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Mai 18


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Gesund werden. Gesund leben. Kneipp-Journal 05/2018


Editorial und Inhalt

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127. Jahrgang 05/2018

Titelbild: © Fotolia. imtmphoto

Klaus Holetschek Präsident des Kneipp-Bundes

Danke für Ihr Engagement Wenn sich am 17. Mai der Geburtstag Kneipps zum 197. Male jährt, werden viele Kneipp-Vereine und zertifizierte Einrichtungen den Sebastian-Kneipp-Tag feiern und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die sanften Kneippschen Naturheilverfahren lenken. Das ist richtig und wichtig, nur gemeinsam können wir die Themen Gesundheitsförderung und Prävention voranbringen. Die Bereitschaft zur Selbsthilfe und ehrenamtliches Engagement zeichnen unsere Gesundheitsbewegung aus – eine Tatsache, die es wertzuschätzen gilt. Denn hauptsächlich liegt das Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen, zu Grunde. Diese großartige Motivation, die in unseren Kneipp-Vereinen beheimatet ist, verdient unseren allergrößten Respekt. „Zusammen sind wir stark“ heißt deshalb diese Ausgabe des Kneipp-Journals und unser Autor Thomas Brunnhuber veranschaulicht in seinem Beitrag auf Seite 128 recht amüsant, warum solidarisches Handeln und Empathie in der heutigen Zeit so wichtig sind. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen, einen erfrischenden Sebastian-Kneipp-Tag und bleiben Sie aktiv & gesund!

Allgemeines  |  Information  |  Kur / Erholung Editorial

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Sebastian-Kneipp-Akademie

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Kneipp-Journal

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Vorschau  |  Bildnachweis  |  Impressum

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Mehr Gesundheit durch Bildung Verbandsarbeit, Personalien, Nachrichten, Gesundheitspolitik, Programme

Gesundheit  |  Körper & Geist Wenn wir den Tag gemeinsam pflücken

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Vitamine für die Seele 

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Zum Geburtstag Sebastian Kneipps

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Für einen guten Durchblick

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Wasser – unser Lebenselixier

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Mit Eutonie auf dem Weg zu dir selbst

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Miteinander statt gegeneinander

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Interview

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Gedanken zur Lebensordnung im Alltag Wir brauchen sie für lebenswichtige Funktionen Ein Rätsel rund um sein Leben und sein Naturheilverfahren Augengymnastik für zwischendurch Das Lebensmittel aus der Leitung Ein ganzheitlicher Weg zur Gesundheit

Teamwork erleichtert die Vorstandsarbeit ...mit Dr. Markus Söder

Ernährung Hochsaison für Hochgenuss Jetzt gibt es wieder Spargel!

Kneipp-Journal 05/2018

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Lebensordnung

Wenn wir den Tag gemeinsam pflücken

I

ch kann mich erinnern. Zum Beispiel an die Kälte, Ende Februar bis Anfang März. Nun waren diese niedrigen Temperaturen nichts Ungewöhnliches. Im Winter kommt das vor.

Spiegelbild der Individuen in einer Gesellschaft abgibt.

Ein Zusammenspiel

Ein Wurf Ungewöhnlich war für mich, dass in dieser Kältezeit unsere Häsin Nachwuchs bekam. Acht kleine, nackte, blinde Hasenbabys lagen da – unter Stroh und den ausgerupften, mütterlichen Bauchhaaren. Aber trotz der Unwirtlichkeit des Wetters, trotz des ständig eingefrorenen Wassers und anderer Unmöglichkeiten, entwickelten sich die Kleinen prächtig. Dank der mütterlichen Fürsorge der Häsin – und natürlich unseres ordentlich und extra dafür gebauten Stalls aus dicken Brettern. Und wo steckte der Rammler? Den mussten wir zum Ende der Schwangerschaft separieren. Denn er ließ die Häsin nicht zur Ruhe kommen, belästigte sie häufig. Über den weiteren empfohlenen Verlauf machte ich mich im Internet schlau: Rammler kastrieren, vier bis sechs Wochen warten, Familienzusammenführung. Ein Rammler kann ein liebevoller Vater sein, so war zu lesen – soweit die Theorie. Die Kastration war unproblematisch, wenn auch ein wenig teuer. Zur Familienzusammenführung und zur liebevollen Vaterschaft kam es dann aber nicht. Wir ließen zunächst Häsin und Hase zusammen. Sie wollte ihn beschnuppern, ihm war das schnuppe! Er unterwarf sie sich sofort und hatte nur Lust, seinen an- und aufgestauten Trieb zu befriedigen. So fand sich der Rammler gleich darauf in seinem Séparée wieder. Ich hatte keine Lust auf ein dauerhaft verängstigtes und frust-

Sebastian Kneipp, eine Zeichnung aus einer Projektarbeit der Klasse 4a, Grundschule Pforzen

riertes Weibchen, das womöglich auch noch ihr Verhalten gegenüber den Kleinen verändern würde. Seine großzügig gestaltete Unterkunft zerlegt der „Aggro-Rammler“ seitdem präzise und systematisch. Von wegen „liebevoll“ … Die Kleinen entwickeln sich bis heute prächtig. Sie kuscheln gerne. Wenn aber Futter „vom Himmel fällt“, dann geht es buchstäblich drunter und drüber: Jeder will der Erste sein, am besten sich gleich in den Futternapf oder in die Heuraufe setzen, damit die anderen gar nicht richtig an das Fressen herankommen. Es geht halt zu, wie es bei Hasen zugeht: trieb- und instinktgesteuert. Völlig normal, außer, dass sie als Stallhasen auf die grenzenlosen Grün- und Ackerflächen verzichten müssen … Beim Nachdenken und Schreiben sind mir Parallelen zu uns Menschen eingefallen. Vielleicht haben wir die Osterhasen deswegen so vermenschlicht, weil der Hase in manchen Punkten ein gutes

Das „Top-down“ (von oben nach unten) und das „Bottom-up“ (von unten nach oben) sind für ein Für- und Miteinander in einer Familie, Gemeinschaft und Gesellschaft unabdingbar. Dahinter blitzt ein Grundanliegen des Reformpädagogen Friedrich Fröbel auf, der einer von oben verordneten Erziehung, Bildung und Betreuung die Kompetenz der Kinder entgegenstellte. Ein gedeihliches Klima in Vergesellschaftungen gibt es nur da, wo die Großen sich um die Kleinen sorgsam annehmen und die Kleinen sich bei den Großen einbringen können. Voneinander und miteinander leben und lernen, lassen einander stark werden. Unbestreitbar gibt es die großartige Fürsorglichkeit der Eltern gegenüber den Kindern, der Großen gegenüber den Kleinen, der Starken gegenüber den Schwachen. Eine Fürsorglichkeit im familiären Bereich, in Kita und Schule und im beruflichen Ausbildungsverhältnis, eröffnet erst die Möglichkeit, erfüllt miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen. Auch Pfarrer Sebastian Kneipp war die Frage nach einem guten Miteinander wichtig. Die Stärkung des Körpers und des Geistes und eine natürliche und einfache Lebensweise sind Grundlagen für ein gelingendes, zufriedenes Zusammenleben. Wo zusammenlebende Generationen darauf achtgeben, wird ein Klima der gesellschaftlichen Zufriedenheit entstehen. „Darum sollen die Eltern sich ihrer Aufgabe bei der Erziehung ihrer Kinder wohl bewusst sein. Es ist also am besten, von Anfang an den Unterricht in der Einfachheit, Sparsamkeit, GenügKneipp-Journal 05/2018


Lebensordnung samkeit und besonders in der Religion zu beginnen und ihn stets fortzusetzen. Die so aufgezogen sind, werden in jeder Lage ihres Lebens sich zu helfen wissen.“ (Sebastian Kneipp: Meine Wasserkur / So sollt ihr leben. Die weltberühmten Ratgeber in einem Band. Trias. 8. Auflage 2010, S. 41). Wie schön wäre es, wenn unser Zusammenleben davon beseelt wäre. Wir finden aber Anderes: Eine Ellenbogengesellschaft, eine Fun- und Erlebnisgesellschaft, eine Konsum- und Modegesellschaft, eine Selfie-Gesellschaft. Menschen bespiegeln sich nur noch selbst, drehen sich nur noch um sich selbst, nehmen sich als Maßstab aller Dinge, werden über soziale Medien ausfällig oder mobben, räumen bei Sonderangeboten in den Geschäften die Regale aus, hamstern, fahren „fette“ überdimensionierte Autos, finanzieren diese fremd, leisten sich im härtesten Winter dünne Turnsöckchen und tragen dazu Sneakers, kaufen sich bereits zerrissene Hosen und treiben den Irrsinn in der Nutzung ihres Smartphones auf den Gipfel. Gott sei Dank sind mittlerweile das Begaffen, das Fotografieren und das Posting von Unfällen und Unfallopfern unter Strafe gestellt. Ein Psychologieprofessor vermutet dahinter einen tiefgründigen Trieb oder Instinkt. Dabei muss ich an meine Hasen denken: Instinkt- und Triebsteuerung! Funktioniert nur noch dieser Steuermechanismus, dann wird es mit dem Zusammenleben schwierig; dies um so mehr, je begrenzter die gemeinschaftlich zur Verfügung stehenden Ressourcen sind (bei den Hasen: Raum- und Futterangebot).

Ein Hilfsmittel Pfarrer Kneipp kommt immer wieder zu einer grundlegenden Auffassung: „Den besten Schutz (…) gewährt die Religion; wird diese in Wahrheit hochgeschätzt und lebt man nach ihren Vorschriften, dann wird dieses Laster gewiss nicht Eingang finden.“ (A.a.O, S. 146; Anm.: Kneipp Kneipp-Journal 05/2018

meinte zwar speziell die Trunksucht, m. E. aber können wir dieses Zitat weiter fassen). Religion umfasste für Kneipp noch alle Lebensbereiche (Erziehung, Arbeit, Kunst, Kultur, Politik, etc.). In ihr fand jeder für sich und für andere gültige Wahrheiten, ein umfassendes Glaubenssystem. Per Prinzip galt eine apodiktische, keinen Widerspruch duldende Aussage: „Man weiß, was man tut oder nicht tut!“ Natürlich war nicht alles Gold, was glänzte, gab es Hintertriebenes und Schweinereien, aber es gab eine Regel, die jedem galt: „Tu alles, was du von anderen erwartest, auch ihnen!“ Oder mit dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Oder anders ausgedrückt: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ Wir Menschen brauchen, um ein erfülltes Miteinander zu erleben, eine gemeinsame Betriebsphilosophie. Und sei es auch nur ein gemeinsamer Satz, so wie ihn Jesus einmal gebrauchte: „Liebe

Kneipp schreibt Bücher, eine Zeichnung aus einer Projektarbeit der Klasse 4a, Grundschule Pforzen

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Gott und deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Der Glaube an ein Gemeinsames lässt zusammengehören. Die Stärkung in der gemeinsamen Feier und im gemeinsam vollzogenen Ritual ist nicht zu verachten. Die ausdrückliche Selbstverpflichtung zur Nächstenliebe, in der Ausgewogenheit zur Eigenliebe, schützt vor der Überheblichkeit und vor einem falsch verstandenen Egoismus. Eigentlich sollte ja die Verwirklichung des eigenen Egos zur gewinnbringenden Entfaltung des einem an die Seite gestellten Mitmenschen dienen.

Ein Auto Doch neulich im morgendlichen Berufsverkehr: Da sind zwei Fahrspuren, ich benutze die rechte, vor mir sehe ich eine rote Ampel, ich lasse mein Auto dahin ausrollen. Sitzt mir doch auf einmal ein großer, weißer, blitzblank geputzter BMW im Nacken, nimmt augenblicklich meinen Abstand bis zur roten Ampel wahr, wechselt blitzschnell auf die linke Fahrspur, überholt mich links, schert gerade noch rechtzeitig vor mir ein und


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Lebensordnung

kommt mit einer Vollbremsung vor mir an der gemeinsamen roten Ampel zum Stehen. Er lässt mich sein Blechhinterteil sehen – und ich muss unweigerlich an die Blume meines „Aggro-Rammlers“ denken. Ich hätte mich aufregen können, habe ich aber nicht; ich hätte ihm ordentlich die Lichthupe geben können, habe ich aber nicht; ich hätte ihn mit einem gekonnten Überholmanöver auch links überholen können, habe ich aber nicht (da bin ich realistisch: ich fahre einen kleinen C1). Ich habe mir nur gedacht: Wenn jetzt im Auto dieses Kerls ein Kind sitzen würde und dieses Verhalten als selbstverständlich annehmen würde? Wenn dieser Kerl dies nicht nur einmal machte, sondern immer wieder, weil er die PS unter seinem Allerwertesten spürt? Welche Haltung zu anderen Verkehrsteilnehmern würde dadurch dem Kind selbstverständlich werden? Und genau da „liegt der Hase im Pfeffer“ (nicht meiner, sondern der allgemeine „Hase“, „per se“ sozusagen). Was man tut oder nicht tut, weiß man oftmals nicht mehr. Die Erziehung zur Einfachheit, Sparsamkeit, Genügsamkeit und zum Religiösen, wie Kneipp es sagte, interessiert vielfach nicht mehr. Denn wirkliches Interesse würde bedeuten, dass man „dabei ist“. Oder wie wir treffend in Wikipedia lesen können: „Unter Interesse versteht man die kognitive An-

teilnahme respektive die Aufmerksamkeit, die eine Person an einer Sache oder einer anderen Person nimmt. Je größer diese Anteilnahme ist, desto stärker ist das Interesse der Person für diese Sache.“ Was werde ich also das nächste Mal tun, wenn ich mich mit einer roten Ampel konfrontiert sehe? Ich werde es wieder so tun, weil ich glaube, dass ein anderes Handeln „hirnrissig“ ist. Wir müssen uns doch von den Hasen unterscheiden, die drauflosstürmen, wenn sich eine Möglichkeit eröffnet …

Eine Ampel Was ist eine rote Ampel, wenn wir sie allgemeiner fassen? Sie meint „Stop!“ und weißt mich auf einen Sachverhalt hin, der von mir respektiert werden soll. Damit das Zusammenleben gelingt, brauchen wir Warnsignale, die vor Grenzüberschreitungen schützen. Menschen leben – gottlob – verschieden, unterschiedlich, gemäß ihrer persönlichen Einstellungen und Erfahrungen. Polyphones Leben ist besser als monotones. Vielgestaltiges Leben ist beziehungsanregender und beziehungsfördernder als einfältiges. Unterschiedliches und Gegenteiliges sind gerade das „Salz in der Suppe“ einer Beziehung. Gegensätze, heißt es ja bekanntlich, ziehen sich an. Und das Interesse am anderen sucht die

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Ein Gegenteil Wenn das Leben so dahinplätschert, dann machen wir uns für gewöhnlich keinen Kopf, was das Zusammenleben ausmacht, was es stärkt und was es gefährdet. In Zeiten der Krise, der Veränderung, des Gegenteils aber, zeigt sich die Notwendigkeit, darüber nachzudenken. Nehmen wir einmal – um die Geburtszeit der kleinen Häschen erneut aufzugreifen – die beiden „Extreme“ Kälte und Hitze. Pfarrer Kneipp schreibt: „In dem ungeheuren Luftkörper, der unsere Erde umgibt, hausen zwei gewaltige ‚Riesen‘, der eine noch mächtiger als der andere; beide ringen in beständigem Kampfe um die Herrschaft; bald siegt der eine, bald der andere. Diese zwei Riesen heißen Wärme und Kälte. Unter dem Einfluss beider steht der Mensch. Wer möchte alle die Krankheiten aufzählen, welche die Kälte und Wärme dem

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Ausgleichung, die Balance sowie den Respekt und die Toleranz gegenüber der Einstellung des anderen (wahrscheinlich hätte das auch der „Kerl“ im BMW verdient, aber der war beim Umschalten der Ampel gleich weg und für Reibungsprozesse nicht mehr greifbar; vielleicht hatte er Zahnweh und brauste zum Arzt?). Und damit komme ich zu einem weiteren Punkt in meinen Betrachtungen:

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Rubrik menschlichen Körper verursachen. (…) Es ist deshalb unbedingt notwendig, sich gegen die Kälte wie gegen die Wärme zu schützen. Wie die Menschen, so stehen auch die Vögel des Himmels und die Tiere des Feldes unter dem Einflusse von Kälte und Wärme. Für die Geschöpfe sorgt aber der Schöpfer selbst. (…) Die Tiere des Feldes und des Waldes bekommen (…) für den Sommer ein dünnes Haarkleid, für den Winter einen dicken, gutgefütterten Pelz (…). Dem Menschen aber, der mit Verstand und Vernunft begabt ist, hat es der Schöpfer selbst überlassen, sich vor jenen zwei Riesen zu schützen.“ (A.a.O., S. 30). Kneipp zählt schließlich die Faktoren auf, die dem Menschen helfen, in der Gegenteiligkeit von Kälte und Wärme zu bestehen: Kleidung, Schuhwerk, Arbeit, Bewegung, Ruhe, Nahrung. Wenn ich es recht bedenke, dann handelt es sich dabei um die Grundbedürfnisse des Menschen. Durch die Erfüllung dieser bleibt der Mensch – auch in spannungsgeladenen Zeiten – gesund: Saubere Luft, Kleidung, sauberes Trinkwasser, gesunde Nahrung, Schlaf, Ruhe und Entspannung; Unterkunft und Wohnung, Gesundheit, Schutz vor Gefahren, Ordnung durch Gesetze und Rituale; Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Sexualität, Fürsorge, Kommunikation. Grundbedürfnisse bedürfen der Befriedigung, will man für sich und andere ein gutes Leben haben. Die Grundbedürfnisse stehen daher immer in Verbindung mit dem sozialen Gefüge. Sie werden erfüllt, wenn Menschen miteinander leben und füreinander da sind. Sie sind gefährdet, wenn Menschen lediglich eigennützig und egoistisch leben. Vernunft und Verstand, so meinte Kneipp, heben die Menschenwelt ab von der Tierwelt, haben aber zur Folge, dass die Menschen eigenständig und verantwortet mir ihrem Leben umgehen müssen. Weil Instinkt und Triebsteuerung durch den Gebrauch von Vernunft und Verstand in den Hintergrund rücken, wird solidarisches Handeln umso wichtiger. Solidarität schützt das Individuum vor Verinselung und vor Vermassung. Denn sie besitzt einen großen Anteil an Empathie. Einfühlendes VersteKneipp-Journal 05/2018

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hen ermöglicht ein Miteinander und Füreinander.

Eine Zeit Martin Heidegger legte einmal ein Buch vor, es hieß „Sein und Zeit“. Darin finden wir einen interessanten Gedankengang: Der Mensch erlebt sein Dasein, sein In-der-Welt-sein. Aber was macht das Dasein, das In-der-Welt-sein aus, was ist das Wesentliche daran? Es ist die Sorge, die ausgerichtet ist auf den Umgang mit der Welt. Die Welt dürfen wir sehen in der Ich-Welt, in der Du-Welt und in der Welt der Gegenstände um uns herum. Wie ich damit umgehe, ist nicht beliebig. Es ist ein sorgsames Umgehen, das sich im Besorgen, Planen, Bekümmern, Berechnen und Voraussehen zeigt. Das gegenwärtige Handeln in der Welt bleibt nicht im Augenblick stecken, es ist vielmehr zukunfts- und lösungsorientiert. Es geht letztlich um die Frage: Wie gehe ich mit meiner zur Verfügung stehenden Zeit um, wie selbstverantwortlich spüre ich mich? Die Zeit empfinde ich als erfüllend, wenn ich merke, dass wir nur zusammen stark sind, dass mehr herauskommt, wenn wir auf ein gutes Miteinander und Füreinander achten. Beispielhaft ist da für mich die Goldmarie in dem Märchen von der Frau Holle. Sie ist von Haus aus nicht verwöhnt. Dennoch, oder gerade deswegen, hat sie ein tiefes Gespür für die Sorge. Nachdem sie in den Brunnen gesprungen war und sich auf der Blumenwiese wiederfindet, kommt sie zum Brotofen, zum Apfelbaum und zum Haus der Frau Holle. Und ganz selbstverständlich und selbstverantwortlich nimmt sie, aus Sorge um die Dinge, die Bedürfnisse des anderen war: Sie bewahrt die Brote vor dem Verbrennen, sie erntet die reifen Äpfel und sie tut sorgsam den Dienst bei der Frau Holle; weil die Federn fliegen sollen, sonst würde es auch nicht auf der Welt schneien … Das Mädchen ist und wird ein Goldkind. Und diese Chance haben wir alle! Carpe diem, pflücke den Tag! Thomas Brunnhuber Dipl.-Religionspädagoge (FH) Kita-Fachberater für Religionspädagogik

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Vorschau & Impressum

Unser Thema im Juni 2018:

Unterwegs

Juni 18

Machen Sie sich mit uns auf den Weg. Frau Dr. Petra Mommert-Jauch erklärt Ihnen, wie wichtig unsere Füße für ein gesundes Fundament sind und was Sie dafür tun können. Dann führt Sie Frau Dr. Christine Volm durch die Natur, zu den schmackhaftesten und gesündesten Wildpflanzen. Und nicht zuletzt bieten wir Ihnen Rezeptideen für Gerichte zum Mitnehmen – für die Brotzeit auf dem Berg oder das Picknick im Grünen. Freuen Sie sich auf Ihr KneippJournal und schauen Sie rein.

Impressum Titel Der Titel „Kneipp“ ist zu Gunsten der Kneipp-Werke Würzburg/Bad Wörishofen als eingetragene Marke geschützt Herausgeber Kneipp-Bund e. V., Bundesverband für Gesundheitsförderung und Prävention, Bad Wörishofen; vertreten durch den Präsidenten Klaus Holetschek, MdL Verlag Kneipp-Verlag GmbH, Adolf-Scholz-Allee 6–8, 86825 Bad Wörishofen; Postfach 1451, 86817 Bad Wörishofen; Tel. 0 82 47/ 30 02-212, Fax 0 82 47/30 02-199 E-Mail: Kneippverlag@t-online.de Internet: www.kneippverlag.de: eingetragen beim Amtsgericht Memmingen, HRB 5126 ISSN 1868-4270 Geschäftsführer Thomas Hilzensauer Christian Dannhart

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Bildnachweis Seiten 128, 129: Zeichnungen aus einer Projektarbeit zu Sebastian Kneipp, der Klasse 4a, Grundschule Pforzen Seite 132: Rainer Sturm_pixelio, DAK-Gesundheit, Seiten 132, 134: Andrea Köhler Seiten 136, 137: Kneipp-Bund e. V. Seite 137: bitte-recht-freundlich.de, Techniker Krankenkasse, Kneipp-Verein Stuttgart Seite 138: sebra_Fotolia, Seiten 138, 139,140, 141: Katrin Niekerke Seite 142: Zffoto_Fotolia, Seite 143: Jonathan Keller_pixelio Seite 146: Michael Berger_pixelio, S. Hofschlaeger_pixelio Seite 152: Schweizer Kneippverband, Seite 154: Thomas Lother, Nürnberg Seite 160: BVEO, FIZ, Deutsches Geflügel, Seite 162: ARochau_Fotolia

Kneipp® ist eine eingetragene Marke der Kneipp-Werke Würzburg.

Anzeigenverkauf Verlagsbüro ID GmbH & Co. KG Irmgard Ditgens (Ltg.), Tel. 05 11/ 61 65 95-0, Susanne Sinß, 0511/616595-35 Ines Walter, Tel. 0511/616595-25 Fax 05 11/ 61 65 95-55, E-Mail: service@verlagsbuero-id.de Für den Inhalt der Anzeigen zeichnen die Inserenten verantwortlich Vertriebsabteilung Christa Weidner Tel. 0 82 47/ 30 02-112 Bezugsbedingungen Jahresabonnement

e 25,–

bei Versendung ins Ausland zuzgl. Porto Die Zeitschrift Kneipp-Journal (vormals KneippBLÄTTER) ist das offizielle Organ des KneippBundes e.V. Sie erscheint jährlich 10 x und wird allen Kneipp-Bund-Mitgliedern im Rahmen der Mitgliedschaft ohne besondere Bezugsgebühr geliefert. Der Verlag behält sich vor, Anzeigenaufträge wegen des Inhalts, der Herkunft oder der fachmännischen Form nach einheitlichen Grundsätzen des Verlages abzulehnen. Für per ISDN und auf anderen Datenträgern übermittelte Anzeigendaten übernimmt der Verlag keine Gewähr. Wiederverwendung des redaktionellen Inhalts nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlages gestattet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Der Inhalt der veröffentlichten Anzeigen muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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