Page 1

Pfarrbüro Sasbach Telefon 07642 1445

CHRONIK ZUM 250-JÄHRIGEN JUBILÄUM · PFARRKIRCHE ST. COSMAS UND DAMIAN JECHTINGEN · 1765–2015

Gottesdienst siehe aktuellen Pfarrbrief

Himmels werk

GESTERN · HEUTE · MORGEN

Spenden, zum Erhalt unserer schönen Kirche und für die Gemeindearbeit. Wir sagen herzlich „Vergelts Gott“! Raiffeisenbank Kaiserstuhl IBAN DE81 6806 3479 0027 7141 10 Ausschnitt Kirchenfenster

Schutzgebühr: 4,50 Euro

CHRONIK ZUM 250-JÄHRIGEN JUBILÄUM PFARRKIRCHE ST. COSMAS UND DAMIAN JECHTINGEN 1765 –2015


ARNO’s

EDELDESTILLATE KAISERSTÜHLER HAUSBRENNEREI

Edle Destillate und Liköre Mehrfach bei nationalen und internationalen Prämierungen ausgezeichnet.

Arno und Christel Gerhart Küchenmatten 17 (Zufahrt über Dorfstraße 71) · 79361 Jechtingen · Telefon 07662 6101 info@arno-gerhart.de · www.arno-gerhart.de

ARCHITEKTEN + INGENIEURE D-79361 Sasbach-Jechtingen Kosmas-Bohn-Straße 7 Telefon +49 76 62 570 Telefax +49 76 62 8717 info@architekt-kiesewetter.de www.architekt-kiesewetter.de

Herausgeber: Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damian Jechtingen Redaktion: Peter Sonntag und Christel Gerhart Konzept: Andreas Kiesewetter, Freiburg Gestaltung und Produktion: Holger Stiegeler, www.systemtypo.de

Planung und Bauleitung für Neu- und Umbauten Gebäudeenergieberatung (BAFA gefördert) SachverständigenGutachten Wertermittlung


Inhalt

Seite

Grußwort Erzbischof Stephan Burger. . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Grußwort Pfarrer Bernhard Schneider . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Grußwort Bürgermeister Jürgen Scheiding und Ortsvorsteher Reinhard Morgenstern . . . . . . . . . . . . 7 Die Anfänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Neubau der Kirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Der Kirchenbaumeister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Die Schutzpatrone . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Nebenaltäre aus Freiburg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Die Kirche nach 1800 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Die Kirche im 20. und 21. Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . 18 Innenrenovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Außenrenovation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Das Äußere. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Der Kirchenraum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Der Zelebrationsaltar. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Die Orgel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 Die Glocken. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Die Turmuhr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Diverse Anschaffungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 Das ehemalige Pfarrhaus mit Bernhardusheim . . . . . . 48 Plan der Zehntscheuer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 Die Pfarrei. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Die Seelsorger im 20. und 21. Jahrhundert . . . . . . . . . . 53 Die Mesner. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Die Ministranten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Die Schwesternstation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Die Gemeindereferenten/Gemeindereferentin . . . . . . 63 Pfarrgemeinderäte und Lektoren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 Formen des religiösen Lebens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Krankenverein, Mütterverein, Altenwerk, Borromäusverein, Bildungswerk . . . . . . . . . 75 Ein Gelöbnis in schwerer Zeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Pfarrfeste. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 Das 250-jährige Kirchenjubiläum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 Die Gemeinde Jechtingen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86 Urkunde Grundsteinlegung vom 26. April 1763. . . . . . 97 Plan der Kirche, Nebengebäude und Friedhof vom 5. September 1827 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 Die Bücherei stellt sich vor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100 Text- und Bildnachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Nachwort Christel Gerhart. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110


2


Grußwort

Erzbischof Stephan Burger

„Christus im Herzen“ – so lautet mein bischöflicher Wahlspruch. Er findet seinen sichtbaren Ausdruck in Ihrer Pfarrkirche St. Cosmas und Damian, steht sie doch im Herzen Jechtingens und macht so eindrucksvoll deutlich: Jesus Christus wohnt mitten unter uns, im Herz unserer Gemeinde.

Das 250-jährige Jubiläum Ihrer Pfarrkirche, das Sie in diesem Jahr feiern dürfen, lädt auch dazu ein, uns darauf zu besinnen, wie sehr der christliche Glaube das Zusammenleben unserer Vorfahren, auf deren Schultern wir stehen, in den vergangenen Jahr­ hunderten geprägt hat. Und zweifellos verbinden viele von Ihnen auch persönliche Erinnerungen mit Ihrer Gemeinde und Pfarrkirche: Erinnerungen an Gottesdienste im Kirchenjahr, an Feste und Ereignisse im Leben der Pfarrei. Wichtige Schritte im Leben wurden hier in sakramentalen Zeichen gefeiert: die Taufe, die Erstkommunion, die Firmung, die Hochzeit. Und damit wird spürbar, worauf es entscheidend ankommt: Wie das Gotteshaus im Herzen Jechtingens seinen Platz hat, so will Jesus Christus im Herz unseres Lebens und Zusammenlebens seinen Platz haben: In Besinnung, Gebet oder beim Lesen der Heiligen Schrift. Das meint der Apostel Petrus, wenn er sagt: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen.“ (1 Petr 2,5) Liebe Schwestern und Brüder, verbunden mit den besten Glück- und Segenswünschen zum 250-jährigen Jubiläum Ihrer Pfarrkirche ermutige ich Sie: Schöpfen Sie immer ­wieder neu Kraft aus der Quelle unseres Glaubens, aus der Begegnung mit Gott und laden Sie andere ein, Christus kennen zu lernen und ihm in ihrem Alltag Zeit zu schenken und in ihrem Herzen Raum zu geben. Im Gebet verbunden Ihr

Erzbischof Stephan Burger 3


4


Grußwort

Pfarrer Bernhard Schneider

Ihr seid die lebendigen Steine (1 Petr) – Aus Anlass des 250-jährigen Weihejubiläums der Jechtinger Kirche verbindet die vorliegende Festschrift die Historie, Gegenwart ­und Zukunft der örtlichen Bevölkerung und der Kirchengemeinde miteinander. Vor 250 ­Jahren wurde die Kirche St. Cosmas und Damian in Jechtingen geweiht, im selben Jahr, in dem auch die Kirche in Wyhl geweiht wurde. Ob das damals vor Ort einer Aufbruchsstimmung entsprach, können wir heute nicht mehr feststellen. Ursprung und Ausstattung der Kirchen lassen jedoch vermuten, dass viele vor dieser Zeit errichtete Kirchen zu klein wurden, bzw. sie baufällig wurden aus den unterschiedlichsten Gründen.

Was die Festschrift erkennen lässt: Die Bevölkerung am Ort hat stets Einsatz gebracht für ihre Kirche. Pfarrer und Geistliche an der Kirche sind im Folgenden dezidiert beschrieben. Die Reihe dieser Namen darf aber erweitert werden durch die Gemeindeschwestern, die hier ­fleißig jahrzehntelang ihren Dienst taten und inzwischen auch durch die kirchliche ­Mitarbeit der Gemeindereferent/inn/en und Religionslehrer. Es freut mich, dass ich als Pfarrer im Jubiläumsjahr in eine lebendige Pfarrgemeinde gestellt wurde, wiewohl die Herausforderungen in den Kirchengemeinden in den letzten Jahren eher größer geworden sind. Die Entwicklung der Alterspyramide, sowie die oft außerhalb liegenden Arbeits-, Schul- oder Ausbildungsplätze sind nur einige der möglichen Gründe hierfür. So bildet die Pfarrei St. Cosmas und Damian heute den Pfarrgemeinderat zusammen mit den Nachbargemeinden Sasbach und Wyhl und teilt sich seit einigen Jahren mit ihnen auch den Pfarrer. Gemäß den diözesanen Leitlinien gestaltet ein ehrenamtliches Gemeindeteam das pfarrliche Leben der Senioren, Kinder, Jugendlichen und Familien mit. „Ihr seid die lebendigen Steine!“, heißt es im Evangelium zum Kirchweihtag – Auftrag und zugleich Motivation, die der Kirche und damit uns Christen auf den Weg mitgegeben wurden, damit wir ihn heute verwirklichen.

Pfarrer Bernhard Schneider 5


1

2

1 Eichertkapelle 2 Ortschaftsverwaltung 6


Grußwort

Bürgermeister Jürgen Scheiding

Ortsvorsteher Reinhard Morgenstern

Liebe Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Leser, wenn wir jetzt das 250-jährige Bestehen des heutigen Jechtinger Kirchengebäudes ­feiern, dann erinnern wir nicht nur an ein einmaliges Ereignis, sondern zugleich an eine nicht endende Folge verschiedenster Aktivitäten, die im Laufe der Jahrhunderte ergriffen wurden, sei es für Reparaturen, Sanierungen oder Verschönerungen der Kirche. Die vorliegende Chronik beschreibt in eindrucksvoller Weise, mit welchen Widrigkeiten die Gemeinde zu kämpfen hatte. Große Schäden am Kirchengebäude durch Unwetter, Blitzschlag oder feindlichen Beschuss mussten behoben werden, oder die Obrigkeit musste mühsam überzeugt werden, die nötigen Finanzmittel für Renovierungen, neue Altäre oder eine neue Orgel zur Verfügung zu stellen. Ebenso wird aber deutlich, wie sehr die Kirche als Zentrum der Gemeinde betrachtet wurde. Immer wieder gab es Jechtinger Bürger, die viel Zeit und Tatkraft aufbrachten, um die verschiedenen ­Projekte voran zu treiben, und immer wieder gab es eine große Spendenbereitschaft der Gemeinde­mitglieder. Die Tatsache, dass in jüngster Zeit aufwändige Projekte wie die Orgel­renovierung oder die Erneuerung des Turmdaches maßgeblich mit Spenden der Bevölkerung verwirklicht werden konnten, zeigt deutlich, dass auch heute die Kirche eine zentrale Stellung in unserem Ort einnimmt. Wir hoffen und wünschen, dass auch in Zukunft insbesondere das Kirchengebäude in Ehren gehalten und erhalten wird. Daneben sollte nicht vergessen werden, dass auch außerkirchliche Aktivitäten wichtig für das kulturelle und soziale Leben in der politischen Gemeinde sind, und dass diese ebenso geeigneter Räumlichkeiten bedürfen, z. B. in Form eines Bürgerzentrums. Die Unterstützer der Kirchengemeinde können in diesem Zusammenhang als gutes Vorbild für all unsere Bürgerinnen und Bürger dienen. Die bestehenden und geplanten Begegnungsstätten in der Gemeinde müssen ebenfalls als hohes Gut betrachtet werden und bedürfen der Unterstützung einer breiten Allgemeinheit.

Bürgermeister Jürgen Scheiding

Ortsvorsteher Reinhard Morgenstern 7


Die Anfänge Die Pfarrei Jechtingen wird im Jahre 1275 erstmals im liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz, genannt. Das Patronat war damals der Herrschaft Hachburg zugehörig, welches seit 1330 zu Österreich gehörte und weiterhin von den jeweiligen Lehensinhabern der Herrschaft Burkheim kontrolliert wurde. Nach der Gründung der Universität Freiburg im Jahre 1457 wurde diese von Herzog Sigismund am 9. November 1468 mit den Gütern der Kirche zu Jechtingen ausgestattet. Das bedeutete, dass die Pfarrkinder von Jechtingen ihre Gefälle, ihre Steuern, sowie die Acker- und Weinzehnten an die Universität abzuliefern hatten. Diese Schenkungen bedeuteten soviel wie ein Staatsgesetz. Im Gegenzug war die Universität verpflichtet, die Seelsorge durch den Einsatz eines Pfarrvikars sicherzustellen und die Baulichkeiten, wie die Kirche und das Pfarrhaus, zu unterhalten. Unterlagen im Universitätsarchiv belegen ab 1602 die Beteiligung an Reparaturmaßnahmen am Pfarrhof und an der Pfarrkirche. Für das Pfarrhaus und den Chor der Pfarrkirche hatte die Universität die Baupflicht, für das Langhaus die Pfarrei, für den Turm die politische Gemeinde. Bald nach dem Erwerb der Jechtinger Rechte beschloss die Universität die Kirche zu inkorporieren, also deren Besitz und Einkünfte an sich zu ziehen und dem Pfarrer dafür ein feststehendes Gehalt, die sogenannte Kompetenz, zu geben. Dies war aber nur mit der Zustimmung des damaligen Pfarrers Antonius 8

von Pforr möglich. Die Verhandlungen führten schließlich zur Vereinbarung vom 30. April 1470. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits auf die Pfarrei verzichtet. Der Bischof von Konstanz, Bischof Hermann III. von Breitenlandenberg, auch Hermann von Landenberg (1410–1474) genannt, überschrieb die Pfarrei Jechtingen mit der Inkorporationsurkunde vom 17. Mai 1470 an die Universität Freiburg. In den Jahren 1842 bis 1856 wurde der Zehnt abgelöst. Am 4. Oktober 1855 wurde die Baupflicht an Kirche und Pfarrhaus neu geregelt. Die Universität löste ihren Anteil mit 5.286 Gulden und 35 Kreuzern ab. Der katholische Oberstiftungsrat entsprach dem Wunsch der Gemeinde nach einem eigenen Baufonds. Am 4. Oktober 1855 teilte das Bezirksamt Breisach mit, dass gegen die Gründung eines Ortskirchenund Pfarrhausbaufonds keine Einwände bestünden. Das Ablösungskapital war bereits am 5. Dezember 1854 der Kirchen­ fabrik zur Verfügung gestellt worden. Wie sich jedoch zeigte, reichten die Gelder für die laufenden Ausgaben nicht aus. Gemeinde und Ordinariat leisteten regelmäßig Zuschüsse.

1 Z wei Ausschnitte aus der Inkorporationsurkunde von 1470


1

9


Neubau der Kirche 1762 kamen Pfarrer Franz X. Hagenbuch, Ortsvogt Martin Gaß, die Kirchenpfleger Joseph Gaß und Martin Höldin mit dem Universitätsoberschaffner Franz Ignaz Stibinger mehrmals zusammen. Sie stellten fest, dass die alte Kirche „unansehnlich, ruinös, ungemein feucht, ungesund und zu klein sei“. Eine neue Kirche zu bauen war nicht mehr zu umgehen. Die Universität Freiburg schloss mit dem Freiburger Stadtwerkmeister Johann Baptist Häring einen Bauvertrag für den Chor und die Sakristei ab. Die Gemeinde folgte nach, wobei ihr Häring auch noch ein Darlehen von 1.200 Gulden zur Verfügung stellte. Nach Abbruch der alten Kirche blieb nur der Glockenturm bestehen. Das Langhaus musste von der Pfarrei finanziert werden. Die Erhöhung des Turms um etwa sechs Meter (18 Schuh) hatte die politische Gemeinde zu tragen. Am 29.01.1762 wurde mit dem Abbruch der Kirche begonnen. Am 26. April 1763 feierte Jechtingen die Grundsteinlegung für den Neubau. Steinhauer Anton Higel aus Bombach, Schreiner Anton Schmid und Schreiner Prosper Danner und weitere Bildhauer und Uhrmacher erhielten in den nächsten beiden Jahren Bezahlungen außerhalb der Akkorde, die mit dem Baumeister abgemacht waren. Am 5. August 1765 kam der Konstanzer Weihbischof Franz Carl Joseph Fugger von Kirchberg nach Jechtingen, um die neue Kirche feierlich einzuweihen. Die gesamten Baukosten betrugen ca. 4.000 Gulden. Davon übernahm die Universität 1.000 Gulden, die Pfarrei 2.000 Gulden. 1.000 10

Gulden für den Turmbau trug die politische Gemeinde. Der Bischof reiste mit Hofkaplan, Kammerdiener und Bediensteten an. Die Chronik berichtet: „ Sie wurden mit 10 Maß Rotwein und Speisen verköstigt.“ 1765 richtete der „Bildhauer mit Gesell“ einen neuen Tabernakel auf, nachdem die Maurer den „Altarstein“ erhöht hatten. Mit der Fertigstellung der Friedhofsmauern schuf Steinhauer Hans Jörg Schumacher das „Portal auf dem Kirchhof“. Im selben Jahr gingen Spenden für einen neuen Barockaltar ein. Die Pfarrei schloss mit dem „Bildhauer von Schlettstadt“ einen Vertrag ab. Bis der Hochaltaraufbau im Jahre 1766 vollendet war, wurde der bisherige Altar weiterhin verwendet. Erst durch den Diözensanbaumeister Lucas Engesser, der 1867 den Jechtinger Barockaltar genauer beschrieb, taucht der Name seines Schöpfers, dem Schlettstadter Bildhauer Johann Martin Müller (1734-1811) auf, der durch stilistische Eigenheiten, wie florale Dekoration mit Girlanden und Blumenkörbchen bekannt wurde. Müller hatte seine dekorative Kunst bei dem im ganzen Elsass gerühmten Bildhauer Hans Jacob Braun in Turckheim erlernt, der wiederum ein Schüler des Gengenbacher Meisters Philipp Winterhalder war.


Der Kirchenbaumeister Johann Baptist Häring Johann Baptist Häring (1716 -1790) war ein Architekt, der hauptsächlich im Breisgau und am Kaiserstuhl u.a. in Endingen, Wyhl, Wasenweiler und Hochdorf wirkte. Er entstammte einer Vorarlberger Barockbaumeisterfamilie. Seit 1739 als

zünftiger Bürger in Freiburg ansässig, stieg er 1755 zum Stadtwerkmeister der Maurer und 1766 zum Stadtbaumeister auf. Er war Stadtrat und Zunftmeister der Bauzunft zum Mond.

1 Kirche und Friedhof im Jahr 1906 1

11


Die Schutzpatrone St. Cosmas und Damian 1 R  eliquiar St. Cosmas und Damian 2 S iegelstempel des Weihbischofs zur Beurkundung der Reliquie.

1

Am 26. September begehen wir das Patrozinium und gedenken der heiligen Cosmas und Damian. Die feierliche Festmesse wird seit vielen Jahren vom Gesangverein Sponeck musikalisch umrahmt. Die anschließende Prozession wird von der Winzerkapelle angeführt. Der Pfarrer trägt das Reliquiar der heiligen Cosmas und Damian, das während der Hl. Messe auf dem Altar steht, bei der Prozession durch die Straßen. Sowohl die Geburts- wie Sterbedaten der aus Arabien stammenden Zwillingsbrüder Cosmas und Damian sind nicht verlässlich belegbar. Man weiß jedoch, dass sie um das Jahr 303 n.Chr. ihres Glaubens wegen enthauptet wurden. Die wohl älteste und bedeutendste Kirche mit den Reliquien der beiden heiligen Ärzte befindet sich auf dem Forum Romanum in Rom. 12

Der Überlieferung nach praktizierten die Zwillingsbrüder Brüder Cosmas und Damian in Syrien bzw. der südtürkischen Küste als Ärzte und behandelten Kranke unentgeltlich. Viele ihrer Patienten bekehrten sie zum Christentum. Erzählungen zufolge überlebten sie unversehrt grausame Folterungen und wurden nach deren Märtyrertod sehr schnell zu wichtigen Heiligen der Christen. Cosmas und Damian wurden zu Schutz­ patronen vieler medizinischer Berufe wie Ärzte, Apotheker, Hebammen und Bader. Ebenso werden sie als Heilige der Kranken, Friseure und Zuckerbäcker gesehen und von Menschen in Seenot, bei Geschwüren, der Pest und Pferdekrankheiten angerufen. Sie gelten auch als Stadtpatrone von Florenz, da sie in der Renaissance als


Schutzheilige des berühmten Adelsgeschlechts, der Medici, galten. Außerdem wurden Cosmas und Damian zu Schutzpatronen der Stadt Essen, wo man einige ihrer Reliquien in der Stiftskirche aufbewahrt. Ebenso befinden sich ihre Reliquien im Hildesheimer Dom und in der St. Michaels-Kirche in München.

die in der Stadt aufbewahrt waren. Je bedeutender die Reliquien waren, desto mehr Pilger besuchten die Stadt. Je bekannter die Stadt, desto bedeutender und einflussreicher wurde sie. Oft suchten hochgestellte oder adlige Persönlichkeiten die Reliquien auf, und brachten als Dank für deren Fürbitte der Heiligen Geschenke oder rechtsgültige Beim Versuch, das Alter der Kirche über Vergünstigungen mit, die der Stadt das Patrozinium zu erschließen, stößt wiederum zu größerer Bedeutung man jedoch an Grenzen. Im Allgemeinen verhalfen wie man deutlich am Beispiel wurde der Kirchenheilige durch den folgender Städte sieht: Köln – ReliquienKirchengründer festgelegt, welchen wir schrein der hl. Drei Könige, Siena – Kopf­ im Fall der Jechtinger Kirche nicht kennen. reliquie der Patronin Italiens Katharina Betrachtet man jedoch die alte und von Siena, oder Amsterdam erhielt als dauerhafte Beziehung des Dorfes zu kleines, unbedeutendes Fischerdorf, Sasbach, das bekanntlich einmal Sitz eines aufgrund einer Gebetserhörung beim königlichen Fiskus gewesen ist, möchte Eucharistischen Wunder, Steuervergün­ man sich fragen, ob sich königliche stigungen durch den Kaiser und wurde Interessen nicht auch in der Umgebung somit zu einer der einflussreichsten des ehemaligen Königshofes niedergeHandelsstadt Europas. schlagen haben könnten. Die wichtigste Kirche im ottonischen Reich, die den heiligen Cosmas und Damian geweiht war, ist der Essener Dom, eines der religiösen Zentren der Ottonen. Dort werden die Heiligen bereits um die Mitte des 9. Jahrhunderts genannt. Man könnte mutmaßen, dass das Reliquiar der Jechtinger Kirche, ein Teil des durch Bischof Altfrid von Hildesheim im Jahre 850 nach Essen gebrachten Reliquienschatzes ist. Eines aber ist auf alle Fälle klar: die Bedeutung, Größe und Macht einer Stadt war sehr oft abhängig von den Reliquien, 13

2


Nebenaltäre aus Freiburg Am 9. Juni 1795 kauften die beiden Jechtinger Kirchenpfleger für 125 Gulden zwei barocke Seitenaltäre der aufge­ hobenen Freiburger Predigerkirche. Die Bevölkerung hatte es mit Geldspenden möglich gemacht. Der Freiburger Bild­ hauer Anton Xaver Hauser (1712-1772) wurde um 1750 vom Freiburger Dominikanerorden beauftragt, die in der Predigerkirche vorhandenen Nebenaltäre weitgehend umzugestalten und dem Zeitgeschmack anzupassen. Dem Frei­ burger Dekorationsmaler Franz Friedrich Pfunner (1718-1781), vertraute das Kloster die prächtige Farbfassung und

Vergoldung der Altäre an. Einem Verwandten, dem Kunstmaler Johann Pfunner, einem 1748 in Freiburg eingebürgertem Tiroler, übertrug er den Auftrag, die neuen Altarblätter zu bemalen. Jechtingen konnte somit mit dem Erwerb des Altars der hl. Ursula- und dem Apostelaltar der ehemaligen Freiburger Predigerkirche zwei kostbare Prachtstücke für die Dorfkirche erwerben, die später leider verloren gingen. 1 Umgestaltete Nebenaltäre aus der Predigerkirche Freiburg, nach 1883. Aufnahme von 1906. 2 Kirche mit Friedhof nach 1934 1

14


Die Kirche nach 1800 Als man 1813 nach der französischen Revolution daran gehen konnte, die Bauschäden zu beseitigen, beliefen sich die Kosten bereits auf 308 Gulden. Da weder Pfarrei noch Gemeinde diese Summe aufbringen konnten, wurden die Reparaturen an der Kirche für Jahre zurückgestellt. Nur die Kirchenorgel, die sich ebenfalls in einem schlimmen Zustand befand, wurde nach 1817 durch den Waldkircher Orgelmacher Martin repariert. 1818 folgte die Instandsetzung der Kirchenuhr, die 103 Gulden verschlang. Eine weitere Orgelreparatur im Jahre 1832 kostete zusätzliche 51 Gulden. Zudem musste die Orgel, da der Chor zu wenig Platz bot, zurückgesetzt und höhergestellt werden, was der Orgelbauer Mayer aus Endingen besorgte. Im Dezember 1833 fegte ein Sturmwind das Blech des Kirchendachs weg, was weitere 276 Gulden zu Buche schlagen ließ. Während des 19. Jahrhunderts litt die kirchliche Kunst nach dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation der Klöster und geistlichen Herrschaften im neuen Großherzogtum Baden unter dem rigiden Sparzwang durch die Staatsbürokratie. Wertvolles kirchliches Kunstgut wurde verschleudert oder zerstört. Erst um die Jahrhundertmitte besserten sich die Verhältnisse, als die 1817 neu gegründete Erzdiözese Freiburg das Baugeschehen in die eigenen Hände nehmen durfte.

2

Bereits 1856 beanstandete der Bezirksamtmann in Breisach anlässlich einer Ortsbesichtigung, dass die nötigen Reparaturen im Innern der Pfarrkirche nur kärglich vorgenommen wurden. Im März 1879 stellte Pfarrer Joseph Schulz bei der Kirchenbehörde den Antrag, den ganzen Innenraum der Kirche wegen Feuchtigkeit einer „Neuherstellung oder Reparatur“ unterziehen zu dürfen. Am 27. Juni 1880 folgte der Antrag auf Abbruch der drei Altäre „im Taglohn“. Das Sacrarium sei „bis zur Aufstellung eines

15


neuen Hochaltars“ zu belassen, Kommunionbänke und alte Chorstühle seien mit zu entfernen. Dass die Feuchtigkeit dem Gebäude immer wieder zu schaffen machte, beweisen schon die Anschaffungen von Paramenten und Fahnen zwischen 1822 und 1852. Bis sich jedoch alle Behörden über die nötigen Maßnahmen geeinigt hatten, verging viel Zeit. Im Mai 1880 schätzte das Erzbischöfliche Bauamt die Kosten auf 6.640 Mark, im Juni bot die Gemeinde als Naturalleistungen Bauholz und Fronen an. Inzwischen hatte ein Orkan das Kirchendach und die Südfenster beschädigt, wodurch weitere Kosten in Höhe von 1.662 Mark entstanden. 1

16

Allem Anschein nach konnten die Restaurierungsarbeiten dennoch im gleichen Jahr fertiggestellt werden. Von der genehmigten Bausumme in Höhe von 4.200 Mark hatte man sogar noch 400 Mark einsparen können, welche jedoch für die endlich in Angriff genommene Renovation der Inneneinrichtung gebraucht wurde. Wie der örtliche Stiftungsrat am 3. Nov. 1883 dem Oberstiftungsrat mitteilte, war der bisherige Hochaltar im Zuge der Restaurierung abgerissen und zertrümmert worden und sei jetzt nur noch eine Ruine. Auch die beiden Seitenaltäre aus der Freiburger Predigerkirche hatte man zerstört.


2

Man rechnete mit neuen Kosten von 16.450 Mark allein für zwei neue Seiten­ altäre, einen neuen Bodenbelag in den Gängen, eine neue Orgel, die Reparatur der Kanzel, des Turms und des Kirchen­ äußeren und die Anschaffung einer neuen Turmuhr. Die Kirchenfenster waren zu reparieren und der Endinger Maler Stertz musste die Wandflächen hinter den abgerissenen Altären mit Teppichmustern füllen.

1 Die Pfarrkirche nach 1910 2 1  948 – Festgottesdienst zum 50-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Paul Brutscher

Inzwischen hatte die Stiftungskommission am 2. Oktober 1883 mit dem Bildhauer Eberle in Überlingen einen Vertrag zur Fertigung eines neuen Hochaltars abgeschlossen. Der Altar sollte am 1. November 1884 aufgestellt werden. Am 8. Oktober 1883 teilte das Erzbischöfliche Bauamt mit, dass Pfarrer Schulz bereits im Jahre 1881 in Verhandlungen um einen neuen Hochaltar mit der Firma Marmon aus Sigmaringen in Kontakt getreten sei. Ein Kompromiss zwischen beiden vorliegenden Entwürfen wurde dann Ende der 1880er Jahre durch die Firma Marmon für 5.240 Mark gefertigt. 17


Die Kirche im 20. und 21. Jahrhundert 1

1 Die Pfarrkirche renoviert 1939

1908 bemühte sich Pfarrer Dionys Münch um die Wiedergewinnung von zwei Seitenaltären im Barockstil. Münch arbeitete mit dem Erzbischöflichen Baurat Raimund Jeblinger zusammen, der 1903-1906 das Gebäude in der Schoferstraße in Freiburg baute. Noch heute befindet sich in diesem Gebäude das Erzbischöfliche Ordinariat. Pfarrer Münch übte am Jechtinger Hoch­altar von 1884 herbe Kritik. Von ihm 1884 verfasste Berichte über die Geschehnisse bezeugen: ,,Wie ich hören muss, hat Pfarrer Schulz die drei alten Altäre hinauswerfen und zum größten Teil verbrennen lassen, obwohl sie nach Aussage älterer Pfarrangehöriger kunst18

volle Arbeiten gewesen seien“. Pfarrer a. D. Schulz wehrte sich gegen die Vorwürfe, denn es sei „alles nach den Plänen des Bauinspektors Franz Baer (1850–1891) vom Erzbischöflichen Bauamt geschehen“. Pfarrer Münch berichtete weiter: „Wenn die Jechtinger die schön restaurierten Altäre in Sasbach und auf dem Litzelberg sehen und dabei an die Armut der eigenen Kirche denken, dann ergreift sie eine Wehmut und Sehnsucht nach den alten verschwundenen, dass man gerührt wird.“ 1909 lieferte die Kunstanstalt der Gebrüder Moroder in Offenburg, in Verantwortung des Bildhauers Rudolf Moroders und unter Mitarbeit des


Erzbischöflichen Baurates Raimund Jeblinger, Entwürfe für neue Seitenaltäre in Barockmanier. Die neuen Seitenaltäre wurden 1910 von Dekan und Pfarrer Münch gestiftet und eingebaut. Die im selben Jahr ausgeführten Malerarbeiten am Langhaus wurden durch die Endinger Firma Gebrüder Stertz für 2.000 Mark ausgeführt und die schadhafte Orgel wurde ein weiteres Mal repariert. Die elektrische Beleuchtung kam 1919 in die Kirche. 1921 musste die Orgel abermals repariert werden. Der Kirchenboden wurde 1929 unter Pfarrer Emil Dupps mit Natursteinen neu belegt. Auch wurde ein neues Gestühl angeschafft, sowie eine neue Kommunionbank. Auch die beiden Portale wurden erneuert. Die völlig verfaulten Beichtstühle wurden durch stilgerechte neue ersetzt. 1932–1934 wurde die Kirche unter Pfarrer Dupps ein weiteres Mal einer Innen­ renovation unterzogen. Die Kosten von 15.878 Mark wurden größtenteils durch Spenden aufgebracht. Eine Warmluftheizung wurde 1934–1935 unter Pfarrer Brutscher von der Mann­ heimer Firma Esch & Co. für 3.655 Reichs­mark eingebaut. Bei mäßiger Kälte wurde die Kirche an Sonn- und Feiertagen erwärmt. In nur wenigen Stunden nach Beginn der Feuerung fühlte man in der ganzen Kirche eine gleichmäßige, wohl­tuende Wärme. In den Wintern 1936 und 1937 dürften so ca. 170 Zentner Koks verbraucht worden sein.

Pfarrer Brutscher schreibt 1936 in seinem Tagebuch: „Restauration des Äußeren der Pfarr­ kirche und des Pfarrhauses. Beide Gebäude waren außen sehr schadhaft, besonders der Turm. Die Kirche wurde gemacht durch Bauunternehmer Späth in Kiechlins­bergen, das Pfarrhaus durch Bauunternehmer Schreiber in Oberrotweil! 1936. Alte Statue der Unbefleckten Empfängnis auf dem Speicher verstaubt und vergessen, wurde durch Kunstmaler Hans Dinnendahl, der gerade bei uns war, abgelaugt und neu gefasst. Hans Dinnendahl ist ein Künstler von Ruf. Die beiden Turmfensterchen im Glockenturm legen Zeugnis ab von seinem Können. Die Statue wurde auf der Frauenseite an der Wand angebracht und am 12. Oktober neu ausgestellt. Die beiden Kronen für Jesuskind und Mutter Gottes wurden neu angefertigt von dem Holzschnitzer Amann in Freiburg.“ (Hans Dinnendahl * 14. Februar 1901 in Krefeld, † 25. Januar 1966 in Telgte). 1937 wurde das Turmstübchen im Auftrag von Pfarrer Brutscher für die Jugendarbeit ausgebaut. 1939 erhielt der Rastatter Kirchenmaler Josef Wagenbrenner den Auftrag für Deckenmalereien im Chor. Die Deckengemälde zeigen die Apostel-Kommunion und die lateinischen Kirchenlehrer mit deren Attributen: hl. Papst Gregor d. Gr. (Papstkrone), hl. Augustinus (Herz), hl. Ambrosius (Bienenkorb) und den hl. Hieronymus (Löwe). 19


Pfarrer Brutscher schreibt in seinem Tagebuch weiter:

„Chor-Restauration begonnen, und zwar auf Betreiben des Herrn Ober­ finanzrates u. Geistl. Rates Weber in Freiburg, hier geboren. Ich bin mir der schweren Aufgabe dieser Restauration voll bewusst. Darum wollte ich auch nicht daran. Doch Herr Weber drängte. Er erleichterte die Finanzierung durch persönlichen Zuschuss und einen durch die Kirchenbehörde in Freiburg. Schwieriger war die Aufgabe der Art und Weise der Restauration. Der Altar machte die Schwierigkeit.: So kam der 2. Plan in Ausführung, der von Kunstmaler Wagenbrenner zu Rastatt sehr gut besorgt wurde. Wenige Tage vor Kriegsausbruch war die Arbeit vollendet. Wird sie den Krieg überdauern? Oder wird die Kirche ein Opfer des Krieges werden?“

Die erheblichen Kosten wurden wieder durch Spenden und durch vorhandene Mittel und Zuschüsse aus dem Ausgleichsfonds der Erzdiözese aufgebracht. Der Kostenvoranschlag des Erzbischöflichen Bauamtes betrug 14.800 DM. Bevor man jedoch an die Behebung der Kriegsschäden gehen konnte, mussten weitere schwere Schäden, die durch ein schweres Unwetter am 28. August 1950 entstanden waren, behoben werden. Der Sturm deckte das Dach auf der Nordseite nahezu ganz ab. Ein Blitzeinschlag beschädigte den Turmhelm erheblich, so dass er durch die beauftragte Freiburger Firma Nuß 1950/51 mit Kupferplatten neu eingedeckt wurde. Das Gerüst wurde von der Firma Rudolf Amann aus Jechtingen aufgestellt. Die Reparaturkosten beliefen sich auf 11.485 DM.

1954 wurde unter Pfarrer Brutscher eine Innenrenovation durchführt. Die Gipserarbeiten besorgte Franz Josef Späth aus Kiechlinsbergen. Das Fenster mit dem Bei der Beschießung des Ortes im Februar Weihnachtsgeschehen, welches sich im Chorraum auf der linken Seite befindet, 1945, wurde auch die Kirche erheblich wurde von dem Freiburger Kunstmaler in Mitleidenschaft gezogen. Der Turm Robert Sperlich angefertigt und drei hatte einen Durchschuss, der Helm war weitere Fenster wurden den vorhandedurchlöchert, die Fenster auf der Südnen Fenstern angepasst. Auch das 1911 seite waren alle eingedrückt, ebenso die Seitentüre. Der Außenputz zeigte überall von Malermeister A. Stertz aus Endingen angefertigte Deckengemälde, welches die Einschlaglöcher von Geschossen und Übergabe der beiden Gesetzestafeln mit Geschosssplittern. Das Dach war sehr den zehn Geboten an Moses darstellte, mitgenommen und das Erzbischöfliche war so beschädigt, dass es heruntergeBauamt sah sich gezwungen, zur Sicherheit der Kirchenbesucher den Deckenputz schlagen werden musste. Ersetzt wurde dieses Gemälde durch das Langhaus­ herunterschlagen zu lassen. 20


1 1 H  ochzeit von Sofie und Walter Helde 1952 und im Hintergrund Mesner Anton Sibbus

deckengemälde der Aufnahme Mariens in den Himmel, gemalt von Maler Stefan Gerstner aus Mörsch, der seine Grundausbildung bei Maler Max Stertz in Endingen absolviert und bei Prof. Hans Thoma an der Karlsruher Kunstakademie studiert hatte. Im Zuge dieser Renovation wurde eine neue Lichtanlage durch Elektriker Hugo Gass aus Jechtingen installiert. Die Kirchenglocken konnten von nun an elektrisch gesteuert werden, und Martin Bohn, der Kirchennachbar, musste nicht mehr die Glockenseile zum Geläut ziehen. Ebenfalls wurde die Kirchenuhr durch die Gemeinde erneuert und ab sofort elektrisch betätigt. Damit waren die großen Schäden unter erheblichem finanziellem Aufwand behoben. Die Bereitschaft der Einwohner, für die Restauration der Jechtinger Pfarrkirche zu spenden, war enorm.

1966 erhielt die Pfarrkirche unter Pfarrer Bendel einen neuen Außenputz. In diesem Zuge wurde eine neue Sandsteintreppe in die Kirchgasse (heute Kirchstraße) ein­gebaut. Auch das schmiedeeiserne Tor wurde erneuert. Das Kirchendach musste dringend erneuert werden, da das Gebälk ziemlich wurmstichig war. Herr Pfarrer Dr. Bockmühl ließ diese Arbeiten ausführen. Die Ziegel wurden erneuert, das morsche Gebälk und die Dachlatten durch die Zimmerei Schwörer aus Wyhl ausgetauscht, ein neuer Speicherboden eingezogen und isoliert. Der Blitzableiter wurde repariert, neue Dachrinnen installiert und umfangreiche Blechner­arbeiten ausgeführt. Die Schlussrechnung dieser Renovierung vom 14. April 1985 belief sich auf 154.931 DM. Die Kosten wurden aus Eigenmitteln und einem Zuschuss des Erzbischöflichen Ordinariats bezahlt. 21


1

Für das Regenwasser des Kirchendachs mussten Drainagerohre verlegt werden, damit es über die Kanalisation abfließen konnte. Diese Arbeiten wurden von der Firma Amann aus Sasbach zum Preis von 11.609 DM ausgeführt. Während dieser Bauphase wurden die im Jahre 1954 entstandenen kunstvollen schönen Fenster ausgetauscht. Sie wurden durch neue einfache Fenster zwischen September 1981 und Dezember 1986 für ca. 50.000 DM ersetzt. Sie konnten teilweise durch ungenannte Spender finanziert werden. Im Juli 2007 wurde das Sandsteinportal zur Kirchstraße durch die Freiburger Firma Luther zum Preis von 7.789 € erneuert. Ralf Haas aus Jechtingen änderte unentgeltlich das schmiede­ eiserne Tor auf die neuen Maße ab und montierte es wieder. 2000 mussten Sturmschäden an der Kirche, welche durch den Orkan Lothar am 26. Dezember 1999 entstanden waren, repariert werden.

1 K  irchenfenster mit Weihnachtsmotiv im Chor links 2 D  orfbild beim ehemaligen Gasthaus zum Schwanen 3 M  ädchen vor der Bäckerei Meier, v.l.n.r.: Hilda Sacherer, Sofie Kromer, Maria Gerhart, Lieselotte Ludwig


2

3

23


1

2

24


Innenrenovation 1982 wurde eine Ölheizung eingebaut, welche elektrisch gesteuert wurde. Für die Warmluft wurden Luftschächte ausgehoben. Die Kosten für die Baumaßnahmen, Heizungserneuerung, Wärmeschutz und Außenschutzverglasung (Doppelfenster) betrugen 162.221 DM. Pfarrer Dr. Bockmühl ließ am 18. Dezember 1985 einen neuen geschlossenen Beichtstuhl anfertigen. Er wurde von der Firma Saumweber in Günzburg für 14.460 DM gebaut und an der hinteren rechten Kirchenwand aufgestellt.

Die neobarocken Seitenaltäre, der barocke Taufstein aus dem 18. Jahrhundert, das Orgelgehäuse, die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert, die klassizistischen Beichtstühle und die Kreuzwegstationen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden gereinigt, der vorhandene Holzwurmbefall behandelt und das Holz einer vorsichtigen konservierenden Nachbehandlung unterzogen. Ebenso erhielten die Figuren aus der Barockzeit eine konservierende Behandlung. Der Goldbronzeüberzug des Hochaltars aus einer früheren Renovation wurde nicht entfernt, da man befürchtete, dass die darunterliegende Fassung zerstört würde. Die Übermalung wurde der Ursprünglichkeit angeglichen. Die Restauratoren der Altäre waren Sigrid und Bernd Baldzuhn aus Offenburg.

Die seit Langem notwendige und aufgrund der Finanzierung immer wieder verschobene Innenrenovation der Kirche und der Sakristei konnte 1999 angegangen werden. Herr Architekt Treppe wurde beauftragt, die Reparaturarbeiten zu betreuen. Das Gestühl musste komplett Der Natursteinfußboden wurde ausgebesentfernt werden, damit das Gerüst sert und teilweise ergänzt. Das Gestühlaufgebaut werden konnte. Das Lang­ hausgestühl musste aufgrund der Staubent­wicklung bei der Bearbeitung im Kirchenraum in den alten Winzerkeller ausgelagert werden. Dort konnten sie auch einer Oberflächenbehandlung unterzogen werden. Nachdem Feuchtigkeitsschäden und Rissbildungen an Decken- und Wandbereichen bestmöglich ausgebessert worden waren, wurde die gesamte Raumschale gestrichen. 1 Alte Postkarte 2 M  ädchen der Schulklassen Jahrgang 1949/1950 3 Gerüst in der Kirche 1999

3 25


podest des Langhauses wurde unter dem Aspekt der Substanzerhaltung ebenfalls ausgebessert und die Oberfläche neu behandelt. Im Rahmen der Innenrenovation wurde auch die Elektro- und Mikrofonanlage erneuert. Mit der Restaurierung, die von Januar bis September 1999 stattfand, konnten die Elemente aus den verschiedenen Jahrhunderten zu einem gelungenen Gesamtbild integriert werden. Die Kosten der Restaurierungsmaßnahmen betrugen ca. 460.000 DM. Rücklagen, Spenden der Bevölkerung und Vereine, Zuschüsse des Erzbischöflichen Ordinariats und des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg sowie Darlehen ermöglichten diese enorme Ausgabe.

Die politische Gemeinde beteiligte sich mit zehn Jahresraten, ab 1999 in Höhe von jeweils 5.000 DM; später 2.500 €. Während der gesamten Bauzeit, die von Januar bis September 1999 andauerte, wurden die Gottesdienste im Mannschaftsraum des Feuerwehrgebäudes abgehalten. Nach der unter Pfarrer Dr. Bockmühl begonnenen und unter Pfarrer Hofmann fertig gestellten Renovierung, konnte zum Patrozinium 1999 wieder in die neu renovierte Kirche eingezogen werden. DEO GRATIAS.

1 Kirche ohne Gestühl 1999 2 Orgelaufbau. Dieter Mock und Arno Bill beobachten den Orgelbauer 1

26


2

Im Jahr 2000 wurde unter Pfarrer Weil die morsche Außentür der Sakristei durch eine neue Eichentür von der Schreinerei Lothar Helde in Jechtingen ersetzt. Dringend notwendige neue Schränke für die Sakristei wurden ebenfalls von Lothar Helde angefertigt. Die Gesamtkosten hierfür betrugen 7.872 DM. Im Jahre 2002 wurde das Turmzimmer renoviert. Ein neuer Boden wurde verlegt, der Wandputz erneuert und eine Eckbank aus Holz eingebaut. Das Zimmer wird bis heute als Beichtzimmer genutzt. Die Kosten betrugen 16.550 €. Aus Sicherheitsgründen musste im Jahre 2008 an der Brüstung der Empore ein Geländer angebracht werden. Max Belle aus Jechtingen übernahm die Kosten hierfür.

Der Ölbrenner der Heizung aus dem Jahre 1961 wurde 2009 ausgewechselt. Der alte Dielenboden der Empore wies große Fugen auf. Ein neuer Boden wurde aus Denkmalschutzgründen abgelehnt. Deshalb wurden die Fugen 2011 durch die Firma Schäfer aus Freiburg für 3.500 € ausgefräst und mit neuem farblich passendem Holz ausgefüllt. Die Heizung der Kirche musste 2014 dringend erneuert werden. Die Firma Sacherer aus Oberrotweil bekam den Auftrag und baute im November/Dezember 2014 eine neue Ölheizung ein. Die digitale Steuerung installierte die Burkheimer Firma Schieß. Die Heizung kann nun digital gesteuert und überwacht werden. Die Kosten wurden über Rücklagen, einen Zuschuss des Erzbischöflichen Ordinariats, Spenden und Darlehen finanziert. 27


Außenrenovation 1

1 Montage des Turmkreuzes durch Thomas Weisenhorn und Helfer 2 Schriftstück aus der Kartusche, welche 1950 im Turmhelm hinterlegt wurde 3 250 Jahre Zeitgeschichte: Original Ziegel von 1765

Nach der umfangreichen Innenrenovation war es auf Grund der großen Spendenbereitschaft der Jechtinger Bevölkerung und größerer Spendenbeträge der Jechtinger Landfrauen möglich, bereits 2006 die Außenrenovation unter Pfarrer Weil anzugehen. Nachdem die Kirche und der Turm vollständig eingerüstet waren, wurde das große Ausmaß der Schäden erst sichtbar. Man entnahm die im Turmhelm befindliche Kartusche aus dem Jahre 1950. Nach dem festlichen Patroziniumsgottesdienst, der durch den Gesangverein Sponeck musikalisch umrahmt wurde, und nach der anschließenden Prozession, wurde die Kartusche im Beisein der Gemeinde geöffnet. Die Enttäuschung war groß: 28

2


Aufgrund der jahrelangen Feuchtigkeit im Turm waren die meisten in der Kartusche befindlichen Schriftstücke nicht mehr lesbar. Auf einer noch lesbaren Seite wurde darauf hingewiesen, dass sich die Originalurkunden des Pfarr- und Bürgermeisteramtes im Turmknauf, ca. 1,70 m unter der Kugel, befinden. Leider konnten diese bisher nicht gefunden werden. Das Kupfer des Turmhelms musste erneuert werden, da das Kupfer aus dem Jahre 1950 von sehr schlechter Qualität war. Auch das Gebälk darunter musste komplett ausgetauscht werden. Am 12. November 2006 wurde eine neue Kartusche für den Turmhelm befüllt. Pfarrer Weil schrieb in einer Urkunde über Pfarrei und Ort. Außerdem wurde folgendes hineingelegt: Geld der im Moment gültigen Währung Euro, eine Ausgabe des Kaiserstühler Wochenberichts, eine Ausgabe des Pfarrbriefs, ein Gemeindeblatt, der politische Teil der Badischen Zeitung, Ausschnitte über die Kirchen­renovation, eine Flasche Eiswein der WG Jechtingen, 1 Flasche Kirsch­ wasser des Obst- und Weinbaube­triebes Arno Gerhart und eine Flasche Zwetschgen­wasser des Weinguts Norbert Helde, sowie eine CD des Gesangvereins Sponeck. Das Turmkreuz wurde von der Firma Benedikt Belle gefertigt und gespendet und durch deren Mitarbeiter Jochen Weisenhorn aus Jechtingen montiert. Am 25. November 2006, dem Christkönigsfest, konnte Pfarrer Thorsten Weil unter

3

Beisein der Ministranten Timo Kniebühler, Martin und Markus Gaß, dem Gemeindereferenten Markus Kaupp-Herdick, Andreas Gerhart und Arno Gerhart vom Pfarrgemeinderat und dem Mesner Eberhard Burkhart das Turmkreuz segnen. Das Echo des Liedes „Großer Gott wir loben Dich“ war im ganzen Dorf zu hören.

Das Echo des Liedes „Großer Gott wir loben Dich“ war im ganzen Dorf zu hören.


Viele Jechtinger ließen sich das besonderes Erlebnis nicht nehmen, das Gerüst hinaufzusteigen und vom Kirchturm aus, die Umgebung von oben zu betrachten. Der Putz von Sockel und Gesims des Kirchenschiffs wurde von ehrenamtlichen Helfern abgeklopft. Der Außenputz der Kirchenwände musste gereinigt und an schadhaften Stellen ausgebessert werden, bevor der neue Anstrich erfolgen konnte. Planung und Bauleitung der Außenrenovation lag bei der Architektin Barbara Martin und Hans-Peter Heitzler als Bauleiter vom Erzbischöflichen Bauamt in Freiburg. Die Gesamtkosten der Außen­ renovation betrugen 290.433 €. Diese 1 Entfernung des Sockelputzes durch ehren­ amtliche Helfer. Rechts im Bild Arno Gerhart, Pfarrgemeinderat und Pfarrer Thorsten Weil

1

2 Spendenübergabe Werner Dutzi, Mandolinenund Gitarrenverein und Künstler Alberto mit Pfarrer Weil und Pfarrgemeinderatsvorsitender Arno Gerhart

beachtliche Summe wurde aus Rücklagen, Darlehen, einem Zuschuss der Erzdiözese, Eigenleistungen und Spenden finanziert. Erfreulich war die überaus große Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung bei der Haussammlung. Vom alten Kupfer des Turmhelms wurden Kupfertäfelchen für 25 € verkauft, welche vom Jechtinger Künstler Alberto unentgeltlich mit dem Kirchturm bemalt und signiert wurden. Viele Jechtinger Vereine unterstützten die Renovierung mit ihren Spenden. Die Erträge aus Pfarrfesten wurden ebenfalls der Außenrenovation zugeführt. Auch die politische Gemeinde spendete einen Gesamtbetrag von 5.000 €, verteilt auf zwei Raten.


2

Im Rahmen der Außenrenovation spendete Alex Helde Außenstrahler. Für die Elektrokabel mussten Gräben ausgehoben werden, welche von Mitgliedern des Motocross-Clubs Jechtingen gerne vorgenommen wurden. Seitdem das Kirchengebäude angestrahlt wird, ist die Kirche auch in der Nacht ein schmucker Blickfang.

Die Statue des hl. Nepomuk über dem Kirchenportal sollte ebenfalls einen neuen Anstrich bekommen. Künstler Alberto übernahm auch diese Arbeit kostenlos. Ebenso kostenfrei montierte Max Belle das Dach über der Sakristeitür. Am Samstag, den 30. Juni 2007, konnte Pfarrer Weil mit der Pfarrgemeinde und den Handwerkern im Abschlussgottesdienst die gelungene Außenrenovation der Pfarrkirche feiern. Die musikalische Gestaltung der Messe übernahmen der Gesangverein Sponeck und der Mandolinen- und Gitarrenverein. Beim anschließenden Umtrunk vor der Kirche spielte die Winzerkapelle auf. Dem Schöpfer sei Dank für das gute Gelingen.

31


Das Äußere

1

2

Baumeister Johann Baptist Häring legte das neue Langhaus auf rechteckigem Grundriss an, das in eleganter Rundung zum kreisförmig schließenden Chorbau einschwingt. Vier Fensterachsen im Langhaus, drei Fenster im Chorraum und die Pilastergliederung der Wände umziehen im Takt bausymbolisch die Fassaden. In dem an der Nordwestecke angehängten Glockenturm läuten drei Glocken, die älter sind als die Kirche selbst. Ein dreifiguriges romanisches Kapitell 32

(Engel-Figuren) im mit Kreuzrippen gewölbten Eingangsraum weist auf das hohe Alter des Kirchturms hin. Das barock aufgesetzte Glockengeschoss mit gerundeten Ecken trägt eine formschön schwingende Haube mit einer SonneMond-Wetterfahne über dem Turmkreuz. Hierbei steht die Sonne für Christus, der Mond für Maria. So wie der Mond erst durch das Licht der Sonne leuchtet, erstrahlt Maria gänzlich im Lichte Christi, d.h. Maria ist wie alle Geschöpfe immer Empfangende. Sie empfängt das Heil von Gott und schenkt es als Immaculata und


1 Kirchturm vor der Außenrenovation 2007 2 … und danach 3 Auf dem Kirchturm nach dem Putzen der Außenfenster. Ganz hinten: Stefan Gerhart, in der Mitte von links: Cilly Bohn, Andrea Beck, Astrid Gaß und ganz vorne: links Maria Schneider, daneben Christel Gerhart. Auf dem Bild fehlen Annelise Sonntag und Liesel Bohn.

3

Mutter Gottes der gesamten Menschheit, so wie der Mond das Licht, das er allein von der Sonne empfängt, an die Erde weiterleitet. In einer heute zugemauerten Nische des Chorhauptes stand einst die hölzerne ,,Jechtinger Muttergottes“ (Madonna auf der Mondsichel, um 1500), die im Freiburger Augustinermuseum verwahrt wird.

verstorbenen Pfarrer J. A. L. Voggendanz. Über dem nach oben aufgesprengten Hauptportal steht eine steinerne Statue des hl. Johann Nepomuk, dem während des 18. Jahrhunderts an Brücken und Flüssen hohe Verehrung zuteil wurde. Er starb als Märtyrer des Beichtgeheimnisses, indem er mit Gewichten am Körper in Prag von der Karlsbrücke heimlich in die Moldau gestoßen wurde.

Neben der nördlich angesetzten Sakristei erinnert ein Grabdenkmal an den 1758 33


Der Kirchenraum Die Chorausmalung Josef Wagenbrenners versuchte, mit Engelsgestalten und dem „Auge Gottes“ über dem neoromanischen Hochaltar die Leerflächen sinnvoll zu füllen. Der Rastatter Kirchenmaler Josef Wagenbrenner malte die Deckengemälde. Die Apostel-Kommunion im Hauptbild, welches Jesus zeigt, wie er seinen Jüngern die Kommunion reicht und die lateinischen Kirchenlehrer mit deren Attributen: hl. Papst Gregor d.Gr. (Papstkrone), hl. Augustinus (Herz), hl. Ambrosius (Bienenkorb) und den hl. Hieronymus (Löwe). In einem nach dem 2. Weltkrieg entstanden eingesetzten Chorfenster (links) ist das Weihnachtsgeschehen dargestellt.

Die 1881 entfernte Altarausstattung konnte nicht vollwertig ersetzt werden. Der 1883/84 entstandene Hochaltar des Überlinger Bildhauers Joseph Eberle, weist in neoromanischer Manier die Gruppe des gekreuzigten Christus mit Maria und Johannes auf. Das war ein Hauptmotiv der im 19. Jh. hergestellten Altäre. Flankierend sind beigefügt, links die hl. Barbara und rechts auf einer Reliefplatte, die aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammen soll, die hl. Margareta. An den Seiten des Taber­ nakelblocks stehen die Kirchenpatrone St. Cosmas und Damian, die ca. 303 gestorbenen frühen Nothelfer und

1 Deckengemälde im Chorraum 1

34

2 Marienaltar


Schutzheiligen der Ärzte, sowie Statuen des Alemannenapostels St. Fridolin von Säckingen (rechts), des Nebenpatrons der Jechtinger, und des hl. Sebastians (links). Als Schmuck für den Sockel des Hoch­ altars wurden aus dem Alten Testament die Patriarchen Melchisedeck, Moses

und Abraham ausgewählt. Die moderne Altarausstattung des Bildhauers Martin Schonhardt leitet zu den neobarocken Nebenaltären über, die 1911/12 von Ulrich Moroder in Offenburg gefertigt wurden. Der Marienaltar präsentiert die Madonna mit Jesuskind und im Oberbild 2

35


1 Hochaltar mit Goldbronzeüberzug und provisorischem Zelebrationsaltar vor 1999 2 Hochaltar nach Renovierung 1999

1

die hl. Franziska von Rom, die Namens­ patronin der Mutter von Pfarrer Dionys Münch und Schutzheilige der Autofahrer. Im Josefsaltar führt der Nährvater den heranwachsenden Jesusknaben. Im Oberbild ist der hl. Dionysius, der Namens­ patron von Pfarrer Münch, zu sehen. Einen starken Akzent verleiht dem Kirchenraum die noch originale Barockkanzel, Figuren und Symbole der vier Evangelisten prägen das Bild des Predigerkorbs und des Schalldeckels mit. Der Samen streuende Pinienzapfen als unterer Abschluss verweist darauf, dass der Prediger die Frohe Botschaft zu verkünden habe. 36

Die Langhausdecke wird von dem 1954 gemalten Marienbild des Malers Stefan Gerstner geschmückt. An den Kirchenschiffwänden und im Chor blieben die Kreuzwegstationsbilder des 19. Jahrhunderts und die Statuen der Muttergottes, die nach der Überlieferung aus dem ursprünglichen Barockhochaltar stammt, sowie eine spätgotische Madonna, eine Herz-Jesu-Statue als auch Figuren des hl. Josef, des hl. Franziskus, des Winzer­ patrons hl. Urban und des hl. Antonius von Padua erhalten.


2

37


Der Zelebrationsaltar Den Anforderungen des 2. Vatikanischen Konzils von 1962 – 1965 zur Liturgiereform entsprechend, wurde unter Pfarrer Bendel der Zelebrationsaltar und der Ambo aufgestellt. Es war eine provisorische einfache Ausfertigung. Nach der Innenrenovation 1999 wurde die Planung für einen neuen Altar in Angriff genommen. Pfarrer Weil und der amtierende Pfarrgemeinderat gaben dem Simonswälder Bildhauer Martin Schonhard den 1

38

Auftrag, einen neuzeitlichen Zelebrationsaltar, Ambo, Osterleuchter und Sedilien (Sitze im Altarraum) zu schaffen. Die Kosten beliefen sich auf 36.273 DM. Im Patroziniumsgottesdienst vom 20. September 2002 wurde die Segnung des Zelebrationsaltars durch Prälat Dr. Dr. Norbert Ruf, Offizial in Freiburg, nach dem Benedictionale 1974 vorgenommen.


Die Orgel

2

Die vorhandene einmanualige Orgel wurde im Jahre 1893 als opus 68 von Orgelbaumeister Wilhelm Schwarz aus Überlingen mit zwölf Registern in einem Neorenaissance-Gehäuse für 4.200 Gulden erbaut. Sie steht unter Denkmalschutz. 1917 zog man die Zinnpfeifen der Orgel als Kriegsmaterial ein. 1937 wurde die Orgel von der Firma Welte repariert. In den Jahren danach waren immer wieder größere oder kleine Reparaturen fällig. Ab 1954 wurde der Blasbalg elektrisch betrieben. Bis zu dieser Erneuerung hatte der neben der Kirche lebende Martin Bohn den Blasbalg während der Gottesdienste getreten. Die Orgel wurde 2011 vom Orgelbauer Wolfram Stützle aus Waldkirch grundlegend für 60.000 € restauriert. 1 Renovierte Kirche mit neuem Zelebrationsaltar im Jahre 2002 2 Arno Gerhart mit dem Stapler in der Kirche beim Orgelaufbau

Finanziert wurde dieser Betrag aus Rücklagen, einem Zuschuss des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg, Pfarr­ festen und Spenden. 528 Helferstunden beim Ab- und Aufbau der Orgel, sowie Hin- und Rücktransport zur und von der Werkstatt in Waldkirch konnten als Eigenleistungen erbracht werden und senkten dadurch enorm die Renovationskosten. Die Dorfbewohner wurden in einem Spendenaufruf angeschrieben. Eine große Spendenbereitschaft konnte auch dieses Mal verbucht werden. Anlässlich der Orgelrestaurierung baute die Jechtinger Winzergenossenschaft eine Sonderfüllung Spätburgunder Rotwein als „Orgelwein“ aus, dessen Erlös auch der Orgelrenovation gutgeschrieben wurde. Die Gestaltung des Etiketts übernahm wiederum der Jechtinger Künstler Alberto kostenfrei. Die Vorbereitungen für den Druck der Etiketten und Plakate übernahm ehrenamtlich Dieter Fehrenbach aus Amoltern. Die Etiketten wurden in 39


40


der Druckerei Vollherbst aus Endingen kostenlos gedruckt. Am Pfingstmontag, den 13. Juni 2011, konnte die restaurierte Orgel geweiht werden. Seither erklingt sie wieder in ihrer 1893 ursprünglich entworfenen Disposition mit 724 Pfeifen, davon 227 aus Fichte und Birnbaum und 497 aus Zinn und Blei. Ein wohltuender Orgelklang füllte wieder den Kirchenraum. Im feierlichen Festgottesdienst weihte der Offizial der Erzdiözese Freiburg, Geistlicher Rat Stephan Burger, seit Juni 2014 amtierender Erzbischof von Freiburg, die Orgel. Die musikalische Gestaltung der Hl. Messe übernahm der Gesangverein „Sponeck“ unter der Leitung von Roland

Löffler. Zur anschließenden Prozession spielte die Winzerkapelle, unter der Leitung von Otto Schneider. Beim Empfang vor der Kirche unterhielt die Winzerkapelle die zahlreichen Gottesdienstbesucher. Am Nachmittag lud die Organistin Frau Annekathrin Keil zum „Orgelkonzert mit Musik aus der Romantik“, dem Musikstil zur Entstehungs­ zeit der Orgel, ein. Am 28. Juli 2011 fand die Abnahme der restaurierten Orgel durch Johannes Götz, Erzbischöflicher Orgelinspektor, statt. Anwesend waren Pfarrer Thorsten Weil und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Arno Gerhart für die Pfarrgemeinde, Herr Orgelbaumeister Wolfram Stützle und Kirchenmusikstudent Hr. Wagner.

1 Orgelweihe: Offizial Pfarrer Stephan Burger, im Hintergrund Pfarrer Thorsten Weil 1

41


Die Glocken von Jechtingen 1

Die Pfarrkirche St. Cosmas und Damian verfügt über ein besonders wertvolles dreistimmiges Geläut aus Bronze, welches 1738 von den Glockengießern Nicolas Rozier und Ioannes Caudrillier gegossen wurde.

Musikalische und technische Daten: Glocke Ø 1060 mm, Höhe 840 mm, Gewicht 660 kg; Ton fis‘ -3, S COSMAS S DAMIAN Glocke Ø 860 mm, Höhe 700 mm, Gewicht 325 kg; Ton a‘+2, S SEBASTIANUS S FRIDELINUS S AGATHA Glocke Ø 700 mm, Höhe 570 mm, Gewicht 190 kg; Ton cis“-2, S CASPAR S MELCHIOR S BALTASAR

Im 1. Weltkrieg waren die Glocken von der Ablieferung befreit. Nach dem Tagebuch von Pfarrer Brutscher mussten die beiden großen Glocken jedoch während des 2. Weltkrieges 1942 abgeliefert werden. Er schreibt: „Heute am 6. Juli wurden die zwei großen Glocken vom Turme herabgelassen, damit sie für Kriegsmaterial Verwendung finden. 204 Jahre hingen sie droben, verkündeten der Bewohner Freud und Leid … Der große Weltkrieg 1914 –1918 ließ sie wegen ihres Alters unangetastet. Nun ist es still im Dorf. Die Uhr schlägt die Viertelstunden. Aber der Schlag der vollen Stunde bleibt aus, weil der Hammer vergeblich nach der fehlenden Glocke sucht.“


1947 wurden sie in Hamburg in einem Glockenlager aufgefunden, im Januar 1948 kamen sie wieder zurück. Die große Glocke war gesprungen. Sie wurde im Glockenschweißwerk in Nördlingen ebenso geschweißt wie die kleine Glocke, die vom vielen Läuten gesprungen war. Im August 1950 wurden sie wieder ihrer Bestimmung übergeben. Im November 2006 wurde die Anlage im Zuge der Außenrenovation grundlegend

saniert. Die Stahljoche wurden durch Holzbalken ersetzt. Auch wurde ein Messingmantel um den Schlagring gelegt, damit der Glockenklöppel nicht mehr zu hart gegen den Schlagring schlägt. Damit zukünftig ein harmonisches Glockengeläut zu hören sein wird, wurden die vor­handenen Holzjalousien der Fensteröffnungen im Glockenturm durch Holzleisten abgedeckt.

1 Die Glocken am Stahljoch 2 In der Mitte Roland Ankermann und rechts Arno Gerhart

43


Die Turmuhr Eine Ersterwähnung findet sich im Pfarrarchiv zum Thema Kirchenuhr. Es ist notiert, dass 1651 eine „neue Uhr aufgeschlagen und montiert wurde.“ Ein weiterer Eintrag ist von 1688. Darin werden Ausgaben erwähnt: „für einen Uhrenrichter von Sasbach und einen Schlosser von Schaffhausen für die Uhr“. Die Ziffern der ursprünglich in den Nischen eingemalten Zifferblätter wurden 1893 durch Blechzifferblätter ersetzt.

Durch eine neue Mechanik wurden zwei vergoldete Zeiger an jedem Zifferblatt von dem überarbeiteten Uhrwerk regelmäßig und genau getrieben. Für diese Arbeit zahlte die politische Gemeinde 350 Mark. Die Arbeit wurde vom hiesigen Schreinermeister Georg Langenbacher und dessen Sohn Kosmas ausgeführt.

1

1964 veranlasste die Gemeinde die Renovierung der Zifferblätter und Zeiger durch die Firma Gebr. Schneider aus Schonach für ca. 3.000 DM.

1954 wurde die Kirchenuhr durch die politische Gemeinde erneuert und konnte seither elektrisch gesteuert werden.

Im Rahmen der Außenrenovation 2006 mussten die alten Zifferblätter der Turm­uhr erneuert werden. Dank eines großzügigen Spenders, konnten hochwertigere, den alten ähnliche Zifferblätter angeschafft werden, obwohl der Beschluss des Ortschaftsrates eine einfache Ausführung vorgesehen hatte. Nach einem alten Gemeinderatsbeschluss vom 21. Aug. 1904 übernahm auch diesmal die politische Gemeinde die Kosten (13.340 €). Die alten Zifferblätter wurden von Ortsvorsteher Joachim Geppert am Maifest versteigert.

1 D  ie Montage der neuen Zifferblätter durch Roland Ankermann, Meister für Turmuhren und Glocken 2 F ronleichnamprozession 1942 entlang der Hauptstraße 44


Diverse Anschaffungen 2

Herr Pfarrer Bendel schaffte 1961 neues Mobiliar für die Sakristei an. Zum Weihnachtsfest 1999 wurden von den Restauratoren Baldzuhn die Krippenfiguren aus Gips restauriert. Die Kosten hierfür betrugen 3.480 DM. Für 3.706 DM wurde im Jahr 2001 ein neuer Liedprojektor eingebaut. Wie Akten aus den Jahren 1804 – 1810 aus dem Universitätsarchiv belegen, wurde durch den damaligen Vogt ein Damasthimmel gekauft. Seit einigen Jahren wurde er bei der Fronleichnamsprozession nicht mehr mitgetragen. Im Jahre 2006 wurde er in den Paramentenwerkstätten des Franziskanerklosters in Gengenbach restauriert und ist seither bei der Prozession dabei. Die Kosten wurden von Spendern aufgebracht.

Durch Spendengelder finanziert, konnten 2006 die Prozessionslampen aufpoliert und deren Glas erneuert werden. Auch die Holzstangen und die des Damasthimmels wurden fachmännisch gestrichen. Einer dringenden Aufpolierung bedurfte auch das Ewige Licht. Diese sehr auf­ wendige Arbeit übernahm 2007 Gisbert Bohny, Sohn von Siegfried und Marianne Bohny, unentgeltlich. 2010 wurden die beiden Prozessions­ fahnen restauriert. Die Fahne mit einer Darstellung Mariens war in einer sogenannten Tambourstickerei angefertigt. Dabei wird von der Stickerin der Faden nicht nur gelegt, sondern auch zusätzlich gedreht. Restauriert wurde auf hochwertiger echter Fahnenripsseide. Die Kosten betrugen rund 4.500 € und wurden durch 19 Spenderinnen und Spendern in verschieden hohen Beträgen über­ nommen. 45


1

1 G  ottesdienst mit Neupriester Dutzi 1953 2 Fronleichnamprozession 2014 3 D  ie Weihe der Prozessionsfahnen

2


Die Stickerei der zweiten Fahne mit der Darstellung der hl. Kirchenpatrone St. Cosmas und Damian, war völlig zerstört und wurde als Kopie auf roter Fahnenripsseide neu gestickt. Die Kosten in Höhe von 3.856 € wurden vom Weingut Norbert Helde übernommen. In diesem Zuge wurden auch zwei kleine Prozessionsfahnen gekauft. Verena Fischer fertigte kostenlos zwei Fahnen für den Kirchplatz an. Im Festgottesdienst beim Patrozinium 2010 wurden neuen Fahnen geweiht.

hüllungen unbrauchbar geworden war, konnte dies in Jechtingen nicht mehr getan werden. Dank der Anschaffung eines neuen Vorhangs für den Hochaltar und neuer Verhüllungen für die Kreuze kann dies seit dem Jahre 2013 nun wieder geschehen.

In der Liturgie der Kirche ist es Brauch, in der Fastenzeit die Altarbilder und ab dem Passionssonntag die Kreuze bis zur Auferstehung Christi in der Osternacht zu verhüllen. Da der Stoff der alten Ver­-

Eine neue Auskleidung des Tabernakels war notwendig. Im August 2015 wurde der Stoff erneuert. Auch diese Kosten übernimmt ein Spender.

3

Nach der Innenrenovation 1999 wurden die Samtvorhänge an den Beichtstühlen nicht mehr aufgehängt, da sie in die Jahre gekommen waren. Im Jahre 2013 wurde der Stoff dank eines Spenders erneuert.


Das ehemalige Pfarrhaus mit Bernhardusheim Im Mai 1960 wurde eine größere Renovierungsmaßnahme des Pfarrhauses begonnen. Die Mittel dazu hatten die Vorgänger von Pfarrer Bendel in der Pfarrpfründekasse angesammelt. Nach der Pensionierung von Pfarrer Bendel und seinem Wegzug aus Jechtingen wurde das Pfarrhaus umgebaut und seit 1987 vermietet. Im vorderen Teil des Erdgeschosses ist die öffentliche katholische Bücherei untergebracht. Größere Umbaumaßnahmen des Nebengebäudes Bernhardusheim wurden in den Jahren 1990/91 durchgeführt. Der Raum wurde um ca. 1/3 zur Scheune vergrößert. Eine kleine Küche und ein Abstellraum kamen hinzu. Die Kücheneinrichtung wurde von der Frauengemeinschaft und vom Altenwerk bezahlt. Die Frauengemeinschaft organisierte viele Veranstaltungen wie Kaffeenachmittage, Basare und die Frauenfasnet. Die Erlöse wurden zunächst angespart und später zur Deckung der Umbaukosten verwendet. Im Gewölbekeller dieses Nebengebäudes, der ehemaligen Zehntscheuer, wurde die Ölheizung installiert. Ins Pfarrhaus wurden Toiletten eingebaut, welche vom hinteren Teil des Pfarrhauses für die Besucher des Bernhardusheimes zugänglich sind.

48

Die Firma Belle, Wyhl, montierte im Jahre 2009 neue Hoftore und einen neuen Zaun entlang der Dorfstraße. Max Belle übernahm diese Kosten. Der Einbau neuer Fenster sowie die Dämmung der Geschossdecken im Pfarrhaus und im Bernhardusheim wurden im Jahre 2010 vorgenommen, wobei die Arbeiten im Bernhardusheim, insbesondere die Dämmung der Geschossdecke, in ca. 400 Stunden Eigenleistung ausgeführt wurden. Eine neue Heizung war 2012 fällig. Die Firma Dierolf-Domke-Hüttner aus Jechtingen baute eine neue Pellets­ heizung für 26.807 € ein.


Plan der Zehntscheuer von ca. 1880

49


Die Pfarrei Die Pfarrei St. Cosmas und Damian hatte bis 1979 einen eigenen Pfarrer, dessen Ernennung der Senat der Universität Freiburg zustimmen musste. In dieser Zeit gab es täglich Heilige Messen, sowie sonntags eine Frühmesse und ein Amt. Von 1979 bis August 1980 war die Pfarrei vakant und wurde durch Pfarrer Adalbert Hienerwadel aus Burkheim betreut. Der gebürtige Jechtinger Pfarrer Fridolin Dutzi, Regionaldekan in Singen, half in dieser Zeit häufig aus.

1

50

Ab September 1980 war Pfarrer Dr. Bockmühl für die beiden Pfarreien Sasbach und Jechtingen zuständig, zunächst bis Juli 1984 als Pfarradministrator, und von September 1984 bis August 1998 als Pfarrer der beiden Pfarrgemeinden. Der Gottesdienstplan musste deshalb gekürzt werden. Die Werktagsgottesdienste wurden reduziert, doch blieben die Vorabendmesse samstags und der Sonntagsgottesdienst erhalten.


Ab März 2000 war Pfarrer Weil als Seelsorger zu 50 Prozent in den Pfarreien Sasbach und Jechtingen eingesetzt. Gleichzeitig hatte er die Stellung als Vizeoffizial an der Gerichtsbehörde im Erzbistum Freiburg inne. Ein Jahr darauf wurde die Seelsorgeeinheit um die Pfarrei Wyhl erweitert und zum 30. November 2003 als Seelsorge­ einheit Sasbach a.K., bestehend aus drei Pfarreien mit eigenen Pfarrgemeinde-

und Stiftungsräten, gegründet. Diese neue Situation stellte den Pfarrer und den Gesamtpfarrgemeinderat der drei Pfarreien vor die Aufgabe, einen neuen Gottesdienstplan zu erstellen, was zwangs­läufig zu einer erneuten Kürzung der Gottesdienstangebote in den ­einzelnen Gemeinden führte. 1 Patrozinium 1994, Gesangverein Sponeck 2 Patrozinium 2010, Winzerkapelle

2

51


Am 1. Januar 2013 erhielt die Seelsorgeeinheit Sasbach die Bezeichnung „Seel­ sorgeeinheit Am Litzelberg“ und den staatskirchenrechtlichen Status einer römisch- katholischen Kirchengemeinde. Demzufolge gibt es seither einen gemeinsamen Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat, der durch Gemeindeteams der drei Pfarreien unterstützt wird. Während der Pfarrgemeinderat weiterhin von den Gemeindemitgliedern gewählt wird und sich der Stiftungsrat aus dem Pfarrgemeinderat bildet, werden Mitglieder der Gemeinde, im Einvernehmen von Pfarrgemeinderat und Pfarrer, in das Gemeindeteam berufen. Dieser Versuch 1 M  inistranten an Ostern 1941 mit Pfarrer Brutscher und Mesner Anton Sibbus 2  Pfarrer Jakob Bendel, Erstkommunion 1964 1

der Erzdiözese Freiburg sollte dazu dienen, trotz der zurückgehenden Zahlen bei Priestern und Gottesdienstbesuchern, die Seelsorge sicherzustellen. Statistiken zeigen, dass sich die Zahl der Priester im Gebiet dieser Seelsorgeeinheit, von 1979 bis 2014 gedrittelt hat, ebenso wie die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher in der Gemeinde Jechtingen von knapp 2/3 auf rund 1/6 gesunken ist. Seit vielen Jahren werden alle kirchlichen Hochfeste von den musikalischen Vereinen unseres Ortes umrahmt. Die gute und harmonische Zusammenarbeit und die musikalischen Einsätze des Gesangvereins Sponeck, dem Mandolinenund Gitarrenverein und der Winzerkapelle bereichern das kirchliche Leben.


Die Seelsorger im 20. und 21. Jahrhundert 1888-1926 Dionys Münch, aus Klengen, *12.12.1855, † 18. Apr. 1926, beerdigt in Jechtingen. Priesterweihe am 5. Juli 1883, zuletzt Pfarrer in Schelingen, investiert am 1. Mai 1888, ab 1916 Dekan. Sein Grab auf dem Jechtinger Friedhof wird heute noch gepflegt. 1926-1934 Emil Dupps, *7. Jan. 1867 in Kuhbach, † 27. Apr. 1937 in Hofstetten. Priesterweihe am 5. Juli 1898, investiert am 29. Juni 1926, am 1. April 1834 in den Ruhestand versetzt.

1956-1960 Hubert Haaf, *18. Jan. 1914 in Kappel, † 28. Jan. 1967. Priesterweihe am 2. April 1940, zwischen 1956-1960 Pfarrverweser. 1960-1979 Jakob Bendel, *2. Dez. 1901 in Erzingen, † 19. März 1984, in Jechtingen beerdigt. Priesterweihe 19. März 1927, zwischen 1938 und 1960 Pfarrer in Bernau, investiert am 22. Mai 1960 zum Pfarrer in Jechtingen, zum 1. Mai 1979 pensioniert. Pfarrer Jakob Bendel war der letzte Pfarrer, der allein nur für Jechtingen zuständig war.

1934-1958 Paul Brutscher, *25. Juni 1873 in Überlingen am Ried,† 29. Jan. 1962, beerdigt in Jechtingen, Priesterweihe am 5.Juli 1898, investiert am 24. Juni 1934, am 1.11.1956 in den Ruhestand versetzt. Auch sein Grab wird in Jechtingen heute noch gepflegt. 2

53


1979 - 1980 Vakanz: Vakanzvertretung durch Pfarrer Adalbert Hienerwadel aus Burkheim (1973–1984 Pfarrer in Vogtsburg-Burkheim)

Der in Jechtingen am 17. Juli 1928 geborene Pfarrer Fridolin Dutzi (Priesterweihe am 31.Mai 1952), blieb Zeit seines Lebens seiner Heimat verbunden. Insbesondere während der Krankheit 1980 - 1998 Dr. med. Hermann Bockmühl, von Pfarrer Bendel, der anschließenden *1. Nov. 1940. Priesterweihe am 22. Mai Vakanz und der Zeit von Pfarrer Dr. 1977, seit 1. Sept. 1980 PfarradministraBockmühl half Pfarrer Dutzi, zur Freude tor für die beiden Gemeinden Sasbach aller Jechtinger, häufig aus. Auch seine und Jechtingen, zwischen Juli 1984 und verschiedenen Aufgaben, die er in der August 1998 Pfarrer in beiden Pfarreien Erzdiözese innehatte, wie zum Beispiel Sasbach und Jechtingen; danach bis das Amt des Regionaldekans, hielten ihn 31. August 2012 Pfarrer in Königheim, nicht davon ab, Jechtingen zu besuchen. seitdem im Ruhestand. Nachdem er 1983 Pfarrer von Überlingen und Dekan des Dekanats Linzgau wurde, schränkten sich die zeitlichen Möglich­ keiten, in seinem Heimatdorf zu wirken, 1 Patrozinium mit Pfarrer Dr. Bockmühl sehr ein. 2  Pfarrer Thorsten Weil und Thorsten Der Ehrendomkapitular Msgr. Geistl. Rat Becker, links Gemeindereferent Markus Fridolin Dutzi verstarb am 5.Juli 1997 in Kaupp-Herdick, 2007 1

54


2

Überlingen, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Seinen Messkelch vermachte er seiner Heimatpfarrei. Bis heute ist er in Gebrauch. 1998-2000 Roland Hofmann, Pfarrer in Jechtingen von Herbst 1998 bis zu seinem Ruhestand am 17. Jan. 2000, † 23.Juli 2003. Jan.-März 2000 Vakanz: Vakanzvertretung durch Pfarrer Josef Fischer aus Burkheim. 2000-2014 Thorsten F. Weil. Vom 8. März 2000 bis 28. Sept. 2014 (Patrozinium) Pfarrer von Jechtingen, bzw. der Seelsorgeeinheit „Am Litzelberg“. Der am 3. Jan. 1967 in Köln geborene Thorsten Weil wuchs an der badischen Bergstraße auf. Nach dem Abitur am Kurpfalzgymnasium in Schriesheim studierte er Theologie in Freiburg und München. Nach der Priesterweihe durch Erzbischof Oskar Saier am 16. Mai 1993 in Freiburg arbeitete er zunächst als Vikar in Burladingen (St. Fidelis), Angelbachtal

(HI. Kreuz) und Villingen (ebenfalls HI. Kreuz). Während seiner Vikarsjahre absolvierte er an der Universität Münster ein viersemestriges Aufbaustudium im Kirchenrecht, das er mit dem Lizenziat 1998 abschloss. Danach trat Weil den Dienst am kirchlichen Gericht in Freiburg an (seit 2004 als Vizeoffizial), wobei er gleichzeitig immer auch in der Pfarrseelsorge eingesetzt war. Im März 2000 wurde er zum Pfarrer in Jechtingen und Sasbach am Kaiserstuhl ernannt, ab September 2001 übernahm er zusätzlich die St.-Blasius-Gemeinde in Wyhl und somit die Seelsorgeeinheit Sasbach – Jechtingen – Wyhl. Seit dem 1. Jan. 2013 wurde die Seelsorgeeinheit „Am Litzelberg“ gegründet. Sie ist staatskirchenrechtlich eine röm.-kath. Kirchengemeinde mit Weil weiterhin als leitendem Pfarrer. Am 30. Juni 2014 trat er die Nachfolge von Domkapitular Offizial Stephan Burger an, zunächst als neuer Leiter der Gerichtsbehörde im Erzbistum Freiburg, ein Jahr später auch als ­Domkapitular. 55


Seit 5. Okt. 2014 Bernhard Schneider. Pfarrer Bernhard Schneider wurde am 7. Juli 1961 in Donaueschingen geboren und am 19. Mai 1990 zum Priester geweiht. Zunächst arbeitete er als Vikar in Freudenberg, Bühl, Gottmadingen und Müllheim. Nach seiner Tätigkeit als Pfarradministrator in Efringen-Kirchen (Istein) war er von 1995 bis 2003 Pfarrer in St. Josef in Lörrach-Brombach (Dekanat Wiesental), sowie Dekanatsjugendseelsorger. Von 2003 bis 2008 arbeitete er als Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Lima, Peru. Nach seiner Rückkehr aus 1

56

dem Partnerland der Erzdiözese war Pfarrer Schneider zunächst in Winterlingen und Straßberg tätig, bevor er von 2009 bis 2014 als Pfarrer mehrerer Gemeinden in Mannheim und EdingenNeckarhausen wirkte (Seelsorgeeinheit Mannheim-Südost). Von Mai bis Sept. 2014 übernahm er die Vakanzvertretung in Emmendingen und Teningen-Heimbach. Zum 5. Okt. 2014 wurde er ­leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Am Litzelberg“ und damit auch für Jechtingen zuständig. In den Jahren 2003 bis 2013 wohnte Pfarrer Thorsten Becker im Wyhler Pfarrhaus und übernahm regelmäßig Gottesdienste und andere Aufgaben in der Seelsorgeeinheit Sasbach – Jechtingen – Wyhl, bzw. „Am Litzelberg“ und damit auch in Jechtingen. Er wurde am 25. Sept. 1968 in Karlsruhe geboren. Nach Abschluss seines Theologiestudiums in Freiburg und Rom und des Diakonatsjahres in Kenzingen (St. Laurentius) wurde er am 21. Mai 1995 in Freiburg zum Priester geweiht. Anschließend war er als Vikar in St. Johann in Sigmaringen eingesetzt. 1998 wurde er für die Fertigung einer Dissertation freigestellt. Bis 2000 wohnte er im Pfarrhaus in St. Johann in Freiburg und unterstützte in der dortigen Gemeinde die Seelsorge. Von 2000 bis 2003 war er Pastoraler Mitarbeiter an der Katholischen Fachhochschule Freiburg, zum 1. Sept. 2003 wechselte er in das Mentorat für die Laientheologinnen und -theologen. Nach Abschluss der theologischen Promotion


im Febr. 2013, ist Dr. Thorsten Becker seit dem 1. Nov. 2013 für die Seelsorge der rund 14.300 Katholiken der Seelsorge­ einheit Lörrach verantwortlich. In den Jahren 2007 bis 2014 konnten in der Seelsorgeeinheit mehr Werktags­ gottesdienste angeboten werden, da Herr Pfarrer Burger, Offizial in Freiburg, wohnhaft in Burkheim, diese bei uns zelebrierte. Bereitwillig half er an den Hochfesten, wie Weihnachten und Ostern in Jechtingen aus und übernahm sehr gerne die mit den Prozessionen verbundenen Messfeiern an Christi Himmelfahrt und Fronleichnam. 1 D  esignierter Erzbischof Stephan Burger, Fronleichnam 2014 2 T räger des Himmels: Erich Burkhart, Dieter Heine, Hartmut Bohn und Heinz Kaiser

Am 19. Juni 2014 konnte ein besonderes Fronleichnamsfest in Jechtingen gefeiert werden. Herr Domkapitular Msgr. Geistl. Rat Stephan Burger wurde am 21. Mai 2014 vom Domkapitel zum Erzbischof von Freiburg gewählt. Bis zu seiner Bischofsweihe am 29. Juni 2014 im Freiburger Münster nahm er weitgehend alle vorher zugesagten Termine wahr und so kam unserer Pfarrgemeinde die Ehre zuteil, mit dem neu designierten Freiburger Erzbischof Stephan Burger einen festlichen Gottesdienst zu feiern. Die Fest­messe wurde vom Gesangverein Sponeck musikalisch umrahmt. Die anschließende Sakramentsprozession führte die Winzerkapelle an. Es wurden erneut Blumenteppiche verlegt. Einer der Blumenteppiche zeigte das von ihm für seinen bischöflichen Dienst gewählte Leitwort: Christus in cordibus – Christus in den Herzen (Eph 3, 17).

2


1

1 S chriftlicher Übergang Pfarrer Brutscher und Pfarrer Bendel 2 M  esner Anton Sibbus, Gratulation zum 50. jährigen Mesnerjubiläum 1974 durch Obermini Walter Ziser

58


Die Mesner Vor 1914 übernahm die Aufgabe des Mesner Kosmas Beck, bis er als Soldat in den 1. Weltkrieg musste. Bis zu seiner Rückkehr wurde der vorherige Mesner, Josef Schüber, gebeten, einzuspringen. Nach dem Krieg füllte Kosmas Beck seinen Dienst ca. weitere 5 Jahre aus, bis er von Pfarrer Münch entlassen wurde. Wie es aufgrund eines Missverständnisses zu dieser Entlassung kam, schreibt Maria Sibbus in einer Zusammenfassung des Mesnerdienstes ihres Mannes Anton, am 4. Februar 1986, anlässlich seines 60-jährigen Mesnerjubiläums und seiner Verabschiedung vom Mesnerdienst: „Der Mesner Beck hat den Maialtar fertig gemacht und Pfarrer Münch stand dane­ben, dann sagte der Mesner: „So jetzt wäre der Geis gschtreit“ (d.h. soviel wie „die Arbeit ist nun gelungen“).

Pfarrer Münch hat diesen Ausdruck nicht ver­standen und dem Mesner sofort gekündigt. Am 1. Juni 1924 wurde Anton Sibbus durch Herrn Pfarrer Münch als Mesner eingestellt. Am Josefstag 1926 verstarb Pfarrer Münch an einem Herzschlag. Maria Sibbus schreibt in der Zusammenfassung, dass ihr Mann sieben Herren gedient hat: Pfarrer Münch, Pfarrer Dupps, Pfarrer Sester (Aushilfe), Pfarrer Brutscher, Pfarrer Haaf, Pfarrer Bendel und Pfarrer Dr. Bockmühl. Weiter schreibt sie: „… und so haben wir über ein halbes Jahrhundert miteinander in der Kirche gearbeitet. Somit wisst ihr, warum es Vater so schwer gefallen ist, aufzuhören, weil er fast sein Lebtag verwachsen war mit der Kirche und warum ich es weiter gemacht habe und ihn noch ein ganzes 2

59


Jahr mitgenommen habe, nach vorne, an seinen Platz, bis er nicht mehr laufen konnte. Mir geht es heute nicht besser, genau wie ihm.“

Hausgarten und im Pfarrgarten ehrenamtlich in liebevoller und aufopfernder Weise die Blumen für den Blumenschmuck der Kirche gepflanzt und gepflegt. Darüber hinaus stellte Frau Thea Amann wöchentAm 1. Okt. 1985 übernahmen Eberhard lich und an Festtagen wundervolle Burkhart, unterstützt durch seine Frau Blumenarrangements für die Altäre der Gabriele Burkhart den Mesnerdienst. Kirche zusammen, die von allen GottesNach längerer Krankheit verstarb Eberhart dienstbesuchern bewundert wurden. Burkhart am 6. März 2009. Er fühlte sich Ein großes Vergelt´s Gott hierfür im Nachfür „seine“ Kirche verantwortlich und ging hinein. Nachdem sich Frau Amann dem wie sein Vorgänger in diesem Dienst auf. Blumenschmuck aus gesundheitlichen Seit seinem Tode ist seine Frau zuständige Gründen nicht mehr widmen konnte, überMesnerin. Frau Burkhart erhält seit dem nahm dies Mesnerin Gabriele Burkhart. 1. Mai 2009 bei der Mesnerarbeit und vor allen Dingen bei Hausmeistertätigkeiten Das Grab von Pfarrer Brutscher wird seit durch Karl Mäder große Unterstützung. Jahrzehnten von der Familie Thea Im Patroziniumsgottesdienst 2010 würdig- Ammans ehrenamtlich gepflegt. te Pfarrer Thorsten Weil die 25-jährige Tätigkeit des Mesner-Ehepaares Burkhart. Die Grabstätte von Pfarrer Bendel wurde von Johanna Ziser gepflegt, bis sie dies Jahrzehntelang wurden von Frau Elise aus gesundheitlichen Gründen 2012 an Bohn und ihrer Tochter Thea Amann im Christina Hug-Heine übergab.

1 1 M  esnerin Gabriele Burkhart und Pfarrer Thorsten Weil 2 M  inistranten und Pfarrer Schneider im Jubiläumsjahr 2015

60


Die Ministranten In den früheren Jahren durften in Jechtingen nur Jungen den Ministrantendienst ausüben. Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts durften Mädchen als Lektorinnen zunächst nur in den Werktagsmessen tätig sein. In den Sonntagsgottesdiensten durften sie das Opfergeld sammeln. Ab 1993 wurden die Mädchen auch bei uns in Jechtingen zum Ministrantendienst eingesetzt. Im Jubiläumsjahr 2015 sind 30 aktive Ministranten im Dienst, davon 17 Mädchen und 13 Jungen. Zusammen unternehmen und erleben sie so Einiges. Es gibt gemeinsame Gruppen-

stunden, in denen aktuelle kirchliche Ereignisse behandelt werden und proben gemeinsam den Gottesdienstablauf. Seit Jahren gibt es in den Sommerferien gemeinsame Hütten-Freizeiten mit Wyhl und Sasbach. Auch finden an den Wochenenden verschiedene gemeinsame Aktionen statt, die von den Minis aus Jechtingen, Wyhl oder Sasbach selbst­ organisiert werden, z. B. wird auch gebacken und gespielt. Jedes Jahr nach der Erstkommunion kommen immer wieder neue „kleine“ Minis dazu, die in den Ablauf des ­Mini­strierens eingearbeitet werden.

2

61


Die Schwesternstation In Jechtingen befand sich über mehr als 100 Jahre eine Station der Gengenbacher Franziskanerinnen. Die zwei Ordensschwestern wohnten lange Zeit in einer 1894 umgebauten Remise, die auch den Kindergarten beherbergte. Ab 1926 zogen sie ins neu erbaute Kindergartengebäude in der heutigen Dorfstraße 45. Zuletzt wohnten die beiden Franziskanerinnen in einer Mietwohnung im Tulpenweg, bei Antonia Eiche. Die Schwestern waren im Kindergarten und in der Krankenpflege tätig. Im Jahre 2005 mussten sich

1

62

die Jechtinger Bürger von den beiden letzten Ordensschwestern, Sr. Adalberta und Sr. Koska, aus Altersgründen ver­ abschieden, was dem gesamten Dorf nicht leicht fiel. Seit Herbst 2012 sind wieder Schwestern in der Seelsorgeeinheit tätig. Sie gehören der Gemeinschaft der „Famille Missionnaire de Notre Dame“ an und wohnen auf dem Litzelberg, wo sie auch den Mesnerdienst innehaben. Der Konvent besteht zur Zeit aus Sr. Ursula, Sr. Gertrud sowie Sr. Carla-Elena.


Gemeindereferenten/Gemeindereferentin Der Beruf der Gemeindereferent/innen/ en ist ein pastoraler Laienberuf, der im deutschsprachigen Raum Tradition hat. Erste „Seelsorgehelferinnen“, so der damalige Begriff, wurden in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgebildet. Die heutige Ausbildung erfolgt in der Erzdiözese Freiburg in der Fachakademie zur Ausbildung von Gemeindereferent/ innen/en. Sie werden in verschiedenen Bereichen der pastoralen Arbeit in einer Seelsorgeeinheit sowie dem Religionsunterricht eingesetzt. Aufgrund des Priestermangels dürfen sie zum Teil Aufgaben übernehmen, die früher zum seelsorglichen Wirkbereich der Priester gehörten, dürfen aber inmitten ihres wichtigen und fruchtbaren Wirkens nie als „Ersatz“ für die Priester von der Gemeinde miss­ verstanden werden. Ihre Arbeit soll das seelsorgliche Wirken des Priesters unterstützen und somit der Gemeinde, der Herde Christi, ebenfalls zum Heil dienen. Der Beruf kann vollzeitlich oder in Teilzeit ausgeübt werden.

Die Gemeindereferenten unserer Seelsorgeeinheit: 2001 - 2004 Martin Hipp 2004 - 2013 Markus Kaupp-Herdick Seit 2013 Stephanie Rebel Stefanie Rebel war zunächst 30 % als Gemeindereferentin in der Seelsorge­ einheit tätig und seit Juni 2014 arbeitet sie 50 %. Ihre Hauptaufgaben sind die Erstkommunionvorbereitung, Firmvor­ bereitung und Religionsunterricht in Sasbach und Wyhl.

2

1 Kindergartenbild 1942 mit Sr. Apollonia und Sr. Hildebarda 2 Gemeindereferentin Stephanie Rebel 63


Die Pfarrgemeinderäte ab 1969 Die Einrichtung von Pfarrgemeinderäten geht auf den Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zurück. Das Gremium setzt sich aus gewählten und berufenen Mitgliedern zusammen. Vor den Pfarrgemeinderäten gab es außer den Stiftungsräten Männer, die durch den Pfarrer berufen wurden, um ihn in kirchlichen Angelegenheiten zu beraten. Dies waren unter Pfarrer Bendel die ersten Vorstände der kulturellen Vereine: Siegfried Bohny (Gesangverein), Edmund Gass (Mandolinen- und Gitarrenverein), Josef Helger (Musikverein). Bei der ersten Pfarrgemeinderatswahl wurden gewählt: Ida Amann geb. Kromer, Rosi Amann geb. Bohn, Josef Bohn, Sofie Burkhart geb. Eiche, Paul Fischer, Josef Helger, FranzJosef Hug, Johanna Ziser geb. Bohn. Als beratendes Mitglied wurde Frau Elise Bohn geb. Schüber hinzugezogen. Bei späteren Wahlen im Jahr 1974 wurden gewählt: Rita Amann (bis 1989), Max Belle, Johannes Kiesewetter, Ernst Schüber, Gerhard Schweizer, Karl Franke. Als beratendes Mitglied wurde Schwester Adalberta hinzugezogen. Die oben genannten Personen wurden teilweise zwei- oder mehrmals als Vertreterinnen und Vertreter gewählt. Pfarrgemeinderatswahlen fanden 1978, 1982, 1986 statt.

64

Seit der Wahl im März 1990 wurde die Amtszeit auf 5 Jahre verlängert. Gewählt wurden: Wiltrud Gutmann (Vorsitzende u. Stiftr.), Gerhart Christian (stellvertr. Vors. u. Stiftr.), Andrea Beck (Schriftführerin), Siegfried Bohny, Robert Morstadt, Margarethe Pfrengle (Stiftr.), Johanna Ziser. Bei der Wahl im März 1995 wurden folgende Vertreterinnen und Vertreter gewählt: Wiltrud Gutmann (Vorsitzende u. Stiftr.), Christian Gerhart (stellvertr. Vors. u. Stiftr.), Frank Belle (Schriftführer), Siegfried Bohny, Arno Gerhart, Robert Morstadt, Margarethe Pfrengle, Johanna Ziser. Wegen des Pfarrerwechsels fand die Wahl im Jahre 2000 am 11./12. November und nicht am allgemeinen Wahltermin statt. Gewählt wurden: Rainer König (Vorsitzender), Wiltrud Gutmann (stellvertr. Vorsitzende), Christina Hug-Heine (Schriftführerin), Frank Belle, Christian Gerhart, Gabriele Burkhart. Im November 2005 wurden gewählt: Arno Gerhart (Vorsitzender u. Stiftr.), Gabriele Burkhart (stellvertr. Vors. bis Aug. 2007), nachgerückt ab Nov. 2007 Petra Schneider, Maria Schneider (Schriftführerin), Gabriele Garcia (Stiftr.), Andreas Gerhart (Stiftr.)


Im März 2010 wurden gewählt: Arno Gerhart (Vorsitzender u. Stiftr.), Petra Schneider (stellvertr. Vorsitzende), Dieter Heine (Schriftführer u. Stiftr.), Andreas Gerhart (Stiftr.), Angela Eberenz.

Lektoren (soweit bekannt) Frank Belle, Max Belle, Laura Bohn, Gabriele Burkhart, Marie-Luise Dutzi, Stephanie Ehrlacher, Claudia Eiche, Clemens Eiche, Edith Eiche, Elisabeth Eiche, Stephan Eiche, Christel Gerhart, Pfarrgemeinderatsvorsitzende in der Zeit Manuela Häfele, Dieter Heine, Dr. Angela 1968 bis 2015: Kaupp, Markus Kaupp-Herdick, Barbara Franz-Josef Hug, Paul Fischer, Gerhard Mehlhorn, Stephanie Rebel, Sabine Schweizer, Rita Amann, Wiltrud Gutmann, Weisel. Rainer König, Arno Gerhart PGR-Wahl der Kath. Kirchengemeinde „Am Litzelberg“, 15. März 2015: Pfarrgemeinderäte aus Jechtingen: Dieter Heine, Stephan Eiche, Stefan Rebel Mitglied des Stiftungsrates aus Jechtingen: Dieter Heine (stellvertretender Vorsitzender). Kommunionhelfer Seit 1978 Johanna Ziser und Max Belle Schwester Adalberta, Frank Belle, Stephan Eiche, Christel Gerhart, Martin Hipp, Dr. Angela Kaupp, Markus Kaupp-Herdick, Stephanie Rebel.

1 D  er Pfarrgemeinderat im Jubiläumsjahr 2015 v.l.n.r.: Stephan Eiche, Stefan Rebel, Pfarrer Bernhard Schneider, Dieter Heine

1


1

2 66


Formen des religiösen Lebens Die besondere Gestaltung der Feiern der kirchlichen Hochfeste ist ohne Mitwirkung der örtlichen Vereine nicht denkbar. Die Mitgestaltung der Messfeiern und Prozessionen durch die Winzerkapelle, den Gesangverein Sponeck und den Mandolinen- und Gitarrenverein ist seit langen Jahren Tradition.

Für die zahlreichen Stunden der Proben und der musikalischen Darbietungen der Vereine anlässlich der Festgottesdienste und Prozessionen sei an dieser Stelle besonders gedankt.

1 „Pferdestärken“ Cosmas Eiche 1964 2 H  einrich Helde, Anna Schmid, Benno Helde, bei der Obsternte 1963 3 G  emeinsames Kirchenkonzert des Mandolinen- und Gitarren­vereins und dem Gesangverein Sponeck 1997 3

67


1 S ternsinger bei Familie Otto Bohn 2 S ternsinger 2013 mit Gemeindereferent Markus Kaupp-Herdick und Tanja Eiche

1

Mit dem heute nicht mehr bei uns gefeierten Fridolinsfest vom 6. März wurden 1762 schon die Jechtinger Musikanten erwähnt. In der sogenannten „Jechtinger Kirchturm­urkunde“ vom 25. Februar 1787, die anlässlich des Wiederaufbaus des 1781 durch einen Kugelblitz beschädigten Turmaufsatzes, hinterlegt wurde, finden Jechtinger Musikanten ebenfalls eine Erwähnung. Es wurde vermerkt, dass die Mitglieder der Musikantengruppe, mutmaßlich im Rahmen eines Festes, jährlich zu Christi Himmelfahrt Wein und Brot erhielten. 1826 wurde diese alte Sitte jedoch auf Veranlassung der Grundherrschaft von Fahnenberg aufgegeben und die Naturalabgaben in ein „Aversum“ (Unterstützung) in Höhe von jährlich drei Gulden umgewandelt. Wie alte Urkunden aus dem Pfarrarchiv belegen, fand schon vor dem Kirchenneubau 1765 ein reges Gemeindeleben statt. So steht bei 1659: “an St. Urbanstag wie

68

die Maitlin nach altem Brauch haben den Urban herrunter tragen…“ Die Unterlagen belegen Ausgaben für Brot, das die Kinder nach der Prozession erhalten haben. Zum Brauchtum vergangener Zeiten gehörten unter anderem Andachten an Sonn- und Feiertagen „Versehgänge“ und „Christenlehre“. Die heutigen Feste und Aktivitäten im Kirchenjahr: Der Adventskranz kam erst im vierten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts in die Familien und in die Pfarrkirche. Die Weihnachtskrippe in der Kirche geht zurück auf den hl. Franziskus von Assisi und ist für Jechtingen schon früh be­zeugt, ebenso das Krippenbauen in den ­Familien. Der Johanneswein wird am 27. Dezember, am Fest des heiligen Evangelisten Johannes, gesegnet. In den Familien trinkt man ihn mit den Worten: „Trinket


die Liebe des heiligen Johannes. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“. Das Dreikönigsfest, oder Epiphanie vom 6. Januar, ist ein Tag besonderen kirchlichen Brauchtums. Der Priester weiht Weihwasser und Salz, auf dem zumeist ein Stück Kreide liegt. Mit der geweihten Kreide schrieb der Vater an die Haustür: 20* C + M + B *15. Dies sind die Anfangsbuchstaben des lateinischen Segens: „Christus mensionem benedicat“ – zu Deutsch: „Der Herr segne dieses Haus“, sowie der beigefügten Jahreszahl. Heute übernehmen die Niederschrift dieses Segens an der Eingangstür des Hauses in der Regel die Sternsinger. Sie sind es auch, die im direkten Auftrag des Priesters,

beauftragt in einem feierlichen Gottesdienst, den schützenden Segen Christi zu den Familien und Häusern tragen. Das geweihte Salz wird in der Familie zum Kochen und Backen verwendet. In Jechtingen wurde das „Sternsingen“ bereits 1936 von Franz Nadler eingeführt. Mit einem beleuchteten großen Stern ziehen die als Heilige Dreikönige geklei­ deten Jungen und Mädchen – zumeist Ministranten - durch das Dorf und singen an der Haustür ihre Dreikönigslieder. Das gespendete Geld wird immer bedürftigen Kindern in einem Land gespendet, das von der „Sternsinger­ aktion“ vorgeschlagen wird, einer Einrichtung des päpstlichen Missions­ werkes für Kinder. 2

69


1 1 Heilige Messe zum Gelöbnis bei der Eichertkapelle, Pfarrer Thorsten Weil 2  Eichertprozession

An Lichtmess, also „Maria Lichtmess“ oder am offiziell bezeichneten „Fest der Darstellung des Herrn“, am 2. Februar, werden die Kerzen geweiht, die während des Jahres in der Kirche oder zu Hause zum Gebet entzündet werden. Von diesem Brauch leitet sich der volkstümliche Name des Festes ab: „Lichtmess“. In der Liturgie wird daran erinnert, dass Christus, der von Maria am 40. Tag nach der Geburt in den Tempel getragen wurde, das Licht und Heil der Welt ist. Seit Jahrhunderten wurde bei Unwettern Kerzen in den Häusern und Stallungen angezündet, die an Lichtmess geweiht worden waren. Man wollte damit das Gehöft erneut bewusst unter den Schutz Gottes stellen, Ihn um seine machtvoll schützende Hand bitten. Anno 1945 70

wurde dieser Tag, während das Dorf unter starkem Beschuss durch französische Soldaten lag, durch ein Gelöbnis des Pfarrers Paul Brutscher und der in der Kirche Versammelten, zu einem Feiertag für Jechtingen erklärt, falls Gott die Menschen des Dorfes bewahren würde. Bis in die siebziger Jahre wurde der Feiertag eingehalten. Die Schulkinder des Ortes hatten an diesem Tag schulfrei. Die ebenfalls gelobte Prozession existiert noch heute. Zunächst führte sie auf den Litzelberg, seit 1960 führt sie auf Grund des aufkommenden Verkehrs zur Eichertkapelle, die am 17. Mai 1954 als Kapelle „Maria in den Reben“ feierlich eingeweiht worden war. Ab dem Jahre 1982 wurde der Termin der Prozession vom Mai auf den ersten Sonntag im September gelegt.


Am 3. Februar wird der Blasiussegen erteilt. Dabei hält der Priester dem Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen in Höhe des Halses vor. Der Segensspruch lautet: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist“. Der hl. Bischof Blasius errettete aufgrund seiner Fürbitte ein Kind vor dem Erstickungstod (durch eine verschluckte Fischgräte).

Am Fest Christi Himmelfahrt, schließt sich nach dem hl. Messopfer in der Kirche eine Flurprozession an. Mit dieser Prozession und dem Wettersegen, wird um Wachstum und Gedeihen der Felder, Gärten, Wälder, Wiesen und Weinberge, der Meere und Flüsse gebetet, sowie für alle, die von ihren Erträgnissen leben. Seit einigen Jahren führt die Prozession abwechselnd durch die Fluren zu beiden Seiten der Dorfstraße: Auf der Rheinseite verläuft der Weg an folgenden Stations­ kreuzen entlang: Schilligkreuz Am Palmsonntag bringen die Kommuni(Fam. Manfred Gaß, Winzerstube Sonne), onkinder Palmen in die Kirche. Die Tiefentalkreuz (Johanna Ziser), Grasiger Jechtinger Palmen sind Büschel von Buchs Weg-Kreuz (Fam. Sigmund Ehrlacher). und anderen grünen Zweigen, mit bunten Auf der Seite zum Eichert hin, wird an Bändern an Stangen befestigt. Nach dem folgenden Wegkreuzen Station gemacht: Festgottesdienst werden sie zum Schutz Schießmauerstraße (Fam. Ernst Schüber), vor Unheil am Haus angebunden oder Sasbacher Weg am Eichert (Fam. Johannes geweihte Zweige davon an den Kreuzen Kiesewetter), Wanglen (Fam. Karl Bohn). im Haus angebracht. 2


Ab dem Markustag, dem 25. April, bis zum Fest Kreuzerhöhung, am 14. September, wird in jeder Heiligen Messe der Wettersegen erteilt. Das älteste, deutsche Gebet zum Wettersegen stammt aus dem 12. Jahrhundert. Lateinische Texte reichen weiter zurück. Folgendes Segensgebet kann beispielsweise gesprochen werden: „Vor Blitz, Hagel und Ungewitter – bewahre uns, Herr Jesus Christus. Zeige uns deine Barmherzigkeit - und schenke uns dein Heil. Herr erhöhre mein Gebet. – Und lass mein Rufen zu dir kommen. Der Herr segne seine Erde: Er segne die Felder und Gärten, die Wälder, Wiesen und Weinberge, die Meere und Flüsse 1 Prozession an Patrozinium 1963 in der Dorfstraße 2 K  ommunionskinder im Jubiläumsjahr 2015, mit Pfarrer Schneider und Gemeindereferentin Stephanie Rebel 1

und alle, die von ihrem Ertrag leben. Der Herr segne uns, unsere Kinder und alle Menschen, die uns anvertraut sind, und halte allen Schaden von uns fern. Das gewähre euch/uns der gütige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen“. An Fronleichnam findet die große Sakramentsprozession durch das Dorf statt. Der Prozessionsweg ist festlich geschmückt. Früher wurden an diesem Tag sogar alle Häuser von Jechtingen mit großen und kleinen Baumzweigen, Girlanden und gelb-weißen Fahnen bzw. Fähnchen an den Fenstern verziert. Ab1968 wurde der Prozessionsweg wegen des zunehmenden Straßenverkehrs von der Hauptstraße auf die Seitenstraßen nördlich der Kirche verlegt. An vier Altären wird mit sakramentalem Segen Station gehalten und gebetet.


Am 29. Juli ist in Jechtingen der Tag der Ewigen Anbetung. Sie ist eine Form der ununterbrochenen Verehrung des im Eucharistischen Brot gegenwärtigen Herrn. Die Ewige Anbetung wurde in der Erzdiözese Freiburg durch Erzbischof Hermann von Vicari im Jahr 1855 eingeführt, in einer Zeit schweren Ringens um die Freiheit der Kirche. Alljährlich, am Fest der Erscheinung des Herrn, eröffnet der Erzbischof im Freiburger Münster die Ewige Anbetung. Tag für Tag lösen sich die Pfarreien und Seelsorgeeinheiten der Erzdiözese sowie bei Nacht die Klöster darin ab, das ganze Jahr hindurch im Gebet vor dem Allerheiligsten Altarsakrament zu verweilen. Stellvertretend für alle Orte und Gemeinden der ganzen Erzdiözese wird so immer in einer Gemeinde Fürbitte für alle anderen gehalten. Traditionell sind die Anbetungsstunden in Jechtingen von 12 Uhr bis 16 Uhr.

An Mariä Himmelfahrt, dem 15. August, ist Kräuterweihe. Die ebenfalls mit Blumen geschmückten Kräuterbüschel werden in der Heiligen Messe geweiht und nach Hause getragen. Sie werden unter das Dach des Hauses gelegt, zum Schutz vor Unheil, Unwetter, Wasser und Feuer. Seit 1982 findet am ersten Sonntag im September die alljährliche Gelöbnisprozession zur Kapelle „Maria in den Reben“, Eichertkapelle statt. (Siehe: ein Gelöbnis in schwerer Zeit. Seite 79). In den Jahren zuvor war die Prozession im Mai. Die Kapelle wird seit ihrem Bau von Frau Antonia Eiche liebevoll gepflegt und mit Blumen dekoriert. In der Weihnachtszeit stellt sie sogar eine Weihnachtskrippe auf.

2


Der Gedenktag der Kirchenpatrone St. Cosmas und Damian ist der 26. September. Am letzten Sonntag im September wird das Patrozinium mit feierlichem Hochamt, Festpredigt und Prozession mit dem Reliquiar begangen. Das Erntedankfest ist am ersten Oktobersonntag. Früchte des Feldes und der Gärten werden zum Dank in die Kirche gebracht. Die Erntegaben erhalten die Schwestern vom Franziskanerkloster in Gengenbach. Am 11. November ist Martinsumzug. Die Kinder ziehen mit ihren Laternen unter Begleitung der Winzerkapelle durch die Straßen und denken dabei an das barm­herzige Handeln des hl. Martins, der – aus Liebe zu Gott – mit einem frierenden Bettler seinen wertvollen Offiziers-Mantel teilte, um den Armen zu wärmen. 1 Ministrantenmannschaft beim Grümpelturnier 2006. Hinten von links: Frank Belle, Pfarrer Thorsten Becker, Ines Garcia, Andreas Gerhart, Mesner Eberhard Burkhart, Michelle Pfeifer. Vorne von links: Franceska Fischer, Ramona Kniebühler, Dustin Arnegger, Justin Lemke 2 Seniorentreffen 2014

Zu Allerheiligen werden die Gräber mit großer Sorgfalt geschmückt. Beim Gräber­besuch gedenken die Jechtinger an diesem Tag ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde. Bis zum heutigen Tage beten noch ein paar wenige Frauen täglich den Rosenkranz in der Kirche. Zweimal monatlich, vor der Wochen­ tagsmesse (zur Zeit dienstags) ist Anbetungs­stunde vor dem Ausgesetzten ­Allerheiligsten. Pfarrer Brutscher und Pfarrer Bendel führten Missionen mit Patres in der Gemeinde durch. Im Januar 1988 unter Pfarrer Dr. Bockmühl führten Redemptoristen, Patres von Maria Bickesheim (Durmersheim), mit Dr. Schäfer, dem Leiter des Geistlichen Zentrums Sasbach/ Ortenau, eine Mission in Form von Vorträgen in den beiden Gemeinden Jechtingen und Sasbach durch. Im Jahre 2011 war Papst Benedikt XVI. zum offiziellen Papstbesuch in Freiburg. Auch von Jechtingen waren viele Gläubige am Sonntag, den 25. Sept. 2011 bei der Heiligen Messe auf dem Freiburger Flughafengelände. Die Feier des Jechtinger Patroziniums wurde dafür sogar extra vorverlegt. Der Papstbesuch in Freiburg war ein beeindruckendes Erlebnis.

1


Krankenverein, Mütterverein, Frauengemeinschaft, Altenwerk, Bildungswerk

2

Satzungen aus dem Anfang des Jahres 1890 zeigen das Bestehen eines Krankenvereins, der die Aufgabe hatte, die Ortskranken ohne Unterschied der Konfession zu betreuen. Hierfür waren Schwestern des Franziskanerklosters von Gengenbach zuständig. Sie wohnten ab 1926 im neu erbauten Kindergartengebäude der heutigen Dorfstraße (Nr. 45). Es waren drei Schwestern. Die Kosten für die Krankenschwester und für die Hausschwester wurden vom Krankenverein getragen, die Kinderschwester wurde von der Gemeinde bezahlt. Die Gemeinde zahlte in den 1960er Jahren an das

Mutter­haus einen jährlichen Betrag von 720 DM. Frau Elisabeth Bohn, geb. Schüber, war viele Jahre lang Vorsitzende und führte das Amt in vorbildlicher Weise aus. Im April 2005 wurde der Jechtinger Krankenverein aufgelöst und ging in den Elisabethenverein in Wyhl über. Dieser organsiert u.a. ehrenamtliche Hilfeleistungen und unterstützt finanziell die Sozialstation St. Martin in Endingen.

75


Am 15. September 1916 wurde der Mütterverein durch Pfarrer Münch gegründet. Die langjährige Vorsitzende war ebenfalls Elisabeth Bohn, geb. Schüber. Dieser Verein war speziell für die Mütter zuständig. Es wurden Beratungen organisiert. Auch gab es einmal im Monat eine Andacht für die Mütter, eine Monatsbeichte und Monatskommunion. Aus dem Mütterverein entstand später die Frauengemeinschaft mit der Vorsitzenden Elisabeth Bohn. Die Frauengemeinschaft bot Nähkurse und Beratungen für Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern an. Erstgebärende erhielten Beratung und Unterstützung. Für Bedürftige hatte man ebenfalls ein offenes Ohr. In den späteren Jahren wurden jährlich Wallfahrten organisiert. Es wurde zu Kaffeenachmittagen eingeladen und Weihnachtsdekorationen zunächst gebastelt und später zu Gunsten der Kirchenrenovation oder zur Tilgung der Schulden des Bernhardusheimes verkauft. Vorsitzende der Frauengemeinschaft waren: Elisabeth Bohn, Johanna Ziser, Erika Burkhart, Olga Amann, Gabriele Garcia. Sie war die letzte Vorsitzende. 2002 wurde die Frauengemeinschaft mangels Interesses aufgelöst.

Altenwerk – Seniorentreffen Pfarrer Bendel und Frau Elisabeth Bohn luden die älteren Mitbürger zu regelmäßigen geselligen Treffen ein. Später übernahmen Johanna Ziser, Thea Amann, Siegfried Bohny und Kurt Maier diese Funktion. Aus Altersgründen wollten sie die Gruppe auflösen, Siegfried Bohny und Kurt Maier waren verstorben, doch Angela Eberenz und Petra Schneider entschlossen sich, die Seniorentreffen bis zum heutigen Tag weiterzuleiten. Borromäusverein Der Borromäusverein ist eine 1845 gegründete katholische Medieneinrichtung mit Sitz in Bonn und benannt nach dem italienischen Theologen Karl Borromäus. Als Ziel hat sich der Verein die Förderung des Lesens guter Bücher bei Menschen aller Altersgruppen gesetzt. In den frühen Jahren wurde ein Mitgliedsbeitrag an den Borromäusverein entrichtet, daher hießen viele Büchereien damals auch Borromäusbücherei. Beim Borromäusverein in Bonn existiert noch ein Datenblatt, aus dem hervorgeht, dass die ersten Mitgliedsbeiträge aus Jechtingen wohl schon 1867 geflossen sind. Der

1 P  farrer Fridolin Dutzi und Pfarrer Paul Brutscher auf dem Prozessionsweg zur Litzelbergkapelle 1953 76


Begriff Pfarrbücherei kam erst im Dritten Reich auf, dadurch konnten viele Büchereien das Nazi-Regime überleben, weil davon ausgegangen wurde, dass die Ausleihe sich auf geistliche Literatur beschränkte. Heute legt der Borromäusverein Wert auf „katholisch öffentliche Bücherei“, um auch die Öffnung für alle BürgerInnen einer Gemeinde zu signalisieren. Im Pfarrarchiv existieren Unterlagen von 1898 bis 1956 und von 1961 bis 1974 über Bestellungen, Ausleihungen und Jahresberichte.

Unter Pfarrer Dr. Bockmühl in Zusammenarbeit mit Peter Sonntag wurde ab 1981 die Ausleihe von Büchern, Spielen und später Tonträgern wieder neu belebt. Heute ist die KÖB Jechtingen mit ihren vielfältigen Aktivitäten aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. (Siehe „Die Bücherei“ Seite 100) Über viele Jahre wurden durch das Bildungswerk in den Wintermonaten Vorträge organisiert. Josef Helger, Gerhard Schweizer und Robert Morstadt hatten hierfür die Fäden in der Hand.

1

77


1


Ein Gelöbnis in schwerer Zeit Pfarrer Brutscher führte seit seiner Ankunft in Jechtingen von 1934 bis zu seinem Ruhestand 1956 die Chronik der Pfarrei. In seinen Aufzeichnungen im Tagebuch sind die Kriegsjahre mit den Evakuierungen und den gefallenen Soldaten des Dorfes verzeichnet. Die Dramatik der Zeit spiegelt sich beim Lesen der Worte Brutschers deutlich wieder. In großer Angst und Not wurde 1945 während schwerer Beschießungen des Dorfes gelobt, dass künftig Maria Lichtmess als Feiertag gefeiert werden würde, falls die Gemeinde vor Schlimmerem verschont wird: Nachfolgende Auszüge aus Pfarrer Brutschers Tagebuch be­ schreiben die Stimmung:

31. Januar. Unsere Volkssturmleute werden aus den Bunkern entlassen. Armenier treten an ihre Stelle.

1. Februar. Heute morgen – 9.00 Uhr – bebt die Erde, zittern und ächzen die Häuser. Feindflieger umkreisen das Dorf und werfen Bomben im Rheinwald. Die Fähre an der Sponeck wird getroffen und außer Kurs gesetzt. Ringsum feuert die Flak! Ein Höllenspektakel! Auf Pontons kommen immer mehr Soldaten herüber. Der Feind steht vor Marckolsheim. Abends heilige Stunde! Einige Frauen verlangen die hl. Kommunion, da man nicht wisse, was die Nacht bringe; und ohne Heiland wollen sie nicht sterben. Auch regen sie an, es solle versprochen 1945, 24. Januar. Die militärische Lage im werden, wenn der Heiland auf die Elsaß wird immer kritischer. Der Kanonen- Fürbitte seiner Mutter, unsere Kirche, donner kommt immer näher. Die PoliHäuser und die Pfarrkinder vor Vernichzeitruppen, die in den Bunkern sind, tung bewahre, dann soll Mariä Lichtmeß kommen weg und werden im Elsaß fernerhin als Feiertag gehalten und wenn eingesetzt. An ihre Stelle treten unsere möglich, eine Procession auf den LitzelVolkssturmmänner … berg gemacht werden. Ich habe die Anregung in der „hl. Stunde“ bekannt 30. Januar. Unsere Lage über den Rhein gegeben und im Namen der Pfarrei sofort wird immer schwieriger. Wie wird es uns das Versprechen abgelegt. gehen, wenn der Kaiserstuhl Aufmarschgebiet wird? Ich gehe mit dem Gedanken 2. Februar. Heute Nacht begann für uns herum, im Namen der Pfarrgemeinde der Krieg mit seinem Schrecken. Unsere durch ein Gelübde zu versprechen, das Ferngeschütze feuerten um 8.00 Uhr. Um Mariä Lichtmeß von Geschlecht zu 8.30 Uhr setzten die Ferngeschütze der Geschlecht als Feiertag gehandelt Amerikaner ein. Eine Granate schlug in werde, wenn Kirche und Pfarrdorf von den Pfarrgarten, zerfetzte verschiedene der Zerstörung verschont bleibt. Bäume, durchschlug das Bienenhaus und zertrümmerte einige Fenster und Ziegel. Das Rathaus und einige Häuser in der 1 Pfarrer Paul Brutscher führte von 1934 bis zu Nähe erlitten Dachschäden. ­seinem Ruhestand 1956 die Chronik der Pfarrei 79


Eine Schreckensnacht! Immer wieder feuerten die Geschütze hüben und drüben. Die Herz-Jesu-Messe war infolgedessen schwach besucht. Gasthaus „Zum Schwanen“ hat die meisten Schäden erlitten.

Häuser, besonders in der Nähe der Kirche schwer geschädigt wurden, einige total zerstört. Die Kirche erlitt Schäden durch Granatsplitter und den Luftdruck. Die Fenster auf der Südseite wurden sämtlich eingedrückt, wie die Seitentüre. Das Innere blieb im großen und ganzen 3. Februar. Nacht ziemlich ruhig. Wir unversehrt. Mehrere Dachziegel wurden lagen, wie wohl die meisten, im Keller zerschlagen, die einige Tage später durch (Weinkeller). Während des Frühstücks Maurer Amann ersetzt werden konnten. fuhr eine Granate daher und zerstörte Auch der Turm erhielt einige Treffer, einen Großteil des Hauses von Altfondswodurch die Uhr stehenblieb und das rechner Josef Bohn und von Stiftungsrat Zifferblatt an der Ostseite herab geschlaPhilipp Bohn. gen wurde. Das letztere am Turm wurde durch unsere Artillerie verursacht. 4. Februar. Sonntag - aber wenig Sonntäg- Entweder schoss sie zu tief oder zu kurz. liches liegt auf dem Dorfe. Eine größere Infolge der schrecklichen Nacht zogen Zahl von Pfarrkindern sind gestern viele Personen mit Wagen, beladen mit weggeführt worden nach Reute und dem Notwendigsten, ab – Reute – Vörstetten! Der Gottesdienst ist daher Vörstetten, ein trauriger Anblick! Wähnur mäßig besucht... Nachmittags kommt rend des ganzen Tages dauerte der Exitus der Befehl zur Räumung des Dorfes. an – durch die mit zerbrochenen Ziegeln, Tiefe Niedergeschlagenheit ist all überall! Balken, Schutt und Draht angefüllte Wohin? Alles ist besetzt! Woher das Straße! Pfarrer mit den Schwestern wurde Futter nehmen für Vieh-Nahrung für die mit einem Auto in liebenswürdiger Weise Menschen und Brennmaterial. Die Kälte ins Pfarrhaus Reute bei Freiburg gebracht. ist zwar gebrochen, die seit Weihnachten anhielt, der Schnee – ca. 40 cm hoch – 7. Februar. Besuch bei den Pfarrkindern ging fast über Nacht weg. Aber immerhin in Vörstetten. Eine große Zahl ist hier ist es noch kalt. untergebracht. Durch gütiges Entgegenkommen des dortigen evang. Pfarrers 6. Februar. In der Nacht vom 5./6. Februar Leifholz erhalte ich Unterkunft und starkes Artilleriefeuer, wodurch viele Beköstigung im Pfarrhaus. So kann ich mitten unter meinen Pfarrkindern wohnen und sie seelsorglich betreuen. Herr Pfarrer stellt mir für jeden Tag das 1 L ehrerin Buckle 1953 in der Unterschule mit der 3. und 4. Klasse Gotteshaus zur Verfügung. Die notwen­ digen Messutensilien stellt die Kirche 2 S r. Apollonia mit den Kindern der Jahrgänge 1947-1951 und Helferin Klara Belle von Reute. 80


1

2

81


8. Februar. Morgens um 8 Uhr zum ersten Mal hl. Messe, die von wenigen besucht ist. - Während des ganzen Tages kommen Flüchtlinge mit Wagen und Vieh – mehrere ziehen weiter ins Glottertal, weil in Vörstetten für sie keine Herberge war. Trauriges Los – Los der Flüchtlinge!... Müde, abgehetzt und niedergeschlagen sind Menschen und Vieh, sorgenvoll die Väter und Mütter, da sie nicht wissen, wohin sie ziehen und wo sie aufgenommen werden, zumal die Vieh-Halter nur wenig Futter mitführen. Dazu kommen noch die Gefahren durch die Feind­flieger … 10. Februar. In Jechtingen sind immer noch ca. 100 Personen, die in Kellern und Höhlen schlafen. Seit dem 6.d.M. fiel kein Schuss mehr im Dorf. Leopold Bohn fährt mit seinem „Bulldogg“ immer wieder nach Jechtingen und bringt für die Leute zurückgelassene Waren. Für die Feier des Gottesdienstes brachte er die nötigsten Paramente, Kerzen, Halter etc. … 25. April. Heute ziehen die ersten Wagen von Vörstetten über die reparierte Brücke in die Heimat! Das herrlichste Frühlingswetter begleitet uns. Es ist die schönste und froheste Markusprocession im Leben. Heute ist nämlich Markustag! – Auf dem steilen Weg zum Vogelsangpass leisten Bötzinger Bauern selbstlos Vorspann. – Vor dem Dorf sehen wir die sinnlose Zerstörung der Bahnlinie und der Einfahrtstraße. Männer sind gerade an der

82

Arbeit, die zerstörte Wasserleitung wieder herzurichten. 29. April. Sonntag. Wieder Gottesdienst in Jechtingen! Erstes Wort auf der Kanzel: Deo gratias! Dank für die glückliche Führung, Rettung und Heimkehr! Heute Sonntag, den 22. Juli machten wir die gelobte Wallfahrt. Über 400 zogen mit Kreuz und Fahnen betend und singend auf den Litzelberg, wo Predigt und die heilige Messe gehalten wurde. 7 Uhr früh brachen wir auf im herrlichen Sommerwetter. 11 Uhr waren wir wieder im Gotteshaus! Tedeum laudamus! 1946, 22. September! Heute machen wir die Procession auf den Litzelberg! 8 Uhr: Anfang der Procession, mit starker Beteiligung aller Stände. Singend und betend zieht sie hinaus bei herrlichem Wetter, an dem zerschossenen Kirchturm von Sasbach vorbei, begrüßt von den vielen köstlichen Trauben des Berges. Oben Predigt! … 1960 im Mai. Die Gelöbnisprocession auf den Litzelberg wurde mit Rücksicht auf den modernen Verkehr vom Ordinariat in eine Procession mit Gottesdienst zur Kapelle im „Eichert“ verwandelt. Trotz trübem Wetter war die Beteiligung sehr gut.


Pfarrfeste Im romantisch hergerichteten Pfarrgarten wurde die Bevölkerung am 9. Juli 2006 zu einem Brunch eingeladen. Zur Unterhaltung spielte der Mandolinen- und Gitarrenverein auf. Bei herrlichem Sonnenschein verbrachten die Gäste eine gemütliche Zeit. Der Erlös ging zu Gunsten der Außenrenovation der Kirche.

In der Aula und auf dem Vorplatz des Schulgebäudes wurde am 15.Juni 2008 ein weiteres Pfarrfest gefeiert. Zur Unterhaltung spielte die Winzerkapelle auf. Mittagessen sowie Kaffee und leckere Kuchen luden zum Verweilen ein. Der Erlös war zu Gunsten der Außen­renovation der Kirche.

1 Brunch im romantisch hergerichteten Pfarrgarten 2006. Pfarrer Thorsten Becker und Pfarrer Thorsten Weil. 1

83


Das 250-jährige Kirchenjubiläum Am 26. April 1763 war die Grundstein­ legung des neuen Kirchengebäudes. Dieses 250-jährige Jubiläum 2013 wollte man zum Anlass nehmen, ein Pfarrfest zu veranstalten. Aus terminlichen Gründen feierte man mit der Feuerwehr, welche ein neues Feuerwehrauto einsegnen wollte.

So wurde am Sonntag, den 21. April 2013, ein doppelter Festtag gefeiert. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Weil an die Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. Nach dem Gottesdienst zog die Pfarrgemeinde, von der Winzerkapelle angeführt, zum Feuerwehrhaus. Pfarrer Weil segnete das 1

84


neue Feuerwehrauto. Die Feuerwehrleute luden zum Mittagessen ein. Die Mitglieder des PGR boten Kaffee und leckere Kuchen an. Der Erlös der Kaffeestube wurde der Orgelrenovation zugeführt. Im Rahmen dieses Kirchenjubiläums lud die Jechtinger Pfarrgemeinde am Mittwoch, 2. Juli 2014 die Bevölkerung zu einem Vortrag mit dem Benediktinerpater Anselm Grün, aus Münsterschwarzach ein. Er gehört zu den meistgelesenen christlichen Autoren unserer Zeit. Es brauchte mehrere Anläufe und viel Geduld, vom vielgefragten Redner die Zusage für einen Vortrag zu erhalten. Auf Grund der großen Nachfrage mietete man die Endinger Stadthalle. Es kamen mehrere hundert Besucher, um dem Thema „Wurzeln, festen Halt im Leben finden“ zu lauschen. Der Erlös ging zu Gunsten der Orgelrenovation.

Am 27. September 2015 darf unsere Pfarrgemeinde im Rahmen des Patroziniums im Pontifikalamt mit unserem Erzbischof Stephan Burger und vielen Gästen, das 250-jährige Jubiläum feiern. Es wird eine Jubiläumschronik und einen speziell für dieses Jubiläum von der Winzergenossenschaft ausgebauten Jubiläumswein geben.

1 P  ater Anselm Grün OSB mit dem Pfarrgemeinderat v.l.n.r.: Petra Schneider, Angela Eberenz, Andreas Gerhart, Dieter Heine, Arno Gerhart 85


Die Gemeinde Jechtingen Auch unter den Namen Vehingen, Uhingen, Uchtingen, Uhtingen, Utingen, Ütingen (1316), Ychtingen (1763), (auf Landkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert: Ichting, Ichtinck, Iechtingen) dokumentiert. Der Siedlungsplatz wurde seit über 4000 Jahren von Menschen benutzt. Die bedeutendste jungsteinzeit­ liche Fundstelle ist ein Gräberfeld mit etwa 130 Bestattungen der sogenannten Rössener Kultur (5. Jahrtausend v. Chr.), das 1973 im Gewann Humbergäcker entdeckt wurde. Auf der Gemarkung

1 Ochsengespann im Rheingässle 1

86

Jechtingen wurde 1928 ein neolithisches Prunkgefäß aus der Zeit von etwa 1800 v. Chr. gefunden. Auch aus der Bronzezeit kann Jechtingen mit Funden aufwarten. Aus der Eisenzeit (etwa 800 v. Chr.) wurde 1924 eine Siedlung freigelegt. Kurz vor Christi Geburt sind die Römer von Süden und Westen an den Hoch- und Oberrhein vorgerückt und besetzten sogar das rechtsrheinische Gebiet „Zehntland“. 1973 wurden bei Grabungen im Vorgelände der Burg Sponeck Reste eines in der Regierungszeit des Kaisers Valentian I. um 370 errichteten Kastells entdeckt. Die unregelmäßige Anlage gleicht mehr einer


Perfektion.

Aus Leidenschaft.

STAHLBAU

BLECHTEC

BALKONE

www.BELLEAG.de


1

2

88


3

1 D  orfbild vom Kirchturm 2007. Blickrichtung Oberdorf 2 … und Blickrichtung Unterdorf 3 Südlicher Ortseingang um 1940

mittelalterlichen Burg, als einem römischen Limeskastell und passt sich mit ihrem Mauerverlauf dem Gelände an. Die mit ca. 40 x 50 Meter relativ kleine, aber starke Anlage, diente zusammen mit der südlich benachbarten spätrömischen Festung auf dem „monsbrisiacum“ (Breisach) und den im heutigen Elsass liegenden Kastellen von Oedenburg und Horbourg zur Sicherung des Rheinübergangs und zur Verteidigung gegen die Germanen. Nach der Fundlage innerhalb des Kastells und eines nahegelegenen Friedhofs, auf dem auch die Familienangehörigen der Soldaten bestattet waren, bestand das Kastell mindestens bis zum

Abzug der Grenztruppen 401, wahrscheinlich aber darüber hinaus. Es spricht einiges dafür, dass die Anlage zunächst den Alemannen, dann den Franken als Stützpunkt zur Sicherung des Rheinübergangs diente. Danach verfiel das Kastell, die strategisch günstige Lage des Felssporns wurde erst im Spätmittelalter wieder genutzt. Vom alten Rheinübergang bei der großen Eiche in Richtung Leiselheim und weiter Richtung Riegel verlief die „Römerstraße“. Seit der Karolingerzeit gehörte Jechtingen zu dem königlichen Fiskus und wurde von den Breisgaugrafen verwaltet, nach der 89


Zähringerzeit von den Markgrafen von Hachberg. Mit dem Erscheinen Jechtingens in schriftlichen Zeugnissen – ein erster Beleg im Freiburger Stadtarchiv datiert aus dem Jahre 1272 – wird die Erhellung der Ortsgeschichte konkreter. Eine der ersten Pergamentsurkunden zeigt Herrschaftsrechte des Markgrafen Heinrich von Hachberg, der 1284 seinen Zehntanteil im Dorf dem Kloster Adelhausen schenkte. Bereits am 4. Februar 1284 erwarb das bei Kenzingen gelegene Zisterzienserkloster Wonnental vom Kloster Adelhausen dessen Güter und Einkünfte, u.a. aus Jechtingen. 1

Um 1300 erscheint Jechtingen als ein Bestandteil der Herrschaft Burkheim, welche die Markgrafen und die beteiligten Herren von Üsenberg 1330 an die Habsburger verkauften. Sie wurde nun dauernd an verschiedene Inhaber pfand­weise weitergegeben. Im 18. Jahrhundert in eine Lehensherrschaft umgewandelt, kam Burkheim samt Jechtingen zuletzt (nach 1737) in die Hände der Mayer von Fahnenberg, eines Freiburger Geschlechts. 1805 badisch, gehörte Jechtingen zunächst zum OberamtKenzingen, von 1819 bis 1924 zum Bezirksamt Breisach, danach zu Freiburg. Die Eingemeindung von Jechtingen zur Gemeinde Sasbach und damit zum Landkreis Emmendingen erfolgte am 1. Januar 1975. Seit 2009 ist Dr. Reinhard Morgenstern Ortsvorsteher von Jechtingen. Nach der Orts-Chronik von 1962 lebten 1933 in Jechtingen 383 männliche und 420 weibliche Einwohner (gesamt 803). Nach einer Volkszählung vom 30.10.1946 hatte Jechtingen 372 männliche und 465 weibliche Einwohner (gesamt 837). 1962 waren es 422 männliche und 436 weibliche Einwohner (gesamt 858). Am 18. Juni 2015 hatte Jechtingen 1.161 Einwohner (davon 580 männliche und 581 weibliche).

1 D  er alte Dorfbach im Oberdorf mit Werner Burkhart, geb. 1930 90


Qualität ist für uns maßgeblich … Straßenbau Tiefbau Landschaftsbau Kanalbau Recycling Abbrucharbeiten Umweltmanagement

AMANN GmbH Tief- und Straßenbau Hauptstraße 35 · 79361 Sasbach am Rhein Telefon 07642 90 76 0 · Telefax 07642 90 76 76 info@amann-baut.com · www.amann-baut.com


1

2

1 H  erbst 1962 - Familie Paul Helde 2 B체rgermeister Eiche, Gemeinder채te, Stiftungsr채te und Vereinsvorst채nde mit Pfarrer Brutscher 1954 92


1

2

1 H  erbst 2011 bei Arno Gerhart 2 Minis richten sich zur Prozession 2014

93


1

2

1 A  rno Gerhart, Hartmut Bohn und Martin Stocker bei der energetischen Sanierung des Bernhardusheimes 2012 2 Die Helfer beim Pfarrfest 2008 94


1

2

1 N  ach dem Festgottesdienst anlässlich der Orgelweihe 2011. Groß und Klein … 2 … und die Chordamen beim Umtrunk

95


Urkunde der Grundsteinlegung vom 26. April 1763 Originaltext der Urkunde der Grundsteinlegung: „Im Namen der heiligsten Dreifaltigkeit, Vatter, Sohn und Heiliger Geist. Amen. In dem Jahr als man zählte sieben zehn hundert und sechzig drei ist gegen­ wärtiges Gotteshaus und Pfarrkichen zu größeren Ehre Gottes, Mariä und der seligen Martyrer Kosmas und Damianus, wilen die alte für damahlige Gemeind zu eng und anbey baufällig war, von Grund auf neu erbauet. Der erste Stein aber ist am 26. April desselben Jahres aus sonderbahren Erlaubnis des damaligen Hochwürdigsten Fürsten und Bischoffen zu Konstanz von dem Pfarrer des Orts Ychtingen mit vorgeschriebener Zeremonie gelegt worden. Im bemelten Jahr 1763 saß auf dem päpstlichen Stuhl Klemens XIII., dieses Namens römischer Papst aus dem Geschlecht Rezonico. Den kaiserlichen Zepter führte mit Maria Theresia, Königin von Ungarn und Böheim, Erzherzogin von Östreich Franz-Stephanus, dieses Namens der Erste aus dem Hause Lotharingen. Reverendissimus Ordinarius des Kon­ stanzerischen Bistums war Emminenz Franz Konrad, Freiherr von Rodt, ­Kardinalpriester der Heiligen Römischen Kirche. Gnädige Amtsinhaberin und gnädige Herrschaft der Stadt und Herrschaft Burkheim war die Hochedle gnädige Frau Klara von Fahnenberg.

Damals stund das Recht die Pfarrei zu vergeben und in Ychtingen den großen Zehnt zu beziehen bei hochlöblicher Universität zu Fryburg in Brysag, welche dann den Chor samt Chorbogen hat bauen lassen. Die Pfarrei hat das Langhaus zu bauen, eine löbl.Gemeind aber den alten Thurm in bessere Form hinzustellen übernommen hat. Von Endingen, im Landkapitel, war Dekan der Hochwürdigste und Hochgelehrte Herr Martin Zimmermann, Kandidat der hl. Theoloigie, ein alt Breisacher. Damaliger Pfarrer des Orts Jechtingen war Franz Xaver Sebastian Hagenbuch, Kandidat der hl. Theologie und des kanonischen Rechts, ein Freyburger. Einer löblichen Gemeinde Jechtingen stand als Vogt vor der vorsichtige und viel geachtete Martin Gaß. Die Kirchenpfleger waren Martin Höldin und Josef Gaß, Bürger von Jechtingen. Den ganzen Kirchenbau hat besorgt und ausgeführt der ehrsame und wohlgeachtete Herr Johann Baptist Herring, gebürtig von Immendingen, Bürger, Bau und Werkmeister zu Fryburg. Jechtingen, den 26. April 1763 Pfarrer und Zeugen

97


Plan der Kirche mit Nebengebäuden und Friedhof vom 5. September 1827 (Maßstab 60 Wiener Fuß – 18,96612 m 1 Wiener Fuß entspricht 316,102 mm) Grund-Riß über die Pfarrkirch, vom Kirchenhaus und des Nebengebäudes, nebst dem Gottesacker und daran liegendem Garten mit sämtlichen Grenzbeschreibungen zu Jechtingen. Aufgenommen und verzeichnet, Jechtingen den 5. September von Vogt Wahl daselbst Legende:

a. Pfarrkirch Langhaus b. “ Chor c. “ Sakristey d. “ Thurm e. Schulhaus f. “ Abtritt g. “ Scheuer h. sogenannte Bainhaus i. Gemeinde-Wachtzimmer k. Johann Ehrlachers Haus l. Gemeinde Faßhaus m. “ Armenhaus n. Martins Bohns Haus o. “ Scheuer und Stallung p. das Kirchenhaus q. “ Stallung v. wirkliche Begräbnis Gottesacker w. noch zugetheilten, mit Gras bewachsenen Gottesacker

98


99


Die Bücherei Jechtingen stellt sich vor Die katholische öffentliche Bücherei Jechtingen wird von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Doris Burkhart, Ulli Amann, Renate Dannecker, Daniela Fischer und Tanja Fritz geführt. Gelegentlich werden sie unterstützt von Rebecca Burkhart, Luisa Fischer und Simon Kromer. In ungefähr 600 Arbeitsstunden jährlich, wird der rund 3500 umfassende Medienbestand an die 165 aktiven Nutzer entliehen. Die Ausleihe ist kostenlos. Das Hauptaugenmerk legt die Bücherei auf die Leseförderung der Kinder. So können beispielsweise die Vorschüler einen Bibliotheksführerschein erwerben, bei dem sie alles erfahren, was man zum selbständigen Nutzen der Bücherei wissen muss.

1

100

8 bis 10 Mal jährlich finden Vorlesenachmittage statt, bei denen Kindern von 3 bis 7 Jahren vorgelesen wird. 15 bis 20 Kinder nehmen dieses Angebot wahr. Lesepaten dieser Lesungen sind Barbara Mehlhorn, Gabriela Stöcklin und Judith Dutzi. Außer Büchern und Hörbüchern bietet die Bücherei auch Brettspiele und DVDs an. Auch Erwachsenen steht eine große Auswahl an Belletristik, Sachbüchern, vom Erziehungsratgeber bis Kochbuch, Krimis und Thriller zur Verfügung.

Das Bücherei-Team v.l.n.r.: Tanja Fritz, Renate Dannecker, Daniela Fischer, Babs Mehlhorn, Ulli Amann (stehend), Doris Burkhart (sitzend), Judith Dutzi, Rebecca Burkhart und Luisa Fischer.


Unser Tipp bei Internetbestellungen: Bücher portofrei online bestellen und gleichzeitig die Bücherei unterstützen. Mit jeder Bestellung erhöhen Sie unseren Bonus für Neuanschaffungen. So geht’s: www.borromedien.de neues Kundenkonto eröffnen Daten eingeben und Passwort anlegen zum Kundenkonto Bestellformular usw. Wichtig: Ich unterstütze die KOEB Jechtingen, Kunden-Nummer 140406. Selbstverständlich können Sie auch alle Titel direkt in der Bücherei bestellen. 101


Servicestellen mit EC -Geldautomat und Kontoauszugsdrucker Achkarren

Hinterkirch 8

Tel.07662 · 9322-54

Oberbergen Kirchstraße 7

Tel.07662 · 9322-52

Jechtingen

Kirchstraße 11 Tel.07662 · 9322-57

Burkheim

EC -Geldautomat und Kontodrucker Rheinstraße 2 - bei der Festhalle

Die Region · Die Menschen · Die Bank

Raiffeisenbank Kaiserstuhl eG

Bahnhofstraße 22 · 79235 Vogtsburg Telefon 07662 · 93 22-0 ·info@Raiffeisenbank-Kaiserstuhl.de www.raiffeisenbank-kaiserstuhl.de

Öffnungszeiten Montag - Freitag 8:00 - 18:00 Uhr Samstag 8:00 - 13:00 Uhr

uh l t s r e is

...meine Bank

Raiffeisen Markt

Kaiserstuhl

Fachmarkt für Garten, Getränke, Obst-und Weinbau

Vogtsburg-Oberrotweil · Telefon 07662 · 93440 Ka m o v ofi r P hhl ll u t u r s t r e s D aisisseeerrstuh a K K oomm K ai v v tuhl s m fi r e fi o o s l i a PPrrroofi aviserstuh mK r o r e v e K fi DDer Pvom Pro r fi D e o D äche Pr 2.000 m2 Ausstellungsfl Über

D er

sich von

Sie ssen tellu 2L 2a äche ahl m2 Ausstellungsfläche ngsfl Auss 0m Ausw 2.000 r 2.00 n Übe Über 2.000 m Ausstellungsfl äche ältigeÜber lf ie v r re 2 2 se n Über 2.000 m Ausstellungsfl äche Über 2.000 m u Ausstellungsfl äche ds euesten Tren

von mit deniensich vonn Lassen Sie sich a o S v n h n e c lt sspvo si nah. l igen Auswahhll unserer vielfä igen Ausw LLasi Sie re nie eir ss asch Lassen Sie in ds swsi lfält oenn Auswa enrSAu sten Tren ig vie lt fä e rre ee sse n mit den neue ielfcähltvign unserer viu vie ss s ahl ren a d Lueln n e ds r n T Tr sw en te u st n. s A ue re e s n ie ne u igneTrend lte inspir mit den mit dre ie vne rn eulfeäst umnitsedeenn s d n inspirieren. re . T n n e e r ireie pd nenu. est ssp nre in Küchen...Bäder...Böden...Türen...Fenster...Essplätze m irie init Küchen...Bäder...Böden...Türen...Fenster... ...Sonnenschutz...Insektenschutz inspirieren. ...Sonnenschutz...Insektenschutz Küchen...Bäder...Böden...Türen...Fenster...Essplätze

...Sonnenschutz...Insektenschutz plätze ...Ess nster Sasbach · Tel +49(0)7642 - 92042-0 · kuechentraum-helde@kuechen.de · r...Böden...Türen...Fe79361

Bäde en... Küch 79361 Sasbach · Tel +49(0)7642 - 92042-0 · kuechentraum-helde@kuechen.de · www.helde-kuechen.de

Küchen...Bäder...Böden...Türen...Fenster...Essplätze nenschutz...Insektenschutz ...Son 102 Küchen...Bäder...Böden...Türen...Fenster...Essplätze ...Sonnenschutz...Insektenschutz hen.de · www.helde-kuechen.de ...Sonnenschutz...Insektenschutz Sasbach · Tel +49(0)76 42 - 92042-0 · kuechentraum-helde@kuec 79361 79361 Sasbach · Tel +49(0)7642 - 92042-0 · kuechentraum-helde@kuechen.de · www.helde-kuechen.de

79361 Sasbach · Tel +49(0)7642 - 92042-0 · kuechentraum-helde@kuechen.de · www.helde-kuechen.de


ARNO’s

EDELDESTILLATE KAISERSTÜHLER HAUSBRENNEREI

Edle Destillate und Liköre Mehrfach bei nationalen und internationalen Prämierungen ausgezeichnet.

Arno und Christel Gerhart Küchenmatten 17 (Zufahrt über Dorfstraße 71) · 79361 Jechtingen · Telefon 07662 6101 info@arno-gerhart.de · www.arno-gerhart.de

ARCHITEKTEN + INGENIEURE D-79361 Sasbach-Jechtingen Kosmas-Bohn-Straße 7 Telefon +49 76 62 570 Telefax +49 76 62 8717 info@architekt-kiesewetter.de www.architekt-kiesewetter.de

Planung und Bauleitung für Neu- und Umbauten Gebäudeenergieberatung (BAFA gefördert) SachverständigenGutachten Wertermittlung

103


• medizinische und DTP dien me Print stem y mit S

S

104

Ihr Partner für Medienproduktion und Design. www.systemtypo.de

Fußpflege • Fußreflexzonenbehandlung • Behandlung des diabetischen Fußes • Spangentechnik • Orthosen u.v.m.

Manuela Häfele Rosenstraße 22 · 79361 Sasbach-Jechtingen Tel. 07662/80300 · info@podologie-haefele.de


Wir gratulieren zum 250-jährigen Kirchenjubiläum! Bahnhofstraße 11 79235 Vogtsburg-Oberrotweil Telefon 07662-6343 info@friedrich-sacherer.de www.friedrich-sacherer.de

Zu diesem besonderen Jubiläum gratulieren wir ganz herzlich!

105


Wir wünschen der ganzen Pfarrgemeinde ein schönes Kirchenfest!

Hauptstraße 66 · 79346 Endingen a.K. Telefon 0 76 42/86 00 · Fax 0 76 42/28 83

Herzlichen Glückwunsch zum 250-jährigen Jubiläum wünscht Ihnen die Rösterei Burkhart Am Haberberg 1 · 79361 Jechtingen www.roesterei-burkhart.de

Hauptstraße 34 79356 Eichstetten Tel. 0 76 63 / 94 26 44 Fax 0 76 63 / 94 26 46 info@bohn-reisen.de www.bohn-reisen.de Hauptstraße 34 – 13.00 Uhr Mo – Sa 10.00 Hauptstraße 34 79356 Eichstetten 14.00 – 18.00 Uhr 79356 Eichstetten Mi , Sa nachmittags geschlossen Tel. 0 76 63 / 94 26 44 Tel. Fax 0 0 76 76 63 63 // 94 94 26 26 44 46 Fax 0 76 63 / 94 26 46 info@bohn-reisen.de info@bohn-reisen.de www.bohn-reisen.de www.bohn-reisen.de Mo – Sa 10.00 – 13.00 Uhr Mo – Sa 10.00 14.00 –– 13.00 18.00 Uhr Uhr 14.00 – 18.00 Uhr Mi , Sa nachmittags geschlossen Mi , Sa nachmittags geschlossen 106


3. Platz

1. Platz

„Bester Betrieb“

beim internationalen GrauburgunderPreis 2015

WINZERGENOSSENSCHAFT JECHTINGEN-AMOLTERN AM KAISERSTUHL eG D-79361 Sasbach-Jechtingen . Winzerstraße 1 www.jechtinger-wein.de

107


Text- und Bildnachweis Textnachweis Erzbischöfliches Archiv Freiburg, Bau­ akten des Ordinariats und des kath. Oberstiftungsrates 729, 5561, 11469, 11470. Pfarrarchiv Jechtingen, Bauakten 117, 149, 150, 265, 510. Universitätsarchiv Freiburg, A 44/247 (Reparaturmaßnahmen am Pfarrhof und an der Pfarrkirche zu Jechtingen 1602-1720), A 44/251 Kopie der Inkorporationsurkunde der Pfarrei Jechtingen, A44/256 (Bau- und Reparaturmaßnahmen an der Pfarrkirche 17 62-1 793 ), A 44/261 (Neubau eines Pfarrhauses zu Jechtingen 1781-1790), A44/278 (Kauf eines Damasthimmels für die Kirche zu Jechtingen durch den Vogt), Mitteilungen aus dem Pfarrarchiv Sasbach a. K. durch Pfarrer Thorsten F. Weil. Badische Biographien, V. Teil: 1891 bis 1901, Kap. ,,Franz Baer“, Heidelberg 1906, o. S. Brommer, Hermann, Schlettstadter Bildhauer des 18. Jahrhunderts, in: Annuaire de la Societe des Amis de la Bibliotheque de Selestat XXIV, 1974, S.

108

33-35. Ders., Tiroler Barockkünstler und Bauleute in Freiburg i. Br., in: Badische Heimat 79/4, 1999, S. 832-853. Ders., Im Dienst der „Heiligen Kunst“ - Maler und Bildhauer im Erzbistum Freiburg zwischen 1805 und 1914 unter staatlichem Sparzwang und historistischer Festlegung, in: Geschichte der Erzdiözese Freiburg, Bd. 2, Freiburg 2010. Emmendingen- Der Kreis, Stuttgart 1981, Kunst und Geschichte, S. 168/169, S. 269/270. Freiburg-Amtliche Kreisbeschreibung II/1 - Die Gemeinden des Landkreises, Freiburg 1972, S. 526-529. Deutscher Glockenatlas, Bd. 4: Baden, München 1985, S. 278, Nr. 611-613. Hermann, Manfred, Die Bildhauersippe Hauser in Kirchzarten, Schlettstadt und Freiburg (1611-1842), Kap. IV „Das Werk des Anton Xaver Hauser“, AXH 11, in: Badische Heimat, Jg. 52, Heft 1/2 (Juni 1972), S. 61/62. Jechtingen a. K.,Ortsbuch, hrsg. v. Gerhard A. Auer i. A. der Gemeinde Sasbach a. K. 1992, (darin besonders:


Müller, Anneliese: Die Pfarrkirche). Jechtingen am Kaiserstuhl mit der Burg Sponeck in alter und neuer Zeit, Teil 1 1962 und Teil 2 1963, bearbeitet von Grün Reinhard, Schneider Josef, Weber Josef. Leonards, Lothar. Frühe Dorfkirchen des alemannischen Oberrheingebiets rechts des Rheins, Karlsruhe 1958, S. 132/133. Lieb, Norbert, Die Vorarlberger Barockbaumeister, 3. Aufl. München 1976, S. 93-95., Liste der Kulturdenkmale - Bau- und Kunstdenkmale des ehern. Kreises Freiburg, 1974, S. 162. Rainer, Ulrich, Die breisgauischen Pfarreien der Universität Freiburg i. Br., Archiv der Universität Freiburg, Inv. Nr. 1965/30 (Maschinenschrift). Rhomberg, HansPeter, Heilige und die Kunst des Heilens, Lindenberg i. Allg. 2008, S. 26/27. Sauer, Josef, Die kirchliche Kunst der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Baden, in: Freiburger Diözesanarchiv 30/1930, S. 6. Ders., Das Predigerkloster in Freiburg i. Br. und seine Kunst, in: Zeitschrift des

Freiburger Geschichtsvereins 38/1925, S. 129-131. Sommer, C., Madonnenfiguren vom Oberrhein, in: Oberrheinische Kunst 1/1925, S. 13ff. Turmurkunde 25. Feb. 1787, Turmurkunde 14. Okt. 1893, Chronik Pfarrer Paul Brutscher 1934-1956, Chronik Pfarrer Jakob Bendel 1960-1979, Pfarrer Dr. Herrmann Bockmühl, Pfarrer Thorsten F. Weil, Erzbistum Freiburg, Badische Zeitung, Wikipedia. Bildnachweis Antonia Eiche; Renate Dannecker; Christel Gerhart; Rita Helde; Wiltrud Gutmann; Gabi Burkhart; Stephan Eiche; Roland Vitt; Markus Kaupp-Herdick; Peter Sonntag; Johanna Ziser; Erwin Reiter, Haslach; Johannes Vogel; Holger Stiegeler Besonderer Dank dem Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, für die Überlassung von Texten und Bildern aus dem Kunstführer „Die Kirchen und die Litzelbergkapelle in Sasbach a. K.“

109


Nachwort Diese Festschrift zur 250-jährigen Weihe der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian entstand spontan und wurde in relativ kurzer Zeit in die Tat umgesetzt. Etwaige Fehler – trotz sehr zeitaufwendiger intensiver und sorgfältiger Nachforschungen in Schriften und Archiven – sind bitte zu entschuldigen. Besonderer Dank gilt Peter Sonntag, Jechtingen, der zur Entstehung dieser Jubiläumsschrift den wesentlichen Beitrag zum Inhalt geleistet hat. Er hat mit seiner fachlichen Erarbeitung in kurzer Zeit Erstaunliches geleistet. Ein herzliches Vergelts Gott d ­ afür. Ein besonderer Dank gilt auch unserem ehemaligen Pfarrer, Herrn Domkapitular Thorsten Weil, für seine wertvolle spontane Mithilfe und Beratung. Ebenso sei Herrn Dipl. Archivar Herrn Uwe Fahrer, Breisach für seine fachliche Mithilfe und B ­ eratung­ gedankt. Allen anderen Helfern, vor allen unserem jetzigen Pfarrer Bernhard Schneider, welche zum Gelingen dieses Jubiläums und dieser Festschrift mitgewirkt haben, sei ebenso herzlich gedankt. Was wäre ein fertiges Werk ohne Korrekturleser? Allen die ihre wertvolle Zeit hierfür geopfert haben, großen Dank und Anerkennung. Den Inserentinnen und Inserenten, welche durch ihre Beiträge die Finanzierung dieser Festschrift ermöglicht haben, gilt ein großes Dankeschön. Ein besonderer Dank gilt den beiden Hauptsonsoren Amann und Belle, ebenso sei der Rebveredlung Gass-Helde für die Geldspende gedankt In dieser Festschrift sind nur die wichtigsten größeren Baumaßnahmen aufgeführt. Viele kleinere, jedoch nicht weniger wichtige Maßnahmen und hochinteressante Begeben­heiten wären noch zu nennen. Jedes Detail aufzuführen hätte jedoch den ­Rahmen gesprengt. So wurde beispielsweise die ehemalige St. Oswaldskapelle im ­Gewann Kapellen­acker nicht eigens erwähnt. Zu diesem Thema und vielen anderen steht mehr in den Chroniken von 1962 Teil 1 und 1963 Teil 2 sowie im Heimatbuch „Jechtingen am Kaiserstuhl von 1992“.

110


Während der Recherchen zu dieser Festschrift wurde deutlich spürbar, welch kostbares Erbe uns von unseren Vorfahren durch die Pfarrkirche hinterlassen wurde. Mit viel ­Einsatz und unter großen Mühen und großen Opfern war ihnen der Bau und Erhalt dieses Gotteshauses selbst in schweren Zeiten wichtig. Dieses Haus wurde ausschließlich zur Ehre ­Gottes und IHM zum Dank erbaut. Man spürt förmlich welche zentrale Bedeutung die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium für unsere Vorfahren hatten und für Jechtingen nicht zuletzt als Weinbaugemeinde haben muss: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die ­Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ Joh. 15, 5. Daher sollte es auch uns und den nachfolgenden Generationen ein echtes Anliegen sein, unsere Pfarrkirche in erster Linie nicht als Kulturgut, sondern als Ort der Feier des ­Heiligen Messopfers und des Gebetes zu sehen, zu nutzen und zu erhalten. Nur dann bleibt es das was es war und ist:

Ein …

Himmels werk

GESTERN · HEUTE · MORGEN

Christel Gerhart im Juli 2015

111


Schwörer

79346 Endingen • Maria-Theresia-Str. 3 • Tel.: 07642 9209-0 79235 Oberrotweil • Eichbergstraße 4 • Tel.: 07662 94706-0

Schmidt • Möbelschreinerei • Möbelrestauration • Türen • Reparaturen Guido Schmidt · Schreinermeister Emil-Gött-Straße 3 · 79361 Sasbach-Jechtingen Telefon 07662/1679 · Fax 07662/947859 112


Herausgeber: Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damian Jechtingen Redaktion: Peter Sonntag und Christel Gerhart Konzept: Andreas Kiesewetter, Freiburg Gestaltung und Produktion: Holger Stiegeler, www.systemtypo.de


Pfarrbüro Sasbach Telefon 07642 1445

CHRONIK ZUM 250-JÄHRIGEN JUBILÄUM · PFARRKIRCHE ST. COSMAS UND DAMIAN JECHTINGEN · 1765–2015

Gottesdienst siehe aktuellen Pfarrbrief

Himmels werk

GESTERN · HEUTE · MORGEN

Spenden, zum Erhalt unserer schönen Kirche und für die Gemeindearbeit. Wir sagen herzlich „Vergelts Gott“! Raiffeisenbank Kaiserstuhl IBAN DE81 6806 3479 0027 7141 10 Ausschnitt Kirchenfenster

Schutzgebühr: 4,50 Euro

CHRONIK ZUM 250-JÄHRIGEN JUBILÄUM PFARRKIRCHE ST. COSMAS UND DAMIAN JECHTINGEN 1765 –2015

Chronik 250jahre pfarrkirche inhalt neu  
Chronik 250jahre pfarrkirche inhalt neu  
Advertisement