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KiM LESEMAGAZยกN

UNTERSTUFE

2014


Inhaltsverzeichnis

Viel Spass beim Lösen des Wettbewerbs! Trage den Buchstaben, der neben der richtigen Antwort steht, unten ein.

1. Was für eine Nummer hat Bené auf seinem Fussball-Trikot? 1 A 10 L 6 O 2. Was für eine Farbe hat die Leine des Haustiers von Minus Drei? rot E blau T gelb R 3. Was wurde in einer Krimigeschichte gestohlen? Schmuck B Bild U Geld S 4. Du findest eine interessante Expedition auf zwei Seiten, wohin führt sie? in den Urwald T ins Klo E ins Weltall R 5. Wie viele Tiere kannst du in der Dachshöhle zählen? 6 U 3 M 4 F 6. Der Körper hat über 600 …? Muskeln A Knochen T Zähne R 7. Wie viele Junge hat das Eulenpaar bekommen? 2 U 5 N 4 K

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Lösungswort: Vor- und Nachname:

Strasse:

Postleitzahl und Wohnort:

Pauli, Lorenz / Schärer, Kathrin 1 Eine schlimme Geschichte Toledo, Eymard 2 Bené, schneller als das schnellste Huhn Gehm, Franziska 4 Nur Mut, kleiner Dino! 6 Der Körper ... unter die Haut geschaut Moser, Erwin 8 Boris, der Kater – Das Badewannenauto Ardagh, Philip 10 Familie Grunz gerät ins Schwimmen Gleiser, Cla 12 Globis Wimmelrätselbuch – Schatzjagd auf Schloss Schotterstein Fröhlich, Anja 14 Julian fliegt ins Weltall Kuenzler, Lou 16 Violetta Winzig Ein fischstäbchengrosses Abenteuer Platt, Mary und Richard 18 Nicht spülen! Eine Expedition ins Klo Kalwitzki, Sabine 20 Das Geheimnis des römischen Gladiators Scheffler, Ursel 22 Erst ich ein Stück, dann du – Das grosse Märchenbuch Samson, Gideon 24 70 Tricks, um nicht baden zu gehen Biesty, Stephen 26 Entdecke die Burg Baumann, Anne-Sophie / Boutin, Anne-Lise 28 1 000 000 000 Sterne – Eine Zahlen-Reise in die Natur Trine, Greg 30 Jo Schmo reist durch die Zeit Die lauteste Rülps-Attacke der Welt THILO 32 Krimigeschichten Reichenstetter, Friederun 34 Der kleine Dachs und die Tiere als Baumeister Kordon, Klaus 36 Marija im Baum Alves, Katja / D’Aujourd’hui, Nicolas 38 Hier kommt Fritz – Der schlaue Plan memo Clever – Dinosaurier 40 Osborne, Mary Pope 42 Das magische Baumhaus – Im Bann des schwarzen Hengstes Krause, Ute 44 Minus Drei wünscht sich ein Haustier Weger, Nina Rosa 46 Die sagenhafte Saubande – Kommando Känguru Müller, Thomas 48 Ein Jahr mit den Eulen Bertram, Rüdiger 50 Mika, der Wikinger – Achtung, Piraten! Baur, Manfred 52 Geheimnis Tiefsee – Leben in ewiger Finsternis

Sende den ausgefüllten Talon bitte bis 31.12.2014 an: Kinder- und Jugendmedien Zürich Bachstrasse 1, 8633 Wolfhausen Du kannst tolle Büchergutscheine gewinnen!


Lorenz Pauli / Kathrin Sch채rer Eine schlimme Geschichte SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, 32 S., Fr. 5.00

Eine schlimme Geschichte Der Vogel Minu hat ein Ei gelegt. Aber aus dem Ei schl체pft ein weiches Ding: eine Katze! Minu f체ttert und f체ttert.

Minu singt ein Lied.

Aber das Junge singt anders.

Wie geht die Geschichte wohl weiter? 1


Eymard Toledo Bené, schneller als das schnellste Huhn Baobab books, 32 S., Fr. 24.80 Zu diesem Buch sind Unterrichtsmaterialien erhältlich.

Bené, schneller als das schnellste Huhn Der da mit dem gelben Trikot, die Nummer 10, das bin ich: Benedito da Silva. Alle nennen mich einfach Bené. Fussball ist für mich das Grösste. Das Beste überhaupt, von der köstlichen Feijoada*, wie nur meine Mutter sie zubereitet, einmal abgesehen.

*Feijoada ist das beliebteste Essen in Brasilien. Es ist ein Eintopf aus schwarzen Bohnen und Fleisch. 2


Das Nähen der Bälle ist meine Aufgabe. Jeden Tag sind es vier oder fünf Bälle. Ich bin ein guter Ballmacher. Bei mir werden die Nähte so glatt, dass man sie gar nicht spürt. Meine Mama bügelt die Lederstücke und hängt sie dann auf die Leine. «So, das Leder muss jetzt trocknen, damit der Ball hart wird wie ein Schildkrötenpanzer», sagt Mama. Papa verkauft die Bälle. Alle guten Spieler in unserer Gegend kaufen unsere Bälle. Einmal hat sogar ein Ausländer 50 Bälle gekauft! Ich teste alle unsere Bälle. Wenn sie gut sind, können wir sie verkaufen. Dazu gehe ich auf die Strasse vor unserem Haus. Und da ist Gibi! Er springt vom Baum und stürzt sich auf meinen Ball. Er ist verrückt nach Bällen.


Franziska Gehm Nur Mut, kleiner Dino! Loewe Verlag, 40 S., Fr. 12.90

Nur Mut, kleiner Dino! Eine wilde Jagd

Die

schiesst davon wie der

Sie fliegt zwischen

hindurch.

Zick! Zack! Der kleine

um die

,

Die

läuft

Sie spreizt die

herum. Er rennt über

und durch

die

.

und hält sie in

. Der kleine

mit einem

.

ist schnell. Aber nicht sehr

klug. Sie setzt sich auf einen

4

.

streckt die

rennt

auf den

zu. Er

heraus. Seine

blitzen. Gleich hat er die

!


Doch plötzlich – PARDAUZ –

stolpert er über einen

einen grossen

der kleine

den

Mit der

. Er fliegt

. «Ahhh!», schreit

. Er strampelt mit

und reisst die

auf.

einem

voran landet er auf

. Knirsch! Die

macht schnell die

. Der kleine

seufzt. Er schielt nach oben.

Bestimmt lachen ihn die

aus.

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Der Körper ... unter die Haut geschaut Dorling Kindersley Verlag, 24 S., Fr. 24.50

Der Körper

... unter die Haut geschaut

Der Bizeps zieht sich zusammen.

Der Unterarm bewegt sich nach oben. Der Arm wird am Ellbogen gebeugt. Der Trizeps entspannt und streckt sich. Der Bizeps entspannt und streckt sich.

Dein Körper hat über 600 Muskeln. Zusammen machen sie fast die Hälfte deines Gewichts aus.

Muskeln können nicht schieben. Sie können sich nur zusammenziehen. Dadurch bewegen sie bestimmte Teile des Körpers – aber immer nur in eine Richtung. Zum Glück bilden Muskeln in deinem Körper Paare. Deshalb kann einer einen Körperteil in eine Richtung ziehen, während der andere ihn in die entgegengesetzte Richtung zurückzieht.

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Der Trizeps zieht sich zusammen.

Wenn du deinen Arm beugen willst, schickt das Gehirn Nervensignale an die Muskeln im Oberarm. Dort gibt es ein Muskelpaar: den Bizeps und den Trizeps. Wenn sich einer zusammenzieht, entspannt sich der andere.

D ü S


Jeder Finger setzt sich aus mehreren Fingerknochen zusammen. Das hier ist der mittlere Fingerknochen.

Un

at ensch h 20. M eder hr j gefä

ein zusätzliches Rippenpaa r.

Der grösste Knochen in deinem Körper ist der Oberschenkelknochen. Bei Erwachsenen ist er ungefähr 50 Zentimeter lang.

Die äussere Knochenschicht ist sehr hart und stabil.

Die Kniescheibe liegt über dem Kniegelenk. Sie schützt das Gelenk.

Das weiche Knochenmark befindet sich im Innern. Hier entstehen neue rote Blutkörperchen.

Blutgefässe versorgen den Knochen mit Energie und bringen frisch gebildete Blutkörperchen weg. Die Spongiosa erinnert an einen harten Schwamm und ist sehr leicht.

Körper

Herz, Lunge und andere Organe befinden sich in einem Knochenkäfig: dem Brustkorb mit den Rippen. Die Rippen gehören zum Skelett, einem Stützgerüst aus über 200 Knochen, das dich zusammenhält.

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Erwin Moser Boris, der Kater – Das Badewannenauto Nord-Süd Verlag, 64 S., Fr. 18.95

Boris, der Kater Das Badewannenauto

Boris möchte ein Bad nehmen, doch die Badewanne hat ein Leck. Die Eule kennt jemanden, der das reparieren könnte.

Boris schultert die schwere Wanne, und die Eule führt ihn zur Werkstatt von Ewald, dem Igel. 8


Ewald ist Erfinder, und er kann alles reparieren! ÂŤKomm morgen wieder, dann ist die Wanne so gut wie neuÂť, sagt er.

Als Boris und die Eule wieder zur Werkstatt kommen, trauen sie ihren Augen nicht. Ewald hat die Wanne in ein Auto umgebaut! 9


Philip Ardagh Familie Grunz gerät ins Schwimmen Beltz und Gelberg Verlag, 272 S., Fr. 19.90 Auch als Hörbuch erhältlich.

Familie Grunz gerät ins Schwimmen Familie Grunz, das sind die stinkenden, grummeligen und sich ständig streitenden Eltern, der Sohnemann und Freundin Mimi, sowie verschiedenste Tiere, auch ein Elefant namens Finger gehört dazu. Sie sind in GEHEIMER MISSION unterwegs mit dem Auftrag, den mysteriösen GROWI (= eine Person von grosser Wichtigkeit) von A nach B zu schaffen.

Der erste richtige Tag des Abenteuers war der Tag, nach dem Herr Grunz seine Anweisungen, die Fotografie der ersten Hälfte seiner Silbermünzen und das Geld für Auslagen bekommen hatte. An jenem Morgen zog Finger den Wohnwagen an den Toren des Guuthshofs, die jetzt verbogen und zerbrochen im wild wuchernden Gras neben den geborstenen und zerfallenden Säu10

len lagen, die einst stolze Torpfosten gewesen waren, vorbei. Sohnemann sass auf dem Rücken des Elefanten und die strahlend rosa Mimi sass vor ihm. Sie hatte zwei Kolibris (Brutzel und Twist), die über ihrem Kopf schwebten, was (für Mimi) ganz normal war. Hinten unten auf dem hölzernen Kutschbock des Wohnwagens sass der GROWI in seinem Fass. Schweigend. Mimi warf hin und wieder einen Blick auf ihn und wartete darauf, vorgestellt zu werden. «Mir gefallen deine neuen Schuhe», sagte Sohnemann.


«Danke», sagte Mimi. «Die waren vorher matschbraun. Ich hab sie selber rosa angemalt.» «Ich wusste gar nicht, dass man Schuhe anmalen kann», sagte Sohnemann. «Ich bin ein Mädchen mit vielen Talenten», sagte Mimi mit einem Grinsen. «Ich meine, ich wusste nicht, dass irgendwer Schuhe in einer anderen Farbe anmalen kann», erklärte Sohnemann. «Ich hätte das nicht für möglich gehalten.» «Möglich ist es, und getan habe ich es», sagte Mimi. «Hast du eine Ahnung, wohin es gehen soll?» «Wohin?», fragte Sohnemann. «Ja und nein.» Genau in diesem Moment bog Finger seinen Rüssel über seinen Kopf nach hinten und überreichte Sohnemann wie aus dem Nichts mit seiner fingerähnlichen Rüsselspitze eine Apfelsine. Sohnemann tätschelte ihn gut und heftig, damit er das durch seine dicke Elefantenhaut auch spürte. «Danke, Finger», sagte er. Er begann, die Frucht zu schälen. «Also?», fragte die o-so-rosa Mimi. «Ich weiss nur, dass wir diesen GROWI bei jemandem namens Frau Lorbeer abliefern sollen –» (Herr Grunz hatte Sohnemann und Frau Grunz alles mitgeteilt, was sie seiner

Meinung nach «wissen mussten», und das war nicht viel.) «GROWI?», fragte Mimi (was Sohnemann gehofft hatte). «Mensch von Grosser Wichtigkeit», sagte Sohnemann. «Und der GROWI ist der – äh – Mensch im Fass?», fragte Mimi und ruckelte mit dem Kopf grob in die betreffende Richtung. «GROWI!», sagte der GROWI. «Genau der.» Sohnemann nickte. «Und wer ist Frau Lorbeer?», fragte Mimi. Sohnemann zuckte die Achseln, was, wenn man auf einem Elefanten sitzt, während man gleichzeitig mit beiden Händen eine Apfelsine schält, ein schwieriges Manöver ist. Hätte Herr Grunz so etwas versucht, wäre er zweifellos vom Elefanten gefallen, auf Frau Grunz drauf, und sie wären beide in ein riesenhaftes Distelbeet gerollt. Da Sohnemann aber Sohnemann war, blieb er ziemlich aufrecht sitzen und gestattete sich nur einen kleinen Elefantenschwenker. Na gut, einen ganz schön grossen Elefantenschwenker. Aufrecht auf einem Elefanten sitzen zu bleiben ist viel, viel schwieriger, als du dir vielleicht vorstellst. 11


Cla Gleiser Globis Wimmelrätselbuch – Schatzjagd auf Schloss Schotterstein Globi Verlag, 24 S., Fr. 19.95

Schatzjagd

auf Schloss Schotterstein

obi l G r e b Lie

mern ielen Zim v z n a g t ist. loss mit versteck h z c t S a s h e c S ig o ein s, ries se! irgendw in uralte r e ie n r Spürna h e e s b s p a a u h s d ns , ir e lt W en und u n und ein ird erzäh m e w m e s o Id E k . e t t in o gu erste geerb immer s s Schott s h c lo o h d c S t s f ns au Du ha icht zu u n u d ? t s Kann e helfen h c u s z t a ch bei der S e Grüsse Herzlich ujardin Albert D

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Hast du in der Stadt ausserdem gesehen, … … dass folgende Gegenstände zweimal vorkommen: Besen, Leiter, Zeitung, Krone, Müllsack, Schubkarre, Regenschirm. Findest du alle Paare? Auch die beiden Katzen? … dass jemand etwas Verbotenes im Schilde führt?

Rätsel

… dass dich jemand durchs Fernglas beobachtet?

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Anja Fröhlich Julian fliegt ins Weltall Oetinger Verlag, 64 S., Fr. 12.90

Julian fliegt ins Weltall Karla will Astronautin werden. Julian darf sie in ihre «Schule» begleiten.

Julian geht in die Luft «Three, two, one, zero!» zählt die Männerstimme. Dann heben sie ab. Der Start ist gar nicht so schlimm. Es ruckelt nur ein paarmal.

Sie zieht an einem Hebel. «So, jetzt sind wir unsere Antriebsrakete los!», sagt sie.

Durch ein rundes Fenster sieht Julian die Wolken vorbeirasen. Dann sieht er den Sternenhimmel. «Es ist ja schon dunkel!», ruft er. «Im All sind Tag und Nacht nicht wie auf der Erde», antwortet Karla.

Hoffentlich kracht das Ding niemandem auf den Kopf!, denkt Julian. «Wusstest du, dass Leute auf der Erde Raketenreste aufsammeln?», fragt Karla ihn.

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«Sie sind aus Aluminium. Das kann man an Fabriken verkaufen.» «Und was machen die Fabriken aus dem Aluminium?», will Julian wissen. «Vielleicht Alufolie?» Karla nickt.

«So, jetzt kannst du mal steuern», sagt Karla. Sie hält Julian einen Hebel hin. Julian bekommt feuchte Hände.

Julian stellt sich vor, wie seine Pausenbrote in alte Raumschiffe eingewickelt werden. Seltsam.

«Aber wohin denn? Hier gibt es doch gar keine Strassen! Und auch keine Schilder!», sagt er.

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Lou Kuenzler Violetta Winzig Ein fischstäbchengrosses Abenteuer Arena Verlag, 176 S., Fr. 15.90 Auch als Hörbuch erhältlich.

Violetta Winzig Ein fischstäbchengrosses Abenteuer Heute ist Violettas allergrösster Tag: Endlich ist sie gross genug, um auf der coolsten und schnellsten Achterbahn zu fahren, dem Silberblitz! Doch auf einmal ist Violetta nur noch so winzig klein wie ein Fischstäbchen! Und ihre Familie sucht sie verzweifelt. Weil sie sie nicht hören, klettert sie an ihrem Vater hoch.

Schliesslich bekam ich eine von Dads Gürtelschlaufen zu fassen. «Puh!» Zum Glück war ich schwindelfrei. Von hier aus ging es ganz schön tief nach unten! Dabei war ich noch längst nicht oben! Mir würde nichts anderes übrig bleiben, als mich an Dads Jacke emporzuhangeln wie ein Bergsteiger. Ich musste es bis auf seine Schulter schaffen, um ihm von dort aus ins Ohr zu rufen.

Oder gab es eine Abkürzung? Ich beobachtete, wie Dad einen Schluck aus seinem Becher nahm. Wenn er ihn niedrig genug hielt, könnte ich hinaufspringen. Und wenn er dann seinen Becher hob, um daraus zu trinken, würde ich ihm direkt in die Augen schauen. Dann musste er mich einfach bemerken! Wie ein Hochseiltänzer balancierte ich mit ausgestreckten Armen über den Gürtel. Dads Arm sauste an mir vorüber, als er den Becher hob. «Jippieee!» Ich stiess mich ab und flog durch die Luft. Dann bekam ich den biegsamen Strohhalm mit beiden Händen zu fassen und umklammerte ihn wie die Sprossen am Klettergerüst. «Hurra!» Ich schwang die Beine über den Rand des Pappbechers. Ich hatte es geschafft. Zirkusreif balancierte ich auf dem Becherrand entlang. Ich streckte den Kopf (so hoch es eben ging), reckte die Brust und breitete die Arme aus wie die Tragflächen eines Flugzeugs. (Na ja, vielleicht wie die Flügel eines winzigen Modellfliegers.) Genau in diesem Moment machte Dad einen raschen Schritt nach vorne. «Entschuldigung!», rief er. Ich wurde kopfüberkopf nter durch die Luft gewiru belt, als er auf eine Mitarbeiterin des Freizeitparks in neongelber Jacke zueilte. «Ich bin auf der Suche nach meiner Tochter. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?»


Ich verlor den Halt und bekam im freien Fall gerade noch den Rand des Bechers zu fassen. Langsam rutschten meine Finger über die feuchte und glitschige Pappwand. «Sie hat Sommersprossen und kurze braune Haare», sagte Dad. «Und sie ist ungefähr so gross.» Er hob die Hand bis auf Ellenbogenhöhe, um zu zeigen, wie gross ich war – besser gesagt gewesen war. «Nicht ganz, Dad», rief ich von der Innenseite des Pappbechers. «So gross wie dein Daumen, das kommt eher hin.» «Wo haben Sie Ihre Tochter denn zum letzten Mal gesehen?», fragte die Dame vom Freizeitpark. Meine Füsse baumelten besorgniserregend nahe über dem Wasser und den Eiswürfeln im Becher.

«Wir standen bei der Achterbahn an», sagte Dad. «Sie liebt aufregende Fahrten …» «Aber nicht sooo aufregend», kreischte ich entsetzt, als Dad schon wieder mit seinem Becher in der Luft herumfuchtelte. Wer hätte gedacht, dass das Durchgeschütteltwerden im Becher aufregender als alles andere im Freizeitpark war? Vielleicht sogar aufregender als der «Wir standen genau hier!» Der Inhalt von Dads Becher schwappte hin und her, als er auf die Warteschlange zeigte. Ich spürte, wie der Becherrand unter meinen Fingern wegglitt und ich abrutschte.

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Mary und Richard Platt Nicht spülen! Eine Expedition ins Klo Oetinger Verlag, 48 S., Fr. 14.90

Nicht spülen! Eine Expedition ins Klo

1847 erschütterte in einer entsetzlichen Nacht eine gewaltige Explosion die nebligen Strassen von London. Eine riesige Flamme loderte aus der Kanalisation und verbreitete einen unglaublichen Gestank. Die Ursache war Gas, das sich bei der Vergärung von Pipi und Kackhaufen bildet. Heute wird das Gas als Biogas gesammelt und ist eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Kohle und Öl. Ein Rohr führt von der Toilette direkt zum Faulbehälter. Auch Gartenabfälle können hier entsorgt werden.

NACHSCHUB Biogas kann aus allen möglichen organischen Stoffen hergestellt werd en. Um aber viel Gas zu erha lten, benötigt man auch vie l Abfall. Bei Biogassystemen für zu Hause wird der Faulbeh älter direkt über die Toilette versorgt. Grosse Industriea nlagen verwenden den Ko t von Kühen, Schweinen und Hühnern.

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BIOGAS-HERD Mit Gas aus einem Faulbehälter im Garten kann man auf jedem gewöhnlichen Küchenherd kochen. Das Gas aus den grossen kommerziellen Anlagen wird jedoch gereinigt, bevor es in die Haushalte geleitet wird. Es kann auch vor Ort zur Erzeugung von Elektrizität verwendet werden.

Eine selbst gebaute Biogasanlage

BIOGAS AUS DEM HINTERHOF Mit Kacke zu kochen, ist kinderleicht. Dafür musst du nur einen betonierten Tank mit Fäkalien füllen. Eine grosse Membran (Folie) sorgt dafür, dass die Luft draussen und das Gas drinnen bleibt. Ein Rohr leitet das Gas dann in euer Haus. In China sitzt der weltweit grösste Biogas-Erzeuger. Jährlich werden dort vier Millionen Haushalte mit einer neuen Biogas-Anlage ausgerüstet.

WC – Klo – Toilette

LUFTDICHT VERPACKT Für brauchbares Biogas müssen Urin und Kot von Mikroben (winzigen Bakterien) abgebaut werden. Das funktioniert besser, wenn keine Luft im Spiel ist, deshalb werden Biogas-Faulbehälter sauerstofffrei gebaut. Sie sind «anaerob», das bedeutet «frei von Luft».

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Sabine Kalwitzki Das Geheimnis des römischen Gladiators Eine Detektivgeschichte zum Mitraten Arena Verlag, 56 S., Fr. 12.90

Das Geheimnis des römischen Gladiators Eine Detektivgeschichte zum Mitraten

Mit Hilfe einer verzauberten Münze sind Caro, Paul und der Hund Benno ins alte Rom gelangt. Von Titus und Flavia erfahren sie, dass Golddiebe Rom unsicher machen. Ein geheimes Treffen «Da ist jemand beim Pferdestall!», flüstert Titus aufgeregt. «Kommt, das sehen wir uns an!» Die Kinder schleichen zum Stall. Zwei Männer stehen davor und tuscheln miteinander. «Ist das nicht Rufus, unser Sklave?», wundert sich Flavia. «Aber warum trifft er sich im Dunklen mit einem Fremden?» Da trägt der Wind ein Wort zu den Kindern herüber: «… Gold …!»

«Da ist doch was faul», zischt Titus empört. «Ist Rufus etwa ein Golddieb?» Die Kinder sehen sich fragend an, und Benno spitzt die Ohren. Das wird ja immer spannender! Die Freunde beobachten, wie Rufus zum Haus zurückschleicht. Dann verschwindet auch der Fremde in der Nacht.


Benno im Einsatz «Such, Benno!», flüstert Caro und schnalzt leise mit der Zunge. Lautlos wie ein Schatten schleicht Benno zum Pferdestall und beschnuppert die Fussspuren. Seine feine Polizeihundenase findet schnell einen Hinweis: Eine Spur riecht sehr merkwürdig. Was ist das nur für ein Duft? Benno kennt ihn aus dem Zoo. Diese Fussspur riecht nach ... Die Lösung findest du auf Seite 47.

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Ursel Scheffler Erst ich ein Stück, dann du – Das grosse Märchenbuch Cbj Verlag, 128 S., Fr. 19.90

Das grosse Märchenbuch Viele Märchen stehen in diesem Buch und du kannst sie gemeinsam mit jemandem lesen. Du liest die Stellen, die gross gedruckt sind!

Das tapfere Schneiderlein Es war einmal ein Schneiderlein, das mit einem Lappen 7 Fliegen auf einmal erwischte. Stolz nähte es sich einen Gürtel, auf den es stickte: Sieben auf einen Streich! So zog es in die Welt hinaus und traf einen Riesen. Das Schneiderlein ging mutig auf ihn zu und sagte: «Guten Tag, Kamerad! Ich will in die weite Welt hinausziehen. Hast du Lust, mich zu begleiten?» Der Riese sah auf den Schneider herab und sagte verächtlich: «Du mickriges Kerlchen! Was bildest du dir ein?» Das Schneiderlein knöpfte die Jacke auf, zeigte auf den Gürtel und sagte:

«Da kannst du lesen, was ich für ein Kerl bin.» Und der Riese las: Sieben auf einen Streich! Da dachte der Riese, dass der Schneider sieben Mann auf einmal erschlagen hätte. Er bekam ein wenig Respekt vor dem kleinen Kerl. Um ihn auf die Probe zu stellen, bückte er sich, nahm einen Stein in die Hand und drückte ihn zusammen, dass das Wasser heraustropfte. «Das mach mir nach», sprach der Riese, «wenn du wirklich stark bist.» «Wenn’s weiter nichts ist», sagte das Schneiderlein. «Das ist für mich ein Kinderspiel!»

Es holte den weichen Käse aus der Tasche und drückte ihn, bis der Saft herauslief. 22


«Nicht schlecht», sagte der Riese beeindruckt. Dann nahm er einen Stein und warf ihn so hoch hinauf, dass man ihn mit den Augen kaum noch sehen konnte. «Mach’s nach!», forderte er den Schneider auf. «Gut geworfen!», sagte der Schneider. «Aber der Stein ist wieder heruntergefallen. Ich will einen so hoch werfen, dass er gar nicht mehr wiederkommt!»

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Gideon Samson 70 Tricks, um nicht baden zu gehen Gerstenberg Verlag, 144 S., Fr. 19.90

70 Tricks,

um nicht baden zu gehen

Donnerstag ist der schlimmste Tag der Woche für Gidd. Dann hat er Schulschwimmen. Heimlich hat er in einem Heft 70 Tricks notiert, damit er nicht baden gehen muss.

Insgesamt stehen mindestens siebzig Tricks in meinem Heft. Trick 31 zum Beispiel heisst der Trick mit dem Bus, dabei muss man sich kurz, bevor wir beim Schwimmbad sind, unter dem Sitz verstecken. Nur funktioniert der wahrscheinlich nicht. Und Trick 59 ist der Trick mit der fliegenden Untertasse, aber fliegende Untertassen gibt es nicht oder vielleicht doch, jedenfalls habe ich noch nie eine gesehen. Und sie würde mich bestimmt nicht vor dem Schulschwimmen retten. Das Praktische an den sieben Tricks, die ich ausprobiert habe, ist, dass sie auch wirklich funktionieren. Das Problem ist nur, dass man die meisten Tricks nicht zu oft wiederholen kann, sonst fällt es nämlich auf und dann funktionieren sie nicht mehr. Aber bisher ist es ziemlich gut gegangen.

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Trick 2: Der Fussballtrainingtrick Bei diesem Trick muss man tun, als wäre man krank. Es ist ein sehr guter Trick und es muss auch nur eine Person darauf hereinfallen: Mama. Es funktioniert ganz und gar nicht, wenn ich am Donnerstagmorgen jammere und wegen einer angeblichen Erkältung im Bett bleiben will. Dann sagt Mama «Hopphopp!» oder «Hopsasa!» oder «Eins ... zwei ... drei!» und dann zieht sie mir mit einem Ruck die Bettdecke weg. Nein, ich muss es schlauer anstellen. Am Mittwochnachmittag fühle ich mich schon nicht so gut. Noch bevor mein Fussballtraining anfängt. Mama schaut besorgt und fragt, ob es keine gute Idee wäre, das Training mal ausfallen zu lassen und zu Hause zu bleiben. Ich muss dann ein bisschen angestrengt gucken und sagen: «Ich weiss es nicht. Ich will schon. Aber ich weiss nicht, ob es geht.» Mama sagt dann bestimmt, ich solle doch besser zu Hause bleiben, aber im allerletz-


ten Moment sage ich schliesslich, dass ich doch gehe. Dass es sonst für den Rest der Mannschaft und den Trainer doof ist und dass ich mich eigentlich wieder ganz okay fühle. Mama zweifelt einen Moment, aber sie findet es auch gut von mir. Und woher soll sie wissen, dass das jetzt schon mit zu meinem Trick gehört, um morgen nicht zum Schulschwimmen zu müssen? Ich darf zum Fussballtraining – hurra!–, aber wenn ich wiederkomme, merkt Mama, dass es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen ist. «So ganz hundertprozentig fit siehst du nicht aus», sagt sie. Ich weiss natürlich, wie ich gucken muss, um nicht so ganz hundertprozentig fit auszusehen, und sage zu Mama, dass ich mich jetzt auch wirklich nicht gut fühle. Dass es eigentlich das ganze Training hindurch schon so war. «Du gehst heute früh ins Bett», sagt Mama. «Ehe du mir noch krank wirst.» Ich tue, was sie sagt, und so weiss Mama sicher, dass es echt ist. Wenn ich mich ohne Widerrede früh ins Bett schicken lasse, muss etwas nicht stimmen. Ich lese noch zwei Stunden heimlich mit meiner Taschenlampe unter der Bettdecke. Dann höre ich Mama die Treppe hochkom-

men. Sie geht selbst ins Bett. Wie jeden Abend schaut sie noch kurz bei mir rein und wie jeden Abend fühlt sie an meiner Nachtlampe. Kalt ist brav geschlafen. Warm ist heimlich gelesen. An Taschenlampen denkt Mama nicht. «Träum schön, mein kleiner Prinz», flüstert sie. (Ich finde es etwas merkwürdig, dass sie mich «kleiner Prinz» nennt. Eigentlich will ich irgendwann mal was dazu sagen, aber das geht nicht, denn Mama glaubt ja, ich würde schlafen, wenn sie das sagt, und dann würde sie entdecken, dass ich stattdessen immer hellwach bin. Und vielleicht entdeckt sie dann auch meine Taschenlampe und dass ich stundenlang lese.) Am nächsten Morgen bin ich doch krank geworden. Wie ist das möglich? Mama ist genervt, aber sie weiss auch, dass ich nichts dafür kann. Das heisst leider, einen Tag zu Hause zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon erreicht, was ich erreichen wollte. Ich bleibe zu Hause und verpasse so das Schulschwimmen. Trotzdem ist der Trick noch nicht zu Ende. Das Beste kommt nämlich noch.

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Stephen Biesty Entdecke die Burg Dorling Kindersley Verlag, 48 S., Fr. 18.90

Entdecke Die Rottentodds die Burg Die Soldaten, die die Burg bewachten, nannte man Garnison. Sie waren die meiste Zeit im Torhaus tätig, das den Zugang zur Burg kontrollierte. War alles gut abgesichert, schaffte es nur eine zu allem entschlossene Belagerungsmacht, in die Burg zu gelangen. Das Torhaus diente auch als Gefängnis. Im Kampf festgenommene Adlige hatten in einem der Türme Luxusquartiere. Sie wurden festgehalten, bis ihre Familien ein hohes Lösegeld zahlten. Allerdings hatten nur wenige Gefangene dieses Glück.

Kein Grund zu murren Das Leben einer Geisel war eigentlich nicht schlecht. Der Gefangene hatte manchmal sogar die Freiheit, durch die Burg zu spazieren, wenn er sein Wort gab, nicht zu fliehen. Einige unterschrieben, wenn sie sich ergaben, ein Dokument, in dem sie gelobten, gehorsam zu sein.

1 Rutschige Klettertour Immer mal wieder versuchte sogar jemand, über den Latrinenschacht in die Burg zu gelangen. Auf diese Weise endete 1204 die Belagerung von Château Gaillard in Frankreich. Blieb er aber stecken und starb, dann musste der Abfluss erst einmal ordentlich durchgeputzt werden.

2 Schatztruhe Der Burgvogt wachte über die Kostbarkeiten der Burg und war vermutlich selbst auch wohlhabend. Seine Arbeit war gut bezahlt und bot viele Möglichkeiten, um reich zu werden.

Nach der Schlacht werden die Toten geborgen.

Holzlager

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Wo hat sich der Spion versteckt?

Spion

3 Aufgepasst Von seinem hoch gelegenen Ausguck aus liess der Türmer bestimmte Signale aus seinem Horn erklingen, wenn sich Freunde oder Feinde näherten.

4 Windenraum Das Fallgatter am Zugang zur Burg war sehr schwer. Daher stand in einem Raum darüber eine grosse Seilwinde, mit der es hochgezogen wurde. Umgekehrt ging es leicht: Durch das Lösen einer Sperre fiel es hinab und blockierte den Zutritt.

5 Räume des Burgvogts Der komfortabelste Raum im Torhaus gehörte dem Burgvogt. Dieser wichtige Mann vertrat den Burgherrn, wenn dieser mit seiner Familie abwesend war. Er trug die Verantwortung für alle Bereiche des Alltags. Zum Beispiel überwachte er die Ausgaben für Bauten oder Reparaturen, die Vorräte und die Sicherheit der Gefangenen.

Ein Wachtposten wird schlafend im Dienst entdeckt.

6 Guckloch Durch kleine Sehschlitze konnten die Wachen von der Seite aus ankommende Besucher sicher beobachten.

8 Vergiss mich nicht Verborgen im hintersten Teil des Kerkers gab es eine fensterlose Zelle, das Verlies. Hier wurden unerwünschte Gefangene eingesperrt. Verlies leitet sich ab von «verlieren», denn dort verlor sich jede Spur. 9 Unter Beobachtung Durch ein kleines Guckloch konnte der Gefängniswärter die Insassen beaufsichtigen. 10 Stinkender Job Das Leeren der Latrinengrube war eine unangenehme und ungesunde Aufgabe. Den Abortreiniger, ausgerüstet mit Eimer und Spaten, beneidete niemand.

er Metallbeschläge auf dicken Eichentoren lassen Äxte stumpf werden.

Ein in Ketten gelegter Gefangener

Ritterburg

7 Tür und Tor Nachts war das Burgtor auch in Friedenszeiten immer geschlossen. Dann kam man nur durch das Manntor hinein – eine Pforte im Burgtor.

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Anne-Sophie Baumann /Anne-Lise Boutin 1 000 000 000 Sterne – Eine Zahlen-Reise in die Natur Beltz und Gelberg Verlag, 46 S., Fr. 20.90

1 000 000 000 Sterne Eine Zahlen-Reise in die Natur

Unter diesem Gewölbe aus Reisig herrscht eine einzige Ameisenkönigin über hunderttausend Arbeiterinnen. 28


Zahlen

100 000 Hunderttausend Ameisen

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Greg Trine Jo Schmo reist durch die Zeit Die lauteste Rülps-Attacke der Welt Arena Verlag, 120 S., Fr. 12.90

Jo Schmo reist durch die Zeit

Mit der selbst gebauten Zeitmaschine, dem Schmomobil, ist Jo Schmo ins Jahr 1846 gereist. Sie will den gefährlichen Billy Rülps fangen. Ihr Hund Raymond soll ihr dabei helfen. Aber wo steckte Billy Rülps nur? Mrs Freep hatte doch gesagt, Billy Rülps habe im Jahr 1849 in San Francisco grosses Chaos angerichtet?! Aber er war nirgends zu sehen! Jo hielt nach ihm Ausschau. Sie schnüffelte in der Luft nach dem Gestank von Billys Frühstück. Wenn sie das Frühstück riechen konnte, war sie auf der richtigen Spur. Oder vielleicht fuhr sie gerade nur durch die Strassen von San Francisco, in denen sich ein Restaurant ans andere reihte. Und Jo hielt Ausschau. Und schnüffelte. Aber bisher – nichts. In den Strassen drängelten sich die Goldsucher und ... Plötzlich hallte ein Donner über den Himmel! 30

Jo schaute nach oben. Es war keine einzige dunkle Wolke zu sehen. Und genau in diesem Augenblick roch sie etwas. «Schinken», rief sie. «Riechst du es auch, Raymond?» «Schinken!», sagte Raymonds Blick. Er hatte doch gleich gewusst, dass ihm 1849 gefallen würde! «Entweder brät hier jemand Schinken zum Frühstück oder Billy Rülps ist in der Nähe.» Wieder erschallte ein gewaltiger Donner. Nur klang er eher wie RRRÜLLLPSSS! Dieses Mal wurden Jo und Raymond sogar vom Schmomobil geschleudert! Und sie rochen nicht nur Schinken, sondern auch Eier und Toast. Billy Rülps, dachte Jo, während sie sich vom Boden aufrappelte. Ich bleibe für immer in 1849, dachte Raymond.


«Es geht los, Raymond!» «Und wie!», sagte Raymonds Blick. Sie sprangen wieder auf das Schmomobil und bogen gerade von der Market Street ab, als ... RRRÜLLLPSSS! So gewaltig war der Rülpswindstoss, dass Jo und Raymond gegen eine Hausmauer geschleudert wurden. Und da standen Billy Rülps, Festus, der Stinkbomber, und der ganze Rest der Loch-im-Kopf-Bande. «Harr-harr! Tut mir echt leid, Kleine!» Billy lachte. Und es tat ihm sogar wirklich leid, dass er ein neunjähriges Mädchen und ihren Hund von den Füssen gefegt hatte. Aber sooo ganz doll leid tat es ihm nun auch wieder nicht. «Harr-harr!» «Das ist das böseste Lachen, das ich je gehört habe», flüsterte Jo. Raymonds Blick sagte: «Ist doch jetzt egal. Wo ist der Schinken?» Raymond war voll dafür, Bösewichte zu fangen, nur eben nicht ausgerechnet dann, wenn es Zeit für einen Snack war.

Jo stand auf. «Halt! Im Namen des ...» Halt, im Namen von was? Das war wirklich das Schwierigste an der ganzen Superheldenarbeit – herauszufinden, was nach «Halt! Im Namen des ...» kommen musste. Halt, im Namen einer Viertklässlerin und ihres kleinen Hundes? Halt, im Namen von Zeitreisen? Halt, im Namen von «Niemand will dein Frühstück riechen»? Während Jo noch überlegte, was nach «Halt! Im Namen des ...» kommen musste, machten sich Billy Rülps und seine Loch-im-Kopf-Bande vom Acker. «Mist!», brüllte Jo. «Übermist!», sagte Raymonds Blick. Dabei hatte er sich doch so sehr auf den Schinken gefreut!

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THILO Krimigeschichten Loewe Verlag, 48 S., Fr. 12.90

Krimigeschichten Langfinger gesucht Lisas Geld wurde in der Umkleidekabine gestohlen.

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«Vielleicht hast du dein Geld zu Hause vergessen?», fragt Herr Wolf.

Murat schüttelt den Kopf. «Letzte Woche war mein Geld weg», erklärt er.

«Zu den Kabinen haben doch nur wir Trainer einen Schlüssel!»

«Im Verein gibt es also einen Dieb», stellt Benni fest.


Geknickt gehen Murat, Benni, Paula und Lisa nach Hause. Am Kiosk von Onkel Max will Benni allen ein Eis holen.

«Das war Axel», erklärt Onkel Max. «Der war früher mal Trainer im Turnverein.»

Da kommt ein grosser Junge. Er schubst Benni einfach zur Seite und bestellt Bier.

«Vielleicht hat der seinen Schlüssel noch!», wispert Lisa aufgeregt. 33


Friederun Reichenstetter Der kleine Dachs und die Tiere als Baumeister Arena Verlag, 32 S., Fr. 19.90

Der kleine Dachs und die Tiere als Baumeister

Ein Palast für den Dachs Die ersten Vögel zwitschern schon, als der Dachs in seinen Bau verschwindet. Zufrieden und satt kommt er von seinem nächtlichen Streifzug zurück. Er hat Knollen ausgegraben und sie mit grossem Appetit verzehrt. Auch viele Regenwürmer hat er gefunden. Müde rollt er sich nun in seiner Schlafkammer zusammen.

Ist der Bau gross? Ja, er ist gross und weit verzweigt. Mit seiner kräftigen Schnauze und den langen, starken Krallen hat der Dachs mehrere stabile Stockwerke in die Erde gegraben. Es gibt auch schon eine Kinderstube für den Nachwuchs. Alle Räume sind mit Gängen verbunden, die ins Freie führen. Falls Gefahr droht, kann die Familie so schnell fliehen. 34


Wer baut noch Wohnhöhlen? Wie sieht es in den Kammern aus? Die sind mit Laub gepolstert. Für die Polster sammelt der Dachs Blätter, Moos und Farn und schiebt das Ganze mit seiner Schnauze in die Kammern. Sind die Laubpolster staubig, werden sie durch neue ersetzt.

Fuchs

Otter

Murmeltier

Hamster Dachse mögen es gern sauber und gemütlich. Sie bauen ihre Wohnhöhlen fürs ganze Leben. Ist die Höhle zu eng, wird sie einfach vergrössert.

Tiere

Bisamratte

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Klaus Kordon Marija im Baum Beltz und Gelberg Verlag, 227 S., Fr. 19.90 Auch als Hörbuch erhältlich.

Marija im Baum Lukas (fast 12), seine Schwester Ditte (10) und der kleine Mi (6) verbringen ihre Sommerferien wie immer im Ferienhäuschen mit grossem Garten am Paulshagener See. Eines Morgens sitzt in der grossen Kastanie des Nachbargartens ein Mädchen – Marija, die mit ihrer Familie aus Russland übergesiedelt ist. Sie verbringen schöne Tage zusammen, bis etwas Schlimmes passiert.

Allein Mi bemerkte Marijas rot geheulte Augen nicht, so sehr freute er sich, dass sie wiedergekommen war. «Guten Morgen!», krähte er vergnügt und wollte gleich fragen, ob sie wieder baden gehen würden. Das Wetter war ja wie geschaffen dafür. Marija liess ihn gar nicht erst ausreden. «Nicht guter Morgen», schimpfte sie. «Schlechter Morgen!» Und dann erzählte sie, was an diesem traurigen Montag noch passiert war. Und das war nun wirklich eine böse Sache – vor allem für ihren Papotschka. Aus dem Lager, das ihr Vater verwaltete, waren drei Eimer weisse Farbe verschwunden. Marijas Vater konnte die Eimer, die noch da waren, zählen, so oft er wollte, sie wurden nicht mehr. Und damit stand fest: Irgendjemand musste diese drei Eimer gestohlen haben.

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Das war schon schlimm genug. Als Lagerverwalter war Marijas Vater für jede verrostete Schraube und jeden krummen Nagel verantwortlich, die sich in seinem Lager befanden. Und nun waren drei grosse Eimer Farbe verschwunden! – Hatte er am Abend die Tür nicht richtig abgeschlossen? Oder hatte er nicht bemerkt, dass hinter seinem Rücken mehr Eimer aus dem Lager getragen worden waren als bestellt? Wäre es so gewesen, dann hätte er nur schlampig gearbeitet. Aber jetzt hatte einer seiner Kollegen den Verdacht geäussert, Marijas Vater selbst könne die drei Eimer gestohlen haben. Um damit sein Haus zu renovieren. Vielleicht hatte dieser Kollege ja mitbekommen, dass in Oma Kringes altem Häuschen alle Räume neu gestrichen worden waren. Und das auch noch ganz und gar in Weiss. Ein furchtbarer Verdacht. Und der hatte sich fortgepflanzt, von Mund zu Mund. Und inzwischen, so schimpfte Marija, glaubten wohl alle Leute bei Kraus & Co., dass ihr Papotschka – der Russe! – der Dieb war. «Schlechte Menschen!», beschwerte sie sich und gleich flossen wieder die Tränen. «Alle schlecht! Papotschka kein Dieb. Hat gekauft Farbe. In Baumarkt an grosser Strasse.» Lukas sah Schneiders Küche und Marijas Zimmer vor sich. Wie da alles nach frischer Farbe gerochen hatte. Aber Marijas Vater ein Dieb? Das konnte er sich nicht vorstellen. Vielleicht dachten seine Kollegen ja


wie Frau Hofmann, und alle Russen waren für sie nichts als Plünderer und noch Schlimmeres. Weil er glaubte, etwas gutzumachen zu haben bei Marija, wollte er sie trösten. «Ist doch gar kein Problem!», erklärte er wichtigtuerisch. «Dein Papotschka braucht ja nur die Rechnung vom Baumarkt vorzeigen, dann können alle sehen, dass er die Farbe nicht gestohlen hat.» Wenn der Vater im Baumarkt einkaufte, hob er immer alle Rechnungen auf, für den Fall, dass er etwas umtauschen wollte. Das erzählte er Marija und war nicht wenig stolz auf sich: Der kluge Lukaschka hatte ihren Vater vor einem ganz entsetzlichen Verdacht bewahrt. Aber nichts da! «Toll!», schimpfte sie nur. «Rechnungen wir nicht gehoben auf. Farbe an Wand niemand tauscht um.» Da hatte sie recht, das musste Lukas einsehen. Verlegen rieb er sich die Nase. «Aber sie können deinem Papa doch gar nichts tun», versuchte Ditte, ihr Mut zu machen. «Sie müssen ihm ja erst mal beweisen, dass er der Dieb ist. Ohne Beweise – keine Schuld! Das ist ein Gesetz.» Marija jedoch beruhigte auch das nicht. «Beweise!», schnaubte sie und machte ein Gesicht, als hätte sie am liebsten ausgespuckt. «Verdacht bleibt. War der Russe, flistern sie. Wer sonst stiehlt Farbe? Und wenn nicht gestohlen, dann schlecht aufgepasst auf Lager. Auch nicht besser.» «Aber dein Papa ist doch gar kein Russe», mischte Mi sich ein. «Er heisst Schneider. Das hast du selbst gesagt.» Er erntete dafür einen strafenden Blick. «Fir Kollegen – nicht alle, aber viele – Papotschka Russe. Sagen: Kommt aus Russland, ist Russe. Und Russen stehlen. Papotschka aber stiehlt nicht, Mamotschka stiehlt nicht,

Babuschka stiehlt nicht. Und ich, ich stehle auch nicht.» Was sollten Lukas, Ditte und Mi darauf antworten? Das Ganze schien ein sehr schwieriger Fall zu sein. Schweigend sassen sie an ihrem Frühstückstisch, und Marija stand vor ihnen, mit einem Gesicht, als wollte sie die ganze Welt anklagen. Bis Ditte leise fragte: «Und was passiert nun?» «Hat Papotschka nicht aufgepasst auf Farbe, vielleicht nur Tadel. Wie in Schule», antwortete Marija achselzuckend. «Glaubt Chef, er Dieb, dann wird entlassen ganz bestimmt. Ist schon Frau wegen paar Cent aus Kasse entlassen worden, sagt Mamotschka.» Eine schlimme Sache! In und rund um Ebersburg gab es nicht viele Arbeitsmöglichkeiten. Wurde Marijas Vater entlassen, würden Schneiders sicher bald wegziehen müssen. Ein Gedanke, der Lukas ganz und gar nicht gefiel. «Man müsste den wirklichen Dieb finden», flüsterte er zornig vor sich hin, «und dann müsste er alles gestehen, damit alle wissen, dass dein Vater unschuldig ist.»

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Katja Alves / Nicolas d’Aujourd’hui Hier kommt Fritz – Der schlaue Plan Orell Füssli Verlag, 32 S., Fr. 21.90

Hier kommt Fritz Der schlaue Plan Die Ameise Fritz hat von der Oberameise einen Auftrag erhalten. Fritz hasst Aufträge. Nun muss er sich mit seinem Freund Beni Blattlaus beraten.

«Wir Einzelkinder haben ein schlimmes Los», sagte Fritz. «Ach was», sagte Beni, «ich habe 347 jüngere Brüder und eine kleine Schwester. Und ich sage dir, Geschwister werden total überschätzt.» «Was mache ich jetzt?», fragte Fritz. «Na das, was man immer macht, wenn man einen Auftrag aufgehalst bekommt. Du gibst ihn weiter!» «An wen?» «Keine Ahnung. Nicht an mich. Ich muss auf meine 347 Brüder und meine Schwester aufpassen.» 38


In diesem Moment kam Isidor, der Moderkäfer, anmarschiert. «Der hat uns gerade noch gefehlt», seufzte Fritz. Den angeberischen Moderkäfer mochte Fritz genauso wenig wie Aufträge, also gar nicht.

«Psst! Ich habe eine Idee», flüsterte Beni. «Hallo Isidor!», rief er freundlich. Isidor blieb stehen. 39


memo Clever – Das schlaue Taschenlexikon Dinosaurier Dorling Kindersley Verlag, 156 S., Fr. 8.90

memo Clever – Das schlaue Taschenlexikon

Dinosaurier In diesem Lexikon erfährst du viel Spannendes über Dinosaurier, Meeresreptilien und Dinos der Lüfte.

Mosasaurier Die Mosasaurier, riesige Reptilien, waren in den Meeren der späten Kreide* die mächtigsten Räuber. Ihre Vorfahren waren Landechsen. Die Mosasaurier waren hervorragend an das Leben im Meer angepasst. Mit ihren paddelförmigen Beinen schwammen sie wie Krokodile.

Mosasaurus Dieser Jäger schwamm, indem er seinen lang gestreckten Körper wellenförmig bewegte. Wahrscheinlich jagte er langsame Tiere in den oberen Wasserschichten. Er konnte sogar Plesiosaurier überwältigen. ZEIT Vor 70–65 Mio. Jahren (späte Kreide*) GRÖSSE 15–17,6 m lang FUNDORTE USA, Belgien, Japan, Niederlande, Neuseeland, Marokko und Türkei LEBENSRAUM Seichte Küstenmeere NAHRUNG Fische, Kalmare, Plesiosaurier, Schalentiere

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Plioplatecarpus Dieser mittelgrosse Räuber bevorzugte warme, flache Meere. Aus der Form seiner Zähne und seines Schädels kann man schliessen, dass er kleine Tiere jagte. Im langen Schädel befanden sich dicke, kegelförmige Zähne. Er hatte grössere Augen als andere Mosasaurier.

* Die Kreidezeit begann vor 145 Millionen Jahren und endete etwa vor 66 Millionen Jahren.

Dinosaurier

ZEIT Vor 83,5 Mio. Jahren (späte Kreide*) GRÖSSE 5–6 m lang FUNDORTE Europa, Kanada und USA LEBENSRAUM Seichte Meere NAHRUNG Fische

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Mary Pope Osborne Das magische Baumhaus – Im Bann des schwarzen Hengstes Loewe Verlag, 128 S., Fr. 12.90

Im Bann des schwarzen Hengstes Anne und Philipp sollen im alten Mazedonien das Geheimnis wahrer Grösse erforschen. Sie treffen Alexander den Grossen. Der zwölfjährige Prinz ist nicht gross, aber schrecklich eingebildet. Zusammen mit dem König und Aristoteles schauen sie sich Streitrösser an, die ein Händler verkaufen möchte. Ein Stallknecht warf ein Seil über den Hals des Hengstes und ein anderer zückte eine Peitsche. «Für was ist denn die?», fragte Anne. Der Knecht liess die Peitsche auf den Boden knallen. «Nein!», schrie Prinz Alexander. «Nimm die Peitsche weg!» Der Knecht knallte wieder mit der Peitsche. Der Hengst bäumte sich auf. Er trat mit den Hufen aus und trampelte den Mann mit der Peitsche beinahe zu Boden. Die Stallknechte sprangen zur Seite, um nicht umgeworfen zu werden. «Nein!», schrie Alexander wieder. «Tut ihm nicht weh!» Er rannte zu dem Knecht, nahm ihm die Peitsche ab und warf sie weg. «Sei kein Dummkopf!», schimpfte der König mit dem Prinzen.

«Lass sie ihre Arbeit machen!» Alexander beachtete seinen Vater nicht. Er ging ruhig auf den Hengst zu. Das Pferd starrte ihn an, dann lief es über den Platz davon. Alexander rannte hinter ihm her. «Haltet ihn auf!», befahl der König seinen Leibwächtern. Zwei Wächter rannten los und packten Alexander, bevor er den Hengst erreichte. Sie hielten den Prinzen fest, während noch mehr Knechte erschienen. Der Hengst bäumte sich wieder auf. «Dieses Pferd kann nicht gezähmt werden!», rief der König dem Händler zu. «Doch, kann es!», rief Alexander. Er versuchte, sich aus dem Griff der Leibwächter zu befreien, aber sie hielten ihn eisern fest. «Ich werde ihn zähmen!»


«Schafft ihn mir aus den Augen! Er ist nichts wert», sagte der König. Philipp wusste nicht, ob der König den Hengst oder seinen Sohn meinte. Die Knechte brachten den Hengst zurück in den Stall. Und die Wächter hielten Alexander weiter fest, auch als sie dem König und seinen Gefährten den Hügel hinauffolgten. Mehrmals drehte sich der König zu seinem Sohn um. «Du Narr!», rief er. «So unbesonnen! So überheblich!» «Entschuldigt mich», sagte Aristoteles. «Ich muss den König besänftigen.» Er lief los und liess Philipp und Anne zurück. «Alexanders Vater ist wirklich gemein zu ihm», meinte Anne. «Ich habe das schon im Haus bemerkt», sagte Philipp. «Er hat dauernd gesagt, dass Alexander still sein soll.» Schweigend sahen die Geschwister zu, wie der König den ganzen Weg zurück zum Haus mit dem Prinzen schimpfte. Als die Gruppe das Haus betrat, ging die Sonne hinter dem Hügel unter. Es wurde schnell dunkler und die Luft kühler. «Ich weiss, dass Alexander ein Angeber ist und oft gemein», sagte Anne. «Aber eben wollte er den Hengst beschützen.» Philipp erwiderte nichts. «Wir waren auch etwas gemein zu

ihm», meinte Anne. «Wir haben uns über ihn lustig gemacht.» «Er hat es verdient», murmelte Philipp. «Aber vor dem König und seinen Männern haben wir auch angegeben», sagte Anne. «Ja, und? Was willst du damit sagen?», fragte Philipp. «Vielleicht sind wir uns gar nicht so unähnlich», meinte Anne. «Vielleicht sollten wir es noch mal mit Alexander versuchen.»

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Ute Krause Minus Drei wünscht sich ein Haustier Cbj Verlag, 80 S., Fr. 15.90 Auch als Hörbuch erhältlich.

Minus Drei

wünscht sich ein Haustier Der kleine Dinosaurier Minus erhält von den Eltern kein Haustier. Darum hütet er nun einfach die Haustiere von anderen. Den grossen T. R. soll er baden.

Minus liess Wasser in die Wanne laufen. Plötzlich jaulte T. R. laut auf und sprang … … ins Wohnzimmer. Wahrscheinlich mag T. R. nicht baden, dachte Minus. Deswegen stinkt er auch so. Minus versuchte, ihn unter dem Tisch hervorzulocken. Aber T. R. wollte nicht. Vielleicht war er wasserscheu?


Da hatte Minus eine Idee. Er ging ins Bad und kippte die Flasche mit Badezusatz ins Wasser. Bald wuchs dort eine sehr schöne Schneelandschaft. Dann blätterte Minus in seinem Saurierbuch. Dort stand, was ein Tyrannosaurus Rex besonders gerne frisst: Fleisch! Minus holte eine Wurst aus dem Schrank und …

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Nina Rosa Weger Die sagenhafte Saubande – Kommando Känguru Oetinger Verlag, 224 S., Fr. 15.90

Die sagenhafte Saubande

Kommando Känguru Matheo hat eine besondere Gabe: Der Neunjährige kann mit Tieren sprechen. Bei einem Ausflug in den Safaripark freundet er sich mit den Pudeln Toffy und Nero an. Im Park ist das Känguru Alice auf mysteriöse Weise verschwunden. Gemeinsam nehmen Matheo, das freche Mädchen Polly, die beiden Pudel sowie Spürschwein Max und Krähe Dr. Black die Spur auf.

Aber eins hatte Matheo nicht bedacht. Nämlich, was zwei Pudel und ein Schwein bei den Besuchern der Streichelwiese auslösten. Kaum waren Max, Toffy und Nero aus dem Bus gestiegen, stürzten sich Unmengen von Kindern auf sie. Alle wollten das Schwein und die Hunde streicheln. Weglaufen ging nicht, weil sie sofort von Eltern umstellt waren, die aufgeregt filmten und fotografierten. Erst als Max den Kopf senkte, ein gefährliches Grollen von sich gab und mit dem rechten Fuss scharrte, als wollte er gleich mit Vollgas alle im Weg stehenden Schienbeine rammen, wichen die Besucher erschreckt zurück. «Furchtbar», sagte Polly, während sie im Laufschritt von der Wiese flohen. «Als Tier wird man ständig begrabbelt! Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.» Auch Matheo gruselte es, wenn er sich vorstellte, dass ihm jeder Fremde ungefragt über den Kopf streichelte. «Aber wer weiss?», fuhr Polly fort. «Vielleicht finden die Tiere das auch ganz toll. Oder es ist ihnen egal.» Wie auf Kommando bremsten die Pudel

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und Max im vollen Lauf ab. Empört starrten sie Polly an. Selbst Toffy, der ihr sonst alles verzieh, ging das offenbar zu weit. Polly blieb stehen und sah verdutzt zu Matheo. «Was haben sie denn?» «Tja», sagte Matheo. «So, wie es aussieht, haben sie dich wohl verstanden und sind beleidigt.» Polly lächelte schief. Dann hockte sie sich zu den Tieren und streichelte ihnen nacheinander über den Rücken. «Sollte ich jemals etwas sagen, was eure Gefühle verletzt, dann tut mir das sehr leid. Ich weiss, wie sich das anfühlt.» Sie stand auf. «Können wir jetzt weiter?» Zufrieden setzten sich die drei Vierbeiner wieder in Bewegung. «Wirklich merkwürdig», murmelte Polly. «Wenn ich das irgendwem erzähle, hält der mich für total bekloppt!»


Bald darauf entdeckte Matheo zwischen den Bäumen die rote, hohe Felsenlandschaft. Fünf Minuten später hatten sie den Weg erreicht, der rund um das AustralienGehege führte. Er faltete den Plan auf. Demnach gab es fünf Ausgänge. Zwei von ihnen führten direkt in die angrenzenden Gehege. Die hatte der Direktor ganz sicher nicht genommen. Von den anderen drei Ausgängen lag der in Richtung Arktis-Welt am nächsten. Matheo schaute von seinem Plan auf und sah sich um. Toffy hob gerade sein Bein, Max futterte die Reste aus einer heruntergefallenen Popcorn-Tüte, Nero leckte sich die Pfoten, und Polly beobachtete die niedlichen Wombats. «Hey», rief er empört. «Wir sind nicht zum Spass hier!» «Wir warten doch nur auf dich», kläffte Nero. «O. k., wir müssen da rüber», sagte Matheo und zeigte nach rechts. Sie eilten am Zaun entlang, bogen links in den Weg zwischen Arktis-Welt und Australien-Gehege ein und überquerten die Busspur. Kurz darauf sahen sie das grosse Eisentor im Zaun. Etwa fünfzig Meter davor senkte Max seinen Rüssel und begann zu schnüffeln. Es gab kein Blatt, keine Kuhle, die er nicht ausgiebig untersuchte. Matheo machte diese Gründlichkeit zunehmend nervöser. «Müssen wir denn wirklich jeden Millimeter so genau absuchen?», flüsterte er den Pudeln zu, als Polly sich für einen Moment den Pinguinen zuwandte. «Manchmal reisst eine Spur ab, oder sie wird von einem anderen Geruch überdeckt», erklärte Toffy. «Darum will Max bestimmt einen möglichst weiten Umkreis überprüfen.» Matheo betrachtete zweifelnd das Schwein,

das sich langsam voranschob. Er war nicht sicher, ob es Max nicht nur darum ging, die Essensreste rund um die Mülleimer zu verdrücken. Matheo seufzte. Wenn sie weiter so trödelten, sah er schwarz für Alice. Es dauerte noch weitere dreissig Minuten, bis Max endlich den Kopf hob. «Hier sind sie nicht raus», stellte er fest. Das nächste Tor lag auf dem Wegstück, das an die Savanne grenzte. Auch hier kamen sie nur im Schneckentempo voran. Ungeduldig trat Matheo von einem Bein aufs andere. Schliesslich hielt er es nicht mehr aus. Er tat so, als müsste er sich bücken, um seine Strümpfe hochzuziehen, und raunte den Pudeln zu: «Das geht zu langsam! So retten wir Alice nie!» Zu seiner Verblüffung bauten die beiden Hunde sich vor ihm auf und sahen ihn empört an. «Was denkt ihr Menschen euch eigentlich?», kläffte Toffy vorwurfsvoll. «Eine Fährte zu wittern ist nicht einfach. Durch die Luft wabern tausend verschiedene Gerüche. Das ist, als müsstest du auf einer riesigen Weltkarte ein kleines Dorf finden.» «Oder aus einem gigantischen Orchester eine Piccoloflöte heraushören», fiel Nero ein. «Das ist hochkompliziert und sehr anstrengend.» «Tut mir leid», flüsterte Matheo. «Ich habe nur Angst, dass wir zu spät kommen und Alice dann ...» Toffy hob sein Pfötchen und legte es auf Matheos Knie. «Es dauert eben seine Zeit. Ich glaube, ihr Menschen nennt das die Nadel im Heuhaufen suchen.» Lösung von Seite 21: Löwe

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Thomas Müller Ein Jahr mit den Eulen Gerstenberg Verlag, 40 S., Fr. 19.60

Ein Jahr mit den Eulen Das Schleiereulenpaar hat Junge bekommen. Fünf Küken sind geschlüpft. Die Mutter wärmt sie.

In dieser Zeit versorgt das Schleiereulenmännchen die ganze Familie. Bis zu zwei Dutzend Mäuse erbeutet es am Tag – oder besser in der Dämmerung und nachts, denn Eulen gehen auf die Jagd, wenn es dunkel wird. Dank ihres weichen Gefieders können Eulen nahezu lautlos fliegen. Und wenn ihre Füsse mit den nadelspitzen Krallen zugreifen, gibt es für die Maus kein Entrinnen.

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Rüdiger Bertram Mika der Wikinger – Achtung Piraten! Cbj Verlag, 80 S., Fr. 13.90 Auch als Hörbuch erhältlich.

Achtung Piraten! Mika, seine Freundin Edda und das Wildschwein Hardy sind von einem Orkan mit ihrem Schiff fortgeweht worden. Sie sind in der Nähe einer Insel gelandet. Also rudern sie weiter, und schon bald erreichen sie die kleine Bucht, in der sie ankern wollen. Die Papageien, die sich wieder zwischen den Palmenblättern niedergelassen haben, schnattern aufgeregt. Es klingt fast so, als wollten sie die beiden Kinder warnen. Aber wovor? «Hilfe! Wikinger! Wir sind verloren!», hören sie plötzlich einen lauten Schrei.

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Der Schrei kommt aus dem Ausguck eines Schiffes, das so in der Bucht festgemacht ist, dass Mika und Edda es vom Meer aus nicht hatten sehen können. Das Schiff hat drei Masten und an einem davon hängt eine schwarze Fahne mit einem weissen Totenkopf. Vorne am Bug steht in roter Schrift der Name des Dreimasters: Blutschwalbe. An der Reling der Blutschwalbe drängelt sich die Besatzung und schaut auf das kleine Drachenboot hinunter. Die Männer sehen alle scheusslich verwegen aus. Einige von ihnen tragen Augenklappen, andere haben einen eisernen Haken statt einer Hand. Wieder andere klettern trotz ihres Holzbeins hoch in die Masten. Die Piraten starren Mika und Edda an. Edda und Mika starren die Piraten an. Das geht eine ganze Weile so, bis plötzlich einer der Männer brüllt: «Aber das sind doch nur zwei kleine Kinder und ein fettes Wildschwein!» Der Mann hat eine Augenklappe, einen eisernen Haken und ein Holzbein. Ausserdem trägt er den grössten Hut an Bord, und damit ist ja wohl klar, dass er der Kapitän der Seeräuber ist.

«Schnappt sie euch und bringt sie an Land in unser Lager», befiehlt er seinen Leuten. Ohne zu zögern, springen fünf seiner Männer ins Wasser und schwimmen auf das Drachenboot zu. Mika greift nach dem Holzschwert, das ihm sein Vater zum Geburtstag geschenkt hat. «Mika! Lass das sein», hält Edda ihn zurück. «Das sind viel zu viele. Lass uns lieber Hardy wecken!» Doch dazu ist es schon zu spät. Die Piraten sind bereits an Bord geklettert. Schnell fesseln sie Mika, Edda und auch Hardy, der das ganze Spektakel einfach verpennt. Dann schnappen sie sich die Ruder und steuern das Drachenboot mit ein paar kräftigen Schlägen an den Strand. Mika und Edda müssen nicht lange warten, dann trifft auch schon der Kapitän der Seeräuber auf der Insel ein. Er hat sich in einem Beiboot an Land rudern lassen.


Manfred Baur Was ist was Geheimnis Tiefsee – Leben in ewiger Finsternis Tessloff Verlag, 48 S., Fr. 14.90

Geheimnis Tiefsee Leben in ewiger Finsternis Chromatonema rubrum Diese Hydromeduse lebt bis zu 2700 Meter tief. An ihrem durchsichtigen Schirm hängt ein Kranz von Tentakeln. Das Rote ist der Magen mit der Mundöffnung ganz unten.

che i l r h ä f e G Schönheiten Quallen schwimmen schon seit mehr als

Am besten erforscht man Quallen in

650 Millionen Jahren in den Meeren.

ihrem Lebensraum mit einem Tauch-

Seitdem hat sich ihr Bauplan kaum ver-

boot.

ändert. Wir kennen Quallen als gläserne Wesen, die in den flachen Küstenge-

Aufspiessen oder kleben

wässern elegant dahinschweben.

Quallen sind raffinierte Räuber. Ihre Tentakel sind mit unzähligen Nesselzel-

Quallen der Tiefsee

len versehen. Sobald ein Tier einen Ten-

Die Tiefsee ist ein Quallenparadies. Hier

takel berührt, schiessen die Nesselzellen

gibt es keinen Wind und keine Wellen,

Giftpfeile ab. Die Pfeile bohren sich mit

die den zerbrechlichen Tieren gefähr-

Widerhaken in die Beute. Rippenqual-

lich werden. Elegant und anmutig

len fangen kleine Krebse, Larven und

bewegen sie sich im ruhigen Wasser.

andere Tiere des Tiefseeplanktons

Viele sind durchsichtig, wie ihre Kolle-

dagegen mit Klebezellen an ihren Ten-

gen weiter oben, sodass andere Räuber

takeln. Die Tentakel können sie einzie-

durch sie hindurchsehen. Manche aber

hen und so den Fang zur Mundöffnung

sind samtig rot oder leuchten seltsam.

führen. Einige Rippenquallen schlucken sogar andere Quallen, und zwar am

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Zerbrechliche Wesen

Stück. Die allermeisten Rippenquallen

Quallen bestehen zum grössten Teil aus

sind nur wenige Zentimeter klein, eini-

Wasser und ihr Körper zerfällt beim

ge Arten aber werden bis zu eineinhalb

Versuch, sie mit dem Netz zu fangen.

Meter gross.

Rippenqualle Dryodora glandiformis ist eine Rippenqualle und fängt Plankton und sogar kleine Fische mit ihren klebrigen Tentakeln. Der Tentakel zieht sich zusammen und führt die Beute zum Mund.


Helmqualle Sie lebt in bis zu 7000 Metern Tiefe. Licht ist Gift für diese Qualle, sie kommt nur nachts nach oben. Als echte Tiefseebewohnerin kann sie mit Licht spielen, das sie selbst erzeugt. Sie wird bis zu 30 Jahre alt.

Die grosse Rote Diese Qualle hat einen Durchmesser von einem Meter. Als sie vor wenigen Jahren entdeckt wurde, nannten sie die Biologen zunächst «Die grosse Hässliche», dann aber entschieden sie sich doch für «Die grosse Rote», was sehr viel netter klingt. Sie fängt ihre Beute nicht mit feinen Nesselfäden, sondern mit dicken, fleischigen Armen.

Benthocodon pedunculata Nur 4 cm gross ist diese Schönheit. Mit ihren bis zu 2000 feinen Tentakeln fängt sie kleine Krebse und Foraminiferen ein.

Ptychogastria polaris Diese Qualle kann schwimmen, doch am liebsten klammert sie sich mit Haltetentakeln an Felsen. Der Tiefseebewohner kommt nur in den Polarmeeren auch in flacheres Wasser.

Crossota Manchmal frisst sie Beute, die im Magen leuchtet. Dieses Licht wird die Qualle nicht verraten, denn ihr Magen ist mit roter «Lichtschutztapete» ausgekleidet.

Tiefsee

Mützen-Meduse Die Mützen-Meduse trägt eine Mütze aus Gel. Leuckartiara octona wird nur bis zu 2 cm gross. Diese Qualle ist im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean zu Hause, und auch im Mittelmeer.

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Impressum Herausgeber und Auslieferung: Kinder- und Jugendmedien Zürich Bachstrasse 1, 8633 Wolfhausen Telefon: 055 263 21 00, E-Mail: kjm-zh@bluewin.ch, www.kjm-zh.ch Redaktion und Gestaltung: Andrea Neuhäuser Kaufmann Layout und Desktop-Produktion: www.kgtraimondi.ch Druck: AVD GOLDACH AG, www.avd.ch Gedruckt auf chlorfrei gebleichtes Papier. Auflage 2014: 28 000. Nachdruck verboten. Wir werden unterstützt vom Zusammenschluss der verschiedenen Regionalgruppen von Kinder- und Jugendmedien Schweiz, www.kjm.ch. Alle Bücher, die vorgestellt werden, kannst du in jeder Buchhandlung kaufen oder in deiner Bibliothek ausleihen. Bibliotheken erhalten sie bereits aufgearbeitet bei der SBD.bibliotheksservice ag, www.sbd.ch.

KIM-Infomobil KIM-Infomobil – das kleine Medienevent auf dem Pausenplatz ist Informationsquelle über neue Bücher für Kinder und Jugendliche! Der modern eingerichtete Ausstellungswagen ist während vieler Wochen in der ganzen Schweiz Tag für Tag im Einsatz! Im KIMInfomobil sind mehr als 1000 Bücher und weitere Medien ausgestellt. Jedes Jahr im Herbst wird der Bestand ausgetauscht, sodass stets das neuste Angebot an Bilderbüchern, Erstlesebüchern, Kinder- und Jugendromanen, Comics, Sachbüchern für alle Altersstufen und Hörbüchern vorhanden ist. Schulen, Bibliotheken und Elternvereine können den Wagen zu einem günstigen Tarif tage- oder wochenweise mieten. Informationen und Anmeldung: www.kjm-zh.ch Tagesmiete (exkl. Transport): Kanton Zürich: Fr. 50.–, übrige Schweiz: Fr. 60.–

KIM-Lesemagazin 2014 | Unterstufe  
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