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Ratgeber Reise

Das Klinikum Lippe Magazin

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Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser, worüber haben Sie nachgedacht, bevor Sie dieses Magazin aufgeschlagen haben? An Ihre Einkaufs­ liste, an die Arbeit, an einen lieben Menschen oder daran, was Sie heute kochen wollen? Wo auch immer Ihre Gedanken gerade waren: Es freut uns, dass Ihre Aufmerksamkeit jetzt beim Kleeblatt angekommen ist und wir Sie auf Themen lenken dürfen, die unser Klinikum und unsere lippische Heimat ausmachen. Zum Beispiel auf die Geschichte eines behinderten Mädchens aus Rumänien, das zum ersten Mal in seinem Leben einen Rollstuhl bekommt. Möglich gemacht hat das ein kleiner Verein aus Helpup, der seit zehn Jahren ausrangierte medizinische Hilfsmittel an Bedürftige in Rumänien spendet. Wir stellen Ihnen Dr. Van Khiem Tran vor, der am Klinikum Lippe eine neue Schlaganfallbehandlung etabliert hat. Dass wir als kommunales Krankenhaus den Vergleich mit Unikliniken nicht scheuen müssen, beweist auch eine Urkunde, die vor dem Büro von Prof. Dr. Wolfgang Hiller hängt: Vor ein

paar Wochen ist das Klinikum Lippe als „Viszeralon­ kologisches Zentrum“ zertifiziert worden. Das heißt ganz konkret: Wir sind Spitze, wenn es um die Behandlung von Krebs im Bauchraum geht. Möglich machen das alles unsere Mitarbeiter. Und die sind nicht nur medizinisch topp: Der Kardiologe Dr. Gunter Seidel tauscht am Wochenende Arztkittel gegen Keyboard und spielt in drei unterschiedlichen Formationen. Dr. Patrick Dißmann, Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen, fungiert in seiner Freizeit als Reitarzt auf großen Turnieren. Apropos Turniere – davon erzählt Speerwerferin Linda Stahl im Interview. Denn die gebürtige Blombergerin war zum Abschluss ihrer Sportlerkar­ riere bei den Olympischen Spielen in Rio dabei. Falls Sie jetzt noch immer daran denken, was Sie heute kochen wollen, empfehlen wir Ihnen die Rezepttipps unserer Diätassistentinnen. Oder die Gedanken von Petra Siekmann­Heide, Seelsorgerin im Klinikum Lippe und Pfarrerin. Sie empfiehlt, Dinge einfach mal sein zu lassen. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Ihre kleeblatt­Redaktion

P.S.: Das Papier für den Innenteil dieses Magazins wurde aus 100 % Altpapier aufbereitet und ist mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

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Inhalt Klinikum Lippe Auf Herz und Lunge geprüft Handballerinnen der HSG Blomberg­Lippe im Kardiologiecheck 6

18 Der Weg ist das Ziel Geocaching und Wandern in der Natur . . . . . . . . . . . . . . . 34 Ode an die Freude Gemeinsam musizieren und dabei Spaß haben . . . . . . . . . 36 Lassen? Lassen! Krankenhausseelsorge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

Träumen während der OP 170 Jahre Narkose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Kardiologe & Schöngeist Work­Life­Balance: Dr. Gunter Seidel . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Magazin

Modernste Medizin für Schlaganfallpatienten Neuroradiologie am Klinikum Lippe . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Augustdorfer DünenPfad Ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang . . . . . . . . 14

Heile über jedes Hindernis Dr. Patrick Dißmann über seine Tätigkeit als Turnierarzt . 20

„Offensive ist besser als Defensive“ Lymphnetzwerk Lippe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Ein neues Krebszentrum für Lippe Viszeralonkologisches Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Wenn Rollstühle ein Lächeln zaubern „Help­up mit Herz und Hand e.V.“ . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Mitbewohner auf vier Beinen Kaninchen und Hunde im Kreisseniorenheim Detmold . . . 30

Fluch & Segen moderner Medien Gesundheitspreis Lippe 2015 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

Krankenhausalltag in Lippe und China Über den Tellerrand geschaut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

„Das Olympische Dorf ist immer etwas Besonderes“ Linda Stahl im Gespräch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48


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Mitarbeiter des Klinikum Lippe in dieser Ausgabe Prof. Dr. med. Stephan Gielen Chefarzt der Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin . . 7

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Dr. med. Lutz Müller-Lobeck Leitender Arzt der Kinderanästhesie . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Dr. med. Gunter Seidel Facharzt für Kardiologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Dr. Van Khiem Tran Chefarzt des Instituts für Neuroradiologie . . . . . . . . . . . . 19 Dr. Patrick Dißmann Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen . . . . . . . . . . . . . . 21 Prof. Dr. Wolfgang Hiller Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums . . . . . . . . . . . 25 Das Team der Ernährungsberaterinnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Rubriken Tolle Knollen Gesunde Rezepte der Ernährungsberaterinnen . . . . . . . 26

Dr. Christof Gründges Leitender Arzt der Tagesklinik Geriatrie . . . . . . . . . . . . . . 31 Renate Pethig Pflegedienstleitung Kreissenioreneinrichtung Detmold . . . 32

Coupons . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Der kleine Lipper Rätselspaß für Kinder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Zeitvertreib Kniffliger Denksport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Büchertipps von Linda Stahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

Dr. med. Alfons Gunnemann Chefarzt der Klinik für Urologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Ewald Gancer Kulturverein cultur-tupfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 Petra Siekmann-Heide Klinik-Seelsorgerin und Pfarrerin . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 Dr. med. Dr. rer. nat. Ulrich Preuß Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie . . . . . . . . . . . . . . 43


Auf Herz und Lunge geprüft Der Bundesligakader der HSG Blomberg-Lippe unterzieht sich regelmäßig einem Kardiologiecheck am Klinikum Lippe ›

Gisa Klaunig sitzt an diesem Vormittag im Juli verkabelt und mit Atemmaske vorm Gesicht auf dem Belastungsfahrrad. Die Rückraumspielerin der HSG Blomberg­Lippe strampelt gerade für den Gesundheits­ check am Klinikum Lippe, und das ist bei sommerlichen Temperaturen auch für die Kardiologieschwester und Oberarzt Dr. Ralph Oeckinghaus ein schweißtreibendes Unterfangen: Alle Kabel müssen richtig sitzen, alle paar Minuten werden Blutproben entnommen und Anweisungen gegeben: „Jetzt noch mal kräftig Luft holen und ausatmen“ – dann ist der Test auf dem Ergospirometer nach fast einer Stunde fertig.

Eine Woche lang haben sich die HSG­Spielerinnen unter der Regie von Prof. Dr. Stephan Gielen, Chefarzt der Kardiologie, und Dr. Ralph Oeckinghaus den Kardiologie­ checks unterzogen. Und die waren aufwändig: „Wir haben den Spielerinnen dieses Jahr zum ersten Mal die Ergospiro­ metrie anbieten können“, erklärt Prof. Dr. Stephan Gielen. „Das ist eine Kombination aus Lungenfunktions­ und Belastungstest. Wir haben dadurch von allen Spielerinnen

die Vitalkapazität, also die Atemvolumina und auch einen Ausatemtest, bei dem man die Atemstoßgeschwindigkeit und die Kraft der Atemmuskulatur untersuchen kann.“ Aber auch das klassische EKG, das alle Spielerinnen noch vor der aufwändigeren Ergospirometrie erhalten, ist nach wie vor ein elementarer Bestandteil der Diagnostik. Um die EKGs auch noch einmal extern beurteilen zu lassen, werden sie zusätzlich an das Imperial College nach London geschickt.


Klinikum Lippe | Auf Herz und Lungen geprüft

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Prof. Dr. med. Stephan Gielen

Chefarzt der Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin, Klinikum Lippe Detmold

„So haben wir unabhängig von unserem Ersteindruck noch die Zweitmeinung eines erfahrenen international renommierten sportkardiologischen Zentrums“, berichtet Gielen. Bei der Untersuchung gibt es zwei wichtige Aspekte für Spielerinnen und Trainer. Zum einen geht es um die Sicherheit. Denn für den schlimmsten Fall im Sport, den plötzlichen Herztod, will man alle Risiken minimieren. Und dazu gehört das Erkennen angeborener Herzfehler und anderer Risikofak­ toren. „Was wir hier allerdings nie ausschließen können, ist, dass sich eine Spielerin akut eine Herzmus­ kelentzündung zuzieht. Das kann zum Beispiel nach einer Erkältung passieren“, erläutert Prof. Dr. Stephan Gielen. Dr. Ralph Oeckinghaus (links) und Prof. Dr. Stephan Gielen (rechts) mit Torsten Pfennig (Geschäftsführer der HSB Blomberg-Lippe, 2. v. r.) und den Handballerinnen.

Der zweite Aspekt bei den sport­ medizinischen Untersuchungen ist die Trainingssteuerung und Leistungsoptimierung. Denn der Trainer sieht anhand der Ergebnisse, wie fit seine Spielerinnen sind und kann die Trainingspläne entspre­

chend anpassen. Torsten Pfennig, Geschäftsführer der HSG Blomberg­ Lippe freut sich über die Kooperation mit dem Klinikum Lippe: „Als HSG Blomberg­Lippe sind wir dankbar für die optimalen Bedingungen, die wir hier in der Kardiologie vorfinden. Dass wir diese Tests in dem Rahmen durchführen können, ist für uns gerade im Bereich der Leistungsdi­ agnostik elementar, weil wir so den Leistungsstand der Spielerinnen ganz anders beurteilen können.“ Und natürlich spielt auch für die HSG die Prävention eine große Rolle: „Gerade für die Spielerinnen, die wir neu aus unserer A­Jugend rekrutieren, ist der Leistungscheck ganz wichtig“, sagt Torsten Pfennig. „Und für alle anderen ist es natürlich auch unerlässlich, in regelmäßigen Abständen durchgecheckt zu werden, weil immer mal eine Veränderung im Körper sein kann. Für die Spielerinnen ist das ein Aufwand von eineinhalb Stunden einmal im Jahr, und dann haben wir diese Dinge ausgeschlossen.“

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Klinikum Lippe | Tr채umen w채hrend der OP

170 Jahre Narkose

Tr채umen

w채hrend der OP


Klinikum Lippe | Träumen während der OP

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Dr. Müller-Lobeck beschert den kleinen Patienten sanfte Träume.

In diesem Herbst war es 170 Jahre her, dass zum ersten Mal ein Patient mit Äther narkotisiert und unter Schlaf operiert worden ist. Ein Meilenstein der Medizin, aus dem sich im Laufe der Jahre die moderne Anästhesie entwickelt hat. Am Klinikum Lippe gibt es seit zwei Jahren sogar eine eigene Kinderanästhesie. Um zu verstehen, welche herausragende Bedeutung der 16. Oktober 1846 für die Menschheit hat, genügt es, sich folgendes vorzustellen: Einem Patienten muss das Bein amputiert werden, er bekommt ein bisschen Alkohol, dann wird er fixiert und kriegt einen Beißkeil zwischen die Zähne, damit er sich nicht vor Schmerzen die Zunge abbeißt. Diese Szene ist keine Gewaltfantasie. Sie beschreibt lediglich, wie Menschen über Jahrtausende bei einer Operation leiden mussten. Zwar versuchte man mit Opium, Alkohol und Pflanzenbestandteilen die Schmerzen zu lindern, aber der wahre Durchbruch für eine schmerzfreie Operation, während der der Patient schläft, kam erst an besagtem Tag Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Hörsaal in Boston/Massachusetts.


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Klinikum Lippe | Träumen während der OP

Der Zahnarzt William T.G. Morton behauptete, er könne einen Patienten mit Hilfe von Äther so für eine OP vorbereiten, dass dieser keine Schmerzen empfinde. Der Chirurg Collins Warren führte an dem Patienten Gilbert Abbot eine Tumoroperation am Hals durch. „Weil es dem Zahnarzt gelungen war, den Patienten mit dem Äther zumindest so weit schmerzfrei zu machen, dass er bewusstlos wurde und er nach dem Aufwachen sagte, er könne sich nicht erinnern, was mit ihm passiert sei, wurde das als erste, dokumentierte erfolgreiche Narkose gewertet. Deswegen gilt der 16. Oktober 1846 als Geburtsstunde der modernen Anästhesie“, erzählt Dr. Lutz Müller­Lobeck, Leiter der Kinderanästhesie am Klinikum Lippe.

Ohne Narkose wären große Operationen undenkbar Die moderne Chirurgie wäre ohne diesen Durchbruch gar undenkbar. „Ohne Narkose konnte keine OP durchge­ führt werden, die länger als zwei Minuten dauerte. Denn länger konnte ein Mensch die Schmerzen einer OP zumeist nicht aushalten“, erklärt Dr. Müller­Lobeck. Das heißt im

Umkehrschluss: Die Chirurgie war im Wesentlichen auf Amputationen und andere Kriegs­ und Traumachirurgie, Grützbeutel oder Hauttumoren, Star und Steinschnitt, sowie wenige andere Eingriffe beschränkt. OPs im Bauchraum waren weitgehend unmöglich. Die Informationen über die Narkose mit Äther verbreiteten sich schnell, und nach und nach wurde sie zur gängigen Methode. In den 1950er Jahren entwickelte sich auch in Deutschland die eigene medizinische Fachrichtung Anästhesie – zunächst geprägt von Chirurgen, die sich auf Narkosen spezialisiert hatten. Jahrzehnte später spielt Äther als Narkosemittel in der westlichen Welt indes keine Rolle mehr. Das Einschlafen erfolgt längst nicht mehr über die Maske – hier atmen die Patienten nur den Sauerstoff ein – sondern über die Vene. Und die Medikamente sind so zusammengesetzt, dass der Anästhesist die Tiefe und Intensität des Schlafes schnell und gut steuern kann und der Patient möglichst wenige Nebenwirkungen zu befürchten hat. Und heutzutage gibt es sogar Ärzte wie Dr. Lutz Müller­ Lobeck, die sich speziell mit der Kinderanästhesie beschäftigen. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“,


Klinikum Lippe | Träumen während der OP

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Dr. med. Lutz Müller-Lobeck

Leitender Arzt der Kinderanästhesie, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Klinikum Lippe Detmold

betont Müller­Lobeck. „Sie unterscheiden sich durch ihren Körperbau, die Größe und die Stoffwechselfunktionen. Ihr psychisches Erleben und das Verarbeiten einer Krankheit und eines Krankenhausaufenthaltes sind anders als bei Erwachsenen und natürlich auch die Möglichkeit, sich mit ihnen zu verständigen.“ Seit zehn Jahren beschäftigt sich Dr. Müller­Lobeck mit den speziellen Bedürfnissen von Kindern, die operiert werden

müssen – und gibt sein spezielles Wissen an die anderen im Team weiter. Davon profitieren die etwa 1.200 Kinder und Jugendlichen, die jedes Jahr am Klinikum Lippe operiert werden – und am Ende wie jeder Erwachsene Patient auch froh sein dürfen, dass ein Zahnarzt und ein Chirurg am 16. Oktober 1846 ein Experiment gewagt haben, das ihnen in der heutigen Zeit sanfte Träume beschert, während sie operiert werden.

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Kardiologe & Schöngeist › In der Woche behandelt er Patienten in der Cardiopraxis, am Wochenende wird

gerockt: Gunter Seidel spielt Keyboard in drei Formationen. Dass der Kardiologe neben seiner Arbeit Zeit für sein Hobby findet, wird erst durch die gute Work­ Life­Balance im Medizinischen Versorgungszentrum möglich. Dr. Gunter Seidel (links) mit seiner Rock-Coverband „Solaris“

Die Musik hat ihn nie losgelassen. „Seit meinem 18. Lebensjahr spiele ich in irgendwelchen Formationen mit“, erzählt Dr. Gunter Seidel. Aber durch den fordernden Beruf als Arzt und diverse Umzüge musste er sein Hobby immer wieder auf Sparflamme fahren. Als Klinik­Kardiologe und nieder­ gelassener Kardiologe hatte er immer erst spät Feierabend und Wochenenddienste. Ein Ärztealltag, der in Deutschland normal ist. Aber es gibt auch neue, innovativere Modelle, die eine ausgewogene Work­Life­Balance gewährleisten. Im Medizinischen Versorgungszentrum Lippe (MVZ) zum Beispiel sind die Ärzte fest angestellt – auch Gunter Seidel als Medizinischer Leiter. So lastet das finanzielle und unterneh­ merische Risiko nicht allein auf den Schultern eines niederge­ lassenen Arztes. Im Gegenteil: Die Ärzte können sich während ihrer geregelten Arbeitszeit auf ihre eigentliche Aufgabe

konzentrieren. Davon profitieren auch die Patienten: „Wir sind hier eng mit dem Klinikum Lippe vernetzt und arbeiten auch einen Tag in der Woche dort“, berichtet Seidel. „Das ist für die Patienten sehr angenehm, denn sie haben kurze Wege.“ Rund 7.500 Patienten behandeln Seidel und seine Kollegen jedes Jahr in der Cardiopraxis des MVZ.

Durch die Arbeit im MVZ sind Beruf und Hobby gut vereinbar In Lage und ganz neu ab November 2016 auch in Lemgo betreibt das MVZ zudem jeweils eine Neurologische Praxis. Zum MVZ Lippe gehören zudem eine Strahlentherapie und ein Labor. Vielleicht ist es ja ein Modell der Zukunft, das einerseits den Patienten Versorgungssicherheit bietet und


Klinikum Lippe | Kardiologe & Schöngeist

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Dr. med. Gunter Seidel

Facharzt für Kardiologie, Klinikum Lippe Detmold & Cardiopraxis Detmold

andererseits auch einer Berufsgruppe einen geregel­ teren Arbeitsalltag ermöglicht, für die ein intensives Hobby oder ein geregeltes Familienleben jahrzehnte­ lang ein täglicher Drahtseilakt waren. Der Kalender von Gunter Seidel jedenfalls ist gut gefüllt mit Gigs. Mit der Eric Clapton­Coverband „Claptonmania“ aus Hameln hat er bundesweit Auftritte und demnächst eine Fernsehaufzeichnung in Bielefeld. Seit Frühjahr ist er dort Keyboarder. Seit anderthalb Jahren spielt er außerdem in der Rock­Coverband „Solaris“, die u.a. das Stadtfest 2016 in Barntrup rockte und unvergessliche Rockklassiker, Musik aus den 70er, 80er und 90er Jahren bis heute zum Besten gibt. „Wir spielen alles, wozu man tanzen kann“, resümiert Seidel. Aber damit nicht genug: In seinem Wohnort Barntrup spielt Seidel auch im Gospelchor „B­Joy“ Keyboard und kümmert sich ganz nebenbei auch noch um Sound­ und Lichttechnik. Apropos Technik: Das passt irgendwie zur Kardiologie, findet Seidel: „Kardiologen sind ja technikaffine Menschen. Das sind Keyboarder auch.“ Aber über die Technik hinaus ist es die Sinnlichkeit, die er in seinem Hobby findet: „Medizin, Wissen­ schaft und Kardiologie sind großartig, aber man braucht auch was Schöngeistiges.“

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Abwehrkräfte stärken durch regelmäßiges Saunieren – im Eau-Le Saunaland Die Umfragen des Deutschen Saunabundes zeigen es auf: Rund 31,4 Millionen Menschen in Deutschland gehen regelmäßig in die Sauna. Die meisten möchten sich dort nicht nur entspannen und erholen – sie wollen auch ihr Immunsystem stärken. So, wie die Gäste im Eau-Le Saunaland. Wer regelmäßig in die Sauna geht, kann der kommenden Erkältungssaison gelassen entgegen sehen: Wiederkehrende Saunabesuche stärken die Abwehrkräfte und können die die Gesunderhaltung fördern. „Durch regelmäßige Saunagänge lässt sich der Wärmehaushalt des Körpers besser regulieren”, weiß Saunameisterin Ria Böhm. „Deshalb gönnen sich unsere richtigen Eau-Le Saunafans das Schwitzvergnügen das ganze Jahr hinSauna_Fam_210 x 70_Herbst16.indd 1

durch.“ Denn im Sommer wird dadurch die Hitze besser kompensiert – und im Winter nutzt der Körper seine Wärmekapazitäten besser aus. Der positive Nebeneffekt: Infektionskrankheiten wie Erkältungen treten seltener auf. Und wenn es Saunagänger doch einmal erwischt, werden sie oft schneller wieder gesund. Gute Gründe fürs Saunieren – im Lemgoer Eau-Le Saunaland der Stadtwerke Lemgo GmbH! Weitere Informationen: www.eaule.de Jetzt registrieren und Vorteile nutzen! Per App oder im Web: www.stadtwerke-lemgo.de/lemgovorteil 22.09.16 17:31


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Magazin | Augustdorfer DünenPfad

Augustdorfer

DünenPfad

Ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang

› In einer schnelllebigen Zeit wie der heutigen bleibt oft viel zu wenig Gelegenheit zum

Durchatmen. Dabei sollte jeder zwischendurch vom Alltag abschalten und einfach mal die Seele baumeln lassen. Die Natur bietet dafür beste Voraussetzungen – und das ganz umsonst! Auch in Lippe gibt es viele Orte, die dazu einladen, wie z. B. der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge und mittendrin: der Augustdorfer DünenPfad.

Im Teutoburger Wald finden Sie die ältesten Binnendünen Nordwestdeutschlands. Eingebettet in Wald und eindrucks­ volle Heidelandschaft können Wanderer, Naturbegeisterte und Romantiker einen einzigartigen Naturraum erleben, der zu den sensibelsten unserer Region gehört. Das Projekt „DünenLeben. laufen.lehren.lernen“ des Kreises Lippe macht dazu den Lebensraum seltener Tier­ und Pflanzen­ arten für Besucher auf schonende Weise zugänglich. Auf einem vier Kilometer langen DünenPfad lässt sich das Schutzgebiet von europäischem Rang erwandern. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Gästehaus der Jugend­ siedlung Heidehaus in Augustdorf. Ein Orientierungs­ und Informationssystem führt Besucher

behutsam durch die Landschaft: Sandsteine markieren den DünenPfad, ein „Düne“­Schriftzug weist den Weg durch den Wald. Eichenbohlen verdeutlichen den Übergang von einem Landschaftsraum zur nächsten Szenerie. Installationen heben einzelne Besonderheiten des Dünenfeldes hervor, öffnen Blicke und machen die Landschaft im Ganzen erlebbar. Die spannenden Informationen zu Pflanzen, Tieren, Landschaft und zur Entstehungsgeschichte der Dünen gibt es auch als GPS­Erlebnispfad für Smartphones und Tablets. Ein Video des Naturfilmers Robin Jähne präsentiert die Landschaft innovativ auf der Hinweistafel am Eingang.


Magazin | Augustdorfer DünenPfad

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Wer Interesse an einer Führung durch das Augustdorfer Dünenfeld hat, kann sich auf der Internetseite der Gruppe unter www.natur-owl.de über Termine informieren. Ausgangspunkt, auch für private Spaziergänge auf dem Dünenpfad, ist die Jugendsiedlung Heidehaus (Dachsweg, 32832 Augustdorf).

Das Projekt „DünenLeben. laufen.lehren. lernen“ ist als eines von 56 Projekten ausgewählt worden, um Naturerlebnisangebote in den NATURA 2000­Gebieten des Landes Nordrhein­Westfalen zu fördern. Ziel ist eine naturschonende Erschließung von geschützten Gebieten für Besucher und die Vermittlung von Zielen und Maßnahmen des europäischen und regionalen Naturschutzes. Dazu sollen die regionalen Besonderheiten der Schutz­ gebiete herausgearbeitet und behutsam erlebbar gemacht werden. In diesem Zusammenhang entstand der DünenPfad im Augustdorfer Dünenfeld. Der DünenPfad offenbart verschiedene Sichtweisen, natürliche und kulturlandschaftliche Entwick­ lungen und ordnet sie in die jeweilige Betrachtung zu den heutigen Seedünen oder der Ausweitung der Wüsten ein. Er zeigt uns die Bezüge zu den klimatischen Veränderungen vor Ort oder weltweit, zu den Nutzungsarten wie dem Militärstandort oder der Ressourcenentnahme durch die Sandgruben. Er zeigt uns jedoch auch, zu welchen Anpassungs­ prozessen die Natur in der Lage ist und zu welchen eben nicht.

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Im Rahmen des Projekts „DünenLeben. laufen. lehren.lernen“ wurden zertifizierte Natur­ und Landschaftsführer ausgebildet. Sie gehören der Gruppe „Natur OWL“ an, die sich ehrenamtlich für die Bekanntheit und den Schutz unserer Region einsetzt.

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Magazin | Lymphnetzwerk Lippe

„Offensive ist besser als Defensive“ Das Lymphnetzwerk Lippe hilft bei Lipödemen und Lymphödemen

› Für Jutta Henken­Mellies war die Diagnose Lipödem keine Überraschung. Als ausgebildete Physio­

theapeutin ist sie seit 15 Jahren in der Lymphologie tätig und wusste ihre eigenen Symptome sofort einzuordnen. „Die Schmerzen und Schwellungen in den Beinen, die blauen Flecken – mir war schnell klar, was los war“, erzählt die heute 49­Jährige. Trotzdem drückte sie sich zunächst vor einem Arztbesuch. Denn natürlich wusste sie, was auf sie zukommen würde: Kompressionsstrümpfe – und die will wohl niemand freiwillig anziehen.

Die Beschwerden wurden jedoch größer, und so ging Jutta Henken­Mellies zum Arzt und erhielt die Diagnose, mit der sie selbst schon gerechnet hatte: ein Lipödem. Darunter versteht man eine Erkrankung des Unterhautfettgewebes des unteren Körpers. Es betrifft ausschließlich Frauen und kann auch in der Familie vererbt werden. Bei den meisten tritt die Krankheit nach der Pubertät auf, wenn der Körper Hormone produziert. Bei Jutta Henken­Mellies entwickelte sich das Lipödem nach der dritten Schwangerschaft. Das Lipödem zeichnet sich durch große Unförmigkeiten am Körper und eine starke Schmerzemp­ findlichkeit aus. Auch wenn es Jutta Henken­Mellies anfangs schwer fiel, selbst die Tipps zu beachten, die sie sonst ihren eigenen Patientinnen gab, hat sie die Krankheit jetzt für sich akzeptiert. „Ich kann damit gut leben, das habe ich gemerkt“, sagt sie. „Und Offensive ist besser als Defensive.“ Schließlich ist sie mit der Krankheit nicht allein: In Deutschland leiden nach vorsichtigen Schätzungen etwa drei Millionen Menschen an einer Erkrankung des Lymphsystems.

Dazu gehört neben dem Lipödem auch das Krankheitsbild des Lymphödems. Das Lymphsystem im Körper ist hierbei geschädigt und kann nicht mehr richtig arbeiten. Dabei kommt es häufig zu einer Beschädigung durch einen postoperativen Eingriff, z. B. bei Brustkrebs oder Prostataoperationen. Die eigentliche Krankheit ist dann überwunden, doch anschließend arbeitet das Lymphsystem nicht mehr richtig. Ein kleiner Auslöser, wie zu heißes Abwaschen oder eine zu starke Belastung des Arms, reicht, damit Schwellungen und Schmerzen auftreten. Jedoch muss man nicht immer vorbelastet sein; ein Lymphödem kann sich auch über Nacht entwickeln, was allerdings seltener vorkommt. Die Betroffenen brauchen dauerhaft eine manuelle Lymphdrainage, um den Abfluss der Lymphe wiederherzustellen. Die Lymphe wird hierbei durch Techniken in Körperbereiche umgeleitet, in denen das Lymphsystem noch funktioniert. Zu beiden Krankheiten kommt hinzu, dass die Patienten Kompressionsstrümpfe anziehen sollten. Dadurch werden die


Magazin | Lymphnetzwerk Lippe

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Alltagstipps • Freunden Sie sich mit der Kompression an, auch im Sommer. Sie ist ein sehr großer Unterstützer für die Entstauung. In vielen Farben sind die Strümpfe auch ein modischer Hingucker. • Betonen Sie Ihre Vorzüge und Körperbereiche. Das lenkt von anderen Stellen ab und Sie fühlen sich wohler. Sie brauchen keine Angst davor haben sich zu zeigen. • Informieren Sie sich selbst über die Krankheit und Therapiemöglichkeiten. Wenn Sie sich nicht gut behandelt fühlen, wagen Sie einen Wechsel. • Suchen Sie andere Betroffene auf und tauschen Sie sich aus. Es gibt Selbsthilfegruppen, wie die LIP­Mädels, die sich gegenseitig stärken, sich unterhalten und Tipps für z. B. Kompressionsstrümpfe geben. • Bewegen Sie sich ausreichend. Schwimmen und Aquagymnastik sind besonders geeignet und hilfreich bei Lymphödemen und Lipödemen. • Ernähren Sie sich ausgewogen. • Pflegen Sie Ihre Haut. Sie braucht besondere Aufmerksamkeit.

Beine über den Tag entlastet. Die Strümpfe helfen dabei, dass sich die betroffenen Stellen entstauen und sich keine zusätz­ lichen Ödeme entwickeln. Und wer hier nur an öden beigefar­ benen Stoff denkt, der liegt falsch: Kompressionsstrümpfe gibt es mittlerweile in verschiedenen Farben und Klassen. Mode und Gesundheit müssen heute kein Widerspruch mehr sein. Das Lymphnetzwerk Lippe e.V. bietet für Patienten mit Lymphödem und Lipödem Hilfe an. „In der Vernetzung aus Ärzten, Therapeuten und Sanitätshäusern wird der Patient interdisziplinär versorgt“, so beschreibt Claudia Dziggel­Vogt, aus dem Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe in Detmold, das Netzwerk. Auf ihre Initiative hin entstand der Verein. „Ich habe zu der Zeit gemerkt, dass viele Patienten mit einem lymphologischen Ödem nicht ausreichend und angemessen versorgt wurden.“ So nahm sie Kontakt mit Dr. med. Gabriele Sbrisny, einer Fachärztin für Gefäßchirurgie in Horn­Bad Meinberg, auf und zusammen bauten sie das Netzwerk auf. Der Verein wächst stetig, indem mehr Ärzte und Therapeuten

auf die Lymphologie aufmerksam gemacht werden. Aber nicht nur die Ärzte werden darüber informiert und geschult, sondern auch die betroffenen Patienten. Im Rahmen von Patiententagen, die der Verein organisiert, werden Betroffene und Angehörige aufgeklärt und bekommen Hilfe, sich mit dem Krankheitsbild und den damit einhergehenden Beeinträchti­ gungen im Leben zurechtzufinden. Denn Betroffene müssen auch für sich selbst Verantwortung übernehmen, um ein gutes Behandlungsergebnis zu erzielen.

Weitere Informationen zum Lymphnetzwerk Lippe finden Sie unter www.lymphnetzwerk-lippe.de


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Klinikum Lippe | Modernste Medizin für Schlaganfallpatienten

Modernste Medizin

für Schlaganfallpatienten › Die Neuroradiologie ist eine neue medizinische Fachrichtung am Klinikum

Lippe. Chefarzt Dr. Van Khiem Tran ist auf einen interventionellen Eingriff bei Schlaganfallpatienten spezialisiert. Sein Ziel ist es, die Patienten in Lippe nach neuestem medizinischen Standard zu versorgen.

Nach einem Schlaganfall muss schnell gehandelt werden. In den ersten Stunden danach können Ärzte eine Menge tun, um die Folgen für den Patienten so gering wie möglich zu halten. Im Idealfall werden die Patienten in der sogenannten „Stroke Unit“ behandelt, in der Neurologen und speziell ausgebildetes Pflegepersonal arbeiten. Wenn der Patient früh genug in die Klinik kommt, kann das Blutgerinnsel im Gehirn oft mit einer „systemischen Lysetherapie“ gelöst werden. Bei dieser Therapie bekommt der Patient ein blutverdünnendes Mittel per Infusion. Auch am Klinikum in Lemgo gibt es eine solche Stroke Unit; und mit der Lysetherapie haben die Neurologen schon lange Erfahrung. Wenn die Blutgerinnsel zu groß sind, stößt

diese Therapie allerdings an ihre Grenzen. Und genau hier greift das Fachgebiet Neuroradiologie von Dr. Van Khiem Tran: Er hat sich darauf spezialisiert, die Blutgerinnsel mithilfe eines Kathetereingriffs zu lösen und abzusaugen. „Im Idealfall bekommt der Patient erst eine systemische Lyse und anschließend den Kathetereingriff“, erklärt Dr. Tran. Denn zahlreiche Studien belegen, dass die Kombination beider Therapien die größten Aussichten auf Erfolg hat. Allerdings muss die Behandlung rechtzeitig erfolgen: Die Lysetherapie hat nur bis zu viereinhalb Stunden nach dem Schlaganfall Aussicht auf Erfolg, das Katheterverfahren sechs Stunden danach. Und auch hier gilt: Je eher, desto besser.


Im April 2016 ist Dr. Tran als Chefarzt der Neuroradiologie ans Klinikum Lippe zurückgekehrt. Mit der in der Medizin noch recht neuen Behandlungsmethode hat er in den vergangenen Monaten schon vielen Patienten helfen können, zum Beispiel einem jungen, mehrfach vorerkrankten Patienten, der nach einem schweren Schlaganfall das Krankenhaus zu Fuß wieder verlassen konnte – keine Selbstverständlichkeit bei einer solch schweren Erkrankung.

HAND IN HAND FÜR IHRE GESUNDHEIT In einem architektonisch anspruchsvollen Ambiente finden Sie neben verschiedenen Facharztkompetenzen auch Dienstleistungen wie Reha-Zentrum, Apotheke, Pflegedienst, Bistro und Konferenzbereich sowie unser großes ambulantes OP-Zentrum und die ärztlichen Notdienste: • Reha-Zentrum Salutaris • Physikalische und Rehabilitative Medizin • Medicum Apotheke • Bistro im Medicum | Biere Brot • Diakonie Ambulant e. V. • Intensiv- und Palliativ-Pflegedienst Lippe • Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe • Praxis für Orthopädie & Unfallchirurgie • Dermatologische Gemeinschaftspraxis • Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis

Heike Ellermeier (MTRA) und Dr. Tran besprechen ein Untersuchungsergebnis

• Anästhesie OWL • Operationszentrum / Tagesklinik für ambulante Operationen

„Dieser Fall hat uns sehr ermutigt, und wir haben festgestellt: Unser Vorhaben funktioniert“, erzählt Dr. Tran. Aber er räumt auch ein: „Wir sind hier erst im Aufbau und können diese Behandlung noch nicht zu jeder Tag­ und Nachtzeit an 365 Tagen im Jahr anbieten. Dafür brauchen wir noch mehr Personal, und das ist im Bereich der Neuroradiologie im Moment sehr schwer zu bekommen.“ Das Klinikum Lippe hält aber daran fest, allen Schlag­ anfallpatienten in Lippe diese effektive Behandlung zugänglich machen zu wollen. Ein erster Schritt ist die Erweiterung der Stroke Unit, die mit besseren Geräten und mehr Personal einhergeht.

• Zentrum für ganzheitliche Schmerzmedizin • Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin • Frauenärztliche BAG Lippe • Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin • Fachpraxis für Parodontologie • Kinderärzte im Medicum • Cardiopraxis Detmold • Urologische Gemeinschaftspraxis • Onkologische Schwerpunktpraxis • Konferenzbereich Besuchen Sie uns auch auf Facebook: www.facebook.com/medicum.detmold

Dr. Van Khiem Tran

Chefarzt des Instituts für Neuroradiologie, Klinikum Lippe Lemgo

Medicum Detmold (direkt am Klinikum Lippe Detmold) Röntgenstraße 16 | 32756 Detmold Fon 0 52 31 . 91 02-000 | info@medicum-detmold.de

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Klinikum Lippe | Heile über jedes Hindernis

Heile über jedes Hindernis Dr. Patrick Dißmann über seine Tätigkeit als Turnierarzt › Dr. Patrick Dißmann ist Chef der Zentralen Notaufnahmen am Klinikum Lippe. In seiner Freizeit sitzt er am liebsten im Sattel und ist im wahrsten Sinne des Wortes Vorreiter: Im Bereich der Reitmedizin hat er als Turnierarzt in England und Deutschland eine Expertise erworben, die er in Seminaren an Ärzte und Sanitäter weitergibt.

„Reitarzt“ ist eigentlich keine Berufsbezeichnung. Aber für Patrick Dißmann scheint es ohnehin eher eine Berufung zu sein. Bei großen Reitturnieren und Pferderennen sorgt er als Turnierarzt für die Notfallversorgung. Und die ist im Reitsport sehr speziell: „Man muss wissen, wie man sich sicher um ein Pferd herum bewegt, damit man nicht selbst in Gefahr gerät. Und bei Reitunfällen gibt es bestimmte Verletzungsmuster, für die man sein Auge geschärft haben sollte.“ Die Leidenschaft für Pferde begleitet den Vielsei­ tigkeitsreiter schon seit seiner Kindheit, und auch heute

besitzt er eigene Pferde. Als Not­ und Sportarzt hat er in England begonnen, Jockeys und Vielseitigkeitsreiter während der Turniere zu betreuen. Mittlerweile hat er über zehn Jahre Erfahrung darin und gibt sein Wissen an andere Ärzte und Rettungssanitäter weiter. Als Ärztlicher Berater des Clubs Deutscher Vielseitigkeitsreiter hat er den Kurs „Notfallrettung im Reitsport“ ins Leben gerufen. Mit Erfolg: Viermal im Jahr kommen bis zu 20 Teilnehmer, um typische Situationen zu simulieren und das spezielle Fachwissen mit nach Hause zu nehmen.


Klinikum Lippe | Heile über jedes Hindernis

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Dr. Patrick Dißmann

Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen, Klinikum Lippe

Reitmedizin – mehr als Notfallhilfe beim Turnier Während Dißmann früher in der Sommersaison jedes zweite Wochenende als Turnierarzt unterwegs war, beschränkt er sich heute auf drei bis vier Veranstal­ tungen im Jahr, darunter die renommierten „Burghley International Horse Trials“ in England. Aber die Reitmedizin geht weit über die Turniertätigkeit hinaus. Es geht auch um die Betreuung von Reitern, die sich verletzt haben oder durch jahrelanges falsches Reiten körperliche Beschwerden wie Rücken­, Hüft­, oder Schenkelschmerzen haben. Nicht zuletzt setzt Dißmann sich für die Reitsicherheit ein. „Ein großes Problem ist zum Beispiel das Schädel­ hirntrauma bei Reitern“, erzählt Dißmann. „Wenn man vom Pferd gefallen ist, wird das oft bagatellisiert. Aber auch wer einen Helm trägt, kann eine Gehirnerschüt­ terung erleiden und muss sie langsam auskurieren, bevor er sich wieder aufs Pferd setzt.“

Dißmanns wichtigste Regel für alle Reiter scheint so einfach: „Nicht auf ein Pferd steigen, wenn man angeschlagen ist.“ Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass man immer im Vollbesitz seiner Kräfte sein muss, geistig wie körperlich, und gewisse Sicherheits­ regeln im Kopf haben sollte: „Guck Dich um, reite voraus­ schauend.“ Dr. Patrick Dißmann ist nach eigenen Angaben noch nicht oft vom Pferd gefallen: „Ich habe eine gute Affinität zu Sattel“, sagt er und lacht. „Ich reite immer voraus­ schauend, denn als Arzt in der Notaufnahme weiß ich ziemlich genau, was bei einem Reitunfall passieren kann.“ Schulter­, Bein­ und Rippenbrüche und sogar eine Mittel­ gesichtsfraktur hat er in der Notaufnahme schon behandelt. „So etwas ist in der Regel vermeidbar“, meint er.

Helm und Bodyprotektor auch für Freizeitreiter

Bei großen Reitturnieren und Pferderennen sorgt Dr. Patrick Dißmann als Turnierarzt für die Notfallversorgung.

Solche Sicherheitsregeln gelten natürlich nicht nur für Profisportler. Auch für Freizeitreiter hat Dr. Patrick Dißmann konkrete Ratschläge: „Ich empfehle Helme für alle Reiter, auch beim Voltigieren“, sagt er. Denn Pferde seien immer unberechenbar. Statistiken belegen, dass die Hälfte der schweren Verletzungen nicht beim Reiten passiert, sondern in der Stallgasse, in der Box oder beim Putzen. „Dann hat man schnell einen Huf mit Eisen vorm Kopf“, mahnt Dißmann. „Und das kann böse enden.“ Sogenannte Bodyprotektoren, die wie eine schusssichere Weste aussehen, sind für Jockeys und Vielseitigkeits­ reiter bereits Pflicht. Sie schützen vor Verletzungen im Brustkorb oder können sie zumindest abmildern. Auch einige Dressurreiter setzen hier schon auf Sicherheit. Auch Airbagwesten zum Drüberziehen sind gerade im Kommen. Wenn man vom Pferd fällt, zieht man die Reißleine am Sattel, und in Bruchteilen einer Sekunde bläst sich der Airbag auf. Wenn man den Fußboden erreicht, landet man weich – sofern man denn an der Reißleine ziehen konnte: Gehen Pferd und Reiter gleich­ zeitig zu Boden, funktioniert der Airbag nicht.


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Magazin | „Help­up“

Wenn Rollstühle ein Lächeln zaubern Seit zehn Jahren unterstützt ein kleiner Verein aus Helpup soziale Einrichtungen in Rumänien. Das kleine Mädchen lacht und staunt: Zum ersten Mal in ihrem Leben sitzt sie in einem Rollstuhl! Ihr Unterkörper ist gelähmt, und deshalb war sie bislang immer auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Dass sie sich mit dem Rollstuhl nun selbständig bewegen kann, ist für sie ein großer Schritt. Die kleine Patientin einer neurologischen Klinik in Hermannstadt, einer Stadt in Siebenbürgen in Zentralrumänien, profitiert vom großen Engagement eines kleinen Vereins aus Lippe. „Help­up mit Herz und Hand e.V.“, so heißt die Initiative, die Martin Elbracht vor nunmehr zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Martin Elbracht hat für das Mädchen den Sitz und die Fußstützen eingestellt, und der Dank der Eltern und des Oberarztes ist überschwänglich. Elbracht (48) ist ein Mann der Tat. Als Geschäftsführer von mehreren Sanitätsfachge­ schäften in Ostwestfalen­Lippe ist er es gewohnt, Probleme offensiv anzugehen. Daher wollte er auch nicht akzeptieren, dass gebrauchte medizinische Hilfsmittel nicht ohne weiteres erneut verwendet werden dürfen. Wohin mit benutzten Rollstühlen? Anstatt sie zu verschrotten suchte er nach einer besseren Lösung. Rund 20 Mal sind Elbracht und eine Gruppe von Freunden schon im rumänischen Siebenbürgen gewesen. Der jüngste Transport in diesem Sommer war der bislang größte.

„Wir hatten rund 21 Tonnen Ladung an Bord des LKW“, berichtete Elbracht. Die Klinik erhielt 15 Rollstühle, in Schulen und Kindergärten wurden Kleidung, Wandfarbe und Teppichböden übergeben. „Die sechstägige Tour war sehr anstrengend, aber erfolgreich“, resümiert er. Die erste Reise nach Rumänien ist jetzt zehn Jahre her. Elbracht und zwei Bekannte luden damals ausgemusterte Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen auf einen Lastwagen und machten sich auf die 1.800 Kilometer lange Strecke durch Österreich und Ungarn. In Siebenbürgen steuerte die Gruppe soziale Einrichtungen an und fand dankbare Abnehmer. Denn das rumänische Gesundheitssystem wird vom Staat nur unzureichend finanziert. Wer krank ist, muss vieles selbst bezahlen. Rollstühle sind daher eine Rarität im Straßenbild. Schon mehrere Male hat die Gruppe ein Heim für mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche beliefert. Die Einrichtung entstand auf Initiative des Vereins Agape innerhalb der Kirchengemeinde Bad Salzuflen­Lockhausen. Als Orthopädietechnik­ und Bandagistenmeister konnte Elbracht die Hilfsmittel den Bedürfnissen der Behinderten individuell anpassen. „Zum Teil haben wir auch aus drei Rollstühlen einen neuen gebastelt“, erinnert er sich. Außer den Rollstühlen hatten die Helfer aus Lippe auch Altkleidung im Gepäck. Sie wurde als Polsterung in den


Magazin | Help-up

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Trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung ist Rumänien das zweitärmste Land der Europäischen Union. Das durchschnittliche Pro­Kopf­Einkommen erreicht nur 55 Prozent des EU­Niveaus. Drei Millionen der insgesamt 20 Millionen Einwohner besitzen keine Krankenversicherung. Das öffentliche Gesundheitssystem leidet unter Misswirtschaft, Korruption und Verschwendung. Für Medikamente werden hohe Zuzahlungen erhoben, medizinische Hilfsmittel müssen selbst finanziert werden.

Zwischenräumen auf der LKW­Ladefläche genutzt und dient dem Heim als ein Standbein: Durch den Verkauf der Textilien in einem Second­Hand­Laden kann es sich zum Teil finanzieren. Weitere Empfänger waren eine Sozialstation für Kinder und Jugendliche aus einem sozialen Brennpunkt sowie das Kreiskrankenhaus in Hermannstadt (Sibiu). Was vor zehn Jahren als Privatinitiative begann, ist seit 2013 ein eingetragener Verein. Da die meisten Mitglieder im Oerlinghauser Stadtteil Helpup leben, wurde der passende Name „Help­up mit Herz und Hand e.V.“ gewählt. Nach wie vor spenden die Mitfahrer dem Verein sämtliche Kosten für die Transporte und den Aufenthalt aus eigener Tasche. Zunehmend werden für die medizinischen Hilfsmittel auch Sponsoren gewonnen. Durch seine Kontakte zu Herstellerfirmen konnte Martin Elbracht zahlreiche fabrikneue Unterarmgehstützen, Bandagen, Knieor­ thesen, Sprunggelenkschienen, Cast­Verbände und vieles mehr an Krankenhäuser übergeben. Mit zahlreichen gespendeten Spezialbüstenhaltern und Einlagen im Gepäck führte er bereits zwei Informa­

tionstage für Frauen durch, die nach einer Krebser­ krankung an der Brust operiert wurden. Vielen von ihnen waren diese Hilfsmittel zuvor unbekannt. Ans Aufhören denken die Mitglieder des kleinen Vereins noch lange nicht. „Es ist doch relativ einfach, Freude auszulösen. Außerdem erfahren wir hier so viel Zuspruch und Unterstützung. Das spornt uns weiter an“, sagt Martin Elbracht.

Help-up mit Herz und Hand e.V. Goldstraße 28, 33813 Oerlinghausen Bankverbindung

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Ein neues Krebszentrum für Lippe › Bei der Behandlung von Tumoren in Magen, Darm und Bauchspei­

cheldrüse arbeiten die Ärzte am Klinikum Lippe bereits seit Jahren erfolgreich und fachübergreifend zusammen. Die Deutsche Krebsge­ sellschaft hat die hervorragende Arbeit jetzt mit der Auszeichnung „Viszeralonkologisches Zentrum“ gewürdigt.

Die Diagnose Krebs verändert das Leben. Umso wichtiger ist es, dass Krebspatienten in jeder Phase ihrer Erkrankung nach den neuesten Standards behandelt und betreut werden. Um gute Behandlungsqualität auf den ersten Blick erkennbar zu machen, zertifiziert die Deutsche Krebs­ gesellschaft sogenannte „Zentren“. Das Klinikum Lippe hat jüngst die Auszeichnung als „Viszeralonkologisches Zentrum“ erhalten. Unter diesem Oberbegriff sind nun das Darmzentrum, das Pankreaskarzinomzentrum und das neu geschaffene Magenzentrum zusammengefasst.

Das Klinikum Lippe hat damit in Westfalen ein Alleinstel­ lungsmerkmal. Denn ein Darm­, Magen­ und Pankreas­ zentrum hat in Nordrhein­Westfalen ansonsten nur Aachen. Für Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Leiter des Viszeralonkologi­ schen Zentrums und Chefarzt der Allgemein­, Viszeral­ und Thoraxchirurgie, ist die Zertifizierung ein großer Schritt: „Die Krebstherapie ist ein wesentlicher Schwerpunkt unseres Klinikums. Da wollen wir zu den Besten gehören.“ Am Klinikum Lippe ist bereits vor 17 Jahren die interdis­ ziplinäre Tumorkonferenz eingeführt worden. Sie ist das


Klinikum Lippe | Viszeralonkologisches Zentrum

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mehr Personal eingestellt und die Behandlungen verbessert haben.“ So sind die zwei Tage, in denen Fachmediziner die Zentren genau unter die Lupe genommen haben, für das Klinikum Lippe Ansporn, im Sinne des Patienten Abläufe zu optimieren, um gute Therapieerfolge zu erzielen.

Herzstück des Viszeralonkologischen Zentrums, denn darin besprechen Ärzte aller zugehörigen Fachbereiche die Situation jedes einzelnen Patienten. „Der Patient kann sicher sein, dass es nicht vom Zufall abhängt, was mit ihm passiert, sondern dass mit ihm die optimale Therapie erarbeitet und auf hohem Niveau durchgeführt wird“, erläutert Prof. Hiller. Die Zertifizierung ist für Prof. Hiller deshalb mehr als eine Urkunde an der Wand: „Wichtiger als die Zertifizierung selbst ist, dass wir durch den Bewerbungsprozess immer besser werden, weil wir die Anforderungen und die neuen Impulse umgesetzt haben. Dazu gehört auch, dass wir

Die drei Tumorarten, die im Viszeralonkologischen Zentrum behandelt werden, haben jeweils ihre eigene Therapieform und Diagnostik. Am Klinikum Lippe werden jährlich etwa 150 Patienten mit Darmkrebs, 40 bis 50 mit Bauch­ speicheldrüsenkrebs und 80 mit Magenkrebs behandelt. Unabhängige Prüfer von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüfen auch künftig jedes Jahr, ob die Kriterien für das Siegel „Viszeralonkologisches Zentrum“ erfüllt sind.

Prof. Dr. Wolfgang Hiller

Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums und Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Klinikum Lippe Detmold

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Magazin | Tolle Knollen

Tolle Knollen › Unter Knollengemüse versteht man

verschiedene Gemüsesorten, bei denen sich ein knollenförmiges essbares Speicherorgan bildet. Zum Knollengemüse zählen beispielsweise Möhren, Pastinaken, Kartoffeln, Rote Beete, Radieschen und Ingwer. In den tollen Knollen stecken nicht nur viel Geschmack und kräftige Aromen, sondern sie sind auch noch gesund.

Das Team der Ernährungsberaterinnen wünscht viel Spaß beim Nachkochen!


Magazin | Tolle Knollen

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Kartoffelsuppe

Kartoffel

für 6 Portionen

die unterschätzte Knolle Weltweit zählt die Kartoffel zu den wichtigsten Nahrungs­ mitteln und ist aus einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung nicht wegzudenken. Sie ist fettarm und steckt voller Nährstoffe. Die Knolle aus der Erde enthält beson­ ders viel Vitamin B1, B2, Vitamin C und ist kaliumreich. Kanadische Wissenschaftler fanden sogar heraus, dass der Verzehr von Kartoffeln die Gedächtnisleistung um 10 – 30 % steigern kann. Küchentipps: Lassen Sie Kartoffeln nie lange im Wasser liegen, sie verlieren sonst an Vitamin C. Grüne Stellen großzügig herausschneiden. Sie enthalten Solanin, welches in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Direkt unter der Schale sind besonders viele Nährstoffe – um beim Kochen nicht zu viel davon zu verlieren, sollten Sie wenn möglich die Kartoffeln mit Schale kochen und erst dann pellen.

1,5 kg mehlige Kartoffeln 2 Karotten 2 Zwiebeln 1 Stange frischen Lauch 1 Sellerie

1 Lorbeerblatt 1 Liter Gemüsebrühe Schnittlauch Majoran, Muskat, Pfeffer Rapsöl

So geht ’s: Kartoffeln und Sellerie schälen und klein schneiden. Den Lauch und die Möhren putzen und ebenfalls klein schneiden. Die Zwiebeln werden gewür­ felt und daraufhin zusammen mit dem Lauch in etwas Öl angedünstet. Sobald die Zwiebeln glasig sind, wird das Ganze mit der Gemüsebrühe abgelöscht. Daraufhin werden Kartoffeln, Karotten und Sellerie mit dem Lorbeerblatt in die Brühe gegeben und köcheln so lange, bis alles gar ist. Dann wird das Lorbeerblatt aus der Suppe genommen und die restlichen Gewürze der Kartoffelsuppe beigemischt. Anschließend werden alle Zutaten püriert und mit Muskat und Pfeffer abgeschmeckt. Leckere Toppings und Beilagen für die Kartoffelsuppe: Die Kartoffelsuppe lässt sich wunderbar durch verschiedene Toppings und Beilagen variieren. Der Topping­Klassiker ist eine Schmand­ oder Crème fraîche­Haube, womit die Kartoffelsuppe in eine leckere Cremesuppe verwandelt wird. Lecker sind auch knusprige Röstzwiebeln als Topping. Und natürlich dürfen frische Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie als Garnitur nicht fehlen. Zur klassischen Kartof­ felsuppe sind außerdem Räucherlachs oder knuspriger Bacon eine hervorragende Ergänzung. Als Veggie­Variante eignen sich auch gekochtes und gewürfeltes Gemüse wie z. B. Spargel und Karotten oder Nachos und Gemüsechips.


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Magazin | Tolle Knollen

Karotte

die vielseitige Knolle

Karotten-Mais-Küchlein mit Kräuterdip für 4 Portionen

Die Karotte wird je nach Region auch Mohrrübe, Möhre oder Gelbe Rübe genannt und ist eine der beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. Bereits im Altertum wurde die Karotte schon als Arzneipflanze verwendet. Sie ist der Allrounder unter den Gemüsesorten. Die Karotte ist kalorienarm und gut verträglich. Sie weist einen hohen Gehalt an Vitamin B1, B2, B6, E und C auf. Des Weiteren enthält das Wurzelgemüse Carotin, das sich positiv auf die Sehkraft auswirkt. Küchentipp: Das junge Grün können Sie hacken und wie Petersilie verwenden, es dient übrigens auch dazu, überschüssiges Nitrat aus den Möhren zu binden.

Flotte Karotte

Möhren Olivenöl

Salz, Pfeffer Feta nach Belieben

So geht 's: Backofen auf 170 °C Umluft vorheizen. Möhren waschen und schälen, der Länge nach halbieren und auf ein Blech mit Backpapier legen. Mit Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und für ca. 40 Minuten backen. Als Topping nach Belieben nach ca. 30 Minuten etwas Schafskäse über die Möhren bröseln. Wer möchte, kann anstelle des Schafskäses auch einen Kräuterquark zu den Möhren essen.

Für die Küchlein: 1 Möhre 1 Stange Porree 1 TL Rapsöl 150 g Mais aus der Dose 3 Eier Salz 100 g Mehl 1/2 TL Backpulver 250 g Quark 2 EL Rapsöl

Für den Kräuterdip: 200 g Schmand 150 g Sauerrahm 1 Zwiebel Salz 1 Kästchen Kresse 1/2 Bund gehackte Petersilie

So geht 's: Möhre schälen und Porree putzen. Beides waschen und in feine Würfel schneiden. Rapsöl erhitzen. Gemüse darin etwa eine Minute lang sanft dünsten. Mais abtropfen lassen. Eier trennen. Eiweiß steif schlagen. Eigelb mit Mehl, Backpulver, Salz und Quark verrüh­ ren. Gemüse und Eischnee unterheben. Rapsöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und esslöffelweise kleine Küchlein darin braten. Für den Kräuterdip die Zwiebel schälen und fein hacken. Kresse abzupfen und ebenfalls fein hacken. Zwiebelwürfel, Schmand, Sauerrahm, Petersi­ lie und Kresse verrühren. Mit Salz abschmecken. Kräuter­ dip zu den Küchlein servieren.


Magazin | Tolle Knollen

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Ingwer

die Wunderknolle Neben seiner zitronigen, würzigen Schärfe trumpft Ingwer vor allem durch seine gesundheitsfördernden Eigenschaften auf. Antibiotische und immunstimu­ lierende Wirkungen, ähnlich wie bei Schmerzmitteln, werden der Ingwerwurzel zugeschrieben. Sie erzielt eine Linderung von Gelenk­ und Muskelschmerzen und wirkt besonders gut bei Übelkeit, Erkältungen und Magenbe­ schwerden. Die Knolle spendet Wärme und beugt Durch­ blutungsproblemen vor. Ingwer ist ein typisches Gewürz in der asiatischen und indischen Küche. Es wird frisch, getrocknet und gemahlen verwendet. Ingwer schmeckt in vielen Hauptgerichten mit Fleisch, Fisch oder Gemüse. Auch in Chutneys, Marmeladen, Marinaden und Saucen sorgt Ingwer für ein würzig­scharfes Aroma.

Ingwer-Hühnchen für 4 Portionen

Küchentipp: Werden die Wurzeln nicht zu kalt gelagert, treiben sie aus und entwickeln sich (in Erde gesteckt) prächtig. Dies ist eine Möglichkeit die Reste der Knolle zu verwerten.

Honigmilch mit Ingwer für 4 Portionen à 200 ml

70 g Ingwer 700 ml Milch 6 TL Honig So geht 's: Ingwer schälen und in feine Scheiben schnei­ den. 500 ml Milch mit dem Ingwer aufkochen. Zugedeckt 5 Min. ziehen lassen. Inzwischen 200 ml Milch in einem weiteren Topf erhitzen, aber nicht kochen. Mit einem Milchaufschäumer sehr gut aufschäumen. Ingwermilch mit 5 TL Honig süßen und durch ein Sieb in vorgewärmte Gläser füllen. Milchschaum darüber geben und mit 1 TL Honig beträufelt sofort servieren.

400 g Hähnchenbrust 2 Knoblauchzehen 40 g Ingwerwurzel 1 rote Paprikaschote 1 gelbe Paprikaschote 400 g Ananas aus der Dose

100 g Schalotten 6 EL Rapsöl 6 EL Sojasauce 2 EL Chilisauce 1 EL Maisstärke

So geht 's: Die Hähnchenbrust quer in dünne Streifen schneiden. Knoblauchzehe und Ingwer schälen und beides in feine Stifte schneiden. Paprikaschoten halbie­ ren, entkernen und Fruchtfleisch in 1 cm große Stücke schneiden. Geschälte Schalotten in Spalten schneiden. Die Hähnchenbruststreifen mit etwas Maisstärke bestäu­ ben. Rapsöl im Wok oder in einer Pfanne sehr heiß werden lassen, Hähnchenbruststreifen unter ständigem Rühren ca. 1 Minute anbraten und wieder herausnehmen. Knoblauch, Ingwer, Schalotten, Ananas­ und Paprika­ stücke gemeinsam kurz anbraten. Die gebratenen Fleisch­ scheiben wieder untermischen. Sojasauce, Chilisauce und etwa 6 Esslöffel Wasser miteinander verrühren und in den Wok gießen. Alles zusammen noch 1 Minute köcheln lassen. Ingwerhühnchen auf vorgewärmten Tellern anrich­ ten und mit Basmatireis servieren.


Mitbewohner auf vier Beinen Dass Tiere älteren Menschen und Demenzkranken guttun, ist wissenschaftlich belegt. Im Kreisseniorenheim Detmold sind deshalb Kaninchen zu Hause und Hunde zu Gast. Die Erfolgsgeschichte des Tierprojektes im Kreissenio­ renheim Detmold begann vor ein paar Jahren mit einem Hund und einer Hauskatze, die regelmäßig zu Besuch kamen. Schnell stellte sich heraus, dass alle von den Besuchen der vierbeinigen Freunde profitieren: Das Personal erkannte, dass die Tiere eine positive Wirkung auf die Bewohner hatten, Demenzkranke wieder mehr lächelten

und sprachen und die Ruhe der Tiere sich auf die Menschen übertrug. Kurzum: Die Bewohner fühlten sich in der Nähe der Tiere sehr wohl. Und das sind nicht nur die Erfahrungen des Projektes des Kreisseniorenheims, sondern auch die Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern der TU Dresden, die die Wirkung von Tieren auf Demenzkranke erforscht haben. Ihre Studie weist nach, dass der Kontakt zu Tieren die Gedächtnisleistungen und die motorischen Fähigkeiten der Patienten deutlich steigert. Und letztendlich wird nicht nur der Kontakt zum Tier hergestellt. Auch die Kommunikation unter den Menschen wird durch das Tier einfacher.


Klinikum Lippe | Mitbewohner auf vier Beinen

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Dr. Christof Gründges

Leitender Arzt der Tagesklinik Geriatrie, Bad Salzuflen

Auch Dr. Christof Gründges, Leitender Arzt der Tagesklinik Geriatrie in Bad Salzuflen, bestätigt diese Erfahrungen: „Haustiere bzw. Therapietiere in Pflegeeinrichtungen können bei bestimmten alterstypischen Krankheitsbildern ein wertvoller Bestandteil eines Behandlungskonzepts sein.“ Dies gelte vor allem für Menschen mit Depressionen und Demenzerkrankungen. „Natürlich können die Tiere diese Krankheiten nicht heilen, aber sie können die Hauptpro­ bleme dieser Krankheitsbilder lindern, etwa die Hilflosigkeit bei Depressionen oder die Unruhezustände bei Demenzen“, erläutert Gründges. Auf diese Weise tragen Tiere zur Verbesserung der Lebens­ qualität bei, wirken sich positiv auf das Seelenleben aus, können das Sozialverhalten günstig beeinflussen und teilweise auch kognitive Fähigkeiten trainieren. Die Kontaktaufnahme mit dem Tier erfolgt meist nonverbal, eher instinkthaft. Und durch den körperlichen Kontakt mit dem Tier wird die soziale Einsamkeit durchbrochen. Haustiere sind Aufgabe, strukturieren den Tagesablauf, sind lebende Wesen, halten fit. Hunde eignen sich aufgrund ihres ausge­ prägten Sozialverhaltens als Therapietiere besonders.  Die Bewohner des Kreisseniorenheims Detmold freuen sich über ihre tierischen Mitbewohner.

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Ein Betrieb der Stiftung Eben-Ezer


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Klinikum Lippe | Mitbewohner auf vier Beinen

Für viele Menschen, die ihr Tier beim Umzug ins Pflegeheim zurücklassen mussten, kann ein Therapiehund ein kleines Stück ihrer früheren Alltagsnormalität sein.“

Tat“, Christopher Imig, bestätigten, dass es eine schöne Perspektive sei, wenn man Menschen aus Pflegeeinrich­ tungen und Tiere zusammenbringen könne.

In Detmold freuen sich derweil nicht nur die Bewohner des Kreisseniorenheims über die Kaninchen und Besuchshunde. Auch die Kinder des nahe gelegenen Waldorfkindergartens genießen es, wenn sie bei regelmäßigen Besuchen die Tiere streicheln oder gar füttern dürfen.

Für die laufenden Kosten des Projektes gibt es inzwischen zwei Patenschaften: Die Firma „Automeister Giesbrecht“ aus Detmold und das Ehepaar Katharina und Jörg Tappe aus Bad Meinberg unterstützen diese wichtige Arbeit.

Für die Kaninchen gibt es mittlerweile ein eigenes Gehege. Ermöglicht wurde dies durch eine Spende in Höhe von 300 Euro von der Firma „Partner Personal Service GmbH Paderborn“. In dem großzügig angelegten Areal dürfen sich die Kaninchen über viel Zuwendung und streichelnde Hände freuen. Und auch das Zwergkaninchen „Krümel“, das als einziges von mehreren Kaninchen übrig geblieben war, hat nun wieder Gesellschaft: Vor zwei Monaten zog die Kaninchendame „Diva“ aus dem Lippischen Tierheim in das Kreisseniorenheim ein und sieht nun wieder einer positiven Zukunft entgegen. Sie ist eine Spende des Tierheims. Im Kreisseniorenheim wurde Diva sowohl von den tierlieben Senioren als auch von Böckchen Krümel sehnsüchtig erwartet.

Weitere Informationen zu den Kreissenioreneinrichtungen finden Sie unter www.kse-lippe.de

Renate Pethig

Einrichtungsleitung / Pflegedienstleitung, Kreissenioreneinrichtung Detmold

Sowohl die Leiterin des Kreisseniorenheims, Renate Pethig, als auch der Vorsitzende des Vereins „Tierschutz der

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Röntgenstraße 16 | 32756 Detmold Tel 05231 . 9102151 | 24h-Rufnummer 0176 . 111 555 99

Leben zu Hause -

bis zum Abschiednehmen Die Begleitung, Betreuung und Versorgung schwerkranker und sterbender Patienten sind eine unserer wichtigsten Aufgaben. Wir wissen, dass eine gute Fürsorge und die Geborgenheit in der gewohnten Umgebung wesentlich zur Lebensqualität schwerkranker Menschen beitragen. Ängste nehmen, Schmerzen und Atemnot lindern, zuhören und einfach da sein - der Respekt gegenüber den individuellen Bedürfnissen und Wünschen unserer Patienten und ihrer Angehörigen ist die Basis unseres Handelns.

www.diakonie-ambulant.com


Klinikum Lippe | Krankenhausalltag in Lippe & China

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Über den Tellerrand geschaut

Krankenhausalltag in Lippe und China › Andere Länder, andere Sitten – das

gilt auch für das Gesundheitssystem. Umso bereichernder empfinden chinesische Fachärzte und Ärzte des Klinikums Lippe ihren regelmäßigen Austausch. Denn sie können viel voneinander lernen.

Als im vergangenen Juli 30 Klinikchefs aus über zehn chinesischen Provinzen zu Gast am Klinikum Lippe waren, staunten sie nicht schlecht: Dass das hiesige Klinikum mit 1.200 Betten für deutsche Verhältnisse groß ist, konnten sie kaum glauben. Denn in China sind Kliniken mit 10.000 Betten und mehr keine Seltenheit. Seit drei Jahren besteht eine Kooperation zwischen dem Klinikum Lippe und dem Internationalen Notfallmedizin­Verwaltungsrat in China. Und sie vertieft sich immer mehr.

selbst habe nicht dem deutschen Standard entsprochen: „Teilweise existieren Fünf­Bett­Zimmer und nicht wenige Patienten mussten während ihres stationären Aufent­ haltes auch auf den Gängen liegen.“ Die Essensversorgung wird voll und ganz durch Angehörige gewährleistet. Und niedergelassene Ärzte gibt es in China so gut wie gar nicht. Die Patienten wenden sich an große Polikliniken, in denen morgens bis zu 500 Notfallpatienten auflaufen und auf ihre Versorgung warten.

Viermal im Jahr hospitieren sechs Mediziner aus China für einen Zeitraum von drei Monaten am Klinikum Lippe. Dr. Alfons Gunnemann, Chefarzt der Urologie, arbeitet gerne mit den chinesischen Hospitanten zusammen. Er selbst ist bereits Einladungen in die Zentralprovinz Wuhan gefolgt. Umso mehr kann Gunnemann nachvollziehen, wie sehr die chinesischen Klinikgeschäftsführer sich über die Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems wunderten, denn umgekehrt durfte auch er während seiner Reisen die Unterschiede kennenlernen.

„Über Grenzen zu schauen fördert gegenseitiges Verständnis, erweitert den eigenen Horizont, lässt Freundschaften entstehen und dient dem freundlichen und friedlichen Miteinander in unserer Welt“, resümiert Gunnemann und freut sich auf die weitere Kooperation mit den chinesischen Partnern.

„Auffällig war die unterschiedliche technische Ausstattung der Krankenhäuser“, schildert Gunnemann seine Eindrücke. „Zum Teil trafen wir auf alte Geräte von vor 20 Jahren, zum Teil aber auch auf hochmoderne Ausstattung mit elektro­ nischer Patientenakte.“ Die Unterbringung der Patienten

Dr. med. Alfons Gunnemann

Chefarzt der Klinik für Urologie, Klinikum Lippe Detmold


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Klinikum Lippe | Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel › Ralf Sann leitet die Adipositas­Selbsthilfegruppe Lippe und berät Patienten im Adipositaszentrum des Klinikums. Als Betroffener hat er seinen ganz eigenen Weg gefunden, mit der Krankheit umzugehen. Dazu gehört für ihn auch sein Hobby Geocaching.

Manchmal steckt die kleine Filmdose mit dem Logbuch in der Leitplanke, andernorts sind die Verstecke komplizierter oder wie an einem Museum in Detmold mit einem Zahlenschloss abgesichert. Ralf Sann kennt viele Geocaches in der Region. Häufig ist er mit seiner Frau unterwegs mit dem GPS­Gerät, hat zuvor auf der Internetseite www.geocaching.com nach einem neuen Ziel geguckt und verbindet den Spaß an der modernen Schnitzeljagd mit einer Wanderung in der Natur. „Für mich war es nach meiner Operation zu langweilig, nur durch den Wald zu gehen“, erzählt Ralf Sann. „Mit dem Geocaching hat man immer ein Ziel. Es geht nicht nur um körperliche Fitness. Man wird auch geistig gefordert.“ Mal ist es ein außergewöhnliches Versteck, mal ein kniffliges Rätsel, dann wieder die abwechslungsreiche Natur oder einfach ein schöner Wanderweg, der für ihn den Reiz ausmacht.

Ab und zu nimmt er auch die Adipositas Selbsthilfegruppe Lippe mit zum Geocaching. „Wir wandern dann bis zu neun Kilometer und freuen uns, wenn wir nebenbei ein paar Caches finden“, sagt Sann. Er hält sein eigenes Hobby auch für andere Betroffene für geeignet: „Es gibt unterschiedliche Schwierig­ keitsstufen. Das ist schon mal gut. Und darüber hinaus hat man ein Ziel. Das motiviert dazu, sich zu bewegen.“ Natürlich muss niemand mitmachen und das Geocaching ist nur ein kleiner Teil dessen, was die Selbsthilfegruppe an Aktivitäten bietet.

Hilfe zur Selbsthilfe Für Kranke und deren Angehörigen ist die Adipositas Selbsthilfegruppe Lippe ein wichtiger Anlaufpunkt. Ziel ist es, sich gemeinsam mit der Diagnose und einem Leben mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Erfahrungsaustausch


Klinikum Lippe | Der Weg ist das Ziel

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mit anderen Betroffenen, Hilfestellung und Rat sind eine wertvolle Ergänzung zur ärztlichen Kompetenz. Das Klinikum Lippe arbeitet deshalb schon länger mit verschiedenen Selbsthilfegruppen zusammen und ist als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus in Nordrhein­ Westfalen“ zertifiziert. In dem Projekt soll die Selbsthilfe in die professionelle Versorgung eingebunden werden. Ralf Sann hat die moderne Schnitzeljagd für sich entdeckt. Beispiel Adipositaszentrum: Einmal in der Woche berät Ralf Sann hier in seiner Sprechstunde Adipositas­Patienten in allen nicht­medizinischen Belangen. „Ich erfahre dabei manchmal ganz andere Dinge als die Ärzte“, meint er. Für die Patienten ist es oft leichter, sich jemandem anzuver­ trauen, der selbst von der Krankheit betroffen ist. Gerade bei einem so komplexen Krankheitsbild wie Adipositas, welches in der Regel über Jahre entstanden ist und durch eine Vielzahl an Begleiterkrankungen zu Einschränkungen und Komplikationen führen kann. Im Adipositaszentrum des Klinikums Lippe werden daher die Kompetenzen gebündelt und Therapieangebote zusammengeführt.

„Selbsthilfegruppen haben für uns eine große Bedeutung“, bestätigt Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Leiter des Adipositaszentrums. „Gerade im Bereich Adipositas können wir als Ärzte manchmal nur Hilfestellung geben. Es ist keine akute Erkrankung, sondern in den meisten Fällen eine Lebensaufgabe. Da ist der Erfahrungsaus­ tausch in einer Selbsthilfegruppe extrem wichtig.“ So wird jeder Patient dabei unterstützt, seinen eigenen Weg zu finden. Und manchmal besteht ein Teil des Weges eben aus GPS­Koordinaten und gut versteckten Caches.

Adipositas – was bedeutet das eigentlich? Von Adipositas oder Fettleibigkeit spricht man, wenn eine Körperfettvermehrung vorliegt, die über das Normalmaß hinausgeht und krankhafte Auswir­ kungen hat. Als Richtschnur benutzen Ärzte den sogenannten Body Mass Index (BMI). Das ist der Quotient aus Gewicht und Körpergröße zum Quadrat. Als Normalgewicht gilt ein BMI von etwa 20 bis 25, zwischen 25 und 30 spricht man von Übergewicht,

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ab einem BMI von 30 von Adipositas, ab 40 von einer schweren Form der Adipositas. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn man bei einer Körpergröße von 1,74 m ein Gewicht von 122 Kilo auf die Waage bringt. Das Normalgewicht hingegen läge zwischen 61 und 76 Kilogramm. Einen BMI­Rechner gibt es zum Beispiel auf der Seite der Deutschen Adipositas Gesellschaft unter www.adipositas-gesellschaft.de

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Ode an die Freude › Zwei Chöre – der Klinikchor „SympTÖNE“ und die Singgruppe für

Menschen aus der Selbsthilfe – haben das gleiche Ziel: gemeinsam musizieren und dabei Spaß haben. Im Kleeblatt stellen sie sich vor.

„SympTÖNE“ am Klinikum Lippe Detmold Gutem Klima eine Stimme geben ­ das versucht seit einigen Jahren der Chor „SympTÖNE“ im Klinikum Lippe Detmold. Bei den monatlichen Konzerten lippischer Chöre im Foyer, organisiert durch cultur­tupfer e.V., waren schon viele singende Kolleginnen und Kollegen mit ihren Chören zu hören. Deshalb entstand vor drei Jahren die

Café Vielfalt im Kreisseniorenheim Lemgo Rintelner Straße 87 32657 Lemgo Fon 0 52 61 . 25 94 - 25 00

Öffnungszeiten: Mo – Fr 10:00 – 17:30 Uhr Sa Ruhetag So 13:00 – 17:30 Uhr

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Idee, einen Betriebschor zu gründen. Jetzt treffen sich die „SympTÖNE“ jeden Mittwoch von 17:00 bis 18:30 Uhr – außer in den Schulferien. Gesungen wird im Raum 201 der ehemaligen Station 22. Mit viel Professionalität und Engagement leitet die Musik­ und Gesangspädagogin Hannah Meister den Chor.

Öffnungszeiten: Mo – Fr 8:00 – 20:00 Uhr Sa 8:00 – 14:00 Uhr

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Mo – Fr 8:00 – 21:00 Uhr Sa 8:00 – 18:00 Uhr

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Klinikum Lippe | Ode an die Freude

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Singgruppe für Menschen aus der Selbsthilfe „Die Idee zum gemeinsamen Singen kam uns bei der alljährlichen Weihnachtsfeier unserer Gruppe „Sonnenblume“. Das ist eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Uns verband die Sehnsucht nach den alten Weihnachtsliedern und nach dem Singen wie früher. Wir probierten es aus. Es war ein Glücksfall, dass Werner uns mit seinem Gitarren­ spiel unterhalten und begleiten konnte. Werner und Jutta hatten dann 2013 die Idee, einmal im Monat zusätzlich einen gemeinsamen Singabend oder ­nachmittag anzubieten. Einige von uns waren total begeistert, manche eher zurückhaltend. Es bildete sich ein kleiner Kreis von ungefähr sechs Personen. Es zeigte sich, dass es bei den Singabenden keine krankheitsbe­ zogenen Gespräche gab; wir waren voll auf das Singen konzentriert und gingen oft mit einem richtig entspannten glücklichen Gefühl nach Hause.

Mit Körper­ und Atemübungen beginnt die Probe. Gesungen wird, was gefällt. Das kann die „Freiheit“ von Müller­Westernhagen sein, aber auch „Kein schöner Land“ oder „Über den Wolken“ von Reinhard Mey bis zu den Toten Hosen. Mindestens vier Konzerte im Foyer der Klinik bietet der Gesangsverein im Jahr an. Welcher Chor kann schon von sich behaupten, ein eigenes Publikum zu haben? Die Weihnachtsfeier der Senioren der Klinik haben die Stimmen auch schon bereichert. „SympTÖNE“ (eine Zusammensetzung von: Symptomen und Töne) ist Teil des Klinikvereins cultur­tupfer e.V. Singen darf hier jeder, im Moment sind es 18, darunter nicht nur Klinikmitarbeiter.

2015 haben wir dann nach längerer Beratung beschlossen, die Singgruppe auch für andere Gruppen und Personen zu öffnen. Bei diesem Vorhaben hat uns die Selbsthilfe­ Kontaktstelle unterstützt. Mittlerweile ist unsere Gruppe auf acht bis zehn Personen angewachsen. Wir treffen uns aus purer Freude am Singen. Bei den Liedern kann jeder Wünsche äußern. Werner hat ein großes Archiv und sucht in der Regel bis zum nächsten Treffen Text und Noten heraus. Mittlerweile haben wir fast 60 Lieder in unserem Notenordner, der von Jutta gepflegt wird. Natürlich haben wir Favoriten, wie z.B. „Ode an die Freude“, „Moorsoldaten“ oder das irische Segenslied „Möge die Straße uns zusammen­ führen“. In der Regel treffen wir uns einmal im Monat montags von 17:00 bis 18:00 Uhr im Gebäude der AWO in der Elisabethstraße 45 – 47. Infos zu den genaueren Terminen der Singgruppe findet man auf unserer Homepage: www.sonnenblume-lippe.de unter „Aktuelles“, bei der Selbsthilfe­Kontaktstelle unter 05231­561260 oder über unser Gruppenhandy unter 0 170 . 94 75 93 71.

Ewald Gancer

cultur-tupfer Kulturverein des Klinikum Lippe Detmold

Sprechzeiten Sprechzeiten Der Paritätische Der Paritätische NRW NRW n Dienstag n Dienstag n Mittwoch n Mittwoch Krei 10.00–13.00 10.00–13.00 Uhr | n Donnerstag Uhr | n Donnerstag 10.00–17.00 10.00–17.00 Uhr Selbsthilfe-Kontaktstelle Uhr Selbsthilfe-Kontaktste MontagMontag Schorenstraße Schorenstraße 12 | 32756 12 | 327 De Telefon: Telefon: 05231 05231 56126056126 | selb


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Klinikum Lippe | Krankenhausseelsorge

Lassen? Lassen! › Petra Siekmann­Heide, Klinik­Seelsorgerin und Pfarrerin macht

sich Gedanken dazu, ob es nicht sinnvoll wäre, Dinge einfach mal zu lassen: zuzulassen, loszulassen, sich auf etwas einzulassen, etwas zurücklassen, locker lassen…

Wir leben in einer Zeit, in der ein voller Terminkalender Beweis dafür zu sein scheint, dass jemand wichtig ist. Zugleich ist es eine Zeit, in der die Sehnsucht nach Freiräumen, Auszeiten und Zeiten der Besinnung und Selbst­ besinnung immer weiter wächst. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung eine riesige Rolle spielt. Das fängt schon im Kindesalter an. Manchmal sind es die Leistungserwartungen der Anderen, manchmal auch die eigenen, die uns motivieren oder aber unter Druck setzen. Der Gedanke, nicht mehr leistungsfähig zu sein, weckt Ängste und macht nicht selten krank. Wir leben in einer Welt, in der sich das Rad des Fortschritts immer schneller dreht. Wir dringen immer tiefer in Welten ein, von denen wir vor kurzem nicht mal ahnten, dass es sie geben könnte. Immer detaillierter wird das Wissen. Immer spezialisierter werden die Fachleute. Immer höher, schneller, weiter. Alles scheint machbar. Wir laufen Gefahr, uns in blindem Aktivismus zu verlieren. Manchmal geht dabei der Blick für unsere Grenzen verloren. Und es gibt Grenzen. Wir haben nicht immer alles im Griff.

Nicht alles, was machbar ist, sollten wir tun. Nicht alles, was wir tun müssten, können wir machen. Die, die in einem Krankenhaus arbeiten, wissen das. Die, die hierher kommen ­ auf der Suche nach einer Diagnose und mit der Hoffnung auf Heilung, spüren es am eigenen Leibe. Und auch die, die sie begleiten, sind mit dieser Tatsache konfrontiert. Was soll man da machen? „Lassen“ wäre eine Möglichkeit. „Lassen“ klingt vielleicht befremdlich, wenn ich gelernt habe, dass Machen und Tun zum Erfolg führen. Es klingt dann vielleicht so, als täte ich nichts oder als ergäbe ich mich in mein Schicksal. Das täuscht. „Lassen“ kann ich ganz aktiv machen. „Lassen“ kann ich ganz bewusst tun. „Lassen“ hat damit zu tun, wählen zu können. Wenn ich vor die Frage gestellt werde, ob ich etwas lasse, dann habe ich etwas, was ich lassen kann. Ich kann wählen. Ich kann z.B. lassen, was mir nicht gut tut, und mich auf das einlassen, was mir gut tut. „Lassen“ zu können gibt mir im Miteinander mit Anderen Freiheit, nicht alles gegeneinander abwägen


Klinikum Lippe | Krankenhausseelsorge

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Wir können uns etwas einfallen lassen, wie wir damit leben. Wir können die Grenzen akzeptieren und gleichzeitig die Möglichkeiten nutzen, die wir haben. Bei all unserem Tun und Lassen können wir tun, was der amerikanische Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler Reinhold Niebuhr tat. Er betete: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Petra Siekmann-Heide

Klinik-Seelsorgerin und Pfarrerin zu müssen. Ich kann mich auf das einlassen, was Anderen wichtig ist. Und gleichzeitig lasse ich stehen, was mir selbst wichtig ist. Ich kann mich darauf einlassen, dass andere mir Gutes tun wollen. Und ich kann die Finger davon lassen, wenn sie mir ihren Weg als den meinen verkaufen.

Neue, unbekannte Wege „Lassen“ braucht Mut. Wenn ich etwas lasse, verändert sich etwas. In meinem eigenen Leben und im Leben derer, mit denen ich meine Zeit teile, wird etwas anders. Wie es wird, ist erstmal offen. Mir sagte mal jemand: „Wenn ich loslasse, dann gebe ich die Fäden aus der Hand. Dann gebe ich die Kontrolle auf. Ich habe dann nicht mehr in der Hand, was geschieht. Das verunsi­ chert mich.“ Was ich in der Hand habe, kenne ich. Ich bin damit vertraut. Festhalten, was ich habe und kenne, vermittelt Sicherheit. Und das Leben ist nicht immer sicher. Das Leben stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Um uns herum und in unserem Leben geschehen immer wieder Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben. Gute wie schlechte. Erfreuliche wie traurige. Es braucht Mut, Altvertrautes zu lassen und sich auf einen neuen, unbekannten Weg einzulassen.

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Was soll man da machen? „Lassen“ ist für mich auch dann eine Möglichkeit. Die Tatsache, dass wir im Leben nicht alles in der Hand haben, können wir links liegen lassen und ignorieren. Wir können sie hinter uns lassen und vergessen. Wir können uns drauf einlassen, dass sie Teil unseres Lebens ist. Wir behalten die Wahl.

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Klinikum Lippe | Gesundheitspreis 2015

Fluch & Segen

moderner Medien Fünf Schulen erhalten den „Gesundheitspreis Lippe 2015“ für ihre kritische Auseinandersetzung mit der Mediennutzung. Manchmal ertappen wir uns selbst dabei: Alle paar Minuten blicken wir – süchtig nach Neuigkeiten – aufs Smartphone. Oder wir sitzen mit dem Tablet auf dem Schoß vorm Fernseher und starren auf zwei Bildschirme. Die modernen Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber kann man ihre Nutzung gesund gestalten? Diesem Thema hat sich der Gesundheitspreis der Gesundheitsstiftung Lippe gewidmet, der

2015 zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde. Die lippischen Schulen konnten sich bereits im vergangenen Jahr bei der Stiftung um fünfmal 500 Euro bewerben. Im Sommer sind die fünf Siegerschulen im Kreishaus ausgezeichnet worden. Die Städtische Realschule Aspe, das August­Hermann­Francke­ Gymnasium in Detmold, die Karla­Raveh­Gesamtschule des


Klinikum Lippe | Gesundheitspreis 2015

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Sie bildet Medienberater als Multiplikatoren aus, die die Mitschüler beraten sollen. Die Gesamtschule im Schulzentrum Aspe in Bad Salzuflen begegnet dem Thema mit dem Einsatz von iPads im Unterricht und die Sekundarschule NORDLIPPE in Extertal hat eine gemeinsame Medienwoche zur kritischen und offenen Auseinandersetzung durchgeführt. Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie relevant das Thema vor allem für die Jüngeren ist: 94 % der Jugendlichen nutzen täglich oder mehrmals pro Woche das Internet. Landrat Dr. Axel Lehmann, Vorstandsvorsitzender der Gesundheitsstiftung Lippe, betonte in seiner Begrüßung, „dass oft die Fortschritte der Digitalisierung diskutiert werden, doch welche Auswirkungen dieses veränderte Nutzungsverhalten auf unsere Gesundheit hat, bleibt oft unbeleuchtet.“ Deshalb sei es besonders wichtig, die beiden Themen vereint zu betrachten. AZB und Lemgo.qxp_JW-Anzeige AZB und Lemgo 19.10.16 19:07 Seite 1 AZB und Lemgo.qxp_JW-Anzeige AZB und Lemgo 19.10.16 19:07 Seite 1 AZB und Lemgo.qxp_JW-Anzeige AZB und Lemgo 19.10.16 19:07 Seite 1 AZB und Lemgo.qxp_JW-Anzeige AZB und Lemgo 19.10.16 19:07 Seite 1

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Kreises Lippe in Lemgo, die Gesamtschule im Schul­ zentrum Aspe in Bad Salzuflen sowie die Sekundar­ schule NORDLIPPE in Extertal durften sich jeweils über den Geldpreis freuen, der zur Weiterentwicklung der Projekte genutzt werden soll. Der Jury aus Mitgliedern der Stiftungsgremien und Fachpersonal des Klinikums Lippe fiel die Auswahl der Gewinner nicht leicht. Bei der Preisverleihung stellten Schüler und Lehrer ihre Projekte vor und zeigten, wie unter­ schiedlich das ausgeschriebene Thema behandelt werden kann. So gibt es in der Städtischen Realschule Aspe ein Schulschaufenster, in dem die Schüler aus ihrem Alltag berichten, das August­Hermann­Francke­ Gymnasium setzt sich im Rahmen eines Infor­ matik­Kurses unter dem Titel „Medien – Schlecht und recht oder Helfer im Alltag“ mit dem Thema auseinander und hat das Geocaching als Beispiel für den gesunden Einsatz auserkoren. Die Karla­Raveh­Gesamtschule des Kreises Lippe wiederum setzt einen anderen Schwerpunkt:

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Moltkestraße 22, 32105 Bad Salzuflen www.johanneswerk.de www.johanneswerk.de www.johanneswerk.de Tel. 05222 365 - 0, E-Mail azb@johanneswerk.de www.johanneswerk.de Ev. Altenzentrum Altenzentrum am am Schloss Schloss Ev. Ev. Johanneswerk und St. Loyen gemeinnützige Pflege Pflege GmbH GmbH Ev. Johanneswerk und St. Loyen gemeinnützige Pflege GmbH Ev. Johanneswerk und St. Loyen gemeinnützige Ev. Altenzentrum am Schloss Schlossstraße 1, 32657 Lemgo Schlossstraße 1, 32657 32657 Lemgo Lemgo Schlossstraße 1, Tel. 05261 669 070, E-Mail info@jw-sl.de Ev. und St. Loyen gemeinnützige Pflege GmbH Tel.Johanneswerk 05261 669 66907070, E-Mail E-Mail info@jw-sl.de Tel. 05261 0, info@jw-sl.de www.jw-sl.de Schlossstraße 1, 32657 Lemgo www.jw-sl.de www.jw-sl.de


Gesundheit und Mediennutzung sind eng miteinander verzahnt. Das machte auch Dr. med. Ulrich Preuß deutlich. Er ist Chefarzt der Klinik für Kinder­ und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Lippe und Jurymit­ glied: „Die Welt der Medien wird weiter expandieren. Umso wichtiger ist es, Medienkompetenz zu vermitteln und eventuell auftretende Gesundheitsstörungen ernsthaft zu betrachten und zu behandeln“, stellt Preuß klar.

Bei der Preisübergabe zollten der Vorstandsvorsitzende Dr. Lehmann und der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Albert Hüser den fünf Preisträgern Anerkennung für ihr Engagement und wünschten viel Erfolg bei der Weiterführung ihrer Vorhaben. Den abschließenden gesunden Imbiss nutzten die Preisträger und Gäste für einen kommunikationsreichen und gemütlichen Ausklang der Preisverleihung.

Gesundheitspreis Lippe Die Gesundheitsstiftung Lippe vergibt in jedem Jahr den „Gesundheitspreis Lippe“ an lippische Bildungsein­ richtungen (KiTas, Grundschulen und weiterführende Schulen) sowie weitere gemeinnützige Einrichtungen im Gesundheitswesen. Das Ziel ist, die Institutionen in Lippe in ihren Maßnahmen zur Prävention und Gesundheits­ förderung zu unterstützen und zur Weiterentwicklung ihrer Aktivitäten in diesem Bereich zu motivieren. Der Preis wird jedes Jahr unter ein anderes Thema gestellt. Solche Themen sind z. B. gesunde Ernährung, Erste Hilfe, Bewegung oder Suchtprävention. Je nach Thema wird die Zielgruppe des Wettbewerbs definiert.

zur Gesundheitsförderung und/oder Prävention oder auch die Initiation solcher Projekte und Aktivitäten unterstützt werden soll. Die Gesundheitsstiftung Lippe wird im Herbst 2016 den Gesundheitspreis erneut ausschreiben. Das Thema wird „Bewegung“ sein. Vorabbewerbungen sind bereits möglich unter: Gesundheitsstiftung Lippe Stichwort Gesundheitspreis Felix­Fechenbach­Straße 5, 32756 Detmold Fon 0 52 31 . 62 ­ 59 40 E­Mail info@gesundheitsstiftung­lippe.de

In jedem Jahr werden aus den eingegangenen Bewerbungen fünf Gewinnerinstitutionen ausgewählt, die je ein Preisgeld von 500 EUR erhalten. Dieses Geld ist als Fördergeld zu verstehen, mit dem die Weiter­ führung bzw. Erweiterung bestehender Maßnahmen

Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter: www.gesundheitsstiftung-lippe.de


Klinikum Lippe | Gesundheitspreis 2015

Kindern und Jugendlichen, denen der Computer am wichtigsten ist, fehlt etwas im psychosozialen Bereich. Nicht Substanz gebundene Süchte verweisen wie Drogensucht oft auf schwerwiegende psychiatrische Zustände, gerade weil es der Mehrheit der Menschen gelingt, weitgehend angemessen mit diesen Medien umzugehen. Merkmale der Sucht sind intensives Verlangen, Kontroll­ verlust, Toleranz­Entwicklung, Entzugser­ scheinungen und Rückfall. Verzicht auf soziale, berufliche oder schulische Aktivitäten zugunsten des Spielens, Isolierung, Beziehungskonflikte, Vernachlässigung von Grundbedürfnissen, Unfähigkeit das Spielen zu unterbrechen sowie ständige Beschäftigung mit den Games, auch wenn man nicht am Computer sitzt – all das sind ernste Hinweiszeichen. Wenn Jugendliche und Erwachsene diese Symptome zeigen, sind sie oft PC­, Computerspiel­, Internet­ oder smartphonesüchtig. Diese Verhaltenssüchte sind komplexe und vielschichtige Prozesse. Für Eltern ist es wichtig, vorurteilsfrei an die neuen

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Lebenswelten ihrer Kinder heranzutreten, sie weder blind zu verurteilen noch kritiklos zu akzeptieren. Vielmehr sollten sie sich zusammen mit ihrem Kind mit ihnen vertraut machen, eine Beziehung zu ihren Kindern schaffen, die den offenen Austausch über die Nutzung dieser Medien erlaubt und sich wie auch beim anderen Spielen in begrenztem Maß an den digitalen Aktivitäten des Kindes beteiligen. Den meisten Kindern und Jugendlichen gelingt ein kompetenter und verantwortungsvoller Umgang mit den digitalen Medien, gerade wenn sie von ihren Eltern dabei unterstützt und akzeptiert werden.

Dr. med. Dr. rer. nat. Ulrich Preuß

Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychotherapie und Psychosomatik, Klinikum Lippe Bad Salzuflen

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Magazin | Kinder

Da stimmt doch was nicht! Im rechten Bild haben sich 10 Fehler eingeschlichen. Kannst du sie finden?

Findest du den Weg? Pirat Paul kann den Weg zum Schatz nicht finden. Kannst du ihm helfen?


Magazin | Kinder

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Bastelstunde Basteln macht Spaß und hat eine beruhigende Wirkung – das gilt sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Das Besondere am Origami ist, dass man weder Schere noch Kleber benötigt, sondern einfach ein Blatt Papier und Bastellaune. Für Fredi Fuchs brauchst Du nur ein quadratisches Blatt Papier. Los geht ’s!

1

Falte die Hälfte des Papiers und schlage sie wieder zurück.

2

Falte es danach auch in die andere Richtung.

4

Falte die obere Seite nach hinten. Nur noch wenige Schritte!

5

Nun falte mit dem vorderen Teil des Papiers einen Streifen der rechten Seite links hinüber.

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Die entstandene Lasche faltest du jetzt von oben nach unten.

7

Fast fertig! Jetzt musst du nur noch die linke Spitze nach rechts falten...

3

Dann falte die obere und untere Ecke schräg zur Mittellinie.

... fertig ist Ferdi Fuchs!


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Magazin | Zeitvertreib

Zeitvertreib Sudoku Knifflig: Füllen Sie die leeren Felder so mit den Zahlen 1 bis 9, dass jede Ziffer in jeder Spalte, in jeder Zeile und in jedem Block (3x3­Unterquadrat) genau einmal vorkommt.

Wortgitter Finden Sie die Wörter? Sie sind horizontal, vertikal und diagonal versteckt... • • • • • • • • • •

Kardiologie Traum Narkose Naturschutz Wandern Kaninchen Kartoffel Ingwer Rollstuhl Engagement

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Pferd Geocaching Chor Olympia Speerwurf

3 5 9 2 7 9 8 1 2 6 1 9 2 7 9 4 6 5 2 8 7 9 8 7 1 3 6 4 3 1 9 A F K A N I N C H E N

R T W U M K E I P C H

O G E O C A C H I N G

L O L I E R W O V H M

Impressum Herausgeber Klinikum Lippe GmbH, Röntgenstraße 18, 32756 Detmold | ViSdP: Dr. Helmut Middeke

L A G E K D O N N F R

S T R L O I N G W E R

T N A R K O S E R I E

U F F E S L N L G N N

6 5 4 1 7 9 8 H B A S B O C H E A G

L A F G E G L H I T A

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Verlag sagner­heinze Werbeagentur GmbH, Bismarckstraße 5, 32657 Lemgo | info@sagner­heinze.de | www.sagner­heinze.de

Auflage 15.000 Stück, Erscheinungsweise: 2 x pro Jahr je 15.000 Stück (Ausgaben: Frühling/Sommer und Herbst/Winter)

Gestaltung und Realisation sagner­heinze Werbeagentur GmbH

Titel: ©Thorsten Doerk/Klinikum Lippe | Seite 3: ©sidop/iStock | Seite 6: ©Klinikum Lippe | Seite 7, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 8, 10, 11: ©Thorsten Doerk/Klinikum Lippe | Seite 11, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 12: ©Solaris/Fabian Fischer | Seite 13: ©sagner­heinze | Seite 14, 15: ©Landesverband Lippe | Seite 16: ©KatarzynaBialasiewicz/iStock | Seite 16, Portrait: ©Jutta Henken­Mellies | Seite 18: ©iLexx/iStock | Seite 19: ©Thorsten Doerk/Klinikum Lippe | Seite 19, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 20: ©Zoran Kolundzija/iStock | Seite 21: ©Dr. Patrick Dißmann | Seite 21, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 22, 23: ©Help­up/Martin Elbracht | Seite 24: ©Thorsten Doerk/Klinikum Lippe | Seite 25: ©Klinikum Lippe | Seite 25, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 26: ©mythja/iStock, ©burdem/iStock, ©David­Shih/iStock, ©MagMos/iStock | Seite 26, Ernährungsberaterinnen: ©Thorsten Doerk/Klinikum Lippe | Seite 27: ©juefraphoto/iStock | Seite 28: ©Olha_Afanasieva/iStock, ©egiss/iStock | Seite 29: ©AD077/iStock, ©Tetyana Rusanova/iStock | Seite 30: ©FredFroese/iStock | Seite 31: ©KSE Lippe | Seite 31, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 32, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 33: ©Dr. Alfons Gunnemann | Seite 33, Portrait: ©sagner­ heinze | Seite 34: ©kapulya/iStock | Seite 35: ©Ralf Sann | Seite 36: ©Ewald Gancer | Seite 37, Portrait: ©sagner­heinze | Seite 38: ©Rico Domonkos/iStock | Seite 39, Portrait: ©Petra Siekmann­ Heide | Seite 40: ©BraunS/iStock | Seite 42: ©GesundheitsStiftung Lippe | Seite 43: ©sagner­

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Redaktion Petra Rosin | Carolin Jenkner­Kruel

Bildnachweis

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Anzeigenverwaltung und Anzeigenverkauf Anke Garnjost | sagner­heinze Werbeagentur GmbH Tel. 05261­288950 | a.garnjost@sagner­heinze.de Bankverbindung sagner­heinze Werbeagentur GmbH | Volksbank Paderborn­ Höxter­Detmold | IBAN DE67472601218280579200 | BIC DGPBDE3MXXX Bei diesem Magazin wurde auf eine möglichst nachhaltige Produktion Wert gelegt. Der Umschlag stammt aus nachhaltigem Rohstoffanbau und ist FSC zertifiziert. Alle Inhaltseiten bestehen aus 100 % Altpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel. Die Einsparpotenziale bei diesem Papier (gegenüber Papier aus Frischfasern) liegen ca. 12 Tonnen Holz, über 60 % weniger Energieverbrauch, über 50 % weniger Wasserverbrauch und über 50 % weniger CO2 Emissionen (Quelle: www.steinbeis.de). Das Magazin wurde von der Bonifatius GmbH, einer in den Bereichen Umweltmanagement und EMAS zertifizierten Druckerei, ohne schädlichen Industriealkohol und mit Energie aus 100 % Wasserkraft produziert. Weiterhin wurden die zwangsläufig anfallenden CO2­Emissionen mittels Klimaschutzprojekten kompensiert.

Die nächste Ausgabe erscheint im April 2017.


Katzenlaute

6 USFilmstar (Demi)

Felsküste

Arbeitsumfang Großstadt am Rhein

Zupfinstrument

runde Form

3

Ureinwohner v. Feuerland

Palästinenserorganisation

Magazin | Zeitvertreib 4

argent. Provinz (Santa ...)

Haushaltsgerät

Stück für acht Instrumente

Meeresfisch

Heißgetränk

norddeutsch: Haff

Frauenkurzname

Pech, Debakel

Einsicht, Begreifen

8 Altersgeld

Ahnherr aller griech. Götter

sommergrüner Nadelbaum

Verlagsabteilung

6

7

8

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Lösungswort

USFilmstar (Demi)

3

englisch: Tante

Drahtschlinge

Ureinwohner v. Feuerland

Palästinenserorganisation

4

französisch, span.: in

Truthenne

1

feuerfester Kunststoff

1

5

arab. Zupfinstrument

runde Form

argent. Provinz (Santa ...)

4

radioaktives Metall Katzenlaute

6 Felsküste

Haushaltsgerät

3

5

7

Großstadt am Rhein

2

deutsche Vorsilbe

Abk.: Fensterheber

Rheinlastkahn

Arbeitsumfang

1

feuerfester Kunststoff

europ. Fußballbund (Abk.)

versteckt auf jemanden warten

Senkblei

französisch, span.: in

Truthenne

Kreuzworträtsel 1

47

Hautkrankheit bei Haustieren

alkohol. Fruchtmixgetränk

Hüllen der Insektenpuppen

Handelnder

röm. Frühlingsgöttin

2

afrikanische Kuhantilope

synthetischer Kautschuk

Rufname d. ‚Hair‘Sängerin Kramer

englisch: Tante

Drahtschlinge

deutsche Vorsilbe

2

3

4

5

6

7

8

9 9

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Das Klinikum Lippe Magazin für 140.000 Patienten und Interessierte / Jahr

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halbjährliche Ausgabe 15.000 Exemplare pro Ausgabe

Werbeagentur GmbH | Bismarckstraße 5 | 32657 Lemgo | Fon 0 52 61 . 2 88 95 - 0 | info@sagner-heinze.de | www.sagner-heinze.de


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Magazin | Interview

„Das Olympische Dorf ist immer etwas Besonderes“

Foto: dpa

Linda Stahl im Gespräch


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born@ e lippe.d

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In jeder Ausgabe des kleeblatts sprechen wir mit einer Person des öffentlichen Lebens, die aus dem schönen Lipperland stammt. Dieses Mal hat sich Linda Stahl Zeit für uns genommen und spricht mit uns über ihre Karriere als Speerwerferin und ihre Verbindung zu Lippe.

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Magazin | Interview

Wie sind Sie zum Speerwerfen gekommen? Ich habe schon mit fünf Jahren mit meinem Bruder in einer Sportgruppe im TV Blomberg angefangen. Später haben wir zusammen Leichtathletik gemacht. Da probiert man alles einmal aus. Speerwerfen konnte ich von Anfang an am besten und habe das weiter verfolgt. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich mit 14 Jahren das erste Mal einen Speer in der Hand gehabt. Da ich vorher auch Handball gespielt habe, hatte ich einen guten Wurf. Das hat dann dazu geführt, dass ich mit 18 Jahren nach Leverkusen gewechselt habe und das Speerwerfen dann etwas professioneller betrieben habe.

Sie wurden 2010 Europameisterin, standen in der Weltrangliste weit oben und haben einige wichtige Medaillen bekommen. Wie haben Sie es geschafft, in den entscheidenden Momenten so gut zu sein? Das ist sicher eine Frage von guter physischer Vorbe­ reitung, für die mein Trainer mit dem Trainingsplan verantwortlich ist und auch ein wenig Glück, dass man da einen guten Tag hat. Meine Stärke war, dass ich diese tolle Stimmung in den großen Stadien gut aufsaugen konnte und die Aufregung mich nicht gehemmt, sondern beflügelt hat. Es kann aber auch mal schlecht laufen, das gehört zum Leistungssport dazu, wenn man immer am Limit ist.

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Magazin | Interview

Am 18. August endete Ihre Karriere als Speerwerferin. Wie fühlte sich der allerletzte Wurf im Olympiastadion von Rio de Janeiro an? Leider ziemlich schmerzhaft: Ich konnte mich schon den ganzen Wettkampf über nicht bewegen, und im allerletzten Versuch habe ich meinen Ellenbogen noch schwer verletzt. Das war vielleicht ein Zeichen, endlich aufzuhören.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Ich bin jetzt ca. 2 – 3 Mal pro Woche beim Training, soweit ich es neben der Arbeit schaffe. Ein bisschen abtrainieren muss sein, damit sich das Herz­Kreislauf­System an die neuen Gegebenheiten anpasst. Ansonsten habe ich eine Vollzeitstelle in Leverkusen, das füllt ja fast den ganzen Tag aus und manchmal auch die Nächte.

Sie haben auch während Ihrer Karriere als Speerwerferin als Ärztin gearbeitet. Wie kraftraubend war diese Doppelbelastung für Sie?

Was war Ihr persönliches Highlight während der Olympischen Spiele neben Ihrem letzten Wurf? Das Olympische Dorf ist immer etwas Besonderes: der Zusammenhalt zwischen den Athleten aus verschiedenen Sportarten. Man grüßt sich, obwohl man sich noch nie gesehen hat. Diese Magie kann man nur kennen, wenn man einmal dort war. Ansonsten denke ich bei Olympischen Spielen immer an London 2012. Es war ein wahnsinnig tolles Erlebnis, olympisches Bronze zu holen.

Das war schon sehr schwierig, vor allem mit den Nacht­ diensten, die bei uns in der Woche 20 Stunden dauern und am Wochenende 24. Da habe ich auch recht schnell gemerkt, dass die Belastung zu hoch ist, denn man muss nach einem harten Training auch irgendwie regenerieren und kann nicht direkt zum Dienst gehen. Da kommt dann einfach keine Leistung.

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Foto: dpa

Magazin | Interview

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Buchtipps von Linda Stahl Gisa Pauly „Strandläufer“ Band 8 der Krimireihe Piper Verlag 480 Seiten, Taschenbuch ISBN 9783492303620 Preis: 9,99 EUR Linda Stahl bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Warum haben Sie sich für den Fachbereich Urologie entschieden? Das war anfangs ein bisschen Zufall: Ich habe mein praktisches Jahr in dieser Abteilung gemacht und dort hat es mir sehr gut gefallen. Am Ende meiner Zeit dort hat mir mein jetziger Chef eine Stelle angeboten, weil es ihm offensichtlich auch gefallen hat, was ich dort geleistet habe. Es gab bis Oktober dieses Jahres den Kompromiss, dass ich weiter Sport mache und die Stelle reduziere, dafür aber jetzt voll anfange. Außerdem gefällt mir das Fach sehr gut, es gibt spannende Operationen und man hat meistens klare Konzepte.

Sind Sie als gebürtige Blombergerin noch häufig im Lipperland? Ich versuche so oft wie möglich nach Blomberg und Lippe zu kommen. Mein Opa wohnt in Bad Salzuflen und schafft es mit seinen 94 Jahren nicht mehr, nach Leverkusen zu kommen. Meine Eltern und mein Bruder sind auch in Lippe. Wir haben zum Beispiel meinen Geburtstag im Oktober in Paderborn zusammen gefeiert. Zudem gibt es ja auch ein paar weitere schöne Termine in Lippe: Ich habe das Sportabzeichen mit dem Landrat Dr. Axel Lehmann zusammen gemacht und bin so oft wie möglich bei den Sitzungen des KSB (Kreissportbund Lippe), bei dem ich Vizepräsidentin bin.

Lesen Sie gerne? Haben Sie für uns ein paar Buchtipps? Ich lese in meiner Freizeit nur „leichte Kost“, zum Beispiel Sylt­Krimis in der Reihe Mamma Carlotta...

Gisa Pauly „Sonnendeck“ Band 9 der Krimireihe Piper Verlag 480 Seiten, Taschenbuch ISBN 9783492303637 Preis: 9,99 EUR

Gisa Pauly „Gegenwind“ Band 10 der Krimireihe Piper Verlag 480 Seiten, Taschenbuch ISBN 9783492303644 Preis: 9,99 EUR

Gisa Pauly lebt als Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin in Münster. Ihre turbulenten Sylt­Krimis um die temperamentvolle Mamma Carlotta – der italienischen Miss Marple von Sylt – erobern regelmäßig die SPIEGEL­Bestsellerliste.


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Kleeblatt | Ausgabe 05 | Herbst/Winter 2016/2017  

Die fünfte Ausgabe des Gesundheitsmagazin kleeblatt vom Klinikum Lippe behandelt Themen wie "Träumen während der OP - 170 Jahre Narkose", "E...

Kleeblatt | Ausgabe 05 | Herbst/Winter 2016/2017  

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