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|PROJEKT

KONZEPT|

PRÄAMBEL Wir sind eine Gruppe von ca. 40 jungen Erwachsenen aus dem Bistum Hildesheim im Alter von 20 bis 35 Jahren. Wir sind Studierende, Sozialpädagogen/innen, angehende Lehrer/innen, Wirtschaftswissenschaftler/innen, Künstler/innen, Erzieher/innen, Handwerker/innen, Angestellte, Arbeiter/innen, Finanzbeamte, Psychologen/innen, Ingenieure, usw. So vielfältig unsere beruflichen Hintergründe sind, so breit gefächert sind unsere Lebenskontexte und Biographien. Das gilt insbesondere für unsere Erfahrungen mit Glauben und Kirche. Gemeinsam ist uns, dass wir vor einigen Jahren den Weg ins Jugendpastorale Zentrum TABOR in Hannover gefunden haben. Die Gründe dafür sind höchst unterschiedlich: Für einige waren es die Live-Musik mit guten Bands im Café, Aktionen mit Firmlingen oder Kunstausstellungen, für andere waren es die Kurse aus dem Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung oder Projekte mit Schüler/innen. Aber es war für viele von uns der erste Berührungspunkt mit Kirche. Die einladende, offene und gastfreundliche Atmosphäre machte uns neugierig. Nur wenige von uns hatten eine „klassische“ kirchliche Sozialisation, aber eine Sehnsucht nach Sinn und Fülle, nach Antworten auf die existenziellen Fragen des Lebens, nach Gemeinschaft und Beheimatung. Das TABOR gab uns Raum für die Verwirklichung kreativer Ideen, vielfältiger Aktionen und intensiver Sinnsuche. Waren es anfangs sicher die vielen Aktionen, die guten Bands, die tollen Kurse, rückte mit der Zeit der am Sonntagabend gefeierte Logos-Gottesdienst immer mehr ins Zentrum:

„Jeden Sonntag freiwillig und gerne in den Gottesdienst zu gehen war etwas, was ich mir nach meinem Firmunterricht nie vorstellen konnte. Dann habe ich die Logos-Gottesdienste kennen gelernt, die mir gezeigt haben: Glaube kann auch cool sein und Spaß machen und vor allem hat es ganz viel mit mir zu tun! Durch meine ehrenamtliche Arbeit im Tabor und die LogosGottesdienste bin ich meinem Glauben wieder näher gekommen, habe sehr prägende Erfahrungen gemacht und kann nun eigentlich nicht mehr ohne leben.“ |Maren Trümper| Die Fragen nach Glauben und Kirche kamen immer häufiger, das Feiern der Liturgie wurde immer intensiver, der Austausch untereinander immer tiefer. Nun sind die meisten von uns aus dem Alter klassischer Jugendarbeit herausgewachsen und wir müssen feststellen, dass es in den Gemeinden vor Ort kaum Anknüpfungspunkte für uns gibt.

„Vom Alter her passe ich nicht mehr in die Zielgruppe der Jugendpastoral. Nach jahrelangem ‚Unterwegssein‘ in der bistumsweiten Jugendverbandsarbeit fehlt mir nun aber auch das zuhause sein in der eigenen Kirchengemeinde. Hier fühle ich - verheiratet, aber ohne Kinder – mich keiner der zahlreichen Gemeinschaften wirklich zugehörig. Und die Prägung meines eigenen Glaubens und meiner Sehnsucht nach Spiritualität ist ganz deutlich von der Arbeit und den Möglichkeiten, die uns in der Jugendarbeit geschenkt wurden, gewachsen. Ich möchte, dass es weitergeht… für mich und meine Beziehung zu Gott. Dafür brauche ich die Gemeinschaft Gleichgesinnter und einen Ort (im weitesten Sinne), und den habe ich in der gewachsenen Logos – „Gemeinde“ gefunden! Und darüber hinaus vor allem Gottesdienste im wahrsten Sinne des Wortes erlebt und gefeiert, die ich so intensiv und wertvoll nirgendwo anders gefunden habe. Dieses Projekt ist für mich der Weg des Herzens… mit und noch näher zu Gott hin! |Christiane (Nane) Fischer-Hülsbusch|

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Wir möchten an die in der Jugendarbeit gemachten Erfahrungen anknüpfen und diese an andere weitergeben. So ist die Idee für das Projekt EXODUS entstanden. Im Mittelpunkt steht der gemeinsam gefeierte Gottesdienst als Quelle und Höhepunkt unseres gemeinschaftlichen Tuns.

„Ein Gottesdienst von jungen Leuten für Jung und Alt. Aktuell und nicht eingestaubt. Ich habe nur ein Wort dafür: LEBENDIG!” |Torsten Fischer| Aber auch der gemeinsame Austausch, das sich gegenseitige Tragen im Glauben und das miteinander Leben gehört dazu.

ZIELGRUPPEN „ICH HABE NOCH ANDERE SCHAFE, DIE NICHT AUS DIESEM STALL SIND; AUCH SIE MUSS ICH FÜHREN UND SIE WERDEN AUF MEINE STIMME HÖREN; DANN WIRD ES NUR EINE HERDE GEBEN UND EINEN HIRTEN.“ JOH 10, 15 EXODUS will kein Projekt für einen kleinen elitären in sich geschlossenen Zirkel sein, sondern offen und einladend. Die Zielgruppen sind zum einen junge Leute, die bereits intensive Glaubenserfahrungen gemacht haben und zum anderen Menschen die auf der Suche sind. Das Projekt versteht sich grundsätzlich als missionarisch und möchte durch ein profiliertes und authentisches Angebot neugierig auf den Glauben machen. Die Jugendstudien (Sinus- und Shell-Jugendstudien) der vergangen Jahre haben deutlich aufgezeigt, dass die vorhandenen Angebote in den klassischen Gemeinden die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum erreichen. Da, wo Kirche an moderne Formen der Jugendkultur anknüpft, wie z.B. dem Weltjugendtag, Jugendkirchen usw., zeigt sich eine erstaunliche Resonanz, gerade bei jenen, die sonst in den Kirchen nicht mehr auftauchen. Mit dem TABOR, insbesondere mit dem Logos-Gottesdienst, ist uns eine solche Verknüpfung von Jugendkultur und Kirche gelungen. (An dieser Stelle verweisen wir auf das Buch von Christian Hennecke: Glänzende Aussichten, S. 137f.)

„Bei der Suche nach einem anspruchsvollen Gottesdienst, der mein Leben anspricht sowie berührt und vor allem Gottes Gegenwärtigkeit spürbar macht, konnte ich dieses im Logos wiederfinden. Die gemeinsame Feier der Liturgie und die Begeisterung der Gemeinschaft halfen mir meinen Glauben zu entfalten. In der Feier konnte ich häufig die Nähe und die Liebe Gottes spüren, was mich in der Auseinandersetzung mit meinem eigenen Glauben geprägt hat.” |Katharina Kluck| „DANACH SUCHTE DER HERR ZWEIUNDSIEBZIG ANDERE AUS UND SANDTE SIE ZU ZWEIT VORAUS IN ALLE STÄDTE UND ORTSCHAFTEN, IN DIE ER SELBST GEHEN WOLLTE. ER SAGTE ZU IHNEN: DIE ERNTE IST GROß, ABER ES GIBT NUR WENIG ARBEITER. BITTET ALSO DEN HERRN DER ERNTE, ARBEITER FÜR SEINE ERNTE AUSZUSENDEN. GEHT!“ LK 10, 1-3 Die besten Multiplikatoren für junge Suchende sind Menschen in ihrem Alter. Wir, der Kreis der Initiatoren, verstehen uns als „Jüngerinnen“ und „Jünger“, als „Apostelinnen“ und „Apostel“, als von Gott mit seinem Geist berührte. Junge Erwachsene, die auf der Suche nach einer Glaubensgemeinschaft sind, wollen profilierte Angebote von authentische Zeuginnen und Zeugen. All unsere Erfahrungen möchten wir weiterschenken, denn wir sind uns unserer Taufwürde bewusst und nehmen den Sendungsauftrag Jesu ernst.

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„Die Art der Logos-Gottesdienste hat mir gefallen. Es ist ein Gottesdienst auf frische und lockere Art und Weise, die mich anspricht. Die Gottesdienste haben etwas mit mir zu tun und ich freue mich darauf, die anderen im Gottesdienst und danach zu treffen.” |Jörn Dettmer|

WARUM EUCHARISTIE? „UND ALS ER MIT IHNEN BEI TISCH WAR, NAHM ER DAS BROT, SPRACH DEN LOBPREIS, BRACH DAS BROT UND GAB ES IHNEN. DA GINGEN IHNEN DIE AUGEN AUF, UND SIE ERKANNTEN IHN.“ LK 24, 30-31 Die Eucharistiefeier, wie es das 2. Vatikanische Konzil beschreibt, ist sowohl Ausgangs- als auch Zielpunkt, ja Höhepunkt jeglichen gemeindlichen Tuns. Uns haben vor allem die Erfahrungen, die wir z. B. bei den Logos-Gottesdiensten, bei Eucharistiefeiern während Jugendgruppenleiterkursen oder Freizeiten gemacht haben, gezeigt, welche Kraft und Anziehung aus der Liturgie erwächst. Für das Projekt EXODUS haben wir bewusst die Form der Eucharistiefeier gewählt, da sie die intensivste Form der Begegnung mit Jesus Christus ist.

„In der priesterlosen Zeit im TABOR (Juli – November 2010) haben wir verschiedene Formen von Liturgie ausprobiert; neben einer monatlichen Eucharistie gab es verschiedene Wort- und Impulsgottesdienste. Wir haben aber gemerkt, dass der Wunsch nach einer Feier der Eucharistie für uns als Gemeinschaft wie auch als Einzelne sehr groß ist.” |Sebastian Bartecki| Gerade die Rückmeldungen von Kirchenfernen, von Menschen anderer Konfessionen und von Suchenden haben uns darin bestärkt. Denn da wo die Messfeier authentisch mit zielgruppenorientierten Themen und der Möglichkeit der Beteiligung gefeiert wird, entfaltet die Liturgie ihre Anziehungskraft und Faszination gerade für Außenstehende und Suchende und lädt sie dazu ein, Teil der Mahlgemeinschaft zu werden.

„An der Form der Logos Gottesdienste finde ich vor allem für mich sehr gut, dass es sich um eine katholische Gottesdienstform handelt, bei der ich mich als Protestantin nicht von der Eucharistiegemeinschaft ausgeschlossen fühlen muss. Ich bekomme statt der Oblate einfach ein Segenszeichen, bin dadurch aber Teil der sich versammelnden Glaubensgemeinschaft.” |Wencke Breyer| „Ich hatte schon fast vergessen, wie wunderschön unser Glaube eigentlich ist und das habe ich durch die Logos-Gottesdienste wieder erfahren, weil dort mit so einer EHRLICHKEIT RICHTIG GEFEIERT wurde!“ |Ute Helms| Die Gestaltung unserer Gottesdienste orientiert sich an den Erfahrungen, die wir mit den Logos-Gottesdiensten in den vergangen Jahren gemacht haben. Entscheidend sind dabei die Reduzierung auf das Wesentliche, d.h. die klare Struktur der Liturgie, die Verständlichkeit ihrer Zeichen und das authentische Zeugnis. Wir wollen bewusst auf Elemente, wie Anspiele, Liturgische Tänze etc., die bei vielen Jugend- und Familiengottesdiensten üblich sind, verzichten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass sich gerade in der Schlichtheit und auf das Wesentliche reduzierte, die Kraft der Liturgie und ihren einzelnen Zeichen in ihrer Tiefe entfalten kann. Eine besondere Rolle kommt dabei der Musik zu, die nicht als Lückenfüller zu gelesenen Texten und Gebeten, sondern als Antwort auf das Gehörte und zur Vertiefung des zu Feiernden verstanden wird. Mögliche Elemente im Rahmen der Liturgie können offen formulierte Fürbitten sein, Bibel- und Predigtgespräche, Glaubenszeugnisse verschiedener junger Erwachsener oder auch im Vorfeld eine gemeinsame Vorbereitung des Gottesdienstes. All dies trägt dazu bei, dass wir uns   3 


in der Feier wieder finden, uns selbst mit einbringen können und gemeinsam einen lebendig gestalteten Gottesdienst feiern.

„Faszinieren tut mich in den Logos-Gottesdiensten vor allem die Form, auf der einen Seite die klare traditionelle katholische Liturgie, die nur leicht abgewandelt und jugendgerecht interpretiert ist und auf der anderen Seite die modernen Glaubenslieder, die meine Gedanken und Gebete noch intensiver vor Gott bringen lassen. Hier wird deutlich, dass jedes Lied ein doppeltes Gebet vor Gott ist.” |Melanie Gödeke|

MUSIK „DA HAST DU MEIN KLAGEN IN TANZEN VERWANDELT, HAST MIR DAS TRAUERGEWAND AUSGEZOGEN UND MICH MIT FREUDE UMGÜRTET. DARUM SINGT DIR MEIN HERZ UND WILL NICHT VERSTUMMEN. HERR, MEIN GOTT, ICH WILL DIR DANKEN IN EWIGKEIT.“ PSALM 30, 12-13

„Musik ist für mich wie ein Gebet! Ich kann meine individuellen Bedürfnisse vor Gott bringen, aber auch in der Gemeinschaft dem Herrn danken!” |Sebastian Hemme| Der Musik kommt bei der Feier unserer Messfeier eine zentrale Bedeutung zu. Die Lieder sind mehr als nur der „Lückenfüller“ zwischen den Gebeten und Lesungen, sie sind für uns Ruf und Antwort, Lobpreis und Anbetung, Dank und Bitten. Gerade durch den Gesang wird das dialogische Geschehen der Liturgie lebendig und erfahrbar. Als besonders geeignet für eine lebendige Gottesdienstgestaltung haben sich die Lieder aus dem Bereich der Worship-Musik gezeigt. Diese Form der musikalischen Gestaltung stammt aus den USA und findet sich oft in charismatischen Bewegungen sowie evangelisch freikirchlichen Gottesdiensten. Die Songtexte sind deutlich biblisch orientiert und zeichnen sich in der musikalischen Umsetzung durch eingängige, an der modernen Pop-Musik angelehnte Melodien aus. Gerade hier findet sich die Anschlussfähigkeit an die moderne Jugendkultur. Musik die begeistert, die zum Mitsingen und Mitbeten einlädt, die unter die Haut geht.

„Für mich spielt die Musik im Gottesdienst eine große Rolle, da sie Atmosphären schaffen kann, die das gemeinsame singen in Gebete umwandelt. Das gemeinsame Musizieren und gerade das gemeinsame Singen, zeigen mir auf, was Gemeinschaft im Glauben an Gott sein kann. Mit der Musik die ich in den Gottesdiensten mache, spreche ich aus meinem Herzen und will meinen Glauben in diesem Moment mit anderen teilen, die diese Leidenschaft auch besitzen. So habe ich für mich erkannt was Kirche sein kann!” |Kenny Macasero| Das Wechselspiel zwischen den sorgfältig ausgewählten Liedern, dem gehörten Wort der Heiligen Schrift, der lebendig gefeierten Zeichen und dem authentischen Glaubenszeugnis machen den Gottesdienst zu einer wirklichen Eucharistie (Danksagung) und einem echten Dialog zwischen Gott und Mensch.

„Ich verbinde die Leidenschaft für die Musik mit dem Gebet und kann gerade im Hören des eigenen Musizierens eine innere Ruhe und Kraft entwickeln, die mich in meinem Glauben an Gott stärkt und mich eine Intensität im Gebet entwickeln lässt die sonst kaum für mich spürbar wird. Das Singen und Beten in der Gemeinschaft und das Besinnen auf die Einfachheit des Glaubens machen jeden Gottesdienst einzigartig.“ |Philipp Hannen|

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TRAIN THE SPIRIT/ TRAIN THE MUSIC / TRAIN YOUR VOICE „DIE APOSTEL VERSAMMELTEN SICH WIEDER BEI JESUS UND BERICHTETEN IHM ALLES, WAS SIE GETAN UND GELEHRT HATTEN. DA SAGTE ER ZU IHNEN: KOMMT MIT AN EINEN EINSAMEN ORT, WO WIR ALLEIN SIND, UND RUHT EIN WENIG AUS. DENN SIE FANDEN NICHT EINMAL ZEIT ZUM ESSEN, SO ZAHLREICH WAREN DIE LEUTE, DIE KAMEN UND GINGEN.“ MK 6, 30-32 Neben dem gefeierten Gottesdienst und der Erfahrung von lebendiger Gemeinschaft ist das spirituelle Ausbildungsprogramm wesentlicher Bestandteil unseres Projektes. Mit TRAIN THE SPIRIT haben wir in den vergangenen Jahren ein Konzept entwickelt, das spirituelle Wissensaneignung, Methodenlehre und Glaubenserfahrung miteinander kombiniert.

„Die Begeisterung jedes Gottesdienstbesuchers und die damit verbundene Hoffnung auf Gott und Stärke im Glauben stecken an und geben dem Ganzen eine Authentizität die für mich nur als gottgegeben beschrieben werden kann. Jeder bringt sich so ein wie er ist und stellt sich mit Hoffnung im Glauben vor Gott mit all seinen Eigenschaften.” |Philipp Hannen| Bei TRAIN THE MUSIC geht es um die Schulung junger Musiker/innen, Einüben neuer Lieder aber auch um Workshops zum Komponieren eigener Songs und dem Einspielen einer neuen CD als eine Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit. TRAIN THE VOICE ist die Ausbildung junger Leute zu Lektor/innen und die Vermittlung von Grundkenntnissen der Homiletik für Glaubenszeugnisse. Diese Angebote sollen die Charismen des Einzelnen entdecken und fördern. Gemeinsame Wochenenden dienen dem Auftanken, dem Austausch und der Vertiefung. Ziel ist es, jede/n einzelne/n, je nach seinen/ihren individuellen Talenten und Stärken, für den Sendungsauftrag Jesu zu stärken und mit dem nötigen Wissen auszustatten.

ORT UND ZEIT „LASST EUCH ALS LEBENDIGE STEINE ZU EINEM GEISTIGEN HAUS AUFBAUEN, ZU EINER HEILIGEN PRIESTERSCHAFT, UM DURCH JESUS CHRISTUS GEISTIGE OPFER DARZUBRINGEN, DIE GOTT GEFALLEN.“ 1. PETRUS 2, 5-6 Die Initiative greift bei der Suche nach dem Ort auf das Urchristentum zurück, nämlich, dass Kirche dort ist, wo sich die „lebendigen Steine“ um das Haupt Jesu Christi versammeln. Ganz bewusst wollen wir zunächst keinen festen, sondern verschiedene Orte für gottesdienstliche Feiern nutzen, die sich im ganzen Bistum finden lassen. Es geht uns darum, einen Gottesdienst dort zu feiern, wo sich das Leben der jungen Erwachsenen abspielt und so die Möglichkeit zu schaffen, auch einmal einen säkularen in einen sakralen Raum zu verwandeln. Dies können z. B. das Café nebenan sein oder die Turnhalle einer Schule oder auch mal ein Gottesdienst unterm Sternenhimmel. Daneben möchten wir immer wieder in den verschiedenen Kirchen und Kapellen unseres Bistums zu Gast sein. Im weiteren Verlauf des Projektes ist nicht ausgeschlossen, dass sich ein fester Ort als besonders geeignet herausstellt. Erste Erfahrungen mit Exodus-Gottesdiensten haben gezeigt, dass das Ausprobieren und Neu-Entdecken verschiedener Orte sehr spannend ist. Erstes Ausprobieren hat gezeigt, dass sowohl der Gottesdienst in der Seminarkirche als auch im Café Frederick jeweils eigene Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten mit sich bringen. Das Café Frederick erwies sich jedoch schon beim zweiten Gottesdienst mit über 30 Leuten als zu klein.   5 


Hinsichtlich der Zeit sind verschiedene Faktoren zu bedenken. Zum einen muss der Zeitpunkt so gewählt sein, dass der Gottesdienst nicht mit anderen Angeboten bzw. bereits etablierten Gottesdiensten konkurriert. Aus diesem Grund fallen bestimmte Tage und Zeiten weg. Da es sich um ein überregionales Angebot handeln soll, muss die Umsetzbarkeit und Erreichbarkeit gewährleistet sein, d. h. der Gottesdienst sollte in regelmäßigen Abständen einmal im Monat stattfinden. Dies ermöglicht auch denjenigen von uns aus weiter entfernten Orten eine regelmäßige Teilnahme. Um die Gemeinschaft über den Gottesdienst hinaus wachsen lassen zu können und das Gefeierte nachwirken zu lassen, soll im Anschluss Zeit und Raum für Begegnung sein. Die Terminfindung findet in der Startphase über soziale Netzwerke wie Facebook und per doodle-Abfrage statt, jedoch soll auch immer gemeinsam überlegt werden, welche Zeit und welcher Ort für die nächsten Gottesdienste festgelegt wird. Dabei haben unsere Erfahrungen gezeigt, dass auch unterschiedliche Uhrzeiten eine Auswirkung auf den Gottesdienst haben, so dass hier auch mit den Zeiten experimentiert werden kann (bspw. ein Mitternachtsgottesdienst).

WARUM NICHT MEHR TABOR? „DU LÄSST UNS NIEMALS ALLEIN AUF UNSEREM WEG UND BIST IMMER DA FÜR UNS. EINST HAST DU ISRAEL, DEIN VOLK, MIT STARKER HAND DURCH DIE WÜSTE GELEITET. HEUTE FÜHRST DU DEINE PILGERNDE KIRCHE IN DER KRAFT DES HEILIGEN GEISTES. DU BAHNST IHR DEN WEG DURCH DIESE ZEIT IN DIE EWIGE FREUDE DEINES REICHES …“ (HOCHGEBET F. BES. ANL. „GOTT FÜHRT DIE KIRCHE") Das jugendpastorale Zentrum TABOR in Hannover ist der Ort, an dem wir gemeinsam - viele von uns zum ersten Mal - intensive Erfahrungen mit Glaube, Gemeinschaft, Liturgie - mit Kirche und Gott machen konnten. Der personelle Wechsel 2010 fordert auch von uns Antworten auf die Frage danach, wer wir sind, was wir wollen und wohin Gott uns führen möchte. Wir merken, dass wir nicht mehr der Zielgruppe entsprechen, die das TABOR als jugendpastorale Einrichtung erreichen möchte. Zudem spüren wir, dass wir über die Möglichkeiten des LogosGottesdienstes hinaus, aktiver, intensiver und konsequenter unser Christsein leben und feiern möchten. Das Projekt EXODUS bietet uns die Chance, jenseits von Gemeinde-, Gruppen- und Altersgrenzen, neue Formen von Kirche-sein auszuprobieren. Wir sind dankbar für die vielen guten und intensiven Erfahrungen die wir im TABOR und im Logos machen durften. Daher wollen wir nicht dem alten hinterher trauern, sondern uns herausrufen lassen auf einen gemeinsamen Weg, der uns zu neuen Orten führt. Wir glauben daran, dass Gott auch mit uns auf dem Weg ist wie er ein einst das Volk Israel begleitet und geführt hat.

KIRCHLICHE ANBINDUNG EXODUS versteht sich als ein Projekt innerhalb der katholischen Kirche und möchte keine Konkurrenz zu den bestehendem sein, sondern eine Entlastung und Ergänzung der vielfältigen Angebote z.B. der KHG, der Ordensgemeinschaften, junge erwachsene im TABOR, Soul Side Linden, etc. Wir wünschen uns eine Anbindung an den Fachbereich Missionarische Seelsorge/ Evangelisierende Pastoral des Bischöflichen Generalvikariates, um so eine gute Vernetzung mit anderen Projekten und Initiativen zu gewährleisten und in die pastorale Entwicklungen des Bistums eingebunden zu sein. Vom Fachbereich wünschen wir uns eine personelle und fachliche Begleitung sowie eine finanzielle Unterstützung zum Anschub unseres Projektes.   6 


EXODUS soll ein zielgruppenspezifisches Angebot sein, das konkret auf die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Erwachsenen, der Suchenden, der Zeugnisgeber eingeht. Es richtet sich ganz konkret an diejenigen, die in ihrer Gemeinde keine Anbindung finden. Aufgrund unserer Erfahrungen sowohl in der Jugendarbeit als auch in der klassischen Gemeinde glauben wir, dass wir eine Nische mit unserem Projekt füllen können und so auch junge Erwachsene erreichen, die wenig oder gar keinen Kontakt mit Kirche haben. Wir würden uns freuen, wenn das Bistum unser Projekt, neben der fachlichen Beratung, auch mit einer Startfinanzierung unterstützen könnte. Grundsätzlich soll sich das Projekt EXODUS selbst tragen.

EXODUS - griechisch έξοδος „AUSZUG, AUSGANG“ „DER HERR SPRACH ZU MOSE: UND JETZT GEH! ICH SENDE DICH! ICH BIN HERABGESTIEGEN, UM SIE (…) HINAUFZUFÜHREN IN EIN SCHÖNES, WEITES LAND, IN EIN LAND, IN DEM MILCH UND HONIG FLIEßEN.“ (VGL. EX

1, 8F.) Herausziehen aus dem Gewohnten, aufbrechen um Neues zu wagen – dies haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Wir möchten anderen jungen Leuten von unseren Erfahrungen erzählen. Wir wollen sie einladen unseren Gott kennenzulernen. Wir glauben, dass wir mit dem EXODUSProjekt viele Suchende ansprechen und begeistern können - viele, die bisher von Gott überhaupt noch nichts gehört haben. Um diese Suchenden zu erreichen wollen wir uns der modernen Kommunikationsmöglichkeiten bedienen. Die Präsenz in Sozialen Netzwerken, aber auch eine Homepage, gut gemachte Flyer und Anzeigen sollen helfen, die Zielgruppe auf uns aufmerksam zu machen. Da gerade die Musik für uns ein tragendes Element der Verkündigung ist, könnte eine multimediale CD mit Musikaufnahmen, Bilder, O-Tönen, Videoclips usw. ein hervorragender Werbeträger für unser Projekt sein.

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AUSBLICK Mit EXODUS verbinden wir einen neuen Impuls für all jene, die nach einer intensiven Beziehung zu Jesus Christus suchen. Wir möchten ein Teil lebendiger Kirche sein und durch unser persönliches Zeugnis den liebenden Gott in dieser Welt bekennen. Ganz bewusst verstehen wir uns als offen und einladend. Wir wünschen uns Mut zur Solidarität gegenüber den Armen und Notleidenden, einen Blick über den Tellerrand hinaus, die Sensibilität, die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Kraft, immer wieder Neues zu wagen. Wichtig ist uns die Vernetzung mit anderen Initiativen und dem Bistum. Wir glauben, dass sich ganz viel auf dem Weg entwickeln wird, von dem wir jetzt nur eine Ahnung bzw. Sehnsucht haben können. Wir sind uns sicher, dass wir den Weg nicht alleine gehen.

DANK Wir bedanken uns bei Annette Reus, Ulli Bloch, Sr. Simone Remmert, Oliver Holzborn und Daniel Konnemann für die vielen konstruktiven Gespräche und Ratschläge, sowie die Unterstützung beim Schreiben dieses Konzeptes. Vor allem danken wir für ihre Geduld, wenn wir beharrlich an unserer Idee festgehalten haben und sie uns in unserer Begeisterung für Exodus bestärkt haben.

KONTAKTPERSONEN Katharina Kluck katharina.kluck@web.de 0176/82119908

Sebastian Hemme sebastianhemme@googlemail.com 0511/7699976

Stand 10.03.2012

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Projekt Exodus  

Das Konzept zum Nachlesen!

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