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DER KLEVER 01.2013


Bliek fürdas Besondere: Esther Mols zwischen

Traditionsgeschäften in der KaverinerstraBe (Kotters, Rexing, Dreis)

TEXT: RALF OAUTE FOTOS: PRIVAT

B

eim Gang durch die Kavarinerstral.le entdeckte Esther Mols (43)

gefasst, führte das Leben die junge Frau aus Nimwegen zunächst nach Amsterdam, wo

l \·enigen Metern gleich fünf Geschäfte, "eit Generationen am Ort sind: Dreis, · ters, Schulte zur Willen, Verfondern,

sie an der Universität Kommunikationswissenschaften studierte.

ng. Für einen alteingesessenen Klever . diese Erkenntnis den Nachrichtenwert :on einem umgefallenen Sack Reis.

Nach erfolgreicher Diplomarbeit ("Die Erziehung in den Niederlandcn - ermutigen oder abraten?") verdingte sie sich in einem

Esther Mols bekam einen Job bei einem Startup-Unternehmen mit dem klangvollen Namen "Magie Minds". lhre Karriere dort kann sie in drei Sätzen perfekt zusammenfassen: "Wir fingen in einern Keiler an. Dann hatten wir das coolste Bürogebäude in Amsterdam. 2002 war das Unternehmen pleite." Das Bürogebäude, direkt am Hauptbahnhof gelegen, mit Loungebar und Dachterrasse,

Mediabüro, das sein Geld mit Vermarktung von TV-Werbespots verdien te. Schnell wur-

Sauna und Fitnessbereich waren in Planung,

'\1mwegen, und zu Kindheitstagen war Kle-

de ihr klar, dass es keine Lebensaufgabe sein kann, für die Spots von "Danone"-Joghurts

war von einem Tag zum anderen Geschichte - die Dotcom-Blase war geplatzt.

' e für sie ein Ausflugsziel, mehr nicht. "Ich •m mit meiner Oma in den Sommerferien

die passenden Kindersendungen im Fernsehen zu finden.

on Nimwegen aus mit dem Zug nach Kleve und dann haben wir einen Stadtbummel gemacht", berichtet sie.

Zum Glück - wir schreiben mittlerweile

Doch Esther Mols ist alles andere als einc alteingesessene Kleverin. Sie stammt aus

~efahren,

Dass sie nun in Kleve !ebt, ist so vielen Irrungen und Wirrungen zu verdanken, dass man meinen könnte, da hinter verberge sich em höherer Plan. In Stichworten zusammen-

"Das Leben dort war nichts für mich"

das Jahr 1998 - kam das Internet. &ther Mols belegte einen HTML-Kurs, einfach so. "Danach konnte ich eigene Webseiten bauen", so Mols. Das Glück fügte es weiter, dass solche Könner damals händeringend

Was tun? Esther Mols war Anfang 30 und hatte noch Träume. Sie zog nach Andalusien, urn dort einen Neuanfang zu wagen. Es

gesucht wurden.

wurde ein Neuanfang, allerdings anders, als

Handel

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gedacht: In dem kleinen Ort La Herradura im spanischen Hinterland, wo sie ihre Zette aufgeschlagen hatte, lernte sie den aus Aachen stammenden Künstler Max Knippert kennen und lieben. Ende des Jahres 2002 zog das Paar ins belgische Hinterland von Aachen, eigentlich mit dem festen Vorsatz dort sesshaft zu werden. "Doch das Leben dort war nichts für mich", sagt Mols. Man beratschlagte gemeinsam, und da sie als freiberu fl ic he Grafikdesignerin auch noch Kunden in Nimwegen hatte, kam plötzlich a ls Wohnsitz Kleve ins Spie! - das Ausflugsziel aus Kindertagen. Ein Haus war schnell gefunden, und so ist das Paar seit 2007 in Kleve ansässig. Kurz nach der Geburt ihrer Tochter Olivia vor zwei Jahren lief sie dann also mit dem Kinderwagen durch die Stadt, entdeckte die besagten Geschäfte und hatte den dazu passenden Geistesblitz: "Moderne Nostalgie." Der Name für das Projekt war schnell gefunden: Klever Schätze. Zusammen mit Sigrun Hintzen (Buchhandlung Hintzen), die sie sofort von ihrer Idee überzeugen konnte,

Auch ein Klever Schatz: Kiesow

holte sie Geschäft urn Geschäft mit ins Boot. Mols kreierte eine Website (www.kleverschaetze.de), das konnte sie ja, und darüber hinaus rührt• sie auch auf vielen anderen Kanälen die Werbetrommel. Eine Serie über alle teilnehmenden Geschäfte erschien in der NRZ, Medien in den Niederlanden berichteten, und in Kleve fielen die Geschäfte plötzlich auf, wei! sie einen Teil ihres Schaufensters dafür reservierten, in einem goldenen Bilderrahmen auf ihre Tradition hinzuweisen. Für das bevorstehende Wei hnachtsfest ist ei ne gemei nsa me Aktion geplant, in der jedes der teilnehmenden Geschäfte auf ein besonderes Produkt hinweist. "In Nimwegen gibt es nicht so viele Ge-

schäfte mit eincr -..o langen Tradition wie hier in Kleve", sagt Mol-... ~Da~ ist wirklich ein Alleinstellung~mt!rJ..."'"la) der Stadt." Sie ist mit den Jahren m Klc\ e ein überzeugter Anhänger des Kleinstadtlebens geworden. Mols: "Sicherlich findet man in Kleve nicht eine so groBe Auswahl wie beispielsweise in Amsterdam. Aber auch Kleve hat sehr viel zu bieten. Manchmal kann man allerdings den Eindruck gewinnen, dass die Klever dies gar nicht richtig zu schätzen wissen." Die Klever Schätze, so ihre Hoffnung, haben das ein wenig verbessert.

"Dort herrscht eine romantische Atmosphäre"

Unabhängig vonden Klever Schätzen hofft Esther Mols, dass es ihr auf lange Sicht auch noch gelingt, einen ganz anderen Traum zu verwirklichen - einen Markt direkt an der und urn die Schwanenburg. Warum dort? Mols: "Dort herrscht eine so romantische Atmosphäre, ich kann mir das einfach nur wunderschön verstellen."


Stempel, Flyer:

Moderne Nostalgie irn Sinne von Esther Mols

rex1ng

••••••••••••••••••••••••• einrichtungshaus

Von Amsterdam über Andalusien zu den Klever Schätzen  
Von Amsterdam über Andalusien zu den Klever Schätzen  

Artikel in DER KLEVER. Ausgabe 01.2013

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