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Uns gibt es schon 100 Jahre! e! KLuG sagt Danke und lädt Sie ein, auch in Zukunft gemeinsame Wege zu gehen sowie in dieser Spezialausgabe des Magazins mit uns auf unsere Geschichte zurßckzublicken.

100 KLuG Das Magazin, Spezialausgabe

Jahre KLuG Krankenversicherung


KLuG Das Magazin, Spezialausgabe

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Impressum KLuG Magazin Herausgeberin KLuG Krankenversicherung KLuG Das Magazin erscheint dreimal jährlich, Mitgliederzeitung. Sonderausgabe 100 Jahre KLuG Krankenversicherung Redaktion Odette Hänsli, KLuG Krankenver­ sicherung, Gubelstrasse 22 / 6300 Zug / Telefon 041 724 64 00, Fax 041 724 64 01 Text, Gestaltung Creafactory®, Zug Druck PrintCenter Hergiswil AG, Nidwalden

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Editorial Liebe KLuG­Versicherte Liebe Geschäftspartner und Freunde Am 1. April wird KLuG 100 Jahre alt. In dieser Ausgabe halten wir Rückschau auf unsere bewegte Geschichte, geben Ausblick auf ihre nächsten Kapitel und werfen einen Blick hinter die Kulissen der KLuG Krankenversicherung. Dass KLuG trotz ihrer 100 Jahre keine alte Dame ist, liegt daran, dass sie sich immer wieder erneuern musste. Sie hat die schweren Nachkriegszeiten, Epidemien und Gesetzesrevisionen überstanden und beim Übergang von der Betriebskrankenkasse zur öffentlichen Krankenkasse einen tiefgreifen­ den Wandel vollzogen. Dass wir angesichts eines kontinuierlichen Rückgangs der Krankenkassen seit den 1960er Jahren immer noch am Markt sind, ist nicht selbstverständlich. Deshalb möchten wir unseren Partnern und Wegbegleitern danken, vor allem aber Ihnen, liebe Versicherte. Wir bedanken uns herzlich für Ihre Treue und werden uns sehr gerne auch weiterhin dafür engagieren, qualitätsvolle Leistungen für Sie zu erbringen.

Martin Suter Präsident


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Jahre ist das Durchschnittsalter der bei KLuG versicherten Personen.


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Landis & Gyr «Bedingungen schaffen, bei denen sich der arbeitende Mensch am wohlsten fühlt», war ein erklärtes Anliegen der Landis & Gyr AG unter Führung ihrer Gründer Heinrich Landis und Karl Heinrich Gyr. Der einst grösste Arbeitgeber im Kanton Zug erfüllte seine soziale Verantwortung auch in Krisenzeiten vorbildlich. Er war zurückhaltend mit Lohn­ senkungen und dem Abbau sozialer Zuwen­ dungen, erreichte dank optimierter Produk­ tionsmethoden und motivierter Arbeitskräfte aber stets eine hohe Produktivität. Bis in die 1960er Jahre war Zug der am stärksten in­ dustrialisierte Kanton der Schweiz. Landis & Gyr hatten aus der kleinen Voralpenstadt Zug einen international bekannten Wirtschafts­ standort gemacht. 1918: Gründung der Krankenkasse In den 1920er Jahren arbeitete jeder achte Zuger bei der Landis & Gyr und kam in den Genuss weitreichender Wohlfahrts­ massnahmen. Schon 1906 führte das Unter­ nehmen als eines der ersten in der Schweiz den freien Samstagnachmittag ein. Seit 1915 gab es den «Angestellten­ und Arbeiterfonds zur Unterstützung bei unverschuldeter wirt­ schaftlicher Bedrängnis», 1918 wurde eine Wohlfahrtsabteilung geschaffen und im sel­ ben Jahr die heutige KLuG Krankenversiche­ rung als obligatorische «Krankenkasse der Arbeiter, Arbeiterinnen und Angestellten der Firma Landis & Gyr AG» gegründet.

in einer neuen Kantine Suppe und heisse Würstchen kaufen oder mitgebrachte Spei­ sen wärmen. Ein reichhaltiges Mittagessen zu niedrigen Preisen wurde im Gemeindehaus «Falken» angeboten, das die Landis & Gyr AG mitfinanzierte. Dort stand der Arbeiterschaft auch eine Lesestube zur Verfügung. Ferner gehörten eine Bibliothek, Näh­ und Kochkur­ se, eine Gemüse­ und Obstdörranlage sowie ein Tennisplatz zum «Wohlfahrtsuniversum» der Landis & Gyr. Besonders beliebt waren die Abgabe von Lebensmitteln und Brenn­ material zu niedrigen Preisen sowie die Ver­ pachtung von Pflanzlandparzellen. Und als sich mit wachsenden Mitarbeiterzahlen in den 1920er Jahren die Wohn­ und Transport­ probleme verschärften, setzte sich die Ge­ schäftsleitung bei den SBB sowie Tram­ und Busbetreibern für bessere Verbindungen ein und organisierte mit firmeneigenen Autobus­ sen den Transfer in schlecht erschlossene Dörfer. ›

Im «Wohlfahrtsuniversum» Dem Ernährungsnotstand nach dem Ersten Weltkrieg begegnete die Landis & Gyr mit einem weiteren Ausbau der sozialen Massnahmen. Die Wochenarbeitszeit sank von 54 auf 48 Stunden, unterernährten Ar­ beitern offerierte man eine halbstündige Frühstückspause mit drei Dezilitern warmer Milch und zur hygienischen Fürsorge wurde eine Badeanstalt mit Wannen und Duschen eingerichtet. Ab 1923 konnten die Arbeiter

Motivierte Arbeitskräfte: Neben optimierten Produktionsmethoden und einem stetigen Ausbau sozialer Massnahmen gehörten zur Landis & Gyr Mitarbeitereinrichtungen wie z. B. eine Bibliothek, Näh- und Kochkurse, eine Gemüse- und Obstdörranlage und ein Tennisplatz.

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Landis & Gyr 7


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In den 1920er Jahren ging die Landis & Gyr AG zur seriellen Massenproduktion Ăźber. 1926 wurde eine Lehrlingswerkstatt erĂśffnet und es wurden Produktionsmethoden umgesetzt, die man zeitgleich in den amerikanischen Ford-Werken entwickelte.


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Der Mensch hinter der Arbeitskraft 1911 holten Landis & Gyr ihren Schul­ freund Fritz Schmuziger mit ins Boot. Der di­ plomierte Maschinentechniker sah stets den Menschen hinter der Arbeitskraft und prägte das Unternehmen als Fabrikdirektor mass­ gebend. Man müsse «die Seele des Men­ schen zu erfassen suchen, um jene Arbeits­ bedingungen zu schaffen, bei denen sich der arbeitende Mensch am wohlsten fühlt», war Schmuzigers Überzeugung. Er entwickelte Stühle mit verstellbaren Rückenlehnen, hö­ henverstellbarem Sitz, Fussrasten und Arm­ lehnen und richtete die Werkbänke so ein, dass man in natürlicher Haltung daran arbei­ ten konnte. Um eine positive Stimmung zu erzeugen, liess er die schwarzen Werkzeug­ maschinen in jenem grau­grünen Farbton streichen, der später vom Normenbüro des Vereins Schweizer Maschinenindustrieller zum Standard erhoben wurde. In den 1920er Jahren ging die Lan­ dis & Gyr AG zur seriellen Massenproduktion über. Gab es bis dato nur eine Unterweisung am Arbeitsplatz, führte Schmuziger Eignungs­ prüfungen durch, um «den rechten Mann am rechten Platz» zu beschäftigen. 1926 eröffne­ te er eine Lehrlingswerkstatt. Mit Zeitstudien optimierte Schmuziger die einzelnen Arbeits­ schritte und setzte jene Produktionsmetho­ den um, die man zeitgleich in den ameri­ kanischen Ford­Werken entwickelte. Dabei behielt er immer das Wohl der Arbeiter im Auge. Er richtete eine Arbeitersprechstunde ein und gestaltete Dienstreglemente so, dass sie die «Entfaltung von Kräften» erlaubten, Raum zum Mitdenken boten und die Möglich­ keit des Aufstiegs gewährten.

Unternehmen wie der Landis & Gyr hoch an­ rechnen, die noch mangelnden sozialen Ein­ richtungen mit betriebsinternen Angeboten kompensiert und dabei hohe Massstäbe für einen zukünftigen Wohlfahrtsstaat gesetzt zu haben. Nach Karl Heinrich Gyr erschöpft sich echtes schweizerisches Unternehmertum denn auch nicht im Gewinnstreben, sondern sieht im Engagement für das Wohl der Mit­ arbeiter «eine hohe kulturelle Mission».

Historie 1904 übernahm der Elektroingenieur Heinrich Landis aus Richterswil das «Electro­ technische Institut Theiler & Co.», das seit der Gründung im Jahr 1896 rund 10 000 Stück seiner patentierten Elektrizitätszähler für Wechselstromanlagen abgesetzt hatte. Lan­ dis entwickelte den Elektrizitätszähler weiter und baute die Produktion aus. Als die Nach­ frage so gross wurde, dass er Bestellungen abweisen musste, wandte er sich an seinen ehemaligen Schulkollegen von der Zürcher Industrieschule, den promovierten Elektro­ chemiker Karl Heinrich Gyr. Am 1. Dezember 1905 trat Gyr als Kollektivgesellschafter in die Firma «Landis & Gyr, vormals Theiler & Co.» ein, die ab 1907 unter dem Namen «Landis & Gyr» firmierte. 1924 beschäftigte die Landis & Gyr AG an ihrem Hauptsitz in Zug 1‘100 Personen. Nach dem weiteren Ausbau der Produktion und einem stetigen Wachstum bis in die Mitte der 1970er Jahre wechselte das Unterneh­ men mehrfach seinen Besitzer. 2008 wurde es von Toshiba gekauft und 2017 zurück an die Schweizer Börse ge­ bracht. Heute firmiert es unter dem Namen Landis+Gyr. Landis+Gyr beschäftigt rund 5‘900 Mitarbeitende an mehr als 70 Stand­ orten in über 30 Ländern und ist Marktführer im Smart Metering.

Auf kultureller Mission Das Wohlfahrtswesen der Landis & Gyr AG hatte den Zweck, notleidenden Ar­ beitern zu helfen und ihre Arbeitskraft zu erhalten, aber auch erzieherisch auf sie ein­ zuwirken. Davon zeugen Einrichtungen wie die Eheberatungsstelle, die «Aufklärung über Gesundheitspflege, Anstand und Höf­ lichkeit» in der Frühstückspause oder die Betriebszeitung «Schwizerhüsli – Sonntags­ blatt zur Unterhaltung und Belehrung». Aus heutiger Sicht griffen diese Einrichtungen zu weit ins Privatleben ein. Hält man sich aber die Strukturen eines Landes im Übergang von der bäuerlichen Gemeinschaft zur In­ dustriegesellschaft vor Augen, muss man es 9


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«Tradition verpflichtet.» Interview mit Yvonne A. Dempfle, Geschäftsführerin der KLuG Krankenversicherung Im Gründungsjahr der KLuG Kranken­ versicherung gab es rund 800 Krankenkas­ sen in der Schweiz, 1980 waren es noch 555, heute sind es 54. Woran liegt es, dass sich die kleine und inzwischen einzige Zuger Kranken­ kasse KLuG bis heute behaupten konnte? In ihren 100 Jahren sah sich KLuG mit den verschiedensten Herausforderungen konfron­ tiert. Gleich im Gründungsjahr waren wir mit einer Grippeepidemie konfrontiert und auch während den Zwischen­ und Nachkriegsjah­ ren gab es Krankheitswellen, die hohe Kos­ ten verursachten. Vielleicht haben uns die schwierigen Anfänge gelehrt, besonders sorg­ fältig und vorausschauend zu wirtschaften, sinnvolle Kooperationen zu pflegen und im­ mer ein gutes Polster für Unvorhergesehenes anzulegen. Zum Beispiel? KLuG war immer am Puls der Zeit. So trat die Kasse allen wichtigen Verbänden bei und errichtete separate eigene Fonds, um ihre Mitglieder ohne namhafte Beitrags­ erhöhungen rundum abzusichern. Nach dem Beitritt zum Kantonalverband der zugeri­ schen Krankenkassen im Jahr 1919 erhielt KLuG zum Beispiel eine Grippe­Subvention. Die Zugehörigkeit zum Rückversicherungs­ verband des Konkordats Schweizerischer Krankenkassen – der heutigen führenden Branchenorganisation santésuisse – machte schon in den 1950er Jahren einen bedeuten­ den Leistungsausbau möglich. Welche Rolle spielte die Landis & Gyr AG? Das Wohl ihrer Betriebskrankenkasse lag der Landis & Gyr AG wirklich am Herzen. In Kri­ senzeiten sprang das Unternehmen mehr­

fach mit grosszügigen ausserordentlichen Zuwendungen ein und auch das damalige Leistungsspektrum zeugt von seinem grossen sozialen Engagement. Zum Beispiel gab es in früheren Jahren auch eine Sterbegeldversi­ cherung und einen Unterstützungsfonds für notleidende, ausgesteuerte Mitglieder. Noch heute besteht zwischen Landis+Gyr und der inzwischen öffentlichen KLuG Krankenversi­ cherung eine starke Verbindung. Wir residie­ ren im L+G­Gebäude und haben auch noch einige Taggeld­ und Kollektivverträge mit der Landis+Gyr. Ein bisschen sind wir also Be­ triebskrankenkasse geblieben. Rechtlich sind wir heute voneinander unabhängig. Mit dem neuen Krankenversiche­ rungsgesetz (KVG), das am 1. Januar 1996 in Kraft trat, kam für KLuG der Wandel von der Betriebskrankenkasse zur öffentlichen Kran­ kenkasse. Wie konnte KLuG diesen Wandel meistern? KLuG wollte einen speziellen Weg gehen und sich gemäss ihrem ersten Slogan «klein, stark und fein» als Nischenanbieter für 8‘000 bis 20‘000 Mitglieder etablieren. Dafür brauch­ ten wir für die Zusatzversicherungen einen starken, aber gleichberechtigten Partner, den wir 1997 in der grössten Schweizer Kranken­ kasse, der Helsana AG, fanden. So kann KLuG weiterhin sehr gute Produkte anbieten und von der Erfahrung der Helsana profitieren. KLuG steht für eine besondere per­ sönliche Betreuung. Das stimmt. Alle KLuG­Mitarbeiter verfügen über einen eidgenössischen Versicherungs­ ausweis und können jeden Fall von A bis Z be­ arbeiten. Wir erleben oft, dass uns Kunden, die aus Zug weggezogen sind, treu bleiben. 10


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Oder dass Kunden, die mal für ein Jahr bei ei­ ner anderen Kasse waren, zurückkehren, weil sie sich bei uns besser betreut fühlen. Und mit Betreuung meine ich sowohl die kompe­ tente Beratung durch den direkten Ansprech­ partner als auch die rasche Leistungsabrech­ nung und die prompte Auszahlung innerhalb von fünf Tagen. Sie sind seit 2007 bei KLuG, im Jahr 2012 haben sie die Geschäftsführung über­ nommen. Was hat sich in dieser Zeit verän­ dert? Vor zehn Jahren waren Abrechnungen auf Papier die Regel. Heute senden uns alle Spi­ täler und viele Hausärzte ihre Rechnungen elektronisch. Dank unseren Prüfprogrammen werden bereits über 60 Prozent der Belege automatisch abgerechnet, ohne dass ein Mit­ arbeiter etwas kontrollieren oder drucken muss. Das System kalkuliert die Leistungsab­ rechnung über Nacht, erstellt die notwendi­ gen Dokumente und bereitet die Zahlungen an die Leistungserbringer und die Versicher­ ten vor. Die Mitarbeiter haben so mehr Zeit, sich um all das zu kümmern, was heute noch nicht automatisch erledigt werden kann. Dank unserer modernen IT­Infrastuktur und den guten Programmen werden wir unsere Abrechnungs­Effizienz weiter steigern kön­ nen. So haben wir mehr Zeit für die Kunden­ betreuung. Verlagert sich das Geschäft dann mehr in Richtung Beratung? Die gute Beratung der Versicherten ist für eine kleine Krankenkasse sehr wichtig. Wir werben ja mit dem Slogan «Die Krankenkasse mit der individuellen Beratung». Leider mer­ ken die Versicherten oft erst nach einem Spi­ talaufenthalt, wie gut sie versichert sind. Zur guten Beratung gehört es auch, dass wir zum Beispiel Eltern auf die fehlende Zahnversi­ cherung ihrer Kinder ansprechen, bevor die teuren Rechnungen ins Haus flattern. Neben der Beratung haben wir auch den Auf­ trag, eingehende Leistungsabrechnungen zu kontrollieren, und wenn nötig Abklärungen vorzunehmen – ein Auftrag, zu dem uns das Krankenversicherungsgesetz verpflichtet.

Sind die Leute schlecht informiert? Wir stellen immer wieder fest, dass Versicherte ihre Krankenkassen­Policen nicht genau ansehen und erst bei einem Spitalauf­ enthalt merken, dass ihr Versicherungsschutz nur für die allgemeine Abteilung reicht.­ Gibt es auch Missbräuche? Ja die gibt es leider, aber die sind eher selten. Gegen Jahresende beobachten wir hingegen, dass einzelne Versicherte re­ gelmässig ohne medizinische Indikation für einen Checkup zum Arzt gehen. Dahinter steht oft der Gedanke, dass man die bezahlte Prämie noch nicht aufgebraucht hat. Dieses «Moral Hazard»­Verhalten gefährdet die Soli­ darität der Versicherten in der sozialen Kran­ kenversicherung. Aber so etwas gab es schon immer. Schon der Geschäftsbericht von 1919 beklagt, dass sich die Versicherten auch bei geringfügigen Krankheiten die Arztkosten zu 100 Prozent von der Krankenkasse zahlen › 11


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liessen. Das führte dazu, dass die Prämien im darauffolgenden Jahr gestiegen sind und die Versicherten ein Viertel der Kosten selbst tra­ gen mussten. Vielleicht werden die Kunden auch dazu erzogen, ihren Nutzen zu maximieren, wenn die Kassen mit billigen Prämien werben? Ja, das kann sein. Aber das ist natürlich ein Teufelskreis. Weil die Prämien steigen, will man so viele Leistungen wie möglich dafür beziehen, und weil so viele Leistungen be­ zogen werden, steigen die Prämien. Das ist gefährlich. Es gibt heute schon Kunden, die Mühe haben, ihre Prämien zu zahlen. Aber der Hauptgrund für steigende Prämien sind stets die steigenden Gesundheitskosten. Wie kann man den steigenden Ge­ sundheitskosten begegnen? Seit es Krankenkassen gibt, steigen die Kos­ ten für medizinische Leistungen jährlich um rund 4 Prozent. Es gibt zu viele Spitäler und während der Gesetzgeber versucht, im am­ bulanten Bereich mit sinkenden Tarifen ge­ genzusteuern, machen die Ärzte ihren Ver­ lust mit der Mengenausweitung wett, also mit Untersuchungen, die nicht notwendig sind. Auch eine Einheitskasse würde das Kosten­ problem nicht lösen, sondern nur auf die Ebe­ ne der Steuern verlagern. Ich befürchte, dass sich diese Entwicklung so lange fortsetzt, bis die Leute ihre Prämien nicht mehr zah­ len können. Das birgt sozialen Sprengstoff. In der Diskussion zur Rentenreform 2020 wurde deutlich, dass die Solidarität zwischen den Generationen abnimmt. Und Krankenkassen funktionieren eben auch nach dem Solidari­ tätsprinzip: Junge und Alte, Kranke und Ge­ sunde, Frauen und Männer – alle zahlen die­ selbe Prämie. Deshalb müssen wir die Kosten auf Seiten der Leistungserbringer in den Griff bekommen.

EKAS für eine gerechtere Kostenverteilung ein. Eine andere Entwicklung sind die zuneh­ menden Regularien im Bereich Datenschutz und Prozessrevision, die einen erhöhten Ver­ waltungsaufwand mit sich bringen. Wie begegnet KLuG diesen Heraus­ forderungen? Punkto Verwaltung waren wir immer bestrebt, uns so schlank und effizient wie möglich auf­ zustellen, so dass wir mit dem Mehraufwand, den neue Vorschriften verursachen, gut zu­ rechtkommen. Viele kleine Krankenkassen haben das in den letzten Jahren nicht ge­ schafft und mussten schliessen. Heute ha­ ben wir 54 Krankenversicherer in der Schweiz, vor zwanzig Jahren waren es doppelt so viele. Eine kleine Kasse mit 200 Versicherten kann sich den Verwaltungsaufwand heute einfach nicht mehr leisten. Wie geht KLuG in die Zukunft? Wir sind mit unseren Produkten und unserer Verwaltung sehr gut aufgestellt und für die Zukunft gewappnet. Zurzeit prüfen wir ein alternatives Modell, das wir neben der Grundversicherung anbieten möchten. Diese alternative Grundversicherung kombiniert das Telmed­ mit dem HMO­Modell und gibt den Kunden mehr Flexibilität. Wir wollen das Modell in Kooperation mit einer Arztpraxis ab 2019 zunächst in Zug anbieten. Gibt es ein Credo, dem Sie mit KLuG folgen? «Nicht so viel wie möglich, sondern so viel wie nötig». Das heisst, wir wollen nur echte Risi­ ken versichern und unseren Kunden das ver­ kaufen, was sie wirklich brauchen. Ganz im Sinne unserer Gründerväter Landis & Gyr füh­ len wir uns der sozialen Krankenversicherung – beheimatet im Kanton Zug – verpflichtet.

Welche Trends gibt es sonst noch im Versicherungsmarkt? Ein Trend geht in Richtung vermehrter am­ bulanter Behandlungen. Dabei zahlt der Ver­ sicherer die vollen Kosten, wohingegen bei den stationären Behandlungen die Kosten zu 55 Prozent vom Kanton getragen werden. Dieses Ungleichgewicht lässt sich aus Sicht der Krankenversicherer nicht rechtfertigen. Deshalb setzt sich die Eidgenössische Ko­ ordinationskommission für Arbeitssicherheit 12

«E geh am Beh


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Ein Trend ht in Richtung mbulanter handlungen.»

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der bei KLuG versicherten Kinder trägt eine Zahnspange.


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6‘185

KLuG-Versicherte haben eine Brillenversicherung.


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1918 Gründung, 998 Mitglieder 1919 Beitritt zum Kantonalverband 1921 Familienversicherung, 185 Mitglieder 1928 Unterstützungsfonds für notleidende Mitglieder 1930 Brillenvergütung 1937 Tuberkulose-Fonds 1947 CHF 100‘000 Verlust durch Kriegsfolgen 1952 Namensänderung «Betriebskrankenkasse Landis & Gyr, Zug» 1958 Spitalzusatzversicherung 16


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1993 Markenregistrierung «KLuG Krankenversicherung» 1996 Öffentliche Krankenversicherung 1997 Partnerschaft mit Helsana 2002 Gründung der KLuG Stiftung 2008 comparis Bestnote für Kundenzufriedenheit 2012 comparis Auszeichnung für höchste Effizienz 2018 100 Jahre, einzige Krankenkasse in Zug 17


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Nur 30% gehen an Gesundheitsdienstleister Verteilung der Kosten 1918

2%

7%

Div. Unterstützungskosten Verwaltungskosten

6%

Spitalaufenthalte

6%

Medikamente

18% 18 % Arztkosten

Krankengelder*

*Direktzahlungen an Kranke

Quelle: Statistisches Jahrbuch der Schweiz 1919

52% für Arzt- und Spitalkosten Verteilung der Kosten 1998

10% 10 %

25% 25 %

Übrige Kosten

Spitalaufenthalte

19% 19 %

Medikamente

9%

9%

Pflegeheim/Spitex

Spital ambulant

Arztkosten Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2016, BAG

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Ambulante Eingriffe werden wichtiger Verteilung der Kosten 2017

22% 22 %

11% 11 %

Ăœbrige Kosten

Spitalaufenthalte

18% 18 %

Medikamente

9%

Pflegeheim/Spitex

17% 17 %

Spital ambulant

Arztkosten

Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2016, BAG

Vom Bund anerkannte Krankenkassen 1918-2017 1200 1000 800 600

EinfĂźhrung Krankenversicherungsgesetz (KGV)

400 200 0 1918 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2017

Quelle: div. Statistiken der obligatorischen Krankenversicherung, BAG

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2‘062 100 Jahre KLuG

KLuG-Versicherte sind unter 18 Jahre alt.


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Im Gespräch «Ich möchte zu Frau Peon bitte». Marleen Peon betreut KLuG­Kunden, deren Namen mit den Buchstaben A, L, P, R, F oder V beginnen. Gut für Herrn Rothacher. Der Pensionär bringt jede Rechnung persön­ lich vorbei, weil er das Gespräch mit seiner persönlichen Beraterin geniesst. Hat Herr Rothacher die Grippe gut überstanden? Wie geht es Frau Peons Kind? … Die Versiche­ rungsberater der KLuG Krankenversicherung nehmen sich Zeit für ihre Kunden. Wer kurz reinschaut, um Guten Tag zu sagen, ist will­ kommen. Wer unangemeldet auftaucht, um allfällige Versicherungslücken in den Blick zu nehmen, natürlich auch. Das ist nicht bei je­ der Krankenkasse der Fall. Die Kundenbera­ terinnen Marleen Peon und Christa Ferragina arbeiten seit fünf Jahren bei KLuG und waren davor bei grossen Krankenversicherungen tä­ tig. Sie sind sich einig: die abwechslungsrei­ che Arbeit und den Kundenkontakt bei einer kleinen Krankenkasse wie KLuG möchten sie nicht mehr missen. Bei KLuG ist jeder Berater bestens ausgebildet. Während die Versicherungs­ fachleute der grossen Versicherungen nur in einem einzigen Bereich tätig sind, bearbeiten bei KLuG alle Berater sämtliche Bereiche, wie «Ambulante Behandlungen», «Spital­ aufenthalte», «Alternativmedizin», «Unfall­ versicherung», «Apotheken», «Reha» etc. Dadurch ist die Arbeit immer abwechslungs­ reich und spannend und die Berater können ihren Kunden umfassend Auskunft geben. Vor allen wichtigen Übergängen, z. B. in die Volljährigkeit oder in die Pension, werden die KLuG­Kunden angeschrieben und über ihre neue Situation informiert. In anderen Fällen wird proaktiv über Versicherungslücken auf­ geklärt. Braucht die Hausfrau vielleicht eine Taggeldversicherung? Das Kind eine Zahn­ zusatzversicherung? Und denken Sie bei der Familienplanung daran, dass zwischen dem Abschluss einer Zusatzversicherung und der Schwangerschaft 365 Tage liegen müssen … Die guten Beratungsleistungen der KLuG Krankenversicherung haben sich he­ rumgesprochen. Viele Expats kommen vor­ bei, um sich ganz allgemein über das Schwei­ zer Gesundheitssystem zu informieren. Und da bei KLuG nicht nur deutsch, sondern auch englisch, französisch, italienisch, spanisch und portugiesisch gesprochen wird, sind sie hier an der richtigen Adresse. «Vielleicht ver­

wöhnen wir unsere Kunden auch ein biss­ chen», gibt Frau Ferragina zu. «Wer auf dem Konsulat plötzlich feststellt, dass er seine Versicherungsbestätigung vergessen hat, ruft uns an und sagt ‹Ich brauche sie in zehn Mi­ nuten›». Die beiden Frauen lachen, denn zum Glück ist das nicht die Regel.

Einblick

Marleen Peon (oben) und Christa Ferragina


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Die Versicherungsberater der KLuG Krankenversicherung nehmen sich Zeit fĂźr ihre Kunden. Die guten Beratungsleistungen der KLuG haben sich herumgesprochen, auch viele Expats kommen vorbei, um sich ganz allgemein Ăźber das Schweizer Gesundheitssystem zu informieren.

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Ausblick 24


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Rückblick, Ausblick Wenn eine Krankenversicherung seit 100 Jahren am Markt ist, hat sie eine wech­ selvolle Geschichte erlebt. Nicht nur die Branche, die Wirtschaft, das Land – die ganze Welt hat sich verändert. Von der Elektrifizierung zur künstli­ chen Intelligenz 1918, im Gründungsjahr der damaligen «Kran­ kenkasse der Arbeiter, Arbeiterinnen und An­ gestellten der Firma Landis & Gyr AG», hatte die Elektrifizierung der Schweiz noch nicht alle Privathaushalte erreicht. Das Frauen­ stimmrecht lag in einer fernen Zukunft und der Versorgungsnotstand nach dem Ersten Weltkrieg brachte Arbeitslosigkeit und Ar­ mut mit sich. Einhundert Jahre später sind wir digital vernetzt und testen selbstfahrende Autos. Die Bevölkerung hat sich nahezu ver­ dreifacht, in Zug sogar vervierfacht. Zug ent­ wickelte sich vom Armenhaus zum reichsten Kanton und geniesst als Wirtschaftsstandort internationales Renommee. Auch der Versicherungsmarkt hat sich verändert. Damals versicherten die meist als Hilfsvereine organisierten Krankenkassen auch Alter, Individualität, Tod und Arbeits­ losigkeit. Gab es 1918 über achthundert sol­ cher Kassen, setzte in den 1960er Jahren ein Konzentrationsprozess ein. 1990 waren noch 246 Krankenkassen tätig, heute sind es 54. Eine davon ist KLuG. In ihren einhun­ dert Jahren hat KLuG die Spanische Grippe, Kinderlähmung und Tuberkulose überlebt, die schwierigen Zeiten nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg gemeistert und den Übergang von der Betriebskrankenkasse zur öffentlichen Krankenkasse vollzogen. Von der «Krankenkasse der Arbeiter, Arbeiterinnen und Angestellten der Firma Landis & Gyr AG» wurde sie 1952 zur «Betriebskrankenkasse Landis & Gyr, Zug», bevor sie sich 1992 als heutige Marke «KLuG Krankenversicherung» registrieren liess. Von der Betriebskrankenkasse zur öf­ fentlichen Krankenkasse Eine der grössten Herausforderungen ihrer Geschichte kam 1996 in Form des neuen Krankenversicherungsgesetzes (KVG) auf KLuG zu. Da mit der Einführung der obligato­ rischen Krankenpflegeversicherung (Grund­ versicherung) allen Personen, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben, alle Kassen 25

offenstehen, musste KLuG von der Betriebs­ krankenkasse zur öffentlichen Krankenkasse mutieren. Während KLuG früher vier bis fünf Versicherungsklassen anbot, unterscheidet die Grundversicherung heute nur noch zwi­ schen Kindern, Jugendlichen in Ausbildung und Erwachsenen. Sie sieht eine Einheitsprä­ mie vor und definiert einen Leistungskatalog. Die staatlichen Subventionen an die Kassen sind weggefallen. Und während die obligato­ rische Krankenversicherung dem Schweizeri­ schen Sozialversicherungsgesetz untersteht, unterliegen die Zusatzversicherungen dem Privatversicherungsrecht. Kurz: KLuG musste sich in jeder Hinsicht neu aufstellen. Als Be­ triebskrankenkasse, die immer auf die Unter­ stützung der Landis & Gyr zählen konnte, war für KLuG schnell klar, dass sie auch im freien Markt Partner brauchen würde. Seit 1997 arbeitet KLuG erfolgreich mit verschiedenen Partnern im Bereich der Zusatzversicherun­ gen zusammen: KLuG kann die Infrastruk­ turen der Partner nutzen und weiterhin eine breite Produktpalette zu vernünftigen Preisen anbieten; umgekehrt profitieren die Partner von KLuG, die als kleine Krankenkasse nä­ her am Kunden ist, Trends und Bedürfnisse schneller erkennt und sich gut als Testmarkt eignet. Bereit für die nächsten Kapitel Mit dem Übergang zur öffentlichen Krankenkasse rückte für KLuG auch das Marketing in den Fokus. Gemäss ihrem ers­ ten Slogan «klein, stark und fein» wollte sie sich als kleine, beratungsstarke Qualitäts­ krankenkasse in einer Nische des schnell­ lebigen Marktes positionieren. Das hat sie längst geschafft. Sie fällt durch innovatives Marketing auf und überzeugt mit ihren Leis­ tungen. 2009 wurde KLuG für die Schweizer Marketing­Trophy nominiert, 2008 belegte sie in einer Comparis­Umfrage den ersten Platz in der Kategorie Kundenzufriedenheit und 2012 wurde sie als effizienteste Kranken­ kasse ausgezeichnet. Mit modernen Verwal­ tungsstrukturen, Kostenkontrolle und einem umsichtigen Leistungsmanagement beweist KLuG, dass sich Qualität nicht zwangsläufig in hohen Prämien spiegelt, wohl aber in hoch­ wertigen Produkten und einem guten Service. Qualität, Effizienz und vorausschauende Un­ ternehmensentwicklung haben die Erfolgsge­ schichte der KLuG Krankenversicherung ge­ schrieben. Die nächsten Kapitel folgen.


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9‘529

Personen sind aktuell bei KLuG versichert.


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Zimmer Drei ­ Grüezi. Wie geht‘s? ­ Geht schon. ­ Skiunfall? ­ Auto. Schleudertrauma. ­ Schleudertrauma … Hab ich nie verstanden, den Begriff. Das ist doch eine Prellung der Halswirbelsäule, oder? ­ Hmhm. ­ Und dann hat man Kopfschmerzen, Übelkeit und so. Ist Ihnen übel? ­ Hm. ­ Aha. Also. … aber ein Trauma ist doch etwas im Kopf, nicht am Kopf. Da sieht man immer wieder dieselben Bilder. So blitzartig. Sehen Sie so was? ­ Nein. ­ Sehen Sie. Warum heisst das Schleudertrauma dann also Trauma? Vielleicht wird Ihnen blitzartig übel? ­ Reden Sie immer so viel? ­ Tut mir leid. Ich lasse Sie jetzt in Ruhe. … Das ist aber auch langweilig mit dem blöden Gips ... Hoi Urs, wie häsch es? Im Spital! Was? Nein, im Spital! Ja. Bein gebrochen beim Snowboarden. So blöd! Jetzt liege ich hier rum. Für vier Wochen! Sch**** mi a! Du Urs, ich muss Schluss machen, die Stationsschwester kommt. Ciao­ciao. ­ Grüezi mitenand. Wie geht’s uns denn? Herr Brun, haben Sie sich überlegt, ob Sie in ein Einbettzimmer möchten? Sie haben ja HOSPITAL FLEX. ­ Nein danke, ist super hier. Alleine wäre es ja viel zu langweilig. Und der Herr … Wie heissen Sie eigentlich? … ist doch sehr nett. ­ Aber ich. ­ Wie bitte? Was meinen Sie, Herr Amann? ­ Ich möchte in ein Einbettzimmer. Ich habe nämlich auch HOSPITAL FLEX.

Short Text: Claudia Gratz

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