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AUSGABE 1/2012

MOTION DAS KUNDENMAGAZIN DER SCHLEIFRING GRUPPE

Ökologisch und effizient Mit innovativen Lösungen und Maschinen der SCHLEIFRING Gruppe nachhaltig produzieren

FLUGZEUGTURBINEN: BLOHM und MÄGERLE steigern die Effizienz KALIFORNIEN: Vorreiter des Klima- und Umweltschutzes in den USA 100 JAHRE: Die Fritz Studer AG feiert Geburtstag


SCHLEIFEN MIT WINTERTHUR: SCHNITTIGE LÖSUNGEN FÜR SCHLANKE PROZESSE

Schweiz Winterthur Schleiftechnik AG 8411 Winterthur Tel.: +41 (0)52 234 41 41 wst@winterthurtechnology.com

Österreich Rappold Winterthur Technologie GmbH 9500 Villach Tel.: +43 (0)42 42 41 811 0 office@winterthurtechnology.at

www.winterthurtechnology.com

Deutschland Winterthur Technology GmbH 72766 Reutlingen Tel.: +49 (0)7121 93 24 0 de.info@winterthurtechnology.com

WENDT GmbH 40670 Meerbusch Tel.: +49 (0)2159 67 10 sales@winterthurtechnology.com


EDITORIAL

Verantwortung übernehmen

Liebe Leserinnen und Leser, Gesellschaft, Politik und Industrie diskutieren viel über das Thema Nachhaltigkeit – ein Begriff, mit dem viele Forderungen und Erwartungen verbunden sind. In Bezug auf neue Energiekonzepte, den Umgang mit knappen Ressourcen und auf eine Senkung des Energieverbrauchs wird gefragt, wie und wo Einsparpotenziale erschlossen werden können. Wer sieht sich in der Pflicht? Und wer hat die Kompetenz und das Potenzial, marktreife und effektive Lösungen zu entwickeln und anzubieten? Die SCHLEIFRING Gruppe stellt sich dieser Herausforderung. Wir streben nach höchstmöglicher Produktqualität und einem sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen. Das gilt für Produktionsprozesse, die Schleifmaschinen und deren Einsatz beim Kunden. Konsequent entwickeln unsere Ingenieure neue Technologien und Verfahren, die weniger Energie bei maximaler Produktivität verbrauchen, Rohstoffe schonen und Emissionen auf ein Minimum reduzieren. Alle SCHLEIFRING Unternehmen dürfen deshalb die Marke „Blue Competence“ führen. Darauf sind wir stolz.

Ihr

Seit jeher treiben uns Pioniergeist und Innovationskraft an. Mit Erfolg – wie man am Beispiel der Fritz Studer AG sehen kann. In 100 Jahren Firmengeschichte ist das Unternehmen zum weltweiten Marktführer in der Rundschleiftechnik aufgestiegen. Stephan Nell Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

CEO Körber Schleifring AG

MOTION 01/12

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INHALT

18 4

MOTION 01/12 02/11


I N H A LT

NEWS 06

MÄRKTE & TRENDS

Aktuelles aus den Unternehmen

22

Länderspezial Kalifornien Mit ambitionierten Umweltrichtlinien

TITELGESCHICHTE 08

will der Sonnenstaat grüner werden

Nachhaltig handeln Energie- und ressourcenschonende

MOTIONS & MORE

Fertigungslösungen der Unterneh-

32

100. Geburtstag Wie sich die Fritz Studer AG vom

men der SCHLEIFRING Gruppe

Pionier zum Marktführer entwickelte

TOOLS & TECH NOLOGY 14

Einsparpotenziale ausschöpfen MOTION im Gespräch mit Prof. Dr. Konrad Wegener von der ETH Zürich

18

Leistung rauf, Energie runter Lösungen von BLOHM und MAEGERLE steigern die Effizienz von Flugzeugturbinen

26

System- und Lösungsanbieter Die Partner WALTER und EWAG intensivieren die Zusammenarbeit und bieten Service und Leistungen aus einer Hand

28

Ideen mit großer Wirkung WALTER senkt den Energiebedarf der HELITRONIC POWER Maschinen

43

28

News to use Praktische Produktionstipps

34

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50 Jahre STUDER Know-how Kunio Kitamura führte die Marke in Japan zum Erfolg

36

Erfolgsfaktor Mitarbeiter Über die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in den Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe

40

Mit dem Rucksack durch die Welt MAEGERLE Manager Hans Seifert wandert regelmäßig entlang der rauen Küste Kanadas

IMPRESSUM Herausgeber: Körber Schleifring AG, Hamburg Chefredaktion: Peter Lütjens Realisation: JDB MEDIA GmbH, Schanzenstraße 70, 20357 Hamburg, Deutschland, www.jdb.de Projektleitung: Jan Hawerkamp Art Direction: Claudia Schiersch Redaktion: Marc-Oliver Prier (Ltg.), Ira Schroers, Barbara Schulze, Klaus Vogt, Maresa Wolbert Layout: Steffi Pflugbeil (Ltg.), Sandra, Haberlandt, Yvonne Vahland Bildredaktion: Julia Poppe (Ltg.) Übersetzung/Lektorat: Ü-Werk GmbH Fotos: dpa (1), iStockphoto (4), Getty Images(Titel+2), JDB(1), Kilian J. Kessler(2), laif(1) Litho: Fire Dept. GmbH, Hamburg Druck: NEEF + STUMME premium printing GmbH & Co. KG, Wittingen

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NEWS

WA LT E R

Schleifen und Messen perfektioniert

A

uf der GrindTec 2012 im März präsentierte die Walter Maschinenbau

GmbH neue Software- und Hardwarelösungen für das Werkzeugschleifen und die optische Messtechnik.

` Optimierte Kinematik Mit der neuen Hochleistungs-Werkzeugschleifmaschine HELITRONIC VISION LONG können rotationssymmetrische Präzisionswerkzeuge wie Fräser, Bohrer, Stufenbohrer, Holzbearbeitungswerkzeuge und Profilwerkzeuge aus Materialien wie HM, HSS, Keramik, Cermet und CBN bis zu einer Gesamtlänge von 700 Millimetern geschliffen werden. Das Konzept basiert auf der bewährten und hochpräzisen Werkzeugschleifmaschine HELITRONIC VISION mit Linearantrie-

HELITRONIC VISION LONG: Neue Kinematik und vibra tionsarme Schleifpräzision

ben und Torquemotoren. Allerdings wurde die Kinematik der HELITRONIC

von drei bis 200 Millimetern und mit einer Bearbeitungslänge am Umfang von bis

VISION LONG verändert. So ist bei der-

zu 580 Millimetern möglich. Die Maschinenbasis aus Mineralguss und die paten-

selben Arbeitsraumgröße die Produkti-

tierte Portalbauweise für extreme Steifigkeit setzt die hohe Dynamik der digitalen

on von Werkzeugen mit Durchmessern

Antriebe vibrationsarm in Schleifpräzision um. Die Motorleistung beträgt 35 KW / 10.000 min -1. Schleifscheiben bis zu einem maximalen Durchmesser von 254 Millimetern werden über einen Scheibenwechsler (optional erweiterbar auf 24 Plätze) eingewechselt. Als Werkzeugwechsler fungiert dabei ein 6-AchsenCNC-Roboter von Fanuc.

HELICHECK PLUS L Werkzeuge mit bis zu 730 Millimetern Länge messen

` Messbereich vergrößert Neu ist auch die Option „L“ für die Messmaschinen HELICHECK PRO und HELICHECK PLUS. Mit ihr können Werkzeuge bis zu einer Gesamtlänge von 730 Millimetern gemessen werden. Alle bewährten Merkmale und Eigenschaften sowie die vielfältigen und leistungsstarken Optionen der HELICHECK PRO und HELICHECK PLUS stehen auch für die Option „L“ zur Verfügung. Die bisher vorhandene Messlänge von 300 Millimetern wurde mit der Messbereichsvergrößerung bei der Option „L“ entscheidend erweitert und bietet dem Werkzeughersteller oder -nachschärfer die perfekte Investition in die Zukunft zur nahezu unbegrenzten Erweiterung seines Produktspektrums. Dies bedeutet am Beispiel der HELICHECK PLUS L, dass künftig Mikro-, Standard- oder extrem lange Werkzeuge auf nur einem Messsystem gemessen werden können. Die für die Genauigkeit einer Messmaschine entscheidende Kenngröße beträgt ebenfalls E1 = (1,4 + L/300) μm und garantiert wieder einmal mehr die hohe Leistungsfähigkeit der HELICHECK Messmaschinen von WALTER. christoph.ehrler@walter-machines.de

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DIE ORBIT IST DA

Doppel-Premiere bei BLOHM und JUNG in Göppingen leich zwei gute Gründe zum Feiern:

von 500 × 200 Millimetern bis

Am 23. und 24. Februar 2012 eröff-

800 × 400 Millimetern. Dabei hat

nete die Blohm Jung GmbH das neue

der Kunde die Wahl zwischen

Vertriebs- und Servicezentrum am

zwei Steuerungsvarianten: einer

Standort Göppingen. Das Highlight der

profes sionellen CNC-Steuerung

Premiere war die offizielle Vorstellung

sowie der bewährten BLOHM

der neuen ORBIT Baureihe (siehe auch

EasyProfile-Steuerung, die beide

MOTION 2/2011). Die Serie umfasst drei

mit geregelten Antrieben in allen

Maschinengrößen mit Schleifbereichen

Achsen geliefert werden.

G

Vom neuen Vertriebs- und Servicezentrum aus bieten die Marken BLOHM und JUNG künftig alles aus

Die ORBIT ist da: Offi ziell stellte BLOHM die neue Baureihe im Februar vor

einer Hand: Ange-

Feierliche Eröffnung: Vertreter begutachten Maschinen im neuen Showroom der Blohm Jung GmbH am Standort Göppingen

fangen bei Bera-

dungstechnik. Mitarbeiter und Partner

tungen und Über-

aus ganz Europa kamen nach Baden-

holungen über ein

Württemberg und lernten den neuen

Logistik zentrum

Showroom kennen. Ausgestattet mit

und den Ersatzteil-

modernster Technik können hier

vertrieb bis hin zur

Maschinenvor führungen und Schu-

Ser vicehotline

lungen durchgeführt werden. matthias.guhlke@blohmjung.com

und zur Anwen-

STUDER C T 96 0

Neuerungen für optimale Schleifergebnisse

D

ie Universal-Innenrundschleifma-

mischen Direktantrieb. Dieser reduziert

schine CT960 von STUDER ist prä-

die Schwenk- und damit die Neben-

destiniert für ein breites Einsatzspek-

zeiten und ermöglicht die stufenlose

trum. Dank ihrer Stabilität und der

Positionierung der Schleifspindeln von

interpolierenden Achsen ist das

-5 bis +30°.

Schleifen von Radienübergän-

Ein neuer Kühlmittelverteiler bringt

gen an Matrizen in polierter

Ordnung in den Innenraum. Überarbei-

Qualität möglich. Jetzt wur-

tet wurde zudem der Z-Tisch, dessen

de die Maschine in vielen

höhere Steifigkeit sich positiv auf das

Punkten weiter optimiert.

gesamte Achssystem auswirkt. Auch

Der komplett überarbeitete

das Abrichtsystem wurde im Grundso-

Revolver verfügt über ei-

ckel und der Lagerung überarbeitet,

nen neuen hochdyna-

damit noch höhere Genauigkeiten beim Abrichten der Schleifscheiben erzielt

Neu im Konzept der CT960: Der Revolver mit einem hochdynamischen Direktantrieb

werden können. michel.rottet@studer.com

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TITELGESCHICHTE

N A C H H A LT I G E P R O D U K T I O N

Ökologisch und effizient Maximale Wertschöpfung mit minimalen Ressourcen: In Zeiten knapper Rohstoffe rückt eine energie- und ressourcenschonende Fertigung stärker in den Fokus. Die Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe begleiten diese Entwicklung aktiv.

Zukunftstechnologie: Im Maschinen- und Anlagenbau stehen die Zeichen auf Blue Competence®

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S

teigende Emissionen mit negativen Folgen für Mensch und Natur, schwindende Vorräte an fossilen Brennstoffen und damit einher-

gehend wachsende Energiepreise – die Welt befindet sich im Umbruch. Alle wissen, dass gehandelt werden muss. Entsprechend ambitioniert sind die Klimaschutzziele der internationalen Umweltpolitik. Längst ist Nachhaltigkeit kein Trend- oder Nischenthema mehr, sondern entscheidend für unsere Zukunft. Auch in der industriellen Produktion wird intensiv daran gearbeitet, die Energie- und Ressourceneffizienz zu optimieren. Der Fraunhofer-Studie „Energieeffizienz in der Produktion“ zufolge lassen sich mittelfristig bis zu 30 Prozent des Energieverbrauchs in der Industrie einsparen. Allein für die in der Untersuchung betrachteten Produktklassen macht dies 210 Petajoule pro Jahr aus. Das entspricht etwa der Hälfte des Stromverbrauchs der privaten Haushalte in Deutschland oder der Leistung von vier Kraftwerken mit je 1,4 Gigawatt.

` Weniger Energie, maximale Produktivität Für die Entwicklung zukunftsfähiger Lebens- und Produktionsbedingungen benötigt es daher Partner aus Industrie und Technik, die intensiv an dem Thema Ressourceneffizienz arbeiten. Die SCHLEIFRING Unternehmen sind weltweit die Nummer 1 im Schleifen. Diese Marktstellung verpflichtet. Als führende Hersteller von Werkzeugmaschinen übernehmen sie Verantwortung und sind auch in puncto nachhaltige Produktion Vorreiter in ihrer Branche. Sie entwickeln Technologien und Verfahren, die weniger Energie bei maximaler Produktivität

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TITELGESCHICHTE

verbrauchen, Rohstoffe schonen und

sparmöglichkeiten bringt der Einsatz von Synchronmotoren mit gesteigertem

Emissionen auf ein Minimum reduzie-

Wirkungsgrad, modernen und energieeffizienten Umrichtern sowie Energierück-

ren. Mit vielschichtigen Aktivitäten und

speisungsmodulen. Darüber hinaus fällt die energieintensive Druckaufbereitung

Anstrengungen haben sich so alle

von Luft oder Öl weg, wenn hydraulisch beziehungsweise pneumatisch betriebene

SCHLEIFRING Unternehmen für das

Hilfsachsen (etwa Handlingsysteme, Türöffner und Werkzeugwechsler) durch

Label „Blue Competence ®“ des VDMA

Elektroantriebe ersetzt werden. Nicht zuletzt sinkt der Grundlastbedarf einer Fer-

(Verband Deutscher Maschinen und

tigungsanlage noch einmal deutlich, schalten sich Nebenaggregate nicht automa-

Anlagenbau e.V.) qualifiziert. Diese ein-

tisch mit der Maschine, sondern nur bei Bedarf ein.

getragene Marke darf ausschließlich bei

Ein Großteil des Energieverbrauchs entfällt auf das Kühlsystem und die Kühlmit-

nachgewiesener Realisierung von en-

telschmierstoffzufuhr. Hier ermöglichten Ingenieure der SCHLEIFRING Gruppe

ergie- und ressourceneffizienten Lö-

über angepasste Leitungsquerschnitte mit minimierten Durchflussverlusten (we-

sungen für Produktionsprozesse und

nig Biegungen, keine Engpässe) oder einen konzentrierten, laminaren Strahl an

Produkte geführt werden.

der Düse (etwa bei Nadeldüsen) geringere Pumpendrücke und reduzierte Durchflussmengen. Das senkt den Energiebedarf von Pumpen, Kühlaggregaten und

` Gute Konstruktion, gutes Ergebnis

Aufbereitungsanlagen. Der Einsatz von drehzahl- beziehungsweise verbrauchsge-

Zu diesen umfassenden Maßnahmen

geschlossene Ventile anpumpen, reduziert ebenfalls den Verbrauch.

für eine ökologische Produkt- und Pro-

Wie groß das Einsparpotenzial durch die Kombination von konstruktiven Maßnah-

duktionsgestaltung sowie für innovative

men sein kann, zeigt die Walter Maschinenbau GmbH (siehe Seite 28). In einem

Umwelttechnologien gehören unter an-

Anwendungsbeispiel für die Holzindustrie gelang es den Ingenieuren, den Ener-

derem die Optimierung der Maschinen-

gieverbrauch der HELITRONIC POWER Maschinen bei der Produktion bei einer

peripherie und von Bearbeitungstech-

bestimmten Teilefamilie um bis zu 44 Prozent zu reduzieren.

regelten Kühlschmiermittelpumpen, die nicht wie bisher mit voller Leistung gegen

nologien. Ein Beispiel ist der Ersatz herkömmlicher Achsantriebe durch

` Wirksame Verfahren

Direktantriebe. Dabei führen weniger

Kurze Prozessketten, weniger Maschinen, geringerer Platzbedarf und reduzierte

Komponenten, eine minimierte Reibung

Transport- und Lagerungsaufwendungen – in diesen Bereichen spielt die Kombina-

und kleinere bewegte Massen zur Ener-

tionsbearbeitung ihr wirtschaftliches und energetisches Wirkungspotenzial aus. Die

gieeinsparung. Außerdem verkürzen

Integration von Verfahren wie Schleifen, Drehen und Fräsen birgt die Chance auf

sich durch die höheren Geschwindig-

eine deutliche Effizienzsteigerung der Produktion. Ein Beispiel aus der Turbinenin-

keiten die Prozesszeiten. Weitere Ein-

dustrie veranschaulicht dies. Zusammen mit der MTU Aero Engines entwickelte die Blohm Jung GmbH eine Fertigungslinie Innovative Schleiftechnik für effi ziente Triebwerke: BLOHM und MÄGERLE sind anerkannte Partner der Turbinenindustrie

bestehend aus insgesamt sieben modifizierten BLOHM PROFIMAT MC 610 (siehe Seite 18). Das Konzept kombiniert unterschiedliche Bearbeitungsprozesse inklusive Simulation und Vermessung. Die Fertigungslösung führt nicht nur zu einer Qualitäts- und Effizienzverbesserung von Niederdruckturbinen, sondern sie benötigt obendrein weniger Raum, reduziert Nebenzeiten auf ein Minimum und senkt den Stromverbrauch. Ebenso helfen Softwarelösungen zur Technologieunterstützung, Energie und Ressourcen zu sparen. Spezielle Datenbanken wie HEUREKA für MIKROSA Maschinen oder StuderTechnology ermöglichen auf Anhieb optimierte Bearbeitungsprozesse mit deutlich verringerten Bearbeitungszeiten. Beispielsweise reduziert StuderTechnology diese um rund 25 Prozent. Eine detaillierte Pro-

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Qualifi ziert: Alle Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe dürfen die Marke Blue Competence® führen

MEHR EFFIZIENZ Schleifmaschinen können unter anderem mit diesen Lösungen für eine ressourcenschonendere Auslegung optimiert werden:

Umwelttechnologie Solarpanels: Entwicklung von energie- und ressourceneffizienten Lösungen

zesssimulation zum Einrichten einer Maschine für neue Fertigungsaufgaben (beispielsweise WALTER ToolStudio, StuderGrind, StuderWIN oder JUNG GRIPS) vermeidet wiederum Stillstandzeiten und Ausschussproduktion und verringert den Bedarf an Energie und Rohstoffen.

` Weniger ist mehr Ressourcen lassen sich darüber hinaus beim Schleifprozess selbst einsparen. Hierzu forscht zum Beispiel das Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung (IWF) der ETH Zürich. „Der Schleifprozess stellt durch die prinzipbedingt ungünstige Zerspanungskinematik am einzelnen Korneingriff eine Ausnahme dar”, sagt Prof. Dr. Konrad Wegener, Leiter des IWF (siehe Interview Seite 14). Den Reibanteil zu reduzieren – etwa durch Schaffung besserer Schnittbedingungen, Schärfung und fu Strukturierung von Schleifscheiben – hilft in Strukt zweierlei Hinsicht: Es gibt weniger Energieeinsatz und w weniger Wärmeprobleme, zum Beispiel Schleifbrand, Schleifb Werkstück- und Maschinenverzug. Maschinenver Die Fritz Stu Studer AG arbeitet eng mit dem IWF zusammen, um unter anderem das eigene Maschinenportfolio in Bezug auf Ressourcen- und Energieeffizienz weiter zu optiEn mieren. Ein zentraler Bestandteil m des Entwicklungsprozesses bei STUDER ist das Ecodesign, welches je nach Schleifaufgabe zur energieeffizientesten und wirtSoftware für viele Anwendungen: Version 1.9 des WALTER HELITRONIC TOOL STUDIO

schaftlichsten Lösung führt. „Bei uns

n Ersatz von Direktantrieben, wie Linear- oder Torquemotoren (weniger Komponenten, weniger Reibung, geringere bewegte Massen) n Einsatz von Synchronmotoren mit gesteigertem Wirkungsgrad, modernen und energieeffizienten Umrichtern, sowie Energierückspeisungsmodulen n Optimierte Elektroinstallation wie Bus-Systeme, Low Watt- und LEDTechnik n Einsatz von Druckspeichern und verbrauchsgeregelten Pumpen für hydraulische Baugruppen n Aktivierung von Nebenaggregaten nur bei Bedarf (Reduzierung des Grundlastbedarfs) n Optimierung der Kühlschmiermittelzuführung durch angepasste Leitungsquerschnitte, drehzahl- bzw. verbrauchsgeregelte Kühlschmiermittelpumpen und individuell zuschaltbare Kühlschmiermitteldüsen n Prozesssimulationen für das Einrichten einer Maschine, Programme zur Technologieunterstützung und zur Technologie- und Verfahrensintegration n Erweiterte Schulungsinhalte, bezogen auf energieeffiziente und ressourcenschonende Fertigung, sowie Hinweise in der Gebrauchsanleitung der Maschine zur optimalen Einstellung n Energierückspeisung beim Bremsen von Achsen und Schleifspindeln n Synchronmotoren mit hohem Wirkungsgrad n Optimierte Elektroinstallation (Bus systeme, Low Watt- und LED-Technik)

ist der Punkt Energieeinsparung ein ele-

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TITELGESCHICHTE

Schleifen, Drehen, Fräsen: Die Kombinationsbearbeitung wie hier auf einer MÄGERLE MGC L steigert die Effi zienz der Produktion

StuderTechnology: Die Software schafft beim Rundschleifen auf Anhieb optimale Ergebnisse bei reduzierten Bearbeitungszeiten

mentarer Bestandteil des Lastenheftes”,

passiert, wenn dieser Rohstoff langfristig nicht mehr verwendet werden kann. Denn

sagt Fred W. Gaegauf, Geschäftsführer

immerhin sind die Kupfervorkommen in voraussichtlich 40 Jahren erschöpft“, er-

der Fritz Studer AG. „Schon bei der Ent-

gänzt Wolfgang Labus, Leiter Produkt Engineering der Fritz Studer AG. STUDER

wicklung einer Maschine müssen das

Ingenieure arbeiten deshalb daran, wie der Einsatz seltener Ressourcen vermieden

Produkt und die einzelnen Komponenten

werden kann. Auch der erforderliche Energieeinsatz zur Herstellung der Materialien

mit einbezogen werden. Außerdem gilt:

fließt in die Überlegungen ein.

Weniger ist mehr. Um eine maximale Ressourceneffizienz zu gewährleisten,

` Entwicklungen mit Zukunft

durchdenken wir bereits vor der Entwick-

Ein Beispiel für Materialeffizienz ist das von STUDER entwickelte GRANITAN®, ein

lung, was wirklich notwendig ist, welche

Polymerbetonguss für Maschinenbetten. „Für die Herstellung brauchen wir nur

Materialien wir einsetzen oder auch re-

etwa ein Drittel der Energie im Vergleich zur Graugusserzeugung“, so Labus. Auch

duzieren können.“ Ein Beispiel ist der

die Themen Kalt- und Trockenbearbeitung rücken bei Maschinenherstellern und

Einsatz von Kupfer. „Wir erörtern, was

Forschern in den Fokus. Denn sowohl die Beheizung als auch die Kühlung sind wahre Energiefresser. „Allein für die Kühlung werden 50 Prozent der Energie beim

GRANITAN®-Maschinenbett: Zwei Drittel weniger Energie bei der Herstellung

Betrieb von Schleifmaschinen benötigt”, erklärt Labus. „Die Idee der Kaltund Trockenbearbeitung ist deshalb der richtige Ansatz für die Zukunft.“ Außerdem fallen bei der Trockenbearbeitung weniger Abfälle an, wie beispielsweise verbrauchte Kühlschmierstoffe, ölhaltige Schleifschlämme oder Ölbindemittel. Im Lebenszyklus einer Maschine – angefangen bei der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung – macht die Einsatzzeit der Maschine 95 Prozent des Energieverbrauchs aus. Und das sei der ausschlaggebende Punkt, betont STUDER Geschäftsführer Gaegauf. „Hier setzen wir an. Der Kunde soll die Maschine energiesparend betreiben, und auch das Prozesskettenthema ist wichtig. Man muss mit den Kunden spre-

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chen, wie das Werkstück bearbeitet, was geschliffen oder gedreht werden soll und viele Aspekte mehr.“ STUDER nennt diesen Prozess „Simultaneous Engineering“ und bietet ihn schon seit einigen Jahren an. „Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen. Es geht darum, individuelle Lösungen zu finden.“

` Das Richtige tun Investitionen in umweltfreundliche Technologien wirken langfristig. Im engen Schulterschluss mit den Kunden versuchen alle SCHLEIFRING Unternehmen, den Maschineneinsatz auf Basis zuverlässiger Betriebsdaten gemeinsam en-

STUDER Experten in Sachen energieeffi ziente Schleiftechnik: Wolfgang Labus (Leiter Produkt Engineering, li.) und Geschäftsführer Fred W. Gaegauf

ergiespezifisch zu planen und individuell zu optimieren. Denn nicht jede Maßnah-

und Aufbereitung. Nicht zuletzt nehmen auch die Punkte Schulung und Service

me ist für jede Maschine auch die beste

eine wichtige Rolle ein, so Gaegauf. „Erweiterte Schulungsinhalte, bezogen auf

Lösung, um die größte Ressourcenef-

energieeffiziente und ressourcenschonende Fertigung sowie Hinweise in der Do-

fizienz zu erreichen. Es kommt stärker

kumentation beziehungsweise Gebrauchsan-

darauf an, das Richtige an der richtigen

leitung zur optimalen Einstellung der Maschine

Stelle zu tun. Beteiligt sind Entwicklung

führen zu nachhaltigen Verbesserungen im Sinne

und Konstruktion, Herstellung, Betrieb

unserer Umwelt.”

WEITERE INFORMATIONEN pluetjens@schleifring.net, wolfgang.labus@studer.com www.bluecompetence.net

Leistung durch Qualität. .de


TOOLS & TECHNOLOGY

INTERVIEW

Der Schlüssel liegt im Ecodesign Prof. Dr. Konrad Wegener, Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigung (IWF) an der ETH Zürich, über den effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen in der modernen Produktion.

MOTION: Herr Prof. Wegener, das Thema Energieeinsparung in der Produktion rückt verstärkt ins Zentrum der Betrachtung. Manche schätzen das Potenzial auf bis zu 50 Prozent. Wie beurteilen Sie diese Angaben? WEGENER: Das Potenzial ist beträchtlich. Allein die Einsparung im Betrieb von Produktionsmaschinen wird von den Herstellern gemäß Studien auf etwa 25 Prozent beziffert. Diese können vor allem durch gezieltes Ausschalten von Verbrauchern, Vermeidung verschwenderischen Umgangs mit Medien, Kompensation statt Kühlung, Verbesserung der Prozesse, Vermeidung von Ausschuss sowie die Verringerung von Reibung nutzbar gemacht werden. Das Potenzial erweitert sich, wenn die Einbettung einer Maschine im betrieblichen Kontext betrachtet wird. Wenn etwa ein Schaltschrank in einem klimatisierten Raum Abwärme an die Umgebungsluft abgibt, entsteht eine Ineffizienzkaskade. Sie fällt weg, wenn die Wärme an der Quelle gezielt abgeleitet wird. Hier sind verkürzte Prozessketten, Vermeidung von Zwischenkühlung und Wärmen vor allem in der ersten Prozessstufe, Nutzung von Abwärme, effizientere Transporte und Materialflüsse sowie Prof. Dr. Konrad Wegener: Ressourceneffizienz ist die richtigere Zielgröße 14

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Einsparpotenziale ausschöpfen: Im Forschungslabor des IWF werden Maschinenkomponten bis ins Detail vermessen

schließlich Gebäudeisolation zu nennen. Aufsummiert wird das Einsparpotenzial sehr hoch, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Dabei sind in den Nennungen sehr hohe Klumpenpotenziale oder marginale Verbesserungen und alles dazwischen enthalten.

fallweise eine Rangliste der ineffizientesten Komponenten aufstellt, anstatt einer Standardliste mit den „üblichen Verdächtigen“ wie Pumpen und Druckluftverbraucher.

MOTION: Wie kann dieses Potenzial am

Es gibt Maßnahmen, die problemlos umzusetzen sind. Andere sind sehr aufwändig

besten ausgeschöpft werden?

oder müssen noch erforscht werden. Deshalb beschäftigt sich derzeit die gesamte

WEGENER: Wichtig sind eine verbes-

Produktionsforschung mit dem banalen Problem der Energieeffizienz. Allerdings

serte Materialausschöpfung und indi-

ist zu bedenken, dass allein den Energieverbrauch zu betrachten, zu kurz gesprun-

rekte Einsparungen durch qualitative

gen ist. Es existieren Fälle, bei denen einfach der Energieverbrauch zu Ungunsten

Verbesserung der gefertigten Produkte,

des Materialverbrauchs gesenkt wird. Ressourceneffizienz ist daher die richtigere

falls diese ihrerseits im Lebenszyklus

Zielfunktion.

Energie verbrauchen. Die Senkung des Kraftstoffverbrauchs durch genauere

MOTION: Wie können Produktionsprozesse optimiert werden?

Fertigung der Treibstoffzufuhrsysteme

WEGENER: Die Leistungsverbraucher sind hier zumeist die Peripheriegeräte, allen

und der Motoren hat einen so gewaltigen

voran die Kühlschmiermittelversorgung und die Temperaturstabilisierung. Der ei-

Hebelarm, dass dagegen Einsparungen

gentliche Fertigungsprozess lässt gar nicht so viel Spielraum zu, wobei der Schleif-

in der Produktion direkt verblassen,

prozess durch die prinzipbedingt ungünstige Zerspanungskinematik am einzelnen

wenngleich die Produktion selbst in ab-

Korneingriff eine Ausnahme darstellt. Hier wird intensiv geforscht.

soluten Zahlen nennenswerter Energieverbraucher ist. Allerdings ergibt sich

MOTION: Kann Simulation zur Optimierung der Pheripheriegeräte beitragen?

daraus, dass eine Energieeinsparung in

WEGENER: Ja. Nehmen wir die Kühlschmiermittel (KSM)-Zufuhr. Wir müssen das

der Produktion zu Lasten der Produkt-

KSM zuerst einmal überzeugen, an der Schleifscheibe in den Schleifspalt zu wandern.

qualität dem berühmten Schuss in den

Das gelingt mit purer Gewalt, wie man an der Größe der KSM-Aggregate sehen kann.

Hochofen gleichkommt.

Dann soll die KSM-Zufuhr auch robust erfolgen. Sie muss also resistent sein gegen Verstellung. Denn produziert man erst einmal Fehlteile, ist die Effizienzforderung –

MOTION: Dennoch kann man viel Ener-

nicht nur die energetische – sicher nicht mehr erfüllt. Hier lohnt es sich, durch Simu-

gie in der Produktion einsparen.

lation das Optimum zu finden. Simulation ist eine gute Methode, um die ver-

WEGENER: Ja. Die Ausschöpfung ist in-

schleißärmste Arbeitsweise zu finden und thermische Maschinensimulation eine

des nicht immer einfach. Wir haben die

Möglichkeit, das Verformungsverhalten der Maschine vorherzusagen und zu kom-

Leistungsaufnahme Dutzender Werkzeug-

pensieren. Um eine Prozessoptimierung zu erreichen, muss die Simulation mit der

maschinen inklusive Peripherie bis ins

richtigen Fragestellung und dem richtigen Modell eingesetzt werden. Zwar kostet die

letzte Detail gemessen. Dabei zeigte sich

Umsetzung der Lösung in den meisten Fällen zuerst einmal Zeit und Geld. Aber die

bei jeder Maschine ein Verbesserungs-

Simulation kann einem wenigstens vorhersagen, welche Wirkung erzielt werden kann.

potenzial in der genannten Größenordnung – aber jedes Mal an einer anderen

MOTION: Welche Trends beobachten Sie in der Werkzeugmaschinen-Branche

Stelle. Wir haben deshalb eine Methode

hinsichtlich Energieeffizienz?

erarbeitet, die aufgrund einer Messung

WEGENER: Das Thema ist bei den Maschinenherstellern angekommen. Bei den

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TOOLS & TECHNOLOGY

implementiert. Man muss rechnen können. Das Perfide an der Sache ist, dass mit zunehmender Perfektion die Robustheit abnimmt. Sie verbessern und verbessern mit immer geringerer Wirkung bis sie schließlich überreizen und einen ganz schlechten Zustand erreichen. MOTION: Welche konkreten Ansätze sehen Sie bei Schleifmaschinen? WEGENER: Optimierungspotenzial gibt es in den Bereichen Medienzufuhr und -aufbereitung, thermische Stabilisierung sowie schnelle und effiziente Abschaltund Hochstartprozeduren von einzelnen Verbrauchern. Hinzu kommen Schleifscheibe, Prozess und optimale AbrichtzyGefragter Experte: Prof. Dr. Konrad Wegener im Gespräch mit Studenten

klen. Immerhin bleibt durchschnittlich das meiste Volumen der Scheibe beim Abrichten auf der Strecke. Potenzial gibt es auch bei der Druckluft. Die Antriebe kom-

Betreibern besteht noch Entwicklungspo-

men erst ziemlich spät. Effizienz ist nicht nur bei Nennlast zu erreichen, sondern in

tenzial. Wir beobachten, dass Effizienzde-

allen Teil- und Überlastzuständen. Das ist häufig die Herausforderung.

fizite vor allem durch Fehlanpassung der Peripherie oder in der betrieblichen Um-

MOTION: Wie kann der Energieverbrauch erfasst und optimiert werden?

gebung entstehen. Das kann nur verbes-

WEGENER: Ganz einfach mit einer Messeinrichtung. Diese wird wohl künftig zur

sert werden, wenn die Betreiber systema-

Standardausrüstung von Systemen gehören – also einer Maschine einschließlich

tisch daran gehen, ihre Systeme zu

ihrer Peripherie, die zumindest Strom- und Druckluftverbrauch misst und in die Be-

optimieren. Das wird auch zu einer Reihe

triebsdatenerfassung einspeist. So entsteht ein Bewusstsein, Maßnahmen werden

neuer Anforderungen an die Maschinen-

erdacht, implementiert und können auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Und

hersteller führen.

ein Wettbewerb wird installiert. Verbrauchsanzeigen im Auto führen dazu, dass aus reiner Herausforderung sparsamer gefahren wird. Gleichwohl sind die Eingriffsmög-

MOTION: Was kann ein Maschinenbau-

lichkeiten des Bedieners an der Anlage begrenzt. Für den Betreiber ist das große Feld

er tun, um in Sachen Ressourcen- und

der Maschineneinbettung erste Aufgabe.

Energieeffizienz gerüs tet zu sein? WEGENER: Erstens muss ein Maschinen-

MOTION: Worauf sollte man beim Kauf einer Werkzeugmaschine achten? Lohnt

bauer das Energieprofil seiner Produkte

sich eine höhere Investition in eine effiziente und prozessoptimierte Maschine?

kennen und darüber Auskunft geben kön-

WEGENER: Energieeffizienz ist eine von vielen Anforderungen, wobei die erwartete

nen. Zweitens muss Ecodesign im Pro-

Bearbeitungsmöglichkeit und Qualität sicher viel höher zu gewichten sind. Wichtig

duktentwicklungsprozess implementiert

sind werkstückbezogen die Betrachtung der gesamten Prozesskette und maschi-

sein, als eine von mehreren Anforde-

nenbezogen die optimale Abstimmung auf die betrieblichen Umstände. Da es vor

rungen. Drittens muss er die Maschinen

allem eine Frage der optimalen Systemauslegung ist, kostet ein besseres System

auf energiespezifische Kundenanforde-

nicht unbedingt mehr. Es braucht bessere Vorbereitung, mehr Denkarbeit und

rungen hin ausrüsten können.

Kompetenz im Vorfeld. Die Kunst ist, die Maschine so zu bauen,

MOTION: Wie kann eine Werkzeugma-

dass sie den Qualitätsanforde-

schine konstruktiv optimiert werden?

rungen auch im unklimatisierten

WEGENER: Der Schlüssel liegt im Eco-

Raum noch erfüllt. Ein kluger

design-Prozess, welcher unter den ge-

Käufer wird künftig seine Kauf-

gebenen Umständen die beste, das

entscheidung auch an die Kom-

heißt, eine energieeffiziente, wirtschaft-

petenz des Herstellers in puncto

liche, zuverlässige und sichere Lösung

Ressourceneffizienz knüpfen.

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ZUR PERSON Prof. Dr. Konrad Wegener ist Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigung (IWF) an der ETH Zürich. Das IWF ist auf Werkzeugmaschinen, Fertigungsverfahren und Prozessketten sowie Methoden zur Entwicklung, Beurteilung und Optimierung von Produktionsanlagen spezialisiert. www.iwf.mavt.ethz.ch/


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TOOLS & TECHNOLOGY

T U R B I N EN B AU

Sparsamer fliegen

Voller Schub: Der A380 mit vier GP7000Triebwerken

Extreme Bedingungen: Fertigstellung einer Niederdruckturbine bei der MTU Aero Engines in München

BLOHM und MÄGERLE sind erfolgreiche Marken in der Flugturbinenindustrie. Neue Fertigungstechnologien senken den Energieverbrauch von Triebwerken – und das schon während ihrer Produktion.

D

as Ziel ist ehrgeizig: Bis zum Jahr

auch hier diskutiert, wie Emissionen nachhaltig reduziert werden können. Ideen

2050 soll der CO2-Ausstoß der Luft-

und Ansätze gibt es viele (siehe Kasten Seite 20). Von ersten Feldversuchen mit

fahrt um 50 Prozent gesenkt werden.

der Beimischung von Biokraftstoffen über den Einsatz von Hilfsaggregaten für

Das fordert die IATA, der internationale

die interne Energieversorgung von Flugzeugen bis hin zur Konstruktion mit neu-

Dachverband der Fluggesellschaften.

en und leichteren Materialien wie beim Dreamliner von Boeing. Gleichzeitig ist

Wie in anderen Industriezweigen wird

aber klar, dass Flugzeuge auch künftig mit Kerosin fliegen werden. Zum einen

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Innovatives Konzept: Die neue MTU-Fertigungslinie für FPH-Teile mit sieben BLOHM PROFIMAT MC 610

sind die Maschinen für den Elektroan-

und MÄGERLE einen Namen gemacht. Mit den Lösungen der Unternehmen kön-

trieb zu schwer, zum anderen ist die

nen Turbinenhersteller energiesparender fertigen und hochfeste Werkstoffe

Menge klimaentlastender sowie aktuell

bearbeiten. Die Blohm Jung GmbH beispielsweise arbeitet seit Jahrzehnten er-

noch sehr teurer Biokraftstoffe be-

folgreich mit führenden Triebwerkproduzenten zusammen und hat branchenspe-

schränkt. Vielversprechender in puncto

zifische Innovationen wie Schnellhubpendeln und die BLOHM PROKOS entwickelt.

Energie- und Ressourceneffizienz ist

Die Marke BLOHM ist Technologieführer in diesem Segment. Auch die Mägerle

hingegen die Weiterentwicklung effizi-

AG Maschinenfabrik beherrscht die Kunst, hochwertige Turbinenteile mit inno-

enter Turbinen. Hier findet seitens der

vativen Verfahren zu produzieren. Gute Gründe, weshalb die führenden Herstel-

Hersteller eine permanente Weiterent-

ler auf Technologien der Profilschleifer setzen und die Experten bei komplexen

wicklung bestehender Triebwerkstypen

Fragestellungen gern zurate ziehen.

statt. Dabei können bereits kleinste Fortschritte beachtliche Auswirkungen

` Neue Fertigungslinie bei der MTU

haben – immer bezogen auf die Anzahl

Die Neuentwicklung einer Fertigungslinie für die MTU Aero Engines in München

der Flugzeuge respektive die ver-

ist ein aktuelles Beispiel für die Lösungskompetenz der Blohm Jung GmbH. Es

brauchten Spritmengen. Ausschlagge-

galt, für Verbindungskomponenten zwischen Hochdruck- und Niederdruckturbi-

bend hierfür ist die Reduzierung der SFB

nen eine Bearbeitungslösung zu entwickeln, mit der alle Einzelkomponenten auf

Rate (Specific Fuel Burn). Entsprechend

einer Maschine komplett und hochgenau bearbeitet werden können. Die soge-

hoch sind die Anforderungen an die Antriebs systeme. Es geht zum Beispiel um die Erhöhung der Maximaltemperatur in der Brennkammer, bessere

Die Güte entscheidet über die Effi zienz: Querschnitt eines GP7000 Triebwerks

Strömungsverhältnisse an den Schaufeln und um engere Formtoleranzen zur Reduktion von Spaltverlusten.

` Die erste Wahl Hier sind Experten gefragt. Innerhalb der Turbinenindustrie haben sich die Marken BLOHM

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TOOLS & TECHNOLOGY

nannten FPH-Teile (Flow Path Hardware) kommen in unterschiedlichen Triebwerks programmen zum Einsatz, etwa

Weniger Leckluft, mehr Wirkung: Ein GEnx-Triebwerk treibt die Boeing 787 an

dem GP7000 beim Airbus A380 oder dem GEnx bei den Modellen Dreamliner und 747-800 von Boeing. „Sie sind extremen Bedingungen durch Heißgase ausgesetzt. Entscheidend für die Effizienz einer Turbine ist deshalb die Güte der FPH-Teile, die innerhalb des Triebwerks eine ideale Kräfteverteilung ermöglichen. Das wiederum führt zu einer optimalen Ausrichtung der Biegelinie, die sehr kleine Spaltmaße zwischen den rotierenden und stehenden Teilen der Turbine zulässt. Je geringer die Spaltmaße sind, desto weniger Leckluft gibt es. Der Wirkungsgrad der Turbine steigt“, sagt Peter Dirr, Leiter Airfoils und Flowpath Hardware bei der MTU Aero Engines. Entwickelt wurde ein innovatives Konzept zur automatisierten Bestückung von Maschinen mit Werkzeugen und Bauteilen sowie zur Einmessung der Werkstücke. „Die neue Fertigungslinie besteht aus sieben modifizierten Ausführungen der BLOHM PROFIMAT MC 610. Bei der Konstruktion haben wir zwei Maschinenkonzepte miteinander kombiniert“, sagt Ralf Bleich, Vertriebsleiter bei der Blohm Jung GmbH. Die Ingenieure erweiterten die ursprüngliche PROFIMAT MC 610 mit ihren drei Linearachsen um einen Zweiachsteilap-

ENERGIE SPAREN IM LUFTVERKEHR

parat (B-C-Kombination). Von einem anderen Maschinentyp übernahmen sie die Schwenkspindel. „Somit verfügt das Maschinenkonzept über sechs Achsen: drei lineare, zwei Achsen über den Teilapparat und eine weitere in der Schleifspindel.

` Kombination von Prozessen Neu ist außerdem ein kundeneigenes Messprogramm. Es vermisst das Rohteil schon in der Maschine. Dieser sogenannte „best-fi t“ ermöglicht eine optimale Aufmaßverteilung. Mit ihr projiziert das Programm die Fertigteilkontur in perfekter Ausrichtung ins Rohteil und berechnet die beste Bauteilbear-

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Wie die Luftfahrtindustrie sonst noch versucht, den Verbrauch von Energie und Ressourcen zu reduzieren. Vier Beispiele: n Ähnlich wie im Straßenverkehr experimentiert man auch in der Flugzeugindustrie mit der Beimengung von Biokerosin zu den herkömmlichen fossilen Kraftstoffen. Ein Feldversuch der Lufthansa mit rund 1190 Testflügen wurde im März beendet. Ergebnis: Biokerosin könne problemlos im Flugbetrieb eingesetzt werden und erzeuge keinen größeren Schadstoffausstoß als herkömmlicher Treibstoff. Allerdings, so die Fluggesellschaft, gebe es nicht ausreichend Biokraftstoff für den breiten Einsatz und das jetzige Biokerosin sei außerdem erheblich teurer als das herkömmliche. n Überlegt wird auch, Hilfsaggregate für den flugzeuginternen Energiebedarf auf eine neue Basis zu stellen, allen voran mit Brennstoffzellen. Ob und wann sich das durchsetzt, kann jetzt noch nicht beurteilt werden. n Gesenkt werden soll auch der Energiebedarf im Bodenbetrieb. Hier verspricht eine bodenseitige Energieversorgung mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit als jene über herkömmliche flugzeuginterne Aggregate. n Eine Verbesserung der Energieeffizienz erhoffen sich Flugzeugbauer durch den Einsatz leichterer Konstruktionsmaterialien wie Kohlefaser beim Dreamliner (Boeing 787).


Arbeitsraum: Verzerrungsfreie Fertigung radialer Füße

Simulation: Exak te Geometriebearbei tung des Schaufelfußes

MÄGERLE MFP-050: Um eine sechste Achse erweitert

und bietet effiziente sowie wirtschaftliche Problemlösungen an. Wie zum Beispiel in Flugzeugtriebwerken, in denen vor allem Verdichterschaufeln mit radialen, also gekrümmten Füßen verwendet werden. „Diese erlauben eine einfachere Montage als die geraden Füße. Das bietet Vorteile in der Produktion und im Unterhalt der Triebwerke. Die Fertigung ist allerdings etwas aufwendiger“, berichtet Rainer beitung. Im kombinierten Fertigungs-

Hungerbühler, Leiter Verkauf und Marketing bei der Mägerle AG Maschinenfabrik.

prozess finden außerdem Fräs- und

Die Kompressorschaufeln werden aus schwer zerspanbaren Materialen wie In-

Bohropera tionen statt. Die sehr labilen

conel, Titan und anderen hochlegierten Werkstoffen hergestellt. Bisher wurden

Werkstücke werden über ein ebenfalls

die Teile in mehreren Aufspannungen geräumt oder gefräst. Ein angewendetes

neues Spannkonzept auf einem soge-

Fertigungsverfahren ist das Schleifen auf einer Fünf-Achs-Schleifmaschine. Al-

nannten Shuttle fi xiert. Diese Werk-

lerdings können diese Maschinen die radialen Profile der Füße aus rein geome-

stückzufuhr und der Werkzeugwechsel

trischen Gründen nicht verzerrungsfrei fertigen. Dadurch werden die Formtole-

erfolgen voll automatisiert über einen

ranzen teilweise oder gänzlich aufgebraucht.

Roboter. Die Kombination dieser Pro-

Aus diesem Grund erweiterte MÄGERLE die bewährte, mit Werkzeugwechsler

zesse bei der MTU führte nicht nur zu

ausgerüstete Fünf-Achs-Schleifmaschine MFP-050.65.65 um eine sechste Achse.

einer Qualitätsverbesserung der FPH-

Die drei Rundachsen verfügen über modernste, völlig verschleißfreie Torque-

Teile, auch das Unternehmen selbst

Antriebe. Mit dieser Lösung können sämtliche Fußgeometrien nun verzerrungs-

profi tiert von nachhaltigen Reduzie-

frei in einer Aufspannung komplett bearbeitet werden. Mit dem integrierten

rungen. Unter anderem:

Überkopfabrichtgerät ist ferner das kontinuierliche Abrichten der Schleifscheibe

n Stromverbrauch: Geringerer Energie-

je nach Bearbeitungsaufgabe während des Schleifens des Schaufelfußes möglich.

bedarf durch reduzierte Maschinen-

Das sechsachsige Prinzip erlaubt außerdem optimierte Profiltiefen, schnellere

anzahl

Fertigungszeiten und einen reduzierten Scheibenverschleiß. Dank des integrierten

n Zeit: Komplettbearbeitung ohne zu-

Werkzeugwechslers können bei Bedarf auf dieser Maschine auch zusätzliche

sätzliche Nebenzeiten zum Umspan-

Fräs- oder Entgratoperationen in der gleichen Aufspannung durchgeführt werden.

nen der Werkstücke n Reinigung: Einsatz einer zentralen

Anlage für alle Maschinen n Platz: Weniger Maschinen führen zur

Reduktion der Betriebskosten

` Es wird komplexer Der Innovationsdruck auf die Turbinenhersteller ist groß. „In Zukunft ist damit zu rechnen, dass die zu fertigenden Teile komplexere Formen mit immer engeren Toleranzen aufweisen werden. Deutlich mehr Komponenten werden wohl aus exotischen und schwerer zerspanbaren Materialen bestehen“, prognostiziert

` Geringere Spaltverluste

Hungerbühler. „Mit unserer sechsachsigen

Auch MÄGERLE stellt sich den wech-

Maschine haben wir die Antwort auf die

selnden Herausforderungen in der Tur-

komplexen Formen bereits in der Hand.

binenindustrie immer wieder aufs Neue

Enge Toleranzen sind unser Ding.“

WEITERE INFORMATIONEN ralf.bleich@blohmjung.com rainer.hungerbuehler@maegerle.com

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MÄRKTE & TRENDS

L ÄNDERSPEZIAL

Grün, grüner, Kalifornien Kalifornien plant, bis zum Jahr 2020 mindestens 33 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen – und sticht damit in den USA mit besonders ambitionierten Umweltrichtlinien hervor.

Sonnenstaat: Die Golden Gate Bridge in der Bucht von San Francisco gehört zu den Wahrzeichen Kaliforniens

G

eräuschlos rauscht er durchs Tal

ist der Elektro-Sportwagen Tesla Roadster zu Hause – ein echter Konkurrent für

der Computer-Könige und sprintet

Benzinschlucker. Denn der Roadster ist der erste elektrische Sportwagen mit star-

in nur 4,3 Sekunden auf Tempo 100. Hier

ker Leistung, null Emissionen und schickem Design. Zusammen mit jeder Menge

im kalifornischen Silicon Valley,

anderer High-Tech-Unternehmen im US-Sonnenstaat träumt Tesla davon, die Welt

wo die Träume aus

zu verändern. Der Internet-Gigant Google hat bereits dazu beigetragen. Der Konzern

Silizium sind,

bietet seinen Mitarbeitern beispielsweise ein hauseigenes CarSharing-Angebot mit Elektro- und Hybridfahrzeugen an und betreibt mehr als 200 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Damit verfügt Google nach eigenen Angaben über das größte Netz einer firmeneigenen Ladeinfrastruktur in den USA.

Wegweisend: Umweltschonende Technologien aus dem Silicon Valley

` USA investiert in erneuerbare Energie Zwar sind die vom Internetriesen genannten jährlichen CO2-Einsparungen von 5.400 Tonnen nicht gerade wenig. Vor dem Hintergrund, dass die Vereinigten


Teslar Road ster: Der Stromer made in Kalifornien sprin tet in nur 4,3 Sekunden auf 100 Km/h

Engagiert für die Umwelt: Gouverneur Jerry Brown ist stolz auf das Engagement der Kalifornier für neue Energieformen

Staaten insgesamt jedoch nicht unbe-

Energien fließen. „Wir Kalifornier können stolz sein, dass unser Staat den Rest

dingt zu den Vorreitern in Sachen Kli-

des Landes anführt in unserem Engagement für neue Energieformen und Ener-

maschutz und Ressourceneffizienz zäh-

gieeffizienz“, sagte Brown bei seiner Amtsantrittsrede vergangenes Jahr. Bis 2020

len, sehen Kritiker darin aber nur einen

sollen mindestens 33 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energie-

Tropfen auf dem heißen Stein. Doch es

quellen kommen, was einer Gesamtleistung von 12 Gigawatt beziehungsweise

tut sich was. Interessanterweise haben

dem Jahresverbrauch von etwa drei Millionen Haushalten entspricht.

sich laut Bloomberg New Energy Finance die USA im letzten Jahr zum welt-

` Führend bei Solarenergie

weiten Vorreiter in puncto Investitionen

Der Sonnenstaat baut insbesondere die Erzeugung von Energie über Photovol -

in erneuerbare Energien entwickelt. Das

taik aus. Laut der neuesten Studie von IHS iSuppli (El Segundo, Kalifornien) soll

Land investierte 2011 hierfür rund 55,9

die Erzeugung von Energie über Photovoltaik (PV) zwischen 2010 und 2015 um

Milliarden US-Dollar. Die Summen dürften steigen. Beispiels-

KALIFORNIEN KOMPAKT

weise rief der Vorzeigestaat Kalifornien mit dem „cap-and-trade program“ sein eigenes Emissionshandelssystem ins Leben. Anfang Januar 2012 zeigte sich Gouverneur Jerry Brown während der Vorstellung des kalifornischen Haus-

Sacramento San Francisco

haltsbudgets in Sacramento zuversichtlich: „Dies ist eine starke, zuversichtliche

Los Angeles

Investition in die Zukunft Kaliforniens. Wir sind ein innovativer Staat.“ Etwas grüner als andere waren die Kalifornier schon immer. So verlangte der Bundesstaat bereits die Einhaltung strenger Abgasgrenzwerte für Autos, als dies in Europa noch nicht Thema war. Nun plant Brown, rund eine Milliarde US-Dollar aus dem Gewinn des neuen „cap-and-trade programs” in die Reduzierung von Treibhausgasen zu investieren. Das Geld soll in die Forschung

Einwohner: Hauptstadt: Größere Städte: Spitzname: Währung: BIP: Sprachen:

für saubere Energien, die Sicherung von Naturressourcen und in Infrastrukturprojekte im Umfeld der alternativen

Fläche: Gouverneur:

37.253.956 (Census 2010) Sacramento Los Angeles, San Francisco, San Diego The Golden State US-Dollar 1,9 Billionen US-Dollar (2010) Englisch (60,5 %), Spanisch (25,8 %), Andere (13,7 %), dazu mehr als 100 Indianersprachen 423.970 km², drittgrößter Bundesstaat der USA Edmund Brown Jr. , genannt Jerry Brown

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MÄRKTE & TRENDS

d des Internet- und Immobilien-Booms – sucht Kaliforniens Solarpanel-Hersteller Solyndra K sseit seiner Insolvenzanmeldung im September 2011 international nach geeigneten Investo2 ren. Die Firma zählt zu Silicon Valleys Vorzeige-Startups im sogenannten Clean-TechCluster. In weniger als zwei Jahren haben mindestens acht PV-Fertigungen entweder dicht gemacht oder sind zumindest verkleinert worden. China hat auch diesen Markt übernommen, und PV-Module „made in China“ sind bis zu 20 Prozent günstiger als amerikanische.

` Gezeiten-Ressourcen nutzen Ein neuer Bericht des US-Department of Energy besagt außderdem, dass Kaliforniens 1.800 Kilometer lange Küste mit Gezeiten- und Wellenkraftwerken mehr als 140 Terrawattstunden Elektrizität erzeugen könnte – genug um 14 Millionen Hauhalte Bau der Topa z Solar Farm: Die größt e Photovoltaikanlage entst eht nördlich von Los Angeles

zu versorgen. Ein erstes Projekt an der Küste von San Onofre wurde bereits genehmigt. Auch im Silicon Valley tut sich einiges. Erst kürzlich wurde die Einführung des „Green Buttons” im Internet gefeiert. Über diese Funktion können Verbraucher klar ver-

7,5 Gigawatt angehoben werden. Damit

ständliche Energieverbrauchsdaten aus dem Netz herunterladen.

behauptet der Westküstenstaat weiterhin seine führende Rolle in Sachen So-

Die Beispiele zeigen: Die Kalifornier sind umweltbewusster geworden. Durch

larenergie in den Vereinigten Staaten.

Regierungsprogamme, mit neuen Technologien

Für 2011 prognostizierte IHS iSuppli die

und dem Engagement weitsichtiger Unterneh-

Energieproduktion der kalifornischen

men hat der Sonnenstaat in den USA die Vor-

PV-Anlagen auf 967 Megawatt, 2012

reiterrolle in Sachen Klimaschutz übernommen.

WEITERE INFORMATIONEN http://energycenter.org/ http://www.energy.ca.gov/

werde der Wert auf 1,2 Gigawatt klettern. Bis 2015 können aufgrund geplanter Photovoltaik-Projekte 7,5 Gigawatt an das lokale Energienetz gehen, mehr als die Hälfte des angestrebten Ziels von 12 Gigawatt für alle erneuerbaren Energien zusammen. Die größte PV-Anlage in Kalifornien baut derzeit First Solar: die Topaz Solar Farm nordwestlich von Los Angeles wird 550 Megawatt liefern. Pacific Gas and Electric will über die nächsten fünf Jahre in Kalifornien PV-Anlagen bauen, die insgesamt rund 500 Megawatt liefern. Aber es gibt auch Schatten in der Sonnenwelt; waren Investoren über Jahre enthusiastisch bezüglich der Clean-Tech-Welle in den USA – ähnlich

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MOTION 01/12

Wasserkraft: Gezeiten- und Wellenkraftwerke könnten mehr als 140 Terrawattstunden Elektrizität erzeugen


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TOOLS & TECHNOLOGY

S TA R K E PA R T N E R

Lösungen mit System

„Gemeinsam an die Spitze!“: Das Logo der „Strategie 2015“ symbolisiert den zukünftigen Weg der Marken WALTER und EWAG

Zusammen mehr erreichen: WALTER und EWAG arbeiten noch enger zusammen

Die Marken WALTER und EWAG bündeln Synergien und werden zum System- und Lösungsanbieter. Kunden profitieren vom Know-how-Transfer und vom Full-Service der Werkzeugschleifer.

etzten November eröffneten WALTER

um-Betreuung der Kunden zu schaffen.

und EWAG ein neues Vertriebsbüro

„Wir liefern nicht nur Maschinen. Wir

im chinesischen Wuxi. Von hier aus

verstehen uns als System- und Lö-

organisieren die beiden Marken den

sungslieferanten“, sagt Knüpfer.

L

Vertrieb und den Service für den wichtigsten Markt in Fernost. Die gemein-

` Eingespielte Partner

same Niederlassung ist nur ein Beispiel

Die Rahmenbedingungen dafür stim-

für die enge Zusammenarbeit der bei-

men: Zusammen sind WALTER und

den führenden Hersteller von Werk-

EWAG die einzigen Marken weltweit,

zeugschleif- und Messmaschinen. Mit

die ein umfassendes Maschinenport-

der „Strategie 2015“ intensivieren die

folio zum Schleifen, Erodieren, Lasern

Walter Maschinenbau GmbH und die

und Messen von Werkzeugen anbieten

Ewag AG ihre Kooperation. Ziel ist es, innovative Lösungen für die Werkzeugbearbeitung und eine nachhaltige Rund-

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MOTION 01/12

– inklusive eigener Software und SerFeierliche Neueröffnung: Vom Vertriebsbüro in Wuxi aus organisieren WALTER und EWAG Vertrieb und Service für den chinesischen Markt

vicedienstleistungen. Die Partner ergänzen sich perfekt: Zum Beispiel bie-


Speziallösung von WALTER: Ein Kettenlader für die Bestückung von Schleifmaschinen in der Holzproduktion

EWAG LASERLINE: Die Ewag AG ist erfolgreich in die Zukunftstechnologie Laserbearbeitung gestartet

tet WALTER im Bereich Schleifen primär

duzieren wollen, und wir beraten außerdem beim Kauf von Messmaschinen zur

Lösungen zur Herstellung rotations-

Qualitätskontrolle der produzierten Werkzeuge“, führt Knüpfer aus. „Auch bei

symmetrischer Werkzeuge an. EWAG

Fragen und Problemen in puncto Software sind wir der richtige Ansprechpartner.

hingegen ist Spezialist für Maschinen

So können unsere Kunden sicher sein, dass auch ihre eigenen Kunden die Qua-

zur Produktion von Wendeschneidplat-

lität bekommen, die sie erwarten“.

ten. Kürzlich erst brachte WALTER mehrere Innovationen in den Bereichen Software und Messtechnik (siehe auch

tion auf den Markt. EWAG wiederum

„Kunden erhalten von uns ein individuell passendes Gesamtpaket aus einer Hand.“

stieg mit der Entwicklung der LASER-

Siegfried Knüpfer, Geschäftsführer Marketing, Service

LINE erfolgreich in die Zukunftstech-

und Vertrieb bei der Walter Maschinenbau GmbH

Seite 6) sowie einen Lader für den Einsatz von Maschinen in der Holzproduk-

nologie Laser ein.

` Ein Anbieter, zwei Marken

` Alles aus einer Hand

Die Bündelung der Kompetenzen bringt

Verstärkt wird außerdem die gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeit.

Vorteile: „Wer zu uns kommt, erhält ein

Bei sinnvollen Berührungspunkten leisten die Walter Maschinenbau GmbH und

individuell passendes Gesamtpaket aus

die Ewag AG einen umfassenden Know-how-Transfer und schöpfen Synergien voll

einer Hand“, sagt Knüpfer. Das bedeu-

aus. Unabhängig davon treiben beide Marken weiterhin eigene Produktinnovationen

tet: Werkzeugproduzenten brauchen

voran und sichern so ihre Technologieführerschaft.

nicht länger mit mehreren Ansprech-

Zu dieser strategischen Ausrichtung gehört ebenfalls eine gemeinsame Vertriebs-

partnern verschiedener Maschinenher-

und Serviceorganisation. Künftig managen die elf internationalen Vertriebs- und

steller sprechen. WALTER und EWAG

Servicebüros von WALTER auch sämtliche Kundendienstleistungen und Bera-

fungieren als ein Anbieter für alle Be-

tungen für EWAG Maschinen. Die detaillierte Projektplanung mit den Auftrag-

lange der Werkzeugproduktion.

gebern führen dabei weiterhin die Engineering-Spezialisten der beiden Unter-

„Wir unterstützen unsere Kunden bei

nehmen durch. Für die Kunden bedeutet

der Auswahl der Maschinen, mit denen

dies einen echten Zugewinn: WALTER und

sie die gewünschten Werkzeuge durch

EWAG bieten ihnen Lösungen mit Sys tem

Schleifen, Erodieren oder Lasern pro-

aus einer Hand.

WEITERE INFORMATIONEN christoph.ehrler@walter-machines.com, www.walter-machines.com, www.ewag.com

MOTION 01/12

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TOOLS & TECHNOLOGY

W E R K Z EU G S C H L E I F EN

Kleine Maßnahmen, große Wirkung Mit unterschiedlichsten Lösungen erzielen WALTER Ingenieure eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs der HELITRONIC POWER Maschinen.

D

er Energieverbrauch in der Produktion ist angesichts steigender Kos-

ten, gesetzlicher Veränderungen und des geänderten Verbraucherbewusstseins ein derzeit vieldiskutiertes Thema. Werkzeugmaschinen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die eingesetzte Energie in der Fertigung effi zienter zu nutzen. Denn der EnergiebeEntwicklungsteam: Heinz Häckh, Leiter Steuerungstechnik und Dokument ation (li.) diskutiert Testergebnisse mit Thomas Engelfried , Abteilungsleiter Versuch

darf von Werkzeugmaschinen stellt eine nicht unerhebliche Einflussgröße für die Produktivität dar. Die Ingenieure der Walter Maschinenbau GmbH haben es mit einer Vielzahl

nen somit eine ressourcenschonendere Produktion gewährleisten. Bei den

von Maßnahmen geschafft, den Ener-

HELITRONIC POWER Maschinen optimieren unter anderem folgende Maßnahmen

giebedarf der HELITRONIC POWER

die Energie- und Ressourceneffizienz (siehe auch Seite 31):

Maschinen nachhaltig zu minimieren.

n

Neben der energieoptimierten Betriebsführung der Maschinen sind es vor

n

Kühlmittel: Reduzierter Kühlmitteleinsatz mit bis zu sechs einzeln zuschaltbaren Kühlmittelventilen

allem konstruktive Maßnahmen, die den Energie- und Leistungsbedarf bei

n

gleichzeitiger Produktivitätssteigerung

n

verringern.

Mechanik: Ein Faltenbalg statt Schiebblechen bedeutet weniger Reibung Zentralschmierung: Die Schmierölpumpe läuft nur wenige Sekunden bis der Schmierdruck aufgebaut ist und wird dann bis zum nächsten Zyklus abgeschaltet

n

Feierabendschaltung: Die Maschine produziert über das Schichtende hinaus,

n

Simulation des Bearbeitungsprozesses

` Konstruktive Maßnahmen „Früher war der Energieverbrauch un-

Optimierte Antriebe: Synchronmotoren erzielen einen hohen Wirkungsgrad in den Achsen und in der Schleifspindel

schaltet sich dann automatisch ab und geht in den Stand-by-Betrieb über

serer Maschinen viel höher“, sagt Heinz Häckh, Leiter Steuerungstechnik und

` Bis zu 44 Prozent weniger Energieverbrauch bei einer Teilefamilie

Dokumentation bei der Walter Maschi-

Die exakte Einsparung ist immer sehr kundenindividuell und hängt nicht zuletzt

nenbau GmbH in Tübingen. „Heute

auch vom Einsatzspektrum und den Bedingungen beim Kunden ab. Dass WALTER

entwickeln wir viel intelligentere Soft-

allerdings mit den konstruktiven Maßnahmen an den HELITRONIC POWER

warelösungen, setzen bessere Mate-

Maschinen einen deutlichen Beitrag für eine energiesparende Produktion leistet,

rialien und Technologien ein und kön-

zeigt ein unabhängiges Gutachten. Ein Kunde aus der Holz verarbeitenden Indus trie

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MOTION 01/12


Die Spannung ist entscheidend...

Gezielt einsetzen: Feinjustierte einzeln steuerbare Düsen reduzieren den Kühlmittelverbrauch

Aussergewöhnliche Einsatzgebiete erforden aussergewöhnliche Problemlösungen. Viele Werkstücke lassen sich wegen ihrer Eigenarten nicht optimal spannen. Wir entwickeln perfekt angepasste Sonderspannwerkzeuge.

plante, eine HELITRONIC POWER HMC 500 durch eine Erodiermaschine HELITRONIC POWER DIAMOND mit Fanuc-Steuerung zu ersetzen. Entscheidend für ihn war die Frage, ob sich die Investition lohnt. Die Zielvorgabe: Die neue Maschine sollte im Vergleich zur alten eine Energieeinsparung von mindes tens 20 Prozent erzielen, gemessen am Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre. Das unabhängige BayTech-Institut für Holztechnik in Rosenheim untersuchte deshalb, ob die Inves tition

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in den Maschinenpark und die damit verbundenen Querschnittstechnologien zur gewünschten Einsparung führen. Berücksichtigt wurden dabei die elektrischen Antriebe, Druckluft, Vakuum und Pumpen, die Prozesskälte und -wärme, Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung sowie die Mess-, Regel-, Steuerungs- und Kommunikationstechnik. Um die Vergleichbarkeit sicherzustellen, wurden für das Gutachten drei

Schaftfräser für die Holzindustrie: Bei der Herstellung deutlich weniger Energie und Material verbrauchen

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TOOLS & TECHNOLOGY

KO N S T R U K T I O N

Perfektes Zusammenspiel Antriebe, Hydraulik, Mechanik – mit vielen Einzelmaßnahmen reduzieren Ingenieure der Walter Maschinenbau GmbH den Energieverbrauch von HELITRONIC POWER Maschinen.

HYDRAULIK

KÜHLMITTELVENTILE

KÜHLMITTELPUMPE

Ein Hydraulikaggregat mit Druckspeicher. Die Impuls ventile werden in der Mittelstellung verblockt. Ergebnis: Die Pumpe läuft nicht in den Pausen sondern nur, um den Druckspeicher aufzufüllen.

Punktgenaue Kühlmittelzugabe über bis zu sechs einzeln zuschaltbare Kühlmittelventile.

Einsatz frequenzgeregelter Kühlmittelpumpen und von Motoren mit einem hohen Wirkungsgrad (EFF1 Klasse 0,92). Die Pumpeneinschaltung wird über das CNC-Programm gesteuert.

ANTRIEBE Optimal ausgelegte Antriebe und Rückspeisung von Energie in das Stromnetz beim Bremsen der Achsen und der Schleifspindel. In beiden Komponenten kommen außerdem Synchronmotoren mit einem hohen Wirkungsgrad von 0,9 zum Einsatz.

MECHANIK

Optimiert: Eine HELITRONIC POWER DIAMOND

SIMULATION Die Werkstücke und der Bearbeitungsprozess auf der Maschine werden virtuell mit den WALTER Softwarelösungen HELITRONIC ToolStudio oder Cybergrinding vorab simuliert. So wird der Testbetrieb der Maschinen wesentlich reduziert, ebenso wie der Verbrauch von Testwerkstücken.

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MOTION 01/12

Eine leichtgängige Kugelgewindespindel sowie Linearführungen mit Kugelketten mit hoher Steifigkeit verringern die Reibung und sorgen für mehr Laufruhe. Außerdem erzielt der Einsatz eines Faltenbalgs statt eines Schiebeblechs eine geringere und gleichmäßigere Reibung.

ZENTRALSCHMIERUNG Ausführung als Impulsschmierung: Dabei läuft die Schmierölpumpe nur wenige Sekunden, bis der Schmierdruck aufgebaut ist. Danach wird die Pumpe bis zum nächsten Schmierzyklus automatisch abgeschaltet.


für die Holzindustrie repräsentative PKD-Werkzeuge (je ein Füge-, Radiuskanten- und Schaftfräser) auf beiden Maschinen bearbei-

WALTER Energiemessgerät: Einsparpotenziale suchen und erschließen

zeiten) bis hin zu immer besseren PC-Simulationen vir tueller

statt

realer

Schleifprozes se – Ansätze

tet. Der Einsatz der HELITRONIC

gebe es viele, so Engelfried.

POWER DIAMOND liegt mit einer

„Wir beschäftigen uns bei-

Energieersparnis von knapp 44

spielsweise sehr intensiv

Prozent sogar weit über den Er-

mit dem Themenkomplex

wartungen.

Energierückspeisung, insbesondere in Bezug auf die

` Was die Zukunft bringt

zentrale Kühlmittelanlage.“

„Das ist ein toller Erfolg, der

Die Arbeit erfolgt im engen

zeigt, dass unsere Arbeit Früch-

Schulterschluss mit den

te trägt“, freut sich Thomas En-

Kunden. Diese schildern das

gelfried, Abteilungsleiter Versuch bei

Problem beziehungsweise die Aufgabe. Als System- und Lösungsanbieter (siehe

WALTER. Für ihn befinden sich solche

auch Seite 26) erörtert WALTER dann Wege, die Rückspeisung abgestimmt auf

Konstruk tionslösungen in einem konti-

das Fertigungssystem des Kunden zu realisieren. Dabei geht es meistens um

nuierlichen Entwicklungsprozess. Mit

Schnittstellenlösungen. „Bei einem Kunden konnten wir zum Beispiel die Wärme

neuen Verfahren und speziellen Ener-

aus den Motoren und der Kühlmittelanlage dazu nutzen, die komplette Fabrikhal-

giemessgeräten suchen die WALTER

le zu heizen“, berichtet Häckh. Ein weiterer Trend geht in Richtung Energieanzeige

Ingenieure nach weiteren Einsparpoten-

bei den Maschinen respektive Energie-Erfassung im Rahmen des gesamten En-

zialen. Von Software-Standby-Modi

ergiemanagements eines Unternehmens. Auch

über Prozeduren zur Energie-Einsparung

hieran wird bei der Walter Maschinenbau GmbH

(insbesondere bei Rüst- und Stillstand-

intensiv geforscht.

WEITERE INFORMATIONEN heinz.haeckh@walter-machines.com


MOTIONS & MORE

10 0 JA H R E S T U D E R

Vom Pionier zum Marktführer

Produktion erweitert : Bis heute wurden die Kapazitäten bei STUDER kontinuier lich ausgebau t

Firmensitz: Blick auf das STUDER Gelände im Jahr 1937

Mit einem Eigenfabrikat legte Fritz Studer 1912 den Grundstein für eine einmalige Erfolgsgeschichte. Heute ist das Unternehmen Fritz Studer AG in der Rundschleiftechnik weltweit die Nummer Eins.

Der Pionier: Vor 100 Jahren startete Fritz Studer mit einem Eigenfabrikat die STUDER Erfolgsstory

D

ie Fritz Studer AG feiert Geburtstag: Im Februar kamen STUDER-Vertreter ins schweizerische

Thun, um im Rahmen des Motion Meetings (Vertreterschulung) das 100-jährige Bestehen des Unternehmens zu zelebrieren. Einer von ihnen war der Japaner Kunio Kitamura (siehe Porträt Seite 34). Der Servicetechniker begleitet die STUDER Geschichte seit nunmehr 50 Jahren und hat in seinem Heimatland viel zum Erfolg der Marke beigetragen.

` Hohes Ansehen in der ganzen Welt 100 Jahre STUDER – dahinter stehen viel Fleiß, hohe berufliche Fähigkeiten und eine starke Tat- und Innovationskraft. Diese Eigenschaften des Gründers und Maschinenbaupioniers Fritz Studer sind bis heute ein

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Produktion im Wandel: Blick in die STUDER Werkshalle in den 30er Jahren (links) und heute. Die Montagehallen wurden stets modernisiert und ausgebaut

tragendes Element für den Erfolg des

STUDER – DIE ENTWICKLUNG IN KÜRZE

Unternehmens. Angefangen hat alles im Februar 1912. Damals gründete Fritz Studer in Steffisburg eine mechanische Werkstätte. Zur Bearbeitung genauer Teile fehlte ihm allerdings eine Schleifmaschine. Also beschloss er kurzerhand, selbst eine Rundschleifmaschine zu bauen. Damit legte der damals 33-Jährige den Grundstein dafür, dass sich die Fritz Studer AG

1912: Erstes Patent für die geräuschlose Umsteuerung des Tisches 1931: Export der ersten STUDER Maschine nach Russland 1936: RHU 450 – die erste hydraulisch gesteuerte Rundschleifmaschine der Welt kommt auf den Markt 1962: 10.000 m2 Werksareal. Dem technologischen Fortschritt und der steigenden Nachfrage folgen viele

Kapazitätserweiterungen 1977: Die Fritz Studer AG präsentiert die erste CNC-gesteuerte Rundschleifmaschine der Welt 1994: STUDER tritt der SCHLEIFRING Gruppe des Körber Konzerns bei 2008: Integration der Combitec AG als Technologiezentrum Innenschleifen 2012: Mehr als 21.000 verkaufte Rundschleifmaschinen in 100 Jahren

in 100 Jahren zum weltweiten Marktführer für Präzisions-Rundschleifmaschinen entwickeln konnte.

breitete sich stetig: Von den konventionellen Rundschleifmaschinen bis zu CNC-

Heute genießen die Maschinenkonzepte

Rundschleifmaschinen für kleine bis mittelgroße Werkstücke. Für die Großserien-

und Schleiflösungen der Marke in der

fertigung wurden Einzweckmaschinen mit optimierten Schleifzyklen und höchster

Fachwelt hohes Ansehen. Nicht zuletzt

Verfügbarkeit sowie eine Kombinations-Bearbeitungsmaschine zur Prozessoptimie-

deshalb, weil sich die Schweizer von

rung für die rationelle Hartfeinbearbeitung ins Programm aufgenommen. Mit der

Beginn an einen Namen als kompetenter

Integration der Combitec AG in Biel als Technologiezentrum Innenschleifen im Jahr

Lösungsanbieter machten. Die Palette

2008 baute die Fritz Studer AG die Lösungskompetenz nochmals aus. Bis 2012

verschiedenster Maschinentypen ver-

wurden rund um den Globus mehr als 21.000 Rundschleifmaschinen ausgeliefert.

` Mit Innovation in die Zukunft Für die Entwicklung neuer Maschinen braucht es kluge Köpfe und den Einsatz von Spitzentechnologie in der eigenen Fertigung. Allein am Firmensitz in Thun arbeiten rund 800 engagierte Mitarbeiter. Zusätzlich wird STUDER von Vertretern in 40 Ländern am Markt repräsentiert. Die Fritz Studer AG verfügt über eine interne Soft- und Hardware-Entwicklung und arbeitet partnerschaftlich mit führenden Forschungsinstituten zusammen. Jährlich unterstreichen 400 Schleifversuche und Tests im Customer- und im Tech-Center die Technologiekompetenz. In einigen Jahren werden die Maschinen leichter und dynamischer gebaut sein und sich durch zusätzliche Intelligenz und Sparsamkeit im Energieverbrauch auszeichnen. Mit dem Label Blue Competence ® (siehe Titelgeschichte, Seite 8) senkt STUDER den CO2-Ausstoß beim Bau und Betrieb der Maschinen. Daran arbeiten im eigenen modernen Applikationszentrum mehr als 80 IngeInnenschleifprozess: Erweiterung des Kompetenzspektrums durch die Integration der Combitec AG im Jahr 2008

nieure und Konstrukteure. So können die nächsten 100 Jahre kommen.

WEITERE INFORMATIONEN michele.fahrni@studer.com

MOTION 01/12

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MOTIONS & MORE

Ein halbes Jahrhundert mit STUDER: Kunio Kitamura in den 1960er-Jahren und 2012 an STUDER Maschinen

P O R T R ÄT

„Ich bin stolz, dabei zu sein” 50 Jahre Arbeit mit STUDER Maschinen – Kunio Kitamura führte die Marke in Japan zum Erfolg.

K

unio Kitamura ist ein bescheidener

zwei Jahre später das Angebot für eine

und zurückhaltender Mann. Dass er

Ausbildung in der Schweiz.“ 1964 kam

entscheidend zum Erfolg von STUDER

Kitamura-san für 20 Monate nach Thun,

in Japan beigetragen hat, erfährt man

wo er zum Servicetechniker ausgebildet

eher beiläufig. Am Rande des STUDER

wurde. „Es war eine tolle Zeit. Ich fand

Motion Meetings erhielt MOTION inte-

nette Kollegen und Freunde, lernte Auto-

ressante Einblicke in seine 50 Jahre Ar-

und Skifahren und auch das Essen wie

beit für STUDER.

Berner Rösti habe ich liebgewonnen.“

Seine Begeisterung für Maschinen ent-

Beeindruckt hat ihn die Arbeitskultur.

deckte der sympathische Japaner zum

„Die Menschen beginnen früher und ge-

Ende der Schulzeit. Er konnte sich eine

hen abends pünktlich. In Japan arbeitet

Hochschulausbildung nicht leisten und

man viel länger und kommt erst nachts

suchte seine Chance im Ausland. Ein Leh-

nach Hause.“

rer vermittelte ihm den Kontakt zu einem

Blick zurück: Kunio Kitamura blättert mit Adrian Stalder, Head of Service bei der Fritz Studer AG, in einem seiner handgefertigten „Lehrbücher“

Unternehmen, das europäische Maschi-

` Akribische Kleinarbeit

nen nach Japan importierte. „Ich wurde

Seine Ausbildung war prägend in puncto Qualität, Präzision und Arbeitsorganisa-

Assistent von Servicetechnikern in Ja-

tion – und wichtig für seine spätere Arbeit in Japan. Nach der Rückkehr war Kunio

pan“, erzählt Kitamura-san. „1962 kam

Kitamura für verschiedene Vertretungen als Experte für STUDER Maschinen tätig.

ich so in Kontakt mit STUDER und erhielt

Seine größte Aufgabe: Die Transferleistung der Technologie ins Japanische, da es kein Informationsmaterial in seiner Sprache gab. Deshalb erfasste Kitamura-san in akribischer Kleinarbeit handschriftlich technische Daten und Lösungen und stellte wichtige Informationen in einem Lehrbuch zusammen. So brachte er seinen Kunden die Technologie näher und konnte Problemlösungen erörtern. Die Maschinen wurden komplexer und erklärungsbedürftiger. Um der japanischen Kundschaft noch besseren Service zu bieten, eröffnete STUDER deshalb 1999 die eigene Niederlassung StuderTEC K.K. in Tokio. Kunio Kitamura wurde Geschäftsführer und baute mit seinem Team den Erfolg der Marke in Japan aus: „Ich bin sehr stolz, schon so lange für STUDER arbeiten zu dürfen.“ Auf sein Know-how können Kollegen und Kunden auch künftig setzen. Ganz nach japanischer Tradition bleibt der Servicetechniker auch nach Ende des aktiven Berufslebens seiner Firma treu und betreut

Der Jubilar auf dem Motion Meeting: Kunio Kitamura verfügt über 50 Jahre STUDER Know-how

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weiterhin den Bereich Überholungen. Es sind Mitarbeiter wie Kunio Kitamura, die mit ihrer Leidenschaft die Marke STUDER weltweit zur Nummer eins gemacht haben.


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[3]

[1]

[2]

Viele Berufsbilder: Die SCHLEIFIRNG Unternehmen bilden unter anderem Polymechaniker [1], Industriemechaniker [2], Logistiker [3], Informatiker [4] sowie Automatiker [5] aus

[5]

[4]

BR ANCHE MIT ZUKUNF T

Fachkräfte fallen nicht vom Himmel Die Kreativität und das Engagement der Mitarbeiter sind mitentscheidend für den Erfolg der SCHLEIFRING Unternehmen. Diese investieren deshalb viel in eine individuelle Aus- und Weiterbildung ihrer Fachkräfte.

D

er Maschinen- und Anlagenbau ist

hatte, offene Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen. Andererseits müssen

ein weltweit bedeutender Industrie-

sich auch Unternehmen als attraktive Arbeitgeber positionieren und Mitarbeitern

zweig. Die Branche bietet interessante

sowie künftigen Kollegen Karrierechancen und individuelle Aus- und Weiterbil-

Berufsfelder und gute Zukunftsperspek-

dungen anbieten.

tiven, gerade auch für junge Menschen,

Die Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe wissen, dass Know-how, Kreativität

die am Anfang des Arbeitslebens ste-

und Engagement von Mitarbeitern wichtige Grundlagen für den eigenen Erfolg

hen. Allerdings klagen viele Unterneh-

sind. Deshalb investieren sie beständig in unternehmensspezifische Weiterbil-

men schon länger über einen Mangel

dungsprogramme. Dazu gehört zum Beispiel die duale Ausbildung. Die Walter

an Fachkräften. Das belegen internatio-

Maschinenbau GmbH etwa bietet in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule

nale Erhebungen, wonach letztes Jahr

Baden-Württemberg eine kombinierte Ausbildung aus Studium und Lehre zum

die Hälfte aller Firmen Schwierigkeiten

Bachelor of Engineering in den Bereichen Maschinenbau und Angewandte Infor-

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matik an. Die Blohm Jung GmbH wiederum kooperiert mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg im Rahmen eines dualen Bachelor-Studiengangs im Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik. Die Stärke solcher Angebote liegt in der Verknüpfung von Hochschulausbildung und beruflicher Praxis. Sie sind seit vielen Jahren eine bedeutende Quelle für neue Fachkräfte und garantieren eine hochwertige Qualifizierung.

` Geschätzt und gefördert Generell bieten die Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe viele Freiräume für individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. So wie im Fall von Andreas Werz. Der angehende Industriekaufmann bei der Walter Maschinenbau GmbH hat seinen Abschluss bald in der Tasche und kürzlich einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Servicemitarbeiter im Bereich Ersatzteilverkauf unterschrieben. Ein Glücksfall für beide Seiten. Denn Werz zeigte Fleiß und Eigeninitiative weit über

Aus der Praxis für die Praxis: Wie hier bei WALTER lernen Auszubildende direkt an den Maschinen

den Lehrplan hinaus. Er engagierte sich als Jugend- und Ausbildungsvertreter und entwickelte in seinem Servicebereich eine sehr nützliche Datenbank. Ein Engagement wie dieses wird von Ausbildern und Personalverantwortlichen

lernen während eines Praktikums den Berufsalltag in den Unternehmen kennen.

geschätzt und gefördert. Die künftigen

Auch technische Schulungen und Fremdsprachenkurse sowie Stipendien für wei-

Fachkräfte sollen selbständig agieren

terführende Studiengänge oder Fortbildungen mit qualifizierten Abschlüssen ge-

und sich schnell zurechtfinden. „Wir se-

hören zum umfangreichen Angebot. „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Als

hen es gern, wenn jemand Bereitschaft

Unternehmen tragen wir da Verantwortung“, sagt Roger Leuenberger, Leiter der

zeigt und Verantwortung übernimmt.

Lernwerkstatt bei der Fritz Studer AG.

Das bringt ein Unternehmen voran“, sagt Bettina Ühlken, Personalmanagerin bei

` Türen und Tore stehen offen

der Walter Maschinenbau GmbH. Auf-

„Wir sind wie alle Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe global aufgestellt, in

geschlossenheit und eine ausgeprägte

allen wichtigen Märkten vertreten und arbeiten in internationalen Teams zusam-

Fähigkeit zu kommunizieren, erwarte

men“, sagt Ulrike Ettel, Personalverantwortliche bei der Blohm Jung GmbH. Das

man ebenso wie eine gewisse Flexibili-

birgt auch Chancen für eine länderübergreifende Karriere. „Unsere Ingenieure

tät: „Dafür gewähren wir unseren Mit-

und andere Fachkräfte sind rund um die Welt im Einsatz. Dafür benötigen sie

arbeitern größtmögliche Entwicklungs-

natürlich gute Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz. Beides wird von

chancen.“ Beispielsweise bieten die

uns gefördert.“ Wer diese Chancen nutzt, so Ettel, dem stünden im Grunde alle

SCHLEIFRING Unternehmen eine breite

Türen und Tore offen. Wer sich heute für eine Ingenieurslaufbahn entscheide,

Palette an Förderangeboten. So werden

meint Kollegin Ühlken, wähle im Grunde einen Berufszweig mit gesicherten

neben Ausbildungsplätzen auch Stellen

Zukunftschancen. Dies bestätigt auch der Verband Deutscher Ingenieure (VDI):

für Diplomanden und Werkstudenten der

„Der Markt ist sehr robust“, sagt VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs. Die „Ingenieurlücke“

Fachbereiche Informatik und Maschinen-

in Deutschland sei sogar auf rund 80.000 Personen gewachsen. So suchten im

bau vergeben. Schüler und Studenten

Dezember 2011 rund 18.300 Ingenieure einen Job, gleichzeitig standen aber laut

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MOTIONS & MORE

de Even ts gehören nde reifen Über greife Gigat hlon im TTeam: Üb gsprogramm wie bei STUDER genauso zum Ausbildun -how Know m ische techn von g ittlun Verm die

„Wir“ gewinnt: Beim gemeinschaftlichen Mittagessen bei WALTER tauschen die Nachwuchskräfte untereinander Erfahrungen aus. Ein erfahrener Kollege hält anschließend einen Vortrag zu seinem Aufgabengebiet

VDI 98.300 offene Stellen zur Verfügung. Vor allem Fertigungs- und Maschinenbauingenieure sowie Elektroingenieure fehlen. „Das liegt auch an den vielen Zukunftsthemen, bei denen Ingenieurleistungen derzeit gefragt sind, wie beispielsweise bei der Energiewende, der Elektromobilität oder der Medizintechnik“, so Dr. Fuchs.

` Tolerantes Miteinander Für eine Leistung auf konstant hohem Niveau sind ein harmonisches Umfeld und Soft-Skills ebenso bedeutend wie die fachliche Qualifikation. Deshalb bringen STUDER, SCHAUDT, MIKROSA, MÄGERLE, BLOHM, JUNG, EWAG und

Kreative Köpfe: Jährlich treffen sich die Auszubildenden des ersten Lehrjahres aller Unternehmen der Körber Gruppe in der Konzernzentrale in Hamburg

WALTER den Lehrlingen nicht nur Fachwissen bei. „Das Ziel der Ausbildung ist

Zusammenhalt. Soziale Kompetenz und tolerantes Miteinander sind sehr wichtig“,

außerdem, korrektes Auftreten und

sagt Leuenberger. Bei WALTER beispielsweise organisieren Auszubildende pro

Teamfähigkeit zu vermitteln. Übergrei-

Quartal ein gemeinsames Mittagessen, zu dem sie im Anschluss Experten des

fende Events wie etwa das Lehrlingsla-

Hauses für Vorträge einladen. Ein besonderes Highlight sind die Aufenthalte im

ger bei STUDER, gemeinsame Sport-

ˇ Werk im tschechischen Kurim. Hier sammeln die Lehrlinge Praxiserfahrung. Sie

aktivitäten und Treffen fördern den

lernen vor allem die Produktion sowie weitere Fachbereiche wie Auftragszentrum, Lager, Versand und so weiter kennen.

BERUFSBILDER Die häufigsten Lehrberufe in den Unternehmen der SCHLEIFRING Gruppe: MechatronikerIn und AutomatikerIn Industrie-, Zerspanungs- und PolymechanikerIn Elektro- und MechapraktikerIn KonstrukteurIn Energie- und Industrie-ElektronikerIn LogistikerIn Kaufmann/-frau und Industriekaufmann/-frau InformatikerIn

Die SCHLEIFRING Unternehmen blicken auch über den eigenen Tellerrand: Um den Auszubildenden einen Einblick in die Abläufe anderer Firmen zu vermitteln, führt STUDER schon seit Jahren gemeinsam mit der zur Körber AG gehörenden Hauni Maschinenbau AG in Hamburg einen Lehrlingstausch durch. Sechs bis acht Wochen arbeiten je zwei Auszubildende des dritten Lehrjahres im Partnerbetrieb. Auch die Blohm Jung GmbH kooperiert mit der Hauni Maschinenbau AG. Auszubildende können hier Lehrgänge und Seminare sowie berufsspezifische Weiterbildungen des Unternehmens mit nutzen. Einmal jährlich treffen sich außerdem alle Auszubildenden des ersten Lehrjahres der Körber AG in Hamburg. Hierbei geht es darum, den Konzern näher

WEITERE INFORMATIONEN

kennenzulernen und sich mit anderen Kollegen über

ulrike.ettel@blohmjung.com bettina.uehlken@walter-machines.de roger.leuenberger@studer.com www.schleifring.net/de/karriere

die verschiedenen Unternehmen, Technologiebereiche und Ausbildungsberufe auszutauschen.

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MOTION 01/12


Vorsprung... ...ist das Ergebnis von optimiertem Zusammenspiel vieler Faktoren

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O U T D O O R - A D V EN T U R E

Immer am Meer entlang Trotz Ebbe durch den Pazifik: An manchen Stellen strömt das Wasser bis ins Innere der Insel

Mit dem Rucksack durch die Einsamkeit: Den MAEGERLE Manager Hans Seifert zieht es in die freie Wildnis. Seine Abenteuerlust führte ihn 2011 nach Kanada.

Wegmarkierung: Bunte Bojen sorgen für Orien tierung entlang der Strecke

E

s dämmert bereits, als das Wasser-

spannt starten sie ihr Abenteuer durch die kanadische Einsamkeit. Eigentlich

flugzeug von Gold River an der

sollte es an diesem Tag schon viel früher losgehen. Seit dem frühen Morgen

Westküste von Vancouver Island ab-

warten die beiden auf den Abflug zur nur 35 Flugminuten entfernten und rund

hebt. Ziel ist die Louie Lagoon in der

500 km2 großen Insel vor Kanadas Westküste. Doch dichter Nebel über dem Pa-

Wildnis von Nootka Island. Mit an Bord:

zifik verzögerte den Abflug. Und so galt es, nach der Landung direkt die erste

MÄGERLE Vertriebs- und Außendienst-

ungeplante Hürde zu bewältigen. „Die zwei Kilometer bis zum Schlafplatz mus-

mitarbeiter Hans Seifert sowie seine

sten wir bei anbrechender Dunkelheit durch dichten Wald zurücklegen“, sagt

Lebensgefährtin Astrid Rüttimann. Ge-

Seifert. „Das war nicht ungefährlich.“

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Über das Meer: Hans Seifert und seine Partnerin starten die Tour per Wasserflugzeug

Einsamkeit auf Nootka Island: Die etwa 500 km 2 große Insel ist kaum bewohnt

Zerklüftet e Küste: Kapitän James Cook war 1778 der erste Europäer, der Nootka Island betrat

` Mit 20 Kilo Gepäck in die Welt Auf der siebentägigen Tour legten Seifert und seine Partnerin insgesamt 35 Kilometer zurück. „Es war zwar keine lange, dafür aber eine unwegsame und sehr schwierige Strecke. Zwar konnten wir bei Ebbe am Meer entlang gehen. Es kam jedoch auch vor, dass wir unsere

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MOTIONS & MORE

Schlafplatz mit Meerblick: Das Paar macht es sich nachts im Zelt gemütlich

Unberührte Natur: Bunte Seesterne bringen Farbe an den Strand von Nootka Island

Ein Schweizer in Kanada: Statt Berge und Alpenblühen erwarten Hans Seifert raue Wildnis und wilde Tiere. Funkgerät und Bärenspray hat er für Notfälle stets dabei

Rucksäcke abnehmen und kriechen mussten, weil umgestürzte Bäume den Weg versperrten. So etwas kostet Zeit und Energie“, so Seifert. 20 Kilogramm Gepäck schleppten die Abenteurer auf ihren Rücken: Gefriergetrocknete Mahlzeiten, Benzin für den Kocher, Zelt, Schlafsack, Kleidung und Notfunkgerät gehörten zur Gut gelaunt: Auch mit 20 Kilo Gepäck auf dem Rücken vergeht den Wanderern nicht das Lächeln

Ausstattung. „Das Faszinierende auf Backpacking-Touren ist, dass man auf sich allein gestellt ist und die gesamte Ausrüstung und Verpflegung für die komplette Zeit dabei hat“, sagt Seifert. Organisatorisch kann ihm keiner etwas vormachen: Schon seit seiner Jugend zieht es den Schweizer in die Natur. Regelmäßig startet der 53-Jährige Rucksacktouren. An den Wochenenden ist er häufig auf Berg-, Kletter- und Skiausflügen in den Alpen unterwegs. „Die schönsten Routen führten mich in die Berge von Kalifornien sowie nach British Columbia im Westen Kanadas. Auf Vancouver Island etwa erkundete ich zehn Tage lang den legendären West Coast Trail, einen früheren Rettungspfad für Schiffbrüchige“, sagt Seifert.

` Keine Chance für Langfinger „In der Wildnis beschäftigt man sich nicht mit Technik und Maschinen“, sagt der Mahlzeit: Spezielle Kraftnahrung gibt Power für die anstrengende Strecke bis nach Yuquot

Gebietsverkaufsleiter. „Es geht um essentiellere Dinge: Wo bekomme ich frisches Trinkwasser? Wo finde ich abends einen guten Zeltplatz?“ Wichtig bei der Schlafplatzwahl auf Nootka Island waren nahestehende hohe Bäume. Denn Seifert und seine Partnerin mussten ihre Vorräte jeden Abend in Säcken per Seilzug an einen mindestens vier Meter hohen Ast hängen. So hatten hungrige Wölfe und Braunbären, die in der Gegend weit verbreitet sind, keine Chance auf einen Mahlzeit und blieben den Abenteurern fern. Auf ihrer Route beobachteten die Wanderer viele weitere wilde Tiere wie Seeotter, Wale und Weißkopfadler. Erst am Endpunkt, dem kleinen Indianerort Yuquot, trafen sie auf andere Touristen. Dann ging es mit dem Schiff zurück auf das Festland. Dort freute sich das Paar auf einige Erholungstage. Und auch nach der Tour auf Nootka Island lässt Hans Seifert Kanada

Improvisiert: In der Wildnis gehört die Rasur zu den täglichen Herausforderungen

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MOTION 01/12

nicht los: Das nächste Abenteuer auf Vancouver Island wartet bereits.

WEITERE INFORMATIONEN hans.seifert@maegerle.com; www.vancouverisland.com


NEWS TO USE

Praktische Produktionstipps Nützliche Entwicklungen der SCHLEIFRING Unternehmen helfen, Ihre Fertigung einfacher und effizienter zu gestalten. Zum Beispiel neue Plug-ins für das HELITRONIC Tool Studio von WALTER, der StuderMessenger Dienst und neue Eingabeoptionen für BLOHM und JUNG Maschinen.

H EL I T R O N I C T O O L S T U D I O

S T U D E R M E S S EN G E R

Plug-ins steigern die Leistung

Fehlermeldung per SMS

M

D

er StuderMessenger Dienst informiert automatisch per E-Mail oder SMS über aktuelle

it den neuen Plug-in-Tools

Fehlermeldungen von Maschinen – jederzeit

Feedrate Optimizer und Ba-

und unabhängig davon, wo sich der Anwender

lancer bietet WALTER jetzt neue

gerade befindet. StuderMessenger ist Teil des

leistungssteigernde Softwarelö-

Betriebssystems StuderWIN und funktioniert bei

sungen an. Der Feedrate Optimizer

allen entsprechend ausgestatteten Maschinen, die

ermittelt für jede Schleifbewegung

im Betrieb an das Internet angeschlossen sind. Der

die auftretenden Belastungen an

Bediener wählt gezielt aus einer Liste möglicherr

der Schleifscheibe und steuert den

Fehler aus, über die er informiert werden möchte..

optimalen Vorschub. So werden

Der StuderMessenger informiert dann zuverlässig

beispielsweise Schleifbewegungen

im Ereignisfall. Alle Meldung werden außerdem

mit geringer Schleifscheibenbelas-

in einem Logbuch dokumentiert. Vorteile: Durch

tung beschleunigt und umgekehrt

den Alarm können Stillstandzeiten vermieden

zu hohe Belastungen an der Schleif-

und das Personal effizienter eingesetzt werden. daniel.leuenberger@studer.com

scheibe durch eine Reduktion der Vorschubgeschwindigkeit vermie-

Informiert: Der StuderMessenger überwacht Ihre Produktion

den. Durch diesen optimierten Prozessablauf reduziert sich die Schleifzeit um bis zu 40 Prozent. Mit Tool Balancer wird die Unwucht

B LO H M J U N G

Abrichten mit Seitenvorschub

eines Werkzeugs analysiert und automatisch die entsprechenden Korrekturmaßnahmen ergriffen.

B

eim Bahn- und Geradeabrichten mit Seitenvorschub wird der

Ergebnis: ein perfekt ausbalan-

Vorschub traditionell in mm/min

ciertes Werkzeug. Dies führt zu

eingegeben. Dabei wird aber nicht

längeren Standzeiten und besserer

berücksichtigt, dass sich der Abricht-

Oberflächengüte der produzierten

überdeckungsgrad mit kleiner wer-

Werkzeuge.

dender Schleifscheibe ändert. Einen

christoph.ehrler@ walter-machines.com

guten Einblick gibt dazu die aktuell überarbeitete VDI-Richtlinie 3392, worin der Anwender erkennt, dass ein gleichbleibender Abrichtüberdeckungsgrad für konstante Abricht-

Abrichtvorschub: Wahlweise Eingabe von mm/min oder mm/Umdrehung

bedingungen über den gesamten Schleifscheibendurchmesser wichtig ist. Um dieser Problematik gerecht zu werden, ist die Blohm Jung Bedienoberfläche jetzt mit einer variablen Eingabemöglichkeit ausgestattet. Das heißt, der Bediener kann den Seitenvorschub beim Abrichten entweder in mm/min Effi ziente Lösungen: WALTER reduziert mit neuen Plug-ins die Schleifzeiten um bis zu 40 Prozent

oder in mm/Umdrehung eingeben. Dieses ist ab sofort bei allen BLOHM JUNG matthias.guhlke@blohmjung.com Abrichtzyklen Standard.

MOTION 01/12

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Blohm Jung GmbH Kurt-A.-Körber-Chaussee 63–71 21033 Hamburg, Deutschland Fon +49-40-7250-02 Fax +49-40-725032-87 sales-hh@blohmjung.com

Blohm Jung GmbH Jahnstraße 80–82 73037 Göppingen, Deutschland Fon +49-716-1612-0 Fax +49-716-1612-170 sales-gp@blohmjung.com

Fritz Studer AG 3602 Thun, Schweiz Fon +41-33-43911-11 Fax +41-33-43911-12 info@studer.com

Schaudt Mikrosa GmbH Saarländer Straße 25 04179 Leipzig, Deutschland Fon +49-341-4971-0 Fax +49-341-4971-500 sales@mikrosa.com

StuderTEC K.K. Matsumoto Bldg. 2F 4-10-8, Omorikita Ota-ku, Tokyo 143-0016 Japan Fon +81-36-80161-40 Fax +81-36-6626-97 ko.miyata@studer.com

Walter Maschinenbau GmbH Jopestraße 5 72072 Tübingen, Deutschland Fon +49-7071-9393-0 Fax +49-7071-9393-695 info@walter-machines.com

Ewag AG Industriestrasse 4 4554 Etziken, Schweiz Fon +41-32-6133-1-31 Fax +41-32-6133-1-15 info@ewag.com

Walter Kurim s.r.o. Blanenská 1289 66434 Kurim, Tschechien Fon +420-541-4266-11 Fax +420-541-2319-52 info.wcz@walter-machines.com

Walter Japan K.K. 1st floor MA Park Building Mikawaanjo-cho 1-10-14 Anjo City 446-0056, Japan Fon +81-556-71-1666 Fax +81-566-71-1668 info.jp@walter-machines.com

Walter Machines Asia Pacific Pte. Ltd. 25 International Business Park #01-53/56 German Centre, 609916 Singapur Fon +65-65-6281-01 Fax +65-65-6281-02 info.sg@walter-machines.com

Walter Machines UK Ltd. B 13 Holly Farm Business Park, Honiley, Kenilworth, Warwickshire, CV8 1NP, Großbritannien Fon +44-19-26-4850-47 Fax +44-19-26-4850-49 info.uk@walter-machines.com

Walter Machines Italia Srl Via G. Garibaldi, 42 22070 Bregnano (CO), Italien Fon +39-031-7708-98 Fax +39-031-7760-429 info.it@walter-machines.com

Walter Máquinas Ltda. Avenida XV de Agosto, 5.060 Sorocaba, Brasilien CEP: 18 085 290 Fon +55-15-3228-6910 Fax +55-15-3228-1366 vendas@walter-maquinas.com.br

Körber Schleifring Machinery (Shanghai) Co. Ltd. 1128, Tai Shun Road Anting Town Shanghai Jiading District 201814, China Fon +86-21-395873-33 Fax +86-21-395873-38 info@schleifring.cn

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Körber Schleifring Machinery (Shanghai) Co. Ltd. Beijing Branch Office Room 202, Building 18, Tower B, Universal Business Park, No.10 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District Beijing 100015, China Fon +86-10-659318-31 Fax +86-10-659318-35 info@schleifring.cn

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Körber Schleifring Machinery (Shanghai) Co. Ltd. Chongqing Branch Office Room 17-03 A Metropolitan Tower 68 Zou Rong Lu, Central District Chongqing 400010, China Fon +86-23-63 70-36 00 Fax +86 23 637 4-10 55 info@schleifring.cn

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