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reingehört Liebe auf den ersten Blick:

Hélène Grimaud

Forza Italia!

Hélène Grimaud, Klavier Lucerne Festival Orchestra Dirigent: Claudio Abbado

Foto: Felix Broede / DG

Rachmaninoff • Strawinsky Tschaikowsky A Russian Night Deutsche Grammophon DVD 073 4530

Foto: Mat Hennek / DG

Sie können es einfach nicht lassen, der Alte-Musik-Paganini Giuliano Carmignola und das von Andrea Marcon geleitete Venice Baroque Orchestra. In schönster Regelmäßigkeit widmen sie sich dem italienischen Barockkonzert. Und weil es abseits des Prete Rosso Vivaldi immer noch zahllose Entdeckungen zu machen gibt, entpuppt sich auch die neueste gemeinsame Einspielung „Concerto Italiano“ wieder als wahre Wundertüte. Mit den Werken etwa von Antonio Lolli, Domencio dall’Oglio und Pietro Nardini taucht man dabei aber nicht nur musiksprachlich immer weiter ins klassische 18. Jahrhundert hinein. Als Schüler des Teufelsgeigers Giuseppe Tartini lernt man die Komponisten auch als virtuos furchtlose Solisten kennen, die international hochbegehrt waren. Ihre Concerti, aber auch die vom gebürtigen Kroaten Giuseppe Michele Stratico haben jetzt Carmignola & Co. mit gewohntem Feuereifer wachgeküsst – nicht ohne Vivaldi, den Vater aller Violinkonzerte, erneut mit einer Archiv-Ausgrabung zu würdigen. • GF

Unvergessliche Luzerner Konzertnacht Es war eines der meistgefeierten Konzerte des Lucerne Festivals 2008: Ein rein russisches Programm, mit Hélène Grimaud als Solistin unter der Stabführung von Pultlegende Claudio Abbado. Eine inspirierte Zusammenarbeit, die live seit den 90er Jahren oftmals zustande gekommen ist, aber noch nie für Ton- oder Bildträger festgehalten wurde. Mit Tschaikowskys Fantasie „Der Sturm“ nach Shakespeare und Strawinskys Konzertsuite aus seiner Ballettmusik „Der Feuervogel“ konnte Abbado aufs Eindrucksvollste sein Ideal einer Orchestermusik als vergrößerter Form der Kammermusik verwirklichen. Höhepunkt des Abends war aber Sergej Rachmaninoffs vielgeliebtes Klavierkonzert Nr. 2, dessen leidenschaftliche Ausbrüche und schwelgerische Melodien ein wundervolles Vehikel für die im Lyrisch-Romantischen liegenden Stärken der eigenwilligen Ausnahmepianistin Hélène Grimaud bilden. „Liebe auf den ersten Blick“ nennt Grimaud ihre frühen Begegnungen mit diesem Werk als ganz junge Pianistin. Eine Liebe, die bis heute nichts von ihrem Glanz verloren hat. • HL www.helene-grimaud.de

Wundertüte voller Barock:

G iuL I A N O Carmignola

Giuliano Carmignola, Violine Venice Baroque Orchestra Dirigent: Andrea Marcon

Concerto Italiano Archiv Produktion CD 477 6606

Veröffentlichung: 30. Oktober

www.KlassikAkzente.de 35

KlassikAkzente Printausgabe 2009_04  

In dieser Ausgabe: Cecilia Bartoli: Leidenschaft, die Leiden schafft, Deutsche Grammophon - 111 Jahre Musikgeschichte, Lang Lang - Der Geist...

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