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KLIPP & KLAR Mittun

aus Angst Dfürworter ist vielschichtig. Die

ie Gruppe der Corona-Impfbe-

Überzeugten fürchten keine negativen Folgen. Daneben gibt es auch viele, die anders denken und ticken, aber doch mit tun. Sie lassen sich impfen, weil die Medien es empfehlen – zu ihrem Schutz und Schutz von anderen. Und dann jene, die alles aus Angst tun: angesteckt zu werden und damit zu erkranken, auf der Intensivstation zu landen, sozial ausgegrenzt zu werden, private Kontakte zu verlieren, keine Restaurants, Kinos, Theater, Museen mehr besuchen zu können, diskriminiert zu werden, letzten Endes vollkommen isoliert zu sein, als asozial zu gelten, beschimpft zu werden, als Angsthase zu gelten, als verbohrt, stur und unbelehrbar abgestempelt zu werden, und, und. Auch wenn ich in Vielem nicht übereinstimme, sehe ich als Bürger und als Journalist meine Aufgabe darin, dazu beizutragen, dass die Meinungen, Argumente und Standpunkte auch jener gehört, gelesen und nicht verschwiegen werden. Alles andere wäre bei einem so entscheidenden, die Gesellschaft spaltenden Thema mit meinem Verständnis auf das Grundrecht für Meinungsfreiheit nicht zu vereinbaren. Denn wo der kritische Diskurs fehlt, ist die Zensur nicht mehr weit – und gleichzeitig regiert die Angst, welche, kräftig geschürt durch anhaltende Panikmache, viele Zeitgenossen kopflos macht und absonderliche Blüten treibt.

t i e Str der nicht in , ie t a r k o tie.“ „Eine Dem ist keine DemokScrhmaidt Helmut n wird, gestritte

Bei allem

Wo bitte leben wir?

Diese Frage stellten sich zwei Familienväter, als sie vergangenen Samstag auf der Demonstration gegen die Maßnahmen der Regierung mitmarschierten. Mit mulmigem Gefühl machten wir Demo-Greenhorns uns samt weiteren Freunden auf den Weg nach Wien. Keiner von uns war bislang jemals in Versuchung geraten, sich so etwas anzutun. Die Angst vor Ausschreitungen war groß und mit im Gepäck kreisende Geistesblitze um den fatalen ersten Schuss von West-Berlin 1967, der Mann, welcher sich 1989 den Panzern in der Nähe des Tian’anmenPlatzes in den Weg stellte, etc. Der Wille ein Statement zu setzen, war jedoch stärker, ein Unbedingter. Das kürzlich verkündete Maßnahmenpaket der Regierung hat bei uns, wie bei vielen anderen Menschen eine derartige Bestürzung ausgelöst, dass wir nicht anders konnten. Das ewige Gezerre an unseren Familien und Kindern muss ein Ende haben.

Der offizielle Blick zurück: hunderttausende im Jahr 1938 Quelle: Online-Ausstellung der Österreichischen Mediathek (mediathek.at) Foto: Sammlung Paul Macku

Wir alle wissen, dass es um eine ernstzunehmende Krankheit geht, jedoch verstehen wir die skrupellose Vorgehensweise der Proponenten nicht mehr. Es muss doch schon jedem ins Gesicht strahlen, dass der prä-

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