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Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Wesel e.V.

Konkret 34

Geschäftsbericht 2007 – 2010


Bericht Vorstand Bericht Geschäftsführung

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Referat Kinderund Jugendpolitik

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Referat Familienpolitik

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Überblick 2007 – 2010

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Referat Altenpolitik

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Referat Arbeitsmarktund Gesundheitspolitik

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Ehrenamt

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Referat Finanzen und Personal

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Guten Tag, liebe Freundinnen und Freunde, nun halten Sie unseren aktuellen Geschäftsbericht für die Jahre 2007 bis 2010 in den Händen. Wie vor vier Jahren haben wir uns dazu entschieden, diese Form der Berichterstattung zu wählen. Dieser Bericht dient gleichzeitig dazu, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Verwaltungen und Kommunen im Kreis Wesel über unsere Arbeit zu informieren. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gab es in den vergangenen Jahren einige Veränderungen. Um unser Erscheinungsbild zu verbessern und unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, haben wir «AWO Konkret» zu einer echten Zeitschrift entwickelt. Sie erscheint viermal im Jahr und wird an Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschickt. Darüber hinaus stellen wir Mandatsträgern und Verwaltungen Exemplare zur Verfügung, damit sie sich über unsere aktuelle Arbeit im Haupt- und Ehrenamt informieren können. Auch das Erscheinungsbild unserer Internetseite wurde im Jahre 2009 auf den neuesten Stand gebracht und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Da wir im Geschäftsbericht nicht alle einzelnen Entwicklungen in unseren Einrichtungen und unseren Ortsvereinen dokumentieren können, konzentrieren wir uns auf wenige Punkte. An dieser Stelle können wir nur ein Projekt herausheben. In Zusammenarbeit mit den anderen Wohlfahrtsverbänden, die in Moers tätig sind, haben wir im vergangenen Jahr aus Anlass des europäischen Jahres gegen Armut und Ausgrenzung in Trägerschaft des AWO Kreisverbandes in der Innenstadt einen Secondhand-Laden für Kinderkleidung und Spielzeug einrichten können. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass zur offiziellen Eröffnung die jetzige Ministerpräsidentin unseres Landes, Hannelore Kraft, zu Besuch kam und unsere Arbeit entsprechend gewürdigt hat. Nach nunmehr einem Jahr Betrieb können wir sagen, dass unsere Erwartungen im vollem Umfang erfüllt wurden. Wir erreichen gerade junge Familien mit Kindern, die in unserer Einrichtung herzlich willkommen sind. Die Bereitschaft der Bevölkerung, uns kostenlos gebrauchte Spielsachen und Kinderkleidung sowie Kinderfahrräder zur Verfügung zu stellen, ist ungebrochen. Dafür herzlichen Dank! Erwähnenswert ist auch die Entscheidung des AWO Kreisverbandes, sich im Rahmen der Entwicklungshilfe in konkreten Projekten in Mali zu engagieren. Dabei geht es um die Finanzierung von Wasserbrunnen, mit denen örtliche Gemeinschaften in die Lage versetzt werden, Felder zu bewirtschaften, um die Ernährungslage vor Ort zu verbessern. Diese Projekte werden qualifiziert begleitet durch die „Mali-Hilfe“ mit Sitz in Nürnberg, die mit uns in regem Kontakt steht und regelmäßig über die Arbeit berichtet. Die folgenden Seiten spiegeln die Arbeit von mehr als tausend haupt- und ehren­ amtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wider. Sie zeigen: Engagement lohnt sich!

Impressum Herausgeber: AWO Kreisverband Wesel e.V. Rheinberger Str. 196, 47445 Moers Telefon (028 41) 94 21-0 Internet www.awo-kv-wesel.de Fotos: AWO-Archiv, Heike Kaldenhoff, KLXM Crossmedia, fotolia.com, photocase.com Redaktion: Christoph Mulitze, Achim Müntel Gestaltung und Produktion: KLXM Crossmedia

Lassen Sie uns gemeinsam frohen Mutes in die Zukunft schauen. Moers, im Mai 2011 AWO Kreisverband Wesel e.V.

Jochen Gottke Vorsitzender

Bernhard Scheid Geschäftsführer

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Bericht Vorstand Bericht Geschäftsführung

Liebe Freundinnen, liebe Freunde! Am 2. Juli 2011 geht wieder eine vierjährige Amtszeit des AWO Kreisvorstands zu Ende. Nach 1999, 2003 und 2007 ist das für mich zum vierten Mal der Anlass, Rechenschaft über die Arbeit abzulegen, die in dieser Zeit geleistet wurde. Vorstand und ­Geschäftsführung machen dies traditionell über diesen Geschäftsbericht.

Jochen Gottke Vorsitzender des ­ AWO Kreisverbandes Wesel e.V. Telefon: (02841) 94 21-0

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Neben umfangreichen und beigefügten Zahlenreihen und Berichten aus den mehr als 120 Einrichtungen des AWO Kreisverbands, die der Kreisvorstand in 42 Sitzungen begleitet hat, nutze ich die Gelegenheit des Vorwortes, ein wenig über die verbandspolitische Arbeit zu berichten. Auch im Berichtszeitraum 2007 bis 2010 ist es uns gelungen, die Finanzierung für den Betrieb unseres Ehrenamts- und Ortsvereinsbüros sicher zu stellen. Mit Evi Mahnke als kompetente Ansprechpartnerin für alle Belange der 15 Ortsvereine, konnte in vielen Fällen geholfen, Fragen geklärt und die wichtigen Kontakte zu den Ortsvereinen erhalten werden. Über unsere vierteljährlich stattfindenden und gut besuchten OV-Stammtische im gesamten Kreisgebiet wird dieser Kontakt noch verstärkt. Inzwischen ist die vierteljährlich erscheinende Publikation „AWO Konkret“ zur festen Informationsgröße im Kreisverband der AWO geworden und zu einer richtigen Mitgliederzeitung herangewachsen. Im Jahr 2008 haben wir außerdem im Rahmen einer zweitägigen Ortsvereinstagung eine Qualitätsoffensive im Bereich der ehrenamtlichen OV-Begegnungsstätten vereinbart. In der Folge wurde über entsprechende Fortbildungsmaßnahmen und die Installation von inzwischen elf Service-Points (internetfähige, einfach zu bedienende Computer) in Begegnungsstätten eine Aufwertung der ehrenamtlichen Seniorenarbeit vor Ort erreicht.

Es hat fast schon Tradition, dass wir in der Vergangenheit jeweils ein Mal in der vierjährigen Wahlzeit des AWO Kreisvorstandes mit einer „etwas anderen“ Aktion den Verband beleben und die Mitgliederzahlen erhalten wollen, auch wenn die Hauptarbeit und die Verantwortung der Mitgliederwerbung und -betreuung bei den Ortsvereinen liegt. So hat der Kreisverband mit den Aktionen im Jahre 2000 (4+1 Programm zur Stärkung der ehrenamtlichen Arbeit), der klassischen Mitgliederwerbeaktion im Jahre 2003 sowie der 2006-er Aktion (Einbindung hauptamtlicher Strukturen) dazu beigetragen, den demografisch und gesellschaftlich bedingten allgemeinen Trend abnehmender Mitgliedszahlen in Vereinen und Verbänden zu verlangsamen. Auch in diesem Jahr gibt es eine „etwas andere“ Image-Kampagne, die wir gemeinsam mit allen Ortsvereinen in einer zweitägigen OV-Klausur Anfang 2011 entwickelt haben, um den Verband attraktiv zu halten und neue Mitglieder zu werben. Unter dem Titel „Herz hat Vorfahrt“ startete diese auf ein Jahr angelegte Kampagne im Frühjahr 2011. Ich bin mir sicher, dass wir alle (ehrenamtliche und hauptberufliche AWO-Akteure) auch in der kommenden Vorstandsperiode gut zusammenarbeiten werden und somit auch zukünftig die Basis für eine starke ­Arbeiterwohlfahrt am Niederrhein bilden. Jochen Gottke Vorsitzender


Liebe Freundinnen und Freunde, ich möchte den Geschäftsbericht dazu nutzen, eine aktuelle Bestandsaufnahme über die allgemeinen Bedingungen der sozialen Arbeit vorzunehmen. Wir mussten in den vergangenen Jahren leider feststellen, dass die finanziellen Rahmenbedingungen des Staates auf allen seinen Ebenen, insbesondere in den Kommunen, schlechter werden. Viele Städte im Kreis Wesel sind längst nicht mehr in der Lage, ihre laufenden Kosten mit den zur Verfügung stehenden Einnahmen zu decken. Dies verleitet Verwaltungen und Kommunalpolitiker leider schnell dazu, „freiwillige“ Leistungen im Jugend-, Sozial- und Gesundheitsbereich zur Disposition zu stellen. Etats werden zum Teil seit Jahren eingefroren, Zuschüsse gekürzt, was auch bei uns nicht ohne Auswirkungen bleibt. Die Ursache dafür ist eine völlig unzureichende Finanzausstattung der Kommunen. Wir unterstützen deshalb die Forderungen der kommunalen Interessenvertretungen an das Land und den Bund, für eine entsprechende Finanzierung zu sorgen, damit die Kommunen ihren Aufgaben vor Ort nachkommen können und nicht weitere Kürzungen im Sozial- und Jugendbereich, von Sportstätten, Schwimmbädern und Kultureinrichtungen vorgenommen werden. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Höhe des Arbeitslosengeldes kam es ja zu einer heftigen politischen Auseinandersetzung. Im Februar dieses Jahres konnten sich die großen Parteien im Bundesrat und im Bundestag auf einen Kompromiss verständigen, der neben einer kleinen Erhöhung der Bezüge für Arbeitslose die Einführung eines Kinder- und Jugendbildungspakets vorsieht, mit dem sichergestellt werden soll, dass sich künftig zusätzlich 3.000 Schulsozialarbeiter um Kinder und Jugendliche an Schulen in sozialen Brennpunkten kümmern und bedürftige Kinder ein kostenloses Mittagessen in Schulen,

Kitas und Horten erhalten. Auch wenn wir die Erhöhung des Arbeitslosengeldes für noch nicht ausreichend halten, geht das „Paket“ nach Auffassung auch des AWO Kreisverbands in die richtige Richtung. Wir begrüßen auch, dass diese Hilfen über die Kommunen sichergestellt werden sollen. Hierfür werden die Kommunen, beginnend ab dem nächsten Jahr, um vier Milliarden Euro entlastet. Die Kosten der Grundsicherung werden dann nämlich durch den Bund übernommen. Dies führt zu deutlichen Entlastungen in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr im Etat des Kreises Wesel. Damit besteht Spielraum, weitere Kürzungen in den Sozialetats zu vermeiden. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Ortsvereinen und auch in unseren Einrichtungen für ihre unverzichtbare geleistete Arbeit. Ohne diese wäre die AWO in vielen Bereichen gar nicht denkbar. Mein Dank geht aber auch an unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen und Diensten, die in den vergangenen Jahren wieder eine qualifizierte, fachlich gute Arbeit unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen geleistet haben, sowie allen, die uns konstruktiv begleitet und unterstützt haben. Dies gilt gerade für unsere Partner im Spektrum der Wohlfahrtsverbände im Kreis Wesel sowie den engagierten Mitstreitern in den Städten und Gemeinden. Ich wünsche mir, dass auch künftig die konstruktive Zusammenarbeit fortgesetzt werden kann.

Bernhard Scheid Geschäftsführer des ­ AWO Kreisverbandes Wesel e.V. Telefon: (028 41) 94 21-0

Freundschaft Bernhard Scheid Geschäftsführer

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Referat Kinder- und Jugendpolitik

„Hilfe aus einer Hand“ Vor zweieinhalb Jahren hat die AWO in ­Dinslaken ein Erziehungshilfe- und Beratungszentrum ­gebaut. In diesem Haus sind ambulante, teil­ stationäre und stationäre Jugendhilfeangebote ­untergebracht und miteinander vernetzt.

Birgit Abraham Stellv. Geschäftsführerin des ­ AWO Kreisverbandes Wesel e.V. Referatsleitung Kinder- und ­Jugendpolitik Telefon (02841) 94 21-19

Arnd Koukal Abteilungsleitung Ambulante, Teilstationäre und Stationäre Hilfen zur Erziehung Telefon (02064) 62 18-10

Das AWO Erziehungs- und ­Beratungszentrum an der ­Alleestraße 2 in Dinslaken.

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Die Beratungs- und Betreuungsangebote richten sich an Kinder, Jugendliche und deren familiäres Umfeld. Langzeitarbeitslosigkeit, wachsender Druck am Arbeitsplatz, berufliche und materielle Unsicherheit beeinflussen, neben anderen ungünstigen Faktoren, zunehmend die Lebensumstände in den Familien. Zugleich hat sich die Anforderung an Erziehung in den vergangenen 20 Jahren verändert: Als ein Beispiel sei nur das große und unübersichtliche Medienangebot genannt, mit dem die Heranwachsenden tagtäglich konfrontiert werden.

Das Angebot in Dinslaken beinhaltet ambulante erzieherische Hilfen, eine sozialpädagogische Tagesgruppe, eine stationäre Wohngruppe und eine Fachberatung für die Erziehung in Familien – „alles aus einer Hand“. Die Hilfen unterstützen und ergänzen sich, können aber auch losgelöst voneinander angefragt werden. Die Sozialpädagogen betreuen im Auftrag des Jugendamts Familien mit Erziehungsschwierigkeiten und versuchen, gemeinsam mit der Familie die Probleme zu lösen. „Wir erleben sehr oft, dass Kinder aufwachsen, aber nicht erzogen


werden“, sagt Birgit Abraham, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin des Referats Kinder- und Jugendpolitik. Anschließend wird gemeinsam beraten, ob und welche Hilfsgebote an die Familien gerichtet werden. Die sozialpädagogische Tagesgruppe basiert auf Freiwilligkeit: Das Angebot unterstützt überforderte Eltern und wird vom Jugendamt auf Antrag der Eltern bewilligt. Zeitlich begrenzt, werden die Probleme der elf bis 15 Jahre alten Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den familiären Bezugspersonen aufgearbeitet und pädagogisch begleitet. Zudem bieten wir dort Hausaufgabenhilfe an. „Die Eltern müssen sich zu regelmäßigen Erziehungsgesprächen verpflichten“, so Birgit Abraham. Ziel der sozialpädagogischen Tagesgruppe ist es, das familiäre Bezugssystem zu stärken. Oft ist es allerdings die Vorstufe zur stationären Wohngruppe. Auch die Unterbringung in dieser Wohngruppe ist eine freiwillige Hilfe: Die Eltern haben in

aller Regel das Sorgerecht und müssen mit dem Aufenthalt in der Wohngruppe einverstanden sein. Für die jungen Bewohner gilt es, eine weitere Lebensperspektive zu entwickeln. Dabei werden die Eltern einbezogen. Die Kinder und Jugendlichen finden in der Wohngruppe das, was ihnen zu Hause fehlt: Ruhe und Geborgenheit, Aufarbeitung von Defiziten, Entwicklung sozialer Kompetenzen, schulische Förderung, Freizeitgestaltung und Verselbstständigung. Das pädagogische Ziel ist die Rückkehr in die Familie. „Wir fördern den regelmäßigen Kontakt zum Elternhaus. Die stationäre Wohngruppe ist nicht langfristig angelegt“, sagt Arnd Koukal, Abteilungsleiter für ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen zur Erziehung. Die Wohngruppe in Dinslaken ist für zehn Kinder gedacht, vornehmlich im Alter von acht bis 14 Jahren. Zusätzlich bietet sie einen Notaufnahmeplatz.

Referat Kinder- und Jugendpolitik Abteilung: Kindertagesstätten und Offene Ganztagsschulen · Fachberatung Tageseinrichtungen für Kinder · 20 Kindertagesstätten · Offene Ganztagsschulen · 7 Familienzentren Abteilung: Ambulante, Teilstationäre und Stationäre Hilfen zur Erziehung · Erziehungs- und Beratungszentrum · Familienerziehung · 2 Jugendwohngemeinschaften · Betreutes Wohnen · 3 Heilpädagogische Tagesgruppen · 2 Sozialpädagogische Tagesgruppen · Flexible erzieherische Hilfen · Sozialpädagogische Familienhilfen · Erziehungsbeistandschaften · Soziale Gruppenarbeit · Unterstützende Förderung von ­Kindern in den Familien · Projekt Startchancen

Erziehung in Familien Für jüngere Kinder, in der Regel im Alter von zwei bis zwölf Jahren, mit besonders schwierigen Problemen gibt es die Möglichkeit, in sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften zu wohnen. Diese Kinder sind durch Ereignisse in der Familie oft traumatisiert. Die Hilfe ist langfristig angelegt, eine Rückkehr in die ursprüngliche Familie ist in der Regel ausgeschlossen. Der Kontakt zu den Eltern wird in dieser Hilfeform individuell geregelt. In den Familien, in denen die Kinder leben, weist mindestens ein Teil erzieherische Fachkenntnisse auf, ist also beispielsweise ausgebildeter Sozialpädagoge, Sozialarbeiter oder Päda-

goge. Die Kinder erhalten in der neuen Familie vorrangig verlässliche emotionale Bindungen. In familiärer Geborgenheit werden die Kinder individuell gefördert und auf ein späteres selbstständiges Leben vorbereitet. Die erzieherische Fachkompetenz in der Familie und das externe AWO-Beratungsteam gewährleisten eine kontinuierliche pädagogische Begleitung; gemeinsam mit den Kindern werden die vorhandenen Probleme und Defizite fachlich und angemessen aufgearbeitet. Kreisweit gibt es derzeit 40 Kinder, die in insgesamt 30 Familien untergebracht sind.

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Referat Familienpolitik

Erziehung begleiten „Unser Schwerpunkt ist, gesetzlich festgelegt, die Eltern- und ­Familien­bildung. Wir begleiten die Erziehung“, sagt Regelind Holzwarth, ­Abteilungsleiterin Familienpolitik, über die LotteLemke-Familienbildungsstätte. Die AWO will mit ihren Angeboten verstärkt auch Zuwanderer- und bildungsferne Familien erreichen.

Regelind Holzwarth Abteilungsleitung Familienpolitik ­ Telefon: (02841) 94 21-53

Für dieses Ziel werden seit ungefähr vier Jahren die Kursleiter speziell geschult. Familien mit Migrationshintergrund und bildungsferne Familien brauchen eine besondere, eine direkte Ansprache. „Diese Zielgruppen haben erfahrungsgemäß eine hohe Hemmschwelle, einen Kursus oder eine Gruppe zu besuchen“, sagt Regelind Holzwarth. Für ausländische Frauen werden zum Beispiel Deutsch-Sprachkurse, ein interkultureller Müttertisch und – ganz gezielt für türkische und deutsche

Frauen – ein Gesprächskreis angeboten. Regelind Holzwarth: „Unser Anliegen ist, auch andere Hilfsangebote aufzuzeigen, die Menschen dauerhaft miteinander zu vernetzen und sie zu animieren, auch mal rauszugehen, etwa in eine Bibliothek.“ Die Lotte-Lemke-Familienbildungsstätte spricht darüber hinaus alle Gruppen und Schichten der Gesellschaft an. Die Kursangebote richten sich an Familien, Paare, (werdende) Eltern, Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche, aus-

Wer war Lotte Lemke? Meike Nienhaus Leiterin der L­ otte-LemkeFamilienbildungsstätte Telefon (0281) 338 95 31 Aktuelles Programmheft:

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Lotte Lemke wurde am 28. Januar 1903 in Königsberg/Preußen als Tochter eines Tischlermeisters geboren; ihre Mutter verstarb schon früh. Ab 1922 arbeitete sie bei der Hauptwohlfahrtsstelle für Ostpreußen und kam dort mit der Arbeiterwohlfahrt in Kontakt. Diese gewährte ihr ein Stipendium, das ihr eine Zusatzausbildung an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin ermöglichte, die sie mit der staatlichen Anerkennung als Fürsorgerin 1926 abschloss. 1929 gewann Marie Juchacz, Gründerin und damalige Vorsitzende der AWO, sie als stellvertretende Geschäftsführerin für den Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt. 1933 wurde die Arbeiterwohlfahrt von den Nationalsozialisten aufgelöst.

Gemeinsam mit anderen bildete sie eine Widerstandsgruppe und war zeitweilig inhaftiert. Nach Kriegsende betrieb Lotte Lemke mit viel Energie und Leidenschaft den Wiederaufbau der AWO. 1953 wurde Lotte Lemke zur stellvertretenden AWO Vorsitzenden gewählt. Von 1965 bis 1971 war sie Vorsitzende des Verbandes, seit 1971 Ehrenvorsitzende. Lotte Lemke starb am 19. April 1988 im Alter von 85 Jahren. Foto: AWO Bezirkverband Westliches Westfalen e.V.


ländische Mitbürger, Senioren und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. „Wir wollen Familien in allen Lebenslagen und bei allen Aufgaben unterstützen und Menschen aller Altersgruppen und Schichten erreichen“, so Regelind Holzwarth. Ein zunehmend wichtiger Aspekt ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das spiegelt sich im Programm wider: Es gibt unter anderem vermehrt gezielte Angebote für Frauen, die nach der Familienphase wieder in den Beruf zurückkehren. Gruppen, in denen Kinder allein betreut werden, werden häufiger nachgefragt. Auch der Trend zum Gesundheitsbewusstsein findet seinen Niederschlag in diversen Fitness- und Gesundheitsangeboten. Eine andere gesellschaftliche Entwicklung hat in den vergangenen Jahren auch den Kreis Wesel erfasst: Es gibt deutlich mehr bunte Familien – also schwule oder lesbische Paare mit Kindern oder mit

Kinderwunsch. Angebote für sogenannte Regenbogenfamilien und solche, die eine werden wollen, haben auf Wunsch interessierter Bürgerinnen und Bürger zugenommen. Und auch für diese Veranstaltungen gilt: Sie bieten einen geschützten Raum für Austausch, Kennenlernen und dauerhafte Vernetzung. Grundsätzlich sollen alle Angebote Kenntnisse vermitteln und praktische Hilfen zur Alltagsbewältigung geben, Lernbereitschaft wecken und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichen, Lösungsstrategien bei Konflikten innerhalb der Familie zu entwickeln. Speziell für Eltern gibt es Kompetenzkurse, Eltern-Kind-Kurse und Spielkreise. Die meisten Kurse finden in Wesel statt, aber die Familienbildungsstätte arbeitet auch mit vielen AWO-Ortsvereinen in Alpen, Dinslaken, Hamminkeln, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Sonsbeck und Xanten zusammen.

Referat Familienpolitik Koordinierungsstelle Ehrenamt Abteilung: Familienpolitik Familienbildungsstätte Beratung · 4 Beratungsstellen für Schwangerschaft und Sexualität · Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt · Beratungsstelle Paare und Familien Migranten · Migrationsfachdienst/Integrationsagentur · Internationales Bürgerzentrum Flüchtlingsberatung Offene Kinder- und Jugendarbeit · 4 Jugendzentren · 2 Spielstuben, Streetwork Jugendgerichtshilfe Junges Wohnen in Moers Fachberatung für AWO Betreuungs­ verein und Jugendheime Moers e.V.

Asbär Offene Einrichtungen in der Kinderarbeit gibt es kreisweit nur in Moers. Der Asbär in Asberg ist so eine offene Einrichtung für Sechs- bis 14-Jährige, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern vielfältige Möglichkeiten zur sinnvollen und pädagogisch betreuten Freizeitgestaltung zu geben. Rund 25 bis 30 Kinder nehmen das Angebot jeden Tag an. Montags bis freitags ist der Asbär von 14 bis 18 Uhr geöffnet, dazu 14-tägig auch samstags. Mittags bekommen die Kinder zu essen, anschließend wird ihnen Hausaufgabenhilfe angeboten. Das weitere Programm ist gezielt zusammengestellt: Es reicht von gemeinsamem Kochen und Backen über Sportangebote, Spiele, einer Theatergruppe, einer Fahrradwerkstatt und Computerkursen bis zu Filmnachmittagen, Ausflügen

Claudia Deselaers leitet die offene Einrichtung für Kinder in Asberg. und einer regelmäßigen Jugend-Disco. Angeschlossen ist das Internetcafé „Asbär online“, wo die Jugendlichen im Netz surfen können. Die Betreuung erfolgt durch Sozial- und Diplompädagoginnen und wird zusätzlich durch Honorarkräfte unterstützt.

Eine besondere Herausforderung steht in diesem Jahr bevor: In unmittelbarer Nachbarschaft werden neue Asylbewerber erwartet. Mit den Kindern und Jugendlichen, die dazu stoßen werden, wird es nicht nur Sprach- und kulturelle Barrieren geben. Viele der Flüchtlinge haben Traumata zu verarbeiten, weshalb pädagogische und psychologische Hilfen im Asbär zunehmen werden. Das Angebot wird nicht nur Gruppen-, sondern auch Einzelbetreuungen bei Heranwachsenden mit besonders schweren Defiziten umfassen. Der Asbär ist alljährlich ein Stützpunkt der Tummelferien in Moers für etwa 130 Kinder in der ersten Hälfte der Sommerferien. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei das gemeinsame Zelten auf der Sportanlage des TV Asberg.

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Überblick 2007 – 2010

4 Jahre AWO Daten und Fakten aus vier Jahren Arbeiterwohlfahrt im Kreis.

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2007

2008

a Erstmalig erhält der AWO KV Wesel das QM-Tandem-Zertifikat für die ambulanten, teilstationären und stationären Hilfen zur Erziehung (Bild 1) a Zertifizierung des Bereichs Berufliche Rehabilitation – gemäß den Richtlinien der Bundesagentur für Arbeit a Standort Averdunkshof in Moers wird bezogen a Beginn der Berufsvorbereitung in Wesel a Start des Werkstattjahr in Wesel a 20-jähriges Jubiläum der Kita Teerstraße in Dinslaken a AWO Familienzentrum Xanten erhält Gütesiegel des Landes NRW a Eröffnung des AWO-Seniorenzentrums Essenberger Straße in Moers a Das AWO Seniorenzentrum in Dinslaken erhält den Namen „Kurt-Schumacher-Haus“ a Danke-Schön-Veranstaltung für Ehrenamtliche / Freiwillige in Moers und Voerde-Friedrichsfeld a Einstellung des Behindertenfahrdienstes a Erteilung des Gütesiegels / Zertifizierung Familienzentrum Kita HeinrichLensing-Straße in Xanten a 25-jähriges Jubiläum der Lotte-Lemke-Familienbildungsstätte in Wesel a Jubiläum Beratungsstelle Paare und Familien in Rheinberg a Jubiläum Kita Marktstraße in Moers

a Neuer Tarifvertrag TV AWO NRW löst den BMT AW II ab a Start des zweiten KV-QM-Projektes im Fachbereich „Arbeitsmarkpolitik“ a Beginn der integrativen Gruppe Kita Meisenstraße in Hamminkeln a Präsentation des Projektes „Sprungbrett“ im Kreishaus bei der Veranstaltung „Drei Jahre ARGE“ a 5. OV-Tagung in Wesel a Erweiterung der Hilfen für Suchtkranke Menschen: Wohnangebot „Talstr. Moers-Repelen“ a Beginn Berufsvorbereitung Wesel a Einführung KiBiZ (Wechsel GTK-KiBiz) a Fortbildungsreihe für die Leitungen der AWO Begegnungsstätten a Zertifizierung zum Familienzentrum Kita Copray in Sonsbeck und Kita Meisenstr. in Hamminkeln a 20-jähriges Jubiläum Frauenberatungsstelle Moers a 10-jähriges Jubiläum Kinder- und Jugendsozialzentrum Dorfschule a Durchführung des Qualifizierungskurs Demenzbetreuer – Modellhaft für die ARGE Kreis Wesel a Eröffnung des Sozialkaufhaus Stoffwechsel in Kamp-Lintfort a Tag der offenen Tür Kaiserring in Wesel a Bezug des Erziehungs- und Beratungszentrum Alleestraße in Dinslaken a Eröffnung Schlosscafé in Dinslaken für dementiell veränderte Menschen a Beginn der Aktion „Service-Points“


2009 a Aufgabe des Standortes Adlerstraße in Dinslaken (Erziehung in Familien), Umzug in das Erziehungs- und Beratungszentrum Dinslaken a Sozialpädagogische Tagesgruppe Dinslaken (ehemals Sterkrader Str.), Umzug in das Erziehungs- und Beratungszentrum in Dinslaken a Ambulante Hilfen zur Erziehung (ehemals Hünxer Str.), Umzug in das Erziehungs- und Beratungszentrum Dinslaken a Abgabe der Offenen Ganztagsschule in Kamp-Lintfort a Eröffnung der Tagespflegeeinrichtung in Moers a Zertifizierung zum Familienzentrum Kita Marktstr. in Moers, Kita Gathstr. in Rheinberg und Kita Teerstr. in Dinslaken a Übernahme der Altentagesstätte Boegenhofstraße in Kamp-Lintfort a Namensgebung „Johannes-RauHaus“ in Moers (Bild 2) a Beginn des neuen Angebotes „Unterstützte Beschäftigung“ an den Standorten Wesel, Bocholter Str. und Moers, Averdunkshof a Eröffnung Fahrradwerkstatt Dinslaken (Bild 3) a Tag der offenen Tür zum 21-jährigen Bestehen der Beratungsstelle für alleinstehende Wohnungslose in Dinslaken. Motto „AWO schafft Raum“ a Zertifizierung der Abteilung Arbeitsmarktpolitik durch die DQS (Bild 4) a Erwerb der Räume Hopfenstraße in Moers a Eröffnung der Wohnanlage Kurze Fohr 2 in Dinslaken

a Führungswechsel im Kurt-Schumacher-Haus, Christiane Holstein übernimmt die Leitung a Führungswechsel im Willy-BrandtHaus. Uwe Katzor übernimmt die Leitung a AWO gibt Gas und rüstet Dienstfahrzeuge zum Betanken mit Gas um. (Bild 5) a Eröffnung Café Augenblick (Demenzcafé) in Voerde

2010 a Start der Aktivierungshilfen für Jüngere in Dinslaken, Standort Bärenkampallee an der Trabrennbahn a Am Willy-Brandt-Haus wird ein Demenzgarten eröffnet a Grundsteinlegung Wohn- und Pflegezentrum, Julius-Leber-Str. in Wesel a Erweiterung des Angebotes ambulant betreutes Wohnen auf den Personenkreis psychisch beeinträchtigter Menschen a Vortrag zum Thema „Sucht im Alter“ beim OV Dinslaken/AG 60 plus a Namensgebung „Elisabeth-SelbertHaus in Voerde-Friedrichsfeld (Bild 6) a Seniorenbegegnungsstätte in VoerdeMöllen erhält eine elektrische Rollstuhlhebebühne und ermöglicht Rollstuhlfahrern den Zugang a Neue Räume Frauenberatung, Hopfenstraße in Moers a Eröffnung des Sozialkaufhaus Stoffwechsel in Moers (Bild 7) a AWO schult 30 freiwillige Demenzbegleiter in Dinslaken und Voerde (Bild 8) a Abriss des Gebäudes Ringstraße in Kamp-Lintfort

a Auftakt QM für den Gesamtverband a Erstzertifizierung nach dem QMTandem-Model der „Lotte-Lemke-Familienbildungsstätte“ a Abschlusspräsentation der Kunst­ gruppe des Regine-Hildebrandt-Haus, sowie Eröffnung der Ausstellung a Wechsel von Tagespflegegruppe zur kleinen altersgemischten Gruppe – Kita Altes Rathaus in Kamp-Lintfort a Zertifizierung zum Familienzentrum Kita Moerser Str. in Kamp-Lintfort a Erweiterung des Angebotes „Unterstützte Beschäftigung“ in Wesel, neuer Standort in Kamp-Lintfort, Moerser Str. 70 a Umzug der ReHa Kamp-Lintfort a Präsentation Unterstützte Beschäftigung auf der Tagung „Förderschule trifft Arbeitswelt“ - Kreis Wesel a Umzug der Jugendwohngruppe (ehemals Herderstr.) in die Bahnstraße Dinslaken a Jubiläumsfeier im Eurotec: „5 Jahre INISS“ (Bild 9)

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Referat Altenpolitik

Senioren als Tagesgäste Immer mehr Ältere und Pflegebedürftige haben den Wunsch, möglichst zu Hause von nahen Verwandten betreut zu werden. Unser Angebot der Tagespflege unterstützt pflegende Angehörige.

Horst Ingensand Referatsleitung Altenpolitik Telefon: (02841) 4810

Christiane Henkel Abteilungsleitung Teilstationäre, ­Ambulante und Offene Dienste Telefon: (02841) 48 11 43

Die AWO Tagespflege in Moers wird von Jennifer Wacker geleitet.

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Die Tagespflege ist eine teilstationäre Einrichtung, die ihre Dienste seit Sommer 2009 in Moers anbietet. Senioren und Pflegebedürftige, die zu Hause von Verwandten versorgt werden, werden tagsüber betreut. Die Räumlichkeiten befinden sich in der Elisabeth-SelbertStraße im Rheinkamper Ring, direkt neben dem Seniorenzentrum WillyBrandt-Haus, dem ambulanten Dienst im Sozialen Zentrum und dem Service Wohnen für Senioren. Das hat den Vorteil einer umfassenden Pflege-Infrastruktur. So kann auf Wunsch ein Fahrdienst die Gäste morgens abholen und nachmittags wieder nach Hause bringen. Der Hintergrund dieses Angebots ist, dass einerseits die Zahl der älteren Menschen zunimmt und andererseits Senioren und Pflegebedürftige gerne zu Hause von ihren Familienangehörigen versorgt werden möchten, so lange es möglich ist. Insbesondere bei dementiell veränderten Menschen ist das nicht unproblematisch, denn sie müssen ständig betreut werden. „Das ist eine große, dauerhafte körperliche und seelische Belastung für die Angehörigen, und oft führt die starke

Beanspruchung zu Spannungen innerhalb der Familie“, sagt Christiane Henkel, Abteilungsleitung Ambulante Dienste und Offene Altenhilfe. Das Angebot der Tagespflege entlastet die Angehörigen, weil die Pflegebedürftigen tagsüber gepflegt und betreut werden. Bei unseren liebevollen und fachlich kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Senioren in guten Händen, und die Angehörigen können sich in aller Ruhe auch mal um eigene Angelegenheiten kümmern: Behördengänge, Arztbesuche, Einkäufe. Oder einfach einem Hobby nachgehen und neue Kraft tanken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ausgebildete Pflegefachkräfte. Sie helfen bei der Körperpflege, bei der Nahrungsaufnahme und bei der Mobilisation. Ihre Erfahrung ermöglicht es, individuelle Ressourcen zu erkennen und zu fördern. Sie üben mit den Tagesgästen Dinge des alltäglichen Lebens, um Fertigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen. „Unsere Arbeit ist auf das Ziel ausgerichtet, die körperlichen und geistigen Abbauprozesse zu vermindern, so dass unsere Gäste ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können“, sagt Christiane Henkel.


Referat Altenpolitik

Große Namen für unsere Häuser Hoher Besuch am 26. Mai 2009 im AWOSeniorenzentrum in Moers-Mitte: Christina Rau, die Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, ist gekommen, weil das Haus nach ihrem verstorbenen Mann benannt werden soll. Frau Rau, extra für die Feier aus Berlin angereist, bedankte sich vor Mitarbeitern, Bewohnern sowie lokaler und überregionaler Prominenz mit einer launigen Rede. Anschließend enthüllte sie bei stürmischem Wind vor dem Eingang das Schild, auf dem der neue Name der Einrichtung steht: Johannes-Rau-Haus. „Es ist die erste Senioreneinrichtung in Deutschland, die den Namen des achten Präsidenten der Bundesrepublik tragen darf“, sagt der Referatsleiter Altenpolitik, Horst Ingensand. Es hat längst Tradition, dass die Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen ihre Einrichtungen nach verdienstvollen Frauen und Männern benennt. Im Kreisverband Wesel haben in den vergangenen Jahren zwei weitere Seniorenzentren Namen erhalten: Die Einrichtung in Dinslaken-Hiesfeld heißt seit August 2007 Kurt-Schumacher-Haus, benannt nach dem ersten SPD-Vorsitzenden der Bundesrepublik, der unter den National-

sozialisten fast zehn Jahre in Konzentrationslagern verbracht hatte. In Voerde-Friedrichsfeld bekam das Seniorenzentrum den Namen Elisabeth-Selbert-Haus. Mit Elisabeth Selbert haben wir eine Namensgeberin gefunden, die zu den vier Müttern des Grundgesetztes gehört und maßgeblich daran beteiligt ist, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau als Grundrecht in die Verfassung aufgenommen wurde. Ihr Enkel Axel Selbert, ein Rechtsanwalt aus Kassel, war bei der feierlichen Zeremonie am 30. April 2010 anwesend und erzählte zahlreiche Anekdoten über seine Großmutter, die viele Jahrzehnte bis zu ihrem Tod 1986 selbst Mitglied der AWO gewesen ist.

Abteilung: Stationäre Altenhilfe · Willy-Brandt-Haus Moers · Johannes-Rau-Haus Moers-Mitte · Kurt-Schumacher-Haus DinslakenHiesfeld · Elisabeth-Selbert-Haus VoerdeFriedrichsfeld Abteilung: Teilstationäre, Ambulante und Offene Dienste Soziales Zentrum Moers · Essen auf Rädern · Mobile Dienste · Pflegedienst · Tagespflege · Hausnotruf Soziales Zentrum Wesel · Essen auf Rädern · Mobile Dienste · Pflegedienst · Hausnotruf Offene Altenhilfe · 19 Seniorenbegegnungsstätten und weitere Treffpunkte · Servicewohnen für Senioren in Dinslaken, Moers und VoerdeFriedrichsfeld · Schloßcafé in Dinslaken · Café Augenblick in Voerde-Möllen

Foto oben: Johannes-Rau-Haus Foto unten: Elisabeth-SelbertHaus in Friedrichsfeld

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Referat Arbeitsmarktund Gesundheitspolitik

Begleitung in den Arbeitsmarkt Die Arbeitswelt stellt so hohe Ansprüche wie noch nie. Von den Arbeitnehmern werden gute Bildungsabschlüsse, geistige Flexibilität und ­lebenslanges Lernen erwartet. Für gering ­Qualifizierte hingegen gibt es auf dem ersten ­Arbeitsmarkt kaum noch Angebote.

Ulrike Weidemann Referatsleitung Arbeitsmarktund ­Gesundheitspolitik, Geschäftsführung der AWO PLUS am Niederrhein GmbH Telefon: (02841) 94 21-18

Möglichst viele Jugendliche nach den zwei Jahren fest unterzubringen – das ist das Ziel des Projekts „Unterstützte Beschäftigung“

Foto rechte Seite: Zur „Stoffwechsel“-Eröffnung kam auch Hannelore Kraft, mittlerweile NRW-Minister­präsidentin.

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Von dieser Entwicklung sind ganz besonders lernschwache Menschen, psychisch Erkrankte und körperlich Behinderte betroffen. Abgänger von Förderschulen bewegen sich in vielen Fällen in einer Grauzone: Sie sind für eine Werkstatt für Behinderte zu stark und für eine klassische Ausbildung zu schwach. Deshalb hat die AWO für diese jungen Menschen an den drei Standorten Moers, Wesel und Kamp-Lintfort ein Angebot entwickelt: „Unterstützte Beschäftigung“. Bis zu zwei Jahre lang wird jeder der zirka 30 Jugendlichen beim Eintritt in den Arbeitsmarkt begleitet. Dies erfolgt in zwei Teilen: An einem Tag in der Woche, einem Projekttag, werden den jungen Menschen Grundlagen

des Arbeitslebens vermittelt. „Morgens pünktlich und ordentlich zu erscheinen, ist für viele anfangs nicht selbstverständlich“, sagt Ulrike Weidemann, Referatsleiterin Arbeitsmarkt- und Gesundheits­ politik. An den anderen Tagen werden die Jugendlichen am Arbeitsplatz begleitet und angeleitet. Dafür gibt es sieben Sozialarbeiter, davon drei Mitarbeiter mit einer betrieblichen Erstausbildung, die entsprechende Betriebserfahrung mitbringen. „Wir arbeiten eng mit der hiesigen Wirtschaft zusammen, vor allem mit kleinen Handwerksbetrieben“, so Ulrike Weidemann. Zu den Betrieben, in denen die Lernschwachen in den Arbeitsmarkt geführt werden, gehören beispielswei-


se Tankstellen, Schlossereien, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Schreinereien und Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau. Am Anfang des Projekts steht ein detaillierter Check: In Gesprächen ermitteln die Sozialarbeiter, wo die speziellen Interessen der Jugendlichen liegen und welche Fähigkeiten sie mitbringen. Ulrike Weidemann: „Manchmal ist das nicht deckungsgleich. Dann müssen wir einen Kompromiss finden.“ Die AWO hat das Angebot „Unterstützte Beschäftigung“ auf der Fachtagung „Förderschule trifft Arbeitswelt“ am 28. September 2010 in Wesel vorgestellt, wo es mit großem Interesse aufgenommen wurde. Veranstalter der Tagung war der Kreis Wesel. „Unterstützte Beschäftigung“ startete im Juni 2009 und wird von den

Arbeitsagenturen im Kreis Wesel zunächst für drei Jahre finanziert. Den Betrieben entstehen keine Kosten – erst bei einer Übernahme des Jugendlichen in ein ordentliches Arbeitsverhältnis. Möglichst viele Jugendliche nach den zwei Jahren fest unterzubringen – das ist natürlich das Ziel des Projekts. Ein erstes Zwischenfazit ist positiv, bei zwei Teilnehmern ist die Integration in den Arbeitsmarkt bereits vorzeitig gelungen: Einer hat nun einen Job in einem Logistikbetrieb und einer in einer Gärtnerei. Allerdings kann das Projekt auch Klarheit in anderer Hinsicht bringen. Denn ein weiterer Teilnehmer erwies sich als zu schwach für den normalen Arbeitsmarkt: Er arbeitet jetzt in einer Werkstatt für Behinderte.

Gutes aus zweiter Hand „Stoffwechsel“ heißt der SecondhandLaden in der Moerser Innenstadt, den der AWO Kreisverband Wesel seit Anfang 2010 gemeinsam mit mehreren Wohlfahrtsverbänden betreibt. Im Angebot auf der mehr als 100 Quadratmeter großen Verkaufsfläche: Baby- und Kinderkleidung, Umstandsmode sowie Spielzeug, Kinderwagen und Räder für die Kleinsten – egal ob Dreiräder, Laufräder oder Kinderfahrräder.

Die gesamte Ware ist gespendet und in einem guten Zustand. Deshalb kann sie sehr günstig angeboten werden. „Wir sind keine Kleiderkammer, sondern eine Boutique“, sagt die „Stoffwechsel“-Leiterin Beate Achilles und bringt damit das Konzept auf den Punkt. Niemand muss Sozialhilfe beziehen, um im „Stoffwechsel“ einkaufen zu dürfen. Denn Menschen mit einem niedrigen Einkommen haben es meist schon schwer genug, und deshalb muss niemand nach-

Referat Arbeitsmarkt- und Gesundheitspolitik Abteilung: Arbeitsmarkt und ­Beschäftigung · Berufliche Rehabilitation Moers · Berufliche Eingliederung Wesel und Kamp-Lintfort · FAIR öffentliche Arbeitsgelegen­ heiten · Trainingsmaßnahmen · INISS Initiative Niederrhein Senior Service · Schulsozialarbeit · Sprungbrett Beratung und ­Qualifizierung für Jugendliche · Unterstützte Beschäftigung · Sozialkaufhaus „Stoffwechsel“ Abteilung: Gesundheitspolitik · Wohnen für chronisch Suchtkranke · Beratungsstelle alleinst. Wohnungslose · Wohngemeinschaft für ­Wohnungslose · Betreutes Wohnen Fachberatung für Elternselbsthilfe für Geistigbehinderte e.V. weisen, bedürftig zu sein. „Jeder kann kommen“, so Beate Achilles. Im „Stoffwechsel“ findet aber nicht nur ein Austausch auf der Bekleidungsebene statt: Dienstags und donnerstags bieten ehrenamtliche Mitarbeiter einen Wegweiser für die soziale Infrastruktur in Moers. Welche Stelle in der Stadt hilft bei Problemen und in bestimmten Lebenslagen? Beide Angebote – die Boutique und das niederschwellige Beratungsangebot – werden gut angenommen; der Spendenfluss an Kleidung reißt nicht ab. Zudem ist neben dem Laden die Schwangerschaftsberatungsstelle untergebracht. Darüber hinaus gibt es dort einen Raum, der als Schulungsund Besprechungsraum genutzt wird und Platz für 15 Personen bietet.

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Ehrenamt Qualitätsmanagement

Sorgen ums Ehrenamt Alle Vereine und Wohlfahrtsverbände ­beklagen, dass es schwierig ist, neue ehrenamtliche ­Mit­arbeiter zu gewinnen. Das trifft auch auf die AWO zu. Ein Interview mit Evi Mahnke, die für das ­Ehrenamt zuständig ist.

Evi Mahnke Koordinierungsstelle Ehrenamt und QM-Beauftragte des AWO Kreisverband Wesel e.V. Telefon: (02841) 94 21-22

Gruppenbild mit Motto: Ein Arbeitsergebnis der Ortsvereinstagung 2011

Was macht die Suche nach ehren­ amtlichen Mitarbeitern so schwierig? Früher war es relativ einfach, aus der Mitgliedschaft Menschen dafür zu gewinnen, sich in ihrem Ortsverein zu engagieren. Mitglied wurde man, weil der Vater und der Großvater, die Eltern oder die Großeltern schon in der AWO waren. Das ist vorbei. Die Gesellschaft hat sich pluralistisch entwickelt. Nur weil der Großvater in der AWO war, tritt heute niemand mehr ein. Die Mitgliederkartei ist keine unerschöpfliche Quelle mehr.

Wir zeigen die AWO im Kreis Wesel von A bis Z: Was bieten wir den Menschen? Die Ortsvereine sind eng eingebunden, eine Arbeitsgruppe des Kreisverstands hat die Kampagnenmodule entwickelt. Wir sind in diesem Jahr überall dabei, wo im Kreis Wesel viele Menschen zusammenkommen, etwa auf größeren Sportevents. Da zeigen wir unser Gesicht und präsentieren uns und unsere Angebote. Zudem fährt jeweils ein Niag-Bus links- und rechtsrheinisch ganzjährig mit AWO-Werbung.

Wie arbeitet die AWO gegen diesen Trend an? Auf verschiedene Weise, zum Beispiel mit Kampagnen. In diesem Jahr starten wir am 30. April eine Imagekampagne.

Was kann die AWO denn den ­Ehrenamtlern bieten? Kein Geld, das ist klar. Aber wir sagen beispielsweise alle zwei Jahre „danke“ mit einer zweitägigen Ortsvereinstagung

Herz hat Vorfahrt

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Wie kommen die Seniorenzentren an die Freiwilligen? Meistens auf direktem Wege, manchmal aber auch über die Freiwilligenzentralen. Davon gibt es zwei – eine in Moers und eine in Dinslaken. Freiwilligenzentralen sind entstanden durch ein Pilotprojekt des Landes NRW. Nachdem die Landesfinanzierung vor einigen Jahren ausgelaufen ist, werden die Freiwilligenzentralen getragen von einem Bündnis aller Wohlfahrtsverbände. In den Zentralen können sich Menschen melden, die etwas Sinnvolles mit ihrer Freizeit

In den Handbüchern ist dokumentiert, welche Dienstleistungen angeboten werden und welche Kernprozesse im Arbeitsalltag vereinheitlicht werden sollen. Die Handbücher enthalten sowohl festgelegte ISO-Normen als auch Qualitätsnormen, die der AWO-Bundesvorstand festgelegt hat. Der AWO Kreisverband legt darüber hinaus eigene Qualitätsstandards fest. Die Handbücher sind in drei Bereiche unterteilt: Die ersten beiden Teile sind allgemein gehalten und gelten für alle Einrichtungen. Am Anfang steht ein Wegweiser, der hilft, dass sich die Mitarbeiter im Handbuch zurechtfinden. In weiteren Kapiteln geht es unter anderem um AWO-Leitsätze, Führungsgrundsätze im Personalmanagement, Kosten- und

ch

01

AWO geprüfte

Qualität

rmen

Nachdem im Dezember 2006 das Qualitätsmanagement-System des Fachbereiches Ambulante, Teilstationäre und Stationäre Hilfen zur Erziehung des Referats Kinder- und Jugendpolitik und im Jahr 2009 der Fachbereich Arbeitsmarktpolitik erfolgreich zertifiziert worden war, wurde auch die Lotte-Lemke-Familienbildungsstätte mit einem Handbuch für Qualitätsmanagement ausgestattet und ebenfalls zertifiziert. Nun sollen nach und nach die anderen Einheiten des AWO Kreisverbands Wesel folgen: Bis zum Jahresende 2011 ist geplant, dass für alle Einrichtungen Handbücher erstellt sind. Das Ziel ist die Zertifizierung aller AWO-Fachbereiche im Kreisverband. Der AWO Kreisverband Wesel e.V. wird von der DQS zertifiziert.

15 AWO Ortsvereine Alpen, Dinslaken, HamminkelnRingenberg, Hünxe, Kamp-Lintfort, Moers, Moers-Kapellen, MoersRheinkamp, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Schermbeck, VoerdeFriedrichsfeld, Voerde-Möllen, Wesel, Xanten mit zurzeit mehr als 3.200 Mitgliedern und 200 Ehrenamtlichen.

No

Qualitätsmanagement für die gesamte AWO

Ehrenamt

zertifiz ie

Haben Einrichtungen wie etwa die Seniorenzentren, auch die Probleme, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden? Wir nennen das nicht Ehrenamt, sondern freiwillige soziale Arbeit. Die Seniorenzentren müssen im Moment kaum Werbung machen. Es gibt eine Reihe Menschen, die sich unentgeltlich engagieren wollen, weil sie zum Bei-

anfangen möchten, und sagen, was sie sich vorstellen. Die sozialen Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände hinterlassen ihrerseits die Information, was sie suchen. So werden Einrichtung und Freiwilliger zusammengebracht.

spiel etwas Sinnvolles mit ihrer Freizeit anfangen möchten oder eine Lebenskrise überstanden haben und nun ihr eigenes Leben wieder in die Hand nehmen wollen.

ISO 90rt na

in einem sehr schönen Hotel, zuletzt in Wesel. Dazu werden alle Ortsvereinsvorsitzenden eingeladen, und jeder kann noch ein weiteres Mitglied mitbringen. Der Kreisverband zahlt das Wochenende mit Übernachtung komplett. Es sind interessante interne und externe Referenten eingeladen, und die Ortsvereine können sich untereinander austauschen. Das ist immer ein nettes Beisammensein.

QM

Finanzmanagement, Sozialmarketing und das Qualitätscontrolling. Der dritte Teil schließlich ist fachbereichsbezogen. Er wird von jedem Fachbereich selbst ausgearbeitet. In regelmäßigen Abständen werden Qualitätsziele festgelegt und überprüft. „Natürlich gibt es immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die die standardisierten Arbeitsprozesse neu und ungewohnt sind“, sagt die QMBeauftragte Evi Mahnke. „Aber meistens stellen sie schnell fest, dass die vereinheitlichten Abläufe der Sicherheit dienen. Und große Veränderungen in den Prozessen gibt es ohnehin nicht: Wir haben ja immer schon gewissenhaft gearbeitet.“

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Referat Finanzen und Personal

Die Finanzen im Fokus Der AWO Kreisverband Wesel e.V. wächst ­weiter und hat inzwischen über 1.000 Beschäftigte. Mit ­zunehmenden Angeboten und steigender ­Mitarbeiterzahl werden die Anforderungen an das ­Referat Finanzen und Personal stetig größer. Ein Interview mit der Referatsleiterin Christa Kirchhoff.

Christa Kirchhoff Referatsleitung Finanzen und Personal Telefon: (02841) 94 21-31

Referat Finanzen und Personal Sachbereich: Finanzbuchhaltung · Finanzbuchhaltung ­Rechnungswesen · Zahlungsverkehr · Versicherungsfragen – ­Schadenabwicklung · Hausverwaltung / Mieterfragen · Spenden- und Beitragswesen · Mandantenbuchhaltung Sachbereich: Personalbuchhaltung · Personalverwaltung · Personalabrechnung · Personalsachbearbeitung Finanzbuchhaltung und Personalverwaltung für · Verein Elternselbsthilfe für Geistigbehinderte e.V. · Verein Jugendheime Moers e.V. · Verein für Vormundschaften und Betreuungen e.V. · AWO Plus GmbH · ASSAWO GmbH

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Wie viele Mitarbeiterinnen und Mit­ arbeiter beschäftigt das Referat ­Finanzen und Personal? Wir zählen im Moment 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Fünf davon – durchweg Kolleginnen – arbeiten in der Personalabteilung und 15 in der Finanzbuchhaltung. So wie der AWO Kreisverband wächst, wachsen auch unsere Abteilungen. Was ist die Aufgabe einer Personalerin bei der AWO? Sichtet sie Bewerbungs­ unterlagen und führt Einstellungs­ gespräche? Nein, das machen die Fachreferate. Ob ein Bewerber kompetent ist und die notwendigen Qualifikationen für eine offene Stelle mitbringt, kann dort am besten beurteilt werden. Bei uns ist die zentrale Personalbuchhaltung ansässig – mit Gehaltsauszahlung, Sozialversiche40 Mio. €

rung und der Zusatzversorgung. Bei uns wird auch die Personalakte geführt. Der größere der beiden Referats­bereiche ist die Finanzbuchhaltung. Was ­machen die Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeiter dort? Jede Rechnung geht bei uns über den Tisch und wird auch von hier bezahlt. Das Mahnwesen bis zum Mahnbescheid findet in der Finanzbuchhaltung statt, es werden die Bilanzen erstellt und alle Kassenabrechnungen vorgenommen. Zwei Mitarbeiterinnen überwachen anhand von Kontoauszügen täglich den Zahlungsverkehr. Eine Kollegin ist für Controlling zuständig: Kostenrechnung, -zuordnung und -verteilung werden ständig überprüft, die Budgets werden ausgewertet und Plan-Ist-Vergleiche vorgenommen. Dort werden auch monatlich die Abschreibungen erfasst und es

40385828 €

30 Mio. € 29350 047 € 20 Mio. €

10 Mio. €

Umsatzentwicklung

2006

2010


werden die damit zusammenhängenden Plausibilitätsprüfungen und Zuordnungskontrollen durchgeführt. Gehören Versicherungsangelegenheiten auch in Ihren Zuständigkeitsbereich? Ja, ein Kollege betreut unsere Versicherungsverträge. Seine Hauptaufgabe ist es, Schadenfälle aufzunehmen und weiterzubearbeiten. Alle Versicherungsänderungen werden ihm mitgeteilt, und er hat

natürlich auch immer ein Auge drauf. Zu den wichtigsten Versicherungen gehören zum Beispiel Haftpflicht-, Inhalt-, Gebäude-, Kfz-, Betriebsunterbrechungs-, Bauleistungs-, Rohgebäudefeuerversicherungen und alles rund um Reisen. Der AWO gehören auch zahlreiche ­Liegenschaften. Richtig, auch für diese sind wir zuständig. Von unserer Liegenschaftsverwal-

1000 800

1 017 MitarbeiterInnen

400 200 2006

Verbundene Unternehmen: AWO Plus am Niederrhein GmbH Geschäftsführerin: Ulrike Weidemann Anzahl der Beschäftigten: 51 ASSAWO Immobilien-VerwaltungsGmbH Geschäftsführerin: Christa Kirchhoff AWO Verein für Vormundschaften und Betreuungen e.V. Vereinsvorsitzender: Bernhard Scheid Anzahl der Beschäftigten: 19

817 MitarbeiterInnen

600

Personalentwicklung

tung werden die Wohnungen und Mieter betreut. Das fängt bei der Akquisition an, geht über Mietverträge und Kündigungen bis zu Wartungen, Reparaturen und Versorgungsverträge. Und natürlich werden auch die Nebenkostenabrechnungen von uns erstellt.

2010

Gemeinschaftsstiftung Arbeiterwohlfahrt am Niederrhein Vorsitzender des Stiftungsvorstandes: Bernhard Scheid

Zahlen, Daten und Fakten Mit der Eröffnung des AWO Seniorenzentrums in Moers an der Essenberger Straße (nun: Johannes-Rau-Haus) im Jahr 2007 betreibt der AWO Kreisverband Wesel nun vier Altenpflegeheime. Auch wurde der Bau der ServiceWohnanlagen weiter fortgesetzt, im Jahr 2009 wurde die Wohnanlage „Kurze Fohr“ in Dinslaken-Hiesfeld in Betrieb genommen. Der Wohnungsbestand zum Ende des Jahres 2009 betrug nun insgesamt 142 Wohnungen. Davon sind 70 Service-Wohnungen und 72 öffentlich geförderte Wohnungen für Personen mit geringen Einkommen. Von diesen sind wiederum sechs behindertengerecht, 24

altengerecht und 36 Wohnungen gehören zur Wohnanlage „Junges Wohnen“ in Moers-Meerbeck. Eine weitere Anlage ist im Bau und wird Ende 2011 das Angebot in Wesel mit 23 Wohnungen ergänzen. Aufgrund der positiven Ertragslage der letzten vier Jahre konnte der Bedarf an Fremdkapital im Verhältnis zum Anlagevermögen verringert werden, da über Spenden und Stiftungsmittel ein Teil der Investitionskosten abgedeckt werden konnte. Betrug der prozentuale Anteil der Darlehensfinanzierung des Anlagevermögens 2006 noch 64,44 %, so konnte er 2009 auf 58,5% abgesenkt

werden. Dies trägt dazu bei, die wirtschaftliche Situation des Kreisverbandes zu stabilisieren. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelte sich von 817 im Jahr 2006 auf nun 1 017* im Jahr 2010 (+ 24,5 %). Damit zählt die AWO zu den fünf größten Arbeitgebern im Kreisgebiet (laut EAW Kreis Wesel). Die Umsatzzahlen entwickelten sich im selben Zeitraum von 29,3 Millionen Euro auf 40,3 Millionen Euro (+ 37,5 %). Die Bilanzsumme steigerte sich von 32,94 Millionen Euro auf 35,22 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2009 (+ 6,9 %). * inklusive verbundener Unternehmen

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Die AWO im Kreis Wesel

Rees

Raesfeld

Hamminkeln Schermbeck Wesel Xanten Dorsten Sonsbeck

H체nxe Alpen

Voerde Dinslaken

Issum KampLintfort

Kerken

Neuk.Vluyn

Rheinberg Bottrop

Oberhausen Moers

Einrichtungen f체r 1 Kinder und Jugendliche Duisburg 1 Familien 1 Seniorinnen und Senioren 1 Migrantinnen und Migranten 1 Arbeit und Gesundheit Einrichtungen der 1 AWO Ortsvereine 1 Gesch채ftsstelle AWO Kreisverband Wesel e.V.

AWO Geschäftsbericht 2007-2010  

Der Geschäftsbericht des AWO Kreisverband Wesel e.V. für den Zeitraum 2007 bis 2010. 20-seitiger Bericht im PDF-Format

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