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Alltagsstark für Wirtschaft, Arbeit, Haushalt Sekundarstufe 1 | Arbeitsbuch Nicolai Kozakiewicz · Lea Brändle · Sabrina Bürgi · Mariangela Eggmann · Oliver Zähner


Inhaltsverzeichnis So arbeitest du mit «Alltagsstark» 1 Bedeutung von Arbeit  1.1 Was ist Arbeit? Verschiedene Formen von Arbeit

4 13 14

1.2 Warum soll ich arbeiten? Wert von Arbeit

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1.3 Wie wichtig ist eine (Lehr-)Stelle? Ursachen und Folgen von Erwerbslosigkeit

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1.4 Wie können Beruf und Familie vereinbart werden? Arbeitszeitmodelle

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2 Arbeitswelten

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2.1 Wie sieht ein Arbeitstag aus? Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen

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2.2 Wodurch wird die Berufswahl beeinflusst? Arbeitsformen und Berufswahl

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2.3 Welche Rechte und Pflichten habe ich in der Lehre? Lehrvertrag

46

2.4 Wie unterscheiden sich Berufe? Vergleich verschiedener Arbeitswelten

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3 Produktion von Gütern und Dienstleistungen 

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3.1 Woher kommen meine Jeans? Produktionsprozess

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3.2 Wer verdient an einer Jeans? Wertschöpfung

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3.3 Wie wird eine Jeans nachhaltig produziert? Ökonomische, ökologische und soziale Aspekte 

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3.4 Wie wird eine Jeans hergestellt? Produktionsweisen

70

3.5 Was braucht es für die Herstellung einer Jeans? Produktionsfaktoren

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4 Prinzipien der Marktwirtschaft 

79

4.1 Wohin fliesst das Geld? Einfacher Wirtschaftskreislauf

80

4.2 Wie wird der Preis bestimmt? Angebot und Nachfrage

86

4.3 Warum ändert sich der Preis? Preisbildung

92

4.4 Wer bezahlt den Fussballplatz? Markteingriffe durch den Staat

96

5 Bedeutung des Handels 

103

5.1 Welche Aufgaben nimmt der Handel wahr? Handelsfunktionen

104

5.2 Wie hängen Produktion und Handel zusammen? Globale Arbeitsteilung

110

5.3 Wie reisen Güter um die Welt? Globale Warenströme

116

6 Umgang mit Geld

123

6.1 Wofür brauche ich Geld? Lebensführungskosten

124

6.2 Wie plane ich meine Ausgaben? Budgetplanung

130

6.3 Wie bezahle ich? Formen des Zahlungsverkehrs

138

6.4 Was kann ich mir leisten? Vermeidung von Verschuldung

144


7 Einflüsse auf Konsum

151

7.1 Welchen Lifestyle habe ich? Wohlstand und Lebensvorstellungen

152

7.2 Was beeinflusst meinen Konsum? Einflussfaktoren auf das Kaufverhalten

158

7.3 Wie beeinflusst mich Werbung? Marketingstrategien

164

8 Konsumfolgen

173

8.1 Was steckt in einem Burger? Auswirkungen auf die Umwelt

174

8.2 Welche Wirkung hat mein Konsum? Ökologische, soziale und ökonomische Folgen

180

8.3 Nachhaltig vom Anbau bis zur Entsorgung? Produktlebenszyklus

186

9 Konsumentscheidungen

193

9.1 Worauf achte ich beim Einkaufen? Produkte vergleichen

194

9.2 Was ist für mich ein guter Kauf? Situations- und Bedarfsanalyse

202

10 Globale Herausforderungen der Ernährung 

209

10.1 Woher stammen unsere Lebensmittel? Weltweite Produktion und Verteilung

210

10.2 Lebensmittel aus der Schweiz oder dem Ausland? Lokale und globale Wirkungen 

216

10.3 Warum stirbt der Hunger nicht aus? Ernährungssicherheit

224

11 Soziale, rechtliche, ökonomische Aspekte im Alltag

231

11.1 Welche Verpflichtungen bringen Verträge mit sich? Miet- und Kaufvertrag

232

11.2 Mit wem wohne ich zusammen? Vielfalt von Lebensformen

238

11.3 Wie spare ich Geld fürs Alter? Vorsorge

242

11.4 Wer hilft mir bei Fragen? Fachstellen

246

11.5 Welche Versicherungen brauche ich? Freiwillige und obligatorische Versicherungen

250

Anhang255 Stichwortverzeichnis256 Quellen- und Literaturverzeichnis 

258


So arbeitest du mit «Alltagsstark» Das Arbeitsbuch «Alltagsstark» hat verschiedene Hauptkapitel. Sie ergeben zusammen mit den entsprechenden Kapiteln eine Themeneinheit, die du an den verschiedenen Farben erkennst. Das Buch hat elf Hauptkapitel zum Fachbereich Wirtschaft, Arbeit und Haushalt. Es ist nicht notwendig, dass du mit Kapitel 1 startest und mit Kapitel 11 deine Arbeit im Buch beendest. Das Buch ist so verfasst, dass die Kapitel nicht aufeinander aufbauen und in beliebiger Reihenfolge bearbeitet werden können. Lies die folgenden Informationen, dann weisst du, wie du mit «Alltagsstark» arbeiten kannst.

Hilfreiche Informationen zur Arbeit mit dem Buch: 1

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2

Der Titel ist als Frage formuliert und zeigt dir auf, worauf du in diesem Kapitel eine Antwort erhältst. Der Untertitel gibt dir weitere Informationen, worum es in diesem Kapitel geht.

4

Schlüsselbegriffe sind für das Verstehen eines Kapitels zentral.

4

Im Kapiteleinstieg wirst du mit Fragen an das neue Thema herangeführt, auf die du im Kapitel Antworten erhältst. Einiges weisst du bereits, anderes lernst du neu dazu.

Die Illustration auf der ersten Seite jedes Kapitels unterstützt dich darin, Themen und Texte zu verstehen und den Inhalt des Kapitels zu erfassen. Sie kann dir zudem zur Wissensüberprüfung und Verständnissicherung dienen.


7 5

6

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In den Texten wird dir der Kapitelinhalt erklärt und du erhältst einen vertieften Einblick ins Thema.

Boxen enthalten Begriffsdefinitionen, Erklärungen von Schlüsselbegriffen und weitere Informationen.

Im NICE TO KNOW findest du spannende Zahlen und Fakten zum aktuellen Thema, die zum Nachdenken, Diskutieren oder Hinterfragen anregen.

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In den Lernaufgaben kannst du schreiben, beobachten, vergleichen, zeichnen, recherchieren, interviewen, spielen, herstellen, raten, ausprobieren, hinterfragen und vieles mehr. Dies machst du alleine, zu zweit oder manchmal auch in der Gruppe. Die Lernplätze sind vielseitig, so arbeitest du im Buch, am Computer, teilweise zu Hause oder auch ausserhalb der Schule. Du vertiefst Bekanntes, lernst Neues und erweiterst deine Fähigkeiten.

Zum Abschluss des Kapitels findest du immer ein «Und du …?». Darin nimmst du zu zentralen Fragen Stellung und reflektierst deine persönliche Haltung.


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Arbeitswelten

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Arbeitswelten

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2


2.1 Wie sieht ein Arbeitstag aus? Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen

Welchen Beruf möchtest du erlernen? Wie sieht der Arbeitsalltag von Personen aus, die diesen Beruf ausüben? Welche Aufgaben und Tätigkeiten verrichten sie? Wofür wirst du als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer verantwortlich sein? Was ist die Verantwortung der Arbeitgebenden? In diesem Kapitel lernst du, dich über den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen unterschiedlicher Berufe zu informieren. Arbeitsalltag, Arbeitsbedingungen, *Arbeitgebende, *Arbeitnehmende

«Arbeitsalltag»

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Arbeitswelten

Arbeitsalltag Unter dem Begriff «Arbeitsalltag» ist der ungefähr gleichbleibende Ablauf bei der Arbeit zu verstehen. Er unterscheidet sich je nach Beruf, Unternehmen und Stufe wie beispielsweise Fachspezialisten, Team- und Abteilungsleitende. Denke beispielsweise an einen Landschaftsgärtner. Er beginnt seinen Arbeitstag fast immer im Lager und lädt die benötigten Werkzeuge in den Lastwagen. Anschliessend fährt er zu Kunden und verrichtet draussen seine Arbeit. Die Arbeit unterbricht er für die Neun-UhrPause und das Mittagessen. Am Abend kehrt der Landschaftsgärtner zurück ins Lager und putzt die Werkzeuge. Da jedes Unternehmen einzigartig und unterschiedlich gross ist, beeinflusst auch dies den Arbeitsalltag. Der Arbeitsalltag hängt zudem von der Hierarchiestufe ab. Die Geschäftsleiterin des Gartenbaugeschäftes arbeitet weniger bei Kunden im Garten. Dafür kümmert sie sich um neue Aufträge, Rechnungen und alle Aufgaben, die mit der Beschäftigung von Angestellten zu tun haben.

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2.1 Wie sieht ein Arbeitstag aus?

Arbeitnehmende und Arbeitgebende In der Wirtschaft wird zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden unterschieden. Arbeitnehmende sind Angestellte bei Arbeitgebenden, beispielsweise bei einem KMU. Als KMU werden kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Arbeitnehmenden bezeichnet. Beide Seiten haben Rechte und Pflichten zu erfüllen. Ein Recht ist etwas, was jemand darf, und eine Pflicht ist etwas, was jemand muss. Dies wird im Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden geregelt. Die wichtigste Pflicht von Angestellten ist die persönliche Pflicht zur Arbeitsleistung. Das bedeutet, dass Arbeitnehmende persönlich die vereinbarte Leistung erbringen. Im Vertrag wird zudem geregelt, wie viele Stunden Arbeitnehmende pro Tag, Woche, Monat oder Jahr leisten müssen. Dafür erhalten die Arbeitnehmenden einen Lohn. Auch Arbeitgebende haben Pflichten wie die Bezahlung des Lohnes oder die Gewährung von Ferien.

Arbeitsbedingungen Die Arbeitsbedingungen werden zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden ausgehandelt. Grössere Unternehmen oder Branchen haben zudem Gesamtarbeitsverträge, in denen einzelne Bereiche für alle Angestellten geregelt sind. Eine Branche ist ein Teilbereich der Wirtschaft wie beispielsweise die Bau- oder Bankenbranche. Zu den Arbeitsbedingungen gehören unter anderem: • Anzahl Ferientage pro Jahr • Arbeitszeit pro Tag, Woche, Monat oder Jahr • Kündigungsfrist • Lohn • Weiterbildungsmöglichkeiten • Absenzen wie z. B. Vaterschaftsurlaub oder Arztbesuche

• 2016 wurden knapp 14 000 Arbeitnehmende in der Schweiz gebeten, ihre Arbeitgebenden zu bewerten. Die beliebtesten Arbeitgebenden waren Google, Cisco, IKEA, McDonald s und SAP.

• In der Schweiz gab es 2014 561 619 KMUs mit 1–249 Angestellten.

518 795 davon beschäftigten sogar nur 1–9 Arbeitnehmende.

Auf www.kununu.com können Arbeitnehmende ihre Arbeitgebenden bewerten. Grössere Unternehmen haben schon mehrere Hundert Bewertungen.

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Arbeitswelten

Lernaufgaben 1. Wenn ich mal gross bin, will ich … In naher Zukunft wirst auch du arbeiten. Wie stellst du dir deinen künftigen Arbeitsalltag vor? Zeichne Strichmännchen, die verschiedene Tätigkeiten ausüben. Erstelle zudem die passenden Uhrzeiger.

2. Arbeitsalltag – so sieht es in Wirklichkeit aus Gestalte ein Plakat zu deinem Wunschberuf. Beantworte dazu fünf der folgenden Fragen. • Warum ist dieser Beruf dein Wunschberuf? • Was sind die Voraussetzungen für diesen Beruf? • Welche Aufgaben und Tätigkeiten werden ausgeführt? • Was sind die Sonnen- und die Schattenseiten in diesem Beruf? • Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus? • Welche Arbeitskleidung wird getragen? • Wie sind die Arbeitszeiten? • Wie sieht der Arbeitsplatz aus? • Welche Risiken gibt es in diesem Beruf? • Welche Besonderheiten gibt es in diesem Beruf?

Da kannst im Internet auf der Webseite www.berufsberatung.ch nachlesen, Kurzfilme zu den verschiedenen Berufen schauen (z. B. auf www.srf.ch unter dem Stichwort «Berufsbilder») oder Personen fragen, die diesen Beruf ausüben.

Und du ...? Was gefällt dir im Schulalltag besser als in deinem zukünftigen Arbeitsalltag? Was gefällt dir weniger?

Vorteile vom Schulalltag:

Nachteile vom Schulalltag:

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2


Arbeitswelten

Lernaufgaben 1. Gestaltungsspielraum – was ist das? Die Arbeitswelt von ein und demselben Beruf kann je nach Unternehmen sehr unterschiedlich sein. Nicht bei allen Unternehmen haben Lernende dieselben Freiräume, Arbeitszeiten oder denselben Arbeitsort. Finde heraus, welchen Gestaltungsspielraum du in deinem Wunschberuf und Wunschunternehmen hättest. aa) Welchen Beruf möchtest du gerne bei welchem Unternehmen ausüben? Beruf:

Unternehmen:

bb) Betrachte die Fragen in der Box. Wähle drei Fragen aus, die dir wichtig sind. Notiere diese Fragen in die unten stehende Tabelle. cc) Recherchiere, wie es in dem von dir ausgewählten Beruf und Unternehmen abläuft und beantworte die Fragen. Informiere dich im Internet (z. B. www.berufsberatung.ch oder www.yousty.ch), schaue auf der Webseite des Unternehmens oder frage jemanden, der in diesem Unternehmen arbeitet. Notiere die Antworten auf deine Fragen in die Tabelle. Deine ausgewählten Fragen

Antworten

1.

2.

3.

dd) Tausche dich mit jemandem aus, der einen anderen Beruf oder ein anderes Unternehmen gewählt hat. Welche Fragen und Antworten habt ihr notiert? Gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Und du ...? Worauf legst du besonders Wert bei deiner Berufswahl und möchtest dort keine Kompromisse eingehen? Begründe deine Antwort.

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2


Arbeitswelten

3

Produktion von GĂźtern und Dienstleistungen 55

2


3.1 Woher kommen meine Jeans? Produktionsprozess

Wie viele Jeans hast du im Kleiderschrank? Wie viel hast du dafür bezahlt? Wie und wo wird eigentlich dieses meistgetragene Kleidungsstück der Welt produziert? Was geschieht mit einer Jeans nach deren Entsorgung? Wusstest du, dass deine Jeans über den gesamten Produktionsprozess meist schon mehrere Kontinente bereist hat? In diesem Kapitel lernst du am Beispiel Jeans, den Produktionsprozess von Produkten darzustellen. Produktionsprozess, Rohstoffgewinnung, Herstellung, Vertrieb, Gebrauch, Verbrauch, Entsorgung

«Herkunft einer Jeans»

1. Rohstoffgewinnung Die Baumwolle für die Jeans wird in Indien angebaut und geerntet.

2. Herstellung Die geerntete Baumwolle wird in China zu Garn versponnen. In Taiwan wird das Garn blau gefärbt. In Polen wird das Garn maschinell zu Stoff gewoben. Auf den Philippinen werden alle Teile zusammengenäht: die Pflegeetiketten stammen aus Frankreich, die Knöpfe aus Italien, das Schnittmuster und das Design werden in der Schweiz entwickelt. In Bangladesch werden die Jeans sandgestrahlt oder in Griechenland erfolgt die abschliessende Bearbeitung der Jeans mit Bimssteinen, damit sie ausgewaschen aussieht.

3. Vertrieb Die fertige Jeans wird in die Schweiz transportiert und in Kleiderläden verkauft.

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Produktion von Gütern und Dienstleistungen

4. Gebrauch/Verbrauch Nach ihrer langen Reise wird die gekaufte Jeans getragen.

5. Entsorgung Wer die Jeans nicht mehr braucht, übergibt sie einer Altkleidersammlung. Die Kleider werden aussortiert. Die guten Stücke werden in anderen Ländern wieder getragen, die anderen Stücke werden recycelt und kommen beispielsweise als Putzlappen auf den Markt.

Produktionsprozess Der Produktionsprozess eines Produkts beginnt mit der Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe (Rohstoffgewinnung). Im nächsten Schritt wird das Produkt angefertigt (Herstellung) und anschliessend an die Läden für den Verkauf verteilt (Vertrieb). Nun folgt der einmalige Verbrauch (z. B. Schokolade) oder mehrmalige Gebrauch (z. B. Jeans) des Produkts. Der eigentliche Produktionsprozess endet mit der Entsorgung. Gewisse Produkte werden nach der Entsorgung wieder gebraucht oder wiederverwendet (Recycling).

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3


3.2 Wer verdient an einer Jeans?

• Bei einem Fair-Trade-Kaffee bleiben etwa 70 % des Verkaufspreises

im Land, wo der Kaffee verkauft wird. Die restlichen 30 % fliessen in die Anbauländer. Das ist rund das Doppelte wie bei einem herkömmlichen Kaffee.

• Die Bananenproduzenten aus Kolumbien oder Costa Rica erhalten rund 10 % des Endverkäufer.

Verkaufspreises. Der Rest geht an Zwischenhändler und

• Der Wert aller hergestellten Produkte und Dienstleistungen eines Landes

innerhalb eines Jahres wird als «Bruttoinlandprodukt» (BIP) bezeichnet. Es beträgt in der Schweiz ca. CHF 640 Mia., also rund CHF 78 000.00 Wertschöpfung pro Einwohnerin und pro Einwohner.

Lernaufgaben 1. Wer verdient wie viel? aa) Notiere alle Aufgaben, die von Menschen ausgeführt werden, damit du eine fertige Jeans in einem Laden kaufen kannst. Denk dabei an alle Schritte des Produktionsprozesses und vergiss die Entsorgung nicht.

bb) Betrachte die Illustration «Der Preis einer Jeans». Zu welchem Bereich gehören die von dir aufgezählten Aufgaben? Ergänze die Tabelle damit. cc) Zähle zudem auf, wozu das Geld in den jeweiligen Bereichen nebst den Löhnen ausgegeben wird.

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Produktion von Gütern und Dienstleistungen

Prozent

Bereich

13 %

Material

11 %

Vertrieb

25 %

Jeansfirmen

50 %

Einzelhandel

1%

Arbeiterinnen und Arbeiter

Aufgaben

Das Geld wird ausgegeben für

dd) Betrachte die Zahlen in der Tabelle und beantworte die Fragen. Was ist der teuerste Bereich in der Jeansproduktion? Was ist der günstigste Bereich in der Jeansproduktion? ee) Warum sind Markenjeans so viel teurer als No-Name-Jeans? Was denkst du?

Und du ...? Wenn du eine neue Jeans brauchst, entscheidest du dich für eine Markenjeans oder für eine günstigere No-Name-Jeans? Begründe deinen Entscheid.

63

3


3.3 Wie wird eine Jeans nachhaltig produziert?

Vorteile nachhaltiger Produktion Wenn das Unternehmen soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt, wirkt sich dies oft positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg aus. Indem es beispielsweise den Ruf eines grosszügigen Arbeitgebers hat, fällt es einem Unternehmen leichter, neue und gute Mitarbeitende zu gewinnen. Und wenn die Kundschaft erfährt, dass ein Unternehmen seine ökologische Verantwortung wahrnimmt, dann wird sie insgesamt eher bei diesem Unternehmen einkaufen als bei einem anderen Anbietenden.

Die Macht der Konsumierenden Die Konsumentinnen und Konsumenten haben einen wesentlichen Einfluss darauf, unter welchen Bedingungen etwas hergestellt wird oder in Zukunft hergestellt werden soll. Indem sie nämlich bewusst etwas nicht kaufen, weil sie mit den Produktionsbedingungen nicht einverstanden sind, zwingen sie die Unternehmen, ihr Verhalten zu verbessern.

Unter Nachhaltigkeit versteht man, so zu leben, dass zukünftige Generationen auch noch so leben können. Das bedeutet insbesondere, dass die Ressourcen der Erde nicht aufgebraucht werden und dass der Umwelt Sorge getragen wird.

Lernaufgaben 1. Top oder Flop?

aa) Welche Unternehmen kennst du, die deiner Meinung nach einen guten Ruf haben? Welche Unternehmen kennst du, die keinen guten Ruf haben? Das können Geschäfte und Läden aus deiner Umgebung sein oder Grosskonzerne, die auf der ganzen Welt bekannt sind. Recherchiere allenfalls im Internet. bb) Warum haben sie einen guten oder schlechten Ruf? Top

Flop

1. Unternehmen:

3. Unternehmen:

Hat einen guten Ruf, weil

Hat keinen guten Ruf, weil

2. Unternehmen:

4. Unternehmen:

Hat einen guten Ruf, weil

Hat keinen guten Ruf, weil

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4.3 Warum ändert sich der Preis? Preisbildung

Warum sind Erdbeeren im März günstiger als Erdbeeren im Mai? Weshalb sinkt der Preis eines neuen TV-Gerätes innert weniger Monate um bis zur Hälfte? Welche Auswirkung haben Hagelstürme auf den Preis von Gemüse und Früchten? Warum sinken die Preise, wenn ein neuer Anbieter als Konkurrent in den Markt eintritt? In diesem Kapitel lernst du, welche Faktoren die Preisbildung beeinflussen und welche Folgen Preisänderungen haben. Preisbildung

«Marktveränderungen» Einflussfaktoren auf das Angebot: Die folgenden Beispiele führen zu einer Zunahme der angebotenen Menge und somit zu einem Rückgang des Preises. Preis sinkt

Positive Zukunftserwartungen Die Bauern bauen mehr Erdbeeren an, da sie davon ausgehen, dass sich in den nächsten Jahren die Menschen mehr Erdbeeren leisten werden.

Mehr Wettbewerb Zwei zusätzliche Erdbeerverkäuferinnen haben kürzlich ihren Stand in der Nähe aufgemacht.

Sinkende Preise der Produktionsfaktoren Der Preis für Beerendünger hat sich halbiert, die Herstellung von Erdbeeren wird somit günstiger.

Günstige ökologische Veränderungen Die Erdbeerbauern wurden mit idealem Wetter verwöhnt, die Ernte ist ein grosser Erfolg.

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Prinzipien der Marktwirtschaft

Einflussfaktoren auf die Nachfrage: Die folgenden Beispiele führen zu einer Zunahme der nachgefragten Menge und somit zu einem Anstieg des Preises. Erhöhtes Bedürfnis Eine Werbung für Erdbeersmoothies führt dazu, dass mehr Menschen Lust auf Erdbeersmoothies haben und aus diesem Grund Erdbeeren kaufen wollen.

Steigende Anzahl Nachfrager Der Erdbeer-Wochenmarkt wird dank TV Beiträgen und Zeitungsberichten regional bekannt, mehr Menschen kommen vorbei.

Zunahme des Einkommens Viele Menschen haben in den letzten Monaten Lohnerhöhungen erhalten. Sie können und wollen sich deshalb mehr Erdbeeren leisten.

Steigende Preise von Ersatzprodukten und -dienstleistungen Der Preis für Aprikosen ist gestiegen. Die Menschen gönnen sich deshalb eher einen Erdbeersmoothie und verzichten auf Aprikosen.

Sinkende Preise von ergänzenden Produkten und Dienstleistungen Der Preis für Biskuitböden ist gesunken, immer mehr Menschen kaufen deshalb Erdbeeren ein, um Erdbeertorten zuzubereiten.

Preis steigt

Marktveränderungen Wenn sich der Preis für Beerendünger plötzlich halbiert, können in der Folge Erdbeeren günstiger produziert werden. Scheint zudem seit Wochen die Sonne, haben die Erdbeerpflanzen perfekte Bedingungen. Beide Beispiele führen dazu, dass sich das Angebot an Erdbeeren erhöhen wird. Haben auf der anderen Seite die Konsumentinnen und Konsumenten immer mehr Lust auf Erdbeertorten oder steigen insgesamt die Löhne der Haushalte, dann wird sich die Nachfrage nach Erdbeeren erhöhen. Es gibt also verschiedene Faktoren, die das Angebot oder die Nachfrage verändern. Diese Veränderungen führen dann auch dazu, dass sich der Preis für Erdbeeren ändert.

Regeln der Preisbildung Grundsätzlich gelten dabei folgende Regeln bezüglich Marktveränderungen und Preisbildung: • Wenn sich die nachgefragte Menge vergrössert (verkleinert), dann steigt (sinkt) der Preis für ein Gut. • Wenn sich die angebotene Menge vergrössert (verkleinert), dann sinkt (steigt) der Preis für ein Gut.

93

4


4.3 Warum ändert sich der Preis?

Lernaufgaben 1. Die Erdbeertörtchen Du und deine Kollegin planen, dass ihr am nächsten Quartier-Frühlingsmarkt selbst gemachte Erdbeertörtchen verkauft. Ihr kauft die Zutaten für etwa 20 Törtchen. Ein Stück kostet CHF 4.00. Der Frühlingsmarkt startet. Viele Leute sind da und kaufen eure Törtchen. In einer Stunde habt ihr alles verkauft. Das lief ja echt gut! Ihr plant, euren Stand am nächsten Markt weiterzuführen. aa) Lies die folgenden Situationen. Überlege dir eine Lösung und notiere diese auf der Zeile unter der Situation. bb) Kreuze zudem an, ob das Problem beim Angebot oder bei der Nachfrage liegt. cc) Notiere im leeren Feld eine eigene Problemsituation. Was könnte noch passieren, was Einfluss auf euren Törtchen-Verkauf hätte? dd) Tauscht eure Ergebnisse zu zweit aus. Danach erklärt ihr einander mündlich die Regeln der Preisbildung mit den Beispielen aus der Tabelle. Problem beim Angebot oder bei der Nachfrage?

Situation Einen Monat später wiederholt ihr euren Törtchen-Verkauf. Aber jetzt habt ihr die Zutaten für doppelt so viele Erdbeertörtchen eingekauft. Zu viel, wie ihr im Verlauf des Tages feststellt. Es hat weniger Besuchende und viel weniger Leute kaufen ein Dessert bei euch. Was macht ihr?

Angebot

Nachfrage

Einen Monat später wiederholt ihr euren Törtchen-Verkauf. Aber jetzt habt ihr die Zutaten für doppelt so viele Erdbeertörtchen eingekauft. Doch es gibt ein Problem. Die Parallelklasse hatte die gleiche Idee und auch einen Stand aufgebaut, an dem sie Kuchen verkaufen, und das für nur CHF 3.00 pro Stück. Was macht ihr?

Einen Monat später wiederholt ihr euren Törtchen-Verkauf. Aber es gibt ein Problem. Die Erdbeertörtchen vom letzten Mal sind super angekommen, diesen Monat gibt es jedoch nur noch wenige frische Erdbeeren und sie kosten vor allem viel mehr als letzten Monat. Was macht ihr?

Angebot

Nachfrage

Angebot

Nachfrage

Einen Monat später wiederholt ihr euren Törtchen-Verkauf. Aber es gibt ein Problem. Die Erdbeertörtchen vom letzten Mal sind super angekommen, diesen Monat gibt es jedoch keine frischen Erdbeeren mehr, und deshalb habt ihr jetzt Apfeltörtchen im Angebot. Die Leute finden das aber nicht fein und wollen eure neuen Gebäcke nicht. Was macht ihr?

Deine Situation:

Angebot

Nachfrage

Angebot

Nachfrage

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Prinzipien der Marktwirtschaft

ee) Beschreibe in Stichworten: Was hat den Preis der Erdbeertörtchen steigen oder sinken lassen? Preissenkung:

Preiserhöhung:

ff) Denke zurück an das Brot aus dem letzten Kapitel. Zähle fünf verschiedene Faktoren auf, die den Brotpreis beeinflussen.

2. Vom Apfel zum Zugticket aa) Welche Produkte oder Dienstleistungen sind manchmal billiger und manchmal teurer?

bb) Welche Produkte oder Dienstleistungen sind hingegen über sehr lange Zeit und an verschiedenen Orten gleich teuer?

cc) Versucht zu erklären, warum sich die Preise einiger Produkte ändern und anderer nicht.

Und du ...? Vergleichst du Preise? Merkst du überhaupt, wenn etwas teurer oder billiger wird? Wenn ja, bei welchem Produkt ist dir aufgefallen, dass es teurer oder billiger geworden ist?

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Profile for KLV Verlag AG

Alltagsstark (WAH) - Arbeitsbuch  

Alltagsstark (WAH) - Arbeitsbuch  

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