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BERICHT ZUR 2.VERANSTALTUNG DES „CAFÉ KOLER“ VOM 04.06.2012

GARNECHER RONN

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2. VERANSTALTUNG DES „CAFÉ KOLER“ Zur zweiten Veranstaltung des „Café Koler“, die am Montag, dem 04.06.2012 stattfand, kamen erneut eine Vielzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger im alten Schulhaus in Kahler zusammen. So konnte der lokale Koordinator, Herr Jules Barnig, ca. 35 engagierte Einwohner der kleinen Ortschaft begrüßen, die sich erneut intensiv mit der Ortschaftsentwicklung ihres Heimatdorfes auseinandersetzen wollten. Moderator Thomas Schlicher warf zu Beginn einen Blick zurück auf die erste Abendveranstaltung. Er hob nochmals hervor, dass an der Auftaktveranstaltung vor vierzehn Tagen das primäre Ziel war, einen möglichst großen Querschnitt an allgemeineren Ideen, Problemen, Defiziten im Dorf- und Gemeindeleben herauszufiltern. Diese werden den Gemeindeverantwortlichen zur Berücksichtigung im Rahmen der Gemeindeentwicklungsplanung an die Hand gegeben. Das abschließende Setzen von Schwerpunkten, die den Bürgerinnen und Bürgern dabei besonders am Herzen lagen, verdeutlichte allen Beteiligten noch einmal die Dringlichkeit mancher Probleme bzw. die Wichtigkeit einzelner Themenbereiche für die Dorfbevölkerung. Und genau auf Basis dieser Schwerpunkte setzte die zweite Veranstaltung an. Die in der Auftaktveranstaltung herausgearbeiteten acht Schwerpunktbereiche „Kanalproblematik“, „öffentlicher Transport“, „Verkehrssicherheit“, „Dorfzentrumserhaltung“, „Koler Pompjeeëen“, „Spielplatz“, „Sauberkeit“, „PAG/ Wohnraumentwicklung“ wurden aufgegriffen und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert, ob sie für eine tiefergehende Bearbeitung in einer Arbeitsgruppenphase geeignet wären. Zusätzlich erläuterte Bürgermeister Georges Fohl, in welchen Bereichen die Gemeinde schon aktiv ist bzw. aufgrund der Anregungen der Auftaktveranstaltung jetzt aktiv werden will. So wurde z.B. die Spielplatzproblematik schon vor geraumer Zeit erkannt, weswegen die Instandsetzung des Kahler Spielplatzes seit geraumer Zeit seitens der Gemeinde in Planung ist und zeitnah in die Umsetzungsphase geht. Auch im Bereich der Mobilität laufen seit einiger Zeit intensive Gespräche sowohl mit den beteiligten administrativen Stellen zur Modifizierung der Buslinie, als auch mit den Nachbargemeinden bezüglich der Möglichkeiten eines gemeinsamen Rufbussystems. Auch die Thematik der Umstrukturierungen im Feuerwehrwesen wurde aufgegriffen. Diesbezüglich haben bereits Gespräche mit den zuständigen lokalen Feuerwehrvertretern stattgefunden.

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Die Problematik der Bevölkerung im Bereich des Kanals bei Starkregen war, so Georges Fohl, ein wichtiger Hinweis für die Gemeindeverantwortlichen, diese Thematik mit dem zuständigen Ingenieurbüro nochmals detaillierter zu prüfen. Bezüglich des Zustands der Recyclingcontainer sucht die Gemeinde nach Lösungen. Auch hier geben die Anmerkungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nochmals einen Schub, die Problematik anzugehen. Dies gilt auch für die Verkehrssicherheit auf der „rue prinicipale“, wobei hierzu der Dialog mit der Straßenbauverwaltung gesucht werden muss, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Der PAG befindet sich, so der Bürgermeister, gerade in der Ausarbeitung, so dass Anmerkungen und Anregungen im Rahmen der zukünftigen Entwicklung der Ortschaft willkommen sind. Gleiches gilt für die Schaffung bzw. Aufwertung eines „Dorfzentrums“ - eine Idee, die auch die Gemeindeverantwortlichen als wichtig für die Identifikation der Bewohner mit ihrer Ortschaft halten. Somit wurde allen Beteiligten deutlich, dass bereits unabhängig vom „Café Koler“ verschiedenste Themenbereiche seitens der Gemeinde angegangen worden sind - umgekehrt das „Café Koler“ bereits in seiner ersten Veranstaltung wichtige Impulse gegeben hat, weitere Defizite bzw. deren Dringlichkeit aufzuzeigen, was von den Gemeindeverantwortlichen auch direkt aufgegriffen wurde. Da nicht alle Themenbereiche vertieft werden können, schlug das Moderatorenteam vor, dass die anwesenden Bürgerinnen und Bürger selbst ihre Prioritäten setzen und entscheiden in welchen der acht Themenbereiche sie sich am besten wiederfinden und weiterarbeiten möchten. Durch ein kurzes „Priorisierungsverfahren“ entschieden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich, dass folgende vier Themenbereiche im Detail ausgearbeitet werden sollten: •

Verkehrssicherheit

Öffentlicher Transport

Dorfzentrumserhaltung/ -treff

Siedlungsentwicklung

Nachdem sich jeder einzelne der von ihm präferierten Arbeitsgruppe (AG) zugeordnet hatte, begann eine intensive Arbeitsphase, die ähnlich der Auftaktveranstaltung in „Rundtischgesprächen“ durchgeführt wurde. •

So sollten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger in einer ersten Diskussionsrunde den Ist-Zustand ihres Themas aus ihrer Sicht beschreiben. Die AG „Verkehrssicherheit“ analysierte u.a., welche Probleme es im Bereich der Verkehrssicherheit in der Ortschaft Kahler gibt, dass diese zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Stellen im Ort auftreten und wodurch Probleme verursacht werden.

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Die AG „öffentlicher Transport“ stellte u.a. das Fehlen flexibler Bussysteme fest. Es wurde weiterhin analysiert, dass die Taktung der Regelbusse der Linie 335 nicht auf den Zug in Kleinbettingen abgestimmt sind und Direktverbindungen nach Steinfort fehlen. Die AG „Dorftreff“ machte zuerst eine Bestandsaufnahme, welche öffentlichen Gebäude für ein aktives Dorfzentrum im Sinne eines Vereinsbaus in Frage kommen (alte Schule, Feuerwehrbau, Pfarrhaus, Lokalverein), um darauf aufbauend die Defizite der vorhandenen Strukturen (Zustand, veraltete Bausubstanz, antiquierte technische Ausstattung, fehlende Parkplätze) auszumachen. Die AG „Siedlungsentwicklung“ konzentrierte sich nochmals auf das Herausarbeiten der notwendigen Rahmenbedingung, die für eine homogene Siedlungsentwicklung geschaffen werden müssen (Aufwertung alter Bausubstanz, Erhalt und Aufwertung des Orts- und Landschaftbildes, Instandsetzung des Kanalnetzes als Basis für weitere bauliche Entwicklungen). •

Im zweiten Teil der Diskussion sollten die Arbeitsgruppen den angestrebten Soll-Zustand ihres Themenfelds betreffend beschreiben. Die AG „Verkehrssicherheit“ machte dazu bereits umsetzbare Vorschläge bezüglich der Anwendung optischer Maßnahmen zur Einengung des Straßenraums, besseren Beschilderung der Radwege und besseren Beleuchtung der Zebrastreifen sowie der Umsetzung von „Rüttelstreifen“ an den Ortseinfahrten, um bei Überfahrung den Autofahrer akustisch zur Geschwindigkeitsreduzierung zu bewegen. Die AG „öffentlicher Transport“ war eine abgestimmte Taktung der RGTR-Linie 335 auf die Abfahrtszeiten des Zugs in Kleinbettingen wichtig - am besten im Verbund mit einer Verlängerung der Linie, um das Regionale Zentrum Steinfort ohne Umsteigen direkt von Kahler aus zu erreichen. Aber auch flexible Bussysteme wie z.B. ein „Dorf-Hopper“, der u.a. die einzelnen Ortschaften der Gemeinde Garnich miteinander verbindet, wäre zu überdenken. Die AG „Dorfzentrum“ hatte bereits sehr konkrete Vorstellungen bezüglich der Umnutzung bzw. Inwertsetzung der öffentlichen Gebäude im Hinblick auf ein Dorfzentrum. So sind in Kahler einige aktive Vereine vorhanden, für die entsprechende Räumlichkeiten geschaffen werden sollten. Der Komplex Schule-Feuerwehrbau wäre komplett zu überdenken, eventuell um die beiden kleinen in ein größeres Gebäude mit entsprechenden Räumlichkeiten und Infrastrukturen „umzuwandeln“. Auch sollten vernünftige Betreiberstrukturen geschaffen werden (z.B. Gründung einer „ASBL“) die sich um die „Verwaltung“ eines solchen Komplexes kümmert und eventuell auch Zusatzangebote (commerce de proximité“, Duerfcafé“, eventuell sogar ein kleines Kino) anbieten könnte. Die AG „Siedlungsentwicklung“ wünscht sich insbesondere eine Aufwertung des Ortsbildes, teils durch eigenverantwortliches handeln der Einwohner („den Ort sauber halten“), teils durch Maßnahmen seitens der Gemeindeverantwortlichen (Instandhaltung von Wegen, Schutz alter

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Bausubstanz im Rahmen der Baugenehmigungsverfahren). Zusätzlich könnte ein Wettbewerb „village fleuri“/ „unser Dorf soll schöner werden“ die Einwohner motivieren, das Ortsbild von Kahler nachhaltig zu sichern. Zusätzliche Studien bezüglich des Kanalnetzes bzw. der Tragfähigkeit von „commerce de proximité“ würden ebenfalls dazu beitragen, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. •

Die dritte Diskussionsrunde diente dazu, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich selbst verdeutlichen, welche Hindernisse bzw. Restriktionen ihren „Wunschvorstellungen“ entgegenstehen. Die AG „Verkehrssicherheit“ sah dabei prioritär das Problem, dass die „Haaptstrooss“ als CR in den Zuständigkeitsbereich der Straßenbauverwaltung fällt und somit der Handlungsspielraum der Gemeinde sowie der Bürger eingeschränkt ist. Es wurde jedoch auch betont, dass der in der zweiten Runde skizzierte „Soll-Zustand“ realisierbar ist - da angepasste Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vorgeschlagen wurden, die auch an Staatsstraßen möglich sind. Die AG „öffentlicher Transport“ war sich bewusst, dass durch die geographische Lage (am Rande des Großherzogtums) sowie durch die geringe Größe (Einwohnerzahl) die wirtschaftliche Tragfähigkeit für den öffentlichen Transport eingeschränkt ist. Trotzdem wären - bei entsprechendem Engagement der zuständigen Behörden - kleinere Modifizierungen möglich, die jedoch zu signifikanten Verbesserungen führen können. Eine Kombination von Verbesserungen im Regelverkehr mit einem flexiblen Kleinbussystem würde diesen Effekt noch verstärken. Die AG „Dorftreff“ sieht als größte Restriktion die notwendigen finanziellen Mittel. Beschränkt man sich auf den Gebäudekomplex Schule/ Feuerwehrbau, so wäre zumindest das Grundstück vorhanden (Gemeindeeigentum) - auch wenn eventuell Erweiterungsflächen für bestimmte Sekundärnutzungen (Parken) notwendig sind. Bei dem angestrebten Gebäudekomplex stehen die benötigten finanziellen Mittel in Relation u.a. zu den gewünschten Räumlichkeiten – z.B. ob für alle Vereine eigene Räume geschaffen werden sollen oder auch Gemeinschaftsräume möglich sind. Auch die AG „Siedlungsentwicklung“ sieht die finanziellen Mittel als zentralen Knackpunkt an, zumindest was größere notwendige Infrastrukturinvestitionen angeht. Aber auch der Stellenwert der Ortschaft Kahler innerhalb der Gemeinde wurde kritisch hinterfragt.

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Nach dem Ende der dritten Diskussionsrunde stellte jeder der vier Arbeitsgruppen die Ergebnisse der drei Diskussionsrunden vor. Es begann die AG „Verkehrssicherheit“ mit ihren Ergebnissen, die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der anderen Arbeitsgruppen hörten intensiv zu und bekamen dann die Gelegenheit, in einer kurzen offenen Diskussion eigene Anmerkungen als „Nicht-AG-Teilnehmer“ zu ergänzen. Auch die Arbeitsgruppen „öffentlicher Transport“, „Dorfzentrum“ und „Siedlungsentwicklung“ präsentierten ihre Resultate, wiederum ergänzt durch die Anmerkungen der jeweils anderen „Nicht-AG-Teilnehmer“. So wurden einerseits alle Beteiligten darüber informiert, was in den anderen Arbeitsgruppen erarbeitet wurde. Andererseits konnten zusätzliche Aspekte von außerhalb der Arbeitsgruppe gesammelt werden, die die jeweiligen AGs im weiteren Verlauf nutzen können (u.a. im Bereich des öffentlichen Transports, wo aufgrund der Fusion der Nachbargemeinde Küntzig, die nun zum Verkehrsverbund TICE gehört, neue Vernetzungen entstehen, von denen auch die Nachbargemeinden wie z.B. Garnich profitieren könnten). Zum Ausklang gab das Moderatorenteam einen Ausblick auf die folgende Abschlussveranstaltung des „Café Koler“. In genau einer Woche werden sich die Arbeitsgruppen an gleicher Stelle zur gleichen Zeit wieder treffen, um erste Lösungsansätze für ihren Themenbereich herauszuarbeiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen dazu zu Beginn der nächsten Sitzung Informationsmaterial an die Hand, ein Internetzugang wird versucht einzurichten und zusätzlich werden „Experten“ zur Verfügung stehen, die bei Bedarf und auf Wunsch der Gruppe diese mit Informationen versorgen können. Abschließend bedankte sich Herr Barnig für die rege Teilnahme und das engagierte und profunde Arbeiten der anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Er lud zusammen mit Bürgermeister Georges Fohl - in der Hoffnung auf eine ähnlich hohe Beteiligung - zur nächsten Veranstaltung für die Ortschaft Kahler ein, die stattfindet am:

Montag, den 11. Juni 2012 um 19.30h in der alten Schule Kahler Herr Jules Barnig als „örtlicher Koordinator“ sowie die Moderatoren stehen für weitere Informationen gerne zur Verfügung. CO3 s.à r.l. 3 ,bd de l´Alzette L-1124 Luxembourg, Tel : 26 68 41 29, mail : info@co3.lu

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Arbeitsgruppe (AG) „Verkehrssicherheit“

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Arbeitsgruppe (AG) „Öffentlicher Transport“

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Arbeitsgruppe (AG) „Dorftreff/ Dorfzentrum“

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Arbeitsgruppe (AG) „Siedlungsentwicklung/ Wohnraum schaffen“

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