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Rechnungswesen 3 Aufstieg in neue Hรถhen LEHRERBAND

Louis Maag Dr. Ueli Matter


© by KLV Verlag AG Alle Rechte vorbehalten Ohne Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, das Buch oder Teile daraus in irgendeiner Form zu reproduzieren. Trotz intensiver Nachforschungen gelang es uns nicht in allen Fällen, die Rechteinhaber zu ermitteln. Wir bitten diese, sich mit dem Verlag in Verbindung zu setzen. Meldung bitte direkt an den Verlag per E-Mail rechte@klv.ch oder telefonisch +41 71 845 20 10. Layout und Cover KLV Verlag AG, Mörschwil 3. Auflage 2018 ISBN 978-3-85612-430-4 KLV Verlag AG | Quellenstrasse 4e | 9402 Mörschwil Telefon +41 71 845 20 10 | Fax +41 71 845 20 91 info@klv.ch | www.klv.ch


Inhalt

Theorie

Aufgaben

9

24

13 Aktiengesellschaft

45

66

14 Rechnungslegung & stille Reserven

91

106

15 Deckungsbeitragsrechnung

123

136

16 Analyse Jahresabschluss

167

182

17 Wertschriften

213

226

18 Liegenschaften

249

260

19 Offen-Posten-Buchhaltung

283

294

20 Geldflussrechnung

309

328

21 Betriebsabrechnung

393

416

12 Einzelunternehmung

Anhang 465 Stichwortverzeichnis..................................................................................................................... 466 Kontenrahmen.............................................................................................................................. 470


Einzelunternehmung

12

-

12 Einzelunternehmung

Einzelunternehmung

Leitfragen Finden Sie beim Durcharbeiten der Theorie Antworten auf diese Fragen  :

1. Warum werden bei der Einzelunternehmung Geschäft und Privat getrennt? 2. Wie berechnet sich das Unternehmungseinkommen? 3. Wozu dient das Privatkonto? 4. Welche Regeln helfen beim Buchen im Privatkonto? 5. Was bedeutet ein Habenüberschuss im Privatkonto, was ein Sollüberschuss? 6. Wie ist das Privatkonto am Ende der Abrechnungsperiode auszugleichen? 7. Welche Buchung ist zur Erfassung des Erfolgs vorzunehmen?

10


Notizen

12 Einzelunternehmung

Notizen

11


Privat & Geschäft

12

12.1 Privat & Geschäft

Einzelunternehmung

Eine einzelne natürliche Person kann selbstständig eine Unternehmung betreiben (Bsp. als Maler, Fahrlehrer, Treuhänder etc.). Sobald die Einzelperson eine Geschäftstätigkeit unter eigenem Namen sowie unter eigener Verantwortung aufnimmt, gilt sie als Einzelunternehmung. Die natürliche Person haftet als Eigentümerin der Einzelunternehmung uneingeschränkt mit ihrem Privatvermögen für sämtliche Schulden der Unternehmung. Keine Einzelunternehmungen sind Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Kollektivgesellschaften, Genossenschaften, Kommanditgesellschaften etc., selbst wenn sie von einer Einzelperson geführt werden. Sie stellen als Handelsgesellschaften eigenständige juristische Personen dar. Trennung von Privat und Geschäft Die Einzelunternehmung ist selber nicht steuerpflichtig. Der Eigentümer muss dagegen sein geschäftliches Einkommen und Vermögen zusammen mit seinem privaten Einkommen und Vermögen in seiner Steuererklärung versteuern. Obschon Geschäft und Privat als Ganzes versteuert werden, ist es für die Veranlagung (Berechnung der Steuern) wichtig, Geschäft und Privat in der Buchhaltung zu trennen. Aus Sicht der Geschäftsbuchhaltung wird der Eigentümer als aussenstehende Person behandelt.

Einzelunternehmung Privat

Geschäft

Buchhaltung

Eigentümer

12


Privat & Geschäft

12

Unternehmungseinkommen Die Eigentümerin oder der Eigentümer einer Einzelunternehmung erzielt in der Regel ein Einkommen aus Bezügen von der Unternehmung. Die Summe dieser Bezüge ist als Unternehmungseinkommen * zu bezeichnen und setzt sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

+ Eigenlohn

Lohn, den sich der Eigentümer für seine Mitarbeit in der eigenen Unternehmung auszahlt.

+ Eigenzins

Zins auf das Kapital, welches der Eigentümer der eigenen Unternehmung langfristig zur Verfügung stellt (Eigenkapital).

+ Erfolg (Gewinn oder Verlust)

Erfolg aus der Unternehmung (Erträge − Aufwände)

Einzelunternehmung

* auch Unternehmereinkommen (veraltet e Schreibweise)

= Unternehmungseinkommen

Lohn- und Zinsaufwand verkleinern den Erfolg. Eine Erhöhung des Eigenlohns oder Eigenzinses führt daher zu einer Reduktion des Erfolgs im gleichen Ausmass, sodass sich das Unternehmungseinkommen dadurch nicht beeinflussen lässt.  Eigenlohn steigt > Eigenzins bleibt gleich  Erfolg sinkt > Unternehmungseinkommen bleibt gleich

13


Aktiengesellschaft

13

-

13 Aktiengesellschaft Leitfragen Finden Sie beim Durcharbeiten der Theorie Antworten auf diese Fragen  :

Aktiengesellschaft

1. Welche Eigenschaften machen die Aktiengesellschaft zu einer beliebten Rechtsform für Unternehmungen? 2. Was ist eine Aktie? 3. Aus welchen Konten besteht das Eigenkapital der Aktiengesellschaft 4. Was verkörpert das Konto Aktienkapital? 5. Was sind Dividenden? 6. Wer entscheidet über die Gewinnverwendung bei der Aktiengesellschaft? 7. Wie sieht ein Gewinnverwendungsplan aus? 8. Wie werden die einzelnen Positionen des Gewinnverwendungsplan verbucht? 9. Welche Buchungen sind bei der Auszahlung der Dividende vorzunehmen?

Vertiefung 10. Wie wird die Zeichnung von Aktien verbucht? 11. Wie wird die Liberierung von Aktien verbucht? 12. Was ist ein Agio? 13. Welche Optionen gibt es zur Verbuchung von Gründungskosten? 14. Welche Gesetzesvorschriften sind bei der Gewinnverwendung zu beachten? 15. Wie ist bei der Berechnung der gesetzlichen Reserven vorzugehen? 16. Was bedeutet der Begriff Tantiemen? 17. Was ist eine Unterbilanz und welche Folgen kann sie haben?

46


Notizen

Notizen

Aktiengesellschaft

13

47


Wesen der Aktiengesellschaft

13.1 Wesen der Aktiengesellschaft

13 Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft ist die häufigste Rechtsform von Unternehmungen in der Schweiz (rund 190 000). Aktionäre stellen das Eigenkapital zur Verfügung und erhalten als Gegenleistung Aktien. Die Aktien berechtigen die Aktionäre zur Gewinnbeteiligung, Mitbestimmung, Information sowie zum Bezug neuer Aktien im Falle einer Kapitalerhöhung. Die Haftung der Aktiengesellschaft ist beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen, sodass die Aktionäre im Konkursfall maximal den Wertverlust ihrer Aktien erleiden. Es bestehen umfangreiche Gesetzesvorschriften zur Aktiengesellschaft, welche überwiegend im Obligationenrecht zu finden sind. Das Rechnungswesen einer Aktiengesellschaft bringt einige Besonderheiten mit sich, wovon die wichtigsten in diesem Kapitel erklärt werden.

Die Gründung einer Aktiengesellschaft:

Aktionäre:

Aktie Nennwert 50 000.00

Bilanz Aktiven Passiven Eigenkapital: Aktie Vermögen

150 000

Aktienkapital 150 000

Nennwert 50 000.00

Aktie Nennwert 50 000.00

48


Eigenkapital der Aktiengesellschaft

13.2 Eigenkapital der Aktiengesellschaft

13

Das Eigenkapital der Aktiengesellschaft besteht mindestens aus den folgenden Bestandteilen: Erklärung Aktienkapital

Bilanzgewinn

Gesetzliche Reserven

Gesparte Gewinne aufgrund gesetzlicher Vorschriften

Freiwillige Reserven

Freiwillige Reserven

Gewinnvortrag oder Verlustvortrag

Unverteilter Gewinn aus dem Vorjahr Verlust aus dem Vorjahr (Minus-Eigenkapital)

Jahresgewinn (bzw. -verlust)

Gewinn oder Verlust gemäss aktueller Erfolgsrechnung

Beispiel – Bilanz vom 31.12.2016 der Aviatec AG Die Aviatec AG stellt Carbonteile für die Flugzeugindustrie her.

$

Bilanz der Aviatec AG vom 31.12.2016 Aktiven

Passiven

Umlaufvermögen

Fremdkapital

Flüssige Mittel

15 000

kurzfristig

Foderungen LL

10 000

Verbindlichkeiten LL

12 000

Passive Rechnungsabgrenzung

10 000

Aktive Rechnungsabgrenzung

5 000

Vorräte

3 000

33 000 langfristig

Anlagevermögen Sachanlagen Finanzanlagen Immaterielle Anlagen

Darlehen

300 000

Rückstellungen

100 000

422 000

Eigenkapital 930 000

Aktienkapital

46 000 5 000

Gesetzliche Reserven 981 000

1 014 000

Freiwillige Reserven

500 000 10 000 –

Gewinnvortrag

1 000

Jahresgewinn

81 000

592 000

1 014 000

49

Aktiengesellschaft

Reserven

Summe aller Aktiennennwerte (auch: Nominalwerte oder Nominalkapital)


Kaufmännische Buchführung & Rechnungslegung

14.1 Kaufmännische Buchführung & Rechnungslegung An eine Unternehmung werden diverse finanzielle Ansprüche gestellt (Zinsen, Dividenden, Rückzahlung von Schulden, Steuern etc). Solche Anspruchsgruppen wollen wissen, wie es um die Finanzen der Unternehmung steht und sind auf einen korrekten Jahresabschluss angewiesen (Bsp. Bilanz und Erfolgsrechnung). Zum Schutz solcher Anspruchsgruppen gibt es gesetzliche Vorschriften über Buchführung (Buchen) und Rechnungslegung (Jahresabschluss).

14

Das Rechnungswesen muss die Gesetzesbestimmungen zur Rechnungslegung kennen und besonders folgende Fragen beantworten können:

Rechnungslegung & stille Reserven

Zu welchem Wert dürfen die einzelnen Vermögensund Schuldenteile bilanziert werden? In welcher Form muss der Jahresabschluss erstellt und aufbewahrt werden?

Grundlagen der Buchführung (Art. 957a OR ff.) Unter dem Begriff «Buchführung» ist die Erfassung von Geschäftsfällen zu verstehen (Buchungen), wobei besonders die folgenden Grundlagen zu befolgen sind: Vollständigkeit

Alle Geschäftsfälle, welche die Bilanz oder die Erfolgsrechnung verändern sind zu buchen.

Wahrheit

Alle tatsächlich vorhandenen Vermögens- und Schuldenpositionen sind auch im Finanzabschluss enthalten und nach den dafür geltenden Vorschriften bewertet.

Nachweisbarkeit

Alle Belege sind zu nummerieren und jede Buchung erfolgt unter Hinweis auf eine Belegnummer (Prüfspur). Belege sind in Papier oder in elektronischer Form aufzubewahren.

Klarheit

Zweckmässigkeit

Nachprüfbarkeit

94

Die Buchführung hält sich an Kaufmännische Grundsätze (Bezeichnungen etc.).

Die gewählte Buchführung ist für die Art und Grösse der Unternehmung geeignet.

Die Buchführung ermöglicht es, jede Position im Jahresabschluss mit tatsächlichen Belegen und damit Geschäftsfällen abzugleichen.


Kaufmännische Buchführung & Rechnungslegung

Grundlagen der Rechnungslegung (Art. 958 ff. OR) Unter dem Begriff Rechnungslegung ist der Jahresabschluss mit Bilanz, Erfolgsrechnung und dem Anhang zu verstehen. Der Jahresabschluss soll innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres erstellt werden und besonders folgende Grundsätze einhalten: Bei der Bewertungen ist davon auszugehen, dass die Unternehmung noch weiterhin besteht (Bsp.: Keine Bewertung zu Verkaufspreisen).

Abgrenzbarkeit

Aufwände und Erträge müssen zeitlich und sachlich abgegrenzt werden (Ausgenommen sind Unternehmungen mit einem Umsatz bis zu 100 000 Franken).

Vollständigkeit

Der Jahresabschluss erfasst alle Geschäftsfälle, welche Einfluss auf das Vermögen, die Finanzierung oder den Erfolg haben.

Verlässlichkeit

Der Jahresabschluss muss Dritten ein Bild über die finanzielle Lage der Unternehmung ermöglichen.

Vorsicht

Die Bewertung soll stets vorsichtig erfolgen. Im Zweifel sind Aktiven und Erträge tiefer, Fremdkapital und Aufwände höher zu bewerten.

Stetigkeit

Die Bewertungs- und Darstellungsgrundsätze sollen über die Jahre hinweg beibehalten werden.

Verrechnungsverbot

Aktiven und Passiven sowie Aufwände und Erträge dürfen nicht verrechnet werden.

Verständlichkeit

Mindestgliederungen und Bezeichnungen halten Kaufmännische Grundsätze (Art. 959 – Art. 959c OR) ein. Die Rechnungslegung erfolgt in der für die Geschäftstätigkeit wesentlichen Währung. In jedem Fall sind die Werte in Schweizer Franken anzugeben. Der Jahresabschluss kann in einer der Landessprachen oder in Englisch verfasst sein.

Vorjahresvergleiche

Zu den Zahlen im Jahresabschluss sollen die entsprechenden Zahlen des Vorjahres aufgeführt werden.

14 Rechnungslegung & stille Reserven

Fortführungsprinzip

Anmerkung: Für grössere Unternehmungen und Konzerne sieht das Gesetz zusätzliche Vorschriften zur Buchführung und Rechnungslegung vor (Art. 961 ff. OR)

95


Kaufmännische Buchführung & Rechnungslegung

Eingeschränkte Buchführungs- und Rechnungslegungspflicht Stiftungen, Vereine sowie Einzelunternehmungen und Personengesellschaften (Bsp.: Kollektivgesellschaften) unterstehen nur einer eingeschränkten Buchführungs- und Rechnungslegungspflicht.

eingeschränkt

14

û

Einzelunternehmungen und Personengesellschaften

Umsatz < 500 000.00 Umsatz ≥ 500 000.00

û

Juristische Personen

Grundsatz

û

Ausnahme: Stiftungen & Vereine

Rechnungslegung & stille Reserven

ordentlich

û

Eine Unternehmung, welche den eingeschränkten Buchführungs- und Rechnungslegungsvorschriften untersteht, muss nur Auskunft über Einnahmen, Ausgaben, Vermögen und Schulden geben können. Dabei sind die Grundsätze der ordnungsgemässen Buchführung aber dennoch verhältnismässig zu berücksichtigen. Als Buchhaltung kann ein datiertes und minimal dokumentiertes Journal über die Zahlungseingänge und -Ausgänge sowie eine Aufstellung über alle Aktiven und Schulden den eingeschränkten Buchführungsund Rechnungslegungsvorschriften genügen. Für die Feststellung der Mehrwertsteuerpflicht müssen dennoch jederzeit detaillierte Auskünfte zu Geschäftsfällen möglich sein.

Grundlagen der Bewertung (Art. 960 ff. OR) Bei Aktiven, Fremdkapital, Aufwänden und Erträgen, stellt sich die Frage, zu welchem Wert sie gebucht und im Jahresabschluss aufgeführt werden sollen. Bei der Bewertung sind besonders die folgenden Gesetzesbestimmungen zu berücksichtigen:

96

Position

Bewertung

Anlagevermögen (Grundsatz)

Höchstens zum Anschaffungswert (Kaufpreis + Bezugs- und Einrichtungskosten) oder zu den Herstellkosten (Materialkosten + Fertigungskosten), immer abzüglich aller bisherigen Wertberichtigungen

Aktiven mit Marktpreis (Bsp.: Wertschriften)

Zum Marktpreis am Bilanzstichtag, abzüglich einer Wertberichtigung für zukünftige Marktpreisverluste.

Vorräte

Anschaffung- oder Herstellkosten, abzüglich Veräusserungskosten

Verbindlichkeiten (Schulden)

Zum tatsächlichen Wert am Bilanzstichtag

Rückstellungen

Zum Wert des erwarteten Mittelabflusses (Bsp.: Zukünftige Zahlung)


Ergänzende Vorschriften für börsenkotierte Unternehmungen

14.2 Ergänzende Vorschriften für börsenkotierte Unternehmungen Für Unternehmungen, deren Wertpapiere an der Börse gehandelt werden, gelten zusätzliche Rechnungslegungsvorschriften gemäss der Richtlinie Rechnungslegung (RLR) der Schweizer Börse, SIX (www.sixexchange regulation.com). Diese Richtlinie bezweckt, durch die Festlegung entsprechender Anforderungen an die Rechnungslegung, den Anlegern die Beurteilung der Qualität einer Unternehmung zu ermöglichen.

14

Die RLR fordert unter Anderem auch die Einhaltung allgemein akzeptierter Prinzipien der Rechnungslegung (GAAP; Generally Accepted Accounting Principles):

Rechnungslegung & stille Reserven

IFRS Die Abkürzung IFRS steht für die International Financial Reporting Standards, welche vom IASB (International Accounting Standards Board) stammen. > www.ifrs.org Swiss GAAP FER Standards der Stiftung für Fachempfehlungen zur Rechnungslegung. > www.ifrs.org US GAAP FER Accounting Standard Codification des Financial Accounting Standards Board (FASB) sowie der U.S. Securities and Exchange Commission. > www.fasb.org

97


Geldflussrechnung

20.1 Geldflussrechnung Eine Unternehmung bekommt regelmässig Geld von Kunden oder Kapitalgebern und muss davon ihre Lieferanten, Mitarbeiter etc. entschädigen. Im Idealfall decken die Zahlungseingänge die Zahlungsausgänge, sodass die Unternehmung nur wenig Kapital in Geld unwirtschaftlich anlegen muss. Das Rechnungswesen muss Entscheidungsgrundlagen zur Koordination und Planung dieser Geldflüsse aufbereiten. Zu diesem Zweck zeigt das Rechnungswesen in der Geldflussrechnung, aus welchen Bereichen der Unternehmung während einer bestimmten Periode Geld zufliesst oder abfliesst. Die Geldflussrechnung ist nebst der Bilanz und der Erfolgsrechnung die dritte Abschlussrechnung. Unter dem Begriff Geld werden vorliegend Bestände auf den Konten Kasse, Post oder Bank verstanden (Fonds Geld). Geldflüsse in drei Bereichen der Unternehmung In einer Unternehmung können alle Geldflüsse in drei Bereiche aufgeteilt werden: Bereiche 1

Beispiele

Geschäftsbereich (Cashflow) Geldflüsse aus erfolgswirksamer Geschäftstätigkeit þ Veränderung Erfolgskonto (Aufwand/Ertrag) þ Veränderung Geldkonto Bilanz

20

Text

Soll

Haben

Barkauf Handels-

Aufwand

Kasse *

Bank *

Ertrag

Text

Soll

Haben

Kauf Fahrzeug

Fahrzeuge

Bank *

Bank *

Mobilien

Text

Soll

Haben

Rückzahlung

Hypothek

Bank *

Bank *

Aktienkapital

waren

Erfolgsrechnung

Geld

Aufwand

Ertrag

Verkauf Handelswaren gegen Bankzahlung * Geld

Geldflussrechnung

2

Investitionsbereich Geldflüsse aus Käufen oder Verkäufen von Anlagevermögen: þ Veränderung Konto im Anlagevermögen þ Veränderung Geldkonto

gegen Bankzahlung

Bilanz

Barverkauf von

Geld

Mobilien

Anlagevermögen

3

* Geld

Finanzierungsbereich Geldflüsse aus der Beschaffung oder Rückzahlung von Fremd- oder Eigenkapital: þV  eränderung langfristiges Fremdkapital oder Eigenkapital þ Veränderung Geldkonto (Kasse/Post/Bank)

lf. FK EK

312

Bankeinlage Aktionäre

Bilanz Geld

Hypothek

* Geld


Geldflussrechnung

1.

Zahlungen von Kunden 400

2.

Zahlungen an Warenlieferanten 250

3.

Bankzahlungen der Löhne 100

4.

Barauslagen für übriger Betriebsaufwand 30

5.

Kauf Fahrzeug gegen Bankzahlung 7

6.

Barverkauf Maschine 3

7.

Rückzahlung Hypothek 12

8.

Einzahlung Aktiennennwerte 5

$ 5

Methodenlehre

Beispiel – Geldflussrechnung Die nachstehende Geldflussrechnung ist anhand der folgenden Informationen erstellt worden.

Geldflussrechnung 2016

Geschäftsbereich (Cashflow) 1.

Zahlungen von Kunden

400

2.

Zahlungen an Lieferanten

− 250

3.

Zahlungen an das Personal

− 100

4.

Zahlungen für übriger Betriebsaufwand

20

− 30 20

Geldflussrechnung

Cashflow

Investitionsbereich 5.

Zahlungsausgang für Kauf Fahrzeug

6.

Zahlungseingang Verkauf Maschine

−7 3

Netto-Geldabfluss

−4

Free-Cashflow *

16

Finanzierungsbereich 7.

Rückzahlung Hypothek

− 12

8.

Aktienkapitalerhöhung

+5

Netto-Geldabfluss

Zunahme Geld

−7

9

* Free Cashflow Der Free Cashflow bezeichnet den Cashflow, welcher nach den Netto-Investitionen noch übrig bleibt und potenziell an die Eigentümer ausgeschüttet (Bsp. Dividenden) werden könnte.

313


Geldflüsse ermitteln

20.2 Geldflüsse ermitteln Um Geldflüsse in der Geldflussrechnung einordnen zu können, muss bestimmt werden, ob sie aus Geschäfts-, Investitions- oder Finanzierungstätigkeit erfolgt sind (3 Bereiche der Geldflussrechnung). Je nach Ausgangslage erfordert dies eine Betrachtung des Geschäftsfalls über mehrere Konten hinweg. Geldfluss beim Einkauf von Handelswaren Handelswaren

Warenaufwand

Geld

AB

AB Bareinkäufe

Zahlungen

Verbindlichkeiten LL AB Krediteinkäufe Lagerabnahme

20 Lagerzunahme

Geldflussrechnung

Lagerabnahme

Zahlungen Verbindli.

Zahlungen

SB

SB

Lagerzunahme SB

314

Krediteinkäufe

Saldo


Geldflüsse ermitteln

$ 5

Beispiel – Geldfluss beim Einkauf von Handelswaren Ausgangslage 200

2

 Veränderung Handelswaren

− 10

3

 Veränderung Verbindlichkeiten

− 60

Wie viel Geld ist abgeflossen?

 1  

200

2

− 10

3

+ 60

Methodenlehre

  1  Warenaufwand

250

Wie hoch sind die Zahlungen an Lieferanten? Antwort: 250

Handelswaren

Warenaufwand

Geld

AB15

AB400

20

50

50

Verbindlichkeiten LL 3

10

SB5

2

140

10

1

S200

3

200

200

SB20

SB150

Geldflussrechnung

140

AB80

315

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