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Liebe Leserin, Lieber Leser, Es ist mir natürlich ein großes Vergnügen Sie Ausgabe für Ausgabe persönlich ansprechen zu dürfen, aber mal ganz ehrlich: Haben Sie mein Editorial jemals wirklich gelesen? Sie müssen nicht antworten und schon gar nicht ehrlich, weil Sie vermutlich ja nicht einmal diese Frage gelesen haben. Aber mit wem versuche ich dann an dieser Stelle zu kommunizieren? Hm. Kommunizieren trifft’s wohl nicht, monologisieren schon eher. Und dafür ist ein Gegenüber nicht unbedingt notwendig, oder? Wie dem auch sei (solche Floskeln sind in einem ewig ungelesenen Text durchaus okay), man muss den leeren Raum im Blatt irgendwie füllen und eine erste Seite mit Blindtext wäre auch peinlich (den erkennt man ja auf den ersten Blick). Ganz was anderes: Wussten Sie, dass man Malzkaffee auch Muckefuck nennt? Vermutlich nicht. Kein Problem. Ich auch erst seit heute. Interessant auch, dass Napoleon damit zu tun hat, aber politisch will ich jetzt nicht werden. Mahlzeit und Prost, Euer monaco.


Index

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das vierblĂŚttrige c l o b l at t


Ariel du Schlampe (Ich kann sie nicht leiden) / Florentina Margarita Illu: Janina Kepczynski

Ihr Delphin ist schneller, Ihr Haar ist dichter und heller. Ihr Auftreten peinlich und gegen mich greller, Ich geb’s zu, ihr Muschelkettenstil ist aktueller. Doch hey, mein Tauchstil so viel individueller. Und mein Walten unter Wasser viel essentieller. Wenn sie schwimmt oder ein Buch liest, Kommt sie nicht einen Meter von der Stelle. Ich dagegen bin Athletin und Intellektuelle. Sie ist so eine typische Mitmeerprovinzielle. Pflegt ihr Haar mit ’ner Spülung aus ’ner Süßwasserquelle. Ariel, hör auf mir meine Schuppen zu klaun. Ich würd dir so gern eins in die Flosse haun. Alle in der Unterwasserwelt lieben deine rote Frisur. Dein schrilles Lachen und deine Meerjungfrauenfigur. Sogar Neptun, liebt dich heiß, mein Ehemann! Ach bitte, föhn dich unter Wasser und fang gleich damit an.


Klogeschichte von Pepi / Elisabeth Schöffl-Pöll

Pepi ist in der Bar daheim. Eigentlich ist er bei seiner Mama daheim, doch ein vierzigjähriger Mann ist bei seiner Mama nicht mehr richtig daheim, auch wenn er noch daheim wohnt. Er kriegt kaum Atem, wenn er bei ihr daheim ist. So geht Pepi in die Bar, wo er daheim ist. Diesmal schüttet er wieder zu viel in sich hinein und dazu noch den Rotwein über sein Sacco, ohne das er nicht in die Bar geht, ohne das er aber trinkt. Er legt es aus diesem Grund auf die Bar neben sich. Und da gießt sich eben der Rotwein aus dem Glas, das er mit dem Ellbogen umstößt, über das feine Seidenfutter des grauen Saccos. Das will der Pepi jetzt selber ausbaden und geht die Stufen hinunter zur Klofrau. Einen Stock tiefer. Er gibt gutes Trinkgeld schon im Vorhinein. Dann geht Pepi wieder hinauf in die Bar und wartet. Die Klofrau kommt mit Kübel und Lappen. Aber sie geht an ihm vorbei. Sie geht hinauf.

Weil Pepi gesagt hat, oben. Oben ist ausgeschüttet worden, hat er gesagt. Oben ist das Lokal und unten die Bar und ganz unten das Klo. Die Klofrau bekommt mehr Trinkgeld als die Barfrau und viel mehr als die Servierfrau. Mittlerweile arbeitet sich der Rotwein überall durch: durch das feine Sacco, das Barholz, den Barhocker, den Teppich. Die Klofrau kommt nicht in die Bar.  Später muss der Pepi mal. Man hat alles in Alu ausgestattet. Das Duftgemisch läuft in dem kreisförmigen Alubehälter eine Runde, damit man dessen Zusammensetzung fein in die Nase bekommt. Neben ihm muss anscheinend auch jemand. Er hört das Wasser fließen. Macht einen verstohlenen Blick hinüber. Sieht rote Gummihandschuhe. Es ist die Klofrau, die sein Trinkgeld hat und gerade das zweite Pissoir putzt. Das zweite neue Pissoir aus Alu, das den Duft so wundersam konserviert.


Da gedanke zu wider Robert Schroll / Manchmal wenn ich mit mir alleine bin trägt es Mich zu Dass ich abschweife irgendwie Längst war ich dort bin gewesen Da gedanke fliegt Auf zu mich Überwinde woanders bin Da gedanke schwebt bei Vor etwas angst hatte doch ich Weiß nicht mehr etwas Anderes Dachte doch ich Ich dachte Doch dachte ich Dachte klar war das vorher War ich bei mir Doch jetzt ich kreislauf Alles gleichlauf wiederlauf Immer gleichlaut kreislauf alles gleichlauf Wiederlauf Zu Wider

Frühling Brut Michaela Hinterleitner / Winterende: Haft-Entlassung aus der Kälte. Neuer Zellenblock: Frühlings-Haft. Frühlings-Haft-Entlassung: Raus aus dem Tiefschnee-Schlaf. Dornröschenhafte Murmeltiere: Reservespeck aufgebraucht. Tauchen an der Oberfläche auf: Tauen an der Oberfläche auf. Aprilsonne: Wärmt.


h. mic nd u u Fra n, h ine schö ässlic e f h u h ek c t a i o ch is W gn mli rb : es lee er jun d zie chön ann r h a n s d r u w e Jo e t n, l s ar w er a und uge r Bu l nA De rau w ar eh war w pe e F g r rd ge Stem n e i t Die ar so an ih R un ne s w ette ge be sie twa Rin st viol egra e r e f e g e fa ab e ti ten ut, rz, tief chwa chich enha e t t s S ch ha u, s en Sie elbla terst r Eide end n k r e u n e d st ie isi du rn Bru in d imme und ir e i s i d n b f sch svoll el. en isse r au von imni de chger Schlitz lüg e f i n e h e r w r ho en ge Libell e me ten r im wied ehal h wie i g g ank arti ffen pf s ruck am o mir o , n K e s a ls in u Ihr wurd walt g i p e las n, n Im und wei g ich g n , de erühre fen, z e h m sen h s c au te sie zu se te i u b schla erpas l z h r r h fü sie nnen cht v sta mic ent i nd ne om ken u Sie kö elle n M oh t c , n s t e e e u r lt ein szust s ist g Ha für au :E ihre los, e und and agen i n , H s sin ss S die ollte uf, da s war tehen wollte s w r r a e en ve te, ich asse n ih uss nicht h vo komm p w h ic ch s ic be ich er i de m n, wa ngst ers ab r A e ü nst h h e w e c f i t l s s e g , in si e er . Bu che hts och es hw ht v al h seitlic ren d nic wahrs ch nic m ann i i eg we ckte Vibrie e, b z und sagte tt en o och nd sa das rch t ha als u en und elehn schna ckt nten u n r e g zu ru pf Ko lieb e Summ enen ostig g Ihr r s i b a e d d n n nn er eu ine da durch üb me ie leis hrt lle, d a h n F c s u e si te da h, wie anz ltes an ic ie g er Ha e d te t r ir hr lös hö n w ach i auf e h ß n sa sic ge so bst lan ch, sel und nge u e a l r la e, el bis meine lang altest rlich, o e H s d t , h n u ge ep e, läc lan Konz ren laf. d r h u so u s Sch da los w und f s i en n b sin uhren te ihr d ch un wir f wa und ich be und


Tut. Tut. Tut. Tut.


Exclusiv im Cloblatt. Das Interview mit einem Menschen von morgen: Noel* (geb. 2007) hat die Antworten.


Warum können wir nicht zur Sonne gehen?

Führerschein kontrollieren?

Weil da kein Weg ist.

Das dürfen alle!

Was ist denn zwischen der Sonne und uns?

Wann hast du Geburtstag?

Häuser, Häuser.

In einer Minute!

Warum ist die Banane krumm?

Und hast du schon eine Torte?

Weil sie in einer Erdnuss gewachsen ist!

Nein, die kommt erst morgen.

Kannst du mir sagen, was besser ist:

Was magst du lieber Wien oder magst

Alles oder nichts?

du lieber Wald?

Nicht alles. Nur das und das und das und

Wien.

das. Das nicht. Aber das schon. Magst du Zucker? In den Kaffee? Findest du, alle Sachen sollten süß sein? Mhm. Wie wäre denn das, wenn alles süß wäre? Dann müsste man alles, was süß ist, an einem Tag in den Mund werfen! Weißt du, was die Zukunft ist? Was kann denn die Zukunft sein? Nix! Was wird in einer Minute sein? Eis! Warum habt ihr so lange gebraucht? Es war nicht so einfach herzukommen. Seid ihr mit der Straßenbahn gefahren? Nein, mit dem Auto. Aber warum hast du ein Auto, du hast doch gar keinen Führerschein! Doch, ich hab einen Führerschein. Nein hast du nicht! Doch, soll ich ihn dir zeigen? Bist du ein Polizist? Nein! Ich bin ein Arbeiter! Warum dürfen nur Polizisten den

Warum? Weil am Land schönere Sachen sind! Was gibt es denn für schöne Sachen im Wald? Garnix. Keine Tiere? Nein. Und Bäume? Nein. Nur Blätter. Sonst nix. Und auch keine Bäume. Was willst du einmal fahren? Österreich! Aber welches Fahrzeug … zum Beispiel: Ein Raumschiff. Ein Teitopliedl! Nach Eltopleidl! Nach El Topleidl? Aber womit? Mit einem Auto ohne zu lenken! Nur Gas geben! Wenn du dir drei Sachen wünschen könntest: Was würdest du anders machen? Interviews anders machen. Wie würdest du Interviews machen?


So. Tut. Tut. Tut. Tut. Na gut: Tut. Tut. Tut. Tut. Und was ist jetzt

Schlimme Sachen. Dass eine Kugel auf mich drauf fällt und ich sterbe.

deine Antwort?

Was ist denn, wenn man stirbt?

Dass es groß ist.

Dann ist man tot.

Wo kommst du her?

Und was ist wenn man tot ist?

Aus Wien.

Dann lebt man nicht und liegt einfach nur

Und wo warst du vorher? Bei der Oma. Dort hab ich ein Handy abgestreift. Und wo warst du als du klein warst? In Wien. Und wo warst du bevor du in Wien warst? Da war ich im Kanal! Und bevor du im Kanal warst? In einem anderen Kanal! Und noch davor? In noch einem anderen Kanal. Und vor allen Kanälen? Was war vor allen Kanälen? Uä! So dreckige Sachen! Was machst du wenn du groß bist? Dann werf ich alles in den Kanal. Alles? Ja. Das sind alles so dreckige Sachen! Und was ist mit den sauberen Sachen? Die werf ich nicht weg. Die behalt ich mir.

rum. Ohne zu leben. Kannst du dich noch an einen schönen Traum erinnern? Wie mich einmal ein Kran weggeschmissen hat … Und wohin hat dich der Kran geschmissen? In den Kanal! Wenn du auf Urlaub fahren würdest, auf eine Insel, wo nichts ist, keine Häuser, keine Straßen, was würdest du dort hin mitnehmen? Ein Auto … Und was noch? Und ich würde ein bissi Spielsachen mitnehmen … Und dann würd ich losfahren, noch den Autoschlüssel, und dann fahr ich! Und welches Spielzeug würdest du auf die Insel mitnehmen? Garnix! Garnix! Brauchst du dort gar nichts? Ohja, eine Jacke! Möchtest du zum Abschluss noch etwas

Wirst du einmal Polizist?

sagen?

Ja, und dann werd ich in die anderen

Ja! Ich kann Auto fahren. Und lernen. Und

Polizisten reingacken!

löchern. Mit zwei, viel, so vielen Löchern.

Weißt du noch, was du letzte Nacht geträumt hast?

Oder auch nur einem. Und magst du mal mit mir nach Hause fahren? Ja oder nein? Interview: Miel Wanka, Wolfgang Bohusch *Name von der Redaktion geendet


p o s t s e r vat i v / Andi Pianka

immer wenn es regnet, muß ich an dich denken. wenn die sonne scheint zwar auch, aber das ist zu wenig romantisch, um erwähnt zu werden. also eben bei regen. denn regen, sonne, wind und schnee, unser quaxi ist o.k. — er, der quaxi, der allmächtige wetterfrosch auf der leiter. na hallo, was bitte macht ein frosch auf einer leiter? raufklettern natürlich! das ist so wie die frage, was denn eine kuh im kino macht. na, film schauen natürlich! nur der dinosaurier macht nichts, denn den gibt es nicht mehr. der ist PRÄhistorisch, der tea rex, der mann von der coffee regina, also VORhistorisch, so wie das PRÄservativ das VORservierte ist, sonst müßte es laut lateinischer ethymologie ja POSTservativ heißen, also das NACHservierte — die nachspeise quasi, für den coitus danach, also den nach der zigarette davor. das postservativ, pünktlich zum orgasmus vom privatisierten postler gebracht, eingeschrieben und priority, damit ja wirklich pünktlich. vorbei die zeiten, als der beamtete postler vor dem ehemann im kasten versteckt werden mußte — jetzt wird er zum ehelichen liebesdiener: »james, das postservativ bitte!« »the same procedure as last year, miss sophie?«

»the same procedure as every year, james!« bravo! bravissimo! brillant! und jetzt bitte die zigarette davor, denn die zeit ist relativ und kann auch rückwärts laufen - bis sie über die eigenen füße stolpert. also hier die zigarette davor, jetzt neu aus der packung extra für tierfreunde! das rauchen kann die gesundheit ihres hundes gefährden, also rauchen sie nicht in vollen zügen, sondern nur in leeren! trinken sie sich nicht ins komma, sondern in den beistrich! ach, ist eh beides dasselbe … »ich esse ein kebab – bilde das passiv!« »das kebab ißt mich.« »na heast oida, das ist doch nicht das passiv, du fleischfressender aktivfalaffelbesteller du! du veganer dorsch-in-den-oasch-stecker du! du obstipatischer aktivhosenscheißer du! du atonaler aktivnabelfurzer du! du oraler aktivwichser du! du hartes aktivweichei du! du kühler aktivwarmduscher du! du böser aktivgutmensch du! du blauer aktivgrünwähler du! du des-woa-mei-leistung-unschuldsbelämmerter aktivfionakarlheinz du! du analphabetischer aktivliterat du! bilde gefälligst das passiv! bilde es, bis es fertig ausgebildet ist!« dann kriegt es ein diplom, das passiv. mindestens diplomingenieur. oder magister. oder bachelor. dipl-ing mag bac. mag backe, backe


v i tav r e s t s o p / aknaiP idnA

kuchen, den kuchen frisch aus dem automaten. doch automaten sind auch nicht besser als augurken, auzwiebeln, auoliven oder auradieschen. au! aua! und erst recht lufthansa! denn alles ist luft, ich für dich sowieso, somit stattdessen lieber wasser, also see. schwanensee. oh du lieber schwan, du schmeckst so gut, ich will dich anbraten, anbacken, anrösten, andünsten, anmikrowellen! aber meine wellen kommen bei dir nicht an, sie sind nicht hoch genug für dein surfbrett. und alle meine entchen schwimmen noch immer, schwimmen noch immer, köpfchen unterm wasser, schwänzchen in der höh, samt postservativ zum koitieren drauf. ich koitiere, also bin ich. coito, ergo sum. summ, summ, im kreis herum. im rechteck auch, denn mein text, der hat vier ecken, vier ecken hat mein text. und hätt er nicht vier ecken, so hätte er drei. oder zwei. ein zweieck, welch prachtvolle geometrische figur! fast so schön wie deine! also figur. was, du hast keine figur? sie wurde dir gestohlen?? na dann müssen wir aber die polizei rufen, damit sie den dieb dingfest macht, damit er nicht dingflüssig oder dinggasförmig wird. nein, da muß schon die polizei her, bitte sehr! kein tier, kein stier soll unsere rote bettdecke auf die hörner nehmen, unter

der wir kuscheln und nuscheln, sumsen und bumsen, ficken und einnicken und sonntag früh von den kirchenglocken aufgeweckt werden. süßer die glocken zu mittag nie klingen, als wenn du deine brüste entblößt, damit ich mir keine blöße geben muß, das angelusgebet nachzusprechen, nachzuäffen, nachzutischen, mit dem postservativ auf dem teller, auf ohrenschmalz gebraten und mit meersalz gewürzt. und die serviette brav auf meinen beinen ausgelegt, denn meine beine sind sexy und reichen bis zum boden. allerdings auch nicht darüber hinaus, weil es ja irgendwo ein ende geben muß, sonst reißt das postservativ und dieser text kriegt womöglich nachwuchs, ohne daß ich ihn bislang auch nur einmal geküßt hätte. und das würde doch zu weit gehen — egal ob es regnet oder die sonne scheint, ob am sunset boulevard oder an der schönen blauen donau. denn ICH habe bislang noch keinen oscar gewonnen, auch nicht den goldenen löwen oder den goldenen bären, deswegen gibt’s von mir heute keine gute-nacht-geschichte über kopulierende gemeine stadtgnus im swingerclub. nein, so pervers bin ich nicht — und in einer führenden qualitätsliteraturzeitschrift schon gar nicht!


Fragen zur Person (Zutreffendes bitte ankreuzen)

Webadresse:

Atelieradresse:

Wohnadresse:

Geburtstag:

Name:

Dieser Künstlerpass gehört

5

Stempelbereich

4b Folgendes finde ich überbewertet

4a Kunst ist

Voraussichtl. Todestag:

○ Ich habe den öffentlichen Raum bespielt. ○ Besitz von mehr als drei (3) schwarzen Schals. ○ Kenntnis mindestens eines (1) Namen, der anderen Partygästen garantiert nicht bekannt ist. ○ Ich habe eine Phase durchlebt. ○ Nächste Woche Termine mit mindestens einer (1) sehr wichtigen Person. ○ Ich habe mich ausführlich mit C. G. Jung auseinandergesetzt. ○ Alles vor mir ist überbewertet. ○ Authentizität bringt mich zum Weinen. ○ Ich hatte eine schwere Kindheit. (Bitte Photographie beifügen)

2

1

Antragsformular C18 künstlerpass

(nur Schwarzweiß)

Hier Photographie einkleben

1-PUh

C18/11


Persönliche Kunstkategorie (nicht Zutreffendes bitte streichen)

3

Sonstige Stempel

1. Galerie

2. Galerie

Abgebrochene Ausbildungsstätte(n)

Datum, Unterschrift der Erziehungsberechtigten

3. Galerie

C18—2011

Bitte füllen Sie den Fragebogen vollständig und wahrheitsgemäß aus! Mangelhaft ausgefüllte Formulare können bei der Erstellung der Künstler-Berechtigungs Urkunde leider nicht berücksichtigt werden. Wir gehen in Treu und Glauben davon aus, dass der Zugriff auf diese Daten, ihre Nutzung, Speicherung oder Offenlegung angemessen und notwendig sind, um (a) geltendem Recht, gesetzlichen Bestimmungen, Anordnungen in gerichtlichen Verfahren oder durchsetzbaren behördlichen Anordnungen nachzukommen, (b) geltende Nutzungsbedingungen durchzusetzen (was auch die Untersuchung gegen Verstöße einschließt), (c) Betrug, Sicherheitsmängel und technische Probleme zu erkennen, zu verhindern oder zu bekämpfen, oder (d) die Rechte, das Eigentum oder die Sicherheit des Vierblaettrigen Cloblatts, seiner Nutzer und der Öffentlichkeit, soweit dies gesetzlich zulässig oder erforderlich ist, vor drohendem Schaden zu schützen. Zum Zwecke einer besseren Servicequalität werden möglicherweise die über Ihr Konto bereitgestellten Informationen mit Informationen aus anderen Services oder Services von Drittanbietern kombiniert. Bei bestimmten Services geben wir Ihnen zudem die Möglichkeit, die Zusammenführung solcher Informationen zu deaktivieren. Nutzen Sie das Armaturenbrett, um mehr darüber zu erfahren, welche Informationen in Verbindung mit Ihrem Konto gespeichert sind. Ihr Administrator hat Zugriff auf alle Kontoinformationen, inklusive Ihrer E-Mail-Adresse. Lesen Sie für weitere Informationen die Datenschutzbestimmungen Ihres Administrators. Darüber hinaus verwenden wir die gesammelten Daten zu weiteren Zwecken. Bei der Verwendung von Services bemühen wir uns, Ihnen den Zugriff auf Ihre personenbezogenen Daten zu ermöglichen und diese Daten zu korrigieren, sollten diese fehlerhaft sein, oder sie auf Ihren Wunsch zu löschen, falls sie nicht aufgrund legitimer geschäftlicher Zwecke gespeichert bleiben müssen. Wir bitten vor der Bearbeitung solcher Auskunftsanfragen die einzelnen Leser, sich und die Daten, über die sie eine Auskunft erhalten bzw. die sie korrigieren oder löschen möchten, zu identifizieren. Wir können es ablehnen, Anfragen zu bearbeiten, die sich unangemessen oft wiederholen oder in systematischer Weise gestellt werden, einen unverhältnismäßig hohen technischen Aufwand erfordern, den Datenschutz anderer Leser gefährden, kaum durchführbar sind (wie etwa Anfragen zu Informationen, die sich auf Speicherbändern befinden) oder für die kein Zugriff erforderlich ist. In jedem Fall ist die Auskunft über Daten und deren Korrektur kostenlos, es sei denn, es wäre dazu ein unverhältnismäßig hoher Aufwand erforderlich. Sofern Sie Ihre Daten löschen, kann es aufgrund der Betriebsweise bei bestimmten Services vorkommen, dass Restkopien erst nach einiger Zeit von unseren aktiven Servern entfernt werden und in unseren Sicherungssystemen gespeichert bleiben. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unseren Produkthilfen. Falls wir diese Informationen auf eine andere Art und Weise als für den Zweck, für den sie gesammelt wurden, verwenden, bitten wir Sie hiermit um Ihre Einwilligung.

Postinhabitable Architektur / Bildender Dekonstruktivismus / Lichtkunst / crossborder.media.study.gender / environmental porn strategies / Experimentelle und/oder abstrakte Körperkunst bzw. Freie Körperkultur / Postsemantische Literatur / Sonstige:

Ich würde nie zugeben, dass ich Kritiken lese. Ich mag Filme. Ich habe sämtliche Drogen ausprobiert. Ich habe mich schon mit fast allem beschäftigt. Was der Welt wirklich fehlt, ist Schlafmangel. Ich habe mich mit meiner Staatsbürgerschaft auseinandergesetzt. Mein Publikum ist mir egal. Ich habe öffentliche Erregung erzeugt. Was ich schaffe ist Ausdruck meiner Seele. Ich stehe unter Schaffenszwang. Ohne Muse geht gar nichts. Dieses/jenes umzugestalten ist mir ein Bedürfnis. Mein Manager/Sachwalter versteht mich nicht. Momentan erlebe ich eine Manie. Momentan erlebe ich eine Depression. Die meisten Sätze beende ich, bevor ich sie begonnen habe. Vieles werde ich erst posthum veröffentlichen.

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wolfgang maria bohusch nach Georges De la tour


Fragen, die Gott Doris stellt

Wann merkst du dir endlich, dass ich keine Marillenmarmelade mag?

Ich weiß, dass du sie nicht magst, aber darum geht es nicht. Marillenmarmelade macht dich groß und stark. Also, hör endlich auf dich zu beklagen. Es ist auch nirgends belegt, dass Popeye sein Spinat schmeckt und trotzdem isst er ihn ohne zu murren. Aber da ich nicht so bin, darfst du dir aussuchen, ob du die Marmelade in eine leckere Palatschinke mit viel Staubzucker willst oder auf eine frische, knusprige Semmel.

Hast du schon eine Käsereibe besorgt?

Nein, aber ich wollte es. Ehrlich! Ich hatte sie sogar schon in der Hand. Meine Shoppingbegleiterin meinte aber, dass sie zwei zuhause hat und mir eine geben würde. Außerdem, solange du nicht den Schäfchenkäse vorbeibringst, brauchen wir sie eh nicht.

Was passiert, wenn ich nicht da bin?

Wir benehmen uns wie Teenager und schmeißen eine Party mit viel Essen und Wein. Danach laufen wir schon recht angeduselt auf den nächstbesten Berg. Ganz oben angekommen, nehmen wir uns an den Händen und schreien in den Nachthimmel: »Eloi, Eloi, lema sabachtani?«

Was gibt es heute im ORF 2?

Ich dachte, du hast dir vorgenommen, weniger fernzuschauen. Da ich nicht daran Schuld seien möchte, dass du in alte Gewohnheiten verfällst, gebe ich dir darauf keine Antwort.

Pock ma’s?

Gib mir noch eine Minute. Ich möchte schauen, ob ich den Herd und überall das Licht abgedreht habe. Du kannst aber schon mal vorgehen und den Aufzug rufen.


Folge 64.785:

Die Sonne versank im Westen wie ein blutiger Ball. Die Sonne versank im Westen wie ein blutiger Ball. Wie zur Ermahnung, als wollte sie sagen, seht her, Ich öffne und schließe diesen scheinbar blauen Vorhang zum All. Ich schenke euch die großen Erkenntnisse der Nacht — es ist meine Macht. Doch wenn in meinen Strahlen das tägliche Tun erwacht, sind im Moment alle fernen weisen Lieder zu Nichts verbrannt. »Nächte sind Verbrechen und deren ewige Überwindung zugleich. Tage nennen wir Leben, weil alles sichtbar ist und wir zu wissen glauben, was wir tun, zu wissen glauben, wo und wer wir sind. Doch nie sind wir mehr wir und hier und überall und alle und alles als im Schatten der Nacht, geküsst vom sanften Schein des Mondes. Versklavt sind wir am Tag, Ledernacken gebückt voll Demut, um die Wolle zu pflücken, die als Hüte auf unseren Köpfen ein kleines bisschen Schatten macht, Nacht macht, weil wir insgeheim doch wissen, dass wir aus schwarzer Luft gemacht sind.« Macky Wool lag auf dem Dach seiner Wohngarage. Die noch nicht ganz zu Silhouetten verkommenen Häuser umrankten den Liegenden und bildeten die letzten fassbaren Grenzen, um nur später von möglicherweise bereits verloschenen Sternen abgelöst zu werden. Ungewohnte Stille verschluckte das Brausen der Stadt. Stunden der Stille vergingen rund um und mit Macky und noch immer versank die Sonne wie ein blutiger Ball.

Ein sanftes Treten, wie von Tatzen einer Katze — es war das Geräusch von bestrumpften Beinen, die endlich die Stille unterbrachen, das wusste Macky genau, denn auf Ohren ist nie Verlass. Eine Spürnase riecht und es war der liebliche Duft, der unvermutet in die ihn umgebende Moschusbierzigarettenwolke eindrang und das sich nähernde Wesen als Frau entlarvte. Und schließlich waren es seine Augen, die spezifizierten und den schwarzen Umrisse vor dem roten Feuerball als nicht bloß irgendeine Frau erkannten. Jessica. Wo waren Jessicas Schuhe? 45 ihrer 47 Paar Schuhe lagen weiterhin dort, wo sie bereits am Vortag gelegen sind, nämlich in ihrem Schuhschrank im Vorhaus ihrer Wohnung. Ein Paar Hausschuhe befanden sich im Haus ihrer Eltern. Sie selbst hatte eben kein eigenes Haus. Und wo genau war diese Wohnung? Carlington Road, Ecke Siebenundfünfzigste. Und das Haus ihrer Eltern? Irgendwo außerhalb. Kleines Haus, mittelmäßig gepflegter Vorgarten, usw. Mittlerer Mittelstand würd ich sagen. Interessant. Nun zu Macky. Konnte er Jessica auch mittels gustatorischer und taktiler Wahrnehmung erkennen? Also schmecken sicher nicht. Dazu war sie in dem Moment einfach zu weit entfernt. Taktil heißt wohl mittels Spüren?


Ja. Dann nein. Wieso lag Macky auf dem Dach seiner Wohngarage? Seine Mutter war gerade zu Besuch und wenn sie ihn schon besuchte, wollte sie ihn nicht auch noch sehen. Wohl auch besser so. Macky roch ja nicht so toll, wie ich gelesen habe. Ich nehm mal an seine Gesamterscheinung entsprach dem Olfaktorischen. Das ist anzunehmen. Ja.

Lied von M. Warmuths Tod Scharf wie Peitschen zerrissen die Schüsse die Stille der Nacht Ziellose Zeugen ziehen Schlüsse: der Wille, der macht, dass die zeugende Macht implodiert.

Man könnte sagen, Sie machen sich’s etwas leicht, was das Sprachliche betrifft. Macht reimt sich auf Nacht, das haben wir nun verstanden. Wie oft kam das jetzt vor? Mm… Acht mal, denke ich. Kann es sein, dass ich die erste Zeile dieser Episode sowie die erste Zeile des Gedichts schon mal woanders gelesen habe? Ja. Jerry Cotton? Ja. Was hat es mit Manfred Warmuth auf sich. In der letzten Episode setzte er sich an Mackys Tisch, übergab ihm einen Brief und war Sekunden später tot. Und jetzt dieses seltsame Lied. Klingt als wäre Warmuth der Schlüssel, die Auflösung dieser rätselhaft verworrenen Begebenheiten. Was stand in dem Brief? Ist Manfred Warmuth gar Macky Wool selbst? Man beachte die Initialen: M.W.

Warmuth ist bloß Nebendarsteller, seine Existenz im Prinzip ebenso unwichtig wie sein Tod. Warmuth war Tags zuvor angeschossen worden. Lag scheinbar tot in einer Blutlache. Deswegen das Gedicht. Jessica, die Warmuth (Anm. d. Red.: einer ihrer Stammkunden) zum Zeitpunkt seiner Ermordung ihrer Tätigkeit entsprechend näher war als ihr lieb war, natürlich komplett unter Schock. Und was machen Menschen, die unter Schock stehen? Die unterschiedlichsten Dinge. Jessica ging eben ins Kaffeehaus. Da saß Macky ihr gegenüber, ganz der Detektiv, versteckt hinter seiner Observationszeitung. Warmuth war aber zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wirklich tot. Mit letzten Kräften schleppte er sich in das Kaffeehaus und übergab Macky den Brief. Keine Ahnung, was da drin stand. Jedenfalls war er dann mit seinen Kräften am Ende und letztendlich wirklich tot. Jessica, die all das vom Tisch gegenüber beobachtete, war mit der Situation, eh klar, überfordert, noch mehr unter Schock. Und weil sie nicht wusste, wie sie reagieren sollte, blieb sie einfach eine Zeit lang sitzen. Und dann, kurz vor Sonnenuntergang ging sie zu Macky, denn natürlich hatte sie mitbekommen, dass er ihr wochenlang im Kaffeehaus gegenübergesessen hatte. Und sie wusste ja auch, wo er wohnte. Sie wusste nicht, an wen sie sich sonst wenden sollte. Macky und Warmuth waren also nicht ein und dieselbe Person, auch wenn ich eine gewisse Ähnlichkeit nicht abstreiten kann. Deswegen auch die Verwechslung in einer der vorigen Episoden. »Wie schön, dass ich dich nun spüren und schmecken kann. Es ist Nacht und wir leben. Die Nacht das Leben vernichten und zum Leben und Lieben erwecken.« Es war Nacht und der blutige Ball war längst verschwunden. Vollmond? Nein.


Das große Klorakel / Lies in deinem Aschenbecher! Bestimme deinen Timeline-Faktor mit Hilfe des zeitlosen Wissens aus den Giftpflanzen-Urnen. Jetzt zum Nachtesten!

fester AschenbecherPlatz am Tisch

verschiedene Aschenbecher

rauche nicht (zuhause)

groß

klein

erlesene Dessins und Farben

gläsern

geschenkt

kein definierter Aschenbecher

zeitlos-funktional

gekauft

exotische ImportRauchwaren

buntes MüllKaugummi-Allerlei

zweckentfremde Anderes

zur Hälfte geraucht

mitgehen lassen

Tschik

lose abgedämpft

Wuzzeltschick

zerdrückte Stummel

Nichts

Trend-KonsumentIn

postpostmoderner Tausendsassa

postmoderne Ich-AG

Sauberperson

OpportunistIn

Neugierig, experimentierfreudig, flexibel und stets für alles offen: Ein Kunde wie aus dem Tagtraum einer Marketingabteilung! Jetzt aber schnell das Social Network checken, Sie verpassen sonst den nächsten Hype!

Sie wissen nicht nur, was sie da rauchen, sie wissen auch, was sie nicht mehr rauchen und was sie morgen rauchen werden. Ihrem überlegenen Vorsprung ist erst beizukommen, wenn Überlegenheit aus der Mode kommt.

Es ist eigentlich egal was hier steht, da Sie sowieso auf niemanden hören, schon garnicht, wenn es um Ihre Rauchgewohnheiten geht – Sie haben da Ihre eigene Philosophie, und deshalb dürfen Sie sich jetzt freuen: Es folgt keine Handlungsanweisung.

Mal ehrlich: Rauchen macht doch nur Mist. Genau wie Autofahren, Kochen, Stoffwechsel … Solche Mistkerle, diese Raucher!

Sie würden nie Nein sagen zu einem Zug Zeugs, deshalb sagen Sie aber noch lange nicht ja, denn das wäre ein Massenmord an Möglichkeiten, rauchen Sie oder rauchen Sie nicht, wonach ihnen der Sinn steht und Sie stehen dann weiter über den Dingen.


Kloknigge / Über das korrekte Verhalten im öffentlichen Nassraum — Folge 7: Richtig Kotzen!

Kotzen Sie Ihrer Vorderfrau / Ihrem Vordermann nicht in die Schuhe oder in den Nacken! Ebenso sind bedrohliche Geräusche, die derart unwillkommene Eruptionen befürchten lassen, unbedingt zu vermeiden. Das sind die wichtigsten Gebote in der Warteschlange am Kotzoir. Der Nachteil dieser überaus vorteilhaften Einrichtung liegt nämlich leider noch in ihrem seltenen Vorkommen. Daher sollten sie die Timingfrage sehr sorgfältig erwägen, bevor Sie sich entschließen, Ihren Mageninhalt dem Kotzoir zu übergeben. Sehen Sie sich die Warteschlange an und rechnen Sie sich im Geist genau aus, ob sich die Peristaltik Ihrer oberen Verdauungswege noch bis zu Ihrem wahrscheinlichen Hintreten vor die

Muschel unter Kontrolle halten lässt. Wenn Sie schlecht in Mathematik sind oder nur über ein mangelhaftes Zeitgefühl verfügen, fragen Sie einfach die Umstehenden, ob sie Sie in dieser Frage beraten können. Fragen kostet nichts und es ist keine Schande, nicht alles zu wissen. Sollten ernsthafte Zweifel an der zeitgerechten Wegbewältigung bis ans Kotzoir aufkommen, dann weiß der wohlerzogene Kotzer eine einigermaßen geeignete topographische Alternative im Freien aufzusuchen. Dazu zählen vorzugsweise landschaftliche Gegebenheiten, an denen sich das Kotzgut als Dünger oder Tiernahrung nützlich machen kann. Treppenaufgänge und Fußabstreifmatten vor der Eingangstür gehören definitiv nicht dazu.


/ Di e unendlichen Ti e f e n des W e lta l l s. Di e Z uku n f t. Ei n R a um s c hiff. Ei n e C r e w . U n t e r w e g s i n i n t im e r M i s s i o n . Di e s s i n d d i e A b e n t e u e r d e r F U CT- F o r c e i n ih r e m h a r t e n K a mpf g e g e n d a s Au s s t e r b e n a uf b i s h e r u n b e k a n n t e n P l a n e t e n . / Dorielle

Brzzzzt-Brzzzzt. Captain S. Lauch wird beim Trinken seines Bananenshakes von einer dringenden Transmission unterbrochen: »Mr S. Lauch, hier spricht die Basis. Ihr neuer streng geheimer Auftrag lautet: Retten Sie den Planeten XXX! Er ist vom Aussterben bedroht. Seine Bewohner weigern sich, intimen Aktivitäten nachzugehen. Die Anziehung zwischen den Geschlechtern nähert sich dem Nullpunkt. Sie und die Flying Unit for Civilisations in Trouble müssen unverzüglich zu den übermittelten Koordinaten vordringen und Ihr Erbgut zur Verfügung stellen!« Captain S. Lauch antwortet: »Wir haben verstanden und sind bereit.« Basis: »Viel Glück. Und guten Rutsch.« Captain S. Lauch instruiert Pilot Pines: »Die Errektionsprobleme der Trippidianer müssen warten. Triebwerke ausfahren, voller Schub!« Ingenieurin Boobie Bang meldet: »Machen

wir uns darauf gefasst, ordentlich durchgeschüttelt zu werden, ich registriere galaktische Feuerstürme mit dicken Turbulenzen auf dem Weg zu unserem Ziel!« Pilot Pines: »Zum Glück sind dicke Dinger mein Spezialgebiet!« Captain S. Lauch: »Mal sehen, ob Sie so viel schlucken können wie Sie prahlen!« Major Emma Errecta: »Soll ich meine Torpedos scharf machen und uns den Weg freiblasen?« Captain S. Lauch: »Ist der letzte Blowjob schon zu lange her?« Major Emma Errecta: »Wenn Sie mehr drauf stehen, von dem Meteoriten da vorne penetriert zu werden, kann ich’s auch bleiben lassen.« Captain S. Lauch: »Volle Ladung, wenn Sie soweit sind. Zeigen Sie’s dem Baby!« Boobie Bang erschrickt: »Pines, unsere Düsen laufen heiß, nicht mehr lange und wir


werden in andere Sphären katapultiert!« Pilot Pines: »Wir sind am Ziel — gleich ist es soweit, bereit machen zum touch down!« Boobie Bang: »Ich messe extrem große Feuchtigkeit — Wir müssen uns darauf gefasst machen, so richtig nass zu werden!« Das Raumschiff setzt mitten im Djungel auf. Pilot Pines erinnert sich: »In so einem dichten Busch bin ich schon lange nicht mehr gelandet!« Captain S. Lauch: »Hat jemand Dr. Poe-Poe gesehen? Wir können die Untersuchungen nicht ohne unseren Doktor starten!« Boobie Bang schluckt schuldbewusst und säuselt: »Errecta, könntest du etwas für mich tun?« Emma Errecta: »Immer doch, Darling.« Boobie Bang: »Wir müssen Dr. Poe-Poe von den Handschellen befreien …« Emma Errecta: »Ich erledige das für dich, Baby.« Major Errecta geht in Dr. Poe-Poes Quartier. Er empfängt sie freudig: »Errecta, du bist genau die Frau, die ich jetzt brauche!« Major Emma Errecta setzt sich auf Dr. Poe-Poe und zeigt ihm, was eine starke Frau ist. Die Handschellen sind gewesen. Wenig später öffnet sich die Raumschiffluke und die Rampe wird ausgefahren. Der Ausblick vom Raumschiff aus: Ein Dorf in Reizwäsche. Spitze, Lack und Leder soweit das Auge reicht. Schöne, aber völlig lustlose Einheimische winken den Ankömmlingen zu. Pilot Pines zündet sich eine Zigarre an: »Geile Scheiße.« Dr. Poe-Poe: »Was für ein stimulierender Anblick. Meine Schnelldiagnose lautet: Wir werden alles geben müssen, um diesen Leuten die Kunst des Liebens in Erinnerung zu rufen.« Boobie Bang ist besorgt: »Ich sehe nirgends einen Funken Leidenschaft …« Neugierig wagen sich die ersten Bewohner vor.

Major Errecta: »Pines, so wie die da dich anglotzt, machst du hier wohl den ersten Stich!« Dr. Poe-Poe: »Da! Ein harter Nippel!« Captain S. Lauch gibt das Kommando: »FUCT-Force, Aufstellung nehmen. Wir legen los. Geben wir denen, was sie brauchen!« Die FUCT-Force reißt sich geschlossen die Kleidung vom Leib, dank der niedrigen Schwerkraft fliegen die Sachen in Zeitlupe zu Boden. Captain S. Lauch stürzt sich als erster ins Getümmel: Mit einem Satz (Zeitlupe) landet er zwischen den Schenkeln einer heißblütigen Schönheit im roten Mieder. Captain S. Lauch zum Mieder: »Na, Bunny?« Schönheit: »Komm zu mir, mein Hengst …« Zeitgleich verschwindet Pines Penis zwischen den vollen Lippen einer üppigen XXX-Lady. Dr. Poe-Poe und Errecta nehmen kurz darauf ein Zwillingspärchen in die Mangel. Und Boobies Brüste hüpfen fröhlich vor den Augen zweier XXX-Krieger auf und ab, als Häuptling XXX es ihr besorgt … Nach den anstrengendsten 50 Stunden des letzten Monats begibt sich die FUCT-Force zurück auf ihr Schiff. Der Boden im gesamten Dorf ist getränkt von Körpersäften. Nur wenige der völlig entkräfteten Bewohner räkeln sich noch zaghaft … Auf der Raumschiffbrücke will Captain S. Lauch es wissen: »Dr. Poe-Poe, Lagebericht!« Dr. Poe-Poe zieht Bilanz: »Captain, über 1000 erfolgreiche Befruchtungen!« Captain S. Lauch: »Gratulation, FUCT-Force, wir haben wieder mal eine Zivilisation gerettet! Auf zu den Trippidiandern.« Major Emma Errecta: »Ja, ich steh drauf! Tod den Errektionsproblemen!«


M.E.N.


Die Taufe. Eine Webcam. / Peter Sim 03:45. Drei Wiener. Der Chef im Würstelstand: ein Würschtelstandverkäufer. Zwei davor, trinken Bier: Würschtelstandkunden. Einer isst ein Hot Dog, der andere eine Käsekrainer. Ein kleiner Blonder drängt sich zwischen Käsekrainer und Hot Dog. »Bekomm ich hier etwas für 30 Cent? Ich hab noch 30 Cent. Morgen flieg ich zurück. Ich muss alles ausgeben. Was bekomme ich für 30 Cent? Habt ihr was für 30 Cent?« Hot Dog von links: »Oi, a b‘soffener Piefke.« Chef: »Was will er? Für 30 Cent kannst a Gurkerl haben.« Letzter Bissen vom Hot Dog, ein großer Schluck Bier: »Gib eam an Kren.« »Was ist denn ein Kren? Bekomme ich einen Kren für 30 Cent?« Käsekrainer von rechts: »Geh veroascht’s eam net. I zahl da a Bier, wennst die Pappn haltst.« »Was ist denn Kren?«  Käsekrainer: »Meerrettich. Is scharf.« Hot Dog: »Habt’s an frischen?« Chef: »Ja, ganz frisch.« Hot Dog: »Aua! Hihi.« Chef: »Magst kosten?« »Ja, bitte. Was ist das denn?« Chef: »Guat, eine Portion Kren für den Herrn.« Käsekrainer: »Gib eam a Bier von mir.« Hot Dog: »Hihi, Trottl.« Chef: »A Brot dazu geht auf‘s Haus. Und ein Bier von dem Herrn. Da hast. 30 Cent.« »Hier. Ah, das kenne ich. Das gibt es bei uns auch. Wie heißt das nochmal?« Chef: »Kren.« Hot Dog: »Mahlzeit.« Käsekrainer: »Prost.« Der Blonde beugt sich vor und steckt seine Nase in den Kren. Ein kurzes Recken, die Augen werden feucht. »Oh, das ist scharf.« Hot Dog: »Hihi.« Käsekrainer: »A geh.« Ein bisschen Kren, ein Bissen Brot, ein großer Schluck Bier, tränende Augen. 6 Mal. Die 30 Cent sind ausgegeben. Hot Dog lacht, Käsekrainer schüttelt den Kopf, Kren grinst stolz. Kren: »Danke. Gute Nacht.« Käsekrainer: »Schlaf gut.« Kren geht. Hot Dog: »So ein Trottel.« Käsekrainer: »Du bist a Trottel.« Hot Dog: »Aber schnell war er. Brav.« Chef: »Hätt‘ i man net dacht.« Käsekrainer: »I a net.« 03:55.


Rosenlos Rudi Wanka / Will ich Dich kennen? Und wie steht es um mich? Im Wettlauf mit dem eignen Schatten närrisch verbrennen? Was ist an sich? Als wir noch keine Worte hatten war nichts zu tun als dieses Lachen anfang- und endlos ohne Grund zu hören, wahr- und anzunehmen, um in uns selbst zu ruhen wie Glück bringende Drachen, statt Sinn als Kür des Wollens zu verbrämen aus Angstgebiss und Lügenmund. Ein Schamlos weiß sich nicht zu schämen des Kind- nicht wie des Mörder-Seins. Wie, wann und wo hast du die Wahl? Sind Schicksale Bedeutungslose? Dem Du und Ich im endlosen all-eins Ist jeder Atemzug Fanal ins liebend Numinose. Ist eine Rose eine Rose …


W a lt r a u d Z e c h m e i s t e r


liebe, lust und laster Gestern, auf der Tour nach Casreop-Rauxel, zufällig einen Klassik-Sender eingefangen und Schuberts Liederzyklus »Die Winterreifen« gehört. Gar nicht so übel, auch wenn jetzt Schluss ist mit Winter, was noch besser ist. Im Winter sterben die Leute gerne sagt jetzt jemand im Radio, dabei kenne ich gar keinen, der gerne stirbt, aber vielleicht nur noch nicht. Im Frühling, ja im Frühling, da sterben die Erlkönige, aber nur so, wie Raupen sterben, um als Schmetterlinge neu geboren zu werden.

Kälte und Dunkelheit und die Blitzlichter der Paparazzi. Spießrutenfahrten bis fast an den Nordpol, da darfst du keine Panne haben und wenn doch, hilft nur eine Flasche Schnaps. Einfach nur zum Fenster raushalten, da schleift sich schon der Nächste voll ein. Aushändigen darfst du sie ihm aber erst, wenn dir geholfen ist, sonst ist sie in einem Zug geleert und dann gute Polarnacht! Gentleman-Gauner gibt es auch noch, dachte ich einen Moment lang. War aber ein bisschen ein Irrtum. Bremsen mich drei Typen mitten in der sibirischen Pampa aus, richten kommentarlos ihre Knarren auf mich und übernehmen einfach die Fuhre. Dahin durch Nacht und Wind, samt meinem Baby. Kohle und Handy lassen sie mir, keine Unmenschen, denke ich da. Dann allerdings wird mir klar, dass sich das Handy ja allenfalls orten lassen könnte und es deshalb bei mir besser aufgehoben ist. Und die Kohle? Auf Trinkgelder dieser Größenordnung sind solche Leute nicht angewiesen. Also schultere ich wieder einmal Sattel und Zaumzeug und hake geistig einen toten Gaul mehr ab. Am Weg zum Glück, das du sowieso nie findest, weil es nämlich dich finden muss, bist du am besten zu Fuß. Und Frühling in Sibirien riecht auch nicht schlecht. Hat mehr von Hoffnung als sonstwas.


Sextest Stadtführer für den kloaktiven Sexgeher: Lieblingslokale im Praxistest / Café Einhorn, Joanelligasse 7, 1060 Wien. Von Sabine Edith Braun & Josef Tobias Spunkter

Störungsgrad Diskretes gemeinsames Verschwinden nur dann möglich, wenn die Tische im Keller unbesetzt sind Trennungsfaktor Männer- und Frauenklos nebeneinander im Keller; Frauen: ein Vorraum plus enge Kabine, Männer: Pissoirs plus eine enge Kabine Akustik Bei den Frauen: Von innen dringt nix nach draussen; wer beim Sex leise ist, kann dafür die (exzellente) Musik des DJs hören Sauberkeit Hier ist dann doch eher Sex im Stehen angesagt — und zwar am besten im kurzen Rock Hygiene Am Frauenklo: Kaltwasser, Seife, Papiertücher; Spiegel Sonst + Fliesen in schrillem Kirschrot — das hebt die Libido! Sonst − Für Sauberkeitsfanatiker eher nicht zu empfehlen

Blues in the Toilet /

Rudi rät: Loslassen und auch Unerwartetes genießen! The Beatles: She came in through the bathroom window The Fall: Exploding Chimney Gemma Hayes: Let a good thing go Linkin Park: From The Inside The New Pornographers: All the things that go


I mp r e s s um D a s Vi e r b l æ t t r i g e C l o b l at t 1 / 1 1 / Auflage 5000 Stück Mitarbeiter dieser Ausgabe Sabine Edith Braun, Simon Häußle, Michaela Hinterleitner, Janina Kepczynski, Florentina Margarita, Andi Pianka, Elisabeth Schöffl-Pöll, Robert Schroll, Peter Sim, Josef Tobias Spunkter, Johannes Witek, Waltraud Zechmeister. Redaktion Anna Kurt Blume, Wolfgang Maria Bohusch, Josef Brotstreicher, Georges Firefile, Randy Ratcam, Vodo J. Rista, Carla West, Margkhuß Wolfkern-Schnaidtherr. Herausgeber Verein »Das Vierblättrige Kloblatt«, c/o Markus Schneider, Wienerstraße 51, 3390 Melk, ZVR 260250268 Danke für die Unterstützung Come On / Kulturvernetzung NÖ www.come-on.at Contakt redaktion@kloblatt.at www.kloblatt.at


S i e s e h e n : D a s b e s t e s c h l e c h t e s t e F o t o v o n E l i s a b e t h S c h รถ ff l - P รถ l l



Das Vierblättrige Cloblatt Ausgabe 4-2010