Page 1

Durchschaubares für KjGlerInnen

des Diözesanverbandes Köln


Die transparent-Umfrage Muttermilch-Cappuchino und breastmilk-icecream Veganische Putzmittel und Öko-Diskos Bis die Geldkarte zickt Guerilla Fashion Macht Kaufen glücklich? Ich bin, was ich esse Kritischer ­Konsum – ein Luxusproblem? Deine kritische Einkaufshilfe Tiere essen „We feed the world“ Extra-Tacken für Öko-Ferienlager

5 7 10 11 12 13 14 16 17 17 18

Kritischer Konsum – Eine Gruppen- stunde zum Thema Kleidung

19

Der Rest vom Fest Janosch habe ich schon kennen gelernt … Vier Gewinnt und zwei gehen in die nächste Runde Zicke Zacke Hühnerkacke geht in die vierte Runde Im April geht’s zur Diko nach Altenberg Staffel­wechsel KjG-Kinderstadt aus­gezeichnet Die „Dagegen-Lieder“ der Redaktion Leserbrief

2

4

27 28 29 30 30 32 33 33 34


Auferstehung der Tiere? I

Foto: gkrs/photocase.com

st Ostern das Fest der Auferstehung der Tiere? Zugegeben: Darüber macht sich der „Normal-Konsumierende“ wenig Gedanken. Nicht, wenn er morgens seine Lederschuhe schnürt. Selten bei Currywurst-Pommes auf dem Pappteller. An der Uni in Münster hingegen gibt es seit einigen Monaten ein Institut für theologische Zoologie. Dort beschäftigt man sich mit dem Tierreich aus einer religiösen Perspektive. Die Kirche spreche zwar immer von der Bewahrung der Schöpfung, aber Puten, Hühner, Schweine und Rinder tauchten dabei nicht auf, kritisiert dessen Leiter Rainer Hagencord. „Die Formulierung, dass nur der Mensch eine Seele habe, findet man in der Bibel nicht.“ Dort sei gar vom Seufzen der Schöpfung die Rede und von der Befreiung aus der Sklaverei. „Das ist hochaktuell. Denn die Schöpfung hat noch nie so gelitten wie heute“, so Hagencord weiter. Es sei ein Skandal, dass die Theologie den weltweiten Fleischkonsum nicht problematisiere. Der Dortmunder Theologe Thomas Ruster vertritt übrigens die These, dass laut biblischem Schöp-

fungsbericht den Menschen nur Kräuter und Bäume zur Nahrung übergeben worden seien. Von Tieren sei nicht die Rede: „Wenn sich nun Christinnen und Christen unter der biblischen Perspektive mit der Frage des Fleischessens befassen würden? Dann wäre es mit dem bedingungslosen Griff ins Fleischregal des Supermarktes vorbei, wo die Dramatik des Fleisches so perfekt unsichtbar gemacht wird.“ Die Bibel sagt jedenfalls, dass Menschen anders leben können, als sie es tun. Und es eigentlich sogar dringend tun müssen. Nicht nur anders essen. Sondern auch kritischer kaufen. Sich anders fortbewegen. Dass das mühsam, aber auch spannend, amüsant, gar nicht moralinsauer und sogar „hipp“ sein kann – darum geht’s in diesem Heft. Anregendes Vergnügen bei der Lektüre wünscht Euch euer Peter Otten Geistlicher Leiter der KjG im Erzbistum Köln Peter verzichtet in der Fastenzeit auf Alkohol und Schokolade. Und er macht bei KjG.mixtape mit.

3


Die transparent-Umfrage W

arum kaufen Sie hier bei einem konventionellen Bäcker und nicht beim Bio-Bäcker auf der anderen Straßenseite ein? „Erst mal ist dieser Bäcker hier günstiger als dort. Und er ist irgendwie frischer als drüben. Der andere ist immer ziemlich trocken. Und eben teurer.“ Karin Kuhn (Neusser Straße)

„Weil die Brötchen hier leckerer sind. Das habe ich schon ausprobiert.“ Ursula Regen (Neusser Straße)

„Ich bin hier nur zufällig vorbeigekommen; und in dieser Bäckerei waren viele Leute drin.“ Frau Meyer (Deutzer Freiheit)

W

arum kaufen Sie hier in einer Bio-Bäckerei und nicht beim konventionellen Bäcker auf der anderen Straßenseite ein? „Weil diese Bäckerei ganz einfach leckerer ist.“ Herr Stoppenbach (Deutzer Freiheit)

„Der Bäcker hier liegt eher auf dem Weg. Und davon abgesehen, ist das eben Bio oder?“

„Das ist einfach eine Qualitätsfrage. Und keine Preisfrage. Und hier schmeckt’s einfach besser.“ Herr *wollte anonym bleiben (Deutzer Freiheit)

4

Foto: Teufelchen/aboutpixel.de

Steffi (Deutzer Freiheit)


Muttermilch-Cappuchino und breastmilk-icecream E

rik Puchert (41) betreibt in der Kölner Innenstadt ein Veganes Café. Im Signor Verde wird der Kaffee nicht mit (Kuh)Milch zubereitet. Stattdessen gibt es Soja‑, Reis‑ oder Hafermilch – und neuerdings sogar Cappuchino und Eis aus menschlicher Muttermilch. Einige vegan lebende Frauen liefern die Menge, die sie selbst zum Stillen nicht brauchen. Neben sämtlichen heißen und kalten, ökologisch einwandfreien und fair gehandelten Getränken wird jeden Tag ein Tagesgericht angeboten. Von Döner über Hot Dog, Sandwiches bis hin zur Currywurst und alles zu 100 % aus rein pflanzlichen Zutaten. Transparent u Was hat dich auf die Idee gebracht, ein veganes Café zu eröffnen? Erik Puchert u Mir hat ein veganes Café in Köln einfach gefehlt. Zwar gibt es mehrere Restaurants und Cafés, die vegane Speisen anbieten. Aber einen zu 100 % veganen Laden, den gab es noch nicht. Außerdem war es schon länger ein Wunsch von mir, den Beruf mit meinem Vegan-sein zu verbinden.

Transparent u Du bist also selbst Veganer. Seit wann? Und aus welchen Beweggründen? Erik Puchert u So ungefähr seit fünf Jahren lebe ich vegan. Damals stand ich im Supermarkt vor den riesigen Eier-Paletten und habe mal genauer über meine Ernährung nachgedacht. Ich war zwar

schon lange Vegetarier, aber Eier und Milchprodukte habe ich weiter konsumiert. Diese Masse von Eiern für so wenig Geld hat mich in diesem Moment überrumpelt. Zu Hause habe ich mich im Internet genau über Veganismus informiert und ab da wusste ich bzw. mein Gewissen: Du lebst jetzt vegan. Transparent u War die Umstellung von Vegetarier zu Veganer schwer für dich?

5


Erik Puchert u Nein. Eigentlich gar nicht. Ich war schon länger Vegetarier, da war der Schritt zum Veganer nicht mehr groß. Es war allerdings sehr erschreckend fest zu

stellen, was genau in sämtlichen Produkten drin steckt. Transparent u Was für eine Art von Kunden kommen in dein Café? Erik Puchert u Von acht bis 80 Jahren ist eigentlich alles dabei. Am häufigsten sind Schüler und Studenten hier. Aber seit einem Bericht in der Zeitung kommen auch viele Senioren vorbei, um einfach mal etwas Neues auszuprobieren.

6

Transparent u Sind es denn hauptsächlich Veganer, die vorbeikommen? Erik Puchert u Nein, das nicht. Es gibt auch ein paar, die kommen, ohne zu wissen, dass es ein veganes Café ist. Von den Leuten kommen eigentlich nur positive Rückmeldungen. Es gibt aber auch manche Kunden, die sehr interessiert sind, dann aber nur Apfelschorle bestellen. Nicht alle sind offen genug etwas Neues zu probieren. Ziemlich schade. Es lohnt sich auf jeden Fall! Das Gespräch führte Anne Pilger

Adresse Signor Verde, Bobstraße 28, 50677 Köln Öffnungszeiten: Mi.–Sa. 12:00–20:00 Uhr signorverde.wordpress.com


Veganische Putzmittel und Öko-Diskos Wie verbringt ein kritisch Konsumierender die Freizeit? Linda Martin hat es einen Tag lang getestet eder Tag beginnt mit einem guten Frühstück. Und eine gute kritische Konsumentin holt dazu frische Brötchen von der Biobäckerei nebenan. Alle Produkte sind aus ökologischem Anbau, so die Verkäuferin. Perfekt! Drei verschiedene Brötchensorten probierte ich und kaufte die angepriesenen Bio-Eier von einem Biohof aus der Region gleich mit. Gut gelaunt packte ich meine Sachen in meinen Leinenbeutel. Da betrat der Inhaber den Laden. Er hatte bräsig seinen Geländewagen auf dem Gehweg vor dem Laden geparkt.

Hä? Hatte ich nicht gerade für drei Brötchen und zwei Eier 4,20€ bezahlt in dem Glauben, etwas Gutes für die Region und gegen den Massenkonsum getan zu haben – und das alles in einem Bioladen, der von einem Porsche Cayenne Fahrer betrieben wird? Erstaunt ging ich nach Hause, frühstückte in Ruhe und machte mir Gedanken zu meinem weiteren Tagesverlauf. Samstag ist Putztag. Und der durfte nicht ausfallen. Putzreiniger aus ökologischer Herstellung mussten her. Ich suchte und verglich. Alle versprachen,

Foto: johny schorle/photocase.com

J

7


Foto: steffne/photocase.com

ohne Chemie hergestellt zu sein und der blaue Engel verhieß, dass sie verhältnismäßig umweltschonend und biologisch gut abbaubar sind. Aber: Was ist eigentlich ein veganes Spülmittel? Überfordert entschied ich mich für einen mit dem blauen Engel versehenen Allzweckreiniger – ohne Tierversuche, dafür mit doppeltem Preis. Los ging’s. Aber: Mein Staubsauger allerdings läuft nicht mit Ökostrom. Warum eigentlich nicht? Ich stellte fest, dass ich mir normalerweise um Haushaltsgegenstände wenig Gedanken mache: Woher sie kommen, wie sie hergestellt sind und welche Folgen ihr Dasein hat. Frustiert versuchte mich abzulenken. Im Internet fand ich ein Café, welches nach Maßstäben des kritischen Konsums arbeitet. So nahm ich mein Fahrrad und fuhr hin. In dem kleinen Bistro hingen unzählige Qualitätssiegel. Sie versprachen, dass alle Produkte biologisch und regional seien. Dazu sei das angestellte Personal ungelernt und solle hier zurück in die Arbeitswelt integriert werden. Der Kaffee war fair gehandelt und das Gebäck selbst zubereitet, biologisch natürlich. Ich genoss den Nachmittag mit meinem neuen Buch „Fast nackt“. Leo Hickman erzählt darin von seinem abenteuerlichen Versuch, ethisch korrekt zu leben.

8

Ein Blick auf die Uhr ließ mich erschrecken. Ach du je, schon so spät! Was mache ich nur heute Abend? Ich hatte von einer Öko-Disko gehört. Dort wird allein durch die Vibration des Fußbodens durch die Tanzenden Strom erzeugt. Ein cooler Ausflug! Aber Rotterdam … – ein bisschen weit. Ein Kino mit Ökostrom fand ich nicht. Da kam ein Abend mit Freunden, die auf dem Weg zu einer Party im autonomen Zentrum von Köln-Nippes waren, wie gerufen! Denn dort geht es um alternative Lebensformen. Der Abend war lustig, auch wenn es kein Bio-Bier oder selbst gemachte Chips gab. Stattdessen interessante Gespräche über verschiedene Ansichten zum kritischen Konsum. Müde und angeduselt lag ich am Ende meines Tages im Bett und zog das Fazit: Kritisch Konsumieren heißt, sich nicht von dem beirren zu lassen, was Siegel und Produktnamen versprechen. Es heißt kritisch zu recherchieren, ob die Herstellung jemandem geschadet hat und ob ich mit dem Kauf eines Produktes profitgierige Menschen unterstütze. Gerade bei kritisch konsumierter Freizeit geht es nicht um Geldausgeben. Und mit ein bisschen Nachdenken machts doppelt Spaß. Linda Martin (24): Ich versuche in der Fastenzeit auf die eigenen Ausreden zu verzichten: Zum Beispiel warum man jetzt gerade keine Zeit hat Sachen zu erledigen und man am Ende eine endlos lange ToDoListe abarbeiten muss.


Ist Habenwollen Verbrauchen Weitereilen und Neues haben wollen Verbrauchen – ohne zufrieden zu sein Weitereilen voller Hast und wieder Neues haben wollen Verbrauchen und Weitereilen Verbrauchen und Weitereilen Verbrauchen und Weitereilen Immer auf der Suche Ohne jemals Ruhe finden zu können Ohne jemals zufrieden zu sein Immer in Angst, zu kurz zu kommen Immer in Angst, etwas zu verpassen Immer in Angst, nicht erfüllt zu werden Konsum Raffen raffen raffen Anna Bieniek (18) – Sie ist Leiterin in der KjG Kerpen-Sindorf.

Konsum Ist nehmen statt geben. Ist sich verleiten lassen. Ist nicht an Morgen denken. Ist egoistisch – überlebenswichtig? Konsum Kann ein Zwang sein, der uns steuert. Kann im Rausch unser Gewissen ausschalten. Kann uns zu Tieren werden lassen. – Willst du das?! Kritischer Konsum – Auch mit den kleinsten Veränderungen zu einem Weltverbesserer werden! Kritischer Konsum – Erst denken, dann Handeln!

Foto: sam7/photocase.com

Hannah Röblitz (18) – Sie ist Leiterin in der KjG Kerpen-Sindorf.

9


Bis die Geldkarte zickt

Foto: seraph/photocase.com

Verzichten? Hä? Konsum findet jedeR geil

W

er kennt das nicht? Man steht im Supermarkt und bekommt glänzende Augen beim Anblick der knallbunten, prallgefüllten Süßigkeitenabteilung. Eine Auswahl, die einen zunächst einschüchtert. Und dann doch schwach werden lässt. Heute wie damals, als man noch durch die Spielzeugabteilung gewackelt ist, dann schnurstracks zu seinen Eltern rannte: „Kann ich das haben?“ Uns bietet sich jeden Tag eine unglaubliche Auswahl: Modische und unmodische Kleidung, exotische Lebensmittel und Medien aller Art. Niemand kann mir weis­ machen, dass er darauf gerne verzichten würde. Gut: Die Möglichkeit sich zwischen 200 verschiedenen Kekssorten entscheiden zu können, braucht prinzipiell keiner. Aber stören tut es auch nicht, oder? Zu simpel? Kekse sind nicht interessant genug? Okay, reden wir über Mode. Natürlich hat jeder haufenweise Klamotten und ein paar „alte Schätzchen“ im Kleiderschrank: „Lieblingspullis“, „Gammelhosen“ oder „das Shirt mit

10

dem lustigen Spruch“. Aber neue Sachen kaufen wir trotzdem. Ob nun die zehn Euro Jeans aus dem Winterschlussverkauf oder der vierzig Euro Pulli einer namhaften SkaterMarke. Wer trägt schon seine Kleidung bis er wirklich Neue braucht? Außerdem will man ja nicht aussehen, wir jedeR. Wir sind schließlich individuell und brauchen natürlich auch höchst individuelle Mode. Auch kein Argument? Na schön, dann eben die CD der Lieblingsband, am besten die „UltraLimited-Edition“ mit zweihundert-seitigen Booklet. In eine einfache Papphülle kann man seine gebrannte Version ja schließlich selbst stecken. Braucht kein Mensch, aber darauf verzichten? Worauf ich hinaus will: Wir sind alle Konsumenten. Und stehen darauf. Die Vielfalt fördert nicht nur unseren ebay-befeuerten Jagdtrieb. Sondern bietet auch – pure Beschäftigung. Bis die Geldkarte zickt. Ramona Kreutz (19)


Guerilla Fashion Schick aussehen und die Welt verändern

D

ie Zeiten von kratzigem ÖkoBaumwoll-Strick sind vorbei. Heute gibt es ökofaire-Mode sogar auf den großen Modeschauen in Paris und London. Auch in Köln gibt es ein Label, das vor allem übers Internet ökofaire Hosen, T-Shirts, Pullover und Accessoires verkauft.

Die Gründer von armedangles: Martin Höfeler und Anton Jurina.

„Armedangels“ hat eine eigene Firmenphilosophie: Ihre Produkte sollen gut für die Umwelt, für die Bauern und die Arbeiter sein. Hierfür vergibt die Firma ihren Produkten sogenannte „trusties“: Von „eco“ über „fair“ bis hin zu „vegan“. Die Bedeutung jedes „trusties“ wird im Internet genau erklärt.

Offizielle Siegel wie das FairtradeSiegel oder anerkannte Öko-Siegel finden sich nicht auf der Homepage und auch nur in manchen Klamotten. Dennoch lässt Armedangles ihre Produkte von der Fairtrade Labelling Organization (FLO) überprüfen. Darüber hinaus spendet die Firma für jedes gekaufte Produkt einen Euro an eines von drei sozialen Projekten, das die Käuferin/ der Käufer auswählen kann: Derzeit sind das „Pratham“, ein Hilfsprojekt, das in Indien Schulunterricht für Kinder organisiert; „Viva con agua“, die alle Menschen dieser Erde mit Trinkwasser versorgen wollen sowie das Projekt „Trinkwasserwald“. Ökofaire Bekleidung bedeutet zwar nicht, dass alles superökologisch und absolut gerecht hergestellt wurde. Aber ein kleines bisschen besser als „normale“ Kleidung ist sie allemal. Und schließlich gilt: Mit vielen kleinen Schritten verändern wir die Welt. Mit den Klamotten von Armedangels sehen wir bei diesen Schritten auf jeden fall schön schick aus. www.armedangels.de Tim Mertens (28) verzichtet in der Fastenzeit aufs Rauchen und auf zuckerhaltige Getränke. Außerdem beteiligt er sich an kjg.mixtape, der diesjährigen Fastenaktion der KjG.

11


Macht Kaufen glücklich? ExpertInnen glauben: Nicht der Konsum zeigt, ob ein Volk glücklich ist

Foto: elke/photocase.com

D

as Weihnachtsgeschäft war viel besser als gedacht. Die Wirtschaftskrise ist überwunden, heißt es. Um 3,7 % soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2010 gestiegen sein, schätzen Fachleute. Auch wegen der vielen Weihnachtsschokolade. Aber macht uns Schokolade glücklich? Nein, sagen Forscherinnen und Forscher der University of Southern California. Jedenfalls nicht auf Dauer. In einer Langzeitstudie in 37 verschiedenen Ländern über einen Zeitraum von bis zu 22 Jahren haben sie gezeigt, dass starkes Wirtschaftswachstum in einem Land die Bevölkerung nicht automatisch glücklicher macht. In Chile und China zum Beispiel hat sich das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Umfragen ergeben jedoch, dass die Zufriedenheit der Menschen stetig gesunken ist. Daher fragte sich auch der Bundestag, ob das BIP immer noch die richtige Größe ist, um zu beurteilen, wie es einer Gesellschaft „geht.“ Und setzte eine Kommission ein, die einen neuen „Indikator“ finden soll, der eben

12

das wiedergeben Bruttoinlandssoll: Wie zufrieden produkt die Deutschen sind und wie es um das Das Bruttoinlandsprodukt Land bestellt ist. (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter, Diese Maßeinheit für Waren und DienstleisZufriedenheit soll tungen an, die innerhalb viel mehr Faktoren eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer berücksichtigen als Volkswirtschaft hergenur das Einkommen: stellt wurden und dem zum Beispiel Bildung, Endverbrauch dienen. soziales Umfeld und die Wohnsituation. ExpertInnen-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ heißt sie. So haben Politik und Wissenschaft erkannt, was die Band „Geier Sturzflug“ schon 1983 in dem Lied „Bruttosozialprodukt“ gesungen hat: Dass Zufriedenheit mehr ausmacht als Arbeiten, Geld verdienen und Weihnachtsgeschenke kaufen. Max Pilger hat sich vorgenommen, in der Fastenzeit auf Fleisch zu verzichten, da ihn konsequenter Vegetarismus sehr beeindruckt.


Ich bin, was ich esse Ich bin ein Vegetarier: „Für mich bedeutet Vegetarier sein, kein Produkt zu konsumieren, für das ein Tier sterben müsste. Fleisch essen schadet nicht nur dem Tier, sondern auch der Umwelt!“ Freddy aus Köln.

Ich bin ein Veganer: „Ich lebe jetzt seit drei Jahren konsequent vegan, das heißt, ich konsumiere keine tierischen Produkte wie zum Beispiel Fleisch, Milchprodukte, Eier, Honig, Leder, Gelatine etc. Der vegane Lebensstil ist meiner Meinung nach der einzige Weg der Umwelt möglichst wenig zu schaden und mir, meinem Körper und meiner Gesundheit etwas gutes zu tun.“ Manu aus Köln

Frutarier – oder Fruktarier – sind nicht leicht zu finden. Daher soll Karin Duve erzählen. Sie hat versucht, wie eine Fruktarierin zu leben und das in einem Buch aufgeschrieben: „Was essen Fruktarier denn nun eigentlich?“ – „Reife Früchte der Saison und ab und zu auch mal Samen und Nüsse. Nicht zu viele Nüsse. Vielleicht zwanzig im Jahr. Haselnüsse sind gut.“ „Zählt Getreide auch dazu? Das sind doch eigentlich auch Samen.“ – „Nein, kein Getreide. Ich esse kein Getreide, weil es in Monokulturen angebaut wird. Aber du kannst es natürlich essen, wenn du willst. Man darf alles essen, man muss nur die Hintergründe sehen. Wenn du unbedingt Getreide essen willst, dann solltest du dir Hirse kochen. Es gibt Fruktarier, die würden in einer Notsitu­ ation auch ein überfahrenes Tier von der Straße nehmen und zubereiten. Etwa, wenn eine Ernte ausfällt.“

Foto: marshi/photocase.com

Karin Duve: Anständig essen. KiWi 2010, 335 S., 19.35 Euro

13


Kritischer ­Konsum – ein Luxusproblem? K

ann man sich für kritischen Konsum erwärmen, wenn man die Wohnungstemperatur nur durch Öffnen des Fensters regulieren kann, weil die Zentralheizung keinen Regler hat? Hinterfragt man die Öko-Bilanz eines Produktes, wenn man in der Schule nicht lernt, was der Treibhauseffekt ist? Interessiert man sich für die Herkunft und die Produktionsbedingungen eines Kleidungsstückes, wenn man froh ist, es sich überhaupt leisten zu können? Das Durchschnittseinkommen in der Ukraine beträgt knapp 200 €. Viele Einwohner und auch Rentner haben Nebenjobs, um sich ihr Leben finanzieren zu können, weil oft nach Abzug der Miete und Nebenkosten nur einige Euro im Monat bleiben. Ausgeben kann man dieses Geld in Ein-

14

kaufszentren und Geschäften westeuropäischen Standards oder auf einem der vielen Märkte. Hier werden nicht nur Lebensmittel, sondern auch Waren von der Wäscheklammer bis zum BH angeboten. Auch wenn solche Gegenstände auf dem Markt günstiger als im Kaufhaus sind, ist ein mit deutschen


Maßstäben vergleichbares Shoppen in der Ukraine nicht möglich. Dafür ist der Geldbeutel zu schmal. Kleidung und Gebrauchsgegenstände müssen länger halten und werden länger genutzt. Asiatische Produkte, oft Fälschungen, dominieren das Bild. „Jeans aus ökologischer Baumwolle gibt es hier nicht“, sagt Sascha, 20-jähriger Student aus Saporishja. „10 bis 20 € kann ich für eine Jeans ausgeben.“ Ein anderes Bild zeigt sich aber bei den Nahrungsmitteln. Erdbeeren, Tomaten oder Kirschen kann man im Winter nicht kaufen. Auf dem Markt gibt es vor allem Gemüse der Saison: Kartoffeln, Kohl, Rote Beete. Viele Ukrainer haben eine eigene Datscha und wecken selber Gemüse ein, stellen eigenen Saft her oder kochen Marmelade, wenn Erntezeit ist. Einerseits zwingt wenig Geld zu unkritischem Konsum – andererseits fördert es auch eine saisonale und regionale Ernährung. Im Bereich Lebensmittel kann kritischer Konsum kaum besser aussehen als in der Ukraine, auch wenn er unbewusst geschieht. Kai Regener unterrichtet als Stipendiat der Robert-Bosch-Stiftung von September 2010 bis März 2011 an einem ukrainischen Gymnasium Deutsch.

15


Deine kritische Einkaufshilfe

I

n Deutschland gibt es verschiedene Siegel, die beim fairen Konsum Orientierung bieten. Linda Martin stellt sie vor. Bio-Siegel Deutschland Gentechnik, synthetische Pflanzenschutzmittel und Tierantibiotika sind verboten. Es darf nur hofeigenes Biofutter verwendet werden und artgerechte Tierhaltung ist vorgeschrieben.

EU-Biosiegel In allen EU-Staaten verbindlich, allerdings erhalten auch Produkte das Siegel, wenn bis zu 5 % der Inhaltsstoffe nicht aus ökologischem Anbau sind. Akzeptiert werden 0,9 % gentechnisch veränderte Zusätze.

Biokreis Nur Tiere, die im Biobetrieb groß geworden sind, dürfen als solche verkauft werden. Bei der Futtererzeugung ist Dünger aus Fleisch‑, Blut‑ und Knochenmehl verboten. Rinderfutter muss zu 100 Prozent „bio“ sein, Schweine‑ und Geflügelfutter zu mindestens 90 Prozent.

16

Demeter Nur Tiere, die im Biobetrieb groß geworden sind, dürfen als solche verkauft werden. Bei der Futtererzeugung ist Dünger aus Fleisch‑, Blut‑ und Knochenmehl verboten. Rinderfutter muss zu 100 Prozent bio sein, Schweine‑ und Geflügelfutter zu mindestens 90 Prozent.

Naturland Begrenzter Zukauf von Düngemittel möglich, keine Verwendung von Fleisch‑, Blut und Knochenmehl. Mindestens 50 Prozent hofeigenes Futter. Verbot von „Kuhtrainern“ (Stromschläge, damit Kühe in eine Rille koten).

Der blaue Engel Die Inhaltsstoffe sind umweltfreundlich hergestellt und enthalten für die Verwertung keine problematischen Schadstoffe.

Fairtrade Setzt sich für gerechte Entlohnung von Arbeitern in der Dritten Welt ein, Schwerpunkt Lebensmittel – insbesondere Kaffee. Zwei Drittel aller Produkte mit dem Siegel haben auch das BioSiegel.


Tiere essen F

oer schreibt eigentlich Romane. Und das macht dieses Sachbuch besonders. So ist sein Buch zwar voller bestürzender Fakten über den Fleischkonsum. Und doch erzählt er Geschichten. Denn Geschichten über Essen, sagt Froer, sind Geschichten über uns und unsere Werte. Und weil Foer weiß, dass Menschen nicht wegen Fakten ihr Leben verändern, erzählt er die Geschichte seiner Großmutter, die auf der Flucht vor den Nazis ein ihr angebotenes Stück Schweinefleisch ablehnt – obwohl sie am Verhungern ist. Die Moral der Geschichte ist nicht, dass man als Jüdin nur koscheres Fleisch essen darf. Ihre Begründung lautet: „Wenn nichts wichtig ist, dann gibt es auch nichts zu retten.“ Ein großartiges Buch. Peter Otten Jonathan Safran Foer, „Tiere essen“, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010, 400 Seiten, 19,95 Euro

„We feed the world“ Ein Film, der uns alle betrifft „Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter 10 Jahren.“ – „In Wien wird täglich jene Menge an Brot als Retourware vernichtet, mit der die zweitgrößte Stadt Österreichs versorgt werden kann.“

„W

e feed the world“ ist ein Film über Produktion und Konsum der globalen Nahrungsmittel – also über die Globalisierung und ihre Folgen vor allem im Hinblick auf unser Essen. Mit Fakten und Bildern von Massentierhaltung, den Gewächshäusern in Spanien mit

17


Foto: MADworks/photocase.com

ihrem massiven Wasserverbrauch, die man sogar aus dem Weltraum sehen kann oder Bergen von frischem Brot auf der Müllkippe regt Wagenhofer zum kritischen Konsum an. Ganz klar geht aus diesem Film das Ungleichgewicht der Verteilung der Nahrungsmittel in den verschiedenen Ländern hervor: Mangel im Überfluss. In den einen Ländern werden Unmengen produziert und exportiert, gleichzeitig aber sterben dort tausende Menschen an Hunger. „We feed the world” ist kein Popcorn-Film. Vielmehr drängt er zum Nachdenken über unsere Gesellschaft und ihre Ernährung. Und zeigt, dass es wenige Minuten vor zwölf ist: „Es wird eben nicht mehr das sein, was es mal war – wie es sein sollte.“ Anna Pilger

18

Extra-Tacken für ÖkoFerienlager D

er KJP-Öko-Euro ist ein Sonderzuschuss für Ferienfreizeiten, den ihr beim BDKJ für eure Ferienfreizeit bekommen könnt. Um einen Zuschuss zu erhalten, müsst ihr ein paar Regelungen beachten, die bei Einhaltung der Umwelt zu Gute kommen. Es fängt an bei Dingen wie: „Auf keinen Fall mit dem Flugzeug anreisen“, bis hin zur Auflage „keine Alufolie oder Frischhaltefolie“ zu benutzen. Wenn ihr also eine Ferienfreizeit mit mindestens fünf Übernachtungen veranstaltet und bereit seid, diese Regelungen einzuhalten, könnt ihr bis zu 500€ zusätzlich zur Regelförderung erhalten. Pro TeilnehmerIn und Tag erhaltet ihr 1€, wenn die Jury anhand eurer Abrechnung und eines ausgefüllten Fragebogens entschieden hat, dass ihr eine echte Öko-Ferienfreizeit veranstaltet habt. Die Regelung zum Öko-Euro, den Fragenkatalog und weitere Informationen zu dem Thema findet ihr unter: www.bdkj-dv-koeln. de/zuschuesse/oeko-euro


Methoden-Guide Kritischer Konsum – Eine Gruppenstunde zum Thema Kleidung Globaler Handel

Dauer: 15 Minuten Material: beliebig viele Gegenstände, von denen pro Kleingruppe einer vorhanden ist, Markierungen für den Boden (Klebeband, Schnur, Stöcke)

Die SpielerInnen werden in mehrere gleich große Gruppen eingeteilt (drei oder vier Gruppen eignen sich ganz gut). Jede Gruppe bekommt ein markiertes Feld zugewiesen, die alle in einem Abstand von 6–8 Metern um einen Mittelpunkt verteilt sind. Im Mittelpunkt des Spielfeldes liegen mehrere unterschiedliche Gegenstände, von denen jeder pro Gruppe einmal vorhanden sein muss (z. B. fünf unterschiedliche Gegenstände, die bei drei Gruppen drei Mal vorhanden sind).

Durchführung Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind EinkäuferInnen, die die Gegenstände aus der Mitte unbedingt haben müssen.

Sobald die Spielleitung das Startsignal gegeben hat, beginnt der Einkauf. Gewonnen hat die Gruppe, die von jedem der Gegenstände zuerst ein Exemplar hinter ihre Markierung gebracht hat (z. B. indem man den anderen Gruppen

Foto: …/photocase.com

■■Einstieg

Für diesen Einkauf gelten folgende Regeln: ■■Es darf immer nur eine Person aus der Gruppe laufen. ■■Es darf immer nur ein Gegenstand transportiert werden. ■■Die Gegenstände können sowohl aus der Mitte als auch aus den anderen Gruppen geholt werden. Die jeweiligen Gruppen dürfen dies nicht verhindern.

19


Gegenstände klaut oder aus dem Mittelpunkt zwei Mal den gleichen Gegenstand entfernt, damit er einer anderen Gruppe fehlt).

Auswertung ■■Wie war das Spiel? ■■Hat es Spaß gemacht? ■■Was hat das Ganze mit dem Thema kritischem Konsum zu tun?

Überleitungsmöglichkeiten ■■Schnelligkeit, mit der wir heute neue Produkte haben „müssen“. ■■Meist denken wir gar nicht über die Herkunft und Qualität der Produkte nach. ■■Kritischer Konsum heißt dagegen, sich über Produkte und Herstellung zu informieren.

Um den Blick auf die eigene Kleidung zu werfen, untersuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst ihre eigene Kleidung. Entweder wurde dazu Kleidung durch die Gruppenmitglieder mitgebracht, oder im Notfall kann die Kleidung untersucht werden, die die Jugendlichen am Körper tragen. Mithilfe des Wäscheetiketts kann zwar nicht herausgefunden werden, welchen Weg das Kleidungsstück genau gegangen ist. Aber immerhin kann man daran erkennen, in welchem Land der letzte Produktionsschritt vorgenommen worden ist. Für jedes Kleidungsstück wird eine bunte Karte ausgefüllt.

20

Material: Stifte, Moderationskarten oder Karteikarten, evt. mitgebrachte Kleidungsstücke der Gruppenmitglieder, Weltkarte Dauer: 5 Minuten

Foto: ???

■■Eigene Kleidung

Meine Klamottenkiste


Dabei sollen folgende Merkmale notiert werden: ■■Kleidungsstück ■■Marke ■■Herstellungsland (bzw. das Land, in dem der letzte Produktionsschritt vorgenommen wurde (Made in …) Die Gegenstände können sowohl aus der Mitte als auch aus den anderen Gruppen geholt werden. Die jeweiligen Gruppen dürfen dies nicht verhindern. Sobald die Spielleitung das Startsignal gegeben hat, beginnt der Einkauf. Gewonnen hat die Gruppe, die von jedem der Gegenstände zuerst ein

Auswertung

Foto: ohneski/photocase.com

1. Anhand einer großen Weltkarte werden die jeweiligen Karten den Herstellungsländern zugeordnet, um so den von der Kleidung zurückgelegten Weg zu verdeutlichen. Folgende Fragen können als Diskussionsanregung dienen: Was hat es für Vor‑ und Nachteile, Kleidung in anderen Ländern herzustellen? Hat jemand mal was über die Herstellungsbedingungen erfahren? 2. Nun werden die Kärtchen nach dem Material (Natur‑ und Kunstfaser) geordnet. Diskussionsanregung: Was sind die Vor‑ und Nachteile der unterschiedlichen Stoffe? Welche Vorlieben haben die einzelnen Gruppenmitglieder? 3. Schließlich werden die Kärtchen nach Marken sortiert. Diskussionsanregung: Gibt es besonders viele von einer Marke? Warum? Welche Bedeutung haben Marken für die Gruppenmitglieder? Gibt es Unterschiede beim verwendeten Material der No-Name‑ und der Marken-Kleidungsstücke? Welche Rolle spielt die Werbung? 4. Zum Abschluss kann noch ein „Aufstellspiel“ gemacht werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen sich je nach ihrer Antwort in eine Ecke positionieren: Wonach sucht ihr eure Hosen aus: nach Preis, Marke, Aussehen oder nach dem Schnitt?

21


Der Weg der Jeans

Material: Karteikarten oder Moderationskarten mit den im Text angegebenen Stationen auf dem Weg der Jeans. Dauer: 5 Minuten

Die Gruppenmitglieder schätzen: Wie viele Kilometer legt eine Jeans von der Ernte der Baumwolle bis zu ihrem Verkauf im Laden zurück? (Antwort: Es sind mehr als 50 000 km). Anschließend wird eine Weltkarte ausgebreitet und die vorbereiteten Karteikarten an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilt. Sie sollen nun gemeinsam herausfinden, wo der Weg der Jeans beginnt und wie er weitergeht.

Wenn man die einzelnen Stationen mit einem Stift verbindet, gibt das schon ein beeindruckendes Gewirr über den Erdball. Wichtig ist, dass nicht jede Jeans genau diesen Weg zurücklegt, sondern dass er beispielhaft ist.

22

Foto: …/photocase.com

■■Weite Wege

Stationen auf dem Weg der Jeans ■■Kasachstan: Hier fängt (z. B.) alles an. Die Baumwolle wird in großen Monokulturen angebaut. Sie wird von Hand oder mit der Maschine geerntet und anschließend zum Spinnen versendet. ■■Türkei: Hier wird in einer Spinnerei aus Baumwolle Garn gesponnen. ■■Taiwan: In der Weberei wird der Jeansstoff mit dem Baumwollgarn aus der Türkei gewebt. ■■Polen: Hier wird die chemische Indigofarbe (blau) zum Einfärben des Jeansstoffes produziert. ■■Tunesien: Hier werden das Garn aus der Türkei und der Jeansstoff aus Taiwan mit der Indigofarbe aus Polen eingefärbt. ■■China: Hier wird die Jeans zusammengenäht, mit Knöpfen und Nieten aus Italien und Futterstoff aus der Schweiz. ■■Bulgarien: Jetzt wird der fertige Jeansstoff veredelt, d. h. weich und knitterarm gemacht. ■■Frankreich: Jetzt bekommt die Jeans den letzten Schliff. Sie wird gewaschen, z. B. mit Bimsstein aus Griechenland oder der Türkei, wodurch sie den „Stone-washed-Effekt“ erhält.


Was kostet die Jeans? Zunächst einigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Preis einer Durchschnittsjeans. Mit diesem Wert wird dann weitergearbeitet. Es wird eine Jeans in die Mitte gelegt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aufgefordert, zu schätzen, wie hoch der Kostenanteil für die Arbeiter, die Marke, den Einzelhandel, den Transport und das Material ist. Dafür können auch Karteikarten mit den entsprechenden Kostenpositionen vorbereitet werden. Im Anschluss wird mit den vorbereiteten Karteikarten aufgelöst, welcher Anteil des Verkaufspreises wer bekommt. Schließlich sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausrechnen, wie viel Euro bei den Produzenten bleibt. (Das kann zusätzlich auch noch mit einem Seil oder einer Kordel verdeutlicht werden, die 100 cm lang ist: Die jeweiligen Anteile werden abgeschnitten und neben die Hose gelegt. Am Ende ist dann gut verdeutlicht, wo wie viel von den Kosten der Jeans bleibt.)

Material: Seil oder Kordel (100 cm), eine Jeans, vorbereitete Karteikarten mit den nachfolgenden Kostenstellen sowie separate Karteikarten mit jeweils einem der Prozentwerte: Arbeiter (Baumwollpflücker, Näherin, …) – 1 %; Marke (Gewinn, Entwicklung, Design, Werbung, Verwaltung, …) – 25 %; Einzelhandel (Geschäftsgewinn, Verkaufspersonal, Ladenmiete, …) – 50 %; Transport (Transportkosten, Steuern, Importgebühren, …) – 11 %; Material (Materialkosten, Kosten für Farben) – 13 % Dauer: 20 Minuten

Im Gespräch mit allen Gruppenmitgliedern werden folgende Fragen diskutiert: ■■Was ist euch neu? Was war euch schon bekannt? ■■Was könnte zu diesem Thema noch getan werden (sowohl persönlich als auch in der Gruppe)? ■■Was können wir als KonsumentInnen tun? ■■Kennt jemand Kleidung mit dem TransFair-Siegel oder mit Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau?

Foto: petfed/photocase.com

■■Faire Preise

Ausblick: Was tun?

23


■■Hat jemand schon eine Idee, wie das Thema Kleidung weiter verfolgt werden kann? ■■Wo und wie können wir an weitere Infos kommen? ■■Kennt jemand Läden oder Onlineanbieter, die fair produzierte und ökologisch nachhaltig produzierte Kleidung verkaufen? ■■Welche Möglichkeiten gibt es, andere auf das Thema aufmerksam zu machen? Quelle: Arbeitshilfe „Kritischer Konsum“ der DPSG – Bundesarbeitskreis Internationale Gerechtigkeit

■■Planspiel zum Thema Welthandel

Ernährung auf der Welt – Wie es uns gefällt?! Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle von indischen Familien (jeweils 3 – 6 Personen), die westlich von Kalkutta in einem großen Reisanbaugebiet zu Hause sind. Das kleine Stück Land der Familie wurde enteignet, weil ein großer Konzern darauf seine neuen Fabrikgebäude bauen will. Die Familie ist ratlos und beschließt, sich auf freien Landflächen einige Kilometer weiter anzusiedeln. Das Dringendste ist jetzt, den Lebensunterhalt für das nächste Jahr zu sichern. Die Kleingruppen überlegen sich eine Strategie, was sie für ihre Ernährungssicherung benötigen und was sie tun können. Personen und Organisationen, die ihnen dabei behilflich sein könnten, sind: ■■Mr. Rashid Arlaiah, ein Großgrundbesitzer ■■Indiacommerz, eine Bank ■■Mr. Rajah Bawhi, der Präfekt der Region ■■Pro Landless, eine Nichtregierungsorganisation, die sich für Land und landlose BäuerInnen einsetzt. ■■Miseripuro, ein ökumenisches Hilfswerk

24

Zielgruppe: Größere Gruppen, ab 16 Jahren Dauer: 2–4 Stunden Platz: drinnen und draußen möglich (ausreichend Platz für neun Stationen) Material: Stationenbeschreibung, Ereigniskarten, Laufzettel, Geldscheine „BAKIs“, evtl. Verkleidung für die einzelnen Stationen. Alle benötigten Stationsbeschreibungen und Kopiervorlagen zu dem Spiel findet ihr unter http://stilvollerleben.de/ index.php?id=676 bzw. könnt ihr bei christoph. sonntag@kjg-koeln.de anfordern. BetreuerInnen: neun Personen an den Stationen plus Spielleitung


■■Lena Bollermann, eine deutsche Jugendliche ■■der Markt ■■El Trafico, eine Importorganisation im Fairen Handel ■■Monopolio, ein Großkonzern für Saatgut‑ und Reishandel Diese Anlaufstellen können von jeder Familie aufgesucht werden. Meist sind jedoch gewisse Voraussetzungen zu erfüllen, um Hilfe zu bekommen. Die Familie darf nur als gesamte Gruppe agieren, Einzelaktionen sind nicht gestattet. Gegebenenfalls müssen die Familien ihre Strategie überdenken und neu planen. Zumal unerwartete Ereignisse eintreten können, die sich auf die Planungen auswirken können. In regelmäßigen Abständen stellt die Spielleitung die Erntemenge jeder Familie fest. Sie verwaltet auch die Ereigniskarten, die den Spielverlauf maßgeblich beeinflussen. Alle durchgeführten Aktionen werden auf dem Laufzettel eingetragen.

Foto: 3format/photocase.com

Sehr wichtig ist eine ausführliche Auswertung, bei der die Hauptprobleme noch einmal angesprochen und mit Fakten untermauert werden. Quelle: www.stilvollerleben.de (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e. V.)

Weitere Informationen www.transfair.org: Die Internetseite der Siegelorganisation für fair hergestellte Produkte. Hier gibt es auch Informationen zu fair gehandelter Baumwolle. www.saubere-kleidung.de: Die Kampagne für saubere Kleidung bemüht sich seit Jahren um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Produzentinnen und Produzenten in der Kleidungsindustrie. www.lamulamu.de: Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) verkauft öko-faire Kleidung. Auf der Homepage gibt es den aktuellen Katalog.

25


www.mupedza.ch: Schweizer Internetseite zum Thema Baumwollanbau und Verarbeitung in Afrika. Die Seite gibt einen guten Überblick. www. organiccottondirectory.net: Seite des Pestizid-Aktions-Netzwerks mit vielen Downloads zum Thema Baumwolle. Wer etwas für die Gruppenstunde aus Papier braucht, bestellt sich die 24-seitige Broschüre. www.unicef.de: Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen engagiert sich auch für die Abschaffung von Kinderarbeit. Zu dem Thema gibt es viele Informationen auf der Homepage. www.fair-feels-good.de: „fair feels good.“ ist die Informationskampagne zum Fairen Handel. Sie wird getragen von der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. in Kooperation mit TRANSFAIR e. V. und dem Weltladen-Dachverband. Neben vielen Informationen gibt es dort auch mehrere Aktionsideen und ein kleines Computerspiel zum Transfair-Logo. www.fairbrechen.de: Im Stil einer Kriminalgeschichte hat der BDKJ Bayern eine Kampagne zum Thema Fairen Handel ins Leben gerufen, bei der Gruppen sich anmelden und teilnehmen können. Für 20 Euro könnt ihr auch ein FairPartyPaket bestellen. Dieses Paket orientiert sich an drei Produkten: O-Saft, Baumwolle und Schokolade. Die Methoden können je nach Zeit und Lust zusammengestellt werden und sind ideal, um sich innerhalb einer zweistündigen Gruppenstunde spielerisch mit dem Thema Fairer Handel auseinander zu setzen. umweltspiele.eu: Auf dieser Homepage werden mehrere Brett‑ und Gesellschaftsspiele zu den Themen Mobilität und erneuerbare Energien angeboten.

26


Der Rest vom Fest V

isionär und motiviert gings in der KjG zu: Bei „Utopia-Jetzt“, bei der Aktion „Stirb langsam – das Umweltprojekt“ und beim Umweltantrag, der auf der Diözesankonferenz 2010 verabschiedet wurde. In den letzten Jahren wurde bei den Themen „Umwelt“ und „Kritischer Konsum“ viel Staub aufgewirbelt. Bleibt zu fragen, wie viel von diesem Ehrgeiz in den Pfarreien, Regionen und in der Diözese übrig geblieben ist. Das Umweltprojekt „Stirb langsam“ hat einige Gruppen im Diözesanverband erreicht. Da es nach dessen Ende aber mit dem Umweltschutz weitergehen sollte, wurde auf der Diözesankonferenz 2010 der Umweltantrag verabschiedet, durch den die Diözesanleitung mit der Umsetzung verschiedener Maßnahmen beauftragt wurde. Davon wurden erste sehr zügig umgesetzt. So gibt es bei Fahrten, die drei Tage dauern, nur noch eine fleischhaltige Mahlzeit. Das schützt das Klima, denn Tierzucht und Futtermittelproduktion verursachen eine Menge Treibhausgase. Vor kurzem hat sich auch in der Bildungsstätte Haus Sonnenberg viel getan. Durch den Wechsel des Stromanbieters wird nun Ökostrom bezogen. Energiesparlampen und Bewegungsmelder sollen den Ver-

brauch senken. Für die Bewirtung in der Bildungsstätte werden regionale und saisonale Produkte gekauft, um weite Transportwege der Lebensmittel zu vermeiden. Ähnlich entwickelt es sich in manchen Regionen. Nach dem Vorbild der Diözese entwickelt zum Beispiel die Region Köln einen eigenen Umweltantrag, der auf der kommen-

den Regionalkonferenz verabschiedet werden soll. Und die KjG St. Heinrich in Köln plant ihre Sommerfreizeit nach dem Maßgaben des „Öko-Euro“ zu gestalten. Nicht überall hat sich also der Staub gesetzt, der von Bruce, der Leitfigur des Projekts „Stirb langsam“, aufgewirbelt wurde. Und es wird weiterhin KjGlerInnen geben, die seinem Vorbild folgen werden. Alexander Stiehl

27


Janosch habe ich schon kennen gelernt … … jetzt seid ihr dran! Ich bin die neue Pressereferentin in der KjG Diözesanstelle und werde zunächst die Aufgaben von Steffi Maier übernehmen, die sich für kurze Zeit in Elternzeit verabschiedet hat.

I

28

n den kommenden Wochen bereite ich mich mit allen anderen Kollegen auf die Diözesankonferenz vor und lerne mein neues Arbeitsfeld kennen. Nicht alles ist neu: Zwischen meinem 15. und 20. Lebensjahr war ich selber Mitglied eines katholischen Jugendverbands, der später in die KjG überging – von daher sind mir die Themen vertraut. Beruflich ging es bei mir nach dem Studium der Germanistik,

Anglistik und Soziologie jedoch in eine andere Richtung: Kinder‑ und Jugendbuchverlage sind in den vergangenen zehn Jahren meine Heimat gewesen, hier war ich als Volontärin in der Werbung und später als Pressefrau tätig. Dabei habe ich Redaktionen mit Manuskripten unter dem Arm abgeklappert, Buchpremieren organisiert, Lesungen veranstaltet und bin mit diversen Autoren im VW-Bus auf Lesereise gegangen. Neben Klaus Kordon habe ich zum BeispielJoachim Masannek mit seinen Wilden Fußballkerlen betreut. Nachdem ich danach erst einmal selber Familie gegründet habe (zwei Mädels, 1 und 3 Jahre) steige ich nun wieder ein und bin bereit für Neues. Neben meinen Aufgaben für den Verband möchte ich euch bei der Arbeit in den Pfarreien unterstützen, wo es geht. Ihr könnt mich jederzeit bei Fragen ansprechen, mir Texte schicken oder einfach anrufen. Solltet ihr Vorschläge und Wünsche an mich haben, dann mailt doch an birgit. elsner@kjg-koeln.de Schöne Grüße! Birgit Elsner


Vier Gewinnt und zwei gehen in die nächste Runde M

it Workshops zu den Themen „Kindermitbestimmung“, „Umgang mit Eltern“, „Du hast Recht!“ und „Let’s talk about sex“ fand am 27. Februar der erste Thementag auf Diözesanebene statt. Über 20 KjGlerInnen und KjGler aus sieben verschiedenen Regionen waren überaus angetan von den jeweiligen Workshops und zeigten sich sehr interessiert an den vermittelten Themen und Inhalten. Aufgrund der überaus positiven Resonanz der Teilnehmenden, wird es zu zwei der vier Themen weiterführende Angebote geben: Unter dem Titel „Let’s talk about Sex – to go“ können alle interessierten Leitungsrunden Thomas Pieger zu sich einladen und sich mit dem Thema „Umgang mit sexueller Gewalt“ beschäftigen, Methoden zum

Thema Sexualität kennen lernen und in einem geschützten Rahmen über Sexualität sprechen (Anfragen per Email an: thomas. pieger@kjg-koeln.de).

Warum kindgerechte Mitgliederversammlungen sich lohnen und wie diese geplant und durchgeführt werden, können alle Leitungsrunden erfahren, wenn sie Holger Walz zu sich in die Leitungsrunde einladen (Anfragen per Email an: holger. walz@kjg-koeln.de). Christoph Sonntag

29


Zicke Zacke Hühnerkacke geht in die vierte Runde

Im April geht’s zur Diko nach Altenberg

Z

V

um vierten Mal in Folge findet 2011 unser traditionelles Spektakel um „Huhn und Ehre“ statt. Als Gewinnerin des Goldenen Huhns bei Zicke Zacke 2010 im Volksgarten in Düsseldorf ist die Region Leverkusen in diesem Jahr Gastgeberin des großen Spielevents und heißt die Regionen des Diözesanverbands Köln am 16.Juli herzlich willkommen bei Zicke Zacke Hühnerkacke 2011. Auch in diesem Jahr müssen die Regionen wieder ihr technisches, spielerisches und sportliches Geschick unter Beweis stellen und gegeneinander in verrückten Disziplinen um Huhn und Ehre der besten Region kämpfen. Wir sind gespannt, wie weit die Hühner fliegen werden und welche Region am Ende das Goldene Huhn nach Hause trägt. Katharina ­ chwellenbach S

30

om 8.-10.April 2011 treffen wieder 91 Delegierte aus allen Regionen zur Diözesankonferenz (Diko) der KjG im Erzbistum Köln in Altenberg zusammen. Sie diskutieren und entscheiden über Ziele, Positionen und Projekte des Verbandes und beschließen die Arbeit für das kommende Jahr. Für dieses Jahr liegen der Konferenz insgesamt drei Anträge vor. Antragsteller sind bei allen Anträgen die Diözesanleitung und der Diözesanausschuss. Diese Anträge sind folgende: Termine Diko 2012–2014 Die Diko 2012 findet vom 30.3. bis zum 1.4. in Altenberg statt. Die Diko 2013 findet, aufgrund von Umbaumaßnahmen in Haus Altenberg, vom 19. bis zum 21.4. in Haus Venusberg statt. Die Diko 2014 findet, aufgrund von Umbaumaßnahmen in Haus Altenberg, vom 11. bis zum 13.4. in Haus Venusberg statt.


Kinderstadt 2013 Aufgrund der erfolgreichen Durchführung der KjG Kinderstadt im vergangenen Jahr und der durchweg positiven Rückmeldungen der Kinder, Eltern und Öffentlichkeit wird 2013 die nächste KjGKinderstadt veranstaltet. Bis zum

Neben diesen Anträgen stehen in diesem Jahr die Wahlen für die Ämter der ehrenamtlichen Diözesanleitung an. Diözesanleiter Tim Mertens und Diözesanleiter

31.5.2012 können sich Pfarreien und Regionen beim Diözesanausschuss als Kooperationspartnerinnen bewerben. Auf der Diko 2012 wird die Projektgruppe gewählt, die nach den Sommerferien dann mit ihrer Arbeit beginnen soll.

Benedict Martin werden ein weiteres Mal für das Amt des ehrenamtlichen Diözesanleiters kandidieren. Für die zwei freien Stellen der ehrenamtlichen Diözesanleiterinnen werden Saskia Osterholt und Veronique Lorenz kandidieren.

Überarbeitung der ­Geschäftsordnung Da die Geschäftsordnung an einigen Stellen unkonkret formuliert ist und immer wieder Fragen aufwirft, wird diese neu bzw. deutlicher formuliert. Dadurch soll es allen einfacher gemacht werden,

im Sinne der Geschäftsordnung zu handeln und Gremien zu gestalten.

Katharina Schwellenbach

31


Go!-Termine 2011 27. bis 29. Mai – KjG Schulung: Kooperative Abenteuerspiele 1. bis 3. Juli – KjG-Schulung: Awari – Abenteuer, Wagnis, Risiko 25. September – KjG-Schulung: Finanzschulung 9. Oktober – KjG-Schulung: Thementag 2: Two in One/Moderieren und Präsentieren und Pressearbeit für die KjG 21. bis 22. Oktober – KjG-Schulung: Coolnesstraining 11. bis 13. November – KjG-Schulung: Vernetzungstreffen für Regionalverantwortliche

Termine 2011 8. bis 10. April – Diözesankonferenz 6. bis 8. Mai – KjG Diözesanausschuss 2. bis 5. Juni – KjG-Bundesvolleyballturnier in Weilheim. Infos unter: bvt2011.de 24. bis 26. Juni – KjG-Regionalkonferenz Neuss 16. Juli – Zicke Zacke Hühnerkacke in Leverkusen 15. Oktober – KjG-Regionalkonferenz Düsseldorf 4. bis 6. November – KjG-Regionalkonferenz Oberberg 11. bis 13. November – KjG-Regionalkonferenz Mettmann

32

Staffel­ wechsel In Köln und Rhein-Berg ­wurden neue Regional­ leitungen gewählt

I

n der Region Köln traten die beiden RegionalleiterInnen Christoph Menzel und Katja Schlicker nach Ablauf ihrer Amtszeit nicht mehr an. Neu gewählt wurden Sven Ibsch von der HöVi-KjG und Lukas Volpers aus St. Barbara und bilden zusammen mit Johannes Kleefisch die neue Regionalleitung. Leider konnte keine Frau für dieses Amt gefunden werden. Außerdem fanden sich neue Leute für den Regionalausschuss. Viel Lob gab es in Köln für das SommerDie neue Leitung der Region RheinBerg: Maren Widdenhöfer, Christian grillen und die Beck, Lina Sauer große „Mr. und Mrs. X“-Aktion im vergangenen Jahr. Beide Aktionen werden mit ins nächste Jahr genommen und mit hoffentlich ähnlich hoher Begeisterung wieder stattfinden. In der Region Rhein-Berg verzichtete Daniel Heßler auf eine neue Kandidatur. Hier wählte die Regionalkonferenz Christian Beck, Maren Widdenhöfer und Linda Sauer in die neue Regionalleitung. Im Studienteil der Konferenz, die mit 27 LeiterInnen aßerordentlich gut besucht war, wurden neue Spiele für Kids vorgestellt und sogleich mit viel Spaß ausprobiert. Max Pilger und Peter Otten


KjG-Kinderstadt aus­ gezeichnet D

ie KjG-Kinderstadt ist von der Initiative „Ideen Initiative Zukunft“ ausgezeichnet worden. Julia, Sarah und Max, die an dem Projekt in den Herbstferien des vergangenen Jahres in Hilden teilgenommen hatten, konnten Ende Februar in Hilden einen Scheck über 1 000 Euro ent-

Die „Dagegen-Lieder“ der Redaktion: Hannah (18) u Mir ist direkt „Dear Mr. President“ von Pink eingefallen. Pink  besingt den ehemaligen US-Präsident Georg Bush. Sie fragt in allerhand Sachen zu seiner konservativen Einstellung und zum Thema Krieg und Armut. Linda (24) u Ein Lied, das mir unter die Haut geht ist „Automatikpistole“ von Fettes Brot. Max u „Rebell“ von den „Ärzten“. Einfach nur dagegen – das ist das Motto des Liedes. Hervorragend dazu geeignet, Frust abzubauen und eine Sache mal nur aus einer Perspektive zu betrachten. Und zwar aus der eigenen. Anna (18) u Mein Lieblings „Dagegen-Lied“ ist momentan „ Ob es reicht sie zu finden“ von „Frittenbude“. Gesellschaftskritischer Text, guter Beat. Einfach super Lied. Ramona u „The Majority“ von „Mammal“. Minderheit sein und sich wehren – darum gehts. Kai u Mein Dagegen-Lied ist “Tocotronic – Macht es nicht selbst”. Gegen Do-it-yourself, aber ohne Grund. Einfach so, dagegen. Peter u Mir fällt „Nit für Kooche“ von BAP ein. Wolfgang Niedecken singt gegen den Karneval an. In diesem Jahr ist er auf dem Rosenmontagszug mitgefahren. Irgendwann endet halt jeder Protest – in Köln.

gegen nehmen. Die Drogeriemarktkette dm-Markt und die Deutsche UNESCOKommission möchten mit ihrer gemeinsamen Initiative Ideen und Projekte fördern, die sich für eine lebenswerte Welt von morgen einsetzen. dm stellt nach eigenen Angaben hierfür bundesweit mehr als 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

33


): abhängig“ (transparent 4/2010 Zum Artikel „Ausgesperrt und Liebe Redaktion, abe. erte (!) neue Transparent-Ausg vielen Dank für die lesensw Ende Am : mir jedoch nicht verkneifen Einen Kritikpunkt kann ich us Artikels über Analphabetism eines durchaus einfühlsamen ter ilde n Buchstaben, wie viel geb erfahren wir in fett gedruckte ne Anneliese K. dessen Autorin als die im Artikel beschriebe der deutschen Sprache mächtig natürlich ist. Sie ist nicht nur über Helmut Schmidt), sondern dar (sie liest gerade ein Buch von an Rom ade einen französischen hinaus liest sie auch noch ger ention ist nicht nur im Zusamm auf Spanisch. Diese Informa Stelle er irrelevant, sie wirkt an dies hang mit dem Artikel völlig mehr är, ja peinlich. Ein bisschen auch reichlich überheblich, elit hsten Mal wünscht sich Finger­spitzengefühl beim näc Carsten Wannhof

________________ Lieber Carsten,

34

Foto: stocksnapper/photocase.com

m Artikel stehenden Satz über die wir versuchen durch den unter jede önliche Note zu geben. Das StilmitAutorInnnen der transparent eine pers Artikel oder soll die Persönlichkeit tel steht also in keiner Relation zu dem licherweise könnte diese Linie in der AutorInnen hervorheben. Unglück wir en worden sein. In Zukunft werden der letzten Ausgabe falsch verstand vorzugehen. versuchen entsprechend sensibler


transparent

transparent transparent Einzelbezug Redaktion

Korrektur Endredaktion Layout Titelbild Druck Auflage Anschrift

wird herausgegeben von der Diözesanleitung der Katholischen jungen Gemeinde im Erzbistum Köln und richtet sich als Meinungs – und Informationsblatt an alle verantwortlichen MitarbeiterInnen im Diözesanverband. erscheint viermal im Jahr ist für MitarbeiterInnen im Abo-System kostenlos erhältlich. Der Bezugspreis von 5,– € ist im Mitgliedsbeitrag erhalten. Mitglieder des Fördervereins können transparent kostenlos im Einzelbezug erhalten. Lena Bloemacher (le), Ramona Kreutz (mo), Viviana Kutz (vk), Steffi Maier (sm), Linda Martin (lm), Peter Otten (V. i. S. d. P.), Anne Pilger (ap), Max Pilger (mp), Alexander Stiehl (as), Michael Schwarz (ms) und Katinka Zinner (kmz). Brigitte Steven Birgit Elsner und Peter Otten Thomas Jakobi, www.partout.info mathias the dread/photocase.com Druckerei Schöttler, Ratingen 1 750 Exemplare Redaktion transparent, Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln www.kjg-koeln.de, transparent@kjg-koeln.de

Beiträge mit Namen oder Fundstelle geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Herausgeberin wieder. Wir bedanken uns für eingeschickte Leser/innenbriefe, Artikel etc. Für evtl. Kürzungen bitten wir um Verständnis. Die Weiterverwendung der mit Vornamen oder Kürzel gezeichneten Artikel in anderen KjG-Organen ist erwünscht. Wir bitten um Quellenangabe und Zusendung von Belegexemplaren. Weiterverwendung aller anderen Artikel – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung der Verfasser/innen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KjG-Diözesanstelle Telefon 0221.1642 6432, Telefax 0221.1642 6841, info@kjg-koeln.de Öffnungszeiten: Mo–Do: 10:00–13:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr Fr: 10:00–14:00 Uhr Diözesanleitung

Benedict Martin Tim Mertens Peter Otten Katharina Schwellenbach

Diözesanleiter Diözesanleiter Geistlicher Leiter Diözesanleiterin

ReferentInnen

Birgit Elsner Thomas Pieger Christoph Sonntag Holger Walz

Öffentlichkeitsarbeit, Gender Mainstreaming Bildungsstätte „Haus Sonnenberg“ Schulungsarbeit gesellschaftliche und theologische Themen, Gender Mainstreaming

Geschäftsführung

Heike Blankenstein

Geschäftsführerin

Sekretariat

Martina Coutellier Andrea Schiefer Brigitte Steven

Bestellungen und Verkauf, Ausleihe Mitgliederbetreuung Diözesankonferenz, Diözesanausschuss-Organisation

FSJ

Ramona Kreutz

Freiwilliges Soziales Jahr

35


KjG Diözesanstelle, Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln PVSt., Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“ 42933

3. Woche, Mittwoch

Thema der Woche: I want to break free

Jeden Tag ein neuer Song oder ein Video. Jeden Tag ein neuer Impuls und eine Aufgabe. Jeden Tag die Fastenzeit zu etwas Besonderem machen. Noch bis Ostern auf www.kjg-koeln.de/mixtape


Transparent 2011.1  

transparent

Advertisement
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you