dem Clean Install darauf fortsetzen.

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Haben Sie im Assistenten die Ortung oder den Versand von Diagnosedaten aktiviert, können Sie das unter Privatsphäre korrigieren. Ortung ist eigentlich nur auf MacBooks sinnvoll, ist dort aber ein Akkufresser.

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Mit der Anmeldung bei iCloud können Sie in einem Rutsch die wichtigsten Daten für das frisch installierte System verfügbar machen. Das erspart sehr viel Handarbeit bei der Konfiguration des Rechners.


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kümmern wollen. Das automatische Laden und Installieren von App- und Systemupdates ist dagegen ein zweischneidiges Schwert, da man immer Gefahr läuft, dass Downloads die Internetverbindung zur Unzeit belasten. Außerdem verliert man die Möglichkeit, Updates vor der Installation zu überprüfen, was gerade im professionellen Einsatz unbedingt zu empfehlen ist. Auf der anderen Seite lässt man besser alle Updates installieren als gar keine. Wer sich selbst gar nicht kümmert, sollte lieber die automatischen Optionen als kleineres Übel wählen. Als Nächstes richten Sie in „Benutzer & Gruppen“ weitere Accounts ein, die Sie benötigen. Dann aktivieren Sie in „Freigaben“ benötigte Dienste, aber bitte auch nur diese. Es sollte kein Dienst unnötig aktiviert werden. Denken Sie daran, hier auch den alten Gerätenamen wieder einzutragen. Dann meldet sich der Mac auf anderen Rechnern im Netzwerk wieder mit dem gewohnten Namen. Die Auswahl Ihres Time-Machine-Volumes und das Einschalten des Backups sollten ebenfalls zur Standardkonfiguration gehören. Sie können übrigens wieder das gleiche Volume wie vor dem Clean Install auswählen und das Backup darauf einfach fortsetzen. Der erste Lauf wird trotzdem länger dauern, aber so behalten Sie Zugriff auf die Backup-Historie.

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Für den Haupt-Account, Apps und Einstellungen scheidet der Migrationsassistent beim Clean Install in der Regel aus, Sie können aber später noch andere Benutzer oder Dokumente selektiv aus einem Backup oder von dem Klon übertragen.

Einstellungen zur Sicherheit Tipps zu wichtigen Sicherheitseinstellungen finden Sie ab Seite 36. Sierra erlaubt nur den Start geladener Apps aus dem App Store und optional noch von verifizierten Entwicklern. Bei freien Apps erscheint immer eine Warnung. Das ist auch gut so. Wir empfehlen außerdem einen Passwortschutz und das X Abschalten der automatischen Anmeldung.

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Aus der Cloud Es muss nicht immer iCloud sein. Speicherdienste wie Dropbox sind eine weitere einfache Möglichkeit, Daten unabhängig vom Mac zu sichern. Nach dem Aufspielen des neuen Systems installieren Sie die Software des Dienstes und melden sich mit Ihren Benutzerdaten an. Schon haben Sie wieder vollen Zugriff auf Ihre gespeicherten Dateien.

Ob das Passwort auch beim Beenden des Ruhezustands abgefragt soll und wie schnell, hängt von Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab und davon, ob der Mac einfach für andere Personen zugänglich ist. Das gilt auch für die Volumeverschlüsselung durch Filevault. Die schützt Ihre Daten allerdings auch beim Diebstahl des ganzen Macs aus Wohnung oder Büro. Eine besondere Bedeutung kommt außerdem der iCloud-Anmeldung zu. Wer Apples Cloud-Dienst benutzt, kann durch die Eingabe der Kontodaten nach einer Neuinstallation mit einem Schlag diverse Informationen wie Kontakte, Termine, Mail-Account, Bookmarks und vieles mehr wiederherstellen.

Arbeitsumgebung optimieren Viele Funktionen der Oberfläche des Macs lassen sich individuell anpassen. Das meiste davon ist

Geschmackssache. Ich stelle zum Beispiel auf jedem Mac ohne Retina-Display unter „Allgemein“ die LCD-Schriftglättung aus, um die Lesbarkeit zu verbessern. Einfarbige Schreibtischhintergründe sind vielleicht langweilig, aber übersichtlicher als Bilder mit vielen Details. Wer viel mit Fotos zu tun hat, wird hier wahrscheinlich neutrales Grau bevorzugen. Legen Sie oft Dateien auf dem Schreibtisch ab, empfiehlt sich zudem die Ausrichtung am Raster („Sortieren nach“ in den Darstellungsoptionen). Ein echter Pluspunkt ist dagegen die Aktivierung des Sekundärklicks („Rechte Maustaste“) für die Magic Maus, um für Kontextmenüs nicht immer die Control-Taste mitdrücken zu müssen. In den Finder-Einstellungen für neue Fenster das Home-Verzeichnis oder „Dokumente“ anstelle von „Alle meine Dateien“ auszuwählen kann das Öffnen auf älteren Macs enorm beschleunigen. Außerdem

Workshop: Oberfläche anpassen

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So richtig gut funktioniert die LCD-Schriftglättung eigentlich nur auf Retina-Displays. Auf anderen Bildschirmen schalten Sie sie unten in den allgemeinen Einstellungen ab. Die Darstellung wird dann schärfer.

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Rechtsklick: Aktivieren Sie in den Mauseinstellungen den Sekundärklick für die Magic Maus, damit ein Druck auf der rechten Seite das Kontextmenü öffnet. Außerdem finden Sie hier viele nützliche Gesten.

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Wer gern Dateien auf dem Schreibtisch ablegt, braucht einen schlichten Hintergrund. Detailreiche Fotos sind eher als Dekoration geeignet. In der Auswahlspalte finden Sie auch einfarbige Hintergründe.

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Für Ordnung auf dem Schreibtisch sorgt die Ausrichtung am Raster in den Darstellungsoptionen. Die Symbolvorschau zeigt den Inhalt als Icon. Nett, kann aber die Darstellung auf älteren Macs spürbar verzögern.

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In den Einstellungen des Finders ändern Sie, welchen Inhalt ein neues Fenster zeigt. Ein Ordner öffnet sich schneller als die voreingestellte Dateiübersicht. Hier können Sie auch die LaufwerksIcons aktivieren.

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Nutzen Sie lieber Energie sparen als den Bildschirmschoner. Dient der Mac als Server, sollte der Ruhezustand bei Netzwerkzugriffen beendet werden. Das kostet etwas Strom, macht den Mac aber erreichbar.


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sollten Sie sich wichtige Ordner direkt in Favoriten in der Seitenleiste ziehen. Grafisch aufwendige Bildschirmschoner kosten nur Strom. Konfigurieren Sie lieber „Energie sparen“ vernünftig. Wenn Sie den Bildschirmschoner als Zugriffsschutz verwenden wollen, merken Sie sich lieber den Kurzbefehl [cmd] + [alt] + [Auswerfen] zum Aufruf des Ruhezustands oder [ctrl] + [shift] + [Auswerfen] zum Sperren des Bildschirms. Beides lässt sich bei Bedarf über die Sicherheitseinstellungen mit einem Passwort versehen, ohne das sich der Mac nicht wieder nutzen lässt.

Programme anpassen Zum Abschluss beschäftigen wir uns noch mit den installierten Apps. Auch hier gibt es ein paar wichtige Einstellungen, an die man denken sollte. Der Virencheck bringt auch auf dem Mac immer wieder

Plagegeister zum Vorschein. Gewöhnlich handelt es sich um Windows-Software, die in Zip-Anhängen von Spam-Mails steckt oder als getarnter Download von einer Website erfolgt. Das zeigt recht deutlich, dass man mit Dateien aus dem Netz vorsichtig sein sollte. Deshalb schalten Sie in den SafariEinstellungen unter „Allgemein“ das Öffnen sicherer Dateien ab. Downloads aus unbekannten Quellen sind niemals sicher. Ähnlich verhält es sich mit dem Nachladen von „Entfernten Inhalten“ in E-Mails, zum Beispiel eingebetteten Bildern. Die zugehörige Option in den Darstellungseinstellungen von Mail gehört ebenfalls abgeschaltet. Abgeschlossen wird der Clean Install schließlich durch die Installation von Apps und die Wiederherstellung von Dokumenten. Letztere lassen sich am besten aus einem Backup oder von dem bereits erwähnt Klon-Volume wiederherstellen. W

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Handarbeit Wer seine Daten nicht über iCloud abgleicht, muss wissen, wo er sie findet. Viele liegen in „Benutzer/Name/ Library“. Kontakte finden Sie in „Application Support/AdressBook“. Kalenderdaten liegen in „Calendars“. „Mail“ enthält lokale Postfächer und alte POP3-Konten, „Safari“ die Bookmarks. Schriften liegen in „Fonts“, eventuell auch „Library/Fonts“.

Workshop: Apps konfigurieren

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Da man nicht wirklich vom Dateiformat auf die Sicherheit des Inhalts einer Datei schließen kann, sollte das Öffnen sicherer Downloads unten in den allgemeinen Safari-Einstellungen immer ausgeschaltet werden.

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Ist das System konfiguriert, müssen die fehlenden Apps installiert werden. Der App Store bietet alle Einkäufe übersichtlich zum Download an. Für andere Apps sollten Sie die Installationsdateien sammeln.

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Ähnlich verhält es sich mit dem Nachladen entfernter Inhalte in E-Mails. Das nutzen Spammer gern zum Verifizieren von Adressen, also abschalten. Die Folge sind sonst noch mehr Spam-Mails.

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Damit die Konversation auf Macs und iOS-Geräten synchron läuft, sollten sowohl für Nachrichten (im Bild) als auch für Facetime die gleichen IDs aktiviert und die gleiche Absenderadresse eingetragen sein.

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Ihre persönlichen Daten finden Sie in den Ordnern des Home-Verzeichnisses auf dem Klon-Volume oder im TimeMachine-Backup. Schauen Sie alle Ordner durch, und kopieren Sie benötigte Daten.

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Einige Apps verwenden spezielle Datenformate. Kalender, Kontakte, Mail und Safari legen die Daten zum Beispiel in Ihrem Library-Ordner ab. Einige besitzen auch spezielle Exportund Importfunktionen.

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Text: Matthias Zehden

sierra und ios

Teamwork mit iPhone & Co. Macs arbeiten nicht nur untereinander, sondern auch mit iOS-Geräten eng zusammen. Das betrifft den Austausch von Dokumenten und Daten ebenso wie Internetzugang, Telefon- und SMS-Funktion. eit Jahren wachsen Apples Desktop- und Mobilsysteme immer enger zusammen. Innovative neue Apps und Funktionen, die auf einer Plattform vorgestellt werden, findet man in der Regel spätestens beim nächsten großen Update auch auf der anderen. Beispiele sind AirDrop oder das iCloud Drive. Darüber hinaus bietet Apple unter dem Oberbegriff „Continuity“ – im Deutschen bei Apple „Integration“ genannt – Funktionen für die Zusammenarbeit der Systeme, mit denen wir uns im Folgenden beschäftigen. Die Basis dafür ist iCloud. Es dient nicht nur zum Datenaustausch, sondern sorgt auch dafür, dass sich Geräte, auf denen das gleiche iCloud-Konto eingerichtet ist, automatisch erkennen.

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macOS Sierra und iOS 10 Mit den neuen Systemen verbessert Apple die Zusammenarbeit erneut. Die wichtigste neue Funktion ist sicher die iCloud-basierte Zwischenablage, die Copy-and-paste zwischen Geräten mit macOS 10.12 Sierra und iOS 10 erlaubt. Außerdem erweitert

Die neue Zwischenablage von macOS Sierra und iOS 10 basiert auf iCloud. Sie erlaubt den einfachen Datenaustausch zwischen den Geräten per Copy-and-paste.

Apple die Aufgaben von iCloud Drive, da Sierra den Dokumente-Ordner des Benutzers und den Inhalt des Desktops synchronisieren kann. Aktiviert man die Funktion in den iCloud-Einstellungen, verschiebt macOS einfach die Standardordner Dokumente und Schreibtisch aus dem Homeverzeichnis des Benutzers auf das iCloud Drive. Ein einfaches und effektives Konzept, um seine Dokumente auf mehreren Geräten verfügbar zu machen. Voraussetzung ist allerdings ein ausreichend großer iCloud-Account. Unter iOS können Sie die zugehörigen Ordner in der App iCloud Drive sehen. Das funktioniert übrigens auch schon mit iOS 9.

AirDrop Der bequeme Austausch von Dateien zwischen Macs und iOS-Geräten setzt bei den beteiligten Geräten mindestens OS X 10.10 Yosemite und iOS 7 voraus. Die ältere mit OS X 10.7 eingeführte AirDrop-Version ist nicht mit iOS kompatibel.

Workshop: AirDrop nutzen

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Auf iOS-Geräten aktivieren Sie AirDrop über das Kontrollzentrum. Am zuverlässigsten funktioniert es, wenn Sie für jeden sichtbar sind. Aktivieren Sie AirDrop aber nur, wenn Sie es wirklich gerade brauchen.

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Auf dem Mac wählen Sie AirDrop in der Seitenleiste aus. Der Finder zeigt sichtbare Gegenstellen im lokalen Netz. Unten wählen Sie links, wer Sie sehen kann, und rechts die Suche nach Macs mit OS X 10.7 bis 10.9.

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Um Dateien zu übertragen, ziehen Sie sie im Finder auf das Bild des AirDrop-Partners. Kommt etwas an, fragt macOS, ob Sie die Übertragung annehmen wollen. Die Objekte landen im Ordner „Downloads“.


Integration: Sierra und iOS

Außerdem dehnt Apple das Teamwork auf die Apple Watch aus. Ein Mac mit Sierra erkennt die Watch und kann bei deren Annäherung automatisch den Bildschirm entsperren.

Dateitransfer per AirDrop Mit AirDrop bietet Apple eine Funktion für die einfache Übertragung von Dateien zwischen zwei Geräten an. Im Gegensatz zu klassischen Freigaben erfordert AirDrop praktisch keine Konfiguration, nicht einmal ein gemeinsames lokales Netzwerk. Die Geräte erkennen sich über Bluetooth und stellen dann eine direkte Wi-Fi-Verbindung (Peer-to-Peer) zwischen den beiden Geräten her. So können Sie unkompliziert Dateien übertragen, ohne auf ein lokales WLAN oder einen Server angewiesen zu sein. Die Suche per Bluetooth begrenzt die Reichweite, was gleichzeitig den Missbrauch erschwert.

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Als weiteres Sicherheitsfeature muss man dem Empfang von Daten jeweils zustimmen.

Gerätewechsel mit Handoff Eine tolle Möglichkeit, ein Dokument zu öffnen und dann an einem anderen Gerät daran weiterzuarbeiten, bietet Handoff. Die Funktion dient dabei der automatischen Übergabe des aktuellen Zustands, nicht dem parallelen Öffnen auf mehreren Geräten. So kann man zum Beispiel eine E-Mail auf dem iPhone anfangen und, wenn man merkt, dass der Text doch länger wird, auf dem iPad oder Mac zu Ende schreiben. Oder man öffnet unterwegs unter iOS eine Website und übergibt diese dann zu Hause an Safari auf dem Mac. Natürlich funktioniert auch der umgekehrte Weg vom Mac zum iPhone oder iPad. Viele der von Apple mitgelieferten Apps beider Systemwelten unterstützen Handoff, dazu gehören  X

Mac-Hardware Handoff und die anderen Integrationsfunktionen arbeiten auf den meisten Macs ab Vorstellungsjahr 2012. Hat der Mac einen 5-GHz-fähigen WLANChip, sollte auch die komfortable Verbindung zwischen Mac und iOSGeräten funktionieren.

Workshop: iCloud Drive nutzen

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Eine weitere einfache Methode für den Datenaustausch ist iCloud Drive. Im Gegensatz zu AirDrop erfolgt der Transfer über das Internet, und es können auch mehr als zwei Macs oder iOS-Geräte beteiligt sein.

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Auf einem iOS-Gerät mit der gleichen iCloud-ID aktivieren Sie ebenfalls in den iCloud-Einstellungen die Option „iCloud Drive“. Unter iOS 9 müssen Sie die gleichnamige App eventuell erst einblenden (im Bild: iPad)

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Für den Abgleich von Desktop und Dokumenten öffnen Sie die iCloud-Einstellungen. iCloud Drive muss aktiv sein. Klicken Sie rechts davon auf „Optionen“. Schalten Sie dann „Schreibtisch & Dokumente“ an.

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Ist die Option aktiv, bewegt macOS die zugehörigen Ordner auf das iCloud Drive. „Dokumente“ liegt dann nicht mehr im Benutzerordner, ist aber weiter über das „Gehe zu“-Menü oder [cmd] + [shift] + [O] erreichbar.

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Anschließend wechseln Sie zum Home-Bildschirm und öffnen die App iCloud Drive. Darin finden Sie die Mac-Ordner wieder. Sie können Dokumente laden und per Bereitstellen mit verschiedenen iOS-Apps öffnen.

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Der Dokumente-Ordner besiegelt gewöhnlich, wie die iCloudFotomediathek, das Ende des freien iCloud-Kontos. Für mehr Platz wählen Sie in den Einstellungen unten „Verwalten“, dann „Mehr Speicher kaufen“.

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SMS In den Einstellungen für Nachrichten können Sie auf dem iPhone die SMSWeiterleitung an andere Geräte anschalten, die mit Ihrem iMessageKonto verbunden sind. Aktivieren Sie ein Gerät das erste Mal, müssen Sie zur Sicherheit einen darauf erscheinenden Bestätigungscode auf dem iPhone eingeben.

neben den bereits genannten auch Nachrichten, Notizen und Karten oder die iWork-Programme. Die Aktivierung von Handoff erfolgt sowohl unter macOS als auch iOS im Einstellungsbereich „Allgemein“. Zusätzlich muss, wie schon erwähnt, die gleiche iCloud-ID auf den beteiligten Geräten eingetragen sein.

Zugriff auf Telefon & SMS Wenn Sie das iPhone bei der Arbeit am Mac nicht ständig neben sich liegen haben, sondern es eher auf dem Wohnzimmertisch oder in der Jacke an der Garderobe bleibt, gehören Sie zu den Leuten, die von der Telefon- und SMS-Integration profitieren. Schalten Sie die Funktion auf dem iPhone in den Einstellungen für Telefon und Nachrichten ein, erscheint auf dem Mac eine Mitteilung, wenn am iPhone ein Anruf eingeht. Sie können das Gespräch

annehmen und über Mikrofon und Lautsprecher des Mac führen. Sie können es auch wieder an das iPhone übergeben. Umgekehrt lässt sich auch aus dem Mac-Adressbuch oder Nachrichten ein Kontakt via iPhone anrufen. Die gleiche Funktion integriert die gute alte SMS in die Mac-App Nachrichten. Die SMS befindet sich zwar auf dem Rückzug, aber so ganz darauf verzichten kann man eben doch nicht. Per SMS erreicht man auch die Personen zuverlässig, die kein Smartphone nutzen oder vielleicht gerade keine Internetverbindung haben. Schon seit iOS 9 werden nicht nur iMessages, sondern auch SMS auf dem Mac angezeigt und lassen sich auch beantworten.

Internet mitbenutzen Wer mit dem MacBook oder einem Wi-Fi-iPad unterwegs ist, kann über sein iPhone (oder ein iPad mit

Workshop: Übergabe per Handoff

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Um Handoff auf dem Mac einzuschalten, öffnen Sie in den Systemeinstellungen den Bereich „Allgemein“. Dort aktivieren Sie unten die Option für Handoff. Außerdem muss auf allen Geräten Bluetooth aktiv sein.

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Auf dem Mac erscheint am linken Rand des Docks das Symbol der Handoff-App. Fahren Sie mit dem Mauszeiger darauf, zeigt macOS App-Name und Gerät. Klicken Sie auf das Icon, um die Arbeit am Mac fortzusetzen.

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In iOS finden Sie die Funktion ebenfalls in den allgemeinen Einstellungen (im Bild auf dem iPhone). Tippen Sie darin auf „Handoff“ und aktivieren Sie die Funktion dann mit dem nebenstehenden Schalter.

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Arbeiten Sie nun in einer kompatiblen App, hier zum Beispiel Mail unter iOS, so wird dies auf allen Geräten in Reichweite, auf denen Handoff und die gleiche iCloud-ID aktiv ist, angezeigt.

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Daraufhin öffnet macOS die App und zeigt das Dokument im aktuellen Stand. Eine E-Mail können Sie zum Beispiel an der gleichen Stelle weiterschreiben. Auf dem ersten Gerät wird sie dadurch geschlossen.

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Die Übergabe per Handoff funktioniert natürlich auch umgekehrt vom Mac zum iPhone oder zwischen iOS-Geräten. iOS 9 und 10 zeigen eine aktive HandoffApp unten im App-Umschalter oder im Sperrbildschirm an.


Integration: Sierra und iOS

SIM-Karte) ins Internet gehen. Dafür stellt iOS die Funktion „Persönlicher Hotspot“ bereit. Sie erzeugt ein WLAN, dessen Netz-ID dem Namen des Gerätes entspricht. Das WPA-2-Passwort finden Sie in den iOS-Einstellungen für den persönlichen Hotspot. Die zweite Möglichkeit nennt Apple „Instant Hotspot“. Sie kommt ohne manuelle Aktivierung des Hotspots aus, was Strom spart. Ist auf beiden Geräten die gleiche iCloud-ID eingetragen und Bluetooth aktiv, erscheint der persönliche Hotspot in der WLAN-Auswahl. Sie können ihn hier auswählen und die Datenverbindung mitbenutzen. Dabei verbinden sich die Geräte automatisch, ohne dass Sie das Passwort des Hotspots eingeben müssen. Es ist zwar kaum noch zeitgemäß, aber die Mitbenutzung der Internetverbindung (Tethering) ist nicht in allen Mobilfunktarifen möglich oder muss zum Teil erst kostenpflichtig aktiviert werden. W

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Aktivieren Sie „Persönlicher Hotspot“ auf dem iPhone, steht dessen WLAN auf Ihrem Mac ohne Passworteingabe zur Verfügung, wenn beide die gleiche iCloud-ID haben. Umgekehrt kann man auf dem Mac in den „Freigaben“-Einstellungen eine konventionelle WLAN-Basis starten und die Internetverbindung zur Verfügung stellen.

Workshop: Via iPhone telefonieren

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Die Verbindung zur Telefonfunktion des iPhone wird über Facetime abgewickelt. Daher starten Sie auf dem Mac Facetime, um in dessen Einstellungen „Anrufe vom iPhone“ für die Annahme von Gesprächen zu erlauben.

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Solange die Verbindung über den Mac besteht, zeigt das iPhone in einem grünen Statusbalken die Gesprächsdauer. Tippen Sie auf den Balken, um das Gespräch vom Mac auf das iPhone zurückzuholen.

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Auf dem iPhone können Sie in den Einstellungen für „Telefon > Auf anderen Geräten“ wählen, welche mit der iCloud-ID verknüpften Geräte telefonieren dürfen. Bluetooth und WLAN müssen dafür aktiv sein.

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Sind Mac und iPhone konfiguriert, erscheint bei eingehenden Anrufen eine Mitteilung auf dem Mac (oberes Bild). Mit „Annehmen“ stellen Sie die Verbindung her und können am Mac mit dem Anrufer sprechen.

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In den Einstellungen können Sie die Mitteilungen von Facetime anpassen. Wählen Sie zum Beispiel „Banner“, damit die Info für verpasste Anrufe auf dem Bildschirm stehen bleibt. Das gilt auch für iPhone-Anrufe.

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Sie können auch vom Mac aus Gespräche starten. Klicken Sie in Kontakte oder Nachrichten auf das Hörersymbol, können Sie neben Facetime-Audio auch eine Nummer aufrufen und vom iPhone wählen lassen.

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ie können es dem leidgeprüften Verfasser dieser Zeilen gerne glauben: Irgendwann geht jede Festplatte kaputt, und zwar garantiert dann, wenn Sie es am wenigsten gebrauchen können und Sie ihren Rechner dringend benötigen. Oder Sie löschen aus Unbedarftheit eine Datei, einen Kontakt oder eine Mail, die sich später doch als wichtig erweist. Dabei ist guter Rat eigentlich noch nicht einmal teuer, denn mit Time Machine gehört eine wirklich exzellente Backup-Software zum System, und man muss nichts weiter tun, als eine günstige und ausreichend große USB-Festplatte zu kaufen und an den Mac anzuschließen. Time Machine ist ebenso simpel wie wirkungsvoll. Das stündliche Backup hält die jeweils zu sichernde Datenmenge klein und sorgt dafür, dass man auch zum Schlechten veränderte Dateien wieder auf frühere Versionen zurücksetzen kann. Nach einer Weile verdichtet Time Machine ältere Backups: Nach 24 Stunden werden Backups zu Tagen zusammengefasst, die wiederum einen Monat zur Verfügung stehen, und noch ältere Backups werden zu Wochen zusammengefasst. Reicht der Platz auf dem Volume nicht, werden die ältesten Backups gelöscht.

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backups mit time machine

Sicherheit für wichtige Dateien Das Backup per Time Machine ist die wichtigste Versicherung des Mac-Anwenders vor defekten Festplatten und versehentlich vermurksten Daten. Diese Möglichkeit nicht zu nutzen wäre grober Leichtsinn.

Doppeltes Backup Beim Ausfall der Festplatte des Macs hilft das Backup, doch was ist, wenn die Backup-Platte selbst kaputt geht? Dagegen hilft die seit Längerem mögliche Nutzung von gleich zwei Time-Machine-Festplatten: Sobald in den TimeMachine-Einstellungen ein zweites Volume ausgewählt wird, darf man beide verwenden, und die Backups werden abwechselnd auf beiden Platten gemacht. Diese Möglichkeit lässt sich auch gut einsetzen, um beispielsweise ein Mac-

Workshop: Time Machine einrichten

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War Time Machine bislang noch nie aktiviert, reicht es, eine externe Festplatte an den Rechner anzuschließen, doch natürlich lässt sich das Backup auch jederzeit über die Systemeinstellungen aktivieren und wieder deaktivieren.

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Entscheidet man sich, das Backup verschlüsselt abzulegen, ist ein Passwort nötig. Vorsicht: Die Verschlüsselung lässt sich nur beim Einrichten aktivieren und macht das Backup zwar diebstahlsicher, dafür dauern die Backups aber deutlich länger.

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Fügt man in den Time-MachineEinstellungen ein weiteres Backup-Laufwerk hinzu, lassen sich beide Volumes parallel nutzen. So schützt man sich vor dem Ausfall der Backup-Platte oder kann an zwei Orten denselben Rechner sichern.


Backups mit Time Machine

Book sowohl zu Hause als auch im Büro auf unterschiedlichen Festplatten zu sichern.

Die Größe zählt Es gibt eine einfache Faustregel für die Größe der Time-Machine-Platte: Sie sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Dateivorrat des Rechners, der damit gesichert werden soll. Wer eine gut gefüllte 1-Terabyte-Platte in seinem Rechner hat, sollte also zu einer externen 2-Terabyte-Platte greifen. Da Time Machine bei Platzmangel irgendwann die ältesten Dateien löscht, bedeutet mehr Platz auch, dass man weiter zurückblättern kann, was manchmal sehr praktisch sein kann und angesichts der heutigen Laufwerkspreise auch keine großen Investitionen nach sich zieht. Über die Time-Machine-Einstellungen lassen sich Ordner und Laufwerke von der Sicherung ausnehmen, was sich für häufig wechselnde, riesige Datenmengen wie beispielsweise das TV-Archiv empfiehlt, die sich sonst schnell summieren würden. Viele Programme wie Parallels Desktop nehmen ihre Daten automatisch von der Sicherung aus. Doch je mehr Daten man vom Backup ausnimmt, umso weniger vollständig lässt sich der Rechner im Fall des Falles wieder herstellen.

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Workshop: BackupOptionen verändern

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Über die Optionen lassen sich Ordner vom Backup ausnehmen. Das hat aber nur Sinn für Dateien, die man nur kurz braucht oder leicht auch aus anderer Quelle wiederbeschaffen kann.

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Zur Kontrolle und Steuerung der Time Machine eignet sich das Menüleisten-Symbol am besten. Darüber lässt sich beispielsweise vor einem Update noch schnell ein Backup anwerfen oder der Status kontrollieren.

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Bei Problemen mit dem Time-Machine-Volume kann man eine Reparatur mit dem Festplattendienstprogramm probieren. Wegen der besonderen Dateistruktur kann dies allerdings lange dauern.

Backup übers Netz Sehr gut funktioniert das Backup auch übers lokale Netzwerk, wobei die einfachste Lösung Apples Time Capsules sind, die im Prinzip richtige – wenn auch etwas teure – NAS-Laufwerke sind. Alternativ lassen sich USB-Platten an der Airport-Extreme-Basis anschließen. NAS-Laufwerke anderer Hersteller lassen sich nur mit etwas zusätzlichem Aufwand als Time-Machine-Volumes nutzen, und jeder muss selbst wissen, ob er ausgerechnet bei Backup-Platten auf Bastellösungen setzen möchte. Wer einen ganzen Mac als Server nutzen kann, sollte darauf macOS Server installieren, der jedem Nutzer eine definierbare Menge an Speicherplatz für Backups zur Verfügung stellt und leicht zu konfigurieren ist. Das Backup übers LAN ist natürlich eher langsam, wodurch speziell das erste Backup zur Geduldsprobe wird, doch im späteren Gebrauch merkt man wenig davon. Das ändert sich allerdings, wenn irgendwann ein ganzer Rechner wiederhergestellt werden soll, denn hier macht sich die langsamere Datenübertragung bemerkbar.

Daten wiederherstellen Das Genialste an Time Machine ist die Wiederherstellung von Daten: Man öffnet einfach ein Fenster im Finder, in dem die vermisste oder versehentlich geänderte Datei war, startet Time Machine und kann nun am Zeitstrahl auf der rechten Bildschirmseite zurückblättern, bis die gewünschte Datei erscheint. Klickt man auf Wiederherstellen, holt Time Machine die Datei zurück. Sollte es eine aktuellere Version der Datei geben, kann man das Original zusätzlich erhalten, das entsprechend umbenannt wird. Das Wiederherstellen von Daten unterstützen aber auch einige Programme wie etwa Mail oder Kontakte: Ist

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Platte wählen Seien Sie nicht geizig beim Kauf der BackupPlatte: Neue Platten halten länger als abgelegte, alte Exemplare und sollten möglichst groß und leise sein, damit sie bei der Arbeit nicht stören.

das Programmfenster aktiv und wird Time Machine gestartet, darf man auch hier in der Zeit zurückblättern. Allerdings handhaben diese Apps die Wiederherstellung teils nicht so flexibel wie der Finder.

Komplette Wiederherstellung Wenn man die Festplatte des Macs nach einem Defekt wechseln musste, ist eine komplette Wiederherstellung naheliegend. Da sich der Rechner nicht vom Time-Machine-Volume starten lässt, braucht man die Wiederherstellungspartition oder einen Bootfähigen USB-Stick, bei neueren Macs geht es direkt übers Internet. Nach dem Start kann man ein TimeMachine-Volume und sogar die Uhrzeit des Datenbestandes wählen, den man wiederherstellen will. Die Wiederherstellung kann einige Stunden dauern.

Teilrestauration Über den Migrationsassistenten lassen sich auch Teile eines Time-Machine-Backups wie Programme, Benutzer und Einstellungen selektiv installieren. Das klappt auch dann, wenn das Backup von einem anderen Rechner stammt oder mit einer anderen Systemversion angelegt wurde. Der Migrationsassistent ist also der Mittelweg zwischen dem Finder zur Wiederherstellung einzelner Dateien und dem kompletten Restaurieren eines Rechners.

Organisation von Backups Backups werden auf Time-Machine-Volumes in einem Ordner namens „Backups.backupd“ und dort in einem Ordner mit dem Namen des jeweiligen Rechners gespeichert. Zu jedem Datum gibt es einen

Workshop: Dateien und Daten wiederherstellen

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Das Wiederherstellen von Dateien im Finder ist denkbar einfach: Man öffnet den Ordner, in dem die Datei ist oder war, und klickt auf Time Machine. Mit dem Zeitstrahl rechts blättert man zurück, bis man die Datei wiederhat.

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Stellt man die Datei wieder her, kann man das Original zusätzlich behalten, das daraufhin automatisch umbenannt wird. Für einzelne Dateien und Ordner ist die Restaurierung damit sehr einfach zu machen.

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Auch einige Programme wie hier Mail haben ihre eigene Time-Machine-Strategie. Allerdings lässt sich hier nur der Eingangsordner pauschal wiederherstellen, der Zugriff auf einzelne Mails oder gar den SpamOrdner bleibt unmöglich.

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Schnell hat man einmal eine Visitenkarte verhunzt und eine noch gültige Mailadresse gelöscht. Stellt man eine ältere Version wieder her, wird diese zusätzlich importiert, und man nutzt die Mechanismen des Adressbuches, um das Duplikat aufzulösen.

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Backups mit Time Machine

Ordner mit sämtlichen zu dem Termin vorhandenen Dateien, der aktuellste Stand findet sich immer in „Latest“ ganz unten in der Liste. Wer nicht den Finder, sondern das Time-Machine-Interface zum Durchsuchen nutzen möchte, kann über das DockSymbol „Andere Time Machine-Volumes durchsuchen“ aktivieren. Apple nutzt die Möglichkeiten eines speziell erweiterten Dateisystems für Time Machine, bei dem mehrere Verzeichniseinträge auf die gleiche Datei verweisen dürfen. Klassische Unix-Tools können Time-Machine-Volumes daher nicht kopieren, aber dafür reicht auch der Finder, wenn die neue Platte das passende Format hat und man das Ignorieren der Zugriffsrechte auf dem Zielvolume anwählt. Allerdings dauert die Kopie sehr lange. W

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Backup-Kopien

Ist das Laufwerk passend formatiert und werden die Eigentümer auf dem Volume ignoriert, lassen sich TimeMachine-Volumes mit dem Finder kopieren.

Formatieren Sie das neue Volume mit einer GUID-Partition als Mac OS Extended (Journaled), markieren Sie im Finder das Ignorieren des Eigentümers, schalten Sie Time Machine ab, und kopieren Sie den Backup-Ordner mit dem Finder. Das dauert ewig, funktioniert aber gut.

Workshop: Zugriff auf Backup-Daten

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Der Migrationsassistent kann selektiv Daten und Benutzer von einem Mac zum anderen übertragen und akzeptiert dabei auch Time-Machine-Volumes, die auf anderen Macs oder mit anderen Systemversionen erstellt wurden.

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Der Migrationsassistent findet die Backups aller Rechner auf Time-Machine-Platten und zeigt, wie aktuell sie sind und von welchen Rechnern sie ursprünglich stammen.

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Innerhalb des Backups lassen sich Programme, Benutzer und innerhalb dieser auch deren Daten einzeln auswählen. Der Migrationsassistent bemüht sich, Daten auch zwischen verschiedenen Systemversionen zu übertragen und Konflikte zu beheben.

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Das Time-Machine-Laufwerk lässt sich auch im Finder darstellen und zum Auslesen verwenden, ohne die TimeMachine-Software zu nutzen. Für jeden Sicherungspunkt gibt es einen Ordner mit allen Dateien. Unter „Latest“ findet man immer die aktuellste Version.

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praxis

Text: Matthias Zehden

usb-stick mit installer

Ein Stick für alle Fälle Wie installiert man Sierra ohne funktionierendes Startvolume und ohne Internet? Bauen Sie sich doch aus dem macOS Installer und einem USB-Stick ein startfähiges Installationsmedium für den Notfall. Wir zeigen, wie das geht.

raucht man heute wirklich noch einen USBStick als Installationsmedium? Der Download von macOS Sierra aus dem App Store ist eine bequeme Sache. Man bekommt immer die aktuelle Version, muss die Daten nicht zwischenlagern und kann das System jederzeit installieren. Notfalls startet man den Mac von der Wiederherstellungspartition und legt los. So weit die Theorie. Die Praxis verläuft leider nicht immer so ideal. Ist die Verbindung zum Internet oder zum App Store unterbrochen, ist der Download einfach nicht mehr möglich. Auch wenn man unterwegs mit dem MacBook über das Handy surft, sieht man im Notfall schnell alt aus. Das mobile Datenvolumen eines durchschnitt-

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lichen Mobilfunkvertrags ist dem fast 5 Gigabyte großen Download des Sierra-Installationsprogramms schlicht nicht gewachsen. Viele Hotel-WLANs sind da nicht wesentlich besser. Außer der Beschaffung kann auch die Installation problematisch sein. Man braucht auf jeden Fall ein startfähiges Volume. Ist die interne Festplatte defekt, ist vielleicht nicht einmal der Start von der Wiederherstellungspartition möglich. Haben Sie die Festplatte gerade aus Alters- oder Platzgründen ausgetauscht, ist die Rettungspartition direkt nach dem Einbau noch gar nicht vorhanden. Wer dann kein externes Laufwerk mit startfähigem System griffbereit hat, schaut in die Röhre.

USB-Stick Für den Workshop brauchen Sie einen mindestens 8 Gigabyte großen USB-Stick. Der kostet heute keine 10 Euro mehr. Haben Sie schon einen passenden Stick, prüfen Sie, ob sich darauf noch wichtige Daten befinden, da er komplett gelöscht werden muss.

Workshop: USB-Stick vorbereiten

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Als Erstes laden Sie macOS Sierra aus dem App Store, falls Sie keine aktuelle Version des Installationsprogramms haben oder der Mac sie nach dem Update auf Sierra automatisch gelöscht hat. Startet nach Abschluss des Downloads der Installer, beenden Sie ihn einfach gleich wieder.

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Öffnen Sie das Festplattendienstprogramm, und wählen Sie den Stick unter den externen Geräten aus. Markieren Sie das Gerät (nicht das Volume), und klicken Sie auf „Löschen“. Dadurch wird ein großes Volume erzeugt. Der Stick muss als „Mac OS Extended ( Journaled)“ mit „GUID-Partitionstabelle“ formatiert werden.


Installationsmedium erstellen

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USB-Stick fĂźr den Notfall Eine simple und preisgĂźnstige LĂśsung fĂźr all diese Probleme ist ein startfähiger USB-Stick, bestĂźckt mit den Installationsdaten fĂźr macOS Sierra. Von ihm lässt sich der Mac jederzeit booten und mit einem frischen System versehen. Man kann auch schnell von einem Mac zum nächsten gehen, um bei Bedarf mehrere Installationen hintereinander durchzufĂźhren. Der Stick passt zudem locker mit in die MacBook-Tasche, um Ihnen im Fall der Fälle unterwegs zu helfen. Seit Apple keine Systemmedien mehr verkauft, muss man sich selbst kĂźmmern. Ein startfähiger USB-Stick lässt sich mit wenig Aufwand aus dem Installationsprogramm fĂźr macOS basteln. DafĂźr brauchen Sie neben einem 8 Gigabyte groĂ&#x;en USB-

Stick lediglich das besagte Programm aus dem App Store, das Festplattendienstprogramm, die TerminalApp und – je nach Mac-Modell – etwa eine halbe bis eine Stunde Zeit. Alles Weitere beschreiben wir Schritt fßr Schritt in den unten stehen Workshops, die auch von weniger erfahrenen Mac-Anwender locker zu bewältigen sind. W

Als Alternative kÜnnen Sie Sierra natßrlich auch auf normalem Weg auf einer externen Festplatte installieren und dann den macOS-Installer darauf kopieren. Doch selbst eine 2,5-Zoll-Platte bedeutet auf Reisen mehr Gepäck und mehr Stromverbrauch als ein USB-Stick.

Workshop: Installationsmedium erzeugen

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Die AusfĂźhrung des Terminal-Befehls dauert je nach Mac etwa 10 bis 30 Minuten. Verlieren Sie nicht die Geduld. Erscheint die Meldung „Done“, ist der Stick fertig. Im Finder sehen Sie darauf nur die App „macOS Sierra installieren“. Auf einem Sierra-fähigen Mac kĂśnnen Sie sie starten und die Installation beginnen.

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Um die benĂśtigten Daten auf den Stick zu kopieren, Ăśffnen Sie das Terminal. Dort geben Sie den folgenden Befehl auf einer Zeile ohne UmbrĂźche, Trennstriche und AnfĂźhrungszeichen ein: „     

         

        

    “. Dann drĂźcken Sie die Zeilenschaltung und geben das Administrator-Passwort ein. Das Kommando besteht aus zwei Teilen, dem Befehl „sudo“ fĂźr die AusfĂźhrung mit AdminRechten und dem Befehl „createinstallmedia“. Die Zeile enthält an zwei Stellen den Pfad zur Installations-App, jedoch auf Englisch: „/Applications/Install macOS Sierra. app“. Sie kĂśnnen sich Tipparbeit ersparen, indem Sie dafĂźr die App in das Terminal-Fenster ziehen. Noch ein Hinweis: Auf jeden Backslash „\“ folgt ein Leerzeichen. „Stick“ ist der Name des Volumes auf dem USB-Stick.

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Um einen Mac von dem Stick zu starten, stecken Sie ihn ein. Dann schalten Sie den Mac an oder machen einen Neustart. Halten Sie nach dem Startsound die Wahltaste gedrĂźckt. Im Startvolume Manager wählen Sie nun das USB-Volume „Install macOS Sierra“ aus, danach im Dienstprogramme-Fenster „macOS installieren“.

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Text: Matthias Zehden

Tipps & Tricks

macOS Sierra Nicht alle neuen Funktionen sind leicht zu finden. Mit unseren Tipps und Tricks reizen Sie macOS Sierra besser aus. Wir zeigen, wie Sie Siri und iCloud Drive effektiver nutzen, die Software-Installation vereinfachen und mehr.

Apps aus dem Web installieren Apple hat in Sierra die Einstellungen fĂźr die App-Ăœberwachung Gatekeeper verschärft. In den allgemeinen Sicherheitseinstellungen haben Sie nur noch die Auswahl, Apps-Downloads fĂźr „App Store“ und „Verifizierte Entwickler“ zu erlauben. Die Einstellung „Keine Einschränkungen“ fĂźr beliebige Software fehlt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Apple hat damit nicht die Installation freier Software unterbunden, sondern sorgt nur dafĂźr, dass bei deren Installation immer eine Bestätigung nĂśtig ist. Wollen Sie zum Beispiel nach einer Neueinrichtung des Systems sehr viele freie Apps installieren, kĂśnnen Sie den alten Zustand wiederherstellen. Dazu geben Sie im Terminal den Befehl „      “ ein. Dadurch steht die Option „Keine Einschränkungen“ wieder zur VerfĂźgung. Sie sollten sie aber nur vorĂźbergehend aktivieren. Mit „       “ blenden Sie die Option wieder aus.

iCloud-Dokumente schneller finden

Siris Angebot Während iPhone-Nutzer Siri in der Regel bereits kennen, betreten die Mac-Anwender hier Neuland. Wenn Sie wissen wollen, was Siri alles kann, fragen Sie den Sprachassistenten doch selbst. Auf ein simples „Hilfe“ reagiert Siri mit einer Liste unterstĂźtzter Apps und Themen mit jeweils dazu mĂśglichen Fragen. Sie kĂśnnen auch einfach nach einer beliebigen Spracheingabe unten links im Siri-Fenster auf das unscheinbare graue Fragezeichen klicken. Das bringt ebenfalls die Liste hervor. macos sierra maclife.de

Wenn Sie von der neuen Funktion Gebrauch machen, Schreibtisch und Dokumente Ăźber iCloud zu synchronisieren, lagert Sierra die zugehĂśrigen Ordner auf Ihr iCloud Drive aus. Damit Sie trotzdem noch wie gewohnt Ăźber den privaten Benutzerordner auf die Verzeichnisse zugreifen kĂśnnen, legen Sie darin einfach ein Alias an. Dazu ziehen Sie die beiden Ordner mit gedrĂźckter Wahl- und Befehlstaste in Ihr Home-Verzeichnis.

Ordnerposition in der Listenansicht Sierra bietet neuerdings die MĂśglichkeit, Ordner in der Listendarstellung bei Sortierung nach Name eben nicht einzuordnen, sondern immer oben im Fenster anzuzeigen. Das ist zwar irgendwie nicht richtig, aber manchmal doch ganz praktisch. Die Funktion wird in den FinderEinstellungen unter „Erweitert“ aktiviert. Sie wirkt nur bei Sortierung nach Name.


praxis

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Zusätzliche Utilitys anzeigen

Lokale Dokumente Damit das Synchronisieren Ihrer Dokumente über iCloud nicht den Rahmen des Kontos sprengt beziehungsweise Sie zumindest mit einem günstigen 0,99-Euro-Account für 50 GB Daten auskommen, können Sie einen zusätzlichen Ordner für lokale Dokumente am gewohnten Ort im Home-Verzeichnis anlegen. Dann legen Sie die aktuellen Projekte, auf die Sie mit mehreren Macs und iOS-Geräten zugreifen wollen, in den Dokumente-Ordner in der Cloud und den Rest lagern Sie in dem neuen Ordner, den Sie zum Beispiel „Lokale Dokumente“ nennen. Für den schnellen Zugriff ziehen Sie diesen am besten auch gleich in die Favoriten in der Seitenleiste.

Sierra bringt noch einige weitere Dienstprogramme mit, die normalerweise nicht direkt, sondern über andere Apps aufgerufen werden. Sie finden diese im Ordner „System/Library/CoreServices/ Applications“. Dazu gehören zum Beispiel das Netzwerkdienstprogramm zum Testen von aktiven Ports und Verbindungen (Bild) oder das sehr mächtige Diagnose-Tool für drahtlose Netze, das zum Beispiel auch einen WLAN-Sniffer enthält. Die Apps „Über diesen Mac“ und die neue „Speicherverwaltung“ mit Aufräumenfunktionen für die Festplatte, liegen ebenfalls hier.

Offline diktieren Wegen Siri hat Apple die Einstellungen für die Spracheingabe neu sortiert. Die Diktierfunktion finden Sie jetzt in den Einstellungen für die Tastatur, wo Apple den Reiter „Diktat“ ergänzt hat. Aktivieren Sie die Funktion dort, können Sie überall, wo die Standardfunktion zur Texteingabe aktiv ist, alternativ diktieren. Ihre Sprache wird dabei an Apple übertragen und kommt als Text zurück. Damit das alles auch offline ohne Apples Dienst funktioniert, aktivieren Sie in den Einstellungen die Option „Erweiterte Diktierfunktionen verwenden“. Dafür lädt Sierra dann ein 877 MB großes Sprachpaket herunter.

Siri-Ergebnis in die HeuteAnsicht übernehmen Lassen Sie Siri nach etwas suchen, können Sie das Ergebnis in vielen Fällen in die Heute-Ansicht übernehmen. Fragen Sie zum Beispiel nach dem Wetter an einem Ort, den Sie demnächst besuchen wollen, oder nach Sportergebnissen, so finden Sie im Siri-Ergebnis rechts oben eine kleine Plustaste. Mit ihr übernehmen Sie das Ergebnis in die Heute-Übersicht, wo es beim nächsten Öffnen des Bereichs automatisch aktualisiert wird.

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root-Benutzer aktivieren Der Benutzer „root“ ist eine Art Superadministrator, dessen Rechte weit über die eines normalen Administrators hinausgehen. Da das auch Gefahren birgt und man root im normalen Betrieb nicht braucht, hat Apple das Konto vernünftigerweise deaktiviert. Als root kommt man zum Beispiel auch an den Unix-Unterbau von macOS heran, den man sonst – aus gutem Grund – nie zu sehen bekommt. In Verbindung mit dem Terminal können erfahrene Benutzer zum Beispiel bei Problemen mit nicht löschbaren oder verschwundenen Dateien eingreifen. Wer nicht weiß, was er tut, kann als root aber auch ganz schnell sein System ins Jenseits befördern. Um die Anmeldung als root zu ermöglichen, starten Sie in „System/Library/ CoreServices/Applications“ die App Verzeichnisdienste (1). Klicken Sie auf das Schloss zum Entsperren, und legitimieren Sie sich als Administrator. Dann rufen Sie den Menübefehl „Bearbeiten > root-Benutzer aktivieren“ auf (2). Beim ersten Mal müssen Sie ein Passwort für root festlegen (3). Anschließend können Sie sich mit dem Benutzernamen root und diesem Passwort anmelden, um vollen Zugriff auf die gesamte Festplatte zu haben. Nach getaner Arbeit sollte der root-Account unbedingt auf dem gleichen Wege wieder deaktiviert werden.

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Vorschau 01/2017

Impressum Herausgeber:

Kassian Alexander Goukassian (V.i.S.d.P.) Leitender Redakteur:

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01 Cloud-Dienste effektiver nutzen

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iCloud ist einer der Schlüssel zu Apples Erfolg. Mit macOS Sierra hat auch iCloud viele neue Fähigkeiten erhalten. Wir erklären ausführlich, wie man iCloud in der Praxis effektiver nutzt, vergleichen Apples Dienst mit freien Alternativen und sagen, wofür sich welcher Cloud-Dienst am besten eignet.

siehe Verlagsadresse Tel. +49 (431) 200 766 813 Abonnementbetreuung:

Abo-Service falkemedia Postfach 100331 · 20002 Hamburg Tel: (040) 46860 5228 E-Maill: abo@maclife.de Anzeigen:

02 Online-Auftritt Wer sich einem breiten Publikum präsentieren will, nutzt dafür heutzutage die verschiedenen sozialen Netze. Wir erklären, wie man das passende findet und wie man sich einen überzeugenden Online-Auftritt erstellt.

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03 Smart Home Ständig kommen neue Produk kte auf den Markt, werden besteh hende Lösungen erweitert. Mit der neuen Home-App mischt nun auch Apple bei der Steuerung des smarten n Heims mit. Wir stellen neue Produkte e vor und zeigen aktuelle Smart-HomeLösungen in der Praxis.

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Ausgabe 01/2017 erscheint am 25. November

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Ein Spezial von Mac Life

Alles zum

iPhone 7

weiter auf erfolgskurs:

Apple Watch Series 2 Ein Spezial Performance, Effizienz und Eleganz: Warum das neue von Mac Life Modell die beste Smartwatch ist


iPhone 7

Viele Details zum neuen iPhone waren bereits vorher bekannt. Ein langweiliges Modell ist es trotzdem nicht!

Design

Performance

Wie erwartet hat sich am Design-Konzept im Vergleich zum Vorjahres- und VorvorjahresModell wenig getan. Neu sind vor allem die neuen Farbvarianten „Black“ und „Jet Black“ beziehungsweise „Schwarz“ und „Diamantschwarz“. Letzteres scheint allerdings nicht so kratzfest zu sein wie die anderen Varianten, sodass sogar Apple selbst die Nutzung einer Hülle empfiehlt. Neu ist, dass das Gehäuse ab sofort spritzwassergeschützt und IP67-klassifiziert ist. Außerdem sitzt die rückwärtige Kameralinse nicht mehr auf dem Rücken des iPhone, sondern ist in eine Art Aluminium-Warft eingelassen. Auffällig ist ebenfalls, dass das Gehäuse nun ein Loch weniger hat: Apple lässt jetzt – wie erwartet – die Kopfhörerbuchse weg. Besser versteckt sind die Antennen, die zumindest bei den schwarzen Modellen bestenfalls nur noch zu erahnen sind.

Bei der Leistungssteigerung von Generation zu Generation des iPhone lässt sich Apple seit jeher nicht lumpen. 2016 ist da keine Ausnahme. Das iPhone 7 bietet eine doppelt so hohe Prozessorgeschwindigkeit wie das iPhone 6 und ungefähr 40 Prozent mehr Leistung als der direkte Vorgänger iPhone 6s. Beim Grafikchip konnte Apple sogar noch mehr drauflegen: Dreimal schneller als das iPhone 6 und fast 50 Prozent fixer als das iPhone 6s ist das neue Modell. Außerdem ist es nun mit bis zu 256 GB Speicher zu haben, während das 16-GBModell endlich verschwindet.

EarPods & AirPodss Nachdem Apple sich vom Klinkenanschluss anschluss atürlich verabschiedet hat, musste man natürlich auch die hauseigenen EarPods überarbeiten erarbeiten – oder sie ganz weglassen. Apple hat sich für die erste Variante entschieden und legt dem iPhone 7 die vermutlich meistgenutzten Ohrhörer der Welt in einer Variante für den Lightning-Anschluss bei. Ganz neu hingegen sind die AirPods, ein Paar Bluetooth-Ohrhörer, die untereinander nicht mit einem Kabel verbunden sind. Im Design gleichen sie den EarPods und sehen aus, als hätte einfach jemand die Kabel abgeschnitten. Die von Apple angegebenen fünf Stunden Akkulaufzeit sind zwar etwas dünn, die Aufbewahrungsbox dient allerdings gleichzeitig als Ladeschale, die die AirPods mehr als viermal laden kann.

Home-Button Der Home-Button als echte Taste am iPhone ist passé. Zwar ist der Homebutton weiterhin als solcher zu erkennen, zu erfühlen und funktioniert auch genau so, wie Sie es kennen – eine echte Taste ist er aber nicht mehr. Ganz so wie beim Trackpad in den neuen MacBooks wird hier die Bewegung in Druckrichtung nur vorgetäuscht. In Wahrheit rüttelt die „Taptic Engine“ in horizontaler Richtung, schafft es damit aber, ein Drücken des Knopfs perfekt zu simulieren.

Stereo-Audio Sie haben schon mal im Bett oder auf dem Sofa gelegen und sich ein YouTube-Video, vielleicht sogar eine ganze Episode einer Serie auf dem iPhone angeschaut? Dieses Erlebnis wird jetzt noch besser. Denn Apple spendiert den neuen iPhones ein Paar Stereolautsprecher!

Apple Pay Für deutsche Kunden hält das Warten an. Schon wieder war Apple Pay Thema bei einer Präsentation, schon wieder wurde kein Starttermin für Deutschland verkündet. Immerhin: Noch in diesem Jahr sollen „weitere Länder“ folgen. Zunächst kommt aber nur Japan dran.


Die 10 Highlights von iOS 10 1

Wasserabweisend

Kamera Die größte Neuerung ist die völlig überarbeitete Kamera. Auch das kleinere Modell kommt ab sofort mit einer optischen Bildstabilisation. Die Kamera verfügt jetzt über eine ƒ/1.8-Blende, die einen bis zu 50 Prozent höheren Lichteinfall als beim iPhone 6s ermöglicht, und ein Objektiv mit sechs Elementen. So macht sie bei wenig Licht noch bessere Fotos und Videos. Im iPhone 7 Plus stecken sogar gleich zwei rückwärtige Kameras – eine mit Weitwinkel- und eine mit Teleobjektiv für eine höhere Qualität beim Zoomen. Per SoftwareUpdate liefert Apple eine Porträtfunktion nach, die beide Kameras für einen Schärfentiefe-Effekt nutzt. Der neue True-Tone-Flash kommt jetzt mit vier LEDs, ist bis zu 50 Prozent heller und passt sich noch besser an die Farbtemperatur der Umgebung an. Auch die FaceTime-HD-Kamera wurde aufgebohrt und nimmt jetzt Fotos mit 7 Megapixeln auf.

Zeit wurde es inzwischen wirklich: Das iPhone, also das Gerät, welches man wahrlich ständig mit sich herumträgt, ist endlich auch gegen das Eindringen von Wasser und Staub abgedichtet. Zwar taugt das iPhone auch weiterhin nicht als Unterwasserkamera, überlebt nun aber ohne weiteres auch heftigste Regenschauer, ein Bad in einem verschütteten Getränk, einen Sturz in den Swimmingpool oder – und das passiert häufiger als man glauben mag – ein Abgleiten in die Toilette.

Retina HD Display Selbst am ohnehin schon großartigen Display des iPhone hat Apple weiter getüftelt. Es nutzt jetzt den gleichen Farbraum wie die digitale Filmindustrie und lässt Inhalte noch brillanter und lebendiger wirken. Und es hat die wohl beste Farbverwaltung aller Smartphones. Ein Bild kann durch mehr Abstufungen des Farbspektrums erstellt werden. Dadurch ist das, was man auf dem Display sieht, eine natürlichere Abbildung der Realität. Außerdem ist es nun 25 Prozent heller als noch im iPhone 6s.

Widgets

Bei einem gesperrten iPhone haben Sie nun Zugriff auf noch mehr Informationen durch Widgets. Einfach nach rechts wischen.

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HomeKit

Die neue HomeKit-App ist die zentrale Anlaufstelle für all Ihre smarten Geräte im Haus – wie Thermostate, Kaffeemaschine und Beleuchtung.

3

Nachrichten

Mit iOS 10 kommunizieren Sie interaktiver. Sie können Botschaften per Hand schreiben, animierte Effekte anwenden und große Emojis einsetzen.

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Fotos

Die Fotos-App erstellt aus Ihren Bildern automatisch kleine Erinnerungsfilme und wird bei der Suche nach bestimmten Aufnahmen besser.

5

Karten

Die App schlägt Ihnen für Sie interessante Orte in der Nähe vor und kann bei der Navigation Zwischenstopps einlegen.

6

Siri

Der intelligente Sprachassistent wird kommunikativer und kann nun auch auf Drittanbieter-Apps zugreifen, diese starten und auch steuern.

7

Apple Music

Die Musik-App wurde nicht nur optisch überarbeitet. Neben exklusiven Inhalten kommen kuratierte Playlisten und Songtexte hinzu.

8

Aufwecken

Das Display schaltet sich ein, wenn Sie Ihr iPhone in die Hand nehmen. Sie müssen zum Aktivieren nicht erst eine Taste drücken.

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iCloud

Mit iOS 10 und macOS Sierra haben Sie von überall her Zugriff auf den „Dokumente“-Ordner und den Schreibtisch Ihres Mac.

10

Emojis

Ihr iPhone schlägt Ihnen für geschriebene oder diktierte Texte zukünftig Emojis vor, die einen entsprechenden Text ersetzten können.


Super Mario goes iOS

Apple hat bis heute insgesamt

1.000.000.000

(in Worten: eine Milliarde) iPhones verkauft

Pokémon Go war nur der Anfang. Noch in diesem Jahr bringt Nintendo den zweiten Welterfolg auf das iPhone und iPad. Mit Super Mario Run wagt der ohne Frage beliebteste und bekannteste Klempner der Welt den Sprung von Nintendos eigenen Konsolen in die Apple-Welt. In dem Spiel bewegen Sie Mario durch zahlreiche Level und lenken ihn mithilfe diverser Sprünge in Richtung Ziel. Marios Verhalten ist dabei vom Timing Ihrer Berührungen des Bildschirms abhängig. Das Spiel liefert drei unterschiedliche Spielmodi. Der erste bietet herausfordernde Level, die es abzuschließen gilt, während man Münzen sammelt. Modus müssen Im zweiten zw Level möglichst stilvoll Lev beendet werden. Im dritten bee Modus erschafft man mit Mo den in den ersten beiden Modi ergatterten Münzen und Toads ein eigenes Königreich.

Weltweit sind zurzeit rund

900.000.000 Geräte mit Lightning-Anschluss aktiv

Gesamtzahl der Downloads aus dem App Store:

140.000.000.000 Dabei generiert der App Store zweimal mehr Umsatz als der Google Play Store!

16 GB 32 GB 64 GB 128 GB 256 GB

iPhone SE

iPhone 6s

iPhone 6s +

iPhone 7

iPhone 7 +

478 Euro – 539 Euro – –

– 649 Euro – 759 Euro –

– 759 Euro – 869 Euro –

– 759 Euro – 869 Euro 979 Euro

– 899 Euro – 1.090 Euro 1.190 Euro


Apple Watch Die Apple Watch Series 2 glänzt durch höhere Leistung, GPS, neues Material und ist bis 50 m wasserdicht.

Performance

Nike+

Die Apple Watch Series 2 verfügt über den neuen Doppelkernprozessor „S2“, der 50 Prozent flotter rechnen soll als die CPU des Originalmodells. Die GPU-Leistung hat man auf 60 FPS verdoppelt. Der neue Prozessor tickt indes auch in der ersten Apple Watch, die künftig den Namen „Series 1“ trägt.

Mit niemand Geringerem als dem größten Sportartikelhersteller der Welt entstand eine besondere Variante der Apple Watch: Die „Nike+“ glänzt durch ihr großflächiges Ziffernblatt, das Sportarmband führt Schweiß durch seine Öffnungen ab. Die „Run Club“-App protokolliert Fortschritte und sorgt für den nötigen „Arschtritt“ zum Trainingsstart.

Pokémon Go Der Pokémon-Hype hat jetzt Apples Smartwatch erreicht. Die App verbindet sich auf Wunsch mit dem Fitness-Tracker und protokolliert zurückgelegte Kilometer. Ein spezielles Armband vibriert bei in der Nähe auftauchenden Pokémons.

Display Apple bietet seine SmartwatchSerie weiterhin mit DisplayDiagonalen von 38 und 42 Millimetern an. Allerdings steigerte man die Helligkeit des Displays auf eine Leuchtdichte von 1.000 Nits. An der Batterielaufzeit änderte sich allerdings nichts.

Neues Material Zwar finden sich die aus Gold gefertigten Apple-Watch-Varianten nicht weiter im Programm, eine neue Premium-Version setzt jedoch auf edle weiße Keramik. Das Gehäuse ist damit doppelt so hart wie Stahl. Die Preise beginnen bei 1.449 Euro. Die Aluminium-Varianten in Gold, Roségold, Silber und Space-Grau sind ab 419 Euro erhältlich. Der Preis der ersten Apple Watch fällt auf 319 Euro.

GPS Das wurde auch Zeit: Die Apple Watch Series 2 verfügt über ein GPS-Modul zur Umgebungsund Bewegungsortung. Dadurch emanzipiert sich die Smartwatch nicht nur weiter vom iPhone, sie wird auch besonders für Sportanwendungen attraktiver. Die Uhr zeichnet etwa Distanz, Strecke und Geschwindigkeit auf und ermöglicht so spannende neue Running-Apps.

Wasserdicht Endlich ist die Apple Watch wasserdicht – und das bis zu 50 Meter tief. Damit trotzt sie nicht nur Unwettern, auch Schwimmer brauchen sie nicht mehr abzunehmen. Allerdings darf der Wasserdruck nicht zu hoch sein: Vom Einsatz etwa beim Sporttauchen und Wasserskifahren rät Apple daher bei der nach ISO-Standard 22810:2010 zertifizierten Smartwatch ab.



Mac life sonderheft wissen 06 2016