Issuu on Google+

Co-funded by the Intelligent Energy Europe Programme of the European Union


Was ist das 100% RES Communities Projekt?

3

Verbreitung erneuerbarer Energien in Europa

5

Die Gewinner der RES Champions League 2013

10

Best Practices

23

Climate Alliance

Projekt-Code: IEE/11/014/S12.616363 100 RES COMMUNITIES Die alleinige verantowrtung f체r den inhalt liegt bei den autoren. der inhlat entspricht nicht notwendigerweise der meinung der europ채ischen gemeinden.


RES CHAMPIONS LEAGUE GEWINNER AUF INTERNATIONALEM 100% EE REGIONEN KONGRESS GEKÜRT Das RES Champions League Event fand am 24. September 2013 während des internationalen, alljährlichen “100% EE Regionen” Kongresses in Kassel (Deutschland) statt. 12 Champions wurden in 4 verschiedenen Kategorien (Basiswertung, kleine, mittelgroße und große Städte) ausgezeichnet. Zusätzlich zur Preisverleihung wurden zwei Foren in englischer Sprache als Teil des internationalen Kongressprogramms abgehalten: eine Plenarsitzung mit dem Titel “100% Erneuerbare Energien global”, in der die “Go 100% RE” Kampagne präsentiert wurde sowie ein “World café” ausgerichtet vom World Future Council. WAS IST DAS 100% RES COMMUNITIES PROJEKT? Während der 4. Runde der RES Champions League wurden einige wichtige Veränderungen eingeführt. Eine betrifft die Erweiterung der League um 5 Länder (Österreich, Belgien, Romänien, Schottland, Slovenien). Damit umfasste der diesjährige Wettbewerb insgesamt 12 Länder, welche zusammen 10.000 Gemeinden mit ca. 100 Millionen Einwohner aus ganz Europa beteiligten. Die RES Champions League wird so zum europäischen Bezugspunkt für die Bewertung der lokalen Energiewende. Trotz der erfolgreichen Erweiterung des Wettbewerbs ist es wünschenswert, dass die RES Champions League in Zukunft auch nord- und südeuropäische EULänder umschließt. Eine weitere Veränderung betrifft die Anwendung einer neuen Regel im

Wettbewerb: Demnach sind regionale Behörden nun berechtigt europäische Auszeichnungen entgegen zu nehmen – dies war in der Vergangenheit nur Städten und Gemeinden möglich gewesen. Wichtig zu wissen ist, dass sowohl städtische als auch ländliche Gebiete unter denen eine Gruppe von Gemeinden angesiedelt ist, häufig genau die Ebene darstellen, auf der gemeinsame Energiestrategien effektiv definiert und effizient umgesetzt werden. Darüber hinaus, wurde dieses Jahr erstmalig ein Fragenkatalog, basierend auf 30 Kriterien im Bewertungsprozess angewendet, was zu einer Aufwertung der gesamten RES Champions League geführt hat. Die quantitativen Kriterien beinhalten Daten zur installierten Leistung erneuerbarer Energien und sind der Hauptindikator zur Auslese der besten Teilnehmer. Die qualitativen Kriterien nehmen dennoch einen richtungsweisenden Faktor im finalen Bewertungsprozess ein. FINALE PHASEN DER RES CHAMPIONS LEAGUE 2013 Die Champions wurden durch einen schrittweisen Ansatz zunächst auf nationaler Ebene und anschließend auf europäischer Ebene identifiziert: •

Identifizierung der nationalen Herausforderer: jede nationale Organisation, die eine nationale Meisterschaft ausrichtet wählt Herausforderer für

3


jede Kategorie für das Halbfinale aus. Die Herausforderer wurden aus den bestplatziertesten lokalen Behörden der nationalen RES Liga ausgewählt. Nationales Halbfinale: jede nationale Organisation wählt, basierend auf den quantitativen und qualitativen Daten, einen nationalen Herausforderer für das europäische Finale in jeder Kategorie aus. Europäisches Finale: die europäische Jury geht startet einen onlineAbstimmungsprozess (bestehend aus 2 Runden) um drei Champions pro Kategorie aus der Finalisten-Gruppe auszuwählen (basierend auf den 30 Kriterien).

Die europäische Jury besteht aus Energieexperten, Netzwerken lokaler Behörden, NGOs sowie Journalisten. Dieses Jahr begrüßte die Jury zwei anerkannte europäische Organisationen im Bereich nachhaltige Energie: Das Klimabündnis und das Rurener Netzwerk. Alles im Allen bleibt zu sagen, dass mit der Aufnahme weiterer Länder in die europäische Meisterschaft 2013 der Wettbewerb unter den Teilnehmern beträchtlich zugenommen und die Bewertung der Jury umso schwieriger gemacht hat. Im Anschluss an Dünkirchen (Frankreich, 2010), Prag (Tschechische Republik, 2011), Rom (Italien, 2012), stellte auch die vierte Saison eine gute Auswahl von Champions dar und bestätigte dass Deutschland und

4

Österreich an der Spitze der europäischen Energiewende stehen. Weitere Informationen: www.res-league.eu 100% RES COMMUNITIES NETZWERKT IN GANZ EUROPA! Im Anschluss an die Erfolge von Aktivitäten durch Rurener und der RES Champions League nimmt die regionale EnergiewendeBewegung im Rahmen des 100% RES Communities Projektes wieder an Fahrt auf. 100% RES Communities zielt darauf ab das Model gemeinsamer SEAPs Ausarbeitungen und Implementierung in ländlichen Gebieten und Kleinstädten in 9 europäischen Ländern weiterzuentwickeln und zu erproben. In diesem Model unterzeichnen ländliche Städte zusammen mit einer Gebietskörperschaft den Bürgermeisterkonvent. Während 5 sogenannte “erfahrene Regionen” ihr eigenes SEAP evaluieren, unterstützen sie gleichzeitig 5 “lernende Regionen” in der Entwicklung eines SEAP im Rahmen eines Mentoring Ansatzes dem das Twinning-Prinzip zugrunde liegt. Die Umsetzung zweier konkreter Maßnahmen in beiden Twinning-Regionen trägt dazu bei, die SEAPs bis 2014 auf einen guten Weg zu bringen. In Europa können ländliche Städte und Gebiete dem Rurener Netzwerk beitreten. Nationale Rurener Klubs werden geschaffen um die Unterzeichnung des Bürgermeisterkonvents durch ländliche Städte herbeizuführen. Darüber hinaus stärkt das Rurener Netzwerk die politische Vertretung ländlicher Gemeinden auf EUEbene. Indem ländliche Gemeinden und Regionen dem Rurener Netzwerk beitreten, bekennen


sie sich dazu “100 RES Gebiete” zu sein. Da keine Standarddefinition einer „100% RES Gemeinde“ existiert, muss im Rahmen des 100% RES Communities Projektes eine solche auf europäischer Ebene erarbeitet werden. Dabei sind die Erfahrungen mit 100% EE Regionen in Deutschland, Italien und Österreich sehr hilfreich. Zum Ende des Jahres 2013 wird die Definition durch eine Web-Plattform operationalisiert und ermöglicht es von da an europäische Energiewende-Pioniere zu identifizieren. Mit der Schaffung 4 neuer nationaler RES Ligen können nun tausende Städte und Regionen aus 12 Ländern ihren Fortschritt evaluieren und sich untereinander auf Basis der Standardkriterien vergleichen. Da das Konzept der “100% RES Community” noch nicht weit genug verbreitet ist, wurde eine Kommunikationskampagne

entwickelt um die Bekanntmachung zu fördern. Im Ergebnis sollen ländlichen Gemeinden und Städten stimuliert werden dem Rurener Netzwerk beizutreten, den Bürgermeisterkonvent zu unterzeichnen sowie neue SEAPs zu entwickeln und strukturierende erneuerbare EnergieMaßnahmen zu implementieren. 100% RES Communities wird von dem Energy Intelligent Europe Programm der Europäischen Kommission gefördert. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angesetzt (April 2012 bis März 2015). Es wird von CLER koordiniert und involviert 13 Partner aus 10 Ländern. Weitere Informationen: www.100-res-communities.eu

VERBREITUNG ERNEUERBARER ENERGIEN IN EUROPA LAND

PHOTOVOLTAIK

SOLARTHERMIE

MW

m2

2010

2011

2010

2011

Deutschland

17.370

24.875

24.044.000

15.234.000

Spanien

3.943,5

4.345,3

2.415.000

2.744.000

Italien

16.411*

17.373 *

2.503.949

2.932.451

Frankreich

1.192,8

4.028*

2.043.000

2.265.000

Vereinigtes Königreich

79

978,3

534.043

592.525

Portugal

126

158,5

748.676

876.818

Dänemark

7,1

16,7

560.000

622.401

Schweden

11,4

18,7

445.000

474.700

Die Niederlande

88

145

811.000

836.350

Griechenland

205,4

631,3

4.086.025

4.089.422

Polen

1,8

1,8

655.742

903.659

Irland

0,7

0,7

153.000

173.700

Österreich

95,5

187,2

4.558.279

4.766.329

Belgien

904,1

1.391,1

372.151

416.447

Rumänien

1,9

2,9

104.700

123.000

Bulgarien

32,3

203

105.300

113.500

Ungarn

1,8

4,1

103.036

127.691

Tschechische Republik

1.959,1

2.100,8*

308.868

374.668

Finnland

9,6

11,2

32.923

39.523

Slowenien

45,5

90,4

123.250

189.044

* Daten von 2012 und 2013 Datenverarbeitung durch Legambiente Onlus

5


LAND

WIND

LAND

Wasser <10 MW

2011

MW

TWh

2011

MW

GWh

Deutschland

31.308 *

48,8

Deutschland

1.743

5.871

Spanien

22.796 *

42,4

Spanien

1.930

6.433

Italien

8.144 *

9,8

Italien

2.816

10.047

Frankreich

7.562 *

12,3

Frankreich

2.178

4.189

Vereinigtes Königreich

6.488

15,4

Vereinigtes Königreich

272

1.049

Portugal

4.301

9,1

Portugal

377

938

Dänemark

3.951

9,7

Dänemark

9

17

Schweden

2.769

6,0

Schweden

956

3.615

Die Niederlande

2.316

5,1

Griechenland

206

581

Griechenland

1.626

3,3

Polen

280

943

Polen

1.616

3,2

Irland

41

83

Irland

1.463

4,3

Österreich

932

4.697

Österreich

1.079

1,9

Belgien

64

123

Belgien

1.069

2,3

Rumänien

432

719

Rumänien

982

1,3

Bulgarien

451

840

Bulgarien

522

0,9

Ungarn

15

51

Ungarn

329

0,6

Tschechische Republik

752,8

1.102

Tschechische Republik

263 *

0,4 *

Finnland

315

1.147

Finnland

199

0,4

Slowenien

159

292

* Daten bis 2012 Datenverarbeitung durch Legambiente Onlus

* Daten bis 2012 Datenverarbeitung durch Legambiente Onlus

LAND

BIOGAS

BIOKRAFTSTOFF

FESTE BIOMASSE

2011

MWh

toe

TWh

Deutschland

19.426,0

2.956.746,0

11,5

Spanien

875,0

1.672.710,0

2,9

Italien

3.404,7

1.401.026,0

2,5

Frankreich

1.203

2.426.700,0

114,7

Vereinigtes Königreich*

5.735,0

1.051.506,0

6,1

Portugal

160,0

306.894,0

2,4

Dänemark

343,0

132.086,0

3,0

Schweden

33,0

480.490,0

Die Niederlande

1.027,0

310.715,0

Griechenland

199,3

103.396,0

Polen

451,1

1.047.269,0

9,6

Irland

203,0

97.332,0

0,1

Österreich

625,0

431.660,0

3,6

Belgien

526,9

321.429,0

3,1

Rumänien

19,1

197.956,0

0,1

Ungarn

183,0

164.126,0

1,5

Tschechische Republik

1.472*

210.092 *

1,8

Finnland

133,7

185.854,0

10,8

Slowenien

126,7

35.363,0

0,1

Bulgarien

0,2

* Daten bis 2012 Datenverarbeitung durch Legambiente Onlus

6

3,9


LAND

TIEFE GEOTHERMIE

WÄRMEPUMPEN

2011

MW

GWh

ANZAHL

MWth

Deutschland

7,1

18,8

243.978

3.000

Italien

882,5

5.654

12.357

231

Frankreich

17,2

1.050

205.000

1.785,3

20.890

271,6

24

0,3

Dänemark

20.000

160

Schweden

407.000

4.314,2

Die Niederlande

35.065

864

Griechenland

350

50

Polen

29.580

360

Irland

11.466

155,3

66.204

739,6

Belgien

13.085

157

Rumänien

NA

5,5

Bulgarien

543

20,6

Ungarn

4.901

56

Tschechische Republik

29.004

401,5

Finnland

74.187

1.372,5

Slowenien

4.194

57,5

Vereinigtes Königreich Portugal

Österreich

29,0

210

1,4

1,1

Daten bis 2012 Datenverarbeitung durch Legambiente Onlus

BESCHÄFTIGUNG DIREKT UND INDIREKT ARBEITSPLÄTZE 2011 LAND

WIND

Deutschland

101.000 110.900

14.100

7.300

14.200

52.900 23.200

48.300

Spanien

30.000

15.000

5.000

1.500

600

2.000

10.200

14.400

Italien

30.000

55.000

4.500

2.250

6.150

4.000

8.400

10.600

Frankreich

20.000

62.750

8.100

2.500

3.500

2.350

29.900

45.500

Vereinigtes Königreich

17.750

10.000

700

1.000

1.700

3.200

7.500

5.200

Portugal

4.900

3.500

1.500

1.750

200

100

1.600

7.800

Dänemark

25.500

880

450

<100

200

1.500

4.500

Schweden

8.000

450

300

1.500

13.000

<50

3.800

25.000

Die Niederlande

2.800

2.500

1.500

200

2.000

1.900

2.500

3.150

Griechenland

2.500

22.000

3.700

550

<100

100

550

2.750

Polen

1.600

100

2.150

950

1.000

500

6.450

21.800

Irland

2.000

250

100

<100

100

700

600

Österreich

3.500

4.200

3.600

1.050

1.050

1.500

2.700

18.850

Belgien

3.600

10.370

550

100

650

350

2.000

3.000

Rumänien

4.000

200

400

<100

300

1.400

11.700

Bulgarien

3.650

3.600

110

400

300

0

100

3.000

Ungarn

800

4.750

250

400

1.150

100

1.200

4.600

Tschechische Republik 350

1.500

500

300

900

500

1.900

6.200

70

400

3.100

<50

1.400

22.450

150

450

<100

350

150

1.550

Finnland Slowenien

PHOTO- SOLARKLEINE WAVOLTAIK THERMIE SSERKRAFT

6.400 800

GEOBIOTHERMIE GAS

BIOSOLID KRAFTSTOFF BIOMASS

Etat des énergies renouvelables en Europe - 12è baromètre Eurobserv’ER

7


DIE PROJEKT PARTNER

Climate Alliance


SIEGER BASISWERTUNG DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

WILDPOLDSRIED PLATZIERUNG

1° - Basiswertung

LAND

Deutschland

EINWOHNER

2570

PHOTOVOLTAIK

4.700 kW

SOLARTHERMIE

2.100 m2

KLEINE WASSERKRAFT

58 kW

TIEFE GEOTHERMIE

40 kW

GEOTH. WÄRMEPUMPEN

320 kW

GROßE WINDKRAFT

12.100 kW

FESTE BIOMASSE

4.800 kWt

BIOGAS

1.500 kWe + 1.300 kWt

ENERGIEWENDE-PIONIERE AUS WILDPOLDSRIED "ÜBERNEHMEN VERANTWORTUNG" Mit seinem Klimaschutz-Leitbild unter dem Titel "Wir übernehmen Verantwortung" beschloss das 2.500-Einwohner zählende Dorf Wildpoldsried (Südbayern) durch einstimmigen Ratsbeschluss, bis zum Jahr 2020 mehr Energie als gegenwärtig zu produzieren sowie weniger CO2-Emissionen als momentan auszustoßen. Bereits im Jahr 2009 wurden über 300% der nachgefragten Strommenge in Wildpoldsried von einem bunten Mix erneuerbarer Energien generiert. Darüber hinaus deckt ein Biomasse-Heizwerk den gesamten Heizbedarf der öffentlichen Gebäude in Wildpoldsried sowie ca. 40% der privaten. Damit zeigt das Energiedorf auf überzeugende Weise, dass es möglich ist, den eigenen Energiemix weitestgehend auf erneuerbare Energien umzustellen – und das in einer beeindruckenden Zeitspanne von nur 10 Jahren. Für sein Engagement und seine Erfolge im Bereich Klimaschutz haben die Energiewende-Pioniere aus dem Oberallgäu bisher unzählige Preise erhalten – u.a. den deutschen Solarpreis und den Titel "Klimaschutzkommune" (verliehen von der Deutschen Umwelthilfe). Angetrieben wurden die erfolgsgekrönten Projekte überwiegend von Bürgern und lokalen Energieakteuren. Zu den Projekten zählen beispielsweise die Einführung eines lokalen Heizkraftwerks, kollektive Solareinkäufe, Pumpenaustausch-Aktionen, kostenfreie Energieberatungen und die Gründung von Energiegenossenschaften. Dieses ökologische und partizipative Energiewendekonzept Wildpoldsrieds hat in den letzten Jahren sowohl nationale und internationale Besucher, als auch innovative Unternehmen angelockt, die das Klimaschutzleitbild mittragen und die regionale Wertschöpfung fördern. 10


Österreich

EINWOHNER

1597

PHOTOVOLTAIK

2.573 kW

FESTE BIOMASS

144 kWe + 5.000 kWt

BIOGAS

999 kWe + 1.165 kWt

BIOKRAFTSTOFF

7.000.000 L

MURECKER ENERGIEKREISLAUF Effizienter Klimaschutz, Sicherheit und Beschäftigung sowie die Sicherung des sozialen Friedens durch dezentrale Energieerzeugung und –verwendung Die SEEG, die Nahwärme, die Ökostrom und die SEBA betreiben in Mureck eine Biodieselanlage, ein Biomasseheizwerk, eine Biogas-Ökostromanlage sowie eine PhotovoltaikBürgerInnen-Anlage zur Versorgung der Region mit Erneuerbarer Energie. SEEG - Rapsverarbeitung im Kreislaufprinzip – "Vom Acker in den Tank" und Altspeiseölverarbeitung im Kreislaufprinzip – "Von der Pfanne in den Tank" Aus zwei Ressourcen produziert die SEEG Biodiesel – einerseits aus Raps, der von etwa 500 Landwirten der Region angebaut und geliefert wird, andererseits (als weltweit erstes Unternehmen) aus Altspeiseöl, das von Gemeinden und Gastronomiebetrieben stammt. Biomasseheizwerk Nahwärme Mureck GmbH – "Vom Wald ins Wohnzimmer" Zwei 2-MW-Biomasse-Heizkessel, die Abwärme von der Stromerzeugung und ein 2-MW-Biogasspitzenlastkessel decken ca. 95 % des Gesamtwärmebedarfs von Mureck. Biogas – "Vollversorgung der Region Mureck mit Strom, Wärme und Kraftstoff" Die von der Ökostrom Mureck GmbH betriebene Biogas-Ökostromanlage (elektrische Leistung und Wärmeleistung jeweils 8.000 MWh pro Jahr) verwendet Wirtschaftsdünger, nachwachsende Rohstoffe und Nebenprodukte der Biodieselerzeugung als Energieträger. SEBA - Photovoltaik-BürgerInnenanlage Region Mureck "Mit der Sonne unterwegs" Um den künftigen Strombedarf für die Mobilität decken zu können, haben wir eine 2.500 kWp PV-Anlage in 3 Ausbaustufen (Freifläche, Klimaschutz-Energiegewächshaus mit Biogemüseanbau, Überdachung) errichtet. Durch die Energieerzeugung mit Sonne und nachwachsenden Rohstoffen werden ca. 60.000 t CO2 und 20.000 t Erdöl pro Jahr eingespart. Der Murecker Energie-Kreislauf ist ein nachhaltiges Energiekonzept und wurde mit dem World Energy Globe, dem Europäischen Solarpreis und dem Österreichischen Solarpreis ausgezeichnet. Mureck ist seit 1998 KlimabündnisGemeinde und wurde 2007 zur innovativsten Gemeinde Österreichs gewählt. 11

BASISWERTUNG

2° - Basiswertung

LAND

DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PLATZIERUNG

ZWEITER PLATZ

MURECK


DRITTER PLATZ BASISWERTUNG DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

SAINT-JULIEN-MONTDENIS PLATZIERUNG

3° - Basiswertung

LAND

Frankreich

EINWOHNER

1630

PHOTOVOLTAIK

1.000 kW

SOLARTHERMIE

560 m2

MITTLERE WASSERKRAFT

2.860 kW

KLEINE WINDKRAFT

10 kW

SAINT-JULIEN-MONTDENIS UND DER ÖRTLICHE ENERGIEVERSORGER VEREINEN IHRE KRÄFTE Der Bürgermeister von Saint-Julien-Montdenis, Marc Tournabien, hat schon lange (seit den 1990ern) mit der Energieautonomie kokettiert. Nach seiner Wahl im Jahre 2008 machte er sich an die Verwirklichung dieser Vision und startete eine Reihe von Projekten der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Skiresorts in gebirgigen Regionen wie St. Julien-Montdenis stellen einen Ort zur "Kulturschock”-Begegnung zwischen Einheimischen und Gästen dar. Dies hat aber auch den positiven Effekt, dass die Einheimischen neue Technologien schnell akzeptieren. Marc Tournabien ist beispielsweise ein Verfechter der weiteren Entwicklung des Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes, um die örtliche Wirtschaft und den Tourismus voranzutreiben. In den letzten Jahren, wurden ein 2MW-Wasserkraftwerk sowie mehrere PV-Anlagen eingeweiht. Die örtliche Erzeugung stellt 150% des Energiebedarfes dar. Dank der neuesten Installationen, kann der gesamte Gemeindeverbund Cœur de Maurienne mit erneuerbaren Energien aus eigener Produktion versorgt werden. Nun wird ein neues Ziel angegangen: lokaler Energievertrieb. Zwei Projekte laufen zurzeit – eines zur Kombination Smart Metering/ Lastmanagement sowie eines zur dezentralen Speicherung in an PV angedockten Batterien. Wie konnte in diesem kleinen Bergörtchen so schnell ein politischer Konsens zu diesen Fragen erzielt werden? Insbesondere, weil alle notwendigen Kompetenzen innerhalb der gemeinsam von privater und öffentlicher Hand getragenen Gebietsversorgungsagentur SOREA vorhanden waren. SOREA wurde 2007 durch die Vereinigung mehrerer kleiner lokaler Versorger ins Leben gerufen, um unter anderem Wasser- und Solarprojekte zu entwickeln. Der Geschäftssitz, ein Smart Building mit Passivhauscharakter, liegt in Saint-Julien-Montdenis und Marc Tournabien ist selbstverständlich Mitglied. Im Allgemeinen sind die Einheimischen den erneuerbaren Energien sehr offen gegenüber eingestellt: Viele besitzen selbst solarthermische oder Holzheizungsanlagen. Saint-Julien-Montdenis ist zusammen mit Saint-Jean-deMaurienne innerhalb seiner näheren Umgebung führend im Bereich Energie. Aktuell hat der Ort noch keine Energiestrategie entwickelt. Dennoch liegt die Hoffnung darauf, dass der Ort eine treibende Kraft auf dem Weg zur zukünftigen Energieautonomie für die gesamte Gegend sein wird. 12


Deutschland

EINWOHNER

7155

PHOTOVOLTAIK

22.360 kW

SOLARTHERMIE

980 m2

KLEINE WASSERKRAFT

60 kW

KLEINE WINDKRAFT

140 kW

GROßE WINDKRAFT

36.200 kW

GEOTH. WÄRMEPUMPEN

440 kWt

SAERBECK – EINE KOMMUNE AUF DEM WEG ZUR KLIMANEUTRALITÄT Im Jahr 2008 beschloss die 7.500-einwohnerstarke Gemeinde Saerbeck per Ratsbeschluss ihre Energieversorgung komplett auf Erneuerbare Energiequellen umzustellen. Dies stellte einen wesentlichen Schritt zur Erreichung von Saerbecks ehrgeizigem Ziel der Klimaneutralität in 2030 dar. Der Erfolg, der aus langjährigem Engagement im Bereich Klimaschutz resultiert ist bereits messbar: So hatte die Gemeinde zum Ende des Jahres 2007 bereits ein Viertel der gesamten CO2 Emissionen gekappt und verdiente sich damit eine Spitzenposition in der NRW-Solarbundesliga als auch den European Energy Award (2009) und den Deutschen Solarpreis (2009). In ihrer Rolle als "NRW-Klimakommune der Zukunft" fungiert Gemeinde Saerbeck als Vorbild im Bereich Klimaschutz und Anpassung, sowie hinsichtlich der Entwicklung eines "Integriertem Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts" (IKKK). Bestandteil des IKKK sind drei zentrale Leuchtturmprojekte, die bereits weitgehend implementiert worden sind: Das Leuchtturmprojekt "Saerbecker Sonnenseite – Umrüstung und Einsparung im Bestand" konzentriert sich darauf die Potenziale von Energieeffizienzverbesserungen und Nutzung von erneuerbaren Energien im privaten und gewerblichen Gebäudebestand zu untersuchen. Währenddessen, bildet das Kernstück des zweiten Leuchtturmprojektes "Saerbecker Einsichten – Erneuerbare transparent gemacht" eine gläserne Heizzentrale, die ein Nahwärmenetz beliefert, und das Konzept regenerative Energien auf originelle und pädagogische Weise vermittelt. Das dritte Projekt "Steinfurter Stoffströme – der Kreis schließt sich” stellt im Wesentlichen die Entwicklung eines früheren Munitionsdepots zu einem Bio-Energiepark – bestehend aus Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen – dar. All die Errungenschaften und ehrgeizigen Umsetzungsmaßnahmen dieser Klimakommune-Projekte hätten nicht ohne eine wichtige Zutat realisiert werden können: die starke Unterstützung der Saerbecker Vereine und Organisationen, der Kirchen, der Schulen und Bildungseinrichtungen, und nicht zuletzt den Saerbecker Bürgern. 13

KLEINE STÄDTE

1° - Kleine Städte (ex-aequo)

LAND

DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PLATZIERUNG

SIEGER (EX-AEQUO)

SAERBECK


SIEGER (EX-AEQUO) KLEINE STÄDTE DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

BRUCK-LEITHA PLATZIERUNG

1° - kleine Städte (ex-aequo)

LAND

Österreich

EINWOHNER

7660

PHOTOVOLTAIK

166 kW

SOLARTHERMIE

143 m2

KLEINE WINDKRAFT

9.000 kW

FESTE BIOMASS

10.000 kWt

BIOGAS

1.672 kWe + 1.672 kWt

BIOKRAFTSTOFF

100.000.000 L

ENERGIESTADT BRUCK AN DER LEITHA EINE STARKE PARTNERSCHAFT: BRUCK/LEITHA & ENERGIEPARK BRUCK Mit der Gründung des Energieparks und dem Beitritt zum Klimabündnis im Jahr 1995 wird in Bruck/Leitha kontinuierlich der Weg in Richtung Erneuerbarer Energie und Energieautarkie beschritten. Die zentrale Komponente dieser erfreulichen Entwicklung ist die starke Partnerschaft der Stadtgemeinde und dem Energiepark Bruck, der seitdem federführend den Ausbau der Erneuerbaren Energie in Bruck/Leitha und in der gesamten Region vorantreibt. Beginnend mit einer Biomassefernwärmeanlage, dem ersten Windpark in der Region auf Brucker Gemeindegebiet, einer Biogasanlage mit innovativer Gasreinigungsanlage bis hin zum Start-up Ecoduna, das schon jetzt im Blickpunkt der internationalen Community im Bereich Algenproduktion steht, wurde schon viel verwirklicht. Diesen Sommer folgt bereits der nächste Baustein mit einer PV-Anlage auf Gemeindegebäuden. Sogar in der Abfallsammlung wird mit Solarstrom gearbeitet: Seit gut einem Jahr sind im Stadtgebiet mehrere solare Mülltonnen in Betrieb, die durch Komprimierung der Abfälle die Entleerungsfrequenz stark verringern. Dieser beispielhafte Prozess wird durch Initiativen für Elektromobilität und regelmäßigen Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung in der Stadtgemeinde selbst wie auch in der umliegenden Region Römerland Carnuntum stark unterstützt. So leitet der Energiepark Bruck auch das Management der Klima- und Energiemodellregion Römerland Carnuntum. Mit dem Universitätslehrgang "Renewable Energy in CEE", der nun schon seit 2005 jedes Jahr mehrmals in Bruck/Leitha stattfindet, wird auch das Potenzial von Wissenschaft und Forschung dauerhaft ausgeschöpft. Ohne den dezidierten politischen Willen neue Wege zu beschreiten, sind jedoch solche Erfolge nicht möglich. Gegenseitiges Vertrauen, Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg sowie eine gute Mischung aus Visionen und einer realitätsnahen Herangehensweise sind die Eckpfeiler dieser Entwicklung. Viel ist bereits geschehen – viel kann und soll noch kommen.

14


Schottland

EINWOHNER

26000

PHOTOVOLTAIK

70 kW

GEOTHERMIE

1.660 kWt

KLEINE WASSERKRAFT

154 kW

KLEINE WINDKRAFT

21.500 kW

FESTE BIOMASSE

220 kWe + 2.500 kWt

Comhairle nan Eilean Siar ist die einzige lokale Behörde der Äußeren Hebriden in Schottland, einem 190 km langen Eiland mit Verwaltungszentrum in Stornoway (10.000 Einwohner). Mit einem der besten Windkraftpotenziale in Europa und einem großen Anteil der Fläche in öffentlichem Besitz erweitern die Äußeren Hebriden den EE-Anteil für das Gemeinwohl erheblich. Als Gründungsmitglied von ISLENET, Europas Energienetzwerk für Inseln, hat Comhairle eine lange Geschichte in europäischen Energieangelegenheiten. Vor kurzem vereinte Comhairle im ambitionierten EACI ISLEPACT-Projekt 11 Inselgruppen aus ganz Europa. Projektziel war die Minderung der CO2-Emissionen um 20% bis 2020 mithilfe eines Insel-Energiemaßnahmenplanes und dem Entwurf profitabler Projekte. Comhairle hat gemeinsam mit dem örtlichen Gesundheitsamt einen CO2-Managementplan entwickelt, der die dortigen Emissionen zwei Jahre vor dem gesetzten Ziel um 25 % reduzieren konnte. Grundsätzlich möchte die Inselgruppe das ambitionierte Ziel Schottlands für 2020 erreichen oder gar übertreffen: 42% weniger Treibhausgasemissionen und 20% weniger Energiebedarf (Elektrizität um 80%, Wärme um 11% sowie Mobilität um 10%). In einem von der Agentur "Community Energy Scotland” geführten Netzwerk unterstützt Comhairle die Community Energy mit 23 MW vollständig aus Eigenerzeugung stammender Energie, wie kürzlich beschlossen wurde. Jeglicher finanzieller Nutzen aus dieser Initiative kommt direkt der Kommune zugute. Insgesamt 525 MW aus kommerzieller Erzeugung (475 MW Onshore-Windkraft und 50 MW Wellenkraft) wurden beschlossen. Zudem wird die Lieferung eines Radialanschlusses an das Netz Großbritanniens für 2017 erwartet. Andere Projekte von Comhairle sind beispielsweise ein anaerober Fermenter für Wärmegewinnung aus dem gesamten organischen Abfall der Inseln sowie eine 250KW starke Windturbine, deren Energie zur Wasserstoffherstellung via Hydrolyse genutzt wird. Die Gründung eines inseleigenen Energieversorgers wird aktuell in Erwägung gezogen, um die örtliche Bevölkerung komplett mit erneuerbarer Energie aus Eigenerzeugung zu versorgen und so die Energiearmut zu mindern. 15

KLEINE STÄDTE

3° - Kleine Städte

LAND

DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PLATZIERUNG

DRITTER PLATZ

ÄUSSERE HEBRIDEN


SIEGER MITTELGROSSE STÄDTE DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

AMSTETTEN PLATZIERUNG

1° - Mittelgroße Städte

LAND

Österreich

EINWOHNER

23029

PHOTOVOLTAIK

1.395 kW

SOLARTHERMIE

3.670 m2

KLEINE WINDKRAFT

5,2 kW

KLEINE WASSERKRAFT

3.515 kW

FESTE BIOMASS

53480 kWe + 36.240 kWt

BIOGAS

480 kWe + 570 kWt

GEOTH. WÄRMEPUMPEN

2.060 kWt

AUF DEM WEG ZUR "SMART CITY" | ERNEUERBARE ENERGIE IN AMSTETTEN In Amstetten wurde seit dem Beitritt zum Klimabündnis im Jahr 2000 eine Vielzahl von Aktivitäten rund um das Thema Erneuerbare Energie gestartet. Das neueste Leuchtturmprojekt: Mit der Wärme aus einem Abwasserkanal werden künftig die STADTwerke Amstetten mit Heizenergie versorgt, was österreichweit einzigartig ist. Dafür wurde die Stadt vor kurzem auch mit dem "European Heat Pump City of the Year Award 2013" ausgezeichnet. Zahlreiche Auszeichnungen hat Amstetten in den letzten Jahren entgegengenommen, unter anderem auch den Preis für die "Innovativste Gemeinde Österreichs im Jahr 2006", eine Anerkennung für die Bemühungen im Rahmen von "Amstetten 2010+", einem Nachhaltigkeitsprogramm, das in den Themenfeldern "Ökologisches Bauen", "Erneuerbare Energien", "Umwelt und Lebensqualität" und "Bildung und Arbeit" bisher mehr als 50 Einzelprojekte umgesetzt hat. Auf einer 15 km langen Rad­strecke – der sogenannten Ökoenergiemeile – findet man zum Beispiel fast alle Erneuerbaren Ener­gieträger, die derzeit technologisch und wirtschaftlich sinnvoll einsetzbar sind. Neben einem bereits seit dem Jahr 1900 betriebenem Wasserkraftwerk sind das unter anderem ein Restwasserkraftwerk, ein Fernheizwerk, ein Blockheizkraftwerk, eine Biogasanlage und mehrere Photovoltaikanlagen sowie die eingangs erwähnte Anlage zur Abwasserwärmenutzung. Lediglich Windkraft und Geothermie sind in Amstetten derzeit nicht sinnvoll nutzbar, entsprechende Konzepte wurden nach eingehender Potenzialanalyse deshalb wieder verworfen. "Wir sehen die Herausforderung der Zukunft darin, die Stadt zu einer "Smart City" weiter­ zuentwickeln. Dazu wurden 2010 gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Unternehmen und BürgerInnen eine Vision bis 2050 sowie ein Fahrplan bis 2020 ausgearbeitet", stellt die Bürgermeisterin Amstettens, Ursula Puchebner, klar, dass der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Rahmen der Klimaschutzaktivitäten einnehmen wird. 16


Deutschland

EINWOHNER

27602

PHOTOVOLTAIK

19.904 kW

SOLARTHERMIE

5.448,6 m2

KLEINE WASSERKRAFT

1.816 kW

FESTE BIOMASSE

6.248 kWt

BIOGAS

2.017 kWe

GEOTH. WÄRMEPUMPEN

1.300 kWt

MITTELGROSSE STÄDTE

2° - Mittelgroße Städte

LAND

WANGEN IM ALLGÄU – DER ORT WO ENGAGEMENT FÜR ENERGIE-HERAUSFORDERUNGEN GROSS GESCHRIEBEN WIRD Die Stadt Wangen im Allgäu (27.602 Einwohner) ist ein Vorbild hinsichtlich der Einbeziehung von Bürgern und Unternehmen in zahlreiche energie- und klimapolitische Maßnahmen und Aktivitäten. Die Stadt ist entschlossen ihr Ziel einer 50%igen CO2-Emissionen-Reduzierung in allen Sektoren bis 2020 zu erreichen (Referenzjahr 1995). Gleichzeitig arbeitet Wangen im Allgäu daran die Nutzung fossiler Energien um mindestens 75% bis 2050 (vergleichend zu Angaben aus dem Jahr 2010) zu reduzieren. Dies repräsentiert ein wichtiges Zwischenziel auf dem Entwicklungspfad zur 2000-Watt-Gesellschaft. Eine der Errungenschaften von Wangen im Allgäu stellt die Gründung einer gemeindeübergreifenden Energiegenossenschaft dar – mit ihren 464 Mitgliedern eine der größten in der Region. Diese Genossenschaft ermöglicht Wangen im Allgäus Bürgern eine aktive Beteiligung an Energiethemen sowie Investitionen in regionale Projekte, die eine nachhaltige Energieversorgung fördern. Weitere wichtige Schritte stellen die Einrichtung eines städtischen Energieversorgers dar, der verschiedene Wasserkraftwerke und ein mit Biomasse betriebenes Fernwärmenetz betreibt. Die wesentlichen Schwerpunktgebiete des städtischen Energie- und Klima-Leitbildes bestehen aus Öffentlichkeitsarbeit und der Einbeziehung von Bürgern in die Stadtplanung, Energieeffizienzmaßnahmen, umweltverträgliche Baulandentwicklung, sowie in der Ausarbeitung eines energieeffizienten und zukunftsorientierten Transportkonzepts. Wangen im Allgäu wurde bereits mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Im Jahr 2012 wurde die Stadt erneut ausgezeichnet und „verpasste“ den European Energy Award Gold nur knapp.

17

DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PLATZIERUNG

ZWEITER PLATZ

WANGEN IM ALLGÄU


DRITTER PLATZ MITTELGROSSE STÄDTE DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

MOUSCRON PLATZIERUNG

3° - Mittelgroße Städte

LAND

Belgien

EINWOHNER

56001

PHOTOVOLTAIK

6.585 kW

SOLARTHERMIE

123 m2

FESTE BIOMASS

2.640 kWe + 2.443 kWt

BIOGAS

1.382 kWe + 1.660 kWt

Die belgische Stadt Mouscron hat 56.000 Einwohner, ist 50 km2 groß und befindet sich im westlichen Teil der wallonischen Region zwischen Brüssel und Lille. Die Stadt nutzt ihre Lage im europäischen Zentrum um Kapazitäten aufzubauen und Ressourcen zu mobilisieren um ihre ehrgeizigen CO2-Reduktionsziel zu erreichen. Durch die Konzentration auf Energie- und Klimathemen möchte Mouscron die lokale Entwicklung stärken. Deswegen unterzeichnete die Stadt im Februar 2012 den Konvent der Bürgermeister und verpflichtete sich dazu die CO2-Emissionen um 21 % bis 2020 zu reduzieren. Mit der Entscheidung für ein anspruchsvolles Energie- und Klimaziel strebt Mouscron einen wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert an, der zu einer erhöhten Kaufkraft von 300 bis 2000 € für die Hälfte der Einwohner führen soll. Die Stadt setzt auf ihr Kompetenzzentrum ELEA – anerkannt als „bestes europäisches Ressourcenzentrum im Umkreis von 1000 km“ – um ihren Aktionsplan für nachhaltige Energien (SEAP) zu koordinieren, die lokalen Akteure und Einwohner zu mobilisieren und sich auf die nationalen und regionalen Ressourcen zu konzentrieren. Mouscron hat ein sehr hohes Energiesparpotential, da die meisten Gebäude schlecht isoliert sind. Die größten Anstrengungen konzentrieren sich auf die Sanierung von öffentlichen sowie Bürogebäuden. Allerdings sind Investitionen in erneuerbare Energien, alternative Mobilität und öffentliche Beleuchtung ebenfalls vorgesehen. Biomasse-Blockheizkraftwerke, große PhotovoltaikAnlagen und Solarthermie sind die wichtigsten erneuerbaren Technologien, die zurzeit installiert sind. Pläne zur Einrichtung eines gemeinschaftlichen Windparks, eines Fernwärmenetzes und einer Biomasse-Anlage sind auf dem Weg. Insgesamt sind Investitionen von 111 Millionen € innerhalb von sieben Jahren vorgesehen. Diese große Summe wird nicht nur von der Stadt, sondern soll zu zwei Dritteln von den Bürgern und lokalen Unternehmen aufgebracht werden. Das ist, was in Mouscron „Energieaktionen werden von den Bürgern für die Bürger gemacht“ genannt wird. 18


Deutschland

EINWOHNER

513000

PHOTOVOLTAIK

356.870 kW

SOLARTHERMIE

54.000 m2

FESTE BIOMASS

35.226 kWe + 76.500 kWt

BIOGAS

2.200 kWe

GEOTH. WÄRMEPUMPEN

54.000 kWt

GROßE WINDKRAFT

645.950 kW

WASSERKRAFT

137.700 kW

REGION TRIER – “RES-REGION OF COMPETENCE” Region Trier – “RES Region of Competence” wurde im Jahr 2011 als 100 RES-Region ausgezeichnet. Die Region (513.109 Einwohner) hat über 15 Jahre Arbeitserfahrung im Bereich der Entwicklung eines nachhaltigen regionalen Energiesystems. Dabei liegt der Fokus gleichermaßen auf Energieeinsparung, Energieeffizienz, dem Ausbau von erneuerbaren Energietechnologien sowie auf Mobilität und Transport. Übergeordnetes Ziel ist es, den Entwicklungssprung von einer energieimportierenden zu einer energieexportierenden Region zu vollziehen. Bereits heute generieren die erneuerbaren Energieanlagen über 50% der regional nachgefragten Strommenge und erzielen damit gleichzeitig eine CO2-Einsparung von mehr als 1,1 Mio. Tonnen. Wenn diese vorteilhafte Entwicklung ungehindert weitergeht wird die Region voraussichtlich im Jahr 2040 zum Energieexporteur werden. Im Jahr 2008 hat die Region mit der Zukunftsstrategie Region Trier 2025 ein Entwicklungskonzept auf den Weg gebracht, dass wesentliche Maßnahmen hinsichtlich Energieproduktion und -einsparung, Treibhausgasreduzierung sowie regionale Wertschöpfung im Energiesektor vorsieht. Seit 2010 fungiert die Energieagentur Region Trier als zentrale, regionale Plattform die zusammen mit der regionalen Planungsgemeinschaft Energieprojekte initiiert und relevante Akteure vernetzt, informiert und unterstützt. Zu den adressierten Energieakteuren zählen Bürger und Gemeinden, private Unternehmen wie beispielsweise Architektur- und Planungsbüros, und Energieberater. Um die Energiewende in der Region Trier auf einem stabilen demokratischen Konsens aufzubauen, wurde außerdem im letzten Jahr ein regionaler öffentlicher Diskurs gestartet. Dieser ermöglichte eine breite Diskussion der Chancen und Risiken, die mit dem Ausbau erneuerbarer Energien unvermeidlich verknüpft sind, in zahlreichen Arbeitsgruppen, Veranstaltungen und Internetportalen. 19

GROSSE STÄDTE

1° - Große Städte

LAND

DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PLATZIERUNG

SIEGER

REGION TRIER


ZWEITER PLATZ GROSSE STÄDTE DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PERPIGNAN MÉDITERRANÉE PLATZIERUNG

2°, große Städte

LAND

Frankreich

EINWOHNER

257000

PHOTOVOLTAIK

45.830 kW

SOLARTHERMIE

5.000 m2

BIOGAS

14.687 kWe + 2.220 kWt

GROßE WINDKRAFT

14.250 kW

DIE STADT PERPIGNAN MÉDITERRANÉE KANN NAHEZU DEN GESAMTEN ENERGIEBEDARF IHRER PRIVATHAUSHALTE MIT ERNEUERBAREN ENERGIEN (EE) DECKEN Wind- und Solarenergie, Biogas, Fernwärme, Biotreibstoff: Perpignan Méditerranée ist dabei, die gesamte Palette an EE auf ihrem Territorium zu verwirklichen. Die meisten dieser Projekte sind Teil des Ökopark Katalonien, einer Initiative, die auf die Schaffung von neuen Synergien zwischen der regionalen Privatwirtschaft und Landwirtschaft abzielt und dabei Respekt für die Umwelt, Erhalt der Landschaft sowie den Status der Region als Tourismusdestination und die Sicherung der Lebensqualität fördert. Der Energiebedarf privater Haushalte soll bis Ende 2015 durch ein Projekt-Portfolio gedeckt werden. Bereits bestehende Anlagen produzieren 230 GWh/Jahr (42 % des Bedarfs). Ende 2013 wird ein großer Windpark mit 35 Anlagen und 92 MW Leistung auf einer Fläche von über 1600 Hektar im Nordosten der Region fertiggestellt sein (Beitrag: 220 GWh/Jahr). Der Ökopark Katalonien ist auch wegen seiner PV-Anlagen, Biotreibstoff-Projekte und Glashäuser, die mit Fernwärme beheizt werden, bekannt. Ihren großen Vorsprung in Sachen EE verdankt die Region nicht zuletzt ihren zahlreichen lokalen ExpertInnen. Von Ausbildung über Innovation zu Forschung – Perpignan Méditerranée verfügt über viel Erfahrung und weiß, wie EE-Projekte rentabel umgesetzt werden können. Die Plattform Tecnosud verbindet den wettbewerbsorientierten Cluster ‘Derbi’ mit Unternehmen wie Tecsol und Cansol, Forschungseinrichtungen wie CNRS-Promes und Cartech und, seit September 2009, mit Frankreichs erster technischer Hochschule, die ganz auf EE spezialisiert ist. Perpignan ist nicht nur beispielhaft im EE-Bereich, sondern auch hinsichtlich Nachhaltiger Entwicklung im Allgemeinen – die Themen Verkehr, Ressourcenschutz und nachhaltiger Lebensstil werden miteingebunden. Das Abkommen von Grenelle 2015, das 2008 unterzeichnet wurde, verleiht diesen Bemühungen Nachdruck. Vom Stadtrat offiziell genehmigt, sind viele der 36 Initiativen seit 2012 Teil eines nachhaltigen Energieplans und werden bereits umgesetzt. 20


Italien

EINWOHNER

121137

PHOTOVOLTAIK

7.300 kW

SOLARTHERMIE

286 m2

KLEINE WASSERKRAFT

1.900 kW

BIOGAS

815 kW

FESTE BIOMASS

4.600 kWe + 2.100 kWt

GEOTH. WÄRMEPUMPEN

44,4 kW

«UNE RÉGION EUROPÉENNE COMPÉTENTE EN MATIÈRE D’ÉNERGIES RENOUVELABLES» Die Stadtverwaltung von Bergamo bekräftigt mit dem Projekt „Nachhaltiges Bergamo“ die zukünftige Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Umwelt und Energie für die Stadt. Das Projekt wird im Rahmen einer Reihe konkreter Aktionen organisiert, die drei prinzipielle Bereiche umfassen: die Agenda 21, den städtische Energieplan und den Aktionsplan für nachhaltige Energie. An erneuerbaren Energien gibt es: 286 m2 Solarwärme, 7,3 MW Photovoltaik davon 1,6 auf öffentlichen Gebäuden, Kleinwasserkraftanlagen mit 1,9 MW davon eine öffentliche mit 55 kW, eine öffentliche Wärmepumpenanlage mit 44,40 kWt, eine anaerobe Biogasanlage mit 815 kW sowie eine Biomasse-KWK-Anlage mit 4,6 MWe und 2,1 MWt. Die Stadt kündigte an weitere Photovoltaik-Anlagen auf 15 öffentlichen Gebäuden zu installieren, befindet sich aber noch in der Planungsphase. Die Anlagen in und auf öffentlichen Gebäuden betragen 23 % der gesamten installierten Leistung in der Stadt. Beim Stromsparen stand der Austausch der traditionellen Straßenbeleuchtung durch LEDLampen oder Niedrigenergielampen im Mittelpunkt. In der Stadt gibt es 17.700 herkömmliche Leuchten, wo von 14.452 mit Niedrigenergielampen ausgestattet sind. Bis zum Jahresende ist der Ersatz von weiteren 500 Leuchten mit LED-Lampen vorgesehen. Alle herkömmlichen Verkehrsampeln wurden auf LED umgerüstet und dadurch wurde 80 % des Stromverbrauchs eingespart. Außerdem verpflichtet die Verordnung über städtische Gebäude dazu, Neubauten ausschließlich mit Strom aus Photovoltaikanlagen zu versorgen. Für nachhaltige Mobilität und zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Benzin, hat die Stadtverwaltung beschlossen, die Anzahl der Fahrzeuge zu reduzieren und Benzinfahrzeuge auf Autogas (LPG) umzurüsten. Auch bei Müllfahrzeugen sind Methan- und Elektroantriebe eingeführt worden, die Busse im ÖPNV wurden auf Methan umgerüstet. Für den Einsatz von Elektrofahrzeugen sind positive Anreize gesetzt worden, wie kostenloses Parken, Einfahrt in verkehrsberuhigte Zonen sowie die Installation von Stromladestationen. Von 42 langen Radwegen wurden 42.335 km realisiert und beim „Piedibus“ (Laufbus) teiligen sich jeden Tag 1.000 Kinder aus 14 Schulen.

21

GROSSE STÄDTE

2° - Große Städte

LAND

DIE GEWINNER DER CHAMPIONS LEAGUE 2013

PLATZIERUNG

THIRD PLACE

BERGAMO


100% RES COMMUNITIES BEST PRACTICES


100% RES COMMUNITIES

BEST PRACTICES

ALBA IULIA RUMÄNIEN Alba Iulia ist seit 2010 Mitglied des CoM. Das erste EE-Projekt wurde 2011 gestartet – auf vier öffentlichen Gebäuden wurden PV-Anlagen errichtet, die jährlich 300 MWh produzieren und zu einer Reduktion von 165 Tonnen CO2 pro Jahr beitragen. Weiters wird auf 40 m2 großen Solarzellen thermische Energie produziert und ca. 50 Einzel-Biomasseanlagen mit Holzpellets sind in Betrieb. Die Gemeinde organisiert jährlich Energy Days und ist an verschiedenen Projekten im Rahmen von Intelligent Energy Europe beteiligt.

FLOBEQ BELGIEN VertreterInnen einer kleinen wallonischen Gemeinde mit 3.500 Einw. folgen ihrer Vision von Energieautarkie und starten ein innovatives BürgerInnen-Service. Möchten Sie eine kostenlose PV-Anlage? Dieses simple und doch nur schwer vorstellbare Angebot machte die Gemeinde allen ihren BürgerInnen – mit Erfolg: 300 Privathaushalte nahmen das Angebot an. Das erfolgreiche Projekt basiert auf einem Investitionsmodell, bei dem ein dritter beteiligter Partner (eine von der Gemeinde ins Leben gerufene NGO) Dächer von privaten Haushalten mietet und einen Kredit aufnimmt, um vor Ort produzierte PV-Zellen zu kaufen, die sie dann auf den gemieteten Dächern installieren lässt. Ihre getätigten Investitionen bekommt die NGO wieder durch den Verkauf von Öko-Zertifikaten herein. Nach der Amortisation wird die PV-Anlage kostenloses Eigentum des Privathaushalts, der bereits während der Projektphase durch den produzierten Strom seine laufenden Energiekosten reduzieren kann. Wissen. Das Projekt geht weit über den Aspekt der nachhaltigen Energiegewinnung hinaus: Durch die Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber, wurde ein Lehrstuhl an der Universität von Mons eingerichtet, um Wissen und Forschung über eine Integration von PV-Anlagen auf kleinem Raum weiterzugeben bzw. zu forcieren. Die Vision von Energieautarkie. PV-Anlagen sollten ursprünglich den Energiebedarf einzelner Haushalte decken. Im Jahr 2013 ist bereits ein Drittel aller BürgerInnen Flobeqs energieautark. Um alle ihre BürgerInnen zu erreichen, startete die Gemeinde ein neues BiomasseProjekt (Kosten: 1,5 Mio €) und nützt Synergien in der Zusammenarbeit mit dem Konvent der BürgermeisterInnen (CoM). 24


Die Gemeinde Miren-Kostanjevica (4.817 Einw., Fläche: 63 km2, CoM-Mitglied) hat mit ihrem innovativen Konzept einer energiesparenden Straßenbeleuchtung (Reduktion des Energieverbrauchs um 58 %) eine herausragende Leistung vollbracht. Mit Maßnahmen zur Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs (Fahrräder und Ausbau von Radwegen anstatt Autos) werden CO2-Reduktionen von 10 t/a erzielt. Geplant ist der Bau eines Holz-Heizkraftwerkes für die Siedlung Miren. Bereits existierende Biomasse-Anlagen erreichen eine Heizkraft von 720KW, die Leistung von lokalen PV-Anlagen beträgt 500KW.

BUDAÖRS UNGARN

100% RES COMMUNITIES

Budaörs war eine der ersten ungarischen Städte, die dem CoM beitraten. Das CO2Reduktionsziel wurde in Abstimmung mit EU-Zielvorgaben festgelegt. Lokale Stakeholder (Energieproduzenten, Firmen, BürgerInnen) waren an der Ausarbeitung des SEAPs beteiligt. Geplant ist unter anderem der Bau eines Fernwärmeheizwerks. Mehrere öffentliche Gebäude wurden mit EE-Systemen ausgestattet und die öffentliche Beleuchtung wird durch PV-Zellen betrieben. Lokale Förderprogramme wurden entwickelt, um die Energieeffizienz von Privathaushalten zu erhöhen.

BEST PRACTICES

MIREN KOSTANJEVICA SLOWENIEN

TÖRÖKBÁLINT UNGARN Um Investitionen in energieeffiziente öffentliche Gebäude tätigen zu können, stellte der Gemeinderat zunächst eine Energiebilanz auf. Zusätzlich wird die lokale Bevölkerung laufend für die Bedeutung des Energiesparens sensibilisiert. Der Bóbita-Kindergarten wird mit Erdwärme-Pumpen und einem Solarthermie-System beheizt. Im August wurde ein mit Wärmepumpen beheizter Schulkomplex mit Sport-Center, Konferenzräumen und einem Schwimmbad eröffnet. Weitere, auf den SEAP abgestimmte EE-Investitionen in öffentliche Gebäude sind geplant. 25


100% RES COMMUNITIES

BEST PRACTICES

KNEŽICE TSCHECHISCHE REPUBLIK Das 80 km von Prag entfernte Dorf Knežice mit 508 Einw. ist das einzige seiner Art in der Tschechischen Republik, das durch sein Bioenergie-Zentrum praktisch energieautark ist. Eine Biogasanlage mit KWK (330 kWe und 400 kWth) und ein BiomasseHeizwerk (Kessel mit 800 und 400 kW) stellen die Wärmeversorgung von über 90 % der lokalen Bevölkerung sicher und produzieren einen deutlichen Stromüberschuss, der verkauft werden kann (Kosten für die Anlagen: 139 Mio CZK). Für eine Gemeinde, die über keine Abfallentsorgungsanlage verfügt, ist Biogas eine Möglichkeit zur Verwertung von Biomüll. Im Bioenergie-Zentrum werden auch Pellets produziert und zur Beheizung lokaler Gebäude verwendet. Prämiert mit dem tschechischen Solarpreis von EUROSOLAR, arbeitet Knežice nun, gemeinsam mit fünf anderen Gemeinden, an einem JOINT SEAP. Bürgermeister Milan Kazda, treibende Kraft hinter dem Erfolg der Gemeinde, leitet auch das tschechische RURENERGremium.

VILLERS LE BOUILLET BELGIEN Die wallonische Gemeinde Villers-le-bouillet (6.310 Einw., Fläche: 32 km²) hat einen eigenen Fonds gegründet, der Reinvestitionen in lokale Projekte ermöglicht. Der Fonds, eigentlich eine Kooperative mit dem Namen ‘Enercity’, wird von der Gemeinde und ihren BürgerInnen getragen. 2009 ins Leben gerufen, um den Bau einer 2MW-Windkraftanlage zu finanzieren, benötigte die Kooperative weniger als 100.000 € an Gemeindeförderungen, der Rest des Startkapitals (ca. 3 Mio €) wurde durch Bankkredite gedeckt. Die Beteiligung der Gemeinde an der Kooperative war einer der zentralen Erfolgsfaktoren, da diese nicht nur die Koordination des Projektes übernahm, sondern auch Geldmittel zur Verfügung stellte und für die Bankkredite bürgte. Der SchneeballEffekt trat ein: Nach der Ausstattung aller öffentlichen Gebäude mit PVAnlagen, plant die Gemeinde nun, in vier weitere Windräder zu investieren. Villers-le-Bouillet hat Walloniens erstes Passiv-Gemeindehaus und wirbt mit einem eigenen ElektroAuto bei den BürgerInnen für EE und Energieeffizienz.

26


BAIA MARE RUMÄNIEN

100% RES COMMUNITIES

BEST PRACTICES

Baia Mare, eine Stadt mit 139.870 Einw., trat dem CoM im Dezember 2008 bei; der SEAP wurde im September 2011 verabschiedet. Zu den zentralen EE-Projekten der Gemeinde zählen: • ein Pilot-Projekt zur Beleuchtung einer der Hauptverkehrsstraßen der Stadt mit LED-Technologie; • Investitionen in die Ausstattung von 23 Schulen mit Solarthermie-Zellen; • Fertigstellung von zwei Kleinwasserkraftwerken entlang benachbarter Flüsse; • Entwicklung eines PV-Parks auf einer Industrieanlage. Etwa 97 % der städtischen Wohnblöcke wurden mit Fernwärmesystemen beheizt, wodurch Erdgas eingespart werden konnte.

DUMFRIES UND GALLOWAY SCHOTTLAND Die Gemeinden Dumfries und Galloway stehen unter gemeinsamer lokaler Verwaltung, wobei das Gros der Bevölkerung im Dumfries district lebt. 2012 traten beide dem CoM bei und arbeiteten, über das 100%-RES-Projekt, an der Erstellung eines regionalen SEAPs für das Jahr 2013. Dem ging die Unterzeichnung der schottischen Climate Change Declaration im Jahr 2007 voraus. Durch beide Ratifizierungen nehmen Dumfries und Galloway ihre Verantwortung als lokale Behörde hinsichtlich des Klimawandels wahr und verpflichten sich, effektive Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Diese umfassen: • Schaffung eines effektiven Klimawandel-Managements; • Reduktion der im Gemeindebetrieb anfallenden Treibhausgas-Emissionen; • Umsetzung von Maßnahmen zur Emissions-Reduktion im gesamten Gemeindegebiet; • Risikoforschung hinsichtlich möglicher Klimawandelfolgen und Zusammenarbeit mit anderen Stakeholdern zur Klimawandelanpassung; • Entwicklung von effektiven Partnerschaften und Netzwerken zum Klimawandel-Management, einschließlich der Erstellung von Jahresberichten. 27


100% RES COMMUNITIES

BEST PRACTICES

SZEGED UNGARN Szeged hat sich ganz der Reduktion des Energieverbrauchs verschrieben. Die größte der unlängst getätigten Investitionen: die Ausstattung der Universitätsgebäude mit PVAnlagen (660 kW). Die Schulen, das Krankenhaus und die Strafanstalt der Stadt werden mit Solarenergie beheizt bzw. betrieben (94 kWe PV-Zellen und 1400 m2 große Wärme-Kollektoren). Die Gemeindeverwaltung unterstützt BürgerInnen-Beteiligungen: Wohnparteien können um Förderungen für Wärmedämmung und andere Energieeffizienzmaßnahmen ansuchen. Die Universität spielt eine zentrale Rolle bei der Forschung über und Verbreitung von EE.

MONTDIDIER FRANKREICH Als Pionierin im EE-Bereich arbeitet die Gemeinde Montdidier, gemeinsam mit dem lokalen Energieversorger, an der Umsetzung eines SEAP. Ihr Ziel ist, bis 2020 Energieautarkie zu erreichen. Durch den SEAP kann der lokale Energieversorger seine öffentlichen Dienstleistungen verstärkt bewerben und erfüllt, neben seinen traditionellen Aufgaben des Energiebereitstellens und -verteilens, eine zentrale Rolle als Ansprechperson für die von Treibstoff- und Energieknappheit betroffenen KundInnen. Die Bündelung von Synergien zwischen GemeindevertreterInnen und dem Energieversorger sind eine der Erfolgsfaktoren des Projektes.

28


www.100-res-communities.eu/ger www.res-league.eu/ger

Co-funded by the Intelligent Energy Europe Programme of the European Union

Stamperia Romana srl - Graphic Industry Azzero CO2 for 2014 - Printed on recycled paper - inks EuPIA

Die Kampagne “100%-EE-Gemeinden” zielt auf die Entwicklung und Testung von Richtlinien zur Erarbeitung und Umsetzung von Joint SEAPs in ländlichen Gemeinden durch die Zusammenarbeit mit einem/einer regionalen KoordinatorIn ab. In Europa treten ländliche Gemeinden dem RURENERNetzwerk bei und verpflichten sich dadurch, zu “100%-EE-Gemeinden“ zu werden. Die Indikatoren der RES Champions League wurden angepasst und vervollständigt, um “100%-EE-Gemeinden“ ermitteln zu können. Auf nationaler Ebene werden RURENER-Vereine gegründet, um für den Beitritt zum CoM zu werben und UnterzeichnerInnen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Mehr Mitglieder stärken das RURENER-Netzwerk in der Vertretung seiner Aufgaben auf europäischer Ebene. Die Kampagne “100%-EE-Gemeinden” wird vom IEEProgramm der Europäischen Kommission finanziert. Über einen Projektzeitraum von 3 Jahren (von April 2012 bis März 2015) werden 13 PartnerInnen aus 10 Ländern zusammenarbeiten.

Graphic design: Luca Fazzalari

DAS PROJEKT


RES Champions League 2013