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musik MUSIK DES MONATS Donny McCaslin Beyond Now Motéma/Membran

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Zur Orientierung. Donny McCaslin ist der Saxophonist, den David Bowie sich auf Anraten der Bigband-Leaderin Maria Schneider in einem New Yorker Club ansah und prompt für sein letztes Album „Blackstar“ engagierte. Was Caslin dort mit seiner Band zauberte, machte Bowies letztes Werk mit zu einem würdigen, weil radikal anderem, musikalischen Abschied des Chamäleons. Caslin spielt/e auch in der Fusionband Steps Ahead, ein Jazz-Durchlauferhitzer der Größen wie Michael Brecker, Mike Stern, Tony Levin, Bill Evans, Victor Bailey, Eddie Gomez, Dennis Chambers uvm. in ihren Reihe hatte.

Prince: Ein Spitzenmusiker, aber definitiv kein Schauspiel-Ass

dvd Saxophonist Donny McCaslin

Schauspielerische Farce

Aber Steps Ahead sind eine falsche Fährte. Der jüngst 50 Jahre alt gewordene Donny McCaslin geht mit „Beyond Now“ andere Wege. Sein Quartett klingt eher wie ein modernes Update der frühen Van der Graf Generator um Peter Hammill, die Jazz und Rock als natürliche Fusionseinheit begriffen, aber die solistischen Ausflüge nie zum beweihräuchernden Selbstweck geraten ließen. Zwar haut uns McCaslin mit seiner Band hier in einer permanenten Tour de Force exzellente Spieltechnik um die Ohren, wenn zum Beispiel Jason Lindner an den Keyboards virtuos verquer-fiese Sounds aus seinen Instrumenten rausholt oder Tim Lefebvre seinen Bass auch mal wie eine Metalgitarre spielt. Ein Wort zu den Songs: Mit „A Small Plot of Land“ (vom Album „Outside“) sowie „Warszawa“ (vom Album „Low“) erweist McCaslin u.a. seinem letzten Förderer ­Tribut: „David Bowie erlaubte ,Blackstar‘ zu dem zu werden, was es werden sollte … dieses Album ist unglaublich furchtlos in der musikalischen Grenzüberschreitung, was mich dazu inspirierte, diese Risiken mit ,Beyond Now‘ ebenfalls einzugehen.“ \ rm

Alle drei Spielfilme mit Prince wurden überarbeitet und auf einer Blu-ray veröffentlicht.

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November 2016

Für alle Prince-Fans ist dies ein besonderer Moment. Alle drei Spielfilme, die Prince federführend als Ideengeber mit verantwortete – „Purple Rain“, „Under the Cherry Moon“ (als Regisseur) und „Graffiti Bridge“ – sind technisch bearbeitet auf einer jetzt veröffentlichten Blu-ray zu sehen. Weder „Under the Cherry Moon“ noch „Graffiti Bridge“, ein Sequel von „Purple Rain“, waren bisher überhaupt auf DVD erschienen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass „Purple Rain“ und die schwarz-weiße Liebeschmonzette „Under the Cherry Moon“ künstlerisch damals schon eher mittelmäßig rüberkamen – gerettet einzig durch die mitreißende Musik, die die Songs des Album „Purple Rain“ in grandiosen Livetakes zur Spielfilmhandlung beisteuerten. ­„Under The Cherry Moon“ ist ein schwarz-weiss Film (Kamera: Michael Ballhaus) mit schönen Bildern aber blutleerer Handlung. „Graffiti Bridge“, mir bisher nur durch den Soundtrack bekannt, schlägt allerdings dem Fass

Prince hat sich mit seinen Filmen kein Denkmal gesetzt, mit seiner hier ­präsentierten Musik aber schon! den Boden aus. Die ideenlose Story orientiert sich an der alten „Purple Rain“-Rivalität zwischen Maurice Day von The Time und dem jungen Genie Prince als Underdog, eine schauspielerische Farce, die schon „Purple Rain“ in manchen Momenten schwer erträglich machte. In „Graffiti Bridge“ sorgen dann anstelle seiner damaligen Band The Revolution andere Künstler vom Label Paisley Park wie George Clinton, Sheila E. Oder Mavis Staples für die Staffage. Ingrid Chavez (damalige Ehefrau von David Sylvain), agiert als hölzerne Beauty um die Day und Prince ihre Hahnenkämpfe austragen.

Wertung:

top

lohnt

Viel Mehrwert hingegen im Bonusmaterial: 18 Musikvideos (z.B. sechs vom Purple Rain-Album) und diverse Beiträge aus dem Prince-Kosmos – z.B. die MTV-Premierenparty zu „Purple Rain“ oder der halbstündige Beitrag „Riffs, Rüschen und eine Revolution: Einfluss und Nachleben von Purple Rain“. Fazit: Prince hat sich mit seinen Filmen kein Denkmal gesetzt, mit seiner hier präsentierten Musik aber schon! \ rm

Prince Movie Collection Warner Home Video

geht so

lohnt nicht

geht gar nicht

Klenkes 11/2016  
Klenkes 11/2016  
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